Nachrichten aus dem Freistaat Juli 2015

 Juli 2015
 

31.07.2015: Fortbestand gesichert

Stadtilm bleibt ein wichtiger Standort für die Herstellung von Haushaltschemie. Das Unternehmen „Domal wittol“, das  im Juli 2014 Insolvenz anmelden mußte, wurde am 21. Oktober 2014 von der „Global Cosmed S.A.“ gekauft und wird seitdem unter dem Namen „Global Cosmed domal GmbH“ weitergeführt. Darüber berichtete die Neue Thüringer Illustrierte in Ausgabe 5/2015.

Aufatmen in Stadtilm, nachdem der Haushaltschemiehersteller „Domal wittol“, mit zum damaligen  Zeitpunkt immerhin 105 Mitarbeitern ein wirtschaftliches Schwergewicht in der Region, am am 25. Juli 2014 beim Amtsgericht Erfurt Insolvenz anmelden mußte, kann das Unternehmen inzwischen mit einem neuen Besitzer und unter neuem Namen fortgeführt werden. Das berichtete die Neue Thüringer Illustrierte in Ausgabe 5/2015.

Die Geschichte des Waschmittel-Herstellers reicht bis in das Jahr 1889 zurück, als am Standort in Stadtilm mit der Produktion von „Bleiweiß“ begonnen wurde. Ab 1943 wurde hier Elektroisolationsmaterial fabriziert; ab 1951 folgte die Umorientierung auf die Produktion von Gelatine. Seit 1968 werden Reinigungsmittel hergestellt. Im Jahre 1973 folgte die Umbenennung in VEB Stadtilm. 1980 bis 1984 gehörte das Werk  zum Kombinat VEB Haushaltschemie Genthin, danach zum VEB Chemiekombinat Bitterfeld. 

1990 wurde das Unternehmen zur Domal GmbH gewandelt und 1993 zur Tochtergesellschaft der Kruse Chemie KG. Durch die Fusion mit der Wittol Chemie GmbH 2002 entstand der damalige Name „domal wittol Wasch und Reinigungsmittel GmbH“. Im Jahr 2012 wurde die Firma weiterverkauft.

Die Gründe, die 2014 in die Insolvenz führten, sind vielfältig: Die Palette der Produkte war zu aufgebläht und damit unüberschaubar. Es fehlten markttaugliche Vertriebsstrategien und die Liquidität war zu gering. Übervolle Lager mit Leergut bedeuteten totes Kapital.

Als das börsenorientierte Unternehmen „Global Cosmed“ im polnischen Radom Wind von der Insolvenz bekam, zeigte es im Bieterwettstreit ernsthaftes Interesse und konnten ein zukunftsfähiges Konzept vorweisen.

Am 21. Oktober 2014 wurde die FIrma „domal wittol Wasch- und Reinigungsmittel GmbH" aus der Insolvenz gekauft und in die Global Cosmed Gruppe integriert. Im Zentrum von Deutschland gelegen, bildet der Thüringer Standort Stadtilm nunmehr das globale Forschungs- und Entwicklungszentrum der Gruppe für Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel. Das bei der Übernahme erklärte Ziel für die Produktion in Stadtilm  besteht darin, daß vollautomatische Linien direkt am Standort flüssige Waschmittel, Weichspüler, Spezialreiniger und ökologische Reiniger für namhafte Handelsketten in ganz Europa und unter eigenen Marken herstellen.

Die neuen Eigentümer sind ein deutlicher Gewinn für das Unternehmen in Stadtilm .Mit modernsten Produktionstechnologien und Qualitätsmanagement nach ISO 9001:2008 ist die Gruppe für den globalen Wettbewerb optimal aufgestellt. Verantwortung gegenüber Gesellschaft und Umwelt ist dabei ein wichtiger Bestandteil der Unternehmenskultur. Seit November 2009 ist die Unternehmensgruppe zertifiziertes Mitglied von A.I.S.E.. und hat seit Ende 2010 die IFS/HPC-Zertifizierung.

Seitdem die neuen Eigentümer  „Global Cosmed S.A.“ ihre Unterschrift unter den Kaufvertrag setzten, führen Dr. Andreas Mielimonka und Matthias Erdmann die Geschäfte der „neuen“ Global Cosmed domal GmbH. 70 Mitarbeiter konnten weiterhin in Stadtilm beschäftigt werden. Die jetzige Personalausstattung passe gut zu den Zukunftsplänen des neuen Eigentümers, erklärt Geschäftsführer Matthias Erdmann. Derzeit stehe die Sanierung der Produktion auf dem Plan, denn Maschinen sind inzwischen schon 20 Jahre alt. Eine erste neue Anlage und auch ein neuer Verschrauber wurde zwischenzeitlich in Betrieb genommen.

Um im Markt bestehen zu können, wurde das Domal-Sortiment von 70 Artikel um zirka 40 Prozent bereinigt. Die neuen Geschäftsführer sind besonders stolz, daß es gelang, Top-Kunden zu halten und sogar weitere Kunden zu gewinnen und neue Gebiete zu erschließen. In Stadtilm wird nun auch für den polnischen Markt produziert. Ein Beispiel dafür ist der WC-Reiniger „kret“, der in vier verschiedenen Sorten ausgeliefert wird.

Ein wichtiges Vorhaben der neuen Geschäftsführer besteht darin, das Exportgeschäft auszubauen. Dabei gibt es erfolgversprechende Ansätze. Die erste Lieferung nach China, einem absoluten Zukunftsmarkt, ist bereits erfolgt.

JÖRG SCHUSTER

 

31.07.2015

 

 

Produktion der Global Cosmed domal GmbH am Standort Stadtilm: Neue Gebiete erschlossen.

Foto: GCDG-ARCHIV


31.07.2015: Einwanderung ermöglichen

Deutschland braucht ein modernes Einwanderungsgesetz, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Das sagte Thüringens Wirtschaftsstaatssekretär Georg Maier (SPD) und erklärte Zuwanderung als für die Thüringer Wirtschaft essentiell.

Anläßlich einer am 31. Juli verbreiteten Meldung über mehrere tausend unbesetzte Lehrstellen in Thüringen, fordert Wirtschaftsstaatssekretär Georg Maier (SPD) die Bundesregierung auf, endlich den Entwurf eines zeitgemäßen Einwanderungsgesetzes vorzulegen.

„Die hohe Zahl der unbesetzten Lehrstellen ist alarmierend. Denn Lehrlinge sind die Fachkräfte von morgen. Daher ist die Entscheidung der Landesregierung, junge Flüchtlinge in Ausbildung nicht abzuschieben, ein richtiger Schritt“, erklärte der Staatssekretär des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft.

„Wir brauchen jedoch einen Grundkonsens darüber, daß Deutschland ein Einwanderungsland ist und nach welchen Regeln wir Einwanderung bedarfsgerecht organisieren wollen“, sagte Maier weiter. Dafür sei ein modernes Einwanderungsrecht von entscheidender Bedeutung.

Laut einer Fachkräftestudie des Zentrums für Sozialforschung Halle, die das Thüringer Wirtschaftsministerium in Auftrag gegeben hatte, benötigt Thüringen bis 2025 insgesamt 280.000 neue Arbeitskräfte. Maier: Die künftige Nachfrage der Thüringer Wirtschaft ergebe sich demnach einerseits aus dem Ersatzbedarf an rund 210.000 Arbeitskräften, die bis zum Jahr 2025 aus Altersgründen aus dem Erwerbsleben ausscheiden werden, andererseits aus dem Erweiterungsbedarf an rund 70.000 Arbeitskräften, der aus der dynamischen Wirtschaftsentwicklung am Standort resultiere. Dabei entstünde der größte Teil – rund drei Viertel – des Fachkräftebedarfs in drei Wirtschaftsbereichen: der Industrie mit 70.000, den unternehmensnahen Dienstleistungen mit 68.800 und dem Gesundheits- und Sozialwesen mit 67.000 benötigten Fachkräften.

„Um diesem Bedarf zu begegnen, müssen wir zum einen die vorhandenen Arbeitskräftepotentiale besser erschließen und zum anderen die richtigen Bedingungen für die Zuwanderung von qualifizierten ausländischen Fach- und Arbeitskräften herstellen. Für die Thüringer Wirtschaft ist die Zuwanderung von Arbeitskräften essentiell.“

Der Staatssekretär sieht ohne eine Rechtsgrundlage für die geordnete und bedarfsgerechte Zuwanderung das Wirtschaftswachstum in Thüringen in Gefahr. „Wollen wir auf lange Sicht wirtschaftlich stark bleiben und uns erfolgreich entwickeln, so müssen wir gezielt um ausländische Fachkräfte werben und diesen die legale Einwanderung nach Deutschland ermöglichen“, betonte Maier.

PI-TMWWDG 

 

31.07.2015

 


31.07.2015: Deutlich verbesserte Bedingungen

Energetische Sanierung wird günstiger: KfW verbessert Förderung – Beratung bleibt wichtig.

Mehr Geld für mehr Häuser – so lassen sich die Neuerungen beim KfW-Förderprogramm für energetisches Sanieren ab 1. August zusammenfassen. Gute Nachrichten also für alle, die ihr Haus energetisch auf Vordermann bringen wollen. Am meisten profitiert laut Ramona Ballod, Energiereferentin der Verbraucherzentrale Thüringen, aber weiterhin, wer sich vor einer Sanierung unabhängig beraten läßt.

Ob Komplettsanierung mit Fassenddämmung, modernster Heiztechnik und Solaranlage auf dem Dach oder einfach der überfällige Einbau neuer Fenster – Maßnahmen zur energetischen Sanierung von privaten Wohngebäuden werden von der KfW finanziell unterstützt. Die Förderung gibt es entweder in Form eines sehr zinsgünstigen Kredits oder als Investitionszuschuß. Förderfähig sind sowohl die vollständige Sanierung eines Hauses als auch einzelne Vorhaben.

„Für alle Anträge, die ab 1. August gestellt werden, haben sich die Bedingungen nun noch einmal deutlich verbessert“, erläutert Ramona Ballod: „Der Förderhöchstbetrag für Kredit steigt um ein glattes Drittel, von 75.000 auf 100.000 Euro. Außerdem kann die Förderung nunmehr für alle Häuser mit Bauantrag beziehungsweise Bauanzeige vor dem 1.2.2002 in Anspruch genommen werden – statt bisher dem 1.1.1995.“ Sowohl die Förderhöhe als auch der Kreis der Förderberechtigten werden also spürbar vergrößert.

Wichtig für alle Sanierungswilligen bleibt jedoch in jedem Fall, so Ballod, eine unabhängige Expertenmeinung: „Ein Energieberater analysiert die Ausgangssituation des Hauses, schlägt sinnvolle Maßnahmen vor und kennt außerdem die richtigen Förderprogramme.“ Denn nur wenn Haus, Bewohner und Sanierungsplan zusammenpassen, seien am Ende alle zufrieden.

Bei allen Fragen zur energetischen Sanierung und öffentlichen Förderprogrammen hilft die Energieberatung der Verbraucherzentrale: online, telefonisch oder mit einem persönlichen Beratungsgespräch. Die Berater informieren anbieterunabhängig und individuell. Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis sind die Beratungsangebote kostenfrei. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

PM-VZT

 

31.07.2015 


30.07.2015: Austausch fördern

Studierende der Universität Haifa in der Thüringer Landeshauptstadt zu Gast.

Baruch Haba und Ahlan wa Sahlan! Auch in diesem Jahr heißt die Universität Erfurt wieder Gäste von der Universität Haifa in der Thüringer Landeshauptstadt willkommen. Vom 9. bis 20. August findet – organisiert vom Lehrstuhl für die Geschichte Westasiens (Prof. Birgit Schäbler) – die zweite Summer School mit Studierenden aus Erfurts israelischer Partnerstadt statt.

Die Universität der drittgrößten Stadt Israels entsendet eine Gruppe von Studierenden, die an ihrer Heimatuniversität am Projekt „Classmates for Coexistence“ teilnehmen. Das Projekt will den Kontakt zwischen Studierenden mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen unterstützen und vertiefen und umfaßt ein breites Spektrum der israelischen Gesellschaft: jüdische Israelis, muslimische und christliche Palästinenser sowie Angehörige der Minderheit der Drusen. Die Reise bildet dabei für die Gäste aus Haifa den Abschluß des gemeinsamen Studienjahres und bietet nun die Möglichkeit, die Erfahrungen aus dem Projekt in der Summer School „Multikulturalismus und Koexistenz“ mit neuen Einblicken in Deutschland zu erweitern und mit hiesigen Studierenden zu diskutieren. Das Programm möchte diesen Austausch fördern und einen Beitrag zu weiteren universitären und individuellen Besuchen und Kooperationen leisten.

Gemeinsame Aktivitäten mit Studierenden aus Erfurt sind integraler Bestandteil des Programms. Außerdem werden Treffen mit Vertretern verschiedener Religionsgruppen und Kulturvereine sowie mit Personen aus Politik und Gesellschaft stattfinden. Neben einem Besuch der Gedenkstätte Buchenwald und der gemeinsamen Organisation einer studentischen Ausstellung zum Thema „Koexistenz in Syrien“ ist auch eine Exkursion nach Berlin geplant.

CARMEN VOIGT

 

30.07.2015


30.07.2015: Selbst Initiative ergriffen

Bauuntersuchung am Neuen Jagdschloß Hummelshain beginnt: Thüringen Staatssekretärin Dr. Babette Winter berät in Erfurt mit Vorstand des Fördervereins.

Über den baulichen Zustand des Neuen Jagdschlosses Hummelshain gibt es sehr unterschiedliche Meinungen. Besucher sind vom optischen Eindruck des 1880 bis 1885 errichteten Prachtbaues immer wieder beeindruckt. Erst bei genauerer Betrachtung werden die Verfallserscheinungen an Dächern und Fassaden des seit 1998  in Privatbesitz befindlichen Baudenkmals offenbar. Das Ausmaß der Schäden kennen jedoch nicht einmal die Fachleute im Detail. Seit Jahren mahnt der Förderverein des Schlosses deshalb eine gründliche Bauuntersuchung an, die Voraussetzung für jegliche Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen ist. (nti-online.net berichtete am 02.06.2015). Nun haben die Vereinsmitglieder selbst die Initiative ergriffen, Sponsoren gesucht und gefunden und - in Abstimmung mit den Denkmalbehörden und dem Eigentümer - diese Bauuntersuchung in Auftrag gegeben, die in der ersten Augustwoche beginnen wird.

Voraussetzung dafür war der Abschluß eines Vertrages zwischen Schloßeigentümer und Förderverein, der die dafür  notwendigen rechtlichen Grundlagen schafft. Mehr als ein Jahr war über die Details des Vertrages verhandelt worden.

Mit der Untersuchung hat der Förderverein das Leipziger Ingenieur- und Planungsbüro Dischereit und Partner beauftragt, das über umfangreiche Erfahrungen bei der Sanierung gründerzeitlicher Bauwerke verfügt und 2003 bereits eine digitale Bestandserfassung des gesamten Schlosses durchgeführt hat. Die Fachleute werden nun die Schäden an Dach, Fassade, Gründung, Terrassen und Balkonen systematisch erfassen und kartieren. Besonders unter die Lupe zu nehmen sind die Dachkonstruktion, die Dacheindeckung und -entwässerung, was mit Hilfe eines Hubsteigers erfolgen wird. Der Auftrag schließt die Vorplanung der dringlichsten Sicherungs- und Instandsetzungsmaßnahmen und deren Kosten ein, ebenso die Erarbeitung eines ersten Fördermittelantrages zum 30. September 2015.

Um die  Zukunft dieses herausragenden Zeugnisses herzoglicher Baukunst  in Thüringen wird es auch bei einem Treffen in der Thüringer Staatskanzlei am 3. August gehen. In den letzten Jahren hatte sich der Förderverein mehrfach an die Landesregierung gewandt, die mit dem  Verkauf des Schlosses bekanntlich nicht unwesentlich zur jetzigen Situation beigetragen hat – ohne jedoch Gehör zu finden. Nun hat Staatssekretärin Dr. Babette Winter (SPD), die auch für die Thüringer Denkmalslandschaft zuständig ist, den Förderverein zu einem klärenden Gespräch nach Erfurt eingeladen.

RAINER HOHBERG

 

30.07.2015

 

 

Beeindruckender Prachtbau: Neues Jagdschloß Hummelshain im Juli 2015.

Foto: FVSH-SCHRÖCK


29.07.2015:Erste Pfifferlinge, Rotkappen und Maronen gefunden

Wer sammelt den originellsten oder größten Baumpilz? Verband Naturpark Thüringer Wald e.V und Thüringer Arbeitsgemeinschaft für Mykologie rufen zu originellem Wettbewerb auf.

Der Verband Naturpark Thüringer Wald e.V. veranstaltet gemeinsam mit engagierten ehrenamtlichen Mitgliedern und Freunden der Thüringer Arbeitsgemeinschaft Mykologie e.V. die Südthüringer Pilzausstellung in Eisfeld. Aufgerufen sind alle naturverbundenen Bürgerinnen und Bürger, vor allem die Kinder und Jugendlichen, den originellsten oder größten Baumpilz Südthüringens zu sammeln. Zu den Baumpilzen gehören unter anderem Porlingsarten wie der Fichtenporling, Echte Zunderschwamm, Birkenporling, Riesenporling.

Die Pilzfunde werden von einer Expertenjury nach Größe, Umfang und Originalität bewertet. Sachpreise winken den erfolgreichsten Sammlern in der Kategorie Kinder und Erwachsene. Die Bekanntgabe der Preisträger erfolgt am 4. Oktober  während der Pilzausstellung.

Die Pilze nehmen in der Natur eine bedeutende Stellung ein. Wärme und viel Feuchtigkeit haben in den letzten Tagen zu einem ersten Pilzwachstum geführt. In Deutschland gibt es über 6000 Großpilzarten. Von den Großpilzen gelten rund 190 Arten als eßbar. Von vielen Pilzen ist der Speisewert gering oder noch gar nicht erforscht. Wer sich auskennt, läuft kaum Gefahr, sich zu vergiften, sondern hat auch bessere Chancen bei der Suche. Der Anfänger sollte mit Röhrenpilzen beginnen, da tödlich wirkende Arten nicht bekannt sind.

Bisher wurden an besonders günstigen Orten beispielsweise die ersten Steinpilze, Pfifferlinge, Rotkappen, Birkenpilze, Kuhmaul oder Maronen gefunden, so Peter Hofmann, Pilzsachverständiger aus Sachsenbrunn. Da viele Speisepilze in der „Roten Liste“ der in ihrem Bestand gefährdeten oder bedrohten Arten erfaßt sind, sollten nur geringe Mengen an Pilzen zum Eigenverbrauch gesammelt werden. Für eine Pilzmahlzeit sind bereits rund 200 Gramm ausreichend. Zwar sind der September und Anfang Oktober die klassischen Pilzmonate, aber in diesem Jahr ist eben alles etwas anders. Viele unserer heimischen Pilze sind Mykorrhiza-Pilze, so Peter Hofmann. Diese bilden eine Lebensgemeinschaft mit bestimmten Bäumen oder Sträuchern und ernähren sich von anderen Lebewesen. Es gibt giftige Pilze, die Speisepilzen zum Verwechseln ähnlich sind. Beispielsweise der tödlich giftige grüne oder weiße Knollenblätterpilz. Pilze sind sehr empfindlich und leicht verderbliche hochwertige Lebensmittel. Bei unsachgemäßem Transport oder Lagerung erhitzen sie sich leicht, sie beginnen zu „schwitzen“. Die entstehende feuchte Wärme beschleunigt den Zersetzungsprozeß des Pilzeiweißes. Die Pilze werden schnell schmierig und unansehnlich. Solche Pilze sollten nicht mehr verzehrt werden. Es ist besonders wichtig, frische, junge oder gerade ausgewachsene Pilze zu sammeln. Sie dürfen keinesfalls überreif oder bereits schimmlig sein. Nur wenige Pilzarten können roh genossen werden.

Diese und weitere Tips, Hinweise und Ratschläge erhalten Pilzsammler zur diesjährigen Südthüringer Pilzausstellung in Eisfeld. Frisch gesammelte Pilze werden fachkundig von Experten bestimmt und so mancher praktische Tip zum Sammeln von Pilzen, zu Pilzarten, zum Naturschutz, Lebensraum, zur Lagerung,Trocknung und zur Zubereitung der Pilzfruchtkörper wird nützlich sein. Die Pilzexperten der Landkreise Hildburghausen, Sonneberg und Schmalkalden-Meiningen werden zur Pilzausstellung sachkundig zu allen Fragen rund um das Thema „Heimische Pilze“ informieren. Zahlreiche ehrenamtliche Helfer unterstützen die naturkundliche Veranstaltung.

JENS DAHLEMS

 

29.07.2015:

 

 

Pilzsachverständiger Peter Hofmann aus Sachsenbrunn präsentiert seinen Baumpilzfund: Dieser nimmt am Wettbewerb natürlich nicht teil.

Fotos (3): JENS DAHLEMS


29.07.2015: Reibungsloser Verkehrsfluß

Drei Thüringer Tunnel unter den Spitzenreitern im europäischen ADAC-Tunneltest.

Der aktuelle ADAC-Tunneltest lieferte das beste Ergebnis seiner Geschichte: 14mal vergaben die Experten die Note „Sehr gut“, sechs Tunnel schnitten mit „Gut“ ab. Eine schlechtere Wertung bekam kein einziger Tunnel. Getestet wurden 20 Tunnel in vier europäischen Ländern.

Unter den Spitzenreitern im europäischen Vergleich befinden sich drei Thüringer Tunnel: Der Tunnel „Berg Bock“ auf der A 71 (Erfurt – Schweinfurt) bei Suhl, der Tunnel „Rennsteig“ (A 71 bei Zella-Mehlis) und der Tunnel „Jagdberg“ (A 4 bei Jena). Alle drei Tunnel erhielten das ADAC-Urteil „Sehr gut“. Da durch den Jagdbergtunnel auch Gefahrguttransporte fahren dürfen, hat er – anders als die beiden erstgenannten Tunnel – sogar ein mit „hoch“ bewertetes Risikopotential.

„Ich freue mich ganz besonders“, so Jürgen Lachner, Vorstandsmitglied für Verkehr, Umwelt und Technik des ADAC Hessen-Thüringen e.V., „daß in diesem europäischen Test drei Tunnel in Thüringen so gut abgeschnitten haben. Besonders der erst im letzten Jahr eröffnete Jagdbergtunnel sorgt neben seinen baulichen und organisatorischen Maßnahmen für einen reibungslosen Verkehrsfluß.“

Die wenigsten Punkte im Test, dabei aber immer noch die Note „Gut“, erzielte der Schweizer Gotthard-Tunnel auf der A 2 (Basel – Chiasso). Größtes Manko des mit fast 17 Kilometern längsten Tunnels im Test: Es gibt nur eine Röhre, die im Gegenverkehr betrieben wird. Ein großer Lkw-Anteil bei einer Verkehrsbelastung von rund 17.500 Fahrzeugen pro Tag und die langen Steigungen vor dem Tunnel tragen zu einem potentiell hohen Risiko bei.

Trotz des positiven Gesamtergebnisses haben die Tester auch einzelne Mängel notiert. So waren bei der Hälfte der Tunnel die Wände nicht hell angestrichen. Bei einem Viertel gab es zumindest unter der Woche täglich Stau im Tunnel. Bei ebenso vielen funktionierte die Verständigung über die Notrufe wegen des nicht abgeschirmten Verkehrslärms nur schwer. Auch die oftmals zu kurze Einsatzdauer der Atemschutzgeräte für die Feuerwehr ist ein Problem.

Die Inspektion der 20 Tunnel fand zwischen dem 5. Februar und dem 6. März 2015 statt. Dabei wurden auch sicherheitstechnische Fragen im Gespräch mit den Betreibern geklärt und entsprechende Unterlagen eingesehen. Ausgewählt wurden Testobjekte, die mindestens einen Kilometer lang und für den Reiseverkehr von Bedeutung sind. 14 der Röhren waren früher schon einmal getestet worden.

Bewertungsgrundlage für den Test war eine Checkliste, die sich unter anderem an den hohen Maßstäben der Regelwerke für Straßentunnel in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich sowie an der EU-Richtlinie über Mindestanforderungen für die Sicherheit von Tunneln im transeuropäischen Straßennetz orientiert. Diese Richtlinie war 2004 vom Europäischen Parlament verabschiedet worden und gilt für alle Tunnel ab 500 Metern Länge. Jeder neu gebaute Tunnel mußte die Anforderungen ab diesem Datum erfüllen, bestehende bis April 2014 nachgerüstet werden. Länder mit sehr vielen Tunneln haben bis 2019 Zeit.

