News März 2015

 

März 2015
 

31.03.2015: Appell für ausreichend Fördermittel

Thüringer Wohnungswirtschaft unterstützt Ramelows Forderung nach extra Mitteln für Flüchtlinge.

Der Verband Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft unterstützt Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) bei seiner Forderung an die Bundesregierung, mehr Geld für steigende Flüchtlingskosten bereitzustellen.

Allerdings betont Verbandsdirektorin Constanze Victor: „Flüchtlinge sollen in den Kommunen möglichst dezentral untergebracht werden. Letztendlich ist es gleich, woher dafür das Geld kommt – ob vom Bund oder dem Land. Der springende Punkt ist: 2015 wird Thüringen mehr als 9000 Flüchtlinge haben. Vor rund zwei Jahren waren es noch 1764. Diese Asylsuchenden menschenwürdig unterzubringen, bringt die Wohnungswirtschaft an ihre Belastungsgrenze.“

Der Verband sieht daher den Bund und das Land in der Pflicht, wenn es um eine würdevolle Unterbringung geht. Er appelliert daher auch an die Landesregierung, ausreichend Fördermittel zur Verfügung zu stellen. So sei etwa nicht einzusehen, warum nur die Einrichtung zentraler Unterkünfte mit 7500 Euro pro Flüchtling gefördert wird, nicht aber die dezentrale.

Für den Verband reicht es dabei nicht aus, allein Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Bereits belastete Stadtviertel müssen ausgenommen werden, um stabile Nachbarschaften zu erhalten. Integration wird zudem mit der steigenden Zahl der Flüchtlinge immer wichtiger. „Ohne eine parallel stattfindende Betreuung kann uns die Integration der Flüchtlinge in unsere Wohngebiete nicht gelingen. Neue soziale Betreuungspakete sind zwingend erforderlich“, so Constanze Victor. Es kann nicht sein, daß sich ein Sozialarbeiter um 150 Asylsuchende kümmern muß. Der ideale Betreuungsschlüssel wäre laut anerkannter Studien etwa 1:80.

Gerade für die großen Städte wie Erfurt und Jena muß laut Verband auch über einen neuen Verteilerschlüssel nachgedacht werden. Denn diese Kommunen haben im Vergleich das geringste Wohnungsangebot und müssen gleichzeitig die meisten Asylsuchenden unterbringen. Thüringens Kommunen, die über entspannte Wohnungsmärkte verfügen, sollten dagegen zügig ihre leer stehenden Wohnungen zur Verfügung stellen.

In Sachsen hat die Regierungskoalition sich kürzlich darauf geeinigt, 2015/16 insgesamt 100 Millionen Euro zusätzlich bereitzustellen, rund 50 Millionen pro Jahr. Damit sollen jene Kosten gemildert werden, die durch den Anstieg der Asylbewerberzahlen entstehen. Der Verband Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft appelliert jetzt an die Landesregierung, ebenfalls mehr Mittel zur Verfügung zu stellen.

Im Verband haben sich 197 Mitgliedsunternehmen, darunter 174 Wohnungsunternehmen, zusammengeschlossen. Zusammen bewirtschaften sie rund 270.000 Wohnungen. Fast ausschließlich handelt es sich dabei mit 252.500 Wohnungen um eigenen Bestand der Unternehmen. Rund 17.500 Wohnungen werden für Dritte, teils in der Wohneigentumsverwaltung, betreut. Nahezu jeder zweite Mieter wohnt bei einem Mitgliedsunternehmen des Verbandes. Seit 1991 investierten Mitglieder insgesamt über elf Milliarden Euro in Thüringens Wohnungs- und Immobilienwirtschaft. 2013 sicherten die Verbands-Mitglieder mehr als 6500 Arbeitsplätze bei einem Investitionsvolumen von 324 Millionen Euro.

SWENJA TEICHMANN

 

31.03.2015


30.03.2015: Einzigartige Ergebnisse

Thüringer Strategiewettbewerb mit Auszeichnungen für drei innovative Gründungen.

In der vorigen Woche wurden in Erfurt die Sieger des diesjährigen Thüringer Strategiewettbewerbs ausgezeichnet. Die Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (Stift) vergab am Abend des 25. März drei Preise für innovative Gründungen. Je 5000 Euro für den Aufbau ihrer Unternehmen erhielten EFII, Kükomo und Gitterwerk.

„Kükomo“ ist in Schmalkalden ansässig. Marco Jaeger stellt in seiner Tischlerei nicht nur gesunde Möbel her, sondern jedes Stück ist – ästhetisch wie physisch – auf den Kunden abgestimmt. Der entscheidet dabei selbst, wie ökologisch und gesund sein neues Möbelstück sein soll. Das Ergebnis sind einzigartige Unikate, so individuell wie ein Fingerabdruck.

Hinter „Gitterwerk“ verbergen sich Dr. Frank Fuchs, Lorenz Stürzebecher und Max Tarantik. Ursprünglich eine Ausgründung aus dem Fraunhofer IOF und der Friedrich-Schiller-Universität Jena, unterstützt die Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena ab April dieses Jahres das Projekt. Die „Gitterwerker“ haben ein neues Verfahren zur kostengünstigeren Herstellung von Beugungsgittern entwickelt. Beugungsgitter sind für die Kompression ultrakurzer Laserpulse, die für den Aufbau von industriellen Lasern eine große Rolle spielen, nötig. An der EAH Jena wird das Team von Prof. Dr. Alexander Magerhans, Fachbereich Betriebswirtschaft, betreut.

Das dritte Siegerprojekt stammt aus der EAH Jena: „EFII“ bedeutet „Energiefilter für die Dotierung von Siliziumkarbid-Wafern mittels Ionenimplantation“. Constantin Csato, Florian Krippendorf und Benjamin Tom entwickelten ein neues Verfahren zur Dotierung von Silicium-Wafern in der Mikrochipherstellung, das nicht nur eine erhebliche Zeitersparnis bei der Dotierung ermöglicht, sondern auch eine Kostenreduzierung im zweistelligen Prozentbereich. Mentor der Gruppe ist Prof. Dr. Michael Rüb aus dem Fachbereich SciTec.

PI-SN

 

30.03.2015

Sieger beim diesjährigen Thüringer Strategiewettbewerb: Max Tarantik, Dr. Frank Fuchs, Lorenz Stürzebecher, Constantin Csato, Florian Krippendorf und Marco Jaeger (von links nach rechts).

Foto: STIFT-ARCHIV


29.03.2015: „Tiefgreifende Aufarbeitung"

Mitgliederversammlung des ADAC Hessen-Thüringen: Neuausrichtung vorgenommen und neue Vorstandsmitglieder gewählt.

Im Rahmen der Mitgliederversammlung des ADAC Hessen-Thüringen am 29. März in Nohra gab Matthias Feltz, Vorsitzender des ADAC Hessen-Thüringen, einen umfassenden Einblick über die Aktivitäten des Automobilclubs.. Zum 31.Dezember 2014 waren 2.005.349 Mitglieder im ADAC Hessen-Thüringen organisiert, bundesweit zählte der ADAC als Europas größter Automobilclub zum 31. Dezember 2014 genau 18.923.845 Millionen Mitglieder.

Die „Gelben Engel" der ADAC-Pannenhilfe rückten 2014 zu rund 440.000 Pannenhilfeeinsätzen in Hessen und Thüringen aus. Bundesweit wurden die Straßenwachtfahrer und ihre Partner 3.940.048mal zu einer Panne gerufen, die Erfolgsquote lag bei 85,4 Prozent, das heißt bei den meisten Pannenfahrzeugen konnte der Schaden analysiert und repariert werden, die Fahrt aus eigener Kraft wurde fortgesetzt.

Der in Jena-Schöngleina stationierte ADAC-Rettungshubschrauber „Christoph 70" wurde im Vorjahr zu 1327 Einsätzen gerufen, sein „Kollege" „Christoph 28" in Fulda flog 1322 Einsätze, um Menschenleben zu retten. „Besonders freut uns", so Matthias Feltz, „daß die ADAC-Luftrettung 2014 an der Luftrettungsstation in Fulda mit dem Eurocopter EC 135P2e in die neue, zweimotorige Generation der Rettungs- und Intensivtransporthubschrauber investiert hat." Bundesweit versorgten die „Gelben Engel der Lüfte" 52.577 Notfallpatienten, viele davon in akuter Lebensgefahr.

Der ADAC Hessen-Thüringen hat 2014 in Hessen und Thüringen umfassend in die Verkehrssicherheit investiert: 79 Ortsclubs statteten 76.500 Erstkläßler in 1650 Schulen mit Sicherheitswesten aus. ADAC-Verkehrserziehungsprogramme für Kinder wie „Achtung Auto", „ADACUS" oder „Blitz für Kids" wurden ebenso erfolgreich umgesetzt wie Jugendfahrradturniere, die Aktionen zum „Wildunfallschutz" oder „Schilderwald", um die Vielzahl von Hinweisschildern zu verringern.

Die Fahrsicherheitstrainer auf den ADAC-Fahrsicherheitszentren Thüringen (Nohra) und Rhein-Main (Gründau) leisteten durch die Fahrsicherheitstrainings für Pkw, Motorrad, Lkw, Bus und Landwirtschaftsfahrzeuge einen wichtigen Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit. Neben dem ADAC-Verkehrsübungsplatz im thüringischen Nohra verfügt der ADAC seit vergangenem Jahr auch über einen Verkehrsübungsplatz im nordhessischen Malsfeld.

„Der ADAC", so Matthias Feltz, „hat die Krise im Vorjahr als Chance und Herausforderung begriffen und durch ebenso umfassende wie tiefgreifende Aufarbeitung zahlreiche Konsequenzen gezogen, um den ADAC neu aufzustellen." Dieser als „Reform für Vertrauen" bezeichnete Prozeß wurde im Rahmen der außerordentlichen Hauptversammlung am 6. Dezember 2014 in München unter der Führung des neuen ADAC-Präsidenten Dr. August Markl von allen Delegierten verabschiedet.

Die Umsetzung sei vollumfänglich angelaufen und werde Schritt für Schritt realisiert. So habe sich der ADAC, um mögliche Interessenkonflikte zu vermeiden, unter anderem bereits vom Werkstattkonzept und von seinem Fernbus-Engagement getrennt. Kindersitze verkaufe man auch nicht mehr, weil man sie qualitativ akribisch testen und nicht einmal den Anschein von Verquickung zulassen wolle. „Zukünftig", so Feltz anläßlich der Mitgliederversammlung, „wird der neue ADAC national auf drei Säulen stehen."

Der Vorsitzende des ADAC Hessen-Thüringen führte als erste Säule den Verein „ADAC e.V." an, in dem die Mitgliederleistungen wie Pannenhilfe, technische und touristische Beratung sowie Sport- und Motorsport-Aktivitäten der Ortsclubs angesiedelt sind.

Die zweite Säule umfaßt eine nicht börsennotierte Aktiengesellschaft, in der sämtliche wirtschaftlichen Aktivitäten enthalten sind.

Die dritte Säule beinhaltet eine gemeinnützige Stiftung, in der die vielfältigen Leistungen enthalten sind, die der ADAC für die Allgemeinheit erbringt. Hierzu zählen unter andrem die Förderung der Unfallverhütung und der Rettung aus Lebensgefahr, insbesondere der ADAC-Luftrettung.

Im Rahmen seines Reformprozesses hat der ADAC Ende 2014 ein neues Leitbild vorgestellt, in dem sich der ADAC auch zukünftig als eine Gemeinschaft von Mitgliedern versteht, die als Verein gegliedert ist und mit der gesamten Organisation Hilfe, Rat und Schutz im Bereich der persönlichen Mobilität bietet.

Matthias Feltz: „Der ADAC hat aus den Fehlern gelernt, hat notwendige Konsequenzen gezogen und er verfügt über eine neue Struktur, die ihn nicht nur zukunftsfähig, sondern auch hochattraktiv für seine Mitglieder macht. Und die die ideale Basis für sein gesellschaftliches Engagement ist."

Bei der Mitgliederversammlung am 29. März bestätigten die Delegierten das Vorstandsmitglied für den Ortsclub-Bereich Hessen, Gisela Warminsky, Ahnatal, und das Vorstandsmitglied für Finanzen, Claus-O. Herzig, Eichenzell, in ihren Ämtern. Neu gewählt wurden das Vorstandsmitglied für den Ortsclub-Bereich Thüringen, Nathalie Braun, Mihla, das Vorstandsmitglied für Freizeit, Reise und Tourismus, Roland Geiling, Gera, und das Vorstandsmitglied für Verkehr, Umwelt und Technik, Jürgen Lachner, Hanau.

Neben den erfahrenen Vorstandsmitgliedern ist der ADAC Hessen-Thüringen nun auch mit der 30jährigen Nathalie Braun und dem 52jährigen Jürgen Lachner als neu hinzugekommenen Vorstandsmitgliedern für die Zukunft gut aufgestellt.

MANUELA TÜROFF

 

29.03.2015


28.03.2015: Exzellentes Zentrum

Jenaer Forschungseinrichtung Septomics überzeugt mit wissenschaftlicher Kompetenz: Bundesforschungsministerium stellt zusätzliche Mittel bereit.

Das Zentrum für Innovationskompetenz (ZIK) Septomics wird auch in den nächsten fünf Jahren durch den Bund gefördert. Am 27. März hat das Bundesforschungsministerium (BMBF) bekanntgegeben, daß die Einrichtung im Rahmen des Programms „Unternehmen Region“, das innovative Wirtschaftscluster aus Forschungsinstituten und Unternehmen in den neuen Ländern fördert, zusätzliche Mittel erhält. „Herzlichen Glückwunsch, diese Zusage der Bundesregierung ist eine Auszeichnung für eine hervorragende Arbeit“, sagte Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) dazu in Erfurt. „Mit viel Engagement ist in den vergangenen Jahren ein exzellentes Zentrum für die Sepsis-Forschung in Jena entstanden.“

Das ZIK ist eine fakultätsübergreifende Forschungseinrichtung der Friedrich-Schiller-Universität, das in der Sepsisforschung tätig ist. Die Einrichtung sei auf dem Weg, „ein internationales Leistungszentrum zu werden, an dem Grundlagenforschung, angewandte Forschung und klinische Behandlungspraxis zusammenkommen“, sagte Tiefensee. „Mit dieser Arbeit können Menschenleben gerettet werden, da hier Mittel und Behandlungsmethoden gegen die lebensbedrohliche Blutvergiftung erforscht werden.“ Mit über 175.000 Fällen pro Jahr in Deutschland und einer sehr hohen Sterblichkeitsrate gehört die Sepsis mittlerweile zu den schwerwiegenden medizinischen Herausforderungen. Die im ZIK Septomics erarbeitete wissenschaftliche Expertise und die klare Forschungsstrategie für die kommenden Jahre überzeugte letztlich auch die vom BMBF eingesetzte zehnköpfige Auswahljury unter Dr. Klaus von Dohnanyi.

Der Minister zeigt sich sehr erfreut darüber, daß sich mit der aktuellen Förderentscheidung der Bundesregierung die Anschubfinanzierung aus dem Landesprogramm ProExzellenz und die Begleitung durch die Landesregierung auszahlen. Das Land Thüringen hat unter anderem auf dem Beutenberg-Campus für rund 5,35 Millionen Euro – darunter vier Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre) – das Laborgebäude errichtet und mit rund 2,45 Millionen Euro die klinische Forschergruppe finanziert.

Im ZIK Septomics kooperieren die Friedrich-Schiller-Universität Jena, das Universitätsklinikum Jena und das Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie e.V. Diese enge Kooperation der verschiedenen Forschungseinrichtungen und ihre übergreifende Zusammenarbeit ist ein Erfolgsfaktor, so der Minister: „In Jena sind innovative Netzwerke entstanden, die Kompetenzen aus den verschiedensten Feldern zusammenführen. Das zeigt: Kompetenz und Teamarbeit führen zu Leistungen der Spitzenklasse.“

Neben dem ZIK in Jena fördert das BMBF in Ostdeutschland sieben weitere interdisziplinäre Kompetenzzentren in Dresden, Freiberg, Greifswald, Halle und Potsdam. Die Themen der Zentren reichen von der Photonik über die Medizinforschung bis zur Biotechnologie. Insgesamt stehen für 18 Kompetenzzentren aus zwei Programmrunden von 2002 bis 2020 mit der aktuellen Förderentscheidung fast 350 Millionen Euro zur Verfügung.

LARISSA SCHULZ-TRIEGLAFF

 

28.03.2015


27.03.2015: Anlaufstelle für den Mittelstand

Land unterstützt Einrichtung eines „Kompetenzzentrums Industrie 4.0“: Potentialstudie geplant.

Das Thüringer Wirtschaftsministerium wird den Aufbau eines „Kompetenzzentrums Industrie 4.0“ unterstützen. Das hat Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am 26. März2015 im Thüringer Landtag angekündigt. Dabei wolle man an laufende Aktivitäten aus der Thüringer Wirtschaft – insbesondere der Industrie- und Handelskammern und der Ingenieurkammer – anknüpfen. Das Kompetenzzentrum soll Anlaufstelle für den Mittelstand zu allen Fragen rund um das Thema Industrie 4.0 sein und dabei alle Aspekte von den Technologien über Datensicherheit bis hin zu den Auswirkungen auf die künftige Arbeitswelt abdecken.

