Profil schärfen

Beim Glamping an der Ostsee geraten die Thüringer Gäste schon mal ins Schwärmen. Der derzeit angesagte kleine aber feine neue Trend zum glamorösen Campen erstaunte auch Stefan aus Gotha. „Als wir hier ankamen, zu diesem Zelt begleitet wurden, da war ich begeistert, wie man das innen gebaut hat. Ganz großartig. Luxuriös ist übertrieben. Aber ein angenehmes Camping. Vielleicht Edelcamping.“

Zeltplatz war gestern, Glamping setzt neue Maßstäbe und erschließt neue Zielgruppen: Mit Dielenboden, Himmelbett und Vorhängen wirken die Zelte fast orientalisch. Jedes Zelt ist raumhoch, hat eine Dusche, Toilette, einen Ofen, Herdplatten, Kühlschrank und eine Terrasse mit Liegestuhl und Hängematte. Der NTI-Beitrag „Tradition und neuer Trend“ in der Sonderausgabe „Ostsee“ 2017 berichtet darüber.

Das unentwegte Bemühen nach neuen und belebenden Geschäftsfeldern, das stetige Ringen um erfrischende Ideen zeichnet das Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern ganz besonders aus. Darin besteht ein wesentliches Erfolgsgeheimnis und ein Grund dafür, daß die Region Jahr für Jahr neue Besucherrekorde bricht und sich an der Spitze der Urlaubsländer in Deutschland eindrucksvoll behauptet. Denn auch 2016 war die Attraktivität des deutschen Nordostens ungebrochen. Die Übernachtungszahlen reichen ans vorangegangene Rekordjahr von knapp 30 Millionen heran. Und das trotz für das Jahr typischen Wind, Regen, und kühlem Wetter.

Allein bis September wurden rund 25,4 Millionen Übernachtungen (das ist ein Anstieg von 3,1 Prozent) und 6,2 Millionen Gästeankünfte (+2,7 Prozent) gemeldet. Die Auslastung der angebotenen Betten lag in den ersten neun Monaten des Jahres bei 38,5 Prozent (+1,5 Prozent). Die meisten Reiseregionen verzeichnen Zuwächse, insbesondere Fischland-Darß-Zingst (+8,7 Prozent), das Vorpommersche Festland (+6,1 Prozent) und Usedom (+4,5 Prozent). Darüber informiert der Beitrag „Im Zeichen der Natur“ in der Sonderausgabe „Ostsee“ 2017 der Neuen Thüringer Illustrierten.

Zu den Regionen, die ganz wesentlich zu den seit Jahren ausgesprochen positiven Bilanzen von Meck-Pomm beitragen, gehört das Ostseeheilbad Graal-Müritz. „Nach dem Rekordjahr 2015 haben wir nochmals unsere Übernachtungszahlen um zirka drei Prozent gesteigert“, bilanziert der gebürtige Thüringer Dr. Bernd Kuntze, Geschäftsführer der Tourismus und Kur GmbH Graal-Müritz, sichtlich erfreut im NTI-Interview für die Sonderausgabe „Ostsee“ 2017. In der Haupturlaubszeit stoßen die Graal-Müritzer damit inzwischen an ihre Grenzen.

Für den Tourismusfachmann Kuntze ist das längst kein Grund zur Zufriedenheit und erst recht nicht dazu, sich auf Lorbeeren auszuruhen. „Wir werden uns in unseren Bemühungen auf die Vor und Nachsaison konzentrieren und hier unser Profil versuchen zu schärfen. Denn gerade in dieser Zeit kann man sich wunderbar erholen und entspannen“, gibt er die Devise aus..

Mit dem Projekt „Kur- und Heilwald“ wolle man beispielsweise dazu beitragen, die natürlichen Gegebenheiten, nämlich den Küstenschutzwald, für die Gäste noch erlebbarer zu gestalten, verrät Dr. Kuntze.

„Gerade in der Vor- und Nachsaison kann man sich wunderbar erholen und entspannen.“

Das Bemühen gehe außerdem dahin, „Nischen“ für sich zu erschließen: „In Graal-Müritz haben bekannte Literaten wie Kafka, Kästner, Tucholsky, Trojan und Seidel und viele mehr ihre Sommerfrische oder ihren Genesungsaufenthalt verbracht. Das noch stärker zum Alleinstellungsmerkmal zu entwickeln, könnte den Bekanntheitsgrad weiter erhöhen. Ahrenshoop ist bekannt als Ort der Maler, Zingst als die Stadt der Fotografie, warum soll Graal-Müritz nicht als Seebad der Literaten gelten.“

Im Urlaubsland gehen die Visionen jedenfalls auch weiterhin nicht aus.

JÖRG SCHUSTER

 

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