Nachrichten aus dem Freistaat September 2015

September 2015

 

30.09.2015: „Hohe Bereitschaft“

Wirtschaft engagiert sich für Lösung der Flüchtlingskrise.

Die Thüringer Wirtschaft ist bereit, sich noch stärker für die Lösung der Flüchtlingskrise im Freistaat einzubringen. Das haben Vertreter der Thüringer Kammern und des Verbands der Wirtschaft Thüringen (VWT) beim „Kammergespräch“ am 29. September 2015 unterstrichen. „Es gibt eine hohe Bereitschaft der Wirtschaft, Asylsuchende und Flüchtlinge in Thüringen bei der beruflichen und damit letztlich auch bei der gesellschaftlichen Integration zu unterstützen“, faßte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) das Gespräch zusammen. „Dafür müssen wir als Politik allerdings auch geeignete Bedingungen und Rahmenbedingungen schaffen.“

Drei Punkte sind aus Sicht des Ministers dabei besonders wichtig:

Erstens müsse Planungssicherheit für Betriebe geschaffen werden, die Flüchtlinge ausbilden. Migranten, die eine Ausbildung absolviert haben, sollen mindestens zwei Jahre in Deutschland arbeiten dürfen. Dabei soll dann allerdings auch sichergestellt sein, daß Flüchtlinge ihre Beschäftigung unter den gleichen Bedingungen wie inländische Arbeitnehmer ausüben können. „Die Beschäftigung von Flüchtlingen darf nicht zu Lohndumping, Verdrängung regulärer Jobs oder einem Verdrängungswettbewerb mit anderen Arbeitsuchenden führen“, sagte Tiefensee.

Zweitens müsse zumindest zeitweise die bürokratisch aufwendige Vorrangprüfung entfallen, ob für einen Arbeitsplatz bevorrechtigte inländische Arbeitnehmer zur Verfügung stehen.

Drittens sei zu überprüfen, ob Ausnahmen vom Mindestlohn bei Praktika, wie sie im Mindestlohngesetz geregelt sind (unter anderem bei Praktika von bis zu drei Monaten zur Orientierung für eine Berufsausbildung oder für die Aufnahme eines Studiums), auch auf Flüchtlinge angewendet werden können.

Ein entsprechendes Papier, das diese Forderungen in ähnlicher Form bereits enthält, hatte die bundesweite Allianz für Aus- und Weiterbildung Mitte September vorgelegt. Der Allianz gehören Gewerkschaften, Wirtschaftsverbände, Bundesministerien und Ländervertreter an. „Thüringen muß und wird darauf drängen, daß diese Vereinbarungen nun zügig umgesetzt werden.“

Für gut qualifizierte Flüchtlinge soll darüber hinaus die Möglichkeit geschaffen werden, als reguläre Zuwanderer eine dauerhafte Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis in Deutschland zu erhalten. „Dafür ist ein modernes Einwanderungsgesetz notwendig, das nun schnell kommen muß.“

Tiefensee verwies erneut darauf, daß Thüringer Unternehmen in vielen Branchen und Regionen kaum noch Auszubildende und Fachleute fänden. So werden bis zum Jahr 2025 bis zu 280.000 Fachkräfte im Land benötigt. Derzeit gibt es rund 20.000 offene Stellen. Außerdem können tausende Ausbildungsplätze im Land nicht besetzt werden. „Wenn es uns gelingt, zumindest einen Teil dieses Arbeitskräftebedarfs durch Zuwanderer zu decken, wäre das eine gewinnbringende Situation für alle Beteiligten“, sagte der Minister.

Der Wirtschaftsminister lobte zugleich das bisherige Engagement der Wirtschaft bei der Eingliederung der Flüchtlinge. So hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt bereits vor einigen Wochen das Pilotprojekt „Vocational Training Center“ aufgelegt, mit dem die Kompetenzen und Fähigkeiten der Flüchtlinge erfaßt und Weiterbildungs- oder Nachqualifizierungsbedarf ermittelt werden kann. Nach Schätzung der IHK Erfurt könnte die Thüringer Wirtschaft mindestens 900 Flüchtlinge pro Jahr integrieren. Nach einer Umfrage wäre knapp die Hälfte der IHK-Unternehmen an Flüchtlingen als Arbeitskräften oder Auszubildenden interessiert.

Zusätzlichen finanziellen Belastungen der Unternehmen erteilte der Minister deshalb zugleich eine Absage. „Das wäre das Gift für die weitere Entwicklung der Wirtschaft, die wir für die Lösung der Flüchtlingskrise doch dringend brauchen“, sagte Tiefensee mit Blick unter anderem auf hohe Netzentgelte im Energiebereich oder Forderungen nach der Anhebung unternehmensbezogener Steuern und Abgaben.

STEPHAN KRAUSS

 

30.09.2015

 


30.09.2015: „Überdeutliches Signal“

Wirtschaftskurs von Rot-Rot-Grün führt Thüringen ins Abseits: Landesverband des Wirtschaftsrates der CDU hält eine Kurskorrektur der Landespolitik für unbedingt erforderlich.

Thüringens Unternehmer zeigen sich äußerst unzufrieden mit der Regierungsarbeit von Rot-Rot-Grün im Freistaat. Bei der jüngsten Umfrage unter den Mitgliedern des Thüringer Landesverbandes des Wirtschaftsrats der CDU e.V. bewerteten diese die Leistungen der Regierung in neun Aktionsfeldern als schlecht bis sehr schlecht.

Insbesondere in für den Freistaat existenziellen Feldern fiel die Kritik verheerend aus: Die bisherige Finanz- und Haushaltspolitik wurde auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 5 (sehr schlecht) fast zur Hälfte (47 Prozent) mit 5 sowie mit weiteren 24 Prozent mit 4 bewertet. „Die aktuelle Haltung zur Neuverschuldung floß dabei noch nicht einmal in das ohnehin schon klare Votum mit ein.“, so Mihajlo Kolakovic, Vorsitzender des Thüringer Landesverbandes im Wirtschaftsrat.

39 Prozent beurteilten die Wirtschaftsförderung/Ansiedlungspolitik mit 5. Im Feld Fachkräftegewinnung/Zuwanderung dominierten ebenfalls die 4 (37 Prozent) und 5 (35 Prozent). „Dies werten wir als überdeutliches Signal an Ministerpräsident Ramelow und sein gesamtes Kabinett, jetzt einen radikalen Kurswechsel aus Sackgasse und Abseits heraus in Richtung Wachstum und Fortschritt zu vollziehen. Die Ergebnisse weisen im Umkehrschluß ebenso nachdrücklich auf die aus Sicht des Wirtschaftsrats dringend umzusetzenden Schwerpunktaufgaben hin“, kommentiert Mihajlo Kolakovic: „Fortsetzung der Entschuldungspolitik von Minister Voß, das heißt unter anderem Personalabbau zur Haushaltskonsolidierung anstelle von Neuverschuldung und noch in diesem Jahr Beginn des Aufbaus einer flächendeckenden Breitbandversorgung.“

Das derzeitige Handeln sei ein verantwortungsloser Verstoß gegen die Generationengerechtigkeit. Die avisierte Aufstockung des Haushaltsvolumens um eine Milliarde Euro in den Jahren 2016 und 2017 könne auch nicht mit Flüchtlingshilfe begründet werden, das sei schlicht nur unsolide Haushaltsführung, um Zugeständnisse aus Wahlversprechen zu befriedigen.

Mit Blick auf die erst im Juli 2015 erfolgte Freigabe des Landeshaushalts 2015 und die dadurch für fast acht Monate blockierten öffentlichen Mittel fordere der Wirtschaftsrat Thüringen den Beschluß des Doppelhaushaltes 2016/2017 noch in diesem Jahr ein. Es dürfe nicht noch einmal geschehen, daß notwendige Investitionsmaßnahmen seitens der Landesregierung derart verzögert würden und in der Restzeit nur noch teilweise realisiert werden könnten, was Thüringen 2015 die Rote Laterne beim Deutschen Wirtschaftswachstum eingebracht habe, so der Landesvorsitzende Kolakovic.

„Erfolgreiche Wirtschaftsförderung und Ansiedlungspolitik hängen entscheidend von der baldigen Komplettversorgung mit Breitbandanschlüssen ab. Insbesondere innovativen Unternehmen kann nur so der Weg nach Thüringen geebnet werden“, benennt Mihajlo Kolakovic einen der Knackpunkte auf diesem Politikfeld. Es könne nicht sein, daß Deutschland hier abgeschlagen hinter Litauen und Rumänien rangiere. Fraglich sei aus Sicht des Wirtschaftsrates weiter, ob ein Regierungsprogramm zur Ansiedlung von Wirtschaftsunternehmen existiere, veröffentlicht sei es jedenfalls noch nicht worden. Wann also werde es aufgestellt und umgesetzt?

Der Thüringer Landesverband im Wirtschaftsrat Deutschland führte zwischen Juni bis August 2015 unter seinen Mitgliedern eine Meinungsumfrage zur bisherigen Arbeit der rot-rot-grünen Landesregierung durch. Mit 1 (sehr gut) bis 5 (ungenügend) sollten die folgenden insgesamt neun Arbeitsfelder eingeschätzt werden: Ansiedlungspolitik/Wirtschaftsförderung, Fachkräfte/Zuwanderung, Finanz- und Haushaltspolitik (Landeshaushalt als ressortübergreifendes Thema), Bildung, Gebietsreform, Infrastruktur (inklusive Bahn Ostthüringen), Demographischer Wandel - Aktionen der Regierung, Langzeitarbeitslosenprogramm laut Koalitionsvertrag, Tourismus (Mindestlohn/Kontrollen). Das Ergebnis illustriert neben einer breiten und äußerst deutlichen Unzufriedenheit der Firmenlenker mit dem bisherig Geleisteten auch die aus Sicht der Wirtschaft dringend umzusetzenden Arbeitsschwerpunkte der Ressorts, ihrer Minister und des Ministerpräsidenten.

PI-WR-LVT

 

30.09.2015

 


30.09.2015: „Deutliche Einschnitte“

Dunkle Wolken über dem Thüringer Schienennahverkehr: Bund-Länder-Vereinbarung zu Regionalisierungsmitteln benachteiligt Ostländer.

Fast unbeachtet von der Öffentlichkeit haben sich in der vorletzten Septemberwoche der Bund und die Länder zur hart umkämpften zukünftigen Finanzierung des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) geeinigt: Der Bund erhöht die sogenannten Regionalisierungsmittel ab 2016 von derzeit 7,7 auf acht Milliarden Euro und steigert diese ab 2017 um jährlich 1,8 Prozent.

Was zunächst wie eine gute Meldung klingt, hat nach Informationen des Pro Bahn-Landesverbandes Thüringen für Thüringer Fahrgäste einen großen Haken namens „Kieler Schlüssel“ So wird der neue Verteilschlüssel genannt, nach dem die Regionalisierungsmittel auf die Bundesländer aufgeteilt werden. Auf Drängen bevölkerungsreicher westdeutscher Flächenländer berücksichtigt dieser auch die Einwohnerzahl, wodurch die schrumpfenden ostdeutschen Länder benachteiligt werden. So entsteht die paradoxe Situation, daß trotz der Erhöhung der Gesamtmittel der Anteil der Regionalisierungsmittel für Thüringen ab 2017 sinkt. Standen im Jahr 2015 noch 295 Millionen Euro für die Bestellung von Nahverkehrszügen zur Verfügung, werden es im Jahr 2020 nur noch 289 Millionen Euro sein. Erst im Jahr 2027 wird wieder das Niveau von 2015 erreicht.

Kostensteigerungen durch steigende Infrastruktur- und Energiepreise, Gehälter und die übliche Inflation lassen sich damit nicht mehr auffangen. Um deren Wirkung auszugleichen bleibt nur, in den nächsten 15 Jahren immer weniger Nahverkehrszüge zu bestellen. Verschärft wird die Situation Thüringens durch die neue ICE-Strecke, die das Land zwingt, auf den bisherigen Fernverkehrsstrecken in erheblichem Umfang zusätzlichen Nahverkehr zu bestellen und alleine zu finanzieren. Schon mittelfristig drohen daher Einschnitte in das vorhandene Fahrplanangebot.

Bernd Schlosser, Vorsitzender des Pro Bahn-Landesverbandes Thüringen, erklärt hierzu: „Wir begrüßen zwar, daß mit der Einigung von vergangener Woche die jahrelange Hängepartie über die Finanzierung des Nahverkehrs auf der Schiene beendet wurde und nun zumindest Planungssicherheit besteht. Mit den mittelfristig sinkenden Mitteln drohen für Thüringen aber deutliche Einschnitte. Um diese zu vermeiden, muß jetzt schnellstmöglich die Hauptursache für die steigenden Kosten angepackt werden: eine Deckelung der Stations- und Trassenpreise, die Verkehrsunternehmen für die Benutzung der Infrastruktur an die DB Netz AG zu zahlen haben. Die Landesregierung muß die Thüringer Regionalisierungsmittel zudem zukünftig ausschließlich für den Schienenpersonennahverkehr einsetzen. Von der Deutschen Bahn erwarten wir die Einführung der im neuen Fernverkehrskonzept vorgesehenen Intercity-Linie auf der Saalbahn im Jahr 2018, damit hier keine teure Nahverkehrs-Ersatzbestellung durch den Freistaat Thüringen nötig wird.“

Pro Bahn ist ein gemeinnütziger Verbraucherverband für die Fahrgäste öffentlicher Verkehrsmittel wie Bahn und Bus. Er ist deutschlandweit tätig und als Bundesverband mit Landes- und Regionalverbänden organisiert.

PM-PBBS

 

30.09.2015

 


30.09.2015: Präsenz weiter ausbauen

„Viele konkrete Projekte vereinbart“: Tiefensee zieht positives Fazit der Thüringer Delegationsreise nach Brasilien.

Thüringens Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat ein positives Fazit der Thüringer Delegationsreise nach Brasilien gezogen. Die mehr als 30 Teilnehmer umfassende Delegation aus Vertretern von Unternehmen und Hochschulen hatte sich seit dem 20. September in Joinville – dem industriellen Zentrum des südbrasilianischen Bundesstaats Santa Catarina – sowie in São Paulo, der größten Stadt Brasiliens, aufgehalten und war am 25. September wieder in Frankfurt/Main gelandet. Auf dem Programm standen neben der Teilnahme an den Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstagen mehr als 20 offizielle Wirtschafts- und Wissenschaftstermine – darunter Gespräche mit politischen Vertretern und Unternehmen, Kooperationsbörsen und Besuche in Unternehmen und Hochschulen. (nti-online.net berichtete am 19.09.2015 unter „News“ sowie am 22.09.2015 auf der Startseite).

„Wir konnten eine Vielzahl von sehr konkreten Projekten vereinbaren“, sagte Tiefensee. Dazu zählen insbesondere ein „Memorandum of Understanding“ für den Abschluß eines Partnerschaftsabkommens mit Santa Catarina im kommenden Jahr und Gespräche über eine vertiefte Zusammenarbeit mit dem Bundesstaat Rio Grande do Sul. Im Hochschulbereich wurden zwei Kooperationsvereinbarungen zwischen der Universität Joinville und der Hochschule Schmalkalden sowie zwischen der Universität von São Paulo und der Willy Brandt School der Universität Erfurt geschlossen. Das Thüringische Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung (TITK) und die brasilianische Berufsbildungsorganisation Senai planen eine Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Leichtbau-Technologien. „Ab sofort arbeiten wir gemeinsam mit unseren brasilianischen Partnern daran, diese Vereinbarungen durch ganz konkrete Projekte mit Leben zu füllen“, betonte Tiefensee. So hat sich bereits für das kommende Frühjahr eine Delegation aus dem Bundesstaat Santa Catarina in Thüringen angesagt.

Darüber hinaus gab es Gespräche und Treffen mit mehreren brasilianischen Unternehmen – unter anderem dem Elektromotoren-Hersteller WEG und der Muttergesellschaft des Stahlwerks Thüringen in Unterwellenborn, CSN –, bei denen ebenfalls Chancen für künftige Investitionen und Forschungskooperationen ausgelotet wurden. Wichtig sei insbesondere auch die Präsenz bei den Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstagen in Joinville gewesen, sagte Tiefensee weiter. Mehr als 1000 Vertreter brasilianischer und deutscher Unternehmen hatten an der insgesamt zweitägigen Konferenz teilgenommen. Thüringen übernahm hier offiziell den Staffelstab für die Veranstaltung im kommenden Jahr, die dann im Freistaat stattfinden wird. Mit einer Standortpräsentation, einem eigenen Informationsstand und der Teilnahme des Wirtschaftsministers an verschiedenen Foren und Veranstaltungen hatte Thüringen dafür vor Ort kräftig die Werbetrommel gerührt. Auch der Leiter der deutschen Delegation, der frühere Thüringer Wirtschaftsminister und heutige Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium Matthias Machnig (SPD), hatte in seiner Eröffnungsrede bei den brasilianischen Partnern für einen Besuch Thüringens im kommenden Jahr geworben.

Die mitgereisten Unternehmer zeigten sich sehr zufrieden mit den Ergebnissen der Reise. So wurden im Rahmen von zwei Kooperationsbörsen in Joinville und São Paulo mehr als 120 Gespräche mit potentiellen brasilianischen Geschäfts- und Kooperationspartnern geführt. Hinzu kommt eine Vielzahl weiterer Kontakte, die am Thüringen-Stand in Joinville, bei organisierten Unternehmensbesuchen – etwa bei Firmen wie MultiLog und BMW Brasilien oder im Hafen Itápoa in Joinville – sowie beim Besuch der Messe Analitica Latin America in São Paulo geknüpft wurden. Auf der Messe war auch die Analytik Jena AG mit einem eigenen großen Stand vertreten.

Brasilien, die wichtigste Volkswirtschaft Lateinamerikas und siebtgrößte der Welt, gehört zusammen mit Rußland, Indien, China und Südafrika zu den sogenannten BRICS-Staaten – Ländern mit besonderem Wachstumspotential für die deutsche Exportwirtschaft. „An der wirtschaftlichen Bedeutung Brasiliens wird sich auch durch die momentane Wirtschaftsschwäche des Landes nichts Grundsätzliches ändern“, sagte der Thüringer Wirtschaftsminister. Die meisten Wirtschaftsexperten und Politikbeobachter vor Ort sehen das Land spätestens ab 2017 wieder auf einem ökonomischen Wachstumspfad. Die Thüringer Außenwirtschaftsstrategie sieht deshalb eine kontinuierliche und langfristige Erschließung des brasilianischen Marktes vor. „Dazu gehört es vor allem, die Präsenz der Thüringer Wirtschaft vor Ort weiter auszubauen“, sagte der Minister. Zwar seien bereits mehrere Unternehmen aus Thüringen mit eigenen Niederlassungen in Brasilien aktiv: Herbacin cosmetic, Nidec GPM Geräte- und Pumpenbau, Geratherm und Jenoptik. Dennoch: Bei Exporten von 103,7 Millionen Euro und Einfuhren von rund 48 Millionen Euro (2014) gebe es in den Wirtschaftsbeziehungen nach Brasilien noch „großes Potential“, so Tiefensee.

„Mit der Delegationsreise in diesem Jahr und der Ausrichtung der Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage 2016 wollen wir die Wissenschafts- und Forschungsbeziehungen deutlich ausbauen und damit die Exportaktivitäten der Thüringer Wirtschaft unterstützen.“ Möglichkeiten für eine stärkere Zusammenarbeit sieht der Minister unter anderem in Branchen wie Maschinenbau, Automobilzulieferindustrie, Medizin- und Energietechnik oder dem Anlagenbau.

Die Handelsbeziehungen zwischen Thüringen und Brasilien sind in den letzten zehn Jahren kontinuierlich gewachsen – allein die Ausfuhren stiegen von 38,2 (2005) auf 103,7 Millionen Euro (2014). Innerhalb Lateinamerikas wird dieser Wert nur von Mexiko übertroffen – dorthin exportierten Thüringer Firmen zuletzt Waren im Wert von 184,8 Millionen Euro. Hauptausfuhrgüter nach Brasilien sind pharmazeutische Erzeugnisse, Geräte zur Elektrizitätserzeugung, Kautschukwaren, Fahrzeugteile sowie Stahl- und Eisenprofile.

Zu der positiven Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen beigetragen hat sicherlich auch die kontinuierliche Erschließung des brasilianischen Markts: So gibt es seit der ersten Delegationsreise nach Brasilien im Jahr 2012 unter Leitung des damaligen Thüringer Wirtschaftsministers Matthias Machnig einen kontinuierlichen Austausch und wechselseitige Unternehmensbesuche. Auch beim Außenwirtschaftstag 2014 stand Lateinamerika im Fokus.

Daß der Außenhandel dennoch ausbaufähig ist, zeigt die weitere Exportstatistik: Mit einem Anteil von gut 0,8 Prozent an den Thüringer Exporten liegt Brasilien derzeit lediglich auf Rang 25 der 189 wichtigsten Abnehmerländer. Zum Vergleich: Die Thüringer Ausfuhren in das wichtigste Exportland Frankreich belaufen sich auf insgesamt 933 Millionen Euro. Insgesamt 76 Thüringer Unternehmen haben Exportbeziehungen nach Brasilien. Vier Unternehmen unterhalten eigene Niederlassungen im Land. Einziger brasilianischer Investor in Thüringen ist der Bergwerks- und Stahlkonzern Companhia Siderúrgica Nacional (CSN), die Muttergesellschaft des Stahlwerks Thüringen in Unterwellenborn.

STEPHAN KRAUSS

 

30.09.2015

 


29.09.2015: Gegenseitiges Kennenlernen

Das Projekt „Ein Tag Azubi“ gibt Jugendlichen die Möglichkeit, sich auszuprobieren und sich einen Überblick darüber zu verschaffen, wie eine ausgesuchte Berufsausbildung abläuft.

Montagmorgen, 8:30 Uhr im Autohaus: Sarah El-Haj Moussa (20) verbringt heute im Rahmen des Projektes „Ein Tag Azubi" einen Tag als Auszubildende im BMW-Autohaus Cloppenburg. Zum Start des Projekttages wünschen beide Organisatoren Sarah viel Erfolg: Elisabeth Götze, Projektleiterin „Ein Tag Azubi" der Wirtschaftsjunioren Mittelthüringen, und Manuel Menzel, Serviceleiter bei der Cloppenburg GmbH.

„Viele Jugendliche wissen nicht genau, was sie nach der Schule machen wollen. Einige finden bestimmte Berufe ‚cool‘, ohne Anforderungen und Tagesabläufe im Unternehmen wirklich zu kennen“, erläutert Elisabeth Götze, Mitglied der Wirtschaftsjunioren Mittelthüringen, „Sich auszuprobieren und einen Tag lang zu schauen, wie die ausgesuchte Ausbildung abläuft, das ist das Ziel, was wir mit ‚Ein Tag Azubi‘ verfolgen.“

Die Jugendlichen erfahren in den Unternehmen live am Ausbildungsplatz und begleitet durch einen Azubi des Unternehmens, welche Aufgaben sie erwarten und was es zu erlernen gilt. Außerdem trifft sich der Bewerber mit einem Wirtschaftsjunior und lernt so in lockerer Atmosphäre seinen möglichen Arbeitgeber kennen.

Der Jugendliche hat damit einen Tag lang die Chance, alle seine Fragen zum Job zu stellen. „Danach wissen beide Seiten eher, ob eine Ausbildung zu ihm oder ihr paßt oder ein anderer Ausbildungsberuf gesucht werden sollte“, weiß Götze, die als Leiterin der Thüringer Niederlassung der Elaskon Sachsen, die Herausforderungen der Betriebe als auch die der Jugendlichen kennt. „Weiterführende Praktika und ein Ausbildungsvertrag können Erfolge unserer Verbandsarbeit sein.“

Der Projekttag ist neben der Idee des gegenseitigen Kennenlernens natürlich auch eine nicht zu unterschätzende Chance für Jugendliche, die benachteiligt sind oder einen Migrationshintergrund haben. Diese Jugendlichen, betreut von der Erfurter Brücke oder dem Jugendmigrationsdienst, werden über „Ein Tag Azubi“ besonders informiert, die möglichen Ausbildungsberufe vorstellt. Eine intensive Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsjunioren gelingt nun schon seit drei Jahren.

PM-WJMT

 

29.09.2015

 

 

Anforderungen und Tagesabläufe erfahren: Sie 20jähirge Sarah El-Haj Moussa (Mitte) zum Start ihres Projekttages mit Elisabeth Götze, Wirtschaftsjunioren Mittelthüringen, und Manuel Menzel, Serviceleiter bei der Cloppenburg GmbH.

 

Foto: WJMT-ARCHIV


29.09.2015: Spannende Thematik

Neues Forschungsprojekt zu „Industrie 4.0“: Für Studie am Lehrstuhl Strategisches Management der Uni Erfurt werden Unternehmen gesucht.

Die zunehmenden Möglichkeiten der Digitalisierung und Vernetzung erlauben es Unternehmen aktuell, die Gestaltung ihrer Wertschöpfungsaktivitäten intensiv zu überdenken. Diese Veränderung wird von Politik und Verbänden unter den Schlagworten „Industrie 4.0“ oder „Internet der Dinge“ diskutiert. Dabei herrscht derzeit eine technisch geprägte und auf eher Großunternehmen fokussierte Sichtweise vor. Managementkonsequenzen dieser Entwicklung sowie der Einfluß auf den Mittelstand werden hingegen bisher nur am Rande diskutiert.

Ein neues Forschungsprojekt von Vertrags-Professor Dr. Sven M. Laudien, der seit April 2015 an der Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Erfurt den Lehrstuhl für Strategisches Management als Vertreter führt, widmet sich dieser sowohl aus Forschungssicht als auch aus Unternehmensperspektive spannenden Thematik. Ziel des Forschungsprojektes ist es, zu verstehen, ob und wenn ja in welcher Weise sich für kleine und mittlere Unternehmen aus der aufgezeigten Entwicklung Chancen und Risiken ergeben.

Die Grundlage dieses Forschungsprojektes, das von der Lexware GmbH unterstützt wird, bildet dabei ein qualitativer Forschungsansatz, der auf Interviews mit Unternehmensangehörigen aufbaut. Dabei werden aktuell noch Unternehmen gesucht, die bereit sind, an der Studie mitzuwirken.

CARMEN VOIGT

 

29.09.2015

 


29.09.2015: Komplexere Prozesse

Start für ein hochinnovatives Forschungsprojekt.

Wie das Strom-Transportnetz für die Anforderungen der Energiewende fit gemacht werden kann, wird die Siemens AG gemeinsam mit Wissenschaftlern der TU Ilmenau und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg in den nächsten drei Jahren erforschen. „Die Prozesse im Netz werden durch die zunehmende Einspeisung von Energie aus erneuerbaren Quellen sowie den Transport über weite Strecken, beispielsweise durch die Hochspannungsgleichstromübertragung, wesentlich komplexer und dynamischer. Damit ist absehbar, daß die heutigen Mechanismen zur Beobachtung und Steuerung einfach zu langsam sein und den künftigen Anforderungen nicht mehr genügen werden.“ Darüber informierten die am Projekt Beteiligten in einer Presseerklärung.

Das hochinnovative Forschungsprojekt startet am 1. Oktober 2015 an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Die Einrichtung wird ihre Expertise im Bereich Netzsimulation einbringen. An der Technischen Universität Ilmenau soll im Rahmen des Projekts eine dynamische Netzleitwarte entstehen, die das simulierte Magdeburger Hochspannungsnetz aus der Ferne überwacht, steuert und das intelligente Datenmanagement übernimmt. Spezialisten für Regeltechnik und Leistungselektronik von der Ruhr-Universität Bochum arbeiten im Projekt ebenso mit wie Forscher der Fraunhofer Institute Magdeburg (Fabrikbetrieb und -automatisierung) sowie Ilmenau (Angewandte Systemtechnik). Sie bringen ihr Know-how unter anderem für den Aufbau einer zukunftssicheren IT- und Kommunikationsinfrastruktur ein. Die Siemens AG als Anbieter eines umfassenden Portfolios für den gesamten Hochspannungsbereich wird die Forschung koordinieren.

ELKE FUCHS

 

29.09.2015

 


28.09.2015: „Teamleistung“

Überdurchschnittliches Engagement zahlt sich aus: Lindig Fördertechnik erhält Großen Preis des Mittelstandes.

Der diesjährige Große Preis des Mittelstandes für Thüringen ging am 26. September 2015 in die Eisenacher Region. Zum dritten Mal nominiert, konnte die Lindig Fördertechnik GmbH sich erstmals über den begehrten Wirtschaftspreis freuen. Obwohl die Begeisterung bei allen Beteiligten groß war, kommt diese Ehrung nicht von ungefähr, denn der Dienstleister im Bereich Gabelstapler, Lagertechnik und Arbeitsbühnen ist einer der engagiertesten Mittelständler in Deutschlands Mitte.

