Nachrichten aus dem Freistaat Dezember

Dezember 2015

31.12.2015: „Problemen mit Besonnenheit, aber auch mit Entschlossenheit stellen“

Thüringens Landtagspräsident Christian Carius (CDU) blickt mit Freude und Dankbarkeit auf das Jahr 2015 zurück.

„Viele Menschen schauen in diesen Tagen auf das vergangene Jahr zurück und ziehen Bilanz“, wendete sich Thüringens Landtagspräsident Christian Carius (CDU) am 29. Dezember auf der Internetseite des Thüringer Landtags an die User. „Ich hoffe, daß diese Bilanz für Sie und alle, die Ihnen nahestehen, positiv ausfällt. Daß Sie im Rückblick sagen dürfen: Es war ein gutes Jahr. Und sollten Sie Schweres erfahren und getragen haben, wünsche ich Ihnen Kraft und Zuversicht.“

Mit Blick auf das endende Jahr resümierte Carius, „vor allem Grund zur Freude und Dankbarkeit – denn wir konnten am 3. Oktober 25 Jahre Deutsche Einheit feiern“. Auch wir hier in Thüringen würden seitdem in Freiheit leben, könnten reisen, wohin wir wollten, aussprechen, was wir denken. Unser Land sei noch viel schöner geworden als es ohnehin war. Der Blick auf unsere Städte und Dörfer zeige uns das jeden Tag.

„Heute stehen wir vor neuen, bisher ungeahnten Herausforderungen. Nach den Anschlägen von Paris fühlen sich viele Menschen bedroht. Wir suchen Sicherheit in einer unsicheren Welt. Einfache Lösungen scheinen attraktiv. Doch die Welt ist komplex, zu komplex für einfache Versprechungen. Wir werden uns den Problemen mit Besonnenheit, aber auch mit Entschlossenheit stellen. Tausende Menschen sind zu uns gekommen, auch, weil sie vor dem Terror fliehen mußten. Oder weil sie in ihrer Heimat politisch oder religiös verfolgt werden.“

Das alles, so Carius, werde eine große Herausforderung für das neue Jahr 2016. „Wir haben so vieles geleistet und geschafft. Mit Engagement in der Sache und mit persönlicher Zuwendung werden wir auch das schaffen.“

PI-TL

 

31.12.2015


30.12.2015: Karrierepläne in der Region verwirklichen

Stipendium für die Besten: Ostthüringer IHK zeichnet ehemalige Azubis mit Weiterbildungsförderung aus.

Für 18 junge Leute aus Ostthüringen war es ein besonderer Tag, als sie kürzlich in der Ostthüringer Industrie- und Handelskammer (IHK) die Urkunden für ein Weiterbildungsstipendium des Bundesministeriums für Bildung und Forschung überreicht bekamen. Die IHK berichtete in einer Pressemitteilung am 21. Dezember darüber, daß die jungen Leute ihre Abschlußprüfung in einem IHK-Beruf mit einem Notendurchschnitt von mindestens 1,9 und besser bestanden. Sie konnten sich damit im Auswahlverfahren durchsetzen. Mit der Auszeichnung können die talentierten Berufseinsteiger nun drei Jahre lang insgesamt 6000 Euro für die berufliche Weiterbildung nutzen.

Zu den Ausgezeichneten gehört Chemiekant Anton Hauser, der im Bad Köstritzer Chemiewerk seine Lehre vorzeitig sehr erfolgreich abschloß. Das Stipendium will er in die berufsbegleitende Qualifikation zum Industriemeister Chemie investieren. Denn für ihn steht fest: Seine weiteren Karrierepläne möchte er in der Region und im Ausbildungsunternehmen verwirklichen.

Auf die betriebliche Unterstützung bei ihren weiteren beruflichen Zielen kann auch Einzelhandelskauffrau Franziska Marlies Klein bauen. Beschäftigt bei Globus Isserstedt plant die Jenaerin jetzt die Weiterbildung zum Handelsfachwirt. „Besonders gefällt mir das gute Arbeitsklima“, schwärmt die junge Frau.

IHK-Mitarbeiter Wieland Huß, gab den jungen Leuten viele Tips, das Programm individuell zu nutzen, zum Beispiel für die Fortbildung zum Wirtschaftsfachwirt, Techniker, Industriemeister oder auch für fachübergreifende Weiterbildungen.

Seit 1991 wurden über die Ostthüringer IHK insgesamt 730 Stipendiaten mit zirka zwei Millionen Euro gefördert.

Das Weiterbildungsstipendium des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unterstützt besonders talentierte und motivierte Berufseinsteiger, sich in ihrem Beruf zu entwickeln, neue Kompetenzen und Fertigkeiten aufzubauen aber auch mit fachübergreifenden Weiterbildungen den Horizont zu erweitern. Lebenslanges Lernen ist ein Baustein für den beruflichen Erfolg.

PM-IHK

 

30.12.2015


29.12.2015: „Entwicklung ist nicht mehr aufzuhalten“

Unternehmen sehen Nachholbedarf bei Digitalisierung: Erfurter Industrie- und Handelskammer richtet „Kompetenzzentrum Wirtschaft 4.0“ ein.

Laut einer aktuellen Studie des Digitalverbandes Bitkom sieht sich jedes zweite deutsche Unternehmen beim Thema Digitalisierung im Rückstand. Das neu eingerichtete „Thüringer Kompetenzzentrum Wirtschaft 4.0“ will das Tempo der Vernetzung von Produktionsvorgängen nun forcieren. Gemeinsam mit dem Freistaat Thüringen und anderen Wirtschaftskammern initiierte die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt das Zukunftsprojekt.

„Nicht nur für die Automobilzulieferindustrie und Logistikunternehmen, sondern auch für Verkehr, Handel und Dienstleister, Ingenieure und Handwerksbetriebe in Thüringen ist Wirtschaft 4.0 eine existenzielle Zukunftschance“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Prof. Gerald Grusser. Die Studie belege, daß die Unternehmen vor einer großen strategischen Herausforderung stehen. Etwa 80 Prozent der 550 Befragten hielten die Digitalisierung der Unternehmensprozesse strategisch für wichtig oder sehr wichtig. Gerade einmal 39 Prozent hätten bereits Wirtschaft 4.0-Lösungen implementiert; die große Mehrheit befinde sich aber noch im Planungs- und Diskussionsprozeß oder lehne die Einführung derartiger Methoden sogar ab. Auch hohe Investitionskosten und das Fehlen einheitlicher Standards hielten derzeit noch viele Unternehmen von Maßnahmen zurück. Darüber hinaus würden vor allem Unsicherheiten hinsichtlich der IT-Sicherheit und rechtlicher Rahmenbedingungen sowie ein hoher Qualifizierungsbedarf der Mitarbeiter in Bezug auf digitale Prozesse die Thüringer Unternehmen hemmen.

„Gerade die Mittelständler und kleinen Betriebe des Freistaats stehen vor der Herausforderung, die Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse voranzutreiben. Das Thüringer Kompetenzzentrum Wirtschaft 4.0 will sie dabei professionell unterstützen und praktische Umsetzungswege aufzeigen, denn die Entwicklung ist nicht mehr aufzuhalten“, erklärt der IHK-Chef.

Das mit Unterstützung des Freistaats Thüringen, der IHK Erfurt, der Handwerkskammer (HWK) Erfurt sowie der Ingenieurkammer Thüringen eingerichtete Zentrum helfe dabei, Hemmnisse abzubauen und Unternehmen zur Digitalisierung und Vernetzung innerbetrieblicher Abläufe zu beraten. Außerdem fungiere es als erster Ansprechpartner für und als Schnittstelle zwischen Unternehmen, Politik und Forschungseinrichtungen.

„Wirtschaft 4.0“ beschreibt die vierte Stufe der industriellen Revolution, die mit der Digitalisierung und Vernetzung von Produktionsvorgängen einhergeht.

PM-IHKE-TKZW

 

29.12.2015


28.12.2015: Starke Zugewinne

Ein gutes Jahr für die Südthüringer Wirtschaft: IHK Südthüringen blickt auf 2015 zurück und gibt erste Prognose für 2016 ab.

Die Südthüringer Unternehmen blicken auf ein erfolgreiches Jahr zurück. In einem wirtschaftlichen Umfeld mit nur geringer Dynamik ist die Südthüringer Wirtschaft nach einer ersten Schätzung der Industrie- und Handelskammer Südthüringen (IHK) in diesem Jahr um 1,6 Prozent gewachsen. Wachstumstreiber seien der starke private Verbrauch und Zugewinne auf den Auslandsmärkten. In den kommenden Monaten könnte das Wachstum nochmals an Stärke gewinnen. Allerdings würden die Hemmnisse aus der Politik zunehmen, die das marktwirtschaftliche Korsett mit einer steigenden Regulierungsdichte immer enger schnüren.

„Ende September 2015 sendete die amtliche Statistik verstörende Botschaften über die Entwicklung der Thüringer Wirtschaft aus: Nach ihren Berechnungen ist die Thüringer Wirtschaft im ersten Halbjahr um lediglich 0,4 Prozent gewachsen. Inzwischen liegen jedoch weitere Daten vor, die zeigen, daß die Entwicklung in Südthüringen um einiges besser verlaufen ist. Treibende Kraft war die Südthüringer Industrie, die mehr als doppelt so stark zugelegt hat wie die Thüringer Industrie insgesamt.“ Das teilte die Südthüringer Industrie- und Handelskammer am 17. Dezember 2015 in einer Presseerklärung mit.

