News April 2015

 April 2015
 
Wir schließen hiermit den April, danken allen Lesern und wünschen einen schönen 1.Mai

30.04.2015: Wertvolle Erfahrungen

Montageseminar in Bad Langensalza: Über 200 Gäste in der Stadthalle.

Jedes Fenster ist nur so gut wie seine Montage. Unter diesem Motto hatte die TMP Fenster + Türen GmbH am 24. April 2015 ein Montageseminar organisiert. Über 200 Vertreter von Fachfirmen aus ganz Deutschland und den Beneluxländern waren der Einladung in die Bad Langensalzaer Stadthalle gefolgt.

„Damit die Parkplätze in der Innenstadt nicht überlastet werden, haben wir Parkmöglichkeiten auf unserem Werksgelände organisiert und einen Shuttleservice eingerichtet.“ Dieser sei auch gut angenommen worden, berichtete die Teamleiterin Marketing Sandra Bickelmann.

„Diese Schulung ist eine weitere Veranstaltung im Rahmen unseres 25jährigen Jubiläums im Mai 2015. Wir haben uns bewußt für die Stadthalle als Tagungsort entschieden. Einerseits, um Ihnen unsere schöne Kurstadt näher zu bringen und andererseits, um auch gleich eine Referenzarbeit von uns zu zeigen“, sagte der geschäftsführende Gesellschafter Bernhard Helbing in seiner Eröffnung. So seien in der Halle neben dem Einbau von Fenstern auch Teile der Fassade in einer aufwendigen Pfosten-Riegel Konstruktion ausgeführt worden.

Unter dem Motto „aus der Praxis für die Praxis“ erläuterte anschließend Wolfgang Jehl vom renommierten Institut für Fenstertechnik (ift) aus Rosenheim Neues und Bewährtes aus dem Bereich der Planung und Montage von Fenstern und Haustüren. Die Basis bildete der gleichnamige Leitfaden des ift, welcher im vergangenen Jahr aktualisiert wurde. Besonderes Interesse fanden die praktischen Beispiele, welche Jehl in seiner jahrelangen Tätigkeit als Produktingenieur beim ift zusammengetragen hatte. Der Schwerpunkt lag dabei im sogenannten „Baukörperanschluß“ – als der Verbindung zwischen Fenster oder Tür zum Mauerwerk. Hier würden beim Einbau die meisten Fehler gemacht, die oft zu Wasserschäden oder Schimmel führen können.

Als Bausachverständiger war Jehl vorher viele Jahre auf diesem Gebiet unterwegs. „Diese Erfahrungen sind für die Monteure sehr wertvoll“, sagte Marko Steinbrück, Inhaber der „Marko Steinbrück Bauelemente“ aus Herbsleben, welcher zum ersten Mal an einer TMP-Veranstaltung dieser Größe teilnahm. Die Organisation sei sehr gut. Da schätzten auch Thomas und Gerhard Leßmann vom „Bauelemente Handel Leßmann“ aus Tarp bei Flensburg ein, die mit ihrem Mitarbeiter Karsten Korinth die weite Anreise nicht bereut hatten. Die Theorie sei für die Monteure zwar etwas trocken aber jedoch notwendig, findet Thomas Leßmann. „Jeder einzelne muß dafür sensibilisiert werden, wie technisch unser Handwerk heute geworden und welche auch finanziellen Konsequenzen es haben kann, wenn man Fehler macht.“

Von der Theorie weiß auch Elena Michel, MA-Architektin aus Tambach-Dietharz bereits recht viel. „Für uns war es besonders interessant, welche Wege die Fensterbauer in der Praxis gehen und welche Konflikte für die Monteure auftreten können.“

Erfolgreich zertifiziert mit dem „RAL-Gütezeichen Montage für Fenster und Haustüren“ wurde an diesem Tag die Tischlerei Wand aus Worbis. Der Leiter Montage + Service ppa. Tobias Kern übergab die Urkunde und einen „goldenen Hammer“. Damit hat das Unternehmen nachgewiesen, daß sie TMP-Bauelemente normgerecht und nach dem neuesten Stand der Technik einbauen kann.

MICHAEL SCHLUTTER

 

30.04.2015

 

 

 

Veranstaltung im Rahmen des 25jährigen Betriebsjubiläums: Der Bad Langensalzaer TMP-Geschäftsführer Bernhard Helbing begrüßte die Gäste.

 

 

Schwerpunkt Baukörperanschluß: Wolfgang Jehl vom Institut für Fenstertechnik aus Rosenheim erläuterte die Theorie und praktische Beispiele.

 

 

Der Einladung gefolgt: Über 200 Interessenten nahmen an der Schulung teil.

 

 

Elena Michel, MA-Architektin aus Tambach-Dietharz: „Von der Theorie wissen wir bereits recht viel. Für uns war es besonders interessant, welche Wege die Fensterbauer in der Praxis gehen und welche Konflikte für die Monteure auftreten können.“

Fotos (4): MICHAERL SCHLUTTER


30.04.2015: Beeindruckende Szenerie

Walpurgisnacht, Maibaumsetzen und Bikerausfahrt: Veranstaltungen am 30. April und 1. Mai auf dem Domplatz.

Traditionell erfolgt der Start in den Mai in der Thüringer Landeshauptstadt bereits in den Abendstunden des 30. Aprils mit dem Setzen des Maibaums 19 Uhr auf dem Domplatz, der zu den größten und schönsten Plätzen in Deutschland zählt. Begleitet wird der Brauch des Maibaumaufstellens durch Frühlingstänze, dargeboten vom Thüringer Folklore Ensemble Erfurt.

Doch Hexen und Teufel geben sich längst noch nicht geschlagen und versuchen mit einem höllischen Spektakel, in der Walpurgisnacht, letztmalig den Sieg des Frühlings zu verhindern. Mit Schall, Rauch und mystischen Klängen beginnt um 21.15 Uhr das Hexen- und Teufelsspektakel, welches mit dem Entzünden des Maifeuers gegen 21:45 Uhr seinen Höhepunkt erreichen wird. Die beeindruckende Szenerie, die den Domplatz bis nach Mitternacht erhellt, wird musikalisch untermalt vom Duo „Golden Songs“. Diese Veranstaltung mit dem Walpurgisspektakel und dem großen Maifeuer auf dem Domplatz bildet durch das einmalige Konzept seit 1997 einen Höhepunkt im Veranstaltungsreigen der Thüringer Landeshauptstadt.

Unterhaltsam geht es auf dem Domplatz auch am frühen Morgen des 1. Mai weiter. Bereits ab acht Uhr treffen sich Biker aus ganz Deutschland zu einer gemeinsamen Ausfahrt durch Thüringen, die in diesem Jahr Suhl zum Ziel hat. Die feierliche Verabschiedung der Teilnehmer durch Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) erfolgt 8.45 Uhr. Eingebettet sind seine Worte und Wünsche in eine ökumenische Andacht, denn das Bikertreffen ist für die meisten Motorradfreaks auch der offizielle Start in die Bikersaison 2015. Zum Saisonbeginn starten seit 2001 jährlich rund 1000 Biker auf dem Erfurter Domplatz, auf welchem begleitend ein kleines Familienfest stattfindet.

SYBILLE GLAUBRECHT

 

30.04.2015


30.04.2015: Vielfalt experimenteller Möglichkeiten

Wirtschaftsminister eröffnete Hauptgebäude des Thüringer Innovationszentrums Mobilität in Ilmenau.

Thüringens Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) eröffnete am 28. April 2015 das Hauptgebäude des Thüringer Innovationszentrums Mobilität (Thimo) in Ilmenau. In diesem Gebäude werden in Zukunft die Arbeits- und Forschungsfelder Elektromobilität und Powertrain untergebracht sein. „Das Thimo verbindet nachhaltige Mobilität mit der digitalen Gesellschaft“, sagte Tiefensee. „Daher haben wir mit dem Thimo ein forschungs- und industriepolitisches Schlüsselprojekt, das der Automobilindustrie Ideen und Impulse gibt“, sagte der Minister.

Ziel der im April 2011 gegründeten Einrichtung ist die Entwicklung von Technologien, mit der die Entwicklung einer schadstoffarmen, umweltschonenden und effizienten Mobilität befördert werden soll. Mit einem Volumen von rund 29 Millionen Euro ist es das größte Forschungsprojekt an der TU Ilmenau. Die Landesregierung hat das Forschungszentrum mit rund 26 Millionen Euro gefördert.

„Das neue Hauptgebäude ist für das Thimo ein weiterer Schritt nach vorne“, sagte Tiefensee. Hier arbeiten bereits 18 Wissenschaftler, acht technische Mitarbeiter und rund 20 Studierende. Ein Schwerpunkt wird die Erforschung der „virtuellen Straße“ (Vista) sein: dazu zählen die drahtlosen Kommunikationsverbindungen innerhalb des Fahrzeugs, zwischen mehreren Fahrzeugen sowie zwischen Auto und Infrastruktur. Der zweite Schwerpunkt liegt in dem „Master-Rollenprüfstand“, der laut der TU Ilmenau bereits ein großes Echo in der Welt der Fahrzeugentwicklung gefunden hat, weil er von einer Vielfalt experimenteller Möglichkeiten geprägt ist und über anspruchsvolle Leistungsparameter aus der Antriebstechnik, der Meß- und Regeltechnik sowie Klimatechnik verfügt. Mit rund 2,75 Millionen Euro wurde er aus dem Wirtschaftsministerium gefördert.

Das Thüringer Innovationszentrums Mobilität hat seit seiner Entstehung rund 180 Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit einem Gesamtvolumen von gut 17,9 Millionen Euro eingeworben. 100 weitere Projekte befinden sich in der Antragstellung. Insgesamt 180 regionale, nationale und internationale Forschungspartner aus Wirtschaft und Wissenschaft – darunter 70 aus Thüringen – sind in die Projekte einbezogen. „Das Thimo verfügt über die besten Voraussetzungen, sich als zentrale Forschungseinrichtung auf dem Gebiet der nachhaltigen Mobilität zu etablieren“, so der Minister. „Und es unterstützt die Thüringer Automobilzulieferer dabei, sich auf die Veränderungen in der Automobilbranche einzustellen.“

Die Thüringer Automobilbranche belegt mit einem Umsatz von rund 3,7 Milliarden Euro den ersten Platz unter den Thüringer Industriezweigen. Mit über 15.000 Beschäftigten ist sie die drittstärkste Branche im Land. Energiewende, Rohstoffknappheit, Klimawandel führen zu einer globalen Veränderung der Mobilität, auf die sich die Automobilbranche einstellen muß. Für die Automobilhersteller rücken daher innovative Antriebstechnologien und Fahrzeug- und Mobilitätskonzepte immer mehr in Vordergrund.

STEPHAN KRAUSS

 

30.04.2015


29.04.2015: Weitgehend unbekannter Streit

Vom schwierigen Verhältnis von Wissenschaft und Religion in der Frühen Neuzeit.

Die Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt und ihr Freundeskreis laden am 29. April alle Interessierten zum Vortrag „Johannes Placentinus (1630–1683) und die Rezeption des Copernico-Cartesianismus an der Academia Viadrina“ ein. Referent ist Dr. Pietro Daniel Omodeo vom Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte Berlin. Beginn ist um 18.15 Uhr im Spiegelsaal der Forschungsbibliothek auf Schloß Friedenstein. Der Vortrag beleuchtet das schwierige Verhältnis von Wissenschaft und Religion in der Frühen Neuzeit und ist Teil des Rahmenprogramms zur Ausstellung „Himmelspektakel. Astronomie im Protestantismus der Frühen Neuzeit “, die noch bis zum 21. Juni im Spiegelsaal zu sehen ist.

In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts kam es an der Brandenburger Universität Frankfurt/Oder zum Streit um die Philosophie des René Descartes, die sich durch eine schroffe Abkehr vom System des Aristotelismus auszeichnete. Descartes setzte sich dabei auch für das copernicanisch-heliozentrische Weltsystem ein, nach dem die Sonne im Mittelpunkt des Universums steht und nicht die Erde. Der Konflikt um die cartesianische Philosophie wurde dabei nicht nur in Holland mit aller Heftigkeit ausgetragen, sondern auch in Frankfurt/Oder. Dort wurde der philosophische und pädagogische Neuerer im Sinne Descartes‘, Johannes Placentinus (1630–1683), von den Verteidigern der traditionellen aristotelisch-geozentrischen Lehre scharf angegriffen.

Dieser Streit, der bis jetzt weitgehend unbekannt ist, verdeutlicht paradigmatisch die Spannungen zwischen Tradition und Innovation, wie sie an den europäischen Universitäten im Verlauf des 17. Jahrhunderts immer stärker zum Austrag kamen. Sie zeigen die Möglichkeiten, aber auch die Beschränkungen, die Gelehrten im akademischen Diskurs und in den kulturellen Praktiken zur Verfügung standen. Der Vortrag beleuchtet die institutionellen Rahmenbedingungen, die Grenzen und Aushandlungsprozesse in der Entwicklung der frühneuzeitlichen Wissenschaft. Dabei werden insbesondere die frühen Publikationen von Placentius zur Mathematik, Astronomie und Naturphilosophie der Jahre 1653 bis 1655 sowie neu entdeckte Archivalien berücksichtigt.

Pietro Daniel Omodeo studierte Philosophie in Italien und wurde 2008 in Turin über die Rezeption von Copernicus im 16. Jahrhundert promoviert. 2010 war er Herzog-Ernst-Stipendiat an der Forschungsbibliothek Gotha. Aktuell ist er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin und Mitglied des Sonderforschungsbereichs „Episteme in Bewegung“ an der Freien Universität Berlin. Sein Forschungsschwerpunkt liegt in der Wissenschaftsgeschichte, Philosophie und Literatur der Frühen Neuzeit. Jüngst erschien von ihm die Studie Copernicus in the Cultural Debates of the Renaissance: Reception, Legacy, Transformation (Leiden, 2014).

Vor dem Vortrag findet um 17 Uhr eine Sonderführung durch die „Himmelsspektakel“-Ausstellung mit den Kuratoren statt.

PI-PSUE

 

29.04.2015


29.04.2015: „Mehr Tempo“

3. Regionalkonferenz Breitband in Erfurt: Fördermöglichkeiten schnell auf den Weg bringen.

„Thüringen braucht mehr Tempo auf den Thüringer Datenautobahnen, um für die Digitalisierung gerüstet zu sein“: Das sagte der freistaatliche Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am 28. April 2015 anläßlich der „3. Regionalkonferenz Breitbandausbau“ in Erfurt. Er begrüßte die dort getroffene Ankündigung von Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, daß Mittel aus der anstehenden Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen vor allem dort für den Breitbandausbau eingesetzt werden sollen, wo noch keine flächendeckende Versorgung mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde besteht. „Es ist gut, daß die auf Bundesebene vereinbarten zusätzlichen Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten jetzt schnell auf den Weg gebracht werden“, so Tiefensee.

Damit werde auch die Breitbandstrategie Thüringens unterstützt, die nach der Absicherung der Grundversorgung jetzt auf den Ausbau des schnellen Internets ausgerichtet ist. So sollen die Mittel unter anderem in den weiteren Breitbandausbau, aber auch in die Stärkung der Beratungstätigkeit des Breitbandkompetenzzentrums fließen, sagte der Minister.

Zwar habe sich in Thüringen beim Breitbandausbau in den letzten Jahren einiges getan, so der Wirtschaftsminister. Lag die Breitbandabdeckung mit zwei Megabit pro Sekunde im Jahr 2010 noch bei 71 Prozent der Haushalte, ist inzwischen eine Grundversorgung flächendeckend gewährleistet. Allerdings: Bandbreiten von mehr als 30 Megabit pro Sekunde stehen in Thüringen erst etwa 627.000 Haushalten (56 Prozent aller Haushalte) zur Verfügung, 593.000 Haushalte (53 Prozent) verfügen über Bandbreiten von mehr als 50 Megabit pro Sekunde.

Wie im Koalitionsvertrag der Landesregierung vereinbart, werde das Wirtschaftsministerium den Breitbandausbau im Land deshalb über das Landesprogramm Breitband und das Breitbandkompetenzzentrum weiter vorantreiben. Dafür will das Land in der neuen Förderperiode 15 Millionen Euro zur Verfügung stellen. „Die Digitalisierung der Arbeitswelt und der Lebensverhältnisse geht mit großen Schritten voran“, sagte Tiefensee. Insbesondere solche Entwicklungen wie Industrie 4.0, Cloud Computing, HDTV, E-Health oder E-Commerce stellten immer höhere Anforderungen an Bandbreiten. „Die Thüringer Bürger und Unternehmen brauchen schnelles Internet, damit sie von neuen technologischen Entwicklungen nicht abgekoppelt werden.“

Mit einer zusätzlichen deutlichen Unterstützung des Bundes und einem auch künftig hohen Engagement der Telekommunikationsunternehmen im Land sei es möglich, die selbst gesteckten Ziele beim Breitbandausbau in Thüringen bis spätestens zum Ende des Jahrzehnts zu erreichen: „Wir wollen einen großen Schritt nach vorne machen, um 30, 50 und am besten sogar 100 Megabit pro Sekunde flächendeckend anbieten zu können.“

Der Bund beabsichtigt, die aus der für das zweite Quartal 2015 geplanten Versteigerung von Funkfrequenzen (der sogenannte „Digitalen Dividende“) resultierenden Einnahmen für die Versorgung mit schnellem Internet zur Verfügung zu stellen. Die Höhe dieser Einnahmen kann derzeit allerdings noch nicht genau beziffert werden. Die Mittel sollen zum einen dafür eingesetzt werden, die Kommunen beim Breitbandausbau zu entlasten, zum anderen sollen Digitalisierungsprojekte wie kostenlose W-Lan-Angebote in Städten gefördert werden.

STEPHAN KRAUSS

 

29.04.2015


28.04.2015: Bedrohliche Situation

Damit der Streikfahrplan nicht zur Normalität wird: Fahrgastverband startet Kampagne gegen drohende Einschränkungen im Regionalzugverkehr.

Auf die sich bedrohlich zuspitzende Situation bei der Finanzierung des regionalen Eisenbahnverkehrs weist der Fahrgastverband Pro Bahn Thüringen e. V. hin. Entgegen den Verpflichtungen im Grundgesetz (Artikel 106a) weigern sich die Regierungsparteien im Bundestag seit Monaten, die Zuschüsse für den Betrieb von Regionalzügen an die gestiegenen Kosten anzupassen. Diese Zuschüsse, die sogenannten Regionaliserungsmittel, wurden in der Vergangenheit zwar jährlich um 1,5 Prozent erhöht, gleichzeitig jedoch sind die davon zu zahlenden Kosten für Trassen und Stationen um durchschnittlich 2,4 bis 4,3 Prozent pro Jahr gestiegen, so daß unter dem Strich immer weniger Geld für die Bestellung von Zügen übrig bleibt. Da eine Einigung nicht in Sicht ist, läuft nun ein zeitraubendes Vermittlungsverfahren im Bundesrat an. „Diese unerfreuliche Situation trifft uns in Thüringen ganz besonders,“ so Bernd Schlosser, Vorsitzender des Thüringer Verbandes. „Mit der bevorstehenden Inbetriebnahme der Neubaustrecke durch den Thüringer Wald muß der Freistaat auf den bisher vom Fernverkehr bedienten Strecken in erheblichem Umfang Nahverkehr bestellen, um Städte wie Weimar und Jena nicht völlig abzuhängen. Wenn die Regionalisierungsmittel nicht bald den gestiegenen Infrastrukturkosten angepaßt werden, ist dies nicht möglich oder es müssen Zugfahrten in anderen Landesteilen eingespart werden.“

Unter dem Titel „Finanzierung des Regional- und S-Bahn-Verkehrs sichern – Massive Fahrpreiserhöhungen vermeiden!“ hat der Fahrgastverband nun eine bundesweite Online-Petition gestartet. Die Mitglieder des Deutschen Bundestages werden darin aufgefordert, die Höhe der Zuschüsse für den Betrieb von Regionalzügen und S-Bahnen („Regionalisierungsmittel“) bis 2030 verbindlich festzulegen.