Der Große Preis des Mittelstandes ist Presseangaben zufolge deutschlandweit die begehrteste Wirtschaftsauszeichnung („Die Welt“ vom 13. November 2009). Entsprechend groß war am 26. September die Spannung im Maritim-Hotel in Würzburg vor der offiziellen Preisverleihung. Insgesamt 164 mittelständische Unternehmen und Persönlichkeiten aus Thüringen hatte die Oskar-Patzelt-Stiftung in diesem Jahr für die Teilnahme am Großen Preis des Mittelstandes nominiert.

In der feierlichen Laudatio, zu der auch Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) zugegen war, nahm der Veranstalter vor allem Bezug auf die mehr als 115jährige Geschichte des Familienunternehmens sowie seine Entwicklung von der Schmiede bis hin zum erfolgreichen Systemlieferanten für den innerbetrieblichen Materialfluß.

Geschäftsführer Sven Lindig zeigte sich von der Auszeichnung sichtlich bewegt: „Diese öffentliche Anerkennung unserer Arbeit und die Bestätigung unserer Leistungen freut uns ungemein. Der Gewinn ist eine Teamleistung von mehr als 280 Menschen und ich bin auf jeden einzelnen von ihnen stolz.“

Die Lindig Fördertechnik GmbH überzeugte vor allem durch ihre beispiellose Art der Mitarbeiterführung. Mit außergewöhnlichen Methoden schafft es Sven Lindig, Menschen an sein Unternehmen zu binden. So haben Angestellte im Rahmen der selbst entwickelten Anti-Langeweile-Garantie die Möglichkeit, verschiedene Arbeitsschritte in einer internen Aufgaben-Tauschbörse mit Kollegen untereinander neu zuzuweisen. Weiterhin gehören spezielle Workshops und ein umfassendes Zufriedenheits- und Gesundheitsmanagement zu den Grundfesten der hauseigenen Arbeitgebermarke. So konnte nicht nur der Umsatz in den letzten vier Jahren nahezu verdoppelt werden. Auch die Mitarbeiterzahl stieg rasant. So beschäftigte Lindig 2011 rund 160 Mitarbeiter, heute sind es mehr als 280 und ein Ende ist nicht in Sicht. Aktuell finden Bewerber allein 16 Stellenangebote im entsprechenden Lindig-Onlineportal.

Das Unternehmen ist ein bedeutender Förderer in Deutschlands Mitte. So unterstützt es zum Beispiel das Kinderhospiz Mitteldeutschland, die Handballer vom ThSV Eisenach und MT Melsungen, den FC Rot-Weiß Erfurt sowie den Eisenacher Sommergewinn.

„Wir sehen uns als aktiven Teil der Gesellschaft und wollen diese mit gestalten. Unseren Erfolg verdanken wir vordergründig unserem Know-how, aber eben auch unserer Nähe zur Region. Deshalb sehen wir es als Pflicht und Privileg gleichermaßen an, etwas zurückzugeben“, faßt Sven Lindig zusammen.

Im Jahr 1899 als Familienunternehmen in Eisenach gegründet, ist die Lindig Fördertechnik GmbH in Deutschlands Mitte aktiv. Bereits in der vierten Generation leitet die Familie Lindig das Unternehmen. Mit mehr als 280 Mitarbeitern an sechs Standorten in Eisenach, Erfurt, Göttingen, Kassel, Suhl und Wernigerode ist Lindig ein servicestarker Partner rund um den Verkauf, die Vermietung und die Wartung von Gabelstaplern, Lagertechnik und Arbeitsbühnen.

PI-LFG

 

28.09.2015

 


28.09.2015: Deutlicher Anreiz

Neue Weimar-Card übertrifft die Erwartungen: Mehr Leistung überzeugt die Weimar-Besucher.

Gelungener Start: Der Absatz der Weimar-Card ist seit 1. April 2015 auf mehr als das Doppelte gestiegen. Darüber informierte die Weimar GmbH. Das neue Konzept mit deutlich mehr Leistung wird demnach von den Weimar-Besuchern sehr gut angenommen. Für 48 Stunden freier Eintritt in 17 Museen, kostenfreie Stadtführung, Gratis-Nutzung der städtischen Busse und zahlreiche Rabatte bei Tickets – das überzeugt die Weimar-Besucher vom ersten Tag an. Auf mehr als das Doppelte ist der Verkauf der Karte gestiegen. Diese kostet 27,50 Euro und bewegt sich damit bei ähnlichen Leistungen im Mittelfeld vergleichbarer touristischer Cards. Nicht zuletzt soll mit ihrer Einführung langfristig auch eine Verlängerung der Weimar-Aufenthalte erreicht werden – mehr Übernachtungsgäste statt Tagesbesucher. Zusätzlich wird mit der kostenfreien Bus-Nutzung ein deutlicher Anreiz geschaffen, mit der Bahn anzureisen beziehungsweise das Auto am Hotel stehen zu lassen, um so den innerstädtischen Verkehr nicht weiter zu belasten.

Durchschnittlich wird die Weimar-Card fünfmal pro Nutzer eingesetzt. Zu den Top Ten nach Anzahl der Eintritte seit der Einführung gehören an erster Stelle Goethes Wohnhaus und Museum, es folgen Schillers Wohnhaus, Goethes Gartenhaus, Stadtschloß und Bauhaus-Museum. Mittlerweile wird die Karte an über 50 Stellen verkauft. Die meisten Exemplare wurden in der Tourist-Information Weimar erworben, gefolgt von den Museen der Klassik-Stiftung Weimar. Die wichtigsten Informationen zur Weimar-Card gibt es für Besucher aus dem Ausland jetzt in englischer, französischer und niederländischer Sprache. Sowohl online als auch in extra gedruckten Flyern sind die Informationen in diesen Sprachen vorhanden. Den Flyer erhalten die Gäste mit der Karte ausgehändigt.

PI-WG

 

 

Neues Konzept mit deutlich mehr Leistung: Die Weimar-Card  wird von den Weimar-Besuchern sehr gut angenommen.

 

Foto: WG-UTA KÜHNE


27.09.2015: „Schwere Bürde“

Stefan Gruhner als Vorsitzender der Jungen Union Thüringen wiedergewählt.

Der Schleizer CDU-Landtagsabgeordnete Stefan Gruhner bleibt Chef der Jungen Union Thüringen. Der 30jährige wurde am Nachmittag des 26. September mit 94 Prozent der 120 Delegierten des CDU-Nachwuchsverbandes im ostthüringischen Weida wiedergewählt. „Ich bedanke mich für das Vertrauen und freue mich auf eine neue Amtszeit mit neuer Mannschaft“, sagte Gruhner.

Der alte und neue JU-Landesvorsitzende forderte in seiner Rede von seiner Partei eine noch konsequentere Oppositionspolitik ein. „Die CDU hat gut in die Oppositionsrolle gefunden, aber wir müssen noch eine Schippe drauflegen. Wir müssen die Regierung hart attackieren und zugleich deutlich machen, wie unsere Alternative für das Land aussieht. Wir dürfen nicht zulassen, daß eine von der Linken geführte Regierung als normal angesehen wird. Herr Ramelow ist und bleibt ein Ministerpräsident von Stasis-Gnaden." Gruhner bezeichnete angesichts des „aufgeblähten Haushaltsvolumens und dem Aussetzen der Schuldentilgung“ die Haushaltspolitik der Landesregierung als „große Hypothek" und „schwere Bürde für die junge Generation". Rot-Rot-Grün gefährde die Stabilität und Zukunftsfähigkeit des Landes. „Wenn man sich die Haushaltspolitik von Herrn Ramelow anschaut, hat man den Eindruck, er ist der Zwillingsbruder des griechischen Ministerpräsidenten Zypras.“ Er forderte die Koalition auf, die Schuldenbremse im Grundgesetz und in der Landeshaushaltsordnung nicht in Frage zu stellen und attestierte der Landesregierung zudem Zerstrittenheit. „In zentralen Fragen ist Rot-Rot-Grün völlig uneins. In der Asylpolitik hat der Innenminister eine andere Meinung als der Ministerpräsident und die Finanzministerin streitet mit der Vorsitzenden der größten Regierungsfraktion um die Einhaltung der Schuldenbremse. Ob das kostenfreie Kita-Jahr kommt, weiß auch kein Mensch. Wer so agiert, regiert nicht, sondern stolpert sich durch das Land."

Mit Blick auf den Kurs der Bundes-CDU in der Flüchtlingspolitik sagte der Thüringer JU-Vorsitzende: „Frau Merkel muß aufpassen, daß sie nicht den Eindruck erweckt, Deutschland könne alle Flüchtlinge aufnehmen. Wir müssen stärker die Ängste und Sorgen der Menschen zur Kenntnis nehmen, sonst läuft die CDU Gefahr, weite Teile der politischen Mitte an Rechtspopulisten zu verlieren. Daher ist es jetzt wichtig, daß wir in Europa weiter darauf drängen, daß es eine gerechtere Verteilung der Flüchtlinge gibt".

Der Thüringer CDU Partei- und Fraktionschef Mike Mohring stimmte die Mitglieder auf eine kraftvolle und konstruktive Oppositionsarbeit ein. Dennoch betonte er ausdrücklich, daß in drei Jahren und neun Monaten die Zeit von Rot-Rot-Grün abgelaufen sei. „Die miserable Finanzpolitik von Rot-Rot-Grün ist ein Zeichen für die Unfähigkeit, unser Land zu regieren. Thüringen braucht keine neuen Schulden und es ist haushaltspolitischer Wahnsinn, daß der Weg der Haushaltskonsolidierung verlassen wird. Wir werden gemeinsam alles daran setzen, dass Rot-Rot-Grün ein Ladenhüter bleibt und kein Exportmodell für den Bund wird.“ Mit Blick auf die SPD-Minister im Kabinett ermutigte Mohring die Sozialdemokraten, ihre durchaus guten Ideen nicht am langen Arm der Linken verhungern zu lassen. „Die derzeitige Uneinigkeit zeugt außerdem davon, daß wir nicht nur eine Dreierkoalition im Land haben, sondern eine Viererkoalition: Rot-Rot-Ramelow-Grün.“

Auf dem Landestag des CDU-Nachwuchses sprach außerdem der Vorstandsvorsitzende der Jenoptik AG, Dr. Michael Mertin, über die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland und Thüringen und verwies in seiner Rede auf die geringen Investitionen in Bildung und Infrastruktur. Zudem betonte er, daß Ansiedlungen von Unternehmen nicht nur aufgrund von Hebesätzen und Grundstückspreisen passieren, sondern es auch um den „Wohlfühlfaktor" der Mitarbeiter vor Ort gehe, nämlich um gute Schulen, Sportstätten, Theater und Kindergärten.

Der CDU-Ehrenvorsitzende und ehemalige Thüringer Ministerpräsident Prof. Dr. Bernhard Vogel gratuliert der JU zum 25jährigen Jubiläum und wünschte für die kommenden 25 Jahre weiter so viel politische Tatkraft.

Die Junge Union Thüringen ist mit rund 1900 Mitgliedern der größte politische Jugendverband der neuen Länder. Im Freistaat Thüringen hat die Junge Union mehr Mitglieder als Die Grünen und die FDP zusammen. Den kommunalen Parlamenten gehören rund 150 Mandatsträger der Jungen Union an. Sieben Abgeordnete der insgesamt 34 CDU-Abgeordneten im Landtag sind Mitglied der Jungen Union.

Gruhner führt als Kreisvorsitzender die CDU im Saale-Orla-Kreis. Es ist seit 2014 Mitglied des Landtags und energiepolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion.

PI-JUT

 

27.09.2015

 


26.09.2015: „Die Zeit ist reif“

Elektrisch mobil dank Intelligenz aus der Cloud: sMobiliTy-Konferenz stellte in Erfurt Projektergebnisse vor.

Die zehn Akteure des sMobiliTy-Konsortiums aus Thüringen und Sachsen stellten auf ihrer ganztägigen Ergebniskonferenz am 24. September 2015 in Erfurt die Ergebnisse aus Forschung, Herstellung und von den Feldtests der beiden Demonstratoren Smart Mobility Power Management und Smart Mobility City Erfurt vor. „Wir haben mit unseren Demonstratoren die technischen Voraussetzungen geschaffen, mit denen zukünftig Fahrer, Fahrzeug, Fahrbahn und Energienetz miteinander kommunizieren", sagt Frank Schnellhardt von der Innoman GmbH Ilmenau als Konsortialführer zum Projekt. In den vergangenen sechs Monaten beteiligten sich 33 Unternehmen sowie Privatnutzer mit insgesamt 76 Elektrofahrzeugen an diesen Funktions- und Bewährungstests.

Kurt Sigl, Präsident des Bundesverbandes eMobilität e. V. schätzte ein: „Die Zeit ist reif: Elektromobilität muß jetzt in Flotten und Fuhrparks sichtbar werden!"

„Elektromobilität bleibt ein industrie- und energiepolitisches Schlüsselthema für Thüringen. Deshalb nehmen wir für die nächsten beiden Jahre zur Förderung der Elektromobilität rund 1,4 Millionen Euro in die Hand", sagte Staatssekretär Markus Hoppe anläßlich der Ergebniskonferenz sMobiliTy (Smart Mobility Thüringen). Mit dem Förderprogramm Elektromobilität unterstützt die Landesregierung den notwendigen Strukturwandel in der Automobilbranche und will damit auch einen Beitrag zur Energiewende leisten. Für die diesjährige Förderrunde können noch bis zum 30. September innovative und nachhaltige Konzepte zur Einführung oder Erprobung elektromobiler Lösungen in Thüringen eingereicht werden. Im  Doppelhaushalt 2016/17 plant das Thüringer Wirtschafts- und Wissenschaftsministerium in den nächsten beiden Jahren insgesamt 1,4 Millionen Euro an Fördermitteln für die Elektromobilität ein.

Mit dem Forschungsprojekt sMobiliTy (Smart Mobility Thüringen) wurden in den vergangenen drei Jahren die dafür nötigen Infrastrukturen entwickelt, mit ihnen eine Feldtestumgebung in Thüringens Landeshauptstadt Erfurt geschaffen und Praxistests ausgeführt. Im thüringisch-sächsischen Konsortium waren mit Energiedienstleistern, IT-und Elektronikspezialisten, Forschungseinrichtungen sowie der Stadt Erfurt die nötigen Akteure aus Forschung und Entwicklung, Fertigung und kommunaler Verwaltung vertreten, um ein funktionierendes und verallgemeinerbares Beispiel erfolgreich zu entwickeln.

Der im Altenburger Land durchgeführte Feldversuch für das Smart Mobility Power Management erprobte das gesteuerte Laden von Elektrofahrzeugen. Die intelligente Autostrombox erstellte hierbei ein Ladeprofil aus den Vorgaben des Nutzers zum nächsten Einsatzzeitpunkt, dem Ladeverhalten des Fahrzeugtyps, den optimalen, verfügbaren Energieangeboten sowie der Situation im Energienetz und führte dieses aus.

Mit dem Demonstrator Smart Mobility City Erfurt  wurde die möglichst effiziente Nutzung von Elektrofahrzeugen im Stadtgebiet der Landeshauptstadt Erfurt erprobt. Hierbei flossen in einem Fahrerinformationssystem Daten aus dem Elektrofahrzeug, dem städtischen Verkehrsmanagementsystem (Behinderungen/Staus, Baustellen, Parkmöglichkeiten, Abfahrtszeiten Straßenbahn/Bus) und der öffentlichen Ladeinfrastruktur zusammen. Die Daten liegen in Städten und Gemeinden zum Teil bereits vor, neue Daten wurden über ein ebenfalls entwickeltes drahtloses Sensornetzwerk und deren Sensoren direkt in der Straße neu gewonnen.

Das Projektvolumen betrug knapp zehn Millionen Euro, die aus Mitteln des Bundeswirtschaftsministeriums im Rahmen des Technologiewettbewerbes „IKT für Elektromobilität II" und dem Eigenanteil der Projektpartner stammten.

Mit sMobiliTy steht nun eine sogenannte Cloud-Systemarchitektur zum Einsatz in Großstädten und Ballungsräumen bereit. Informationen können von den Teilnehmern in der Cloud selektiert, verarbeitet und gezielt ausgetauscht werden.

Die Ergebnisse insbesondere der Verkehrsdatenerfassung über drahtlose Sensornetzwerke und interaktiven Lenkung von Verkehrsströmen sind dabei nicht nur auf Elektrofahrzeuge anwendbar. Sie werden zukünftig einen fließenden Innenstadtverkehr ermöglichen.

Breiten Raum nahmen am Nachmittag der Konferenz die Diskussionen in den sogenannten „Flüstergruppen" ein. Hier tauschten sich Experten im Detail zu den Ergebnissen der Themenfelder aus.

Das Interesse am Einsatz von Elektromobilen über ein für private Nutzer ebenso wie für Flottenmanager komfortables und ökonomisches Nutzen und Betreiben von Elektromobilen zu stärken, dafür bedarf es intelligenter Systeme. Sie sammeln die verschiedensten Daten zur Fahrtroute, zu der dafür relevanten Verkehrssituation, zum individuellen Fahrverhalten des Nutzers, zu Ladezustand der Fahrzeugbatterie und Verfügbarkeit von kostengünstigem Ladestrom. Nach der Auswertung in Echtzeit stellt das cloud-basierte System diese dem Fahrer in Form von angepaßten Navigationshinweisen und eine automatischen Steuerung für ein kostengünstiges Laden zu Hause zur Verfügung. Bereits die Feldtests beweisen Nutzungssicherheit, Zuverlässigkeit sowie Vorteile bei den Betriebskosten und liefern damit unwiderlegbare Argumente, welche die teilweise existierenden Vorurteile entkräften.

KARSTEN SEIFERT

 

26.09.2015

 


25.09.2015: „Unterdurchschnittlich“

Als „wenig zufriedenstellend“ bezeichnet Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) die am 24. September 2015 vorgelegten Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt.  Zugleich warnte er vor „Überinterpretationen", wie sie im Zusammenhang mit solchen Zahlen an der Tagesordnung seien.

„Richtig ist: Thüringens Wirtschaftswachstum in ersten Halbjahr war unterdurchschnittlich", sagte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), der sich zur Zeit mit einer Unternehmer- und Wissenschaftsdelegation in Brasilien aufhält, um neue Wirtschaftskontakte zu knüpfen. „Das ist aber eine Momentaufnahme. Richtig ist auch, daß Thüringen über mehrere Jahre hinweg überdurchschnittliche Wachstumsraten aufzuweisen hatte." Schwankungen und gelegentliche Verschiebungen zwischen den Bundesländern seien nichts Ungewöhnliches.

Nach vorläufigen Berechnungen des Landesamtes für Statistik ist das Bruttoinlandsprodukt in Thüringen im ersten Halbjahr 2015 um 0,4 Prozent gewachsen. Damit liegt der Freistaat in diesem Zeitraum zwar vor Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen oder Sachsen-Anhalt, aber unter dem Bundesdurchschnitt.

Zurückzuführen ist diese Entwicklung aus Sicht des Ministers auf eine Vielzahl von Ursachen. Maßgeblich sei insbesondere die Wachstumsschwäche im Baubereich, die durch die wenig dynamische Industrieentwicklung nicht kompensiert werden konnte. „An dieser Entwicklung haben die von allen Seiten unterstützten Konsolidierungsbemühungen in den öffentlichen Haushalten natürlich ihren Anteil gehabt", sagte Tiefensee.

Die Kritik an dem zu spät verabschiedeten Haushalt nannte der Wirtschaftsminister dagegen „scheinheilig". „Keine Landesregierung, die gerade erst ins Amt gekommen ist, wird einen solchen Haushalt im Schweinsgalopp aufstellen", sagte Tiefensee. Schließlich werde sich auch der Landtag nicht sein Haushaltsrecht nehmen lassen. „Ich halte daran fest: Solche Dinge müssen zügig, aber auch mit der notwendigen Ernsthaftigkeit und Gründlichkeit gemacht werden."

STEFAN SCHIMMING

 

25.09.2015

 


25.09.2015: Anträge bewilligt

Landesregierung unterstützt Landkreis Sömmerda und Stadt Weimar im Kampf gegen Armut mit 300.000 Euro. Thüringens Arbeits- und Sozialministerin Heike Werner (Die Linke): „Mit der Förderung erhöhen wir die  Wirksamkeit bereits bestehender Programme zur Vermeidung von Armut nachhaltig.“

Der Landkreis Sömmerda und die Stadt Weimar erhalten für sogenannte Planungskoordinatoren in den nächsten drei Jahren Fördermittel in Höhe von über 300.000 Euro vom Arbeits- und Sozialministerium. Die entsprechenden Anträge wurden durch die landeseigene Gesellschaft für Arbeit- und Wirtschaftsförderung (GFAW) bewilligt.

„Die Planungskoordinatoren leisten einen wichtigen Beitrag, um Armut in den Kommunen besser vorzubeugen. Sie entwickeln Strategien, um beispielsweise alleinerziehende Mütter, kinderreiche Familien, Kinder, Jugendliche sowie Arbeitslose besser in die Gesellschaft zu integrieren. Indem sie bestehende und neue Unterstützungsleistungen besser aufeinander abstimmen, erhöhen die Koordinatoren die Wirksamkeit kommunaler Sozialpolitik", sagte dazu Thüringens Arbeits- und Sozialministerin Heike Werner (Die Linke).

Eine wesentliche Aufgabe der Planungskoordinatoren besteht darin, die Fülle an kommunalen Angeboten im Bereich sozialer Hilfen besser untereinander abzustimmen und auf den konkreten Bedarf vor Ort auszurichten. Sollten dabei Lücken zu Tage treten, gehört es zu den Aufgaben der Koordinatoren, neue Angebote anzuschieben. Die Planungskoordinatoren analysieren dazu den Bedarf an Unterstützungsleistungen und bringen die kommunalen Akteure an einen Tisch. Dadurch entsteht im Idealfall bei allen Beteiligten ein gemeinsames Bild von den zu bewältigenden Aufgaben und integrierte Lösungsangebote.

CORINNA HERRMANN

 

25.09.2015

 


25.09.2015: Informationen aus verschiedenen Blickwinkeln

„Alles Porno, oder was?“ - Jugendsexualität und neue Medien: Großes Interesse an Thüringer Fachtagung in Ilmenau.

Pornografische und sexualisierte Inhalte sind im Internet allgegenwärtig und oft ohne Hürden auch für Jugendliche abrufbar. Immerhin handelt es sich bei einem Drittel des weltweiten Datenverkehrs im Internet um pornografische Themen. Am 23. September 2015 veranstalteten das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (TMBJS), die Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Thüringen e. V., der Landesfilmdienst Thüringen e. V., der Erfurter Netcode e. V., die Technische Universität Ilmenau und die TLM eine Fachtagung zu dieser aktuellen und relevanten Thematik.

In der Begrüßung machte Martina Reinhardt, Abteilungsleiterin im Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport, deutlich, daß das große Interesse an der Fachtagung zeige, wie relevant das Thema Förderung von Medienkompetenz in Thüringen sei. Da passe es gut, daß die Landesregierung den Runden Tisch Medienkompetenz mit einer Online-Konsultation gestartet habe und alle Netzwerkpartner im Freistaat einlade, zu diskutieren, wie die Förderung von Medienkompetenz stärker in die Bildungslandschaft integriert werden könne.

Die über 150 Teilnehmenden erhielten Informationen aus verschiedenen Blickwinkeln durch die Impulsvorträge von Prof. Dr. Frank Schwab, Universität Würzburg, und Prof. Dr. Nicola Döring, TU Ilmenau, und eruierten im Anschluß verschiedene Perspektiven in fünf unterschiedlichen Workshops.

Prof. Dr. Frank Schwab erklärte, daß die Mediennutzung von Pornografie zahlenmäßig auf hohem Niveau liege und in Deutschland deutlich ausgeprägt sei. Empirische Studien zeigten Effekte wie Gewöhnung, sozialer Vergleich (unter anderem Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper) und Kultivierung (verzerrte Sicht auf sexuelle Realität), jedoch seien diese Effekte eher ausgeprägt bei vorrangig Männern mit einer bestimmten Vordisposition (frauenfeindlich, niedriger Bildungsstand). Beim „Durchschnittsbürger“ ließen sich diese Effekte nicht valide nachweisen. Interessant sei die Beobachtung, daß Nicht-Porno-Rezipienten die Umwelt sexualisierter wahrnehmen, als Porno-Rezipienten (Sexy World of non Viewers).

Prof. Dr. Nicola Döring betonte, daß Sexualität als wichtige Entwicklungsaufgabe des Jugendalters verstanden werden müsse, die der Identitätsentwicklung diene. Hinsichtlich der Frage, was die Internet-Pornografie mit den Jugendlichen mache, verwies sie auf den Effekt, daß Jugendliche Pornografie unter anderem zur Anleitung nutzen würden. Diese Möglichkeit stelle einen Mehrwert des Internets dar, den andere Medien in dieser Form nicht bieten. Prof. Dr. Nicola Döring sagte, daß Jugendliche für das Internet ein Bewußtsein entwickelt haben, das als reflektive Nutzung zu bezeichnen sei, auch im Bereich der Pornografie-Aneignung. Ein anschauliches Beispiel hierfür sei Porno Ping Pong. Das Internet stelle im Ergebnis eine wichtige Ressource zur Bewältigung der Entwicklungsaufgabe des sexuellen Erwachsenenwerdens dar. Aus pädagogischer Sicht bedürfe es einer kundigen und gelassenen Begleitung, die nicht in Alarmismus verfällt und die Privatsphäre der Jugendlichen respektiert.

Im Workshop 1 „Sexting – Wenn Jugendliche mobil und online über Sex kommunizieren“ thematisierte Eva Borries das Phänomen, welches in der Öffentlichkeit – oft irrtümlicherweise im pornografischen Bereich angesiedelt – skandalisiert kommuniziert wird. Im Workshop wurden der Begriff und die Hintergründe distanziert und neutral beleuchtet mit dem Ziel, zum einen Jugendliche besser verstehen zu lernen und zum anderen Pädagogen und Eltern die Möglichkeit zu bieten, eine eigene Haltung zur „sexualisierten Kommunikation in der Jugend“ zu entwickeln.

Katja Schürer und Ilja Sokolowski stellten im Workshop 2 „Sexualerziehung in der pädagogischen Praxis“ Erfahrungen und Methoden aus der Jugendsozialarbeit vor. Die Wünsche und Vorstellungen von Mädchen und Jungen über ihre Sexualität und Partnerschaft sind überraschenderweise sehr ähnlich. Das zeigen die Praxiserfahrungen der langjährlichen Arbeit und waren Gegenstand der Diskussion.

Im Workshop 3 „Let’s talk about Porno – Arbeitsmaterialien für Schule und Jugendarbeit“ präsentierte Thomas Podhostnik das klicksafe Arbeitsmaterial „Let’s talk about Porno“. Vor der Thematisierung im schulischen wie im außerschulischen Kontext sollten sich die Pädagogen jedoch die Frage stellen, ob sie dieses Thema anstoßen können und möchten. Deutlich wurde die Problematik, etwas zu thematisieren, was nicht explizit gezeigt werden darf. Die subtilen und bildfreien Materialien von klicksafe können da einen Einstieg bieten.

Dr. Daniel Hajok verdeutlichte im Workshop 4 „Pornografie und andere Darstellungen von Sexualität. Aktuelle Regelungen des Kinder- und Jugendmedienschutzes“ den Pädagogen das Spannungsfeld zwischen dem gesetzlichen Anspruch des Kinder- und Jugendschutzes und der medialen Lebenswelt. Neben Konsequenzen für die Praxis ging Dr. Daniel Hajok auch auf aktuelle gesetzliche Entwicklungen ein.

In Workshop 5 „medienbewusst.de: Wie kann sexualbezogene Medienkompetenz gefördert werden“ wurde das Onlineportal  als Anlaufstelle für Fragen rund um die Medienpädagogik näher vorgestellt. Im Workshop wurden Potentiale, Gefahren und Kanäle der sexualbezogenen Mediennutzung aufgezeigt.

Insgesamt zeigte die Fachtagung die Bedeutung des Themas „Jugendsexualität und neue Medien“ für die schulische und außerschulische Arbeit. Die Diskurse in den Workshops verdeutlichten, daß den Pädagogen, Erziehern und Eltern zahlreiche Orientierungshilfen und Handlungsoptionen für die erzieherische Praxis zur Verfügung stehen.

Jochen Fasco, Direktor der TLM, betonte im Nachgang der Veranstaltung, daß „der Umgang mit sexualisierten Medieninhalten stets von zwei Seiten bearbeitet werden muß. Zum einen ist es unabdingbar, eine technische Lösung über den Jugendmedienschutz zu gewährleisten und diese auch mit juristischen Sanktionen zu verbinden. Zum zweiten muß die Medienbildung diese Thematik mit den Kindern und Jugendlichen, Eltern, Erziehern und Lehrern behandeln. Nur wenn Jugendmedienschutz und Medienkompetenzvermittlung zusammenarbeiten, kann ein bestmöglicher Schutz für die Schutzbedürftigen entstehen.“

PM-TLM

 

25.09.2015

 


24.09.2015: Erstes konkretes Beispiel

Fachhochschule Schmalkalden unterzeichnet Vertrag mit Universität Joinville.

