Nachrichten aus dem Freistaat Oktober 2015

Oktober 2015

31.10.2015: Verführerische Exemplare

Apfel-Skulpturen führen durch Apoldas Innenstadt: Gesunde Frucht als Symbol der Verbundenheit zur Stadt und der Landesgartenschau.

Da gibt es den Äpple-Woi und dort riesige Apfel-Plantagen, da darf man einen fruchtig-scharfen Apfel-Schnaps kosten, anderswo wird zum Blütenfest eingeladen. Nur nicht in Apolda, was ursprünglich von apuldre (Apfelbaum) beziehungsweise von Appulen (1180) Apfel-Aue abgeleitet wurde.

In Gramont (Kosename für die Stadt) hat sich der Apfel wohl zurückgezogen in Kleingartenanlagen und die Streuobstwiese am Apfelbach. Der fließt munter in den Herressener Bach und löst sich dort auf. Wer dem Apfel frönt, muß die Fahnerschen Höhen nahe Erfurt aufsuchen oder in Tiefengruben den Herbstmarkt besuchen. Und in Apolda, der Appelaue?

Es mußten ein paar Jahrhunderte vergehen, ehe sich in der kleinen Stadt, die übrigens 2017 den Auftrag hat, in Thüringen die 4. Landesgartenschau auszurichten, ein Verein (Apolda blüht auf) aufmachte, Apfel-Skulpturen gestalten zu lassen. Eine wunderbare Idee!

Diese „Früchte“ sind allerdings aus einem Kunststoff-Glasfaser-Gemisch, herrlich anzuschauen, doch ungenießbar. Wer wollte, konnte die ersten Exemplare bereits 2014 zum Festessen auf dem Apoldaer Marktplatz bestaunen – Gramont bittet zu Tisch, hieß die Einladung.

Auch zum jüngsten Apoldaer Zwiebelmarkt konnten die Besucher die riesigen Äpfel am Brückenborn (Salon Deinhardt) bestaunen. Ein schönes Motiv für das musikalische Duo Antje und Rick, die auf der Hauptbühne ein vielbeachtetes Konzert gaben. Sie sind übrigens zum Überraschungskonzert „Dezemberträume“ (Benefizkonzert zu Gunsten des Kinderhospizes Mitteldeutschland) am 5. Dezember 2015 in der Apoldaer Lutherkirche zu erleben.

Der Zeitraum ist schon absehbar, in dem 55 solcher Äpfel durch die Stadt führen, ein Weg, den einst der legendäre Apoldaer Schal nahm und auf über einem Kilometer die Stadtfarben leuchten ließ. 35 solcher verführerischen Exemplare gibt es schon zum Oktoberende 2015. Dabei ist der Preis heftig. Fast 400 Euro berappen die Interessierten – Unternehmer wie auch Privatpersonen, Freundeskreise und Vereine. Natürlich können auch kleinere Beträge gesponsert werden. Die füllen dann das Sparschwein, bis wieder vier Hunderter zusammen sind und der Verein einen weiteren Bürger-Apfel ordern kann.

Die Äpfel kommen als „Wegweiser“ in die Innenstadt und symbolisieren den Apfel im Wappen der Vitzthume, verkörpern Fruchtbarkeit, Gesundheit, Weisheit und Güte und immer neues Erblühen. Das kommt auch im Wappen der Stadt zum Ausdruck – aus einem abgehauenen Stamm (schwere Zeiten) sprießen immer neu kräftige Äste. Ein wiederkehrendes Erwachen der Natur wie Blütezeit Apolda 2017.

Bis 2018 werden die sicher befestigten Äpfel dann Wegweiser und Symbol zugleich sein, können aber nach der Landesgartenschau das Grundstück der Apfel-Besitzer zieren.

Die Apfelroute I beginnt beim Bahnhof, weiter durch die Bahnhofstraße (zur Kernzone I gehörend, auch Paulinen-Park genannt), weiter zum Brückenborn, Brauhof, Markt, Topfmarkt bis zum Parkplatz an der Straße des Friedens, dann weiter in Herressener Promenade (Kernzone II der Landesgartenschau 2017.  Die Zusatz-Apfelroute II verläuft von der Promenadenstraße, Straße des Friedens, Marktplatz am Rathaus, Apothekergäßchen, über die Kreuzung Ritterstraße zum Brühl, weiter zum Schulplatz mit dem Strickermann-Brunnen, dann Johannisgasse, Teichgasse, über den Lindenberg nahe der Lutherkirche, Melanthonplatz, Lutherkirchstraße an der Hauptstelle Apolda der VR-Bank Weimar und einmündend bis in die Bahnhofstraße.

HARTWIG MÄHLER

 

31.10.2015

 

 

Ein schönes Motiv für das musikalische Duo Antje und Rick: Die riesigen Äpfel am Brückenborn in Apoldas Innenstadt.

 

Foto: HARTWIG MÄHLER


30.10.2015: Weiter unter der Ein-Prozent Marke

Inflationsrate im Oktober liegt in Thüringen voraussichtlich bei 0,6 Prozent.

Die Jahresteuerungsrate erhöhte sich von 0,3 Prozent im September auf 0,6 Prozent im Oktober. Im Monatsvergleich blieb der Verbraucherpreisindex nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik mit einem Indexstand von 106,9 Prozent (Basis 2010 = 100 Porzent) konstant.

Im Jahresvergleich wiesen die Verbraucherpreise in Thüringen im Oktober im Durchschnitt ein um 0,6 Prozent höheres Niveau als im Vorjahr aus. Damit liegt die Inflationsrate weiter unter der Ein-Prozent Marke.

Die schwache Jahresteuerungsrate ist laut Landesamt für Statistik unter anderem auf die unter dem Vorjahresniveau liegenden Energiepreise (Haushaltsenergie und Kraftstoffe -9,5 Prozent) zurückzuführen. Die Preise für Kraftstoffe gaben im Jahresvergleich um 13,9 Prozent, die Preise für Haushaltsenergie (Strom, Gas und andere Brennstoffe) um 7,1 Prozent nach. Am stärksten fielen die Preise für Heizöl (-27,1 Prozent). Mit einem Index von 84,1 Prozent wiesen sie den niedrigsten Stand seit sechs Jahren aus.

Ohne die verbraucherfreundliche Entwicklung der Energiepreise würde die Thüringer Inflationsrate im Oktober 1,9 Prozent betragen.

Deutlich über dem Vorjahresniveau lagen die Preise für Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen (3,4 Prozent), die Preise für alkoholische Getränke und Tabakwaren (2,9 Prozent) sowie die Preise für Bekleidung und Schuhe (2,3 Prozent).

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich binnen Jahresfrist um 1,9 Prozent. Preissteigerungen verzeichneten Obst (6,6 Prozent), Gemüse (14,5 Prozent) sowie Brot und Getreideerzeugnisse (3,1 Prozent). Aufgrund des drastischen Rückgangs der Milchpreise verbilligten sich Molkereiprodukte und Eier binnen Jahresfrist um 7,4 Prozent.

Im Vergleich zum Vormonat blieb der Indexstand von 106,9 Prozent nahezu konstant. Preissteigerungen wurden in den Bereichen Möbel, Leuchten, Geräte und anderes Haushaltszubehör (0,4 Prozent), Freizeit, Unterhaltung und Kultur (0,3 Prozent) sowie im Bildungswesen (0,3 Prozent) beobachtet. Rückläufige Preise verzeichneten Bekleidung und Schuhe (-0,5 Prozent), Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke (-0,4 Prozent) sowie die Preise im Bereich Verkehr (-0,4 Prozent), insbesondere die Kraftstoffe (-2,1 Prozent).

PI-TLS

 

30.10.2015

 


30.10.2015: Simulierte Extremsituationen

Mit dem Traktor sicher über Hof und Feld: Spezielles Fahrtraining für Landwirte.

Das Fahren von landwirtschaftlichen Gespannen und Zugfahrzeugen birgt ein nicht unerhebliches Unfallpotential. Dies wird vor allem während der Erntezeit im Herbst deutlich. Hinzu kommen stärkere Maschinen und immer größere Anhänger, die beherrscht werden müssen.

Der ADAC Hessen-Thüringen bietet in seinem Fahrsicherheitszentrum in Nohra ein spezielles Trainingsformat an: Ziel des „Fahrsicherheitstrainings Landwirtschaft“ ist es, Gefahren richtig einzuschätzen und Grenzsituationen sicher zu bewältigen. Fahrzeugbeherrschung, das Wissen über richtige Ladungssicherung und Maßnahmen zum persönlichen Gesundheitsschutz gehören zu den Trainingsinhalten.

Im ADAC-Fahrsicherheitszentrum Thüringen steht moderne Technik zur Verfügung. Verschiedene Extremsituationen können mittels Wasserhindernissen, unterschiedlichen Fahrbahnbelägen und Fahrsituationen simuliert werden.

Teilnehmer können mit sechs modernen Traktoren mit bis zu 250 PS trainieren. In einzelnen Trainingsblöcken werden diese mit verschiedenen Anbaugeräten und Anhängern kombiniert und mit unterschiedlichen Beladungszuständen ballastiert. Unter Anleitung erfahrener ADAC-Trainer können die Teilnehmer die Reaktion der Fahrzeuge und das eigene Fahrkönnen testen.

Das Training wird unter bestimmten Bedingungen von der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forst und Gartenbau, vom Europäischen Landwirtschaftsfond oder auch durch den Freistaat Thüringen bezuschußt.

MANUELA TÜROFF

 

30.10.2015

 


30.10.2015: Verbesserte Version

Beeindruckende Reise: Heliumballon von Studenten der Ernst-Abbe-Hochschule Jena soll die Erde umrunden.

Ist es möglich, mit einem Heliumballon die Erde zu umrunden? Mit dieser Frage hat sich ein Studententeam aus dem Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik der Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena beschäftigt. Dabei wollen nicht die Studenten selbst im Ballon fahren, sondern eine eigens dafür entwickelte Elektroniknutzlast hat die Reise zu Beginn dieses Monats angetreten.

Für die Vorbereitung eines erfolgreichen Fluges waren gleich mehrere Aufgaben zu lösen: Damit ein Ballon lange Zeit in der Luft verbringen kann, muß er auf einer konstanten Höhe schweben. Dies wird dadurch erzielt, daß zunächst nur ein geringer Überdruck im Ballon erzeugt wird. Ist dieser Überdruck zu hoch, besteht die Gefahr, daß der Ballon platzt. Es sind somit sowohl Fingerspitzengefühl als auch Erfahrung nötig, um die richtigen Werte zu erzielen.

Um den Ballon zum Schweben zu bringen, brauchte das Team – Stefan Biereigel, Severin Haas und Sebastian Weiß – mehrere Versuche, bei denen das physikalische Wissen jedes einzelnen schwer auf die Probe gestellt wurde.

Schon wenige Minuten nach dem Start ist ein zirka 80 Zentimeter großer Folienballon mit bloßem Auge kaum mehr zu sehen. Um die Verfolgbarkeit zu gewährleisten, entwickelte das Team einen  sogenannten „Ballon-Tracker“. Damit ist es möglich, den Ballon über lange Zeit zu verfolgen. Die Teammitglieder sind Funkamateure, kennen sich also bestens mit Funkübertragungen aus. Sie entwickelten für diesen Zweck eine Nutzlast, welche die Ballonposition per GPS empfängt und per Funk wieder aussendet. Die Daten enthalten nicht nur die Position, sondern auch Höhe, Temperatur und Batteriespannung.

Für die Studenten ist es sehr spannend, die Abhängigkeiten der verschiedenen Meßwerte in unterschiedlichen Höhen und zu unterschiedliche Tageszeiten zu analysieren, um die physikalischen Vorgänge zu verstehen.

Am 3. Oktober startete das Team seinen 12. Pico-Ballon. Die im Vergleich zum Ballon winzige Nutzlast kam diesmal in einer verbesserten Version zum Einsatz: Es ist nun möglich, daß ein weltweites Netz von automatischen Funkstationen die Daten des Ballons empfangen kann. Die Herausforderung bei der Entwicklung der angesprochenen Nutzlast bestand darin, sie auf das wesentliche zu reduzieren und durch extrem niedrigen Stromverbrauch eine lange Laufzeit zu gewährleisten.

Die Nutzlast trägt den Namen „uTrak“, kurz für Micro-Tracker. Mit Maßen von 1,5 mal 4,5 Zentimetern ist „uTrak“ kaum größer als ein USB-Stick und wiegt nur zwei Gramm. Im Vergleich dazu bringt die benötigte Energieversorgung, eine handelsübliche AA-Batterie, 20 Gramm auf die Waage. Mit ihr ist eine Laufzeit von mehr als 70 Stunden möglich.

Drei Tage lang konnte der Ballon bisher verfolgt werden. „Vor einem Start weiß man nie genau, wohin es den Ballon trägt", so Sebastian Weiß und fügt hinzu: „Die letzte exakt ermittelte Position war nördlich von Minsk und das letzte Lebenszeichen wurde zirka 860 Kilometer südöstlich von Moskau empfangen.“

Eine beeindruckende Reise. Dies ist dennoch nicht das maximal Mögliche, da sind sich die Studenten einig: „In einem vorherigen Versuch schaffte es ein Ballon schon bis hinter Nowosibirsk in Sibirien", erzählt Stefan Biereigel. Durch stetige Weiterentwicklung wollen die drei ihrem Ziel der Weltumrundung immer näher kommen. Severin Haas hat bereits die nächste Entwicklung von „uTrak“ vor Augen: „Wir bauen gerade Solarzellen an die Nutzlast, damit wir unabhängig von der Batterie werden."

SIGRID NEEF

 

30.10.2015

 

 

Ballonstart: Ziel Weltumrundung.

Fotos (3): S. HAAS

 

 

Kaum größer als ein USB-Stick: Die Nutzlast trägt den Namen „uTrak“, kurz für Micro-Tracker.

 

 

 

„Vor einem Start weiß man nie genau, wohin es den Ballon trägt": Die letzte exakt ermittelte Position war nördlich von Minsk.


29.10.2015: „Dilemma benennen“

Gründungsversammlung stellte Vorschläge der CDU nicht zur Diskussion: Thüringen der Demokratie, Vielfalt und Mitmenschlichkeit ohne Christdemokraten.

„Mitmenschlichkeit gegenüber allen Menschen, die sich in Deutschland aufhalten, ist eine Selbstverständlichkeit. Doch wenn täglich zig Tausende Migranten und Flüchtlinge nach Deutschland kommen, müssen die damit verbundenen enormen Herausforderungen und Grenzen klar benannt werden.“ Das sagte der stellvertretende Thüringer CDU-Landesvorsitzende Christian Hirte zur Diskussion über eine Selbstbeschreibung des Bündnisses für ein Thüringen der Demokratie, Vielfalt und Mitmenschlichkeit. Die CDU hat sich am 26. Oktober entschlossen, in diesem Bündnis nicht mitzuwirken, nachdem, wie die Partei in einer Pressemitteilung feststellte „ Änderungsvorschläge des Landesverbands für eine gemeinsame Positionsbestimmung in der Gründungsversammlung inhaltlich nicht weiter erörtert worden sind“.

„Die CDU Thüringen war und ist bereit, gemeinsame Positionen zum Umgang mit Flüchtlingen und Migranten zu entwickeln. Das funktioniert aber nicht, wenn Formulierungsvorschläge der Union gar nicht zur Debatte gestellt werden“, erklärte der stellvertretende Landesvorsitzende. Die CDU teile mit den Trägern des Bündnisses die Überzeugung, da ausnahmslos jeder Mensch, der in Thüringen Aufnahme findet, mitmenschlich behandelt werden muß. Die Union sei dankbar für die vielen Bürger, die sich oft bis an den Rand der Erschöpfung haupt- und ehrenamtlich für Menschen einsetzen. „Wir halten es darüber hinaus jedoch für notwendig, daß die politischen Kontroversen wenigstens benannt werden, die zur Zeit landauf landab geführt werden“, fügte er hinzu.

Hirte erinnerte an einen Satz des Bundespräsidenten von Anfang Oktober: „Unser Herz ist weit. Aber unsere Möglichkeiten sind endlich.“ Wie der Eisenacher CDU-Bundestagsabgeordnete sagte, müsse diese doppelte Botschaft gehört werden, wenn Asylpolitik und Integration bei Bürgern eine Chance auf Gehör haben und sie nicht in die Arme von Populisten am rechten Rand getrieben werden sollen. „Das darf niemals eine Ausrede sein, Mitmenschlichkeit zu verweigern. Doch kein Text zur aktuellen Lage sollte darauf verzichten, dieses Dilemma zu benennen. Dazu gehört auch, daß Asylantragsteller je nach Erfolg ihres Antrags unterschiedliche Wege gehen. Diese Differenzierung wollte das Bündnis ausdrücklich nicht“, stellte Hirte klar.

PM-EG

 

29.10.2015

 


29.10.2015: Region mit Zukunft

Imageanalyse Thüringer Wald: Mehrheit der Bevölkerung sieht Thüringer Wald als prosperierende Wirtschaftsregion mit hoher Lebensqualität und Zukunftsperspektiven.

Die Menschen im Thüringer Wald sind stark mit ihrer Heimat verbunden. Das ist das Ergebnis einer Analyse, die die Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen am 28. Oktober der Öffentlichkeit präsentierte.

Um ein repräsentatives Meinungsbild der Bevölkerung im Thüringer Wald zu Lebensqualität, Image und Zukunftsaussichten zu erhalten, hatte der Forum Thüringer Wald e. V. das Institut TNS Emnid mit einer Imageanalyse beauftragt. Diese wurde im zweiten Quartal 2015 unter 1000 Bewohnern in den Landkreisen Schmalkalden-Meiningen, Hildburghausen, Sonneberg, im Ilmkreis sowie in der Stadt Suhl telefonisch durchgeführt. Die Ergebnisse sollen „der Ausrichtung der weiteren Regionalmarketingaktivitäten zur Präsentation der Region Thüringer Wald als prosperierende Wirtschaftsregion und als attraktiver Lebensraum dienen“.

Die Imageanalyse zeigt, daß die Bevölkerung der Region Thüringer Wald stark emotional mit ihrer Region verbunden ist. Praktisch alle leben gern in ihrer „Heimat“ (96 Prozent), die eine hohe Lebensqualität (83 Prozent sind dieser Meinung) aufweist. Mehrheitlich wird der Region Thüringer Wald eine Zukunftsperspektive (58 Prozent) attestiert. Besonders gut sehen die Bewertungen der 14- bis 30jährigen aus. 86 Prozent dieser Altersgruppe schätzen ein, daß ihnen die Region Thüringer Wald eine hohe Lebensqualität bietet. 76 Prozent der Befragten 14- bis 30jährigen gaben an, daß sie mit Sicherheit auch künftig in der Region wohnen werden, für 55 Prozent bietet die Region Thüringer Wald eine Zukunftsperspektive.

„Wir freuen uns sehr, daß auch die junge Zielgruppe im Alter von 14 bis 30 Jahren stark mit ihrer Heimat verbunden ist und die Lebensqualität im Thüringer Wald schätzt. Das bestätigt uns in unserem Engagement und zeigt, daß wir auch mit unseren Projekten, wie zum Beispiel der Jugendkampagne t-wood.de, auf einem guten Weg sind“, so Dr. Peter Traut, Präsident der IHK Südthüringen und Vorsitzender des Forum Thüringer Wald e. V.

Von der Mehrheit der Bevölkerung wird die Wirtschaft im Thüringer Wald als prosperierend eingeschätzt (58 Prozent), in der Zielgruppe 14 bis 30 Jahre sogar mit 65 Prozent. Der Ilmkreis schneidet in diesem Punkt am besten ab. Nachholbedarf gibt es in puncto Job- und Verdienstmöglichkeiten, wobei die Jugend auch diesbezüglich und im Hinblick auf die beruflichen Perspektiven am Positivsten eingestellt ist. Aus Sicht der Bevölkerung ist die Wirtschaft der Region primär vom Tourismus geprägt. Handel und Industrie spielen in der Wahrnehmung der Bevölkerung eine wichtige, aber keine primäre Rolle. Hinsichtlich der Stärken des Thüringer Waldes stehen die Landschaftsqualitäten im Vordergrund. Top bewertet wird die Region als attraktive Urlaubsregion und hinsichtlich der guten Verkehrsanbindung.

Positive Aussichten für die nächsten zehn Jahre gibt es hinsichtlich Einkommen, Arbeitsplätzen und Lebensqualität, aber jeder Zweite erwartet einen Bevölkerungsrückgang.

Das Regionalmarketing für die Wirtschaft im Thüringer Wald ist mit seinen Aktivitäten in der Region bereits sehr gut plaziert. Die Projekte des Forum Thüringer Wald e. V., insbesondere der Thüringer Wald-Firmenlauf, die Veranstaltung „Industrie Intouch Thüringer Wald“ und die Jugendkampagne t-wood.de, werden sehr gut wahrgenommen. 79 Prozent der 31- bis 44jährigen haben beispielsweise schon einmal vom Thüringer Wald-Firmenlauf gehört.

Zur Sicherung der Fachkräfte für die heimische Wirtschaft müsse künftig die Chance genutzt werden, die als sehr hoch eingeschätzte Lebensqualität mit den vorhandenen beruflichen Perspektiven zu verbinden. Die Region Thüringer Wald müsse sich stärker als attraktiver Wirtschafts- und Lebensraum vermarkten, um die Fachkräfte in der Region zu halten und neue zu gewinnen. „Dabei ist es ganz wichtig, daß die Wahrnehmung der Industrie als der regionale Wachstumsmotor sowie die Bedeutung von Handel und Dienstleistungen noch besser in den Köpfen verankert werden“, so Dr. Peter Traut.

Im Jahr 2016 werde der Forum Thüringer Wald e. V., in dessen Zentrum die Südthüringer Wirtschaftskammern stehen, genau daran ansetzen und die Aktivitäten zur Kommunikation der Region als attraktiven Wirtschaft- und Lebensraum voranbringen. Dazu sei das Zusammenwirken mit regionalen Partnern über die Mitglieder des Forum Thüringer Wald e. V. hinaus notwendig.

PM-IHK

 

29.10.2015

 


29.10.2015: „Geballte Kompetenz“

„Starke Stimme der Thüringer Polizei“: Arbeitskreis der CDU Thüringen neu konstituiert.

Am 27. Oktober trafen sich 50 Vertreter der Polizei, aus Ordnungsbehörden und dem kommunalpolitischen Bereich, um die Arbeit im Polizeiarbeitskreis der CDU Thüringen wieder mit Leben zu erfüllen. Neuer Vorsitzender ist der Innenpolitiker und Landtagsabgeordnete Raymond Walk. Zu seinen Stellvertretern wurden der CDU-Abgeordnete Jörg Thamm sowie die Vorsitzenden der drei Polizeigewerkschaften Helga Jürgens (BdK), Kai Christ (GdP) und Jürgen Hoffmann (DPolG) gewählt. Dem Vorstand gehören sechs Beisitzer aus den unterschiedlichsten Polizeibereichen an.

„Im Arbeitskreis ist die geballte Kompetenz der Thüringer Polizei vertreten. Er wird künftig eine starke Stimme haben, wenn es darum geht, die Anliegen der Polizei in die Politik zu tragen.“, sagte der neue Vorsitzende Raymond Walk.

Fachliche Themen, die es zu bearbeiten gilt, gebe es, so Walk, hierfür genug: Personalbestand, Stellenbesetzungen, Beförderungen, Organisation und Einsatzmanagement der Thüringer Polizei seien nur einige Beispiele dafür.

EG-PM

 

29.10.2015

 


28.10.2015: „Zu viele Hintertürchen“

Europäische Union muß bei Netz-Regeln nachbessern: Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sieht durch die EU-Verordnung zur elektronischen Kommunikation die Netzneutralität nicht gesichert.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sieht erheblichen Nachbesserungsbedarf für die gestern verabschiedete EU-Verordnung zur elektronischen Kommunikation. „Wir brauchen die uneingeschränkte Netzneutralität in Europa", sagte Tiefensee, der sich zur Zeit mit einer Thüringer Wirtschafts- und Wissenschaftsdelegation in Israel aufhält. „Die wird mit dem Gesetz aber nicht erreicht." Kritisch sieht der Minister insbesondere die vielen Hintertürchen, die die Regelungen zulassen. „Eine Diskriminierung von Daten nach Herkunft und Inhalt darf es nicht geben", sagte Tiefensee, der in Thüringen auch für Fragen der Digitalisierung zuständig ist. Ziel müsse es sein, die vollständige Netzneutralität im Internet zu garantieren. „Mit den jetzigen Regularien werden aber lediglich neue Hürden für Innovationsfähigkeit, Meinungsfreiheit und Datensicherheit im Netz geschaffen."

Netzneutralität bedeutet, daß die Internetanbieter alle Daten gleichberechtigt weiterleiten, egal woher sie stammen oder welchen Inhalt sie haben. Durch Sonderrechte für Spezialdienste oder eigene Angebote der Netzbetreiber werde dieses „Grundprinzip des Internets" allerdings unterlaufen, sagte Minister Tiefensee: „Damit entsteht die Gefahr, daß auf den Datenautobahnen Überholspuren für einige wenige privilegierte Nutzer geschaffen werden, während für die anderen nur der Randstreifen bleibt." Verschlimmert werde diese Situation zusätzlich durch die Verwendung von unklaren Bestimmungen und Rechtsbegriffen - so sollen die Provider den Datenverkehr „angemessen“ regeln, die „Integrität“ des Netzes bewahren und Überlastung verhindern.

Notwendig sei stattdessen aber auch ein zügiger Ausbau des schnellen Internets, forderte der Wirtschaftsminister. Statt eine Zwei-Klassen-Gesellschaft im Netz zu schaffen, müsse die EU in den kommenden Jahren massiv in den Breitbandausbau investieren. „Nur auf diese Weise lassen sich Einschränkungen und Engpässe im Netz wirklich vermeiden", betonte der Minister. Wenn es nicht gelinge, den Ausbau deutlich zu beschleunigen, drohe Europa im internationalen Wettbewerb den Anschluß zu verlieren.

Grundsätzlich sei es zu begrüßen, daß mit der Verordnung erstmals überhaupt europaweite Regeln für den Internetzugang und die Internetnutzung gelten sollen, so der Minister weiter. Auch der Wegfall der Roaming-Gebühren sei längst überfällig gewesen – „deshalb hätte ich erwartet, daß dieser Schritt schneller und konsequenter gegangen wird".Das Gesetzespaket sieht vor, daß die Gebühren für Anrufe, SMS und Internet im EU-Ausland allmählich sinken und ab Mitte 2017 ganz abgeschafft werden. „Das dauert zu lange, und es gibt auch hier zu viele Hintertürchen", so Tiefensee. Sein Fazit: „Die neue Verordnung schafft den versprochenen Binnenmarkt noch nicht. Die EU muß dringend nacharbeiten."

Die am 27. Oktober 2015 vom EU-Parlament verabschiedete Verordnung basiert auf einer Vorlage der EU-Kommission aus dem Jahr 2013. Ziel ist die Schaffung eines einheitlichen europäischen Binnenmarkts für elektronische Kommunikationsdienste. Der Rat der Europäischen Union muß dem Gesetzespaket formal noch zustimmen. Es soll am 30. April 2016 in Kraft treten.

STEPHAN KRAUSS

 

28.10.2015

 


28.10.2015: „Berührungsängste abbauen“

Digitales Lesen wird immer beliebter: Bei Weltbild in Weimar können Lesefreunde die neusten Schmöker-Geräte anschauen und alle Funktionen ausprobieren.