Die Geschichte des ADAC-Tunneltests begann 1999. Damals konnte der Automobilclub unmittelbar nach einem verheerenden Brand im Tauerntunnel erste Testergebnisse aus Röhren in ganz Europa vorlegen. Seitdem hat der ADAC annähernd 400 Tunnel in 21 europäischen Ländern getestet. Seit 2004, dem Jahr des Inkrafttretens der EU-Richtlinie, gibt es eine klare Tendenz zur Besserung. Das erste Jahr ohne negative Ergebnisse war 2009.

SILVA JARY

 

29.07.2015


28.07.2015: Nahtlose Fortführungslösung

Übereinkunft mit Sita Deutschland erzielt: „Ein großer Schritt für die zügige Abwicklung des Insolvenzverfahrens der Stadtwerke Gera AG.“

Die Sita Deutschland GmbH übernimmt die verbleibenden 25,1 Prozent Anteile der Stadtwerke Gera AG an der Sita Abfallverwertung GmbH. Damit ist die Sita Deutschland mit Wirkung zum 1. Januar 2015 alleiniger Gesellschafter der thermischen Verwertungsanlage in Zorbau nahe Leipzig. Eine entsprechende Vereinbarung haben jetzt die Sita Deutschland GmbH und Dr. Michael Jaffé, der Insolvenzverwalter der Stadtwerke Gera AG, die seit Inbetriebnahme der Anlage im Jahr 2005 Teilhaber war, vollzogen.

Die Hintergründe des Erwerbs erläutert Oliver Gross, Geschäftsführer der Sita Deutschland GmbH: „Die Übernahme der Anteile dient zum einen dem Ausbau und der Stärkung unserer Aktivitäten im Bereich ,Energy from Waste‘. Zum anderen ist die Übernahme auch ein klares Ja zur thermischen Verwertung: Denn auch wenn in Zukunft – ganz im Sinne der Kreislaufwirtschaft – immer mehr getrennt und recycelt werden wird, wird es auf lange Sicht große Mengen an Stoffen für die thermische Verwertung geben – entweder, weil es noch keine andere Verwertungslösung gibt oder ihre Gefährlichkeit die Verbrennung vorschreibt. Deshalb benötigen wir Anlagen wie Zorbau, die mittels effizienter thermischer Verwertung nicht einfach nur Abfall vernichten, sondern dabei auch Energie gewinnen – und so einen nachhaltigen Beitrag zur Ressourcen-Schonung leisten.“

Mit der jetzt vollzogenen Übertragung, der der Gläubigerausschuß bereits zugestimmt hat, hat Insolvenzverwalter Dr. Michael Jaffé ein Jahr nach dem Insolvenzantrag der Stadtwerke Gera AG für eine weitere ihrer Beteiligungsgesellschaften eine nahtlose Fortführungslösung realisiert. „Die erzielte Übereinkunft mit Sita Deutschland ist ein großer Schritt für die zügige Abwicklung des Insolvenzverfahrens der Stadtwerke Gera AG. Wir haben damit viele offene Fragen abschließend geklärt und gleichzeitig ein gutes Ergebnis für die Gläubiger der Stadtwerke Gera AG erzielen können“, betonte Jaffé. Ähnlich sieht dies Oliver Gross: „Die Verhandlungen waren intensiv, aber letzten Endes können beide Parteien mit dem Ergebnis sehr zufrieden sein – vor allem, weil aufgrund der vollständigen Übernahme durch die Sita alle Arbeitsplätze erhalten bleiben und die Entsorgungssicherheit der Region auch weiterhin gewährleistet ist.“

SEBASTIAN BRUNNER

 

28.07.2015


28.07.2015: Studentinnen unter sich

Studienbeginn ohne Männer: Elektrotechnik/Informationstechnik als Frauenstudiengang an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena.

IT-Expertinnen sind auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt. Im kommenden Wintersemester bietet die Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena den Bachelorstudiengang Elektrotechnik/Informationstechnik auch als Frauenstudiengang an.

In dem Pilotprojekt lernen die Studentinnen in den ersten zwei Semestern unter sich. Vor allem die technischen und mathematischen Grundlagenfächer werden in diesem Zeitraum unterrichtet. Dazu erhalten die Studentinnen auf Wunsch Unterstützung bei der Karriereplanung durch Absolventinnen und viele Studiertips durch erfahrene Kommilitoninnen.

Ab dem dritten Semester studieren Frauen und Männer dann gemeinsam, um sich auf die verschiedenen technischen Vertiefungsrichtungen im vierten Semester vorzubereiten. Ergänzend können auch noch die interdisziplinären Schwerpunkte „International" oder „Betriebswirtschaft" gewählt werden. Die Erfahrung zeigt, so Prof. Dr. Ralph Ewerth, der den Studiengang betreut, daß „junge Frauen in den beruflichen Männerdomänen sehr schnell Fuß fassen. Oftmals gibt es zuvor die Sorge, daß die männlichen Kommilitonen viel technisches Vorwissen mitbringen und am Beginn des Studiums einen großen Vorsprung haben. Dies ist aber nicht der Fall."

Zusätzlich machen die kurzen Wege auf dem Campus und das Studium in kleinen Gruppen ein schnelles Kennenlernen von Mitstudierenden und Lehrenden möglich.

SIGRID NEEF

 

28.07.2015


27.07.2015: Erfahrungen sammeln

Kooperation der Nordhäuser Hochschule mit der chinesischen Hebei University of Technology bringt gemeinsam einen Studiengang auf den Weg.

Im Juni 2016 werden die ersten 20 Studierenden aus China an der Hochschule Nordhausen willkommen geheißen. Hintergrund ist eine Kooperation der Nordhäuser Hochschule mit der Hebei University of Technology in Tianjin, China.

Hochschulpräsident Prof. Dr. Jörg Wagner hatte bereits 2014 während einer Delegationsreise nach China einen entsprechenden Kooperationsvertrag an der Heibei University unterzeichnet, die zu den Elite-Universitäten Chinas zählt.

Ziel dieser Kooperation ist es, gemeinsam einen sogenannten „2+2 Studiengang“ auf den Weg zu bringen. Ausgewählte Studierende mit besonders guten Leistungen studieren zwei Jahre in China. Während dieser Zeit erwerben sie zudem umfangreiche Deutschkenntnisse. Nach einem erfolgreichen Deutschtest können diese Studierenden in den nächsten zwei Jahren an der Nordhäuser Hochschule studieren.

Dieses Modell wird zunächst im Studiengang „Umwelt- und Recyclingtechnik“ umgesetzt und bietet für beide Seiten die Möglichkeit, wertvolle Erfahrungen zu sammeln.

Um letzte Details des geplanten „2+2 Studiengangs“ abzustimmen, waren am 23. Juni Vertreter der Hebei University an die Hochschule Nordhausen gereist; hierunter Professor Huang Chao, Professorin Suying Gao, Projektleiter Thomas Shi sowie Ma Dai vom Büro für Internationale Angelegenheiten.

TINA BERGKNAPP

 

27.07.2015

 

 

 

Abstimmung letzter Details für den geplanten „2+2-Studiengang“: Vertreter der Hebei University of Technology in China sowie Hochschulpräsident Prof. Dr. Jörg Wagner und die Studiendekanin des Studiengangs „Umwelt- und Recyclingtechnik“, Prof. Dr. rer. nat. Uta Breuer, an der Hochschule Nordhausen.

Foto: TINA BERGKNAPP


26.07.2015: „Warum muß überhaupt eine Stadt kreisfrei sein?“

Kreisgebietsreform: Thüringens Regierungschef Bodo Ramelow (Die Linke) will nur „acht Leistungsträger in Form von Kommunen“.

„Wir brauchen auch keine sechs oder acht kreisfreien Städte in Thüringen, sondern für Erfurt als Landeshauptstadt einen Sonderstatus und für Jena als Wissenschaftsstadt einen Leistungsstatus“, formuliert Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) Grundforderungen für die angestrebte Kreisgebietsreform in Thüringen gegenüber einer sächsischen Tageszeitung. „Weimar ist eine Kulturstadt, die wir sehr würdigen. Aber: Warum muß überhaupt eine Stadt kreisfrei sein? Warum müssen Suhl oder Eisenach kreisfrei sein? In Suhl fährt erst der Stadtbus und hinterher kommt der Kreisbus auf der gleichen Linie. Das alles soll normal sein?“ - der Sarkasmus eines Spitzenpolitikers, dem die Bodenhaftung verloren geht.

Auf den aus Thüringer SPD-Reihen kommenden Vergleich, unser Freistaat sei schon wie der Balkan - jede Region ist speziell und mit dem Nachbarn verfeindet -, entgegnet der Ministerpräsident, es werde allerdings keine Lösung „gegen regionale Identitäten“ geben. „Das habe ich selber früher in Hessen erlebt. Und in Mecklenburg-Vorpommern wurde der Landkreis Rügen gekippt, auch das hat meine Partei die Regierungsmacht in Schwerin gekostet.“ In Thüringen könne man nicht Arnstadt und Ilmenau zu einer einheitlichen Stadt entwickeln, und in Eisenach dürfe niemand von Bad Salzungen sprechen. Deshalb werde man sich bei der Kommunalreform nicht an Ortsschildern und Autokennzeichen orientieren. - Beruhigung oder Drohung?

Außerdem habe „das Eichsfeld eine so eigenständige Identität, daß sie dagegen überhaupt nichts schneiden können. Mehr will ich dazu nicht sagen, ich will keine Debatte, in der alles kleingeredet wird.“ Mit allen Beteiligten werde im Hintergrund gesprochen. Ziel müsse eine gestärkte regionale Verwaltung sein. „Am Ende stehen dann vier gesetzliche Raumordnungsregionen, in denen ich mir eine Teilung von acht Leistungsträgern in Form von Kommunen vorstellen kann“, orientiert Ramelow auf ein Modell, das dem vor einigen Jahren in Sachsen-Anhalt gegen den Bevölkerungswillen durchgesetzten nahekommt. Das hat sich bisher allerdings eher als lebensfern erwiesen.

F. FRIEDRICH

 

26.07.2015


25.07.2015: Vorbereitung auf Neuanfang

29 junge Spanier bereiten sich im Rahmen des „MobiPro“-Programms auf den Sprung nach Thüringen vor.

Arbeit und Leben Thüringen e.V. ist einer der Thüringer Träger für das MobiPro-Programm des Bundes, in dem es darum geht, Auszubildende aus EU-Ländern in das Duale System in Deutschland zu integrieren. 29 spanische Teilnehmer bereiten sich momentan in ihrem Heimatland mit einem Intensivsprachkurs auf einen Neuanfang in Thüringen vor. Der Sprung in ein fremdes Land, um dort zu leben und zu arbeiten, ist naturgemäß mit vielen Fragen und Unsicherheiten behaftet. Damit diese möglichst schon im Vorfeld ausgeräumt werden, machten sich zwei Mitarbeiterinnen von Arbeit und Leben Thüringen , Dr. Lenore Kahler und Dr. Ida Spirek, auf den Weg, um die jungen Menschen zwischen 18 und 27 Jahren auf ihren Aufenthalt in Thüringen vorzubereiten. Claudia Busquets Moebus vom Europa Service Mittelthüringen hat sie begleitet und unterstützt, um mit ihrer Sprachkenntnis und interkulturellen Kompetenz auch den feineren Verständigungsschwierigkeiten begegnen zu können.

Vom 14. Bis 18. Juni war ein straffes Programm in Barcelona, Zaragoza, Madrid und Albacete angesagt. Es wurden organisatorische Details mit den vier spanischen Sprachschulen besprochen, allgemeine Projektinformationen an die Teilnehmer weitergegeben und Einzelgespräche mit jedem der 13 Frauen und 16 Männern geführt, die ihnen ein möglichst vollständiges Bild über das, was sie in Thüringen erwarten würde, lieferten. Auf diese Weise ließen sich Erwartungen auf beiden Seiten abstimmen. Ursprünglich auf die Sparten Bau und Altenpflege angelegt, wurde das Projekt von Arbeit und Leben Thüringen nun auch um Kfz-Mechaniker, Sanitär-Heizungs-Klimatechniker und einen Konditor erweitert. Am 2. August werden die MobiPro-Teilnehmer in Erfurt anreisen und nach drei Einführungstagen in ihren jeweiligen Betrieben ein vierwöchiges Betriebspraktikum beginnen. Wenn auf beiden Seiten alles zufriedenstellend verlaufen ist, kann im Anschluß ein Ausbildungsvertrag unterschrieben werden, so daß ein junger Mensch aus Spanien einen Ausbildungsplatz hat und ein Thüringer Unternehmer sich über eine angehende Fachkraft freuen kann.

ULRIKE ENDERS

 

25.07.2015


24. 07. 2015: Zukunftsfähigkeit gewährleisten

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) zu Besuch bei der Iba Thüringen.

Am 24. Juli 2015 besuchte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) die Geschäftsstelle der Internationalen Bauausstellung Thüringen in Weimar. In einem Hintergrundgespräch mit der Geschäftsführerin Dr. Marta Doehler-Behzadi und ihrem Team erhielt er Einblicke in die Arbeit der Iba Thüringen und tauschte sich über ihre Kernthemen aus.

Zunächst stellte Dr. Marta Doehler-Behzadi dem Ministerpräsidenten das vorläufige Programm zum „Iba Stadtland Sommer“ vor, mit dem die Iba Thüringen vom 2. August bis zum 2. Oktober im Freistaat unterwegs sein wird. Eine eigens gefertigte mobile Architektur gab einen ersten Vorgeschmack auf die Installationen vor Ort.

In einem lebendigen Austausch diskutierten sie die wesentlichen Fragen, mit denen sich die Iba beschäftigt: Wie läßt sich der starke Bevölkerungsrückgang in Thüringen mit all seinen Konsequenzen für die Wirtschaft, aber auch die Siedlungs- und Verwaltungsstruktur positiv umgestalten? Welche Chancen stecken im StadtLand Thüringen? Wie läßt sich das touristische Potential und die Anziehung von „Hidden Champions“ der Wirtschaft stärker nutzen und wie gehen wir offensiv mit der Energiewende um?

Der Ministerpräsident gab zahlreiche Anregungen und sagte der Iba Thüringen weiterhin seine Unterstützung zu: „Die Iba stellt die richtigen Fragen zur Zukunft Thüringens. Viele Menschen würden am liebsten alles so belassen, wie es ist. Wir brauchen aber Einrichtungen wie die Iba, um die Zukunftsfähigkeit des Landes zu gewährleisten. 2023 wollen wir mit der Iba zeigen, wie fortschrittlich Thüringen geworden ist.“

GEORG GRÄSER

 

24. 07. 2015


24.07.2015: Mathematik und Sozialkunde

Weiterbildung zum und für Lehrer der Regel und Berufsschule: Uni Erfurt startet mit zwei neuen berufsbegleitenden Studiengängen ins Wintersemester.

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projektes  „NOW – Nachfrage- und adressatenorientierte akademische Weiterbildung“ startet die Universität Erfurt mit zwei neuen weiterbildenden Zertifikatsstudiengängen – „Mathematik“ und „Sozialkunde“ – ins Wintersemester 2015/16. Das Studium ist jeweils berufsbegleitend über zwei Jahre (vier Semester) angelegt. Am Ende erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat. Eine Bewerbung ist noch bis 1. September möglich.

Das Zertifikat ermöglicht den Studierenden den Erwerb der fachlichen Voraussetzungen zum Beantragen einer Lehrbefähigung für das Unterrichtsfach „Mathematik“ beziehungsweise „Sozialkunde“ in einer Regel- oder berufsbildenden Schule und schafft gleichzeitig eine Voraussetzung für die Zulassung zu einem Master-Studium-Lehramt berufsbildende Schulen (MEd). Zum Studium zugelassen werden Studieninteressierte mit erfolgreichem Abschluß eines einschlägigen Hochschulstudiums.

Das Studium ist neben einer Erwerbstätigkeit oder zum Beispiel familiären Verpflichtungen möglich. Es beinhaltet deshalb weniger Präsenzzeiten und einen höheren Anteil an Selbstlernphasen. Die Teilnehmer, die in Kleingruppen zusammenarbeiten, werden zudem intensiv beraten und betreut. Jedes Studienmodul schließt mit einem Leistungsnachweis in Form einer Modulprüfung beziehungsweise eines qualifizierten Teilnahmescheins ab.

CARMEN VOIGT

 

24.07.2015


24.07.2015: „Dafür muß man schon Zauberer sein…“

1. Thüringer Netzwerk der Immobilienwirtschaft: Vier Immobilienverbände, LEG Thüringen und Thüringer Aufbaubank gründen erste Branchen-Plattform auf Länderebene.

Mitte Juli gründete sich das „Thüringer Netzwerk der Immobilienwirtschaft“ (TNI). Im Netzwerk tauschen sich erstmals auf Länderebene die strukturprägenden Verbände und Akteure der Thüringer Immobilienwirtschaft gemeinsam aus. Zu den Mitgliedern gehören der Verband Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V,, der Bundesverband der Freien Immobilien- und Wohnungsunternehmen Landesverband Mitteldeutschland e.V., Haus und Grund Thüringen - Landesverband der Thüringer Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer e.V., der Immobilienverband Verband der Immobilienberater, Makler, Verwalter und Sachverständigen Region Mitte e.V., die Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbH sowie die Thüringer Aufbaubank.

Vergleichbare Strukturen existieren mit der BID Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland bislang nur auf Bundesebene. Ziele des TNI sind der interne Austausch der Branche und die Förderung des Dialogs zwischen Immobilienwirtschaft und Politik, Verwaltung sowie Öffentlichkeit. Anlaß der Netzwerkgründung waren laut einer am 22. Juli verbreiteten Presseerklärung „Problemstellungen der Immobilienbranche, die gesamtgesellschaftlichen Charaktere tragen und nicht von der Branche allein gelöst werden können“. Dazu gehöre der demographische Wandel im Spannungsfeld zwischen wachsenden Metropolen und schrumpfenden Regionen, zwischen Schwarmstädten und zweiter Leerstandswelle im ländlichen Raum. Dazu würden aber auch Diskussionen um bezahlbares und altengerechtes Wohnen ebenso gehören wie die Energiewende – wo gesellschaftliche Wünsche und Finanzierbarkeit im Konflikt stünden. Ständig steigende Sanierungs- und Baukosten sowie steigende Energiepreise führten hier zu steigenden Mieten und Kaufpreisen. Hohe Kosten stünden den begrenzten Haushalteinkommen von Mietern und Käufern gegenüber. Dazu komme, daß Förderinstrumente, die teilweise seit über 15 Jahren unverändert bestehen, nicht mehr zu den Anforderungen des Marktes passen würden.

Constanze Victor, Vorstand des Verbandes Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft faßt die Lage zusammen: „Die Politik legt uns immer neue Lasten auf. Wir sollen das Weltklima retten, älteren Menschen das Heim ersparen, Flüchtlinge angemessen unterbringen und mit Wohnungsneubau zur Stadtentwicklung beitragen. Gleichzeitig sollen die Mieten möglichst sinken. Dafür muß man schon Zauberer sein…“

Auf Fragen wie diese müßten Politik und Branche gemeinsam Antworten finden. Die Immobilienwirtschaft Thüringens geht einen ersten Schritt und bündelt ihre Kräfte. Das TNI bietet sein gesammeltes Know-how an für einen intensiven Dialog mit Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit.

Im Verband Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V. haben sich 197 Mitglieder, darunter 105 Genossenschaften und 54 kommunale Wohnungsunternehmen zusammengeschlossen. Ende des Jahres 2014 haben die Wohnungsunternehmen im Verband 267.300 Wohnungen bewirtschaftet, nahezu jeder zweite Mieter wohnt bei einem Mitgliedsunternehmen des Verbandes.

Dem BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen als Spitzenverband der unternehmerischen Wohnungs- und Immobilienwirtschaft gehören derzeit rund 1600 Mitglieder und verbundene Unternehmen an. Sie verwalten momentan einen Wohnungsbestand von rund 3,1 Millionen Wohnungen sowie Gewerberäume von insgesamt 38 Millionen Quadratmeter Nutzfläche. Im den vergangenen Jahren repräsentierten die Mitgliedsunternehmen ein Investitionsvolumen im Wohnungsbau einschließlich der Grundstücksinvestitionen von etwa 12 Milliarden Euro.

Haus und Grund ist der mit Abstand größte Interessenvertreter privater Grundstücks-, Haus- und Wohnungseigentümer. Der Landesverband Haus und Grund Thüringen mit über 4000 Mitgliedern in 20 Ortsvereinen vertritt dabei deren Interessen gegenüber der Landesregierung, den Parteien, politischen Organisationen.

Der Immobilienverband Verband der Immobilienberater, Makler, Verwalter und Sachverständigen Region Mitte e.V. ist der Zusammenschluß der Berufsverbände Ring Deutscher Makler (RDM) und Verband Deutscher Makler (VDM) und eine standesrechtliche Vertretung auch für Immobilienberater, Verwalter, Sachverständige und andere Immobilienberufe. Der IVD Mitte ist als Regionalverband innerhalb des IVD zuständig für die Bundesländer Hessen und Thüringen und umfaßt rund 500 Mitglieder.

Die Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbH vereint die Aufgaben der Wirtschaftsförderung, der Standortentwicklung und des Immobilienmanagements unter einem Dach. Sie ist Partner für Investoren und Unternehmer, Forscher und Fachkräfte, Bürgermeister, Landräte sowie Bürgerinnen und Bürger im Freistaat.

Die Thüringer Aufbaubank übernimmt für den Freistaat Thüringen zahlreiche Aufgaben in der Wirtschafts-, Landwirtschafts- und Wohnungsbauförderung. Die TAB unterstützt zudem die Thüringer Kommunen in Fragen der Finanzierung. Sie wirkt so daran mit, den Wirtschaftsstandort Thüringen weiterzuentwickeln.

SWENIA TEICHMANN

 

24.07.2015


23.07.2015: Enge Verzahnung

„Optimale Bedingungen für eine Ansiedlung und Erweiterung“: Thüringer Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) besuchte Jenaer Unternehmen.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) informierte sich am 22. Juli bei drei Unternehmensbesuchen in Jena über aktuelle Investitionsvorhaben. „Jena ist der High-Tech-Standort Thüringens. Unternehmen finden in der Lichtstadt optimale Bedingungen für eine Ansiedlung und Erweiterung. Hierbei spielt auch die enge Verzahnung zwischen Wirtschaft und Wissenschaft sowie Forschung am Standort Jena eine ausschlaggebende Rolle“, so Tiefensee.

Insgesamt 20 Millionen Euro hat die Ever Pharma Jena GmbH in Fertigstellung und Inbetriebnahme eines neuen Produktionsgebäudes mit Hochregallager investiert. Das Unternehmen ist im Bereich Forschung, Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Arzneimitteln tätig. Es erhielt für die Investition einen Zuschuß aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GRW-Förderung). Mit dem Erweiterungsvorhaben entstanden 46 neue Arbeits- und vier neue Ausbildungsplätze. „Die Ever Pharma GmbH liefert Produkte in bis zu 50 Länder. Sie ist ein gutes Beispiel für wachsende und hoch innovative Unternehmen in Ostthüringen“, sagte der Wirtschaftsminister nach dem Besuch des Unternehmens.

Gut drei Millionen Euro investierte die Microfluidic ChipShop GmbH allein in den letzten zwei Jahren in die Erweiterung einer Betriebsstätte in Jena, davon 825.000 Euro aus Mitteln der GRW-Förderung. „MCS bietet als weltweites Alleinstellungsmerkmal standardisierte Katalogprodukte an, die in Human- und Veterinärdiagnostik, Biotechnologie, Lebensmittelanalytik und vielen anderen Bereichen eingesetzt werden. Mit einer Exportrate von 80 Prozent ist das Unternehmen international hervorragend aufgestellt“, sagte Tiefensee. Die Firma sei schon heute ein weltweit führendes Mikrotechnikunternehmen, welches sich auf die Entwicklung und Produktion von mikrofluidische Komponenten und Systeme für Anwendungen in LifeSciences/Analytik, Chemie und Fluidhandling spezialisiert habe. Im Zusammenhang mit der Investition entstanden fünf neue Arbeitsplätze. Das Unternehmen beschäftigt heute 39 Mitarbeiter und zwei Auszubildende.

Ein weiterer Unternehmensbesuch führte den Minister in das Autohaus Reichstein und Opitz GmbH. Das Unternehmen ist Händler für die Kraftfahrzeugmarken Ford, Volvo, Land Rover und übernimmt den Service für Jaguar. Die seit 25 Jahren bestehende Firma soll zu einem „Ford-Store“ umstrukturiert werden. Nur 80 solcher exklusiven Händler wird es künftig deutschlandweit geben. Die Verkaufsräume unterscheiden sich durch großflächige Multimediabereiche. Tiefensee zeigte sich nach seinem Besuch besonders vom sozialen Engagement des Betriebes beeindruckt, der zahlreiche soziale und sportliche Projekte in Jena und Umgebung unterstütze. Das Unternehmen erhielt seit 2008 insgesamt 165.000 Euro Zuschuß aus dem Programm „Thüringen Invest“ und beschäftigt 145 Mitarbeiter.