Die Fachhochschule Schmalkalden und die Universität Joinville im brasilianischen Bundesstaat Santa Catarina werden künftig enger zusammenarbeiten. Eine entsprechende Erklärung unterzeichneten Rektorin Prof. Sandra Aparecida Furlan und Rektor Prof. Dr. Elmar Heinemann am 22. September 2015 im Rahmen der Thüringer Unternehmer- und Wissenschaftsdelegation nach Brasilien unter Leitung von Minister Wolfgang Tiefensee (SPD). (nti-online.net berichtete am 19.09.2015). Kern der Vereinbarung ist der Austausch von Studenten und wissenschaftlichem Personal.

„Die Kooperation ist ein erstes konkretes Beispiel dafür, wie wir die Beziehung zu unserer Partnerregion Santa Catarina mit Leben füllen wollen", sagte Tiefensee. Weitere Projekte sollen in den kommenden Wochen gemeinsam mit den brasilianischen Partnern erarbeitet werden.

„Die Fachhochschule Schmalkalden pflegt seit vielen Jahren gute Kontakte zu insgesamt fünf brasilianischen Hochschulen, darunter einen sehr regen Austausch mit der Universidade Federal do Minas Gerais in Belo Horizonte sowie mit der Universidade Federal de Ouro Preto", sagte Prof. Heinemann. „Durch den Austausch mit der Universität Joinville bauen wir unsere traditionell guten Beziehungen nach Brasilien weiter aus." Darüber hinaus ist die Hochschule seit 2012 auch Partner im brasilianischen Programm „Ciência sem Fronteiras – Alemanha“ („Wissenschaft ohne Grenzen"), über das bislang rund 150 brasilianische Studenten ingenieurwissenschaftlicher Fachrichtungen nach Schmalkalden kamen.

Brasilien hat dieses Programm aufgelegt, weil es einen riesigen Bedarf an gut ausgebildeten Ingenieuren gibt und das Land diesen Bedarf mit den eigenen Hochschulkapazitäten vorerst nicht decken kann. Allein in der Stadt Joinville mit ihren zirka 600.000 Einwohnern werden nach Angaben des Bürgermeisters in den kommenden Jahren mindestens 7500 Ingenieure benötigt.

Die Universität Joinville hat zur Zeit 10.200 Studenten und 680 akademische Mitarbeiter einschließlich Professoren. Seit ihrer Gründung im Jahr 1964 haben insgesamt 27.000 Absolventen die Hochschule verlassen, pro Jahr schließen etwa 1200 Studierende ihre Ausbildung in Joinville ab.

STEFAN SCHIMMING

 

24.09.2015

 

 

Beziehung mit Leben füllen: Prof. Elmar Heinemann und die Rektorin Prof. Dr. Sandra Aparecida Furlan bei der Vertragsunterzeichnung. Links Thüringens Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), rechts der Generalkonsul in Santa Catarina, Dr. Stefan Traumann.

 

Foto: TMWWDG-FELIPE MAIKOWSKI


24.09.2015: „Vorreiter“

Erfurt in der Lehrerbildung ausgezeichnet: Universität erhält Bundesförderung im Rahmen der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“.

„Die Universität Erfurt ist Vorreiter einer modernen Lehrerausbildung“, sagte Thüringens Wissenschaftsstaatssekretär Markus Hoppe (SPD) anläßlich der Bekanntgabe durch die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK). Die Universität Erfurt erhält in der zweiten Auswahlrunde der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern mit dem Projekt „Identität, Immersion und Inklusion“ den Zuschlag.

„Eine moderne Lehrerausbildung leistet nicht zuletzt auch einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung“, sagte Hoppe. „Sie erhöht die schulischen und damit die beruflichen Chancen für Schülerinnen und Schüler aus den unterschiedlichen kulturellen Milieus.“ Daß Erfurt mit einer modernen Lehrerausbildung punkten kann, die den gesellschaftlichen Entwicklungen Rechnung trägt, stärke Thüringen zudem als Hochschul- und Wirtschaftsstandort.

Der Staatssekretär zeigte sich auch erfreut darüber, daß nach dem Zuschlag an die Friedrich-Schiller-Universität Jena in der ersten Auswahlrunde nun mit dem Zuschlag an die Uni Erfurt beide in Thüringen für die Lehrerausbildung verantwortlichen Universitäten vom Förderprogramm profitieren. Das sei ein großer Erfolg für die Thüringer Hochschulen und ein eindrucksvoller Beleg für deren Innovationsfähigkeit.

Ziel des geförderten Projekts ist es, die Lehrerbildung künftiger Lehrerinnen und Lehrer zu professionalisieren und weiter zu entwickeln. Im Mittelpunkt stehen die Vermittlung von Reflektionskompetenz, verbunden mit der Sicherung einer systematischen professionsbezogenen Beratung und Begleitung der Studienbewerber und Studierenden sowie die Weiterentwicklung des Themas Inklusion zur Querschnittsaufgabe in der Lehrerbildung.

Anliegen der im Jahr 2013 von Bund und Ländern beschlossenen „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ ist es, die Inhalte und Strukturen der Lehrerausbildung in Deutschland weiterzuentwickeln. Voraussetzung für die Teilnahme am Förderprogramm ist die Anerkennung von lehramtsbezogenen Studienabschlüssen und Prüfungsleistungen durch die Hochschulen beziehungsweise ihre Sitzländer. Die Auswahl der als förderwürdig eingestuften Konzepte wurde durch ein zwölfköpfiges Expertengremium unter Vorsitz des Bildungsforschers Prof. Dr. Manfred Prenzel getroffen.

Nach einer ersten Auswahlrunde Anfang des Jahres wurden nun in einer zweiten Auswahlrunde weitere 30 Projekte als förderungswürdig bewertet. In den beiden Ausschreibungen für den ersten Förderzeitraum 2015 bis 2018/2019 haben sich damit 59 lehramtsausbildende Hochschulen aus allen 16 Bundesländern erfolgreich behauptet. Insgesamt haben sich 85 Hochschulen an den Ausschreibungen beteiligt.

STEFAN SCHIMMING

 

24.09.2015

 


24.09.2015: „Klare Kante notwendiger denn je“

Die Junge Union Thüringen kommt am 26. und 27. September in Weida zu ihrem 28. Landestag zusammen.

Zu ihrem 28. Landestag kommt die Junge Union Thüringen am 26. und 27. September zusammen. Die Veranstaltung steht unter dem Motto „Klare Kante. Klare Worte. Jung für Thüringen". Auf dem größten Jahrestreffen des CDU-Nachwuchsverbandes werden die rund 130 Delegierten einen neuen Landesvorstand wählen. Als Landesvorsitzender bewirbt sich erneut der 30jährige Schleizer CDU-Landtagsabgeordnete Stefan Gruhner. Außerdem beraten die Mitglieder der Jungen Union einen Antrag mit dem Titel „Jung, erfolgreich, sucht - In Thüringen leben und Karriere machen", in dem der politische Jugendverband laut einer Pressemitteilung zahlreiche Vorschläge zur finanziellen Entlastung junger Berufstätiger unterbreitet und sich für die Unterstützung junger Unternehmensgründer sowie die Schaffung einer neuen Gründerkultur stark macht.

Die Asyl- und Flüchtlingspolitik, die Diskussion um eine Maut für Fernbusse und die Radhelmpflicht sowie Tourismus- und Bildungspolitik sind weitere Themen, mit denen sich die Junge Union Thüringen am Wochenende in Weida beschäftigt.

Als Gastredner wird unter anderem der Vorstandsvorsitzende der Jenoptik AG, Dr. Michael Mertin, zu wirtschaftspolitischen Fragen sprechen. Außerdem werden der Thüringer CDU Partei- und Fraktionschef Mike Mohring sowie der CDU-Ehrenvorsitzende und ehemalige Ministerpräsident Prof. Dr. Bernhard Vogel auf dem JU-Landestag reden.

Die Junge Union Thüringen ist mit rund 1900 Mitgliedern der größte politische Jugendverband der neuen Länder. Im Freistaat Thüringen hat die Junge Union allein mehr Mitglieder als Bündnis90/Die Grünen oder die FDP. Den kommunalen Parlamenten gehören rund 150 Mandatsträger der Jungen Union an. Sieben Abgeordnete der insgesamt 34 CDU-Abgeordneten im Landtag sind Mitglied der Jungen Union.

Der Landesvorsitzende der Jungen Union Thüringen, Stefan Gruhner, erklärte im Vorfeld des Landestages: „Es ist der Anspruch der Jungen Union Thüringen, eine aktive, junge Politik zu gestalten. Wir verstehen uns als Interessenvertreter einer leistungsbewußten und optimistischen jungen Generation. Deshalb werden wir dieses Thema auch in unserem Leitantrag ,Jung, erfolgreich, sucht - In Thüringen leben und Karriere machen‘ behandeln. Gut ein Jahr nach der Landtagswahl und dem Regierungsantritt des ersten Ministerpräsidenten der SED-Nachfolgepartei Die Linke sind klare Kante und klare Worte notwendiger denn je. Chaos in der Flüchtlings- und Asylpolitik, pure Ideologie in der Bildungs-, Innen-, Familien-, und Energiepolitik sowie eine Haushaltspolitik, die die Herausforderungen der Zukunft schlichtweg ignoriert, prägen die Arbeit der rot-rot-grünen Koalition. Als Junge Union wollen wir deshalb mit klaren Worten, klare Kante gegen diese Politik zeigen und deutlich machen, daß wir uns auch als Speerspitze der Opposition in Thüringen verstehen."

PI-JUT

 

24.09.2015

 


23.09.2015: Von Natur aus streichzart

Rudolstädter Frische-Molkerei feiert 20 Jahre „Herzgut“-Butter.

Die Frische-Molkerei „Herzgut“ hat Grund zum Feiern. Die kleine „Herzgut“-Butter wird 20 Jahre alt. Seit zwei Jahrzehnten behauptet sich die von Natur aus streichzarte Butter der Thüringer Molkerei erfolgreich am Markt. Dank eines patentierten Fütterungskonzeptes für die „Herzgut“-Kühe ist sie laut Herstellerangaben von Natur aus streichzart und erfreut sich großer Beliebtheit im gesamtdeutschen Raum.

In den 1990er Jahren erlagen viele ostdeutsche Unternehmen der wirtschaftlich schwierigen Nachwendezeit. Nicht so die kleine Rudolstädter Molkerei, die heute europaweit agiert. In dem Unternehmen war die Nachwendezeit von Einfallsreichtum und Kreativität geprägt. In enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Ernährungswissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena entwickelte das Team damals ein besonderes Fütterungskonzept für die „Herzgut“-Kühe: „Dieses Konzept sieht eine Extraportion Raps im täglichen Speiseplan der Kühe vor", erklärt Herzgut-Geschäftsführerin Rita Weimann. „Der Raps ist reich an ungesättigten Fettsäuren. Und die gelangen auf natürliche Weise in die Milch."

Diese Milch sorge aufgrund ihrer speziellen Fettsäurenzusammensetzung dafür, daß die „Herzgut“-Butter selbst direkt aus dem Kühlschrank „herausragend cremig“ sei. „Für ihre Streichfähigkeit müssen wir keinerlei Zusätze wie zum Beispiel Öl hinzugeben", so Rita Weimann. „Deshalb zählt die ;Herzgut-Butter‘ gemäß Paragraph13 Butterverordnung auch zur Handelsklasse Deutsche Markenbutter."

Im Oktober 1995 premierte die „Herzgut“-Butter im Lebensmitteleinzelhandel. Mit ersten Listungen bei Edeka, Rewe und Kaiser's Tengelmann eroberte sie schnell den gesamtdeutschen Markt. 20 Jahre später trägt die kleine streichzarte Butter die DLG-Gold-Medaille für herausragende Qualität und ist gefragt wie eh und je. Und das nicht zuletzt wegen ihrer praktischen Größe: Die 125-Gramm gelten auch für kleine Haushalte als ideal.

Aufgrund ihrer Beliebtheit bei Verbrauchern bietet die Frische-Molkerei die streichzarte Butter inzwischen auch in anderen Varianten an: Neben dem mildgesäuerten Original ist die Butter auch in den Sorten Joghurt, Bärlauch, Meersalz und Steinpilz erhältlich.

Anläßlich ihres 20. Geburtstages trägt die „Herzgut“-Butter ab Oktober 2015 ein limitiertes Jubiläumsoutfit in den Trendfarben der 1990er Jahre. Neben der auffälligen Limited Edition wird das Jubiläum von einer crossmedialen Werbekampagne begleitet, die Print- und DooH-Anzeigen, eine On-Pack-Promotion sowie eine Social Media Content-Kampagne umfaßt.

Die Frische-Molkerei bezieht ihre Rohmilch ausnahmslos von regionalen Milchbauern. Jeder Hof ist in einem 50 Kilometer kleinen Umkreis der Molkerei angesiedelt. Die kurzen Wege zwischen Molkerei und Hof schonen die Umwelt und versetzen das Rudolstädter Unternehmen in die Lage, die Mich tagfrisch zu verarbeiten. Das sorge für echten Frischegenuß. Und ein gutes Gewissen.

Die „Herzgut“-Landmolkerei ist die letzte eigenständige Molkereigenossenschaft Thüringens und zählt mit über 100 Jahren Erfahrung zu den traditionsreichsten Molkereien in Deutschland. Pro Jahr verarbeitet sie zirka 70 Millionen Kilogramm Milch zu qualitativ hochwertigen Milchprodukten für den Lebensmitteleinzelhandel. Ihre Rohmilch bezieht die Landmolkerei ausnahmslos von regionalen Erzeugern, die täglich zirka 200.000 Liter davon liefern. 30 Prozent der Rohmilch enthalten aufgrund eines patentierten Fütterungsrezeptes einen erhöhten Anteil an ungesättigten Fettsäuren und werden zu den „Herzgut“-Premiumprodukten verarbeitet. Dank der kurzen Wege von den Milchbauern zur Molkerei ist die Landmolkerei in der Lage, die Milch außerordentlich schnell zu verarbeiten - das macht die Produkte schmackhaft und schont die Umwelt. Aktuell sorgen 102 Mitarbeiter, zwei Azubis und noch mehr Kühe dafür, daß Verbraucher jeden Tag pure Milchfrische genießen dürfen.

TINA ALBRECHT

 

23.09.2015

 


23.09.2015: Kreativität unter Beweis gestellt

Thüringer Arbeitsschutzpreis 2015 für F.C. Nüdling Betonelemente: Auszeichnung für sichere und sachgerechte Reinigung des Ringtrogmischers.

Der Betonwarenhersteller F.C. Nüdling Betonelemente hat seine Kreativität erneut unter Beweis gestellt: Die beiden Mitarbeiter Lutz Thielemann und Günter Telemann aus dem Werk Heringen wurden aktuell für ihr zukunftsweisendes Projekt „Sichere und sachgerechte Reinigung des Ringtrogmischers“ mit dem Thüringer Arbeitsschutzpreis 2015 ausgezeichnet.

Das Verfahren ermöglicht den Mitarbeitern eine sichere und sachgerechte Reinigung des Ringtrogmischers. Durch einen zusätzlichen Antriebsmotor lassen sich die Mischwerkzeuge exakt so positionieren, daß eine ordnungsgemäße Reinigung des Mischers in kurzer Zeit und ohne Unfallrisiko möglich ist.

Der Arbeitsschutzpreis wurde anläßlich einer Feierstunde von Heike Werner (Die Linke), Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, in der Staatskanzlei in Erfurt an die Mitarbeiter der F.C. Nüdling Betonelemente übergeben. Über die Honorierung freute sich auch Bernhard Klöppner, Geschäftsführer von F.C. Nüdling Betonelemente: „Wir verstehen diese Auszeichnung als Motivation, weiterhin konsequent und mit guten Ideen die Sicherheit in unseren Betrieben zu erhöhen.“

DIETER LAST

 

23.09.2015

 

 

Der Arbeitsschutzpreis 2015 des Landes Thüringen ging an die F.C. Nüdling Betonelemente GmbH + Co. KG: Bernhard Klöppner, Heike Kneistler, Günter Telemann, Lutz Thielemann und die Thüringer Sozialministerin Heike Werner (Die Linke).

 

Foto: FCN-ARCHIV


23.09.2015: Bühne für den Erdapfel

Renommierter Kochwettbewerb stellt in diesem Jahr die Knolle ins Rampenlicht.

 „Die Knolle in der Hauptrolle – Schnittig und Wendig“, lautet das diesjährige Motto vom nunmehr 19. Thüringer Schülerkochpokal. In mindestens zwei von drei Menübestandteilen muß das Ackergold zum Glänzen kommen. Ob als Kartoffelpraline, Kartoffelnest oder aufgemotzter Puffer – alle Teilnehmer des Schülerkochpokals sind aufgerufen, dem Erdapfel mit Pfiff und Pep eine Bühne zu geben.

Im Rampenlicht steht die Knolle auch beim Heichelheimer Kartoffelevent des Fördervereins Heichelheimer Kartoffel e.V. am 28. September 2015. Gemeinsam mit Ministerpräsident Bodo Ramelow, Landwirtschaftsministerin Birgit Keller (beide Die Linke) und weiterer Prominenz erntet Andreas Becker, Präsident Verband der Köche Deutschlands e.V., beim traditionellen Heichelheimer Happening, was im Mai 2015 an Pflanzkartoffeln gelegt wurde. Die geernteten „Promi-Kartoffeln“ überreicht Andreas Becker als symbolisches Startsignal für den beginnenden Kochwettbewerb im Schuljahr 2015/2016 an die amtierenden Thüringer Landessiegerinnen Lina Khov, Naima Wimmer, Angelina Scholz und Amely Täntzer sowie ihre Team-Betreuerinnen Regina Reinhardt und Christa Grulich.

„Sehr gern hätten die Mädchen auch in diesem Jahr wieder beim Wettbewerb mitgemacht und ihren Pokal verteidigt. Da sie nun aber 10. Klasse und damit in der Abschlußklasse sind, möchten sie sich lieber auf ihre Prüfungen konzentrieren. Wir werden jedoch mit einem neuen, ganz jungen Team starten, das sich mit Sicherheit freut, wenn unsere Landessiegerinnen mit den Kartoffeln, die sie in Heichelheim überreicht bekommen, auch ihr Wissen und ein paar Tips weitergeben und damit einen guten Grundstein für den neuen Wettbewerb legen“, ist Regina Reinhardt überzeugt, die schon erste Rezeptideen rund um den Erdapfel von den jungen Schülern im Hinterkopf hat.

Zur Teilnahme für einen neuen spannenden Wettbewerb sind thüringenweit alle Mädchen und Jungen der Klassenstufen 5 bis 12 aufgerufen. Anmeldefrist für den Wettbewerb ist der 30. Oktober 2015. Unterstützt werden alle teilnehmenden Teams auch in diesem Jahr vom langjährigen Sponsorpartner Thüringer Energie. Der Energiedienstleister rüstet jedes Team wie gewohnt mit Kochbekleidung und 250,00 Euro Wettbewerbsguthaben für Training und Wareneinkauf aus.

„Motto und Warenkorb gestalten sich in diesem Jahr relativ offen. Um so neugieriger bin ich, was die Kids auf die Teller bringen. Besonders wichtig ist für mich auch im neuen Wettbewerb, daß die Teams bewußt mit Lebensmitteln umgehen und sie ihre Zutaten so kalkulieren, daß nichts übrig bleibt. Als Energiedienstleister ist es uns wichtig, junge Menschen für einen achtsamen und schonenden Ressourcenverbrauch zu sensibilisieren“, so Roy Hildebrandt, Projektleiter bei Thüringer Energie.

Der Schülerkochpokal, ehemals Erdgaspokal der Schülerköche, ist ein bundesweit einzigartiger Kochwettbewerb für Mädchen und Jungen der Sekundarstufe I. Initiiert und gefördert durch die „Kochen macht Schule gGmbH“ und den Verband der Köche Deutschlands e. V. hat es sich der Schülerkochpokal zur Aufgabe gemacht, Jugendliche für ausgewogene Ernährung und den bewußten Umgang mit Lebensmitteln zu sensibilisieren. Der Schülerkochpokal leistet damit einen wichtigen Beitrag im Sektor Jugendhilfe sowie Volks- und Berufsbildung. Lehrreich und mit viel Spaß werden die Schüler an die Welt des Kochens herangeführt und Fähigkeiten wie Teamgeist, Kreativität und Zeitmanagement geschult. Seit April 2014 ist Thüringens Sterneköchin Maria Groß Schirmherrin des Schülerkochpokal.

SUSANNE PETER

 

23.09.2015

 


22.09.2015: Fußball mit besonderer Integrationskraft

Dachdecker-Verband unterstützt Flüchtlingsprojekt „Willkommen im Fußball“: Der Thüringer Unternehmer und Dachdeckermeister Karl-Heinz Schneider, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH), konnte sich über eine erfolgreiche Spendenaktion freuen.

Anläßlich des 65. Geburtstags des Thüringer Unternehmers und Dachdeckermeisters Karl-Heinz Schneider, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH), kamen rund 100 Gäste aus Politik, Industrie und Handwerk am 16. September im Berliner Wasserwerk zusammen, um gemeinsam zu feiern. „Keine Geschenke – lieber möchte ich Spenden für ein sinnvolles Projekt sammeln“, erklärte der ZVDH-Präsident im Vorfeld. Schnell fiel die Wahl auf die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS), die sich für junge Geflüchtete einsetzt, wie zum Beispiel im Flüchtlingsprojekt „Willkommen im Fußball“. „Fußball und Handwerk, das geht gut zusammen“, erklärte Schneider und konnte sich über eine erfolgreiche Spendenaktion freuen: „Ich bin sehr stolz, daß wir, Stand 16. September, die großartige Spendensumme von 11.845 Euro zusammengetragen haben“, verkündete Jubilar Schneider. „Diese Spende wird jungen Geflüchteten über den Sport wieder ein wenig Freude und Leichtigkeit in ihr Leben bringen.“

„Oft sind es die Handwerksbetriebe, die lokale Fußballvereine unterstützen und sich hier engagieren. Und gerade Fußball hat durch seine weltweite Popularität eine wichtige gesellschaftliche Bedeutung und besitzt eine besondere Integrationskraft. Ein ideales Projekt also, um junge Flüchtlinge spielerisch zu integrieren“, betonte Gastrednerin Christine Lieberknecht (CDU). Die ehemalige thüringische Ministerpräsidentin ist Mitglied im Stiftungsrat der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS), die das Programm „Willkommen im Fußball“ aufgelegt hat.

Hans-Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Handwerks (ZDH), lobte in seiner Ansprache vor allem die Tatkraft des Handwerks: „Das Handwerk macht vor, wie Willkommenskultur konkret aussehen kann, ganz pragmatisch und unspektakulär. Vielleicht tut sich das Handwerk leichter mit der Integration von Fremden als viele andere Wirtschaftsbereiche. Wer Hand in Hand mitarbeitet, wer anpackt, wenn es gilt, Krisen zu bewältigen, und wer Erfolge mit anderen teilt – der ist schnell einer von uns. Und daher sage ich: Diesem Projekt gehört unsere ganze Unterstützung!“

Flüchtlingskinder sind in erster Linie Kinder. Wie alle Kinder wünschen sie sich ein Gefühl von Sicherheit, wollen Freundschaften schließen und sich weiter entwickeln. Flüchtlingskinder haben ein Anrecht auf die Einhaltung der Kinderrechte, wie sie die UN-Kinderrechtskonvention, das Grundgesetz und das deutsche Kinder- und Jugendhilferecht verbindlich fixieren. Laut Bundesregierung sind ein Drittel aller Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, Kinder und Jugendliche. Bildungseinrichtungen, Initiativen und Verwaltungen stehen vor der Aufgabe, Wege zu finden, um geflüchtete Kinder und Jugendliche willkommen zu heißen und zu begleiten. Und hier kann in dieser durch Angst und Ungewißheit geprägten Zeit Fußball ein Anker im Alltag sein.

Das Projekt „Willkommen im Fußball“ – eine Initiative der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS), setzt auf Willkommensbündnisse, die lokale Bildungsträger, Bürgerinitiativen, Amateurvereine, aber auch Handwerksbetriebe in Kooperation eines Vereins der 1. oder 2. Bundesliga durchführen können.

Der Sport bringt sie in Kontakt mit Menschen aus der Nachbarschaft und Sportvereinen, denn das Programm „Willkommen im Fußball“ ermöglicht jungen Geflüchteten durch niedrigschwellige Angebote den Zugang zu Sport und unterstützt so die Integration und das gesellschaftliche Miteinander. Das Projekt wird gefördert von der Bundesliga-Stiftung sowie der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration.

CLAUDIA BÜTTNER

 

22.09.2015

 


22.09.2015: „Dokumentation von hoher Aktualität“

„Donauschwaben“ im Blickpunkt der Forschung: Kulturstaatsministerin fördert neues Projekt von Prof. Dr. Csaba Földes.

Mit rund 83.500 Euro fördert die Kulturstaatsministerin in ihrer Funktion als Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien in den kommenden zwei Jahren ein neues Forschungsprojekt von Prof. Dr. Csaba Földes, Sprachwissenschaftler an der Uni Erfurt. Gegenstand des Projekts ist die Sprache der deutschen Minderheit in Ungarn, den sogenannten „Donauschwaben“.

Während die meisten bisherigen Forschungen sich auf die Beschreibung von deren Basismundarten (Bairisch, Fränkisch und Schwäbisch) konzentriert haben, stellt die Forschung von Prof. Földes die durch Mehrsprachigkeit, Inter-/Transkulturalität und Variaton weitgehend geprägte tatsächliche Sprachverwendung in den Mittelpunkt. Denn die „reinen“ deutschen Dialekte werden in der Untersuchungsregion heute kaum noch gesprochen, vielmehr sind Mischformen mit Ungarisch und anderen Kontaktsprachen charakteristisch. Sind doch gleichsam alle Ungarndeutschen zwei- beziehungsweise mehrsprachig, mit unterschiedlichen Dominanzkonfigurationen. Das Projekt möchte einerseits authentische ungarndeutsche Diskurse darüber, wie die Sprecher mit ihren durch Mehrsprachigkeit und Transkulturalität geprägten Varietäten jetzt umgehen, kontakt- und variationslinguistisch erforschen, andererseits diese Redeprodukte in einer elektronischen Datenbank erfassen und zugänglich machen. Das als Ergebnis vorgesehene ungarndeutsche Zweisprachigkeitskorpus soll reale, aus dem Leben gegriffene Texte systematisch bereitstellen, die die ungarndeutschen Kontaktvarietäten der Gegenwart in ihrer Vielfalt anschaulich repräsentieren. Diese Vielfalt ergibt sich unter anderem daraus, daß verschiedene Mundarttypen wie Bairisch und Fränkisch, wie sie heute von zwei- beziehungsweise mehrsprachigen Sprecher(inne)n in Ungarn verwendet werden, zu Wort kommen.

Neben Prof. Dr. Csaba Földes als Projektleiter ist das Institut für Germanistik und Translationswissenschaft an der Pannonischen Universität Veszprém (Ungarn) beteiligt. Einen wichtigen Partner stellt außerdem Prof. Dr. Hans C. Boas von der University of Texas at Austin (USA) dar, mit dem eine Zusammenarbeit in Bezug auf sein „Texas German Dialect Project“ geplant ist. Eine intensive Vernetzung mit zahlreichen weiteren internationalen Partnern soll außerdem zum Qualitätsniveau des Projekts beitragen.

Ergebnis des Forschungsprojektes soll ein digitales Portal mit einem ungarndeutschen Zweisprachigkeits- und Sprachkontaktkorpus mit authentischem Material aus drei wichtigen Siedlungsregionen deutscher Minderheiten sein. Außerdem sind wissenschaftliche Publikationen geplant.

„Mir liegt die Aufzeichnung von bestandsgefährdetem regionalem Sprachmaterial des Deutschen als Minderheitensprache, wie wir sie nun umsetzen wollen, sehr am Herzen – nicht zuletzt weil ich selbst aus einem donauschwäbischen Ort stamme”, erläutert Csaba Földes den Hintergrund seines Forschungsprojektes. „Da die ungarndeutschen Sprachvarietäten immer weniger gesprochen werden, ist ihre Beschreibung und Dokumentation von hoher Aktualität. Außerdem verspricht das Projekt spannende Erkenntnisse für die Theorie der sozialen Zwei- beziehungsweise Mehrsprachigkeit, beispielsweise bei Fragen des Spracherhalts oder der Sprachumstellung. Die in Frage stehende Konstellation dürfte dabei einen hohen Erkenntniswert haben, da Deutsch und Ungarisch typologisch disparate und genetisch nicht-verwandte Sprachen sind.“

CARMEN VOIGT

 

22.09.2015

 

 

Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Csaba Földes: „Mir liegt die Aufzeichnung von bestandsgefährdetem regionalem Sprachmaterial des Deutschen als Minderheitensprache sehr am Herzen – nicht zuletzt weil ich selbst aus einem donauschwäbischen Ort stamme”.