Pro Bahn ist ein gemeinnütziger Verbraucherverband für die Fahrgäste öffentlicher Verkehrsmittel wie Bahn und Bus. Er ist deutschlandweit tätig und als Bundesverband mit Landes- und Regionalverbänden organisiert.

OLAF BEHR

 

28.04.2015


28.04.2015: Vorgesehener Nachfolger

Herbert Hans Grüntker wird stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Landesbank Hessen-Thüringen.

Die Gremien der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen haben Herbert Hans Grüntker mit Wirkung zum 1. Juni 2015 zum Mitglied des Vorstands und zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Helaba berufen. Der Beschluß steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der nationalen und der europäischen Bankenaufsicht. Es ist vorgesehen, daß Grüntker die Nachfolge des zum 30. September 2015 ausscheidenden Vorstandsvorsitzenden Hans-Dieter Brenner antritt (nti-online.net berichtete am 04.04.2015 unter der Rubrik „News –Nachrichten aus dem Freistaat“.).

Herbert Hans Grüntker ist seit 2007 Vorsitzender des Vorstands der Frankfurter Sparkasse. Seinen Berufsweg begann der 59jährige Diplom-Kaufmann im Jahr 1982 bei der BHF-Bank in Frankfurt. Nach seiner Station als Hauptabteilungsleiter Kapitalanlagen bei den Barmenia-Versicherungen in Wuppertal setzte Grüntker seinen beruflichen Werdegang bei der Helaba fort. Dort übte er zwischen 1993 und 2005 verschiedene Funktionen aus, zuletzt leitete er als Generalbevollmächtigter das Asset Management. Im Jahr 2005 wechselte er als stellvertretender Vorsitzender des Vorstands zur Frankfurter Sparkasse. Grüntker ist verheiratet und hat zwei Kinder.

JULIA HIMBERT

 

28.04.2015

 


27.04.2015: „Vorbild in Deutschland“

„Thüringer Gründerprämie“: Unterstützung für innovative Gründungen aus Unternehmen oder Hochschulen heraus.

Die neue „Thüringer Gründerprämie“ startet: Ab sofort können sich potentielle Existenzgründer aus Thüringen mit ihrer Unternehmensidee um die Förderung bewerben. Die Prämie umfaßt einen monatlichen Zuschuß von bis zu 3000 Euro während einer einjährigen Vorgründungsphase. Bewerbungsfrist für die erste Förderrunde ist der 29. Mai 2015. Die Förderung startet – nach Verabschiedung des Landeshaushalts – dann voraussichtlich zu Beginn der zweiten Jahreshälfte. Vorgeschaltet ist eine Erstberatung durch das Thüringer Zentrum für Existenzgründungen und Unternehmertum (ThEx).

Mit dem neuen Förderinstrument werde die letzte Förderlücke im Existenzgründungsbereich in Thüringen geschlossen, sagte der freistaatliche Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). „Wir bieten in Thüringen von der Unternehmensidee über Coaching, Beratung und die Bereitstellung von Risikokapital bis zu den ersten Schritten als selbständiger Unternehmer ein geschlossenes, abgestimmtes Fördersystem für Existenzgründer an“, sagte der Minister: „Damit ist Thüringen in Sachen Existenzgründungen Vorreiter und Vorbild in Deutschland.“

Die Gründerprämie ermöglicht es Menschen, die aus einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung heraus ein Unternehmen gründen wollen, sich über einen Zeitraum von bis zu zwölf Monaten ausschließlich der Gründungsvorbereitung zu widmen. In diesem Zeitraum erhalten sie einen monatlichen Zuschuß zum Lebensunterhalt – bei Beschäftigten mit Hochschulabschluß liegt diese Prämie bei 3000 Euro, bei allen anderen bei 2000 Euro. Dadurch soll Gründungsinteressierten die nötige Zeit eingeräumt werden, um losgelöst von beruflichen Verpflichtungen ihr Unternehmen auf den Weg zu bringen.

Gerade Beschäftigte in Unternehmen und Hochschulen hätten oft vielversprechende und innovative Gründungsideen und könnten bei deren Umsetzung zumeist auch mit der Unterstützung ihres Arbeitgebers rechnen, sagte Tiefensee – „viele scheuen aber den Schritt aus dem geregelten Angestelltendasein in eine Selbständigkeit“. „Der Großteil der wirtschaftlich erfolgreichen Gründungen in Deutschland – rund 80 Prozent – erfolgt aus einem Angestelltenverhältnis heraus“, sagte der Minister. Anders als für Gründungen aus der Arbeitslosigkeit oder dem wissenschaftlichen Umfeld heraus gebe es für eine vernünftige Vorbereitung solcher Start-ups aber bisher kaum finanzielle Unterstützung. „Mit der Gründungsprämie wollen wir ein Angebot machen, damit die Unsicherheiten der ersten Zeit abgemildert werden und der Gründer sich vollständig auf sein Vorhaben konzentrieren kann.“ Damit werde zugleich ein zentrales Versprechen der neuen Regierung in Rekordzeit eingelöst.

Das Wirtschaftsministerium geht davon aus, daß bis zu 30 Prämien pro Jahr vergeben werden können. Wesentliche Bedingung: Die geförderten Vorhaben müssen sich durch einen hohen Innovationsgrad auszeichnen – das heißt, es muß um neue Produkte oder Dienstleistungen, um effizientere Prozesse oder eine neue Marktzugangsstrategie gehen. Das zu gründende Unternehmen soll sich zudem durch eine hohe wirtschaftliche Bedeutung auszeichnen. Es muß also absehbar sein, daß das neue Unternehmen ein hohes Wachstum bei Umsatz und Beschäftigung erreichen kann.

„Neben der finanziellen Absicherung profitieren die geförderten Gründungsinteressierten von der Begleitung und Beratung durch das Thüringer Zentrum für Existenzgründung und Unternehmertum. Mit der Prämie bekommen sie die Möglichkeit, sich mit ihrer ganzen Kraft auf das eigene Vorhaben zu konzentrieren“, so Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt.

„Alle diejenigen, die bisher in ihrer Freizeit die Gründung des eigenen Unternehmens vorbereitet haben, sind nun aufgerufen, sich zu bewerben“, sagte ThEx-Leiter Dirk Wegler.

STEPHAN KRAUSS

 

27.04.2015


27.04.2015: Unverändert gute Chancen

Studium mit Auslandssemester: Ingenieure der Automatisierungstechnik mit internationaler Erfahrung.

Aus den aktuellen Nachrichten des Verbands Deutscher Ingenieure (VDI) geht hervor, daß die Ingenieurberufe unverändert gute Chancen für eine Beschäftigung bieten. Insbesondere die Nachfrage nach Automatisierungstechnikern und hardwarenahen Softwareentwicklern ist anhaltend hoch.

Wer internationale Erfahrungen in einen Beruf mitbringt, hat es leicht, Vorstellungsgespräche gut zu bestehen, ist damit doch die Erfahrung verbunden, daß der Bewerber oder die Bewerberin sich in einer neuen Umgebung behaupten, mit Menschen anderer Kulturen gut zusammenarbeiten kann und bereit ist, seinen Horizont zu erweitern. Es ist davon auszugehen, daß eine Firma von diesem erlebten Wissen und den Erkenntnissen profitieren wird. Und für jeden einzelnen, der Zeit im Ausland verbringt, bietet sich die Möglichkeit, Freunde kennenzulernen, mit denen man oft das ganze Leben in Kontakt bleibt.

Da die Internationalität der Unternehmen und Organisationen weiter steigt, gibt es viele Anlässe, auch im Berufsleben für einen kurzen oder längeren Zeitraum im Ausland zu arbeiten. Ein weiterer positiver Aspekt sind die erworbenen Sprachkenntnisse, denn jeder Auslandsaufenthalt ist eine Chance, im Gastland seine Kenntnisse zu erproben und zu vertiefen.

Aufgrund der Wichtigkeit dieses internationalen Aspekts bietet der Studiengang Automatisierungstechnik/Informationstechnik International an der Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena ein ins Studium integriertes Auslandssemester an, unter anderem mit Partnerhochschulen in Asien (China, Südkorea), in den USA, Südafrika, Frankreich und Belgien. Mit der internationalen Ausrichtung des Studienganges wird die Möglichkeit gegeben, das fachliche Wissen und die praktischen Fähigkeiten durch die ausländische Perspektive auf das eigene Arbeitsgebiet zu erweitern. Neben dem integrierten Auslandsaufenthalt im fünften Semester ist auch ein Auslandsaufenthalt im siebenten Semester während des Industriepraktikums und wenn gewünscht für die Bachelorarbeit möglich. Im Studiengang werden drei Sprachmodule (zwei in Englisch und ein Wahlmodul für English for Specific Purposes, Französisch, Russisch, Spanisch oder Chinesisch) und drei Module für interkulturelle Kommunikation angeboten. Diese bereiten länderspezifisch auf das Auslandssemester vor, begleiten es und bieten eine Nachbereitung mit dem Schwerpunkt auf internationalen wirtschaftlichen Fragestellungen.

Um einen Einblick zu erhalten, welche Schwerpunkte im ersten Semester zu erwarten sind, sollten Studieninteressenten das kostenlose und anonyme Self-Assessment der EAH Jena nutzen. Anhand dessen ist es möglich, sich zielgerichtet auf den Studienbeginn vorzubereiten.

PI-EAH

 

27.04.2015


26.04.2015: Spannende Duelle mit hauchdünnen Entscheidungen

Die Radrennbahn Andreasried startet in die Saison 2015.

Die Kupplungen sind geölt, die Bahn wurde mit einem Frühjahrsputz aus dem Winterschlaf erweckt und die Fahrer haben längst tausende Kilometer in den Beinen. Am 8. Mai beginnt endlich wieder die Stehersaison im Andreasried. Es wird also wieder laut im Erfurter Norden. Und das nicht nur durch die Motoren der Stehermaschinen, die auf der 250 Meter langen Betonpiste kreiseln und in ihrem Windschatten die Sportler hinter sich herziehen. Nein, vor allem das treue Publikum läßt sich regelmäßig durch die spannenden Duelle und hauchdünnen Entscheidungen zu tosenden Jubelstürmen hinreißen. Jörg Werner, Geschäftsführer der veranstaltenden TeamSpirit GmbH, ist jedenfalls optimistisch, daß die Stimmung auch 2015 wieder eine ganz besondere sein wird, von der auch die Fahrer jedesmal schwärmen.

„Wir werden wieder vier Steherrennen im Andreasried erleben können. Unsere Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr sind sehr positiv und haben gezeigt, daß der Zuschauerzuspruch auch mit einem Rennen mehr nicht abreißt. Im Schnitt konnten wir etwa 2000 Karten verkaufen. Die Stimmung war bei jedem Rennen großartig“, sagt Werner, der zugleich auf die Unberechenbarkeit des Wetters verweist: „Unsere Veranstaltungen sind natürlich immer stark vom Wetter abhängig. Hoffen wir, daß wir immer trocken durchkommen.“

Der erste Startschuß fällt zur Novasib-Stehernacht am 8. Mai, bei der Lokalmatador und Publikumsliebling Marcel Barth mit dem deutschen Meister Stefan Schäfer und Robert Retschke, die beide für Deutschland bei der EM antraten, auf harte Konkurrenz trifft. „Ich kann es wie jedes Jahr kaum erwarten, endlich wieder auf ,meiner Bahn‘ starten zu können. Die Fans verwöhnen mich mit unglaublicher Unterstützung. Es wird Zeit, daß es wieder losgeht“, freut sich auch Marcel Barth auf den Saisonstart in Erfurt.

Nach drei Läufen wird dann auch wieder feststehen, wer die Führung in der Gesamtwertung und das Gelbe Trikot der S+B Signal- und Beleuchtungstechnik GmbH übernimmt. Und natürlich werden auch wieder die Sprints um die Sonderwertung „Weltbeste Bratwurst“-Sprint, der Naturfleisch-Fleisch Rennsteig GmbH Oberweißbach jeweils zur Halbzeit in allen Läufen ausgetragen.

Eine Neuauflage erlebt bei der Veranstaltung am 5. Juni das Nachwuchsrennen „Axthelm + Zufall Fette Reifen“, das 2014 enorm gut angenommen wurde. „Ich bin besonders froh, daß wir so viele Kinder auf unserer Bahn begrüßen konnten. Für sie war es natürlich ein tolles Erlebnis, auf der Bahn fahren zu können. Und das auch noch vor so viel Publikum“, sagt Werner, der abschließend meint: „Danke für die Treue und das Engagement an alle Sponsoren und Unterstützer und vor allem an das Publikum . Ich freue mich auf eine tolle Saison.“

PM-TSG

 

26.04.2015

 


25.04.2015: „Nicht auf Teufel komm raus melken“

Notgroschen für Landwirte in schlechten Zeiten: Thüringens Bauernverbandspräsident Helmut Gumpert fordert von der Politik, den Weg freizumachen für eine steuerfreie Risikoausgleichsrücklage.

Seit 23. April 2015 stellen auch Thüringer Bauern wieder auf der Agra-Messe in Leipzig aus. Die alle zwei Jahre laufende Schau ist der wichtigste Branchen-Treff der Landwirtschaft in Ostdeutschland. Noch bis zum 26. April können sich Besucher auf der Agra 2015 umsehen und informieren, auch über aktuelle Probleme der Landwirtschaft.

Ein bestimmendes Thema ist die Abschaffung der Milchquote vor drei Wochen. „Diese Quote sollte stabile Preise für die Erzeuger sichern, Butterberge und Milchseen vermeiden. Doch keines dieser Ziele wurde erreicht“, zieht der Präsident des Thüringer Bauernverbandes, Helmut Gumpert, eine erste Bilanz. Eine Quotenregelung, die nicht funktioniert, sei nur ein „Klotz am Bein“. Gumpert kritisierte das Vorgehen von großen Lebensmitteleinzelhändlern in den Preisverhandlungen. „Die Politik ist nun gefordert“, verlangt Gumpert. Sie müsse den Weg frei machen für eine steuerfreie Risikoausgleichsrücklage, als Notgroschen für Landwirte in schlechten Zeiten.

Zugleich appellierte Gumpert an die Berufskollegen, „nicht auf Teufel komm raus zu melken“. Der aktuelle Milchpreis pro Kilo sei zehn Cent niedriger als noch vor einem Jahr. Allein in Thüringen sind laut Gumpert vier Betriebe bekannt, die sich demnächst von der Milchproduktion verabschieden werden. Bis zu 900 Kühe betrifft dies.

FRANK FRIEDRICH

 

25.04.2015


25.04.2015: Frühjahrs-Event

Der „Suhler Frühling“ entfaltet sich wieder in voller Pracht: Vom 1. bis 3. Mai sind in der Suhler City die  Südthüringer Automeile, Garten- und Pflanzentage, verkaufsoffener Sonntag, Flohmarkt und Straßenkünstleraufführungen zu erleben.

Auch dieses Jahr gibt es in Suhl wieder einen ereignisreichen Mai-Auftakt: Vom 1. bis zum 3. Mai findet in der gesamten Innenstadt der beliebte „Suhler Frühling“ statt. Zu seinen Highlights gehören die Südthüringer Automeile, die Garten- und Pflanzentage, der verkaufsoffene Sonntag, ein Flohmarkt und noch zahlreiche weitere Angebote.

Das große Frühjahrs-Event lockt alljährlich tausende Besucher aus ganz Südthüringen, Franken und darüber hinaus zum Besuch in die Suhler City. Die Suhler und ihre Gäste erwartet auch diesmal wieder ein abwechslungsreiches Programm für jung und alt. Hobbygärtner und Blumenfreunde kommen dabei ebenso auf ihre Kosten wie Autofans und Flohmarkt-Begeisterte. Auch für eine erlebnisreiche Sonntags-Shoppingtour ganz in Familie besteht die Möglichkeit. Die Jüngsten können an allen Tagen auf Karussells fröhliche Runden drehen und kulinarisch bleiben gleichfalls keine Wünsche offen.

Der „Suhler Frühling“ wird auch 2015 wieder von der Stadtmarketing Initiative e. V. „Suhl handelt – Suhl trifft“ ausgerichtet – in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Suhl und zahlreichen weiteren Partnern. Zu allen Veranstaltungen des „Suhler Frühlings“ besteht für die Besucher freier Eintritt.

Die Garten- und Pflanzentage finden vom 1. bis 3. Mai auf dem Platz der Deutschen Einheit statt. Sie halten jeweils von 10 bis 18 Uhr ein großes Angebot fürs heimische Gärtnern und die Ausgestaltung von Garten, Terrasse und Balkon bereit. Das vielfältige Angebot reicht von Blumen und Pflanzen über Gartenhäuser und -zubehör bis zu attraktiven Accessoires für Haus und Garten. Für Speis und Trank ist an zahlreichen Händler- und Imbiß-Ständen bestens gesorgt. Außerdem gibt es hier auch noch ein Kinderkarussell.

Zur Südthüringer Automeile können sich die Besucher am 2. und 3. Mai über die Trends und die neuesten Modelle des aktuellen Automarktes informieren. Im gesamten Steinweg, am Dianabrunnen und auf dem Suhler Marktplatz werden zu Südthüringens größter Automeile insgesamt rund 120 Fahrzeuge präsentiert. Die große Autoschau findet am Samstag von 10 bis 18 Uhr und am Sonntag von 13 bis 18 Uhr statt. Im Rahmen der Automeile gibt es auch wieder die Verkehrssicherheitstage mit dem Thema „Sicher unterwegs in Thüringen“. Zahlreiche Infostände und Aktionen sowie Imbiß-Stände mit kulinarischen Leckerbissen (Letztere am Dianabrunnen) komplettieren das Spektrum.

Zum verkaufsoffenen Sonntag anläßlich des „Suhler Frühlings“ haben die Geschäfte in der City am 3. Mai von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Die Läden in den beiden Einkaufscentern sowie im Steinweg und in den angrenzenden Bereichen warten mit einem breit gefächerten Sortiment auf. Außerdem halten viele Geschäfte an diesem Tag tolle Sonderangebote und Aktionen bereit.

Im Rahmen des verkaufsoffenen Sonntags findet am 3. Mai auch wieder ein großer Flohmarkt statt. Diesmal verwandelt sich der Bereich am Herrenteich in ein Eldorado für alle Flohmarkt-Fans.

Am 2. und 3. Mai werden – jeweils nachmittags – auch wieder Straßenkünstler beim „Suhler Frühling“ zu erleben sein. Der Platz der Deutschen Einheit wird die Bühne für unterhaltsames Straßentheater bieten. Mit „Hacki und Möppi“ sowie „Roc Roc it“ haben sich bestens bekannte und beliebte Akteure angesagt. Sie geben einen Vorgeschmack auf das 2. Suhler StraßenTheater-Festival Anfang September, das wieder vom Verein „KULTtRAUM Suhl e. V.“ veranstaltet wird.

STEFFI SEIDEL

 

25.04.2015

 

 

Beliebte Highlights: Impressionen von der Südthüringer Automeile sowie von den Garten- und Pflanzentagen beim „Suhler Frühling“ 2014.

Fotos (3): NORBERT SEIDEL


24.04.2015: Verwahrtes Schriftgut

Stadtarchiv Erfurt und Geschichtsverein laden im Jubiläumsjahr zur Tagung ein.

Das Stadtarchiv Erfurt und der Verein für die Geschichte und Altertumskunde Erfurt laden anläßlich des 150jährigen Bestehens des wissenschaftlichen Archivs der Stadt gemeinsam am 25. April 2015 von 10 bis 12 Uhr in den Festsaal des Erfurter Rathauses am Fischmarkt 1 zu einer Fachtagung ein. Anschließend findet im Rathaus in den Räumen des Alten Stadtarchivs ein Rundgang in der Ausstellung „Erfurt und seine Archive“ statt.

Zwei Vorträge zum Thema „Bewahrer kulturellen Erbes, Dokumentation von Verwaltungshandeln und das ‚Recht auf Vergessen‘ – Die Aufgabe der Archivare im Informationszeitalter“ von Dr. Bernhard Post, Direktor des Thüringischen Hauptstaatsarchivs Weimar, und „Vom Urkundenrepertorium zum Onlinefindbuch. 150 Jahre Stadtarchiv Erfurt“ gehalten von Dr. Antje Bauer, Direktorin des Stadtarchivs Erfurt, thematisieren heutige Problemstellungen eines modernen Archivs.