MI-TMWWDG

 

23.07.2015


23.07.2015: Inspirierende Welt

Das A. Ewald Friseurhaus zelebriert mit International Artistic Director Tom Kroboth und International Friends auf der Erfurter „Faszination Haar + Kosmetik“ 2015 das 15jährige Jubiläum von C.Ehko sowie die Markteinführung der beiden neuen Marken Prof.Cehko und Me Mademoiselle. Das Team präsentiert internationale Haarkunst auf höchstem Niveau.

Das traditionsreiche A. Ewald Friseurhaus präsentiert sich auf der diesjährigen Erfurter Fachmesse „Faszination Haar + Kosmetik“ am 12. und 13. September 2015 mit den Marken Keen,

Me Mademoiselle und C:Ehko. (nti-online.net berichtete am 19.05.2015). Zur 6. Auflage eines der größten Branchenevents Ostdeutschlands rechnen die Veranstalter mit rund 80 Ausstellern und weit mehr als 4000 Besuchern.

Zahlreiche Highlights erwarten die Besucher des 120 Quadratmeter großen A. Ewald Friseurhaus-Messestandes: Das Unternehmen zelebriert zum einen das 15jährige Jubiläum seiner Profimarke C:Ehko und stellt die neue Produktlinie Prof.Cehko vor, zum anderen präsentiert das A. Ewald Friseurhaus erstmals die gesamte Vielfalt seiner neuen Premiummarke „Me Mademoiselle". Darüber hinaus werden die Besucher in einer exklusiven cirka dreistündigen „Artistic Hair Show“ mit dem Titel „Get in Touch", für die ein begrenztes Kartenkontingent zur Verfügungsteht, in eine völlig neue, inspirierende Welt faszinierender Haarkunst am trendaktuellsten „Puls der Zeit" entführt.

Auf der Showbühne zeigen internationale Akteure aus Deutschland, Portugal, Istanbul, Warschau

und London an insgesamt 18 Haarmodellen ihr kreatives Profi-Know-how und teilen ihre Erfahrungen in den Bereichen Avantgarde, Fotoproduktionen und Catwalk  - allen voran Tom Kroboth, International Artistic Director für das A. Ewald Friseurhaus und Ambassador der Marke Me Mademoiselle. Der international erfolgreiche Haarkünstler gilt laut AIPP (Association Internationale Presse Professionnelle Coiffure) als einer der besten Friseure weltweit und wurde 2008 mit dem begehrten AIPP-Award, den „Grand Prix" der Friseurbranche, ausgezeichnet.

Im Rahmen der „Artistic Hair Show“ wird Tom Kroboth erstmals als Top-Act gemeinsam mit dem „A. Ewald Friseurhaus Creative Team“ sein außergewöhnliches Talent „live on stage" unter Beweis stellen. Den Höhepunkt der Show bildet eine spektakuläre „Spiel mit dem Feuer"-Inszenierung. Was sich genau dahinter verbirgt, werden die Zuschauer jedoch erst vor Ort erfahren.

PI-AEF

 

23.07.2015


22.07.2015: Kindgerechte Darbietung

Neues Sommerferienangebot der Erfurter Tourismusgesellschaft direkt für Kinder.

Die Erfurt Tourismus und Marketing GmbH (ETMG) hat passend zur Ferienzeit eine neue öffentliche Stadtführung entwickelt – extra für Kinder. Nach einem erfolgreichen Probelauf zu den diesjährigen Osterferien können kleine Erfurter Puffbohnen und kleine Erfurt-Gäste nun in der Landeshauptstadt für eine Stunde auf Entdeckungsreise gehen.

Da heißt es, runter von der Couch und rein in die Stadt. Wer will nicht die imposantesten Sehenswürdigkeiten, die ältesten Bauten, die buntesten Häuser und schönsten Plätze der Landeshauptstadt mit tollen Geschichten kennenlernen. Auf dem Rundgang trifft man dann auch das Kikannichen, das Sandmännnchen oder die Maus und den Elefanten.

Carmen Hildebrandt, Geschäftsführerin der ETMG erklärt den Hintergrund: „Speziell für die Ferienkinder, die in Erfurt und Umgebung zu Hause oder zu Besuch sind, bieten wir somit die Möglichkeit Erfurt (neu) zu entdecken. Unsere Stadtführer stellen sich darauf ein, was die Kinder interessiert und welche Altersgruppen jeweils dazukommen.“ Dies gelingt, so Hildebrandt, weil die durch die ETMG eingesetzten Stadtführer schon viele Jahre Kindergruppen oder Schulklassen führen und viel Freude an der kindgerechten Darbietung haben.

Die KinderStadtführungen finden noch bis zum 10. September 2015 immer dienstags und donnerstags statt. Um 14.30 Uhr geht es direkt an der Erfurt Tourist-Information – gleich hinterm Rathaus – los. Dort, wo es auch die Tickets und Gutscheine für die Stadtführung gibt. Für die einstündige Entdeckungstour bezahlen Kinder und Erwachsene ab sechs Jahren 4,50 Euro. Natürlich sind auch Eltern und Großeltern herzlich eingeladen, zusammen mit ihren Kindern den Erzählungen des Stadtführers zu lauschen und neue Winkel Erfurts zu entdecken.

ULRIKE UTH

 

22.07.2015


22.07.2015: Berufen

Neue Professorin: Prof. Dr. Andrea Nachtigall lehrt im Fachbereich Sozialwesen der Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena.

Die Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena hat zum 1. März dieses Jahres Prof. Dr. Andrea Nachtigall für die Lehrgebiete „Gender und Diversity in der Sozialen Arbeit“ an den Fachbereich Sozialwesen berufen.

Prof. Dr. Nachtigall ist Diplompädagogin und studierte bis 1999 Erziehungswissenschaft, mit dem Schwerpunkt Soziale Arbeit und Erziehung, an der Universität Duisburg. Danach war sie in verschiedenen Arbeitsfeldern in den Bereichen der Jugendarbeit, Streetwork und der Sozialen Arbeit tätig, bis sie an der Freien Universität Berlin ihr Promotionsstudium der Politikwissenschaft aufnahm.

2011 schloß die gebürtige Gelsenkirchenerin ihre Promotion mit einer Arbeit zum Thema Gender, Krieg und Medien (Titel: „Gendering 9/11. Medien, Macht und Geschlecht im Kontext des ,War on Terror'", erschienen im Transcript-Verlag) ab.

Vor dem Antritt ihrer Professur an der EAH Jena war Prof. Nachtigall ein Semester an der Fachhochschule Kiel als Professorin für „Theorien Sozialer Arbeit und Gender Studies“ sowie mehrere Jahre als Gastprofessorin an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin und als Lehrbeauftragte an der Alice-Salomon-Hochschule Berlin tätig.

Ihre Lehr- und Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Gender und Queer Theorie, Diversität und Intersektionalität in der Sozialen Arbeit, ferner in der Jugendarbeit, der Evaluationsforschung sowie der Medien- und Diskursanalyse.

PM-SN

 

22.07.2015

 

 

Seit 1. März 2015 in Jena: Prof. Dr. Andrea Nachtigall.

Foto: J. GRÜNERT


21.07.2015: „Schnellstmöglich nachbessern“

Frauen Union Thüringen: „Kein guter Tag für die Wahlfreiheit unserer Familien.“

„Das ist kein guter Tag für die Wahlfreiheit unserer Familien im Freistaat.“ Das stellte die Landesvorsitzende der Frauen Union Thüringen, Evelin Groß, zum am 21. Juli verkündeten Urteil der Karlsruher Verfassungsrichter zum Betreuungsgeld fest.

Die Verfassungsrichter hatten am Vormittag das Gesetz zum Betreuungsgeld für rechtswidrig erklärt. Begründung: Der Bund hätte das Gesetz nicht erlassen dürfen, weil er dafür nicht zuständig sei. Die Gesetzgebungskompetenz liege nach Meinung der Richter bei den Ländern.

„Nach der ideologisch-motivierten Abschaffung des bewährten Landeserziehungsgeldes durch die rot-rot-grüne Landesregierung, werden die Thüringer Eltern von Kleinkindern finanziell im Regen stehen gelassen“, sagte Evelin Groß und verband mit der Entscheidung den eindrücklichen Appell an die derzeitige Thüringer Landesregierung, „hier schnellstmöglich nachzubessern und eine nachhaltige Lösung für die vielen Familien im Freistaat zu finden, die ihre Kinder in den ersten Lebensjahren selbst betreuen“. Kinder seien das Wertvollste in unserer Gesellschaft. „Wir müssen gemeinsam alles dafür tun, hier die nötigen Rahmenbedingungen für unsere Familien zu schaffen. Herr Ramelow und seine Koalition stehen hier in einer dringenden Bringschuld.“

Die rot-rot-grüne Landesregierung hatte das seit 2006 bestehende und nach Einschätzung der CDU-Landesgeschäftsführerin Evelin Groß „von Thüringer Familien gern genutzte Landeserziehungsgeld“ in diesem Jahr trotz Protesten von Eltern und der Fraktion der Christdemokraten im Thüringer Landtag abgeschafft. „Daß allein im Jahr 2014 über 12.000 Anträge auf diese Leistung gestellt worden waren, fand ebenso wenig Beachtung wie die Übergabe von mehreren Tausend Unterschriften gegen die Abschaffung“, stellte die CDU Thüringen in einer am 21. Juli verbreiteten Pressemitteilung fest.

PM-EG

 

21.07.2015


21.07.2015: Zunehmende Belastungen

„Eine ganz spezielle Lebensphase“ - die Dr. Becker-Burg-Klinik bietet Gruppentherapien für junge Erwachsene.

Immer mehr Studenten leiden an psychischen Störungen – das hat der aktuelle Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse ergeben: Jeder fünfte Hochschüler erhält eine psychische Diagnose. Um den Streß zu bekämpfen, greifen ein Drittel der Frauen und 43 Prozent der Männer zu Alkohol, viele lassen sich Arzneimittel verordnen und weisen hohe Fehlzeiten auf. Daß die psychischen Belastungen bei jungen Menschen zunehmen, wissen auch die Therapeuten der Dr. Becker-Burg-Klinik. Seit 17 Jahren bietet die psychosomatische Rehabilitationsklinik eine Gruppentherapie speziell für junge Erwachsene an.

Schließen Sie die Augen und stellen Sie sich ein Haus vor – nicht irgendeins, sondern das Haus Ihres Herzens. Wie sieht es aus und wer findet darin Platz? Wen möchten Sie hereinholen und wen verabschieden? Die sechs Reha-Patienten in der Gruppe „Junge Erwachsene“ haben sehr genaue Vorstellungen von diesem Ort. In der Imaginationsübung erfahren sie, wie sie mit ihrer Vorstellungskraft Erinnerungen, Hoffnungen, Gefühle und Wünsche bergen. Zweimal die Woche arbeiten die Therapeuten der Burg-Klinik mit der Gruppe junger Patienten zwischen 18 und 30 Jahren. Viele von ihnen kommen mit Angst- und Verhaltensstörungen, Depressionen oder Eßstörungen in die Rehaklinik, die sich auf die Behandlung von psychosomatisch belasteten Patienten spezialisiert hat.

Die Gruppe „Junge Erwachsene“ ist ein Therapiebaustein, den die Jugendlichen im Rahmen ihrer Rehabilitation wahrnehmen können. Die Reha-Behandlung ist ganzheitlich ausgelegt und besteht aus verschiedenen Bausteinen wie Einzel- und Gruppenpsychotherapie, Physiotherapie, Ergotherapie, Entspannungs- und Achtsamkeitsverfahren. Das Besondere am Therapiekonzept der Stadtlengsfelder Klinik ist die Aufteilung der Patienten in indikative, das heißt krankheits-, themen- oder methodenspezifische Gruppen. Mit über 18 homogenen Gruppen ist das Angebot der Burg-Klinik überdurchschnittlich groß. Die jungen Erwachsenen sind nicht nach Beschwerdebild, sondern nach Alter zusammengefaßt. Das macht Sinn, da sie ihre ganz eigenen, altersspezifischen Themen haben - die ersten Berufserfahrungen, den Auszug von Zuhause, erste Liebesbeziehungen und Trennungen.

„Junge Erwachsene sind in einer Lebensphase, in der ganz spezielle Themen, Anforderungen und Belastungen auftreten. Die besprechen sie in der Gruppe“, erklärt Sandra Heinemann, Psychologin der Dr. Becker-Burg-Klinik. In Gruppenspielen, Rollenspielen, Imaginations- oder Verhaltensübungen verarbeiten sie diese Themen. Dabei lernen sie, ihr Verhalten und dessen Wirkung zu reflektieren und gegebenenfalls zu ändern. Sie schlüpfen in verschiedene Rollen und beobachten sich dabei. Das fördert die Selbstwahrnehmung. Eine wesentliche Rolle spielt auch der Selbstausdruck: Wie reagiere ich auf Emotionen, wie drücke ich sie aus und wie verhalte ich mich im Konfliktfall? „Als Teil einer Gruppe sind die Jugendlichen dazu angehalten, sich ineinander einzufühlen, sich mit dem anderen zu identifizieren oder sich abzugrenzen“, so die Psychologin. Indem sie sich selbst und andere in verschiedenen Kommunikationssituationen bewußt erleben, entwickeln sie eine bessere Selbst- und Fremdeinschätzung und lernen, selbstsicher und verantwortungsbewußt auf andere zu reagieren.

Die Dr. Becker-Burg-Klinik ist auf psychosomatische, psychiatrische und psychotherapeutische Rehabilitation spezialisiert. Die Thüringer Klinik versorgt rund 2240 Patienten jährlich, die Hilfe bei Beschwerden wie Depressionen, Angsterkrankungen, Essstörungen, chronische Schmerzerkrankungen oder Tinnitus suchen. Eine schnelle und unkomplizierte Aufnahme in die Burg-Klinik ist jederzeit möglich. Die Dr. Becker-Burg-Klinik gehört mit sieben weiteren Rehabilitationskliniken zur Dr. Becker-Klinikgruppe. Das inhabergeführte Familienunternehmen mit Hauptsitz in Köln hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Rehabilitation des 21. Jahrhunderts zu gestalten

NORA HENN

 

21.07.2015

 

 

Die Dr. Becker-Burg-Klinik in Stadtlengsfeld bietet spezielle Gruppentherapien für junge Erwachsene an. Denn die befinden sich in einer ganz besonderen Lebensphase.

 

 

Immer mehr junge Erwachsene haben mit psychischen Belastungen zu kämpfen: Das hat eine aktuelle Studie der Techniker Krankenkasse ergeben.

Fotos (2): DBBK-ARCHIV


21.07.2015: Verstärkung

Nach erfolgreichem Abschluß der  Lehre: Arbeitsverträge feierlich übergeben.

Drei ehemalige Auszubildende der TMP Fenster + Türen GmbH haben am 16. Juli in Bad Langensalza nach drei Jahren ihre Lehre erfolgreich beendet und Arbeitsverträge erhalten. Als Fertigungsmechaniker werden Steve Demme in der Linienfertigung, Marcel Moschcau im Sonderbau und Max Helbing im Aluminiumbau zukünftig die TMP-Mannschaft verstärken. Bereits im Juni hatten sechs neue Auszubildende ihre Verträge erhalten.

PI-PAF

 

21.07.2015

 

 

Leitende TMP-Mitarbeiter gratulierten den drei neuen Facharbeitern und übergaben feierlich die Arbeitsverträge: Cornelia König, Personalleiterin, Steve Demme, Steffen Schubert, Leiter Fertigung, Marcel Moschcau, Harri Hübschmann, Obermeister Sonderbau, Max Helbing, Carsten Schmidt,  Leiter Aluminiumbau (von links nach rechts).

Foto: PAF-ARCHIV


20.07.2015: Licht- und Schattenseiten einordnen

Auftakt für das Projekt „Geschichte der CDU Thüringen 1945 bis 1990“: Präsentation der unabhängigen historischen Kommission in Erfurt.

„Zur historischen Einordnung der Rolle der CDU in Thüringen und in den Bezirken Erfurt, Suhl und Gera während der Jahre von 1945 bis 1990 hat die CDU Thüringen im 25. Jahr der Deutschen Einheit eine unabhängige historische Kommission berufen. Damit beginnt das auf dem vergangenen Landesparteitag angekündigte Projekt zur Geschichte des Thüringer CDU-Landesverbandes, der am heutigen Tag seinen 70. Gründungstag begeht.“ Das erklärte der Thüringer CDU-Landeschef Mike Mohring am 20. Juli auf der Pressekonferenz anläßlich der Vorstellung der für diese Arbeit berufenen Kommissionsmitglieder.

Leitsatz der aufgestellten Kommission sei deren unabhängige wissenschaftliche Arbeit, „die erstmals in diesem Umfang und Qualität ein CDU-Landesverband in Deutschland mit eigenen Mitteln und externem anerkannten Sachverstand leisten möchte“. Mit dem Auftrag zu diesem Projekt löst der Landesvorsitzende ein entsprechendes Versprechen ein, das er auf dem letzten CDU-Parteitag Ende vergangenen Jahres gegeben hatte, daß sich die CDU Thüringen ihrer eigenen Vergangenheit in der Zeit der sowjetischen Besatzungszone beziehungsweise der späteren DDR stellen und dabei Licht- und Schattenseiten wissenschaftlich unabhängig einordnen werde. Breite Unterstützung dafür fand Mohring an der Parteibasis sowie beim CDU-Landesvorstand, wie der einstimmige Beschluß dazu zeige.

Neben der Vorstellung der zu berufenden Kommissionsmitglieder erklärte Mohring auf der Pressekonferenz den ambitionierten Arbeitsplan dieser Kommission, die von dem renommierten Historiker und Vorstandsvorsitzenden der Stiftung Ettersberg, Dr. Jörg Ganzenmüller, geleitet werden soll. So soll nach der Konstituierung im September diesen Jahres bis zum Jahr 2018 ein ausführlicher Abschlußbericht erarbeitet werden, der aus einem breiten Mix aus Methoden und Quellen ein möglichst genaues Bild zeichnen und eine wissenschaftlich fundierte Einordnung der Rolle der Thüringer CDU ermöglichen soll. So sollen neben klassischer Archivarbeit auch Zeitzeugenforen und wissenschaftliche Fachtagungen und Workshops stattfinden.

Schließlich betonte Mohring den großen Zuspruch, der ihn in den letzten Wochen und Monaten von vielen Mitgliedern der Landespartei zu diesem Thema erreicht habe. Es sei wichtig, sich jetzt der Debatte zu stellen und dabei nicht zu vergessen: „Die CDU Thüringen ist nicht als Blockpartei gegründet, wohl aber durch das SED-Regime gleichgeschalten worden. Der Geist der Gründerväter unserer Partei waren Demokratie und Freiheit“, sagte der Landesvorsitzende weiter. Er kritisierte die Thüringer Linkspartei als direkten politischen Nachfolger der SED: „Wir werden nicht zulassen, daß die Linkspartei die historische Bewertung unserer Arbeit übernimmt. Auch über 25 Jahre nach der friedlichen Revolution hat diese Partei ihre Bringschuld zur eigenen Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit im System des Unrechtsstaates DDR immer noch nicht geleistet.“

Der unabhängigen historischen Kommission zur Geschichte der CDU in Thüringen und in den Bezirken Erfurt, Suhl und Gera von 1945 bis 1990 gehören an: als Vorsitzender Dr. Jörg Ganzenmüller, Stiftung Ettersberg, sowie als Mitglieder Dr. Manfred Agethen, Konrad-Adenauer-Stiftung, Christian Dietrich, Thüringer Landesbeauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Dr. Ehrhart Neubert, Bundesstiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur, Dr. Henning Pietzsch, Geschichtswerkstatt Jena und Point-Alpha-Stiftung, Prof. Dr. Jürgen Pilvousek, Universität Erfurt, Dr. Cornelia von Ruthendorf-Przewoski, Evangelische Hochschule Moritzburg, Dr. Siegfried Suckut, Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der DDR, Prof. Dr. Hermann Wentker, Institut für Zeitgeschichte, und Dr. Thomas Widera, Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung. Kooptiert in die Kommission ist ferner Dr. Klaus Zeh, der als ständiger Ansprechpartner des CDU-Landesvorstandes in der Kommission fungieren soll.

PM-EG

 

20.07.2015


20.07.2015: Herausforderungen kreativ entgegentreten

Pflegeberuf und Studium im Doppelpack: Das Bachelorstudium „Pflege dual“ an der Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena macht es möglich.

Thüringen hat aufgeholt: Seit einem Jahr kann man in Jena „Pflege“ auch studieren. Der Studiengang „Pflege dual“ verbindet in vier Jahren einen Berufsabschluß als Gesundheits- und Krankenpfleger(in) mit einem ersten akademischen Abschluß (Bachelor of Science in Nursing).

Der Studiengang wird am Fachbereich Gesundheit und Pflege der Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena in Kooperation mit der Medizinischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität sowie dem Universitätsklinikum (UKJ) Jena und anderen Thüringer Krankenhäusern angeboten.

Die Vorteile des dualen Pflegestudiums liegen auf der Hand: Eine erstklassige Berufsausbildung wird mit einem vielseitigen Bachelorstudium gekoppelt. Dies eröffnet Möglichkeiten in allen Tätigkeitsfeldern der Pflege, kombiniert mit vielfältigen Karrieremöglichkeiten im akademischen Bereich.

„Wenn unsere Gesellschaft den aktuellen demographischen und ökonomischen Herausforderungen des Gesundheitssystems kreativ entgegentreten will, braucht es deutlich mehr akademisch qualifizierte Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner“, sagt Prof. Dr. Stephan Dorschner, Pflegewissenschaftler und Gründungsdekan der Fachbereichs Gesundheit und Pflege der EAH Jena.

Die Akademisierung der Pflegeausbildung sei außerdem eine Antwort auf den medizinischen Fortschritt, durch den das Arbeitsfeld in den traditionellen Pflegeberufen immer komplexer werde. „Mit dem Studiengang passen wir die Berufs- und Kompetenzprofile den heutigen Anforderungen an die pflegerische Praxis an“, so Arne-Veronika Boock, Pflegedirektorin am UKJ.

Bewerberinnen und Bewerber müssen einen Ausbildungsvertrag mit einem Thüringer Krankenhaus vorweisen können. Nach Abschluß eines solchen Vertrages können sie sich umgehend an der Ernst-Abbe-Hochschule bewerben. Bewerbungsende ist der 15. September 2015.

SIGRID NEEF

 

20.07.2015


19.07.2015: Großes Interesse

Auf dem langen Weg von Apolda nach San Miniato: Wird eine weitere Städtepartnerschaft Früchte tragen?

„Kennst Du das Land, wo die Zitronen blühn?“ Ohne Goethe im Gepäck sollte man nicht über den Brenner ziehen. Goethe brachte etwa tausend Zeichnungen und Aquarelle zurück und begann, in Weimar wieder zu schreiben und aktiv zu werden.

„Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn,

Im dunklen Laub die Goldorangen glühn,

Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,

Die Myrte still und hoch der Lorbeer steht,

Kennst du es wohl?

Dahin! Dahin!

Möcht ich mit dir, o mein Geliebter, ziehn!“

Beeindruckt von der Toscana des Südens in Italien und verzaubert von der Region zwischen Florenz und Pisa regte der Apoldaer Stefan Grosch von der Sparkasse Mittelthüringen nach einem Urlaubsaufenthalt die Vertreter von San Miniato an, die „Toskana des Ostens hoch im Norden“ zu besuchen.

In der Toscana (Provinz Pisa) gelegen, ist das kleine Bergstädtchen San Miniato auf dem besten Wege, nach Marks Kommun in Schweden, Rapid City in den USA und Seclin in Frankreich vorbehaltlich einer Zustimmung im Stadtrat die vierte Partnerstadt von Apolda zu werden. Gut Ding will Weile haben, möchte man meinen. Denn wir schreiben das Jahr 2015. Anfang November 2010 weilte eine kleine Delegation in der Glockenstadt, die Region der Besucher ist über 1100 Kilometer entfernt vom Städtchen Apolda und der nördlichsten Weinregion Deutschlands, der Toskana des Ostens. Als sie zum Zwiebelmarkt 2012 begrüßt wurden, lagen die Apeninnen und auch die Alpen hinter ihnen – vor ihnen die Bürgerreise einer Apoldaer Delegation zum Gegenbesuch 2013. Diese Reise von Bürgern aus Apolda avancierte zu einem großartigen Erlebnis, zu einem Beispiel großartiger Gastfreundschaft und dem Erleben einer wunderschönen Region.