Die Südthüringer Industrie realisiere starke Zugewinne auf den Auslandsmärkten, weil jetzt zunehmend die Internationalisierungsstrategien von Südthüringer Unternehmen greifen würden. Zugleich könne sie in ganz besonderer Weise auch von der starken Nachfrage der privaten Verbraucher profitieren, denn mehr als 20 Prozent der Südthüringer Industriebetriebe stellen vor allem Waren her, die überwiegend im privaten häuslichen Bereich verwendet und verzehrt werden. Auf diese Weise würde sich bislang ein Export-Wachstum um acht Prozent ergeben, mehr als in Thüringen mit sechs Prozent, und ein Zuwachs des Inlandsabsatzes um fünf Prozent, was erheblich mehr als in Thüringen mit einem Prozent sei.

„Die Beschäftigung und die Einkommen steigen. Angesichts der niedrigen Zinsen ist es für die Verbraucher nur vernünftig, das Eigenheim zu renovieren, sich neu einzurichten, nett essen zu gehen oder sich einen schönen Urlaub zu gönnen. Die Südthüringer Unternehmen merken das. Für das Gastgewerbe und den Einzelhandel läuft es dieses Jahr hervorragend. Auch das Baugewerbe kann die Winterpause eigentlich nicht brauchen. Trotzdem wollen wir für den Tourismus im Thüringer Wald auf einen richtig schönen Winter hoffen“, erklärte Dr. Peter Traut, Präsident der IHK Südthüringen.

Mit knapp 39 Millionen Arbeitnehmern hat die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal 2015 einen neuen Beschäftigungsrekord erreicht. Die Südthüringer Wirtschaft schafft seit 2006 jedes Jahr zusätzliche Arbeitsplätze. Im letzten Jahr habe sich das Wachstum jedoch aufgrund der demographischen Entwicklung stark verlangsamt. Die Folge: Jedes zweite Unternehmen berichte über Fachkräfteengpässe. Zugleich würden die Einkommen steigen. Im letzten Jahr, also noch vor Einführung des gesetzlichen Mindestlohns, stiegen die Bruttoverdienste im Thüringer produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich um 4,2 Prozent, der stärkste Anstieg in Deutschland.

„Der Mindestlohn bedeutet für die Beschäftigten einen neuerlichen Einkommensanstieg. Für die Wirtschaft stehen der zunehmenden Binnennachfrage aber wachsende Arbeitskosten gegenüber. Und der Mindestlohn ist nicht die einzige Regulierung. Die Rente mit 63 steigert Engpässe im Facharbeitersegment, das geplante Entgeltgleichheitsgesetz und die geplante Regulierung der Zeitarbeit greifen tief in Geschäftsabläufe ein. Auch die Thüringer Landesregierung schränkt unternehmerisches Handeln zunehmend ein. Zum Bildungsfreistellungsgesetz tritt nun vielleicht der Wassercent als weitere Belastung für die Unternehmen in Kraft. Jede Maßnahme für sich genommen mag in guten Zeiten für die Wirtschaft verkraftbar sein, in Summe beschädigt die Politik jedoch die Standortattraktivität“, so Traut.

Der arbeitnehmerfreundliche Kurs der Thüringer Landesregierung sorge ebenso wie die Renaissance des sozialstaatlichen Denkens auf Bundesebene für Sorge und Unsicherheit in der Unternehmerschaft. Nicht umsonst würden inzwischen in der vierten Konjunkturumfrage in Folge 50 Prozent der Unternehmen angeben, daß die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen ein erhebliches Konjunkturrisiko darstellen.

„Für unternehmerische Entscheidungen benötigt man Vertrauen in verläßliche Rahmenbedingungen. Mit jeder weiteren sozialstaatlichen Regulierung untergräbt die Politik gerade dieses Vertrauen. Vertrauensverluste führen uns früher oder später in den Abschwung. Die Politik ist daher gut beraten, zu einem wirtschaftsfreundlichen Kurs zurückzukehren“, forderte Traut.

PM-IHKS

 

28.12.2015


26.12.2015: „Überschreitungen können vermieden werden“

Öffentliche Hand in Deutschland muß schnellstmöglich wieder zu verantwortungsvollem Bauherren werden: Wirtschaftsrat fordert, für kommunale Großbauprojekte Verantwortliche nach Kompetenzen auszuwählen.

„Die immer häufiger werdenden und zum Teil astronomischen Überschreitungen der Baukosten und der Bauzeit für Großprojekte der öffentlichen Hand in unserer Republik können vermieden werden. Dafür reicht es bereits, die Projektverantwortlichen nach ihren Kompetenzen auszusuchen und zu beauftragen“, erklärt Roland Handrek, Sprecher der Sektion Nordthüringen im CDU-Wirtschaftsrat Deutschland. Handrek, selbst langjährig in der Baubranche leitend tätig, hat sich mit den Ursachen der anhaltenden Termin- und Kostenüberschreitungen nicht nur insbesondere bei Großprojekten der öffentlichen Auftraggeber auseinandergesetzt und kritisiert die offenkundig fehlenden Projektmanagementfähigkeiten in den Reihen der öffentlichen Auftraggeber. Dabei müsse nicht einmal bis nach Hamburg und Berlin geschaut werden, da sich mit dem Neubau der Nordhäuser Kulturbibliothek und ganz aktuell mit dem Steigerwald-Stadion Erfurt offenkundige Beispiele in der Region und im Freistaat finden ließen.

Die europäischen Nachbarn lieferten, so Handrek, genügend positive Beispiele. Per Volksentscheid genehmigt, liege der Schweizer Gotthard-Basistunnel bei Zeit und bei Budget im Plan. Kompetenz könne auch eingekauft werden wie beim Bau der Öresund-Querung, die unsere skandinavischen Nachbarn Dänemark und Schweden verbindet. Hier haben drei unabhängige Consultingfirmen den Bau vorbereitet und sogar die Ausschreibung durchgeführt. Die Öresund-Querung wurde früher als geplant fertig und blieb unter dem Kostenlimit. Außerdem gab es während des Baus keinen einzigen Rechtsstreit.

In sechs Punkten zeigt Handrek den nötigen Weg, der übrigens in der Privatwirtschaft gang und gäbe sei. Hierzu müßten öffentliche Auftraggeber wieder Fachkompetenzen aufbauen oder einkaufen. So könne dann eine fundierte Planung und Abstimmung zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer vor Baubeginn späteren einschneidenden Planungsänderungen und den daraus resultierenden Verzögerungen und Mehrkosten vorbeugen. Verantwortliche Fachleute würden zudem den kontinuierlichen Soll-Ist-Vergleich garantieren.

„Wer ein Projekt von Anfang an ehrlich schätzt, hat wenige Chancen, es auch zu verwirklichen. Oft sind die Politiker nicht mehr im Amt, wenn die Kosten explodieren. Nicht zu vergessen: Politiker haften nicht persönlich, glauben jedoch, mit Bauprojekten um so mehr ihr Selbstbildnis für die Öffentlichkeit kultivieren zu können“, unterstreicht Handrek die Forderung nach einer Politikerhaftung bei nicht verantwortungsvollem Umgang mit den ihnen seitens der Bürger anvertrauten Mitteln. Diese wird seit längerem nicht nur seitens der durch den Wirtschaftsrat Deutschland repräsentierten Unternehmensvertreter zunehmend lauter geäußert.

Roland Handrek schlägt bei der Realisierung von durch die öffentliche Hand zu vergebenden künftigen Bauprojekte folgenden Sechs-Punkte-Punkte-Katalog vor:

Wiederherstellen der fehlenden Auftraggeberkompetenz bei der öffentlichen Hand und Schaffung der fehlenden personellen Ressourcen, um große Projekte erfolgreich zu steuern. Ohne entsprechende Fachkunde kann die öffentliche Hand Projekte weder planen, beurteilen und erst recht nicht Verträge überwachen. Eine effektive Projektabwicklung erfordert zeitnah schnelle, fachlich richtige und dauerhaft belastbare Entscheidungen.

Einhaltung des elementaren Grundsatzes, zuerst planen und dann bauen. Planungsänderungen während der Bauphase sind meist verbunden mit nicht vorhersehbaren Auswirkungen auf Termine und Kosten.

Identische Auslegung des Bausolls (Bausoll = Was soll konkret gebaut werden?) durch Auftraggeber und Auftragnehmer. Gemeinsames Verständnis über Terminabläufe, Qualität und Kosten.

Konsequente Durchführung eines systematischen Risikomanagements und eines Controllings. Angefangen bei Plausibilitätsbetrachtungen zu Kosten und Zeitaufwand in der Bauvorbereitungsphase bis hin zu internen und externen Konfliktlösungsmechanismen.

Konsequente und aktuelle, Überwachung des Baufortschrittes. Ständiger Soll-Ist-Vergleich mit Visualisierung der Ergebnisse und Auswertung mit allen am Bau Beteiligten.

Bevorzugung einer zusammengefaßten Leistungsvergabe. Ein Generalunternehmer haftet für alle seine Nachunternehmerleistungen. Auch im Insolvenzfall.

PI-WR-LVT

 

26.12.2015


25.12.2015: Völlig neue Qualität

Historisches Mittelalterspektakel „Luther – das Fest“ in Eisenach soll vom Alten Friedhof bis zum Lutherhaus stattfinden: Die räumliche Neuorientierung des dreitägigen Festivals bindet mehr historische Wirkungsstätten des Reformators in seine Programmgestaltung ein.