Das Stadtarchiv Erfurt verwahrt, das seit dem 13. Jahrhundert in der Verwaltung der Stadt Erfurt erwachsene Schriftgut. Daneben sammelt das Stadtarchiv für die Geschichte und Gegenwart der Stadt wichtige Dokumentationsunterlagen. Auch Archivgut anderer Herkunft, wie Schriftgut von Zünften, Betrieben, Genossenschaften, Vereinen, Parteien, und Nachlässe von Privatpersonen werden bis heute konserviert.

Das Stadtarchiv war von 1876 bis 1994 im Rathaus der Stadt in eigens beim Neubau des Rathauses für das Archiv errichteten Räumen untergebracht. Ab 1953 mußten Teile des Archivs in andere Gebäude verlagert werden. Seit dem Sommer 1994 befindet sich das gesamte Stadtarchiv einschließlich aller Archivbestände im Gebäude in der Gotthardtstraße 21.

Der Verein für die Geschichte und Altertumskunde von Erfurt, kurz Erfurter Geschichtsverein, wurde im Jahre 1863 gegründet. Er zählte rasch zu den angesehensten historischen Vereinen der Region. Nach 1945 war er bis zu seiner Wiedergründung 1990 nicht mehr tätig. Er gilt seither wieder als „historisches Gedächtnis und Gewissen“ der Stadt und Impulsgeber für die überregionale Forschung.

PI-SAE

 

24.04.2015


24.04.2015: Raffinessen technischer Berufe

Logistik und Technik zum Anfassen: Unternehmen  gewähren Einblick.

Zum „Tag der Logistik“ tauchten am 16. April 2015 mehr als 60 Schüler aus der Wartburg-Hainich-Region, BA-Studenten und Logistikinteressierte bei BMW, Lindig und Mitec im Gewerbegebiet Deubachshof in die Welt der Logistik und Technik ein. Mitarbeiter ließen sich bei ihrer Arbeit über die Schultern schauen und erklärten ihre täglichen Aufgaben. Ausbilder und auch Auszubildende gaben Einblick in die Raffinessen technischer Berufe und zeigten Zukunftsperspektiven auf.

Das BMW-Werk Eisenach ist in erster Linie ein Großwerkzeugbau- und Teilelieferant. Die Werkzeuge werden in Eisenach geplant, konstruiert, gebaut und getestet, bevor sie in die Produktionsstätten von BMW übergeben werden. Fräsmaschinen, Pressen, Krane, Stanz- und Schneidwerkzeuge gab es zu sehen. Anlagenführer zeigten eindrucksvoll, wie Motorhauben mit riesigen Pressen geformt werden. Roboter heben Kleinteile sogar automatisch in die Anlagen. Bei Lindig bekamen die Gäste zuerst einen kurzen Blick in die Büros der kaufmännischen Mitarbeiter. Im Anschluß durften die Technikbegeisterten in der Gabelstapler- und Arbeitsbühnenwerkstatt selbst Hand anlegen. Sie schlossen LED-Leuchten an und wechselten Staplerscheinwerfer. Bei Mitec werden Ausgleichssysteme für verschiedenste Autos konstruiert und Prototypen hergestellt. In einem Hochregallager mit chaotischer Lagerhaltung befindet sich der Warenausgang. Die Mitarbeiter von Mitec verrieten, daß in Eisenach sogar Antriebsbauteile für Bugatti entwickelt werden.

Die drei Unternehmen zeigten deutlich, daß die Wartburgregion als Wirtschaftsstandort für junge Leute einiges zu bieten hat. Die Logistikbranche ist seit Jahren auf Wachstumskurs. BMW, Lindig und Mitec bieten Fachkräften, Berufsstartern und Quereinsteigern ein breites Tätigkeitsfeld, das von technischen Jobs über den Außendienst bis hin zu Verwaltungsaufgaben reicht. Auf den Websites der Unternehmen sind ständig aktuelle Stellenangebote zu finden.

Den Regelschülern und Gymnasiasten wurde ein breites Ausbildungsangebot vorgestellt. Alle Unternehmen bilden für den Eigenbedarf aus und garantieren bei guter Leistung die Übernahme nach der Ausbildung. Ebenso werben sie gezielt für Praktika, um vor der Berufswahl in die Arbeitswelt „hineinschnuppern“ zu können. BMW bildet zum  Werkzeugmechaniker, Zerspanungsmechaniker, Anlagenführer und Bachelor of Engineering (Fachrichtung Konstrukion) aus. Die Lindig Fördertechnik bietet technische und kaufmännische Ausbildungsberufe an: Mechatroniker für Land- und Baumaschinentechnik, (Kfz)-Mechatroniker, Industrie- als auch Groß- und Außenhandelskaufmann. Bei Mitec gibt es Möglichkeiten zur Ausbildung von Mechatronikern, Zerspanungsmechanikern, Maschinen- und Anlagenführern und  ebenso für Fachkräfte für Metalltechnik. Außerdem bieten die drei Unternehmen  auf Anfrage auch die Betreuung von Seminar-, Bachelor- und Masterarbeiten an.

Bereits zum achten Mal veranstaltete die BVL - Bundesvereinigung Logistik - deutschlandweit den Tag der Logistik. Es bietet Logistikunternehmen eine Plattform, der Öffentlichkeit Einblicke in deren Logistikprozesse und Abläufe zu geben. Anspruch von BMW, Lindig und Mitec ist es, die Schüler aus der Region für die Intralogistik zu begeistern und die Wartburgregion als starken Wirtschaftsstandort zu präsentieren!

VERONIKA KÖLLNER

 

24.04.2015

 

 

Selbst Hand angelegt: Bei Lindig durften die Schüler LED-Leuchten anschließen.

 

 

Hochregallager bei Mitec: Sogar Antriebsbauteile für Bugatti werden hier entwickelt.

 

 

Werksführung bei BMW in Eisenach:  Gruppenfoto der Schüler der Oststadtschule Eisenach und der Staatlichen Regelschule am Rennstieg Behringen.

Fotos (3): VK-ARCHIV

 


23.04.2015: Publizistische Vielfalt

Intensiver Meinungsaustausch von Thüringens Ministerpräsident mit Vertretern der Thüringer Landesmedienanstalt.

Vertreter der Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) trafen sich in dieser Woche mit dem Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Die Linke)  zu einem „intensiven Gedanken- und Meinungsaustausch zu aktuellen Fragen der Medienpolitik sowie Aufgaben und Zielen der Thüringer Landesmedienanstalt in einer sich verändernden digitalen Mediengesellschaft“.

An dem Gespräch nahmen von Seiten der Thüringer Staatskanzlei neben dem Ministerpräsidenten außerdem  der Thüringer Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Staatskanzlei, Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff sowie Medienstaatssekretär Malte Krückels teil. Die TLM war in der Staatskanzlei unter anderem mit dem Vorsitzenden der Versammlung, Superintendent Johannes Haak und Vorstandsmitglied Thomas Damm sowie TLM-Direktor Jochen Fasco vertreten.

Bei dem Austausch ging es vor allem um die weitere Entwicklung des Medienstandortes Thüringen und insbesondere um die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der lokalen und landesweiten Rundfunkveranstalter. Daneben war die länderübergreifende Zusammenarbeit bei der Rundfunk- und Telemedienaufsicht Thema. Besprochen wurde auch die zukünftige Sicherung des Jugendmedienschutzes, insbesondere im Internet. Direktor Fasco machte am Beispiel rechtsextremer Aktivitäten im Internet die hohe Bedeutung von Medienbildung neben effektivem Jugendmedienschutz deutlich.

Ministerpräsident Ramelow zeigte sich sehr interessiert an den Aufgaben und der erfolgreichen Arbeit der TLM und betonte, daß am Medienstandort Thüringen die TLM als staatsferne Einrichtung ein wichtiges Element für die vielfältige und demokratische Medienwelt des Freistaates sei. Konsens bestand insbesondere zur Bedeutung der publizistischen Vielfalt in Thüringen, die erhalten und ausgebaut werden muß. „Demokratie und der kritische Diskurs über die Themen, die uns beschäftigen, braucht auch in einer vom Internet geprägten Medienwelt Vielfalt“, machte Ramelow deutlich. Hier leisten gerade auch die lokalen und landesweiten Veranstalter zum Teil unter sehr schwierigen Bedingungen einen wichtigen Beitrag. Viele ehrenamtlich Engagierte in den Bürgermedien bieten eine wertvolle Vielfaltsergänzung für lokale Themen.

PI-TLM

 

23.04.2015

 


23.04.2015: Diskussion über Umwandlung

Berufsakademie wird „Duale Hochschule Gera-Eisenach“: Praxisorientiertes duales Studium wird noch attraktiver.

Die Berufsakademie Gera und Eisenach (BA) soll in die „Duale Hochschule Gera-Eisenach“ umgewandelt werden. Über die Eckpunkte der geplanten Umwandlung diskutierte das Thüringer Wissenschaftsministerium am 21. April 2015 mit dem Kollegium der Einrichtung. Die Eckpunkte wurden sehr positiv aufgenommen. „Mit der Umwandlung wollen wir das praxisorientierte duale Studium attraktiver gestalten und damit die beruflichen Perspektiven der BA-Absolventen verbessern“, sagte Thüringens Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Dabei sei es ihm wichtig gewesen, daß die Standorte in Gera und Eisenach erhalten blieben und sich auch im Namen der Hochschule wiederfänden.

Die rechtlichen und organisatorischen Voraussetzungen für die Umwandlung sollen im Laufe dieses Jahres geschaffen werden. Dies wird verbunden mit einem Ausbau des dualen Studienangebots sowie von berufsbegleitenden Studiengängen im Masterbereich. Zu Beginn des Jahres 2016 soll die Duale Hochschule mit den Studienbereichen Wirtschaft, Technik und Soziales in der neuen Form dann offiziell an den Start gehen.

Es gehe nicht um eine „Akademisierung“ des gerade in der Wirtschaft hochgeschätzten dualen BA-Studiums, sondern um die tatsächliche berufs- und hochschulrechtliche Gleichstellung des Abschlusses mit den Abschlüssen anderer Hochschulen, sagte Tiefensee. Die Duale Hochschule kann – anders als die bisherige Berufsakademie – künftig den akademischen Abschluß „Bachelor“ als Hochschulgrad verleihen. Ihr Abschluß ist dann national wie international mit anderen Hochschulabschlüssen vergleichbar und anerkannt.

Er gehe davon aus, daß damit die Attraktivität des dualen Studienmodells für Studienanfänger deutlich anwachsen werde, so der Minister. Derzeit sind knapp 1300 Studierende an der Berufsakademie Gera-Eisenach eingeschrieben. „Diese Zahl wird steigen“, zeigte sich Tiefensee überzeugt. Zugleich verbessere der neue rechtliche Status zusammen mit der Möglichkeit, drittmittelfinanzierte Forschung mit den Praxispartnern zu betreiben, die Attraktivität der Dualen Hochschule für Lehrende und für Praxispartner, daß heißt insbesondere die Unternehmen. Derzeit sind an der BA rund 40 Dozenten und 300 Lehrbeauftragte tätig. Die Einrichtung unterhält Kooperationsbeziehungen zu über 1600 Unternehmen und Partnereinrichtungen.

„Wir wollen die Duale Hochschule als praxisorientierte Bildungseinrichtung mit besonderem Hochschulstatus dauerhaft etablieren“, sagte Minister Tiefensee. Dazu erfolgt bis zum Jahresende 2015 eine Novellierung des Thüringer Hochschulgesetzes (ThHG), das um einen speziellen Teil zur Dualen Hochschule ergänzt wird. Damit erhält die Einrichtung auch eine neue, hochschuladäquate Gremienstruktur, in der alle Mitgliedergruppen und die Praxispartner vertreten sind.

STEPHAN KRAUSS

 

23.04.2015


22.04.2015: „Weimar verliert ein wichtiges Denkmal“

Nach dem verheerenden Brand der Viehauktionshalle in der Klassikerstadt mußte die für den 28. Mai 2015 geplante Eröffnung der Ausstellung Stadtland von der Internationalen Bauausstellung Thüringen abgesagt werden.

In der Nacht  vom 21. auf den 22. April 2015 brannte die Weimarer Viehauktionshalle bis auf die Fundamente ab.

„Ich bin schockiert. Mit der Weimarer Viehauktionshalle verliert Weimar ein wichtiges Denkmal. Die Halle war ein hochkarätiges Ingenieurbauwerk, ein Gedenkort der Geschichte und ein eingeführter Kultur- und Kunstort, der weit über Weimar ausgestrahlt hat“, zeigte sich Dr. Marta Doehler-Behzadi, Geschäftsführerin der Internationalen Bauausstellung (Iba), bestürzt.

Der Brand der Halle bedeutet für die Iba Thüringen auch den Verlust eines zentralen Veranstaltungsortes. Die für 28. Mai 2015 geplante Eröffnung der Ausstellung Stadtland wurde abgesagt. Das Iba-Team teilte mit, in den kommenden Tagen darüber zu informieren, wann und wo die Ausstellung nun stattfinden wird.

PI-IBA


Bild aus dem Jahre 2007 Quelle: Sammlung Gedenkstätte Buchenwald

22.04.2015


22.04.2015: Seltener Beleg

Neuerwerbung im Angermuseum Erfurt: Münzhumpen - ein Werk des Erfurter Goldschmieds Friedrich Engau, entstanden zwischen 1655 und 1662.

Eine in gleich mehrfacher Hinsicht große Seltenheit ist im Angermuseum zu bewundern. In der bewegten Geschichte der Stadt gingen profane Erfurter Goldschmiedearbeiten fast gänzlich verloren. So ist der mit 32 Münzen geschmückte, teilvergoldete und in reicher Treibarbeit dekorierte silberne Münzhumpen bereits an sich eine Rarität. Als er auf einer Londoner Auktion anonym angeboten wurde, erkannte das Angermuseum sogleich, um welche Kostbarkeit es sich handelt: Die Initialen der Meistermarke („F E“) führten zum Erfurter Goldschmiedemeister Friedrich Engau (Meister 1647, erwähnt bis 1662), vom dem bis dahin weder das Meisterzeichen noch ein Werk bekannt waren. Mehr noch: Das Trinkgefäß ist das weltweit einzige bis jetzt bekannt gewordene Exemplar eines Münzhumpens aus Thüringer Produktion überhaupt.

Engaus Humpen entspricht einem Gefäßtypus, der im 16. Jahrhundert  aufkam. Ihre Hauptausprägung und größte Beliebtheit erfuhren Gefäße mit eingelassenen Münzen im 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts. Der Münzhumpen Friedrich Engaus steht den Vergleichsstücken aus den Goldschmiedezentren Augsburg und Nürnberg in nichts nach. Die jüngste von Engau verwendete Münze lieferte den Hinweis zur Datierung, die Dr. Miriam Krautwurst, Kustodin für Kunsthandwerk am Angermuseum Erfurt, auf sieben Jahre genau – zwischen 1655 und 1662 – eingrenzen konnte. Dank Unterstützung der Rudolf-Augus- Oetker-Stiftung, der Kulturstiftung der Länder und der Ernst von Siemens-Kunststiftung erworben, ist Engaus Trinkgefäß somit auch ein seltener Beleg für das einst hohe Niveau der Erfurter Goldschmiedekunst des 17. Jahrhunderts.

Alle Interessierten können das originale Werk in der Eingangshalle des Angermuseums kostenfrei in Augenschein  nehmen. In Kurzführungen, die seit 21. April bis zum 12. Mai 2015 jeweils dienstags um 13 Uhr angeboten werden, darf man sich auf spannende Erläuterungen zum kunstvollen Aufbau, dem Münzprogramm und zur Fertigungstechnik freuen.

SYBILLE GLAUBRECHT

 

22.04.2015

 

 

Hohes Niveau der Erfurter Goldschmiedekunst des 17. Jahrhunderts: Abbildung des Münzhumpens des Erfurter Goldschmieds Friedrich Engau entstanden zwischen 1655 und 1662 (Silber, teilvergoldet, Höhe: 19,4 Zentimeter; Breite: 19,2 Zentimeter; Tiefe: 14,5 Zentimeter ).

Foto: AME-ARCHIV 


21.04.2015: Übertragung eingefordert

Noch keine Aussage der Landesregierung zur Besoldungsanpassung: Landesbeamte enttäuscht und verärgert.

Einen Tag bevor Thüringens Finanzministerin Heike Taubert (SPD) im Kabinett den ersten Entwurf für den Landeshaushalt 2015 präsentieren wollte, gab es noch keine Aussagen zur Übertragung des im März gefundenen Tarifabschlusses auf die Thüringer Beamtinnen und Beamten.

„Wir sind sehr enttäuscht über die fehlende Aussage dieser Landesregierung“, sagte Helmut Liebermann, Vorsitzender des Thüringer Beamtenbundes während eines Gespräches mit der Finanzministerin am 20. April. Er hatte die „zeit- und inhaltsgleiche Übertragung“ des Tarifabschlusses auf die Beamten erneut eingefordert. Die Mitteilung zu den Rekordsteuereinnahmen und die Äußerung des Thüringer Ministerpräsidenten auf dem tbb-Gewerkschaftstag in der Woche zuvor, daß die Beamten nicht als Sparbüchsen mißbraucht werden würden, bestärkten diese Forderung ebenso wie die Mitteilung des Oppositionsführers Mike Mohring (CDU), daß der diesjährige Haushalt ausreichend Spielraum habe, die tbb-Forderung zu erfüllen.

„Der Vergleich mit unseren Nachbarländern läßt erkennen, daß der föderale Wettbewerb erforderlich macht, ein politisches Signal zu setzen, daß es sich lohnt, in Thüringen eine berufliche Perspektive auch im öffentlichen Dienst zu suchen“, teilte der Thüringer Beamtenbund in einer Presseerklärung mit. Die Äußerungen zum Beispiel des bayerischen Finanzministers Söder seien zu bedenken: „Es ist besser, Beamter in Bayern zu sein."

Die Vertreter des tbb brachten deutlich ihr Unverständnis zum Ausdruck, daß die Finanzministerin noch mehr Zeit für eine Entscheidung benötige. „Die Haushaltssituation wird sich in absehbarer Zeit ebenso wenig ändern wie die Entscheidungsgrundlagen“, argumentierte Liebermann und verwies auf den eher moderaten Tarifabschluß, der für den Thüringer Haushalt keine unerwarteten Mehrausgaben vorsieht. Er warnte vor Experimenten bei der Übertragung der Tarifergebnisse: „Beamte sind weder die Sparschweine der Nation noch die Versuchstiere für neue Besoldungsanpassungsmodelle.“

PM-TBB

 

21.04.2015


21.04.2015: Wissenschaft im Rampenlicht

Die Hochschule Nordhausen veranstaltete am 18. April ihren diesjährigen Hochschulinformationstag. Studieninteressierte konnten sich auf dem Hochschulgelände über das vielfältige Studienangebot der Hochschule informieren, Labore erkunden und erste Campusluft schnuppern. Als besonderer Abschluß erwartete die Besucher ein Science Slam.

Bei frühlingshaften Temperaturen, blauem Himmel sowie jeder Menge Sonnenschein öffnete die Hochschule Nordhausen ihre Pforten zum Hochschulinformationstag 2015 und lockte Hunderte Interessierte an.

Nach der offiziellen Eröffnung durch den Hochschulpräsidenten, Prof. Dr. Jörg Wagner, konnten die Besucher das Hochschulgelände und sämtliche Einrichtungen auf dem Campus näher kennenlernen.

Es wurden Informationsveranstaltungen und Vorträge zu den zwölf Bachelor- und acht Masterstudiengängen der Hochschule, Campusführungen, Workshops, Besichtigungen und Testversuche in den zahlreichen Laboren angeboten.

Professoren und Lehrende der einzelnen Studiengänge standen den jungen interessierten Besuchern und auch deren Eltern für Fragen rund ums Studium zur Verfügung.