Digitales Lesen wird immer beliebter, jeder vierte in Deutschland liest schon E-Books, sagt eine aktuelle Studie der Bitkom. Auf der Frankfurter Buchmesse wurden die E-Book-Reader der neusten Generation vorgestellt, jetzt sind die Messe-Stars auch im Handel erhältlich. Ihr großes Plus gegenüber dem gedruckten Schmöker: E-Book-Reader sparen reichlich Platz im Bücherregal, denn sie speichern tausende von Büchern, was besonders unterwegs und auf Reisen für leichtes Gepäck sorgt. Hinzu kommen nützliche Zusatz-Funktionen, die das Lesen besonders komfortabel und augenschonend machen wie verstellbare Schriftgrößen oder ein beleuchtetes Display, das die Nachttischlampe ersetzt.

Bei Weltbild in Weimar können Interessierte ab sofort in die faszinierende Welt des digitalen Lesens eintauchen. Seit 26. Oktober sind die neuesten Tolino-Lesegeräte erhältlich. „Mit ihrem scharfen HD-Display bieten sie so viel Lesekomfort wie nie zuvor. Das Spitzenmodell ;Tolino vision 3 HD‘ ist wasserfest und erlaubt Umblättern per Fingertipp auf der Rückseite. Der ,Tolino shine 2 HD‘ präsentiert sich als günstigeres Allroundgerät“, teilte Weltbild mit. Wer in der Filiale vorbeischaut, kann die neuen Geräte in Ruhe anschauen und einfach mal ausprobieren. „Unser Anliegen heißt: Berührungsängste abbauen!", so das Weltbild-Team. „Wir erklären gerne, wie man mit einem E-Reader liest, wie man digitale Bücher problemlos in Sekunden auf das Gerät lädt und wie leicht man sie dauerhaft und sicher verwalten kann."

Die neuen E-Reader bieten Zugriff auf 1,8 Millionen digitale Bücher. Trotzdem sind sie extrem handlich und leicht. Gerade, wer viel liest, ist gut bedient: Aktuelle Buchtitel sind als E-Books meist um 20 bis 30 Prozent günstiger als die gebundene Ausgabe. Damit auch die Augen beim Schmökern entspannen können, verfügt das hochauflösende Display über eine integrierte Beleuchtung - das ist Lesen wie auf Papier, ohne lästige Spiegelungen wie beim Lesen auf dem Smartphone. Auf E-Readern kann man ganz einfach die Schriftart, -größe und den Zeilenabstand einstellen. „So läßt sich jedes Buch mit den persönlichen Lieblingseinstellungen lesen - und man kann die Lesebrille einfach zur Seite legen", erklärt das Weltbild-Team.

Tolino ist heute laut GfK einer der führenden Anbieter für E-Books in Deutschland. „Es hat uns selbst überrascht, daß wir das so schnell geschafft haben, fast jedes zweite gekaufte Book in Deutschland kommt von den Tolino-Partnern", freut sich Weltbild Geschäftsführer Sikko Böhm über diesen Erfolg des Buchhandels. Als Mitbegründer der Tolino-Allianz zählt Weltbild heute zu den drei größten Anbietern für die neuen digitalen Bücher.

EVA GROSSKINSKY

 

28.10.2015

 


27.10.2015: Verstärktes Recycling

Wertstoffwende weiter vorangebracht: 6. Lange Nacht der Wissenschaften in Nordhausen gewährte Einblicke in Forschungsalltag.

Im Rahmen der 6. Langen Nacht der Wissenschaften in Nordhausen gewährte das Forschungsteam des Studiengangs Umwelt- und Recyclingtechnik unter Leitung von Prof. Dr. Sylvia Schade-Dannewitz erneut Einblick in ihren Forschungsalltag.

Der Schwerpunkt lag dabei auf den Aktivitäten des Projektes „Recycling 2.0 – Die Wertstoffwende – Forum“, bei dem es um die Entwicklung einer nachhaltigen Ressourcenwirtschaft geht. Weitere Projekte zur Abfallsortierung und -probenahme, Entstaubung und Magnetscheidung wurden an verschiedenen Stationen anschaulich demonstriert.

Ziel der Wertstoffwende ist es, eine nachhaltige Ressourcenwirtschaft zu entwickeln, indem verstärkt auf das Recycling gesetzt wird. Viele wichtige Rohstoffe wie zum Beispiel seltene Erden, die unter anderem für die Herstellung von Handys oder Computern benötigt werden, werden fast vollständig durch weltweiten Bergbau gewonnen. Deutschland als rohstoffarmes Land ist stark importabhängig; Recycling ist somit ein vielversprechender Ansatz, dies zu ändern. Viele Wertstoffe gehen aktuell leider oft verloren, da sie entweder noch in Schubladen schlummern oder unsachgemäß entsorgt werden. Grund sind unzureichende, nicht bürgerfreundliche Sammelsysteme, die jedoch Voraussetzung für ein effektives Recycling sind. Gemeinsam mit universitären Partnern aus Clausthal (Technische Universität), Magdeburg (Otto-von-Guericke-Universität) und Aachen (Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule) wird das Vorhaben wissenschaftlich fundiert bearbeitet. Eine wichtige Rolle spielen weiterhin lokale Partner wie die Nordthüringer Werkstätten sowie die Stadtwerke Nordhausen, die im Landkreis Nordhausen bereits maßgeblich dazu beitragen, den wertvollen Stoffstrom der Elektroaltgeräte zu erfassen. Anhand einer Zerlegung von Elektrokleingeräten vor Ort konnte sich jeder Besucher ein Bild von der Komplexität der Aufgabenstellung machen.

Themen der Qualitätssicherung wurden durch die Vorstellung der Preßbohrmethode gewürdigt. Diese Entwicklung zur Beprobung schwieriger Materialien wurde bereits patentiert und normiert. Aktuell arbeitet man an einer Übertragung dieses Ansatzes auf gepreßte Ballen.

Zur Reinhaltung der Luft spielen Themen der Entstaubung in nahezu allen Industriezweigen eine Rolle. Aktuelle Forschungsarbeiten zur Steigerung der Energieeffizienz von Entstaubungsanlagen wurden direkt an den laufenden Filterprüfständen vorgestellt.

An einem neuen Prüfstand zur Magnetscheidung konnte man sich darüber informieren, wie metallische Verunreinigungen aus Lebensmitteln abgeschieden werden können.

Die letzten Besucher trafen kurz vor Mitternacht ein und informierten sich noch über das offizielle Ende der Veranstaltung hinaus über den Stand der Arbeiten. Das Forschungsteam zog ein durchweg positives Fazit der Veranstaltung mit Hunderten von Besuchern und reichlich Diskussionsbedarf. Dies ist auch gut so, da der Bürger für den Prozeß der Wertstoffwende eine entscheidende Rolle spielt.

TINA BERGKNAPP

 

27.10.2015

 

 

Anschaulich: Live-Demonstration der Zerlegung von Elektrokleingeräten im August-Kramer-Institut.

 

Foto: HSN-ARCHIV


27.10.2015: „Nicht mutig, sondern fahrlässig“

Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) lehnt FDP-Vorschlag zur Aussetzung des Mindestlohns bei Flüchtlingen ab.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) lehnt den Vorschlag der FDP, den Mindestlohn für Flüchtlinge auszusetzen, kategorisch ab. „Dieser Vorschlag ist nicht mutig, sondern fahrlässig", sagte Tiefensee, der zur Zeit mit einer Unternehmer- und Wissenschaftlerdelegation in Israel weilt. „Damit würden die Flüchtlinge und Arbeitnehmer gegeneinander ausgespielt", so der Minister. „Der Mindestlohn ist eine untere Haltelinie gegen Lohndumping, die nicht angetastet werden darf."

Offen zeigte sich der Minister dagegen für den Vorschlag der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt. Diese hatte sich für die Zahlung eines Lohnkostenzuschusses für jeden eingestellten Flüchtling ausgesprochen. „Dieser Vorschlag ist bedenkenswert, allerdings sollte vorher geklärt werden, ob und wie sich eine solche Maßnahme finanzieren läßt", sagte Tiefensee. So könnte beispielsweise geprüft werden, ob Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) dafür genutzt werden könnten.

Bestehende Ausnahmeregelungen im Mindestlohngesetz sollten aus Sicht des Ministers allerdings grundsätzlich auch auf Flüchtlinge angewendet werden können. Solche Ausnahmen gibt es insbesondere für Praktikanten, Jüngere unter 18 Jahren sowie Langzeitarbeitslose (in den ersten sechs Monaten eines Beschäftigungsverhältnisses). „Ich bin sehr dafür zu prüfen, welche dieser Regelungen sinnvollerweise auch auf Asylbewerber angewendet werden können, die einen Job suchen", so der Wirtschaftsminister. Insbesondere von der bestehenden Regelung, daß bei Praktika zur beruflichen Orientierung und zur Feststellung beruflicher Eignungen - wie bei deutschen Arbeitnehmern - in den ersten drei Monaten von Mindestlohn abgewichen werden kann, sollte auch bei Flüchtlingen Gebrauch gemacht werden können.

Darüber hinaus seien aus Sicht des Ministers zwei Punkte besonders wichtig: Erstens müsse Planungssicherheit für Betriebe geschaffen werden, die Flüchtlinge ausbilden. Migranten, die eine Ausbildung absolviert haben, sollen mindestens zwei Jahre in Deutschland arbeiten dürfen. Dabei soll dann allerdings auch sichergestellt sein, daß Flüchtlinge ihre Beschäftigung unter den gleichen Bedingungen wie inländische Arbeitnehmer ausüben können. „Die Beschäftigung von Flüchtlingen darf nicht zu Lohndumping, Verdrängung regulärer Jobs oder einem Verdrängungswettbewerb mit anderen Arbeitsuchenden führen“, sagte Tiefensee.

Zweitens müsse zumindest zeitweise die bürokratisch aufwendige Vorrangprüfung entfallen, ob für einen Arbeitsplatz bevorrechtigte inländische Arbeitnehmer zur Verfügung stehen.

Ein entsprechendes Papier, das diese Forderungen in ähnlicher Form bereits enthält, hatte die bundesweite Allianz für Aus- und Weiterbildung Mitte September vorgelegt. Der Allianz gehören Gewerkschaften, Wirtschaftsverbände, Bundesministerien und Ländervertreter an. „Thüringen muß und wird jetzt darauf drängen, daß diese Vereinbarungen nun zügig umgesetzt werden.“

Für gut qualifizierte Flüchtlinge soll darüber hinaus die Möglichkeit geschaffen werden, als reguläre Zuwanderer eine dauerhafte Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis in Deutschland zu erhalten. „Dafür ist ein modernes Einwanderungsgesetz notwendig, das nun schnell kommen muß.“

Tiefensee verwies erneut darauf, daß Thüringer Unternehmen in vielen Branchen und Regionen kaum noch Auszubildende und Fachleute fänden. So werden bis zum Jahr 2025 bis zu 280.000 Fachkräfte im Land benötigt. Derzeit gibt es rund 20.000 offene Stellen. Außerdem können tausende Ausbildungsplätze im Land nicht besetzt werden. „Wenn es uns gelingt, zumindest einen Teil dieses Arbeitskräftebedarfs durch Zuwanderer zu decken, wäre das eine gewinnbringende Situation für alle Beteiligten“, sagte der Minister.

STEPHAN KRAUSS

 

27.10.2015

 


26.10.2015: „Es muß dringend etwas passieren“

Aktuelle Wohnungsmarkt-Analyse für Weimar: 320 Wohnungen für Flüchtlinge – die Stadt muß 6,9mal so viele Wohnungen schaffen wie bisher.

Weimar auf dem „Wohn-Prüfstand“: In Weimar werden rund 320 Wohnungen für die Flüchtlinge, die in diesem Jahr kommen, zusätzlich gebraucht. Das geht aus einer aktuellen Wohnungsmarkt-Analyse des Pestel-Instituts hervor. Nach Berechnungen der Wissenschaftler steigt der Gesamt-Wohnungsbedarf für Weimar im Jahr 2015 damit auf rund 480 Wohnungen. Im Schnitt wurden in den vergangenen Jahren in Weimar allerdings lediglich rund 70 Wohnungen pro Jahr fertiggestellt.

Deshalb warnt das Pestel-Institut jetzt vor einem „Weiter so“: „Um eine handfeste Wohnungskrise zu vermeiden, muß dringend neuer Wohnraum her. Immerhin braucht Weimar in diesem Jahr 6,9mal so viele Wohnungen, wie bislang jährlich überhaupt neugebaut wurden“, sagt Pestel-Institutsleiter Matthias Günther. Auch in den kommenden Jahren müsse sich Weimar auf einen „hohen Wohnraumbedarf einstellen“. Es sei deshalb „zwingend notwendig, die bisherige Neubaurate enorm zu steigern und beim Leerstand kräftig zu sanieren“, so das Institut.

Zwei „Mangelerscheinungen“ diagnostizieren die Wissenschaftler bei der Wohnungsmarkt-Analyse für Weimar: „Es fehlen bezahlbare Wohnungen. Vor allem aber Sozialwohnungen. Also vier Wände für die Menschen, die sich teure Wohnungen in der Regel nicht leisten können: Rentner, Alleinerziehende, junge Menschen in der Ausbildung, einkommensschwache Haushalte und eben auch Flüchtlinge“, macht Matthias Günther deutlich.

Hinter der Untersuchung steht die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt. Die IG Bau hat gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB), der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) und dem Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure (BDB) die Wohnungsmarkt-Analyse in Auftrag gegeben.

Gemeinsam sprechen sich die Vertreter der Baubranche für eine Ankurbelung vom Wohnungsneubau und für eine Offensive bei der Sanierung leerstehender Wohnungen aus. Ebenso für einen Neustart des sozialen Wohnungsbaus. Erreicht werden kann dies, so das Pestel-Institut, durch zinslose Darlehen und Investitionszulagen für genossenschaftliche und kommunale Wohnungsunternehmen.

Um private Investoren zu gewinnen, schlagen die Wissenschaftler steuerliche Anreize vor. So sollte regional und zeitlich begrenzt in Verbindung mit Mietobergrenzen eine lineare Abschreibung für Abnutzung (AfA) von vier Prozent eingeführt werden. Ebenso eine degressive Abschreibung mit anfänglich zehn Prozent, um den sozialen Wohnungsbau zu stärken. Diese gab es bereits bei der letzten großen Zuwanderungswelle in den 90er Jahren. „Wenn private Investoren bezahlbare Wohnungen bauen sollen, dann wird das ohne steuerliche Anreize nicht funktionieren“, so Günther.

Die vom Bund jetzt bereitgestellten 500 Millionen Euro, die die Länder bis 2020 jährlich für den sozialen Wohnungsbau bekommen sollen, sieht das Pestel-Institut kritisch. „Das wird hinten und vorne nicht reichen. Bundesweit werden dadurch bestenfalls zwischen 10.000 und 12.000 Wohnungen neu entstehen. Das ist eine Kapazität, die eine Großstadt nur so wegschluckt. Weimar wird davon nicht wirklich spürbar profitieren“, sagt Matthias Günther.

An die Adresse der heimischen Bundestagsabgeordneten gerichtet, fügt der Wissenschaftler hinzu: „Es muß dringend etwas passieren. Andernfalls droht eine Wohnungskrise, die das Potential hat, an vielen Orten zu erheblichen sozialen Spannungen zu führen.“ Politisch müsse der Neubau und das Sanieren von Wohnungen als Konjunkturmotor neu entdeckt werden. „Denn, was als Anreiz vom Staat investiert wird, fließt beim Wohnungsbau zu einem Großteil über Steuereinnahmen und Sozialabgaben in öffentliche Kassen zurück“, macht Institutschef Günther klar.

Das Pestel-Institut in Hannover geht bei seiner Wohn-Prognose von rund 810 Flüchtlingen aus, die im Laufe dieses Jahres nach Weimar kommen werden. Grundlage hierfür ist die für Deutschland erwartete Zahl von einer Million Flüchtlingen im Jahr 2015. Die Verteilung der Asylbewerber auf die Bundesländer berechneten die Wissenschaftler nach dem sogenannten „Königsteiner Schlüssel“, innerhalb der Länder nach der Einwohnerzahl. „Um die für Asylbewerber zusätzlich benötigten Wohnungen zu ermitteln, gilt die Formel: 100 Flüchtlinge, die nach Weimar kommen, benötigen im Schnitt 40 Wohnungen“, erläutert Matthias Günther.

PM-PI

 

26.10.2015

 


25.10.2015: Zusätzliche Anreize

Thüringen setzt neue Akzente in der Breitbandförderung: Land forciert Ausbau des schnellen Internets mit 40 Millionen Euro bis 2020.

Der Thüringer Wirtschaftsministerium verbessert die Konditionen für die Breitbandförderung: Zum 1. Januar 2016 tritt dazu das neue „Förderprogramm Breitband“ in Kraft. Dieses löst die bisherige, bis zum 31. Dezember 2015 befristete Förderrichtlinie ab. So wird die Förderung geöffnet und für weitere Zielgruppen zugänglich gemacht. Künftig sind neben Kommunen auch Telekommunikationsunternehmen und Anbieter öffentlicher W-Lan-Netze förderfähig. Ein besonderes Augenmerk wird zudem auf die Versorgung mit schnellen Glasfaserleitungen gelegt. Insgesamt stehen bis 2020 rund 40 Millionen Euro für den Breitbandausbau in Thüringen zur Verfügung.

„Mit den neuen Fördermöglichkeiten wollen wir den Ausbau des schnellen Internets in Thüringen weiter beschleunigen“, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Etappenziel seien, wie im Koalitionsvertrag festgehalten, Bandbreiten von mindestens 30 Megabit pro Sekunde – wo immer möglich und erforderlich, aber weit darüber. „Die Reise geht beim Breitband eher zu Übertragungsraten weit jenseits der 100 Megabit“, sagte Tiefensee. Mit den zusätzlichen Anreizen für einen Ausbau des Glasfasernetzes wolle das Land diesen Anforderungen Rechnung tragen.

„Eine zukunftsweisende Ausbaustrategie für den Breitbandausbau darf sich nicht mehr nur an dem nächsten Geschwindigkeitsschritt orientieren, sondern muß eine Dateninfrastruktur schaffen, die im 21. Jahrhundert tatsächlich Bestand hat“, so der Minister. Dies bedeute Netzausbau statt Netzoptimierung, den Einsatz zukunftsweisender Übertragungstechnologien sowie die Lösung des Problems der „letzten Meile“ – also der letzten Kabelmeter zu den Hausanschlüssen. So ist bereits heute absehbar, daß Datenübertragungsraten etwa im Bereich der Kupfertechnik selbst durch Vectoring-Verfahren auf höchstens 100 bis 200 Megabit angehoben werden können. Die Glasfasertechnik ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt die einzige technische Lösung, die weit darüber hinausgehen könnte.

Es bleibe aber dabei, daß der Ausbau nur dort gefördert werde, wo ein wirtschaftlicher Betrieb ohne eine öffentliche Förderung nicht möglich sei und es deshalb nach wie vor an einer hochbitratigen Breitbandversorgung fehle. Mit der neuen Breitbandförderrichtlinie soll insbesondere die Schließung von Versorgungslücken, der Auf- und Ausbau von Next-Generation-Access-Netzwerken und die Einrichtung von W-Lan-Angeboten im öffentlichen Raum gefördert werden.

Um den weiteren Breitbandausbau zu forcieren, hat das Wirtschaftsministerium das Fördervolumen erhöht. So werden im Landesprogramm bis 2020 nunmehr rund 18 Millionen Euro Förderung zur Verfügung stehen. Hinzu kommen Mittel aus der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) in Höhe von 900.000 Euro pro Jahr, die jeweils hälftig von Bund und Land finanziert werden. Schließlich erhält Thüringen aus der Versteigerung von freigewordenen Funkfrequenzen („Digitale Dividende“) weitere zirka 17 Millionen Euro vom Bund, die in den kommenden drei Jahren (also bis einschließlich 2017) für den Breitbandausbau eingesetzt werden sollen.

STEPHAN KRAUSS

 

25.10.2015

 


25.10.2015: Chancen genutzt

25 Jahre Thüringer Landtag: Stolz auf „großartige Wiederaufbau-Leistung“.

Der 1. Thüringer Landtag konstituierte sich am 25. Oktober 1990 im Deutschen Nationaltheater Weimar (DNT). Zum 25jährigen Jubiläum sowie anläßlich des 22. Jahrestages der Verabschiedung der Thüringer Verfassung findet am 25. Oktober 2015 im Deutschen Nationaltheater ein Festakt des Freistaats Thüringen statt.

„Wir können auf eine großartige Leistung beim Wiederaufbau zurückblicken. Die Menschen haben in den vergangenen 25 Jahren ihre Chancen genutzt: Wir haben saubere Flüsse und Seen, unsere Dörfer und Städte erstrahlen in neuem Glanz. Als Bildungs-, Wirtschafts- und Kulturstandort genießt Thüringen einen exzellenten Ruf. Vieles wäre ohne die Solidarität und umfangreiche Hilfe der Menschen im Westen nicht möglich gewesen. Dafür sind wir dankbar“. Das erklärte am 23. Oktober Landtagspräsident Christian Carius (CDU) im Vorfeld des Festakts des Landtags in Weimar.

„Die Menschen in Ostdeutschland“, so der Präsident weiter, „haben Herausragendes geleistet. Vor allem ihnen ist es zu verdanken, daß unsere Landschaften längst blühen. Voller Stolz und Dankbarkeit blicken wir auf die längste Phase einer freiheitlichen, parlamentarischen Demokratie zurück, die Thüringen in seiner Geschichte bisher erleben durfte.“

Mit Blick auf die aktuellen Flüchtlingsströme in Europa sagte Carius: „Wir erleben eine große Welle der Hilfsbereitschaft und Unterstützung bei der Betreuung und Unterbringung der ankommenden Flüchtlinge. Ich habe größten Respekt vor allem, was derzeit in unseren Landkreisen, Städten und Gemeinden geleistet wird. Allen, die sich dafür eingesetzt haben, den vielen ehrenamtlichen Helfern, den Vereinen, Verbänden und Kirchen sowie unseren Landräten, Oberbürgermeistern und Bürgermeistern bin ich dankbar für ihr Engagement.“ Carius bekräftigte zudem die Notwendigkeit von internationaler Solidarität in der Flüchtlingsfrage: „Es ist keine Aufgabe, die Thüringen oder Deutschland allein bewältigen können. Hier ist die Europäische Union gefordert, hier steht die Solidarität der Europäer vor einer großen Bewährungsprobe.“

PM-TL

 

25.10.2015

 


24.10.2015: „Richtiger Schritt“

Thüringer Polizeigewerkschaft begrüßt Ausbildung von 30 zusätzlichen Polizeianwärtern.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft Thüringen e.V. (DPolG) sieht in der Entscheidung des Thüringer Ministeriums für Inneres und Kommunales, zum 1. November 30 zusätzliche Polizeianwärter einzustellen und in die seit Oktober laufende Ausbildung im Bildungszentrum der Thüringer Polizei zu integrieren, einen begrüßenswerten und richtigen Schritt.

„Diese Entscheidung entspricht der seit langem erhobenen Forderung der DPolG zur verstärkten Ausbildung junger Polizistinnen und Polizisten, um so dem fortgeschrittenen Abbau in den Reihen der Thüringer Polizei zu begegnen“, erklärte hierzu der Landesvorsitzende, Jürgen Hoffmann.

„Natürlich wäre es wünschenswert, noch mehr junge Kollegen auszubilden, aber es ist uns auch bewußt, daß im Bildungszentrum in Meiningen derzeit keine weiteren Kapazitäten vorhanden sind und diese erst ausgebaut werden müssen“, sagte Hoffmann weiter.

Die DPolG betrachtet die Entscheidung als einen ersten Schritt des Innenministeriums, um die zusätzlichen Belastungen im Polizeidienst abzufangen und die Kolleginnen und Kollegen langfristig zu entlasten.

ROLAND SPITZER

 

24.10.2015

 


23.10.2015: Neue Ebene des Dialogs

Erfurter Wohnungsbau kommt in Schwung: Stadtgestalter und Fraktionsspitzen sind sich über geeignete Maßnahmen einig.

Die Kluft zwischen Nachfrage und Bedarf im Wohnungsbau geht in Erfurt weiter auseinander. Prognosen sagen mehr als 1000 benötigte neue Wohnungen pro Jahr voraus. Damit diese zügig gebaut werden können, traf sich am 21.Oktober der Arbeitskreis „Stadtgestalter Erfurt" - unter dem Dach des Landesverbands Mitteldeutschland im BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen mit Vertretern aller Stadtratsfraktionen.

„Verwaltung und Kommunalpolitik sind in der Pflicht, auch vor dem Hintergrund wachsender Flüchtlingsströme, zügig innerstädtisch Bauland auszuweisen, Baugenehmigungsverfahren für Wohnraum zu vereinfachen und Baurecht für Investitionen zu schaffen", betont Sabine Anhöck, Vorsitzende der Erfurter Stadtgestalter und Vorstand BFW Mitteldeutschland. Kritisiert wurde vor allem, daß in der Vergangenheit Ausschreibungen nationaler und internationaler Architekturwettbewerbe seitens der Stadtverwaltung sehr umfangreich für nötig erachtet wurden. Diese würden den Neubau unverhältnismäßig verzögern und verteuern und Investoren dazu zwingen, immer öfter auch bei der Ausführung mit „fremden" Architekten zusammenzuarbeiten, die teilweise wenig Erfahrung und/oder Interesse an kostenbewußtem Wohnungsbau hätten.  Weiterhin zögen sich Baulandentwicklungen zusätzlich zu den schon schwierigen Rahmenbedingungen durch die Anforderungen des Bundes und der EU in die Länge. Wenn die Baukostenentwicklungen der letzten 15 Jahre unter Einbeziehung der Umsatzsteuererhöhungen und energetischen Anforderungen nach EnEV weiter so steigen, werde die Bezahlbarkeit des Wohnens nicht mehr realisierbar sein. Man war sich einig, daß Politik und Verwaltung durch geeignete Maßnahmen dazu angehalten sind, diesem Prozeß spürbar entgegenzuwirken. Dazu zählen insbesonder die Ausweisung preisgünstigen Baulandes, vereinfachte und beschleunigte Baugenehmigungsverfahren, weniger zusätzliche Auflagen an bereits wachsende Standards für Energieeffizienz, Schallschutz und Brandschutz.

Im Ergebnis der gemeinschaftlichen Diskussion einigten sich die Wohnungs- und Immobilienunternehmen mit den parteipolitischen Vertretern darauf, daß künftig Architekturwettbewerbe nur an auserwählten Projekten und städtebaulich bedeutenden Standorten notwendig sind sollten. Weiterhin werden innerstädtische „normale" B-Planverfahren favorisiert, besonders für den Einfamilienhausbau und den Mietwohnungsneubau. Bei kleineren Projektentwicklungen kann unter Einbeziehung des Erfurter Gestaltungsbeirates über einen Vorhabensbezogenen Bebauungsplanung Baurecht geschaffen werden. Zugesagt wurde auch eine verbesserte Kommunikation in der Frühphase von Projekten zwischen Stadtrat und Investoren, um eventuelle Fragen rasch zu klären. Seitens der Fraktionsspitzen wurde klar signalisiert, daß Investitionsvorhaben durch die Kommunalpolitik gewünscht sind und vorab im Wege der direkten Kontaktaufnahme gemeinsam mit den Investoren diskutiert werden können.

„Wir freuen uns über eine neue Ebene des Dialoges zwischen Politik und Wirtschaft in Erfurt und werden diesen nachhaltig fortsetzen, indem wir alle enger zusammenrücken, um den Wohnungsbau für Erfurt so effizient zu gestalten, wie es der Markt erfordert", faßte Sabine Anhöck zusammen.