Thüringen müsse künftig besser von der rasanten Verbreitung der Informationstechnologien und ihrer Integration in alle Prozesse, Technologien und Branchen profitieren, sagte Tiefensee. „Die Digitalisierung aller Lebensbereiche ist ein Megatrend und schafft ganz neue Märkte und Nachfragepotentiale, die wir frühzeitig erkennen und nutzen müssen.“

Zu Ausgestaltung und Details des Thüringer Kompetenzzentrums laufen derzeit die Abstimmungen mit der Wirtschaft. Im Zusammenhang damit plant das Wirtschaftsministerium noch im Jahr 2015 die Durchführung einer Potentialstudie zur Industrie 4.0 in Thüringen. Auf dieser Grundlage werde ein Aktionsplan für die digitale Wirtschaft vorgelegt, kündigte Tiefensee an. „Wir arbeiten an einer umfassenden Digitalisierungsstrategie für Thüringen.“ Mit dem geplanten Kompetenzzentrum sollen auch die Voraussetzungen für die Teilnahme Thüringens an einem vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) für den Frühsommer geplanten Wettbewerb geschaffen werden. Das BMWi plant die Auswahl und finanzielle Förderung von vier bis fünf „Kompetenzzentren Industrie 4.0“ bundesweit.

STEPHAN KRAUSS

 

27.03.2015


27.03.2015: Etabliertes Programm

Radio F.R.E.I. in Erfurt als erstes lokales Bürgerradio in Thüringen zugelassen.

Der Verein Freies Radio Erfurt e. V. erhält die Zulassung zur Veranstaltung eines lokalen nichtkommerziellen Bürgerradios in Erfurt. Die Versammlung der Thüringer Landesmedienanstalt in ihrer Sitzung am 24. März einstimmig den entsprechenden Beschluß, der Radio F.R.E.I. ab 1. Juni 2015 für vier Jahre ermöglicht, über die schon bisher vom Bürgerrundfunk genutzte Frequenz 96,2 MHz 24 Stunden am Tag lokales, nichtkommerzielles Bürgerradio zu senden.

Bürgerradios haben die Aufgabe, lokale und regionale Informationen zu verbreiten, Medienbildung zu vermitteln, möglichst vielen Bürgern einen chancengleichen Zugang zu gewährleisten und ihnen die Gelegenheit zu geben, eigene Beiträge herzustellen und zu verbreiten.

Radio F.R.E.I. veranstaltet bereits seit 1999 auf den bislang zur Verfügung stehenden Sendeplätzen des Offenen Kanals Erfurt/Weimar sein nichtkommerzielles Lokalradio. In der Erfurter Medienlandschaft ist das Programm fest etabliert und erfüllt eine wichtige publizistische Ergänzungsfunktion neben den privaten und öffentlich-rechtlichen Radioprogrammen. Die Programmanalysen der Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) der letzten Jahre belegen, daß der Veranstalter stets den in den Lizenzen vorgeschriebenen Informationsanteil von 20 Prozent im Tagesprogramm (7.00 Uhr bis 20.00 Uhr) eingehalten hat und seine Hörer nicht nur mit lokalen Informationen, sondern auch mit einer Vielzahl von Sendungen und Beiträgen versorgt hat, für die in den landesweiten Formatradios kein Platz ist.

Im Rahmen ihrer Aufsichtstätigkeit untersucht die TLM regelmäßig die von ihr zugelassenen Lokal-TV-Programme. Die Gremienmitglieder diskutierten die aktuelle Analyse, die wieder einen aufschlußreichen Überblick über die Vielfalt der gegenwärtigen Programmangebote und -strukturen aller lokalen Fernsehsender in Thüringen gibt. Die Analyse unterstreicht die Bedeutung des Thüringer Lokalfernsehens als Kommunikator der Themen vor Ort im Freistaat.

PI-TLM

 

27.03.2015


26.03.2015: Angebot aus Trends und Traditionellem

Die 17. „Reiten-Jagen-Fischen“ in Erfurt hofft auf 30.000 Besucher: Neues Hallenkonzept macht Messe noch attraktiver.

Mit neuen Rekorden geht die „Reiten-Jagen-Fischen“ in ihre 17. Ausgabe. 224 Aussteller präsentieren vom 27. bis 29. März 2015 eine attraktive Mischung aus Freizeit-, Sport- und Fachangeboten in den Hobbywelten Reiten, Jagen und Fischen. Die Erfurter Messeleitung freut sich über 50 Neuaussteller und acht Prozent Zuwachs bei der vermieteten Fläche.

Mit ihrem Angebot aus Trends und Traditionellem hat sich die Messe zum jährlichen Branchentreffpunkt in Mitteldeutschland mit zunehmend europäischer Ausstrahlung entwickelt. 2015 kommen Aussteller aus zehn Ländern (Österreich, Belgien, Ungarn, Tschechische Republik, Rumänien, Holland, Polen, Namibia, Italien und Deutschland) nach Erfurt.

Neben dem kompletten Angebot an Produkten und Dienstleistungen erwartet Privat- wie Fachbesucher ein umfangreiches Begleitprogramm, darunter attraktive Prüfungen und Vorführungen zum Thema Reitsport und die beliebte Meisterschaft der Hirschrufer. Bereits zum dritten Mal macht das Thuringia-Western-Turnier Station auf dem Freigelände der Messe. Hier wird auch die Firma Stihl Timbersports eine großartige Show abliefern. Die Königsklasse im Sportholzfällen demonstriert ihr Können an Axt und Säge.

Das vielfältige Publikumsangebot wird durch 15 Fachveranstaltungen mit über 1000 erwarteten Gästen im Congress-Center der Messe ergänzt. Hier finden unter anderem die Verbandstagung Maschinenring, das traditionelle Tierärzte-Meeting, das Pferdeforum Zucht + Sport sowie der Jungzüchterwettbewerb statt.

Mit einem neuen Hallenkonzept wird die Messe für Besucher noch attraktiver. Die Thüringer Angelfreunde und Fischereiexperten können sich auf einen abgeschlossenen und deutlich erweiterten Ausstellungsbereich in der Messehalle 1 freuen. Auch das Messesegment Jagen und Forst wird deutlich vergrößert.

„Der Wunsch, die Freizeit in der Natur zu verbringen, wird immer stärker. Das erklärt auch den wachsenden Erfolg unserer Messe Reiten-Jagen-Fischen. Wir freuen uns auf 30.000 begeisterte Besucher“, sagt Messegeschäftsführer Wieland Kniffka.

PM-ME

 

26.03.2015


25.03.2015: Vorhandene Spielräume

Thüringen bei Investitionsförderung handlungsfähig: Neue Spielregeln für Wirtschaftsförderung.

Kein Förderstillstand in Thüringen: In der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) - mit einem Umfang von etwa 100 Millionen Euro pro Jahr das wichtigste Instrument der Investitionsförderung in Thüringen - konnten jetzt die ersten Gelder für neue Investitionsvorhaben zugesagt werden. „Trotz vorläufiger Haushaltsführung bleibt Thüringen in der Wirtschaftsförderung handlungsfähig“, sagte Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am 25. März in Erfurt.

Für die Neubewilligungen werden Restmittel aus dem Vorjahr eingesetzt. „Damit nutzen wir vorhandene Spielräume im Interesse der Unternehmen und überbrücken so die Zeit bis zur Verabschiedung des neuen Landeshaushalts“, sagte Tiefensee. Die Antragsannahme und -bearbeitung laufe ohnehin weiter, so daß die Unternehmen auch mit der Realisierung ihrer Vorhaben starten können. Zudem unterliegt die Auszahlung von bereits bewilligten Fördermitteln keinerlei Einschränkungen. Das Programm wird zu jeweils 50 Prozent vom Bund und vom Land finanziert.

Die ersten Adressaten der GRW-Förderung in diesem Jahr sind die Springer GmbH in Ohrdruf und die Smartpolymer GmbH in Rudolstadt. Springer investiert 1,6 Millionen Euro in den Ausbau seines Standorts, an dem derzeit insbesondere Rohrbogen aus Edelstahl gefertigt werden. Das Land fördert das Projekt mit knapp 253.000 Euro. Smartpolymer wird in Rudolstadt auf der Basis eines selbstentwickelten Verfahrens künftig Kunststoffe mit besonderen Eigenschaften herstellen und investiert dazu 2,5 Millionen Euro. Das Land fördert das Vorhaben mit 625.000 Euro. In beiden Unternehmen tragen die Investitionen zur Sicherung der vorhandenen Arbeitsplätze bei.

Seit diesem Jahr gelten in der GRW neue Spielregeln. So konzentriert sich die Investitionsförderung in Zukunft stärker auf das Wachstum der kleinen und mittleren Thüringer Unternehmen. Großunternehmen können nach den neuen EU-Kriterien de facto nur noch bei Neuansiedlungen beziehungsweise Investitionen in komplett neue Produktlinien unterstützt werden. Neu eingeführt hat das Wirtschaftsministerium ein Mindestjahresentgelt von 25.000 Euro pro Jahr (Arbeitnehmerbrutto, also ohne Sozialbeiträge des Arbeitgebers) für alle mit der GRW-Förderung neu zu schaffenden Arbeitsplätze. Außerdem sind künftig auch arbeitsplatzsichernde Investitionen förderfähig. Hier gilt allerdings ein Lohnsteigerungskriterium: Dieses sieht vor, daß die Lohnsteigerung im Förderzeitraum die durchschnittlichen Lohnsteigerungen um rund 20 Prozent übersteigen muß.

STEPHAN KRAUSS

 

25.03.2015


25.03.2015: Knifflige Rätsel-Tour

Detektivspiel im jüdischen Quartier: Alte Synagoge lädt Familien zur Endeckungsreise rund um das jüdische Quartier in der Landeshauptstadt ein.

Für die Osterferien 2015 bietet das Netzwerk „Jüdisches Leben Erfurt“ eine Entdeckungstour durch das jüdische Quartier an: Familien haben ab dem 28. März 2015 während der Öffnungszeiten der Alten Synagoge (Dienstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr) die Möglichkeit, einen Detektiv-Rucksack auszuleihen. Mit Hilfe von Lupe, Kompaß, Zollstock und Stadtplan gehen damit große und kleine Entdecker auf eine knifflige Rätsel-Tour durch das Viertel um die Alte Synagoge, die mittelalterliche Mikwe und die Kleine Synagoge. Die Entdeckungstour richtet sich an Familien mit Kindern oder an Kindergruppen ab neun Jahren.

Dabei können sie spannende Entdeckungen machen: Wie hieß die Kreuzgasse früher? Was ist eine Mikwe? In welche Himmelsrichtung zeigt der Toraschrank einer Synagoge und warum wird die Synagoge auch „Judenschule“ genannt?

Sind alle Fragen enträtselt, ergibt sich daraus ein Lösungswort, das – bei der Rückgabe des Rucksacks an der Museumskasse der Alten Synagoge – dem dortigen Personal zugeflüstert werden muß: Ist es richtig, erhalten die Detektive eine kleine Überraschung.

Die Entdeckungsreise durch das Quartier um die Alte Synagoge dauert etwa eine Stunde und startet individuell durch die Familien nach der Ausleihe des Detektiv-Rucksacks an der Kasse der Alten Synagoge. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Die Ausleihgebühr für einen Rucksack beträgt 2,50 Euro. Außerdem muß ein persönliches Dokument als Pfand an der Museumskasse hinterlegt werden.

Die Detektiv-Rucksäcke werden bereits seit drei Jahren als kontinuierliches Programm für Familien und Schulklassen in der Alten Synagoge eingesetzt: Dort können Familien mit Kindern oder Kindergruppen ebenfalls mit Lupe und Kompaß auf Entdeckungsreise gehen. Da das Ratespiel in der Alten Synagoge auf viel positive Resonanz stößt, werden die Detektiv-Rucksäcke in den Ferienzeiten für eine Entdeckungstour im jüdischen Quartier umgerüstet. Außerdem wird in der Begegnungsstätte Kleine Synagoge eine Detektiv-Tour für Familien angeboten.

SYBILLE GLAUBRECHT

 

25.03.2015


24.03.2015: „Möglichkeiten weitestgehend ausgereizt“

Organisierte Wohnungswirtschaft senkt CO2-Emissionen: Wohnungen verursachen 71,5 Prozent weniger Kohlendioxid.

Thüringens organisierte Wohnungswirtschaft hat zwischen 1994 und 2012 die CO2-Emissionen ihres Wohnbestandes um 65 Prozent gesenkt – mit Maßnahmen der Energiewirtschaft sogar um 78,3 Prozent. Konkret bedeutet das: Jede Thüringer Wohnung verursachte 2012 im Schnitt 71,5 Prozent weniger Kohlendioxid als noch 1994. Das wird im aktuellen CO2-Bericht des Verbandes der Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e. V. (vtw.) deutlich.

„Unsere Mitgliedsunternehmen haben in den vergangenen Jahren einen erheblichen Beitrag zur Erfüllung der Klimaschutzziele der Bundesrepublik Deutschland geleistet, der mit hohen finanziellen Aufwendungen verbunden war. 91,7 Prozent der Wohnungen sind energieeffizient saniert beziehungsweise teilsaniert. Jetzt sind die Möglichkeiten, am Einzelobjekt effektiv Energie zu sparen, weitestgehend ausgereizt.“, betont Constanze Victor, Verbandsdirektorin des vtw. Sie fordert darum einen strategischen Perspektivwechsel – vom Einzelgebäude hin zu komplexen Lösungen für Quartiere und Regionen. „Wenn Bund und Land weitere energetische Sanierungen fordern, müssen diese durch Baukostenzuschüsse gefördert werden. Nur so können Wohnungen für den Mieter künftig bezahlbar und für den Vermieter wirtschaftlich bleiben“, so der Verband.

Der CO2-Bericht ist das Ergebnis der freiwilligen Verpflichtung des vtw. gegenüber der Thüringer Landesregierung. Das Ziel: Treibhausemissionen zu reduzieren und die Initiative „Energetischer Stadtumbau 2025“ zu unterstützen. Mit einem eigens aufgelegten CO2-Monitoring wurden jetzt die in der Jahresstatistik erfaßten Daten durch die Fachhochschule Erfurt ausgewertet. Danach werden 75 Prozent des Thüringer Wohnungsbestandes durch energiesparende Fernwärme beheizt. Bezogen auf die Wohnungsfläche liegen die Energieverbrauchskennwerte klar unter denen des bundesdeutschen Durchschnittes.

Wie wichtig energiesparende Raumheizung und Trinkwassererwärmung sind, wenn es um den CO2-Ausstoß von Wohnungen geht, zeigt die Statistik. Mit 85 Prozent haben Heizung und Warmwasser den größten Teil am Endenergieverbrauch der privaten Haushalte. Nur rund 15 Prozent werden für Beleuchtung, Kochen und Elektrogeräte verwandt.

Gründe für die Reduzierung der CO2-Emissionen um 65 beziehungsweise 78,3 Prozent sind unter anderem die nachträgliche Dämmung der Außenbauteile, der Austausch von Fenstern, der Einbau von Regelventilen an den Heizkörpern, die Einzelraumregelung, die Nachtabsenkung, die Vorlauftemperaturabsenkung, die nachträglicher Dämmung von Rohrleitungen und der verbrauchsabhängigen Heiz- und Warmwasserkostenabrechnung. Auch der Ersatz der Braunkohle durch Erdgas sowohl bei der Fernwärme als auch bei der Umstellung von Einzelfeuerstätten auf Sammelheizungen führte zu geringeren Emissionsfaktoren. Als Folge aller Maßnahmen zusammen verursacht eine Thüringer Wohnung 2012 nur noch 1,59 Tonnen Kohlenstoffdioxid im Gegensatz zu den 5,57 Tonnen im Jahr 1994.

Doch die Thüringer Wohnungswirtschaft geht noch weiter. „Wir engagieren uns für die Klimawende. Unsere Wohnungsunternehmen bringen sich deshalb aktuell in Netzwerke ein, deren Ziel in bestimmten Schrumpfungsregionen beispielsweise eine gemeinsame dezentrale Energieversorgung und eine abgestimmt Infrastruktur ist. Gleichzeitig benötigen wir aber weiter eine effiziente und klimafreundliche KWK-basierte Fernwärmeversorgung“, erklärt Verbandsdirektorin Constanze Victor die künftigen Maßnahmen.

SWENIA TEICHMANN

 

24.03.2015


24.03.2015: Ausgezeichnete Projektideen

Preisübergabe „Tatort Kultur“ an Freiwilligendienstler vom Erinnerungsort Topf & Söhne, Erfurter Herbstlese e. V. und Gedenkstätte Andreasstraße.

Die Preisübergabe des Wettbewerbes „Tatort Kultur“ von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen Thüringen und der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung e. V. (LKJ) fand am 23.März 2015 in der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße in Erfurt statt.

Die Preise wurden für innovative Projektideen im Freiwilligen Sozialen Jahr Kultur (FSJ Kultur) vergeben, die in das Profil der jeweiligen Einsatzstellen passen. Von insgesamt 18 Projektbewerbungen wurden sieben jeweils mit dem in Höhe von 500 Euro dotierten Preis ausgezeichnet. Drei dieser Preise wurden an die Freiwilligen vom Erinnerungsort Topf & Söhne, der Herbstlese e. V. und der Gedenkstätte Andreasstraße verliehen.

Das Projekt von Sandra Rieger, Leonie Ader und Emily Wegener vom Erinnerungsort Topf & Söhne heißt „Erkennen – Verstehen – Berichten. Geschichte begreifen“ und wird in Kooperation mit Radio F.R.E.I. umgesetzt. Auf neuer, medialer Ebene werden jungen Menschen der Erinnerungsort, seine Geschichte, sowie aktuelle rechte Tendenzen aufgezeigt. Im Rahmen von Workshops entstehen themenbezogene Audio- und Videocollagen, die von den Teilnehmern schließlich der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Die Freiwillige von Herbstlese e. V., Vivien Schötz, organisiert erstmalig einen Diary Slam in Erfurt.