Auch das August-Kramer-Institut (AKI), das Institut für Regenerative Energietechnik (in.RET) sowie das Institut für Informatik, Automatisierung und Elektronik (IAE) hatten ihre Türen für die Besucher geöffnet und boten neben Infos zum Studium auch spannende Einblicke im Bereich der Forschung. Darüber hinaus fand im AKI eine Sammelaktion für Elektroaltgeräte statt, die viele Besucher nutzten, um ihre defekten oder einfach nur veralteten Geräte abzugeben und fachkundig demontieren zu lassen.

Als besonderen Abschluß des diesjährigen Hochschulinformationstages gab es erstmals einen Science Slam, bei dem Jungforscher aus ganz Deutschland dem Publikum ein komplexes wissenschaftliches Thema innerhalb von zehn Minuten so witzig und verständlich wie möglich veranschaulichen mußten. Den Sieger dieses Wettbewerbs kürt das Publikum durch die Lautstärke des Applauses. Gewinner des Science Slam im vollbesetzten Audimax der Nordhäuser Hochschule wurde der Physiker und deutsche Science Slam-Meister 2013, Reinhard Remfort. In seinem Vortrag „Dienliche Defekte“ gab er eine Einführung in die Quantentheorie, die Unschärferelation sowie die überlagerten Zustände. In seiner originellen und geradezu frechen Art, mit der er das komplizierte Thema präsentierte, zog er das teilweise Tränen lachende Publikum sofort in seinen Bann. Abschließend überreichte Hochschulpräsident Prof. Dr. Jörg Wagner die Goldenen Slamhandschuhe an den verdienten Sieger.

TINA BERGKNAPP

 

21.04.2015

 

 

Rund ums Studium: Hochschulinformationstag 2015 an der Hochschule Nordhausen.

Fotos (3): TINA BERGKNAPP

 


20.04.2015: Unübersichtlicher Markt

Erfurter „Wind.Energie“ gibt Orientierung im Markt für Kleinwindkraftanlagen.

Am 14. und 15. Oktober 2015 stellen sich die Mitteldeutschen Windbranchentage „Wind.Energie“ in Erfurt zum vierten Mal den zentralen politischen und wirtschaftlichen Themen der Energiewende. Der zweitägige Fachkongreß mit begleitender Ausstellung stellt die wichtigsten Akteure in den Fokus und versucht, die offenen Fragen für Kommunen, Bürger und beteiligte Unternehmen umfassend zu klären. Die begleitende Ausstellung vereint alle wichtigen Segmente der Windenergiebranche: Versorger, Windparkbetreiber, Ausrüster und Zulieferer, Planer, Finanzierer und Zertifizierer. Die Messeleitung rechnet für den Herbsttermin mit etwa 40 Fachvorträgen, 500 Kongreßteilnehmern und rund 50 ausstellenden Unternehmen aus ganz Deutschland.

Auf der mitteldeutschen Leitveranstaltung für die grüne Energiewende rückt im Herbst 2015 der Markt für Kleinwindkraftanlagen stärker in den Blickpunkt. „Dieser Markt ist noch jung, relativ unübersichtlich, hat aber enormes Potential, wenn es um autarke und dezentrale Energieversorgung geht“, sagt Messe-Projektleiterin Carolin Beier. „Deshalb wollen wir im Rahmen der ‚Wind.Energie‘ Herausforderungen und Erfolgsfaktoren des Kleinwindradbetriebs debattieren, unseren Besuchern eine klare Orientierung geben, und in der Ausstellung aktuelle Angebote vorstellen.“

Schätzungen gehen von rund 10.000 bereits installierten Kleinwindkraftanlagen in Deutschland aus. Zur Zeit werden von in- und ausländischen Herstellern über 150 verschiedene Kleinwindanlagen angeboten.

Weitere Themen der „Wind.Energie“ sind unter anderem Bürgerbeteiligung und Akteursvielfalt, Regionale Wertschöpfung und Beschäftigungseffekte, Lastenmanagement, Speicher und Netzausbau, Planung, Natur- und Landschaftsschutz sowie innovative Entwicklungen in der Windkrafttechnologie.

Das 2013 erfolgreich installierte Kommunalforum wird erneut zum Mittler zwischen den Akteuren aus den Kommunen und den Vertretern der Windindustrie. In praxisbezogenen Vorträgen stellen Kommunen zusammen mit Vertretern der Windindustrie in Best-Practise-Beispielen sämtliche rechtlichen, wirtschaftlichen und technischen Fragestellungen zur geplanten Windkraftanlage vor. Zum zweiten Mal ergänzt die „Fachagentur Windenergie an Land e. V.“ (FA Wind) die Kongreßmesse mit einem zusätzlichen Vortragsprogramm.

Für interessierte Aussteller aus der Windenergiebranche hat die Messe Erfurt ausgesuchte Aussteller- und Sponsoringpakete zusammengestellt, die sowohl eine attraktive Produktpräsentation als auch eine aktive Beteiligung am Vortragsprogramm des Fachkongresses ermöglichen.

THOMAS TENZLER

 

20.04.2015


19.04.2015: Blickfang mit praktischen Vorteilen

Gartenarbeit an der Wand: Fassadenbegrünung als natürlicher Wärmeschutz.

Die Temperaturen steigen, und die Gartensaison hat begonnen. Doch nicht nur im Garten, sondern auch an der Außenwand des Eigenheims ist eine Begrünung schön anzuschauen. Zudem haben begrünte Fassaden auch praktische Vorteile: sie verbessern das lokale Klima, und im Sommer kann die Wandverschattung auf natürliche Weise die Kühlung der Räume unterstützen. Damit ist die Fassadenbegrünung auch ein Thema für die Energieberater der Thüringer Verbraucherzentrale.

Pflanzen filtern Staub- und Schadstoffpartikel aus der Luft und geben Sauerstoff und Feuchtigkeit ab. Im Sommer kann eine Fassadenbegrünung die Innenraumtemperatur des Gebäudes mindern. Zur Begrünung von Fassaden eignen sich vor allem Kletterpflanzen. Bei ihnen wird nach ihrer Klettertechnik zwischen Selbstklimmern (zum Beispiel Efeu, Kletterhortensie) und Gerüstkletterpflanzen unterschieden. Letztere unterteilen sich wiederum in Rankpflanzen (zum Beispiel Clematis, Weinreben), Schlingpflanzen (zum Beispiel Geißblatt, Hopfen) und Spreizklimmen (zum Beispiel Brombeere, Kletterrose). Als Kletterhilfen eigen sich Holzgerüste oder Spanndrähte. Die Auswahl der Pflanzen ist abhängig vom jeweiligen Standort, dem Lichtanspruch der Pflanzen, den Bodenverhältnissen, dem Klima und dem Material der Außenwand.

Einige Kletterpflanzen sind immergrün, andere verlieren im Herbst ihre Blätter. Immergrüne Pflanzen haben den Nachteil, daß die Verschattung nicht nur im Sommer für Abkühlung sorgt, sondern auch im Winter den Wärmegewinn durch Sonne auf der Wand verhindert. Gewächse wie beispielsweise Wein, die im Herbst die Blätter abwerfen, sind hier flexibler. Als Kompromiß kann man für Süd-, Südwest- und Südostseiten blattabwerfende Pflanzen, und für West-, Ost- und Nordseiten immergrüne Pflanzen verwenden.

Bei selbstkletternden Pflanzen sollte das Mauerwerk gut verputzt sein und die Kletterhöhe der Pflanzen der Gebäudehöhe angepaßt werden. Pflanzen wie Efeu oder Wein müssen regelmäßig zurückgeschnitten werden, was in größeren Höhen mit recht viel Aufwand verbunden sein kann. Vor allem die Fenster sollten vom Bewuchs freigehalten werden, um nicht Kleintiere aus ihrem neuen Biotop in das Gebäudeinnere einzuladen.

Eine dichte Wandbegrünung schützt die Fassade vor Witterungseinflüssen wie Hagel, Starkregen und UV-Strahlung. Sie kann sogar eine gewisse Lärmreduzierung bewirken, allerdings sollte man sich keine allzu große Schallpegelminderung versprechen. Und schließlich lassen sich durch Kletterpflanzen auch ästhetische Mängel am Haus gut kaschieren und das Ortsbild insgesamt verbessern. Eigenheimbesitzern sollte jedoch bewußt sein, daß auch der dichteste Bewuchs keine richtige Wärmedämmung ersetzen kann.

Bei allen Fragen rund um Kühlung, baulichen Wärmeschutz und geeignete Dämmaßnahmen geben die Energieberater der Verbraucherzentrale Auskunft: online, telefonisch oder in einem persönlichen Beratungsgespräch. Die Berater informieren anbieterunabhängig und individuell. Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis sind die Beratungsangebote kostenfrei.

RAMONA BALLOD

 

19.04.2015


18.04.2015: Zweite Sanierungswelle steht vor der Tür

Thüringer Wohnungswirtschaft sucht Lösungen für bezahlbare Mieten – Brandschutz als größter Kostenfaktor.

Thüringen steht vor der zweiten Sanierungswelle.  In spätestens fünf bis zehn Jahren müssen rund 80.000 Wohnungen im Block- und Plattenbau erneuert werden.  Damit die Mieten weiter bezahlbar bleiben und die Wohnungswirtschaft weiter finanziell handlungsfähig bleibt, traf sich am 13.April 2015 der Verband der Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft vtw. zu einer ersten Arbeitsgruppensitzung. Es soll ein Katalog mit Handlungsanweisungen entstehen, der allen großen und kleinen Wohnungsunternehmen des Verbandes Hinweise gibt, wie sie mit dem Kostenansturm umgehen können.

Neben Wohnungsunternehmen werden Architekten, Institute und Hochschulen integriert. Ein besonderer Fokus liegt auf Modernisierungen im Block- und Plattenbau, die 80 Prozent der 270.000 Wohnungen der Verbands-Mitglieder ausmachen.

Besonders hoch liegt der künftige Sanierungsbedarf im Brandschutz. Rund ein Drittel der Wohnungen steht hier vor einer Erneuerung. Dazu kommen nötige Umbauten durch den demographischen Wandel und gestiegene gesetzliche Vorgaben. Die Kosten für anstehende Umbauten und Sanierungen werden voraussichtlich mehrere Milliarden betragen. Auch Rückbau wird wieder ein Thema werden. Laut einer Umfrage des Verbandes der Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft gehen Wohnungsunternehmen von 17 Prozent Leerstand im Plattenbau in zehn Jahren aus.

„Die Mehrbelastung durch Sanierungen für die Mieter muß so gering wie möglich bleiben.“, betont Verbandsdirektorin Constanze Victor, die sich in der nächsten Ausgabe der Neuen Thüringer Illustrierten in einem Interview zu derzeitigen und künftigen Entwicklungen der hiesigen Wohnungswirtschaft äußert. Aktuell liegt die Durchschnittskaltmiete in Wohnungen des vtw bei 4,65 Euro. Damit kann in zehn Jahren keine Sanierung finanziert werden. Allein durch das Installieren eines Aufzugs (der für die älter werdende Gesellschaft immer wichtiger wird) würde sich die Modernisierungsumlage um zirka 70 Cent pro Quadratmeter Wohnfläche mehr erhöhen. Damit befindet sich die Wohnungswirtschaft in dem Dilemma, neue Aufzüge, Brandschutz, Energieleistungen, Dämmungen, Türen oder ähnliches einrichten zu müssen, deren Kosten sie nicht ohne weiteres auf die Miete umlegen kann.

„Wir werden nichts tun, was unsere Mieter aus den Wohnungen treibt. Wenn sich zeigt, daß wir aus Kostengründen nicht sanieren können wie die gesetzlichen Vorgaben es fordern, muß die Politik uns sagen, wie wir das Problem lösen sollen“, so Constanze Victor.

SWENIA TEICHMANN

 

18.04.2015


18.04.2015: Neues Amt

Birgit Diezel in die Synode der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland berufen.

Die Stellvertretende Landesvorsitzende der CDU in Thüringen, Birgit Diezel, gehört der neuen Landessynode der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) an, die zu ihrer ersten Sitzung im Evangelischen Zentrum Kloster Drübeck (Sachsen-Anhalt) zusammengetreten ist. Der CDU-Landesvorsitzende Mike Mohring gratulierte Diezel zur Berufung in das „Kirchenparlament“ und wünschte seiner Stellvertreterin für ihr neues Amt viel Erfolg und Gottes Segen. Der CDU-Vorsitzende dankte und gratulierte zugleich allen anderen in die Synode berufenen Mitgliedern. „In den Gemeindekirchenräten, Kreissynoden und der Landessynode engagieren sich viele Christen ehrenamtlich. Das verdient Respekt und Anerkennung“, so Mohring.

Wie er weiter sagte, „gehört die feste Verankerung der christlichen Kirchen in der Gesellschaft und ihre öffentliche Wirksamkeit zu den Kernanliegen der CDU. Birgit Diezel kann dazu mit ihren großen Erfahrungen als Ministerin, als Abgeordnete und Landtagspräsidentin beitragen. Darüber freuen wir uns“. Der Austausch mit den Kirchen sei für die CDU als einer Partei unverzichtbar, die auf dem christlichen Menschenbild gründe und ihre Grundwerte Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit im Lichte dieses Menschenbildes verstehe.

Der CDU-Landesvorsitzende erinnerte daran, daß die Kirchen vielen Menschen Halt und Orientierung geben und wie andere Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaften eine wichtige Funktion im öffentlichen Leben haben. „Auf Sinn- und Seins-Fragen kann und darf die Politik im weltanschaulich-religiös neutralen Staat keine Antworten geben. Aber jedes Gemeinwesen ist darauf angewiesen, daß es Instanzen und Institutionen gibt, in denen Menschen solche Antworten finden und zum Nachdenken darüber angeregt werden.“

PM-CT

 

18.04.2015


17.04.2015: Sonniger Saisonstart

Gelungener Saisonauftakt in der Wasserburg Kapellendorf: Rekordbesuch beim Töpfermarkt und bauliche Fortschritte an der Burg.

Der Töpfermarkt im historischen Innenhof  ist inzwischen Tradition im Veranstaltungsrhythmus der Wasserburg Kappeldorf. Zirka 50 Händler aus ganz Deutschland zeigten am 11. und 12. April 2015 neben dem Töpferhandwerk auch Grafik, Schmuckgestaltung und Textilhandwerk.

Zudem gab es ein buntes Rahmenprogramm mit Puppentheater und Musik. Diverse kulinarische Köstlichkeiten wie Naturkäse und mediterrane Spezialitäten durften ebenso nicht fehlen wie ein Rundgang auf dem idyllischen Rundwanderweg um die Burg. Im Burginnenhof war zudem das Museum in der Kemenate mit dem Wehrgang zu besichtigen. Über 3000 Besucher kamen an dem sonnigen Wochenende auf die Wasserburg.

Pünktlich zum Saisonstart konnten die von der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten instandgesetzten Sanitäranlagen in Betrieb gehen. Damit werden wichtige Voraussetzungen für den weiteren erfolgreichen Ausstellungs- und Veranstaltungsbetrieb in der Burg geschaffen. In dem in den letzten Monaten umfangreich sanierten Gebäudeteil befand sich zudem der alte mittelalterliche Eingang zur Burg. Das alte Torportal konnte an der Grabenseite der Burg wieder sichtbar gemacht werden. Im Innenbereich wurde eine Torwand mit Zugang zum Nachbargebäude freigelegt. Letzte Fertigstellungsarbeiten sollen in den nächsten zwei Wochen beendet werden.

In den kommenden Monaten warten viele Veranstaltungen auf die Burgbesucher, darunter die Eröffnung der Sonderausstellung „Zwischen Kornspeicher und Schreibstube. Das Justiz- und Rentamt der Wasserburg Kapellendorf“ am 21. Mai 2015, ein großes Ritterlager und das Burghoftheater der Kurz- und Kleinkunstbühne.

PM-VG

 

17.04.2015

Feste Tradition: der Töpfermarkt im Innenhof der Wasserburg Kapellendorf.

Foto: MARIE PETERMANN


17.04.2015: Testfeld Thüringen

Deutschlands Mitte rüstet sich für digitale Zukunft: Der freistaatliche Wirtschaftsminister besuchte Thüringer Aussteller auf der Hannover-Messe.

Thüringen wird sich um eine Bundesförderung für das geplante „Kompetenzzentrum Industrie 4.0“ bewerben. Das kündigte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am 16. April 2015 bei seinem Besuch der Hannover-Messe an. Die Bundesregierung plant, die Einrichtung von bundesweit vier bis fünf derartigen Zentren zu unterstützen. „Thüringen ist das Land des Mittelstands – und gerade kleinere Firmen brauchen Unterstützung, um von der Digitalisierung und Vernetzung der Produktionsprozesse profitieren zu können“, sagte Tiefensee. Thüringen mit seinem hohen Industrialisierungsgrad und seiner mittelständischen Struktur sei dafür das richtige Testfeld, so der Minister.

Derzeit laufen unter Federführung der Wirtschaft die Planungen für die Errichtung eines Kompetenzzentrums Industrie 4.0. Das Zentrum ist ein Baustein in der „Digitalisierungsstrategie“ des Landes, mit dem sich Thüringen für die Herausforderungen einer stärker vernetzten, digitalen Wirtschaft rüstet.

In dem neuen Zentrum sollen sich Thüringer Unternehmen künftig zu allen Fragen rund um die Digitalisierung der Wirtschaft – von Technologien über Datensicherheit bis zu Arbeitnehmerfragen – beraten und informieren lassen können. Das Thüringer Wirtschaftsministerium hat zugesagt, sowohl diese Bestrebungen als auch eine Teilnahme am Wettbewerb des Bundes zu unterstützen. Bereits heute belaufe sich der Umsatz mit Produkten und Dienstleistungen für die Industrie 4.0 deutschlandweit auf rund 15 Milliarden Euro. Von der zunehmenden Vernetzung der Wirtschaft werden in den nächsten Jahren zudem Wertschöpfungseffekte von mehr als 80 Milliarden Euro erwartet.

„Die vordringliche Aufgabe besteht in Thüringen darin, die IT-Unternehmen mit den Anwendern in Industrie und Handwerk zusammenzubringen“, sagte der Minister. Hier werde das Wirtschaftsministerium seinen Beitrag leisten, um Schnittstellen zwischen den Branchen zu öffnen und damit neue Innovationspotentiale zu erschließen. Nicht zuletzt dafür solle ein regelmäßiges „Forum Digitale Wirtschaft“ installiert werden. Auch das diesjährige „Weimarer Wirtschaftsforum“ am 15. Juni steht unter der Überschrift „Wachstumschance Digitalisierung“.

Thüringen ist mit insgesamt 67 Ausstellern auf der größten Industriemesse der Welt vertreten, die sich schwerpunktmäßig den Chancen und Herausforderungen der Industrie 4.0 widmet. Auf dem vom Freistaat mit rund 150.000 Euro finanzierten Thüringer Gemeinschaftsstand präsentieren sich 17 Unternehmen und Einrichtungen. Wirtschaftsminister Tiefensee zog ein positives Fazit seines Rundgangs. „Die Zeichen in der Thüringer Industrie stehen ziemlich deutlich weiter auf Wachstum“, sagte der Minister. Die meisten Unternehmen hätten sich zufrieden mit den Gesprächen, Kontakten und Geschäftsabschlüssen auf der Messe gezeigt.

Als wichtige Voraussetzung für die Digitalisierung der Produktion müsse aber vor allem der Breitbandausbau mit Hochdruck weitergehen, betonte der Minister: „Für die Industrie 4.0 brauchen wir ein flächendeckend breitbandiges Internet mit hoher Verbindungsstabilität“, sagte Tiefensee. Thüringen benötige höhere Bandbreiten von mindestens 30 Megabit pro Sekunde, um für die Digitalisierung gerüstet zu sein. „Darauf werden wir unsere Förderaktivitäten künftig fokussieren.“ Wie im Koalitionsvertrag vereinbart, werden das Landesprogramm Breitband und das Breitbandkompetenzzentrum diese Entwicklung auch in Zukunft vorantreiben. Dafür will das Land in der neuen Förderperiode 15 Millionen Euro zur Verfügung stellen.