Die „Stadtgestalter Erfurt" sind ein Zusammenschluß der zehn wichtigsten Bau- und Bauträgerunternehmen für den Wohnungsbau. Zusammen haben sie in den vergangenen 20 Jahren eine dreiviertel Milliarde Euro in Erfurt und Umgebung investiert und Stadtentwicklung im Wohnungsbau wie in der Sanierung wesentlich mitbestimmt. Unter dem Dach des BFW Landesverband Mitteldeutschland e.V. treiben sie jetzt die gesellschaftliche Anerkennung der für die Stadtgestaltung so wichtigen Bauträger voran und treten mit der Stadtverwaltung in Kontakt, um zum Beispiel Genehmigungsprozesse zu beschleunigen und effizienter zu machen.

Dem BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen als Spitzenverband der unternehmerischen Wohnungs- und Immobilienwirtschaft gehören rund 1900 Mitglieder und verbundene Unternehmen an, wobei Mitteldeutschland durch einen starken Regionalverband mit rund 180 Unternehmen vertreten wird. Die Mitgliedsunternehmen des BFW verwalten einen Wohnungsbestand von über 3,1 Millionen Wohnungen, in denen rund 7,2 Millionen Menschen leben. Dies entspricht einem Anteil von mehr als 14 Prozent des vermieteten deutschen Wohnungsbestandes. Zudem verwalten sie Gewerberäume von zirka 38 Millionen Quadratmetern Nutzfläche. Mehr als eine Million Beschäftigte arbeiten in den Büros, Einkaufszentren, Hotels, Gastronomiebetrieben und Logistik-Flächen der BFW-Mitgliedsunternehmen. 2013 repräsentierten die Mitgliedsunternehmen ein Investitionsvolumen im Wohnungsbau einschließlich der Grundstücksinvestitionen und Maßnahmen in den Bestand von zirka 13 Milliarden Euro. Insgesamt erstellten BFW-Mitgliedsunternehmen 2013 etwa 25.000 Wohneinheiten.

SWENIA TEICHMANN

 

23.10.2015


23.10.2015: „Preise variieren sehr stark“

Fürs Heizen nicht mehr zahlen als notwendig: Energieberater der Verbraucherzentrale raten, Tarife und Abrechnung genau zu prüfen.

Mit der beginnenden kalten Jahreszeit hat für die meisten Haushalte die neue Heizsaison begonnen. Anlaß genug, den Liefervertrag mit dem Gasanbieter kritisch unter die Lupe zu nehmen, denn oftmals spart ein Wechsel Hundert Euro im Jahr und mehr. Auch viele Mieter mit Zentralheizung können sparen: Häufig ist die Abrechnung fehlerhaft, eine Überprüfung bringt also bares Geld.

„Die Gaspreise sind in der jüngeren Vergangenheit gesunken. Nicht alle Versorger geben diesen Vorteil aber an ihre Kunden weiter. Die Preise der einzelnen Anbieter variieren deswegen im Moment sehr stark“, erklärt Ramona Ballod, Energiereferentin der Verbraucherzentrale Thüringen. „Durch einen Wechsel des Anbieters läßt sich also potentiell viel Geld sparen.“

Viele Verbraucher befürchten jedoch, nach einem Wechsel auf einmal ohne Gas dazustehen, oder vermuten zumindest einen großen bürokratischen Aufwand. Beide Sorgen sind laut Ramona Ballod aber unbegründet: Die Gasbelieferung sei über den örtlichen Grundversorger immer sichergestellt, und der Wechsel selbst sei unkompliziert. Der Kunde schließe lediglich mit einem neuen Anbieter einen Vertrag, und dieser kümmere sich dann um die Kündigung beim alten Versorger und alle weiteren Formalitäten.

Die Auswahl eines neuen Tarifs sei über Vergleichsportale im Internet leicht möglich. Wichtig seien dabei die Voreinstellungen der Suchfunktion –Vorauskasse, komplizierte Bonusregelungen oder sehr lange Mindestvertragslaufzeit seien nicht empfehlenswert.

Keine Wahlmöglichkeit haben Mieter mit Anschluß an eine Zentralheizung. Einmal im Jahr kommt die Abrechnung, im schlechten Fall mit Aufforderung zur Nachzahlung. „Mit den Details der Abrechnung tun sich dagegen viele Leute ziemlich schwer“, berichtet Ramona Ballod. Doch lohnt sich ein genauer Blick, denn häufig ist die Heizkostenabrechnung fehlerhaft – und zu hoch.

Allen Mietern rät Ramona Ballod deshalb dringend, die eigene Abrechnung genau unter die Lupe zu nehmen. Bei Unklarheiten sollten Verbraucher sich unabhängigen Rat bei den Energieberatern der Verbraucherzentrale holen. Diese prüfen die Verbrauchswerte und erläutern nicht nur die Abrechnung, sondern können zudem den Gesamtenergieverbrauch des Hauses bewerten. Dadurch erfährt der Mieter, ob er in einem Haus mit tendenziell hohen oder niedrigen Betriebskosten wohnt.

PM-VZT

 

23.10.2015

 


22.10.2015: Wohnwert-Diskussion

Thüringer Wohnungswirtschaft startet „Transparenzoffensive“: Kostenmietenrechner legt Bestandteile des Mietpreises offen.

„Thüringen braucht eine Debatte über den Wert des Wohnens statt nur über Miethöhen“, forderte Constanze Victor, Direktorin des Verbandes Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V.  anläßlich des Verbandstages der Thüringer Wohnungswirtschaft am 22. Oktober in Erfurt vor über 200 Teilnehmern. Volkmar Vogel MdB (CDU), Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) und der Präsident des GdW, Axel Gedaschko, begleiteten den Verbandstag mit Statements zu wichtigen Herausforderungen der Branche, die über die Flüchtlingsunterbringung hinausgehen.

Mit Sorge nimmt die Wohnungswirtschaft den wachsenden – aus ihrer Sicht oft realitätsfernen – Populismus bei der Diskussion um Mieten und bezahlbares Wohnen wahr. Um die wahren Probleme offenzulegen, startet der Branchenverband zusammen mit Thüringer Wohnungsunternehmen eine „Transparenzoffensive“: Über einen neuen Online-Kostenmietenrechner legen sie ab sofort die Kosten des Wohnens offen. Gezeigt werde, welche Kostenbestandteile in die Kaltmieten einfließen und wie ihre Höhe betriebswirtschaftlich ermittelt wird. Das Programm wurde gemeinsam entwickelt von der Kowo Kommunale Wohnungsgesellschaft mbH Erfurt, der Wohnungsbau-Genossenschaft Erfurt eG und der Weimarer Wohnstätte GmbH. Interessierte können so individuell prüfen, ob und wie die Miete die Kosten deckt.

Zwei Beispiele: Aktuell kostet die Sanierung im Plattenbaubestand (serieller Wohnungsbau)  1000 Euro je Quadratmeter und die Errichtung von Neubau 2500 Euro je Quadratmeter. Unter den Gesichtspunkten der Wirtschaftlichkeit würden daraus Miethöhen von mindestens sechs Euro (Sanierung) bis 12 Euro (Neubau) resultieren. Tatsächlich liegen die Mieten der Verbands-Unternehmen aber aktuell bei durchschnittlich 4,71 Euro pro Quadratmeter.

Constanze Victor sagte dazu: „Wir haben Miethöhen, mit denen man eine Wohnung nur sehr schwer dauerhaft und nachhaltig bewirtschaften kann.“ Jede Wohnung, jedes Haus müsse erhalten werden – insbesondere Heizung, Wasserleitungen, Fassaden und Dächer müßten regelmäßig erneuert werden. Auch dazu bedürfe es einer Miethöhe von zirka sechs bis sieben Euro pro Quadratmeter. Die Einnahmelücken seien - bis heute wirksam - durch massive Förderungen zur Sanierung der Wohnungsbestände nach der Wende geschlossen worden. Diese Zeit sei vorbei.

In den ländlichen Bereichen Thüringens liegen die Mieten sogar noch unter dem Durchschnitt von 4,71 Euro. Aufgaben wie die bevorstehende zweite Sanierungswelle oder altengerechter Umbau von Wohnungen sind aus den jetzigen Mieteinnahmen deshalb oft nicht zu finanzieren. „Lediglich in den großen Thüringer Städten erreichen die Kaltmieten auch nur teilweise ein Niveau, das nachhaltige Bewirtschaftung und vor allem Investition in Neubau überhaupt ermöglicht“, stellte Victor fest. Die für Neubau-Refinanzierung erforderlichen Miethöhen von derzeit neun bis 12 Euro pro Quadratmeter (bei steigender Tendenz) könnten aber wiederum nur von wenigen Menschen gezahlt werden.

Constanze Victors Fazit: „Wohnraumbereitstellung und Wohnungsneubau kosten Geld - sie müssen auch für die Wohnungswirtschaft bezahlbar sein. Wer Wünsche nach bezahlbarem Wohnen unterhalb der Kosten des Wohnens formuliert,  muß auch erklären, woher das zusätzlich benötigte Geld kommt.“

Wohnen ist ein wertvolles soziales und ökonomisches Gut, das seinen Preis habe. Dieses Bewußtsein sei nach 40 Jahren DDR und 20 Jahren gravierendem Leerstand etwas verloren gegangen. Es müsse in den nächsten Jahren in einer bestimmt auch schmerzhaften Diskussion wiedererlangt werden. Daran führe kein Weg vorbei.

Die Kostenmiete beinhaltet die vollständige Deckung aller Ausgaben und den Erhalt des eingesetzten Eigenkapitals bei der Erstellung und / oder Bewirtschaftung einer Wohnung. Vereinfacht gesagt, stellt die Kostenmiete den Wert dar, unter dem ein Wohnungsunternehmen Geld und Gebäudesubstanz verliert beziehungsweise oberhalb dessen es Geld für Rücklagen und Investitionen in neuen Wohnraum erhält.

Im Verband Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V. haben sich 198 Mitgliedsunternehmen, darunter 174 Wohnungsunternehmen, zusammengeschlossen. Zusammen bewirtschaften sie 267.300 Wohnungen. Mit 250.000 Wohnungen handelt es sich dabei fast ausschließlich um eigenen Bestand der Unternehmen. Rund 17.300 Wohnungen werden für Dritte, teils in der Wohneigentumsverwaltung, betreut. Nahezu jeder zweite Mieter wohnt bei einem Mitgliedsunternehmen des Verbandes. Seit 1991 investierten Verbands-Mitglieder insgesamt rund 11,4 Milliarden Euro überwiegend in den Wohnungsbestand. 2014 sicherten die Mitglieder mehr als 6500 Arbeitsplätze bei einem Investitionsvolumen von 343 Millionen Euro.

SWENIA TEICHMANN

 

22.10.2015

 


22.10.2015: Promotion angeboten

DAAD-Preis für Shahan Tutunjian: Masterabsolvent der Ernst-Abbe-Hochschule Jena wird Doktorand bei BMW.

Shahan Tutunjian, Student im Fachbereich SciTec der Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena, wurde in der Vorwoche mit dem DAAD-Preis ausgezeichnet. Der Preis wird jährlich vom Deutschen Akademischen Austauschdienst für hervorragende Leistungen ausländischer Studierender an deutschen Hochschulen verliehen.

Seit Oktober 2013 studiert Tutunjian im englischsprachigen Masterstudiengang Scientific Instrumentation und kann auf den besten Notendurchschnitt aller bisherigen Studierenden in diesem Studiengang blicken.

Zusätzlich zu seiner Muttersprache Armenisch spricht der Karatesportler auch ein sehr gutes Arabisch – er hat seinen Highschool-Abschluß in Aleppo als bester Schüler seines Jahrgangs abgelegt. Daneben spricht er fließend Englisch, Deutsch und, wie er schreibt, etwas Türkisch.

Seine Masterarbeit zur Entwicklung einer neuen Fügetechnik für karbonfaserverstärkte Thermoplaste hat Shahan Tutunjian kürzlich in der BMW Group München fertiggestellt. Das Unternehmen ist mit seinen bisherigen Ergebnissen so zufrieden, daß es ihm eine Promotion angeboten hat, die der junge Wissenschaftler im November dieses Jahres antritt.

SN-EAH

Jenaer Masterabsolvent Shahan Tutunjian : bester Notendurchschnitt aller bisherigen Studierenden in diesem Studiengang.

Foto: PB-ARCHIV

22.10.2015

 


21.10.2015: Umwandlung

Studienakademie Thüringen wird zur Dualen Hochschule Gera–Eisenach.

Gera und Eisenach werden zu Hochschulstandorten: Die Staatliche Studienakademie Thüringen, die die Berufsakademien (BA) an beiden Standorten umfaßt, wird in die Duale Hochschule Gera–Eisenach (DHGE) umgewandelt. Das teilten Thüringens Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und der Studienakademie-Leiter und künftige DHGE-Präsident Prof. Dr. Burkhard Utecht am 21.Oktober auf einer Pressekonferenz in Gera mit. Das Kabinett hatte einen entsprechenden Gesetzentwurf des Wissenschaftsministeriums in der Woche zuvor beschlossen und dem Landtag zugeleitet. Dessen Zustimmung vorausgesetzt, geht die Duale Hochschule Anfang 2016 an den Start.

Mit der Umwandlung erhält die bisherige Studienakademie den rechtlichen Status einer Hochschule. Zugleich wird damit die Finanzierung der Einrichtung schrittweise von 8,1 Millionen Euro in diesem auf 11,3 Millionen Euro im Jahr 2019 erhöht. Die Mittel fließen vor allem in zusätzliche Lehr- und Forschungsangebote sowie Personal. So werden unter anderem zehn zusätzliche Professorenstellen sowie sechs festangestellte Verwaltungs- beziehungsweise Mitarbeiterstellen (Laboringenieure) geschaffen. Die Anzahl der Studierenden soll von derzeit rund 1200 auf 1500 gesteigert werden. Damit kann in deutlich mehr als den bislang rund 1600 Partnerunternehmen der Studienakademie eine duale Ausbildung unterstützt werden.

„Mit der Umwandlung wollen wir vor allem die Hürden bei der Anerkennung der Studienabschlüsse und bei der Gewinnung von Studierenden und qualifiziertem Lehrpersonal abbauen“, sagte Wissenschaftsminister Tiefensee. So bestünden im In- und Ausland nach wie vor Probleme bei der Anerkennung der BA-Abschlüsse und Zweifel an der Gleichwertigkeit des BA-Studiums mit einem Hochschulstudium. Zudem sei den Absolventen der Berufsakademien die spätere Aufnahme eines Masterstudiums immer wieder erheblich erschwert worden – eine „ungerechte Benachteiligung und Wettbewerbsverzerrung, die wir abstellen müssen“, so Tiefensee. Auch die Gewinnung von qualifiziertem Lehrpersonal habe sich in der Vergangenheit immer wieder schwierig gestaltet, weil viele potentielle Bewerber die Beschäftigungsbedingungen an (Fach-)Hochschulen mit den Möglichkeiten zu Verbeamtungen und zu individuellen Vergütungen vorzögen.

„Mit der Umwandlung zur Dualen Hochschule wird endlich der hochschulrechtliche Sonderstatus unserer Einrichtung beseitigt, der potentiellen Studienbewerbern nur schwer zu vermitteln ist“, sagte Studienakademie-Direktor Utecht. „Dies unterstützt vor allem unsere weit über tausend regionalen Praxispartner bei der Gewinnung von dualen Studierenden als künftige Fach- und Führungskräfte. Wir begrüßen diesen Schritt daher nachdrücklich.“

Alle diese Hemmnisse würden mit der geplanten Überführung der bisherigen Studienakademie in die Duale Hochschule beseitigt, sagte der Minister. „Unser Ziel ist es, das praxisorientierte duale Studium zu stärken.“ Die an die dualen Berufsausbildung in Deutschland angelehnte Grundidee, die Ausbildung in einem Unternehmen mit einem Studium auf Fachhochschulniveau zu verknüpfen, werde der Markenkern und das Alleinstellungsmerkmal der Dualen Hochschule innerhalb der Thüringer Hochschullandschaft bleiben, betonte Tiefensee: „Eine solche Einrichtung ist angesichts der hohen Verbleibquote ihrer Absolventen und ihrer enormen Bedeutung für die regionale Fachkräftesicherung auch wirtschaftspolitisch absolut sinnvoll und notwendig.“

Mit der Überführung in die Duale Hochschule werden die bisherigen staatlichen Abschlüsse der Studienakademie zu „echten“ Hochschulabschlüssen aufgewertet. Mit der Umwandlung verbunden ist auch der Auftrag zu Forschung und Weiterbildungsangeboten. Bewährte Elemente der bisherigen Studienakademie werden aber zwingend beibehalten: Dazu zählt die enge Kooperation mit betrieblichen Ausbildungsstätten und das Studienkonzept mit dreimonatigem Wechsel von von Theorie- und Praxisphasen, der stärkeren Bindung der Studierenden an Lehrpläne und der Verzicht auf Semesterferien.

Die Berufsakademie Thüringen wurde im Jahr 1998 als Körperschaft öffentlichen Rechts gegründet; an ihre Stelle trat 2006 die Staatliche Studienakademie Thüringen, die die beiden Berufsakademien unter einem Dach vereinte. Derzeit verzeichnet die Studienakademie insgesamt 1243 Studierende in drei Studienbereichen mit insgesamt zehn Studienfächern. Das wissenschaftliche Personal umfaßt insgesamt 40 Professoren und zirka 300 Lehrbeauftragte, hinzu kommen rund 28 nicht-wissenschaftliche Mitarbeiter.

STEPHAN KRAUSS

 

21.10.2015


21.10.2015: Erkrankung nicht unterschätzen

Rechtzeitiges Impfen ist der beste Schutz vor einer möglichen Grippewelle: Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Die Linke) ruft zur Grippeschutzimpfung auf.

Die Thüringer Gesundheitsministerin Heike Werner (Die Linke) hat alle Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen, sich vorsorglich gegen Grippe impfen zu lassen. Anlaß seien Berichte über die nachlassende Bereitschaft, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Vergangenen Herbst und Winter wurden im Freistaat so viele Grippe-Erkrankungen gemeldet, wie seit Jahren nicht mehr. Der Impfschutz bei Influenza hält jeweils nur eine Saison an und muß jährlich erneuert werden.

Gesundheitsministerin Heike Werner sagte: „Eine Grippe-Erkrankung darf nicht unterschätzt werden und kann bei ungünstigem Verlauf schwere Folgeerkrankungen hervorrufen. Ich rufe darum alle Thüringerinnen und Thüringer auf, sich jetzt gegen Grippe impfen lassen. Besonders Schwangere, Bürgerinnen und Bürger ab 60 Jahre, Personen mit Erkrankungen wie Diabetes oder Asthma sollten dies tun. Auch für Personen, die täglich mit vielen Menschen in Kontakt kommen, ist eine Impfung ratsam. Dazu gehört auch medizinisches Personal. Eine Influenza-Impfung schützt nicht nur jeden Geimpften vor einer Ansteckung mit dem Virus, sondern sie schützt auch die gesamte Bevölkerung vor der schnellen Ausbreitung des Grippevirus."

In der vergangenen Influenza-Saison, also zwischen Oktober 2014 und April 2015, sind in Thüringen über 6400 labordiagnostisch bestätigte Grippe-Erkrankungen gemeldet worden. Im letzten Jahr wurde bereits fast jeder vierte Thüringer Einwohner geimpft.

Die rechtzeitige Grippeschutzimpfung im Oktober/November verhindert einen schweren, im schlimmsten Fall sogar tödlichen Krankheitsverlauf der Grippe. Der Impfschutz nach einer Grippeimpfung ist erst nach zwei Wochen vollständig aufgebaut. Rechtzeitiges Impfen im Herbst ist daher der beste Schutz vor einer möglichen Grippewelle.

Die Stammzusammensetzung der Influenza-Impfstoffe muß jedes Jahr an die aktuelle epidemiologische Situation angepaßt werden, weil sich die Eigenschaften der zirkulierenden Influenzaviren verändern. Die Stammzusammensetzung für die Saison 2015/2016 weicht von der Zusammensetzung aus der letzten Saison ab. Somit können Impfstoffe aus dem vergangenen Jahr nicht verwendet werden.

Bei Fragen zur Grippeschutzimpfung können sich die Bürgerinnen und Bürger an ihren Hausarzt wenden. Für Fragen der Kostenübernahme ist die jeweilige Krankenkasse zuständig.

CORINNA HERRMANN

 

21.10.2015


20.10.2015: Auszeichnung

Beste Masterarbeit in der Raumfahrtelektronik: Absolvent der Ernst-Abbe-Hochschule Jena erhielt Preis der Stadtwerke Jena-Pößneck.

Bei der Feierlichen Immatrikulation der Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena vor wenigen Tagen erhielt Nils Fabian, Absolvent des Studiengangs Raumfahrtelektronik (Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik), den Preis der Stadtwerke Jena-Pößneck. Stadtwerke-Geschäftsführer Thomas Dirkes überreichte die mit 500 Euro dotierte Auszeichnung an Nils Fabian für seine hervorragende Masterarbeit.

2009 trat Nils Fabian das Studium der Technischen Informatik im Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik der EAH Jena an. Nach seinem erfolgreichen Bachelorabschluß entschloß er sich zum Masterstudium der Raumfahrtelektronik. Sein großes Interesse an Themen der Sicherheit und Zuverlässigkeit elektronischer Systeme bestimmte die Wahl seines Masterstudiengangs.

Seine prämierte Abschlußarbeit mit dem Titel: „Konzeption einer FPGA-gestützten Schnittstelle zwischen mehreren asynchronen Miniaturkameraköpfen und einer Datenverarbeitungseinheit mit geeigneter Synchronisation der Bilddaten“ wurde von Prof. Dr. Jürgen Kampe betreut.

SN-EAH

 

20.10.2015

 


19.10.2015: Umzug

Weihnachts-Ostpro ergänzt Haus.Bau.Ambiente: Messe Erfurt springt für weitere Veranstaltungen aus der Thüringenhalle ein.

Die Erfurter Messe „Haus.Bau.Ambiente“ wird Gastgeber für die Ostpro Erfurt. Die größte Verkaufs-Messe für Ostprodukte zieht von der Thüringenhalle in die Halle 2 des Erfurter Messegeländes um. Das vereinbarten jetzt Messegeschäftsführer Wieland Kniffka und Ramona Oteiza, Geschäftsführerin des Veranstalters Scot Messen und Marketing GmbH. Messebesucher können sich jetzt neben Angeboten rund um die Themen Bauen und Energie, Sanieren und Modernisieren, Dienstleistungen und Beratung sowie Einrichten und Dekorieren auf die vielfältige Welt der Ostmarken - präsentiert von 120 Ausstellern - freuen.

„Mit unserer festlichen Ausrichtung ergänzen wir wunderbar die Weihnachtswelt der Haus.Bau.Ambiente“, so Ramona Oteiza. „Das Angebot der Ostpro vereint zahlreiche Traditionsmarken, die in ganz Deutschland begehrt sind, wie zum Beispiel Halloren, Kathi oder Plauener Spitze. Gleichzeitig können sich unsere Haus.Bau.Ambiente-Aussteller auf zusätzliche 9000 interessierte Besucher freuen“, sagt Messechef Wieland Kniffka. Für beide Messen gilt ein einmaliger Sondereintrittspreis von fünf Euro.

In Abstimmung mit der Stadt Erfurt und mit einzelnen Veranstaltern plant die Messe Erfurt, weitere Events aus der zur Zeit für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzten Thüringenhalle in ihr Programm aufzunehmen. „Unser gemeinsames Ziel ist es, diese Veranstaltungen am Standort zu halten und den Erfurtern ein vielfältiges Konzert- und Kulturangebot zu sichern“, erklärt Kniffka.

THOMAS TENZLER

 

19.10.2015

 


18.10.2015: Appetithappen

Thüringens Sterneköchin zu Gast in der Evangelischen Gemeinschaftsschule Erfurt.

Seit Beginn des neuen Schuljahres Jahres erblüht das zuvor gut zehn Jahre still gelegte Gelände des Lutherparks in Erfurt zu neuem Leben. In Zusammenarbeit mit einem Expertenteam aus Gärtner, Landschaftsarchitekt, Tischler und Koch bauen hier Fachlehrer und Schülern der Evangelischen Gemeinschaftsschule Erfurt den seit dem Frühjahr geplanten „Luthergarten“ auf. Der durch Schüler- und Lehrerhand bewirtschaftete Nutzgarten dient über die Grenzen seiner Beete hinaus einer praxisorientierten Vermittlung von Lehrinhalten mit interdisziplinärem Anspruch. So sollen die eigens angebauten Produkte ab 2016 nicht nur vermarktet, sondern im Rahmen der Koch AG und Schülercafeteria verwertet und verkocht werden. „Uns als Schule ist es sehr wichtig, unsere Schüler mit Alltagswissen aufs Leben vorzubereiten und ihnen Handlungsprinzipien wie Nachhaltigkeit und ein respektvolles Miteinander zu vermitteln“, erklärt Alexander Dorst, Schulleiter der Evangelischen Gemeinschaftsschule Erfurt, die Motivation für das Großprojekt „Luthergarten“. „Indem unsere Schüler den Prozeß des Anbaus bis zur Ernte und Verarbeitung der Produkte erleben, schulen sie ihr Bewußtsein für Rohstoffe und unsere Umwelt.“

Die Wertschätzung und Achtsamkeit gegenüber Rohstoffen ist auch Thüringens Sterneköchin  Maria Groß ein wichtiges Anliegen. Bei der gemeinsamen Zubereitung eines Frühstücksbrunches vermittelt sie dem Kochtrupp der Evangelischen Gemeinschaftsschule, wie man aus scheinbar simplen Rohstoffen, unkompliziert schmackhafte und gesunde Appetithappen zubereitet. Mit Grundlagen des Kochhandwerks sowie einem bunten Korb voller regionaler und saisonaler Köstlichkeiten im Gepäck, freut sich die Schirmherrin der Kochen macht Schule gGmbH auf ein gemeinsames Kochen mit etwa 21 Schülern und Schülerinnen am 22. Oktober 2015 in der Küche der Evangelischen Gemeinschaftsschule Erfurt.

Die Kochaktion findet in Zusammenarbeit mit dem Haus Erfurt - CVJM Thüringen e.V. statt. Unter den jungen Köchen und Köchinnen sind auch syrische Flüchtlingskinder. Sprachliche Barrieren und mögliche Hemmschwellen werden beim Schneiden und Würzen, Kochen und Braten überwunden; es kann gemeinsam experimentiert und gelacht werden. Die zubereiteten Speisen werden anschließend in gemütlicher Runde genossen.

„Kochen macht Schule“ ist eine gemeinnützige Organisation, die ihr Ziel sprichwörtlich im Namen trägt. Und zwar in zweierlei Hinsicht: Zum einen sensibilisiert und schult „Kochen macht Schule“ Kinder und Jugendliche für ausgewogene Ernährung. Sie fördert Werte wie Teamwork, Eßkultur, Nachhaltigkeit und den respektvollen Umgang mit Lebensmitteln. Zum anderen motiviert die Aktion Kinder und Jugendliche zu selbstbestimmtem Handeln und strebt an, sie als Multiplikatoren für die Botschaft „Kochen ist Lernen für das Leben, stiftet Gemeinschaft und bringt Freude!“ zu gewinnen. „Kochen macht Schule“ leistet damit einen wichtigen Beitrag in der Nachwuchs- und Aufklärungsarbeit und setzt sich dafür ein, daß Ernährungsbildung und Lebensmittelkunde zu einem festen Bestandteil im Alltag von Kindern und Jugendlichen, aber auch von Familien, Kindergärten und Schulen wird. Seit April 2014 ist Thüringens Sterneköchin Maria Groß Schirmherrin der Kochen macht Schule gGmbH.