 

Foto: UE-ARCHIV


22.09.2015: Freude an einem schönen Lächeln

Begehbares Mund-Modell auf der Landesgartenschau in Schmalkalden: Am 25. September feiern Thüringer Zahnärzte mit Blumenfreunden den Tag der Zahngesundheit.

Große Zähne, knallrote Lippen und eine meterlange Zunge: Das über zwei Meter hohe Modell eines geöffneten Mundes wird zum Blickfang des Tags der Zahngesundheit am 25. September 2015 auf der Landesgartenschau Schmalkalden. Den ganzen Tag über werben die Landeszahnärztekammer Thüringen und die Kassenzahnärztliche Vereinigung Thüringen für gesunde Zähne.

„Im begehbaren Modell können die Besucher einen vergrößerten Mund bestaunen, in das Innere eines Zahnes blicken oder Zahnwurzeln bis tief in die Knochen betrachten“, erklärt Dr. Christian Junge, Präsident der Landeszahnärztekammer. „Gleich nebenan beantwortet die Patientenberatung der Thüringer Zahnärzte viele Fragen rund um die zahnärztliche Behandlung und gibt nützliche Tips zur Mundgesundheit.“

Die Thüringer Zahnärzte bieten in Schmalkalden den ganzen Tag über ein buntes Programm rund um gesunde Zähne. Beim Tag der Zahngesundheit mit dabei sind auch die Schatzköche Anni Apfel und Lenni Lecker.

Die beiden erzählen, wie sie auf der Suche nach gesunden und leckeren Köstlichkeiten mit ihrem Piratenschiff die Welt bereisten. Gemeinsam mit den Kindern wollen sie schmackhafte und gesunde Schätze zubereiten. Vorher jedoch müssen die Helfer wichtige Prüfungen bestehen, zum Beispiel mit verbundenen Augen frisches Obst, Gemüse und exotische Früchte aus einer Schatztruhe herausfinden.

„Eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung verbessert nicht nur die Allgemeingesundheit, sondern spielt auch für unsere Zähne eine wichtige Rolle“, sagt Dr. Karl-Friedrich Rommel, Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Thüringen. „Beim Tag der Zahngesundheit können Kinder erleben, wie viel Freude es macht, gemeinsam etwas Gesundes zuzubereiten. Außerdem lernen sie spielerisch, welche Alternativen es zu Fertiggerichten, Fast Food und stark zuckerhaltigen Lebensmitteln gibt.“

Seit einem Jahr begeistert der Milchzahnexpreß von Zahnärztin Dr. Marion Enseleit aus Großobringen die Kinder des nördlichen Weimarer Landes. Zum Tag der Zahngesundheit ist der umgebaute amerikanische Krankenwagen nun auch auf der Landesgartenschau in Schmalkalden zu bestaunen.

„Wenn sie könnte, würde Dr. Marion Enseleit mit einer Rakete oder einem Hubschrauber vor Kindergärten und Schulen landen, um ihrer Berufung mit Leib und Seele zu folgen“, ist sich der Präsident der Landeszahnärztekammer Thüringen, Dr. Christian Junge, sicher. „Der Milchzahnexpreß zeigt, welche außergewöhnlichen Wege wir Thüringer Zahnärzte gehen, um vor allem der jungen Generation die Freude an einem schönen Lächeln nahezubringen.“

Bereits am Vormittag können 700 angemeldete Grundschüler einen Blick in den umgebauten Ford werfen. Wenn dann am Nachmittag auch noch die wunderschöne Zahnfee aussteigt und das Auto glitzernde Seifenblasen in die Luft pustet, ist zusätzlicher Spaß garantiert.

MATTHIAS FRÖLICH

 

22.09.2015

 


21.09.2015: Stärken offensiv vermarkten

Wachstumsschub für die Region Jena-Saale-Holzland: Staatssekretär Georg Maier übergibt Zuwendungsbescheid über 750.000 Euro für das Tourismusbudget 2015 an Tourismusverband Jena-Saale-Holzland.

Thüringens Wirtschafts-Staatssekretär Georg Maier (SPD) hat am 21. September auf der Leuchtenburg einen Zuwendungsbescheid über 750.000 Euro an den Gewinner des Tourismusbudgets 2015, den Tourismusverband Jena-Saale-Holzland mit dem Konzept „Thüringer Tischkultur“, übergeben. Eine fachkundige Jury hatte bei dem nunmehr dritten Wettbewerb den diesjährigen Sieger ausgewählt. „Der Wettbewerb soll dazu beitragen, herausragende touristische Konzepte in Thüringen zu unterstützen sowie Qualität und Service zu verbessern“, so Maier.

Das Projekt „Thüringer Tischkultur“ hat insbesondere zum Ziel, die Bekanntheit der Region zu stärken, neue, vor allem jüngere Zielgruppen, anzusprechen und auf die regionale Porzellantradition aufmerksam zu machen. Zudem soll die Vernetzung von regionalen Erzeugern, landwirtschaftlichen Direktvermarktern, Handwerksbetrieben und touristischen Anbietern unterstützt werden. Die Region erhält durch den Fokus auf das Thema Kulinarik und regionale Produkte mit einem professionellen Marketing ein Alleinstellungsmerkmal.

„Schon heute prägen keramische Produkte der Firma Kahla Porzellan, der Stadt Bürgel oder auch die Ausstellung ‚Porzellanwelten‘ auf der Leuchtenburg die Identität vor Ort“, so der Staatssekretär. „Ich freue mich daher sehr darüber, daß der regionale Tourismusverband das diesjährige Tourismusbudget gewonnen hat und gratuliere dazu sehr herzlich. Das Tourismusbudget ist eine Chance, die regionale Identität weiter zu befördern und die vorhandenen Stärken offensiv zu vermarkten.“ Maier geht davon aus, daß der Preisträger auch Anreize für andere Regionen geben kann und wird.

Die Bewerbung für das Tourismusbudget beinhaltet eine Projekt- beziehungsweise Konzeptbeschreibung und eine konkrete Beschreibung von Handlungsfeldern und Zielen. Das Budget kann über einen Zeitraum von drei Jahren für Infrastrukturinvestitionen zur Verbesserung der Angebotsgestaltung, zur Verbesserung von regionalen Kooperationen, für Marketingmaßnahmen oder Projekte im Organisationsbereich eingesetzt werden. Grundsätzliches Anliegen ist es, eine zusätzliche Nachfrage zu schaffen und neue Zielgruppen zu erschließen.

Der Wettbewerb wird vom Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft (TMWWDG) durchgeführt. Über die Vergabe des Tourismusbudgets entscheidet eine Jury, deren Mitglieder vom Thüringer Wirtschaftsministerium berufen werden. Das Tourismusbudget ist eine Empfehlung aus der „Landestourismuskonzeption Thüringen 2015“.

STEFAN SCHIMMING

 

21.09.2015 

 


21.09.2015: Bewußter Appell

Offene Krebskonferenz zum ersten Mal in Thüringen: Größtes Patientenforum lädt am 14. November 2015 nach Jena ein.

Am 14. November 2015 öffnet die 6. Offene Krebskonferenz (OKK) am Campus der Friedrich-Schiller-Universität Jena ihre Pforten. Gemeinsam mit der Deutschen Krebshilfe, dem Haus der Krebsselbsthilfe und der Deutschen Krebsgesellschaft lädt die Thüringische Landeskrebsgesellschaft Betroffene, Angehörige und Interessierte ein, sich nicht nur zum Thema Krebs zu informieren, sondern auch ausdrücklich damit auseinanderzusetzen.

„Das Motto der Konferenz – ;Du bist kostbar‘ – ist ein bewußter Appell. Zum einen, sich um sich selbst zu sorgen und auf sich acht zu geben. Zum anderen stellt sich das Motto der Stigmatisierung und der vermeintlichen Hoffnungslosigkeit entgegen, mit der Krebs nach wie vor in Verbindung gebracht wird“, erklärt Professor Andreas Hochhaus, Vorsitzender der Thüringischen Krebsgesellschaft und Organisator der OKK 2015. „Wir wollen auch mit Hilfe der OKK das Thema Krebs bewußt an die Öffentlichkeit bringen und zeigen, wie lebenswert das Leben auch mit einer Krebserkrankung ist.“ Dementsprechend stünden die Präventions- und Beratungsangebote der DKH und der Landeskrebsgesellschaften während der Konferenz im Fokus, so der Onkologe und Hämatologe weiter.

Neben Vorträgen in den Hörsälen können die Besucher während der Konferenz in zahlreichen kleineren Räumen Ansprechpartner finden, die für direkte Gespräche zur Verfügung stehen und für Fragen ein offenes Ohr haben. „Jeder soll so die Chance haben, verständliche und für sich relevante Informationen zu bekommen.“ Beteiligt sind Ärzte, psychosoziale Berater und Vertreter der Selbsthilfegruppen.

Darüber hinaus erhält die Offene Krebskonferenz auch prominente Unterstützung. Cheryl Shepard, bekannt aus der erfolgreichen ARD-Arztserie „In aller Freundschaft“ wird ausgewählte Texte von Krebspatienten lesen. „Als Mutter von drei Töchtern ist es mir ein persönliches Anliegen, für das Thema Krebs, Vorsorge und Leben mit Krebs zu sensibilisieren“, so die Schauspielerin zu ihrem Engagement für die Offene Krebskonferenz.

Umfangreiche Informationsangebote zu Versorgungsthemen, neuen Therapieverfahren, Prävention und Früherkennung, Schmerztherapien oder auch zu komplementären Methoden ergänzen das inhaltliche Programm der OKK in Jena.

Deutsche Krebshilfe, Selbsthilfegruppen und Vereine stellen darüber hinaus eigene Projekte und Informationsplattformen vor.

„Aber wir wollen auch, daß die Besucher aktiv beziehungsweise vielmehr interaktiv werden. Ein spezielles Schulungsangebot an dem Tag soll zum Beispiel Patienten helfen und bestärken, seriöse medizinische Informationen im Internet zu finden“, so Andreas Hochhaus. Außerdem werde es ein Kochstudio mit dem Thüringer Spitzenkoch Sten Fischer und Ernährungsberatern geben, um konkrete Empfehlungen zur gesunden Ernährung zur Krebsprävention und zur Ernährung bei Vorliegen einer Krebserkrankung zu geben.

„Daß die Offenen Krebskonferenz in diesem Jahr zum ersten Mal in Thüringen stattfindet, ist mir außerdem eine besondere Freude“, erklärt der Konferenzpräsident weiter. „Ich wünsche mir, daß sich dadurch die Gelegenheit ergibt, mit der Politik des Landes ins Gespräch zu kommen, um sie verstärkt für die zum Teil schwierigen ländlichen Versorgungsstrukturen zu sensibilisieren und die Kooperation zwischen den Behandlungseinrichtungen zu intensivieren.“ Jeder habe das Recht im Ernstfall auf eine optimale Behandlung – egal in welcher Region der Betroffene lebe, so der eindringliche Appell von Andreas Hochhaus. Denn jeder sei kostbar – für sich und für andere!

JULIANE DYLUS

 

21.09.2015

 


21.09.2015: Wert des Wohnens

Nirgendwo angespannter Wohnungsmarkt in Thüringen: Wohnungs- und Immobilienverbandschefin Constanze Victor kritisiert Mietpreisbremse als puren Populismus.

Eine Mietpreisbremse für Thüringer Städte entbehre jeder Grundlage und sei purer Populismus. Das stellt Constanze Victor, Direktorin des Verbandes Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V., fest und  fordert: „Die Diskussion um bezahlbares Wohnen muß auf der Basis von Fakten geführt werden. Es gibt nirgendwo in Thüringen die Notwendigkeit einer Mietpreisbremse. Eine Mietpreisbremse wird nicht dadurch richtig, daß sie für viele gut klingt.“

Als Begründung für die Mietpreisbremse gilt ein angespannter Wohnungsmarkt. Dieser tritt ein, wenn die ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit Mietwohnungen in einer Gemeinde oder einem Teil der Gemeinde zu angemessenen Bedingungen besonders gefährdet ist. Die Kriterien hierfür sind über Bundesdurchschnitt steigende Mieten, und Mietbelastungsquoten sowie nicht ausreichender Neubau und niedriger Leerstand bei hoher Nachfrage. Die Zahlen in Thüringen würden jedoch eine andere, klare Sprache, sprechen: Erfurt, Weimar und Jena – die drei Thüringer Städte, deren Oberbürgermeister nach der Mietpreisbremse rufen – stünden keineswegs vor Wohnungsmangel und hätten genügend bezahlbaren Wohnraum für Normalverdiener zu bieten.

Die Thüringer Mieten der Verbands-Unternehmen – sie stellen die Hälfte aller Mietwohnungen Thüringens, liegen mit 4,71 Euro pro Quadratmeter insgesamt erheblich unter Bundesniveau. In Erfurt liegt der Wert nach Verbandsinformationen (Dezember 2014) bei 4,91 Euro pro Quadratmeter – 1,2 Prozent höher als 2013, in Jena bei 5,26 Euro pro Quadratmeter (1,5 Prozent Steigerung) und in Weimar bei 5,15 Euro pro Quadratmeter (2,6 Prozent Steigerung). Selbst die sogenannten Angebotsmieten würden sich im Durchschnitt auf moderaten Höhen (2013) bewegen: Erfurt 6,80 Euro – bei Verbands-Unternehmen 5,43 Euro, was  einer Steigerung zum Vorjahr von 3,8 Prozent entspricht - nur knapp über Bundesniveau, in Jena 8,39 Euro (5,60 Euro Verband) – hier gingen die Angebotsmieten sogar um -3,3 Prozent zurück und 7,26 Euro (Verband 4,75 Euro) bei 2,2 Prozent Steigerung.

Es könne also nirgendwo die Rede von nicht bezahlbaren Mieten oder angespannten Wohnungsmärkten sein. Zumal in allen drei Städten die Verbands-Unternehmen mehr als 80 Prozent ihrer Wohnungen zu Mieten anbieten würden, die für Leistungsbezieher nach SGBII (unter anderem „Hartz IV“-Empfänger) passen – also KdU-fähig (Kosten der Unterkunft) seien.

Signifikant seien auch die Jenaer Erfahrungen – hier steige der Leerstand aktuell wieder – also die Zahl verfügbarer Wohnungen wachse, und das allein durch Wohnungsneubau am freien Markt. Dementsprechend würden sofort die Angebotsmieten in der Stadt sinken. Dies zeige, daß es keiner politischen Eingriffe bedürfe, der Wohnungsmarkt Thüringens funktioniere.

Im Gegenteil: eine Mietpreisbremse deckele die zur Eigenkapitalverzinsung nötigen Renditen von Investoren und mache Wohnungsneubau sofort unattraktiv. Vollends katastrophal wirke dies spätestens, wenn die Zinsen wieder steigen und dann zuhauf attraktivere Anlagemöglichkeiten für Investoren bestehen.

Ein weiteres gravierendes Problem würden die Städte Erfurt, Weimar und Jena völlig ausblenden: Das künstliche Niedrighalten von Mieten in den Städten führe zu weiterem Zuzug aus allen anderen Thüringer Kommunen. Es fehle der wichtige Anreiz, wegen niedrigerer Mieten außerhalb der drei großen Städte Thüringens zu wohnen. So konterkariere eine Mietpreisbremse jede Bemühung zur Stabilisierung des ländlichen Raumes.

Zusätzlich würden auch die Wohnungsunternehmen in den Städten der dringend nötigen Finanzkraft beraubt, die für immer umfangreichere Aufgaben nötig sei. Neben teurem Wohnungsneubau und altengerechten Umbau betreffe dies zum Beispiel wachsende soziale Aufgaben wie die Betreuung von Senioren oder Flüchtlingen.

Die Mietbelastung der Thüringer in Relation zum Haushalteinkommen liege sowohl auf dem Land als auch in den drei großen Städten mit auf dem niedrigsten Niveau Deutschlands. Dies ohnehin bei den Durchschnittsmieten (21,4 Prozent), aber selbst bei den Angebotsmieten erreiche die Mietbelastungsquote in Thüringen nur 29 Prozent – das sei niedrig im Vergleich zu Berlin oder Hamburg (mehr als 40 Prozent) oder Hessen, Baden-Württemberg oder Bayern (35 bis 39 Prozent).

Constanze Victor unterstreicht: „Wir wollen die Mietbelastung in Thüringen weiter niedrig halten. Aber steigende Wohnungsnachfrage in den Städten kann nur durch Neubau befriedigt werden – eine Mietpreisbremse schafft keine einzige neue Wohnung, im Gegenteil: sie verhindert Neubau.“

Alle Erfahrungen zeigten zudem, daß auf niedrige Renditen bei der Vermietung mit verstärktem Verkauf von Wohnungen an Eigentümer reagiert werde – diese Wohnungen würden damit dem normalen Mietsegment entzogen und erst recht die Preise für den Rest des Mietwohnungsangebots nach oben treiben.

„Wir sehen hinter dem Thema Mietpreisbremse eine ganz anderes Problem“ resümiert die Verbands-Direktorin. „Thüringen und ganz Ostdeutschland muß sich einer Debatte über den Wert des Wohnens stellen – und über das Verhältnis von Stadt und Land. Vierzig Jahre DDR waren von massiven Subventionen von Mieten geprägt, hinzu kamen 20 Jahre Abwanderung und hoher Leerstand nach der Wende. Da ist das Gefühl für den Wert und den Preis des Wohnens oft verloren gegangen.“ Hinzu komme, so Constanze Victor: „Wer dem ländlichen Raum Zukunft geben will, der muß auch über Preisunterschiede beim Wohnen nachdenken. Städte sind überall auf der Welt teurer als ländliche Regionen. Das sollten wir in Thüringen nicht andersherum probieren.“

Im Verband Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V. haben sich 198 Mitgliedsunternehmen, darunter 174 Wohnungsunternehmen, zusammengeschlossen. Zusammen bewirtschaften sie 267.300 Wohnungen. Mit 250.000 Wohnungen handelt es sich dabei fast ausschließlich um eigenen Bestand der Unternehmen. Rund 17.300 Wohnungen werden für Dritte, teils in der Wohneigentumsverwaltung, betreut. Nahezu jeder zweite Mieter wohnt bei einem Mitgliedsunternehmen des Verbandes. Seit 1991 investierten Verbands-Mitglieder insgesamt rund 11,4 Milliarden Euro überwiegend in den Wohnungsbestand. 2014 sicherten die Mitglieder mehr als 6500 Arbeitsplätze bei einem Investitionsvolumen von 343 Millionen Euro.

SWENIA TEICHMANN

 

21.09.2015

 


21.09.2015: Gute Bedingungen

Informationsaustausch zu Medienkompetenz und Bürgermedien: „Arbeitskreis Rundfunk“ der Rechnungshöfe des Bundes und der Länder besuchte Thüringer Landesmedienanstalt.

Die Medienexperten des Bundesrechnungshofes und der Rechnungshöfe aller Bundesländer besuchten im Rahmen ihrer in diesem Jahr in Erfurt stattfindenden Jahrestagung die Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) und das Thüringer Medienbildungszentrum der TLM. Das berichtete die Landesmedienanstalt in einer Pressemitteilung vom 18. September 2015. TLM-Direktor Jochen Fasco begrüßte die hochrangige Runde in der Landesmedienanstalt. Der Leiter des Arbeitskreises, Dr. Johannes Siebelt, Direktor am Rechnungshof Rheinland-Pfalz, freute sich über den Gedankenaustausch mit Experten und Praktikern zu den Themen Medienkompetenz und Bürgermedien.

Medienkompetenz wird als Alltagskompetenz immer wichtiger. Alle, aber gerade auch die Jüngeren und Jüngsten, müssen kompetent und verantwortungsvoll in einer immer komplizierteren Mediengesellschaft ihr Leben gestalten. Was macht die Landesmedienanstalt konkret? Wie viele Mittel werden eingesetzt? Welche Akteure sind aktiv und arbeiten in Netzwerken, zum Beispiel dem Thüringer Medienkompetenznetzwerk, zusammen? Das waren Themen der Diskussion. TLM-Direktor Fasco, zugleich Koordinator des Fachausschusses „Bürgermedien, Medienkompetenz und Jugendschutz“ der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten, machte deutlich, daß Thüringen gerade durch den Kurs Medienkunde und das vertrauensvolle Miteinander aller Akteure im Freistaat gute Bedingungen bietet.

Welche Bedeutung haben Bürgermedien für die Zivilgesellschaft? Was ändert sich durch das Internet? Welche Kosten entstehen und wie wichtig ist das vielfältige Engagement Ehrenamtlicher für die sogenannte „Dritte Säule“ im deutschen Rundfunksystem? Diese und ähnliche Fragen wurden beim zweiten Themenschwerpunkt intensiv besprochen und anschließend noch konkret bei einem Besuch des Erfurter Bürgersenders „Radio Frei“ praktisch erlebt und hinterfragt. Die Relevanz von Bürgermedien in der heutigen Mediengesellschaft konnte aus eigenem Erleben auch der Gastgeber der diesjährigen Jahrestagung, der Präsident des Thüringer Rechnungshofes, Dr. Sebastian Dette, bestätigen. Er freute sich, daß für die Teilnehmer der Rechnungshöfe aus Bund und Ländern die Aktivitäten und Akteure im Freistaat verdeutlicht werden konnten.

PM-TLM

 

21.09.2015

 

 

Gedankenaustausch: Medienexperten des Bundesrechnungshofes und der Rechnungshöfe aller Länder besuchten im Rahmen ihrer in diesem Jahr in Erfurt stattfindenden Jahrestagung die Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) und das Thüringer Medienbildungszentrum.

 

Foto: TLM-ARCHIV


20.09.2015: „Stellenabbau nicht mehr haltbar“

Asylbewerberzahlen – Thüringen fehlt das Personal: Beamtenbund fordert Stopp des Personalabbaus und teilweise Mehreinstellungen.

Der Beamtenbund und Tarifunion Thüringen (tbb) fordert die Landesregierung auf, abweichend vom Koalitionsvertrag den Stellenabbau in der Landesverwaltung jetzt zu stoppen und teilweise durch Neueinstellungen über die bisherigen Planungen hinaus die Erfüllung der notwendigen staatlichen Aufgaben zu gewährleisten. Hintergrund ist die anhaltende Flüchtlingswelle in Deutschland.

„Was unser Land jetzt braucht, ist ein starker Staat, der in der Lage ist, die Aufgaben anzupacken und ohne Umwege Lösungswege für alle Beteiligten zu finden. Der bisher beschlossene Stellenabbau ist in dieser Zeit nicht mehr haltbar, da in allen Bereichen des Landes jede Arbeitskraft benötigt wird und die Beschäftigten und Beamten teilweise ihre Belastungsgrenzen überschritten haben“, fordert Helmut Liebermann, Landesvorsitzender des Beamtenbundes Thüringen. „Die Weiterverfolgung des pauschalen Stellenabbaus in allen Bereichen des öffentlichen Dienstes lähmt den Staat in Zeiten, in denen wir jede Hand brauchen!“

Neben zusätzlichen Stellen bei der direkten Flüchtlingsversorgung seien etwa zahlreiche neue Stellen allein bei der Polizei und in den Schulen nötig, um die Funktionsfähigkeit unseres Bildungswesens und die innere Sicherheit zu gewährleisten. Gebraucht werde auch zusätzliches Personal in den Kommunen, um etwa Kitas und den Sozialbereich ausreichend auszustatten. Gestärkt werden müßten auch Jobcenter und die Gesundheitsämter. Die nicht vorhersehbaren neuen Bedingungen erfordern, bisherige Tabus zu brechen und da, wo es nötig ist, so schnell wie möglich Neueinstellungen im erforderlichen Umfang vorzunehmen.

Das Problem fehlender Amtsärzte in Thüringen verschärfe sich, da die Aufgabenfülle auch in diesem Bereich in nie dagewesenem Umfang wachse. Auf die Schulen kommen mit der Integration von Flüchtlingskindern komplexe Herausforderungen nicht nur durch das Fach Deutsch als Zweitsprache zu. Die Zahl der Klageverfahren von abgewiesenen Flüchtlingen an Verwaltungsgerichten steige ebenfalls dramatisch an. Liebermann mahnte: „Dem aktuellen Ansturm sind die Kolleginnen und Kollegen vor Ort insbesondere in den Erstaufnahmeeinrichtungen weder personell noch mit Blick auf die räumlichen Kapazitäten gewachsen.“ Es sei größtenteils einzig dem persönlichen Engagement und Einfallsreichtum der Beschäftigten zu verdanken, „daß das ganze System noch nicht zusammengebrochen ist. Wer sich wie die Bundesrepublik klar zu Hilfe für Schutzsuchende, Zuwanderung und Integration bekennt, muß auch für adäquate Strukturen sorgen, damit diese Ziele für alle Beteiligten erträglich verwirklicht werden können. Die Beschäftigten vor Ort dürfen nicht alleine gelassen werden mit dieser großen Herausforderung“, forderte Liebermann. „Wir müssen im Interesse der Asylbewerber und unseres Gemeinwesens  einen Justizapparat bereitstellen, der in der Lage ist, schnellstmöglich Entscheidungen zu treffen und umzusetzen.“

PM-TBB

 

20.09.2015

 


19.09.2015: „Viel Luft nach oben“

Thüringer Wirtschafts- und Wissenschaftsdelegation reist nach Brasilien: Freistaat übernimmt Staffelstab für Deutsch-Brasilianische Wirtschaftstage 2016.

Eine Thüringer Unternehmer- und Wissenschaftsdelegation unter Leitung von Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) startet am 19. September 2015 nach Brasilien. Auf dem Programm der Reise, die bis zum 25. September dauert, stehen politische und wirtschaftliche Termine, Gespräche mit Regierungsvertretern, Besuche in Unternehmen und Forschungseinrichtungen, Investorenmeetings und Workshops. Die beiden Stationen der Delegationsreise sind die größte Stadt Brasiliens, São Paulo, und das industrielle Zentrum des südbrasilianischen Bundesstaats Santa Catarina, Joinville. „Brasilien ist aufgrund seiner Größe und seiner Kaufkraft einer der wichtigsten Wachstumsmärkte für Thüringen, den wir kontinuierlich und intensiv erschließen wollen“, sagte Tiefensee.

In Joinville finden zudem die diesjährigen Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage 2015 statt – Thüringen übernimmt hier als erstes ostdeutsches Bundesland überhaupt den Staffelstab für die Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage 2016, die dann im Freistaat stattfinden. Bei den Wirtschaftstagen handelt es sich um eine hochkarätige zweitägige Wirtschaftskonferenz, ausgerichtet vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und seinem brasilianischen Partnerverband CNI, die in jährlichem Wechsel in Deutschland und Brasilien stattfindet und an der hochrangige Wirtschaftsvertreter und Bundespolitiker der beiden Länder teilnehmen. Die deutsche Delegation wird in diesem Jahr von Bundeswirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig (SPD) geleitet.

Brasilien, die wichtigste Volkswirtschaft Lateinamerikas und siebtgrößte der Welt, gehört zusammen mit Rußland, Indien, China und Südafrika zu den sogenannten BRICS-Staaten – Ländern mit besonderem Wachstumspotential für die deutsche Exportwirtschaft. Die Thüringer Außenwirtschaftsstrategie sieht deshalb eine kontinuierliche Erschließung dieser Märkte vor. „Thüringen ist in Brasilien noch zu wenig präsent“, sagte der Minister. Zwar seien bereits mehrere Unternehmen aus Thüringen mit eigenen Niederlassungen in Brasilien aktiv, darunter Herbacin cosmetic, Nidec GPM Geräte- und Pumpenbau, Geratherm oder Jenoptik. Dennoch: Bei Exporten von 103 Millionen Euro und Einfuhren von rund 48 Millionen Euro (2014) gebe es in den Wirtschaftsbeziehungen nach Brasilien noch „viel Luft nach oben“, so Tiefensee.

„Mit der Delegationsreise in diesem Jahr und der Ausrichtung der Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage 2016 wollen wir die Geschäfts- und Forschungsbeziehungen deutlich ausbauen und damit die Exportaktivitäten der Thüringer Wirtschaft unterstützen.“ Möglichkeiten für eine stärkere Zusammenarbeit sieht der Minister unter anderem in Branchen wie Maschinenbau, Automobilzulieferindustrie, Medizin- und Energietechnik oder dem Anlagenbau. Verstärkt werde Thüringen vor Ort auch als Investitions- und Hochschulstandort für sich werben.

„Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Brasilien und Thüringen haben Potenzial“, sagt Andreas Krey, Geschäftsführer der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG), die mit ihrem Außenwirtschaftsteam die Organisation der Delegationsreise unterstützt. „Zu den deutsch-brasilianischen Wirtschaftstagen in Joinville haben sich bis jetzt allein 150 Teilnehmer für die Thüringen-Präsentation angemeldet. Das zeigt ein großes Interesse am Freistaat und seinen Unternehmen.“

STEPHAN KRAUSS

 

19.09.2015

 


18.09.2015: Synergien intensivieren

Fraunhofer-Festakt in Ilmenau: Institutsneubau und Rückblick auf 20 Jahre Systemtechnik.

Die Fraunhofer-Gesellschaft blickt zurück auf 20 Jahre Institutsteil Angewandte Systemtechnik des Fraunhofer IOSB in Ilmenau und setzt mit der Vorstellung der Pläne für den Institutsneubau gemeinsam mit dem Freistaat Thüringen ein Zeichen für die Zukunft der angewandten Spitzenforschung. Beide Ereignisse feierten der Institutsteil Angewandte Systemtechnik (AST) des Fraunhofer IOSB und die Forschungsgruppe Drahtlose Verteilsysteme (DVT) des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS am 17. September gemeinsam mit Wolfgang Tiefensee (SPD), Thüringer Minister für Wirtschaft und Wissenschaft, sowie Prof. Dr. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, und vielen Gästen aus Forschung und Industrie im Gewerbegebiet „Am Vogelherd“ in Ilmenau.

Seite an Seite forschen, entwickeln und tagen können ab Oktober 2018 die Mitarbeiter des Institutsteils AST des Fraunhofer IOSB und der Projektgruppe DVT des Fraunhofer IIS im gemeinsamen Institutsneubau, der am Standort Ilmenau im Gewerbegebiet „Am Vogelherd“ errichtet wird. Ab Sommer 2016 entstehen hier auf vier Ebenen und insgesamt 3400 Quadratmetern Büro-, Labor-und Schulungsräume, in denen bis zu 212 Mitarbeiter Platz finden. Das Grundstück von insgesamt 18.000 Quadratmetern ermöglicht zudem, das Gebäude bei Bedarf zu erweitern. Prof. Albert Heuberger, Leiter des Fraunhofer IIS, und Dr. Reinhard Ebert, stellvertretender Leiter des Fraunhofer IOSB, stellten am 17. September die Planungen zu diesem Bau erstmals der Öffentlichkeit vor. Die geschätzten Baukosten liegen bei 25 Millionen Euro.

Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, sagte: „Leistung und Mitarbeiterzahl des Institutsteils Angewandte Systemtechnik des Fraunhofer IOSB haben sich in den vergangenen 20 Jahren äußerst positiv entwickelt. Mit dem neuen Gebäude, in das auch die Projektgruppe Drahtlose Verteilsysteme des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS einzieht, werden die Synergien zwischen den Forschenden weiter intensiviert.“

Prof. Albert Heuberger, Institutsleiter des Fraunhofer IIS, stellte fest: „Die Forschungsgruppe Drahtlose Verteilersysteme (DVT), die wir 2008 in Ilmenau angesiedelt haben, hat sich durch vielseitige Kooperationen mit der TU Ilmenau und ihrer soliden wirtschaftlichen Entwicklung im Bereich Funksysteme bewährt. Die Gruppe ist stetig gewachsen und wird nun in eine reguläre Abteilung des Fraunhofer IIS überführt werden. Der Neubau in Ilmenau schafft dafür optimale Voraussetzungen. Das räumliche Zusammenrücken mit dem Fraunhofer IOSB-AST wird die bestehende Kooperation im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien intensivieren.“

Neben dem Neubau stand auch ein Jubiläum auf der Tagesordnung: Als erste Einrichtung in Ilmenau beziehungsweise als zweiter Standort der Fraunhofer-Gesellschaft in Thüringen ist der heutige Institutsteil Angewandte Systemtechnik des Fraunhofer IOSB vor 20 Jahren als Anwendungszentrum mit drei festen Mitarbeitern gestartet. In diesem Zeitraum kann man auf über 800 Industrie- und Forschungsprojekte zurückblicken. Heute bearbeiten über 100 Mitarbeiter Projekte mit einem Gesamtvolumen von mehr als fünf Millionen Euro. Gewürdigt wurden die Leistungen des Institutsteils in zwei Festvorträgen durch Professor Georg Bretthauer, Karlsruher Institut für Technologie, sowie in einem Rückblick durch Prof. Thomas Rauschenbach, Leiter des Fraunhofer IOSB-AST.

Prof. Jürgen Beyerer, Institutsleiter Fraunhofer IOSB, würdigte: „Das Fraunhofer IOSB-AST hat sich seit seiner Gründung vor 20 Jahren kontinuierlich, solide und nachhaltig zu einer hochsichtbaren und international gefragten Forschungseinrichtung unter  anderem auf den Gebieten Energie- und Wassermanagement sowie der Unterwasser- und Landrobotik entwickelt. Ein neues, modernes Gebäude ist für die weitere erfolgreiche Entwicklung des AST unerläßlich und wird unsere Forscherinnen und Forscher zu neuen Höchstleistungen motivieren.“

Die Fraunhofer-Gesellschaft ist die führende Organisation für angewandte Forschung in Europa. Unter ihrem Dach arbeiten 66 Institute und Forschungseinrichtungen an Standorten in ganz Deutschland. Knapp 24.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erzielen das jährliche Forschungsvolumen von mehr als zwei Milliarden Euro.

Das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS in Erlangen ist eine weltweit führende anwendungsorientierte Forschungseinrichtung für mikroelektronische und informationstechnische Systemlösungen und Dienstleistungen. Es ist heute das größte Institut in der Fraunhofer-Gesellschaft. Unter anderem mit der maßgeblichen Beteiligung an der Entwicklung der Audiocodierverfahren mp3 und MPEG AAC ist das Fraunhofer IIS weltweit bekannt geworden. In enger Kooperation mit den Auftraggebern betreiben die Wissenschaftler internationale Spitzenforschung in den Forschungsfeldern Audio und Multimedia, Bildsysteme, Energiemanagement, IC-Design und Entwurfsautomatisierung, Kommunikation, Lokalisierung, Medizintechnik, Sensorsysteme, Sicherheitstechnik, Versorgungsketten sowie Zerstörungsfreie Prüfung. Rund 880 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in der Vertragsforschung für die Industrie, für Dienstleistungsunternehmen und öffentliche Einrichtungen. Das 1985 gegründete Institut hat 13 Standorte in zehn Städten: Erlangen (Hauptsitz), Nürnberg, Fürth und Dresden sowie in Bamberg, Waischenfeld, Coburg, Würzburg, Ilmenau und Deggendorf. Das Budget von 120 Millionen Euro pro Jahr wird bis auf eine Grundfinanzierung in Höhe von 23 Prozent aus der Auftragsforschung finanziert.

Der Institutsteil Angewandte Systemtechnik (IOSB-AST) des Fraunhofer IOSB entwickelt innovative und anwendungsnahe Lösungen für Energie- und Wasserversorger, forscht an autonomen Unterwasserfahrzeugen und beschäftigt sich mit dem Hard- und Softwaredesign von eingebetteten Systemen. Im Auftrag von kleinen und großen Unternehmen sowie öffentlichen Förderern entstehen dabei auf wissenschaftlicher Grundlage leistungsfähige und praxisnahe Anwendungen, die über den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Thüringen hinaus auch international Anerkennung finden.

MARTIN KÄSSLER

 

18.09.2015

 

 

In Feierlaune: Thüringens Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), Prof. Raimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, sowie Prof. Thomas Rauschenbach, Leiter des Institutsteils Angewandte Systemtechnik des Fraunhofer IOSB, und Prof. Giovanni Del Galdo, Leiter der Projektgruppe DVT des Fraunhofer IIS (von links nach rechts), bei der Vorstellung des neuen Institutsgebäudes in Ilmenau.

 

Foto: CHRISTOPH GORKE


17.09.2015. Frühzeitig auf Strukturwandel einstellen

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) bezeichnet vor seinem Besuch der Automobilmesse IAA in Frankfurt die Digitalisierung als Megathema der Automobilbranche.

Die Digitalisierung aller Lebensbereiche macht auch vor der Automobilbranche nicht Halt. „Automatisierte und vernetzte Mobilität ist neben den alternativen Antriebstechnologien das Megathema der Branche“, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Der Politiker wird am 18. September selbst den Thüringer Gemeinschaftsstand auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt besuchen und sich ein Bild von den diesjährigen Neuheiten machen. Die Digitalisierung der Mobilität ist deshalb auch das Leitthema der diesjährigen Automobilausstellung. Der Minister rief die Automobilzulieferer in Thüringen dazu auf, sich frühzeitig auf den dadurch ausgelösten Strukturwandel in der Fahrzeugbranche einzustellen.

Während Fahrerassistenzsysteme inzwischen in fast jedes Neufahrzeug Einzug gehalten haben, arbeiten viele Hersteller bereits am automatisierten Fahren und der Vernetzung zwischen Fahrzeugen und Fahrzeugflotten. In jedem Auto sind schon heute bis zu 100 elektronische Steuermodule im Einsatz. „Durch eine bessere Abstimmung und Kommunikation zwischen den einzelnen Fahrzeugeinheiten, aber auch zwischen Fahrzeugen und mit den Verkehrsüberwachungs- und ‑leitsystemen auf der Straße kann Mobilität effizienter und sicherer gemacht werden“, betonte der Minister. Die Digitalisierung schaffe dafür die notwendigen Voraussetzungen.

Zur Unterstützung der Thüringer Automobilbranche hat das Land im April 2011 an der TU Ilmenau das „Thüringer Innovationszentrum Mobilität“ (ThIMo) eingerichtet. (nti-online.net berichtete am 30.04.2015). Insgesamt 29 Millionen Euro wurden dafür investiert, erst im letzten Jahr war das neue Hauptgebäude fertiggestellt worden. Aufgabe des ThIMO ist unter anderem die Entwicklung von neuen, effizienteren Antriebstechnologien, gearbeitet wird aber auch an Projekten zur Digitalisierung im Fahrzeug. So geht es unter dem Begriff der „virtuellen Straße“ (Vista) um eine engere Vernetzung von Fahrzeugen und Verkehrsinfrastrukturen.

Daneben blieben die alternativen Antriebstechnologien aber eine Kernkompetenz der Thüringer Zulieferbranche. Da sei auch notwendig: „Fast alle Hersteller haben inzwischen gleich mehrere Elektro- oder Hybridantriebe im Angebot“, so der Minister. „Der Trend zu schadstoffarmer, umweltfreundlicher Mobilität hält an.“

Das Wirtschaftsministerium will das Thema Elektromobilität deshalb auch mit einem eigenen Förderprogramm voranbringen. Unterstützt werden innovative und nachhaltige Konzepte zur Einführung oder Erprobung elektromobiler Lösungen in Thüringen. In den ausgewählten Projekten bezuschußt das Land dann die Anschaffung der notwendigen Fahrzeuge und Ladeinfrastruktur. Dafür stehen in diesem Jahr rund 750.000 Euro zur Verfügung. Seit dem Start des Programms im Jahr 2013 ist mit Fördermitteln in Höhe von insgesamt 1,26 Millionen Euro die Anschaffung von insgesamt 64 Elektrofahrzeugen (46 Pkw, 18 leichte Nutzfahrzeuge) sowie 49 Ladepunkten (19 davon öffentlich zugänglich) unterstützt worden. Dabei konnten Entwicklungsvorhaben von drei Thüringer Konsortien – sMobiliTy, E-Motif und SmartCityLogistik – flankiert werden.

Das ThIMO hat seit seiner Gründung rund 180 Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit einem Gesamtvolumen von gut 17,9 Millionen Euro eingeworben. 100 weitere Projekte befinden sich in der Antragstellung. Insgesamt 180 regionale, nationale und internationale Forschungspartner – darunter 70 aus Thüringen – sind in die Projekte einbezogen.

Die Thüringer Automobil- und Zulieferindustrie erwirtschaftete 2014 einen Jahresumsatz von rund 4,37 Milliarden Euro und ist damit mit einem Anteil von 15,3 Prozent wiederholt Spitzenreiter aller Thüringer Industriebranchen. Sie nimmt mit über 15.500 Mitarbeitern und einem Beschäftigungsanteil von 11,1 Prozent den 2. Platz unter allen Branchen der Thüringer Industrie ein. Insgesamt sind in Thüringen über 530 Unternehmen dieser und anderer Branchen (zum Beispiel Elektro, Chemie, Kunststoff, Textil, Maschinenbau und Metallverarbeitung) als unmittelbare Zulieferer oder Dienstleister für die Automobilindustrie tätig.

Die Thüringer Automobil- und Automobilzulieferindustrie ist wie viele Branchen im Freistaat durch eine kleinteilige Struktur geprägt. Die Betriebe sind mittelständisch, ihre durchschnittliche Betriebsgröße (301) liegt deutlich über dem Durchschnitt der Thüringer Industrie (163). 21 Unternehmen diese Branche gehören zu den 100 größten Unternehmen in Thüringen.

Unter allen Landkreisen und kreisfreien Städten hat Eisenach die meisten Beschäftigten in dieser Branche, gefolgt vom Unstrut-Hainich-Kreis. Betrachtet man die Planungsregionen, hält Südwestthüringen mit 42 Prozent den höchsten Beschäftigungsanteil vor Mittelthüringen mit 23 Prozent, Ostthüringen mit 18 Prozent und Nordthüringen mit 17 Prozent.

Die Entwicklung der Automobilindustrie im Jahr 2014 kennzeichneten ein Wachstum bei Beschäftigung (4,1 Prozent) und eine deutliche Umsatzsteigerung um 6,2 Prozent. Beide Kenngrößen lagen deutlich über den Vergleichswerten für die Thüringer Industrie (1,0 und 1,8 Prozent). Auch die Produktivitätsentwicklung (1,9 Prozent) übertraf den Thüringer Durchschnitt von 0,8 Prozent.

STEPAN KRAUSS

 

17.09.2015

 


17.09.2015: Zugelegt

 „CDU legt in allen Umfragen seit der Wahl zu – Rot-Rot-Grün stagniert“: Thüringens führender Christdemokrat Mike Mohring interpretiert die Ergebnisse des „Thüringen-Trend September 2015“.

„Die CDU hat seit dem Tag der Landtagswahl in allen Umfragen zugelegt, während Rot-Rot-Grün seit den Wahlen auf der Stelle tritt.“ So hat der Vorsitzende der CDU in Thüringen, Mike Mohring, am 17. September den „Thüringen-Trend September 2015“ kommentiert.

MDR Thüringen.de hatte zuvor berichtet, daß die Thüringer mit Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) zunehmend zufrieden sind. Das sei das Ergebnis einer Umfrage von Infratest dimap im Auftrag von MDR aktuell und MDR Info. Demnach konnte der Linken-Politiker seine Beliebtheitswerte erneut steigern: „58 Prozent der Befragten sind mit seiner Arbeit zufrieden oder sehr zufrieden, das sind fünf Prozent mehr als bei der Befragung im Juni.“ Laut MDR sei die politische Stimmung im Land stabil:. „Wäre am kommenden Sonntag Landtagswahl, wäre die CDU mit 35 Prozent der Stimmen weiterhin stärkste Kraft. Linke (27 Prozent), SPD (13 Prozent) und Grüne (7 Prozent) würden aber weiterhin eine Regierungskoalition bilden können. Die AfD würde mit neun Prozent erneut in den Erfurter Landtag einziehen, die NPD würde mit vier Prozent den Einzug ins Parlament knapp verfehlen.

Die Werte zur Arbeit überraschen den CDU-Landesvorsitzenden nicht. „Rot-Rot-Grün tut alles, um nicht anzuecken und dieses Modell für andere Länder und den Bund zu empfehlen. Die bereits beschlossenen oder geplanten Belastungen für die Bürger sind bei ihnen noch gar nicht angekommen“, sagte Mohring. Die Einschätzung der Flüchtlingskrise durch die Thüringer zeigt für den Unionspolitiker ein „hohes Maß an Mitmenschlichkeit und Hilfsbereitschaft auf der einen und Realitätssinn auf der anderen Seite“.

Nach dem am 17. September veröffentlichten Thüringen-Trend kann sich die CDU verglichen mit ihrem Wahlergebnis (33,5 Prozent) vom vergangenen Jahr auf 35 Prozent verbessern. CDU-Chef Mohring stellt dazu fest, daß die rot-rot-grüne Regierungskoalition stagniere „Vor allem die Träume der SPD zerplatzen, sich in dem Bündnis profilieren zu können. Bodo Ramelow besetzt systematisch ihre Themen und hat sich in der öffentlichen Wahrnehmung längst von seiner Partei gelöst. Im Grunde haben wir eine Vierparteienkoalition“, sagte Mohring. Die Popularitätswerte des „argumentativ stets äußerst wendigen Ministerpräsidenten“ färbten damit nicht auf das linke Regierungsbündnis ab.

Der Landesvorsitzende ist überzeugt, daß die CDU weiter zulegen werde. „Wie notwendig die Thüringer Union als bürgerliche Alternative der Mitte ist, wird sich zeigen, wenn wirkt, was Rot-Rot-Grün auf den Weg gebracht hat oder bringen will: die Abschaffung des Landeserziehungsgeldes, die geplanten Erhöhungen von Steuern und Abgaben etwa. Die unsolide Haushaltspolitik oder die Demontage des Verfassungsschutzes in einer Phase wachsender Bedrohung sind ebenfalls Dinge, die noch nicht unmittelbar das Lebensumfeld der Menschen berühren“, so Mohring.

„Ein gutes Zeugnis“ stellen sich die Thüringer nach seinen Worten mit ihrer Haltung gegenüber Asylbewerbern aus. 84 Prozent der Befragten schämen sich für die gewalttätigen Proteste gegen Flüchtlinge und 42 Prozent sind bereit, sich vor Ort für Asylbewerber zu engagieren. „Die Grundstimmung ist von Mitmenschlichkeit und Hilfsbereitschaft geprägt“, freut sich der CDU-Landesvorsitzende. Um so mehr könnten die Bürger erwarten, daß auch ihre Sorgen ernst genommen werden. 59 Prozent der Befragten macht die Zahl der nach Deutschland einreisenden Asylbewerber Angst. „Die Bürger fragen sich, ob und wann eine finanzielle, soziale und kulturelle Überforderung einsetzt und die unabdingbare Integrationsfähigkeit nicht mehr ausreicht“, folgerte Mohring. Er riet Bundeskanzlerin Angela Merkel in diesem Zusammenhang erneut, in einer Rede zur Lage der Nation darzulegen, wohin sich Deutschland entwickeln soll.

PM-EG

 

17.09.2015

 


16.09.2015: Balanceakt

Ausreichend Investitionen und angemessene Planungsvorläufe sollen helfen, den Standortfaktor Thüringen zu sichern: Bauindustrieverband Hessen-Thüringen, Architektenkammer Thüringen und Ingenieurkammer Thüringen fordern, angesichts der aktuell anstehenden Herausforderungen die Zukunft des Landes nicht aus dem Auge zu verlieren.

Der Bauindustrieverband Hessen-Thüringen, die Architektenkammer Thüringen und die Ingenieurkammer Thüringen fordern ausreichend Investitionen in die verkehrliche Infrastruktur, die soziale Infrastruktur, aber auch in die personelle und finanzielle Ausstattung von Kommunen. Andernfalls erleide der Standortfaktor Thüringen empfindliche Einbußen und die regionale Wertschöpfung sinke. Diese Notwendigkeiten dürfe man auch angesichts der aktuell anstehenden Herausforderungen nicht aus dem Auge verlieren. Das gaben Heinrich Nenninger, Vorstandsvorsitzender der Landesgruppe Thüringen des Bauindustrieverbands Hessen-Thüringen e. V., Dr. Hans-Gerd Schmidt, Präsident der Architektenkammer Thüringen, und Elmar Dräger, Präsident der Ingenieurkammer Thüringen, anläßlich eines gemeinsamen Pressegesprächs in Erfurt bekannt.

Eine hervorragende Infrastruktur sei eine Notwendigkeit für eine weitere gute Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Thüringen. Die Bauwirtschaft fordere aus diesem Grund, daß im Doppelhaushalt 2016/2017 ausreichend Mittel für den Erhalt und den Ausbau der Infrastruktur bereitgestellt werden. „Um an den Förderprogrammen des Bundes zu partizipieren, ist es zudem zwingend erforderlich, daß ein ausschreibungsreifer Planungsvorlauf für Infrastrukturprojekte geschaffen wird“, führte Heinrich Nenninger aus.

Dr. Hans-Gerd Schmidt, Präsident der Architektenkammer Thüringen, knüpfte daran an: „Auch aus Sicht der Architekten und Stadtplaner braucht es für eine Kostensicherheit ausreichende Planungsvorläufe. Klare Zielvorgaben und realistische Budgets sind unabdingbar. Mehr denn je gilt: Wer billig und schnell plant, baut teuer. Personelle Ressourcen in den Verwaltungen zu kürzen, ist daher der falsche Weg.“ Weiter sagte Schmidt: „Gleichwohl ist uns bewußt, daß die Landesregierung einen enormen Balanceakt zu leisten hat und abwägen muß, welche Mittel unter den drängenden Fragestellungen der Flüchtlingsproblematik in welche Aufgaben fließen.“ Schmidt begrüßte die Bemühungen der Landesregierung, trotz des aktuellen Handlungsdrucks perspektivisch wichtige Investitionen nicht aus dem Blick verlieren zu wollen.

Schon jetzt sei die Baukonjunktur im Freistaat Thüringen von einer rückläufigen Entwicklung im Auftragseingang im öffentlichen Bau gekennzeichnet. Hinzu komme, daß der Haushalt des Landes spät im Jahr, Ende Juni 2015, verabschiedet wurde. Ausschreibungen für wichtige Infrastrukturprojekte konnten erst im Anschluß erfolgen und es sei zu befürchten, daß nicht alle zur Verfügung stehenden Bundesmittel für Straßenbauprojekte abgerufen werden können.

Elmar Dräger, Präsident der Ingenieurkammer Thüringen, warnte: „Das deutsche Straßensystem zählte ehemals zu den besten der Welt, aber wir fahren es seit geraumer Zeit auf Verschleiß – die Straßeninfrastruktur verfällt zusehends und auch die Investitionslücke in Thüringen wird größer. Es muß schnell gehandelt werden, sonst setzen wir unseren Wohlstand aufs Spiel, denn wir leben von der Substanz und dadurch verliert die Infrastruktur jeden Tag an Wert.“

GPM-IKT

 

16.09.2015

 


16.09.2015: Immenses Wissen austauschen

19. Internationale Baustofftagung in Weimar eröffnet.

Am 16. September eröffnet Thüringens Landtagspräsident Christian Carius (CDU) die 19. Internationale Baustofftagung „Ibausil“. Forscher und praktisch tätige Ingenieure aus insgesamt 37 Ländern werden zu der Veranstaltung erwartet. „Die aktive Teilnahme von Universitätswissenschaftlern ermöglicht eine große thematische Vielfalt und problemorientierte Diskussionen. Zudem bringen Baustoffanwender ihre Erfahrungen in die Gespräche ein. Dadurch können die Teilnehmer aus Theorie und Praxis ihr immenses Wissen austauschen und neue Erkenntnisse gewinnen“, so der Landtagspräsident.

Neben der Diskussion über Entwicklungstendenzen besteht für die Tagungsteilnehmer auch die Möglichkeit, verschiedene Baustoffe wie Ziegel, Naturstein und Porenbeton miteinander zu vergleichen. Einen besonderen Tagungsschwerpunkt bilden Vorträge über neue Untersuchungsmethoden, die Baustoffmerkmale -von der Verfestigung bis hin zur Dauerhaftigkeit- klarer erfassen können.

„Besonders für den weiteren Fortschritt des Baustoffsektors ist es zwingend erforderlich, neueste Ergebnisse der Grundlagenforschung einer großen Anzahl von Wissenschaftlern zugänglich zu machen. Notwendige Entwicklungstendenzen gilt es zu erkennen und aufzuzeigen. Ich bin zuversichtlich, daß die traditionsreiche ‚Ibausil‘ hierzu einen wesentlichen Beitrag leisten wird,“ sagte Carius weiter.

Im Jahre 1964 wurde mit der „Ibausil“ ein internationales Forum des wissenschaftlichen Meinungsstreits geschaffen, welches Forscher aus Universitäten und Unternehmen im Zentrum Europas zusammenführt. Anliegen der 19. Internationalen Baustofftagung ist die Darstellung von Ergebnissen der Grundlagenforschung und die Diskussion von deren Umsetzungsmöglichkeiten. Gleichzeitig sollen neue Entwicklungstendenzen und künftige Arbeitsschwerpunkte erörtert werden.

PM-TL

 

16.09.2015

 


15.09.2015: Leuchtende Westen

Sichtbarkeit macht Schule: Thüringer Erstkläßler erhalten Warnwesten.

Bereits zum sechsten Mal jährt sich die Sicherheitswesten-Aktion für Schulanfänger der ADAC Stiftung „Gelber Engel“, die gemeinsam mit den Partnern Deutsche Post, Bild hilft e.V. „Ein Herz für Kinder“ und LHD Group GmbH getragen wird. In diesem Jahr erhalten bundesweit 730.000 Schulanfänger die leuchtend gelben Westen. Mehr als 17.000 Exemplare werden allein in Thüringen verteilt.

In Altenburg fiel am 14. September der Startschuß für die diesjährige Aktion: die Erich-Mäder-Schule ist eine der über 450 teilnehmenden Schulen des Bundeslandes. Gemeinsam übergaben die thüringische Bildungsministerin Dr. Birgit Klaubert (Die Linke), Schulleiterin Birgit Rohland und Jürgen Lachner, Vorstandsmitglied für Verkehr, Umwelt und Technik des ADAC Hessen-Thüringen, den 25 Erstkläßlern die Westen aus reflektierendem Material.

Gerade in der dunklen Jahreszeit werden junge Verkehrsteilnehmer häufig übersehen. Reflektoren und Signalfarben erhöhen die Sichtbarkeit: Ein Kind in dunkler Kleidung erkennt ein Autofahrer erst aus 25 Metern Entfernung, mit Sicherheitsweste bereits aus 150 Metern. Jürgen Lachner erklärt: „Eine Sicherheitsweste und helle Kleidung erhöhen die Sichtbarkeit der Abc-Schützen und reduzieren so das Unfallrisiko. Eltern sollten mit ihren Kindern vorab den Schulweg trainieren, so lernen die Erstkläßler die sicherste Route und den Umgang mit Gefahrensituationen kennen.“

Damit die Schulanfänger sicher an das Ziel kommen, gilt für Erwachsene, als gute Vorbilder voranzugehen. Bildungsministerin Dr. Klaubert betont: „Unsere Kinder sollen einen sicheren Schulweg haben. Die leuchtenden Westen helfen, daß die Schüler sicher in die Schule und wieder nach Hause kommen. Unser Appell gilt den Autofahrern, die im Umfeld von Schulen besonders vorsichtig fahren sollten.“

MANUELA TÜROFF

 

15.09.2015

 


14.09.2015: Belohnte Nachhaltigkeit

Ethik-Bank erwartet deutliches Wachstum für laufendes Geschäftsjahr: Erfolgreiche Entwicklung bereits jetzt absehbar.

 Auch im 13. Jahr ihres Bestehens zeichnet sich ein erfolgreiches Wachstum der Ethik-Bank ab. Das zumindest versprechen die aktuellen Zahlen von Anfang August dieses Jahres. So konnte das alternative Kreditinstitut Ende Juli ein Einlagenwachstum von fast 16 Prozent verbuchen und übertrifft damit den Wert aus dem Vorjahr schon jetzt deutlich. „Der Erfolg geht besonders aus Giro- und Geschäftskonten hervor, was belegt, daß wir uns als Hausbank etabliert haben und immer mehr Menschen im Alltag begleiten“, sagte der Vorstandsvorsitzende Klaus Euler. „Wir freuen uns über das entgegengebrachte Vertrauen der Kunden, zeigt es doch, daß unsere Kunden unsere Überzeugungen teilen“, ergänzte er und sprach damit die „strenge sozial-ökologische Anlagepolitik der Bank“ an.

Diese spiegelt sich auch im Kreditgeschäft wider, auf dessen Ausbau sich die Ethik-Bank derzeit besonders konzentriert. Auch hier hat die deutschlandweit agierende Direktbank mit einer Steigerung von fast 19 Prozent zum Vorjahr erheblich zugelegt. Motor sei dabei die ökologische Baufinanzierung – der Öko-Baukredit. Er belohne eine besonders nachhaltige Bauweise durch Zinsvergünstigungen etwa für die Verwendung ökologischer Materialien und für energieeffizientes Bauen. Darüber hinaus unterstützt das Unternehmen vor allem kleine und mittelständische Unternehmen mit Krediten. „Nicht zuletzt durch die zunehmende Kreditvergabe in unserem Haus merken wir, daß Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle spielt – sowohl bei der Unternehmensführung als auch im Privaten“, erläuterte Euler.