STEPHAN KRAUSS

 

17.04.2015


17.04.2015: „Moralischer Vernichtungsfeldzug“

Thüringens stellvertretender CDU-Landeschef Christian Hirte wehrt sich gegen Vorwürfe der Die Linke-Landeschefin Susanne Hennig-Wellsow und ruft dazu auf, „zu einem sachlichen Debattenstil zurückzukehren“.

„Wer die politische Auseinandersetzung um die beste Politik für Thüringen mit einem moralischen Vernichtungsfeldzug gegen politische Mitbewerber verwechselt, der beschädigt massiv die demokratische Kultur unseres Landes.“ Das sagte der stellvertretende Landesvorsitzende der CDU Thüringen und Bundestagsabgeordnete Christian Hirte am 16. April 2015 zu Äußerungen der Landes- und Fraktionsvorsitzenden der Partei Die Linke, Susanne Hennig-Wellsow. Die linke Landtagsabgeordnete hatte am Tag zuvor Thüringer CDU-Politiker für „verbrecherische Auswüchse“ verantwortlich gemacht, „die in Drohungen gegen Politiker der Linken und Anschläge auf Wahlkreisbüros kulminierten“. Hirte rief die Linken dazu auf, „zu einem sachlichen Debattenstil zurückzukehren“.

Nach den Worten des Bundestagsabgeordneten und CDU-Landesvize „steht die Bundesrepublik Deutschland und mit ihr der Freistaat Thüringen und seine Kommunen vor der Herausforderung, ein Flucht- und Migrationsgeschehen zu bewältigen, dessen Dimensionen wir gerade zu begreifen beginnen. Darauf haben diejenigen, die Pegida und anderen Bewegungen hinterherlaufen, ganz gewiß keine Antwort. Diejenigen, die vor allem mit der Moralkeule herumhantieren, wie Frau Hennig-Wellsow, aber genauso wenig“, sagte Hirte wörtlich. Für den stellvertretenden CDU-Landesvorsitzenden sind in der emotional offensichtlich angespannten Lage in Deutschland vor allem zwei Punkte entscheidend: „Alle demokratischen Kräfte in diesem Land müssen allen Formen der Gewalt und Einschüchterung ein klares Stoppsignal entgegensetzen. Sie dürfen sich aber auch nicht gegenseitig den guten Willen absprechen, das aus ihrer jeweiligen Sicht Beste für dieses Land auf dem Boden der freiheitlichen demokratischen Grundordnung und der Menschenwürde zu wollen.“

Hirte erinnerte daran, daß sich nicht allein die Linken mit Drohungen und Übergriffen gegen ihre Mandatsträger auseinanderzusetzen habe. „Ich denke unter anderem an unseren Abgeordneten Michael Heym, der seinen Privatwohnsitz mit kommunistischen Symbolen übersät sehen mußte, ich denke an den Landrat des Burgenlandkreises, den AfD-Abgeordneten Stephan Brandner und ganz bewußt auch und ausdrücklich an Ministerpräsident Bodo Ramelow. Wir werden uns durch infame Unterstellungen nicht daran hindern lassen, unsere Positionen klar zu formulieren.“

PM-EG

 

17.04.2015


16.04.2015: Gastronomische Kompetenz

Verstärkung für das „Spa- und GolfResort Weimarer Land“.

Pünktlich zum Beginn der neuen (Golf-)Saison kommt auch im gastronomischen Bereich Schwung in das Blankenhainer Vier-Sterne-Superior „Spa und GolfResort Weimarer Land“. Daniel Stenzel (33) verantwortet zukünftig als F&B-Direktor die gesamte Organisation des Gastronomiebereichs. Nach seiner Ausbildung zum Koch sowie zum Restaurantfachmann im Restaurant Hohenzollern in Bad Neuenahr-Ahrweiler, belegte er zusätzlich Fortbildungen zum geprüften Barkeeper und absolvierte seinen F&B-Betriebswirt an der Hotelmanagement-Akademie in Koblenz. Weitere Erfahrungen sammelte er in verschiedenen gehobenen Restaurants Kölns und im dort ansässigen Excelsior-Hotel Ernst sowie in Frankfurt am Main, wo er zuletzt im international renommierten Grandhotels „Hessischer Hof“ tätig war.

Mit diesem umfangreichen Wissens- und Erfahrungsschatz im Gepäck, weiß Stenzel genau, worauf es in der Gastronomie ankommt, hat ein Auge für Details und ist für die stetige Optimierung und Weiterentwicklung des Qualitätsmanagements beziehungsweise des Angebots des „Spa und Golf Resorts“ zuständig.

Ebenso wird ab sofort Sebastian Wittig (33) seine gastronomische Kompetenz als Leiter des Hotelrestaurants „Augusta“ einbringen. Der gebürtige Erfurter ist staatlich geprüfter Hotelbetriebswirt. Ausgebildet im Hotel „Elephant“ in Weimar, sammelte er unter anderem Erfahrungen im Grand-Hotel Residencia in Spanien, im Marriott-Grand-Residence-Club in Kalifornien, als Chef de Rang auf dem Fünf-Sterne-Kreuzfahrtschiff „MS Europa“ und zuletzt als F&B-Manager im Ramada-Hotel Friedrichroda.

Im 2013 eröffneten „Spa und Golf Resort Weimarer Land“ erwarten beide abwechslungsreiche und spannende Aufgaben. „Wir freuen uns, zwei ausgewiesene Fachmänner in unserem Team begrüßen zu dürfen, welche uns helfen, unsere sehr positive Entwicklung weiterzutreiben“, sagt Mark A. Kühnelt, Hoteldirektor des „Spa und GolfResort Weimarer Land“. Das Resort hat sich in weniger als zwei Jahren zu einem angesehenen Arbeitgeber mit derzeit rund 100 Mitarbeitern entwickelt.

„Wir treffen in Blankenhain auf ein erstklassiges Hotel mit einem tollen Team und freuen uns auf die neuen Aufgaben“, so die beiden Führungskräfte.

Im Mai 2013 wurde das Vier-Sterne-Superior „Lindner Spa und Golf Hotel Weimarer Land“ mit 94 Zimmern und Suiten eröffnet. Das klassenfreie Familienhotel ist in eine der schönsten und bereits prämierten Golfanlagen Deutschlands eingebunden. Auf dem zirka 160 Hektar großen Gelände befindet sich eine 36-Loch-Anlage. Sie ist hervorragend in die Landschaft eingebettet und bietet erstklassige Spiel- und Trainingsbedingungen. Aufgrund der zentralen Lage inmitten von Deutschland ist das GolfResort Weimarer Land von jedem Ort aus in wenigen Autostunden erreichbar.

PM-TPR

 

16.04.2015

 


16.04.2015: Keine Ängste schüren

Beamte dürfen nicht die Sparbüchse irgendwelcher Sparmaßnahmen sein: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) sieht öffentlichen Dienst als Rückgrat des Staates.

Seinen Unmut zum geplanten Tarifeinheitsgesetz brachte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) am 14. April 2015 in seiner Rede auf dem VI. Gewerkschaftstag in Weimar zum Ausdruck. Für ihn sei dies eher ein Zugeständnis der Politik an die Arbeitgeber zur Kompensation des eingeführten Mindestlohnes. Jedoch sei es nicht vertretbar, daß man per Gesetz die Handlungsfähigkeit kleiner Gewerkschaften einschränken möchte. Konkret würde dies die Ankettung einzelner Organisationen bedeuten, ohne daß wirklich Probleme gelöst würden.

Das Ziel einer guten Politik müsse vielmehr darin bestehen, ein möglichst breites Bündnis zu schließen, um die anstehenden Aufgaben und Anforderungen gemeinsam zu lösen. Besser wäre es da, wenn sich die bisher noch nicht organisierten 80 Prozent der Arbeitnehmer zukünftig verstärkt in die Arbeit ihrer Interessenvertretungen einbringen und dies auch durch eine Mitgliedschaft bekunden würden.

Für die Amtszeit der Thüringer Landesregierung sagte der Ministerpräsident den Beamten zu, daß es keine betriebsbedingten Kündigungen geben werde. Dies schließe jedoch nicht aus, daß zukünftig Veränderungen notwendig sein würden, um die öffentliche Verwaltung bürgernah zu gestalten. Hier müßten auch neue Strukturen gebildet werden. Diese Veränderungen dürften jedoch keine Ängste schüren. Dies sei aber nur möglich, wenn Gewerkschaften und Landesregierung gemeinsam an den Veränderungen arbeiten und der tbb Beamtenbund und Tarifunion Thüringen als sachkundiger Berater zur Verfügung stünde.

Auch zur Übernahme der Tarifabschlüsse äußerte sich Ramelow, wobei er keine konkreten Zusagen über die Umsetzung machte. In jedem Fall sicherte er den Beamtinnen und Beamten zu, daß sie nicht die Sparbüchse irgendwelcher Sparmaßnahmen sein werden und dürften.

Dies unterstrich auch der Bundesvorsitzende des dbb Beamtenbund und Tarifunion, Klaus Dauderstädt, in seiner Rede auf dem Gewerkschaftstag. Er sicherte den Kollegen aus Thüringen zu, daß sie die volle Unterstützung im Kampf um die Angleichung der Bedingungen für die Beamen in Ost und West seitens des dbb haben werden.

In seinem Schlußwort an den Gewerkschaftstag forderte der wiedergewählte Landesvorsitzende Helmut Liebermann, daß die Angleichung des öffentlichen Dienstes für Ost und West nun endlich vollendet werden müsse.

Dabei sei es jedoch ebenso notwendig, das Ansehen der Beamten im öffentlichen Bewußtsein zu stärken. Beginnen müsse dies bereits bei der Verwendung von Begriffen, welche im Zusammenhang mit Beamten immer wieder verwendet würden. Als Beispiel nannte er die Pensionslasten. Dieser Begriff enthält an sich eine Diffamierung gegen Beamte, welche ihr gesamtes Berufsleben für den Staat und die Gesellschaft tätig waren. Daß ihre Versorgung am Ende des Berufslebens als Last dargestellt werde, schmälere nicht nur ihre Lebensleistung, sondern diffamiere eine ganze Berufsgruppe öffentlich.

Vielmehr seien es Pensionsverpflichtungen, welche Staat und Gesellschaft gegenüber ihren ehemaligen Staatsdienern eingehen. Dabei sollte es auch auf Landesebene möglich sein, einen Fonds zur Abgleichung der Pensionsverpflichtungen einzurichten. So, wie dies in Kommunen bereits der Fall sei.

Daß eine „Eins-zu-eins-Übertragung“ auch im Osten Deutschlands möglich sei, habe – so Liebermann –  Sachsen bewiesen. Warum das in Thüringen nicht der Fall sein sollte, könne er auch deshalb nicht nachvollziehen, da erst kürzlich vermeldet wurde, daß in Thüringen die Steuereinnahmen wieder gestiegen seien. Zwar habe Thüringen unter den Vorgängerregierungen immer eins zu eins die Tarifabschlüsse für die Beamten übertragen, jedoch erfolgte dies grundsätzlich zeitversetzt. Hier sollte die neue Landesregierung durchaus neue Wege beschreiten und die Übertragung nicht nur eins zu eins, sondern auch ohne zeitliche Verzögerung vollziehen.

Zum Abschluß seiner Ausführungen sprach sich Liebermann dafür aus, daß zukünftig Beamte bundesweit einheitlich behandelt und bezahlt werden. Unter den gegenwärtigen föderalen Bedingungen entstehe ein Wettbewerb, welcher einem Aufbau eines effizienten öffentlichen Dienstes eher kontraproduktiv entgegenstehe. Wenn Bundesländer darum wetteifern, sich die Beamten abspenstig zu machen, gewinnen zwar die reichen Bundesländer, aber niemand fragt, wie die Aufgaben des öffentlichen Dienstes in den ärmeren Ländern realisiert werden können, betonte Liebermann abschließend.

Der tbb Beamtenbund und Tarifunion Thüringen  ist der Dachverband für alle Beschäftigten und Beamten im öffentlichen Dienst in Thüringen. Er wirkt als Spitzenorganisation auf Landesebene bei der Ausgestaltung beamtenrechtlicher Regelungen sowie auf Bundesebene über den dbb bei Tarifverhandlungen in den Bereichen TV-L und TVöD mit. Auf Landesebene vertritt er ein Drittel der Landesbediensteten.

ROLAND SPITZER

 

16.04.2015

 

 

Unmut zum geplanten Tarifeinheitsgesetz: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) redete am 14. April 2015  auf dem VI. Gewerkschaftstag in Weimar.

Foto: MICHAEL VOIGT


15.04.2015: Gesunde Frische

Mit DLG-Preis und neuen Produkten ins zweite Quartal: Herzgut wird für langjährige Produktqualität ausgezeichnet.

Die Frische-Molkerei Herzgut wurde von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) zum dritten Mal mit dem „Preis für langjährige Produktqualität“ ausgezeichnet. Die Traditionsmolkerei aus Rudolstadt erhält diese Auszeichnung für die Qualität ihrer Produkte, die im Rahmen der DLG-Qualitätsprüfungen für Milch und Milcherzeugnisse regelmäßig getestet werden.

Für den Erhalt dieses DLG-Preises müssen sich Unternehmen fünf Teilnahmejahre in Folge mit jeweils mindestens drei Prämierungen pro Prämierungsjahr an den Qualitätsprüfungen des DLG-Testzentrums Lebensmittel beteiligen. Ab dem fünften erfolgreichen Teilnahmejahr wird der Betrieb mit dem „Preis für langjährige Produktqualität“ ausgezeichnet.

„Wir unterziehen unsere Produkte seit vielen Jahren freiwillig dem Test der DLG-Sachverständigen“, erklärt Herzgut-Geschäftsführerin Rita Weimann. „Damit möchten wir unser Qualitätsstreben gegenüber unseren Kunden und Handelspartnern untermauern.“

Herzgut schreibt die Erzeugung qualitativ hochwertiger Milchprodukte groß und bezieht ihre Rohmilch aus diesem Grunde ausnahmslos von regionalen Erzeugern. Die Molkerei kennt die Bauern, ihre Höfe und deren Bedingungen. Wenngleich natürlich nicht jede Kuh namentlich bekannt ist, kann Herzgut die gute Milch der Thüringer Höfe mit bestem Gewissen zu Lebensmitteln verarbeiten. Und das tagfrisch, denn die Wege zwischen Bauern und Molkerei sind kurz. Das macht die Herzgut-Produkte lecker und ist überdies sehr umweltfreundlich.

In der Entwicklung ihrer frischen Milchprodukte fokussiert Herzgut selbstverständlich auch die fortschrittliche, gesundheitsbewußte Ernährung. Rita Weimann: „Unser Ziel ist es, die steigende Nachfrage nach gesunden und natürlichen Milchprodukten zu bedienen.“ Vor diesem Hintergrund entwickelte Herzgut gemeinsam mit der Friedrich-Schiller-Universität Jena bereits vor Jahren einen speziellen Ernährungsplan für die Herzgut-Milchkühe. „Wir verwöhnen die Tiere mit einer Extraportion Raps. Der ist reich an ungesättigten Fettsäuren – und die gelangen auf natürliche Weise in die Milch.“

Diese besondere Herzgut-Milch wird in den Premiumprodukten der Molkerei verarbeitet. Dazu zählen die von Natur aus streichzarte Butter, die in traditioneller Art und in den Sorten Joghurt, Bärlauch, Meersalz und brandneu Steinpilz angeboten wird. Daneben zählt der Herzgut-Omeghurt mit einem Extra an Omega-3-Fettsäuren zu den Premiumprodukten. Genauso wie Jovia, der erste zuckerreduzierte Herzgut-Fruchtjoghurt. Jovia wurde im Dezember neu in den Markt eingeführt. Mit 44 Prozent weniger Zucker als herkömmlich gesüßte Fruchtjoghurts unterstützt dieser Joghurt eine ausgewogene Ernährung und ist auch für Diabetiker geeignet.

Als Begleitung der Markteinführung und zur Stärkung ihrer Joghurtprodukte im Premiumsegment gab das Rudolstädter Unternehmen jüngst den Startschuß für eine Sammelpromotion. Im Fokus dieser Aktion stehen der neue Jovia sowie der Herzgut-Omeghurt. Kunden, die zehn Joghurtdeckel von Jovia und/oder Omeghurt sammeln, bei einer Verkostung abgeben oder einsenden, erhalten einen hübschen Herzgut-Joghurtlöffel.

Die Herzgut Landmolkerei ist die letzte eigenständige Molkereigenossenschaft Thüringens und zählt mit über 100 Jahren Erfahrung zu den traditionsreichsten Molkereien in Deutschland. Pro Jahr verarbeitet sie zirka 70.000.000 Kilogramm Milch zu qualitativ hochwertigen Milchprodukten für den Lebensmitteleinzelhandel. Dazu zählen die Herzgut-Traditions-Produkte Trinkmilch, Sahneprodukte, Joghurt, Käse und Butter sowie die Herzgut-Premium-Produkte Omeghurt und das Butterquartett. Ihre Rohmilch bezieht die Landmolkerei ausnahmslos von regionalen Erzeugern, die täglich zirka 200.000 Liter davon liefern. 30 Prozent der Rohmilch sind aufgrund eines patentierten Fütterungsrezeptes reich an ungesättigten Fettsäuren und werden zu den Herzgut-Premium-Produkten verarbeitet. Dank der kurzen Wege von den Milchbauern zur Molkerei ist die Landmolkerei in der Lage, die Milch außerordentlich schnell zu verarbeiten – das macht die Herzgut-Produkte schmackhaft und schont die Umwelt. Aktuell sorgen 104 Mitarbeiter, zwei Azubis und noch mehr Milchkühe dafür, daß Verbraucher jeden Tag gesunde, pure Milchfrische genießen dürfen.

TINA ALBRECHT

 

15.04.2015

 


15.04.2015: Effiziente Vertretung

Wiedergewählt: Helmut Liebermann bleibt Landesvorsitzender des Beamtenbundes und Tarifunion Thüringen (tbb).

Der bisherige Chef des Beamtenbundes und Tarifunion Thüringen (tbb), Helmut Liebermann, wurde am 14. April 2015 zum in Weimar stattfindenden VI. Gewerkschaftstag für eine dritte Amtsperiode als Landesvorsitzender mit 95,2 Prozent der abgegebenen Stimmen bestätigt.

In seiner Dankesrede bedankte er sich für das entgegengebrachte Vertrauen und sprach sich dafür aus, auch unter neuen politischen Konstellationen, den tbb als schlagkräftige und effiziente Vertretung der Beamten und Kollegen und Kolleginnen im öffentlichen Dienst weiterzuentwickeln.

Liebermann erklärte hierzu: „Mit der Landtagswahl 2014 sind gänzlich neue Gegebenheiten im politischen Raum für uns eingetreten. Jetzt geht es darum, auch unter diesen Bedingungen Kontinuität und Verläßlichkeit in der Arbeit zu gewährleisten, vom ersten Tage der Amtszeit der neuen Landesleitung an.“

Der tbb Beamtenbund und Tarifunion Thüringen ist der Dachverband für alle Beschäftigten und Beamten im öffentlichen Dienst im Freistaat. Er wirkt als Spitzenorganisation auf Landesebene bei der Ausgestaltung beamtenrechtlicher Regelungen sowie auf Bundesebene über den dbb bei Tarifverhandlungen in den Bereichen TV-L und TVöD mit.

ROLAND SPITZER

 

15.04.2015

Will Kontinuität und Verläßlichkeit gewährleisten: Helmut Liebermann erklärt seine Kandidatur zum Landesvorsitzenden des tbb.

Foto: MICHAEL VOIGT


14.04.2015:  Nachhaltiges Angebot

Messe Erfurt setzte sich gegen 24 Konkurrenten durch: Europas größter Umweltpreis wird 2018 in der Thüringer Landeshauptstadt vergeben.

Nachhaltigkeit zahlt sich aus: Das Kuratorium der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat die Ausrichtung des mit 500.000 Euro dotierten und damit größten Umweltpreises Europas im Jahr 2018 an die Messe Erfurt vergeben. Der Entscheidung vorausgegangen war ein Wettbewerb für die Jahre 2018 bis 2022, in dem eine Expertenjury der DBU für die Auswahl neben technischen, organisatorischen und administrativen Rahmenbedingungen vor allem Nachhaltigkeitskriterien angelegt hatte. Insgesamt 24 Veranstaltungs- und Messehallen hatten sich um die Ausrichtung der fünf Events beworben, nachdem die DBU den Wettbewerb ausgelobt und die Bewerbungsunterlagen mit den entsprechenden Rahmenkriterien definiert hatte.