SUSANNE PETER

 

18.10.2015

 


17.10.2015: Impulse schaffen

Junge Union Thüringen will Wachstumszuschlag statt Soli.

Thüringens junge Christdemokraten setzen sich für steuerliche Vorteile für strukturschwache Regionen in Deutschland in, um dort das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Dafür soll der Solidaritätszuschlag in einen Wachstumszuschlag umgewandelt werden. Einen entsprechenden Vorschlag bringt der Thüringer Junge Union-Landesverband auf dem Deutschlandtag der Jungen Union in Hamburg am 17. Und 18. Oktober ein.

Der Wachstumszuschlag soll im Grundsatz wie der Solidaritätszuschlag funktionieren. Er soll aber deutschlandweit in strukturschwachen Finanzamtsbezirken nicht erhoben werden. Ziel sei es, dadurch einen steuerlichen Wachstumsimpuls in strukturschwachen Regionen zu setzen. Der Steuersatz des Wachstumszuschlags soll acht Prozent auf die Ertragssteuerlast betragen. Damit würden im Bundeshaushalt Einnahmeausfälle vermieden.

Der Landesvorsitzende der Jungen Union Thüringen und Landtagsabgeordnete Stefan Gruhner erklärt dazu: „Die Steuerkraft in den neuen Bundesländern beträgt auch 25 Jahre nach der Einheit nur die Hälfte des Niveaus der alten Länder. Dies liegt vor allem an der niedrigeren Wirtschaftskraft und der Tatsache, daß in den neuen Ländern kaum Konzernzentralen angesiedelt sind, die im Osten Steuern zahlen. Deshalb müssen wir für die neuen Länder und andere strukturschwache Regionen Deutschlands Wachstumsimpulse schaffen. Durch die steuerliche Begünstigung strukturschwacher Gebiete könnte ein wichtiger Wettbewerbsvorteil für mehr Wachstum entstehen."

PI-JUT

 

17.10.2015

 


16.10.2015: Windenergie im Wald mit großer Resonanz

Energiewende aus kommunaler Sicht im Zentrum der Erfurter Windmesse.

550 Teilnehmer aus ganz Deutschland besuchten am 14. und 15. Oktober 2015 die vierte Ausgabe der „Wind.Energie - Mitteldeutsche Branchentage“, 34 Prozent mehr als im Vorjahr.

Parallel bestückten 41 Unternehmen aus 15 Bundesländern die begleitende Ausstellung mit neuesten Produkten und Dienstleistungen. In Erfurt waren mit Versorgern, Windparkbetreibern, Ausrüstern und Zulieferern, Planern, Finanzierern und Zertifizierern alle wichtigen Segmente der Windenergiebranche vertreten. (nti-online berichtete am 9.10.2015).

Das zweitägige Konferenzprogramm mit insgesamt 44 Fachvorträgen setzte in diesem Jahr noch stärker das Zusammenspiel von Bürgern und Kommunen als Träger der Energiewende in den Fokus. Aus kommunaler Sicht standen unter anderem die Themen Bürgerbeteiligung, Wertschöpfung und Beschäftigungseffekte, Raum- und Regionalplanung, Natur- und Landschaftsschutz, regionale Beteiligungsmodelle für Bürger und Kommunen sowie die Vorstellung energieautarker Gemeinden im Mittelpunkt.

Auf große Resonanz stieß das „Thema Windenergie im Wald“. Hierzu beleuchtete die Fachagentur Windenergie an Land (FA Wind) in einem speziellen Workshop am Beispiel Thüringens gezielt die Herausforderungen für Planer, Projektierer und Kommunen bei Planung, Bau und Betrieb von Windenergieanlagen im Wald. Ein weiterer Workshop der FA Wind widmete sich den alltäglichen Hürden bei der erfolgreichen Ausgestaltung von Beteiligungsprozessen.

Erstmals rückte die Kongreßmesse in einem Workshop über den noch jungen Markt für Kleinwindkraftanlagen stärker in den Blickpunkt. Schätzungen gehen von rund 10.000 bereits installierten Kleinwindkraftanlagen in Deutschland aus. Zur Zeit werden von in- und ausländischen Herstellern über 150 verschiedene Kleinwindanlagen angeboten.

THOMAS TENZLER

 

16.10.2015

 


16.10.2015: Strukturwandel ohne Tabus

CDU-Wirtschaftsrat fordert, die Thüringer Luftrettung auszubauen.

„Die Thüringer Kliniklandschaft muß umgehend weiterentwickelt werden. Das gebietet einerseits der von Einwohnerschwund und steigendem Altersdurchschnitt im Freistaat geprägte demographische Wandel. Zudem gilt es, die umfassende Gesundheitsversorgung mit der nötigen Wirtschaftlichkeit zu sichern“, erklärt Stephan Hauschild. Der Vorsitzender der Landesfachkommission Gesundheitswirtschaft und Bevollmächtigter der Landesgeschäftsführung im CDU-Wirtschaftsrat Thüringen regt eine offene Diskussion zur Zukunftsfähigkeit der derzeitigen Strukturen an.

„Mit diesem Bevölkerungstrend der kommenden Jahre ist die Auslastungsquote der Kliniken keinesfalls garantiert. Hier müssen die richtigen Fachabteilungen vergrößert werden. Denkbar für Thüringen sind auch Modelle wie geriatrische Rehabilitation im Akut- und AHB-Bereich, wie sie in anderen Bundesländern bereits bestehen“, plädiert der Gesundheitsunternehmer für einen Strukturwandel der Thüringer Krankenhauslandschaft ohne Tabus und kontraproduktive Besitzstandswahrung.

Zu Recht würden nach den Worten des Gesundheitsunternehmers hierin führende Vertreter Thüringer Krankenkassen das Thema Luftrettung aufgreifen. Eine neue Generation von Rettungshubschraubern ließe bereits schon jetzt zu, daß Einsatzzahlen ansteigen und das Einsatzspektrum angepaßt werden könnte. Damit sei ein echtes Bindeglied zwischen der wohnortnahen Grund-und Notfallversorgung und einer weiterführenden Versorgung in geeigneten Kliniken geschaffen. Für die Thüringer Hubschrauber wären die Wege zwischen den Kliniken auch heute schon kurz. Geflogen werde in der Regel auf der kürzesten, nur wenige Minuten erfordernden Route.

Die von der rot-rot-grünen Landesregierung im aktuellen Koalitionsvertrag festgeschriebene Nichtschließung Thüringer Kliniken sei Wunsch aber wenig realitätsnah. Ein Umbau müsse erlaubt sein, wo es sinnvoll sei. Nicht zuletzt müßten auch zukünftig die Kliniken mit Fachpersonal gefüllt werden und dieses sei bekanntlich rar.

PM-WR-LVT

 

16.10.2015

 


15.10.2015: Mehr Schub

„Thüringen profitiert von Europa“: EU stellt 333 Millionen Euro für Forschung und Innovation im Freistaat bereit.

Mit 333 Millionen Euro aus EU-Mitteln unterstützt der Freistaat Thüringen Forschungseinrichtungen und Betriebe bis zum Jahr 2020 bei der Entwicklung neuer Produkte und Verfahren. Das sagte Thüringens Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am 15. Oktober bei der Jahrestagung zum Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre) in Eisenach vor rund 150 Teilnehmern. Der Efre ist einer der drei großen Strukturfonds, die die EU zur Verbesserung der wirtschaftlichen oder sozialen Rahmenbedingungen in ihren Mitgliedsstaaten bereitstellt.

„Mit fast 30 Prozent entfällt auf Forschung und Innovation erstmals in einer Förderperiode der größte Anteil der Efre-Mittel“, so Tiefensee. „Das ist ein klares politisches Bekenntnis dazu, daß wir gezielt in die Innovations- und damit in die Zukunftsfähigkeit unseres Landes investieren wollen.“ Das Geld fließt jeweils zur Hälfte an die Forschungseinrichtungen im Land sowie an Unternehmen, die neue Technologien entwickeln. Insgesamt stehen Thüringen bis 2020 rund 1,165 Milliarden Euro aus dem Regionalentwicklungsfonds zur Verfügung.

„Ich freue mich, daß das neue Efre-Förderprogramm in Thüringen erfolgreich angelaufen ist und daß wichtige Investitionen in den Bereichen Forschung und Innovation, Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen, die Reduktion von CO2 und die nachhaltige Stadtentwicklung getätigt werden“, sagte Raphaël Goulet von der Generaldirektion Regionalpolitik und Stadtentwicklung der Europäischen Kommission. „Efre-Maßnahmen sind auf die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit ausgerichtet und verfolgen das Ziel, den Wohlstand der geförderten Region nachhaltig aufzuwerten.“ Damit diese Grundlagen und dazugehörigen Infrastrukturen nicht durch die Auswirkungen des Klimawandels wie zum Beispiel Überflutungen gefährdet würden, finanziere der Efre in Thüringen unter anderem auch entsprechende Anpassungsmaßnahmen im Bereich des Hochwasserschutzes, um so die wirtschaftlichen und sozialen Infrastrukturen nachhaltig zu schützen.

Der zweite große Förderschwerpunkt im Efre ist die Unterstützung von Unternehmen, die investieren, wachsen und Arbeitsplätze schaffen. Dies erfolgt insbesondere über die Außenwirtschaftsförderung sowie über die Investitionsförderung für kleine und mittelständische Unternehmen. Rund 283 Millionen Euro – 24 Prozent der Efre-Mittel – werden bis 2020 dafür aufgewendet. Die Förderung erfolgt verstärkt über revolvierende Fonds.

Auch die Bereiche Energie und Umwelt spielen in der neuen Förderperiode eine wichtige Rolle. Für die Umsetzung der Energiewende sind – erstmals überhaupt – rund 230 Millionen Euro (fast 20 Prozent der Efre-Mittel) eingeplant. Schwerpunkt wird die Verbesserung der Energieeffizienz in Unternehmen und öffentlichen Gebäuden sein. Im Umweltbereich wiederum konzentrieren sich die europäischen Mittel künftig auf den Hochwasserschutz und die Gewässerentwicklung. Dafür stehen gut 140 Millionen Euro (12 Prozent der Efre-Mittel) zur Verfügung. Allein die Maßnahmen im Bereich des Hochwasserschutzes wurden von 15 Millionen Euro in der letzten Förderperiode auf 92 Millionen Euro in dieser aufgestockt.

Mehr Schub bekommt in Zukunft auch die nachhaltige Stadtentwicklung: Mit einer deutlichen Mittelerhöhung von 84 auf 152 Millionen Euro sollen die Thüringer Kommunen kräftigen Rückenwind in ihrer Entwicklung bekommen. „Viele Stadtzentren sind in den vergangenen Jahren saniert worden“, sagte Tiefensee. „Trotzdem gibt es weiteren Modernisierungsbedarf, damit die ostdeutschen Städte bei der Standort-, Wohn- und Lebensqualität ein hohes Niveau erreichen können.“ Das bekräftigt die Eisenacher Oberbürgermeisterin Katja Wolf (Die Linke): „Sowohl für die Stadtentwicklung als auch bei der Umsetzung des Hochwasserschutzkonzeptes können uns die Mittel aus dem Efre-Strukturfonds eine willkommene Unterstützung bieten. Ebenso wichtig ist die Unterstützung für die Unternehmen.“

Thüringen ist gut in die neue Förderperiode gestartet. Bislang wurden bereits 308 neue Vorhaben angeschoben (und dafür Fördermittel in Höhe von 187,8 Millionen Euro zugesagt), im selben Zeitraum der letzten Förderperiode waren es lediglich 145 Projekte. Minister Tiefensee zog zugleich ein positives Fazit der alten Förderperiode. Insgesamt standen hier 1,477 Milliarden Euro an Efre-Mitteln zur Verfügung. Mit ihrer Hilfe konnten seit 2007 rund 10.000 Vorhaben – davon 7300 Unternehmensprojekte – gefördert und Investitionen in Höhe von 4,54 Milliarden Euro ausgelöst werden. Allein mit den Unternehmensinvestitionen in Höhe von 2,8 Milliarden Euro waren Zusagen für mehr als 8400 neue Arbeitsplätze verbunden. „Thüringen profitiert erheblich von Europa“, sagte Tiefensee. „Die europäischen Mittel leisten einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung und Modernisierung von Wirtschaft, Forschung und Infrastrukturen in Thüringen.“

STEPHAN KRAUSS

 

15.10.2015

 


15.10.2015: „Keine Lücken“

Provisorische Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge auf dem Erfurter Messegelände wird bis zum 18. Oktober aufgelöst: Messen „Reisen und Caravan” und “Sport.aktiv” öffnen wie geplant.

Ab dem 18. Oktober 2015 nimmt die Messe Erfurt wieder ihren regulären Messebetrieb auf dem kompletten Gelände auf. Bis dahin werden die verbliebenen rund 150 Flüchtlinge und Asylbewerber in andere Unterkünfte verlegt. Das wurde jetzt zwischen allen Beteiligten vereinbart. Nach entsprechenden Reinigungs- und Wartungsmaßnahmen öffnet dann die „Reisen und Caravan” wie geplant am 29. Oktober 2015 ihre Tore. Parallel dazu findet am 31. Oktober und 1. November 2015 die Messe „Sport.aktiv” statt.

Beide Veranstaltungen belegen das ganze Messegelände. Eine erneute Nutzung als Aufnahmestelle kann Wieland Kniffka, Geschäftsführer der Messe Erfurt GmbH, ausschließen: „Unser dichtes Messe- und Konzertprogramm bietet dafür in den nächsten Monaten keine Lücken.”

THOMAS TENZLER

 

15.10.2015

 


15.10.2015: Faß vorm Überlaufen

Warnung vor Gefährdung von Firmen und Arbeitsplätzen: Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) fordert, die Kosten der Volkswagen-Krise nicht auf Zulieferbetriebe abzuwälzen.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) befürchtet, daß die Folgen der Abgas-Manipulationen beim Autobauer Volkswagen auf die Zulieferindustrie in Deutschland durchschlagen könnten. Er warnte heute davor, die notwendige Aufarbeitung auf dem Rücken der Zulieferbetriebe und ihrer Beschäftigen auszutragen. „Allein der Rückruf von Millionen Fahrzeugen wird Milliardenkosten verursachen“, sagte Tiefensee. „Diese Kosten dürfen nicht zusätzlich auf die Automobilzulieferindustrie abgewälzt werden. Dadurch würden Unternehmen und Arbeitsplätze in einer der wichtigsten deutschen Industriebranchen massiv gefährdet.“

Die Autozulieferer auch in Thüringen stünden schon heute unter einem enormen Wettbewerbs- und Kostendruck, betonte Tiefensee am 14. Oktober bei einem Besuch des Scheinwerfer-Spezialisten Automotive Lighting in Brotterode. Dazu habe auch die seit Jahren zu beobachtende Verschärfung der Beziehungen zwischen Zulieferern und Konzernen beigetragen. Er verwies auf Beispiele aus der Thüringer Branche: So würden Kosten für Entwicklungsleistungen oder Spezialwerkzeuge nicht übernommen, vereinbarte Preise immer wieder in Frage gestellt oder Zulieferer zu langfristigen Verträgen gedrängt, die auch bei steigenden Rohstoffpreisen oder sinkenden Abnahmemengen nicht nachverhandelt würden. „Es gibt also durchaus eine Tendenz der großen Hersteller, Risiken und Kosten nach unten durchzureichen“, so Tiefensee. „Diese Spirale muß gestoppt werden.“

Aus Sicht des Wirtschaftsministeriums steht die Zulieferbranche angesichts der wirtschaftlichen und technologischen Entwicklungen ohnehin vor enormen Umbrüchen. Ursachen seien unter anderem der hohe Internationalisierungsdruck, die Veränderung von Produktionsstrukturen, die Einführung neuer Antriebstechnologien, aber auch die zunehmende Auslagerung von Entwicklungsleistungen von den großen Produzenten an die Zulieferbetriebe. „Es ist ohnehin nicht einfach für die Branche, mit dieser Situation fertig zu werden. Meine Sorge ist, daß die Entwicklungen bei VW das Faß an vielen Stellen zum Überlaufen bringen könnten“, so der Minister.

Gerade für Thüringen sei die Automobilzulieferindustrie eine Leitbranche. „Nach Umsatz und Beschäftigung ist das unser wichtigster Industriezweig“, betonte der Minister. Allein dem Thüringer Branchennetzwerk Automotive Thüringen e.V. gehören mehr als 100 mittelständische Kfz-Zulieferer und produktionsnahe Dienstleister an, die zirka 30.000 Arbeitnehmer beschäftigen und einen Umsatz von rund 4,19 Milliarden Euro erwirtschaften. Das Exportvolumen beträgt mehr als eine Milliarde Euro. Nach Zahlen des Landesamts für Statistik vom 14. Oktober hat die Branche zwischen Januar und August in Thüringen erneut einen moderaten Umsatzanstieg verzeichnet.

Viele Thüringer Betriebe arbeiten als Zulieferer auch für Volkswagen. Tiefensee: „Deshalb blicken wir auch von Thüringen aus mit großer Sorge auf die Entwicklungen in Wolfsburg.“

STEPHAN KRAUSS

 

15.10.2015

 


15.10.2015: Berufen

Tourismus in Thüringen mitgestalten: Tourismusprofessor Dr. Peter Neumann ist Vorsitzender des Tourismusbeirats im Freistaat.

IUBH-Tourismusprofessor Dr. Peter Neumann ist zum Mitglied und zugleich Vorsitzenden des Tourismusbeirats von Thüringen berufen worden. Seit dem 13. Oktober berät Peter Neumann als einziger Hochschulvertreter im 12köpfigen Beirat die Thüringer Tourismus GmbH in Fragen rund um die touristische Entwicklung des Freistaats. Die Berufung gilt für die kommenden zwei Jahre.

„Ich freue mich darauf, den Tourismus in Thüringen nicht nur durch die Ausbildung von Tourismuswirtschaftlern, sondern auch durch Beratung der touristischen Marketingorganisation zu unterstützen“, erklärte Peter Neumann.

Als Experte im Bereich Barrierefreier Tourismus war Peter Neumann unter anderem als Projektleiter verschiedener Grundlagenstudien für das Bundeswirtschaftsministerium und die EU-Kommission tätig. Weiterhin berät er Destinationen und touristische Leistungs- und Entscheidungsträger, so auch in Thüringen. An der IUBH Duales Studium hat er seit Oktober 2014 die Professur für Tourismuswirtschaft inne.

An der IUBH Duales Studium können Studierende an den Studienorten Bad Reichenhall, Berlin, Düsseldorf, Erfurt und München ein praxisorientiertes duales Studium absolvieren. Durch den wöchentlichen Wechsel zwischen Theorie und Praxis sammeln sie während des Studiums Berufserfahrung in einem Unternehmen. Die Studierenden profitieren von einem Netzwerk aus über 1000 Unternehmen, zum Beispiel bei der Vermittlung eines passenden Praxispartners oder bei Fallstudien und Exkursionen. Das Studienangebot beinhaltet duale und berufsbegleitende Bachelor- und Masterprogramme aus den Bereichen Gesundheit, Immobilien, Industrie und Logistik, Marketing, nachhaltige Energien, Steuern und Rechnungswesen und Tourismus. Alle Studiengänge sind staatlich akkreditiert und zertifiziert. Die IUBH ist die einzige deutsche Hochschule im Verband „Hotel Schools of Distinction“. Im CHE-Hochschulranking 2015 schnitt sie wiederholt als beste private Fachhochschule Deutschlands im Fach Betriebswirtschaft ab. Unter ihrem Dach können Studierende auch ein Campusstudium an der IUBH School of Business and Management oder einen betriebswirtschaftlichen Online-Studiengang an der IUBH Fernstudium absolvieren. Ihr Träger ist die Career Partner GmbH.

CATHLEEN RUSCHEL

 

15.10.2015

 


14.10.2015: Wachsende Bedeutung

Thüringer Verlage präsentieren sich auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse: 13 Aussteller am Gemeinschaftsstand des Freistaates.

Thüringen ist vom 14. bis 18. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse vertreten. Insgesamt 13 Aussteller präsentieren ihre Angebote am 100 Quadratmeter großen Thüringer Gemeinschaftsstand. „Die Frankfurter Buchmesse ist das international wichtigste Schaufenster der Branche. Wir wollen erreichen, daß auch die kleineren Unternehmen aus Thüringen – Verlage ebenso wie digitale Dienstleister – hier für ihre Angebote werben können“, sagte Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Das Wirtschaftsministerium unterstützt den Gemeinschaftsstand auch in diesem Jahr wieder mit rund 140.000 Euro.

Im Bereich der Verlagsdienstleistungen hat sich Thüringen längst zu einem der wichtigsten Standorte in Deutschland entwickelt. Mit dem Logistikzentrum des baden-württembergischen Buchgroßhändlers KNV (Koch, Neff und Volckmar GmbH) wird aus der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt fast jedes vierte Buch in Deutschland ausgeliefert. In Pößneck betreibt der Bertelsmann-Konzern eine der größten und modernsten Druckereien Europas, während sich in Rudolstadt das erst 2012 gegründete Unternehmen Zeilenwert GmbH inzwischen zum Marktführer im Bereich des E-Book-Vertriebs entwickelt hat.

Von dieser wachsenden Bedeutung sollten auch die vielen kleinen Unternehmen stärker profitieren, sagte Tiefensee. Er sehe gerade in der Verbindung klassischer Verlagsproduktion mit digitalen Produkten und Dienstleistungen eine Chance für die Unternehmen am Standort.

Entsprechend repräsentieren auch die Aussteller am Gemeinschaftsstand das ganze Spektrum moderner Verlagstätigkeit. Ergänzt wird der Gemeinschaftsstand auch in diesem Jahr wieder durch eine Thüringen-Lounge, die zum Verweilen und zum Gespräch einlädt. So findet am 14. Oktober ein Thüringen-Abend statt, am 16. Oktober gibt es ab 10.00 Uhr ein Aussteller-Frühstück. Am 15. Oktober wird ein unvollendeter Roman des verstorbenen DDR-Schriftstellers Siegfried Pietschmann vorgestellt, der lange in Thüringen lebte und zeitweise mit der Schriftstellerin Brigitte Reimann verheiratet war. Am 16. Oktober bietet das Kolleg „Friedrich Nietzsche“ der Klassik-Stiftung Weimar zwei Vorträge an.

Die Lounge wird in diesem Jahr allerdings erstmals nicht nur für Veranstaltungen genutzt, sondern lädt die Besucher der Messe auch dazu ein, durch eine Installation in Form eines digitalen Freundschaftsbuches die Verknüpfung von analoger Kulturtechnik und digitalen Technologien selbst auszuprobieren. Auch der aus den vergangenen Jahren bekannte Illustrationsautomat Illumat steht in diesem Jahr wieder bereit, um den Besuchern ein originelles und originales Stück Thüringen mit auf den Weg zu geben. Zudem sind verschiedene Delegationen am Stand angekündigt, so eine Unternehmensdelegation aus Baden-Württemberg und ein Besuch des Staatssekretärs im sächsischen Wirtschaftsministerium.

STEPHAN KRAUSS

 

14.10.2015

 


14.10.2015: Mehr Geld in kluge Köpfe investieren

Ost-Ideen werden an den Westen verkauft: Anleger scheuen Risiko - und der Staat vertröpfelt paar Fördergroschen mit der Gießkanne.

Bevor tolle Ideen aus Thüringen und den anderen ostdeutschen Bundesländern zur Marktreife kommen, werden sie mangels Geldes an West-Konzerne verkauft. „Auf diese Weise entstehen natürlich nie große Unternehmenszentralen im Osten." So kommt der Angleichungsprozeß Ost an West seit Jahren nicht voran. „Daran wird sich in absehbarer Zeit nichts ändern", ist Reint E. Gropp, Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), überzeugt. In Halle etwa forschen junge Leute in einer Ausgründung der Universität an einem Alzheimer-Medikament. „Allein die klinischen Tests verschlingen 75 Millionen Euro", weiß der IWH-Chef. „Da reichen die fünf Millionen von der Kreditanstalt für Wiederaufbau natürlich vorn und hinten nicht", bemängelt Gropp in der „Leipziger Volkszeitung“.

Solange vor allem „in Beton statt in Köpfe investiert wird, bleiben die neuen Länder bei ihrem Niveau von 75 Prozent West-Niveau hängen", es müsse deutlich mehr Geld in kluge Köpfe investiert werden. Doch dies sei in Deutschland keine neue Erscheinung. Deutschland investiere falsch und deshalb entstünden Probleme, die andere Länder nicht zu bewältigen hätten. Hierzulande ist der Mut unterentwickelt, das nötige Risiko-Kapital für gute Geschäftsideen bereitzustellen, stattdessen wird zaghaft mit der Gießkanne Steuergeld als Fördermittel verschüttet. Die Bundesrepublik pumpe zum Beispiel Milliarden in den Ausbau der erneuerbaren Energien, Amerika in Fracking - in die Erdöl und Erdgasförderung aus Gesteinsmassen. „Das Ergebnis ist frappierend: In Deutschland haben sich in den vergangenen Jahren die Energiekosten verdoppelt, in den USA halbiert."

Darüber hinaus sieht Gropp eine Schuld der deutschen Wirtschaft an der Misere, denn die sei nur eingeschränkt fähig, sich an Veränderungen anzupassen. Dies treffe den Osten in besonderem Maße, weil eben hier faktisch keine Zentralen großer Unternehmen beheimatet seien. „Das verwundert nicht", gibt Gropp unumwunden zu. Denn außer der Walldorfer Software-Schmiede SAP „ist nach 1975 in Deutschland keine nennenswerte Großfirma gegründet worden". In Europa wurden nur fünf Prozent der 500 größten Unternehmen nach 1975 gegründet, „in den USA sind es 14 Prozent. In Ostdeutschland müßten es 25 Prozent sein, um aufholen zu können“, schätzt Gropp.

Natürlich werde nicht jedes Geschäftsmodell fruchten und in ein globales Unternehmen münden. Aber die Förderung solcher Neuheiten bliebe in Deutschland faktisch auf der Strecke. Da helfe auch eine ausgeprägte Hochschullandschaft nicht weiter, denn die deutschen Unis seien seit Jahren eine strukturell drastisch unterfinanziert im internationalen Vergleich. „Da ist von vornherein klar, wer die Nase vorn hat“, ärgert sich Gropp.

Für mehr Risiko-Kapital müßten große institutionelle Investoren her. „Die sind in Deutschland knapp. Die USA haben fünfmal so viel Risiko-Kapital zur Verfügung wie wir.“ Allerdings erschweren die Rahmenbedingungen in Deutschland solche Investitionen. In den USA sei die Bereitschaft, sich in Risiko-Unternehmen zu engagieren, viel ausgeprägter. Dort könne man aber auch einfacher aus einer Firma wieder aussteigen, „indem man an die Börse geht.“ Das sei in Deutschland schwieriger. Denn Aktien von spekulativen Unternehmen kauften nicht Privatleute, sondern eben institutionelle Anleger. Finanzstarke Versicherungen dürfen jedoch nur einen geringen Teil in Risiko-Kapital anlegen. „Wer hierzulande also doch für riskante Unternehmensideen sein Herz entdeckt, habe möglicherweise eine Firma an der Backe, die er nicht mehr loswird.“

Start-ups seien „eine Riesenchance für die neuen Länder“. Einerseits gebe es hier viele kreative Köpfe und andererseits genügend alte, inzwischen leerstehende Fabrikhallen, wo sich junge Unternehmer niederlassen könnten.