Bei dieser neueren Form der spoken word performance lesen Mutige Auszüge aus ihren persönlichen Tagebüchern vor. Wie bei einem Poetry Slam wird gebattelt, bis zu zehn Minuten lang. Am Ende gibt es ein Finale zwischen den besten Vortragenden. Dieses Projekt ist eine weitere Möglichkeit, jüngeres Publikum für die „Erfurter Herbstlese“ zu gewinnen und auf die Literaturfestivals des Vereins aufmerksam zu machen. Auch soll an das gute alte Tagebuch erinnert werden.

Das Projekt von Andrea Kaufmann ist ein Kinder-Kritzel-Buch, das vielfältige, spannende und kreative Ansatzpunkte und Aufgaben für die jüngeren Besucher der Gedenkstätte beinhaltet. Die Ausstellung in der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße ist für Jugendliche ab 13 Jahren und Erwachsene konzipiert. Das Buchprojekt richtet sich an Kinder zwischen sechs und 12 Jahren und soll ihnen einen ersten, spielerischen Zugang zur Geschichte des Hauses und der DDR bieten. Dabei werden auch moderne und demokratische Werte vermittelt.

KATHRIN SCHUNKE

 

24.03.2015


23.03.2015: Urkundenübergabe

3200. Eintragung bei der Ingenieurkammer Thüringen.

Im Rahmen der regelmäßigen Übergabe der Urkunden und Stempel an neue Kammermitglieder konnte der Präsident der Ingenieurkammer Thüringen, Elmar Dräger, am 19. März 2015 die 3200. Eintragungsurkunde seit der Kammergründung 1994 übergeben, wobei es sich um eine Doppeleintragung handelt. Es erfolgte eine Aufnahme in die „Liste der Beratenden Ingenieure“ sowie auch in die „Liste der bauvorlageberechtigten Ingenieure“.

Präsident Dräger ging bei der Urkundenübergabe darauf ein, daß die Ingenieurkammer Thüringen KöR die Gesamtheit der Kammermitglieder repräsentiert und eine Mitbestimmung in eigenen beruflichen Angelegenheiten ermöglicht. Die Kombination der Selbstverwaltung berufsständischer Interessen und der Wahrnehmung staatlicher, das heißt durch Gesetz übertragener, Aufgaben sei Ausdruck der Freiberuflichkeit und zugleich Instrument ihrer Sicherung.

Dräger wies darauf hin, „daß es zweckmäßig ist, freiberufliche Ingenieurinnen und Ingenieure, deren Tätigkeit eine besondere gesellschaftliche Relevanz in Bezug auf das Gefahrenpotential oder auf die öffentliche Bedeutung haben, in ihrer Gesamtheit in die berufsständische Selbstverwaltung zu integrieren, denn durch die Mitgliedschaft kann ermöglicht werden, daß die Berufsträger ihren Pflichten unter anderem zur Berufshaftpflichtversicherung und der Fort- und Weiterbildung überprüfbar nachkommen. Überdies kann die berufliche Selbstverwaltung dazu beitragen, das fachliche Know how in den entscheidenden Bereichen zu bündeln, um es für die weitere Entwicklung der Gesellschaft im Sinne des Allgemeinwohls zu nutzen.“

Der Kammerpräsident stellte aber auch auf die Vorteile der Kammermitgliedschaft ab, denn der Berufsstand wird gestärkt, die Mitglieder können sich aktiv einbringen und werden bei Bedarf informiert beziehungsweise beraten. Nicht zuletzt berechtigt die Kammermitgliedschaft zur Aufnahme in das berufsständische Versorgungswerk.

PM-IKT

 

23.03.2015


22.03.2015:  „Hier gibt es noch viel zu tun!“

Vorsitzender der Bundesvereinigung Bauwirtschaft wiedergewählt.

Anläßlich der Mitgliederversammlung der Bundesvereinigung Bauwirtschaft (BVB), die am Rande der Internationalen Handwerksmesse (IHM) in München stattfand, hat die Bundesvereinigung Bauwirtschaft am 12. März 2015 ihren Vorstand gewählt. Der Thüringer Unternehmer und Dachdeckermeister Karl-Heinz Schneider (64) steht auch weiterhin an der Spitze der Bundesvereinigung Bauwirtschaft. Er wurde einstimmig gewählt. Schneider ist gleichzeitig Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) und Vizepräsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). Die BVB vertritt das deutsche Bau- und Ausbauhandwerk mit rund 300.000 Mitgliedsunternehmen und 2,5 Millionen Beschäftigten.

Schneider erklärte zur zur Wiederwahl: „Ich freue mich sehr über das Vertrauen, das mir durch dieses Wahlergebnis entgegengebracht wurde. Auch in Zukunft werde ich mich mit ganzer Kraft für die Belange der Bauwirtschaft einsetzen. Und da stehen viele Punkte auf dem Programm: Angefangen bei der Aufzeichnungspflicht für kaufmännische Angestellte über den Stopp des Steuerbonus zur Förderung von energetischen Maß¡nahmen bei der Gebäudesanierung bis hin zu den Sorgen der Bauwirtschaft wegen des zunehmenden Fachkräftemangels. Hier gibt es noch viel zu tun!“

CLAUDIA BÜTTNER

 

22.03.2015


21.03.2015: Kehrtwende

Neues Fernverkehrskonzept der Deutschen Bahn: eine Chance für Thüringen.

„Das in dieser Woche vorgestellte neue Fernverkehrskonzept der Deutschen Bahn ist ein mutiger Schritt hin zu mehr hochwertigem Verkehr in der Fläche und damit eine große Chance für Thüringen.“ Das sagt Bernd Schlosser, Vorsitzender des Landesverbandes Thüringen im Fahrgastverband Pro Bahn. Am 18. März 2015 hatte die Deutsche Bahn ihre Pläne vorgestellt, denen zufolge zukünftig zwei neue IC-Linien im Zwei-Stunden-Takt den Freistaat in Nord-Süd- und in Ost-West-Richtung durchqueren sollen. Anders als bei der ICE-Neubaustrecke, die Thüringen mit nur einem Halt durchquert und so nur wenigen Thüringern nutzt, sind bei den neuen IC-Linien häufigere Halte vorgesehen. „So profitieren sehr viel mehr unserer Bürger ganz direkt. Zum einen, weil der Zugang zum Fernverkehr wieder in ihre Nähe rückt, zum anderen, weil wichtige innerthüringische Verbindungen in höherer Qualität als heute angeboten werden“, so Schlosser. So entsteht zum Beispiel mit der geplanten IC-Linie von Düsseldorf nach Chemnitz erstmals ein vertaktetes und umsteigefreies Schienenverkehrsangebot entlang der sogenannten Thüringer Städtekette von Eisenach über Gotha, Erfurt, Weimar und Jena nach Gera, das für viele Thüringer Pendler attraktiv ist und zu einem größeren Sitzplatzangebot und mehr Komfort auf der stark nachgefragten Strecke führt. Die Forderung, ein solches Angebot einzuführen, verfolgt der Fahrgastverband schon lange. Für Ostthüringen, insbesondere Jena und Saalfeld, lindert die IC-Linie Leipzig – Nürnberg – Karlsruhe die negativen Auswirkungen der ICE-Verlagerung nach Erfurt. „Die Landesregierung muß das neue Fernverkehrskonzept nun durch flankierende Maßnahmen nach Kräften unterstützen und dafür sorgen, daß es nicht erst 2030 startet. Dies gilt vor allem für die Saalbahn, wo der ICE bereits 2018 entfällt“, so Schlosser weiter.

Mit der neuen Strategie reagiert die DB auf stetig sinkende Kundenzahlen im Fernverkehr und vollzieht eine Kehrtwende von der einseitigen Fixierung auf wenige teure ICE-Verbindungen zwischen Ballungszentren zu mehr umsteigefreien und kostengünstigeren Fernverbindungen auch in der Region. „Diese grundlegende Änderung muß sich nun auch im Thüringer Regionalverkehr niederschlagen“, so Bernd Schlosser. „Der Entwurf des Jahresfahrplans 2016 war enttäuschend. Die jahrelangen Versprechen der DB und der Landesregierungen zu angeblichen Verbesserungen durch den ICE-Knoten für alle Thüringer Regionen haben sich als unhaltbares Versprechen herausgestellt“, so Bernd Schlosser. Wegen der starken Streuung der Haltezeiten der ICE in Erfurt von Minute 20 bis 40 ist es unmöglich, für alle Landesteile gute oder überhaupt Anschlüsse herzustellen. Darüber hinaus verursachten sie Taktstörungen auf Hauptstrecken und Fehlanschlüsse in anderen Regionen. Über all dem stehen die finanziellen Probleme, die drohen, weil das Land nun nicht nur auf den ehemaligen ICE-Strecken in Mittel- und Ostthüringen auf eigene Kosten zusätzlichen Nahverkehr bestellen muß, sondern auch, weil auf den Zulaufstrecken nach Erfurt ein absurdes Überangebot finanziert werden muß. „Damit schadet der ICE-Knoten dem Regionalverkehr, statt ihm zu nützen. Was wir statt eines solchen, dem Flugverkehr entlehnten Hub&Spoke-Konzeptes wirklich brauchen, ist ein konsequent gedachter Integraler Taktfahrplan für ganz Thüringen, der sich an der polyzentralen Struktur unseres Landes orientiert und die neuen Fernverkehrsangebote mit einbezieht“, so Schlosser. „Nur so profitieren alle Thüringer Landesteile und bleibt der Nahverkehr bezahlbar“.

Pro Bahn ist ein gemeinnütziger Verbraucherverband für die Fahrgäste öffentlicher Verkehrsmittel wie Bahn und Bus. Er ist deutschlandweit tätig und als Bundesverband mit Landes- und Regionalverbänden organisiert.

PI-FGV-LVT

 

21.03.2015


20.03.2015: Spektakuläre Attraktionen

„Porzellanwelten Leuchtenburg“ sind komplett.

Am internationalen Tag des Glücks eröffnen mit „Prolog“ und „Archiv der Wünsche“ die letzten zwei von insgesamt sieben Porzellanwelten auf der mittelalterlichen Leuchtenburg bei Jena und mit ihnen gleich drei neue Besuchermagnete: die größte Vase der Welt mit einer Höhe von acht Metern, das kleinste Porzellan der Welt im Millimeterbereich und als besonderer Höhepunkt – der „Skywalk der Wünsche“.

„Wir präsentieren auf unserer Leuchtenburg in sieben Erlebnisräumen die Geschichte des Porzellans auf innovative Weise. Zugleich zeigen wir mit unseren neuen spektakulären Attraktionen, zu welchen Höhenflügen der Werkstoff Porzellan fähig ist und wie modern, vielfältig und faszinierend das Material ist“, erläutert Stiftungsvorstand und Ideengeber Sven-Erik Hitzer. Eine bislang einmalige Verbindung von Kunst, Technik und Statik präsentiert die Leuchtenburg mit der größten Vase der Welt, die nun im Neubau zu sehen ist. Die acht Meter hohe, säulenförmige Vase besteht aus 360 Waben, die in der nahegelegenen Porzellanmanufaktur Reichenbach hergestellt wurden. Diese wurden vom mehrfach preisgekrönten Künstler Alim Pasht-Han mit kobaltblauen Motiven bemalt und teilweise mit Gold dekoriert. „Porzellan ist zart, zerbrechlich und irgendwie zickig“ so der Künstler. „Mich hat es fasziniert, aus diesem besonderen Stoff etwas Großes und bislang Einmaliges zu schaffen, das die Stärke dieses über Jahrtausende verwendeten Werkstoffs zum Ausdruck bringt“.

Technik und Porzellan verbinden sich auch beim kleinsten Porzellan der Welt. Die nur wenige Millimeter große Maßanfertigung entstand in Kooperation mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT). „Hier gab es eine zweifache Herausforderung: Wo liegt im Mikrobereich die Grenze für die Herstellung von Porzellan, und was ist mit moderner Technik trotzdem möglich“, so Sven-Erik Hitzer.

Ein besonderer Höhepunkt ist der „Skywalk der Wünsche“. Der 20 Meter über die mittelalterlichen Burgmauern hinausragende Steg aus Glas und Stahl ist nicht nur ein neuer spektakulärer Aussichtspunkt in Thüringen, sondern zugleich ein Wahrzeichen des Glücks: Über der Landschaft schwebend können Besucher ganz nach der Devise „Scherben bringen Glück“ ein Stück Porzellan in die Tiefe werfen, auf das sie vorher ihre Wünsche geschrieben haben. Die spektakuläre Installation ist Teil der neueröffneten Porzellanwelt „Archiv der Wünsche“.

Mit der vollständigen Eröffnung der sieben „Porzellanwelten Leuchtenburg“ können Erlebnis- und Kulturbegeisterte aller Altersklassen sowie Familien und Kinder eine spannende Zeitreise durch die faszinierende Welt des „weißen Goldes“ erleben. Die von renommierten Ausstellungsgestaltern, darunter Libeskind-Schüler Michel J. Brown, erschaffenen Erlebnisräume laden zum Staunen, Begreifen und Mitmachen ein – vom Herkunftsland des Porzellans („Das Fremde“), über die Entdeckung seiner Rezeptur in Europa („Das Rätsel“), dem weißen Gold als Status und Machtsymbol an den europäischen Höfen („Das Kostbare“) bis hin zum Einzug des Porzellans in das Alltagsleben („Das Alltägliche“).

Den Schwerpunkt der Porzellanwelten bildet die über 250jährige Geschichte des Thüringer Porzellans: Was mit Georg Heinrich Macheleid, dem Gründer der Aeltesten Volkstedter Porzellanmanufaktur begann, wandelte sich vom exklusiven Einzelstück zum bezahlbaren Produkt für alle. Ende des 19. Jahrhunderts waren Thüringer Hersteller führend auf dem Markt; ihre Produkte wie Tischporzellan, Spielwaren und Isolatoren wurden in alle Welt geliefert. Bis 1902 entstanden über 300 Porzellanmanufakturen. Für innovative und qualitätsvolle Porzellanherstellung in Thüringen stehen heute Namen wie Weimar Porzellan, Kahla Porzellan, die Porzellanmanufaktur Reichenbach, die Älteste Porzellanmanufaktur Volkstedt, die Neue Porzellanfabrik Triptis sowie Wagner + Apel Lippelsdorf. Am 11. und 12. April feiert der Freistaat seine Porzellantradition mit dem

zweiten „Tag des Thüringer Porzellans“.

ILKA KUNZE

 

20.03.2015

Sonnenfinsternis auf der Leuchtenburg: Bodo Ramelow, Ministerpräsident des Freistaats Thüringen (rechts) freut sich zusammen mit Sven-Erik Hitzer (Stifter und Ideengeber der Leuchtenburg), Wolfgang Fiedler MdL (Kurator der Stiftung Leuchtenburg) und Frank Krätzschmar (Kurator der Stiftung Leuchtenburg / Geschäftsführer der Landesentwicklungsgesellschaft) über das einzigartige Naturschauspiel.

Foto: SL-ARCHIV

 


20.03.2015: Komplette Vielfalt

Die Bache in Erfurt: Ein Rendezvous mit einem außergewöhnlichen Komponisten.

Die über 1270 Jahre alte thüringische Landeshauptstadt, war so sehr mit der Familie Bach verbunden, wie sonst kaum eine andere Stadt. Daher zählt sie auch seit der Gründung des Vereins „Thüringer Bachwochen“ im Jahre 1992 zum Kern der Veranstalter dieses international renommierten Festivals. In diesem Jahr werden vom 27. März bis 19. April wieder zahlreiche Konzerte in Erfurt im Rahmen dieser Veranstaltung stattfinden. International bekannte Musiker aus vielen verschiedenen Kulturkreisen interpretieren Bach in seiner kompletten Vielfalt – jung, modern, klassisch oder a-cappella.

Die Erfurt Tourismus und Marketing GmbH bietet während der Thüringer Bachwochen öffentliche Führungen „Auf Bach’schen Wegen durch die Stadt“ an. Den adäquaten Abschluß bildet dabei das 30minütige Orgelkonzert. Dieser unterhaltsame Stadtspaziergang ist für Gruppen ganzjährig buchbar – ebenso wie die kulinarische Zeitreise „Genießen wie zu Bach’s Zeiten“, bei der Johann Sebastian Bach „höchstpersönlich“ zu Gast in einem historischen Restaurant in der Erfurter Altstadt ist.

Neben den Thüringer Bachwochen engagiert Erfurt sich gemeinsam mit weiteren Thüringer Orten, wie Eisenach, Weimar, Arnstadt, Dornheim und vielen anderen, in der touristischen Werbegemeinschaft Bach-Lebensreise. Dabei liegt besonders die touristische Bewerbung der Angebote und Veranstaltungen rund um Bach im Fokus

Bereits im 17. Jahrhundert wurde das Musikleben Erfurts maßgeblich von zahlreichen Mitgliedern der Familie Bach bestimmt. So lebten nicht nur die meisten Mitglieder der Familie Bach in Erfurt, mehrere von ihnen waren sogar als Leiter oder Spielmann der Erfurter Ratskapelle tätig. Zudem wurden 61 Kinder in der Erfurter Kaufmannskirche getauft und 12 Bach-Paare haben sich hier das Ja-Wort gegeben – unter anderem die Eltern Johann Sebastians. Von hier aus hat sich so das Wirken der „Bache“ über ganz Mitteldeutschland verbreitet. Johann Sebastian Bach selbst kam oft in die Stadt, um seine Verwandten zu besuchen.

PI-ETMG

 

20.03.2015


19.03.2015: Nachhaltigkeits-Strategie

Internationaler Tag des Waldes: Der Natur etwas zurückgeben.