Mit großen Schritten schreiten die Vorbereitungen der sechsten Auflage des historischen Mittelalterspektakels „Luther – Das Fest“ voran, das unter der Leitung des in Eisenach ansässigen Lutherverein e.V. vom 19. bis 21. August 2016 weite Teile der Innenstadt einbeziehen wird. Anders als bei früheren Auflagen des dreitägigen Festivals, das sich ausschließlich auf das Areal an der ehemaligen Stadtmauer beschränkte, ist von Seiten des Veranstalters angedacht, auch das altehrwürdige Martin-Luther-Gymnasium, das Predigerkloster, den Markt mit der Georgenkirche und den Lutherplatz in das abwechslungsreiche Geschehen einzubinden und damit eine Brücke zum neugestalteten Lutherhaus zu schlagen, informierte der Vereinsvorsitzender und „Lutherfest“-Initiator Udo Winkels.

Damit wird sich das beliebte „Lutherfest“, zu dem im Sommer 2010 über 30.000 Besucher begrüßt werden konnten, am vorletzten Augustwochenende nach sechsjähriger Pause in einer völlig neuen räumlichen Ausrichtung präsentieren. Dreh- und Angelpunkt des Geschehens bleibt der Alte Friedhof, auf dem auch weiterhin das opulente Lutherschauspiel stattfinden wird, für das Regisseur Jethro D. Gründer eine Neuinszenierung des 2007 zum „Elisabethjahr“ mit großem Erfolg uraufgeführten Stücks „Tintenfaß und Rosenwunder – Martin träumt Elisabeth“ plant. Sogar eine Ausdehnung auf den „Lutherpfad“, der vom Alten Friedhof auf die Wartburg führt und auf dem mehrere Luthertafeln über den Reformator informieren, ist im Gespräch. „Unser Anliegen ist es, deutlich mehr historische Orte, an denen Martin Luther gewirkt hat, in unser historisches Mittelalterspektakel ‚Luther – Das Fest’ einzubeziehen“, so Udo Winkels. Voraussichtlich werden dafür Schiffplatz und Roeseplatz in der Programmgestaltung nicht mehr berücksichtigt, wodurch auch der Umzug der Mitwirkenden durch die Innenstadt entfällt.

Auch wenn sich für die Liebhaber mittelalterlicher Lebensfreude und authentischer historischer Kultur, die aus ganz Deutschland und vielen europäischen Nachbarstaaten zum „Lutherfest“ nach Eisenach kommen, außer der räumlichen Neuaufteilung wenig ändern wird, erreicht das dreitägige Festival doch mit seiner sechsten Auflage eine völlig neue Qualität – wird es doch in Zukunft nicht mehr allein auf ehrenamtlichen Schultern ausgetragen, was in der Vergangenheit zu massiven Belastungen aller Mitwirkenden geführt hatte. Neu im Team des „Lutherfestes“ ist der renommierte Mittelalterveranstalter Henri Bibow mit seiner Agentur „Sündenfrei“ aus der Lutherstadt Torgau, der zukünftig für die Ausgestaltung der beiden weitläufigen Marktareale mit den zahllosen Händlern, dem darstellenden Handwerk sowie den mittelalterlichen musikalischen Darbietungen verantwortlich zeichnen wird.

Für die Neuinszenierung des Stücks „Tintenfaß und Rosenwunder – Martin träumt Elisabeth“, das bereits 2007 für enorme Begeisterung bei Zuschauern und Mitwirkenden sorgte und an allen drei Abenden vom 19. bis 21. August 2016 wieder in großer Besetzung mit zahlreichen Statisten und Kleindarstellern aufgeführt wird, hat der Kartenvorverkauf im „Ticketshop Thüringen“ bereits begonnen.

2003 von Udo Winkels und weiteren engagierten Mitstreitern aus der Taufe gehoben, fungierte der Lutherverein von Beginn an als Ausrichter des Mittelalterspektakels „Luther – das Fest“. Seither hat sich der Verein die Vermittlung christlich-humanistischer Werte und die Verbreitung des Gedankengutes von Martin Luther auf seine Fahnen geschrieben, wozu das jährliche „Lutherfest“ einen maßgeblichen Beitrag leistet. Unlängst erneut zum Vorstandsvorsitzenden des knapp 60 Mitglieder starken Luthervereins gewählt, nachdem er diese Funktion für mehrere Jahre aus beruflichen Gründen ruhen lassen mußte, hat Udo Winkels sofort damit begonnen, sein „Kind“ namens „Lutherfest“ wieder zu neuem Leben zu erwecken. Dem Inhaber des „Lutherhotel Eisenacher Hof“ und des Erlebnisrestaurants „Lutherstuben“ stehen die Vorstandsmitglieder Bernd Spangenberg, Wolfgang Ehmann, Kathrin Ziegler und Marco Wagner zur Seite. Als künstlerischer Berater fungiert Thomas Wagner, der als „Thomasius vom Lerchenberg“ weit über die Grenzen Thüringens hinaus als geschätzter Mittelaltermusiker bekannt ist und seit jeher für die historische Authentizität der dreitägigen Veranstaltung bürgt.

KLAUS-PETER KASCHKE

25.12.2015

Bereits zum Elisabethjahr 2007 erntete Jethro D. Gründer für seine opulente „Lutherschauspiel“-Inszenierung „Tintenfaß und Rosenwunder – Martin träumt Elisabeth“ mit Jenny König und Gregor Nöllen in der Hauptrolle stürmischen Beifall. Im kommenden Jahr wird das Stück erneut den Höhepunkt des historischen Mittelalterspektakels „Luther – das Fest“ bilden, das nach sechsjähriger Pause vom 19. bis 21. August 2016 in Eisenach stattfindet.

Foto: ANTJE BITTORF


24.12.2015: Besonderes Geschenk

Zwei von Tausend Babys sind Christkinder.

Weihnachten ist die Zeit der Familie und des Schenkens. Die meisten Familien sitzen am Heiligen Abend beisammen, genießen die Weihnachtsstimmung und beschenken sich gegenseitig. In manchen Familien kündigt sich jedoch ein ganz besonderes Geschenk an. Denn nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik kamen im Zeitraum von 1991 bis 2014 in Thüringen jährlich durchschnittlich 34 Babys und damit durchschnittlich 0,2 Prozent aller Kinder am 24. Dezember zur Welt.

Die meisten Geburten gab es am Heiligen Abend des Jahres 2007 mit 49 Lebendgeborenen. Die wenigsten Christkinder kamen in Thüringen im Jahr 2002 zur Welt: nur 23 Lebendgeborene wurden damals gezählt. Auch vergangenes Jahr mußte der Weihnachtsmann sich relativ häufig als Klapperstorch betätigen und 42 Familien ein ganz besonderes Geschenk unter den Baum legen. Darunter waren 25 Jungs und 17 Mädchen.

Für Christkinder ist es eine Selbstverständlichkeit, am 24.12. Geburtstag zu haben – sie kennen es nicht anders. Die Kinder brauchen an ihrem Geburtstag nie in die Schule gehen und meist ist die gesamte Familie um sie versammelt. Und wenn ihre Eltern Geburtstags- und Weihnachtsfeier inklusive der Geschenke gut über den Tag verteilen, steht dem wichtigsten Feiertag im Jahr der Christkinder nichts mehr im Wege.

DR. SUSANNE KNABE

 

24.12.2015


23.12.2015: WM bleibt Ziel

Sportministerin Birgit Klaubert (Die Linke) macht Mut: „Weltcupabsage ist ein Rückschlag, der uns nicht aufhalten wird.“

Thüringens Sportministerin Birgit Klaubert (Die Linke) bedauert die Absage des im Januar 2016 geplanten Biathlon-Weltcups in Oberhof: „Das ist ein Rückschlag. Er trifft Sportlerinnen und Sportler, Fans, den Tourismus und eine ganze Region. Aber wer beim Sport hinfällt, muß auch wieder aufstehen. Deshalb wird uns die Absage nicht aufhalten. Denn wer einmal die Begeisterung für den Biathlon, das Engagement der ganzen Region und die einzigartige Stimmung in Oberhof erlebt hat, weiß, daß es sich lohnt. Es bleibt mein Ziel, die Biathlon-WM 2020/21 nach Oberhof zu holen.“

Klaubert betont die Rolle Oberhofs als Aushängeschild des Biathlons und des Thüringer Wintersports insgesamt. Deshalb stehe sie einer möglichen Bewerbung Oberhofs um eine Biathlon-Weltmeisterschaft 2020 oder 2021 sehr positiv gegenüber. Die Ministerin verweist darauf, daß Biathletinnen und Biathleten, wie Kathi Wilhelm, Andrea Henkel, Sven Fischer oder Frank Luck, den Ruf Thüringens in alle Welt getragen haben. Die Region in und um Oberhof lebe für diesen Sport.

Ministerin Klaubert: „Auch privat bin ich dem Biathlon als Fan seit vielen Jahren verbunden. Deshalb bin ich um so trauriger. Trotzdem wünsche ich den Athletinnen und Athleten in der Loipe und am Schießstand viel Erfolg beim Weltcup – egal an welchem Ort.“

TDE-MI

 

23.12.2015


23.12.2015: Besucher aus ganz Deutschland

165. Erfurter Weihnachtsmarkt lockte über 1,85 Millionen Besucher in die Landeshauptstadt.

Die einzigartige Altstadt, der Dom und St. Severi boten die ideale Kulisse für eine stimmungsvolle Vorweihnachtszeit. Der 165. Erfurter Weihnachtsmarkt, der am 24. November 2015 seine Pforten geöffnet und bis zum 22. Dezember 2015 täglich ab 10 Uhr zum Besuch eingeladen hatte, zählte zu den schönsten Weihnachtsmärkten Deutschlands.