Die über die Städte in aller Welt überkommene Geschichte ist untrügliches Zeugnis für Kommen und Gehen, Aufblühen und Zerfall, für Kriegs- und Friedensjahre, Unterdrückung und Befreiung. Das bewegt auch die künftige Partnerschaft San Miniato (im Terrain zwischen Pisa, Firenze und Siena) mit der Stadt Apolda oder der Weinregion Bad Sulza. Mit dem Internationalen Städtepartnerschaftsverein Apolda gibt es einen Aktionsplan. In San Miniato wird mit Stolz auf den ursprünglichen Stadtkern aus dem 8. Jahrhundert verwiesen. Wie überliefert ist, errichteten siebzehn Langobarden dem Märtyrer Minias (ital. Miniato) eine Kirche.

Inmitten des heutigen Italien ist also die Stadt germanischen Ursprungs. Seit dem Mittelalter erweiterte man den Namen San Miniato um al Tedesco (dem Deutschen). Nach einem Zeitsprung von mehreren Jahrhunderten entwickelte sich die Ansiedlung zur mittelalterlichen Bastion. Kaiser Otto I. der Große baute die Stadt 962 zu einem Verwaltungszentrum des Kaiserreichs aus. Dem folgte später Friedrich II. von Hohenstaufen und ließ ab 1218 hier seine Burg errichten. Mit dem Ende der Macht der Staufer kann sich San Miniato zur freien Kommune aufschwingen.

Ironie der Geschichte: Die Deutsche Wehrmacht verminte und zerstörte Teile des mittelalterlichen Stadtviertels und der Burg im Zweiten Weltkrieg.

Als Zeichen der Wiedergeburt San Miniatos entstand die Burg 1957 wieder nach mühevollem Aufbau.

Die mit 28.000 Einwohnern in etwa so große Stadt wie Apolda ist auf drei Berggraten errichtet. Nach Florenz sind es 42 Kilometer, nach Pisa 50 Kilometer und zum Natur-Strand noch einmal eine halbe Autostunde. Das Museo Diocesano beherbergt wundervolle Bilder von Lorenzo Lippi sowie Teile des Kirchenschatzes aus dem Dom. Vom Friedrich-Turm (Rocca federiciana) aus gibt es einen herrlichen Rundblick ins Land – die praktische Entschädigung nach dem Aufstieg und den noch einmal 192 Stufen des Turmes. Die historische Altstadt ist geprägt von malerischen Gässchen und Plätzen. An den drei letzten Wochenenden im November verwandelt sich das sehenswerte Renaissance-Städtchen in einen duftenden Markt. Toscanas größte Trüffelmesse zieht Kenner und Käufer aus ganz Italien an.

Viele Sehenswürdigkeiten sahen und erlebten die Apoldaer auch bei der Bürgerreise: das Weinparadies Chianti im weinseligen Kernland der Toscana zwischen Florenz und Siena, Florenz selbst und Pisa mit dem bekannten schiefen Turm, dem Campanile und dem wunderbaren Piazza die Miracoli (Platz der Wunder) mit Baptisterium, Lucca, die schöne Bummel- und Einkaufsstadt.

Um dies immer wieder den Bürgern der Region des Weimarer Landes näher zu bringen, fand im Mai 2015 ein weiterer Besuch statt. Omero Saglam, schon längst ein guter Bekannter hier, hatte eine hochkarätige Delegation nach Auerstedt und der Region um Bad Sulza – der Toskana des Ostens – eingeladen. Er selbst ist im Verwaltungsrat der pisanischen Weinstraße. In Zusammenarbeit mit Christian Lohmann - Toskanaworld/Bad Sulza organisierte er eine Reise zum Saale-Unstrut-Gebiet für eine wichtige Gruppe aus der gesamten Provinz Pisa. Es kamen Besitzer von fünf Weingütern, einer Olivenölmühle, der Direktor der örtlichen Verwaltung des italienischen Landwirtschaftsministeriums, eine Professorin für Önologie in der Fakultät für Agrarwissenschaften der Uni Pisa und der Direktor der dortigen Weinstraße. Neben einem Empfang und guten Gesprächen bei noch besserem Wein kam es zu Begegnungen mit Weinbergsbesitzern, dem Landesweingut Kloster Pforta und einer Führung auf dem Herzoglichen Weinberg der Winzergenossenschaft Freyburg. Gute Gespräche mit Weinprobe fanden im Weingut bei Andreas Clauß statt. Überall reift guter Wein heran und vielleicht auch eine neue Kooperation mit den Weinregion Freyburg bis Bad Sulza, also das Saale-Unstrut-Ilm-Gebiet.

Hier gibt es aber keine Einbahnstraße. Die Kontakte sind mehrseitig und immer wieder mit neuen Ideen durchsetzt. Zum Beispiel weilte eine dreiköpfige Delegation vom 18. Bis 22. Mai 2015 in San Miniato.

„Das Interesse war groß, die Themen vielfältig – vom dualen Berufsbildungssystem in Deutschland über Erasmus+ und die Möglichkeiten des bilateralen Praktikantenaustausches bis hin zur Zusammenarbeit in Sport und Kultur“, informierte Gisela Heubach, Fachfrau für europäische Austauschprogramme, Mentorin der italienischen Praktikanten in Apolda und aktives Mitglied im Städtepartnerschaftsverein.

Als beachtenswert gilt die Konferenz mit 20 Teilnehmern aus Politik, Bildung und Wirtschaft der Region San Miniato/Pisa zur dualen Berufsausbildung. Weitere Vorhaben stehen auf der Agenda: Unter anderem ein dreiwöchiges Berufspraktikum in Apolda und Umgebung von 20 Schülern des Instituto Tecnico Cattaneo. Weiter sind Kontakte der Chöre San Miniato – Apolda, der Motorsportfreunde und der Fußballer im freundschaftlichen Gespräch.

Natürlich wurde auch an die Landesgartenschau 2017 gedacht. In dem blütenreichen Jahr soll eine Bürgerreise der Sanminiatesi nach Apolda fester Bestandteil der zahlreichen Aktivitäten sein.

HARTWIG MÄHLER

 

19.07.2015

 

Künftige Apoldaer Partnerstadt: Inmitten des heutigen Italien ist San Miniato germanischen Ursprungs.

Fotos (7): HARTWIG MÄHLER

 

Zu Besuch in der Toskana: Viele Sehenswürdigkeiten erlebten die Apoldaer bei der Bürgerreise.

 

 

Besuch aus der Provinz Pisa: Im Mai 2015 weilte eine Delegation in Auerstedt und der Region um Bad Sulza – der Toskana des Ostens.


18.07.2015: Interesse wecken

Die Anni-Berger-Stiftung Bad Langensalza widmet sich der Erhaltung und Fortführung der Rosentradition. In Verbindung mit den Ergebnissen im Denkmalschutz will sie für nachfolgende Generationen eine lebens- und liebenswerte Stadt bewahren.

Drei Monate lang wurde die Ausstellung der Anni-Berger-Stiftung im Hufeland-Klinikum am Standort Bad Langensalza präsentiert. Seit 13. Juli ist die Ausstellung am Klinikstandort Mühlhausen zu sehen. Die Stiftung möchte damit Interesse für ihre Aufgaben wecken und zur Unterstützung anregen.

Die ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke verfolgende Anni-Berger-Stiftung ist eine rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts der Stadt Bad Langensalza. Gegründet wurde die Stiftung am 23. Oktober 2008. Seitdem widmet sie sich der Erhaltung und Fortführung der Rosentradition. In Verbindung mit den Ergebnissen im Denkmalschutz will sie für nachfolgende Generationen eine lebens- und liebenswerte Stadt bewahren.

Im vorigen Jahr feierte die Stiftung den 110. Geburtstag von Anni Berger und würdigte ihre Arbeit in der Rosenzüchtung mit einer Gedenkplatte in der Marktstraße der Kurstadt Bad Langensalza. Außerdem wurde eine Rose auf ihren Namen getauft. Zahlreiche Maßnahmen und Projekte in den letzten Jahren sollen zum Erhalt von Traditionen in der Kur- und Rosenstadt beitragen.

Neben der Erweiterung der Wanderausstellung wurde eine Bronzeplatte der Büste von Anni Berger im Rosengarten eingeweiht. Die Stiftung unterstützt den Tag der offenen Höfe und Gärten sowie den Blumenschmuckwettbewerb. Sie hat sich den Erhalt der öffentlichen Anlagen und den Denkmalschutz zur Aufgabe gemacht. Auch die Errichtung von Denkmalen für die Würdigung und Darstellung namhafter Persönlichkeiten und historischer Ereignisse der Stadtgeschichte Bad Langensalzas gehört zu den gemeinnützigen Zwecken der Anni-Berger-Stiftung.

Die enge Zusammenarbeit mit verschiedenen Vereinen und Institutionen soll auch weiterhin gepflegt werden, um das Erbe von Anni Berger zu bewahren und über die regionalen Grenzen hinaus bekannt zu machen.

PM-HKG

 

18.07.2015

 

 

Liebenswerte Stadt bewahren: Eröffnung der Ausstellung der Anni-Berger-Stiftung am 9.April 2015 im Hufeland-Klinikum am Standort Bad Langensalza.

Foto: HKG-ARCHIV


17.07.2015:  Begeisterung statt Frust

Die Mühen des Studiums lohnen sich: Roboterwettbewerb im Fachbereich ET/IT der Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena.

Kühlschrank, Fernbedienung, Wecker, Klingelanlage, elektrische Fensterheber, Ladegerät … Die Liste der Geräte, in denen heutzutage ein Mikrocontroller steckt, ließe sich beliebig fortsetzen. Das Handwerkszeug zum Programmieren dieser, in sogenannten eingebetteten Systemen verwendeten Mikrocontroller wird im Modul „Mikroprozessortechnik“ im Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik (ET/IT) der Ernst-Abbe-Hochscule (EAH) Jena vermittelt.

Durch die gezielte Manipulation einzelner Bits in Registern kann das Verhalten der Ausgänge eines  Mikrocontrollers beeinflußt werden. Dadurch kann der Programmierer steuern, wie sich der Mikrocontroller verhält – oftmals erst, nachdem er sich durch umfangreiche Datenblätter gearbeitet hat. Ein einziges falsch gesetztes Bit kann dann die Ursache dafür sein, daß das Gesamtsystem nicht wie geplant reagiert. Einen solchen Fehler zu suchen, kann mehrere Tage dauern, sehr frustrierend sein und sehr schnell dazu führen, die Lust an dem Thema zu verlieren.

Ein Weg, das Interesse der Studierenden an diesem für Elektroingenieure sehr wichtigen Gebiet zu erhalten, ist die Austragung eines Wettbewerbs, in dem Roboter gebaut und programmiert werden, um gegeneinander anzutreten. Im Rahmen der Veranstaltung „Mikroprozessortechnik“ wird so versucht, die Studierenden dazu zu bringen, sich mit einem auf den ersten Blick eher trockenen Thema intensiv zu beschäftigen: der hardwarenahen Programmierung.

Bei der neunten Auflage des Roboterwettbewerbs im Fachbereich ET/IT zum Ende des Sommersemesters wurde die Gelegenheit genutzt, internationale Teams zu bilden: mit den Studierenden der Wright State University aus Dayton (Ohio/USA) und der Universidade Federal Do Rio Grande Do Norte aus Natal (Brasilien), die sich zu dieser Zeit als Gaststudenten an der Hochschule aufhielten.

Innerhalb von vier Wochen sollte ein Roboter mit einem Gewicht kleiner als 300 Gramm entwickelt, gebaut und programmiert werden. Dieser mußte in einem Ringkampf autonom den gegnerischen Roboter aus einem, durch eine schwarze Linie markierten Gebiet herausdrängen oder manövrierunfähig machen.

Dazu galt es, als zusätzliche Herausforderung, die Kommunikation in Englisch zu meistern. Weil die amerikanischen Studierenden Maschinenbau studieren, waren die Teams auch sehr interdisziplinär, was zusätzlichen Kommunikationsbedarf erforderte. Da die Aufgabe die Lösung von mechanischen, elektrotechnischen und programmiertechnischen Problemen erforderte, wurde die interdisziplinäre Zusammensetzung der Teams von vielen am Ende jedoch als Chance gesehen und genutzt. Auch die Kommunikation in Englisch wurde nach anfänglichen Vorbehalten als Bereicherung gewertet.

Nach vier sehr intensiven Wochen haben es alle Teams geschafft, einen funktionierenden und den aufgestellten Regeln entsprechenden Roboter zu bauen. Am Roboterwettkampf nahmen alle zehn Teams mit viel Begeisterung teil.

Dank der Unterstützung der Jena-Optronik konnten die Siegerteams prämiert werden. Aber nicht nur diese haben gewonnen, sondern letztendlich alle Teilnehmenden: Wenn man erlebt, daß man einem Fachfremden Lösungsvorschläge in Englisch verständlich machen kann, steigert dies das Selbstbewußtsein. Wenn man merkt, daß man im vierten Semester in der Lage ist, einen funktionierenden mikrocontrollergesteuerten Roboter von Grund auf selbst zu entwickeln, zu bauen und zu programmieren, zeigt das, daß die Mühen des Studiums nicht vergeblich sind.

PROF. DR. BURKART VOSS

 

17.07.2015

 

 

 

-Bildtext zu Foto oben:

Zusätzlicher Kommunikationsbedarf: Die Teams des Roboterwettbewerbs im Fachbereich ET/IT der Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena waren international besetzt.

Fotos (2): R. HERZER

 

 

Spannende Sache: Am Roboterwettkampf nahmen alle zehn Teams mit viel Begeisterung teil.


17.07.2015: „Zusätzliches Volumen“

Die Cartamundi-Gruppe, Muttergesellschaft des Thüringer Traditionsunternehmens ASS Altenburger, beabsichtigt, die Hasbro-Produktionsstandorte in East Longmeadow (USA) sowie Waterford (Irland) zu übernehmen und damit zum Weltmarktführer in der Herstellung und Produktion von Spielkarten sowie Karten- und Brettspielen aufzusteigen.

Hasbro Inc. (Nasdaq: Has) und die Cartamundi-Gruppe mit Sitz im belgischen Turnhout unterzeichneten am 15. Juli 2015 eine Absichtserklärung über den Verkauf der Hasbro-Produktionsstandorte in East Longmeadow (USA) sowie Waterford (Irland) an die Cartamundi-Gruppe. Cartamundi ist seit 2002 Muttergesellschaft des thüringischen Traditions-Unternehmens ASS Altenburger, und weltweit führend in Produktion und Verkauf von Spielkarten, Kartenspielen und Karten für Brettspiele. Im Rahmen der vorliegenden Erklärung wurde vereinbart, daß Cartamundi den Mitarbeitern in den Standorten Weiterbeschäftigung zu vergleichbaren Bedingungen anbietet.

Der Verkauf seiner Produktionsstandorte integriert sich nahtlos in die Hasbro-Unternehmensstrategie, sich künftig darauf zu konzentrieren, seine Markenwelt weiter auf- und auszubauen – damit soll dem Unternehmensziel „Creating the World´s Best Play Experiences“ Rechnung getragen werden. Hasbro will verstärkt in die weltweite Wertsteigerung ihrer Marken investieren und dabei besonderen Wert  auf Design, Entwicklung, Marketing und Vertrieb legen. Der Verkauf habe keinen negativen Einfluß auf das Bekenntnis von Hasbro zu seiner Spielesparte – das Unternehmen werde weiterhin in diesen Bereich investieren, erklärten beide Unternehmen in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

„Wir werden unseren Fokus zukünftig auf die weltweite Markenbildung richten und dabei besonders auf Innovation und die Geschichte hinter dem Produkt Wert legen“, erklärt Duncan Billing, Executive Vice President Global Operations and Business Development. „Cartamundi hat nicht nur eine eigene lange Produktions-Tradition, man teilt auch grundlegende Werte mit Hasbro. Als Spielehersteller schaffen sie Werte für die Gesellschaft und die Menschen – und für uns war es sehr wichtig, den richtigen Eigentümer für unsere Standorte zu finden. Unsere Brettspiele werden zukünftig weiterhin hier produziert. Außerdem eröffnen die Standorte weitere Kapazitäten für andere Kunden und schaffen für Cartamundi damit zusätzliches Volumen und unterstützen künftiges Wachstum. Unseren langjährigen Angestellten in East Longmeadows und Waterford möchten wir für ihre unglaubliche Arbeit und Unterstützung auf dem Weg zu diesen Weltklasse-Standorten danken – und hoffen, daß sie sich in Zukunft weiter so gut entwickeln werden“.

Die angekündigte Übernahme beinhaltet alle Gebäude, Grundflächen und Ausstattungen in East Longmeadows und Waterford. Der Standort in East Longmeadows hat eine Grundfläche von knapp 107.000 Quadratmeter und eine Mitarbeiterzahl von 350 Vollzeit-Angestellten. In Waterford werden etwa 22.500 Quadratmeter und 160 Vollzeit-Mitarbeiter übernommen.

Durch den erneuten Zukauf von Produktionskapazitäten will die Cartamundi-Gruppe einen weiteren Schritt hin zum Weltmarktführer in Herstellung und Produktion von Spielkarten sowie Karten- und Brettspielen machen. Außerdem unterstreicht Cartamundi damit sein Unternehmens-Ziel „Share the Magic of Playing together“.

„Wir sind sehr froh über die Unterzeichnung der Absichtserklärung mit Hasbro zur Übernahme dieser Produktionsstandorte, die dem neuesten Entwicklungsstand entsprechen. Dies ist ein weiterer Meilenstein für unser Unternehmen“, erklärt Chris van Doorslaer, CEO der Cartamundi-Gruppe. „Mit dieser Übernahme werden wir zum Weltmarktführer in der Herstellung von Brettspielen. Die damit erweiterten Kapazitäten werden unsere Mission, Spieleprodukte und -erlebnisse zu schaffen, die Familien und Freunde aller Generationen zusammenbringen, weiter beflügeln. Wir freuen uns, die sehr erfahrenen und geschätzten Hasbro-Teams aus East Longmeadows und Waterford in unseren Reihen begrüßen zu dürfen. Die Hasbro-Spiele werden weiterhin an den gewohnten Standorten produziert. Außerdem freuen wir uns, unseren Kunden – neuen wie alten – zusätzliche Kapazitäten für einen schnellen und reibungslosen Produktionsablauf zur Verfügung stellen zu können“.

Voraussichtlich soll die angekündigte Transaktion, nach Unterzeichnung des Vertrages, im dritten Quartal 2015 vollzogen werden. Die genauen Bedingungen der Transaktion werden nicht veröffentlicht.

PM-PSK

 

17.07.2015


16.07.2015: Praxisrelevante Anwendungen

„Magna cum laude“ für Forschungsarbeit: Absolvent der Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena, promovierte zur Entwicklung antimikrobieller Polymerwerkstoffe.

Michael Gladitz, Absolvent im Fachbereich SciTec der Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena, schloß in diesem Frühjahr seine externe Promotion an der Martin-Luther-Universität (MLU) Halle-Wittenberg mit einem sehr guten „magna cum laude“ ab.

Die Doktorarbeit mit dem Thema „Untersuchungen zur Herstellung, Charakterisierung und Applikation von antimikrobiellen Metall-Hybriden für Beschichtungen und Compounds“ hatte die Funktionalisierung thermoplastischer Produkte zum Ziel, um Kontaminationen von deren Oberflächen zu reduzieren. Wichtige Einsatzgebiete liegen dabei insbesondere im Bereich der Medizintechnik.

Mit seiner erfolgreichen Arbeit hat Dr. Gladitz einen grundlegenden Beitrag für die Entwicklung antimikrobieller Polymerwerkstoffe geschaffen. Dies vor allem durch den Einsatz geeigneter Metallhybride: So brachte der Wissenschaftler Silber-, Kupfer- und Zinkionen in ein amphiphiles Trägerpolymer (hydrophiles Polyethylenimin mit hydrophoben Endgruppen) mit Kern-Schale-Struktur ein.

Die biologischen Untersuchungen zur Bestimmung der antibakteriellen und antimykotischen Wirksamkeit nahm er an Teststämmen der Bakterien Staphylococcus aureus, Klebsiella pneumoniae und dem Pilz Candida albicans vor. Anhand praxisrelevanter Anwendungen mit extrudierten polymeren Folien und Platten (extrudieren: Verfahren zum Mischen und zur Formgebung)  konnte Dr. Gladitz zweifelsfrei die bakterizide Wirksamkeit des funktionalisierten Polyethylenimins nachweisen.

Gutachter der Dissertation waren Prof. Dr. Hans-Joachim Radusch (MLU Halle-Wittenberg), Prof. Dr. Christian Kipfelsberger (EAH Jena) und Prof. Dr. Klaus Liefeith (Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik e.V., IBA, Heilbad Heiligenstadt).

Dr. Michael Gladitz ist seit zehn Jahren in der Abteilung Kunststoff-Forschung am Thüringischen Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung e.V. in Rudolstadt tätig. Derzeit arbeitet er als Projektleiter in den Forschungsbereichen „Polymer-Nanocomposite“, „wärmeleitfähige Compounds" und „antibakterielle Polymerwerkstoffe für medizintechnische Anwendungen“.

SIGRID NEEF

 

16.07.2015

 

 

Grundlegenden Beitrag für die Entwicklung antimikrobieller Polymerwerkstoffe: Prof. Dr. Christian Kipfelsberger, Prof. Dr. Klaus Liefeith, Prof. Dr. Wolfgang Grellmann (Vorsitzender der Promotionskommission, MLU Halle-Wittenberg), Dr. Michael Gladitz, Prof. Dr. Hans Roggendorf (MLU Halle-Wittenberg) und Prof. Dr. Hans-Joachim Radusch (von links).

Foto: S. OLSCHAK

 


16.07.2015: Historische Dynamiken im Blick

Religionswissenschaftler aus aller Welt in Erfurt: Uni erwartet mehr als 1400 Gäste zum Weltkongreß der IAHR in der Thüringer Landeshauptstadt.

Vom 23. bis 29. August findet an der Universität Erfurt der 21. Weltkongreß der International Association for the History of Religion (IAHR) statt. Die IAHR wurde 1950 als internationaler Dachverband für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Religion gegründet. Ihr gehören heute die meisten nationalen Dachverbände für Religionswissenschaft beziehungsweise Religionsforschung an, darunter auch die Deutsche Vereinigung für Religionswissenschaft (DVRW), die an der Kongreßplanung und -organisation mitwirkt.

Die IAHR-Weltkongresse finden nur alle fünf Jahre statt. Angesichts der Tatsache, daß die letzten fünf Kongreßorte Toronto (2010), Tokio (2005), Durban (2000), Mexiko City (1995) und Rom (1990) waren, mag es als Überraschung erscheinen, daß die diesjährige Veranstaltung in Erfurt ausgerichtet wird. Tatsächlich befindet sich hier an der Universität aber das größte Institut für Religionswissenschaft in Deutschland, zudem verfügt das Max-Weber-Kolleg über viel Erfahrung im Ausrichten großer Kongresse und ist als Zentrum für Religionsforschung international ausgewiesen.

Der in Erfurt stattfindende 21. Weltkongreß der IAHR steht unter dem Motto „Dynamics of Religion: Past and Present“ (Dynamiken der Religion: Vergangenheit und Gegenwart). Damit wurde ein Thema gewählt, das in der Religionsforschung der vergangenen Jahre etwas aus dem Blick geraten ist: historische Dynamiken, das heißt Prozesse der Veränderung von Religion. Solche Dynamiken können Gesellschaften als Ganzes, einzelne religiöse Gruppen oder Individuen betreffen, sich in verändernden theologischen Diskursen, rituellen Praktiken, Glaubensannahmen, oder (Rechts-) Konflikten bis hin gewaltsamen Auseinandersetzungen niederschlagen. Das Kongreßthema „Dynamiken der Religion“ wurde in vier Bereiche gegliedert: Zum einen beleuchtet der Bereich „Religious Communities in society: adaptation and transformation“ (Religiöse Gemeinschaften in der Gesellschaft: Adaption und Transformation) die Frage, ob beziehungsweise wie sich religiöse Gruppen und Gemeinschaften an sich (fortlaufend) wandelnde sozialkulturelle Gegebenheiten anpassen (man denke hier etwa an die Möglichkeiten neuer Medien, das Leben in multikulturellen und -religiösen Gemeinschaften oder die Effekte wirtschaftlicher und kultureller Globalisierung). Hierbei geht es nicht nur um etwaige Anpassungs- oder Abwehrstrategien innerhalb religiöser Gemeinschaften, sondern auch um gesellschaftliche Veränderungen, die durch religiöse Gruppen selbst angestoßen oder verstärkt werden.