Ein wichtiger Aspekt des Geschäftsmodells des Unternehmens Town- und Country-Haus, Deutschlands führendem Massivhausanbieter, ist die „Nachhaltigkeit“. Für Firmengründer Jürgen Dawo ist „nachhaltiges unternehmerisches Tun und Handeln eine stetige Aufgabe und Herausforderung.“ Daran erinnert zum Beispiel der „Internationale Tag des Waldes“ am 21. März. In puncto Nachhaltigkeit hat das Unternehmen seit Jahren die Vorreiterrolle in der deutschen Wohnungsbaubranche übernommen. Dies zeigen vielfältige Aktivitäten, die das Unternehmen regelmäßig in seinem Nachhaltigkeitsbericht dokumentiert.

Bereits seit dem Jahr 2011 kooperiert der Massivhausanbieter mit Organisationen, die sich um Naturschutzprojekte bemühen. „Wir sind Wald“ hieß seinerzeit die erste Kampagne anläßlich des „Jahres der Wälder in den Nationalen Naturlandschaften“. Town- und Country-Haus als Unternehmen sowie seine rund 300 über ganz Deutschland verteilten regionalen Partner engagieren sich seitdem auf vielfältige Weise für den Naturschutz.

„Uns ist bewußt, daß der Bau eines Eigenheims das Ökosystem beeinflußt. Um einen Ausgleich zu schaffen, setzen wir auf eine Reihe von Maßnahmen im Bereich Umweltschutz. Das sind unter anderem Baumpflanzungen, ökologische Bildungsangebote und die Unterstützung von Einrichtungen, die sich für die Nachhaltigkeit einsetzen. Mit jedem gebauten Haus unterstützen wir derartige Projekte“, erklärt Firmengründer Jürgen Dawo. Ein Vorhaben, das bei den jährlich weit mehr als 3000 neuen Bauherren-Familien des Unternehmens offenbar auf breite Zustimmung trifft. Ob im bayerischen Cham oder im sächsischen Siebnitz, ob im baden-württembergischen Weinheim oder in Lüneburg ¨- in hunderten Städten und Gemeinden pflanzten Town- und Country-Partner und deren Kunden sogenannte ZukunftsBäume.

„Das hat mittlerweile Schule gemacht“, freut sich Jürgen Dawo. Denn vor einiger Zeit rief der Deutsche Franchise-Verband e. V. (DFV) unter dem Titel „Zukunft Stadt und Natur“ seine Umwelt-Initiative ins Leben, deren erster Partner Town- und Country-Haus war. Jene „ZukunftsBäume“ sind neue Baumarten, die dem Klimastreß in unseren Städten besser standhalten können.

Besonderes Anliegen der unternehmerischen Nachhaltigkeitsstrategie von Town- und Country-Haus ist es, Kindern und Jugendlichen die Bedeutung von Natur und Umwelt für unser Leben nahezubringen. „Deshalb fördern wir gemeinsam mit unseren Partnern gezielt Projekte wie die VogelWelten, die WasserWelten sowie das sogenannte Junior-Ranger-Programm“, erklärt Jürgen Dawo. Denn je früher das Bewußtsein für die schätzenswerte Vielfalt der Natur geschärft werde, desto einfacher ist es, daß sich nachhaltiges Handeln und vor allem Denken zur Selbstverständlichkeit in einer Gesellschaft entwickle. So wurden die Kinder in manchen Kitas einen Tag lang zu Naturforschern, in anderen Tagesstätten freuen sich die Kleinen und Kleinsten über Aquarien, die die regionalen Town- und Country-Partner gespendet haben.

Unternehmensgründer Jürgen Dawo definiert „Nachhaltigkeit“ nicht allein als „das Bewahren von Natur und Umwelt, sondern auch als erkennbares und wirkungsvolles soziales Engagement.“ Zu diesem Zweck wurde im Jahr 2009 die „Town- und Country-Stiftung“ ins Leben gerufen. Diese unterstützt Bauherren, die ohne eigenes Verschulden in Not geraten sind, durch Rat und Tat und bei Bedarf auch durch gezielte finanzielle Zuwendungen. Überdies hat die Stiftung in den vergangenen Jahren insgesamt einen hohen sechsstelligen Eurobetrag für Projekte zugunsten sozial benachteiligter Kinder zur Verfügung gestellt. Getragen wird die Stiftung durch das finanzielle Engagement der Eheleute Dawo und der regionalen Partnerunternehmen.

Das 1997 in Behringen (Thüringen) gegründete Unternehmen Town- und Country-Haus ist der führende Massivhausanbieter in Deutschland mit über 300 Franchise-Partnern. Seit 2007 ist das Unternehmen der Anbieter mit den meistgekauften Markenhäusern. Im Jahr 2014 verkaufte der Anbieter 3049 Häuser und erreichte einen Systemumsatz von 523 Millionen Euro.

Über 30 Typenhäuser bilden die Grundlage des Geschäftskonzeptes, die durch ihre Systembauweise preisgünstiges Bauen bei gleichzeitig hoher Qualität ermöglichen. Für neue Standards in der Baubranche sorgte das Unternehmen mit der Einführung von drei im Kaufpreis eines Hauses enthaltenen Hausbau-Schutzbriefen, die das Risiko des Bauherrn vor, während und nach dem Hausbau reduzieren. Mit der Entwicklung von Energiespar- und Solarhäusern trägt das Unternehmen der Kostenexplosion auf den Energiemärkten Rechnung.

Für seine Leistungen wurde der Massivhausanbieter mehrfach ausgezeichnet: 2013 erhielt das Unternehmen den „Deutschen Franchise-Preis“. Für seine Nachhaltigkeitsbemühungen wurde Town- und Country-Haus zudem mit dem „Green Franchise-Award“ ausgezeichnet. 2014 wurde Town- und Country-Haus mit dem Preis „Top 100“ der innovativsten Unternehmen m deutschen Mittelstand ausgezeichnet.

BIANCA DUSTDAR

 

19.03.2015


19.03.2015: Aktionsplan entwickeln

Thüringen für Digitalisierung besser aufstellen: Thüringer Wirtschaftsminister besucht Cebit.

Thüringen soll künftig noch besser von der rasanten Verbreitung der Informationstechnologien und ihrer Integration in alle Prozesse, Technologien und Branchen profitieren. „Die Digitalisierung aller Lebensbereiche ist ein Megatrend und schafft ganz neue Märkte und Nachfragepotentiale, die wir frühzeitig erkennen und besetzen müssen“, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am 19. März 2015 bei seinem Besuch der weltgrößten IT-Messe Cebit in Hannover. „Das Thüringer Wirtschaftsministerium wird deshalb gemeinsam mit den Unternehmen noch in diesem Jahr einen Aktionsplan für die digitale Wirtschaft entwickeln. Unser Ziel: Wir wollen Thüringen für das digitale Zeitalter besser aufstellen.“

Die Ausgangslage sei dabei für Thüringen nicht schlecht: „Die Thüringer IT-Branche mit ihren inzwischen mehr als 3000 Beschäftigten ist nicht nur selbst ein dynamischer Beschäftigungsmotor, sondern sorgt auch in Industrie und Handel für mehr Wachstum und neue Arbeitsplätze“, sagte Tiefensee. Dabei habe die Branche in Thüringen zwei große Schwerpunkte: Lösungen für die Organisation von Unternehmensprozessen und E-Commerce. Beide Schwerpunkte werden mit der zunehmenden Digitalisierung der Wirtschaft – Stichwort: Industrie 4.0 – in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen.

Diese Einschätzung deckt sich mit einer Umfrage des Branchenverbands Bitkom. Demnach setzen sechs von zehn IT-Unternehmen in Deutschland schon heute auf Industrie 4.0 und bieten dafür Dienstleistungen und Produkte oder planen das für die unmittelbare Zukunft. Das entspricht einer Verdreifachung der Aktivitäten im Industrie-4.0-Bereich seit der letzten Umfrage vor zwei Jahren. Rund jedes dritte Unternehmen mit eigenen Angeboten rund um die Industrie 4.0 (31 Prozent) erhofft sich von seinem Engagement steigende Umsätze, mehr als zwei Drittel (68 Prozent) gehen davon aus, ihre Umsätze dadurch halten zu können.

„Die vordringliche Aufgabe besteht in Thüringen darin, die Softwareunternehmen mit den Anwendern zusammenzubringen“, sagte der Minister. Hier werde das Wirtschaftsministerium seinen Beitrag leisten, um Schnittstellen zwischen den Branchen zu öffnen und damit neue Innovationspotentiale zu erschließen. Nicht zuletzt dafür solle ein regelmäßiges „Forum Digitale Wirtschaft“ installiert werden. Auch das diesjährige „Weimarer Wirtschaftsforum“ am 15. Juni steht unter der Überschrift „Wachstumschance Digitalisierung“.

 

Darüber hinaus müsse aber auch der Breitbandausbau mit Hochdruck weitergehen: „Für die Industrie 4.0 brauchen wir ein flächendeckend breitbandiges Internet mit hoher Verbindungsstabilität“, sagte Tiefensee. Thüringen benötige höhere Bandbreiten von mindestens 30 Megabit pro Sekunde, um für die Digitalisierung gerüstet zu sein. „Darauf werden wir unsere Förderaktivitäten künftig fokussieren.“ Wie im Koalitionsvertrag vereinbart, werden das Landesprogramm Breitband und das Breitbandkompetenzzentrum diese Entwicklung auch in Zukunft vorantreiben. Dafür will das Land in der neuen Förderperiode 15 Millionen Euro zur Verfügung stellen.

Thüringen ist mit 22 Ausstellern auf der Cebit vertreten, deren Themenschwerpunkt in diesem Jahr auf der Digitalisierung aller Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft liegt. „Die Cebit bleibt eine Leitmesse der IT-Branche und mit 3300 Ausstellern aus 70 Ländern eine wichtige Plattform für Kundengewinnung und neue Geschäftskontakte“, so Tiefensee. Allerdings würden auch andere Messen zunehmend interessanter für die IT-Unternehmen – gerade für die kleineren, spezialisierten Firmen aus Thüringen. „Deshalb sind die rückläufigen Thüringer Ausstellerzahlen bei der Cebit kein Krisensignal, sondern eher ein Ausdruck von Marktverschiebungen und Veränderungen in der Messelandschaft.“

Die Situation der Thüringer Branche beurteilt der Wirtschaftsminister als stabil: „Die Stimmung ist optimistisch, die Geschäftserwartungen sind positiv“, sagte Tiefensee nach seinem Rundgang in Hannover. Insgesamt umfaßt die IT-Branche in Thüringen rund 500 eher kleinere Unternehmen mit 3000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 280 Millionen Euro.

Der Begriff Industrie 4.0 steht für die vierte industrielle Revolution, in deren Verlauf die klassische Produktion mit dem Internet zusammenwächst. Dieser Prozeß kann einer Bitkom-Studie zufolge in sechs volkswirtschaftlich zentralen Branchen – darunter Maschinen- und Anlagenbau, Elektrotechnik und chemische Industrie – bis 2025 für Produktivitätssteigerungen von 78,5 Milliarden Euro sorgen. ITK-Unternehmen leisten dazu einen wichtigen Beitrag: Sie liefern die Infrastruktur, das Prozeß-Know-How, softwareintensive, eingebettete Systeme sowie Sicherheitslösungen für Industrie 4.0.(Aus: Bitkom – ITK-Unternehmen setzen auf Industrie 4.0).

STEPHAN KRAUSS

 

19.03.2015


18.03.2015: Gelebte Campus-Kultur

Seit vielen Jahren hat sich die Universität Erfurt einer familiengerechten Personalpolitik und familienfreundlichen Studienbedingungen verschrieben und inzwischen mehrere Re-Auditierungen erfolgreich durchlaufen. Die „berufundfamilie gGmbH“ hat jetzt das von der gemeinnützigen Hertie-Stiftung und der Universität Trier entwickelte Qualitätssiegel „audit familiengerechte hochschule“ für weitere drei Jahre bestätigt.

Familienfreundliche Bedingungen für Studierende und Beschäftigte mit Familienaufgaben sind der Universität Erfurt sehr wichtig. Es gilt, für Studierende und Mitarbeitende mit Familienaufgaben, ein familienfreundliches Studien- und Arbeitsumfeld zu schaffen und zu bewahren. „Die erneute Zertifizierung ist ein Zeichen dafür, daß uns dies gelungen ist“, erklärt Prof. Dr. Sabine Schmolinsky, die Gleichstellungsbeauftragte der Universität Erfurt. Die Universität Erfurt freue sich über das bisher Erreichte und werde den eingeschlagenen Weg engagiert weitergehen.

„Im Rückblick betrachtet ist schon vieles erreicht worden“, sagt Prof. Dr. Sabine Schmolinsky. „So unterstützen wir beispielsweise die Möglichkeit des Teilzeitstudiums oder der Inanspruchnahme von Urlaubssemestern für Studierende mit Familienaufgaben und bei Gremiensitzungen wird auf möglichst familienfreundliche Sitzungszeiten geachtet, um nur zwei Beispiele zu nennen. Es bleibt das Bestreben der Universität, das Siegel ‚audit familiengerechte hochschule‘ mit Leben zu füllen und die Bedürfnisse von Hochschulangehörigen mit Familienaufgaben im Blick zu behalten. Um das Ziel der Familienfreundlichkeit als Bestandteil einer gelebten Campus-Kultur zu erreichen, unternimmt die Hochschulleitung deshalb große Anstrengung.“

CARMEN VOIGT

 

18.03.2015


17.03.2015: „Transformation Richtung Sozialismus“

CDU-Landeschef Mike Mohring greift die Landesvorsitzende der Thüringer Linken scharf an.

„Die Linke will eine grundsätzlich andere Republik. Das hat die Thüringer Landesvorsitzende der Partei anläßlich ihrer 100-Tage-Bilanz zur Thüringer Linkskoalition in wünschenswerter Klarheit verdeutlicht.“ Daran erinnerte am 16. März der Landesvorsitzende der CDU Thüringen, Mike Mohring. „Die SPD und die Grünen sollten sich immer wieder vergegenwärtigen, daß sie in der Perspektive der Linke Steigbügelhalter für einen grundsätzlichen Systemwechsel sind“, fügte der CDU-Landesvorsitzende hinzu. Die Partei- und Fraktionsvorsitzende der Partei Die Linke, Susanne Hennig-Wellsow, hatte sich am 14. März im „Neuen Deutschland“ unter der Überschrift „Erste Ernte, offene Felder“ zu 100 Tage Rot-Rot-Grün in Thüringen geäußert.

Die Selbstbeschreibung Bodo Ramelows als der „Mittigste“ im linken Teil der Regierung legt laut Mohring die Frage nahe, was sich links von ihm tut. „Und da sehen wir eine Partei- und Fraktionsvorsitzende, deren politisches Wollen noch immer von Widerstand und Protest und einer Transformation Richtung Sozialismus bestimmt wird; eine Politikerin, die ungeduldig auf eine wirkliche Bewegung hin zu einer nicht-kapitalistischen Gesellschaft´ drängt, die sie in der praktischen Politik der Landesregierung noch vermißt“, sagte Mohring. Diese füge sich nahtlos in das Grundsatzprogramm der Linken ein, die Staat, Gesellschaft und Wirtschaft umkrempeln wolle, in einem Prozeß „von vielen kleinen und großen Reformschritten, von Brüchen und Umwälzungen mit revolutionärer Tiefe“, wie es in der Präambel des Programms heißt.

Scharf kritisierte der CDU-Landesvorsitzende die Ankündigung Hennig-Wellsows, Ministerien, Verwaltungen und Kommunen zu diesem Zweck zum Gegenstand linker „Kaderpolitik“ zu machen, weil sie in den Behörden große Schwierigkeiten sieht, mit dem vorhandenen Personal „linke Politik zu realisieren“. Mohring stellt demgegenüber klar: „Stellen im öffentlichen Dienst werden nach Recht und Gesetz, nach Befähigung und Eignung vergeben – und nicht nach Parteibuch. Und öffentliche Bedienstete exekutieren keine Parteitagsbeschlüsse, sondern wenden Gesetze und Verordnungen möglichst ermessensfehlerfrei an. Wir werden jeden Versuch, daran etwas zu ändern, unnachgiebig benennen“, so der CDU-Landeschef abschließend.

EVELIN GROSS

 

17.03.2015


16.03.2015: „Die Reaktionen sind überwältigend“

AfD-Chef Lucke warnt vor Flügelstreit.

Bernd Lucke, Chef der Alternative für Deutschland (AfD), hat seine Partei mit Blick auf die am 14. März 2015 vorgestellte „Erfurter Resolution“ vor Flügelkämpfen gewarnt. „Ich bedaure, daß sich einige Mitglieder hier als Flügel empfinden. Die AfD braucht keine Flügel, denn Flügel führen zu Flügelkämpfen“, sagte Lucke der Wochenzeitung „Junge Freiheit“.

Nach Ansicht der Unterzeichner der „Erfurter Resolution“ drohe, daß die Partei durch eine fortschreitende Anpassung an den politischen Mainstream ihren Charakter als Alternative zu den etablierten Parteien verlieren könnte.

Initiator Björn Höcke sprach unterdessen von einer breiten Zustimmung zur Resolution innerhalb der Partei. „Die Reaktionen sind überwältigend“, sagte Höcke der Jungen Freiheit und verwies auf mehr als 700 AfD-Mitglieder, die das Papier bis Sonntagabend unterzeichnet hätten. Der Fraktionschef der AfD im Landtag von Thüringen versicherte, daß die Resolution die Partei nicht spalten solle.

„Das Gegenteil ist der Fall: Alle müssen mitgenommen werden. Die politische Spannbreite darf nicht ohne Not eingeschränkt werden“, sagte er. Derzeit sehe er allerdings Anzeichen dafür, daß der national-konservative Flügel an den Rand gedrängt werden solle. Seiner Ansicht nach müsse aber die konservativ-patriotische Richtung auch in Zukunft das Gesicht der AfD „im besonderen Maße“ prägen.