Die neuen Länder sollten diese Gelegenheit nicht ungenutzt verstreichen lassen. Es dürfe nicht der Fehler aus den 90er Jahren wiederholt werden: „Alte Firmengebäude auf Teufel komm raus zu modernisieren, aber die hochkreative Forschungsabteilung wurde geschlossen.“ Dabei waren dort Spitzenkräfte, die faktisch aus nichts etwas zaubern mußten. „Da sie in Leuna zum Beispiel nicht genügend Erdöl zur Verfügung hatten für die Plaste- und Elasteproduktion, erfanden sie die Karbidtechnologie, mit der sie die Fertigung solcher Erzeugnisse auf Kohlebasis schafften. An solche Forschungspotentiale muß gezielt angeknüpft werden.“

FRANK FRIEDRICH

 

14.10.2015

 


13.10.2015: „Realitätsverweigerung“

Der Entschluß der Landesregierung, dem Asylkompromiß im Bundesrat nicht zuzustimmen und sich bei der demnächst anstehenden Entscheidung teilweise zu enthalten, wird von der Opposition heftig kritisiert. Der CDU-Landtagsabgeordnete Stefan Gruhner bezeichnete es als unverschämt, „daß die Landesregierung einfach nur die Hände für mehr Geld des Bundes aufhält, aber sich nicht substantiell an der Änderung gesetzlicher Regelungen zur Flüchtlingspolitik beteiligen will“. 

„In der koalitionsinternen Debatte um das Verhalten Thüringens zum Asylkompromiß ist die SPD als Tiger gestartet und als Bettvorleger von Bodo Ramelow gelandet. Der SPD-Vorsitzende Andreas Bausewein ist der größte Verlierer an diesem Tag. Seine öffentlichen Drohgebärden erscheinen nach der Entscheidung des Kabinetts wie hilflose Kraftmeierei.“ Das erklärte der Landesvorsitzende der Jungen Union Thüringen und Landtagsabgeordnete Stefan Gruhner am 13. Oktober in Erfurt zur Entscheidung der Landesregierung, dem Asylkompromiß im Bundesrat nicht zuzustimmen.

Jetzt zeige sich, „daß SPD und Grüne keinerlei Durchsetzungsvermögen in der Koalition haben“. Die Linke setze einfach ihre ideologischen Positionen durch. Die Ramelow-Regierung liefere auf dem wichtigsten Politikfeld dieser Tage „ein Bild der Zerstrittenheit und des politischen Chaos", stellte der CDU-Politiker fest.

Gruhner sagte außerdem: „Rot-Rot-Grün setzt mit der heutigen Entscheidung entgegen jeder Vernunft den ideologischen Kurs in der Flüchtlingspolitik fort. Damit isoliert die Ramelow-Regierung den Freistaat Thüringen in der Bundesrepublik. Es ist unverschämt, daß die Landesregierung einfach nur die Hände für mehr Geld des Bundes aufhält, aber sich nicht substantiell an der Änderung gesetzlicher Regelungen zur Flüchtlingspolitik beteiligen will. Die Bundesregierung hat mit der Vorlage des Asylverfahrensbeschleunigungsgesetzes, das ein verschärftes Asylbewerberleistungsgesetz beinhaltet, einen wichtigen Schritt gemacht. Asylverfahren werden beschleunigt, die Liste der sicheren Herkunftsstaaten ausgeweitet und Asylleistungen eingeschränkt. Zugleich hat der Bund die finanziellen Mittel für Länder und Kommunen deutlich erhöht. Diesem vernünftigen Vorgehen hätte sich Thüringen ohne Wenn und Aber anschließen müssen. Alles andere ist Realitätsverweigerung."

PI-JUT

 

13.10.2015

 


13.10.2015: „Das begrüßen wir eindeutig“

Landkreise brauchen spürbare Entlastung der öffentlichen Haushalte: Landrätinnen erwarten eindeutiges Signal.

Die Landrätinnen Petra Enders (Ilmkreises) und Michaele Sojka (Altenburger Land) erwarten von der am 13. Oktober anstehenden Kabinettsentscheidung ein eindeutiges Signal, die öffentlichen Haushalte zu entlasten, und eine Zustimmung Thüringens im Bundesrat zu den vorgesehenen Asylrechtsänderungen am 16. Oktober. „Schnellere Asylverfahren bei den Asylanträgen, eine Pauschale pro Monat für jeden untergebrachten Flüchtling, die an Kommunen weitergereicht werden soll, eine halbe Milliarde Euro Investitionen für den sozialen Wohnungsbau und 350 Millionen Euro für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Das begrüßen wir eindeutig“, so Michaele Sojka (Die Linke).

Die Landrätinnen erwarten kluge Entscheidungen, denn alle stehen gegenwärtig vor der Mammutaufgabe, eine schnelle Integration von Flüchtlingen in Arbeit, Ausbildung und Betreuung zu gewährleisten. Alles, was dazu diene, die öffentlichen Haushalte der Städte, Gemeinden und Landkreise dabei nachhaltig zu entlasten, müsse unterstützt werden, begründen beide ihre Aufforderung zu einem „Ja“ Thüringens im Bundesrat.

Scharfe Kritik üben beide Landrätinnen an der Verknüpfung der Asylrechtsänderungen in Verbindung mit der künftigen Neuverteilung der Regionalisierungsmittel zu Lasten der ostdeutschen Bundesländer.

„Die Ausrichtung und Ausstattung der Länder mit Regionalisierungsmitteln darf  in keiner Weise im Zusammenhang mit dem Asylkompromiß verhandelt werden“, empört sich Petra Enders (Mandat Die Linke). „Das hat überhaupt nichts mit der Flüchtlingsthematik zu tun und führt zu massiven Einschnitten im öffentlichen Nahverkehr in Thüringen und damit auch in unseren Landkreisen“, fügt sie an. „Das wird auch nicht dazu beitragen, die Akzeptanz in der Bevölkerung für die gegenwärtige Flüchtlingspolitik zu stärken – ganz im Gegenteil!“, ergänzt Landrätin Enders.

Beide Politikerinnen sind sich einig: Angesichts dieser Situation ist es deshalb notwendig, daß in diesem Punkt die neuen Bundesländer, die von diesen Kürzungen stark betroffen sein werden, und deren Ministerpräsidenten – unabhängig vom Parteibuch – zusammenstehen. Hier muß dringend nachverhandelt werden. Die Landesregierung möge sich am 16. Oktober im Bundesrat zu all den Dingen positiv verhalten, die zu Verbesserungen für Menschen führen.

TOM KLEINFELD

 

13.10.2015

 


13.10.2015: Wichtige Richtungsweisungen

Pionier auf dem Gebiet der Wissenschaftskommunikation: Katholisch-Theologische Fakultät der Uni Erfurt verleiht Ehrendoktorwürde an Ulrich Ruh.

Die Katholisch-Theologische Fakultät verleiht am 21. Oktober an den Theologen Prof. Dr. Ulrich Ruh die Ehrendoktorwürde der Universität Erfurt. Ruh zählt zu den führenden Publizisten der katholischen Theologie. Er hat über Jahrzehnte durch vielfältige Veröffentlichungen theologische Debatten in Deutschland angestoßen und durch seine Beiträge wichtige Richtungsweisungen in Wissenschaft, Kirche und Gesellschaft gegeben.

Die Katholisch-Theologische Fakultät wisse um die besonderen Leistungen von Ruh „als Theologe und Publizist für die Vermittlung und Übersetzung theologischer Wissenschaft für Kirche und Gesellschaft“, erklärt Prof. Dr. Michael Gabel, Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät. Er habe damit der Theologie wie Kirche und Gesellschaft einen besonderen Dienst erwiesen. Wenn heute vermehrt über Wissenschaftskommunikation diskutiert werde, so Gabel, sei Ruh gleichsam ein Pionier auf diesem Gebiet. Basis seines herausragenden Engagements sei, daß er in Wissenschaft und Publizistik gleichermaßen zu Hause sei. Ruh genießt in der theologischen Wissenschaft den Ruf eines exzellenten Beobachters wissenschaftlicher und kirchlich-gesellschaftlicher Entwicklungen. Diese hat er zunächst als Wissenschaftler an der Universität Freiburg, später als Chefredakteur der Herder Korrespondenz und als Autor zahlreicher Bücher kritisch begleitet. Dabei kam und kommt ihm die sehr gute Kenntnis historischer Quellen, ein brillantes Gespür für Entwicklungsprozesse in gesellschaftlichen und kirchlichen Institutionen und ein hervorragendes Netzwerk als Publizist zugute.

Ulrich Ruh, der am 2. Oktober 1950 in Elzach bei Freiburg/Br. geboren wurde, studierte Katholische Theologie und Germanistik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Er war viele Jahre in Freiburg Assistent beim damaligen Professor Dr. Dr. Karl Lehmann. In Freiburg wurde er mit einer Arbeit über „Säkularisierung als Interpretationskategorie. Zur Bedeutung des christlichen Erbes in der modernen Geistesgeschichte“ 1979 promoviert. Im selben Jahr wurde er Redakteur der renommierten Herder Korrespondenz. 1991 übernahm er deren Chefredaktion, die er bis zu seiner Pensionierung innehatte. Ruh ist Honorarprofessor an der Theologischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Ihm wurde 2005 das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Die Ehrendoktorwürde wird Ulrich Ruh am 21. Oktober 2015 im Rahmen einer Akademischen Feier verliehen. Die Festrede hält Ruhs akademischer Lehrer, Kardinal Karl Lehmann, Mainz.

CARMEN VOIGT

 

13.10.2015

 


12.10.2015: Breit aufgestellt

Fakuma 2015: Thüringen präsentiert sich auf Leitmesse der Kunststoffbranche.

Nach der erfolgreichen Premiere 2014 ist Thüringen in diesem Jahr wieder auf der Fakuma - der wichtigsten internationalen Fachmesse für Kunststoffverarbeitung - vertreten, die vom 13. bis 17. Oktober in Friedrichshafen am Bodensee stattfindet. An dem Gemeinschaftsstand beteiligen sich 14 Aussteller. „Die Kunststoffbranche ist prägend für den Standort Thüringen“, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Ein Fünftel der Wirtschaftskraft des Freistaats werde durch diesen Zweig erwirtschaftet. „Auf der Fakuma zeigt Thüringen, wie leistungsstark und breit aufgestellt die Thüringer Kunststoffbranche ist. Deswegen haben wir uns in diesem Jahr wieder für einen Gemeinschaftsstand entschieden“, so der Minister.

Organisiert wird der Stand im Auftrag des Wirtschaftsministeriums durch die Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG). Die Kosten für die insgesamt fünftägige Messepräsenz belaufen sich auf rund 100.000 Euro.

Nach einer Erhebung des Thüringer Kunststoffclusters PolymerMat e.V. und des Fachgebiets Kunststofftechnik der TU Ilmenau erwirtschaften in Thüringen mehr als 50.000 Arbeitnehmer in mehr als 730 Unternehmen einen Jahresumsatz von über zehn Milliarden Euro mit der Herstellung von Kunststoffen und Kunststoffprodukten. Unter den Produzenten sind Zulieferer für die Automobilindustrie und Unternehmen anderer Industriezweige - wie zum Beispiel Verpackungsindustrie, Elektro- und Medizintechnik - zu finden. Mit einer Exportquote von gut 35 Prozent liegen die Firmen deutlich über dem Thüringer Durchschnitt (31,9 Prozent).

2015 werden 1700 Aussteller aus 35 Industrienationen und 46.000 Besucher aus über 100 Ländern auf der Fakuma erwartet. Die Messe gilt als wichtigste Branchenschau für Spritzgieß-, Extrusions- und Thermoform-Technologien und als weltweite Innovationsplattform, auf der neue Produktionsverfahren zur Verarbeitung von Kunststoffen präsentiert werden. In diesem Jahr werden eine Reihe an Welt-Neuheiten und Innovationen erwartet.

Wichtigstes Netzwerk für die Thüringer Kunststoffbranche ist das PolymerMat e.V. Kunststoffcluster Thüringen mit rund 50 Unternehmen und Einrichtungen. Das Netzwerk bündelt die Interessen der Kunststoffwirtschaft im Freistaat und arbeitet eng mit anderen regionalen Netzwerken zusammen. Neben einer Stiftungsprofessur Kunststofftechnik an der TU Ilmenau sind das Thüringer ClusterManagement bei der LEG (ThCM), das Thüringer Innovationszentrum Mobilität (ThIMo) und das Thüringer Zentrum für Maschinenbau (ThZM) weitere wichtige Partner.

STEPHAN KRAUSS

 

12.10.2015

 


12.10.2015: Angebote kompakt 

Übernachtungszahlen weiter auf hohem Niveau: Mitgliedsstädte des Vereins „Städtetourismus in Thüringen“ e.V. trafen sich zu ihrer Herbsttagung in Jena.

Vertreter der 19 Mitgliedsstädte des Vereins „Städtetourismus in Thüringen“ e.V. trafen sich am 7. und 8. Oktober zu ihrer Herbsttagung in Jena, um das touristische Halbjahr 2015 auszuwerten und Projekte für das kommende Jahr zu planen.

Freuen können sich die Mitgliedsstädte über den touristischen Verlauf der zurückliegenden Monate: Die Übernachtungszahlen sind weiter auf dem hohen Niveau wie schon 2014. So vereinen die 19 Mitgliedsstädte von Januar bis Juni mit 73,1 Prozent fast dreiviertel der ausländischen Gäste im Freistaat auf sich. Spitzenreiter sind im Auslandsranking die Niederländer, gefolgt von der Schweiz, Österreich und den Vereinigten Staaten. Über 50 Prozent der Gäste, die nach Thüringen kamen, übernachteten in den zum Verein gehörenden Kultur - und Residenzstädten.

In diesem Jahr wurde als Ergänzung zum erfolgreichen „Pocket Guide“, der alle Städte im Westentaschenformat präsentiert, eine bereits jetzt gut verbreitete englische Version des handlichen Katalogs herausgegeben. Zu den künftigen Vorhaben des Vereins gehört eine neue Broschüre, die zusätzlich die Aktivangebote der Städte vorstellen wird. So haben Städtereisende künftig alle Angebote kompakt für ihre Reiseentscheidung und vor Ort griffbereit.

Der Besuch des Herzoglichen Museums in Gotha, das am 19. Oktober wiedereröffnet wird, war ein Höhepunkt des Programms der Städtevertreter. Der Grundsatz der gegenseitigen Vermarktung „alle für einen, einer für alle“ macht die Stärke des Städteverbundes aus. So vertritt man sich gegenseitig auf Messen und Workshops – eine genaue Kenntnis der örtlichen Besonderheiten ist dafür Voraussetzung.

PI-VST

 

12.10.2015

 


11.10.2015: Belastungsgrenze erreicht

Der freistaatliche Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sieht die Thüringer Wirtschaft auf Kurs und hält 2015 ein Prozent Wirtschaftswachstum für möglich.

Trotz verhaltenen Jahresstarts sieht Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) die Wirtschaft im Freistaat weiter auf Kurs. „Das Wachstumstempo hat sich verlangsamt, aber es gibt nach wie vor eine hohe Investitionsbereitschaft der Betriebe“, sagte Tiefensee am 11. Oktopber mit Blick auf die aktuellen Förderzahlen. So hat sich die Zahl der Antragseingänge in den Förderprogrammen erhöht. Tiefensee: „Die Wirtschaft in Thüringen bleibt auch 2015 im Aufwind.“

Angesichts zahlreicher Unsicherheitsfaktoren für die Konjunktur warnte der Minister zugleich aber vor weiteren Belastungen für die Wirtschaft. „Eine positive Wirtschaftsentwicklung ist die Voraussetzung dafür, daß wir unsere Zukunftsaufgaben am Ende auch finanzieren können“, sagte Tiefensee. „Der Ruf nach immer neuen, zusätzlichen Steuern und Abgaben ist dabei kontraproduktiv.“

Viele Unternehmen in Thüringen ächzten bereits heute unter hohen Energie- und Ressourcenkosten. Auch bei den Grund- und Gewerbesteuern hätten viele Kommunen eine Belastungsgrenze erreicht, ab der Wettbewerbs- und Standortnachteile zu befürchten seien. „Deshalb sollten Bundes- und Landespolitik jetzt alles vermeiden, wodurch zusätzlich Sand ins Getriebe der Wirtschaft geschüttet wird.“ Dazu zählt Tiefensee ausdrücklich auch den von der Grünen-Fraktionsvorsitzenden Göring-Eckardt ins Gespräch gebrachten „Integrationsfonds“.

Nach vorläufigen Berechnungen des Landesamtes für Statistik war das Bruttoinlandsprodukt in Thüringen im ersten Halbjahr 2015 lediglich um 0,4 Prozent gewachsen. Gründe dafür sieht Tiefensee vor allem in der verhaltenen Entwicklung im Baugewerbe und den niedrigen Ausrüstungsinvestitionen der Industrie, aber auch in der rückläufigen Bevölkerungsentwicklung. „Angesichts der nach wie vor hohen Konsumneigung im Land und voller Auftragsbücher in den Unternehmen spricht derzeit dennoch vieles dafür, daß die Konjunktur hält und die Thüringer Wirtschaft in diesem Jahr noch ein Prozent Wachstum erreichen kann“, sagte der Wirtschaftsminister. Dazu könnten auch die Ausgaben der öffentlichen Hand zur Bewältigung der Flüchtlingsproblematik beitragen, die teilweise wie ein Konjunkturprogramm wirkten.

Positiv wertet Tiefensee in diesem Zusammenhang auch die anhaltend hohe Investitionsbereitschaft der Unternehmen. So sind die Antragseingänge im Förderprogramm Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) um rund 20 Prozent gestiegen, im Programm Thüringen-Invest haben sie sich mehr als verdoppelt. Insgesamt liegen in der GRW derzeit 57 Anträge mit einem Investitionsvolumen von 370 Millionen Euro, im „kleineren“ Programm Thüringen-Invest 140 Anträge über 22 Millionen Euro Investitionen vor. Insgesamt sollen damit mehr als 800 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden.

STEPHAN KRAUSS

 

11.10.2015


10.10.2015: Gefragter Partner

Für Studierende, Unternehmer und Wissenschaftler: Firmenkontaktbörse der Ernst-Abbe-Hochschule Jena am 21. und 22. Oktober.

Insgesamt 51 Aussteller kann die Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena zu ihrer diesjährigen Firmenkontaktbörse am 21. und 22. Oktober begrüßen.

Unter den Ausstellern sind viele Firmen aus der Region, aber auch Unternehmen aus ganz Deutschland. Studierende und Lehrende sind eingeladen, mit der Wirtschaft ins Gespräch zu kommen: Die Börse mit dem Namen „Praxis trifft Campus“ öffnet an beiden Tagen jeweils von 9.00 bis 15.00 Uhr. Zu finden sind die Aussteller im Konferenz- und Lehrzentrum der Hochschule: Haus 4, Erdgeschoß, in der Aula und im Foyer davor.

Für Studentinnen und Studenten sind neben Praktika, Trainee- und Werksstudentenstellen auch Themen für Abschlußarbeiten und sogar Festanstellungen im Angebot. Aber auch Wissenschaftler sind willkommen, um Kooperationen oder Kooperationserweiterungen gemeinsam anzudenken.

Die Aussichten sind gut, bei der Firmenkontaktbörse der EAH Jena aus dem großen Angebot der Unternehmen das Richtige zu finden, und dies nicht nur hinsichtlich Fachkräftemangel. Die EAH Jena ist ein gefragter Partner, wenn es um den Nachwuchs für die Wirtschaft geht.

SIGRID NEEF

 

10.10.2015

 

 

„Praxis trifft Campus“: Die Ernst-Abbe-Hochschule Jena lädt zu ihrer diesjährigen Firmenkontaktbörse am 21. und 22. Oktober ein.

 

Foto: P. MIMIETZ


09.10.2015: Zusammenspiel im Fokus

Erfurter Kongreßmesse „Wind.Energie“ klärt offene Fragen: Kommunen und Bürgerbeteiligung sind die Schwerpunkthemen.

Die Windkraft als alternative Energiequelle setzt ihren globalen Siegeszug fort. Aktuell können vier Prozent des weltweiten Stromverbrauchs durch Windkraft abgedeckt werden, jährlich werden über 100 Milliarden in den Ausbau der Windenergie investiert. Wie der Welt-Windenergie-Verband WWEA mitteilte, kamen zwischen Juli 2014 und Juni 2015 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 56 Gigawatt weltweit neu ans Netz. Dies entspricht der Leistung von 56 großen Atomreaktoren.

In Thüringen erzeugten laut Bundesverband Windenergie BWE Anfang 2015 derzeit 734 Windenergieanlagen mit insgesamt 1153 Megawatt Leistung sauberen Windstrom. Damit deckt der Freistaat zirka elf Prozent seines Bruttostrombedarfs. Windenergie trägt den größten Anteil Erneuerbaren Stroms in Thüringen bei. Die Thüringer Landesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Eigenenergiebedarf des Freistaates bis 2040 durch einen Mix aus 100 Prozent regenerativer Energie selbst decken zu können.

Den Schlüsselthemen dieser Energiewende widmen sich am 14. und 15. Oktober 2015 die Mitteldeutschen Windbranchentage „Wind.Energie“ in Erfurt. Zur vierten Ausgabe der Kongreßmesse haben sich 41 Unternehmen aus 15 Bundesländern angemeldet. In Erfurt sind mit Versorgern, Windparkbetreibern, Ausrüstern und Zulieferern, Planern, Finanzierern und Zertifizierern alle wichtigen Segmente der Windenergiebranche vertreten. Für den Fachkongreß mit 44 Vorträgen werden rund 500 Teilnehmer aus ganz Deutschland erwartet. Entscheidungsträger aus 45 Kommunen haben ihr Kommen avisiert.

Das zweitägige Konferenzprogramm rückt in diesem Jahr noch stärker das Zusammenspiel von Bürgern und Kommunen als Träger der Energiewende in den Fokus und behandelt aus kommunaler Sicht unter anderem die Themen Bürgerbeteiligung, Wertschöpfung und Beschäftigungseffekte, Raum- und Regionalplanung, Natur- und Landschaftsschutz, regionale Beteiligungsmodelle für Bürger und Kommunen sowie die Vorstellung energieautarker Gemeinden.

Neu auf der Agenda steht das Thema „Windenergie im Wald“. Hierzu beleuchtet die Fachagentur Windenergie an Land (FA Wind) in einem speziellen Workshop am Beispiel Thüringens gezielt die Herausforderungen für Planer, Projektierer und Kommunen bei Planung, Bau und Betrieb von Windenergieanlagen im Wald. Ein weiterer Workshop der FA Wind widmet sich den alltäglichen Hürden bei der erfolgreichen Ausgestaltung von Beteiligungsprozessen.

THOMAS TENZLER

 

09.10.2015

 


09.10.2015: Kritische Analyse

Verkauf der DDR-Betriebe als Hauptfehler: Ifo-Institut zieht Bilanz von 26 Jahren Wirtschaftsentwickung im Osten.

Die Löhne in Ostdeutschland wären bei normaler marktwirtschaftlicher Entwicklung heute auf einem deutlich höherem Niveau, ist sich Hans-Werner Sinn, Präsident des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, sicher, wenn „wir eine nacheilende Lohnentwicklung gehabt hätten" und Inhalte aus dem Einigungsvertrag umgesetzt worden wären. Das Institut zog am 8. Oktober in Dresden Bilanz über 26 Jahre wirtschaftliche Entwicklung in Ostdeutschland und analysierte mit Gästen wie dem ehemaligen sächsischen Ministerpräsidenten Georg Milbradt (CDU) kritisch den Vollzug der Wiedervereinigung Deutschlands.

Versäumt worden sei, den hohen Ausbildungsstand der DDR-Bevölkerung zu nutzen. „Es gab dort keine Geringqualifizierten", so Sinn. Und man hätte Managern aus DDR-Betrieben eine Chance geben müssen - die wenigen Einzelfälle belegen, daß dieser Schritt nicht von vornherein hätte ausgeschlossen werden dürfen. Außerdem sah der Einigungsvertrag vor, daß den ostdeutschen Bürgern die Möglichkeit gegeben werden sollte, Anteile an der volkseigenen Wirtschaft zu erwerben. Dies sei jedoch durch die Treuhand mit ihrem Verkaufsauftrag unmöglich geworden. 

Sinn bekräftigte zum wiederholten Male seine Ansicht, daß es durchaus Alternativen gegeben hätte. Die Politik der Treuhand, die viele Firmen einfach nur verkauft habe, statt sie mit ausländischer Hilfe als Joint-ventures weiterzuführen, und zu schnell gewachsene Löhne hätten verhindert, daß der Osten zu einem höheren Wirtschaftswachstum gekommen ist. Um ausländische Konkurrenten auszubremsen, sei die Lohnentwicklung nach der Wende im Osten von der Produktivität abgekoppelt worden. „Das waren im wesentlichen die westdeutschen Tarifparteien", benennt er Mitschuldige, „insbesondere auf Seiten der Arbeitgeber - was ja absolut pervers ist." Dadurch hätten ausländische Investoren wie beispielsweise Sony oder Toyota ihre Pläne für Sachsen und Thüringen begraben. Inzwischen sei Polen mittlerweile für viele Investoren attraktiver.  

„Der Osten kann zumindest mit niedrigen Bodenpreisen punkten und mit Wachstumskernen wie Berlin, aber auch Leipzig und Dresden.“ Er glaube, daß sich in weiteren 25 Jahren die Produktivität in Ost und West nicht mehr unterscheiden werde. Hier würden derzeit im Osten nur 71 Prozent beim Brutto-Inlandsprodukt erreicht. Ein Wert, der die Wirtschaftskraft von Ex-West-Berlin mit einbezieht; ohne diese blieben gerade mal 62 Prozent. Die Löhne liegen im Durchschnitt bei 78 Prozent des Westniveaus.

Fazit der Tagung: Es war vieles richtig, aber eben auch manches deutlich falsch. Die Lebensverhältnisse in Ost und West hätten sich weitgehend angeglichen. Der Lebensstandard in den neuen Bundesländern sei bei etwa 90 Prozent des Westens angelangt, sei allerdings den Transfers von 1,75 Billionen Euro von West nach Ost zu verdanken.

FRANK FRIEDRICH

 

09.10.2015

 


09.10.2015: „Das Projekt ist toll“

„Ein Tag Azubi“: Jungunternehmer geben Einblick in Ausbildungsberufe.

Auch in diesem Jahr fand in Erfurt wieder die Aktion „Ein Tag Azubi“ der Wirtschaftsjunioren Mittelthüringen statt. In Zusammenarbeit mit dem Verein „Erfurter Brücke“ konnte die 24jährige Michelle Woitalla einen Tag als Azubi bei der Geat AG absolvieren. Die junge Mutter ohne abgeschlossene Berufsausbildung erhielt einen Einblick in die Geschäftsprozesse der Verwaltung, die Aufgaben einer kaufmännischen Assistenz und die Herausforderungen der telefonischen Kundenkommunikation.

Geat-Vorstandsmitglied Florian Meyer sieht die Teilnahme an der Aktion „Ein Tag Azubi“ nur als Auftakt zu weiteren Projekten. „Das Projekt ist toll. Wir beteiligen uns sehr gern daran und freuen uns, daß wir Frau Woitalla einen Einblick geben und sie persönlich kennenlernen durften. Gerade für Jugendliche mit schwierigen Lebensläufen bietet der Aktionstag eine großartige Chance.“ Das Erfurter Personaldienstleistungsunternehmen hat bereits weitere Praktika für benachteiligte Jugendliche angeboten. Möglicherweise können noch Ausbildungsplätze im laufenden Ausbildungsjahr besetzt werden und Jugendliche mit schwierigen Startbedingungen erhalten ein Chance, ins Berufsleben einzusteigen.

