Turbulente Wochenenden

Sieg knapp verpaßt: Der Thüringer Motorsportnachwuchsrennfahrer Jannes Fittje bewies sein Können mit einem Doppelpodium auf dem Lausitzring.

67.500 Zuschauer reisten am 4. und 5. Juni nach Brandenburg und feuerten auf dem Lausitzring die Youngster der ADAC-Formel 4 an. Im Rahmenprogramm des ADAC-GT-Masters und der Deutschen-Tourenwagen-Masters (DTM) absolvierte die Nachwuchsklasse ihre dritte Veranstaltung. Mitttendrin der „Deutsche Post Speed Academy“-Schützling Jannes Fittje aus Thüringen. In spannenden Rennen fuhr er gleich zweimal auf das Siegerpodium.

Das Motorsport-Festival in der Lausitz gehörte zu den Highlights des Jahres. Die Zuschauer auf den Tribünen erlebten packenden Motorsport. Seit 2008 starteten die Deutschen-Toruenwagen-Masters (DTM) und das ADAC-GT-Masters wieder gemeinsam an einem Rennwochenende, entsprechend groß war die Kulisse. „Ich bin beeindruckt, die Rennen werden etwas ganz besonderes. Bereits in Oschersleben und auf dem Sachsenring war im Fahrerlager viel los. Hier wird alles nochmals übertroffen“, faßte Jannes seine Eindrücke zusammen.

Hinter dem Lenkrad seines ADAC-Formel-4 bewies er aber die nötige Ruhe. Bereits im freien Training unterstrich Jannes mit der Bestzeit seine Ambitionen und führte auch das Qualifying an. Am Ende verpaßte der Schützling aus dem Team US Racing des ehemaligen Formel-1- und DTM-Piloten Ralf Schumacher nur knapp seine erste Pole-Position. „Es ist natürlich ärgerlich, auf der Zielgeraden die Pole zu verlieren. In meiner Gruppe bin ich nun Zweiter und starte dadurch die ersten beiden Läufe jeweils aus Startposition drei“, sagte der 16jährige im Ziel.

Das erste Rennen verlief für den Schützling der ADAC-Stiftung Sport aber nicht wie erhofft – nach aufregenden 30 Minuten war er nur Vierter. „Ich war zu Beginn zu langsam, dadurch waren die ersten Drei zu weit weg“, resümierte Jannes selbstkritisch. Zum Podium reichte es aber im zweiten Lauf am Nachmittag. „Durch die zahlreichen Safety-Car-Phasen sind wir nicht viel gefahren. In einem normalen Lauf wäre deutlich mehr drin gewesen, der Speed war da“, schloß der Nachwuchspilot seinen Samstag ab.

Zum Pokerspiel wurde der letzte Durchgang des Wochenendes, nach hochsommerlichen Temperaturen sorgte kurz vor dem Start ein Regenschauer für erschwerte Bedingungen. Jannes und sein Team setzten trotzdem auf Slick-Reifen und lagen damit goldrichtig. Zu Beginn fiel der Langenhainer zwar bis auf Rang 22 zurück, kämpfte sich bei immer trockener werdender Strecke aber wieder nach vorne und verpaßte letztlich als Zweiter nur knapp den Sieg.

„Das war eines der schwersten Rennen meiner bisherigen Karriere. Die ersten Runden waren sehr aufregend, die Strecke war naß und verdammt rutschig. Nun bin ich aber zufrieden, auch wenn etwas Wehmut dabei ist. Hätte ich zu Rennmitte mehr gepusht, wäre auch der Sieg möglich gewesen“, kommentierte Jannes seine Erlebnisse.

Bereits am 18. und 19. Juni ging es in der ADAC-Formel 4 weiter. Die Formelnachwuchsrennserie des zweitgrößten Automobilclubs der Welt startete im Rahmen der TCR-International-Series in der Motorsport-Arena Oschersleben. Mit seiner hervorragenden Punkteausbeute war Jannes als Gesamtvierter wieder in direkter Schlagdistanz zu den Top-Drei.

In aufregenden Rennen verfehlte er aber diesmal seine bisher starke Performance.

