Thüringer willkommen

Das Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern bricht alle Rekorde. Mit 29 Millionen Übernachtungen im vergangenen Jahr wurde mal wieder ein Spitzenergebnis erzielt. Vor allem die Ostseeregion ist dabei für nahezu alle Alters- und Interessengruppen das Zugpferd. Sie bietet unverwechselbares städtisches und maritimes Flair, jede Menge Kunst und Kultur, Massenspektakel, aber auch Erholung in wilder Natur, Dorfleben, Fischessen, Wellness, Strandidylle und natürlich viel Meer.

Trotzdem hat die Tourismusbranche in Meck-Pomm ein Problem: Während im Sommer die Quartiere an der Küste doppelt und gar vierfach belegt werden könnten und für den Saisonurlauber das Motto „Frühzeitiges Bestellen, sichert gute oder besser: überhaupt Plätze“ gilt, stehen für den Rest des Jahres viele Quartiere leer.

Das belege die Durchschnittsauslastung übers ganze Kalenderjahr, die, so berichtet der NTI-Beitrag „Einmal Ostsee – und immer wieder“ ab Seite 7, an der Ostsee nur maximal um die 40 Prozent erreiche.

Das kommt den Thüringern, die die Ostsee als Urlaubsland bekanntlich inzwischen wieder für sich entdeckt haben, sehr entgegen. Denn, gerade außerhalb der eigentlichen Hauptsaison ist die Küste im Nordosten Deutschlands bei den Freistaatlern besonders beliebt. Das verdeutlichte eine 2008 veröffentlichte repräsentative Exklusivumfrage der Neuen Thüringer Illustrierten zum tatsächlichen Ostseeverhalten und den konkreten Ostseevorlieben der Thüringer. Dabei stellten die beauftragten Meinungsforscher einen deutlichen Trendwechsel fest, nämlich daß die Zahl der Thüringenurlauber im Norden Ostdeutschlands vor allem außerhalb der Hauptsaison langsam aber stetig wächst. Gegenüber dem absolut besucherschwachen Jahr 1990 wurde 2006 bereits eine Verdreifachung der Frühjahrsbesuche und sogar eine Verdoppelung der Herbstaufenthalte von Thüringern festgestellt.

Und diese Tendenz hält, soviel steht inzwischen fest, weiter an und ist im Urlaubsland Meck-Pomm selbst in den nicht unmittelbar an der Ostsee liegenden Regionen nicht unbemerkt geblieben. „Wir freuen uns natürlich, wenn die Thüringer sich vermehrt in den Norden aufmachen und hoffen, daß sie dabei auch das Müritzeum nicht verpassen“, teilte beispielsweise Anfang des neuen Jahres Karin Franz, die Marketingverantwortliche dieser einzigartigen Einrichtung aus Waren an der Müritz, der NTI-Redaktion mit. Das Müritzeum lockt in diesem Jahr mit einem Jubiläum: die dort bewahrten und gepflegten Naturhistorischen Sammlungen Mecklenburg-Vorpommern werden 150 Jahre alt.

Wer auf Urlaub außerhalb der Saison abfährt, kann dies in Meck-Pomm und dann gerade an der Ostsee richtig auskosten. Während wir aus dem Grünen Herzen Deutschlands in den manchmal wettermäßig gar nicht so tollen Sommermonaten unter den vielen Berlinern, Niedersachsen und Sachsen gar nicht auffallen, sind wir in den Monaten davor oder danach inzwischen so richtig willkommen. Außerdem haben die Gastgeber dann auch viel mehr Muße für ihre Thüringer Gäste.

 

JÖRG SCHUSTER

 

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