Die Wirtschaftsjunioren Mittelthüringen beteiligen sich jedes Jahr an dieser Aktion des Bundesverbandes Wirtschaftsjunioren Deutschland. Sie ist Teil des deutschlandweiten Projektes der Wirtschaftsjunioren Deutschland und der Bundesfamilienministerin „Jugend stärken: 1000 Chancen“. Ziel des Projektes ist die Unterstützung sozial benachteiligter Jugendlicher beim Einstieg in die Berufswelt.

PM-WJMT

 

09.10.2015

 

 

„Aktionstag bietet großartige Chance“: Florian Meyer, Vorstandsmitglied der Geat AG, Michelle Woitalla, Elisabeth Götze, Projektkoordinatorin bei den Wirtschaftsjunioren Mittelthüringen, Angelika Schulz, Prokuristin und Personalreferentin bei der Geat AG, (von links nach rechts.

 

Foto: GAG-ARCHIV


08.10.2015: Besorgnis über Aufstockung

CDU-Wirtschaftsrat: Mit Doppelhaushalt 2016/17 Thüringens Handlungsfähigkeit nachhaltig sichern.

Im Dialog mit Thüringens Finanzministerin Heike Taubert (SPD) äußerten die Mitglieder des Thüringer Landesverbandes im Wirtschaftsrat der CDU Deutschland erneut ihre Besorgnis über die im Entwurf ausgewiesene Aufstockung des Volumens des Thüringer Doppelhaushaltes 2016/17. „Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung sowie dem Rückgang der Zuschüsse von Bund und Europäischer Union muß der Haushalt weiter konsolidiert, aber schon gar nicht weitere Ausgaben geplant werden“, forderte Mihajlo Kolakovic, Vorsitzender des Wirtschaftsrates der CDU e.V. in Thüringen.

„Natürlich erkennen wir das Besondere der aktuellen Flüchtlingskrise mit all ihren Unwägbarkeiten an. Deshalb nehmen wir mit einer gewissen Beruhigung zur Kenntnis, daß die SPD-Finanzministerin die Landesschuldenbremse trotz anderslautender Äußerungen aus der Koalition garantiert und daß die Einhaltung der im Grundgesetz verankerten Schuldenbremse bei der Aufstellung künftiger Haushalte beachtet werden wird“, so Kolakovic weiter. Zugleich formulierte er jedoch die Forderung des Wirtschaftsrates, daß jegliche positive Entwicklungen im Haushalt, wie etwa eine höhere Beteiligung des Bundes an der Finanzierung der Kosten für die Flüchtlinge oder Steuermehreinnahmen, kompromißlos zur Auffüllung und weiteren Aufstockung der aktuell angegriffenen Rücklagen und zur weiteren Schuldentilgung verwandt werden müßten.

Doch dürfe, so die einhellige Meinung unter den Unternehmern des Wirtschaftsrates, die Herausforderung „Flüchtlingswelle“ nicht zum Alibi werden, die nötige Haushaltskonsolidierung und damit die Sicherung der finanziellen Handlungs- und Gestaltungsfreiheit aufzugeben. Abbau sowohl der Bürokratie als auch von Stellen seien wie vorgesehen auch fortzuführen. „Auch der Ausgleich des Haushaltes hat Verfassungsrang.“ Damit einhergehen solle eine systematische Aufgabenkritik und Effizienzbetrachtung der Strukturen aller Landesressorts, bei der es keine heiligen Kühe und Denkverbote geben dürfe, so der nachdrückliche Hinweis seitens der Wirtschaft.

Zudem bestärkt der Wirtschaftsrat die Finanzpolitikerin im Thüringer Kabinett in ihrer Haltung, daß auch der Freistaat dem zwischen Bund und Ländern verhandelten Maßnahmenpaket zur Regelung der Flüchtlingsproblematik im Bundesrat zustimmt.

In den vier Sektionen Ost-, Süd-, West- und Nordthüringen sowie den drei Stadtsektionen Erfurt, Jena-Saalfeld und Weimar des Thüringer Landesverbandes im Wirtschaftsrat Deutschland pflegen die Mitglieder den Dialog mit der Regional- und Landespolitik. Zudem agieren fünf Landesfachkommissionen in den Bereichen Gesundheitswirtschaft, Wirtschaft und Innovation, Energiepolitik, Personal, Gesellschaft und Soziales sowie Steuern, Haushalt und Finanzen für den fachlichen Austausch mit der Politik.

Der Wirtschaftsrat der CDU e.V. sieht sich als Stimme der Sozialen Marktwirtschaft in Deutschland und Europa. Unternehmen und Unternehmern bietet er eine branchenübergreifende Plattform, Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik im Sinne Ludwig Erhards für Fortschritt durch Wettbewerb, Chancen durch Freiheit und Wohlstand durch Leistung mitzugestalten.

PI-WR-LVT

 

08.10.2015

 


08.10.2015: Gegenseitig profitieren

Das Thüringer Zentrum für Existenzgründungen und Unternehmertum (ThEx) sowie die Hochschule Nordhausen brachten Gründerinnen und Gründer im CoDeck zusammen.

Die Herbstsonne erhellte den noch leeren Saal des neuen Nordhäuser CoWorking-Spaces. Bald sitzen hier Unternehmer, Existenzgründer und Studierende, um an ihren Projekten zu arbeiten. Doch bevor Schreibtische, Stühle und Technik den Saal im Obergeschoß in der neuen Post in einem großen Arbeitsraum verwandeln, nutzte das ThEx die Räumlichkeit für den Auftakt ihrer Veranstaltungsreihe für Existenzgründer in Thüringen. Unterstützt wurden sie dabei durch Dr. Kareen Schlangen, Gründungsberaterin der Hochschule Nordhausen.

Ziel des Gründertreffens im CoDeck war es, die Gründer der Nordthüringer Region zusammenzubringen. Sie sollen von ihren Erfahrungen gegenseitig profitieren, neuste Informationen zum Gründerservice des ThEx sowie der Hochschule Nordhausen erhalten, spannende Gründungsprojekte kennenlernen oder einfach Impulse aus Gesprächen mit neuen Kontakten erhaschen.

Zu Beginn der Veranstaltung stellten sich alle 25 Teilnehmer einander vor. Vom ThEx waren es Jörg Siering (ThEx-Lotse) sowie Anke Hartung (ThEx-Gründungsberaterin und zuständig für die Region Nordthüringen zur speziellen Unterstützung von Gründungen aus der Arbeitslosigkeit), Steffen Peter (ThEx-Lotse mit dem Schwerpunkt Handwerk) und von der Hochschule Nordhausen Dr. Kareen Schlangen. Sie führten durch die Veranstaltung. Weiterhin wurde ein Gründungsprojekt der Hochschule Nordhausen präsentiert: „Simpliture. Einfach einfache Möbel“, das noch in der Vorgründungsphase steckt. Prototypen der modernen und minimalistischen Möbel konnten bereits bestaunt werden. Danach stellte sich Kathrin Kind, Fotografin und seit sechs Monaten Inhaberin eines Fotostudios in Nordhausen, vor. Sie berichtete sehr tiefgehend von den schönen und schwierigen Momenten einer Existenzgründung. Wer das Fotostudio erleben wollte, war im Anschluß an die Kurzvorträge zur Besichtigung herzlich eingeladen.

Weitere Veranstaltungen werden folgen: am 28. Oktober die offizielle Eröffnung des CoDecks, am 11. November das allsemesterliche Gründertreffen der Hochschule Nordhausen oder am 13. November die offizielle Eröffnungsfeier des ThEx in Erfurt, die die Gründerwoche vom 16. November bis 20. November einleiten wird.

TINA BERGKNAPP

 

08.10.2015

 

 

Impulse erhaschen: Nordthüringer Gründer trafen sich im CoDeck.

 

Fotos (3): HSN-ARCHIV


08.10.2015: „Vielfalt muß erhalten bleiben“

Branchentalk der Thüringer Ernährungswirtschaft.

Zum dritten Mal lud der Thüringer Ernährungsnetzwerk e.V. am 6. Oktober seine Mitglieder zum Branchentalk. Einmal im Jahr sollen die Unternehmer die Gelegenheit haben, Fragen, Probleme und aktuelle Themen in einem vertraulichen und branchenbezogenen Kreis direkt an das Landesoberhaupt zu adressieren. „Ich bin dieser Einladung sehr gern gefolgt“, sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) zum Auftakt. „Schließlich ist die Ernährungsindustrie seit Jahren einer der stärksten Wirtschaftszweige im Freistaat. Die hervorragende Thüringer Genußvielfalt, die nicht nur, aber in großen Teilen der Vielzahl an umtriebigen mittelständischen Betrieben im Freistaat zu verdanken ist, muß unbedingt erhalten bleiben und auch weiterhin über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht werden. Hierfür bedarf es der Unterstützung auch seitens der Politik.“

Daß die aktuelle wirtschaftspolitische Situation jedoch vielen Unternehmen zu schaffen macht, wurde im Gespräch schnell deutlich. Neben dem Mindestlohn, der auf Arbeitgeberseite natürlich eine finanzielle Mehrbelastung mit sich bringt, befeuerte unter anderem die aktuelle Gesetzesvorlage zur Einführung eines sogenannten „Wassercents“ die Diskussion. „Die Thüringer Ernährungswirtschaft ist zur Erhaltung ihrer Wirtschaftlichkeit und aufgrund zahlreicher Hygienestandards auf beträchtliche Mengen an Wasser angewiesen“, erklärte Thomas Heß, Geschäftsführer der Thüringer Waldquell Mineralbrunnen GmbH. „Eine Besteuerung der Wasserentnahme stellt einen deutlichen Wettbewerbsnachteil zu den Discountstrukturen im deutschen Lebensmitteleinzelhandel dar. Zudem wird dadurch der gerade vollzogene Aufschwung in Bezug auf Wachstum und Entwicklung der Branche wieder eingebremst“, sprach Heß stellvertretend für die mehr als 20 anwesenden Unternehmen. Bereits im Jahr 2012 kämpfte das Thüringer Ernährungsnetzwerk gemeinsam mit anderen Branchenvertretungen erfolgreich gegen den Vorstoß der damaligen Landesregierung, eine Wasserentnahmeabgabegebühr einzuführen.

Für weitere Diskussionen sorgten der vor wenigen Wochen verabschiedete Bildungsurlaub und die aus Sicht der Unternehmen wirtschaftsfremde Apparatur der Fördermittelbürokratie.

Im Vorfeld des Branchentalks war für den Ministerpräsidenten und die Mitglieder des Thüringer Ernährungsnetzwerkes Zeit und Raum gegeben, das energetische Herz des Gastgeberunternehmens Zitzmann zu besichtigen: die firmeneigene Energiezentrale. Im Oktober 2013 hat das Familienunternehmen dieses in Europa bisher wohl einzigartige und hoch innovative Objekt in Betrieb genommen. Seit Fertigstellung ist der Betrieb in der Lage, sich völlig autark mit elektrischer und thermischer Energie zu versorgen, und zwar CO2-neutral. Die Grundlage dafür ist die Nutzung von Waldrestholz, einem nachwachsenden Rohstoff, in Form von Holzhackschnitzeln aus dem eigenen Besitz im Thüringer Wald. Über die Verbrennung der Holzhackschnitzel werden ein Wärmedampfkessel sowie zwei Blockheizkraftwerke zur Strom- beziehungsweise Wärmeerzeugung betrieben. Über eine Absorptionsanlage wird zusätzlich Heißwasser in Kälte umgewandelt. Mit diesem Beitrag zur sogenannten Energiewende sollen langfristig die Kosten sinken, die Arbeitsplätze für die Mitarbeiter und der Standort des Unternehmens gesichert werden.

Rund um „Innovation“ dreht sich auch alles beim Mitteldeutschen Ernährungsgipfel am 27. Oktober 2015 in Erfurt, auf den Karin Finger, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Thüringer Ernährungsnetzwerkes e.V., hinwies. Unter dem Thema „Heute Zukunft, morgen Realität. Wie kann die Ernährungsbranche im stetigen Wandel erfolgreich sein?“ werden den Teilnehmern impulsgebende Vorträge aus den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft und Handel geboten. Neben der Trendforscherin Karin Tischer, Food und more Kaarst, zählt auch Stefan Rauschen, Geschäftsführer Zentraleinkauf Food Frische der Kaufland Warenhandel GmbH und Co. KG, zu den Referenten sowie Joosten Brüggemann, Geschäftsführer der Bünting E-Commerce GmbH und Co. KG, die den Online-Supermarkt „MyTime“ betreibt. Als Vertreter der mitteldeutschen Ernährungswirtschaft werden Dieter Gorzki, Geschäftsführer der Frischli Milchwerk Weißenfels GmbH, und Peter O. Claußen, Direktor Unternehmenskommunikation der Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien GmbH, vertreten sein. „Wir wollen nicht nur die Trends in der Ernährungsindustrie beleuchten, sondern auch Best-Practice-Beispiele aus der Wirtschaft und dem Handel vorstellen“, betonte Karin Finger. „Darüber hinaus soll ebenfalls das innovative Potential der Ernährungswirtschaft in den drei Bundesländern Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen hervorgehoben werden“. Zu diesem Themenschwerpunkt werden erste Ergebnisse einer Umfrage des neu gegründeten Kompetenzclusters für Ernährung und kardiovaskuläre Gesundheit (NutriCard) vorgestellt.

Der Thüringer Ernährungsnetzwerk e.V. wurde im November 2011 von 16 starken Vertretern der Thüringer Ernährungswirtschaft gegründet, als Antwort der Branche auf die fehlende Interessenvertretung. Seitdem hat sich die Mitgliederzahl auf 34 produzierende Unternehmen und Forschungsinstitute mehr als verdoppelt.

Themenschwerpunkte der Netzwerkarbeit sind neben dem politischen Dialog die enge Verzahnung von Wirtschaft und Wissenschaft zum Wissenstransfer und zur Innovationsförderung, die Fachkräfterekrutierung und Mitarbeiterqualifizierung sowie die Markenkommunikation und Imagebildung. Das Netzwerk wird seit seiner Gründung vom Thüringer Wirtschaftsministerium und vom Thüringer Landwirtschaftsministerium kontinuierlich unterstützt.

Der Mitteldeutsche Ernährungsgipfel ist eine gemeinsame Veranstaltung der Ernährungsnetzwerke der Bundesländer Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen, der aus dem Trendtag Ernährungswirtschaft Sachsen-Anhalt und dem Thüringer Ernährungsgipfel hervorgegangen ist und findet dieses Jahr zum ersten Mal statt.

PI-TENW

 

08.10.2015

 


07.10.2015: Hohe Erwartungen

Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) eröffnet saniertes Laborgebäude der Materialforschungs- und -prüfanstalt Weimar: MFPA bündelt Thüringer Kompetenz für Baustoffe und Bautechnik.

Thüringens Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat am 7. Oktober das Laborgebäude Apolda der Materialforschungs- und -prüfanstalt an der Bauhaus-Universität Weimar (MFPA) nach Komplettsanierung offiziell eröffnet. Das Gebäude, das auch der Fort- und Weiterbildung im Bereich Baustoffe und Bautechnologien dient, wurde seit 2010 umfassend saniert und modernisiert. Mit der neuen technischen Ausstattung werden deutschlandweit Maßstäbe gesetzt. Die Kosten für den Umbau belaufen sich auf 3,2 Millionen Euro, davon 2,4 Millionen Euro aus EU-Mitteln und 800.000 Euro vom Land.

„Die MFPA ist das Thüringer Kompetenzzentrum für die Forschung rund um Baustoffe, Bauteile, neue Materialien und Prüfverfahren“, sagte Tiefensee. Das Institut leiste einen hervorragenden Beitrag bei der Produktentwicklung und -prüfung, zur Erhöhung der Energieeffizienz, Ressourcenschonung und zur Digitalisierung von Fertigungsprozessen und Produkten über den gesamten Lebenszyklus. Nach der Sanierung verfüge nun auch die Außenstelle in Apolda über moderne Arbeits- und Forschungsbedingungen, die deutschlandweit Maßstäbe setzen. Jedes Jahr werden darüber hinaus bis zu 300 Kursteilnehmer aus Forschung und Industrie in Bauphysik, Geo- und Umwelttechnik, aber auch Materialforschung und ‑prüfung weiterqualifiziert. „Der Umbau ist deshalb ein großer Schritt zur Weiterentwicklung und Etablierung des Instituts“, so der Minister. „Ich setze hohe Erwartungen in die Beschäftigten um Professor Könke und Institutsleiter Sennhenn, in der Zukunft modernster, kreativster und mindestens deutschlandweit anerkannter Dienstleister auf all diesen Feldern zu werden."

Die MFPA ist als außeruniversitäre Forschungseinrichtung ein „An-Institut“ der Bauhaus-Universität Weimar und zugleich amtliche Materialprüfanstalt des Freistaats Thüringen mit derzeit insgesamt rund 90 Beschäftigten. Das Wissenschaftsministerium finanziert die Einrichtung in diesem Jahr mit 2,5 Millionen Euro, hinzu kommen Drittmittel in Höhe von rund fünf Millionen Euro - überwiegend aus Prüfaufträgen und der Industrieforschung. „Damit werden 60 Prozent des Institutshaushalts durch Drittmittel erwirtschaftet – Rekord unter den Thüringer Landesinstituten“, hob der Minister hervor.

Außerdem kooperiere die Einrichtung eng mit Thüringer Hochschulen oder der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung. „Dies ist der richtige Weg, um künftig auch die wissenschaftliche Vorlaufforschung am Institut weiter zu stärken“, so Tiefensee.

STEPHAN KRAUSS

 

07.10.2015

 


07.10.2015: Freigestellt

Hilfe für Flüchtlinge: K+S-Konzern unterstützt ehrenamtliches Engagement der Mitarbeiter.

K+S unterstützt ab sofort den Einsatz von Mitarbeitern, die sich ehrenamtlich bei der Hilfe für Flüchtlinge in Deutschland engagieren. Das teilte der Düngemittel-Konzern, für den in Hessen und Thüringen insgesamt rund 4500 Beschäftigte arbeiten, am 7. Oktober mit. Für einen Zeitraum von bis zu zwei Wochen können diese Mitarbeiter bei voller Bezahlung freigestellt werden. „Damit wollen wir das hohe ehrenamtliche Engagement unserer Mitarbeiter würdigen und einen Beitrag zur Bewältigung der derzeit großen Herausforderungen leisten“, sagte K+S-Vorstandsvorsitzender Norbert Steiner.

Freigestellt werden Mitarbeiter, die in Hilfsorganisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz, den Freiwilligen Feuerwehren oder dem Technischen Hilfswerk zum Einsatz verpflichtet werden. Als weiteren Beitrag für die laufenden Hilfsmaßnahmen verzichtet das Unternehmen nach eigenen Angaben auf die Rückerstattung von Personalkosten durch die öffentliche Hand. Die Regelung gelte für alle deutschen Gesellschaften der K+S-Gruppe und laufe zunächst bis zum Ende des Jahres 2015.

Bereits in der Vergangenheit hatte das Unternehmen mit ähnlichen Verfahren das ehrenamtliche Engagement seiner Mitarbeiter unterstützt. Zuletzt wurden Beschäftigte für Einsätze anläßlich des Hochwassers im Jahr 2013 ebenfalls für bis zu zwei Wochen bei voller Bezahlung freigestellt. Damals nahmen 129 Mitarbeiter diese Regelung in Anspruch, hauptsächlich an den seinerzeit besonders betroffenen Standorten in Bernburg (Esco – european salt company GmbH & Co. KG) sowie Zielitz (K+S Kali GmbH) in Sachsen-Anhalt.

MICHAEL WUDONIG

 

07.10.2015

 


07.10.2015: „Jetzt zählt jeder Tropfen“

Ferienzeit und Erkältungswelle nagen an Zahl der Blutspenden: Das Haema-Blutspendezentrum in Weimar bittet deshalb um Blutspenden.

15.000 Blutspenden täglich sind notwendig, um den Bedarf an Blutprodukten in Deutschland zu decken. Folglich müssen auch täglich so viele Spender gefunden werden. Dies fällt je nach Wetterlage mal mehr, mal weniger schwer. „Je besser das Wetter, desto weniger Spender", bringt es Dr. Barbara Baumann-Baretti, medizinischer Vorstand des Haema-Blutspendedienstes, auf eine einfache Formel. Sie appelliert: „Auch jetzt zählt jeder Tropfen Blut! Denn der Altweibersommer geht, der Frühnebel legt sich auf die Straßen und die Autofahrt wird schnell zur Rutschpartie.“

Der schöne lange Sommer war Gift für die Blutdepots. Viele Spender blieben fern. „Auch die Herbstferien und die damit verbundene Reisezeit trägt dazu bei, daß die Zahl der Blutspenden in den kommenden Wochen erneut deutlich zurückgehen wird“, weiß Baumann-Baretti aus Erfahrung. Die Zahl der Blutkonserven schmilzt rasch. Mit der beginnenden Erkältungszeit sei mit einem weiteren signifikanten Rückgang der Blutspenden zu rechnen. Dem Blutspenden steht entgegen häufigen Befürchtungen eine Grippeschutzimpfung nicht im Wege: „Wer sich gegen die saisonale Grippe impfen läßt, kann weiterhin problemlos Blut spenden – ohne Sperrfrist“, klärt Baumann-Baretti auf. Voraussetzung ist, daß der Blutspender sich wohl fühlt und keine Grippesymptome im Nachgang der Impfung zeigt.

Das Haema-Blutspendezentrum in Weimar bittet deshalb um Blutspenden. Besonders Menschen mit der Blutgruppe Null und A werden dringend gebeten, in den nächsten Tagen Zeit für eine Spende einzuplanen. Die Spende an sich dauert nur etwa zehn Minuten, die Anmeldung und Untersuchung für Erstspender etwa 45 Minuten. Eine kurze Zeit, die Leben rettet! Spenden kann jeder gesunde Mensch ab 18 Jahren mit einem Mindestkörpergewicht von 50 Kilogramm, der im Besitz eines gültigen Personalausweises ist. Alle Spender erhalten kostenlose Gesundheitschecks, eine labormedizinische Untersuchung des Blutes und einen Nothilfepaß.

MARION JUNGHANS

 

07.10.2015

 


07.10.2015: Anspruchsvoller Parcours

ADAC-Bundesendlauf Kartslalom 2015: Über 250 Teilnehmer im Fahrsicherheitszentrum Thüringen in Nohra.

Am 10. und 11. Oktober 2015 treffen sich Deutschlands beste ADAC-Kartslalom-Fahrer, um die Bundessieger in den Jahrgangsklassen 1 bis 5 zu ermitteln.

In 17 ADAC-Regionalclubs haben sich über 250 Kinder und Jugendliche in den jeweiligen Meisterschaften für das Finale qualifiziert, das in diesem Jahr vom ADAC Hessen-Thüringen ausgerichtet wird. Zahlreiche Familienmitglieder, Trainer und Zuschauer werden in Nohra mitfiebern.

Auf der modernen, weitläufigen Trainingsanlage des ADAC-Fahrsicherheitszentrums bei Weimar, auf der jährlich Tausende Verkehrsteilnehmer ihr fahrerisches Können auch in Grenzsituationen trainieren und verbessern, absolvieren die Jungen und Mädchen einen anspruchsvollen Parcours. Dabei zählen Schnelligkeit, Geschicklichkeit und Reaktionsvermögen. In jeder Klasse wird der Bundessieger ermittelt. Der Parcours besteht aus verschiedenen Sequenzen, wie zum Beispiel der Spurgasse, dem Kreisel, Ypsilon und Slalom. Beim Kartslalom kommt es auf eine fehlerlose Fahrt an, denn für jede verschobene oder umgeworfene Pylone werden zwei Strafsekunden zur Fahrtzeit addiert. Wer eine Aufgabe falsch anfährt oder sogar ausläßt, der bekommt zehn Strafsekunden.

„Beim Kartslalom werden im fairen, sportlichen Wettbewerb die Geschicklichkeit und Konzentration im Umgang mit motorisierten Fahrzeugen gefördert“, erklärt Wolfgang Wagner-Sachs, Sportleiter und Mitglied des Vorstands des ADAC Hessen-Thüringen. „Wer bereits als Heranwachsender sein Fahrzeug wie im Kartslalom beherrscht, der ist auch später im Straßenverkehr gut gerüstet und kann in brenzligen Situationen schnell und richtig reagieren.“

JAN LÜDERS

 

07.10.2015

 

 

Geschicklichkeit und Konzentration gefördert: Der ADAC-Kartslalom-Bundesendlauf findet in diesem Jahr im Fahrsicherheitszentrum Thüringen in Nohra statt.

 

Foto: ADAC-ARCHIV


06.10.2015: Zuschlag erhalten

Gera für Pilotprojekt Freifunk ausgewählt.

Im Konzeptauswahlverfahren für ein Pilotprojekt „Freifunk in Thüringen“ hat die Otto-Dix-Stadt Gera den Zuschlag erhalten. Gera hat gemeinsam mit der Freifunk-Community Gera-Greiz ein Konzept zum Aufbau eines stadtweiten Freifunknetzes und eines damit verbundenen allgemein zugänglichen und offenen W-Lan-Netzes vorgelegt. Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sagte dazu: „Überzeugt hat die Verbindung eines bürgerschaftlichen organisierten Netzes mit inhaltlichen Angeboten. Damit kann das Ziel erreicht werden, ein an der Freifunk-Idee ausgerichtetes Modellprojekt für Thüringen einzurichten.“

Tiefenseee betonte, die Erfahrungen mit dem Modellprojekt stünden zukünftig auch anderen Thüringer Kommunen zur Verfügung. Die Stadt Gera ist nun eingeladen, einen Förderantrag einzureichen. In diesem Jahr stehen im Haushalt bis zu 100.000 Euro zur Verfügung. Das Projekt ist auf einen Zeitraum von 36 Monaten angelegt. Es soll noch in diesem Jahr starten.

Das Thüringer Wirtschaftsministerium hatte im August ein Pilotprojekt „Freifunk in Thüringen“ zur Förderung ausgeschrieben. (nti-online.net berichtete am 17.08.2015). Um diese Förderung konnten sich private Freifunk-Initiativen oder öffentliche Einrichtungen – einschließlich der Kommunen – bewerben. „Unser Ziel ist es, bürgerschaftliches Engagement für die digitale Gesellschaft zu stärken“, sagte Tiefensee.

Mit dem Pilotprojekt sollen deshalb die technischen, finanziellen und rechtlichen Voraussetzungen für den Aufbau von zivilgesellschaftlich organisierten W-Lan-Netzen in Thüringen ausgelotet werden. So gehe es um Fragen der Akzeptanz solcher Angebote in der lokalen Bevölkerung, Kosten und Aufwand zur Unterhaltung eines solchen Netzes, aber auch Fragen der technischen Leistungsfähigkeit gerade im Hinblick auf mobile Internetzugänge.

Freifunk-Netze sind offene und nicht-kommerzielle W-Lan-Netze in einem Gemeindegebiet, die auf bürgerschaftlichem Engagement beruhen. Das Freifunk-Netz entsteht durch Zusammenschaltung privater W-Lan-Router zu einer Art Intranet, in dem Daten (zum Beispiel Texte, Musik oder Filme) ausgetauscht oder Dienste (Chatten, Telefonieren) angeboten werden können. Sofern die Teilnehmer den eigenen Internetzugang zur Verfügung stellen, können auch andere Nutzer das weltweite Datennetz nutzen. Freifunk-Initiativen sind bisher in den Städten Erfurt, Jena und Weimar, Gera/Greiz und Königsee bekannt.

 STEPHAN KRAUSS

 

06.10.2015

 


06.10.2015: Uneingeschränkte Daseinsvorsorge

Optionen für die Zukunft: Für drei der sieben Beteiligungsgesellschaften der insolventen Stadtwerke Gera AG wurde inzwischen eine „dauerhafte Fortführungslösung“ gefunden.