DR. BASTIAN BEHRENS

 

16.03.2015


15.03.2015: Nullsummenspiel

Weltverbrauchertag 2015: Energiepreise im Visier.

Am 15. März ist Weltverbrauchertag. Die Verbraucherzentrale nimmt diesen Tag zum Anlaß, landesweit mit hilfreichen Informationen und Aktionen in ihren Beratungsstellen auf das Thema Strom- und Gasanbieterwechsel aufmerksam zu machen. Ein Tag der Offenen Tür mit kostenfreier Beratung zu diesem Thema fand in der Beratungsstelle Erfurt am 13. März statt. Zugleich wurde an diesem Tag eine Online-Befragung freigeschaltet, die Meinungen und Erfahrungen der Verbraucher zum Anbieterwechsel sammeln soll.

Seit einiger Zeit sinken zwar die Einkaufspreise an der Strombörse, doch für die meisten Privathaushalte wird sich das auf der Jahresendabrechnung kaum bemerkbar machen. Zum Jahreswechsel ist der Strompreis nach Angaben des Vergleichsportals Verivox für den Endkunden gerade einmal um 0,4 Prozent gesunken. Die Preissenkung gleicht lediglich die Preiserhöhungen aus dem Jahr 2014 aus, was letztlich einem Nullsummenspiel gleich kommt. Auch die Gaspreise sind mit 1,3 Prozent nur leicht gesunken und bleiben auf hohem Niveau stabil.

„Es lohnt sich mehr denn je, daß Verbraucher nicht länger auf die Politik warten, sondern selber aktiv werden. Wer nicht mehr auf sinkende Energiepreise warten will, sollte einen Tarif- oder Anbieterwechsel prüfen“, sagt Ramona Ballod von der Verbraucherzentrale Thüringen. Ein Wechsel in einen günstigeren Tarif beim bisherigen Versorger lohnt sich vor allem für diejenigen, die noch immer in den teuren Basistarifen ihres Grundversorgers stecken. Am meisten sparen können Verbraucher aber bei einem Anbieterwechsel. Nach Angaben der Stiftung Warentest lassen sich bei Strom durchschnittlich bis zu 315 Euro und bei Gas bis zu 847 Euro im Jahr sparen.

Die Suche nach günstigen Angeboten bei einem beabsichtigten Wechsel des Strom- oder Gasanbieters wird durch die Vielfalt der Angebote und die teilweise unübersichtlichen Preisangebote erschwert. Um erfolgreich den Anbieter zu wechseln, müssen Verbraucher immer wieder intensiv nicht nur die Preise, sondern auch die Vertragsbedingungen vergleichen. Tarifrechner sind dabei ein praktisches Hilfsmittel. Sie sind für Internetnutzer leicht aufrufbar und ermöglichen einen ersten Einblick in die verschiedenen Angebote. Allerdings bergen die Vergleichsportale auch Risiken. Nicht alle sind gut verständlich und bieten Orientierung über die aktuelle Angebotsvielfalt. Voreinstellungen verändern unbemerkt das Ranking, Bonuszahlungen verdecken die realen Kosten, unklare Vertragslaufzeiten oder ihre automatische Verlängerung führen zu ungewollten Bindungen an einen Anbieter.

Während eines Aktionstages anläßlich des Weltverbrauchertages informierte die Verbraucherzentrale in der Beratungsstelle Erfurt am 13. März über solche und andere Fallstricke. Die Berater gaben Hinweise zu den wichtigsten Fragen der Vertragsgestaltung und einer späteren Beendigung und erläuterten den Ablauf eines Anbieterwechsels. Verschiedene Verbraucherinformationen zum Versorgerwechsel rundeten das Angebot ab.

Mit einer Online-Befragung möchte die Verbraucherzentrale Thüringen herausfinden, ob Verbraucher schon einmal ihren Versorger gewechselt haben oder was sie von einem Wechsel abhält und welche Aspekte ihnen beim neuen Vertrag beziehungsweise neuen Anbieter besonders wichtig sind. Die Online-Umfrage läuft bis zum Sommer. Die Ergebnisse sollen aktuelle Probleme beim Anbieterwechsel und mögliche Handlungsspielräume für Politik und Gesetzgeber aufzeigen.

Seit 1983 wird der Weltverbrauchertag jedes Jahr am 15. März begangen, um öffentlich auf aktuelle Themen zur Verbesserung des Verbraucherschutzes aufmerksam zu machen.

PI-VZT

 

15.03.2015


14.03.2015: Experimente durchführen

Praktikum für Aufgeweckte: Zehn Plätze für Praktikanten im Fachbereich SciTec der Ernst-Abbe-Hochschule Jena.

Wenn vom 30. März bis kurz vor den Ostertagen die Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena ihre Hörsäle für Schülerinnen und Schüler zum diesjährigen „Schnupperstudium“ öffnet, gibt es erstmals auch die Möglichkeit für ein ungewöhnliches Praktikum: ein „Schnupperpraktikum“ für Aufgeweckte im Fachbereich SciTec.

Zehn Jugendliche der 11., 12. oder 13. Klassenstufe haben die Möglichkeit, an drei Tagen den Fachbereich „von innen“ kennenzulernen und dabei selbst auch Experimente durchzuführen: So steht unter anderem die Konstruktion von Werkstücken auf dem Themenplan, wobei so unterschiedliche Felder wie die 3D-Modellierung am Computer, das Spritzgießen von Kunststoffen oder das Schmelzen von Metallen live miterlebt werden können. Weitere Themen des Praktikums, das vom 30. März bis zum 1. April stattfindet, sind unter anderem die Lasermaterialbearbeitung, die Elektronenmikroskopie und das Rapid Prototyping.

SIGRID NEEF

 

14.03.2015


14.03.2015: Unkompliziert bewegen

Leuchtenburg wird erste barrierefreie Höhenburg Deutschlands.

Der 400 Meter hohe Burgberg hat echte Vorteile: der Besucher genießt einen atemberaubenden Blick ins zauberhafte Saaletal. Doch so reizvoll wie die Leuchtenburg bei Kahla mit 360 Grad Ausblicken auch sein mag, die Lage schränkt die Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen oder gesundheitlichen Beeinträchtigungen ein. Das soll sich jetzt ändern!

„Eine der Aufgaben laut Stiftungssatzung ist der stets öffentliche Zugang der Burganlage. Die Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, diesen Zugang für alle Menschen gleichermaßen möglich zu machen.“, so Stiftungskurator und Initiator der barrierefreien Konzepte, Wolfgang Fiedler (CDU), MdL. Beim Rundgang mit Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am 13. März 2015 überraschte das Stiftungsteam mit einem innovativen Konzept zur Barrierefreiheit. Daß man auf einer mittelalterlichen Burg die Ausstellungsbereiche mit zwei Aufzügen barrierefrei erreichen kann und an einen barrierefreien Tagungssaal sowie drei behindertengerechte Toiletten gedacht hat, freut den Minister. Der Freistaat Thüringen hat die barrierefreien Umbauten bisher intensiv fachlich begleitet und für die barrierefreie Gestaltung der Außenanlagen bereits Fördermittel zur Verfügung gestellt.

„Die Leuchtenburg ist ein Höhepunkt im Kulturtourismus in Thüringen, der Besucher aus dem In- und Ausland anzieht“, sagte Tiefensee. „Mit einem enormen Engagement und vielen innovativen Ideen zeigt das Stiftungsteam, wie aus einem alten Bauwerk ein touristischer Magnet entwickelt werden kann.“ Mit den „Porzellanwelten“ habe die Stiftung eine Ausstellung aufgebaut, die sich hervorragend in die Geschichte der Region einfüge und die Zuschauer mit multimedialen Elementen für die Geschichte des Porzellans und für die Produkte, die bis heute aus dem weißen Gold hergestellt werden, begeistere. Das Thüringer Wirtschaftsministerium hat die Leuchtenburg bislang mit gut 2,2 Millionen Euro für die Porzellanwelten und mit rund neun Millionen Euro für Infrastrukturmaßnahmen rund um die Burg unterstützt.

Auch beim Ausbau der Barrierefreiheit möchte das Wirtschaftsministerium der Leuchtenburg Rückenwind geben. „Heute hat auch ein touristisches Ausflugsziel die Verantwortung, dafür zu sorgen, daß Menschen mit Behinderungen am kulturellen Leben teilhaben können“, sagte Tiefensee. Aktuell laufen die Baumaßnahmen im Innenhof, die in wenigen Tagen abgeschlossen sein werden. Dann können die Gäste über neues und altes Burgpflaster zugleich gehen. Denkmalpfleger, Architekten und Vertreter der Thüringer Koordinierungsstelle Barrierefreiheit arbeiteten Hand in Hand und einigten sich auf eine Mischung aus altem Pflaster und dem ortstypischen Muschelkalk. Das Ergebnis: Barrieren wurden abgebaut, Rollstuhlfahrer, Eltern mit Kinderwagen oder gar die Braut in Stöckelschuhen können sich unkompliziert auf der Burg bewegen.

Die Stiftung Leuchtenburg möchte gemeinsam mit dem Freistaat noch einen Schritt weiter gehen und zum deutschlandweiten Vorreiter für die Barrierefreiheit werden: „Unser Ziel ist es, bis zum Jahr 2016 einen Schrägaufzug vom Parkplatz am Fuße der Burg bis nach oben zu errichten“, so Wolfgang Fiedler.

Per Knopfdruck soll dieser künftig mit zwei Kabinen für insgesamt 28 Personen die 40 Höhenmeter auf einer Strecke von 330 Metern überwinden. Er leistet damit einen unverzichtbaren Beitrag für Menschen mit und ohne Behinderungen, für Kulturreisende und Familien.

ILKA KUNZE

Vorstellung des Konzepts der Barrierefreiheit auf der Leuchtenburg: Von links nach rechts - Frank Krätzschmar, Stiftungskurator, Wolfgang Tiefensee (SPD), Thüringer Wirtschaftsminister, Sven-Erik Hitzer, Stifter und Ideengeber der Stiftung Leuchtenburg, Wolfgang Fiedler (CDU), Landtagsabgeordneter, Frank Scholz, L-Tec,, Dr. Ulrike Kaiser, Direktorin der Stiftung Leuchtenburg.

Foto: SL-ARCHIV

14.03.2015


13.03.2015: „Hoffnungen erfüllt“

Thüringen bleibt wichtiger Solarstandort.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat die Übernahme der Zell- und Modulfertigung von Bosch durch die Bonner SolarWorld AG als Chance für den Solarstandort Arnstadt bezeichnet. „Ich weiß, daß der Einstieg von großen Hoffnungen, aber auch von einer gewissen Skepsis begleitet war“, sagte Tiefensee am 12.März anläßlich des einjährigen Jubiläums der SolarWorld Industries Thüringen GmbH. Die 100prozentige Tochter des Solarworld-Konzerns hatte vor genau einem Jahr – am 12. März 2014 – die Solarsparte von Bosch offiziell übernommen.

Tiefensee zog eine positive Zwischenbilanz dieses ersten Jahres. „Heute können wir sagen: Bis hierhin haben sich die Hoffnungen und Erwartungen aller Beteiligten erfüllt.“ Aus Sicht des Landes sei entscheidend: „Durch den Einstieg konnten mehr als 800 Arbeitsplätze in Arnstadt gesichert werden. Zudem bleibt Thüringen auch in Zukunft ein wichtiger Standort der Solarindustrie.“

Das Unternehmen hatte am 12. März 2015 zugleich die Ausweitung der Fertigung in Arnstadt um eine Produktion von Solar-Ingots mit 60 neuen Arbeitsplätzen und die Umstellung der Zellfertigung auf eine neue, effizientere Technologie angekündigt. Der Thüringer Minister begrüßte diese Schritte. „Eine höhere Wertschöpfungstiefe und Wettbewerbsfähigkeit ist die Voraussetzung dafür, daß SolarWorld als letztes großes Photovoltaikunternehmen aus Deutschland seine Position auf dem globalen Solarmarkt behaupten kann“, sagte er.

Dabei seien die Rahmenbedingungen für die deutsche Solarwirtschaft weiterhin nicht einfach, so der Minister weiter: Die zehn größten Modulhersteller der Welt kommen heute aus China, Japan, Korea, Kanada und den USA. Auch die größten Absatzmärkte für Solarprodukte liegen in diesen Ländern. In Deutschland dagegen sei nach Einschätzung von Branchenexperten per Saldo in diesem Jahr kaum mit einem Zubau der Photovoltaikleistung zu rechnen. Allenfalls werde der Markt einigermaßen stabil bleiben. Zudem liegt der Marktanteil der deutschen Hersteller selbst auf ihrem Heimatmarkt derzeit bei lediglich 20 bis 22 Prozent.

„Die Situation bleibt also angespannt, der Konkurrenzdruck vor allem aus Asien ist riesig“, sagte der Wirtschaftsminister. „Dennoch wäre es fatal, wenn sich Deutschland aus einer Schlüsseltechnologie wie der Photovoltaik komplett zurückzieht.“ Die Solartechnik werde auch in Zukunft eine entscheidende Rolle bei der Energiewende und beim Ausbau der erneuerbaren Energien spielen. So wird der Bruttostromverbrauch in Deutschland schon heute zu sechs Prozent durch Solarstrom abgedeckt – Rang zwei nach der Stromerzeugung aus Onshore-Windkraftanlagen (9,4 Prozent). Insgesamt beträgt der Anteil der erneuerbaren Energien am deutschen Bruttostromverbrauch 27,8 Prozent.

„Die künftige Nachfrage kommt aber vor allem von den internationalen Märkten“, sagte Tiefensee weiter. Hier werde die Nachfrage nach Solarprodukten weiter deutlich anwachsen – nach Branchenschätzungen allein in diesem Jahr um bis zu 25 Prozent, was einer neu installierten PV-Leistung von 53 bis 57 Gigawatt entspricht. „Von diesem Marktwachstum können auch die deutschen Hersteller profitieren, wenn sie – wie SolarWorld – konsequent in neue Technologien investieren und neue Absatzmärkte erschließen“, sagte Tiefensee. „Gemeinsam mit SolarWorld wollen wir diese Chance in Thüringen gern ergreifen.“

STEPHAN KRAUSS

 

13.03.2015


12.03.2015: „Hier schlägt mein Herz“

„Rap macht Schule“ feiert Jubiläum: Zum 10. Geburtstag findet das Bildungsprojekt eine Heimat in Weimar.

Seit 2005 ist der Musiker, Autor und Dozent Doppel-U mit dem Bildungsprojekt „Rap macht Schule“ auf einem Feldzug. Für mehr Respekt, Toleranz und Verständnis gegenüber klassischer Lyrik, aber auch für mehr Miteinander in der Gesellschaft – denn Wissen grooved. Dank Goethe-Instituten, Botschaften und Universitäten ist er weltweit auf Mission für die deutsche Sprache.

Nach zehn erfolgreichen Jahren „on the road“, 26 Ländern, über 3000 Auftritten und einer Million Zuschauern findet „Rap macht Schule“ nun einen festen Anlaufpunkt in der Heimat des Initiators Doppel-U. Gemeinsam mit dem jungen Theater im Stellwerk Weimar wird das Projekt und dessen Inhalte Schulklassen, Jugendgruppen und Besuchern der Stadt Weimar, der Wirkungsstätte großer deutscher Dichter und Denker, nähergebracht.

Als fester Bestandteil des Spielplans ist es unter der Internetadresse des Stellwerks ab sofort individuell buchbar. Außerdem soll die Zusammenarbeit in den nächsten Monaten auch in Form neuer Ideen noch weiter ausgebaut werden. Dazu sagt Doppel-U: „Es war schon lange mein Ziel, ‚Rap macht Schule’ fest in Thüringen zu etablieren. Eigentlich fand ich es immer schade, viel in der Welt, aber selten in meinem Bundesland zu arbeiten. Der Weltrekord im Guinnessbuch der Rekorde, umgesetzt in Erfurt, war schon ein guter Anfang. Nun soll sich das Projekt weiterentwickeln. Denn hier schlägt mein Herz.“

TINA HERTZER

 

12.03.2015

 

 

Musiker, Autor und Dozent Doppel-U in Weimar: Fester Anlaufpunkt in der Heimat.

Foto: UQ-ARCHIV

 


11.03.2015: Bessere Vergleichbarkeit

Ost-Kammern wollen einheitliches Abitur.

„Deutschland braucht einheitliche Bildungsstandards und einheitliche Abschlußprüfungen für das Abitur“, fordert Dr. Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen. „Das ist nicht nur ein wichtiger Schritt in Richtung bessere Vergleichbarkeit der Abschlüsse – auch die Chancengleichheit unter den Bedingungen immer höherer fachlicher und räumlicher Flexibilität des Arbeitsmarktes wird damit hergestellt.“

Die IHK Südthüringen schloß sich der Initiative der ostdeutschen IHKs an und fordert darüber hinaus von der Thüringer Bildungsministerin Birgit Klaubert (Die Linke), das Thema auf die Thüringer Agenda zu heben.

Die ostdeutschen Industrie- und Handelskammern haben die Kultusminister der Länder aufgefordert, für einheitliche Abiturstandards in ganz Deutschland zu sorgen. Die Abschlußnoten seien eine wichtige Information für Universitäten oder Arbeitgeber, heißt es in einem Brief der IHK-Präsidenten an die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Brunhild Kurth (CDU, Sachsen). Ohne einheitliche Grundlagen werde diese Information verwässert und verzerrt. Diese Forderungen setzen bereits die Bundesländer Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bayern in dem 2014 ins Leben gerufenen Sechs-Länder-Projekt „Gemeinsame Aufgabenteile in der Abiturprüfung“ um.

FF

 

11.03.2015

 


10.03.2015: Vier Sterne

Luxus kann – Qualität muß! Qualitätsoffensive in der Welterberegion Wartburg Hainich hält weiter an.