Die Bank soll sich auch in den kommenden Jahren weiterentwickeln. Die Basis dafür stärkt sie kontinuierlich durch den Ausbau des Eigenkapitalfundaments, das in diesem Jahr mit rund 2,5 Millionen Euro um zehn Prozent vergrößert wurde. Die Mittel stammen aus den Gewinnen des Vorjahres sowie einer Kapitalerhöhung von rund einer Million Euro.

SEBASTIAN HOLLSTEIN

 

14.09.2015

 


14.09.2015: Austausch in schwierigen Zeiten

Thüringer Landeshauptstadt begrüßt Bürgerenergiekonvent am 25. und 26.September 2015.

Am 25. und 26. September 2015 wird in Erfurt der 2. Bürgerenergiekonvent des Bündnisses Bürgerenergie stattfinden. Er richtet sich an die Akteure einer aktiven Bürgerbeteiligung an der Energiewende.

Die Energiewende befindet sich in einem gewaltigen Umbruch. Während vor Ort Bürger und Bürgerinnen anpacken und Projekte der dezentralen Energieversorgung vorantreiben, werden derzeit eher die großen Konzerne gestärkt. Bis jetzt ist offen, ob die Bundesregierung die Teilhabemöglichkeit weiter einschränken wird oder diese weiterhin fördert. Dabei geht die Dynamik längst in Richtung einer dezentralen Energiewende – mit vielen positiven Effekten für die Gesellschaft – auch in Erfurt.

Bereits letztes Jahr hatte sich der Stadtrat Erfurts erneut klar für eine Stärkung der Bürgerenergie in Erfurt stark gemacht und positioniert. Daher begrüßt Kathrin Hoyer (Bündnisgrüne), Beigeordnete für Wirtschaft und Umwelt, auch die Austragung des Bürgerenergiekonvents in Erfurt: „Wir haben hier in Erfurt schon lange Erfahrung mit Bürgerenergie-Anlagen, zum Beispiel mit den ersten Solaranlagen auf dem Landtag und bei den Stadtwerken. Andererseits scheinen solche Anlagen bereits jetzt zu stagnieren und die Gesetzeslage wird für Bürgerenergie immer schwieriger. Daher freuen wir uns darauf, daß diese wichtigen Themen der angemessenen Beteiligung auf den Bürgerenergiekonvent in Erfurt diskutiert werden können. Für viele Akteure auch aus Thüringen ist gerade in schwierigen Zeiten der Austausch wichtig."

Mit Mut in die Zukunft – dieses selbstbewußte Signal der Bürgerenergie will das Bündnis Bürgerenergie vom diesjährigen Bürgerenergiekonvent in Erfurt aussenden. Zum zweiten Mal lädt das Bündnis Bürgerenergie e.V. seine Mitglieder und alle Interessierten zum Erfahrungsaustausch, zur Vernetzung und Weiterbildung ein. Gemeinsam mit Experten aus Gesellschaft und Politik werden der Stand der Energiewende in Deutschland und die Perspektiven, Erfahrungen und Fördermöglichkeiten der Bürgerenergie diskutiert. Auch werden Vertreter und Experten der Bürgerenergiewende in den Rat für Bürgerenergie gewählt.

Die Veranstaltung wird im Hotel Radison Blue stattfinden. Am 26. September findet im Anschluß der von der Stadtverwaltung unterstützte 1. Thüringer Bürgerenergietag ab 12 Uhr auf dem Anger statt.

SYBILLE GLAUBRECHT

 

14.09.2015

 


14.09.2015: „Die Mischung macht’s“

„Faszination Haar + Kosmetik“ 2015: Erfurter Fachmesse festigt Position im Wettbewerb.

Mit knapp 4000 Fachbesuchern bestätigt die diesjährige „Faszination Haar + Kosmetik“ in Erfurt das hohe Niveau der vergangenen beiden Jahre. Zur 6. Auflage der Fachmesse hatten am 12. und 13. September 63 Aussteller ihre Angebote und Dienstleistungen präsentiert.

„Trotz des schwierigen Wettbewerbsumfeldes konnten wir an unsere bisherigen Erfolge anknüpfen und sind deshalb sehr zufrieden. Unsere sehr persönliche Besucherwerbung hat sich ausgezahlt“, sagt Wieland Kniffka, Geschäftsführer der Messe Erfurt GmbH. Das Team der „Faszination Haar + Kosmetik“ hatte im Vorfeld der Messe auf einer knapp dreiwöchigen Werbetour 600 Friseursalons in Mitteldeutschland besucht und die rund 1500 Inhaberinnen und Inhaber sowie Mitarbeiter persönlich zu ihrem Branchenhighlight eingeladen.

„Die Mischung macht’s“, betont Sybille Hain, Landesinnungsmeisterin des Landesinnungsverbandes der Friseure und Kosmetiker Thüringen/Sachsen-Anhalt, der als ideeller Träger zum sechsten Mal die Mitteldeutschen Meisterschaften mit Profi-, Lehrlings- und Spezialwettbewerben im Rahmen der Messe organisierte. Der Landesinnungsverband präsentierte außerdem die aktuellen Trends der Frisurenmode Herbst/Winter 2015/2016.

„Die Messe konnte erneut mit ihrer einzigartigen Kombination aus Ausstellung, Meisterschaft und Weiterbildung punkten“, so Hain. Damit sei man dem gemeinsamen Ziel, die „Faszination Haar + Kosmetik“ als zentrales Branchenevent für den Osten Deutschlands auszubauen, wieder ein gutes Stück näher gekommen.

Highlight aus Thüringen war die Teilnahme von A. Ewald Friseurhaus mit den Marken Keen, Me mademoiselle und C:ehko. (nti-online.net berichtete unter anderem am 20.08.2015). Der Premiumanbieter mit 75jähriger Tradition präsentierte sich so umfangreich wie nie. Neben der 120 Quadratmeter großen Standpräsentation zelebrierte das Unternehmen seinen Messeauftritt mit einer phänomenalen Show angeführt vom Starfriseur Tom Kroboth.

Annegret Ewald vom A. Ewald Friseurhaus lobte die gute Betreuung durch die Organisatoren und freut sich auf eine weitere Zusammenarbeit in den kommenden Jahren. Der Messestandort Erfurt mit CongressCenter für das parallel veranstaltete Kundenevent sowie der Fachmesse für die Präsentation des Unternehmens mit seinen Produkten sei ideal gewesen.

Kundenpflege, Recruiting und erfolgreiche Unternehmensführung waren die Schwerpunkte im Fachteil des Top Hair-Kongresses. Eine Bühne, ein Model, ein Akteur – auch die Top Hair- Schnittfabrik ist ein fester Bestandteil der „Faszination Haar + Kosmetik“. Spitzenkönner ihres Fachs wie Mike Karg, Dana Wittmann, Marco Wojach und andere präsentierten im Dialog mit dem Fachpublikum hautnah die aktuellen Trendthemen, neue Techniken und modernste Werkzeuge. Stargast war am Messe-Samstag Deutschlands berühmtester Friseur Udo Walz.

THOMAS TENZLER

 

14.09.2015

 


13.09.2015: „Nicht Äpfel mit Birnen vergleichen“

Schärfere Vorschriften und EU-Label sollen Energieeffizienz bei Heizungsanlagen erhöhen.

Auf Waschmaschinen, Kühlschränken und mittlerweile auch Staubsaugern kennt man sie bereits: die EU-Energieeffizienzkennzeichnung, kurz EU-Label genannt. Mit seiner Hilfe sollen Geräte, die Energie verschwenden, nach und nach vom Markt verschwinden. Ab 26.September 2015 gilt es nun auch für Heizungsanlagen, Warmwasserbereiter und -speicher. Gleichzeitig treten bestimmte Mindestanforderungen an die Energieeffizienz der Geräte in Kraft.

Ramona Ballod, Energiereferentin der Verbraucherzentrale Thüringen, erläutert die neue Kennzeichnung: „Das Label hat neun Effizienzklassen von A++ bis G, die auf der bekannten Skala von grün nach rot abgetragen werden. Die Logik ist die gleiche wie bei Waschmaschinen: Je größner der Balken, desto effizienter das Gerät.“ In die schlechteren Effizienzklassen C bis G fällt allerdings kein Gerät auf dem Markt – die Neugeräte mit der geringsten Effizienz tragen also ein B.

Die besten Effizienzklassen bleiben zunächst Wärmepumpen vorbehalten. Allerdings können Wärmepumpen, so Ramona Ballod, ihren technischen Vorteil in der Praxis nicht immer ausspielen: „Gute Wärmepumpenanlagen sind energetisch nicht zu toppen. Schlecht geplante oder installierte Anlagen können jedoch einen sehr hohen Stromverbrauch haben, der zu erheblichen Kosten führt. Wärmepumpen sind deshalb, auch wenn sie in den besten Effizienzklassen gemessen werden, nicht pauschal das effizienteste System.“ Das Label gibt also keine Auskunft darüber, wie hoch die künftigen Heizkosten mit der neuen Anlage tatsächlich wären, da jedes Heizsystem auch zum Gebäude und den Bewohnern passen muß. Hier hilft eine Beratung bei einem unabhängigen Experten weiter.

Vorsicht sei laut Verbraucherzentrale außerdem geboten, um beim EU-Label nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen: Neben der EU-Kennzeichnung wird es nämlich ab 2016 eine deutsche Kennzeichnung für bereits installierte Bestandsgeräte geben. Beide Label sind nur bedingt miteinander vergleichbar.

Die neuen Mindesteffizienzanforderungen führen außerdem dazu, daß Anlagentypen, die sie nicht erfüllen können, vom Markt verschwinden, weil sie nicht mehr in den Vertrieb gebracht werden dürfen. Dies gilt beispielsweise für die bisher noch verbreiteten, jedoch technisch nicht mehr zeitgemäßen Niedertemperaturkessel. Nach Auffassung von Ramona Ballod jedoch kein großer Verlust: „Hier verschwindet eine überholte Technik – die deutlich sparsameren Brennwertgeräte sind bis auf ganz wenige Sonderfälle für Verbraucher schon seit Jahren die bessere Wahl.“

Bei allen Fragen zu Heizungsanlagen hilft die Energieberatung der Verbraucherzentrale: online, telefonisch oder mit einem persönlichen Beratungsgespräch. Die Berater informieren anbieterunabhängig und individuell. Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis sind die Beratungsangebote kostenfrei.

PM-VZT

 

13.09.2015

 

 

Neue EU-Energieeffizienzkennzeichnung für Heizungssysteme:Gleiche Logik wie bei Waschmaschinen.

 

Grafik: VZT-ARCHIV


12.09.2015: Humor gegen Hemmungen

„Komik im Unterricht“: Neue Methoden im akademischen Fremdsprachenunterricht werden in Jena vorgestellt.

Am 14. September beginnt in Jena die 26. Bundestagung der Fremdsprachenlehrkräfte an deutschsprachigen Universitäten und Hochschulen. Inhalte der dreitägigen Konferenz, die von den Lehrkräften des Sprachzentrums der Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena ausgerichtet wird, sind die Vorstellung neuer Methoden und Lehrmaterialien im akademischen Fremdsprachenunterricht.

Unter dem Thema „Differenziertes Arbeiten mit authentischen Texten“ steht die Praxis der fremdsprachlichen Ausbildung, mit Kursmodellen und persönlichen Erfahrungen aus der täglichen Lehre, im Mittelpunkt der Veranstaltung.

Die Bundesklausurtagung, die nach 14 Jahren zum zweiten Mal in Jena zu Gast ist, umfaßt nicht nur Englisch, sondern auch viele andere Sprachen, die im Hochschulbereich gelehrt werden. An der EAH Jena ist die Fremdsprachenausbildung ein obligatorischer Teil des Studiums. Neben Englisch können hier Spanisch und Französisch, aber auch Russisch und „Deutsch als Fremdsprache“ (DAF) belegt werden. Alle Angebote sind sowohl im Bachelor- als auch im Masterbereich fest verankert.

Die steigende Zahl der ausländischen Studierenden an der EAH Jena unterstreicht die wachsende Bedeutung der fremdsprachlichen Angebote. Hier ist insbesondere das DAF gefragt: sowohl bei den Studierenden, die über ein Erasmus-Programm kommen, als auch bei den Studenten im englischsprachigen Ingenieurstudiengang „Scientific Instrumentation“. Die Fremdsprachenausbildung der EAH Jena orientiert sich nicht zuletzt an den Anforderungen der künftigen Berufstätigkeit ihrer Studentinnen und Studenten.

Gastredner der Bundesklausurtagung ist Prof. Dr. Alexander Brock von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Er hält am 14. September einen Vortrag zum Thema „Komik im Unterricht – sieben Gründe für den Einsatz authentischer Komik im Fremdsprachenunterricht“.

Aus Erfahrung wissen viele Lehrende, daß Schlagfertigkeit und Humor oftmals Hemmungen bei den Studierenden abbauen können. Dies ist insbesondere ein großes Plus für die EAH Jena, mit ihren kleinen, fast familiären Lerngruppen.

SIGRID NEEF

 

12.09.2015

 

 

Wachsende Bedeutung der fremdsprachlichen Angebote: Bei der neunten Auflage des Roboterwettbewerbs im Fachbereich ET/IT der EAH Jena wurde die Gelegenheit genutzt, internationale Teams zu bilden: mit den Studierenden der Wright State University aus Dayton (Ohio/USA) und der Universidade Federal Do Rio Grande Do Norte aus Natal (Brasilien), die sich im letzten Sommersemester als Gaststudenten an der Hochschule aufhielten.

 

Foto: R. HERZER

 


11.09.2015: Nudelhochburg Erfurt

In diesem Jahr wird das Museum für Thüringer Volkskunde in Erfurt 60 Jahre. Das Jubiläum begeht das Volkskundemuseum mit einer Jubiläumsausstellungen und zahlreichen Geschenken. 

Das „Ausstellungsgeschenk" der Geschichtsmuseen der Stadt Erfurt an das Museum für Thüringer Volkskunde wird ab 17. September.2015 gezeigt: „Erfurt die Nudelhochburg Deutschlands" heißt die Präsentation rund um eine Kiste für Eierteigwaren der Erfurter Firma Ferdinand North.

Seit mehr als 200 Jahren wird in Erfurt die Nudel industriell gefertigt. Den Grundstein legte Johann Peter Belling mit der Gründung einer Nudelmanufaktur im Jahr 1793. Damit ist der Erfurter Standort der erste, der Teigwaren in Deutschland produzierte. Die Ausstellung zeigt die wechselvolle Geschichte eines Erfurter Traditionsunternehmens, das bis heute zu den ältesten noch bestehenden Unternehmen in Erfurt gehört.

SYBILLE GLAUBRECHT

 

11.09.2015

 


11.09.2015: Unbürokratische Hilfe

Thüringer Landtag stellt Haus der Abgeordneten für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge zur Verfügung.

Der Thüringer Landtag hat sich auf dringende Bitte der Stadt Erfurt hin bereiterklärt, das Haus der Abgeordneten hinter der Südschwimmhalle in der Landeshauptstadt als Unterkunft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. Kurzfristig könne so eine erhebliche Zahl von Minderjährigen untergebracht werden. Das teilte der Thüringer Landtag am 10. September mit. Die ersten Kinder und Jugendlichen sollen bereits in der Woche ab 14. September einziehen.

Der Thüringer Landtag reagiere damit auf die ständig wachsende Zahl von Flüchtlingen und die angespannte Unterbringungssituation. Für die Abgeordneten würden durch die Landtagsverwaltung schnellstmöglich Ersatzunterkünfte gesucht.

Landtagspräsident Christian Carius (CDU) dankte den Abgeordneten des Thüringer Landtags für diese konkrete und unbürokratische Hilfe in einer Notsituation.

Das Haus der Abgeordneten verfügt über etwa 60 Zimmer und wird bislang ausschließlich von solchen Abgeordneten genutzt, die aufgrund ihres Wohnsitzes einen langen und zeitaufwendigen Anreiseweg zum Landtag haben.

PM-TL

 

11.09.2015

 


11.09.2015: „Schädliche Art der Wirtschaftspolitik“

Der Junge Wirtschaftsrat Thüringen lehnt die geplanten Steuererhöhungen der rot-rot-grünen Landesregierung ab.

Der Junge Wirtschaftsrat der CDU in Thüringen kritisiert die Vorschläge der Landesregierung, die Gewerbesteuer für Unternehmen in Thüringen zu erhöhen. Diese Art der Wirtschaftspolitik sei aus Sicht einer mittelständisch geprägten Unternehmenslandschaft mehr als schädlich.

Vor allem junge Unternehmer und Startups würden durch die Erhöhung der Steuersätze stark benachteiligt. Vielmehr sollte Thüringens Politik diese Unternehmensszene bewußt fördern und den Freistaat für Startup-Unternehmer zu einem interessanten Standort ausbauen.

„Junge Unternehmer sind die Keimzelle von Kreativität, Veränderung und Innovation. Rot-Rot-Grün darf nicht länger zusehen, wie Thüringens Unternehmenslandschaft ergraut", so der stellvertretende Landesvorsitzende des Jungen Wirtschaftsrates Thüringen, Adrian König.

Der Junge Wirtschaftsrat setzt sich für eine stärkere Fokussierung und dem Ausbau von jungen Unternehmen im Freistaat ein. „Deshalb fordern wir für junge Gründer unter 40 Jahren eine zweijährige Senkung der Gewerbesteuer auf 200 Prozentpunkte. Dies schafft Anreize für junge Unternehmer, in Thüringen auch nachhaltig zu investieren“, heißt es in einer am 10. September verbreiteten Pressemitteilung. Nach der zweijährigen Marktetablierung sollte der Gewerbesteuersatz in Stufen wieder auf den üblichen Satz der Kommune angehoben werden. „Der Vorstoß, kommunale Steuerprüfer aufzuteilen, stößt bei uns auf große Ablehnung. Die Thüringer Finanzverwaltung arbeitet effektiv und braucht keine zusätzlichen Prüfbeamte“, zeigte sich Adrian König überzeugt.

PI-JWR

 

11.09.2015

 


11.09.2015: Lockerung

 „Bereitschaft zu Qualifikation und Weiterbildung nutzen“: Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) fordert, den Hochschulzugang für Flüchtlinge zu erleichtern.

Thüringens Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat sich für eine Lockerung des Hochschulzugangs für Flüchtlinge ausgesprochen. „Die Flüchtlinge sind eine Chance für uns, wenn es gelingt, sie in die Gesellschaft zu integrieren“, sagte Tiefensee am 10. September im Thüringer Landtag. Viele dieser Menschen kämen mit einer hohen Bereitschaft zur Qualifizierung oder Weiterbildung nach Deutschland. Laut einer Umfrage des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) verfügen 15 Prozent von ihnen über einen akademischen Abschluß, 16 Prozent haben eine mit dem Gymnasium vergleichbare Schule abgeschlossen. „Wir tun gut daran, dieses Potential zu nutzen und es nicht brachliegen zu lassen“, sagte der Minister.

Die Landesregierung habe die Hochschulen deshalb gebeten, den Zugang zum Studium nicht mehr von einem bestimmten Aufenthaltstitel abhängig zu machen. Hierzu bedürfe es in Thüringen keiner Änderung des Hochschulgesetzes, vielmehr müßten lediglich die Hochschulsatzungen – sofern sie eine solche Regelung überhaupt enthalten – angepaßt werden. Auch die Studienberatung müsse sich stärker an den besonderen Bedürfnissen der Flüchtlinge orientieren.

Über die Kultusministerkonferenz setzt sich Thüringen außerdem dafür ein, auch bei den Vorlagepflichten für bestimmte Dokumente und Nachweise der besonderen Situation von Flüchtlingen aus Kriegs- und Notstandsgebieten Rechnung zu tragen. „Zwar besteht für ausländische Studienbewerber grundsätzlich die Pflicht, nachzuweisen, wie sie in ihrem Heimatland die Hochschulzugangsberechtigung erworben haben“, sagte der Wissenschaftsminister. Flüchtlinge seien jedoch manchmal nicht in der Lage, diese Nachweise zu erbringen, etwa weil sie bestimmte Dokumente fluchtbedingt zurücklassen mußten. „Hier sollte es zumindest übergangsweise eine Lockerung geben und die Nachweisepflicht für Flüchtlinge erleichtert werden“, so Tiefensee. Er gehe davon aus, daß die eigens eingesetzte Arbeitsgruppe der Kultusministerkonferenz, in der auch Thüringen vertreten ist, dafür schon im Oktober eine Lösung präsentieren werde.

Der Minister begrüßte zugleich die Änderungen beim Bafög, durch die Flüchtlinge nunmehr bereits nach 15 Monaten Mindestaufenthalt Anspruch auf eine Förderung erhalten. Diese Änderung tritt am 1. Januar .2016 in Kraft.

STEPHAN KRAUSS

 

11.09.2015

 


11.09.2015: Erster Schritt

List Group expandiert nach Deutschland: BOE Parking Deutschland GmbH übernimmt Tiefgarage in Erfurt.

Die List Group, ein bedeutender österreichischer Errichter, Eigentümer und Betreiber von Parkgaragen, hat die Tiefgarage Theaterplatz in Erfurt übernommen. Ab sofort bewirtschaftet die BOE Parking Deutschland GmbH, eine Tochtergesellschaft der List Group, die Garage am prominenten Standort in der Landeshauptstadt Thüringens.

Das Engagement in Erfurt folgt der Strategie, das umfangreiche Know-how der Gruppe im Betrieb von Garagen in benachbarten Märkten und bei neuen Projekten einzusetzen. Die Übernahme der Garage im Zentrum von Erfurt ist ein erster Schritt auf dem deutschen Markt, weitere sollen folgen.

Die Gesellschaft plant die Modernisierung von Schranken und Kassenautomaten. „Die bisherigen Parktarife bleiben aufrecht.“ Das teilte das Unternehmen am 11. September in einer Presseerklärung mit.

Die List Group mit Sitz in Wien trägt als privater Errichter und Eigentümer von Garagen nach eigenen Angaben in Österreich seit Jahrzehnten aktiv zur Lösung innerstädtischer Verkehrs- und Parkprobleme bei. Die Gruppe betreibt in Ungarn, Kroatien und der Slowakei sowie nunmehr auch in Deutschland 90 Garagen mit 25.000 Stellplätzen.

PM-BPR

 

11.09.2015

 


10.09.2015:  Plattform für soziales Engagement

Fotoausstellung „Engagement zeigt Gesicht“ in Arnstadt feierlich eröffnet: Wanderausstellung des „Verbundnetz der Wärme“ dokumentiert und würdigt das Ehrenamt.

Seit 9. September präsentiert das Verbundnetz der Wärme die Foto-Wanderausstellung „Engagement zeigt Gesicht“ im Rathaus Arnstadt. Die beeindruckenden Fotografien zeigen die ehrenamtliche Arbeit der vom Verbundnetz geehrten „Botschafter der Wärme“. Der jährlich verliehene Botschaftertitel, der mit einer projektbezogenen finanziellen Unterstützung von 5000 Euro verbunden ist, zeichnet Menschen aus, die sich durch ihre gemeinnützige Tätigkeit gesellschaftlich engagieren. Seit 14 Jahren fördert das auf Initiative der Leipziger VNG -Verbundnetz Gas AG gegründete Netzwerk das gemeinnützige Engagement von Bürgerinnen und Bürgern. „Mit dem Verbundnetz der Wärme geben wir dem sozialen Engagement eine Plattform. Menschen, denen ehrenamtliche Arbeit seit Jahren selbstverständlich ist, unterstützen wir bei der Umsetzung ihrer Ideen und Projekte“, so Konstanze Kummrow, Leiterin Gasverkauf Region Thüringen bei der VNG AG.

Auch Renate Rupp aus Arnstadt, die diesjährige Botschafterin aus Thüringen, engagiert sich seit vielen Jahren für die Sanierung der Arnstädter Oberkirche: „Ich freue mich, zu den Botschaftern der Wärme zu gehören. Das Verbundnetz bietet eine tolle Möglichkeit, für mehr Verständnis und Unterstützung für das Ehrenamt zu werben. Mit der Fotoausstellung können wir auf unsere Arbeit aufmerksam machen und andere Menschen dazu motivieren, sich auch zu engagieren und gemeinsam etwas für das soziale und kulturelle Leben in der eigenen Stadt zu tun.“ Mit der finanziellen Unterstützung läßt Renate Rupp ein stark zerstörtes Tafelbild in der Arnstädter Oberkirche restaurieren.

Der Bürgermeister von Arnstadt, Alexander Dill, eröffnete die Ausstellung zusammen mit Thomas Kratzer, Pfarrer der Arnstädter Oberkirche, Konstanze Kummrow, VNG, Mitgliedern des Verbundnetz der Wärme und ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen und Bürgern.

Die Wanderausstellung wird noch bis zum 24. September in Arnstadt gezeigt. Weitere Stationen sind Glauchau (30.09. bis 22.10.2015), Pirna (28.10. bis 12.11.2015), Lutherstadt Wittenberg (19. bis 30.11.2015) und Hamburg (7. bis 31.1.2016).

Das „Verbundnetz der Wärme“ ist ein in Deutschland einmaliges Netzwerk, das das gemeinnützige Engagement in Deutschland fördert. Die Initiative wurde im Herbst 2001 auf Veranlassung der Leipziger VNG - Verbundnetz Gas Aktiengesellschaft (VNG AG) und unter der Schirmherrschaft von Dr. Regine Hildebrandt (†) gegründet. Die VNG AG ist einer der führenden europäischen Erdgasgroßhändler und Energiedienstleister und engagiert sich seit vielen Jahren für Projekte in den Bereichen Bildung, Sport, Kunst, Kultur und Soziales. Ziel des „Verbundnetz der Wärme“ ist die Förderung von gemeinnützigem Engagement in Deutschland. Schirmherr des „Verbundnetz der Wärme“ ist der ehemalige Ministerpräsident von Brandenburg, Matthias Platzeck (SPD), der das Amt zu Jahresbeginn vom ehemaligen Bundestagsvizepräsidenten Wolfgang Thierse übernommen hat. Mittlerweile gehören mehr als 200 Ehrenamtliche dem „Verbundnetz der Wärme“ an.

PI-VNW

 

10.09.2015

 


10.09.2015: Gefährdete Standortattraktivität

Landesregierung will standortschädigende Kostenerhöhungen: IHK Südthüringen fordert Haushaltskonsolidierung für steigende Asylkosten.

Die von der Thüringer Landesregierung für die Finanzierung der steigenden Kosten für Asylbewerber und Flüchtlinge geplante Erhöhung der Grunderwerbssteuer von derzeit fünf auf 6,5 Prozent und die Einführung einer Wasserentnahmeabgabe ruft strikten Protest der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen hervor..

Die IHK kritisiert die Erhöhung der Kostenbelastung für Wirtschaft und Bevölkerung. Das sei aus doppelter Hinsicht schädlich für den Wirtschaftsstandort Thüringen. „Mit einer weiteren Erhöhung der Standortkosten ist die Landesregierung nicht gut beraten“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Ralf Pieterwas. „Im Ländervergleich ist Thüringen bereits überdurchschnittlich mit Kosten für Netzentgelte, Wasser, Müllgebühren und kommunalen Steuern belastet. Dies gefährdet die Standortattraktivität. Die steigenden Kosten für die Unterbringung von Flüchtlingen sollten nicht durch Steuereinnahmen, sondern durch Haushaltskonsolidierung gedeckt werden.“

Mit der Steigerung der Grunderwerbssteuer um 1,5 Prozent würde Thüringen neben Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und Schleswig-Holstein den bisherigen Höchstsatz in der BRD verlangen. Dagegen erheben die direkten Nachbarn Sachsen und Bayern nur 3,5 Prozent Steuern für den Erwerb von Grund und Boden. „Wenn man die Herausforderungen mit der großen Zahl bevorstehender Unternehmensnachfolgen betrachtet, ist diese zusätzliche Verteuerung nicht dienlich für den Erhalt des Unternehmensbestands in Thüringen.“ Die quasi zeitgleich kommunizierte Einführung der Wasserentnahmeabgabe ergänze dieses standortfeindliche Bild nur noch.

Pieterwas erinnert an den Realitätsgewinn der vorherigen Regierung, die bereits 2012 einen Gesetzentwurf zur Erhebung einer Wasserentnahmeabgabe vorgelegt hatte. Damals konnten die Thüringer Industrie- und Handelskammern die Landesregierung zum Verzicht auf diese Abgabe bewegen. Es sei die Erkenntnis gewachsen, daß zwar kurzfristig Einnahmen generiert würden, jedoch die Nachteile für Bestandsunternehmen und potentielle Neuansiedlungen überwiegen würden.