Besondere Attraktionen waren die zirka 20 Meter hohe, festlich beleuchtete Weihnachtstanne – die übrigens noch bis zum 7. Januar 2016 auf dem Domplatz stehen wird, die Oberammergauer Weihnachtskrippe mit 14 handgeschnitzten, fast lebensgroßen Holzfiguren, der Märchenwald mit den Märchenfiguren der Erfurter Künstler Hannelore Reichenbach und Kurt Buchspieß, die inzwischen durch die jungen Künstler Astrid und Holger Franz liebevoll arrangiert werden, die Original Erzgebirgische Weihnachtspyramide, welche speziell für Erfurt angefertigt wurde, und die Ökokinderbackstube. Krippe, Märchenwald, Weihnachtspyramide und Ökokinderbackstube sind Unikate, die so auf keinem anderen Weihnachtsmarkt zu finden sind. Der Märchenwald ist noch bis zum 27. Dezember.2015 täglich von 8 Uhr bis 20 Uhr zu bewundern. Auch steht die Weihnachtspyramide noch bis zum 27. Dezember.2015 auf dem Domplatz.

Zur Weihnachtsmarkteröffnung wurde vom Theater Erfurt in einer für diesen Anlaß speziellen Inszenierung das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ aufgeführt und anschließend stieg Sankt Nikolaus die „Himmelsleiter“ (Domstufen) herab, um die offiziellen Eröffnungsworte zu sprechen. Diese eindrucksvolle Inszenierung zog bereits am Eröffnungstag tausende Gäste an. Zahlreiche Künstler sorgten mit ihren Unterhaltungsprogrammen auf der Weihnachtsmarktbühne Domplatz täglich für eine stimmungsvolle vorweihnachtliche Atmosphäre.

Zum Erfurter Weihnachtsmarkt 2015, der 29 Tage lang dauerte, kamen über 1,85 Millionen Besucher aus ganz Deutschland und dem Ausland in die Thüringer Landeshauptstadt. Speziell an den letzten beiden Tagen mit zirka 140.000 Besuchern wurde nochmals deutlich, wie wichtig der Erfurter Weihnachtsmarkt für die Gäste der Landeshauptstadt Erfurt ist. Auch haben sich die Erfurter am letzten Tag sehr zahlreich von ihrem Weihnachtsmarkt verabschiedet, indem noch mal zirka 75.000 Besucher auf dem Weihnachtsmarkt verweilten.

Neben der individuellen Anreise mit dem Pkw kamen viele Besucher mit Bussen und der Bahn nach Erfurt. So konnten insgesamt 1792 Busse – und damit 318 mehr als im Jahr 2014 – aus 330 Regionen Deutschlands sowie dem Ausland gezählt werden. Spitzenreiter waren die Busunternehmen aus Thüringen mit 493 Bussen, gefolgt von 252 Bussen aus Bayern und 245 Bussen aus Hessen.

SYBILLE GLAUBRECHT

 

23.12.2015


23.12.2015: Gestiegene Computer-Ausstattung

Nutzung moderner Technologien in Thüringer Unternehmen 2015 über Bundesdurchschnitt.

Im Jahr 2015 wurden wie schon in den vorangegangenen Jahren bundesweit zirka 20.000 Unternehmen zu Informations- und Kommunikationstechnologien befragt. Nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik umfaßte die Stichprobe im Rahmen einer freiwilligen Befragung in Thüringen im Jahr 2015 insgesamt 308 Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen.

Nach den jetzt vorliegenden Ergebnissen setzen alle Thüringer Unternehmen, die im Jahr 2015 an der Befragung teilgenommen haben, Computer in ihrem Geschäftsablauf ein. Damit stieg die Ausstattung mit PC gegenüber dem Jahr 2014 um fünf Prozentpunkte und lag um acht Prozentpunkte über dem bundesweiten Durchschnitt.

In Thüringen hatten 2015 rund 86 Prozent der befragten Unternehmen einen Internetzugang, sieben Prozent weniger als 2014. Dieser Internetzugang wurde durch 42 Prozent der Beschäftigten in diesen Unternehmen genutzt.

Der überwiegende Anteil (95 Prozent) der Unternehmen mit Internetzugang besaß eine feste Breitbandverbindung zum Internet.

Von den befragten Unternehmen mit Computernutzung ab zehn Beschäftigten verwendeten 58 Prozent ein E-Business-System in Form einer ERP- oder CRM-Software. Enterprice Resource Planning (ERP) sind verschiedenste Softwarelösungen zur Optimierung von Geschäftsprozessen und effizienter Ausnutzung der vorhandenen Ressourcen, Customer-Relationship-Management (CRM) beinhaltet Maßnahmen und Strategien zur Bindung von Kunden.

35 Prozent der befragten Unternehmen kauften Waren über eine Webseite, App oder über EDI, worunter man konkrete Verfahren und Vereinbarungen zum unternehmensübergreifenden Transfer standardisierter Geschäftsdaten versteht.

PM-TLS

 

23.12.2015


22.12.2015: „Ich möchte mich einmischen“

„Erfahrener Fürsprecher für Menschen mit Behinderungen": Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) ernennt Joachim Leibiger zum neuen Behindertenbeauftragten des Freistaates.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) ernennt Joachim Leibiger zum neuen Behindertenbeauftragten des Freistaates. Das Landeskabinett hat auf seiner Sitzung am 22. Dezember 2015 die Personalie gebilligt. Joachim Leibiger folgt damit Dr. Paul Brockhausen, der im Juli dieses Jahres in den Ruhestand verabschiedet wurde. Leibiger wird das Amt zum 1. Januar 2016 antreten.

Regierungschef Bodo Ramelow sagte anläßlich der Ernennung: „Mit Joachim Leibiger hat die Landesregierung einen erfahrenen Fürsprecher für Menschen mit Behinderungen gewinnen können, der aus eigener Betroffenheit die Anliegen von Menschen mit Behinderungen bestens in die Landespolitik transportieren kann."

Sozialministerin Heike Werner (Die Linke), die im Kabinett für die Behindertenpolitik zuständig ist, freut sich auf die Zusammenarbeit mit Joachim Leibiger: „Im kommenden Jahr steht unter anderem die Novellierung des Thüringer Behindertengleichstellungsgesetzes an. Dabei werden wir ganz sicher von der Expertise von Herrn Leibiger profitieren können."

Joachim Leibiger bedankte sich mit folgenden Worten: „Ich danke dem Ministerpräsidenten und der ganzen Landesregierung für das in mich gesetzte Vertrauen. Ich freue mich auf diese Aufgabe und verstehe mich als Botschafter und Interessenvertreter aller Menschen mit Behinderungen in Thüringen. Ich werde meine Meinung sagen, auch wenn es unbequem wird. Ich möchte mich in viele Entscheidungsprozesse der Landespolitik einmischen, von denen ich bereits heute einige andeuten will: So haben die Fortentwicklung des Behindertengleichstellungsgesetzes zu einem modernen und innovativen Inklusionsgesetz, die Fortschreibung des Thüringer Maßnahmenplans zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention und natürlich auch die Forderung nach einem Einkommens- und Vermögensunabhängigen Bundesteilhabegeldes eine hohe Priorität für mich. Aber auch der barrierefreien Gestaltung von Gebäuden, Wegen und Verkehrsmitteln werde ich große Aufmerksamkeit widmen. Den kommunalen Behindertenbeiräten ist zur Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen unseres Aktionsplanes mehr Autorität zu verschaffen."

Joachim Leibiger wurde 1953 in Weimar geboren. Er ist seit Geburt sehbehindert und wurde im Jahr 2000 vollblind. Er ist verheiratet, hat zwei Söhne und zwei Enkel.

Seit 1994 ist Leibiger Geschäftsleiter des Zweckverbandes Wirtschaftsförderung der Region des nördlichen Weimarer Landes.

CORINNA HERRMANN

 

22.12.2015


21.12.2015: Rückgänge

Thüringer Bauhauptgewerbe Ende Oktober 2015 unter Vorjahresniveau.

Von Januar bis Oktober 2015 erzielten die Betriebe des im Thüringer Bauhauptgewerbes mit im allgemeinen 20 und mehr Beschäftigten einen Gesamtumsatz in Höhe von 1568 Millionen Euro. Nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik waren das 66 Millionen Euro und damit 4,1 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die seit Januar zu verzeichnenden Rückgänge im baugewerblichen Umsatz betrugen bis Ende Oktober 3,9 Prozent.

Der Auftragseingang lag von Januar bis Oktober 2015 um 4,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. In diesem Zeitraum wurden Bauaufträge in Höhe von knapp 1390 Millionen Euro abgeschlossen. Das waren 60 Millionen Euro weniger als ein Jahr zuvor. Der Rückgang ist auf eine geringere wertmäßige Nachfrage nach Bauleistungen im Hochbau von 0,2 Prozent und im Tiefbau von 6,8 Prozent zurückzuführen.

Bis Ende Oktober 2015 waren im Thüringer Bauhauptgewerbe durchschnittlich 14.000 Personen beschäftigt. Das waren 425 Personen beziehungsweise drei Prozent weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Beschäftigte im Thüringer Bauhauptgewerbe leisteten von Januar bis Oktober 2015 durchschnittlich 5,8 Prozent weniger Arbeitsstunden als ein Jahr zuvor.

