Geprägt durch das Gold des Meeres

Die von einer idyllischen und traumhaft schönen Landschaft umgebene Kleinstadt Ribnitz-Damgarten gilt als „Tor zum Fischland“. Darüber hinaus ist für die Ostsee-Gäste aus Thüringen die Dauerausstellung „Feininger in Ribnitz und Damgarten“ ein Geheimtip. Schließlich ist der Künstler aufgrund seines regen Schaffens im Weimarer Umland gerade im Freistaat ziemlich bekannt und beliebt.

Einem bezaubernden Stein verdankt die charmante Stadt Ribnitz-Damgarten ihren schönen Beinamen. Der Bernstein beendet seine mitunter 60 Millionen Jahre andauernde Reise an den Stränden der Ostseeküste. Kein anderer Ort ist so sehr geprägt durch das „Gold des Meeres“ wie Ribnitz-Damgarten:

In der auch als „Tor zum Fischland“ bekannten Stadt steht der Bernstein im Fokus des Geschehens und kann auf eine lange Kunsthandwerktradition zurückblicken. 1932 hob hier Goldschmiedmeister Walter Kramer den weltbekannten Fischlandschmuck - Bernstein in Silber gefaßt mit verschiedenen maritimen Motiven - aus der Taufe. Der Ostsee-Schmuck war zu DDR-Zeiten einer der größten Arbeitgeber und die Schaumanufaktur in Damgarten führt die inzwischen 50jährige Tradition fort. Außerdem ist auch das Deutsche Bernsteinmuseum hier zu Hause. Das wertvollste Inklusenexponat - ein in Bernstein eingeschlossener Skorpion - bekam übrigens den wissenschaftlichen Namen „Palaeoananteris ribnitiodamgartensis“. Kein Wunder also, daß Ribnitz-Damgarten sich seit 2009 Bernsteinstadt nennt.

Doch das ist nicht das einzige, was die Stadt zwischen Rostock und Stralsund so attraktiv für Besucher macht. Ribnitz-Damgarten ist ein fester Punkt auf der Europäischen Route der Backsteingotik. Das Rostocker Tor - erbaut im frühen 15. Jahrhundert - ist noch immer der Stolz der Stadtbürger. Im Sommer wird es für kleinere Ausstellungen geöffnet. An der Ribnitzer Stadtkirche St. Marien lassen sich die Spuren ihrer wechselvollen Geschichte deutlich ablesen. Romanisch im Ursprung, wiederholt durch Stadtbrände zerstört, wurde sie mehrmals erweitert und umgestaltet und erhielt so ihre prägnante Erscheinung. Und ganz gleich aus welcher Richtung man in die Bernsteinstadt kommt, die St. Marienkirche mit ihrem wuchtigen Turm zieht sofort die Blicke auf sich. Wer die 240 Stufen des Turmes der Ribnitzer Stadtkirche emporsteigt, wird mit einem herrlichen Blick über das weite Land belohnt.

Die Klosterkirche des einstigen Klarissenklosters ist ein sehenswertes Denkmal norddeutscher Bettelordensarchitektur und klärt in einer Dauerausstellung über die Kloster- und Stiftsgeschichte auf. „Das ist mein Geheimtip für jeden Besucher. Das Kloster strahlt ein ganz besonderes Flair aus“, gerät Mandy Chmelar vom Tourismusmarketing ins Schwärmen. Auch der Kunstverein Ribnitz-Damgarten hat im Kloster seinen Sitz und präsentiert diverse Sonderausstellungen in der Galerie. Die Dauerausstellung „Feininger in Ribnitz und Damgarten“ zeigt Grafiken vom deutsch-amerikanischen Maler Lyonel Feininger, die bei seinen Aufenthalten 1905 und 1921 entstanden. Das ist gerade für Besucher aus Thüringen hochinteressant. Schließlich ist der Künstler aufgrund seines regen Schaffens im Weimarer Umland im Freistaat ziemlich bekannt.

Noch ein Stück weiter kann man auch schon den Turm der Damgartener Stadtkirche St. Bartholomäus erblicken. Erbaut auf einen malerischen Hügel prägt sie diesen Stadtteil. In ihr hat sich ein Teil der üppigen barocken Innenausstattung erhalten, ergänzt durch moderne Glaskunst von Thomas Kuzio.

Groß und belebt: Maritimes Treiben prägt das Bild des Ribnitzer Hafens. Mit Spielplätzen, Kunstobjekten wie Jo Jastrams „Der Zirkus kommt“ und einladender Gastronomie bleibt kein Wunsch direkt am Saaler Bodden offen. Kulturell locken Highlights wie das Hafen- oder Frühlingsfest, Swing- und Rockbreezes und viele weitere Veranstaltungen. Und wer dem Ribnitzer Hafen nicht den Rücken kehren will, kann auch gleich dort übernachten: am besten auf einem Hausboot direkt auf dem Wasser!

Idyllisch-beschaulich präsentiert sich dagegen der Hafen Damgarten: Mit Bootsverleih und ruhiger, grüner Lage ist es der perfekte Ort für ein romantisches Picknick oder einen tollen Familienausflug mit Kindern.

PI-RD

 

Aus NTI-Sonderausgabe „Ostsee“ 2017

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