Der zweite Bereich „Practices and Discourses: Innovation and Tradition“ (Praktiken und Diskurse: Innovation und Tradition) konzentriert sich auf Dynamiken innerhalb der Religion, hier sowohl auf größere Umwälzungen (Religionsgründungen, Schismen, Reformationen, und andere.) wie auf kleinere Dynamiken, etwa im Bereich ritueller Innovation, religiöser Individualisierung oder auch der Rolle der Frau. Strategien der Kanonisierung, Traditionalisierung oder auch der Abwehr religiöser Abweichungen oder Veränderungen (zum Beispiel in fundamentalistischen Strömungen) werden genauso beleuchtet wie die Bereitschaft zu religiöser Innovation und Revolution.

Der dritte Bereich „The individual: Religiosity, spiritualities and individualization” (Das Individuum: Religiosität, Spiritualität und Individualisierung) legt den Fokus auf Dynamiken in und um das religiöse Individuum. Grundannahme ist heute, daß Privatisierung, Patchwork-Religiosität oder individuelle Abweichungen keine Phänomene des 20. und 21. Jahrhunderts darstellen. Im Mittelpunkt dieses Bereich steht auch die Frage nach Strategien der individuellen Aneignung oder Abwehr religiöser Symbolsysteme, nach Bedingungen für Konversion, oder auch nach der Bedeutung intensiver religiöser Erfahrungen. Unter welchen Umständen akzeptieren oder verwerfen Individuen religiöse Ge- und Verbote, wie lassen sich plurale religiöse Identitäten oder Patchwork-Religionen (etwa im Bereich der modernen Esoterik) erklären?

Schließlich befaßt sich der vierte Bereich „Methodology: Representations and Interpretations“ (Methodologie: Repräsentationen und Interpretationen) mit Dynamiken des Wissenschaftsdiskurses. Hierbei geht es etwa um sich verändernde wissenschaftliche Beschreibungen von Religionsgeschichte, um neue methodische Herangehensweisen an den Gegenstand Religion, oder auch um die Revision älterer Beschreibungsmodelle religiöser Veränderung (zum Beispiel Evolutionismus, Säkularisierung, Achsenzeit).

Insgesamt sind mehr als 1300 Einzelvorträge angemeldet, die an vier Tagen (Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag) in Blöcken von zwischen 30 bis 40 Parallelveranstaltungen stattfinden werden. Darüber hinaus sind 18 international renommierte Wissenschaftler für Plenarvorträge eingeladen worden. Insgesamt ist mit mehr als 1400 Rednern und Gästen für den Weltkongreß zu rechnen.

CARMEN VOIGT

 

16.07.2015


16.07.2015: Schwarzfahren wird teurer

Anpassung des erhöhten Beförderungsentgelts zum 1. August 2015.

Die Verkehrsunternehmen von Bus und  Bahn Thüringen e. V. (BBT) und des Verkehrsverbundes Mittelthüringen (VMT) teilten am 15. Juli mit, daß zum 1.August 2015 eine Anpassung des erhöhten Beförderungsentgelts (EBE) in Kraft tritt. Fahrgäste, die ohne ein gültiges Ticket Bus, Bahn oder Straßenbahnen nutzen, müssen ab dem  1.August ein erhöhtes Beförderungsentgelt in Höhe von 60,00 Euro (bisher 40,00 Euro) entrichten.

Grundlage dafür ist eine gesetzliche Änderung auf Bundesebene. Der Bundesrat hatte der Anpassung Anfang Mai zugestimmt.

Die Verkehrsunternehmen des Bus und Bahn Thüringen e. V. (BBT) und des Verkehrsverbundes Mittelthüringen (VMT) aktualisieren dementsprechend ihre Beförderungsbedingungen zum 1.August 2015 und heben das EBE fortan auf 60,00 Euro an.

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland auch nach der Anpassung noch im unteren Drittel. Nachbarländer wie die Schweiz, Frankreich oder Belgien verlangen von sogenannten Schwarzfahrern zum Teil das Dreifache. Durch „Schwarzfahren“  entstehen dem Unternehmen des Öffentlichen Personennahverkehrs bundesweit jährlich rund 250 Millionen Euro Einnahmeverluste.

Im Bus und Bahn Thüringen e.V. sind derzeit über 20 Unternehmen und Vereinigungen Mitglied. Es werden gemeinschaftlich verschiedene Aufgaben gebündelt, zum Beispiel die Fahrplanerstellung, die Fahrplanauskunft, ein gemeinsame Internet-Portal, die Herausgabe der Kundenzeitschrift „Omni“, das Bereitstellen von Werbematerialien, die fachliche Betreuung von kooperativen Fahrscheinen und Tickets sowie das Organisieren von gemeinsamen Aktionen sowie Projekten im touristischen Bereich.

TILMAN WAGENKNECHT

 

16.07.2015


15.07.2015:  Motivation für Forschungsakteure

Ausschreibung des 21. Thüringer Forschungspreises gestartet: Jährlich 50.000 Euro für hervorragende Forschungsleistungen vergeben.

 Das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft hat den Thüringer Forschungspreis 2015 ausgeschrieben. Dieser wird seit 1995 jährlich für hervorragende, fachlich abgeschlossene Forschungsleistungen von Einzelpersönlichkeiten oder Forschungsgruppen vergeben, die an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen des Landes entstanden sind.

Dotiert ist der Thüringer Forschungspreis mit insgesamt 50.000 Euro, ein Preisgeld in Höhe von jeweils 25.000 Euro wird für Forschungsarbeiten in der Grundlagenforschung und der Angewandten Forschung verliehen.

Thüringens Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) bezeichnete den Forschungspreis als „ein Element der Thüringer Forschungspolitik, um die exzellente Thüringer Forschung öffentlich sichtbar zu machen und Thüringens Forschungsakteure, Einzelpersönlichkeiten oder Forschergruppen auch auf diesem Weg zu hohen Forschungsleistungen zu motivieren.“

„Die eingereichten preiswürdigen Forschungsarbeiten zeigen dabei immer wieder eindrucksvoll das hohe Niveau des Innovations- und Forschungsstandortes Thüringen. Mit der auf der Forschungsstrategie und dem Trendatlas Thüringen 2020 basierenden aktuellen ‚Regionalen Forschungs- und Innovationsstrategie für intelligente Spezialisierung Thüringen‘ sowie der zweiten Phase des Landesprogramms ‚ProExzellenz‘ sollen Thüringens kluge Köpfe auf der Suche nach neuen Erkenntnissen noch leistungsfähiger werden“, sagte Tiefensee weiter und betonte die ausdrückliche Intention des Thüringer Forschungspreises, alle wissenschaftlichen Disziplinen einzuschließen.

Die jährliche Auslobung des Forschungspreises, der 2015 bereits zum 21. Mal ausgeschrieben wird, erfolgt auf Grundlage der Richtlinie über die Vergabe des Thüringer Forschungspreises jeweils im Frühsommer. Diese Richtlinie wurde aufgrund des Übergangs der Zuständigkeiten auf das TMWWDG neu gefaßt.

Die Verleihung findet stets im ersten Quartal des Folgejahres statt.

„Die Bewertung der Leistung erfolgt unter Berücksichtigung der Neuartigkeit des wissenschaftlichen Ergebnisses, unter Wertung der durch das Ergebnis gesetzten internationalen Maßstäbe sowie unter Berücksichtigung des erreichten Erkenntnisfortschrittes beziehungsweise des Nachweises der Umsetzbarkeit der wissenschaftlichen Ergebnisse“, teilte das Thüringer Wirtschaftsministerium am 15. Juli dazu mit.

Vorschläge für die Verleihung des Thüringer Forschungspreises können von Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen gemäß der Anlage zur Richtlinie, von wissenschaftlichen Organisationen sowie von Mitgliedern des Auswahlausschusses eingereicht werden. Letzter Termin für die Einreichung der Vorschläge für den Thüringer Forschungspreis 2015 ist der 18. September 2015.

Mehr als 40 Institute, Hochschulen und Initiativen prägen den Wissenschafts- und Innovationsstandort Thüringen, darunter neun staatliche Universitäten und Fachhochschulen, zwei Studienakademien, 14 Einrichtungen überregional tätiger Forschungsgemeinschaften wie der renommierten Fraunhofer- oder Max-Planck-Gesellschaft beziehungsweise der Leibniz- oder Helmholtz-Gemeinschaft.

MI-TMWWDG

 

15.07.2015:


15.07.2015: Neue Epoche

Bürgerradiolizenz an SRB – das Bürgerradio im Städtedreieck Saalfeld, Rudolstadt und Bad Blankenburg bis 2019 übergeben: Mit neuer Frequenz 105,2 MHz wird ein Reichweitenzugewinn von zirca 30.000 Einwohnern erwartet.

Die neue Saalfelder UKW-Frequenz 105,2 MHz ist seit dem 9. Juli 2015 in Betrieb. Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat bei einem Vorort-Termin am 13. Juli den ordnungsgemäßen Sendebetrieb bescheinigt. Für das SRB-Bürgerradio ist der Frequenzwechsel von der 101,4 MHz auf die nun leistungsfähigere Frequenz 105,2 MHz vollzogen.

Am 1. Juli 2015 startete für das SRB-Bürgerradio in Saalfeld, Rudolstadt und Bad Blankenburg eine neue Epoche. Erstmals erhielten die Verantwortlichen des SRB von Jochen Fasco, Direktor Thüringer Landesmedienanstalt (TLM),  eine Sendelizenz, anstatt der bisherigen Trägerschafts-Urkunde. Ab sofort werden die Radioleute vom SRB als Bürgerradio mit Programmauftrag und nicht mehr als Offener Kanal senden. Das SRB-Bürgerradio ist somit der erste Thüringer Sender, in dem der Wechsel vom Offenen Kanal vollzogen wurde.

TLM-Direktor Jochen Fasco würdigte anläßlich der Lizenzübergabe die Arbeit der letzten Jahre. „Wenn ich zurückblicke, ist der Umgang der Radiomacher mit der Dynamik des Wandels beeindruckend.“ Noch vor einigen Jahren sendeten die Nutzer im Fernsehen und dies für wenige tausend Zuschauer in Saalfeld. „Ich bin sehr erfreut, daß der SRB als Radiosender zum Kommunikator in der Region geworden ist und die neue Frequenz hierfür noch einmal ein Steigerungspotential mit sich bringt“, beschreibt Fasco die Zukunftsperspektive des Bürgerradios.

Die TLM-Versammlung hatet in ihrer Sitzung am 12. Mai 2015 die Zulassungsentscheidung für ein Bürgerradio im Städtedreieck Saalfeld, Rudolstadt und Bad Blankenburg getroffen. (nti-online.net berichtete am 31.05.2015). Radio SRB sendet seit dem 1. Juli 2015 für vier Jahre über die neue UKW-Frequenz 105,2 MHz. Bereits am 1. Juni 2015 gingen die beiden Bürgerradios in Erfurt (Radio Frei) und Weimar (Radio Lotte Weimar) on air. Drei weitere Bürgerradios an den Standorten Eisenach, Jena und Nordhausen befinden sich bis zum 10. August 2015 in der Ausschreibung.

Bürgerradios haben in Thüringen die Aufgabe, lokale und regionale Informationen zu verbreiten, Medienbildung zu vermitteln sowie möglichst vielen Bürgern einen chancengleichen Zugang zu gewährleisten und ihnen die Gelegenheit zu geben, eigene Beiträge herzustellen und zu verbreiten.

PM-TLM

 

15.07.2015

 

 

Frequenzwechsel vollzogen: Hendrik Püschel, Moderator, Jochen Fasco, TLM-Direktor, Mathias Moersch, Vereinsvorsitzender,und Bernd Wunder, Schatzmeister.

Foto: TLM-ARCHIV


15.07.2015: Jährliches Event entwickelt

Renate Rupp vom Verein Oberkirche Arnstadt e. V für Deutschen Engagementpreis 2015 nominiert.

Renate Rupp, Verein Oberkirche Arnstadt e. V., ist für den Deutschen Engagementpreis 2015 nominiert. Das teilte der Verein am 13. Juli mit. Der Einsatz für das Projekt „Arnstädter Perspektivenwechsel“ erfährt durch diese Nominierung eine besondere Anerkennung.

Die Nominierte hat die Chance, bei der feierlichen Preisverleihung des Deutschen Engagementpreises am 8. Dezember 2015 in Berlin ein weiteres Mal geehrt zu werden. Auf die Gewinnerinnen und Gewinner der fünf Kategorien „Chancen schaffen“, „Leben bewahren“, „Generationen verbinden“, „Grenzen überwinden“ und „Demokratie stärken“ warten Preisgelder in Höhe von je 5000 Euro. Eine Experten-Jury bestimmt die Preisträgerinnen und Preisträger dieser Kategorien. Alle anderen Einreichungen stehen ab dem 15. September für sechs Wochen zur öffentlichen Online-Abstimmung über den mit 10.000 Euro dotierten Publikumspreis.

Der Deutsche Engagementpreis stärkt seit 2009 die Aufmerksamkeit und die Anerkennung freiwilligen Engagements in Deutschland. Die Auszeichnung würdigt das bürgerschaftliche Engagement der Menschen sowie all diejenigen, die dieses Engagement durch die Verleihung von Engagement- und Bürgerpreisen sichtbar machen. Engagierte Menschen sollen motiviert werden, sich bei den zahlreichen Preisen um eine Auszeichnung zu bewerben. Initiator und Träger des Preises ist das Bündnis für Gemeinnützigkeit, ein Zusammenschluß von großen Dachverbänden und unabhängigen Organisationen des Dritten Sektors sowie von Experten und Wissenschaftlern. Förderer sind das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Generali-Zukunftsfonds und die Deutsche Fernsehlotterie.

Der Verein Oberkirche Arnstadt e. V. hat im Laufe der Jahre durch ein umfangreiches und breites Veranstaltungsprogramm eine Vielzahl von Interessierten, Teilnehmern und Besuchern erreicht und ist als kultureller Veranstaltungsort eine feste Größer nicht nur in Arnstadt. Als nächster Schritt – auch zur Hervorhebung der Besonderheit der Oberkirche Arnstadt als einmaliges Kulturgut – entstand 2012 die Idee, einen jährlichen Kulturevent zu entwickeln, der nur in der Oberkirche Arnstadt möglich ist. Im Mittelpunkt sollten die in der Oberkirche vorhandenen Bibelbilder stehen. Seit 2013 steht jeweils ein Bibelbild im Zentrum des „Arnstädter Perspektivenwechsels“. Ziel des Vorhabens ist es, die Oberkirche als kulturelles Zentrum und Ort der Zivilgesellschaft wiederaufleben zu lassen.

Am 27.August 2015 findet der 3. Arnstädter Perspektivenwechsel ab 19.30 Uhr in der Arnstädter Oberkirche statt, diesmal unter dem Bibelbild-Thema „Fremdlinge beherbergen“. Es konnte ein spannendes Programm entwickelt werden mit Kunst (mit Unterstützung des Schauspielers Peter Liebaug), Musik und einer Podiumsdiskussion.

Die thematische Einführung erfolgt durch Angelika Greim-Harland, Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Arnstadt-Ilmenau. Für die Moderation konnte wieder Matthias Gehler, Chefredakteur MDR Thüringen, gewonnen werden.

An der Podiumsrunde nehmen  Petra Renger, Welcomebüro Arnstadt, Mirjam Kruppa, Beauftragte für Integration, Migration und Flüchtlinge des Landes Thüringen, Oberkirchenrat Eberhard Grüneberg, Diakonie Mitteldeutschland, und Erich Enge, Erfurter Maler und Grafiker, teil.

ANDREAS HIRSCH

 

15.07.2015


14.07.2015: Falsche Vorstellungen

Start ins Berufsleben: Abschlußzeugnisse für Auszubildende in der Baustoffindustrie.

40 Auszubildende der Baustoffindustrie erhielten am 10. Juli 2015 im Erfurt Bildungszentrum Unternehmensverbund (ebz) ihre Abschlußzeugnisse. Weitere 24 Schüler hatten ihre Ausbildung aufgrund guter Leistungen bereits vorzeitig beendet und im Februar ihre Zeugnisse bekommen.

Die dreijährige Ausbildung erfolgt in länderübergreifenden Berufsschulklassen für Verfahrensmechaniker der Fachrichtungen Transportbeton, Baustoffe, vorgefertigte Betonerzeugnisse und Asphalttechnik sowie einer Klasse für Aufbereitungsmechaniker in den Fachrichtungen Naturstein sowie Sand und Kies. Bei der dualen Berufsausbildung wird dabei in der Walter-Gropius-Schule die Fachtheorie vermittelt und die praktische Ausbildung übernimmt das ebz. Die Übernahmequote nach dem Abschluß ist mit über 90 Prozent  außergewöhnlich hoch.

Für Ihre guten Leistungen wurden die Besten der einzelnen Fachrichtungen vom Unternehmerverband Mineralische Baustoffe UVMB e.V. ausgezeichnet. Der „Verfahrensmechaniker Asphalttechnik" Jürgen Martin von der Max Bögl Bauservice GmbH und Co. KG aus Gera, der „Verfahrensmechaniker Transportbeton" Michael Beuckert von der TBG Transportbeton Mittweida GmbH und Co. KG, der „Verfahrensmechaniker Vorgefertigte Betonerzeugnisse" Alexander Tritschler von der Betonwerk Schumann GmbH aus Seelingstädt, der „Aufbereitungsmechaniker Sand und Kies" Chris Kowalski vom Caminauer Kaolinwerk aus Königswartha sowie der „Aufbereitungsmechaniker Naturstein" Martin Prautsch von der SH Natursteine GmbH und Co. KG aus Löbejün erhielten von UVMB-Geschäftsführer Dr.Steffen Wiedenfeld als Anerkennung eine Urkunde und eine Geldprämie.

Die Übergabe und die Auszeichnungen fanden in der Aula des 2012 neu errichteten Aus- und Weiterbildungszentrums statt. Der dreigeschossige Neubau und die dazugehörigen neuen Werkstatthallen bieten Raum für etwa 400 Ausbildungsplätze.

Zwischen dem Unternehmerverband und dem ebz besteht eine bereits langjährige Partnerschaft. Der 2004 aus ehemaligen Landesverbänden gegründete UVMB vertritt als Gesamtverband die Interessen von derzeit 206 Mitgliedsunternehmen mit etwa 6000 Beschäftigten. Gemeinsam wolle man die Ausbildungsberufe in der rohstoffabbauenden Industrie für Schulabgänger interessant machen. „Oft gibt es von der Arbeit in Steinbrüchen, Kies- und Betonwerken noch völlig falsche Vorstellung", sagte Dr. Wiedenfeld. Hier würde immer noch das Bild von schwerer körperlicher Arbeit und veralteter Technik vorherrschen. Inzwischen haben aber auch hier moderne Technologien Einzug gehalten, die den Arbeitsalltag erleichtern. Um das noch deutlicher zu machen, haben die Verbände der Baustoffindustrie im Rahmen einer Kampagne einen neuen Ausbildungsfilm unter dem Titel  „Rockstars gesucht" produziert. Mit diesem Videoclip soll über die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten in der Steine- und Erden-Industrie informiert und ein erstes Interesse an einen Ausbildungsberuf bei Schulabgängern geweckt werden.

MICHAEL SCHLUTTER

 

14.07.2015

 

 

Ein besonderer Tag: 40 Auszubildende der Baustoffindustrie erhielten am 10. Juli 2015 im Erfurt Bildungszentrum Unternehmensverbund (ebz) ihre Abschlußzeugnisse.

Fotos (2): MICHAEL SCHLUTTER

 

 

Die Jahrgangsbesten wurden vom UVMB ausgezeichnet: Dr. Steffen Wiedenfeld, Geschäftsführer, Jürgen Martin, Michael Beuckert, Alexander Tritschler, Chris Kowalski, Martin Prautsch, Hans-Jürgen Schurack, Ausbildungsleiter im Bereich der Steine- und Erdenindustrie, (von links nach rechts) .

 


13.07.2015: Regionale Identität

 Wachstumsschub für Region Jena-Saale-Holzland: Tourismusverband gewinnt Tourismusbudget 2015.

Der Gewinner des Thüringer Tourismusbudgets 2015 wurde am 13. Juli verkündet. Eine fachkundige Jury wählte bei dem nunmehr dritten Wettbewerb den diesjährigen Sieger aus, der ein Preisgeld in Höhe von 750.000 Euro über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren erhält. „Der Wettbewerb soll dazu beitragen, herausragende touristische Konzepte in Thüringen zu unterstützen sowie Qualität und Service zu verbessern“, so Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Ausgezeichnet wird der Thüringer Tourismusverband Jena-Saale-Holzland e.V. mit dem Konzept „Thüringer Tischkultur“.

Das Projekt hat insbesondere zum Ziel, die Bekanntheit der Region zu stärken und auf die regionale Porzellantradition aufmerksam zu machen. Zudem soll die Vernetzung von regionalen Erzeugern, landwirtschaftlichen Direktvermarktern, Handwerksbetrieben und touristischen Anbietern unterstützt werden. Die Region erhält durch den Fokus auf das Thema Kulinarik und regionale Produkte mit einem professionellen Marketing ein Alleinstellungsmerkmal.

„Schon heute prägen keramische Produkte der Firma Kahla Porzellan, der Stadt Bürgel oder auch die Ausstellung ‚Porzellanwelten‘ auf der Leuchtenburg die Identität vor Ort“, so der Wirtschaftsminister. „Ich freue mich daher sehr darüber, daß der regionale Tourismusverband das diesjährige Tourismusbudget gewonnen hat und gratuliere dazu sehr herzlich. Das Tourismusbudget ist eine Chance, die regionale Identität weiter zu befördern und die vorhandenen Stärken offensiv zu vermarkten.“ Tiefensee geht davon aus, daß der Preisträger auch Anreize für andere Regionen geben kann und wird.

Die Bewerbung für das Tourismusbudget beinhaltet eine Projekt- beziehungsweise Konzeptbeschreibung und eine konkrete Beschreibung von Handlungsfeldern und Zielen. Das Budget kann für Infrastrukturinvestitionen zur Verbesserung der Angebotsgestaltung, zur Verbesserung von regionalen Kooperationen, für Marketingmaßnahmen oder Projekte im Organisationsbereich eingesetzt werden. Grundsätzliches Anliegen ist es, eine zusätzliche Nachfrage zu schaffen und neue Zielgruppen zu erschließen.

Der Wettbewerb wird vom Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft durchgeführt. Über die Vergabe des Tourismusbudgets entscheidet eine Jury, deren Mitglieder vom Thüringer Wirtschaftsministerium berufen werden. Das Tourismusbudget ist eine Empfehlung aus der „Landestourismuskonzeption Thüringen 2015“.

MI-TMWWDG

 

13.07.2015


13.07.2015: Position beziehen

„Jede Gesellschaft bekommt die Pflege, die sie verdient“: Landespflegerat Thüringen gegründet.

Der Landespflegerat Thüringen (LPR Thüringen) hat sich zum 1. Juli dieses Jahres konstituiert. Vorstandsmitglieder sind Andrea Jauernig, Pflegedienstleiterin der Ilmkreis-Kliniken, als Vorsitzende, Anja Posevsky, Wohnbereichsleiterin in der Altenpflege, als Stellvertreterin, und Prof. Dr. Olaf Scupin, vom Fachbereich Gesundheit und Pflege der Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena, als Stellvertreter.

Die gesundheits- und pflegepolitischen Rahmenbedingungen, wie unter anderem Personalmangel, Qualität im Gesundheitswesen oder Finanzierung, sind inzwischen in aller Munde und bilden eine der größten sozialen Herausforderungen für die bundesdeutsche Gesellschaft. Jede Gesellschaft muß zum Thema Pflegebedürftigkeit und Geburt eine Position beziehen, ist sich der neu gegründete Vorstand einig. Dies betrifft beispielsweise, so Olaf Scupin, „den Umgang mit Menschen, die an Demenz erkrankt sind“. Der Professor für Pflegemanagement unterstreicht: „Letztlich bekommt jede Gesellschaft die Pflege, die sie verdient“.

Um die Rahmenbedingungen hierfür zu gestalten, haben sich Vertreter verschiedener Berufsverbände der Pflegeberufe aus Thüringen, die auch im Deutschen Pflegerat organisiert sind, zum Landespflegerat Thüringen zusammengeschlossen. Der Landespflegerat Thüringen vertritt die Interessen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Pflegeberufen und des Hebammenwesens. Er ist somit der größte Einzelverband in Thüringen, der sich als Expertengremium und fachlicher Ansprechpartner für die Akteure im Gesundheitswesen versteht.