„Wir freuen uns sehr, daß unser nachhaltiges Angebot überzeugt hat“, sagt Wieland Kniffka, Geschäftsführer der Messe Erfurt. „Die DBU weiß auch, daß sie hier auf ein hochmotiviertes, serviceorientiertes Team, moderne Logistik und eine wunderbare Stadt trifft.“ Die Messe Erfurt ist seit August 2014 Träger des internationalen Nachhaltigkeitszertifikates „Green Globe“.

Der Deutsche Umweltpreis wird von der DBU seit 1993 jährlich an wechselnden Orten vergeben. Der Preis zeichnet Leistungen von Personen aus, die vorbildlich zum Schutz und Erhalt der Umwelt beigetragen haben oder in Zukunft zu einer deutlichen Umweltentlastung beitragen werden.

Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem der spätere Nobelpreisträger Prof. Dr. Paul Crutzen (1994), der ehemalige polnische Umweltminister Dr. Maciej Nowicki (1996), der Hamburger Unternehmer Dr. Michael Otto (1997) und der russische Politiker Michael Gorbatschow (2010)

THOMAS TENZLER

 

14.04.2015


14.04.2015: Wichtige Plattform

Thüringen mit 17 Ausstellern am Gemeinschaftsstand auf der Hannover-Messe 2015 vertreten.

Thüringen präsentiert sich auf der größten Industriemesse der Welt als moderner und innovativer Wirtschaftsstandort: Mit insgesamt 67 Ausstellern ist der Freistaat vom 13. bis 17. April auf der Hannover-Messe 2015 vertreten. Auf dem vom Land mit rund 150.000 Euro finanzierten Thüringer Gemeinschaftsstand  – wie alle Thüringer Messestände im blauen Kampagnendesign – präsentieren sich 17 Unternehmen und Einrichtungen. Die Branchenschwerpunkte der Thüringer Aussteller liegen dabei in den Bereichen Automobil- und Maschinenbau, in der Optik und Medizintechnik, aber auch in den Wachstumsfeldern von morgen wie Green Tech, Informations- und Kommunikationstechnologie, Life Sciences und technische Dienstleistungen.

„Für Thüringen als aufstrebenden Industriestandort ist die bedeutendste Industriemesse der Welt eine wichtige Plattform. Gerade in den Bereichen Fabrikautomation, Zulieferteile oder Energieeffizienz haben Unternehmen aus Thüringen eine Vielzahl innovativer Produkte und Lösungen im Angebot“, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). „Umgekehrt stehen Schwerpunktthemen der Messe wie Digitalisierung und Industrie 4.0 auch für die Betriebe aus dem Freistaat ganz oben auf der Tagesordnung.“

Der Minister wird die Thüringer Aussteller am 16. April besuchen. Partnerland der Hannover-Messe ist in diesem Jahr Indien. Tiefensee: „Wir werden die Messe deshalb auch nutzen, um die bestehenden Kontakte weiter zu vertiefen.“ Geplant sind auch Gespräche mit zwei indischen Wirtschaftsverbänden, zu denen schon bei einer Delegationsreise im vergangenen Jahr erste Verbindungen geknüpft worden waren. Weiterhin ist ein Treffen Tiefensees mit dem Minister für Industrie und Handel der Republik Tatarstan/Russland vorgesehen.

Ein Höhepunkt der Hannover-Messe ist der traditionelle Thüringen-Abend, der am 16. April im Convention Center stattfindet. Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee und LEG-Geschäftsführer Andreas Krey werden dabei sein. Daneben bietet dieser Abend eine Plattform dafür, sich auszutauschen, zu vernetzen und Kontakte zu knüpfen.

Als eine der weltweit größten Industrie- und Technologiemessen hat die Hannover Messe in diesem Jahr das Thema „Integrated Industry – Join the Network!“ – Industrie 4.0. Insgesamt 6500 Aussteller präsentieren die modernste Fabrik- und Energietechnik, innovative Zulieferlösungen und die neueste Erkenntnis aus der Industrie-4.0-Forschung in den fünf Tagen vom 13. bis 17. April. Die fünf zentralen Themen sind Industrieautomation und IT, Energie und Umwelttechnologien, Forschung und Entwicklung, Antriebs- und Fluidtechnik, Industrielle Zulieferung. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Hannover-Messe nach eigenen Angaben rund 4700 Aussteller und rund 175.000 Besucher, davon rund 40.000 aus dem Ausland.

STEPHAN KRAUSS

 

14.04.2015


13.04.2015: Gewohnte Konstellation

Fortführungslösung für die erste Beteiligungsgesellschaft der insolventen Stadtwerke Gera Aktiengesellschaft.

Der Insolvenzverwalter der Stadtwerke Gera Aktiengesellschaft (SWG), Dr. jur. Michael Jaffé, hat zwischenzeitlich eine Fortführungslösung für die erste der SWG-Beteiligungsgesellschaften gefunden. Demnach wird der bisherige Minderheitsgesellschafter Veolia weitere Anteile an der Geraer Umweltdienste GmbH und Co. KG (GUD) übernehmen und ist künftig mit 74,9 Prozent Mehrheitsgesellschafter des Unternehmens. Der Gläubigerausschuß der SWG hat dieser Lösung bereits zugestimmt, auch die Zustimmung des Bundeskartellamts zur Aufstockung der Anteile an dem Entsorgungsunternehmen liegt nunmehr vor.

„Wir mußten viele komplexe Rechtsfragen in diesem Zusammenhang lösen, deshalb ist es besonders erfreulich, daß die GUD durch die jetzt gefundene Lösung ihre für die Bevölkerung der Stadt Gera wie für den umliegenden Landkreis Greiz wichtigen Aufgaben nahtlos auch weiterhin in der gewohnten Konstellation wahrnehmen kann“, so der Insolvenzverwalter.

Mit der strategischen Investition möchte Veolia nach eigenen Angaben das erfolgreiche Unternehmen enger in die Unternehmensgruppe integrieren. „Durch die Stärkung des privaten Engagements steht die GUD vor einer weiterhin positiven Entwicklung“, zeigt sich Matthias Harms, Geschäftsführer des Geschäftsbereiches Entsorgung bei Veolia, überzeugt.

Die GUD ist 2007 als Gemeinschaftsunternehmen von Veolia Umweltservice Ost GmbH und Co. KG und den Stadtwerken Gera (bisher zu 51 Prozent beteiligt) entstanden. In der Partnerschaft ging die 1868 gegründete Geraer Stadtwirtschaft GmbH auf, während Veolia seinen lokalen Entsorgungsbetrieb einbrachte. Heute führt die GUD diverse Betriebsstätten in Gera und Umgebung und beschäftigt mehr als 180 Mitarbeiter. In Untitz und in Gera-Langenberg werden eigene Sortier- und Recyclingzentren betrieben. Hinzu kommen mehrere Recyclinghöfe, eine Kompostieranlage und eine Umladestation für Siedlungsabfall.

Zu den Aufgaben der GUD gehören zertifizierte Entsorgungsdienstleistungen in der Stadt Gera und dem Umland, wie beispielsweise das Sammeln, Aufbereiten, Recyceln oder Vermarkten des Bio-, Verpackungs- und Restabfalls sowie von Altpapier, Textilien und Glas. Für viele Kommunen sowie mehr als 8000 Privat-, Industrie- und Gewerbekunden ist die GUD nicht nur als Entsorgungsfachbetrieb tätig, sondern übernimmt darüber hinaus auch Winterdienste und Straßenreinigung. Insgesamt erbringt die GUD ihre Dienstleistungen für mehr als 200.000 Einwohner der Stadt Gera und des Landkreises Greiz.

Wie die GUD konnten bislang alle Beteiligungsgesellschaften der insolventen Stadtwerke Gera AG in vollem Umfang fortgeführt werden. Auch der Investorenprozeß für die Stadtwerke-Beteiligungen GWB „Elstertal“ Geraer Wohnungsbaugesellschaft mbH läuft plangemäß.

Ziel ist hier weiterhin, einen oder mehrere Investoren zu finden, die die Geschäftsanteile der SWG (74,9 Prozent) an der GWB Elstertal erwerben. Die Investoren sollen dabei idealerweise eine Fortführung des Geschäftsbetriebs gewährleisten, neue Potentiale für die Stadt eröffnen sowie im Interesse der Gläubiger einen Beitrag zur Wertsteigerung der Insolvenzmasse leisten.

Zu den national und international bekanntesten Insolvenzverfahren von Dr. Michael Jaffé zählen der Medienkonzern KirchMedia, Qimonda sowie die deutschen Tochtergesellschaften der Petroplus-Gruppe, des größten unabhängigen Raffineriebetreibers in Europa. Darüber hinaus gelang es ihm in den letzten Jahren, unter anderen die Sanierung des Wohnwagen-Produzenten Knaus Tabbert, der Grob Aerospace sowie der Cinterion Wireless Modules Holding GmbH abzuschließen. Zuletzt konnte er den Geschäftsbetrieb der Kaiser GmbH, eines wichtigen Zulieferers fr die internationale Automobilindustrie mit 640 Arbeitnehmern, vor dem Aus retten und einen Investor dafür finden.

Die von ihm gegründete Kanzlei Jaffé Rechtsanwälte Insolvenzverwalter zählt mit 35 Anwälten an acht Standorten in sechs Bundesländern zu den führenden Kanzleien auf dem Gebiet der Insolvenzverwaltung, des Insolvenzrechts, des Prozeßrechts sowie den damit im Zusammenhang stehenden Rechtsgebieten in Deutschland. Seit der Einführung des ESUG (Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen) zum 1. März 2012 werden Dr. Jaffé und die Anwälte seiner Kanzlei regelmäßig auch als Sachwalter bestellt, um die mit den neu geschaffenen weiteren Sanierungsinstrumenten im Rahmen des Insolvenzverfahrens mögliche Restrukturierung von Unternehmen zu überwachen.

SEBASTIAN BRUNNER

 

13.04.2015


12.04.2015: Außergewöhnliche Auszeichnung

Der „Elite Forsk Award 2015“ für die Forscherin Rubina Raja verdeutlicht die Qualität der Forschungsumgebung des Max-Weber-Kollegs.

Professorin Rubina Raja, die gegenwärtig im Rahmen der Kolleg-Forschergruppe „Religiöse Individualisierung in historischer Perspektive“ unter der Leitung von Professor Jörg Rüpke und Professor Martin Mulsow am Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt forscht, hat den „Elite Forsk Award 2015“ erhalten. Fünf der talentiertesten Forscher Dänemarks erhalten in diesem Jahr diesen Preis, der mit insgesamt 1,2 Millionen Dänischen Kronen dotiert ist. Verliehen wurde die Auszeichnung durch Kronprinzessin Mary in einer Feierstunde in Kopenhagen.

Der „Elite Forsk Award“ ist nicht nur eine Anerkennung der talentiertesten Forscherinnen und Forscher unter 45 Jahren, die eine international herausragende Position erreicht haben, sondern stellt zugleich eine Investition in die Zukunft dar, weil die Forschung das Wissen über die Welt erweitern soll und helfen soll, Antworten zu finden für die großen Herausforderungen der heutigen Zeit. Rubina Raja wurde durch den Dänischen Research Council (vergleichbar der Deutschen Forschungsgemeinschaft) auf der Basis von Empfehlungen der Rektoren von dänischen Universitäten ausgewählt.

Jörg Rüpke, stellvertretender Leiter des Max-Weber-Kollegs für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien der Universität Erfurt: „Wir freuen uns sehr für Rubina Raja und mit ihr über diese außergewöhnliche Auszeichnung, die nur sehr selten geisteswissenschaftlichen Forschern zugutekommt und erneut die Qualität der Forschungsumgebung des Max-Weber-Kollegs verdeutlicht. Wir freuen uns, mit einer so herausragenden Forscherin weiter fruchtbar zusammenarbeiten zu können.“

CARMEN VOIGT

 

12.04.2015


11.04.2015:  Platz für Wachstum

„Kyffhäuserhütte“ stärkt Wirtschaftsstandort Nordthüringen: Standort wächst auf mehr als 60 Hektar Fläche.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat am 10. April 2015 mit dem ersten Spatenstich die finale Bauphase im Industrie- und Gewerbegebiet „Kyffhäuserhütte“ am östlichen Stadtrand von Artern gestartet. Im vierten und letzten Bauabschnitt – der sogenannten „Nördlichen Erweiterung“ – werden 30 Hektar Fläche erschlossen. Nach Abschluß der Arbeiten im Jahr 2017 hat der Standort dann eine Gesamtgröße von mehr als 60 Hektar. Mehr als sieben Millionen Euro fließen in die Erschließung der Flächen, davon stellt das Land fast sechs Millionen Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) bereit.

„Das Land investiert in erheblichem Umfang in die Revitalisierung und Erweiterung von industriellen Altstandorten, um gute Rahmenbedingungen für ansässige Unternehmen und Neuansiedlungen zu schaffen“, sagte Tiefensee. „Mit der Erweiterung des Gewerbestandorts Kyffhäuserhütte stärken wir den gesamten Wirtschaftsstandort Nordthüringen und schaffen Platz für mehr Wachstum und Beschäftigung in der Region.“

Der Industriealtstandort wird seit 1999 erschlossen. Seither haben sich hier 17 Unternehmen mit mehr als 600 Beschäftigten angesiedelt – vor allem aus den Branchen Maschinenbau und Metallverarbeitung sowie Dienstleister aus den Bereichen Bildung und Qualifikation, Projektierung, Planung und Multimedia/Internet. Dazu zählen unter anderem die Tower Automotive Preßwerk Artern GmbH, die Halfen GmbH, Stiftung Finneck-Werkstätten, die Kyffhäuser Maschinenfabrik Artern GmbH, der Euratibor e. V. sowie die Edelstahlbeizerei Eisleben GmbH.

Zum Start der Bauarbeiten waren neben dem Wirtschaftsminister auch die Landrätin des Kyffhäuserkreises, Antje Hochwind (SPD), der Bürgermeister der Stadt Artern, Wolfgang Koenen (Die Linke), sowie LEG-Geschäftsführer Andreas Krey gekommen. Bei bauvorbereitenden Arbeiten waren im Frühjahr archäologisch wertvolle Bodendenkmäler entdeckt worden, die auf eine frühere Besiedlung des Standorts hinweisen. „Bislang waren in diesem Gebiet keine derartigen Bodenfunde bekannt“, sagte Andreas Krey, Geschäftsführer der LEG Thüringen. Die Arbeiten daran seien dem Thüringer Landesamt für Denkmalpflege übergeben worden. Die Entwicklung der Flächen werde nun so koordiniert, daß die Ausgrabungen und die Baumaßnahmen zeitlich parallel ausgeführt werden können.

Die geplante Erschließung umfaßt neben der Geländeregulierung auch den Straßenbau sowie die Verlegung der Wasser-, Gas- und Stromleitungen am Standort.

STEPHAN KRAUSS

 

11.04.2015


10.04.2015: Vorreiter der Kooperation

Universitäten treten Europäischer Metropolregion Mitteldeutschland bei.

Die Friedrich-Schiller-Universität Jena ist ebenso wie die Universität Leipzig und die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ab sofort Mitglied in der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland. Mit dem Beitritt der drei Hochschulen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen stärkt das Netzwerk seine Kompetenzen in den Bereichen Wissenschaft und Hochschulpolitik.

„Die drei Hochschulen sind mit ihrer bestehenden Zusammenarbeit bei Forschung, Lehre und Weiterbildung im Rahmen des Universitätsverbundes bereits seit 1995 Vorreiter der länderübergreifenden Kooperation in Mitteldeutschland. Deshalb freuen wir uns um so mehr, daß diese Leuchttürme der mitteldeutschen Wissenschaftslandschaft zukünftig ihr Know-how und ihre Themen aktiv in die Europäische Metropolregion einbringen werden,“ so Jörn-Heinrich Tobaben, Geschäftsführer der Metropolregion Mitteldeutschland Management GmbH.

„Der Beitritt zur Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland ist ein weiterer Schritt in unserer Strategie, länderübergreifend unsere regionalen Netzwerke zu stärken. Gemeinsam können wir die überregionale Sichtbarkeit der Standortvorteile verbessern und Einfluß nehmen auf wissenschaftspolitische Weichenstellungen“, erklärt Prof. Dr. Beate Schücking, Rektorin der Universität Leipzig.

„Die Europäische Metropolregion Mitteldeutschland ist für die Universität Halle der ideale Ort, Kooperationen über die Landesgrenzen hinweg zu stärken und auszubauen. Nur zusammen – und dafür ist der bereits bestehende Universitätsbund Jena - Halle - Leipzig ein gutes Beispiel – können wir die Region weithin sichtbar machen“, betont Prof. Dr. Udo Sträter, Rektor der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

„Die Friedrich-Schiller-Universität Jena ist, wie ihre Partner in Halle und Leipzig, ein Motor der Wissenschafts- und Wirtschaftsentwicklung und ein bedeutender internationaler Akteur. Unser Beitritt stärkt die Europäische Metropolregion Mitteldeutschland, wie diese uns“, so Prof. Dr. Walter Rosenthal, Präsident der Friedrich-Schiller-Universität Jena:

In der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland engagieren sich strukturbestimmende Unternehmen, Städte und Landkreise, Kammern und Verbände sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit dem gemeinsamen Ziel einer nachhaltigen Entwicklung und Vermarktung der Wirtschafts-, Wissenschafts- und Kulturregion Mitteldeutschland.

HANKA FISCHER

 

10.04.2015


10.04.2015: „Willkommen im Leben“

Tag der offenen Tür in der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe im Mühlhäuser Hufeland-Klinikum.

Jährlich kommen zirka 700 Kinder in der Hufeland Klinikum GmbH am Standort Mühlhausen zur Welt. Die Entscheidung, wo und wie ein Kind zur Welt gebracht wird, will gut überlegt sein.

Am 18. April .2015 können werdende Eltern und alle Interessierten die Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe bei einem Tag der offenen Tür von 14 bis 17 Uhr besuchen.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung arbeiten unter dem Motto „Willkommen im Leben“ an 365 Tagen im Jahr für jeweils 24 Stunden. Zum Tag der offenen Tür werden Angebote, die vor, während und nach der Schwangerschaft in Anspruch genommen werden können, aufgezeigt. Baby- und Schwangerenschwimmen, Alles rund ums Stillen und die Ernährungsberatung sind nur einige Beispiele.

PM-HKG

 

10.04.2015

Das Licht der Welt: Jährlich werden 700 Kinder in der Hufeland Klinikum GmbH am Standort Mühlhausen geboren.

Foto: HKG-ARCHIV


09.04.2015: Internationale Bereicherung

Von Brasilien nach Nordhausen.

Wie im vergangenen Jahr konnte Prof. Dr. Matthias Viehmann als Studiendekan des neuen Studiengangs „Automation and Electronics Engineering“ auch 2015 wieder brasilianische Gaststudenten an der Nordhäuser Hochschule begrüßen.

Alexandre Lomeu De Carvalho, Alexandre Saraiva und Filipe Maciel Pontes kamen über das Förderprogramm der brasilianischen Bundesregierung „Ciencias sem Fronteiras“ (Wissenschaft ohne Grenzen) nach Nordhausen. Auf brasilianischer Seite sind die beiden Austauschorganisationen CAPES und CNPq zuständig, die die Stipendien an die brasilianischen Studierenden vergeben. Für die Umsetzung in Deutschland ist der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) verantwortet. Der DAAD kooperiert mit den deutschen Hochschulen, übernimmt die Vermittlung der Stipendiaten, finanziert teilweise Sprachkurse und fördert die Betreuung an den Hochschulen sowie die Evaluierung des Programms. Die Hochschule Nordhausen nimmt seit dem Wintersemester 2013/14 an dem Austauschprogramm teil.