Nach seinem erfolgreichen Wochenende auf dem Lausitzring wollte Jannes Fittje auch in Oschersleben wieder voll attackieren. Doch bereits in den freien Trainings zeigte sich, daß dies kein einfaches Unterfangen wird. „Das Wetter und einige Unterbrechungen haben es mir schwer gemacht, in meinen Rhythmus zu finden“, erklärte der Nachwuchsfahrer.

Dieser Trend setzte sich leider auch im Qualifying fort. Pünktlich zum Start öffnete Petrus seine Schleusen und sorgte für veränderte Bedingungen auf dem 3696 Meter langen Kurs. Jannes verpaßte den richtigen Zeitpunkt und hielt am Ende nur Startposition zwölf und zehn für die ersten beiden Wertungsläufe. „Ich habe einfach die Runde mit dem wenigsten Wasser auf der Strecke verpaßt, da war nicht mehr möglich. Das ist natürlich keine gute Ausgangslage. Das Feld hängt sehr eng zusammen, nun muß ich attackieren“, zeigte sich Jannes kämpferisch.

Die erste Lauf startete direkt turbulent: Jannes holte eine Position auf, doch ein Rennabbruch stoppte den Thüringer. Nach dem Restart hing er auf Rang elf fest und kam auf selbigen in das Ziel. „Ich war deutlich schneller als der Zehnte, habe aber einfach keine passende Lücke gefunden“, ergänzte der Youngster. Etwas besser verlief das zweite Rennen, diesmal kämpfte sich Jannes mit starken Überholmanövern bis auf Rang sieben nach vorne und kassierte weitere Meisterschaftspunkte.

 

„Mein Ziel ist es, in der Meisterschaft wieder in die Top-Drei zu fahren.“

 

Aus der sechsten Startreihe legte er dann in den letzten Lauf des Wochenendes einen guten Start hin. Doch schon in der zweiten Runde wurde er von einem Verfolger umgedreht und verlor alle Chancen auf weitere Punkte. Am Ende brachte er sein Auto sicher in das Ziel und zog ein durchwachsendes Resümee: „Wenn man sich unsere Zeiten ansieht, können wir zufrieden sein. Jedoch war die Ausgangslage nach dem Zeittraining schon sehr schwierig. Ich habe in den Rennen alles versucht, um wieder nach vorne zu fahren. Nach der Sommerpause warten noch zwölf Rennen, in denen viele Punkte vergeben werden. Mein Ziel ist es, in der Meisterschaft wieder in die Top-Drei zu fahren.“

Weiter geht es für den Förderpiloten der ADAC-Stiftung Sport vom 22. bis 24. Juli auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg in Österreich.

BJÖRN NIEMANN

 

„Das war eines der schwersten Rennen meiner bisherigen Karriere“: Jannes Fittje setzte mit seinem Team auf dem Lausitzring bei schwierigen Bedingungen auf die richtigen Reifen.

Fotos (2): FM-ARCHIV

Fuhr auf dem Lausitzring an einem Wochenende gleich zweimal auf das Siegerpodest: der Thüringer Jannes Fittje.

 

Zur Person

Seit seinem siebten Lebensjahr betreibt Jannes Fittje Motorsport und ist erstmalig für die Deutsche-Post-Speed-Academy nominiert. Mit der Aufnahme in das renommierte Förderprogramm tritt der Thüringer in große Fußstapfen, so waren in der Vergangenheit auch die aktuellenFormel-1-Piloten Nico Hülkenberg und Pascal Wehrlein, sowie DTM-Fahrer Timo Glock Teil des Förderprogramms und haben dort ihre Grundlagen für den Rennsport erlernt.

Als Nachwuchsprogramm unterstützt die Deutsche-Post-Speed-Academy seit 2004 talentierte und viel versprechende Rennfahrer auf ihrem Weg in den professionellen Motorsport. Über die gesamte Saison durchlaufen die Nachwuchspiloten ein ganzheitliches Ausbildungsprogramm. Eine prominente Jury aus Motorsport-Experten bewertet in vier Zeiträumen die Leistungen der Piloten, welche sich so eine finanzielle Unterstützung für das kommende Jahr sichern.

 

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