Daß das Thema „Qualität“ einen ganz besonderen Stellenwert im Fremdenverkehrsgeschäft der Welterberegion hat und nicht nur eine leere Floskel ist, zeigen die Maßnahmen und Ergebnisse des letzten Jahres, die einen kontinuierlichen Prozeß in Gang gesetzt haben. „Die Marke ‚Welterberegion Wartburg Hainich‘ liefert schon ein enorm großes Qualitätsversprechen. Der Gast muß das, was ihm in den Prospekten versprochen wird, auch vorfinden“, so Anne-Katrin Ibarra Wong, Geschäftsstellenleiterin des Tourismusverbandes.

„Großes Interesse findet die angebotene Veranstaltungsreihe ‚Unser Welterbe ist meine Chance‘ unter unseren Mitgliedern und touristischen Leistungsträgern.“, so Ibarra Wong. Ein weiterer Schwerpunkt des Tourismusverbandes ist die Fortsetzung der DTV-Klassifizierung von Ferienwohnungen, Ferienhäusern und Privatzimmern sowie die Zertifizierung fahrrad- und wanderfreundlicher Unterkünfte. Zu Beginn dieses Jahres wurde die Lizenz für Klassifizierungen des Deutschen Tourismusverbandes e. V. (DTV) für den Tourismusverband der Welterberegion Wartburg Hainich erneut für drei Jahre verlängert. Genauso wird Anne-Katrin Ibarra Wong Mitte März an einer Auffrischungsschulung für DTV-Prüfer teilnehmen.

Kürzlich wurde von Anne-Katrin Ibarra Wong als zertifizierte DTV-Prüferin mittels eines bundesweit einheitlichen Vorgabenbogens erfaßt, über welche Ausstattung die „Ferienhäuser Oberdorla“ verfügen, welche Serviceleistungen für die Urlaubsgäste vorgehalten werden und ob die Qualität des Angebotes paßt. Das Resultat ist sehr erfreulich: Beide Ferienhäuser konnten mit sehr guten vier Sternen ausgezeichnet werden, gelten damit als „Unterkunft mit gehobenem Komfort“.

Die Überprüfung der Ferienunterkünfte wird alle drei Jahre wiederholt, erklärt Ibarra Wong bei der Übergabe des Schildes und der Zertifikate am 10. März 2015. Neben dem reinen Abhaken von Fakten erhalten die Gastgeber dabei den einen oder anderen Tip, wie sie ihr Angebot noch verbessern können. Manchmal sind es schon die kleinen Dinge und Handgriffe, mit denen eine große Wirkung erzielt werden kann. Einheitliche Kleiderbügel, scharfe Küchenmesser, eine ansprechende Infomappe – oft läßt sich mit wenig Aufwand viel erreichen.

Mit der Klassifizierung der Ferienhäuser Oberdorla, hat Ibarra Wong nun kurz vor Saisonstart das 69. und 70. Ferienobjekt in der Welterberegion klassifiziert. Davon sind nur sechs Objekte der Kategorie „Ferienhäuser“ zuzuordnen. Ebenso große Freude zum Vier-Sterne-Ergebnis war bei den Inhabern der Ferienhäuser Oberdorla, Mike und Nicole Ochsenfahrt zu verzeichnen, die die Ferienhäuser seit gut einem halben Jahr erfolgreich vermarkten.

Gerade auch im Hinblick auf die Qualitätsansprüche im Rahmen der Markenetablierung „Welterberegion Wartburg Hainich“ sei es wichtig, daß Gäste eine verläßliche Orientierungshilfe bei der Suche nach einer geeigneten Unterkunft vorfinden. Der Tourismusverband möchte mit der Klassifizierung dazu beitragen, das Niveau des Übernachtungsangebotes in der Region stetig zu verbessern – für zufriedene Gäste und erfolgreiche Vermieter. Qualität in den Unterkünften der Region ist ein zentrales Thema für alle, die den Tourismus voranbringen wollen. Luxus kann – Qualität muß! Nicht von ungefähr hat auch der Deutsche Tourismusverband seine Klassifizierung von Ferienobjekten seit jeher unter dieses Motto gestellt.

Ibarra Wong dankt den Inhabern besonders für ihre aktive Mitgliedschaft im Verband und ihre Bereitschaft, sich dieser Qualitätsbewertung im Sinne der Gäste zu unterziehen und sich diesem Wettbewerb zu stellen. „Es bleibt zu wünschen, daß sich zukünftig weitere Beherbergungsbetriebe an der Klassifizierung beteiligen, zumal die Sterne mittlerweile eine entscheidende Größe bei der Buchungsentscheidung unserer Gäste spielt”, so Ibarra Wong.

PI-TV-WWH

 

10.03.2015


10.03.2015: Perspektiven für junge Kreative

Kulturfabrik bringt Karl Lagerfelds Kunst nach Thüringen: „Deutschland – Land der Ideen“ und Deutsche Bank zeichnen mit der „Kulturfabrik Apolda“ eine wegweisende Idee zur Gestaltung der ländlichen Räume aus.

Am 14. März 2015 wird die Frau Müller-GbR für das Projekt „Kulturfabrik Apolda“ im bundesweiten Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ als Preisträger geehrt. Zum Thema „Innovationen querfeldein – Ländliche Räume neu gedacht“ liefert das Projekt in der Kategorie Kultur eine Antwort auf die Frage, wie leerstehende Gebäude umfunktioniert werden können, um als Kulturzentrum jungen Kreativen berufliche Perspektiven auf dem Land zu eröffnen.

Die Preisverleihung findet im Rahmen der Eröffnung der ersten „Berlin Gallery Week“ in Thüringen statt. Bis zum 14. Juli 2015 werden im Rahmen der Ausstellung die Kunstwerke aus der renommierten Berliner Raab-Galerie gezeigt, beispielsweise von Karl Lagerfeld, Rainer Fetting, Urs Lüthi und Nina Maron. Die Auszeichnung nimmt Sibylle Müller, Geschäftsleitung der Frau Müller-GbR, von Dr. Tanja Zschach, Deutsche Bank, entgegen.

In der Karl-Köcher-Strickwarenfabrik in Apolda liefen früher Stoffe vom Band. Heute heißt der Ort Kulturfabrik Apolda. Junge Kreative des Thüringer Umlandes treffen dort auf hiesige etablierte Künstler sowie Künstler der Freien Akademie aus Köln, die in der Fabrik in großzügigen, bezahlbaren Ateliers arbeiten. Die Nachwuchstalente erhalten professionelle Unterstützung und präsentieren ihre Werke dem Publikum. Auch Werbeaufträge, die die Fabrik gewinnt, sind für die jungen Kreativen attraktiv. Sie erleben, wie sie die Kunstszene auch abseits der Metropolen mitgestalten können. Entstanden ist ein Ort, an dem sich der ländliche Raum kulturell weiterentwickeln kann.

Das prämierte Projekt ist einer der 100 Preisträger des Wettbewerbs „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“. In diesem Jahr zeichnen die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und die Deutsche Bank gemeinsam Ideen und Projekte aus, die einen positiven Beitrag zur Gestaltung der ländlichen Räume und Regionen liefern und sie fit für die Zukunft machen.

„Deutschland – Land der Ideen“ ist die gemeinsame Standortinitiative der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft, vertreten durch den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Gemeinsam engagieren sich Partner aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft dafür, weltweit für die Attraktivität des Standorts Deutschland zu werben und Innovationen aus Deutschland zu mehr Bekanntheit im In- und Ausland zu verhelfen.

Die Deutsche Bank ist Nationaler Förderer des Wettbewerbs „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ und seit 2006 Partner der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“. Ziel der Bank ist es, den wichtigsten Rohstoffen Deutschlands – den Ideen in den Köpfen der Menschen – eine Bühne zu geben und damit ihren Heimatmarkt zu fördern. Mit dem Wettbewerb, der aus der Veranstaltungsreihe „365 Orte im Land der Ideen“ hervorgegangen ist, stärkt die Deutsche Bank die Innovationskraft Deutschlands.

PLDI-PI

 

10.03.2015


10.03.2015: Tiefer Einblick

Duales Studium in Thüringen: Sowohl Arbeitgeber als auch Studierende profitieren von der Verzahnung betrieblicher Ausbildung mit einem Hochschulstudium.

Vom Hörsaal ins Unternehmen und zurück: Maximilian Schramm (23) absolviert in Erfurt ein duales Studium – er ist „Stuzubi“. Nach einer Woche an der Hochschule folgen fünf Arbeitstage bei der Ingenieurbüro für Energiewirtschaft GmbH. „Für mich als ‚Anwendertyp' kam ein reines Hochschulstudium nie in Frage – auch wenn Arbeits- und Lernpensum im dualen Studium zuweilen enorm sind“, sagt Schramm. „Den tiefen Einblick in die Arbeitsabläufe bei meinem Arbeitgeber hätte ich mit einem normalen Studium nicht erlangt.“ Er studiert seit 2011 Steuern und Prüfungswesen an der IUBH Duales Studium. Der wöchentliche Wechsel zwischen Theorie und Praxis ist eine Besonderheit der Hochschule, die an ihren sechs bundesweiten Standorten über 900 duale Studierende hat.

Bundesweit gibt es über 64.300 dual Studierende in mehr als 1000 Studiengängen (Stand 2013). Noch entscheiden sich erst drei bis vier Prozent der Studienanfänger für ein duales Studium. Doch: „Die Tendenz zeigt nach oben“, sagt Andrä Wolter, Bildungsforscher an der Humboldt-Universität zu Berlin. Das duale Studium ist die Studienform, die in Deutschland am stärksten wächst. Ein Drittel aller bundesweiten Studienanfänger würde gerne dual studieren, so der Wissenschaftsrat. Doch noch können die angebotenen Stellen die große Nachfrage nicht abdecken. In Thüringen hingegen läßt sich kein Wachstum des dualen Studienangebots beobachten. Der Trend ist sogar leicht rückläufig – und steht damit in Kontrast zu der positiven Entwicklung in den meisten anderen Bundesländern. 2013 gab es in Thüringen rund 1600 dual Studierende in 33 Studiengängen. Auch die Anzahl der Unternehmen, die dual Studierende beschäftigen, ist leicht rückläufig: Sie lag 2012 bei 2332, ein Jahr später waren es acht Betriebe weniger. Bundesweit beteiligen sich etwa 39.000 Unternehmen am dualen Studium.

Dabei fahren die Arbeitgeber mit dualen Studierenden gut: Rund 97 Prozent der Unternehmen in Deutschland sind „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“ mit diesem Instrument der Qualifizierung des Fachkräftenachwuchses. „Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um den ‚Akademisierungswahn' zeigen die Erfahrungen, daß die Verknüpfung von akademischem Management-Wissen mit handfester Berufserfahrung zukunftsfähig ist – und auch für den Wirtschaftsstandort Thüringen ein nicht zu unterschätzender Faktor“, sagt Prof. Stefan Marx, Prorektor Duales Studium der IUBH. Unternehmen gewinnen und binden mit dem dualen Studium junge, gut ausgebildete Mitarbeiter. Auch fürs Employer Branding und im Wettbewerb um die besten Köpfe zahlt es sich für viele Betriebe aus, dual Studierende zu beschäftigen. „Vor allem mittlere Unternehmen können das duale Studium gut in ihre Personalentwicklungsstrategie einbauen“, sagt auch Bruno Sandner, Teamleiter akademische Berufe, Agentur für Arbeit Erfurt. Nicht zuletzt profitieren insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen von den engen Kontakten zur Hochschule und einem direkten Wissens- und Technologietransfer.

Bei allen Vorteilen müssen Unternehmen auf dem Weg zum Einstellen dualer Studierender einige Hürden nehmen. Hilfestellung bieten hier zum Beispiel die örtlichen Industrie- und Handelskammern – aber auch die Hochschulen, die ein duales Studium anbieten. „Wichtig ist aus unserer Sicht, daß Unternehmen und Hochschule eng und unbürokratisch zusammenarbeiten, damit alle Seiten von der Kooperation profitieren“, sagt Marx. „Besonders Klein- und mittelständische Unternehmen sind anfangs oft unsicher, ob sie den personellen und finanziellen Mehraufwand durch das duale Studium stemmen können. Hier hilft eine klare Analyse – aber auch das Angebot der Hochschulen, den Praxispartner bestmöglich zu unterstützen.“ So hilft die IUBH den Unternehmenspartnern konkret bei der Auswahl dual Studierender, indem sie geeignete Kandidaten vorschlägt.

Das Biohotel Stiftsgut Wilhelmsglücksbrunn in Creuzburg ist Praxispartner der IUBH Duales Studium in Erfurt. Geschäftsführer Sebastian Hojny hat selbst dort ein duales Studium absolviert und stieg nach dem Abschluß direkt in die Hotelleitung ein. Nun betreut auch er einen „Stuzubi“. „Ich wußte aus eigener Erfahrung, was auf den dual Studierenden zukommt“, so Hojny. „Nun erfahre ich aus der Perspektive des Arbeitgebers, was die Herausforderungen sind: zum Beispiel die Phasen, in denen der Student an der Hochschule und nicht im Unternehmen ist. Dennoch profitieren wir stark vom dualen Studium: Nach dem Abschluß habe ich eine voll eingearbeitete Fachkraft im Unternehmen.“

In Bezug auf die Studierenden spricht vor allem der Faktor Sicherheit für diese Studienform: Die Studiengebühren übernimmt der Arbeitgeber, zusätzlich erhalten sie oft ein zusätzliches Gehalt – und sie sammeln schon während des Studiums praktische Berufserfahrung. Das bestätigt auch Andrä Wolter: „Dual Studierende werden eng entlang der betrieblichen Bedarfe ausgebildet und haben hohe Übernahmechancen. Denn das duale Studium ist Teil der betrieblichen Personalentwicklung.“ Zahlen vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) zeigen: Bis zu 90 Prozent der Absolventen dualer Studiengänge werden vom Betrieb übernommen.

Vor allem für karriereorientierte Abiturienten kann diese Studienform attraktiv sein. Dr. Jochen Kramer vom Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung an der Universität Tübingen konnte in einer Untersuchung nachweisen: Duale Studierende sind im Anschluß an das Studium beruflich ebenso erfolgreich wie Uni-Absolventen. „Duale Studiengänge scheinen auch für Leistungsstarke attraktiv zu sein“, so Kramer. Insbesondere in Klein- und mittelständischen Unternehmen steigen „Stuzubis“ nach ihrem Abschluß nicht selten direkt in die oberste Führungsebene auf. Auch Stefan Marx rät angehenden dual Studierenden, bei Mittelständlern nach freien Stellen zu fragen: „Hier kriegen sie im Gegensatz zu den großen Konzernen besonders viel vom operativen Tagesgeschäft mit und bekommen häufig verantwortungsvollere Aufgaben.“

JULIA SEIMEL

 

10.03.2015


09.03.2015: Konfrontation mit der Realität

Junge Union-Chef Gruhner: Ramelow und Siegesmund müssen Landtagsmandat niederlegen.

Anläßlich der ersten 100 Tage von Rot-Rot-Grün in Thüringen erinnert der Landesvorsitzende der Jungen Union und CDU-Landtagsabgeordnete, Stefan Gruhner, Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) und Umweltministerin Anja Siegesmund (Bündnisgrüne) an ihre eigenen Beschlüsse zur Trennung von Amt und Mandat. Er fordert beide auf, ihre Landtagsmandate niederzulegen.

Gruhner sagte am 8. März 2015 in Erfurt: „Linke und Grüne haben sich vor Amtsantritt der neuen Regierung auf eine Trennung von Amt und Mandat verständigt. Nach 100 Tagen im Amt ist es eine Frage der Glaubwürdigkeit, daß Herr Ramelow und Frau Siegesmund endlich ihre Landtagsmandate zurückgeben. Grundsätzlich ist gegen die Vereinbarung von Amt und Mandat nichts einzuwenden, aber Rot-Rot-Grün muß sich an seinen selbst gesteckten Maßstäben messen lassen. Wer seinen eigenen Maßstäben nicht gerecht wird, ist unglaubwürdig. Ich fordere Herrn Ramelow und Frau Siegesmund auf, ihr Versprechen gegenüber der Öffentlichkeit endlich einzulösen und ihre Landtagsmandate niederzulegen.“

Der JU-Chef und Abgeordnete zieht zudem eine „ernüchternde Bilanz“ nach 100 Tagen „R2G“ und bezeichnet die Finanzpolitik als „Anschlag auf die junge Generation“. „Die neue Regierungskoalition ist von Anfang an unglaubwürdig, da sie bereits jetzt zentrale Wahlkampfversprechen gerissen hat. Bei Rot-Rot-Grün gilt das Prinzip versprochen-gebrochen. Die Finanzpolitik der neuen Regierung ist ein Anschlag auf die junge Generation. Wer getilgte Schulden in Höhe von 200 Millionen Euro wieder zurückbucht und im Haushalt verfrühstückt, handelt gegen die Interessen der jungen Generation. Mit dieser Politik verstößt Rot-Rot-Grün gegen das Versprechen, keine neue Schulden aufzunehmen. Die Bilanz nach 100 Tagen Rot-Rot-Grün ist insgesamt sehr ernüchternd. Von dem großen Reformanspruch ist bislang nicht viel geblieben. Die Konfrontation mit der Realität gleicht bei Rot-Rot-Grün einer Bruchlandung“, so Gruhner.

PI-JUT

 

09.03.2015


09.03.2015: Fülle von Sagen und Geschichten

Amüsantes und Kurzweiliges am Tag und in der Nacht: Von den fünf Stricknadeln und garstigen Apoldaer Ungeheuern.