Die Studenten möchten in dem einen Jahr in Nordhausen Lehrveranstaltungen des Studiengangs „Automation and Electronics Engineering“ besuchen. „Automatisierung und Elektronik haben eine sehr große Bedeutung in der Industrie und Fahrzeugtechnik. In Deutschland, speziell auch in Nordhausen, bekommt man dazu eine hochwertige Ausbildung“, so Alexandre Saraiva. Und er schätzt die Kleinstadt sowie die individuelle Studienbetreuung sehr, im Gegensatz zu seinen Erfahrungen während der Studienvorbereitung in der Großstadt München.

„Ich kann die Bedeutung der Automatisierung und Elektronik immer wieder bestätigen – Beschäftigungssorgen haben unsere Absolventinnen und Absolventen auf diesem Gebiet keine. Die Entwicklung von Automatisierungsanlagen und von elektronischen Geräten ist eine sehr abwechslungsreiche Tätigkeit in ganz unterschiedlichen Bereichen, beispielsweise in Produktionsanlagen, in der Fahrzeugtechnik, der Kommunikationstechnik, der Energietechnik oder auch im privaten beziehungsweise medizinischen Umfeld. Den Wunsch der brasilianischen Gäste nach einem Praktikumsplatz in der Fahrzeugelektronik/Elektromobilität werde ich durch meine Industriekontakte unterstützen, so wie für andere Studierende unserer Hochschule auch. Wir freuen uns sehr über die internationale Bereicherung unserer Seminargruppen,“ betont Professor Viehmann.

Für den Studiengang „Regenerative Energietechnik“ kann die Hochschule Nordhausen ebenfalls einen neuen brasilianischen Studierenden begrüßen. Renan Henrique De Oliveira hatte den Studiendekan Prof. Dr. Thomas Schabbach bereits vor zwei Wochen kennengelernt und mit ihm über die Lehrveranstaltungen des Sommersemesters gesprochen.

Für die brasilianischen Austauschstudenten heißt es nun erst einmal, Studienrhythmus aufzunehmen, sich in der deutschen Sprache weiterzuqualifizieren sowie sich mit Land und Leuten zu beschäftigen.

TINA BERGKNAPP

 

09.04.2015

Deutsch-Brasilianischer Austausch:  Prof. Dr. Matthias Viehmann und Katrin Ronneburger im Gespräch mit brasilianischen Studenten und mit Mitarbeitern seiner Arbeitsgruppe.

Foto: TINA BERGKNAPP


8.04.2015: Pfiffige Entwicklungen

Blitzschutz für Windkraftanlagen-Rotorblätter und weitere Erfindungen aus Thüringen werden zur Leistungsschau der Geistesgrößen der Welt in Genf präsentiert.

Geniale Produktentwicklungen werden in Genf zur internationalen Fachmesse für Innovationen präsentiert. Der internationalen Leistungswettbewerb der Geistesgrößen der Welt in Genf findet vom 15. bis 19. April im Palexpo statt. Sechs Produktentwickler aus Unternehmen und Handwerksbetrieben präsentieren mit Unterstützung des Thüringer Erfindernetzwerkes Erinet ihre innovativen und pfiffigen Entwicklungen erstmals der Weltöffentlichkeit am Gemeinschaftsstand „Thüringen“. Gefördert und unterstützt wird die Teilnahme durch die Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen.

Von einem innovativen Rotorblatt für Windkraftanlagen mit integriertem Blitzschutz, einem Multifunktionshaussockel als Modularer Bausatz zum Hochwasserschutz, einem Lagergehäuse mit Wellenlagerung und Dichtung für Wasserpumpen in Kraftfahrzeugen, einer hochfesten Keramikbeschichtung mit digitaler augenphysiologisch angepaßter Helligkeitssteuerung von optischen Visieren über einen neuartigen Rollverschluß zum Verbinden von Rolläden ohne zusätzliche Führungsschiene bis zu einer neuartigen Idee zur Grippenotfallbehandlung unter Berücksichtigung der Veränderung von Virenstämmen reichen die Produktneuheiten und Innovationen am freistaatlichen Gemeinschaftsstand.

Zur internationalen Leistungsschau für Erfindungen, die zum 43. Mal im Messezentrum Genf in der Schweiz stattfinden wird, werden insgesamt mehr als 790 Ausstellern aus 45 Nationen erwartet. Rund 1000 Produktentwicklungen und Erfindungen, die noch nicht veröffentlicht sind, werden vorgestellt. Erwartet werden über 60.000 Fachbesucher aus fünf Kontinenten. Diese internationale Leistungsplattform in Genf ist eine bedeutende Leitveranstaltung zur Entwicklung der Erfinder- und Technologieakzeptanz, denn hinter jeder Entwicklung oder Produktneuheit steckt ein kluger Kopf. Von der Teilnahme an der Leitveranstaltung in Genf erhoffen sich die Produktentwickler ideale Voraussetzungen für die internationale Kontaktanbahnung zu Produzenten und Verwertern sowie eine wirtschaftliche Vermarktung der präsentierten Produktentwicklungen und Ideen, so Jens Dahlems, Leiter des Thüringer Erfindernetzwerkes Erinet.

Unter Leitung des Thüringer Erfindernetzwerkes Erinet können in Genf sehr unkompliziert neue internationale Produktions- und Vertriebsnetzwerke geknüpft und Gemeinsamkeiten im Netzwerk gefunden werden. Im letzten Jahr kamen die Fachbesucher von Unternehmen, Universitäten und staatlichen Organisationen. Sie hatten einen Anteil von 40 Prozent an den Besuchern der Messe. 45 Prozent der ausgestellten Innovationen waren im letzten Jahr Gegenstand von Lizenzgesprächen, so Jens Dahlems.

Die internationale Leitveranstaltung ist die weltweit wichtigste Fachmesse für Erfindungen mit hoher Internationalität und ein idealer Treffpunkt für Aussteller, Publikum, Journalisten und berufliche Einkäufer, um eine schnelle international erfolgreiche wirtschaftliche Vermarktung der Erfindungen zu erreichen. Durch die Verleihung des „Großen Preises der Erfindermesse“ sowie die Vergabe von wertvollen Auszeichnungen sowie Medaillen durch die internationale Jury erhält jede Erfindung die Chance, unmittelbar an ihrem tatsächlichen Wert gemessen zu werden.

Viele Entwicklungen haben mit einer Idee oder Vision begonnen. In diesem Entwicklungsstadium müsse, so Jens Dahlems, zukünftig wieder stärker in Thüringen mit der Förderung begonnen werden, um die geistigen Leistungen der Menschen mehr zu achten und zu respektieren. Innovatoren und Erfinder müßten wieder stärker in den Fokus der öffentlichen Betrachtungen gerückt werden. Hier benötigten die Erfinder fachkompetente und wirkungsvolle Hilfe und Unterstützung.

E-JD-PM

 

8.04.2015


07.04.2015: Multikulturelle Herausforderung

Internationale Teams trotzen kulturellen Schranken: Studierende der Universität Erfurt arbeiten im GlobCom-Projekt an PR-Strategie für WWF.

Jung, dynamisch und international – das Global Communications Project (kurz: GlobCom) geht in eine neue Runde. Zum 13. Mal sammeln 22 Studierende der Erfurter Kommunikationswissenschaft erste praktische Erfahrungen im Rahmen einer Fallstudie. Dazu arbeiten sie mit Studierenden von 15 verschiedenen Universitäten aus 15 Ländern zusammen. Über sechs Kontinente hinweg müssen sich die Studierenden in internationale Teams aufteilen und kulturellen Schranken trotzen. Denn es gilt, eine Public Relations-Maßnahme für einen namhaften Auftraggeber zu erarbeiten.

Der Auftraggeber ist in diesem Jahr „World Wildlife Fund“ (WWF), der die Initiative „Heart of Borneo“ über malaysische Landesgrenzen hinaus bekanntmachen möchte. Mit 22 Millionen Hektar ist das „Herz Borneos“ das größte verbleibende Urwaldgebiet der weltweit drittgrößten Insel, die sich in einen malaysischen, indonesischen und den Teil Brunei Darussalam’s aufteilt. Borneo deckt einen Großteil der weltweiten Nachfrage nach Holz und ist bekannt für den Export von Palmöl. Diese wirtschaftlichen Stärken gehen jedoch mit einer Gefährdung der Natur, insbesondere durch die Abholzung des Regenwaldes, einher. WWF setzt sich für den Schutz des Urwaldes, der Flora und Fauna sowie der Ureinwohner ein. Es ist an den Studierenden, mit innovativen Strategien und Maßnahmen zu diesem Erfolg beizutragen.

Das vom Global Communication Institute e. V. betreute Projekt ermöglicht Studierenden erste Gehversuche auf dem internationalen PR-Parkett. „Die wichtigste Voraussetzung für erfolgreiche globale PR sind vielfältige kulturelle Kompetenzen und Erfahrungen“, sagt Dr. Volker Stoltz, Dozent und Leiter des Projekts an der Universität Erfurt.

Im vergangenen Wintersemester bekamen die Teilnehmer einen theoretischen Einblick in die Schwerpunkte der Public Relations. Danach teilte sich die Seminargruppe in Dreier-Teams auf, die fortan mit Studierenden aus Indien, Italien, Großbritannien, Neuseeland, Portugal, Thailand, Rußland, Südafrika, Spanien, USA und den Vereinigten Arabischen Emiraten virtuelle PR-Agenturen bilden. Die Studierenden stehen in ihrer Arbeit sowohl vor einer multikulturellen als auch vor einer organisatorischen Herausforderung. Sie müssen sich über Zeitzonen, kulturelle und sprachliche Barrieren hinweg verständigen und gemeinsam ein Projekt auf die Beine stellen – und das über ein Land, das die Mehrheit unter ihnen noch nicht bereist hat: Malaysia.

Für das Finale des Projektwettbewerbs stehen den Teilnehmern rund 20 Flugstunden bevor. Vom 4. bis 7. Juni lädt der Auftraggeber im Rahmen eines Symposiums nach Sarawak auf die Insel Borneo ein. Die drei besten Teams bekommen vor Ort die Möglichkeit, mit ihren Kommunikationsstrategien zu überzeugen.

CARMEN VOIGT

 

07.04.2015

 


06.04.2015: Mit Begeisterung konstruierte Brücken

Brücken gebaut und zerstört: Nach den erfolgreichen Thüringer Schülerwettbewerben unter dem Motto „Türme für Erfurt“ fand der diesjährige Wettstreit, nunmehr schon in der fünften Auflage, mit einer Aufgabenstellung zur Brückenkonstruktion statt.

Mit Blick auf die Auswirkungen der demographischen Entwicklung gewinnt die Thematik der Nachwuchsgewinnung auch beim Berufsstand der Ingenieure zunehmend an Bedeutung. Die Ingenieurkammer Thüringen sieht unter anderem in dem Format Schülerwettbewerb, wie ihn auch die Fachhochschule Erfurt – Fachrichtung Bauingenieurwesen durchführt, eine geeignete Möglichkeit, um Schüler für ingenieurtechnische Sachverhalte zu begeistern. Nach den erfolgreichen Thüringer Schülerwettbewerben unter dem Motto „Türme für Erfurt“ fand der diesjährige Wettstreit, nunmehr schon in der fünften Auflage, mit einer Aufgabenstellung zur Brückenkonstruktion statt.

Erfurt verfügt über zirka 240 Brücken, die die zahlreichen kleinen Wasserläufe, diese sind ein wichtiger Bestandteil der städtischen Infrastruktur, überspannen. Nun wurde Erfurt noch um elf außergewöhnliche Brücken reicher. Zur Teilnahme am Brückenbau-Wettbewerb waren jeweils bis zu sechs Teammitglieder unter Leitung einer Lehrerin oder eines Lehrers aufgerufen. Zehn Teams aus Thüringer Schulen sowie eine Schülergruppe aus der tschechischen Technikerschule in Kadan wurden zum Wettbewerb zugelassen. Die Wettbewerbsteilnehmenden sollten aus Papier eine leichte und zugleich stabile Brücke bauen. Dazu wurde ihnen eine „Brücken-Box“ mit sämtlichen Lehr- und Baumaterialien für die Konstruktion zur Verfügung gestellt. Zudem mußten alle Modelle in ein Lichtraumprofil von maximal 140 Zentimeter Länge, 25 Zentimeter Breite und 50 Zentimeter Höhe passen.

Am 30. Januar .2014 gab Prof. Dr. Holger Schmidt, Fakultät Bauingenieurwesen/Konservierung und Restaurierung der FH Erfurt, den Teilnehmern im Rahmen der Einführungsveranstaltung einen interessanten Einblick in die Grundlagen der Statik. Er ging auf die wesentlichen Unterschiede zwischen Zug- und Druckkräften ein und gab zahlreiche wichtige Hinweise für eine stabile Konstruktion, wie unter anderem gleichmäßige Lastverteilung und symmetrisches Bauen. Anschließend konnten die Schüler praktische Eindrücke in den Laboren der FH Erfurt sammeln. Nach der theoretischen und praktischen Wissensvermittlung erhielten die Teilnehmer die sogenannte „Brücken-Box“ zur Konstruktion des Turmes und waren somit mit allen notwendigen Lehr- und Baumaterialen ausgestattet.

Die zugelassenen Teams mußten ihre Konstruktionen am 27. März 2015 einer Begutachtung vorstellen, dabei fand auch ein Belastungstest statt. Bewertet wurden neben dem Verhältnis von Traglast zu Eigenlast auch visuelle Kriterien wie Kreativität und Gestaltung der Brücke.

Originelle und mit Begeisterung konstruierte Brücken aus Papier schmückten zu Beginn des Wettbewerbs das Foyer der Fachhochschule. Nachdem die Jury geprüft hatte, daß nur die zugelassenen Materialen verwendet wurden, wurden im nächsten Wettbewerbsabschnitt alle gebauten Brücken einem Belastungstest unterzogen. Die „Zerstörung“ der Schülerkreationen war nicht nur spektakulär, sie war auch das wichtigste Bewertungskriterium, denn das Verhältnis von Traglast zu Eigengewicht floß mit 70 Prozent in die Gesamtbewertung ein. Die eingereichte Dokumentation und die gegenseitige Bewertung der Schüler auf Kreativität und Qualität machten jeweils zehn Prozent der gesamten Bewertung aus.

Den zweiten Brückenbauwettbewerb hat das Team der Goetheschule in Ilmenau gewonnen. Tristan Wolf, Felix Möller, Markus Ismer, Jannis Warweg, Tilman Gretsch und Erik Marr (Klasse 10 und 11) wurden von Lehrerin Bianka Krämer betreut. Ihre Brücke hielt einer Last von 464 Kilogramm bei einem Eigengewicht von 2,181 Kilogramm stand. Das entspricht einem Quotienten von Traglast zu Eigengewicht von zirka 213. Platz zwei ging an das Team der tschechischen Technikerschule, gefolgt vom Team der Walter-Gropius-Schule, mit Verhältnissen von Traglast zu Eigengewicht von 70 Beziehungsweise 55. Weitere zwei Brücken wurden für ihre ansprechende Gestaltung mit dem Kreativpreis des Verbandes Beratender Ingenieure – Landesverband Thüringen ausgezeichnet. Diese Preise erhielten zwei Gruppen des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums Lengenfeld unterm Stein.

Die Jury, bestehend aus Studierenden, Professoren, Mitarbeitern der Fachrichtung Bauingenieurwesen und dem Vizepräsidenten der Ingenieurkammer Thüringen und Vorsitzender des VBI – Landesverband Thüringen, Dr. Hans-Reinhard Hunger, vergab insgesamt 750 Euro an Preisgeldern. Dr. Hunger überreichte den Siegern die Urkunden und Preise. Die Ingenieurkammer Thüringen stiftete 500 Euro, der Verband Beratender Ingenieure – Landesverband Thüringen beteiligte sich mit 250 Euro.

Der Schülerwettbewerb als gemeinsame Initiative der Ingenieurkammer Thüringen, des VBI-Landesverband Thüringen und der FH Erfurt hat zum Ziel, den Schülern technische und naturwissenschaftliche Fächer näher zu bringen und Ingenieurtalente zu fördern. Der Wettbewerb konfrontiert die bis zu sechsköpfigen Schülerteams mit bautechnischen Fragestellungen und bietet die Chance, ingenieurtechnische Gesetzmäßigkeiten zu erkunden und kreativ umzusetzen.

Angesichts eines großen Lern- und Spaßfaktors für die Schüler und einer wahrnehmbaren medialen Beachtung war der Schülerwettbewerb wieder ein großer Erfolg und soll im nächsten Jahr fortgesetzt werden.

CAROLINE ILLHARDT

 

06.04.2015

Spektakuläre Zerstörung: Die Siegerbrücke 2015 beim Belastungstest.

Foto: FW/ MICHAEL VOIGT

 


05.04.2015: Geheimnisvolle Düfte

„Bis bald im Wald“: Ein neues Thüringer Kinderbuch.

Thüringen und Wald werden ja oft in einem Atemzug genannt. Aber was wissen die Thüringer von ihrem Wald? Immer weniger.

Darum haben sich einundzwanzig Thüringerinnen und Thüringer zusammengetan, um das Kinderbuch „Bis bald im Wald“ (für Neun- bis 13jährige) zu schreiben und zu illustrieren. Die Geschichten erzählen von den geheimnisvollen Düften im Wald und der Kraft der Waldpflanzen, von Wölfen, Wildschweinen und Luchsen, aber auch von wichtigen Winzlingen wie den Waldameisen und anderem Getier. Und natürlich werden in einem Waldbuch auch Geschichten über den Wald, also die Bäume darin, erzählt. Und manchmal steht der Fuchs direkt vor der Haustür.

Sachtexte ergänzen die Geschichten mit Fakten rund um den Wald.

Ulf Annel aus Erfurt-Tiefthal schrieb für das Buch witzige Wald-Gedichte.

Die Illustrationen stammen von Marie Geißler, Ina Hattenhauer, Stefanie Jeschke, Alexander von Knorre, Rosa Linke, Nadja Rümelin, Franziska Walther des Weimarer Studios „Zeichmal“. Alles junge Zeichnerinnen und Zeichner, die sich schon einen guten Namen in der Buchbranche gemacht und einige Preise abgeräumt haben.

Das Buch wurde von der Thüringer Kulturstiftung gefördert. Es ist ein Projekt des Verbandes deutscher Schriftsteller/Landesverband Thüringen, unterstützt durch den Friedrich-Bödecker-Kreis e. V.

PM-UA

 

05.04.2015


04.04.2015: Thüringen-Philosophie

Dauerbrenner auf dem Thüringer Medienmarkt: Die Neue Thüringer Illustrierte erschien zum 300. Mal.

Die unmittelbare Nachwendezeit lieferte ein vielfältiges, widersprüchliches, ein spannendes Feld für journalistische Berichterstattungen. Und ungeahnte Möglichkeiten eröffnete die Nachwendedemokratie der Vielzahl von Möchtegern-Verlegern gerade hierzulande. Den wenigsten jedoch war ausreichende und vor allem dauerhafte Würdigung durch Leserschaften beschieden.

Von den Exoten auf dem Thüringer Medienmarkt erwies sich die Neue Thüringer Illustrierte, die NTI, als einer von ganz wenigen überlebensfähigen Versuchen. Als konzern-, verbands- und parteienunabhängig hat sich die Zeitschrift aus Weimar seit 1991 vielen Widerständen und Schwierigkeiten zum Trotz in ihrer Nische etabliert und profiliert. Am 4. April erscheint die Neue Thüringer Illustrierte zum 300. Mal.

Mit Zivilcourage stand die Neue Thüringer Illustrierte von Anfang an immer wieder für heiße Themen gerade. Mehrfach vor dem Kadi. Stellte den aus Fulda stammenden damaligen Weimarer Oberbürgermeister Dr. Klaus Büttner (CDU) bloß, weil der auf dubiose Weise Aufträge zur „Vermarktung“ der Klassikerstadt vergab. Danach Thüringens Innenminister Willibald Böck (CDU) ein Bein, indem sie eine echte Quittung desselben über 20.000 D-Mark in bar abdruckte, worauf das Hamburger Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ zum großen Schlag in der sogenannten Raststättenaffäre ausholte. Als es um die Kompetenz des sozialdemokratischen Möchtegern-Ministerpräsidenten Richard Dewes ging, verlor die NTI wegen ihrer kritischen Berichterstattung SPD-orientierte Anzeigenkunden.