Weiterhin wird der Landespflegerat Thüringen gemeinsame Positionen zu pflegerelevanten Themen veröffentlichen und berufspolitische Arbeit leisten. Der qualifizierten Pflege der Bevölkerung fühlt sich der Landespflegerat verpflichtet. Wesentliche aktuelle Themen für den Landespflegerat Thüringen sind unter anderem die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Pflegekräfte und Hebammen, eine generalistische Pflegeausbildung und die Erstellung einer Berufsordnung für die Pflege. Der Vorstand des Landespflegerates Thüringen wird aktiv und konstruktiv der Landespolitik seine Mitarbeit anbieten.

SIGRID NEEF

 

13.07.2015

 

 

Der Vorstand des Landespflegerates Thüringen: Vorsitzende Andrea Jauernig (rechts) mit ihren Stellvertretern Anja Posevsky und Prof. Dr. Olaf Scupin.

Foto: LPRT-ARCHIV


12.07.2015: „Schubladendenken war gestern"

3. „School meets Business"-Projekt: Technikinteressierte Schüler zu Gast bei Hako in Waltershausen.

Nunmehr zum dritten Mal luden die Wirtschaftsjunioren Mittelthüringen am 8. Juli technikinteressierte Schüler der Erfurter Edith-Stein-Schule zum Blick hinter sonst hoch verschlossene Werktore: diesmal ging es per Bustransfer zum Produktionsstandort des „Multicar", in das Multicar-Werk Waltershausen der Hako GmbH. Stefan Borrmann, Lehrer für Wirtschaft an der Edith-Stein-Schule, seine acht Schützlinge und Dr. Ulf Schwalbe von den Wirtschaftsjunioren wurden von Sven Gebhardt, Leiter Konstruktion, und Matthias Cramer, Leiter Versuchsabteilung, herzlich empfangen. Dr. Schwalbe, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet Industrieelektronik an der TU Ilmenau startete mit einem Fachvortrag zu Thema Elektromobilität. Die Schüler löcherten die Profis mit cleveren Fragen in Sachen Elektroantrieb, Batteriespeichertechnik sowie Leistungselektronik und zeigten großes Interesse an den Themen Elektrofahrzeug und nachhaltiger Mobilität.

Nach kurzer Unternehmensvorstellung folgte der Betriebsrundgang und die Jugendlichen lernten die Arbeitsplätze und Berufsbilder zur Konstruktion und Produktion von Nutzfahrzeugen kennen. Und auch, daß der Multicar als einzige Kraftfahrzeugmarke vom Industrieverband Fahrzeugbau (Ifa) der DDR übriggeblieben ist.

Als wichtige Information nahmen die Schüler mit auf den Heimweg, daß es in der Kraftfahrzeug- und Elektrotechnik nicht mehr nur ausschließlich darum geht, einzelne Baugruppen und Komponenten zu verstehen, sondern ein Systemverständnis zu entwickeln. Dies ist auch eine besondere Herausforderung an die Ausbildung in den Hochschulen, so Dr. Schwalbe „Schubladendenken war gestern".

Die Wirtschaftsjunioren bieten diese Betriebsausflüge an, um für junge Menschen Berufsfelder und Arbeitsumgebungen erlebbar zu machen. Unter dem Stichwort „school meets business" wurden in den vergangenen zwei Jahren die Unternehmen Goldbeck und Borg Warner Transmission Systems in Arnstadt sowie die Schuster Kunststofftechnik in Walterhausen zum offenen Unternehmen.

JULIANE KUMMER

 

12.07.2015

 

 

Offenes Unternehmen: Technikinteressierte Schüler der Erfurter Edith-Stein-Schule besuchten das Multicar-Werk Waltershausen der Hako GmbH.

Fotos (5): WJMT-ARCHIV


11.07.2015: Gut vernetzt

Stephen Adam wird dritter Leiter Verbundbank der Helaba.

Stephen Adam (47 Jahre) verstärkt seit dem 1. Juli 2015 die Leitung der Verbundbank der Helaba. Er übernimmt die Verantwortung für das Verbundgeschäft mit den Sparkassen in Hessen und Thüringen sowie in Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und im Saarland.

Vor seinem Wechsel zur Helaba war Adam stellvertretendes Vorstandsmitglied der Sparkasse Vorderpfalz und leitete dort das Firmen-Center Ludwigshafen. Von 2001 bis 2010 war Adam für die Sparkasse Singen-Radolfzell tätig – zuletzt in der Funktion als stellvertretender Leiter Firmenkunden.

Klaus-Jörg Mulfinger, als Vorstandsmitglied zuständig für die Verbundbank, stellte fest: „Mit Stephen Adam haben wir einen Mann gewinnen können, der über langjährige Berufserfahrung in der Sparkassenfinanzgruppe – insbesondere in Süddeutschland – verfügt und in der Organisation gut vernetzt ist. Die Helaba stellt sich damit im Verbundgeschäft mit den Sparkassen noch kundenorientierter auf.“ Stephen Adam folgt Dr. Ulrich Kirchhoff nach, der zum 30. Juni 2015 in den Ruhestand gegangen ist.

Die Leitung der Helaba-Verbundbank besteht jetzt neben Stephen Adam aus Christiane A. Müllers, zuständig für das Verbundgeschäft mit den Sparkassen in Nordrhein-Westfalen, Nord- und Ostdeutschland, und Christian Schneider, zuständig für das Verbundgeschäft mit den Großsparkassen, das Eigengeschäft der Sparkassen sowie das Firmenkunden- und Privatkundengeschäft.

PM-MT

 

11.07.2015


11.07.2015: Tatendrang für Thüringen

Gemeinsames Sommerfest 2015 der Architektenkammer und der Ingenieurkammer in der Thüringer Landeshauptstadt Erfurt.

„Architekten und Ingenieure übernehmen mit ihren Planungen eine hohe Verantwortung im öffentlichen Interesse und tragen mit ihren Dienstleistungen zur wirtschaftlichen Entwicklung bei. Ein Wettbewerb, der über Dumping-Preise entschieden wird, ist weder plausibel noch zielführend und wird letztendlich Qualitätsverluste befördern." Das betonte Elmar Dräger, Präsident der Ingenieurkammer Thüringen, am 9. Juli 2015 in seiner Begrüßungsrede an die zahlreichen Gäste, die der Einladung zum Gemeinsamen Sommerfest von Architektenkammer Thüringen und Ingenieurkammer Thüringen in den Erfurter Stadtgarten gefolgt waren.

Überdies wies Präsident Dräger darauf hin, „daß die europarechtlichen Umsetzungsprozesse auch die beiden Berufsstände der Architekten und der Ingenieure nachdrücklich betreffen werden und mit großen Herausforderungen für die Freien Berufe verbunden sind."

Danach ergriff die Thüringer Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, Birgit Keller (Die Linke) das Wort: „Die Architekten und Ingenieure Thüringens prägen die Entwicklung des Freistaates maßgeblich mit. Es ist unser gemeinsames Anliegen des Bauministeriums und der Kammern, die Wichtigkeit der Ingenieur- und Architekturleistungen für die ganze Gesellschaft ins Licht der öffentlichen Wahrnehmung zu rücken.“ Ein wichtiger Ansatzpunkt dafür seien die gemeinsamen Wettbewerbe: der Staatspreis für Architektur und Städtebau, der Staatspreis für Ingenieurleistungen und der Holzbaupreis.

„Für uns sind die Architekten und Ingenieure verläßliche Partner und ich ermuntere Sie, sich mit Ihren Ideen, Ihrer Kreativität und Ihrem Tatendrang einzubringen, wenn es darum geht, Thüringen weiter voranzubringen", wandte sich Bauministerin Birgit Keller an die Gäste des Sommerfestes.

Der Präsident der Architektenkammer Thüringen, Dr. Gerd Schmidt, ging in seinem Grußwort auf das in Brüssel gestartete Vertragsverletzungsverfahren gegen die Honorarordnungen für Architekten und Ingenieure (HOAI) ein. Er appellierte an die politischen Vertreter, sich bei ihrem Votum Pro oder Contra HOAI der Konsequenzen ihrer Entscheidung bewußt zu sein. „In Zeiten enger Haushaltskassen“, so Dr. Hans-Gerd Schmidt, „klingt ein Preiswettbewerb verlockend. Die Erfahrungen aus der Vergabepraxis lehren uns jedoch, daß das billigste Angebot in den seltensten Fällen auch das wirtschaftlichste Angebot ist."

Die Kammervertreter werten es positiv, daß eine große Anzahl von Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Kultur der Einladung zum Sommerfest 2015 gefolgt war.

Die angenehme und ungezwungene Atmosphäre trug dazu bei, schnell ins Gespräch zu kommen, wobei auch der Meinungsaustausch zu berufspolitischen Themen und der fachliche Dialog entsprechenden Raum einnahmen.

PM-IKT

 

11.07.2015

 

 

 „Für uns sind die Architekten und Ingenieure verläßliche Partner“: Ingenieurkammerpräsident Elmar Dräger; Infrastrukturministerin Birgit Keller (Die Linke) und Architektenkammerpräsident Dr. Gerd Schmidt auf dem Sommerfest 2015.

Foto: MICHAEL VOIGT


10.07.2015: „Fortsetzung der Ungleichbehandlung“

Thüringer Lehrer-Neueinstellungen 2015 ohne Verbeamtung: Der Beamtenbund erklärt dazu sein Unverständnis und weist auf „damit einhergehende Nachteile für Thüringen“ hin, die sich erst später einstellen würden.

„Für Lehrerinnen und Lehrer kommt für das kommende Schuljahr nur eine Anstellung als Arbeitnehmerin/Arbeitnehmer in Frage“, teilte Bildungsministerin Birgit Klaubert (Die Linke) dem Beamtenbund und Tarifunion Thüringen (tbb) in einem Schreiben vom 29. Juni dieses Jahres mit. „Diese Fortsetzung der Ungleichbehandlung gegenüber den alten Bundesländern ist einer der gravierendsten Fehler dieser Landesregierung im Bildungsbereich“, stellt der Landesvorsitzende des tbb, Helmut Liebermann, dazu fest.

In einem Schreiben von Ende Mai dieses Jahres an die Thüringer Bildungsministerin hatte sich der Beamtenbund Thüringen erneut dafür eingesetzt, endlich die Ungleichbehandlung der Thüringer Lehrerinnen und Lehrer gegenüber denen aller alten Bundesländer zu beenden, so wie das Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Brandenburg bereits tun.

„Widersinniger Weise verhindern gegenwärtig ideologische Sichtweisen die Herstellung von Normalität im Thüringer Bildungswesen, solange der Beamtenstatus verweigert wird. Die damit einhergehenden Nachteile für Thüringen werden sich erst später einstellen, aber sie werden eintreten“, erklärt der tbb-Vorsitzende sein Unverständnis.

In den neunziger Jahren hätte es viel Jubel gegeben, als die damalige Bundesregierung beschlossen hatte, Lokführer künftig nicht mehr zu verbeamten. Die Konsequenzen sehe man heute. „Wer möchte, daß in Jahren auch Schulen großflächig bestreikt werden, der möge diese heutige Thüringer Politik fortsetzen.“

Und wer darüber hinaus die Spaltung der Lehrerkollegien wolle, der möge weiterhin die Lehrerverbeamtung in Thüringen verhindern, denn Kolleginnen und Kollegen, die aus einem anderen Bundesland nach Thüringen kommen, blieben Beamte. Der tbb könne nur mit allem Nachdruck seine bekannte Forderung nach Verbeamtung auch der Thüringer Lehrerinnen und Lehrer bekräftigen, heißt es in einer Pressemeldung des Beamtenbundes Thüringen vom 9. Juli.

PM-TBB

 

10.07.2015


10.07.2015: Wieder gute Sicht

„Viele Menschen haben zu mir gestanden“: Indischer Student erhielt in Jena eine neue Brille.

Seine Verletzungen sind auf dem Wege der Besserung: Dithin N. ist einer der drei indischen Studenten, die im Juni in Jena überfallen wurden. Er mußte einige Tage in der Klinik verbringen. Auch seine Brille wurde in jener Nacht zerschlagen.

Seine Prüfungen an der Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena hat Dithin verschieben können. Der Student im Masterstudiengang „Scientific Instrumentation“ im Fachbereich SciTec der Hochschule blickt bereits auf ein abgeschlossenes Studium und Berufserfahrung. Nach seinem Bachelorabschluß als Maschinenbauer arbeitete der 26jährige zwei Jahre als Produktionskoordinator bei einer Firma für Maschinenbau und automatisierte Fertigung in seiner Heimatstadt Chennai am Golf von Bengalen.

Im Juli konnte er eine neue Brille aus den Händen der Rektorin der EAH Jena, Prof. Dr. Gabriele Beibst, entgegennehmen. Gefertigt und gesponsert hat das Zeiss-Modell Sebastian Marx, Mitinhaber von „Jenalens Augenoptik“. Als Absolvent des Studiengangs Augenoptik und Mitglied in der Forschungsgruppe „Jenvis Research“ der Jenaer Hochschule hält der Spezialist bis heute engen Kontakt zu den Mitarbeitern im Studiengang.

Die Korrekturwerte für die neue Brille hat ein Kollege im Studiengang ermittelt. Die Marke war für Dithin nicht vordergründig wichtig, jedoch die korrekte Versorgung seiner Augen, da die Verletzungen, so Sebastian Marx: „auch die dioptrischen Werte des Studenten beeinflußt haben“, und er ergänzt: „Wir haben ihm angeboten, die Gläser zu tauschen, sollten sich durch den Heilungsprozeß die Werte nochmals ändern.“

Mit der neuen Brille wird sich Dithin wieder voll seinem Studium widmen können. In den Semesterferien wird er die Stadt jedoch verlassen, um in Süddeutschland ein Praktikum anzutreten. „Dank der Brille habe ich jetzt wieder gute Sicht“, so der Student, und fügt nach einer kurzen Pause hinzu: „Ich habe in diesen schlimmen Tagen erfahren, daß ich nicht allein bin, viele Menschen haben zu mir gestanden. Die Brille ist dafür ein Zeichen.“

SIGRID NEEF

 

10.07.2015

 

 

Neue Brille: Dithin N. (Mitte) mit EAH-Rektorin Prof. Dr. Gabriele Beibst und dem Sponsor Sebastian Marx.

Fotos (2): SIGRID NEEF

 

 

Korrekte Versorgung der Augen: Der Sponsor der Brille, Sebastian Marx paßt Dithin N. die neue Brille an.


09.07.2015: Projekte mit Symbolkraft

Wismut veröffentlicht neuen Umweltbericht: Bis Ende 2014 sind insgesamt 5,9 Milliarden Euro für die Sanierung durch die Bundesregierung bereitgestellt worden. Davon wurden und 3,15 Milliarden Euro an den Standorten in Thüringen eingesetzt.

Die Wismut GmbH hat ihren jährlich erscheinenden Umweltbericht herausgegeben. In der Veröffentlichung werden die Ergebnisse der Sanierungstätigkeit und Umweltüberwachung des Jahres 2014 zusammenfassend dargestellt.

In der Ausgabe 2014 blickt die Wismut GmbH unter anderem auf einige abgeschlossene Projekte mit besonderer Symbolkraft zurück. So wurde in Bad Schlema im Dezember 2014 mit dem Ende der Auffahrung des Südumbruchs das letzte große bergmännische Projekt abgeschlossen. Bereits im Sommer des vergangenen Jahres war auch die Auffahrung des Wismut-Stollns in Dresden-Gittersee beendet. Mit dem Abriß des Schachtkomplexes 388/390 sind auch in Königstein die letzten sichtbaren Zeitzeugen des Uranerzbergbaus gefallen.

In der Grube Ronneburg wurde der Wasserspiegel 2014 um rund 8,7 Meter abgesenkt. Die Wasserbehandlungsanlage Ronneburg wurde dafür das ganze Jahr mit voller Kapazität betrieben. Damit konnten die Sanierungsmaßnahmen im Gessental unter anderem an der sogenannten Versatzstelle 646 weitergeführt werden. Diese Arbeiten sind Voraussetzung für die Erweiterung des Systems zur Wasserfassung im Gessental. Im Gebiet der Beerwalder Sprotte wurden die kontaminierten Wässer gefaßt und über ein Bohrloch in den Grubenraum gegeben.

Auf den industriellen Absetzanlagen (IAA) konzentrierten sich die Arbeiten auf die Konturierung und Endabdeckung. Die Sanierung der Anlage Dänkritz I ist beendet, hier bedarf es lediglich Pflege- und Instandhaltungsmaßnahmen. Die Sanierung der Anlagen Trünzig und Helmsdorf ist ebenfalls weit vorangeschritten. In Helmsdorf sind 83 Prozent der Arbeiten realisiert, in Trünzig ist bis auf Restflächen im Bereich des Beckens B die Endabdeckung abgeschlossen. Mit dem Entfernen des Freiwassers auf der IAA Culmitzsch sind nun alle vier Anlagen „trockengelegt“. Jedoch bedarf es auch nach über 20 Jahren Erfahrung hier noch eingehender Untersuchungen über die folgende Endabdeckung.

Daß die Sanierung an den meisten Standorten im Endstadium ist, sieht man besonders deutlich am ehemaligen Tagebau Lichtenberg. Hier sind 97 Prozent der Abdeckung bis Ende 2014 fertiggestellt worden. Auch die Verwahrung der Halden am Standort Schlema-Alberoda ist heute schon weitgehend abgeschlossen. Im wesentlichen beschränkten sich dort die Arbeiten des Jahres 2014 auf den Haldenkomplex 371, die Halden 309 und 310 sowie die Anschüttung Halde 382.

Nach und nach erfolgt an allen Standorten ein Übergang zu den sogenannten Langzeitaufgaben. Diese sollen den sanierten Zustand langfristig absichern. 2015 wird erneut geprüft, in welchem Umfang dies für die einzelnen Projekte nötig sein wird.

Für die Sanierung der Wismut-Standorte standen 2014 insgesamt 131 Millionen Euro zur Verfügung. Damit konnten die wesentlichen Aufgaben realisiert werden. Bis Ende 2014 sind insgesamt 5,9 Milliarden Euro durch die Bundesregierung bereitgestellt worden. Davon wurden 2,75 Milliarden Euro an den Standorten in Sachsen und 3,15 Milliarden Euro in Thüringen eingesetzt.

FRANK WOLF

 

09.07.2015


09.07.2015: Wichtige Gelegenheit

Werbung für die Region auf der Thüringer Landesgartenschau in Schmalkalden: Dachmarke Rhön und Rhönforum e.V. präsentierten sich im „Thüringen-Treff“.

Zwei Wochen lang präsentierten sich die Dachmarke Rhön und der Rhönforum e.V. als Verein für Regionalentwicklung und Tourismus in der Thüringer Rhön auf der Thüringer Landesgartenschau in Schmalkalden. Unter dem Motto der gemeinsamen Kampagne „Wir sind Rhön“ warben sie mit verschiedenen Partnerbetrieben für Urlaub im Land der offenen Fernen, für Freizeitaktivitäten und für Rhöner Produkte.

„Die zweiwöchige Präsentation der Rhön zur Landesgartenschau in Schmalkalden wurde sehr gut angenommen. Viele Gäste aus dem Umfeld von Schmalkalden kamen sogar gezielt an diesen Tagen zur Landesgartenschau“, zog die Geschäftsführerin des Rhönforum e.V. mit Sitz in Geisa, Anja Schuchert, Bilanz. Die Besucher konnten im Pavillon „Thüringen-Treff“ im Stadtpark von Schmalkalden empfangen werden. Die Thüringer Tourismus GmbH hatte der Rhön angeboten, hier zwei Wochen lang für die Region zu werben.

Auch von weiter weg konnten Gäste im „Thüringen-Treff“ begrüßt werden, beispielsweise aus Jena, Weimar oder Erfurt. Interesse an den vielfältigen Informationen zeigten auch Landesgartenschaubesucher aus Eschwege, Frankfurt am Main, Aschaffenburg, Coburg oder Bad Kissingen. Die extra für die Thüringer Landesgartenschau gestalteten Rhöner Aktionsflyer kamen bei den Besuchern gut an und wurden zumeist gern mitgenommen. Die Flyer, die verschiedene Rabattaktionen von Rhöner Betrieben und spezielle Angebote enthalten, sind noch bis Dezember gültig. Gegen Vorlage der Eintrittskarten zur Landesgartenschau erhalten die Gäste in den Betrieben einen besonderen Bonus. Neben den Themen Wandern, Radfahren und beliebten Ausflugszielen der Rhön war die Erlebniskarte „Keltenwelt Rhön“ der absolute Renner bei den Informationsmaterialien.

„Für uns als Dachmarke Rhön ist es wichtig, daß wir solche Gelegenheiten wie die Landesgartenschau in Schmalkalden nutzen, um auf uns und unsere Ideen aufmerksam zu machen, denn wir müssen gerade aus dem Thüringer Bereich noch mehr Partnerbetriebe für unsere Marke begeistern“, sagt die Geschäftsführerin der Dachmarke Rhön, Barbara Landgraf. „Es hat mich sehr gefreut, daß sich an allen Tagen Partnerbetriebe der Dachmarke Rhön gefunden haben, die für sich und ihre Produkte, Dienstleistungen und Angebote geworben haben.“

CARSTEN KALLENBACH

 

09.07.2015

 

 

Wo liegt eigentlich die Rhön? Diese Besuchergruppe wollte es ganz genau wissen und schlug in den Karten nach.

Foto: SASCHA BÜHNER


08.07.2015: Noch nicht optimal digital

Studie zum Einsatz digitaler Technologien in Unternehmen: Thüringen landet im Bundesländervergleich nur auf Rang 13.

Rund zehn Prozent der Thüringer Betriebe mit mehr als 2,5 Millionen Euro Jahresumsatz sind bereits im Digital-Zeitalter angekommen. Damit landet die Wirtschaft des Freistaates allerdings nur auf Rang 13 aller Bundesländer. Das geht aus einer Studie der Commerzbank hervor, die am 7. Juli  in Leipzig vorgestellt wurde. Jedes zehnte Unternehmen in Thüringen setzt demnach neue digitale Technologien in größerem Umfang ein. „Das sind Unternehmen, die schon heute überdurchschnittlich stark und erfolgreich auf neue Trends der Digitalisierung setzen“, betonte Ilona Schmitt, für den Mittelstand zuständige Niederlassungsleiterin bei der Commerzbank Leipzig, bei der Vorstellung der Ergebnisse.

Sachsen sei neben Berlin das einzige Ost-Bundesland, das es ins bundesweite Mittelfeld schaffte, die anderen belegen - angeführt von Thüringen - die Plätze ganz am Ende des Länder-Rankings. Insgesamt hätten die Unternehmen in Ostdeutschland allerdings einen größeren Nachholbedarf. Mit 14 Prozent liege der Anteil der „digitalen Vorreiter“ in Sachsen nur ganz knapp unter dem in der Studie ermittelten Bundesdurchschnitt von 15 Prozent und deutlich vor den anderen Ost-Bundesländern.

Die „digitalen Schmelztiegel“ lägen in Bayern und Baden-Württemberg, während sich der Osten abwartend zeige. Zur digitalen Elite gerechnet wurden dabei Unternehmen, die in mindestens sieben von zwölf Anwendungen neue digitale Technologien einsetzen. Insbesondere etablierter Technik werde große Bedeutung beigemessen. „Unternehmen setzen selbstverständlich auf Online-Marketing, optimieren die Administration, ermöglichen Arbeiten aus dem Home-Office oder bieten Online-Services an“, konkretisierte Ilona Schmitt. Aktuell vieldiskutierte Phänomene wie Big Data, Cloud Computing oder Industrie 4.0 spielten dagegen noch keine große Rolle. „Individualisierte und automatisierte Produktion oder die Vernetzung der Wertschöpfungskette sind erst bei wenigen Firmen in der Umsetzung.“

Einigkeit bestehe aber darin, daß der digitale Wandel große Chancen für den Standort Deutschland bietet. 86 Prozent der Befragten bundesweit stimmten dem zu. Wichtigere Herausforderungen sind aus Sicht der ostdeutschen Unternehmer die Gewinnung von Fachkräften, Produktivitätssteigerung und Kostenreduktion als die Entwicklung von Produkt- und Dienstleistungsinnovationen oder die Erschließung neuer Vertriebswege. „Der Einzug der digitalen Technologien bietet große Chancen, ist aber auch eine gewaltige Managementaufgabe“, sagte Schmitt. „Mit der Komplexität des digitalen Wandels umzugehen, ist eine der wesentlichen Herausforderungen.“

Das Institut TNS Infratest hat von Ende November 2014 bis Ende Januar 2015 per Telefon Führungskräfte der obersten Ebene von insgesamt 4000 Unternehmen bundesweit befragt.

FRANK FRIEDRICH

 

08.07.2015


08.07.2015: Abenteuer Thüringen

Bilanz zweier französischer Gesellen nach einem Jahr in Erfurt.