Die Umsatzproduktivität in Höhe von insgesamt 112.098 Euro je Beschäftigten sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,1 Prozent.

PM-TLS

 

21.12.2015


21.12.2015: „Zentrale Lage stärker nutzen“

Neue Perspektiven für Geraer Wirtschaft: Millionen-Förderung für neue Industriegroßfläche.

Mit knapp 12 Millionen Euro fördert das Thüringer Wirtschaftsministerium die Erschließung des neuen Industriegebiets „Cretzschwitz“ in Gera. Den Förderbescheid übergab Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am 21. Dezember in Gera an Oberbürgermeisterin Dr. Viola Hahn. „Gera braucht neue Perspektiven für seine wirtschaftliche Entwicklung“, sagte Tiefensee. Die vorhandenen Gewerbeflächen im Stadtgebiet seien zu mehr als 90 Prozent ausgelastet – insbesondere größere zusammenhängende Flächen mit mehr als fünf Hektar stünden nicht mehr zur Verfügung. „Von der Großfläche versprechen wir uns einen neuen industriellen Schub für die gesamte Region.“ Das Vorhaben ist eines von thüringenweit acht Schlüsselprojekten der „Thüringer Großflächeninitiative“ – und damit einer der Standorte, die der Freistaat mit hoher Priorität entwickelt.

Es sei wichtig, das Ostthüringer Oberzentrum mit seiner zentralen Lage in der Wachstumsregion zwischen Leipzig, Halle und Jena weiterzuentwickeln, sagte die parteilose Oberbürgermeisterin Dr. Viola Hahn: „Wir wollen unsere zentrale Lage im Drei-Länder-Eck Thüringen–Sachsen–Sachsen-Anhalt stärker nutzen. Ein Trumpf ist die unmittelbare Nähe zu den beiden Nord-Süd- und Ost-West-Autobahnen durch Europa, den wir mit neuen, attraktiven Flächenangeboten künftig noch besser ausspielen können. Damit verbessern wir unsere Position im Standortwettbewerb um Investitionen und Ansiedlungen deutlich.“

Die Gesamtkosten einschließlich Planungsleistungen der Erschließung summieren sich auf rund 13 Millionen Euro, davon trägt das Land 11,8 Millionen Euro aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). Mit der Industriegroßfläche werden im ersten Schritt zirka 42 Hektar Fläche erschlossen. Ziel ist die Vermarktung an größere Unternehmen mit einem Flächenbedarf von bis zu acht Hektar.

Das Erschließungsgebiet grenzt südlich an das bestehende Gewerbegebiet „Am Vogelherd“ an und ist über die Bundesstraße 2 an die Autobahn 4 angebunden. Die Entfernung zur Anschlußstelle Gera beträgt zirka neun Kilometer. Beide Areale befinden sich nördlich der eingemeindeten Ortslage Cretzschwitz und werden westlich von der Bundesstraße 2 tangiert.

Die Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbH (LEG) ist für die Erschließung verantwortlich. Diese umfaßt unter anderem die Geländeregulierung und Baufeldfreimachung, den Straßenbau einschließlich Beleuchtung, die Errichtung eines Schmutzwasserkanals einschließlich Pumpwerk, einen Regenwasserkanal einschließlich Regenrückhaltebecken sowie die Wasserversorgung und Ausgleichsmaßnahmen.

STEPHAN KRAUSS

 

21.12.2015


20.12.2015: Reagiert

Immer häufiger lassen sich Arbeitnehmer wegen psychischer Beschwerden krankschreiben. Darauf reagiert die Dr. Becker-Burg-Klinik in Stadtlengsfeld jetzt mit einem erweiterten Angebot im Bereich der medizinisch-beruflichen Rehabilitation. 

Konflikte am Arbeitsplatz, streßbedingte Überforderung oder Leistungseinbrüche: Etwa ein Drittel aller Rehabilitanden weist nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung spezifische berufliche Probleme auf. In der Psychosomatik ist sogar jeder Zweite betroffen. In ihrem Gesundheitsatlas 2015 „Blickpunkt Psyche“ konnte die BKK diesen Trend bestätigen: Etwa 15 Prozent aller Krankschreibungen erfolgen aufgrund psychischer Erkrankungen – das sind bereits doppelt soviele wie noch 2003. Im Schnitt gehen dadurch 40 Arbeitstage pro Arbeitnehmer im Jahr verloren.

Für den Rehabilitationssektor stellt dieser Trend eine besondere Herausforderung dar. Darauf hat die Dr. Becker-Burg-Klinik jetzt mit einem erweiterten Angebot in der medizinisch-beruflichen Rehabilitation (MBOR) reagiert. „Als Rehaklinik haben wir den Auftrag, Menschen eine gesunde und selbstbestimmte Teilhabe am Leben zu ermöglichen. Bei der Angebotsgestaltung müssen wir die gesellschaftlichen Entwicklungen im Auge behalten. Nur so können wir die Rehabilitation im 21. Jahrhundert sinnvoll gestalten“, erklärt Michael Schiffgen, Verwaltungsdirektor. Deswegen biete seine Klinik jetzt spezielle Diagnostik- und Therapieangebote – sogenannte MBOR-Kernmaßnahmen – für Patienten mit besonderen individuellen beruflichen Belastungen. „Grundsätzlich muß jede Rehaklinik sowohl medizinische als auch beruflich orientierte Maßnahmen anbieten, das sogenannte MBOR-Basisangebot. Indem wir jetzt um MBOR-Kernmaßnahmen erweitern, können wir auch Patienten mit sogenannten ,besonderen beruflichen Problemlagen’ behandeln“, führt Schiffgen aus. Für ihre berufsbezogenen Zusatzmaßnahmen erhielt die Dr. Becker-Burg-Klinik am 14. Dezember die Zulassung von der Deutschen Rentenversicherung.

„Das Arbeitsumfeld spielt eine große Rolle in der Entstehung psychischer Erkrankungen und der seelischen Gesundheit“, führt Dr. Holger Süß, Chefarzt der Dr. Becker-Burg-Klinik, aus. Patienten, die aufgrund von Mobbingerfahrungen Depressionen entwickeln oder wegen der hohen Streßbelastung am Arbeitsplatz an Burnout erkranken, kämen immer häufiger in die Klinik. „Dieser Entwicklung müssen wir Rechnung tragen“, so der Mediziner.

Neben den üblichen Rehamaßnahmen von Entspannungs- und Bewegungstrainings, Ergo- und Psychotherapie erhalten Rehabilitanden mit „besonderen beruflichen Problemlagen“ eine erweiterte Diagnostik, mit der berufliche Belastungssituationen und Anforderungen festgestellt werden. Darauf aufbauend haben sie die Möglichkeit, besondere berufsbezogene Therapieangebote zu nutzen, zum Beispiel Gruppenangebote zur Stärkung sozialer Kompetenzen, Streßbewältigung am Arbeitsplatz oder zum Umgang mit arbeitsplatzbezogenen Ängsten.

Die Dr. Becker-Burg-Klinik ist auf psychosomatische, psychiatrische und psychotherapeutische Rehabilitation spezialisiert. Die Thüringer Klinik versorgt rund 1800 Patienten jährlich, die Hilfe bei Beschwerden wie Depressionen, Angsterkrankungen, Essstörungen, chronische Schmerzerkrankungen oder Tinnitus suchen. Eine schnelle und unkomplizierte Aufnahme in die Burg-Klinik ist jederzeit möglich. Die Einrichtung gehört mit neun weiteren Rehabilitationskliniken zur Dr. Becker-Klinikgruppe. Das inhabergeführte Familienunternehmen mit Hauptsitz in Köln hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Rehabilitation des 21. Jahrhunderts zu gestalten.

NORA HENN

 

20.12.2015

„Dieser Entwicklung müssen wir Rechnung tragen“:Stadtlengsfelder Burg-Klinik-Chefarzt Dr. Holger Süß spricht mit den Rehabilitanden über ihre beruflichen Sorgen und Ängste.

Foto: DBBK-ARCHIV


19.12.2015: Anstieg

Mehr Ausgaben der Thüringer Kommunen in diesem Jahr.