Obwohl über den Christdemokraten Dieter Althaus in seiner Zeit als Kultusminister wegen seines Vorpreschens in Sachen Rechtschreibreform gewitzelt, der langjährige Saale-Holzland-Landrat Jürgen Mascher (CDU) für seine Zögerlichkeit als Sparkassen-Verwaltungsratsmitglied im Skandal des Jenaer Geldinstituts gerügt oder gegen Erfurts Oberbürgermeister Manfred Ruge wegen seines vereinnahmenden Wesens bei der Eingemeindung von Kommunen im Erfurter Randgebiet im Zuge der Gebietsreform heftig polemisiert wurde, gehörte die Illustrierte offenkundig bei diesen und anderen freistaatlichen Frontleuten zur Standardlektüre.„Die NTI hat uns publizistisch in Erfurt und Thüringen von Beginn an kritisch aber konstruktiv begleitet“, berichtete beispielsweise der Landeshauptstädter Manfred Ruge (CDU) zum zehnjährigen NTI-Jubiläum. Selbst der umtriebige Eichsfelder Willibald Böck schloß, wenn auch erst nach zehn Jahren, mit der NTI seinen Frieden: „Damals ist viel Unfug über mich gesagt und gedruckt worden. Aber ich bin nicht nachtragend. Das bringt nichts und ist für die Zukunft nur schädlich“, resümierte er gegenüber der NTI (Ausgabe 5/2001) inzwischen gelassen.

„Es kennzeichnet einen guten Journalisten, wenn er Distanz wahrt, die Gegenseite zu Wort kommen läßt und den Lösungen von Problemen den gleichen Raum widmet wie den Problemen selbst“, stellte Dr. Bernhard Vogel (CDU) als damaliger Thüringer Ministerpräsident in der NTI 5/2001 klar. Auch wenn die NTI mit dem einstigen Landesvater keinesfalls immer einer Meinung war, diesen Grundsatz hat sich die Zeitschrift stets auf die Fahnen geschrieben und ist damit gut gefahren. Mitunter gelingt es in den für die NTI typisch ausführlichen und hartnäckig hinterfragten Interviews sogar, die ganz persönlichen Probleme der Thüringer Politprofis zutage zu bringen: „Mir ist leider der Spagat zwischen Familienleben und kommunalpolitischem Engagement nicht gelungen“, bekannte sich beispielsweise Harald Zanker (SPD), Landrat des Unstrut-Hainich-Kreises, in Ausgabe 4/2006 zu einer privaten Niederlage in seiner Amtszeit.

„Von Thüringern für Thüringer und Thüringen“: Was zuerst als Floskel galt, ist längst zur Philosophie geworden. Die NTI ist geradezu ein Muß für Meinungsbildner im Freistaat, Die Veröffentlichungen der Illustrierten sind Bestandteile von Pressespiegeln und hausinternen Informationen in Thüringer Ministerien, Vereinen und Verbänden sowie einer Vielzahl von Unternehmungen. Ein wichtiges Standbein der Stammleserschaft bilden kommunale Entscheidungsträger. Dort werden die Inhalte der NTI schon deshalb interessiert konsumiert, weil man in den Amtsstuben wissen möchte, wie Amtsträger in anderen Regionen zu den derzeitigen Herausforderungen argumentieren und wie sie sich zum aktuellen Geschehen positionieren.

Wir leben in schnellebigen Zeiten. Ereignisse überschlagen sich und die Medien in Thüringen berichten aktuell und vielfältig über das tägliche Geschehen. Als Monatszeitschrift kommt es für die Neue Thüringer Illustrierte darauf an, darüber zu berichten, was hinter Schlagzeilen steht. Die auf ausgewählte Themenbereiche orientierte konsequente Hintergrundberichterstattung soll dabei helfen, Entwicklungen und Prozesse im Bundesland nachvollziehbar, ja transparent zu machen. Dabei setzt die Zeitschrift ganz bewußt auf ausführliche Interviews und Berichte, um für den interessierten Leser eine verständliche und umfassende Kommunikation komplexer Sachverhalte zu gewährleisten. Die Gesprächspartner aus Wirtschafts- und Interessenverbänden, aus der Kommunal- und Landespolitik, aus dem Fremdenverkehrswesen und der Kultur äußern sich kompetent und streitbar zu Entwicklungen in ihren Branchen, Regionen und Verantwortungsbereichen.

Die Neue Thüringer Illustrierte hat es sich zur Aufgabe gemacht, auf vielfältige Weise dieses junge Bundesland vorzustellen, vor allem die hier wirkenden innovativen Unternehmen, die reiche Kulturlandschaft, die hier agierenden Agrarbetriebe, die originellen touristischen Aktivitäten, die kommunalpolitischen Akzente und nicht zuletzt den unverwechselbaren Thüringer Menschenschlag.

Über die Jahre war es der NTI immer wieder ein besonderes Anliegen, die kommunalen Netzwerkbildungen in Thüringen zu begleiten, wenn möglich wohlwollend. Nicht wenige der Bemühungen waren unterm Strich durchaus erfolgreich wie die Impulsregion, das Städtedreieck am Saalebogen oder die Fusion von Leinefelde und Worbis. Kein Ruhmesblatt für den einst deklarierten Willen zur Vernetzung stellen dagegen zwei Projekte dar, die als Städtenetz Süd- beziehungsweise Westthüringen firmierten. Sie sind heute beide mausetot. Wobei es manche Akteure gab, die die Bemühungen von vornherein als bloße Alibi-Veranstaltungen einordneten, um den Status eines Oberzentrums zu erlangen.

Bei aller Leidenschaft für Thüringen, macht der Blick vor Landesgrenzen nicht halt. So berichtete die NTI gerade in jüngster Zeit vom spannenden und unaufhaltsamen Prozeß des Zusammenwachsens im mitteldeutschen Raum, indem sie versuchte, die Entwicklungen der Metropolregion Mitteldeutschland über einen längeren Zeitraum konstruktiv zu begleiten.

In guten aber auch komplizierten Zeiten erwies sich die stark auf Thüringen und Thüringer Interessen bezogene wirtschaftspolitische Orientierung, das Mühen um konsequente Hintergrundberichterstattung als Erfolgs- und Überlebensprinzip. Dabei kam es der NTI stets darauf an, auch scheinbar unwichtige Themen oder weniger bedeutend erscheinende Regionen nicht zu vergessen. In der 300. Ausgabe steht zum Beispiel mit dem Landkreis Hildburghausen ein sehr kleiner aber feiner Landstrich im Mittelpunkt. Und das zu Recht: Die Region hat keinen Grund zur Bescheidenheit, sollte seine Stärken selbstbewußt nach außen tragen. Die Kommunen haben Defizite aus früheren Jahren erkannt, sie sind dabei, sich mit interessanten Konzepten zu profilieren.

Keine Frage: Die Lesegewohnheiten haben sich im Informationszeitalter gewaltig geändert. Das bedeutet auch für die NTI, umzudenken, neue Wege zu beschreiten. Im Onlineportal nti-online.net können die Nutzer auf ausgewählte Beiträge aus früheren Jahrgängen zurückgreifen oder in alten Heften elektronisch blättern. Seit Ende 2014 bietet der Service „Nachrichten aus dem Freistaat“ sogar täglich Meldungen, die der Redaktion aus diversen Regionen und allen gesellschaftlichen Bereichen des Freistaates zugearbeitet werden.

Vom Internetauftritt hat, entgegen mancher Befürchtungen, die Druckausgabe sogar profitieren können. Nicht wenige Neu-Abonnenten sind nämlich über den Internetauftritt überhaupt erst auf die NTI aufmerksam geworden.

JÖRG SCHUSTER

 

04.04.2015


04.04.2015: Positiver Ausblick

Hans-Dieter Brenner beendet zum 30. September 2015 seine Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender der Helaba.

Hans-Dieter Brenner wird zum 30. September 2015 seine Tätigkeit als Vorsitzender des Vorstandes der Landesbank Hessen-Thüringen beenden und in den Ruhestand treten. „In diesem Monat werde ich 63 Jahre alt. Nach 14 Jahren der Verantwortung im Vorstand – davon mehr als sechs Jahre als Vorstandsvorsitzender – entspricht dieser Schritt meiner persönlichen Lebensplanung“, erklärt Brenner.

Brenner kam 2001 zur Helaba und leitete zunächst die Bereiche Finanz- und Risikocontrolling, IT sowie Recht. 2006 wurde er zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden und 2008 zum Vorstandsvorsitzenden der Bank bestellt.

Brenner trat sein Amt als Vorsitzender des Vorstandes auf dem Höhepunkt der Finanzkrise an. Die Helaba gehört zu den wenigen Banken, die erfolgreich und aus eigener Kraft durch die Finanzkrise steuerte. Unter Brenners Führung weist die Helaba eine kontinuierlich positive Ertrags- und Geschäftsentwicklung auf. Der scheidende Vorstandsvorsitzende steht für den Ausbau des erfolgreichen strategischen Geschäftsmodells der Bank, insbesondere für die Integration der Sparkassenregion Nordrhein-Westfalen und die Weiterentwicklung zur führenden deutschen Verbundbank.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014 erzielte die Bank trotz der anhaltenden Niedrigzinsphase und deutlich gestiegener regulatorisch bedingter Bankstrukturkosten das bisher beste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte. Der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr ist positiv. Die Bank erwartet wiederum ein erfolgreiches Geschäftsjahr mit einem bemerkenswert guten Ergebnis.

PM-MT

 

04.04.2015


03.04.2015: Die Natur als Vorlage

Die größte Porzellan-Vase der Welt setzte vor wenigen Tagen der Porzellanwelten-Schau auf der Leuchtenburg die Krone auf. Das ambitionierte Kunstprojekt wurde gemeinsam mit dem in Halle an der Saale lebenden und aus dem Kaukasus stammenden Künstler Alim Pasht-Han und der Porzellanmanufaktur Reichenbach umgesetzt.

„Mit dieser Vase wollen wir dem Porzellan ein Denkmal setzen“, formuliert Ilka Kunze von der Stiftung Leuchtenburg gegenüber der Neuen Thüringer Illustrierten das große Vorhaben. Die Leuchtenburg als zentrale Schau des Porzellans – als „Museum“ kann man die attraktiv gestalteten und im wahrsten Sinne des Wortes (be)greifbaren Einblicke in Geschichte, Produktion, Wert und Mythos des Weißen Goldes wahrlich nicht bezeichnen – hat mit einer genau acht Meter hohen, einer – ganz der Betrachter-Phantasie überlassenen – Zigarre oder Rakete ähnlichen Vase ihre Krönung erhalten. Vom Schachtelhalm sei die Konstruktion abgeschaut, dieser trotz großer Höhe in sich stabilen Pflanze, sagt Alim Pasht-Han.

In Weiß-Blau-Gold-Glitzer erhebt sich das Kunstwerk, in sanftes Licht getaucht in einem rundum in Mattschwarz den Blick nicht ablenkenden kleinen Amphitheater. Fast unmerklich dreht sich die Vase und gewährt so den Blick auf alle 360 Porzellankacheln. In 30 Reihen mit je zwölf Kacheln – jeweils sechs goldene und weiße – ordnete der Porzellankünstler Alim Pasht-Han die Unikate an, Stück für Stück aufeinander gebaut zu einer sich selbst tragenden, innen hohlen Konstruktion. „Nach über einem Jahr gedanklicher Vorbereitung ging es in einen zweijährigen Prozeß der Realisation“, berichtet Alim. Und der war trotz so langer theoretischer Vorbereitung immer wieder vom Scheitern, Neudenken und Neumachen geprägt. Für die leicht konvexe Gestalt wählte Alim die „kosmische“ Urform des Hexagons. „Das Ideal ist rund, das Hexagon, Sechseck, kommt dem Runden am nächsten.“

Die Gestaltung ist das eine, das andere die Beherrschung der Technik. Eineinhalb Jahre reine Arbeitszeit brauchte die Vase in der Porzellanmanufaktur und beim Zusammenbau. Das Material, das Porzellan, spielte all seine Zickigkeiten aus. Spannungen und folgende Brüche, Fehlbrände und so weiter: Insgesamt 30 Prozent der jeweils 32 mal 28 Zentimeter großen Hexagon-Kacheln waren Ausschuß, mußten neu produziert werden. Für die Porzellanmanufaktur Reichenbach trotz langjähriger Zusammenarbeit mit dem Künstler auch eine neue Erfahrung. Und für Alim viel zusätzliche Arbeit. Denn jede Kachel zeigt ein extra von ihm entworfenes kobaltblaues Motiv aus der Entwicklung, Bilder aus dem Mikro- und Makrokosmos. Bei jeder Ausschußkachel mußte Alim neu zeichnen – ohne Vorlage oder Kopie der Vorgängergrafik. Denn jede Wabe ist einzeln gestaltet und mit einem individuellen Motiv versehen, – „Von unten nach oben geht es durch die gesamte bionische Entwicklung: Von Kristallen und Steinen über Einzeller und Amöben bis zu komplexen Formen in menschlicher Gestalt“, erläutert Pasht-Han. „Die Natur ist dabei ganz strikt Vorlage, es geht um ursprüngliche Dinge, die nicht künstlich vom Menschen verändert werden können“, beschreibt der Künstler die Idee. „Deshalb wählte ich auch den Titel ‚Arura' für die Vase – ‚Ar' für die Erde, ‚Ra' für die Sonne: Erde und Sonne.“

Wie bei der Urzeit- und Universalform Hexagon wählte er als Zeichen der evolutionären Entwicklung die Spiralform – ein Band aus goldgeränderten Kacheln, das sich in einer DNS-Spiralform nach oben windet.

„Wir zeigen in unserer Schau hier die ungewöhnlichen und unerwarteten Seiten des Porzellans“, sagt Sven Hitzer, Vorstand der Stiftung Leuchtenburg. „Der Triumph des Porzellans liegt in den Extremen, die es leisten kann. Wir wollen die Gäste in Staunen versetzen und ihnen einen sinnlichen Zugang zum Thema Porzellan bieten“ – Superlative inbegriffen. Neben dem nur Millimeter messenden kleinsten Porzellanservice der Welt ist nun die weltgrößte Porzellan-Vase zu sehen. Rund 80.000 Euro investierten die Stiftung, die EU und der Freistaat Thüringen.

Die Stiftung Leuchtenburg wurde auf der Internationalen Tourismus Börse (ITB) in Berlin mit dem begehrten Marketing-Award „Leuchttürme der Tourismuswirtschaft“ des Sparkassen-Tourismusbarometers für Ostdeutschland ausgezeichnet. Der Preis würdigt die Stiftung Leuchtenburg für das Angebot Porzellanwelten Leuchtenburg als Zukunftsdenker im Freistaat Thüringen.

„Verfall, Leerstand und Perspektivlosigkeit damals. Lifestyle, Kulturgenuß und Erlebnisort heute. Sieben Jahre nur brauchte die 800jährige Leuchtenburg für diesen unglaublichen Imagewandel. Mein Team und ich sind richtig stolz, daß die Leuchtenburg heute eines der Top-Ausflugsziele ist und damit die Menschen auch für die herausragende Porzellanseele Thüringens begeistert“, sagt Sven-Erik Hitzer.

Der 2. Tag des Thüringer Porzellans am 11. und 12. April auf der Leuchtenburg steht unter dem Motto „Zeitgefühl – zwischen damals und Dir“. Manufakturen und Porzelliner geben Einblicke in ihre Arbeit, auf Märkten werden kunstvolle Porzellanobjekte angeboten, kreative Workshops laden zum Mitmachen ein und Sterneköche und Sommeliers entführen die Besucher in die Welt der Genüsse.

FRANK FRIEDRICH

 

03.04.2015

 

 

Die Leuchtenburg bei Kahla: Sternstunden der Porzellankunst.

 

 

Eine Vase aus irdischem Porzellan: Alim Pasht-Han schuf 360 Kacheln als Unikate.

Fotos (2): FRANK FRIEDRICH


02.04.2015: Demonstriertes Prinzip der „Ballenbeprobung"

Hochschule Nordhausen auf der Hannovermesse.

An der weltweit wichtigsten Industriemesse nehmen auch in diesem Jahr wieder Vertreter der Hochschule Nordhausen teil. In der Zeit vom 13. Bis 17. April werden dabei aktuelle Forschungsprojekte aus dem Gebiet der Ingenieurwissenschaften sowie das Studienangebot der Hochschule Nordhausen vorgestellt. Ausgestellt wird in Halle 2 auf dem Gemeinschaftsstand „Forschung für die Zukunft".

Umfangreiche Aktivitäten der Hochschule Nordhausen zur Einwerbung und Bearbeitung von Forschungsprojekten führten in den letzten Jahren zur Profilierung des Forschungsschwerpunktes „GreenTech". Neben dem Ausbau erneuerbarer Energien sind darunter verschiedene ingenieurtechnische Aspekte mit dem Ziel zu verstehen, Energie und Ressourcen effizient einzusetzen. Ergebnisse dieser Arbeiten unter Projektleitung von Prof. Dr. Sylvia Schade-Dannewitz werden anhand interessanter Exponate zur Diskussion gestellt.

Das groß angelegte Projekt „Recycling 2.0 - Die Wertstoffwende" sucht Lösungsansätze zur Sicherung der globalen Rohstoffversorgung. Die Rückgewinnung von Wertstoffen aus Abfällen ist dabei von besonderer Bedeutung. Insbesondere die Sammlung und Aufbereitung von Elektroaltgeräten muß deutlich verbessert werden, da aktuell noch sehr viele wertvolle Inhaltsstoffe wie beispielsweise „Seltene Erden" verlorengehen.

Als ein kleiner Bestandteil der „Wertstoffwende" fungiert das Projekt „Ballenbeprobung". Hier wird versucht, die schwierige Probenahme aus verpreßten Kunststoffen (Ballenware) entscheidend zu verbessern. Ziel ist es, die Produktqualität zu sichern beziehungsweise zu steigern. Die Arbeiten gründen auf langjährigen Erfahrungen der Beprobung schwieriger Schüttgüter, aus denen mit der Preß- und Preßbohrmethode bereits patentierte und genormte Verfahren entwickelt wurden. Das Prinzip der „Ballenbeprobung" wird auf der Messe anhand eines voll funktionsfähigen Modells demonstriert.

HSPN

 

02.04.2015

Nordhäuser Hochschulpräsentation in Hannover: Diplomingenieurin Petra Hauschild in Diskussion mit Messe-Besuchern.

Foto: HN-ARCHIV


01.04.2015: Neue Reihe

April, April … ?! Legendenhaftes, Unglaubliches und (beinahe) Wahres rund um die Erfurter Stadtgeschichte: Erste Abendführung am 1. April im Stadtmuseum „Haus zum Stockfisch“.

Die Erfurter Stadtgeschichte steckt voller unbeantworteter Fragen: Wieviel Volt hatte der berühmte Lutherblitz bei Stotternheim? Warum hat das Erfurter Rad keinen Reifen? Wer bekam am Krämpfertor zuerst einen Krampf?

„In der Exklusiv-Führung am 1. April können die Erfurter endlich das hören und fragen, was ihnen phantasielose Fachhistoriker all die Jahre vorenthalten haben“, meint verschmitzt Dr. Anselm Hartinger, der neue Direktor der Erfurter Geschichtsmuseen, und lädt dazu ein, Sensationelles und Unglaubliches rund um die Erfurter Stadtgeschichte kennenzulernen – und wer weiß, das eine oder andere könnte (vielleicht) sogar stimmen …

Mit dieser Veranstaltung beginnt das Stadtmuseum eine neue Reihe von Abendführungen, die einmal monatlich stattfinden und sich auf unterhaltsame Weise ernsten, heiteren und in jeder Hinsicht merkwürdigen Aspekten der Erfurter Stadtgeschichte widmen.

SYBILLE GLAUBRECHT

 

01.04.2015

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Sonneberger Potentiale

Die Ausgabe 4/2017 berichtet über das geplante bayerisch-thüringische Oberzentrum.

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