Mathieu Caillard und Ludovic Alig, beide Gesellen der Compagnons du Devoir in Frankreich, haben ein Jahr in Erfurter Handwerksbetrieben verbracht – Mathieu als Möbeltischler bei der Wohnraum und Innenausbau GmbH, Ludovic bei Malermeister Norbert Pranke. Zufrieden und stolz blicken sie auf ihre Zeit in Thüringen zurück, denn sie haben sich getraut, in ein fremdes Land zu ziehen, eine neue Sprache zu lernen und sich ungewohnten Arbeitsbedingungen zu stellen.

Das Abenteuer Thüringen begann für beide eher zufällig. Mathieu hatte an einer Aachener Designschule eine Weiterbildung gemacht, die ihn dazu motivierte, sein Auslandsjahr in Deutschland zu verbringen. Ludovic wollte eigentlich nach Norwegen, der Musik wegen, konnte aber keine Anstellung finden. Beide wurden von David Leclerc, dem Compagnons-Verantwortlichen für Deutschland, auf das Europa Service Büro in Erfurt aufmerksam gemacht, das, wie er sagte, über ein solch gutes Netzwerk an Handwerkerbetrieben verfügt, daß sich dort immer geeignete Stellen ergeben. Tatsächlich organisierte Mélanie Büttner-Nyenhuis in beiden Fällen innerhalb kürzester Zeit Einstellungsgespräche, fand passende WG-Zimmer und begleitete die beiden Neu-Erfurter zu Behördengängen, so daß Arbeit und Freizeit gleich in geordneten Bahnen starten konnten.

Was die Arbeit in Thüringen anbetrifft, sind sich beide einig, daß es kaum Unterschiede zu Frankreich gibt. Allerdings geht es hier auf dem Bau besser organisiert zu: die Berufsstände werden säuberlich getrennt, so daß man sich gegenseitig nicht ins Gehege kommt. Und sie werden die gemütlichere Gangart und humaneren Pausen vermissen. Anstatt der langen Mittagspause in der Heimat, nach der es schwerfällt, wieder durchzustarten, haben sie das umfangreiche Frühstück am Morgen, gefolgt von der halben Stunde zu Mittag, sehr schätzen gelernt. Das Einvernehmen mit den deutschen Kollegen war einwandfrei. Man hat sie sogar mit zu Festen auf die Heimatdörfer mitgenommen, wo „die Franzosen“ zwar zuerst mißtrauisch beäugt wurden, dann aber bis zum Schluß bei Bier und Tanz herumgereicht wurden: „Die Deutschen wissen, wie man feiert!“ Auch der Männertag kam gut an bei dem Normannen (Mathieu) und dem jungen Mann aus Burgund (Ludovic).

Was nimmt jeder für sich mit? Für Mathieu, den Geschichtsinteressierten, sind vor allem die Überbleibsel der DDR-Geschichte wichtig – das Grenzlandmuseum im Eichsfeld, die Gedenkstätte im ehemaligen Stasigefängnis in der Erfurter Andreasstraße – darüber weiß in seiner Generation in Frankreich kaum noch jemand etwas. Es hat ihn auch erstaunt, daß jemand wie er eine neue Sprache erlernen kann. Wenn er Gesellen, die ähnliches planen, einen Rat geben sollte, dann wäre das: „Habe keine Angst davor, einfach drauflos zu sprechen. Fehler zu machen ist ganz normal.“ Auch Ludovic beschäftigt das Phänomen Sprachakquise und sein Rezept ist: „Mach alles mit, aber immer auf Deutsch!“ Nach vier Monaten, im Januar, fing es an, interessant zu werden - da schien sich etwas verändert zu haben. Vielleicht war es der Weihnachtspause geschuldet, in der man zu Hause das Gehirn etwas entspannen konnte. Danach hatten beide das Gefühl, Fortschritte zu machen. Eine andere Sprache zu lernen, bedeutet auch, die eigene Sprache unter die Lupe zu nehmen: sich präziser auszudrücken und dem anderen genauer zuzuhören. Ludovics neues Motto lautet seit seiner Thüringer Erfahrung: „Ich will verstehen und verstanden werden!“

ULRIKE ENDERS

 

08.07.2015

 

 

Sie haben sich getraut, in ein fremdes Land zu ziehen und sich ungewohnten Arbeitsbedingungen zu stellen: Ludovic Alig, Mathieu Caillard und William Thomas, der sich seit Mai 2015 als Tischlergeselle bei Pranke und Plitt in Erfurt sehr wohlfühlt.

Foto: ESB-ARCHIV

 


07.07.2015: Landesweite Einspeisung

Lokalfernsehen in Thüringen ab 7. Juli 2015 digital und landesweit zu empfangen.

Lokal-TV wurde bisher nur in der jeweiligen Heimatregion der Sender verbreitet. Ab dem 7. Juli 2015 sind die Programme der Thüringer lokalen Fernsehstationen in den Kabel-Deutschland-Netzen auch landesweit zu empfangen. Auf den digitalen Programmplätzen 151 bis 156 finden die Zuschauer ab sofort alle Thüringer Sender in digitaler Qualität. Das teilte die Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) am 6. Juni in einer Presseerklärung mit. Für die Veranstalter sei damit eine Reichweitensteigerung von bis zu 170.000 Haushalten verbunden.

„Gerade für die kleinen Sender ist es kostenintensiv, unterschiedliche Ausspielwege gleichzeitig zu bedienen. Andererseits ist es gerade für lokale und regionale Anbieter wichtig, in der großen Vielfalt der digitalen Angebote noch aufgefunden zu werden. Deshalb freue ich mich über das positive Ergebnis der Verhandlungen zwischen Kabel Deutschland, den Lokal-TV-Veranstaltern und der TLM“, erläutert Jochen Fasco, Direktor der Thüringer Landesmedienanstalt.

Klaus Rosenkranz, Pressesprecher der Kabel Deutschland für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, sagt über das Pilotprojekt: „Die landesweite Einspeisung der Lokal-TV-Sender in digitaler Qualität ist ein bisher einmaliges Projekt im Versorgungsbereich von Kabel Deutschland. Wir freuen uns, unseren Thüringer Kabelkunden diesen Mehrwert durch die gute Zusammenarbeit mit der TLM und den Programmveranstaltern ab sofort bieten zu können.“

PM-TLM

 

07.07.2015


07.07.2015: Neue Seite

Hochschule IUBH Duales Studium feierte ihre Absolventen.

Mit rund 250 Gästen, Freunden und Angehörigen feierte der diesjährige Absolventenjahrgang der IUBH Duales Studium am 4. Juli seinen offiziellen Studienabschluß. Als Vertretung der Stadt Erfurt begleiteten Hochschulbeauftragter Peter Seyfarth und Kathrin Hoyer, Dezernat Wirtschaft und Umwelt, die Graduierungsfeier im „Radisson Blue“ in der Landeshauptstadt.

„Studieren heißt, eine persönliche Entwicklung zu vollziehen“, so Studienortsleiterin Kornelia Kasprzyk bei ihrer Dankesrede. Im Laufe des Studiums seien die Studierenden an Aufgaben und Herausforderungen gewachsen und hätten so das Leben von einer komplett neuen Seite kennengelernt. Mit Erfolg: die Mehrheit der 55 Absolventen ist den Schritt in die berufliche Zukunft bereits gegangen, sei es durch die Übernahme in den Praxisbetrieb, einen weiterführenden Studiengang oder mit dem Start in den ersten Job.

Als weitere Festredner sprachen Prof. Dr. Lundszien, Studiengangsverantwortlicher für Management nachhaltiger Energien, Studierendenvertreter Danilo Lenzner sowie André Münnich von der Fayteq AG, der die Seite der Praxisunternehmen vertrat. Besondere Auszeichnungen erhielten die Jahrgangsbesten Madeleine Lambrecht (Steuern und Prüfungswesen), Judith Weißmantel (Produktions- und Logistikmanagement), Markus Schottdorf und Martin Kurtz (beide Management nachhaltiger Energien)

An der Hochschule IUBH Duales Studium können Studierende an den Studienorten Bad Reichenhall, Düsseldorf, Erfurt und München sowie ab Herbst 2015 in Berlin ein praxisorientiertes duales Studium absolvieren. Durch den regelmäßigen Wechsel zwischen Theorie und Praxis sammeln sie während des Studiums Berufserfahrung in einem Unternehmen. (nti-online.net berichtete am 10.03.2015). Das duale Studienangebot beinhaltet verschiedene betriebswirtschaftliche Studiengänge in den Fachrichtungen BWL mit den Vertiefungen Accounting und Controlling, Industriemanagement, Logistikmanagement, Immobilienmanagement, Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung; Marketing Management mit den Vertiefungen Online-Marketing, Retailmarketing und Sales und Distribution; Gesundheitsmanagement mit den Schwerpunkten Krankenhaus-, Pflege-, Praxismanagement und Gesundheitsökonomie sowie Tourismuswirtschaft und Management nachhaltiger Energien. Seit November 2014 beinhaltet das Studienangebot auch ausbildungs- und berufsbegleitende Studiengänge: den Bachelor in Betriebswirtschaftslehre sowie BWL in Kombination mit einer IHK-Ausbildung und den Master General Management. Die IUBH School of Business and Management bietet zudem international ausgerichtete Präsenzstudiengänge in Bad Honnef und Bad Reichenhall, das IUBH-Fernstudium betriebswirtschaftliche Fernstudiengänge an. Ihr Träger ist die Career Partner GmbH.

CATHLEEN RUSCHEL

 

07.07.2015


06.07.2015: Richtiges Maß

Schüler lernen angemessen zu reagieren: Wirtschaftsjunioren unterstützen „Nicht mit mir“-Kurs in der Klasse 6a des Albert-Schweitzer-Gymnasiums Sömmerda.

Am 1. Juli fand für die Klasse 6a des Albert-Schweitzer-Gymnasiums in Sömmerda der Abschlußkurs des Projektes „Nicht mit mir“ statt. Angeboten und durchgeführt wird das Projekt zur Stärkung von Kindern vom Polizeisportverein Sömmerda. Die Umsetzung des Kurses wurde finanziell unterstützt von ehrenamtlichen Jungunternehmern der Wirtschaftsjunioren Mittelthüringen.

„Nicht mit mir“ ist ein Konzept zur Stärkung von Kindern. Es soll ihnen helfen, sich in alltäglichen, außergewöhnlichen, aber auch gefährlichen Situationen zurechtzufinden und angemessen zu reagieren,“ schildert Kursleiter Heiko Kupke „Aufgebaut nach dem Ampelprinzip beinhaltet es die Stufen „grün“ für Prävention, „gelb“ für Selbstbehauptung und „rot“ für Selbstverteidigung. Sensibilisiert werden die Kids dabei besonders für das situative Umfeld; lernen zwischen Schulhof- und Notfalltechniken zu unterscheiden.“ 

In Lizenz und nach exakten Vorgaben des Deutschen Ju-Jutsu-Verbandes bringen die Kursleiter den Schülern in fünf Doppelstunden bei, wie sie sich vor Gewalt schützen können und Gefahrensituationen richtig einschätzen lernen. Die finanzielle Unterstützung zur Durchführung, für Lizenzen und Weiterbildung der Trainer wird kursbezogen realisiert. Dieser Kurs wurde unterstützt von den Wirtschaftsjunioren Mittelthüringen. „Wir freuen uns, einen Beitrag leisten zu können, um Schüler aktiv in ihrer Wahrnehmung zu stärken. Das richtige Maß für Reaktionen und das Ausmachen von Gefahrensituationen ist für Kinder und Heranwachsende schwer theoretisch erlernbar. Und so wie es aussah, hat es obendrein noch Spaß gebracht. So sollte Lernen sein“, zeigte sich Wolf-Rüdiger Wirth, Vorstandsmitglied der Wirtschaftsjunioren Mittelthüringen, sichtlich zufrieden und überreichte gern den symbolischen Scheck im Wert von 600 Euro.

JULIANE KUMMER

 

06.07.2015

 

 

Unterstützung für „Nicht mit mir“-Kurs: Maren Dingeldein, Klassenlehrerin der 6a, freut sich mit Kursleiter Heiko Kupke über den überreichten Spendenscheck von Wolf-Rüdiger Wirth, Vorstand der Wirtschaftsjunioren Mittelthüringen (von links nach rechts)

Foto: WJM-ARCHIV


06.07.2015: Bremsklotz für touristische Entwicklung 

„Wertschöpfung“ Schwerpunkt des Thüringer Tourismustags 2015. 

Die Tourismuspolitik wird sich in den kommenden Jahren stärker um das Wachstum und die Wertschöpfung in der Tourismusbranche kümmern. Das hat Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am 6. Juli auf dem „Thüringer Tourismustag“ in Erfurt angekündigt. „Trotz steigender Gäste- und Übernachtungszahlen sind Umsätze und Gewinne in den Hotels und Gaststätten seit Jahren rückläufig“, sagte Tiefensee. „Das wird zunehmend zu einem Bremsklotz für die touristische Entwicklung im Land.“

Fast 3,7 Millionen Besucher kamen 2014 nach Thüringen und buchten insgesamt 9,82 Millionen Übernachtungen – ein neuer Rekordwert. Auch für die Zukunft sieht es gut aus für den Thüringen-Tourismus: Laut Reiseanalyse 2015 planen 11,2 Prozent der Deutschen ab 14 Jahre (das sind 7,9 Millionen Menschen) zwischen 2015 und 2017 „ziemlich sicher“ eine Reise in den Freistaat – oder ein solcher Urlaub kommt für sie zumindest „generell in Frage“.

„Die Aussicht sind also gut – wir müssen aber dafür sorgen, daß die Tourismusbetriebe im Land besser von dieser Entwicklung profitieren“, sagte der Wirtschaftsminister. Eine geringere Wertschöpfung beeinträchtige die Investitionsfähigkeit der Betriebe und verhindere Lohnsteigerungen, die zur Fachkräftesicherung dringend notwendig seien. Zwar seien die Umsätze im vergangenen Jahr – nach einem ununterbrochenen Rückgang seit 2005 – erstmals wieder geringfügig um ein Prozent gewachsen. „Wir brauchen aber eine nachhaltige Trendwende und endlich eine stabile Gewinn- und Lohnentwicklung in den Betrieben“, so der Minister. „Gute Arbeit“ sei gerade in der Dienstleistungsbranche Tourismus eine Voraussetzung für Qualität und Service – und bleibe deshalb ein wichtiges Ziel der Landespolitik.

Insgesamt stellt das Wirtschaftsministerium im laufenden Jahr rund 40 Millionen Euro und bis 2020 gut 250 Millionen Euro für die Tourismusförderung bereit. „Das ist ein Hebel, den wir nutzen wollen“, sagte Tiefensee. So werde man mit diesen Mitteln zusätzliche Anreize für mehr Wachstum, Qualität und damit letztlich auch gut bezahlte Beschäftigung im Thüringen-Tourismus setzen. Kriterien wie Angebots- und Servicequalität oder die Qualifikation der Mitarbeiter spielten bei der Vergabe von Fördermitteln künftig eine größere Rolle. Derzeit liegen allein im Förderprogramm Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) mehrere Anträge zur Ansiedlung oder Erweiterung von Hotels und Gastbetrieben mit einem Investitionsvolumen von knapp 50 und einem Förderbedarf von rund 13 Millionen Euro vor.

Verstärkt wird ab diesem Jahr das internationale Marketing, sagte Tiefensee: „Künftiges Wachstum kommt zunehmend auch aus dem Ausland.“ So ist die Zahl der ausländischen Gäste im letzten Jahr um 5,7 Prozent und damit deutlich über der Zahl der Gästeankünfte insgesamt gewachsen. Das Land werde – beginnend 2015 – jedes Jahr rund eine Million Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre) zusätzlich für diesen Schwerpunkt zur Verfügung stellen.

Ein dritter Schwerpunkt ist die Unterstützung von Gemeinden und Landkreisen, damit sie die Kofinanzierung für die Inanspruchnahme von Efre-Mitteln aufbringen und auf diese Weise verstärkt auch in touristische Infrastrukturen investieren können. Für diesen Zweck werden in diesem Jahr zusätzlich 2,5 Millionen Euro bereitgestellt – „auch das wollen wir verstetigen“, betonte der Minister.

Darüber hinaus gebe es aber weitere Instrumente, um Qualität und Serviceorientierung zu verbessern. Der Minister verwies unter anderem auf das Beratungsnetzwerk „Qualitätskompetenz im Thüringer Tourismus“ bei der Thüringer Tourismus GmbH (TTG), das Vor-Ort-Begehungen in touristischen Betrieben – Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen – durchführt. Dabei werden Standards und Qualitätskriterien überprüft. Neu geplant ist die Gründung eines Tourismusnetzwerks als Informationsplattform für alle touristischen Anbieter, die Fortschreibung der Landestourismuskonzeption und die Erstellung einer „Wanderwegekonzeption Thüringen“. Zudem steht noch in diesem Jahr eine neue Vergaberunde für das 750.000 Euro umfassende „Tourismusbudget“ an – das für innovative Marketing- und Kooperationsvorhaben einzelner Thüringer Regionen und Destinationen eingesetzt werden kann.

„Wir wollen gute Rahmenbedingungen schaffen und die Anstrengungen der Tourismusbranche, wo nötig, mit Beratung und Finanzierungsangeboten flankieren“, sagte der Wirtschaftsminister. „Für gute Qualität und Angebote und damit für Wachstum und mehr Wertschöpfung müssen die Betriebe dann allerdings selbst sorgen.“

Daß viele Unternehmen von den guten Standortbedingungen in Thüringen profitierten und ihre Chancen zu nutzen wüßten, zeige einmal mehr der Thüringer Tourismuspreis, der gemeinsam mit dem ADAC Hessen-Thüringen in diesem Jahr bereits zum vierten Mal vergeben wird. In diesem Jahr hatten sich insgesamt 30 Tourismusanbieter um die Auszeichnung beworben. Die Preisträger dieses Jahres sind in der Kategorie „Marketing/Kooperationen“ die „Thüringer Schlössertage“ und in der Kategorie „Angebot/Qualität“ der Hof Sickenberg (Eichsfeld), ein Hofcafé mit Pension und Veranstaltungsort in historischem Ambiente. Den Sonderpreis „Unternehmerisches Engagement“ erhielt die „Spa Villa Wingerode“ (Eichsfeld), ein erfolgreiches Beauty- und Wellnessresort, das von zwei Unternehmerinnen – Mutter und Tochter – aufgebaut wurde.

Jeder Preis ist mit 1500 Euro dotiert und mit einem Imagefilm, einer Urkunde und einem Glasschild mit Tourismuspreis-Logo für Marketingzwecke verbunden.

Der Tourismustag stand in diesem Jahr unter der Überschrift „Wertschöpfung im Tourismus auf allen Ebenen – der Spannungsbogen zwischen Produkt, Qualität und Preis". Rund 250 Akteure aus der Tourismusbranche waren gekommen, um sich über Konzepte und Praxisbeispiele zu informieren und mit Experten zu diskutieren.

STEPHAN KRAUSS

 

06.07.2015


06.07.2015: Generationswechsel

Dr. Christian Junge aus Friedrichroda führt künftig die Thüringer Zahnärzte: Landeszahnärztekammer wählt 49jährigen Zahnarzt zum neuen Präsidenten.

Der 49jährige Zahnarzt Dr. Christian Junge aus Friedrichroda steht künftig an der Spitze der etwa 2700 Zahnärzte in Thüringen: Die Kammerversammlung der Landeszahnärztekammer Thüringen, das höchste Gremium der zahnärztlichen Selbstverwaltung im Freistaat, wählte ihn am 4. Juli zum neuen Präsidenten.

Dr. Junge löst den Erfurter Zahnarzt Dr. Andreas Wagner ab, der nach 25 Jahren in verschiedenen Vorstandsfunktionen auf eigenen Wunsch nicht erneut kandidierte. „Die Selbstverwaltung unseres freien Berufes ist für uns ein hohes Gut. Sie ermöglicht uns, die Interessen unseres Berufsstandes wahrzunehmen, ohne dabei das Gemeinwohl aus dem Auge zu verlieren. Dies sichert die Grundlagen einer wirklich freiberuflichen Tätigkeit in unseren Praxen“, sagte der neue Kammerpräsident Dr. Junge und lobte damit zugleich die Arbeit seines Vorgängers.

Insgesamt präsentiert sich ein deutlich jüngerer Vorstand mit einem Durchschnittsalter von 48,4 Jahren. Zwei der sieben Vorstandsmitglieder sind jünger als 40 Jahre. Darunter ist auch der 34jährige Zahnarzt Dr. Matthias Schinkel aus Sömmerda, der künftig für die Patientenberatung und Gebührenordnung zuständig sein wird.

Ebenso neu im Vorstand sind die beiden Jenaer Zahnärzte Rebecca Otto (verantwortlich für Kreisstellen und Öffentlichkeitsarbeit) und Dr. Ralf Kulick (Vizepräsident und zuständig für die Aus- und Weiterbildung des Praxispersonals). Außerdem komplettieren Dr. Gunder Merkel aus Schmalkalden (Haushalt und Innere Verwaltung), Dr. Matthias Seyffarth aus Jena (Zahnärztliche Praxisführung) sowie Dr. Guido Wucherpfennig aus Erfurt (Zahnärztliche Fort- und Weiterbildung) das Team.

Die erstmals zusammengetretene neue Kammerversammlung der Landeszahnärztekammer Thüringen hatten die Zahnärzte vom 23. April bis 7. Mai 2015 per Briefwahl bestimmt. Dabei lag die Wahlbeteiligung mit 59,25 Prozent erneut deutlich höher als beispielsweise bei Thüringer Landtagswahlen üblich.

Die Landeszahnärztekammer Thüringen ist die Berufsvertretung der Thüringer Zahnärzte. Sie setzt sich für die gesundheits- und standespolitischen Interessen der über 2600 Mitglieder ein. Die Kammer überwacht die zahnärztlichen Berufspflichten, regelt und betreibt die Aus- und Fortbildung der Zahnärzte sowie des Assistenzpersonals und unterstützt den öffentlichen Gesundheitsdienst. Zusätzlich berät die Landeszahnärztekammer die allgemeine Öffentlichkeit in ihrer Patientenberatungsstelle mit wissenschaftlich gesicherten Informationen und nützlichen Tips zur Mundgesundheit.

MATTHIAS FRÖLICH

 

06.07.2015


05.07.2015: Auf dem Weg zum Titel

„Wir forschen für das Welterbe“: Drittes Gebäude der Unesco-Bewerbung in Erfurt mit Welterbe-Hinweis versehen.

 Während in Bonn das Welterbe-Komitee tagt und über neue Stätten auf der Welterbeliste entscheidet, ist in Erfurt nun auch das sogenannte „Steinerne Haus“ von außen als Bestandteil der Welterbe-Bewerbung erkennbar.

„Damit sind nun mit der Alten Synagoge und der Mikwe alle drei Gebäude gekennzeichnet, die unsere Bewerbung ausmachen“, freut sich Sarah Laubenstein, Unesco-Beauftragte der Stadt. „Dies ist ein weiterer Schritt, den Weg zum Welterbetitel auch im Stadtbild sichtbar zu machen.“

In den beiden Fenstern des „Steinsaals“ im ersten Obergeschoß, die von der Rathausgasse aus zu sehen sind, sind zwei Tafeln angebracht. Die rechte Tafel zeigt den Hinweis „Welterbe werden“ für das „Jüdisch-mittelalterliche Erbe Erfurt“. Die vom Betrachter aus gesehen linke Tafel macht darüber hinaus auf das erst kürzlich gestartete DFG-Forschungsprojekt aufmerksam. Damit die Forschungsarbeiten im Steinsaal ungehindert weitergehen, können beide Tafeln jederzeit entfernt und wieder montiert werden.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das gemeinsame Projekt von Technischer Universität Berlin, Fachhochschule Erfurt, Stadtverwaltung Erfurt und Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg über zwei Jahre mit zirka 370.000 Euro. Das interdisziplinäre Projekt beteiligt Bauforscher, Restauratoren, Geschichtswissenschaftler und Kunsthistoriker. Es kann also damit gerechnet werden, daß in den kommenden Jahren Spannendes und bisher Unbekanntes zu Tage tritt. Davon wird ohne Zweifel auch die Erfurter Unesco-Bewerbung profitieren, denn aktuelle Forschungsergebnisse sind unentbehrlicher Bestandteil eines jeden Welterbeantrags.

SYBILLE GLAUBRECHT

 

05.07.2015


04.07.2015: „Auf soliden Einlagenschutz vertrauen“

Volksbank Eisenberg informiert über Umsetzung neuer EU-Richtlinie zur Einlagensicherung.