FRANK FRIEDRICH

 

10.09.2015

 


10.09.2015: Regelmäßig Flagge zeigen

Thüringer Wirtschaftsdelegation zu Kurzbesuch in China: Termine rund um das Thema Industrie 4.0.

An der Spitze einer kleinen Wirtschaftsdelegation reiste Thüringens Wirtschaftsstaatssekretär Georg Maier (SPD) am 9. September zu einem Kurzbesuch nach China. Ziel ist die Chinesisch-Deutsche Industrie-Service-Zone der Handels- und Industriestadt Foshan in der Provinz Guangdong. Dort werden die Thüringer an einer internationalen Konferenz zum Thema Robotik und Industrie 4.0 teilnehmen. Außerdem stehen Messe- und Unternehmensbesuche sowie Gespräche mit politischen Vertretern auf dem insgesamt zweitägigen (10. und 11. September) Besuchsprogramm.

„Ein kontinuierlicher Ausbau unserer Außenwirtschaftsbeziehungen setzt eine kontinuierliche Präsenz in den jeweiligen Zielmärkten voraus“, sagte der Wirtschaftsstaatssekretär. Thüringen müsse regelmäßig Flagge zeigen, um seine Exportaktivitäten auf internationalen Märkten wie China weiter auszubauen: „Deshalb müssen wir neben den großen Delegationsreisen künftig verstärkt auch kleinere Formate einer langfristig angelegten, themen- oder anlaßbezogenen Zielansprache vor Ort entwickeln.“ Diese könne – abhängig vom konkreten Anlaß – dann jeweils mit oder ohne politische Begleitung durch die Landesregierung geschehen.

Die Chinesisch-Deutsche Industrie-Service-Zone (CDI) in der 7,5-Millionen-Einwohner Metropole Foshan, 20 Kilometer von Guangdongs Provinzhauptstadt Guangzhou gelegen, wurde im Jahr 2012 auf der Grundlage deutsch-chinesischer Regierungskonsultationen und mit deutscher Unterstützung und Beratung – unter anderem durch die Fraunhofer-Gesellschaft – auf einem insgesamt 29,5 Quadratkilometer großen Areal eingerichtet. Ziel der chinesischen Seite ist es, einen als „simuliertes Deutschland“ angelegten Wirtschafts- und Innovationsstandort zu entwickeln, der auf der engen Verflechtung von Zentren der dualen Berufsausbildung, Forschungseinrichtungen, Unternehmensansiedlungen und Investmentsfonds basiert.

Inzwischen haben deutsche Unternehmen wie Osram, Allianz oder Siemens Niederlassungen in Foshan, der Tüv Rheinland plant die Gründung einer Gesellschaft vor Ort, eine Chinesisch-Deutsche Berufs- und Fachschule wurde gegründet. Auch der Bundesverband für Wirtschaftsförderung und Außenwirtschaft (BWA) oder der Senior-Experten-Service (SES) sind vertreten.

Die Thüringer Delegation wird die Konferenz „,Made in China 2025‘ meets ‚Deutsche Industrie 4.0‘“ besuchen, die die Digitalisierung der Industrieproduktion und Möglichkeiten für eine weitere Zusammenarbeit zwischen Deutschland und China thematisiert. Insgesamt nehmen mehr als 200 Unternehmen aus beiden Ländern an der Konferenz teil. Zudem stehen Gespräche mit der Regierung der bezirksfreien Stadt Foshan und dem Leiter des Stadtteils Shunde, in dem die deutsch-chinesische Industriezone liegt, sowie mit dem Geschäftsführer der Industriezone auf dem Programm. Weiterhin sind Besuche der Messe „2nd World Robotics and Intelligent Equipment Conference & Exhibition“ sowie Unternehmensbesuche bei Volkswagen und dem Klimagerätehersteller Midea geplant.

Der Thüringer Delegation gehören mehrere Unternehmen vor allem aus dem Meßtechnikbereich an, darunter die UST Pro Application (Geschwenda), Heinz Meßwiderstände (Elgersburg), IL Metronic Sensortechnik (Ilmenau) oder die Tetra Gesellschaft für Sensorik, Robotik und Automation (Ilmenau). Daneben ist auch der Leiter der beim Bundeswirtschaftsministerium angesiedelten „Plattform Industrie 4.0“, Henning Banthien, Mitglied der Delegation.

„Das Thema ‚Industrie 4.0‘ hat für Thüringen eine strategische Bedeutung und ist deshalb auch ein Kernthema unserer Innovationsstrategie“, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Maier. Deutschland, das auf diesem Gebiet konzeptionell schon weiter sei als andere Länder, sei deshalb gerade in China ein gefragter Partner. „Diesen Rückenwind wollen wir nutzen, um neue Kontakte und Kooperationsmöglichkeiten gerade auch für Thüringen auszuloten.“

STEPHAN KRAUSS

 

10.09.2015

 


09.09.2015: „Versuchte Meinungsdiktatur“

Thüringens Regierungskoalition steht in der Kritik: Sie betreibe mit ihrem Maulkorberlaß Meinungsdiktatur, erklärt Junge Union-Chef Stefan Gruhner und fordert von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke), den  Erlaß einzukassieren.

Der Landesvorsitzende der Jungen Union Thüringen und Landtagsabgeordnete Stefan Gruhner hat die rot-rot-grüne Landesregierung für ihren sogenannten Maulkorberlaß für kommunale Wahlbeamte scharf angegriffen. Gruhner sagte am 9. September in Erfurt: „Der Maulkorberlaß der Linksregierung ist ein Skandal. Man muß sich ernsthaft fragen, ob das der Beginn einer rot-rot-grünen Meinungsdiktatur ist. Landräte und Bürgermeister müssen Stellung zu aktuellen Fragen beziehen dürfen. Die Bürger in den Thüringer Kommunen wollen als Bürgermeister kein politisches Neutrum, sondern klare Aussagen und Positionen zu wichtigen Fragen. Offenbar wird jetzt das wahr, was die tausenden Demonstranten am 9. November 2014 befürchtet haben."

Über den Streit zwischen Landesregierung und Landräten um den angeblichen „Maulkorberlaß“ hatte am gleichen Tag MDR Thüringen berichtet. Grund sei ein Rundschreiben des Landesverwaltungsamtes an alle Bürgermeister und Landräte. Darin wird laut MDR mitgeteilt, daß das Grundrecht der freien Meinungsäußerung nur Amtspersonen zustehe, „wenn sie sich als Privatperson äußerten“.

Schmalkalden-Meiningens Landrat Peter Heimrich (SPD) erwiderte dazu in der Thüringer Allgemeinen, daß er sich keinen Maulkorb umhängen lasse. Der Politiker hatte Ende August scharfe Kritik an der Flüchtlingspolitik von Migrationsminister Dieter Lauinger (Bündnisgrüne) geübt. „Die Präsidentin des Landkreistages, Martina Schweinsburg, sagte, sie könne sich nicht an ein vergleichbares Schreiben erinnern“, berichtete der MDR. „Vor allem der Hinweis auf disziplinarrechtliche Folgen habe eine neue Qualität, so die CDU-Politikerin. Laut Landesverwaltungsamt sollte mit dem Rundschreiben der Mißbrauch von Amtsblättern verhindert werden.“

Der Landesvorsitzende der Jungen Union fordert Ministerpräsident Bodo Ramelow nun auf, den Maulkorberlaß unverzüglich wieder einzukassieren: „Herr Ramelow ist aufgefordert, diese versuchte Meinungsdiktatur zu stoppen. Der Ministerpräsident muß den Innenminister und das Landesverwaltungsamt unverzüglich anweisen, den Maulkorberlaß wieder einzukassieren. Ein Regierungschef der SED-Nachfolger steht in besondere Verantwortung, jeden Zweifel an versuchter Meinungsdiktatur zu zerstreuen."

PI-JUT-WST

 

09.09.2015

 


09.09.2015: Höchster Anteil der Säumigen

Thüringen hat die meisten Mietschuldner.

Thüringer Mieter großer Wohnungsunternehmen stehen mit rund 35 Millionen Euro in der Kreide. 47 von 1000 Thüringern haben Mietschulden, womit der Anteil der Säumigen mit 4,7 Prozent der bundesweit höchste ist. Er ist fast doppelt so hoch wie der Durchschnitt aller Bundesländer, denn bundesweit schulden nur 2,5 Prozent der Mieter den Vermietern Geld, teilt der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen GdW mit.

In den 270.000 Wohnungen der genossenschaftlichen und kommunalen Wohnungsgesellschaften des Verbandes Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V, (vtw) lebt jeder zweite Thüringer Mieter. Verbands-Direktorin Constanze Victor sieht die Ursachen für die hohe Verschuldungsrate vor allem in steigenden Leerständen besonders in Plattenbauten. In Thüringen gäbe es aktuell 1,17 Millionen Wohnungen, von denen rund 80.000 unbewohnt seien. Hochburgen der Zahlungssäumigen sind der Kyffhäuserkreis, der Unstrut-Hainich-Kreis sowie das Altenburger Land, wo die. „Mieter vielleicht darauf setzen, daß die Wohnungsunternehmen angesichts hoher Leerstände etwas zögerlicher beim Vorgehen gegen Mietschuldner sind“. Aber auch Thüringer Privateigentümer leiden unter Mietausfällen. „Schnell fällt eine ganze Jahresmiete aus", warnt Joachim Bleeck, Präsident des Thüringer Landesverbandes Haus und Grund. Das könne kleine Vermieter im Nu ruinieren.

Während in Sachsen-Anhalt die Zahlungsmoral nicht viel besser ist (4,6 Prozent der Mieter), sieht es in Sachsen deutlich besser aus. Mit 2,9 Prozent der Mieter liegen die Gesellschaften und Genossenschaften nur knapp über dem Bundesdurchschnitt, obwohl zum Beispiel der Anteil von Plattenbauwohnungen höher ist als in Thüringen.

Die Außenstände der 127 im Landesverband Sachsen der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft vdw vertretenen Unternehmen belaufen sich auf knapp 36 Millionen Euro. „Gegenüber 50 Millionen Euro vor zehn Jahren konnten die Unternehmen ihre Außenstände damit deutlich senken", sagte Verbandsdirektor Rainer Seifert. Bei Zahlungsproblemen werde schnell das Gespräch mit dem Mieter gesucht.

Besonders gut ist die Zahlungsmoral bei den sächsischen Wohnungsgenossenschaften mit einer Schuldnerquote von gerade mal einem(!) Prozent. Die 219 Genossenschaften im Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften vswg verbuchten acht Millionen Euro Mietschulden. Vorstand Axel Viehweger sieht neben dem Genossenschaftsgedanken, also des Teileigentums jedes Genossenschafters, auch in einer guten individuellen Betreuung der Mitglieder die Quelle für die gute Zahlungsmoral. „Durch Angebote zur Miet-Schuldnerberatung und den Einsatz von Sozialarbeitern werden Probleme rechtzeitig gemeinsam angegangen." Außerdem werde eng mit Jobcentern kooperiert. Folge: Das Mietschuldenrisiko sinke erheblich.

FRANK FRIEDRICH

 

09.09.2015

 


08.09.2015: Filigrane Formen

Extrusion ermöglicht extrem dünnwandige Keramikbauteile: Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS entwickelte neuartiges Konzept.

Das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS hat schwerpunktmäßig am Standort Hermsdorf ein neuartiges Konzept entwickelt, um dünnwandige, einseitig verschlossene Röhren und ähnliche Geometrien aus Keramik durch hochproduktive Extrusionsverfahren herzustellen. Damit wird unter anderem die Massenfertigung von Batterien ermöglicht.

Das Extrudieren ist eines der gängigsten Formgebungsverfahren in der Technischen Keramik. Vorzugsweise wird es zur kostengünstigen Herstellung achssymmetrischer Bauteile verwendet. Beispiele dafür sind Wabenstrukturen, Rohre und Profile. Der Vorteil der Extrusion ist, daß komplexe Strukturen effizient als Endlosstrang hergestellt werden können. Herausforderungen sind filigrane Formen mit sehr dünnen Wandstärken. Dafür wurden im Fraunhofer IKTS Extruderaufbau, Werkzeugkonstruktion und Feedstocks unter Berücksichtigung von Abrasions- und chemischer Beständigkeit perfekt aufeinander abgestimmt. Zusätzlich konzipierten die Forscher spezielle Abnahme- und Trocknungstechnologien, die eine Deformation der Bauteile verhindern. Zum Konzept gehört eine sich bei senkrechter Extrusion unmittelbar an das Extruder-Mundstück anschließende Mikrowellentrocknung mit speziellem Durchlauftrockner.

Für die Herstellung der Feedstocks wurden Rohstoffmischungen für verschiedene Funktionswerkstoffe aufbereitet und mit organischen Hilfsstoffen wässrig plastifiziert. Bei dünnwandigen Extrudaten ist die sogenannte „Grünfestigkeit“, das heißt die Formstabilität des Grünlings nach dem Austritt aus dem Mundstück, von großer Bedeutung. Die speziell für die dünnwandigen Geometrien entwickelten Feedstocks zeichnen sich durch eine sehr gute Grünfestigkeit aus.

Gundula Fischer, Leiterin des Kompetenzzentrums Extrusion am Fraunhofer IKTS in Hermsdorf erklärt die Bedeutung der neuen Entwicklungen so: „Mit unserem Konzept können wir erstmals ein vollständiges Technologiepaket anbieten, um sehr lange, dünne und einseitig verschlossene Geometrien aus Keramik in kurzer Taktzeit herzustellen. Für mehrere höchst interessante Werkstoffe haben wir die Tauglichkeit bereits nachgewiesen, beispielsweise bei Elektrolytrohren, die sehr kostengünstige Batterien für die Energiewende erst ermöglichen. Mit unserer Ausrüstung, die verschiedene Kolbenpressen und Schneckenextruder umfaßt, stehen wir gern bereit, um Kundenprojekte zu realisieren.“

PM-FIKTS

 

08.09.2015

 


08.09.2015: Eigenentwicklungen aus Jena

Die ABS Gesellschaft für Automatisierung, Bildverarbeitung und Software mbH feiert das 25jährige Bestehen und richtet den Blick nach vorn.

Anspruchsvolle Elektronik auf neuestem Stand der Technik in der Signalverarbeitung für Anwendungen beispielsweise in der Kommunikationstechnik zu entwickeln, das hatte sich das schnell gestartete Unternehmen von Anfang an auf die Fahne geschrieben. Die Eigenentwicklung Vocal, eine Diebstahlsicherung mit Stimmerkennung für Kraftfahrzeuge, bildete seinerzeit eine Weltneuheit als Kfz-Zubehör. Aber auch in der Erkennung biometrischer Merkmale von Personen für weitere Sicherheitsanwendungen wie zum Beispiel Zugangskontrolle oder Nutzerautorisierung spielte diese Innovation eine entscheidende Rolle. Die Elekronik und auch die Firmware, die es erstmals ermöglichte, berechtigte Nutzer zuverlässig an ihren individuellen Stimmmerkmalen zu erkennen, war eine komplette Eigenentwicklung der ABS-Ingenieure.

Die breiten Erfahrungen und das Renommee aus dieser Produktentwicklung sowie auch der Zulassung und Vermarktung legten den Grundstein für weitere Projekte im Kundenauftrag und letztlich für den Aufbau des heute erfolgreichen Produktbereichs Digitalkameras für Spezialanwendungen in Medizin, Wehr-, Automobil- und Automatisierungstechnik sowie für Inspektionssysteme in der Prozeß- und Qualitätsüberwachung. Dabei entstand die kleinste Kamera der Welt, die dabei hilft, neue Einsatzfelder der Videobeobachtung zu erschließen. Damit konnte die Jenaer Ideenschmiede auch die Fachwelt der Hard- und Softwareentwickler für Videokameras überzeugen.

Im frisch bezogenen Firmenneubau im Technologie- und Gewerbegebiet JenA4 an der Autobahnabfahrt Jena-Zentrum entstanden auf über 1000 Quadratmetern die räumlichen und technischen Voraussetzungen für die Fertigung und Montage der eigenentwickelten Kameraeinheiten, deren kompletter Testung und auch der Testung der nächsten Kameragenerationen sowie weiterer Elektronikkomponenten aus Auftragsentwicklungen für Kunden.

KS-PI

 

08.09.2015

 


07.09.2015: Alarmsignal

„Nicht zulassen, daß Kriminelle Angst verbreiten“: Abgeordnete der Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag verurteilen Brandanschlag auf geplante Flüchtlingsunterkunft in Rockensußra.

Susanne Hennig-Wellsow, die Vorsitzende der Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag, und Sabine Berninger, Sprecherin für Flüchtlings- und Integrationspolitik der Fraktion Die Linke, verurteilen den Brandanschlag auf eine geplante Unterkunft für Flüchtlinge in Rockensußra (Ebeleben) im Kyffhäuserkreis scharf.

Nachdem sich am 5. September in Saalfeld bei der Begrüßung syrischer Bürgerkriegsflüchtlinge das weltoffene, freundliche Thüringen gezeigt habe, um Menschen in Not zu helfen, seien hier feige Kriminelle am Werk gewesen.

Die Brandstiftung in Rockensußra sei ein Alarmsignal, warnen die Abgeordneten. Sie erinnern an die 1990er Jahre, als sich aus gewalttätigen Neonazistrukturen in Thüringen die Terrorgruppe NSU herausgebildet hatte. Auch damals sei Fremdenfeindlichkeit ein dominierendes Motiv der Verbrechen gewesen.

Die Abgeordneten begrüßen, daß die Polizei die Tätersuche noch in der Nacht begonnen habe. Es sei jetzt notwendig, die Ermittlungen zügig zum Erfolg zu bringen und die Täter konsequent zur Rechenschaft zu ziehen. Zudem sei die Zivilgesellschaft dringend gefordert. Es brauche deutliche Signale aus Politik, Gewerkschaften, Verbänden, Vereinen, Kirchen und Religionsgemeinschaften, um klar zu machen, daß Thüringen ein menschenfreundliches Land sei. Hennig-Wellsow und Berninger verweisen auf das gemeinsame soziale Wort zum Umgang mit Flüchtlingen „Mit-Menschlich in Thüringen“ der beiden christlichen Kirchen, der Jüdischen Landesgemeinde, des DGB und des Verbandes der Wirtschaft, das sie hierbei für beispielhaft halten. „Wir dürfen nicht zulassen, daß Kriminelle Angst verbreiten und Menschen bedrohen“, erklärten die Politikerinnen.

PI-DLFTL

 

07.09.2015

 


07.09.2015:  Finale

Staplerfahrer aus Schlotheim und Gera vertreten den Freistaat bei 11. Deutscher Meisterschaft: Alexander Leißner aus Hohenbergen/Schlotheim und Stefan Weidland aus Gera gehen als Beste aus Thüringen an den Start.

Mehr als 2000 Männer und Frauen haben zwischen März und August bei 25 Regionalmeisterschaften um die Qualifikationsplätze für die 11. Deutsche Meisterschaft im Staplerfahren gekämpft – Alexander Leißner von der Sponeta GmbH, Schlotheim, und Stefan Weidland von der Getränke Pfeifer Gera GmbH haben es geschafft: Sie sind zwei der besten 63 Staplerfahrer Deutschlands und dürfen beim Finale des StaplerCup vom 17. bis 19. September in Aschaffenburg dabei sein.

Der StaplerCup ist ein sportlicher Wettkampf unter Inhabern einer ‚Fahrerlaubnis für Flurförderzeuge‘, wie der Staplerführerschein im Fachjargon heißt, und wird seit 2005 jährlich ausgetragen. Auf unterschiedlichen Gabelstapler- und Schubmaststaplermodellen des Herstellers „Linde Material Handling“ absolvieren die Teilnehmer dem Arbeitsalltag nachempfundene Parcoursaufgaben, die ihnen maximales Feingefühl, Schnelligkeit und souveräne Übersicht abfordern. (nti-online.net berichtete zur 11. Regionalmeisterschaft in Blankenhain am 09.06.2015).

Leißner und Weidland hatten im Juni bei verschiedenen Vorausscheidungen in der Region jeweils zweite Plätze belegt und damit die begehrten Tickets für die Finalrunde erobert. Weidland ist Neuling bei der Meisterschaft, Leißner jedoch hat schon mehrfach auf dem Aschaffenburger Schloßplatz hinter dem Lenkrad gesessen – für den Griff nach dem Pokal hat es aber bisher nicht gereicht. Insgesamt 25 Regionalmeisterschaften werden bundesweit ausgetragen, aus denen je nach Größe des Qualifikationswettkampfes zwei bis drei Finalteilnehmer für die Deutsche Meisterschaft hervorgehen. Gesetzt in der letzten Runde ist außerdem der Titelverteidiger des Vorjahres, Rolf Müller aus Tuningen (Freiburg) sowie Jörg Klößinger aus Petersaurach als Erstplazierter des ChampionsRankings, der Bestenliste aus allen Wertungen der vergangenen drei Jahre.

Eines der wichtigsten Anliegen der Veranstaltung ist die Vermittlung der für die Berufssparte geltenden Sicherheitsvorschriften. „Es geht uns nicht nur um einen spannenden Wettbewerb und Unterhaltung für Teilnehmer und Zuschauer. Durch den hohen Stellenwert, den Reglement und Sicherheitsvorschriften bei uns einnehmen, können wir zu einer Verringerung der Anzahl von Unfällen mit Lagertechnikgeräten und Gabelstaplern in Lagern, Logistikzentren oder in der Produktion beitragen“, erläutert Turnierdirektor Emil Schneider die Hintergründe der Veranstaltung.

Ende September wird in Aschaffenburg nicht nur der beste Deutsche an der Staplergabel gesucht, auch der Titel des fähigsten Firmen-Teams sowie des „International Team Champions“ wird unter 20 Teilnehmernationen vergeben. Erstmalig wird auch die Deutsche Meisterschaft der Staplerfahrerinnen unter den 12 besten Frauen der Regionalmeisterschaften ausgetragen. Rund um die sportlichen Wettbewerbe wird den Fans und Zuschauern bei den Regionalmeisterschaften ebenso wie beim StaplerCup-Finale ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm inklusive Open-air-Konzerten geboten. Auf der Gästeliste für 2015 stehen Dr. Christine Theiss, Michael Groß und Felix Magath.

Der StaplerCup wurde 2005 erstmalig als reine deutsche Meisterschaft ausgetragen – rund 20.000 Fahrerinnen und Fahrer sind seither bei dem Wettbewerb gestartet, bei dem es um Präzision, Schnelligkeit und Übersicht auf dem Gabelstapler geht. 2007 wurde die Veranstaltung um den internationalen Team-Wettbewerb „International Championship“ erweitert; seit 2008 wird auch in der Disziplin „Firmen-Team-Meister“ ein Mannschaftswettbewerb abgehalten. Der erste Weltmeistertitel wurde 2014 an den Deutschen Stefan Theissen vergeben; 2015 hat die Deutsche Meisterschaft der Staplerfahrerinnen, ein Finale allein unter Frauen, Premiere.

Wichtigstes Anliegen des Veranstalters Linde Material Handling ist die Vermittlung von Sicherheitsvorschriften, um zur Vermeidung von Arbeitsunfällen beizutragen. Jährlich begeistert die dreitägige Veranstaltung auf dem Aschaffenburger Schloßplatz, die von einem bunten Familienprogramm begleitet wird, an die 15.000 Zuschauer.

Der StaplerCup wurde bereits mit zahlreichen Preisen der Kommunikations- und Wirtschaftsbranche, unter anderem dem PR-Award in Gold, dem Internationalen Deutschen PR- Preis und dem internationalen Titel „Bester europäischer Sportevent“ vom EuBEA ausgezeichnet. 2013 erhielt der StaplerCup Gold und die höchste Auszeichnung „Best of Show“ bei den renommierten amerikanischen Galaxy-Awards.

MARCUS RÜGAMER

 

07.09.2015

 


06.09.2015: „Rote Karte“

Die Junge Union im Freistaat fordert angesichts des politischen Agierens der ungarischen Regierung in der Flüchtlingspolitik, Thüringens Partnerschaft mit Ungarn aussetzen.

Der Landesvorsitzende der Jungen Union Thüringen und Landtagsabgeordnete Stefan Gruhner fordert angesichts des Agierens der ungarischen Regierung in der Flüchtlingspolitik ein vorläufiges Aussetzen der Regionalpartnerschaft zwischen Thüringen und Ungarn.

Gruhner, der zugleich stellvertretender Vorsitzender des Europaausschusses des Thüringer Landtages ist, sagte am 6. September in Erfurt: „In der aktuellen Flüchtlingskrise geht es auch um die Verteidigung europäischer Werte. Der Wert der Humanität steht dabei an erster Stelle. Ein Europa, das auch nur ansatzweise duldet, daß der Wert der Humanität von EU- Mitgliedsstaaten relativiert wird, ist ein scheiterndes Europa. Der Umgang der ungarischen Regierung mit Flüchtlingen im eigenen Land hat gegenwärtig sehr wenig mit Menschlichkeit zu tun.“

Die Kritik der ungarischen Regierung an der europäischen Flüchtlingspolitik sei, so Gruhner, nicht generell unbegründet. Das politische Handeln der Regierung von Viktor Orban bezeichnete der Thüringer Christdemokrat allerdings als „zutiefst uneuropäisch“. Dieses verletze zentrale und nicht verhandelbare europäische Werte. Gruhner stellte klar: „Wer uneuropäisch handelt und den Wert der Menschlichkeit mißachtet, kann kein Partner Thüringens sein. Ich fordere daher Ministerpräsident Bodo Ramelow auf, die Partnerschaft Thüringens mit Ungarn vorübergehend auszusetzen. Nur wenn Ungarn zu einem menschenwürdigen Umgang mit Flüchtlingen zurückkehrt, kann eine Partnerschaft mit Thüringen dauerhaft fortbestehen. Die Landesregierung muß den Druck auf die ungarische Regierung massiv erhöhen und deutlich die rote Karte zeigen."

Ungarn pflegt mit Thüringen seit 1993 partnerschaftliche Beziehungen. Sie nehmen insofern eine Sonderstellung ein, als auf ungarischer Seite keine Region, sondern der Gesamtstaat als Partner fungiert.

Die vielfältigen Kontakte zwischen Thüringen und Ungarn werden durch eine Gemischte Kommission koordiniert, die abwechselnd in Thüringen und Ungarn tagt. Jeder der Partner bestimmt einen Vorsitzenden. Richtschnur für die Zusammenarbeit mit Ungarn bilden Arbeitsprogramme, die nach Abstimmung zwischen den beteiligten Ressorts während der Kommissionssitzungen verabschiedet werden.

PI-JUT

 

06.09.2015

 


05.09.2015: Falscher Ansatz

Thüringer Wohnungswirtschaft warnt bei Flüchtlingsunterbringung vor „Gießkannenverteilung in leerstehende Wohnungen“.

„Wir begrüßen das Angebot von Ministerpräsident Bodo Ramelow, aufgrund der Engpässe bei Unterbringungsmöglichkeiten das Gespräch mit der Wohnungswirtschaft zu suchen. Die Thüringer Unternehmen der Branche stehen bereit, gemeinsam Lösungen zu suchen, wie beispielsweise Genossenschaftsanteile finanziert werden könnten.“ Das teilte der Verband der Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft am 2. September in einer Presseerklärung mit.

„Das gemeinsame Ziel ist, geeignete leerstehende Wohnungen von kommunalen oder genossenschaftlichen Unternehmen für die Flüchtlingsunterbringung zu nutzen“, betont Verbandsdirektorin Constanze Victor. Viele Unternehmen des Verbandes haben bereits Wohnungen zur Verfügung gestellt. Eine Verteilung über das Gießkannenprinzip sei die falsche Alternative, warnt der Verband.

Die strategischen Überlegungen zur Unterbringung müssen einhergehen mit entsprechender sozialer Betreuung. Unabdingliche Voraussetzungen bei Unterbringung in Gemeinschafts- und dezentralen Unterkünften seien soziale Betreuungspakete. Für Thüringen liege aktuell der Betreuungsschlüssel bei eins zu 150 Flüchtlingen. Das sei für die Wohnungswirtschaft inakzeptabel. Sie fordere eine soziale Betreuung nach dem Faktor eins zu 80. Nur so sei Integration möglich.

Angesichts des wachsenden Drucks unterstütze der Verband auch den jüngsten Vorstoß von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke), eine Gemeinschaftsunterbringung für Flüchtlinge in Regie des Landes zu prüfen. Gemeinschaftsunterkünfte dürften nicht vorverurteilt werden. Allerdings gehörten sie nur in Orte, die damit zahlenmäßig nicht überfordert seien. Das Verhältnis Einwohner/Flüchtlinge dürfe nicht aus dem Gleichgewicht geraten. Generell gelte auch hier: Ohne soziale Betreuung kann es keine qualifizierte Unterbringung geben. Flüchtlinge seien meist Bürger ohne englische/deutsche Sprachkenntnisse. Es müßten deshalb genügend Dolmetscher und Sozialarbeiter für Verhandlungen zur Verfügung stehen, damit Konflikte im Vorfeld vermieden und eine Integration angebahnt werden könne.