Das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Stadtwerke Gera Aktiengesellschaft (SWG) ist gut vorangekommen. Ein Jahr nach der Eröffnung ist für drei der sieben SWG-Beteiligungsgesellschaften bereits eine dauerhafte Fortführungslösung gefunden worden. Für die Wohnungsbaugesellschaft GWB Elstertal und für den Geraer Verkehrsbetrieb (GVB) laufen die Gespräche über die vorliegenden Konzepte potentieller Investoren. „Auch hieraus könnten sich neue Optionen für die Zukunft ergeben“, teilte Insolvenzverwalter Dr. Michael Jaffé mit.

Das Entscheidende aus Sicht der Geraer Bürgerinnen und Bürger dürfte allerdings sein, daß sie in ihrem Alltag von der Insolvenz wohl kaum etwas gespürt haben. Alle ehemaligen Beteiligungsgesellschaften der insolventen SWG haben ihre Dienstleistungen zur Daseinsvorsorge uneingeschränkt und nahtlos weiter erbracht. Sogar für den defizitären Flughafen Gera-Leumnitz konnte erfreulicherweise ein Weiterbetrieb erreicht werden.

Ein Zusammenbruch der Versorgung beziehungsweise Entsorgung konnte nicht nur vermieden werden, sondern es habe sich sogar neue Optionen für eine stabile Zukunft der Betriebe ergeben. So ist es im Frühjahr 2015 gelungen, eine dauerhafte Fortführungslösung für das Entsorgungsunternehmen Geraer Umweltdienste GmbH und Co. KG zu finden, das zertifizierte Entsorgungsdienstleistungen, Winterdienste und Straßenreinigung für mehr als 200.000 Einwohner der Stadt Gera und des Landkreises Greiz erbringt. Ende Juli 2015 folgte die Einigung mit der Sita Deutschland zur Übernahme der Abfallverwertung Zorbau.

„Beide Lösungen sind wesentlich für eine zügige Abwicklung des Insolvenzverfahrens der Stadtwerke Gera AG. Wir haben damit viele komplexe Fragen abschließend klären und gleichzeitig ein sehr gutes Ergebnis für die Gläubiger der SWG erzielen können“, bilanziert Insolvenzverwalter Dr. Michael Jaffé.

Positiver als erwartet gestaltete sich auch die Entwicklung beim Geraer Verkehrsbetrieb (GVB), der sich in einem eigenständigen Insolvenzverfahren befindet. Hier konnte nicht nur der Geschäftsbetrieb stabil und in vollem Umfang aufrechterhalten werden, sondern es wurden auch für die Zukunft des GVB wichtige wirtschaftliche Parameter entscheidend verbessert. Vor allem durch den in Abstimmung mit der Stadt Gera erarbeiteten, stärker an den tatsächlichen Bedarf angepaßten Fahrplan und die Konzentration des Betriebs auf Beförderungsdienstleistungen konnten die Betriebskosten des GVB auf ein von der Stadt Gera finanzierbares Niveau abgesenkt werden.

Nach den neuesten Zahlen hat sich damit der Zuschußbedarf des GVB in der Insolvenz fast halbiert. In den Jahren vor der Insolvenz verzeichnete der GVB noch ein jährliches Minus zwischen vier und 4,5 Mio. Euro. „Das zeigt, daß die eingeleiteten Maßnahmen greifen und das neue Verkehrsangebot des GVB durch die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Gera gut angenommen wird. Diese positive Entwicklung war jedoch nur möglich, weil die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des GVB bei der Sanierung voll mitgezogen haben“, betont der Insolvenzverwalter.

Aktuell gibt es auch wieder Neueinstellungen beim GVB, wobei dadurch alters- oder krankheitsbedingt beziehungsweise durch Eigenkündigungen ausscheidende Mitarbeiter ersetzt werden.

Auch die Suche nach einem potentiellen Investor für den GVB macht Fortschritte. Derzeit werden die von verschiedenen Interessenten vorgelegten Konzepte analysiert und dann dem Gläubigerausschuß zur Entscheidung vorgelegt. „Eine Lösung kann es am Ende aber nur gemeinsam mit der Stadt Gera geben“, so der Insolvenzverwalter. Es bestehe insofern kein Zeitdruck, als die Fortführung des Geschäftsbetriebs durch den jüngst mit der Stadt Gera und dem Land Thüringen abgestimmten Liquiditätsplan beim GVB weiter gesichert sei.

Die Gespräche über die Verwertung der SWG-Anteile an der Wohnungsbaugesellschaft GWB Elstertal machen ebenfalls Fortschritte. Nach wie vor gilt, daß die Geschäftsanteile der SWG (74,9 Prozent) an der GWB Elstertal an einen oder mehrere Investoren veräußert werden sollen. Ziel ist dabei weiterhin, Partner zu finden, die eine Fortführung des Geschäftsbetriebs gewährleisten, neue Potentiale für die Stadt eröffnen sowie im Interesse der Gläubiger einen Beitrag zur Wertsteigerung der Insolvenzmasse leisten.

SEBASTIAN BRUNNER

 

06.10.2015

 


06.10.2015: Historische Tiefenschärfe

„Flüchtlinge im 20. und 21. Jahrhundert“: Rupert Neudeck eröffnet gemeinsame Ringvorlesung von Fachhochschule und Universität Erfurt.

Auch im Wintersemester 2015/16 veranstalten Universität und Fachhochschule Erfurt wieder eine gemeinsame Ringvorlesung. Diesmal soll es um das Thema „Flüchtlinge im 20. und 21. Jahrhundert“ gehen. Erster Referent ist Rupert Neudeck, der am 13. Oktober im Rathausfestsaal über „Das Jahrhundert der Flüchtlinge“ spricht.

Die Ringvorlesung, die von den beiden Historikerinnen Prof. Dr. Birgit Schäbler und Prof. Dr. Christiane Kuller verantwortet wird, zielt darauf, der aktuellen, politisch hoch aufgeladenen Debatte um Flüchtlingsfragen eine historische Tiefenschärfe zu geben. Die Anzahl der Menschen, die im vergangenen Jahrhundert auf der Flucht waren, wird weltweit auf 250 bis 300 Millionen geschätzt. Im Unterschied zu früheren Migrationsbewegungen verließen die Menschen im 20. Jahrhundert ihre Heimat meistens nicht freiwillig, sondern infolge von Kriegen, aufgrund von „ethnischen Säuberungen“ sowie aus existenzieller wirtschaftlicher Not. Gleichzeitig hatten viele der Fluchtwellen eine globale Dimension. Das 20. Jahrhundert gilt deshalb als das „Jahrhundert der Flüchtlinge“, in dem die Rechts- und Sozialfigur des Flüchtlings ein neues Profil erhielt. Das Thema soll in der Ringvorlesung sowohl theoretisch als auch an konkreten Beispielen diskutiert werden. Auch die aktuellen politischen Fragen sollen so zur Sprache gebracht werden. Darüber hinaus soll ein expliziter Bezug zu Thüringen hergestellt werden.

„Flüchtlingen werden wir in der Menschheitsgeschichte immer haben“, sagt Rupert Neudeck. „Es geht darum, mit dem exorbitanten Wohlstand in unseren Ländern Europas verantwortlich umzugehen. Verfolgte sollten immer bei uns Aufnahme finden können. Was ist aber mit Menschen, die sich selbst aus Verzweiflung in Gefahr bringen, weil sie keinen anderen Ausweg sehen, als die fast mörderische Reise nach Europa anzutreten?“ Um dies und mehr wird es im ersten Vortrag der neuen Ringvorlesung gehen.

Rupert Neudeck wurde 1939 in Danzig geboren. Nach dem Studium der Jurisprudenz und der katholischen Theologie in Paderborn folgten zwei Jahre Noviziat im Jesuitenorden und ein weiteres Studium der Philosophie, Germanistik, Soziologie, Romanistik, Theologie, dem sich eine Dissertation über „Die politische Ethik bei Jean-Paul Sartre und Albert Camus“ an der Universität Münster anschloß. Neudeck arbeitete als Journalist und ist Gründer des „Deutschen Komitees Ein Schiff für Vietnam e.V.“ mit dem er das Schiff „Cap Anamur“ zur Rettung von 11300 vietnamesischen Bootsflüchtlingen aus dem südchinesischen Meer anmietete. Danach war er im Komitee Cap Anamur/Deutsche Not-Ärzte e.V. tätig. 2002 gab Neudeck den Vorsitz und alle Ämter bei Cap Anamur auf und gründete 2003 mit seiner Frau als Antwort auf den 11. September 2001 den „Grünhelme e.V.“, der sich im Baubereich und bei der Zusammenarbeit zwischen Christen und Muslimen profilierte. Rupert Neudeck ist unter anderem Träger des Theodor-Heuss-Preises 1985, der Bruno-Kreisky-Medaille 1991 sowie des Marion-Gräfin-Dönhoff-Preises 2003.

CARMEN VOIGT

 

06.10.2015

 


06.10.2015: Tatkräftige Unterstützung eingefordert

Lippenbekenntnissen müssen auch Taten folgen: Thüringer Polizeigewerkschaft verurteilt in aller Schärfe Anschläge auf Unterkünfte für Asylbewerber.

Mit großer Sorge verfolgt die Deutsche Polizeigewerkschaft Thüringen e.V. (DPolG) die Anschläge auf Unterkünfte für Asylbewerber. Die zu diesen Geschehnissen erfolgten öffentlichen Stellungnahmen seitens der Politik unterstützt die DPolG in vollem Umfang.

„Jedoch ist alleine mit Verurteilungen und Stellungnahmen der Politik dieses schwere Kriminalitätsfeld nicht zu bewerkstelligen“, erklärte hierzu der Landesvorsitzende Jürgen Hoffmann.

„Nunmehr sind die Politik, jeder Bürgermeister, jeder Landrat, jeder kommunale Mandatsträger, jeder Landtagsabgeordnete und die Damen und Herren der Landesregierung, aufgerufen, den Reden konkrete Taten folgen zu lassen“, so Hoffmann weiter.

Die Polizei unternehme alles Mögliche, um diese schweren Verbrechen aufzuklären, die Unterkünfte zu schützen, sowie nach besten Kräften Hilfe zu leisten, wo dies erforderlich sei.

„Aber die Polizei muß tatkräftig Unterstützung erfahren und dies darf nicht nur mit Worten und Bekenntnissen erfolgen“, mahnte Hoffmann an.

„Wir als DPolG in Thüringen fordern die Bürgermeister und Landräte auf, durch ihre Rechts- und Ordnungsämter entscheidend mitzuhelfen, daß präventive Maßnahmen erfolgen und greifen! Verurteilungen von Ereignissen, die jedoch kein konkretes Handeln zur Folge haben, sind zwar gut gemeint, tragen jedoch nicht dazu bei, die entstandene Situation nachhaltig zu verbessern“, erklärte Hoffmann.

Die DPolG in Thüringen forderte in einer Presseerklärung vom 5. Oktober den Landtag auf, politische Entscheidungen zur Stärkung der Polizei und Ordnungskräfte umgehend verstärkt auf den Weg zu bringen sowie deren Umsetzung unverzüglich voranzutreiben. Die Landesregierung müsse deshalb Polizei und Ordnungsämter umgehend stärken und von sachfremden Aufgaben entlasten.

„Wir fordern ebenso die Bundesregierung auf, die Sachausstattung der Bereitschaftspolizeien der Länder dahingehend zu gewährleisten, daß moderne und praktikable Ausstattungen für die Bereitschaftspolizei weiter und umfassend bereitgestellt werden. Und dies muß auch zur Sicherheit unserer Kolleginnen und Kollegen umgehend erfolgen. Hier darf es einfach keinen wie auch immer begründeten Aufschub geben“, stellte der Landesvorsitzende klar.

ROLAND SPITZER

 

06.10.2015

 


06.10.2015: Rückkehr

Alte Bekannte: Marketingchefin zurück bei Hermsdorfer Provider ISPpro Internet KG.

Entscheidung für den Wiedereinstieg: Susanne Frank verstärkt das Team des konzernunabhängigen und inhabergeführten Hostinganbieters ISPpro Internet KG in Hermsdorf.

Foto: IIK-ARCHIV

Mit Susanne Frank kehrte Mitte September die frühere Marketingchefin wieder zurück an ihre alte Wirkungsstätte beim Thüringer Internet Hosting Provider ISPpro Internet KG. Die 35jährige Betriebswirtin blickt bereits auf über zwölf Jahre Marketingerfahrung in den Bereichen Internet, Ecommerce und Mobile zurück. Zuletzt war sie bei einem Jenaer Unternehmen aus der Mobile App-Branche tätig, wo sie maßgeschneiderte Vermarktungskonzepte entwarf und die strategische Ausrichtung des Unternehmens plante und realisierte. Mit vielseitigen, zwischenzeitlich gesammelten Berufserfahrungen, frischem Know-how und neuen Blickwinkeln verantwortet sie ab sofort den Bereich Marketing und Kommunikation beim Hermsdorfer Webhosting-Dienstleister.

Warum sie nun zurück zur ISPpro Internet KG gekommen ist? Manchmal ist es einfach Zeit für Veränderungen und als Working Mom verschieben sich zudem die eigenen Prioritäten. „Die Lust auf neue berufliche Herausforderungen mit der Prämisse Job und Familie unter einen Hut zu bringen und der Vertrauensvorschuß meines neuen ,alten‘ Arbeitgebers haben mir die Entscheidung für den Wiedereinstieg leicht gemacht“, freut sich Susanne Frank über ihre Rückkehr nach Hermsdorf.

„Wir sind glücklich, daß wir mit Susanne Frank eine gleichermaßen fachlich-versierte wie dynamische Führungskraft wieder für unser Haus gewinnen konnten. Sie kennt die Technik, die Kunden, die Konkurrenz und ist ohne lange Einarbeitungszeit schnell einsetzbar. Sie versteht es, Kompliziertes einfach zu machen und in schwere, techniklastige Themen eine Leichtigkeit und Verständlichkeit zu bringen. Das wird uns helfen, das Unternehmen, das Team und unsere Marken EUserv Internet und KOS-Online stetig weiter nach vorne zu bringen“, kommentiert Geschäftsführer Dirk Seidel die Personalie in seinem Haus.

Gegründet im Januar 2003, greift die in Hermsdorf/Thüringen ansässige ISPpro Internet KG mit ihren Vertriebsmarken EUserv Internet, KOS-Online und Keepfree auf langjährige Erfahrung als Internet-Service-Provider zurück.

Als einer der wenigen konzernunabhängigen und inhabergeführten deutschen Hostinganbieter mit eigener Infrastruktur betreibt das Unternehmen neben einem eigenen europäischen 10GBit Weitverkehrs-Netzwerk zwei eigene Rechenzentren im Großraum Jena/Thüringen, welche die Grundlage leistungsstarker Angebote aus einer Hand unter komplett eigenständiger Kontrolle bilden. Als vertrauensvoller Partner bietet das mittelständige Unternehmen seinen über 65.000 Privat- und Geschäftskunden ein leistungsstarkes Dienste- und Serviceportfolio von Domainregistrierung über Mailpostfächer, Webspeicherplatz, Server und Virtualisierung bis hin zu Cloud-Computing und Datenbackupdiensten.

PM-IIK

 

06.10.2015


05.10.2015: Verbrauchte Luft

Gesundes Raumklima für gute Ideen: Das Thüringer Unternehmen Eurolam startet bundesweite Frischluft-Initiative gegen muffige Klassenzimmer.

Schlechte, verbrauchte, muffige Luft und unangenehme Gerüche sind nicht nur unhygienisch und beeinträchtigen die Konzentration, sondern sind immer noch Standard in deutschen Klassenzimmern. Auch zahlreiche Experten schreiben dieser schlechten Raumluftqualität einen maßgeblichen Einfluß auf Leistungsfähigkeit im Schulalltag sowie Konzentrationsfähigkeit in Unterrichtsstunden und der Gesundheit von Schülern allgemein zu. Vor diesem Hintergrund startet der Thüringer Spezialist für Lamellenfenster Eurolam, eine Frischluft-Initiative gegen muffige Klassenzimmer und unterstützt Schulen beim Bemühen um „frischen Treibstoff“ in Klassenzimmern. Dazu werden Schulen in ganz Deutschland aufgerufen, sich für die kostenlose Ausstattung mit einem automatischen Lamellenfenster zu bewerben.

Klassenarbeit: geschafft, Mathe: alles richtig, Vokabeltest: erfolgreich, Sport: überstanden. Abschließend: eine Doppelstunde Geschichte mit prüfungsrelevantem Stoff. Wer erinnert sich nicht an solche Tage und wie schwer es war, sich in den letzten Stunden auf den Vortrag des Lehrers zu konzentrieren. Jedoch trägt nicht der vermeintlich langweilige Stoff zur mangelnden Konzentration bei, sondern schlichtweg die verbrauchte, muffige Luft in den Klassenräumen – und das schon nach wenigen Minuten. Viele werden sich sicherlich auch daran erinnern.

Standen bisher Schulzeiten, Lehrpläne und Lehrmittel im Fokus der Diskussionen um bessere Schulen, so rücken aktuelle Studien und Vorschriften für öffentliche Gebäude vermehrt das Problem „Lernklima“ von der physikalischen Seite aus in den Fokus der Gespräche. Gesundes, frisches Raumklima wurde lange Zeit nur marginal betrachtet. Jedoch spielt das Thema Lufthygiene in Bezug auf Lernbedingungen und Lernerfolge eine immer wichtigere Rolle – und das beginnt bereits bei der Planung, Errichtung oder Sanierung von Gebäuden. Kontrollierte, natürliche Be- und Entlüftung von Klassenzimmern und die Einhaltung von Grenzwerten sind technisch machbar – auch wenn viele deutsche Schulen über hundert Jahre alt sind. Hier sieht sich Eurolam als Wegbereiter und bringt die Erfahrung von bisher über 100 Referenzen ein. So wurden weltweit Schulen, Universitäten, Berufsschulen, Sporthallen  mit Lamellenfenstern zur Be- und Entlüftung sowie Rauch- und Wärmeabzug (RWA) ausgerüstet.

In den kommenden Monaten können Bewerbungen eingereicht werden. Schulverwaltungen, Lehrer, Schüler, Eltern und Experten können sich auf einem Informationsportal über die Initiative erkundigen und bewerben. Die Aktion richtet sich an alle Schulformen, von Grundschulen über Berufsschulen bis hin zu Hochschulen in öffentlicher oder privater Trägerschaft in Deutschland.

Mindestens drei Bildungseinrichtungen werden ausgelost. Die Gewinner erhalten innerhalb von sechs Monaten den Austausch eines konventionellen Fensters durch ein intelligentes, paßgenaues, mit Elektromotoren ausgestattetes Lamellenfenster. Inklusive sind auch die Planung und Montage sowie die integrierte, natürliche Lüftungssteuerung mit angeschlossenem Sensor zur Messung der Raumluftgüte. Insgesamt stellt Eurolam Mittel in Höhe eines fünfstelligen Betrags bereit.

Es gibt bereits Richtlinien zur Raumlufttechnik in Schulen, die konkrete Anforderungen an die Luftbedingungen in Unterrichts- oder Aufenthaltsräumen beschreiben. Dazu zählen etwa Temperatur, Luftfeuchte, Zusammensetzung und mikrobielle Belastung der Raumluft. Vorhandene Probleme, insbesondere die in der Regel viel zu hohe Konzentration von Kohlenstoffdioxid können herkömmliche Kippfenster oder traditionelle Lüftungstechniken mit Ventilatoren oder Lüftungsschächten nur ansatzweise lösen.

Das Umweltbundesamt hat vor Kurzem erneut darauf hingewiesen, daß regelmäßiges Lüften in Klassenzimmern als Grundlage optimaler Lernbedingungen unverzichtbar ist. Nur eine ausreichende Be- und Entlüftung des Raumes, auch über die Pausenzeiten hinaus, stellt sicher, daß ein zu hoher CO2-Gehalt, Luftfeuchtigkeit und unangenehme Gerüche vermieden werden können. In einigen europäischen Ländern sind Lösungen zur Reduzierung der Kohlenstoffdioxid-Konzentration an Schulen bereits vorgeschrieben.

Die Eurolam GmbH mit Sitz im thüringischen Wiegendorf im Weimarer Land zählt als ein führender Anbieter für Lamellenfenster, natürliche Be- und Entlüftung, Klimakontrolle, Rauch- und Wärmeabzugsanlagen. Das Unternehmen wurde 1997 von Ernst Hommer gegründet und liefert aktuell unter der gemeinsamen Geschäftsführung mit Heidrun Hommer Lamellenfenster in die ganze Welt. Der Hersteller stattet Gebäude auf allen Kontinenten aus, bis nach Island, Japan und Neuseeland wurden Lamellenfenster des Thüringer Unternehmens bereits geliefert. Mit einer großen Produktpalette von natürlichen Rauch-Wärme Abzugsgeräten, Lamellenfenstern, Wetter- und Schallschutzlamellen sowie verschiedenem Zubehör und BLL-Systembegrünung hat sich der Betrieb eine „ökologische Verantwortung“ auf die Fahne geschrieben. Das Unternehmen beschäftigt derzeit zirka 50 Mitarbeiter und legt nach eigenen Angaben großen Wert auf „fachspezifische und umfangreiche Ausbildung junger Fachkräfte sowie auf unternehmerisch denkende und handelnde Mitarbeiter“

MA-TPR

 

05.10.2015

 


05.10.2015: Erfolgreiche Abwehr

Rückzug begrüßt: Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) zur abgeblasenen Übernahme von K+S durch kanadische Potash Corp.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat den Rückzug der kanadischen Potash Corporation von der geplanten Übernahme der K+ S AG begrüßt. „Es liegt in unserem industriepolitischen Interesse, daß einer der letzten deutschen Rohstoffproduzenten hier am Standort erhalten bleibt“, sagte Tiefensee. Der Rückzug von Potash sei deshalb gut für den Erhalt von Kompetenzen und Arbeitsplätzen nicht zuletzt in Thüringen. K+S hatte am 5. Oktober 2015 in einer Ad-hoc-Meldung mitgeteilt, daß die Potash Corporation of Saskatchewan ihren Vorschlag zur Abgabe eines öffentlichen Übernahmeangebots zurückgezogen habe.

K+S sei wettbewerbsfähig und zukunftsfähig, sagte Tiefensee weiter. „Das Unternehmen hat eine sehr gute Perspektive als eigenständiges Unternehmen. Ich hoffe deshalb, daß die Übernahme damit endgültig vom Tisch ist.“ Die letztlich erfolgreiche Abwehr der Übernahme sei ein Erfolg vor allem für die Gewerkschaften, die Belegschaft und die K+S-Spitze.

Erst Mitte September hatte K+S sein neues Forschungszentrum im thüringischen Unterbreizbach eröffnet, über das nti-online.net am 14.09.2015 auf der Startseite berichtete. Rund 100 Wissenschaftler, Techniker und Ingenieure werden hier künftig arbeiten. Der Konzern hatte, unterstützt vom Freistaat Thüringen, rund 30 Millionen Euro in den Standort investiert. Insgesamt arbeiten in Hessen und Thüringen rund 4500 Beschäftigte für den Konzern.

SK-TMWWDG

 

05.10.2015

 


05.10.2015: Stadt spielend kennenlernen

Neues Memory in der Erfurt-Tourist-Information erhältlich.

Das Sortiment der Erfurt-Tourist-Information ist rechtzeitig vor Weihnachten um ein neues Produkt gewachsen. Ab sofort gibt es ein Memory-Spiel für Kinder und Erwachsene, mit dem man die Stadt auf spielerische Weise kennenlernen und als Souvenir auch mit nach Hause nehmen kann. Das Spiel wurde in enger Zusammenarbeit zwischen der Erfurt Tourismus und Marketing GmbH und der Firma Bräuer Produktmanagement hergestellt.

30 Sehenswürdigkeiten sind auf den Karten in eindrucksvollen Bildern festgehalten – von den Wahrzeichen der Stadt Erfurt, wie dem Dom St. Marien und der Krämerbrücke, über den Zoopark und die Horchgänge in der Citadelle Petersberg bis zu den bekannten Figuren des Kika. Das Begleitheft zum Spiel enthält die wichtigsten Informationen zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten in deutscher, englischer und französischer Sprache. „Dies erweitert unser Angebot nicht nur für deutschsprachige Gäste. Wir reagieren damit auch auf die Nachfrage der stetig steigenden Anzahl ausländischer Touristen in der Stadt“, so Carmen Hildebrandt von der Erfurt Tourismus und Marketing GmbH.

Das Erfurter City-Memo eignet sich als Geschenkidee für groß und klein, für alle Bürger der Stadt, als Mitbringsel im Ausland oder als Souvenir für Touristen. Auch als zeitloses Geschenk für Firmenkunden und Geschäftspartner ist das im handlichen Format und im hochwertigen Karton verpackte Spiel eine tolle und kreative Alternative.

ULRIKE UTH

 

05.10.2015

 


04.10.2015: Passender Rahmen

Thüringen präsentiert sich auf „Expo Real“: Freistaat wirbt auf Europas größter Standort- und Immobilienmesse in München.

Mit einem Gemeinschaftsstand präsentiert sich der Freistaat Thüringen vom 5. bis zum 7. Oktober 2015 auf der größten europäischen Standort- und Gewerbeimmobilienmesse, der Expo Real, in München. „Thüringen verfügt über ein breit gefächertes und attraktives Immobilienangebot“, sagte Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Insgesamt hat das Land derzeit rund 1400 Hektar an Industrie- und Gewerbeflächen im Angebot, darunter viele Altstandorte, aber auch Großflächen. Hinzu kommen mehr als 3000 Hektar ehemalige Militärflächen, die für eine gewerbliche Nutzung oder bauliche Entwicklung in Frage kommen. „Die Expo Real bietet darüber hinaus aber auch den passenden Rahmen, um den Freistaat als modernen Wirtschafts- und Technologiestandort bei Unternehmen und Entscheidungsträgern aus aller Welt ins Gespräch zu bringen.“ Thüringen ist in diesem Jahr bereits zum 15. Mal auf der Messe vertreten.

Auf dem von der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbH (LEG) im Auftrag des Thüringer Wirtschaftsministeriums organisierten Gemeinschaftsstand sind die Impulsregion Erfurt-Weimar-Jena, die ICE-City Erfurt, die Region Kyffhäuser,  das Städtedreieck am Saalebogen (Saalfeld, Rudolstadt, Bad Blankenburg), der Ilmkreis sowie das Altenburger Land vertreten. Daneben präsentieren sich am Thüringen-Stand auch die LEG, die Thüringer Aufbaubank, das Immobilienmanagement der Deutschen Bundesbank sowie die Firmen on-geo GmbH, JenAcon GmbH, Baugesellschaft a.d. Wachsenburg mbH und Saller Gewerbebau. „Wir setzen damit unsere bewährte Tradition fort und sind mit kommunalen Partnern und Partnern aus der Immobilienbranche vor Ort“, sagte LEG-Geschäftsführer Frank Krätzschmar.

Ein zentraler Programmpunkt des Thüringenauftritts ist auch in diesem Jahr die Vorstellung des Projekts „ICE-City Erfurt“. Die Planungen für den Ausbau Erfurts zum ICE-Knotenpunkt sind in einem 3D-Echtzeitmodell visualisiert, das auf einem Monitor am Stand zu sehen ist.

Das gesamte Spektrum der Immobilienwirtschaft und Standortentwicklung abbildend, ist die Expo Real die internationale Kommunikationsplattform für die Märkte Europa, Rußland, Mittlerer Osten und USA. Auf rund 64.000 Quadratmetern präsentieren 1692 Aussteller aus 33 Ländern ihr Immobilien- und Dienstleistungsangebot. Themenbezogene Konferenzen bieten einen detaillierten Überblick über aktuelle Trends und Innovationen des Immobilien‑, Investitions- und Finanzierungsmarktes.