 Im Zuge der Bankenkrise 2007/08 einigten sich die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) auf einen verbesserten, gesetzlich geregelten Anlegerschutz. Diese Neuregelung trat ab dem 3. Juli 2015 in Kraft. Bis dahin mußten alle europäischen Banken an bankenfinanzierte Sicherungsfonds angeschlossen sein, die im Falle einer Insolvenz Spareinlagen in Höhe von bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank garantieren.

„Für unsere Kunden bleibt alles beim Alten“, sagt Klaus Euler, der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Eisenberg. „Denn die Volks- und Raiffeisenbanken greifen bereits seit über 80 Jahren auf ein eigenes Sicherungssystem zurück, das viel mehr leistet, als der Gesetzgeber jetzt verlangt.“ Diese freiwillige Sicherungseinrichtung der Genossenschaftsbanken bietet einen umfassenden Institutsschutz. Das heißt, bevor eine Bank pleite geht, fangen die anderen beteiligten Institute sie auf und sichern damit die Einlagen der Kunden – und zwar in voller Höhe, auch über 100.000 Euro hinaus. Von der BVR-Sicherungseinrichtung geschützt sind Spareinlagen, Sparbücher, Sparbriefe, Termineinlagen, Festgelder und Sichteinlagen auf Girokonten von Privatpersonen und Unternehmen. Das teilte das Eisenberger Geldinstitut am 2. Juli in einer Presseerklärung mit. Dieser Institutsschutz bleibe auch in Zukunft bestehen. „Unsere Kunden können wie bisher auf unseren soliden Einlagenschutz vertrauen“, so Klaus Euler. Die Kundeneinlagen bleiben aufgrund der Institutssicherung des Bundesverbandes der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) auch künftig vollumfänglich geschützt.

Neben diese bisherige freiwillige BVR-Sicherungseinrichtung mit ihrem Institutsschutz tritt nun ein weiteres Sicherungssystem namens „BVRInstitutssicherung GmbH“. Als hundertprozentige Tochter des BVR gewährleistet sie den gesetzlichen Schutzumfang in Höhe von 100.000 Euro je Kunde und Bank und stellt zugleich den Institutsschutz für die Banken der genossenschaftlichen Finanz-Gruppe bereit. Der bewährte genossenschaftliche Institutsschutz bleibt also auch unter der neuen Gesetzgebung bestehen.

In den kommenden Tagen wolle die Volksbank Eisenberg ihre Kunden pflichtgemäß per Post über die Anpassungen des bestehenden Sicherungssystems an die neuen gesetzlichen Regelungen informieren.

Seit Bestehen der BVR-Sicherungseinrichtung, nunmehr seit 80 Jahren, hat es noch nie eine Insolvenz einer angeschlossenen Bank gegeben; daher mußten noch nie Einleger entschädigt werden.

SEBASTIAN HOLLSTEIN

 

04.07.2015


04.07.2015: Veränderte Aufgaben

Neue Medienwelten verändern Aufgaben der Landesmedienanstalten: Thüringen als Vorsitzland Gastgeber des Gremientreffens 2015 der Landesmedienanstalten von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

 Die Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten der mitteldeutschen Länder (AML) traf sich am 27. und 28. Juni 2015 in Erfurt zu ihrer jährlichen Klausurtagung. Die ehrenamtlichen Gremienvertreter der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM), der Medienanstalt Sachsen-Anhalt (MSA) und der Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) waren zusammengekommen, um gemeinsame Aufgaben und Themenstellungen abzustimmen sowie über zukünftige Herausforderungen in der Medienaufsicht zu diskutieren.

Neben dem internen Austausch zu gemeinsamen Veranstaltungen und Aktivitäten war ein Schwerpunkt des Treffens der medienpolitische Austausch mit dem Chef der Thüringer Staatskanzlei, Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff (Die Linke). Die Vertreter der Landesmedienanstalten tauschten ihre Ansätze und Positionen hinsichtlich der föderalen Medienordnung und den veränderten Aufgaben der Landesmedienanstalten in neuen Medienwelten aus.

In einem weiteren Schwerpunkt informierte Katrin Stoffregen, Repräsentantin der Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten bei der Europäischen Union in Brüssel, über den aktuellen Stand der digitalen Agenda. Insbesondere berichtete sie über den Fortschritt bei den Verhandlungen zwischen Parlament, Rat und Kommission über eine Richtlinie zur Netzneutralität.

Von Seiten der TLM, die derzeit den Vorsitz der ALM innehat, resümierten Direktor Jochen Fasco und Versammlungsvorsitzender Johannes Haak abschließend die gute, vertrauensvolle Zusammenarbeit der Arbeitsgemeinschaft und würdigten neu entstandene Projekte, wie den in diesem Jahr erstmals von SLM, MSA und TLM zusammen mit dem MDR vergebenen Medienkompetenzpreis Mitteldeutschland sowie das gemeinsame medienpädagogische Mediencamp der Landesmedienanstalten. Weitere gemeinsame Projekte sind unter anderem der Medientreffpunkt Mitteldeutschland (MTM) sowie der Rundfunkpreis Mitteldeutschland in den Sparten Bürgermedien, Lokalfernsehen und Hörfunk.

PM-AML

 

04.07.2015


03.07.2015: „Ziel greifbar“

Feldversuch für intelligentes Ladungsnetzwerk startet im Herbst in Erfurt.

Das intelligente Ladungsnetzwerk (iLan) geht in die nächste Runde: Ab dem kommenden Herbst wollen die Fachhochschule Erfurt als Ideengeber des Projekts sowie die Elvis AG und die übrigen Partner zeigen, daß das Modell auch in der Praxis funktioniert. Ziel von iLan ist es, mittels eines ausgeklügelten Algorithmus Ladungstransporte im Begegnungsverkehr zu ermöglichen. Der intelligente Austausch von Komplettladungen soll dazu führen, daß ein Lkw innerhalb der Lenkzeiten in sein Heimatdepot zurückkehrt. Zum einen soll der Fahrer so abends wieder bei seiner Familie sein können. Zum anderen sollen sich auf diese Weise Produktivität und Wirtschaftlichkeit der Lkw verbessern, da sie am gleichen Tag mit einem anderen Fahrer erneut auf die Reise gehen können.

Andy Apfelstädt, Mitglied des Projektteams der FH Erfurt, sieht iLan auf einem guten Weg: „Wir haben die Machbarkeit nachgewiesen, damit ist das Ziel nun greifbar.“ Grundlage der Machbarkeitsstudie ist ein 500.000 Sendungsdaten großer Datensatz, den die 17 beteiligten Speditionen den Erfurter Wissenschaftlern zur Verfügung gestellt hatten. Jochen Eschborn, Vorstandsvorsitzender der Elvis AG, sieht in der hohen Beteiligung ein positives Signal: „Wir sind guter Dinge, daß wir in absehbarer Zeit ein leistungsfähiges Netz aufgebaut haben, in dem Ladungstransporte im Begegnungsverkehr abgewickelt werden.“

Von den analysierten Sendungsdaten hätten Apfelstädt zufolge 23 Prozent, was umgerechnet 7500 Transporten entspricht, ohne weiteres über iLan abgewickelt werden können. „Dieser Wert ist eine sehr solide Basis für einen Feldversuch; zumal er exponentiell steigt, je mehr Speditionen sich beteiligen“, erklärt Apfelstädt.

Herzstück von iLan ist ein Modell, das von Mathematiker Bernd Nieberding entwickelt wurde. Unter Berücksichtigung von Ladungsaufkommen und Abfahrten berechnet der Algorithmus in Echtzeit die optimalen Begegnungsverkehre. In zahlreichen Simulationen habe sich das Modell bereits bewiesen. „Und das in einem Maße, das wir nicht erwartet haben“, freut sich Apfelstädt.

Ab Herbst muß das System nun auf der Straße zeigen, was es kann. Dann werden die Elvis AG und die anderen beteiligten Speditionen die Daten ihrer aktuellen Transporte an iLan senden, aus denen dann die bestmöglichen Begegnungsverkehre berechnet werden. Dabei werden nicht nur klassisch paarige Verkehre identifiziert, sondern zudem auch die optimalen Verknüpfungen aller zur Verfügung stehenden Sendungen erzeugt. Im Ergebnis treffen sich zwei Fahrer, die ansonsten die gleiche Strecke in entgegengesetzte Richtung gefahren wären, auf halbem Weg, tauschen ihre Ladungen und kehren in ihr Heimatdepot zurück. Aufgrund der beschränkten Lenkzeiten darf die Strecke dabei höchsten 580 Kilometer lang sein. Denn das System macht nur Sinn, wenn die Gespanne am Ende der erlaubten Lenkzeit wieder auf dem heimischen Betriebshof stehen.

Das sei eigentlich nichts Neues. Stückgut-Systeme würden dies schon seit Jahren erfolgreich praktizieren. „Nur bei Komplettladungstransporten wird statt zu standardisieren traditionell für jeden Kunden eine Extrawurst gebraten“, sagt Elvis-Vorstand Jochen Eschborn. Anlieferung mit Gabelstapler, Anlieferung zu einem fixen Termin, und so weiter. Das drücke natürlich die Produktivität. Daran kranke die ganze Branche. Fahrzeuge mit deutschen Kennzeichen und deutschen Fahrern seien daher im Ladungsverkehr heute allenfalls noch begrenzt wettbewerbsfähig. „Das wollen wir mit iLan ändern. Wenn es uns gelingt, die Ladungsverkehre zu industrialisieren, also Fahrerarbeitszeit und Fahrzeugeinsatzzeit zu entkoppeln, sind Kostenersparnisse bis zu 20 Prozent möglich“, ist sich Eschborn sicher.

Die Elvis AG (Europäischer Ladungs-Verbund Internationaler Spediteure) ist das größte Transportnetz Europas – und mit mehr als 150 Partnern mit über 250 Standorten in Deutschland und in über 20 europäischen Ländern ein internationales Lkw-Komplettladungsnetzwerk. Gegründet im Jahr 2006 verfügt die Elvis AG über eine Flotte von über 15.000 Lkw, welche pro Monat rund 7,5 Millionen Tonnen Ladung bewegen. Neben dem „Full Load Network“ und dem „Volume Load Network“ mit über 2500 Jumbo-Zügen und dem „Cool Load Network“ mit etwa 1200 Fahrzeugen trägt auch das „Part Load Network“ und das neue Baustoffnetzwerk der Elvis AG zu dieser Zahl bei. Es ist das erste System Deutschlands, das Teilladungen wirtschaftlich, termingerecht und ohne aufwendige Ladungskombinationen innerhalb Deutschlands und dem benachbarten Ausland befördert. Die Flottensteuerung wird zentral über die Hauptdisposition im bayerischen Alzenau gesteuert und garantiert durch das flächendeckende Partnernetzwerk eine europaweite Laderaumsicherheit.

SG-PM

 

03.07.2015

 

 

Auf einem guten Weg: Das Ladungsnetzwerk iLan soll künftig den intelligenten Tausch von Komplettladungen ermöglichen.

Foto: EAG-ARCHIV

 

 

Nächste Runde: Andy Apfelstädt vom iLan-Projektteam der FH Erfurt kündigte an, im Herbst einen Feldversuch zu starten.

Foto: SG-ARCHIV

 


03.07.2015: Profil schärfen

Professor Volker Zerbe zum Rektor der Fachhochschule Erfurt ernannt.

Thüringens Wissenschaftsstaatssekretär Markus Hoppe hat Prof. Dr. Volker Zerbe zum neuen Präsidenten der Fachhochschule Erfurt ernannt. Zerbe wird künftig die Amtsbezeichnung „Rektor“ tragen. Er hatte das Amt seit November 2014 kommissarisch geführt, nachdem ihn der Hochschulrat der Hochschule einstimmig gewählt hatte.

„Professor Zerbe hat bereits als Vizepräsident und vorläufiger Leiter der FH Erfurt seine Führungsqualitäten unter Beweis gestellt“, sagte Hoppe. Zerbe habe es verstanden, die Fachhochschule nach der vorangegangenen langen Vakanz wieder in ein geordnetes Fahrwasser zu führen. Seine Aufgabe sei es nun, die Fachhochschule auf künftige Herausforderungen einzustellen – ihr Profil zu schärfen, die Qualität der Lehre zu sichern, das Weiterbildungsangebot auszubauen und die Kooperation mit den Thüringer Hochschulen voranzubringen.

Der 1962 in Ilmenau geborene Zerbe studierte Technische Elektronik an der TU Sofia (Bulgarien) und war von 1986 bis 1991 wissenschaftlicher Mitarbeiter, seit 1991 – nach der Promotion zum Dr.-Ing. – wissenschaftlicher Assistent an der TU Ilmenau. Ab dem Jahr 2010 Professor an der Fakultät für Gebäudetechnik und Informatik an der Fachhochschule Erfurt, war Zerbe seit 2011 Mitglied des Senats und seit 2012 Vizepräsident für Forschung und Kooperation der Fachhochschule Erfurt. Im April übernahm Professor Zerbe die vorläufige, Ende 2014 die kommissarische Leitung der Einrichtung.

Die Fachhochschule Erfurt hat aufbauend auf eine langjährige Tradition im Gartenbau und Bauwesen am Standort Erfurt seit ihrer Gründung im Oktober 1991 ein breites interdisziplinäres Studienangebot entwickelt. In ihren sechs Fakultäten werden insgesamt 16 Bachelor- und 17 Masterstudiengänge in den Fachrichtungen Angewandte Informatik, Architektur, Bauingenieurwesen, Bildung und Erziehung von Kindern, Gartenbau, Gebäude- und Energietechnik, Forstwirtschaft, Landschaftsarchitektur, Konservierung und Restaurierung, Soziale Arbeit, Stadt- und Raumplanung, Verkehrs- und Transportwesen sowie Wirtschaftswissenschaften angeboten. Anwendungsbezogene Forschungsschwerpunkte der FH liegen in den Bereichen „Innovative Verkehrssysteme und effiziente Logistiklösungen“, „Kindheit, Jugend, soziale Konfliktlagen“, „Nachhaltiges Planen und Bauen, Landnutzungs- und Ressourcenmanagement“. Das breite Fächerspektrum ermöglicht die interdisziplinäre Bearbeitung von Projekten. Im Sommersemester 2015 sind etwa 4000 Studierende eingeschrieben.

 STEPHAN KRAUSS

 

03.07.2015

 


02.07.2015: Unterstützung zugesagt

Industriestandort „Gotha-Süd“ wird entwickelt.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee(SPD) hat Unterstützung für eine zügige Entwicklung des Industriestandorts „Gotha-Süd“ zugesagt. „Der Flächenbedarf in der Stadt sowie die Verkehrsanbindung und Lage sprechen für den Standort“, sagte Tiefensee am 1. Juli bei einem Besuch Gothaer Unternehmen und Einrichtungen. „‚Gotha-Süd‘ wird einen Impuls für die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Stadt setzen.“

Die Industriefläche hat eine Nettofläche von 35 Hektar und ist über die Bundesstraße 247 und die unmittelbare Nähe zur Autobahn 4 bereits hervorragend an das überregionale Verkehrsnetz, aber auch an die bestehenden Gewerbestandorte in der Region angeschlossen. Ansiedlungsinteresse liegt vor: Bei der Stadt Gotha gehen immer wieder Anfragen von Unternehmen nach entsprechend größeren zusammenhängenden Flächen ein.

Grundlage der Entscheidung ist eine Machbarkeitsstudie der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG), die zu dem Ergebnis kommt, daß eine Erschließung wirtschaftlich umgesetzt werden kann. Die LEG und die Stadt Gotha werden das Projekt nun gemeinsam entwickeln. Das Vorhaben soll über die nächsten Jahre schrittweise umgesetzt werden.

STEPHAN KRAUSS

 

02.07.2015


02.07.2015: Anschauliche Erklärungen

Hochschule als Ideenschmiede: Beim diesjährigen Nordthüringer Gründungsideenwettbewerb belegten zwei der drei besten Plätze Studierende der Hochschule Nordhausen.

Auch in diesem Jahr rief das „Business and Innovation Centre Nordthüringen“ den Wettbewerb um die besten Gründungsideen im Erfurter und Nordthüringer Raum aus. Bis zum 30. Mai konnten Ideen jeglicher Art und jeglichen Entwicklungsstandes online eingereicht werden. Zehn Gründungsideen traten den Wettbewerb an. Davon sind vier Ideengeber Studierende der Hochschule Nordhausen. Zwei davon haben einen der ersten drei Plätze erreicht und damit eine Geldprämie erhalten. Der erste Platz mit 500 Euro, der zweite Platz mit 300 Euro und der dritte Platz mit 200 Euro, gesponsert durch vier Nordthüringer Sparkassen.

Um einen der begehrten Plätze zu gewinnen, ist eine Präsentation vor einer vierköpfigen Jury im „Business and Innovation Centre“ am Standort Sondershausen, erforderlich. Die Präsentatoren hatten fünf Minuten Zeit, die Jury von ihrer Gründungsidee zu überzeugen. „Es ist interessant, wie unterschiedlich die Ideengeber an die Darstellung ihrer Idee herangehen. Der eine erzählt eine bewegende Geschichte über die Entstehung seiner Idee, ein anderer präsentiert bereits ein fertiges Produktvideo. Und eine bei einer weiteren Idee wird an Hand von selbstgebackenem Kuchen die technologische Neuerung anschaulich erklärt“, sagt Dr. Kareen Schlangen, Gründungsberaterin der Hochschule Nordhausen.

Den dritten Platz erreichte das Team Alexander Wiedemann (Student der Technischen Informatik), Patrick Hildebrandt (Student der Internationalen Betriebswirtschaft) und Michael Rabanda (bereits als Ingenieur tätig). Ihre Idee ist es, einen Kühlschrank im Hochpreissegment zu entwickeln, der in sich neueste Technologien der Reinigung, Materialverwendung und Handhabung vereint.

Ein gemischtes Studierendenteam aus der Fachhochschule Jena (Florian Krippendorf und Constantin Csato) und der Hochschule Nordhausen (Benjamin Tom, Student des Masters Wirtschaftsingenieurwesen) belegte den ersten Platz. Ihre Produktinnovation ist ein Energiefilter für Implantationsanlagen, der Halbleitermaterialien kostengünstiger dotiert.

Alle eingereichten Ideen haben nun die Chance, beim Ideenwettbewerb auf Landesebene mitzumachen, der im Herbst beginnen wird. Jedes Jahr startet die Wettbewerbskampagne in Thüringen. Die erste Stufe ist der Ideenwettbewerb auf Regionalebene, wie der Nordthüringer Ideenwettbewerb.

TINA BERGKNAPP

 

02.07.2015


02.07.2015: Faszinierender Effekt

Warum wir räumlich sehen können: Professor der Ernst-Abbe-Hochschule Jena hielt Vortrag zum „Jahr des Lichts“ in Meiningen.

3D-Darstellungen in Bild, Film und Fernsehen waren Themen eines Vortrags, den Prof. Dr. Burkhard Fleck, Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena, kürzlich im Rahmen einer Vortragsreihe zum „Internationalen Jahr des Lichts“ in der Meininger Galerie „Ada“ hielt.

Seit einigen Jahren macht die Technik immer mehr Fortschritte, um dreidimensionale Erlebnisse virtuell zu ermöglichen: Beinahe jeder hat sich schon vor einer überraschend realistischen Explosion erschreckt oder ist durch bizarre Welten gewandert, ohne dabei seinen gemütlichen Kinosessel zu verlassen.

Immer öfter werden Filme in 3D produziert, und 3D-Kinos sind heute schon fast eine Selbstverständlichkeit. Auch zahlreiche neue Fernseher sind bereits standardmäßig mit der zusätzlichen Funktion ausgestattet.

Doch wie funktionieren diese Systeme eigentlich? Wenn man sich einen neuen Fernseher zulegen möchte, muß man sich zwischen Passiv- und Aktivbrillen entscheiden. Was sind die physikalischen Grundprinzipien für diese Brillen und worin liegen die Unterschiede? Warum können wir überhaupt räumlich sehen? Die wenigsten von uns wissen, wie die Stereoskopie, also der vorgetäuschte Eindruck von räumlicher Tiefe, zustande kommt.

Professor Fleck erläuterte sehr anschaulich das Prinzip hinter dem faszinierenden Effekt. Anhand einfacher Experimente nahm der Wissenschaftler, der Technische Optik und Physik im Fachbereich SciTec der EAH Jena lehrt, sein Publikum in die 3D-Welten mit.

SIGRID NEEF

 

02.07.2015

 

 

Prinzip anschaulich erläutert: Prof. Dr. Burkhard Fleck und seine Kollegin Prof. Dr. Marlies Patz sowie ein Student des Fachbereichs SciTec der EAH Jena (von links nach rechts) bei der Eröffnungswoche des „Internationalen Jahr des Lichts“ im Januar 2015 in der Goethe-Galerie Jena.

Foto: STEFANIE REUTER


01.07.2015:  Erfahrungen sammeln

Zimmererpraktikanten aus der französischen Partnerregion in Erfurt.

Acht französische Zimmererlehrlinge absolvieren bis zum 18. Juli für drei Wochen ein Betriebspraktikum in Erfurt. Die zwischen 15 und 20 Jahre alten Jungen kommen aus Besançon in der Franche-Comté, einer Partnerregion von Thüringen, und machen ihre Ausbildung bei der renommierten Handwerkervereinigung „Les Compagnons du Devoir“. Diese schickt ihre Lehrlinge bereits seit 2010 nach Erfurt.

Der Europa Service Mittelthüringen organisiert seit fünf Jahren das Praktikums- und Rahmenprogramm für die Lehrlingsgruppen und plaziert die jungen Franzosen bei langjährigen Partnern in Erfurter Betrieben. Dieses Mal engagieren sich die Zimmereien Pohl, Eckard und Rothhardt, Schüler-Petzold-Christ, Alpha GmbH sowie Treppenbau Schröter.

Im Herbst erwartet der Europa Service weitere Gruppen aus Frankreich - Bäcker, Kesselbauer und Tischler werden dann ihre Erfahrungen in der Thüringer Landeshauptstadt Erfurt sammeln.

ULRIKE ENDERS

 

01.07.2015

 

 

Praktikum in Thüringen: Französische Zimmererlehrlinge während ihres ersten Stadtrundgangs in Erfurt  mit dem Ausbilder Etienne Leclercq und der Dolmetscherin Alicia Deleuze.

Foto: ESM-ARCHIV


01.07.2015: Erfreut über Vielfalt

„Kinder und Jugendliche und natürlich auch ältere Generationen sollen sich noch besser in den digitalen Medien zurechtfinden“: Thüringens stellvertretende Ministerpräsidentin Heike Taubert (SPD) besuchte die Thüringer Landesmedienanstalt.

Die stellvertretende Ministerpräsidentin und Thüringer Finanzministerin Heike Taubert (SPD) informierte sich am 30. Juni in der Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) über die Themenfelder und aktuellen Herausforderungen der Arbeit in dieser Einrichtung. Sie tauschte sich mit dem TLM-Direktor Jochen Fasco und Mitarbeitern über die Veränderung in der digitalen Medienwelt und damit verbundene Herausforderungen und aktuelle Fragen sowie zur weiteren Entwicklung des Medienstandortes Thüringen aus.

Angesprochen wurden unter anderem die Erfahrungen der Thüringer Landesmedienanstalt mit der neuen Finanzierungsgrundlage durch die Haushaltsabgabe mit Blick auf die demographische Entwicklung. Im Gespräch ging es auch um die Finanzierung von Jugendschutzprogrammen im Internet und die Unterstützung beim Ausbau von DAB+ für den privaten Rundfunk nach Möglichkeit durch einen Teil der Erlöse der Versteigerung des 700 MHz-Bandes. Auch die künftige Finanzierung von Bürgermedien sowie die Medienbildungsarbeit der TLM im Freistaat wurden vertieft. Die TLM finanziert diese Aufgaben mit zirka der Hälfte ihrer Einnahmen.

Beim anschließenden Besuch des Thüringer Medienbildungszentrums der TLM informierte sich die Ministerin im Gespräch mit Medienpädagogen über die Projektarbeit mit Schulen, Kindergärten sowie Jugend-, Familien- und Mehrgenerationen-Einrichtungen. Sie zeigte sich insgesamt erfreut über die Vielfalt und die Bedeutung der Themenfelder in der TLM und betonte: „Kinder und Jugendliche und natürlich auch ältere Generationen sollen sich noch besser in den digitalen Medien zurechtfinden. Es braucht dafür Einrichtungen wie die TLM, die dabei hilft. Menschen brauchen vor allem auch praktische Erfahrungen im Umgang mit Medien, um sie richtig und verantwortungsvoll nutzen zu können.“

PI-TLM

 

01.07.2015

 

 

Thüringer Finanzministerin Heike Taubert (SPD) und Jochen Fasco, Direktor der Thüringer Landesmedienanstalt: Austausch über Veränderungen in der digitalen Medienwelt.

Foto: TLM-ARCHIV

 

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