Die Thüringer Gemeinden, Verwaltungsgemeinschaften und Landratsämter hatten in den ersten neun Monaten des Jahres 2015 Ausgaben in Höhe von 3,57 Milliarden Euro. Das waren nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik 52,5 Millionen Euro beziehungsweise 1,5 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Die Hauptgründe für diese Entwicklung waren unter anderem die gewachsenen Ausgaben für soziale Leistungen, die gestiegenen Ausgaben für das Personal und die höheren Ausgaben für den laufenden Sachaufwand. Für die sozialen Leistungen wurden insgesamt 988 Millionen Euro und damit 51,7 Millionen Euro mehr ausgegeben als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Maßgeblich beeinflußt wurde dieser Anstieg durch höhere Zahlungen für Leistungen der Sozialhilfe in Höhe von 438,4 Millionen Euro, für Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz in Höhe von 46,1 Millionen Euro und für Leistungen der Jugendhilfe in Höhe von 139,5 Millionen Euro. Dagegen sind in den ersten neun Monaten 2015 die Leistungen im Rahmen von Hartz IV - einschließlich der aufgabenbezogenen Leistungsbeteiligung - um 3,9 Millionen Euro auf insgesamt 327,4 Millionen Euro gesunken. Angewachsen sind ebenfalls die Ausgaben für den laufenden Sachaufwand. Insgesamt wurden 628,3 Millionen Euro und damit 6,1 Millionen Euro, bedingt durch höhere Ausgaben für Mieten und Pachten sowie für die Unterhaltung des unbeweglichen Vermögens, mehr ausgegeben. Die Personalausgaben der Thüringer Kommunen stiegen gegenüber dem Vorjahresjahreszeitraum um 18,6 Millionen Euro auf insgesamt 1025,6 Millionen Euro. Mindernd auf die Entwicklung der Gesamtausgaben wirkten die Ausgaben für Sachinvestitionen. Mit 316,3 Millionen Euro wurden 26,8 Millionen Euro weniger ausgegeben als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

An Einnahmen flossen in diesem Zeitraum 3,61 Milliarden Euro in die kommunalen Kassen. Das waren 66,9 Millionen Euro beziehungsweise 1,9 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Die Einnahmen aus Steuern und steuerähnlichen Einnahmen beliefen sich auf 979 Millionen Euro und waren damit um 79 Millionen Euro höher als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum, was vor allem auf Mehreinnahmen aus der Gewerbesteuer (netto) in Höhe von 34,7 Millionen Euro sowie aus dem Gemeindeanteil an der Einkommensteuer in Höhe von 32,8 Millionen Euro zurückzuführen ist. Aus Verwaltung und Betrieb nahmen die Kommunen in den ersten neun Monaten 461,4 Millionen Euro ein. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist dies ein Anstieg um 4,5 Millionen Euro, vorrangig durch gestiegene Verwaltungs- und Benutzungsgebühren.

Den größten Anteil bei den Einnahmen bildeten die laufenden und investiven Finanzzuweisungen vom Land mit einem Volumen von 1,91 Milliarden Euro beziehungsweise einem Anteil von 52,8 Prozent an den Gesamteinnahmen. Davon wurden als laufende Zuweisungen und Zuschüsse sowie Erstattungen vom Land 1,69 Milliarden Euro gezahlt und waren damit auf dem gleichen Niveau wie im Jahr zuvor. Die Zuweisungen für Investitionen vom Land betrugen 217,9 Millionen Euro. Gegenüber den ersten neun Monaten des Vorjahres ist ein Anstieg in Höhe von 28,5 Millionen Euro festzustellen, zurückzuführen auf zusätzliche Mittelauszahlungen des Landes auf Grundlage des Thüringer Gesetzes zur Sicherung der kommunalen Haushalte in den Jahren 2014, 2015, und 2016 .

PM-TLS

 

19.12.2015


18.12.2015: Veräußert

Freistaat Thüringen erwirbt Inselplatz in Jena: Errichtung eines zweiten innerstädtischen Campus der Friedrich-Schiller-Universität Jena geplant.

Nach Beauftragung durch den Jenaer Stadtrat am 16. Dezember haben die Kommunalen Immobilien Jena (KIJ) am 18. Dezember ein zirka 10.000 Quadratmeter großes Grundstück am Inselplatz an den Freistaat Thüringen veräußert. Das Land beabsichtigt, darauf einen zweiten innerstädtischen Campus für die Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) zu errichten. Die geplante Investition des Landes dafür beläuft sich auf rund 110 Millionen Euro. Im kommenden Jahr beginnt die Umsetzung des Projekts mit einem Architektenwettbewerb, die Bauarbeiten starten 2018. Frühestens ab 2020 werden die ersten Studierenden in die neuen Hörsäle, Seminarräume, Bibliothek und das neue Rechenzentrum einziehen können.

„Ich gehe davon aus, daß die Attraktivität und Leistungsfähigkeit der Universität Jena mit diesem Vorhaben weiter deutlich wachsen wird“, sagte Thüringens Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). „Der Inselplatz wird künftig nicht nur exzellente Bedingungen für Lehre und Forschung bieten. Darüber hinaus kann ein attraktiver Anziehungspunkt der Universität entstehen, der weit über Jenas Grenzen hinaus seine Wirkung entfaltet. Wir werden gemeinsam mit Universität und den Bürgern sorgfältig und zügig planen und bauen“, so der Minister.

Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter (SPD) machte deutlich, daß mit dem Vorhaben auch eine städtebauliche Lücke geschlossen wird. „Mit der Bebauung des Inselplatzes wird eine der letzten zwei großen innerstädtischen Brachflächen bebaut werden und so die bauliche Stadtentwicklung weiter spürbar abgerundet. Daß die Universität hier einen zweiten Campus errichtet, ist einerseits eine entscheidende Voraussetzung dafür, daß die Hochschule weiter in der Liga der Spitzenunis wirken kann und andererseits die östliche Innenstadt durch universitäres und studentisches Leben weiter an Attraktivität gewinnt."

Der Campus wird künftig insgesamt vier Gebäude umfassen: Rechenzentrum, eine Teilbibliothek Vorklinikum/Naturwissenschaften sowie zwei Fakultätsgebäude für Mathematik/Informatik und Psychologie. Außerdem ist eine Cafeteria im Campus untergebracht.

Besonders der Neubau des Rechenzentrums ist laut Universität dringend notwendig, da das jetzige Gebäude im Klinikareal am Johannisfriedhof immer weniger den heutigen Anforderungen und technischen Standards entspricht. Besondere Synergieeffekte sollen durch die enge räumliche Anordnung von Rechenzentrum und dem Institut für Mathematik und Informatik erreicht werden. Gleichzeitig erlaubt das Nebeneinander der vier Gebäude in der geplanten Campusvariante einen sehr ressourcenschonenden Umgang mit Energie als Beitrag zur Minderung von CO2-Emissionen.

Auch die neue Teil-Bibliothek soll dazu beitragen, Überlastungen zu Stoßzeiten zu vermeiden und bessere Studienbedingungen für die angehenden Mediziner und Naturwissenschaftler zu schaffen. „Das ist letztlich auch ein Beitrag dazu, das Studieren in Jena attraktiver zu machen und die Studierendenzahlen mindestens zu stabilisieren“, sagte Tiefensee.

Für die Planung und Bebauung des Inselplatz-Areals werden sowohl die Stadtverwaltung und der Eigenbetrieb Kommunale Immobilien Jena als auch die Friedrich-Schiller-Universität, das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft und das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft eng zusammenarbeiten. Während die Stadt Jena und KIJ für die Schaffung von Baurecht und die Bereitstellung der Grundstücke verantwortlich zeichnen, werden das Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft und die Universität einen Architektenwettbewerb ausschreiben und die Planungs- und Bauarbeiten beauftragen. Die Finanzierung erfolgt über das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft. Bis zum Beginn der Bauarbeiten kann die Fläche aber weiterhin als Parkplatz genutzt werden.

Mit der Realisierung des Campus-Projekts erhält die Universität rund 20.000 Quadratmeter moderne Flächen für Forschung und Lehre. Zugleich wird dadurch für die Stadtuniversität, die die FSU mit ihren rund 130 Streuliegenschaften ist, eine Campussituation im Zentrum Jenas geschaffen – in unmittelbarer Nähe zu den Kerngebäuden der Universität am Fürstengraben. Die im Zuge des Neubaus zu berücksichtigenden Energiestandards (Passivhausstandard) lassen für die Hochschule zudem eine Entlastung ihrer derzeitigen Bewirtschaftungskosten erwarten, wenn die künftigen Nutzer in den neuen Gebäudebestand umgezogen sind und im Gegenzug einige nicht mehr wirtschaftlich zu betreibende Flächenbestände aus der universitären Nutzung genommen werden können. Für Jena schließt sich nicht nur eine große städtebauliche Lücke, die den Stadtteil Jena-Ost wieder mit der Innenstadt verbindet. Auch der Universität am Bildungsstandort Jena wird damit eine wichtigere Rolle in der Stadtentwicklung eingeräumt.

STEPHAN KRAUSS

 

18.12.2015


18.12.2015: „Sehr begrenzte Fortsetzung“

Versenkung kann eingeschränkt fortgesetzt werden: Übergangsregelung zur Salzabwasserentsorgung des K+S-Werkes an der hessisch-thüringischen Grenze.

Das Regierungspräsidium Kassel hat der K+S Kali GmbH am 18. Dezember die Erlaubnis erteilt, die Versenkung von Salzabwässern des Werkes Werra an der hessisch-thüringischen Grenze in begrenztem Umfang und befristet bis zum 31. Dezember 2016 wieder aufzunehmen. Die abschließende Entscheidung über den im April dieses Jahres eingereichten Antrag zur Fortsetzung der Versenkung bis Ende 2021 erwartet der Konzern nach Abschluß der fachlichen Prüfung durch die Behörde allerdings bereits im Sommer des kommenden Jahres.

„Die sehr begrenzte Fortsetzung der Versenkung ist ein Schritt in die richtige Richtung. Bis zur abschließenden Entscheidung über unseren Versenkantrag müssen wir aber die Produktion und die Entsorgung unvermeidbar anfallender Salzabwässer weiterhin an der Wasserführung der Werra ausrichten. Das wird zu Beginn des Jahres aufgrund der im langjährigen Durchschnitt höheren Niederschläge eher möglich sein als später im Jahr“, sagt Dr. Ralf Diekmann, Geschäftsführer der K+S Kali GmbH. „Mit Blick darauf sind weitere temporäre Produktionseinschränkungen an den einzelnen Standorten des Werkes Werra in den kommenden Monaten nicht auszuschließen“, so Diekmann weiter. Vorsorglich sei deshalb mit dem Gesamtbetriebsrat eine Betriebsvereinbarung über die Durchführung von Kurzarbeit abgeschlossen worden.