Rückblickend auf die letzten zehn Jahre verbuchen die touristischen Führungen in Apolda kontinuierlich Zuwachsraten. Neben Stadtführungen werden Stadtspaziergänge mit dem singenden Nachtwächter, kostümierte Stadtspaziergänge mit David dem Strickermann (je Thomas Burkhardt) oder mit Katharina von Vitzthum (Viola Wehling) angeboten, die Gruppen zu individuellen Anlässen buchen können. Von anfänglich 16 Führungen im Jahr 2005 stieg die Anzahl im vergangenen Jahr auf 144, die von zwei ambitionierten Stadtführern bei Wind und Wetter durchgeführt wurden. Die Teilnehmer sind immer wieder erstaunt, welch Fülle von Sagen und Geschichten das kleine Apolda zu bieten hat. Man wandelt förmlich auf einem Sagenweg durchs alte Gramont und die aufblühende Stadt, die sich anschickt, die Landesgartenschau 2017 auszurichten.

Die Zahlen umfassen sowohl die von Gruppen gezielt gebuchten, als auch die öffentlichen Führungen für kurzentschlossene Einzelgäste zwischen April und Oktober. Wie auch in den vorangegangenen Jahren gibt es über das Jahr Schwankungen in der Nachfrage. Im letzten Quartal steigen die Zahlen an.

Besonderen Zuspruch erhielt 2014 die Stadtführung mit dem singenden Nachtwächter. Dieses Angebot wird auch gern von Einheimischen gebucht, die sich einfach mal unter fachkundiger Führung auf eine abendliche Erkundungstour durch die Glockenstadt begeben und dabei auch die beeindruckende Akustik in der Lutherkirche erleben wollen.

Am Ostersonntag findet in diesem Jahr die erste von sieben öffentlichen Stadtführungen mit „Katharina von Vitzthum“ statt. Diese 90minütige kostümierte Führung startet 11 Uhr am Rathaus und kann somit interessierten Gästen auch das Glockenspiel am Stadthaus 11.55 Uhr „präsentieren“.

Der Auftakt der monatlichen Führungen mit dem singenden Nachtwächter ist für den 17. April 2015, um 20 Uhr, mit Start ab dem Rathaus geplant.

Ein wenig der Zeit voraus war der Verein Internationale Städtepartnerschaften Apolda e. V. und ließ sich vom Singenden Nachtwächter Thomas Burkhardt nach einer Führung durch das Kunsthaus am 4. März.2015 singend und erzählend durch die Innenstadt begleiten.

HARTWIG MÄHLER

 

09.03.2015

 

 

Apoldaer Bürgermeister Rüdiger Eisenbrand (FWW) mit Stadtführern Viola Wehling und Thomas Burkhardt: Auf einem Sagenweg durchs alte Gramont und die aufblühende Stadt, die sich anschickt, die Landesgartenschau 2017 auszurichten.

Foto: HARTWIG MÄHLER


08.03.2015: Schöne und praktische Stücke

Tag der offenen Töpferei in Altengesees: Werkstatt lädt am 14. und 15. März ein.

Die Töpferei der Werkstätten Christopherushof in Altengesees lädt in diesem Jahr an zwei Tagen zum Tag der offenen Töpferei ein. Das ist am 14. und 15. März jeweils von 10 bis 18 Uhr. Die Besucher können bei der Produktion zusehen, selbst modellieren, sich an der Töpferscheibe probieren, die Brennvorgänge im Schmauchbrandofen und den Raku-Brand verfolgen. Und natürlich gibt es die Gelegenheit, praktische und schöne Töpferprodukte direkt in der Werkstatt zu kaufen. Im Angebot sind auch Pflanzgefäße in den verschiedensten Größen und Formen.

„Der Töpfertag ist für uns eine wunderbare Gelegenheit, einen Einblick in unsere Arbeit zu geben. Daß das Interesse groß ist, zeigt der gute Zulauf in den vergangenen Jahren. Wir hoffen auch diesmal auf viele Besucher“, sagt Töpfermeister Mario Lang.

In der Töpferei der Werkstätten Christopherus in Altengesees entstehen die vielfältigsten Erzeugnisse. 14 Menschen mit Behinderung arbeiten unter Anleitung von zwei Fachkräften mit viel Freude an irdenen Artikeln sämtlicher Formen und Funktionen. Die schönen und praktischen Stücke entstehen durch Drehen auf der Töpferscheibe, mit Aufbautechnik, in der Plattenbauweise und durch freies Modellieren und Gestalten.

Das Angebot der Töpferwerkstatt beinhaltet Gebrauchsgeschirr wie Krüge, Becher, Tassen, Teller, Schüsseln und Vasen, aber auch verschiedenste Dekorationsartikel. Brunnengestaltung, Skulpturen und Tonsäulen sind für die Gartengestaltung beliebt. Auf Märkten ist der Stand der Töpferei stets gut besucht.

SANDRA SMAILES

 

08.03.2015

 

 

Freude an irdenen Artikeln: In der Töpferei der Werkstätten Christopherus in Altengesees entstehen die vielfältigsten Erzeugnisse.

Fotos (2): SANDRA SMAILES

 


07.03.2015: Gleichstellung nicht erreicht

„Frauen machen den Unterschied – auch in der Wirtschaft“: Hohe Erwerbstätigkeit bei Thüringer Frauen.

„Ohne die Frauen stünde die Thüringer Wirtschaft schlechter da“: Das sagte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am 6. März 2015 in Erfurt anläßlich des 104. Internationalen Frauentags. Knapp 72 Prozent aller Frauen sind in Thüringen erwerbstätig – das ist die zweithöchste Quote aller Bundesländer nach Brandenburg. „Daß Thüringen sich in den letzten Jahren sehr erfolgreich entwickelt hat, liegt auch an der überdurchschnittlich hohen Erwerbstätigkeit von Frauen“, sagte Tiefensee: „Die Frauen machen den Unterschied – auch in der Wirtschaft.“

Allerdings: Der Ländervergleich dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, daß eine faktische Gleichstellung von Frauen auch in Thüringen bis heute nicht erreicht sei. So liegt die Entlohnung von Frauen in Thüringen um durchschnittlich fünf Prozent unter der der Männer. „Der Mindestlohn kann deshalb nur der erste Schritt gewesen sein. Wir brauchen eine höhere Tarifbindung gerade für Branchen, die stärker weiblich geprägt sind“, so die Forderung Tiefensees.

Gut qualifizierte Frauen stellten ein wichtiges Fachkräftepotential für die Unternehmen im Land dar, sagte der Wirtschaftsminister. Das zeigen die Fakten: So gehen die Thüringerinnen häufiger einer Vollbeschäftigung nach als anderswo in Deutschland, arbeiten auch in Teilzeitbeschäftigung oft mehr als Frauen in anderen Bundesländern und hätten seltener einen Minijob. Knapp 72 Prozent aller Frauen sind in Thüringen erwerbstätig - im Jahr 2006 lag die Erwerbstätigenquote noch bei gerade 60 Prozent.

Die gute Entwicklung sei nicht zuletzt auf die hervorragende Betreuungssituation und die gezielte Unterstützung Alleinerziehender zurückzuführen. Der Minister verwies aber auch auf neue Modelle wie das Elterngeld Plus und den Partnerschaftsbonus, die vom Bundesfamilienministerium eingeführt wurden. „Damit kommen wir dem Ziel einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf einen großen Schritt näher.“

Auch die Einführung des Mindestlohns helfe, den Niedriglohnsektor einzudämmen, in dem sich häufiger Frauen als Männer befänden. „Die Zeiten, in denen vor allem Frauen mit niedrigen Löhnen abgespeist wurden, müssen endgültig der Vergangenheit angehören. Wer es ernst meint mit der Gleichstellung, darf sich mit solchen Unterschieden nicht abfinden“, sagte Tiefensee. „Dafür brauchen wir eine stärkere Tarifbindung – vor allem in weiblich geprägten Branchen wie dem Einzelhandel, Sozial- und Gesundheitsberufen oder Dienstleistungen.“ Außerdem könnten Unternehmen bereits mit kleinen Anpassungen der Arbeitsorganisation zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf beitragen.

In der Europäischen Union beträgt der geschlechterbezogene Einkommensunterschied im Schnitt 16,2 Prozent. In Deutschland liegt dieser „Gender Pay Gap“ seit 1995 im wesentlichen unverändert hoch bei 22 Prozent. In Ostdeutschland sind die Unterschiede mit sechs Prozent vergleichsweise klein, in Westdeutschland mit 25 Prozent sehr groß. Die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern wird größer mit höherer Ausbildung, höherem Alter und ist im ländlichen Raum größer als in Städten. Die daraus entstehende Alterssicherungslücke (Gender Pension Gap) liegt bei enormen 59 Prozent.

Als Ursachen werden vor allem Stereotype, die schlechtere Bewertung von Frauentätigkeiten, häufigere Erwerbsunterbrechungen und das Fehlen von Frauen in bestimmten Berufen, Branchen und auf höheren Karrierestufen benannt. Noch immer arbeiten vor allem Frauen auf Grund der Kinderbetreuung häufiger in Teilzeit (fast 50 Prozent aller Teilzeitbeschäftigten weiblich). Drei Viertel der erwerbstätigen Mütter in Westdeutschland arbeiten Teilzeit, in Ostdeutschland sind es weniger als 50 Prozent. Auch die unterschiedliche Branchen- und Berufswahl wird als Ursache für Einkommensunterschiede genannt.

STEPHAN KRAUSS

 

07.03.2015


06.03.2015: Forderungen für eine konfliktfreie Unterbringung

Thüringer Wohnungswirtschaft macht sich für Flüchtlingsunterbringung stark.

„Die Unterbringung von Flüchtlingen – Herausforderungen und Chancen für die Thüringer Wohnungswirtschaft“, unter diesem Motto traf sich Anfang März der Verband Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft zum Workshop mit Unternehmen, Kommunalpolitikern und einem Vertreter des Landesverwaltungsamtes.

„In den vergangenen zwei Jahren stieg die Zahl der Erstanträge auf Asyl in Thüringen von 1764 auf 6135. In diesem Jahr werden rund 9000 Erstanträge erwartet. Wenn es nach den Vereinbarungen im Koalitionsvertrag der Landesregierung geht, soll die Mehrheit dezentral in Wohnungen untergebracht werden. Die meisten kommunalen Wohnungsgesellschaften unserer 174 Wohnungsunternehmen haben schon jetzt über 3000 Flüchtlinge untergebracht – Tendenz steigend. Auch einige Wohnungsgenossenschaften haben sich schon eingebracht beziehungsweise es finden gegenwärtig Gespräche mit ihnen statt. Allein daran ist zu erkennen wie stark uns das Thema Unterbringung von Flüchtlingen auch künftig beschäftigen wird“, bekräftigte Constanze Victor, Direktorin des Verbandes Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft.

Die Wohnungswirtschaft sieht es als ihre humane Verpflichtung an, sich bei der Unterbringung von Asylbewerbern und Flüchtlingen einzubringen. Wohnungsunternehmen seien jedoch Wirtschaftsunternehmen, so daß für die Unternehmen eine Kostendeckung erforderlich sei. Die Wohnungsunternehmen bemängeln vor allem die unzureichende Betreuung durch Sozialarbeiter und weisen auf die Sprachbarrieren hin. Hausordnung, Müll, Heizungs- und Sanitärbenutzung sind für viele Flüchtlinge ungewohnte Themen. Auch die Frage nach einem gelockerten Arbeitsverbot und der Einbeziehung des Jobcenters spielen bei einer integrativen Unterbringung eine große Rolle.

„In vielen Fällen erfahren die Unternehmen erst sehr kurzfristig, wieviel Asylbewerber beziehungsweise Flüchtlinge sie unterbringen sollen und haben kaum Einfluß auf den Grad der Konzentration in einzelnen Wohngebieten. Auch die Frage der Gebäudeversicherung ist nicht umfassend geklärt“, bemängelte Constanze Victor. Zudem sehen sich die Wohnungsunternehmen einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt.

Überbelegungen schädigen die Substanz von Wohnraum und erhöhen das Konfliktpotential unter den Bewohnern und zu Nachbarn. Ein hoher Instandhaltungsbedarf durch wechselnde Mieter verursacht hohe Kosten. Durch den ungewohnten Umgang mit Wasser und Heizung verursachen die Bewohner sehr oft hohe Betriebskosten.

Gleichwohl engagiert sich eine Vielzahl der Thüringer Wohnungsgesellschaften und -genossenschaften aktiv bei der Unterbringung von Flüchtlingen. Um das gestiegene Aufkommen zu bewältigen, könnten sie neben den bereits vorhandenen 3000 weitere rund 1000 Wohnungen bereitstellen. Viele dieser Wohnungen, die sofort bezogen werden könnten, befinden sich jedoch an „entlegenen“ Standorten in Thüringen. Dagegen stehen einige Kommunen vor erheblichen Problemen, da dort kaum noch Wohnungen zur Verfügung stehen. Die Thüringer Flüchtlingsverteilungsverordnung muß insoweit dringend flexibler ausgestaltet werden. Die Wohnungsunternehmen stellen aber nicht nur Wohnungen zur Verfügung, sie schaffen schon jetzt eine Willkommenskultur durch bestimmte Service-Angebote, ermöglichen Zusammenkünfte und gemeinsame Veranstaltungen. „Mitmachen vor Ort ist möglich. Es gibt viele positive Beispiele, die aus dem privatem Engagement vor Ort resultieren“, so Constanze Victor. Allerdings, so betonte sie weiter, könne nicht die gesamte Last bei den Unternehmen liegen. Um die Unterbringung auf wirtschaftlich stabile und konfliktfreie Füße zu stellen, hat der Verband Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft eine Reihe von Forderungen für eine konfliktfreie Unterbringung von Flüchtlingen erarbeitet:

Die grundsätzliche Verantwortung für die Erstaufnahme soll beim Land bleiben Es dürfe keine Vorverurteilung von Gemeinschaftsunterkünften geben. Sowohl Gemeinschaftsunterkünfte als auch dezentrale Unterkünfte machten Sinn. Es müßten genügend Dolmetscher und Betreuer für Verhandlungen zur Verfügung stehen. Soziale Betreuungspakete seien zwingend erforderlich. Der ideale Betreuungsschlüssel wird bei 1 : 80 gesehen (aktuell 1:150). Den Bürgern müsse Gelegenheit gegeben werden, sich über Einzelschicksale und Hintergründe der Flucht zu informieren. Mietverträge sollte es in mehreren Sprachen geben. Überlegenswert sei auch die Einbeziehung des ländlichen Raumes hinsichtlich der Verteilung der Flüchtlinge.

Darüber hinaus müsse die Vermietung wirtschaftlich dargestellt werden können. Der Einsatz des eigenen Sozialmanagements, hohe Instandhaltungskosten sowie hohe Verwaltungskosten müssen über die Miete abgedeckt werden können. Angestrebt werde ein einheitlicher Rahmenmietvertrag in Thüringen, in dem alle Risiken verhandelt und auskömmliche Mietaufschläge auf die ortsübliche Miete angestrebt werden. Der Vermieter solle bestimmen, wie viele und welche Personen in welchem Gebiet, in welcher Wohnung untergebracht werden. Die Überbelegung von Wohnungen werde abgelehnt.

SWENIA TEICHMANN

 

06.03.2015


05.03.2015: Erfolgreiches Modell

Jena erfolgreich bei „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“.

Erfolg für die Lehrerausbildung in Jena: In der ersten Bewilligungsrunde für die gemeinsame „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern erhielt die Friedrich-Schiller-Universität (FSU) den Zuschlag für ihren Projektantrag. Dessen Ziel ist eine Weiterentwicklung des erfolgreichen „Jenaer Modells“ des Lehramtsstudiums in drei wichtigen Punkten: mehr Interdisziplinarität durch mehr fächerübergreifende Ausbildungsinhalte vor allem in den Naturwissenschaften; mehr Internationalität zum Beispiel durch die Möglichkeit von Schulpraktika im Ausland; sowie eine stärkere Fokussierung auf das Thema Inklusion.

„Eine erfolgreiche Lehrerausbildung ist die wichtigste Voraussetzung für eine gute Schulausbildung“, erklärten Thüringens Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und Bildungsministerin Birgit Klaubert (Die Linke). „Die Aufnahme des Jenaer Lehramtsstudiums in die Förderung ist deshalb ein Erfolg für ganz Thüringen.“

Der Projektantrag der Universität Jena ist einer von bundesweit 19 erfolgreichen Förderanträgen. Insgesamt waren 80 Konzepte für die erste Bewilligungsrunde eingereicht worden. Das Jenaer Konzept untergliedert sich in insgesamt acht Teilprojekte, darunter ein fächerübergreifendes Studiengangsmodul für die Fächer Physik, Chemie und Biologie, eine engere Verzahnung von Fach- und didaktischer Ausbildung, die Einführung von Schulpraktika und Praxissemestern im Ausland, den Einsatz moderner Medien im Mathematikunterricht sowie die gezielte Vorbereitung der künftigen Lehrer auf die Herausforderungen längeren gemeinsamen Lernens. Das Projekt hat zunächst eine Laufzeit von zunächst vier Jahren (bis 2018). Die Universität veranschlagt die Kosten für das Vorhaben auf knapp vier Millionen Euro.

„Mit der ‚Qualitätsoffensive' wollen wir die akademische Lehrerausbildung in Deutschland kontinuierlich weiter verbessern und an neue Herausforderungen anpassen“, sagte Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee. Dazu zählen nicht zuletzt ein größerer Praxisbezug und die Inklusion. „Das Jenaer Konzept hat mit seinen Schwerpunkten deshalb ganz klar überzeugt.“ Der Zuschlag durch die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bund und Ländern sei aber auch eine Bestätigung für die hohe Qualität der Lehrerausbildung an der FSU Jena.