Soziale Betreuungspakete sollten auch Pflicht sein, wenn es um eine Verteilung in dezentrale Unterkünfte gehe. Pauschale Vorschläge wie kürzlich von Baden-Württembergs Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne), die Flüchtlinge nach Ostdeutschland zu senden, zeugen für den Verband der Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft von der Hilflosigkeit der Politik gegenüber den Ankommenden. Dieses Gießkannenprinzip sei der falsche Ansatz. Denn nicht jede leerstehende Wohnung an jedem Ort Thüringens eigne sich automatisch zur Unterbringung von Flüchtlingen beziehungsweise sei den Menschen zumutbar. Bevor pauschal die Menschen verteilt würden, müßten Faktoren wie der Zustand der Immobilie aber auch die bestehenden Verpflichtungen in Hinsicht auf Stadt- und Regionalentwicklung des Gebietes geprüft werden.

Der Verband stehe jederzeit für Gespräche bereit, um mit genügend zeitlichem Vorlauf die Unterbringung mit zu organisieren. Diese Unterbringung müsse eingebettet sein in ein Konzept für Infrastrukturbereitstellung, zum Beispiel Schule, Einkaufsmöglichkeiten, ärztliche Versorgung und eine aufsuchende Sozialbetreuung. Für gängige Mietvertragsinhalte und Erläuterungen zur Wohnung solle es in mehreren Sprachen fertige „Sprachführer“ geben.

Nicht zuletzt sollte den Unternehmen, die sich in der Flüchtlingsunterbringung engagieren, eine zumindest kostendeckende Vermietung ermöglicht werden. Dem Vermieter müsse es überlassen werden, wieviele und welche Personen in welchem Gebiet, in  welcher Wohnung untergebracht werden. Denn er kenne Bestände und Mieterstruktur am besten. Die Überbelegung von Wohnungen werde abgelehnt.

„Thüringens Wohnungswirtschaft setzt sich für die Unterbringung von Flüchtlingen ein. Dafür aber müssen alle Fördermittel seitens des Bundes und des Landes auch vollständig durchgereicht werden“, appelliert Constanze Victor an Politik und Verwaltung.

Im Verband Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V. haben sich 198 Mitgliedsunternehmen, darunter 174 Wohnungsunternehmen, zusammengeschlossen. Zusammen bewirtschaften sie 267.300 Wohnungen. Mit 250.000 Wohnungen handelt es sich dabei fast ausschließlich um eigenen Bestand der Unternehmen. Rund 17.300 Wohnungen werden für Dritte, teils in der Wohneigentumsverwaltung, betreut. Nahezu jeder zweite Mieter wohnt bei einem Mitgliedsunternehmen des Verbandes. Seit 1991 investierten Verbands-Mitglieder insgesamt rund 11,4 Milliarden Euro überwiegend in den Wohnungsbestand. 2014 sicherten die Mitglieder mehr als 6500 Arbeitsplätze bei einem Investitionsvolumen von 343 Millionen Euro.

SWENIA TEICHMANN

 

05.09.2015

 


04.09.2015: Farbenfrohe Palette

Beliebter Textilfilialist expandiert weiter: „Ernsting’s family“ feiert am 10. September Neueröffnung in Weimar.

Am 10. September 2015 heißt „Ernsting’s family“ seine Kundschaft zur großen Neueröffnung in der neuen Filiale im Kaufland in der Humboldstraße in Weimar willkommen. Schöner, größer, vielfältiger: Unter diesem Motto erstrahlt die neue Filiale des „familienfreundlichen Textilunternehmens“ in Weimar. „Auf einer großzügigen Verkaufsfläche von rund 180 Quadratmetern wird jeder fündig“, teilte das Unternehmen mit. „Zur Neueröffnung erwartet die Besucher ein buntes und abwechslungsreiches Programm: Am Eröffnungstag gibt es einen Einkaufsrabatt von 20 Prozent auf alle Artikel. Zudem erhalten alle Kunden eine Stempelkarte, die ihnen in den ersten vier Wochen nach der Eröffnung viele Vorteile verschafft. Die Kundschaft erhält je fünf Euro Einkaufswert einen Stempel und bekommt für zehn gesammelte Stempel einen Einkaufsrabatt von 20 Prozent auf das breit gefächerte Sortiment der Filiale.“

Gebietsleiterin Annett Konopka freut sich schon auf das Eröffnungsfest: „Ernsting’s family hat viele Stammkundinnen, die seit Jahren für sich und ihre Familie bei uns einkaufen; jedes Jahr wachsen wir beständig weiter. Wir sind sehr froh und auch stolz, mit unserer neuen Filiale und unseren Kunden zu diesem beachtlichen Erfolg beizutragen.“

„Ernsting’s family“ gilt vor allem als ein Anlaufpunkt für Mütter: Die farbenfrohe Produktpalette erstreckt sich von modernen Wohnaccessoires über aktuelle, ständig wechselnde Mode-Highlights für Babys, Kinder, Jugendliche und Damen bis hin zu Herrenwäsche. Dabei werde auf hohen Qualitätsanspruch zu überraschend günstigen Preisen Wert gelegt, so daß der Einkauf für die Familie doppelt Freude mache.

„Ernsting's family“ bezeichnet sich selbst als das „Textilgeschäft für die ganze Familie mit Schwerpunkt auf Damenober- und Kinderbekleidung, das die Bedürfnisse junger Familien versteht“. Das Unternehmen wurde 1968 von Kurt Ernsting in Coesfeld-Lette (Westfalen) gegründet. Es gehört mit rund 1800 Geschäften sowie fast 12.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu den größten Textilfilialisten im deutschsprachigen Raum. Seit Herbst 2010 ist „Ernsting’s family“ auch auf dem österreichischen Markt vertreten. Kunden haben die Möglichkeit, aktuelle Kleidung, Accessoires und in vielen Filialen auch Spielwaren zu günstigen Preisen zu erwerben. Produkte sind nicht nur in den Filialen und im Online-Shop erhältlich, sondern seit Anfang 2013 auch bequem per Smartphone von unterwegs.

SVENJA KINAST

 

04.09.2015

 


03.09.2015: „Realistische Ziele“

Land forciert Ausbau des schnellen Internets: Thüringens Staatssekretär Georg Maier (SPD) schaltet 400-MBit-Netz der TeleColumbus AG frei.

Thüringens Wirtschaftsstaatssekretär Georg Maier (SPD) hat das Ziel einer flächendeckenden Versorgung Thüringens mit schnellem Internet bis zum Ende dieses Jahrzehnts bekräftigt. „Unser Ziel sind Bandbreiten von mindestes 30 und, wo immer möglich und erforderlich, auch weit darüber“, sagte Maier am 3. September beim Start eines neuen, 400 Megabit schnellen Breitbandnetzes der TeleColumbus AG in Jena. Die Politik habe in der Vergangenheit zu oft Ausbauziele formuliert, die dann nicht eingehalten wurden, so der Wirtschaftsstaatssekretär. „In Thüringen setzen wir uns deshalb zunächst realistische Ziele. Der neue Highspeed-Zugang in Jena zeigt aber, wo die Reise beim Breitbandausbau eigentlich hingehen muß.“

Das Land werde diese Entwicklung durch die Neuausrichtung der Breitbandförderung unterstützen, sagte Maier: So wird die Förderung geöffnet und für weitere Zielgruppen zugänglich gemacht. Künftig sind neben den Kommunen künftig auch Unternehmen, die Breitbandnetze einrichten wollen, sowie Betreiber von öffentlich zugänglichen W-Lan-Netzen förderfähig. Dabei können nicht mehr nur die – teilweise schwer zu ermittelnden – „Wirtschaftlichkeitslücken“, sondern auch die konkreten Investitionskosten bezuschußt werden. „Das vereinfacht die Antragstellung“, betonte der Wirtschaftsstaatssekretär. Auch die Fördermittel wurden noch einmal deutlich verstärkt: Bis 2020 stehen einschließlich der Bundesmittel rund 40 Millionen Euro für den Breitbandausbau in Thüringen zur Verfügung.

Es bleibe aber dabei, daß der Ausbau nur dort gefördert werde, wo ein wirtschaftlicher Betrieb ohne eine öffentliche Förderung nicht möglich sei und es deshalb nach wie vor an einer hochbitratigen Breitbandversorgung fehle. Der Ausbau des superschnellen Internets durch TeleColumbus in Jena war ohne öffentliche Fördermittel erfolgt. „Eine zukunftsweisende Ausbaustrategie für den Breitbandausbau darf sich nicht mehr nur an dem nächsten Geschwindigkeitsschritt orientieren, sondern muß eine Dateninfrastruktur schaffen, die im 21. Jahrhundert tatsächlich Bestand hat“, sagte Maier weiter. Dies bedeute Netzausbau statt Netzoptimierung, den Einsatz zukunftsweisender Übertragungstechnologien sowie die Lösung des Problems der „letzten Meile“ – also der letzten Kabelmeter zu den Hausanschlüssen.

Um den weiteren Breitbandausbau zu forcieren, hat das Wirtschaftsministerium das Fördervolumen erhöht. So werden im Landesprogramm bis 2020 nunmehr rund 18 Millionen Euro Förderung zur Verfügung stehen. Hinzu kommen Mittel aus der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) in Höhe von 900.000 Euro pro Jahr, die jeweils hälftig von Bund und Land finanziert werden. Schließlich erhält Thüringen aus der Versteigerung von freigewordenen Funkfrequenzen („Digitale Dividende“) weitere zirka 17 Millionen Euro vom Bund, die in den kommenden drei Jahren (also bis einschließlich 2017) für den Breitbandausbau eingesetzt werden sollen.

STEPHAN KRAUSS

 

03.09.2015


03.09.2015: Länger gemeinsam lernen

Vorfreude an der Michaelisschule: Die Freie Montessori-Gemeinschaftsschule Bad Lobenstein weiht am 11. und 12. September das erweiterte Schulgebäude ein.

„Seit 1. August 2014 sind wir Freie Montessori-Gemeinschaftsschule“, berichtet Schulleiterin Anett Richter. „Das heißt, Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung können nun mindestens bis zur neunten Klasse zusammen lernen und alle Schulabschlüsse bei uns erreichen oder darauf vorbereitet werden. Dafür mußte unser Schulgebäude erweitert werden. Nun sind alle Arbeiten abgeschlossen und das wollen wir feiern. Alle Interessierten sind zur Einweihung und zu einem Tag der offenen Tür herzlich eingeladen“, freut sich Anett Richter.

Die Schule ist in zwei Bereiche, eine Förderschule und die Freie Montessori-Gemeinschaftsschule, gegliedert.

In der Förderschule werden 40 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Die Kinder weisen einen erhöhten sonderpädagogischen Förderbedarf auf und werden ihren Bedürfnissen entsprechend individuell gefördert und gebildet.

In der Freien Montessori-Gemeinschaftsschule lernen 131 Mädchen und Jungen. Das gemeinsame Leben und Lernen von behinderten und nichtbehinderten Schülerinnen und Schülern ist der pädagogische Grundgedanke der Einrichtung. Die Förderschule und die Freie Montessori-Gemeinschaftsschule befinden sich unter einem Dach. Sie ergänzen und fördern sich, sie lernen mit- und voneinander.

Seit dem Schuljahr 2014/ 2015 gibt es eine 5. Klasse und mittlerweile eine 6. Klasse. In den nächsten Jahren soll die Schule weiter wachsen und den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geben, den Haupt- beziehungsweise Realschulabschluß zu erlangen. Auch ein Übertritt ans Gymnasium ist bei entsprechenden Leistungen jederzeit möglich.

Die Schule gehört zum Michaelisstift Gefell und ist eng mit der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein verbunden.

SANDRA SMAILES

 

03.09.2015

 


02.09.2015: Ungebrochene Investitionslaune

„Konjunkturschwung für kräftigen Investitionsschub nutzen“: Wirtschaftsministerium verbessert Konditionen der GRW-Förderung in Thüringen.

Das Thüringer Wirtschaftsministerium hat die Konditionen für die GRW-Investitionsförderung – mit einem Umfang von rund 100 Millionen Euro jährlich das wichtigste Programm der Unternehmensförderung in Thüringen – noch einmal verbessert. So sind Projekte künftig bereits ab einer Investitionssumme von 100.000 Euro (statt bisher 250.000 Euro) förderfähig. Zudem wurde die Förderung für weitere Branchen geöffnet und neue Fördertatbestände wurden aufgenommen. „Die Investitionslaune der Thüringer Unternehmen ist ungebrochen gut“, sagte Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). „In dieser Situation wollen wir mit der Wirtschaftsförderung Anreize für zusätzliches Wachstum und mehr Beschäftigung geben.“

Derzeit liegen bei der Thüringer Aufbaubank (TAB) insgesamt 61 GRW-Förderanträge mit einem Investitionsvolumen von zusammen 376 Millionen Euro vor. Mit diesen Projekten sollen nach Angaben der Unternehmen mehr als 2900 Arbeitsplätze gesichert und 640 neu geschaffen werden. Dafür wurden Fördermittel von insgesamt 65 Millionen Euro beantragt. Hinzu kommen 31 Projekte mit einer Investitionssumme von 73 Millionen Euro, die in diesem Jahr bereits bewilligt worden sind. Hier sollen mehr als 900 Arbeitsplätze gesichert und 160 neu geschaffen werden. „Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Antragseingang noch einmal deutlich erhöht“, sagte der Minister. „Wir gehen aber davon aus, in diesem Jahr für alle förderfähigen Projekte auch einen Zuschuß bereitstellen zu können.“

Die Änderung der GRW-Förderkonditionen umfaßt – neben der Absenkung der Zugangsschwelle auf Investitionskosten in Höhe von mindestens 100.000 Euro – insbesondere die Öffnung für baunahe Wirtschaftszweige wie etwa Hersteller von Fertigbauteilen, Ausbauelementen, Konstruktionsteilen, Fliesen, Sanitärkeramik oder die Steinverarbeitung. Zudem ist die Förderung für das Leasing von Wirtschaftsgütern erleichtert worden. Neu aufgenommen wurde eine Fördermöglichkeit für Innovationscluster. Bei Baumaßnahmen können darüber hinaus in einem größeren Umfang als bisher auch Planungsleistungen bei der Förderung berücksichtigt werden. Die Änderungen traten mit dem 1. September 2015 in Kraft.

„Wir erweitern also vor allem den Kreis der Unternehmen, die für eine Förderung in Frage kommen“, machte Tiefensee deutlich. „Auf diese Weise hoffen wir, den Schwung der momentan guten Konjunktursituation für einen kräftigen Investitions- und Beschäftigungsschub nutzen zu können.“

STEPHAN KRAUSS

 

02.09.2015

 


02.09.2015: Beschränkte Reichweiten im Blick

Eines der größten Entwicklungsprojekte im Bereich der Elektromobilität in Thüringen schließt die dritte Projektphase der Systementwicklung erfolgreich ab und beginnt fortan mit dem Aufbau des Demonstrators zur großflächigen Erprobung elektromobiler Logistik im Stadtgebiet von Erfurt.

Ein Jahr arbeiteten die acht Konsortialpartner daran, ein innovatives Produkt zur Unterstützung von Fahrern, Disponenten und Kunden in elektromobilen Lieferprozessen zu entwickeln. So wurden computerbasierte Systeme geschaffen, die das Elektrofahrzeug während des Abfahrens der Tour genauestens im Blick behalten und fokussiert auf die beschränkten Reichweiten überwachen.

Dafür entwickelte die Friedrich-Schiller-Universität Jena ein derzeit am Markt einzigartiges Reichweitenmodell. So kann bereits während der Planung einer Tour sichergestellt werden, daß das E-Fahrzeug die Tour auch tatsächlich leisten kann. Auch während der Fahrt werden aus den Fahrzeugen Daten ausgelesen, verarbeitet und der Ist-Zustand permanent mit der noch benötigten Menge Energie abgeglichen. Durch Echtzeitinformationen zum Verkehr in Erfurt, dem Wetter, sowie vielen weiteren, die Fahrzeugreichweite beeinflussenden Faktoren, reagiert das System zudem zügig auf „Ausnahmen“ und stellt sicher, daß der Fahrer alle Lade- und Abladepunkte erreicht.

Darüber hinaus werden dem Fahrer und dem Disponenten alle relevanten Informationen zum Status des Fahrzeuges sowie zur Tour mobil zur Verfügung gestellt. So löst das System die Problematik der beschränkten Reichweiten und baut zugleich bei allen beteiligten Akteuren Bedenken und Barrieren bezüglich der Elektrofahrzeugnutzung ab.

Bereits während der Entwicklungsphase wurde der Elektrofahrzeugeinsatz in der Erfurter City-Logistik ausgiebig getestet. Unter Federführung der Fachhochschule Erfurt und drei im Projekt eingebundenen Logistikpartnern wurden neue auf die Elektromobilität angepaßte Logistikkonzepte entwickelt und erprobt. So werden in Erfurt seit nunmehr zwei Jahren Automaten elektromobil bestückt, Apotheken CO2-neutral beliefert und Expreßsendungen umweltschonend zugestellt.

In der nachfolgenden Projektphase des Demonstratoraufbaus werden jetzt alle Einzelsysteme erstmalig „verheiratet“ und die großflächige Erprobung im Innenstadtgebiet von Erfurt vorbereitet. Dafür stehen die im Projekt gebundenen Fahrzeuge und 59 weitere durch das Land Thüringen geförderte Elektrofahrzeuge des Förderprogrammes „Elektromobilität Thüringen“ zur Verfügung. Diese Fahrzeuge werden ab 2016 das System vollumfänglich in Erfurt erproben.

Das Thüringer Konsortium hatte, nach der erfolgreichen Bewerbung im Technologiewettbewerb „IKT für Elektromobilität II“ des Bundeswirtschaftsministeriums, im Juli 2013 seine Projektarbeit aufgenommen und damit verbunden eine Förderzusage in Höhe von zirka vier Millionen Euro für die kommenden drei Jahre zur Umsetzung der Entwicklungsidee erhalten. Das Gesamtvolumen des Forschungs- und Entwicklungsprojektes umfaßt knapp sieben Millionen Euro.

Im Projektergebnis stehen den Handels- und Logistikunternehmen unter anderem auf elektromobilitäts-spezifische Prozesse angepaßte und auf einer Internet-Plattform vernetzte Dienste, auch als Erweiterung bestehender IT-Logistiksysteme, zum intelligenten Flottenmanagement zur Verfügung.

Es ist eines von 17 Projekten des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Forschungsprogramms „IKT für Elektromobilität II – Smart Car – Smart Grid – Smart Traffic“. Mit diesem Forschungsprogramm werden derzeit bis Ende 2016 neue Konzepte und Technologien für das Zusammenspiel von intelligenter Fahrzeugtechnik im Elektroauto (Smart Car) mit Energieversorgungs- (Smart Grid) und Verkehrssteuerungssystemen (Smart Traffic) auf der Basis von moderner Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) entwickelt.

Konsortialpartner sind die Dako-Unternehmensgruppe, die BTF GmbH und Co.KG, die eLog Systembetrieb GmbH, die  Epsa Elektronik- und Präzisionsbau Saalfeld GmbH, die Fachhochschule Erfurt, die Friedrich-Schiller-Universität Jena, die Navimatix GmbH und die Tabakwarenvertriebsgesellschaft mbH und Co.KG.

DANIEL STEGMANN

 

02.09.2015


01.09.2015: Last Minute-Schnuppern

Für Bewerber und kurzentschlossene Studieninteressierte veranstaltete die Hochschule Nordhausen am 31. August einen Hochschulinformationstag (HIT) mit anschließendem Grillfest.

Insgesamt 423 Gäste, davon 181 Bewerber, hatten sich für den Infotag angemeldet, um die Nordhäuser Hochschule kennenzulernen und einen ersten Eindruck vom Campus und den Lehrenden zu bekommen. Um 14 Uhr eröffnete Hochschul-Präsident Prof. Dr. Jörg Wagner die Veranstaltung mit einer offenen Fragerunde. Anschließend stellten die Studiendekane der Hochschule die einzelnen Studiengänge näher vor. Studierende der HSN boten Campusführungen an, so daß die zahlreich erschienenen Gäste einen guten Überblick über die Hörsäle, die zentralen Einrichtungen wie zum Beispiel die Bibliothek, die Forschungsinstitute und die Wohnheime erhielten.

Darüber hinaus gab es Informationsstände zum Studentischen Wohnen bei der Wohnungsbaugenossenschaft WBG eG Südharz und dem Studentenwerk Thüringen sowie einen Info-Point des Studien-Service-Zentrums, wo alle Fragen rund ums Studieren und Bewerben beantwortet wurden. Auch der Studierendenrat (StuRa) war vor Ort und bot jede Menge Infos zum Leben, Studieren und Engagieren in Nordhausen.

Als besonderer Abschluß erwartete die Gäste ein gemütliches Grillfest bei allerbestem Sommerwetter. Das Team der Mensa hatte allerlei kulinarische Leckereien am Grillbuffet zubereitet; auch die Vegetarier und Veganer kamen dabei nicht zu kurz.

TINA BERGKNAPP

 

01.09.2015

Ersten Eindruck bekommen: Hochschulinfotag für Studieninteressenten mit Grillfest an der Hochschule Nordhausen.

Fotos (7): TINA BERGKNAPP

 

01.09.2015: „An den Grenzen der Leistungsfähigkeit“

Thüringer Beamtenbund fordert angesichts der Flüchtlingswelle in Thüringen, „den Stellenabbau in der Landesregierung jetzt zu stoppen.“ Unser Land brauche gerade jetzt einen starken Staat.

Der Beamtenbund und Tarifunion Thüringen (tbb) fordert die Landesregierung auf, abweichend von ihrem Koalitionsvertrag, den Stellenabbau in der Landesregierung jetzt zu stoppen. Hintergrund ist die anhaltende Flüchtlingswelle in Deutschland.

„Was unser Land jetzt braucht, ist ein starker Staat, der die Aufgaben anpackt und ohne Umwege Lösungswege für alle Beteiligten findet. Der beschlossene Stellenabbau ist in dieser Zeit nicht mehr haltbar, da in allen Bereichen des Landes jede Arbeitskraft benötigt wird.“ Das fordert Helmut Liebermann, Landesvorsitzender des tbb. „Die Weiterverfolgung des pauschalen Stellenabbaus in allen Bereichen des öffentlichen Dienstes lähmt den Staat zusätzlich in Zeiten, in denen wir jede Hand brauchen!“

Nach dem Königsteiner Schlüssel werden dem Land Thüringen 2,67 Prozent aller ankommenden Flüchtlinge in Deutschland zur Aufnahme zugewiesen, und es ist die Aufgabe Thüringens, bis zum Abschluß des Asylverfahrens und darüber hinaus für deren Unterbringung und Versorgung aufzukommen. Das bedeutet nicht nur die Versorgung mit geeignetem Wohnraum und Lebensmitteln, sondern auch in allen anderen Bereichen der öffentlichen Daseinsfürsorge, wie ärztliche Versorgung, Sicherheit und Schutz, Sozialbetreuung, Beförderung im öffentlichen Personennahverkehr, schnelle Bearbeitung der Asylanträge sowie Bildung. „Zusammenfassend betrifft dies alle Bereiche des öffentlichen Dienstes“, so Liebermann.

Die stellvertretende Beamtenbund-Vorsitzende Mareike Klostermann stellt weiter fest: „Schon jetzt sind die Mitarbeiter in den Landesaufnahmestellen und kommunalen Gemeinschaftsunterkünften sowie unsere Polizisten, Lehrer und Sozialarbeiter an den Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit.“

Der Thüringer Beamtenbund warnt: „Um diesen Menschen ein Willkommen zu bieten, das einer Willkommenskultur würdig ist, gleichzeitig aber den berechtigten Interessen der Thüringerinnen und Thüringer Rechnung zu tragen, brauchen wir auch beim Personal ausreichende Ressourcen! Doch Personal haben wir zuletzt immer abgebaut und wollen es weiter abbauen. Mit dem jetzigen Spontanzuwachs an Aufgaben darf dieser Abbau nicht mehr weitergehen!“

Der Beamtenbund und Tarifunion Thüringen (tbb) ist der Dachverband von derzeit 35 Fachgewerkschaften, die Mitglieder in allen Bereichen des öffentlichen Dienst sowie des privatisierten Dienstleistungssektor in Thüringen vertreten. Er wirkt als Spitzenorganisation auf Landesebene bei der Ausgestaltung beamtenrechtlicher Regelungen sowie auf Bundesebene über den Bundesdachverband Beamtenbund und Tarifunion bei Tarifverhandlungen in den Bereichen TV-L und TVöD mit. Auf Landesebene vertritt er ein Drittel der Landesbediensteten.

PM-TBB

 

01.09.2015


01.09.2015: „Situation so gut wie kaum jemals zuvor“

Gute Arbeitsmarktsituation in Thüringen bietet Chancen zur beruflichen Neuorientierung: Wirtschaftsminister ermutigt Arbeitnehmer, Jobwechsel und damit Einkommensverbesserungen anzustreben.

Angesichts der guten Situation auf dem Arbeitsmarkt und dem anhaltend hohen Fachkräftebedarf der Wirtschaft hat Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) die Arbeitnehmer in Thüringen aufgerufen, über eine berufliche Neuorientierung nachzudenken – sofern sie mit ihrer derzeitigen Beschäftigungs- und Einkommenssituation unzufrieden sind. „Die Chancen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, durch Jobwechsel einen beruflichen Aufstieg und höhere Einkommen zu erreichen, waren nie so gut wie heute“, sagte Tiefensee. Es sei längst nicht mehr so, daß Arbeitnehmer – wie noch Ende der 90er Jahre – durch die schwierige Lage am Arbeitsmarkt geradezu genötigt seien, jede gering qualifizierte, schlecht bezahlte Tätigkeit anzunehmen. „Die Situation hat sich auch in Thüringen grundlegend verbessert“, sagte der Minister. Gut qualifizierten Beschäftigen stünden viele Wege und Möglichkeiten offen. „In meinen Gesprächen mit Beschäftigten in Thüringen stelle ich aber immer wieder fest, daß sich viele in beruflichen Dingen noch sehr stark von der Jobunsicherheit und Existenzangst der Nachwende-Jahre leiten lassen“, so der Minister.

Nach Angaben der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt/Thüringen der Bundesagentur für Arbeit (BA) ist die Zahl der Arbeitslosen im August um 500 auf nunmehr 82.700 nur geringfügig gesunken, im Vergleich zum Vorjahr ist das aber ein Rückgang um 4300 Arbeitsuchende. Die Arbeitslosenquote liegt, wie schon im Vormonat, bei 7,2 Prozent. „Dennoch ist die Situation so gut wie kaum jemals zuvor“, sagte Tiefensee mit Blick auf den zu erwartenden Herbstaufschwung auf dem Arbeitsmarkt. Auch für Hilfskräfte sei jetzt der richtige Zeitpunkt, um zum Beispiel eine Weiterqualifizierung anzustreben. Für die Unternehmen, die Arbeitskräfte suchen, bedeute dies, daß sie gute Rahmenbedingungen für ihre Beschäftigten schaffen müßten. „Das müssen nicht immer nur höhere Löhne, das können auch Aufstiegs- und Karrieremöglichkeiten oder eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf sein“, sagte Tiefensee. Arbeitgeber, die sich der Entwicklung nicht anpassten, hätten allerdings zwangsläufig das Nachsehen. „Thüringen muß weg vom Ruf des Billiglohnlands“, so der Minister. Wenn das Land Fachkräfte binden und für qualifizierte Zuwanderer attraktiv werden wolle, müsse es ein Land der guten Arbeit werden.

In Thüringen werden laut einer Fachkräftestudie des Zentrums für Sozialforschung Halle (ZSH) im Auftrag des Thüringer Wirtschaftsministeriums bis 2025 über 250.000 Arbeitskräfte benötigt. Dabei entsteht der größte Teil – rund drei Viertel – des Fachkräftebedarfs in drei Wirtschaftsbereichen: der Industrie mit 70.000, den unternehmensnahen Dienstleistungen mit 68.800 und dem Gesundheits- und Sozialwesen mit 67.000 benötigten Fachkräften. In der Industrie werden die meisten Beschäftigten in der Computer-, Optik- und Elektronikbranche (15.700), im Maschinenbau (12.200), in der Kunststoffbranche (7600), in der Metallverarbeitung (7200) und in der Ernährungswirtschaft gesucht (5400). Auch die Automobilzulieferbranche hat bis 2025 rund 3400 Stellen zu besetzen.

STEPHAN KRAUSS

 

01.09.2015

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Die Ausgabe 3/2017 berichtet über ein ereignisreiches Jahr in der Wartburgregion.

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