Das Regierungspräsidium Kassel erteilte K+S übergangsweise bis zum 31. Dezember 2016 die Erlaubnis zur Fortsetzung der Versenkung von Salzabwässern am Standort Hattorf des Werkes Werra auf Basis eines jährlichen Gesamtvolumens von 725.000 Kubikmetern. Dabei darf pro Monat ein Volumen von 120.000 Kubikmetern nicht überschritten werden. Nach Überzeugung der Fachbehörden ist mit dieser Begrenzung in der Übergangsphase eine Besorgnis für das Grund- und Trinkwasser sicher auszuschließen.

Ein wesentlicher Bestandteil des Versenkantrages ist ein von K+S in Zusammenarbeit mit renommierten externen Fachbüros in mehrjähriger Arbeit entwickeltes, dreidimensionales Grundwassermodell, ein sogenanntes 3D-Modell. Die Funktionsfähigkeit des Modells wird derzeit von der Behörde und den beauftragten Gutachtern mit der gebotenen Sorgfalt abschließend geprüft. Ziel ist es, für unterschiedliche Zeiträume Aussagen über den Verbleib des Salzwassers im Untergrund sowie genaue Prognosen über künftige Entwicklungen einzelner Trinkwassermessstellen abgeben zu können, um nachteilige Auswirkungen der Versenkung bis Ende 2021 auf die Sicherheit des Trinkwassers ausschließen zu können. Diekmann betont in diesem Zusammenhang: „Wir unterstützen mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln die noch erforderlichen Arbeiten der Behörde zur abschließenden Prüfung des Versenkantrages, um schnellstmöglich wieder Entsorgungssicherheit zu erhalten“

K+S hatte im April dieses Jahres mit mehr als 3000 Seiten umfassenden Unterlagen beantragt, bis Ende 2021 pro Jahr durchschnittlich bis zu zwei Millionen Kubikmeter (bisher 4,5 Millionen Kubikmeter pro Jahr) in den Plattendolomit versenken zu können. Der Antrag umfaßt umfangreiche Fachgutachten und externe Stellungnahmen, unter anderem zum Schutz des Grund- und Trinkwassers und zum Umwelt-Monitoring. Für die Versenkung sollen künftig nur noch die Bohrungen am Standort Hattorf genutzt werden.

Wie der Konzern in einer am 18. Dezember verbreiteten Presseerklärung mitteilt, übernehme K+S umfangreiche Maßnahmen zum Gewässerschutz, zur Rekultivierung und zum Naturschutz, setze moderne Explorations- und Gewinnungsverfahren ein und entwickele die Verfahrenstechnik fortwährend weiter, um unvermeidbare Umweltbeeinträchtigungen möglichst gering zu halten.

In den vergangenen Jahrzehnten sei das Volumen der Salzabwässer im hessisch-thüringischen Kalirevier signifikant reduziert worden, das heiße von mehr als 40 Millionen Kubikmeter im Jahr 1970 über 20 Millionen Kubikmeter im Jahr 1997 auf 14 Millionen Kubikmeter im Jahr 2006. K+S habe in diesem Zusammenhang unter anderem das innovative Esta-erfahren, bei dem das Rohsalz ohne den Einsatz von Wasser aufbereitet wird, entwickelt und an mehreren Standorten zum großtechnischen Einsatz geführt.

Mit Beginn der Umsetzung des umfangreichen Maßnahmenpaketes zum Gewässerschutz im Jahr 2011 habe das Unternehmen bis heute die jährliche Abwassermenge halbiert auf nunmehr sieben Millionen Kubikmeter – und dafür im genannten Zeitraum rund 400 Millionen Euro investiert.

Im September 2014 habe sich K+S mit der Hessischen Landesregierung auf einen Vier-Phasen-Plan für die dauerhafte Regelung der Salzabwasser-Entsorgung im Werra-Kalirevier verständigt. Ziel der verschiedenen Maßnahmen sei es, insbesondere durch erhebliche weitere Investitionen seitens K+S, den Naturraum Werra-Weser im Sinne des Umweltschutzes und des europäischen Wasserrechts weiter zu entlasten und die Zukunftsfähigkeit der Arbeitsplätze und der Kali-Standorte im Kalirevier an Werra, Fulda und Ulster bis zur Erschöpfung der Lagerstätten zu sichern.

Darin eingeschlossen seien unter anderem der Bau einer weiteren, neu entwickelten Anlage (KKF), die den Salzabwasseranfall ab Ende 2017 nochmals um 1,5 Millionen Kubikmeter auf dann durchschnittlich 5,5 Millionen Kubikmeter pro Jahr verringere. Die lokale Einleitung in die Werra soll ab Ende 2021 durch den befristeten Betrieb einer Leitung zur Oberweser ergänzt werden. Das dafür notwendige Raumordnungsverfahren werde derzeit durch die Behörde vorbereitet. Darüber hinaus beginne die Entwicklung, Planung und Umsetzung von Maßnahmen zur Reduzierung der Haldenwässer, beispielsweise durch eine Abdeckung, um die Gewässerqualität weiter zu verbessern. Hinsichtlich der Salzbelastung würden Werra und Oberweser langfristig Süßwasserqualität erreichen.

K+S werde damit insgesamt rund 800 Millionen Euro innerhalb weniger Jahre in den Umweltschutz investieren. Dies stelle eine enorme wirtschaftliche Herausforderung dar. Der Konzern sei dazu aber bereit, „da hierdurch die Grundlage dafür geschaffen wird, diese Entsorgungsfragen ein für alle Mal zu beantworten“.

MW-KS

 

18.12.2015


18.12.2015: Winterfeldfrüchte

Erste Anbauprognose auf Basis der Herbstaussaat 2015: Weniger Winterweizen- und Roggen – Zugewinne bei Winterraps.

Zur Herbstaussaat 2015 wurden im Freistaat Thüringen rund 429.800 Hektar Ackerland mit Winterfeldfrüchten bestellt. Das teilte das Thüringer Landesamt für Statistik auf der Basis erster Meldungen der Ernte- und Betriebsberichterstatter mit. Die Gesamtanbaufläche ging dabei gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig um 900 Hektar und damit um 0,2 Prozent zurück.

Winterweizen ist mit einem Umfang von 216.800 Hektar erneut anbaustärkste Getreideart. Jedoch verringerte sich die Anbaufläche gegenüber dem Vorjahr um rund 3200 Hektar, was einem Rückgang von 1,5 Prozent entspricht.

Der Anbau von Wintergerste nahm gegenüber dem Jahr 2015 um 2000 Hektar (plus 2,8 Prozent) auf insgesamt 72.500 Hektar zu. Dies ist nach dem Jahr 2009 der zweithöchste Anbauumfang dieser Kultur in Thüringen seit 1990.

Die Aussaatflächen von Winterroggen und Wintermenggetreide gingen dagegen weiter zurück. Wurden im vergangenen Jahr noch 9400 Hektar ausgedrillt, so meldeten Thüringens Landwirte für die diesjährige Herbstaussaat noch zirka 7000 Hektar. Gegenüber dem Jahr 2015 ist somit ein Rückgang um 2300 Hektar (minus 24,8 Prozent) zu verzeichnen. Gleichzeitig ist dies der geringste Anbauumfang in Thüringen seit 1990.

Triticale, eine Kreuzung zwischen Winterweizen und Roggen, wird im Jahr 2016 nach ersten Berechnungen auf rund 13.800 Hektar wachsen. Die Aussaatfläche gegenüber dem Jahr 2015 stieg um 800 Hektar (plus 5,8 Prozent).

Winterraps wurde auf einer Fläche von 115.400 Hektar ausgedrillt, was einem Zuwachs von 3600 Hektar gegenüber dem Vorjahr entspricht (plus 3,2 Prozent).

PM-TLS

 

18.12.2015


18.12.2015: „Neuregelung längst überfällig“

Für ein modernes Kulturgutschutzgesetz: Thüringen befürwortet Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Neuregelung des Kulturgutschutzrechts.

Zur Bundesratssitzung am 18. Dezember 2015 wird der Entwurf eines Gesetzes zur Neuregelung des Kulturgutschutzrechts behandelt. Seinen Redebeitrag kommentierte der Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Thüringer Staatskanzlei, Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff (Die Linke), vorab wie folgt: „Thüringen begrüßt das Gesetzesvorhaben der Bundesregierung. Die Neuregelung des Kulturgutschutzrechts war längst überfällig. Vor allem bessere Einfuhrkontrollen sind notwendig, um illegalen Handel mit internationalen Raubgütern zu erschweren.“

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters, habe mit dem Entwurf ein gutes und ausgewogenes Gesetz vorgelegt, das verbesserte Ein- und Ausfuhrbestimmungen für Kulturgüter schaffe, um wichtiges Kulturgut besser vor Abwanderung ins Ausland zu schützen und dauerhaft der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Eine verantwortungsvolle Kulturpolitik hat den Auftrag, bedeutende Kulturgüter zu erhalten“, so Hoff. „Deutschland muß hier seiner völkerrechtlichen Verantwortung nachkommen. Auch Thüringen wird deshalb dem Gesetzesentwurf der Bundesregierung im Bundesrat grundsätzlich zustimmen. Gemeinsam mit anderen Bundesländern wird Thüringen Änderungsvorschläge einbringen, die der Rechtssicherheit bei der Anwendung des Gesetzes dienen. Jetzt muß der Gesetzgebungsprozeß zügig vorangetrieben werden, damit Deutschland endlich ein modernes Kulturgutschutzgesetz bekommt.“

Die Aufgabe des Staates, die Abwanderung von bedeutender Kunst aus Deutschland zu verhindern, ist im Grundgesetz verankert. Schon seit 1955 können Kunstwerke auf einer Liste national wertvollen Kulturguts eingetragen werden, bisher stehen dort 2700 Werke. Auch eine Ausfuhrgenehmigung in Länder außerhalb der EU ist schon jetzt verpflichtend. Dies soll nach dem neuen Gesetz nun auch für das EU-Binnenland gelten, und zwar nach dem Vorbild von 26 der 28 EU-Staaten. Bisher hatten außer Deutschland lediglich die Niederlande eine solche Regelung nicht implementiert, dort ist aber ebenfalls ein Gesetz in Arbeit. Seit 1992 muß für Werke eine Ausfuhrgenehmigung beantragt werden, die älter als 50 Jahre und mehr 150.000 Euro wert sind.