Bildungsministerin Birgit Klaubert erklärte: „In Thüringen setzen wir in den kommenden Jahren noch stärker auf die Neueinstellung junger Lehrer. Das Projekt der Friedrich-Schiller-Universität hat einen hohen Praxisbezug. Es zielt unter anderem auf mehr fächerübergreifende Ausbildung in den naturwissenschaftlichen Fächern. Ich bin überzeugt, daß sich das auszahlen wird, wenn Absolventen an unsere Schulen kommen. Schließlich gehören Thüringens Schüler bundesweit zur Spitzengruppe in den Naturwissenschaften. Wir sorgen dafür, daß das so bleibt.“

Ziel der im Jahr 2013 von Bund und Ländern beschlossenen „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ ist es, die Inhalte und Strukturen der Lehrerausbildung in Deutschland weiterzuentwickeln. Voraussetzung für die Teilnahme am Förderprogramm ist die wechselseitige Anerkennung von lehramtsbezogenen Studienabschlüssen und Prüfungsleistungen durch die Hochschulen beziehungsweise ihre Sitzländer. Die Auswahl der als förderwürdig eingestuften Konzepte wurde durch ein zwölfköpfiges Expertengremium unter Vorsitz des Bildungsforschers Prof. Dr. Manfred Prenzel getroffen. Mit den Förderempfehlungen des Auswahlgremiums werden in einem ersten Schritt 19 Vorhaben auf den Weg gebracht, die nun um einen Vollantrag bis zum 30. April gebeten werden und mit einer Förderung ab 1. Juni 2015 rechnen können. Bei positiver Evaluation der geförderten Projekte ist eine Weiterförderung ab 2019 möglich. Der Bund stellt für die zwei Förderphasen bis 2023 insgesamt 500 Millionen Euro zur Verfügung.

Geplant ist darüber hinaus eine zweite Bewilligungsrunde, für die am 12. Juni 2015 Bewerbungsschluß ist und die ebenfalls in zwei Förderphasen bis 2023 laufen wird. Daran können auch Hochschulen teilnehmen, die in der ersten Bewilligungsrunde noch keinen Zuschlag erhalten haben.

STEPHAN KRAUSS

 

05.03.2015


05.03.2015: Superlative auf der Höhenburg

Stiftung Leuchtenburg mit Marketing-Award ausgezeichnet: „Porzellanwelten Leuchtenburg“ als „Leuchtturm der Tourismuswirtschaft“ geehrt.

Die Stiftung Leuchtenburg in Seitenroda hat auf der Internationalen Tourismus Börse (ITB) in Berlin einen der begehrten Marketing-Awards „Leuchttürme der Tourismuswirtschaft“ des Sparkassen-Tourismusbarometers für Ostdeutschland erhalten. Der Preis würdigt die Stiftung Leuchtenburg für das Angebot „Porzellanwelten Leuchtenburg“ als Zukunftsdenker im Freistaat Thüringen.

„Begleitet von innovativem Marketing hat die Stiftung Leuchtenburg Schritt für Schritt ein zukunftsweisendes Konzept für die außergewöhnliche Nutzung einer beeindruckenden Burg erfolgreich umgesetzt und damit ein bemerkenswertes Angebot für den Tourismus in Thüringen geschaffen“, sagte Dr. Jürgen Hanke von der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Sparkassen- und Giroverbandes Hessen-Thüringen bei der Preisverleihung am 5. März 2015.

Gemeinsam mit Dr. Michael Ermrich, Geschäftsführender Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes, und Holger Scholz, Filialdirektor für Jena-Süd und Kahla bei der Sparkasse Jena-Saale-Holzland, überreichte er die Auszeichnung an Stiftungsvorstand Sven-Erik Hitzer. Dieser kann sich über die Produktion eines Films über die Stiftung Leuchtenburg freuen, der bei der Veranstaltung bereits vor rund 900 Gästen gezeigt wurde und von der Burg selbst zu Marketingzwecken eingesetzt werden kann. Eine Jury aus Experten für Tourismus sowie aus Vertretern des Ostdeutschen Sparkassenverbandes und des Sparkassen- und Giroverbandes Hessen-Thüringen hatte den Preisträger ausgewählt.

„Verfall, Leerstand und Perspektivlosigkeit damals. Lifestyle, Kulturgenuß und Erlebnisort heute. Sieben Jahre nur brauchte die 800jährige Leuchtenburg für diesen unglaublichen Imagewandel. Mein Team und ich sind richtig stolz, daß die Leuchtenburg heute eines der Top-Ausflugsziele ist und damit die Menschen auch für die herausragende Porzellanseele Thüringens begeistert“, sagt Sven-Erik Hitzer. Der Unternehmer und Tourismusexperte hat mit viel Mut seine Visionen rasant und erfolgreich umgesetzt und damit eine ganze Region motiviert. 2007 legte er mit der Stiftungserrichtung aus privaten Geldern den Grundstein und konnte die malerisch gelegene Höhenburg dank der Unterstützung des Freistaates Thüringen zu einer Marke mit Zukunft herausbilden.

Besucher der „Porzellanwelten Leuchtenburg“ erwartet eine erlebnisorientierte Inszenierung. Die von renommierten Ausstellungsgestaltern, darunter von Libeskind-Schüler Michel J. Brown, realisierten Räume laden zum Staunen, Begreifen und Mitmachen ein – vom Herkunftsland des Porzellans („Das Fremde“), über die Entdeckung seiner Rezeptur in Europa („Das Rätsel“), dem weißen Gold als Status und Machtsymbol an den europäischen Höfen („Das Kostbare“) bis hin zum Einzug des Porzellans in das Alltagsleben („Das Alltägliche“). Ab Ende März werden mit der größten Vase der Welt, dem kleinsten Service der Welt und dem „Skywalk der Wünsche“ drei neue Superlative auf der Höhenburg zu bestaunen sein. Nach Meinung von Holger Scholz „ist die neue multimediale Präsentation auf der Leuchtenburg vor dem Hintergrund der Porzellantradition in Thüringen eine große Bereicherung für den Tourismus.“

Der öffentlich ausgeschriebene Wettbewerb um den Marketing-Award richtet sich an Unternehmen, im Tourismus tätige private Personen, öffentliche Einrichtungen, Verbände, Vereine, Landkreise und Gemeinden in den Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. In diesem Jahr wurden Bewerber gesucht, die mit originellen Angeboten und nachahmenswerten Konzepten Impulse für die Region setzen.

ILKA KUNZE

 

05.03.2015

„Porzellanwelten Leuchtenburg“: Erlebnisorientierte Inszenierung.

Fotos (2): SL-ARCHIV

Blick auf die Leuchtenburg bei Kahla: Eines der Top-Ausflugsziele in Thüringen.


04.03.2015: Bedarf nach Atempause

Anläßlich des „Tages des freien Sonntags“: CDA Thüringen fordert weniger Sonntagsarbeit.

Die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) Thüringen kritisierte im Rahmen ihrer Vorstandssitzung anläßlich des „Tages des freien Sonntags“ am 3. März die zunehmende Wochenendarbeit in Deutschland. „Für immer mehr Beschäftigte wird der Sonntag zum Werktag. Diesen Trend müssen wir stoppen“, meint Landesvorsitzender Thadäus König. Der CDU-Sozialflügel unterstütze deshalb die Forderungen der „Allianz für den freien Sonntag“ aus Kirchen und Gewerkschaften, die sich für eine Beschränkung der Sonntagsarbeit einsetzen.

Laut Statistischem Bundesamt haben 14 Prozent der Erwerbstätigen 2013 regelmäßig sonntags gearbeitet. 1992 waren es noch zehn Prozent. „Sonntagsarbeit darf nicht von der Ausnahme zur Regel werden. Der Tag muß für Familie, Erholung und Besinnung reserviert bleiben“, findet König. Die CDA plädiere für eine neue Wertschätzung des Sonntags. „Der arbeitsfreie Sonntag gehört schließlich zu unserer christlichen Kultur“, so König.

König verweist darauf, daß immer mehr Menschen über Druck und Streß im Job klagen. Der Sonntag schaffe Raum für Ausgleich. „In Zeiten einer Beschleunigung aller Lebensvorgänge, bedarf es einer Atempause, um Kraft zu tanken und den Belastungen des Alltags zu entkommen.“ Kritisch sieht König auch die oft geforderte ständige Erreichbarkeit: „Am Wochenende muß man mal abschalten können: Und zwar auch das Handy.“

Der „Internationale Tag des freien Sonntags“ wird jedes Jahr am 3. März begangen. Ein Bündnis aus kirchlichen Verbänden und Gewerkschaften erinnert so an den 3. März des Jahres 321: Damals erklärte Kaiser Konstantin den Sonntag im Römischen Reich zum Ruhetag. Der Aktionstag wird unter anderem getragen von der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) und der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi.

PI-TK

 

04.03.2015


04.03.2015: Unschuld beweisen

Mindestlohngesetz – Unternehmer gegen Generalverdacht: Wirtschaftsrat fordert Abschaffung der Nachweislast für Betriebe.

Die Unternehmer im Thüringer Landesverband des Wirtschaftsrates Deutschland wehren sich gegen die generelle und öffentliche Diffamierung seitens der Politik, die sich ihrer Ansicht nach in der geforderten Nachweispflicht des Mindestlohngesetzes ausdrückt.

„Wir sehen uns dem persönlich diffamierenden Generalverdacht ausgesetzt, vorsätzlich Gesetze zu mißachten und müssen mit einem immensen Bürokratieaufwand täglich neu unsere Unschuld beweisen. Statt durch Bürokratieabbau wirtschaftliches Wachstum zu unterstützen, werden immer neue bürokratische Hürden aufgebaut, die Unternehmen das Arbeiten schwer machen. Nicht zu unterschätzen ist auch der Imageschaden, der durch diese weitere Demontage des Ansehens des Unternehmertums angerichtet wird. Das ist mehr als kontraproduktiv für eine Gründungs- und Ansiedlungskultur, die unser Wirtschaftsstandort dringend benötigt,“ faßt Mihajlo Kolakovic, Präsidiumsmitglied und Landesvorsitzender Thüringen im Wirtschaftsrat der CDU e. V., die Äußerungen und derzeitige Stimmungslage der Wirtschaftslenker im Freistaat zusammen. „Wir fordern daher mit der Abschaffung der Nachweispflicht, eine Umkehr der Beweislast anstelle nur kosmetischer Korrekturen zu dem neuen Bürokratiemonster Mindestlohngesetz.“

Es ist nicht nur nach Meinung des Unternehmerverbandes dringend notwendig, das in Deutschlands Öffentlichkeit völlig falsche negative Bild des Unternehmers richtigzustellen. Durch den persönlichen Einsatz von Unternehmern werden, häufig mit einer 60- bis 70-Stunden-Woche, Arbeitsplätze geschaffen. In den Unternehmen werden die finanziellen Werte geschaffen, die die Handlungsfähigkeit der Politik auf kommunaler, Landes- und Bundesebene garantieren. Unternehmertum und Unternehmen – ganz gleich welcher Größe – sorgen für die Steuereinnahmen, die den Staatshaushalt ausmachen, aus dem die Kosten für die Verwaltung, für den Sozial-, Gesundheits-, Sport- und Kulturbereich bestritten werden. Unternehmen garantieren also die gegenwärtige und zukünftige Attraktivität unseres Standorts Thüringen beziehungsweise Deutschlands. Sie müssen sich auf dem Weltmarkt behaupten. Dabei sollten sie, so der Tenor des Wirtschaftsrates, von der Politik unterstützt und nicht zusätzlich belastet werden.

KARSTEN SEIFERT

 

04.03.2015


03.03.2015: Handschrift aus berühmter Sammlung

Ein „Missale vulgare“ aus dem Jahre 1404 wird im Stadtmuseum der Thüringer Landeshauptstadt gezeigt.

Ab 3. März 2015 präsentiert das Stadtmuseum Erfurt im „Haus zum Stockfisch“, Johannesstraße 169, eine theologische Handschrift der berühmten Handschriftensammlung Amploniana. Das Blatt 141r zeigt eine mit roter Auszeichnungstinte gemalte und gestaltete S-Initiale.

„Die Bibliotheca Amploniana ist“, so wird es durch die Universität Erfurt belegt, „die größte noch weitgehend geschlossen erhaltene Handschriftensammlung eines spätmittelalterlichen Gelehrten weltweit und zugleich eine der bedeutendsten Sammlungen mittelalterlicher Handschriften in Deutschland.“

Bei der Handschrift, die sich derzeit als Leihgabe im Erfurter Stadtmuseum befindet, handelt es sich um ein liturgisches Buch in deutscher Sprache. Obgleich sich in der Amploniana hauptsächlich Texte in der Wissenschaftssprache des Mittelalters, in Latein, befinden, ist die mit 265 Blättern ausgestellte Handschrift das wohl umfangreichste deutschsprachige Werk in dieser Sammlung.

Der Schreiber selbst nennt das Buch „Missale vulgare“, also „Meßbuch in der gewöhnlichen (der Volks-) Sprache“. Wenn man den Inhalt genauer betrachtet, so ist die Bezeichnung „Meßbuch“ nicht ganz korrekt.

Das Buch ist in mehrere Teile gegliedert. Auf ein Register folgen ein deutschsprachiges Gloria (Wiederkehrende Ehrerbietung, auch Ordinarium, der Hl. Messe) und ein deutschsprachiges Credo (lateinisch „ich glaube“).

Die weiteren Texte des „Ordo Missae“ fehlen jedoch. Im Hauptteil der Handschrift finden sich die Episteln und Evangelien des Temporale (die großen Festkreise des Kirchenjahres mit Weihnachten, Ostern, Pfingsten et cetera), des Sanctorale (Fest- und Gedenktage der Heiligen) und des Commune Sanctorum (allgemeine Texte für Feste und Gedenktage ohne spezifische Texte). Ein deutscher und ein lateinischer Nachtrag beschließen das Buch.

Zusätzlich zu den Episteln und Evangelien finden sich in jeder Abteilung auch Meßformulare. Es handelt sich wahrscheinlich um eine Gebrauchshandschrift für Kleriker und nicht um ein Volksmeßbuch zum Mitlesen während des Gottesdienstes. Obwohl der Band im eigenhändigen Katalog des Amplonius fehlt, spricht einiges dafür, daß er doch von ihm erworben wurde.

Präsentiert wird bis einschließlich 12. April 2015 das Blatt 141r mit dem Introitus (in der Liturgie der Einzug) zum Pfingstfest (Spiritus Domini replevit orbem terrarum – der Geist des Herrn erfüllt den Erdkreis). Die mit roter Auszeichnungstinte gemalte S-Initiale ist mit einfachem Knospen-Fleuronné gestaltet und läuft in einer Ranke mit weiteren einfachen Knospen aus.

Eine Kooperation zwischen dem Stadtmuseum Erfurt und der Erfurter Universitäts- und Forschungsbibliothek ermöglicht es, viermal im Jahr ein Exemplar der berühmten mittelalterlichen Handschriftensammlung im Stadtmuseum Erfurt zu zeigen.

Die Handschrift „Missale vulgare“ wird in der Ausstellung „Rebellion, Reformation, Revolution“, präsentiert.

SYBILLE GLAUBRECHT

 

03.03.2015

Präsentierte Handschrift: Deutsches Plenar mit Meßformularen Papierhandschrift; Deutschland: Großneuhausen (bei Sömmerda/Thüringen); datiert 1404; alte Signatur des Collegium Amplonianum fehlt; wahrscheinlich aus dem Besitz des Amplonius; Aufgeschlagen: Blatt 140v/141r.

Foto: UBE-ARCHIV


02.03.2015: Große Motivation

Intensivsprachkurs für Studierende aus Fernost: Japaner verbessern ihre Kenntnisse der deutschen Sprache an der Universität Erfurt.

Erneut sind in diesem Jahr 14 japanische Studierende der Juristischen Fakultät der Keio-Universität Tokio zu Gast an der Universität Erfurt, um an einem Deutsch-Intensivsprachkurs teilzunehmen. Drei Wochen lang verbessern die japanischen Studierenden in kleinen Sprachgruppen ihre Deutsch-Kenntnisse und lernen außerdem Land und Leute kennen.

Noch bis zum 20. März werden die Studierenden von Lehrenden des Sprachenzentrums der Universität Erfurt unterrichtet. Der Deutsch-Unterricht steht in diesem Jahr unter dem Motto „Beziehungen“ – es geht um Beziehungen zu anderen Menschen, Beziehungen zur Zeit und Beziehungen zu Orten. Doch auf dem Lehrplan steht nicht nur der tägliche, vierstündige Deutsch-Unterricht, sondern auch die Gruppenarbeit an Projekten zu verschiedenen Themen wie beispielsweise „Das deutsche Schulsystem. Wege nach der Grundschule“, „Die geringe Geburtenrate in Deutschland“ und „Eingetragene Lebenspartnerschaften“. Unterstützt werden die Teilnehmer dabei von vier Tutorinnen, die bei der Erstellung von Fragebögen und der Kontaktaufnahme mit Gymnasien und Institutionen helfen. Auch das Freizeitprogramm hat für die Gäste aus Fernost viel zu bieten: Neben Wanderungen und Theaterbesuchen stehen Eislaufen, Film- und Kochabende und der Besuch weiterer deutscher Städte auf dem Programm.

Die Studienreise nach Erfurt ist für die japanischen Studierenden eine große Motivation, die deutsche Sprache zu lernen. Das Austauschprojekt findet bereits seit 2002 statt und ist seither jedes Jahr ein fester Bestandteil des Kursangebotes im Sprachzentrum der Universität Erfurt.

REGINE KÄSTNER

 

02.03.2015

Japanische Studierende an der Universität Erfurt: Verbesserung der Deutsch-Kenntnisse und ein vielfältiges Freizeitangebot stehen auf dem Programm.

Foto: UE-ARCHIV

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