STEPHAN KRAUSS

 

04.10.2015

 


03.10.2015: Lebhafte Darstellungen

Thüringer Landtagspräsident Christian Carius: Geschichte fördert Erinnerungskultur.

Am 29. September verlieh Landtagspräsident Christian Carius (CDU) vor rund 180 Gästen den 1. Geschichtspreis verliehen. Der erste Preis ging an das Erfurter Heinrich-Hertz-Gymnasium, der Juniorpreis an das Evangelische Ratsgymnasium Erfurt. Das „Wilhelm von Humboldt“-Gymnasium aus Nordhausen bekam einen Sonderpreis für seinen Beitrag. In dem Wettbewerb unter dem Motto „Alltag in der Revolution“, an dem Schülerinnen und Schüler aller Schularten und Klassenstufen aus Thüringen teilnehmen konnten, ging es darum, den Alltag vor und während der Wendezeit in Ostdeutschland mittels Zeitzeugenbefragung zu erforschen. Ob mit Einzel-, Gruppen- oder Klassenarbeiten, die Teilnehmer waren aufgefordert, durch die Auswertung persönlicher Schilderungen nachzuspüren, wie das tägliche Leben der Befragten in der ehemaligen DDR und in den Wendejahren aussah. Der Thüringer Geschichtspreis ist eine Initiative von Landtagspräsident Carius.

„Im Mittelpunkt des Wettbewerbs stand die erzählte Geschichte. Sie ist mehr als die Sammlung von Fakten. Vielmehr nimmt sie den Alltag der Zeitzeugen auf, wenn auch manchmal konträr zu historischen Sichtweisen. Auf diese Weise erfuhren die Schülerinnen und Schüler aus persönlichen Erzählungen Details eines menschlichen Daseins zu einer Zeit, die sie selbst nicht erlebten. Durch den direkten Kontakt mit den Zeitzeugen und deren authentische Erzählweise wurde ihr Interesse für die Wendejahre geweckt. Historische Ereignisse stehen so nicht als bloße Faktensammlung im Geschichtsbuch, sondern spiegeln sich in den lebhaften Darstellungen der Menschen, die mitten in einer historischen Umbruchphase ihr Leben meistern mußten“, sagte der Landtagspräsident.

„Die Ereignisse der Jahre 1989/90 sind fester Bestandteil unserer Erinnerungskultur. Mit großer Freude und Dankbarkeit denken wir Deutsche an die friedliche Revolution, die vor 26 Jahren die SED-Diktatur überwand – und an die Deutsche Einheit, deren 25. Jubiläum wir in dieser Woche feiern. Die eingereichten Beiträge helfen mit, die gemeinsame Erinnerung an die friedliche Revolution wach zu halten. Wir brauchen eine lebendige Erinnerungskultur, die sich nicht nur an Daten orientiert, sondern eben auch an den Erinnerungen der Menschen!“, so Carius in seiner Rede.

Die Einsendungen aus allen Regionen Thüringens wurden von einer Jury, bestehend aus Landtagspräsident Christian Carius, Roland Jahn (Bundesbeauftragter für die Stasiunterlagen / BStU), Dr. Andreas Jantowski (Direktor Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien / Thillm) und Mirko Krüger („Thüringer Allgemeine“), bewertet und prämiert. Die drei Preise sind jeweils mit 1000 Euro dotiert.

PM-TL

 

03.10.2015

 


03.10.2015: Immer wieder neue Visionen entwickeln

Halbzeit für „Aufbau Ost“: Thüringer Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) wirbt bei Buchpräsentation in Berlin für andere Diskussionskultur.

Für Thüringens Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) ist 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands gerade erst „Halbzeit beim Aufbau Ost“. Das sagte Tiefensee am 2. Oktober 2015 in Berlin bei der Vorstellung des Buchs „50 Jahre Deutsche Einheit: Weiter denken – zusammen wachsen“. Für das Buch, das vom Forum Ostdeutschland und der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) herausgegeben wird, hat der Minister den einleitenden Beitrag zum Abschnitt „Wirtschaft, Energie und ökologische Erneuerung“ beigesteuert. Weitere Autoren sind der Publizist Deniz Utlu und die Juso-Bundesvorsitzende Johanna Uekermann, die wie die Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Länder, Iris Gleicke (SPD), an der Buchpräsentation mit anschließender Diskussionsrunde teilnahmen.

„Wir dürfen bei der Herstellung der wirtschaftlichen und sozialen Einheit Deutschlands nicht auf halbem Wege stehen bleiben“, forderte Tiefensee. Es gebe weder Grund zur Resignation noch zur Selbstzufriedenheit. Auch die Bundesrepublik habe für ihren letztlich erfolgreichen „Aufbau West“ nach dem Zweiten Weltkrieg mehr als 40 Jahre Zeit gehabt. Die Angleichung der Lebensverhältnisse müsse das erklärte Ziel und der Handlungsleitfaden der Politik bleiben.

In seinem Buchbeitrag geht der Thüringer Wirtschaftsminister insbesondere mit der öffentlichen Aufarbeitung und Diskussion des Themas „Aufbau Ost“ kritisch ins Gericht. So schreibt Tiefensee: „Jenseits der routinemäßigen, amtsoptimistischen ‚Fortschrittsberichte‘ und dazwischen gelegentlich aufflackernder berufspessimistischer Medienberichte breiten sich in weiten Teilen der Gesellschaft zunehmend Ungeduld, Unbehagen und Unmut aus – im Westen, weil man irgendwie das Gefühl nicht loswird, es mit einem Faß ohne Boden zu tun zu haben; im Osten, weil man es satthat, stets und ständig in der Rolle des Bittstellers aufzutreten. Das Thema Ostdeutschland ist zum Non-Thema geworden – was sachlich unangemessen und politisch kontraproduktiv ist.“

Dieser herrschenden „Diskurspraxis“ stellt Tiefensee in der Überzeugung, daß der Aufbau Ost „sehr wohl eine Erfolgsgeschichte“ ist, fünf „Anforderungen“ an den weiteren Umgang mit dem Thema entgegen: „Die politisch Verantwortlichen müssen Kurs halten, die Deutschen insgesamt mehr Geduld aufbringen, die Beobachter und Analysten sollten mehr Differenzierung zulassen – und die Ostdeutschen selbst mehr Selbstbewußtsein an den Tag legen“, faßt der Minister seine Thesen zusammen.

Am wichtigsten aber sei es, immer wieder neue Visionen für die neuen Länder zu entwickeln und über den Tag hinauszudenken. „Zukunft ist offen. Sie kann gestaltet werden. Dafür braucht es Leitbilder und Visionen. Wir alle sind aufgefordert, in der Debatte um den Aufbau Ost solche Leitbilder zu entwickeln“, schreibt Tiefensee – auch „gegen manchen Pessismismus und manche Schicksalsergebenheit, die den Aufbau Ost als längst gescheitert ansehen und am liebsten stillschweigend zu den Akten legen würde“, wie er in Berlin ergänzte.

STEPHAN KRAUSS

 

03.10.2015

 


03.10.2015: „Startpunkt einer grundlegenden Debatte“

Thüringens Junge Union-Chef Stefan Gruhner: Einheitsjubiläum ist Chance, sich Leitkultur zu vergewissern.

„Der 25. Jahrestag der Deutschen Einheit ist eine Chance, sich unserer Leitkultur zu vergewissern.“ Das sagte der Landesvorsitzende der Jungen Union Thüringen und Landtagsabgeordnete Stefan Gruhner anläßlich des 25. Jahrestages der Deutschen Einheit.

„Angesichts der gewaltigen Integrationsherausforderung, vor der unsere Gesellschaft steht, brauchen wir einen gesellschaftlichen Konsens über die grundlegenden Werte unserer Gesellschaft. Die deutsche Leitkultur wird durch die Werte unseres Grundgesetzes bestimmt. Den Tag der Einheit sollten wir als Startpunkt einer grundlegenden Debatte über die kulturellen Wurzeln unseres Gemeinwesens nutzen. Wir wollen ein Land mit einem gewinnenden Patriotismus. Wer in unserem Land künftig leben möchte, soll sich nicht nur an unsere Regeln halten müssen, sondern sich bewußt mit unseren kulturellen Werten identifizieren. Multikulti und kulturelle Beliebigkeit sind kein Konzept für eine gelingende Integration," stellte der Politiker fest.

Der JU-Vorsitzende unterstrich außerdem, daß besonders die junge Generation von der Deutschen Einheit profitiert habe. „Keine andere Generation als die heutigen jungen Menschen haben so stark von der Deutschen Einheit profitiert. Noch nie hatte eine junge Generation in Deutschland so große Chancen, als die nach der Einheit geborenen jungen Leute. Es muß dennoch klar sein, daß grundlegende Freiheiten, wie beispielsweise die Reisefreiheit und freie Studien- oder Berufswahl, keine Selbstverständlichkeit sind. Freiheit und Rechtsstaatlichkeit müssen weiterhin tagtäglich geschätzt und auch verteidigt werden," so Gruhner.

Abschließend erklärte Gruhner: „Zum 25. Jahrestag der Einheit gehört auch eine klare Feststellung: Eine Landesregierung unter Führung der SED-Fortsetzungspartei ;Die Linke‘ ist im 25. Einheitsjahr schwer erträglich. Eine rot-rot-grüne Koalition, die von zwei Stasi-Spitzeln getragen wird, kann gerade in diesem Jubiläumsjahr keine Normalität in der deutschen Politik sein. Herr Ramelow sollte am Tag der Einheit in sich gehen und einsehen, daß 25 Jahre nach der Deutschen Einheit und der Selbstbefreiung des Volkes von der SED-Diktatur, eine von Stasi-Spitzeln getragene Koalition einfach nur schäbig ist."

PI-JUT

 

03.10.2015

 


02.10.2015: Höhepunkt der Fachtagung

Rita Süßmuth zu Gast beim Thüringer Immobiliengespräch: Bundestagspräsidentin a. D. und Beirätin der „Til Schweiger Foundation“ diskutiert am 5. November in Erfurt zum Thema „Flüchtlinge und Immobilienwirtschaft“.

Das Programm des 1. Thüringer Immobilien- und Standortkongresses am 5. November in der Messe Erfurt steht. Als prominenter Gast konnte Professor Dr. Rita Süßmuth für das am Abend stattfindende „8. Thüringer Immobiliengespräch“ gewonnen werden. Das Gesprächsformat findet diesmal im Rahmen des Kongresses statt und bildet den Höhepunkt der Fachtagung.

Die Bundestagspräsidentin a.D. und Beirätin der jüngst gegründeten „Til Schweiger Foundation“ diskutiert mit Dr. Wulff Aengevelt unter der Fragestellung Asyl, Flüchtlinge und Immobilienwirtschaft – Was bedeutet die Zuwanderung für die Immobilienwirtschaft? Der geschäftsführende Gesellschafter der Aengevelt Immobilien KG wird zudem mit einem Vortrag das Thema einleiten. Weitere Podiumsgäste sind der Oberbürgermeister von Suhl, Dr. Jens Triebel, und Vertreter des Thüringer Ministeriums für Migration, Justiz und Verbraucherschutz. Die Tagung bietet erstmals einen Überblick über das gesamte Spektrum des Thüringer Immobilienmarktes. Gut 200 Teilnehmer aus Bereichen wie Wohnungswirtschaft und Gewerbeimmobilien, Bauträger, Projektwicklung, Eigentümervertreter, Kommunen, Wirtschaftsförderungen oder Dienstleister werden erwartet.

Immobiliengespräche finden statt in Erfurt, Magdeburg, Leipzig, Halle, Chemnitz und Dresden. Sie sind die umfassendste Plattform der Immobilienwirtschaft in den Immobilienzentren Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens. Als einziges Veranstaltungsformat versammelt das Immobiliengespräch die entscheidenden Akteure aller Segmente der Immobilienwirtschaft: Eigentümer und Eigentümervertreter von Wohnungswirtschaft, Gewerbeimmobilien, Bauträgern/Projektentwicklern. Komplettiert wird das Auditorium je nach Standort noch durch ausgewählte Dienstleister der Branche. Veranstalter sind der BFW Mitteldeutschland und W&R Immocom

SWENIA TEICHMANN

 

02.10.2015

 


02.10.2015:Umfassend informieren

Besser bauen und schöner wohnen: Messe für modernes Bauen und Leben.

Mit erweitertem Profil und neuen Angeboten für Thüringens Bauwillige steuert die Erfurter Veranstaltung „Haus.Bau.Ambiente“ auf ein erfolgreiches Jubiläum zu. Zur 15. Ausgabe der „Messe für modernes Bauen und Leben“ vom 6. bis 8. November 2015 haben sich über 100 Aussteller angesagt. Das teilte die Messe Erfurt GmbH am 1. Oktober mit.

Die Veranstaltung gliedert sich in die vier Themenwelten Bauen und Energie, Sanieren und Modernisieren, Dienstleistungen und Beratung sowie ganz neu: Einrichten und Dekorieren. Hier finden die Besucher zusätzliche Angebote in den Bereichen Wohnraum-, Fußboden- und Lichtdesign, Wandgestaltung, Möbel, Küchen, Dekorationsartikel und Lifestyle-Produkte.

Der neue Angebotsbereich „Ambiente“ stößt in der Branche auf große Resonanz. Premium-Aussteller wie „Jette Jaeger Wohnkultur“, „Goss Büromöbel“, „1A Küchenstore“, „laXintage küchen manufactur“ oder „Böckmann Einrichtungen“ präsentieren auf attraktiven Großflächen Besuchern preisgekrönte Wohnraumlösungen und individuelle Möbel für jeden Geschmack und Geldbeutel.

„Neben Energieeffizienz und Nutzerfreundlichkeit sind Wohnkultur, Komfort und Behaglichkeit wichtige Kriterien bei der Gestaltung der eigenen vier Wände“, sagt Kerstin Jäger vom Einrichtungshaus „Jette Jaeger Wohnkultur“. „Die Messebesucher können sich dazu in unserem Ambiente-Bereich umfassend informieren.“ Der Cottbuser Künstler Jörn Hanitzsch setzt die Angebote der Aussteller zusätzlich mit einem stimmungsvollen Lichtdesign in Szene.

Als Sonderthema steht 2015 Weihnachten im Fokus der Messe. Der weltgrößte begehbare Schwibbogen ist optischer und gastronomischer Mittelpunkt des Weihnachtsmarktes, der sich unmittelbar an den Ambiente-Präsentationen anschließt. Die Weihnachts-Welt lädt die Messebesucher mit nostalgischen Holzhütten, festlichen Artikeln aus den Bereichen Schmuck, Stoffe, Dekoration und Kreatives zum Schauen, Kaufen und Verweilen ein.

Wie gewohnt bietet Thüringens große Baufachmesse ein umfassendes Ausstellungs- und Beratungsangebot für Bauherren, Eigentümer und Bauwillige und präsentiert die besten Angebote der Handwerks-, Modernisierungs-, Sanierungs- und Technikbranche des Freistaates. Zahlreiche Aussteller wie Solarventus, Max Weishaupt, Vaillan, Vissmann und Siemens stellen die neuesten Erkenntnisse und Produkte in Sachen Energieeinsparung und -effizienz vor. Am Gemeinschaftsstand des Thüringer Handwerks präsentiert sich zum ersten Mal die Sparte Kunst und Gestaltung im Handwerk. Auch 2015 informieren zahlreiche Fachvorträge zu Trendthemen wie Energieeinsparung, Eigenheimbau, Sanierung und Generationsfreundliche Umbauten.

THOMASTENYLER

 

02.10.2015

 


02.10.2015: Mit Irrtümern aufräumen

Deutsche Pornographie in der Aufklärung: Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt lädt zu internationaler Tagung ein.

Um die „Deutsche Pornographie in der Aufklärung“ geht es vom 21. bis 23. Oktober bei einer internationalen Tagung, zu der das Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt auf Schloß Friedenstein einlädt.

Darin gilt es, aufzuräumen mit einer sorgsam gepflegten Legende, nämlich der seit grauer philologischer Vorzeit umlaufenden Annahme, daß die Deutschen im 18. Jahrhundert kaum erotische oder gar pornographische Texte geschrieben hätten, sondern daß vielmehr all diejenigen Werke, die im Zeitalter der Aufklärung in deutschen Landen lustvoll oder gar einhändig gelesen worden wären, ganz überwiegend leichtfertige Frivolitäten und verwerfliche Schmutzliteratur fremder, vor allem französischer Provenienz gewesen seien, die man auf finsteren Schleichwegen ins Reich getragen habe, um Herz, Kopf und Körper der Deutschen zu vergiften. Tatsächlich sind im 18. und frühen 19. Jahrhundert in Deutschland, abgesehen von zahllosen Übersetzungen fremdsprachiger Erotica, rund 300 freizügige und aufregende, zum Teil nachgerade obszöne Werke erschienen, über deren Verfasser,Verleger und Leser die zünftige Germanistik freilich bis dato so gut wie nichts weiß.

Vornehmstes Ziel der nun von Professor Dr. Martin Mulsow, dem Direktor des Forschungszentrums Gotha der Universität Erfurt, im Verein mit Dr. Dirk Sangmeister (Gotha) konzipierten internationalen Tagung ist es, mit derart tradierten Irrtümern aufzuräumen. 20 Philologen und Historiker aus dem In- und Ausland werden dabei in ihren Referaten eine Auswahl dieser lange ignorierten Texte, Autoren und Akteure aus dem zwielichtigen Souterrain und dem dunklen Untergrund der deutschen Literatur im 18. Jahrhundert in den Blick nehmen, um hellere Begriffe über diese vernachlässigten Diskurse im Schatten der hehren Aufklärung zu erlangen. Auch soll die Frage beantwortet werden, was diese zumeist sehr raren Texte aus der Frühzeit der Moderne unterscheidet von der visuellen, nur zu oft grobianischen Pornographie, die heute in der virtuellen Welt allgegenwärtig ist.

Die von der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur, der Ernst-Abbe-Stiftung und der Fritz-Wiedemann-Stiftung unterstützte Konferenz ist öffentlich, jedoch werden Interessenten gebeten, sich im Vorfeld anzumelden.

CARMEN VOIGT

 

02.10.2015


01.10.2015: Noch enger zusammenarbeiten

Gemeinsame Lehre und Forschung in „Umwelttechnik und Entwicklung“: Vertragsunterzeichnung der Ernst-Abbe-Hochschule Jena mit indonesischer Hochschule.

Die Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena und die indonesische Swiss German University wollen künftig noch enger zusammenarbeiten. Zu diesem Zweck wurde in der vorletzten Septemberwoche in Tangerang (Indonesien) eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Dritter Vertragspartner ist die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), am Standort der indonesischen Hauptstadt Jakarta.

Die Unterzeichnung fand im Rahmen einer Delegationsreise der Thüringer Landesentwicklungsgesellschaft statt, an der Vertreter mehrere Thüringer Hochschulen und Unternehmen teilnahmen. Neben Prof. Dr. Andreas Schleicher, der den Vertrag stellvertretend für die Rektorin der EAH Jena unterzeichnete, nahm auch Prof. Dr. Matthias Schirmer, beide Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen der EAH Jena, teil.

Bereits im Jahr 2012 hatten beide Hochschulen einen ersten Kooperationsvertrag in Jena abgeschlossen. Die Swiss German University ist eine anerkannte private Universität in Indonesien, die mit mehreren deutschen Hochschulen zusammenarbeitet. Die EAH Jena bietet mit der indonesischen Universität zwei gemeinsame Studiengänge an: einen Master of Business Administration im Fachbereich Betriebswirtschaft sowie das Bachelorstudium „Umwelttechnik und Entwicklung“ im Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen.

Der vierjährige Studiengang „Umwelttechnik und Entwicklung“ enthält ein obligatorisches Auslandsjahr. Es umfaßt ein Studiensemester an einer ausländischen Hochschule und ein Praxissemester. Studierende, die ihr Auslandsjahr an der Swiss German University absolvieren, erhalten neben dem deutschen auch einen indonesischen Abschluß im indonesischen Partnerstudiengang „Sustainable Energies and Environment".

Hingegen wird die GIZ Praktikumsplätze für Jenaer und indonesische Studierende anbieten. Da der Studiengang „Umwelttechnik und Entwicklung“ einen Schwerpunkt auf internationale Kooperation und Entwicklungszusammenarbeit legt, ist ein Praktikum bei der GIZ für Studierende sehr attraktiv, nicht zuletzt, da die GIZ auch als zukünftiger Arbeitgeber für Absolventen in Betracht kommt.

Als deutsche Organisation für technische Entwicklungszusammenarbeit untersteht die GIZ dem Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Energie und Klimawandel gehören zu den Schwerpunktthemen der deutsch-indonesischen Entwicklungszusammenarbeit. Dabei hat die GIZ seit Jahrzehnten Erfahrungen im Bereich der Energietechnik und regenerativen Energien in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Im aktuellen Kooperationsvertrag haben die Partner, neben der Zusammenarbeit in der Lehre, auch eine Kooperation in der Forschung zur Energie- und Umwelttechnik vereinbart, die gemeinsame Projekte anstrebt. Indonesien verfügt über ein großes Potential an Solarenergie und Energie aus Biomasse. Erste Forschungsansätze sind in Vorbereitung.

SIGRID NEEF

 

01.10.2015

 

 

Kooperationsvereinbarung unterzeichnet: Peter Palesch, Country Director der GIZ in Indonesien, Prof. Dr. Andreas Schleicher, EAH Jena, und Dr. Filiana Santoso, Rektorin der Swiss German University (von links).

 

Foto: SGU-ARCHIV


01.10.2015: Chancen zur Optimierung

Schein und Sein im Heizungskeller: Heiz-Check der Verbraucherzentrale soll Energielecks schließen.

Unnötige Energieverluste bei privaten Heizungsanlagen machen der Energiewende ziemlich zu schaffen. Dieses Problem will die Energieberatung der Verbraucherzentrale mit ihrem neuen Heiz-Check angehen. Der Check liefert eine unabhängige Bewertung der Heizanlage und konkrete Empfehlungen, wie sich das System auch ohne große Investitionen optimieren läßt. Der Heiz-Check wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

„Erschreckend viele Heizungsanlagen bringen in der Praxis nicht die Effizienz, die das System eigentlich verspricht“, erläutert Ramona Ballod, Energiereferentin der Verbraucherzentrale Thüringen. „Für die Verbraucher bedeutet das in erster Linie zu hohe Heizkosten: Die Mehrkosten summieren sich in einem typischen Einfamilienhaus schnell auf 150 Euro jährlich und mehr.“ Auch Umwelt und Klima würden unnötig belastet.

In jedem Heizsystem schlummern also Chancen zur Optimierung. „Oft muß man nicht einmal große Investitionen tätigen, sondern nur das Zusammenspiel aller Komponenten verbessern, zum Beispiel mit einem sogenannten hydraulischen Abgleich“, betont Ballod: „Da wollen wir mit dem Heiz-Check Klarheit schaffen.“ Zentral ist dabei für die Expertin die Unabhängigkeit der Berater: „Nur wenn der Berater selbst nichts verkaufen will, kann er wirklich das empfehlen, was der Verbraucher braucht.“

Der Heiz-Check besteht aus zwei Terminen an aufeinanderfolgenden Tagen. Zwischen den Besuchen des Energieberaters zeichnen Meßgeräte wichtige Systemtemperaturen auf. Zudem werden der Dämmstandard von Rohren und Armaturen überprüft und Daten wie Alter und Dimensionierung des Systems, der Verlauf der Raumtemperatur und der Vorjahresverbrauch erfaßt. Schließlich werden alle Komponenten der Anlage, etwa Kessel, Warmwasserspeicher, Mischer und Ventile, in Augenschein genommen.

Wenig später erhält der Verbraucher per Post einen Bericht mit der Gesamteinschätzung zum Heizsystem und Empfehlungen, wie es sich optimieren läßt. In manchen Fällen kann auf Basis der Heiz-Check-Ergebnisse auch der Austausch einzelner Komponenten oder der kompletten Anlage naheliegen.

Der Heiz-Check ist ein Angebot für alle privaten Verbraucher, die zum Beispiel einen Gas- oder Ölheizkessel, eine Fernwärmestation oder eine Wärmepumpe zuhause haben.

PM-VZT

 

01.10.2015 


01.10.2015: Bewahrte Geschichte

Bundesweiter Sondersendetag zu „25 Jahren Deutsche Einheit": Das Thüringer Medienbildungszentrum der Thüringer Landesmedienanstalt in Gera beteiligt sich mitt einem 12stündigen Programm.

Anläßlich des 25. Jahrestages der Deutschen Einheit veranstalten die deutschen Bürgerfernsehsender bundesweit einen Sondersendetag. Das Thüringer Medienbildungszentrum der Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) in Gera (TMBZ Gera) beteiligt sich an diesem Sondersendetag mit einem 12stündigen Programm. Es werden aktuelle Fernsehbeiträge und Archivbeiträge gezeigt. In ganz unterschiedlichen Formaten, die vom Spielfilm über die Diskussionsrunde, das Studiogespräch, die Reportage und die Umfrage bis hin zum Animationsfilm reichen, wird hier die jüngere Geschichte vor Ort, in den Kommunen, den Gemeinden oder in der Schule bewahrt. Nicht zuletzt kommen jene zu Wort, die vor der Wiedervereinigung ihrer Worte beraubt wurden.

Wie ist es aktuell bestellt um die Einheit in Ost und West? Welche Grenzen wurden überwunden und welche sind noch spürbar? Am Sondersendetag „25 Jahre Deutsche Einheit“ bietet das TMBZ Gera einen Blick von Westen und von Osten aus auf die weltbewegenden und weltverändernden gesellschaftlichen Umbrüche. Dafür stellen die Medienkompetenzzentren „Offener Kanal” Offenbach/ Frankfurt und Kassel dem TMBZ Gera eine Vielzahl von Beiträgen zum Mauerfall und zur deutschen Wiedervereinigung zur Verfügung. Beiträge aus Thüringen zeigen, wie unterschiedlich die Einheit Deutschlands von Kindern, von gerade noch in der DDR geborenen jungen Menschen und von älteren Bürgerinnen und Bürgern wahrgenommen wird. Besonders berührend sind die Berichte über Einzelschicksale, in denen sich der grausame Charakter des DDR-Grenzregimes widerspiegelt.

Eigens für den Sonderthementag produzierte das TMBZ Gera ein Studiogespräch mit tatkräftigen Geraern, die in den bewegten und bewegenden Monaten 1989/90 der friedlichen Revolution in der DDR ins kalte Wasser der Lokalpolitik sprangen. Kristina Voigt, damals Direktorin des Arbeitsamtes Gera, Ralf Rauch, zunächst Baudezernent und dann von 1994 bis 2006 Oberbürgermeister der Stadt Gera, Helmut Beer, Dezernent Recht und Ordnung im Nachwende-Stadtrat sowie viele Jahre Chef der SPD-Fraktion, und der aus Hessen zugereiste Christian Matern, Anfang der 1990er Jahre Leiter des Presse- und Informationsamtes in Gera und langjähriger Chef der CDU-Stadtratsfraktion, erinnern sich an die entscheidenden Jahre des Neubeginns und schlagen den Bogen bis in die Gegenwart und die Zukunft der ehemaligen Bezirksstadt. Moderiert wird die Gesprächsrunde von Ullrich Erzigkeit, 1990 bis 2013 Chefredakteur der „Ostthüringer Zeitung”. 

PM-TLM

 

01.10.2015

Thüringen aktuell

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Die Ausgabe 4/2017 berichtet über das geplante bayerisch-thüringische Oberzentrum.

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