Nach der Entscheidung im Bundesrat wird sich im kommenden Jahr der Bundestag in drei Lesungen und einer Anhörung mit dem Gesetzentwurf befassen. Danach folgt wie üblich noch eine weitere Befassung des Bundesrates in einem sogenannten zweiten Durchgang.

PM-TSK

 

18.12.2015


17.12.2015: „Was sind das für Gesetze?“

Schnelle Eingliederung enorm wichtig: Der Bad Langensalzaer Unternehmer Bernhard Helbing kritisierte während einer Podiumsdiskussion der Industrie- und Handelskammer Erfurt und der Handwerkskammer Erfurt die bürokratischen Hürden bei der Integration von Flüchtlingen.

Thüringen erlebt in diesen Wochen einen außergewöhnlichen Zustrom an schutzbedürftigen Menschen, die auf der Flucht vor Krieg, Vertreibung und politischer Verfolgung in Deutschland Asyl suchen. Die zentrale Herausforderung ist es, bleibeberechtigten Flüchtlingen Perspektiven aufzuzeigen und diese schnellstmöglich in das Arbeitsleben einzubinden.

Vor diesem Hintergrund luden am 1. Dezember 2015 die Industrie- und Handelskammer Erfurt und die Handwerkskammer Erfurt zu einer Veranstaltung „Wirtschaft trifft Politik | Integration gemeinsam gestalten“ ein. Neben der Präsentation erfolgreicher Integrationsbeispiele diskutierten Vertreter aus Politik und Wirtschaft die rechtlichen Grundlagen sowie die praxisnahe Unterstützung für eine rasche Eingliederung.

„Die Verantwortlichen haben mit allen möglichen Institutionen, Kräften und Vereinen Lösungen zu finden, um diese Menschen so schnell wie möglich zu integrieren. Nur Integration führt dazu, daß wir uns verstehen, daß wir sie akzeptieren und eine Gemeinsamkeit entwickelt werden kann“, forderte der Unternehmer Bernhard Helbing, Geschäftsführer der TMP Fenster + Türen GmbH aus Bad Langensalza während der Podiumsdiskussion „Was braucht die Wirtschaft“ mit Wolfgang Tiefensee (SPD),Thüringer Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft, Heike Werner (Die Linke), Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Kay Senius, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bundesagentur für Arbeit Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, und Kurt-U. Hengstermann, Gesellschafter der Meisterbäckerei Hengstermann oHG.

TMP habe sich seit Anfang an mit dieser Thematik beschäftigt. So sei bereits ein Asylbewerber seit Anfang September im Bad Langensalzaer Unternehmen erfolgreich tätig und voll integriert. Von Vorteil sei dabei, daß er bereits gut deutsch spreche. Mit einem zweiten Bewerber mit ähnlichen Voraussetzungen habe man ebenfalls bereits positive Gespräche geführt. Er sollte im November anfangen, muß aber aufgrund aktuell geltender Regelungen bis März 2016 warten. Das sei nicht nachvollziehbar, so Helbing. „Wenn man Chancen hat, Menschen über den Arbeitsprozeß zu integrieren, dann aber 15 Monate warten muß, stelle ich mir hier die Frage: Was sind das für Gesetze? Und vor allem: Warum sprechen diejenigen, die solche Gesetze machen, immer wieder von Integration und bauen gleichzeitig solche Hürden auf?“

Eine schnelle Eingliederung in den Arbeitsprozeß sei aus seiner Sicht „von enormer Wichtigkeit“. Oft herrsche unter den Asylbewerbern eine völlig falsche Vorstellung vom Leben in Deutschland. Der Lebensstandard in ihrer Heimat sei so niedrig, daß sie Deutschland im Vergleich als „Schlaraffenland“ empfinden. „Das so unter den Fluchtwilligen zu verbreiten, ist gefährlich, weil so eine völlig falsche Vorstellung vom Leben in Deutschland entsteht. Der Gedanke der Leistungsgesellschaft, welche unseren Wohlstand erst ermöglicht, wird dabei in den Hintergrund gedrängt“, lauteten die Bedenken von Helbing.

Diese Thematik würde auch im eigenen Unternehmen kommuniziert. „Wir arbeiten ständig daran, unsere Mitarbeiter bei allen Prozessen und Entscheidungen mitzunehmen. So würden beispielsweise „Gespräche, die wir mit zu integrierenden Ausländern geführt haben, auf die Mitarbeiter übertragen, um deren Gefühlslage deutlich zu machen“. „Die Heimat verlassen, weil Krieg herrscht, man vertrieben wurde und alles Hab und Gut verloren habe - diese Erfahrungen sollen unsere Mitarbeiter nie machen, aber sie sollen sie kennenlernen“, sagte Helbing.

Kritisch äußerte sich Helbing in dieser Runde auch über „zu viel Einmischung des Staates in die Wirtschaft“. Dazu zähle beispielsweise der Umgang mit Mindestlohn und dessen „erbärmlich bürokratische Abrechnung“. Es sei eine Tatsache, daß die Bereitschaft, Flüchtlingen gerade in der Anfangsphase über einen geringeren Lohn schneller zu integrieren, bei vielen Unternehmern sinkt.

Ein typisches Beispiel sei auch die Erbschaftssteuer. Sie verhindere oft, daß ein Nachfolger gefunden wird, wenn der Eigentümer eines Unternehmens in den Ruhestand geht. „Junge Führungskräfte am Anfang ihrer Laufbahn müssen sich hier verschulden und gehen ein hohes finanzielles Risiko ein“, so Helbing.

Auch die gängige Praxis, daß bei öffentlichen Ausschreibungen grundsätzlich immer der „Billigste“ den Zuschlag bekomme, brachte Helbing zur Sprache. „Wir können und wollen hier preislich nicht mit Unternehmen beispielsweise aus Polen mithalten, weil wir auf einem ganz anderen hohen Niveau produzieren.“ Kriterien wie Qualität und eine entsprechend lange Lebensdauer von Fenstern und Türen und die nachweislich deutlich höheren Kosten würden hier nicht berücksichtigt, forderte Helbing hier mehr Weitblick. Deutschland brauche auch weiterhin eine eigene hohe Wertschöpfungsrate. Diese und andere Forderungen habe er auch als Präsident des Verbandes der Fenster und Fassadenhersteller Deutschland (VFF) in einem offenen Brief an die Bundeskanzlerin geschrieben.

MICHAEL SCHLUTTER

Hürden nicht nachvollziehbar: Unternehmer Bernhard Helbing (3.von links.) stellte während einer

Podiumsdiskussion der Industrie­ und Handelskammer Erfurt und der Handwerkskammer Erfurt

zu einer Veranstaltung „Wirtschaft trifft Politik | Integration gemeinsam gestalten“ seine Forderungen.

Foto: IHK ERFURT­ARCHIV

17.12.2015


16.12.2015: „Heimliche Gewinner"

Weltmarktführer aus dem Osten oft unbekannt: Jenoptik AG gehört zu diesen Großen.

In den ostdeutschen Bundesländern zählt die Jenoptik AG mit ihren 3500 Beschäftigten und einem für dieses Jahr erwarteten Umsatz von 660 Millionen Euro zu den Großen. Im nationalen Vergleich sind die Jenaer nur ein normaler Mittelständler. Vorstandsvorsitzender Michael Mertin weiß nur zu genau, daß Innovationen die einzige Möglichkeit sind, am Markt zu bestehen - oder ihn sogar zu bestimmen. Weltmarktführer sind die Thüringer speziell mit Laser-Meßsystemen, mit denen Temposünder auf der Straße erwischt werden. „Weltweit stammt jede zweite Anlage von uns ", sagte Mertin auf einer Konferenz über „Hidden Champions" in Magdeburg. Trotz internationaler Spitzenpositionen sind diese „heimlichen Gewinner" kaum bekannt. In Deutschland gibt es rund 1600 dieser Champions, die weltweit zu den drei Spitzenanbietern in ihrem Marktsegment gehören. Damit entfällt auf die Bundesrepublik ein Drittel aller Weltmarktführer. „Das sind in der Regel nicht die großen, sondern zu 90 Prozent mittelständische Betriebe", sagte die Thüringerin Iris Gleicke (SPD), Ost-Beauftragte der Bundesregierung. Auch hier haben die neuen Länder noch Nachholbedarf.

Der Ursprung des unternehmerischen Schaffens gerade dieser Betriebe liegt in der Region. Die meisten dieser Hidden Champions in den Ostländern sind in Sachsen ansässig: Hier gibt es mit 20 Weltmarktführern fast so viele wie in den anderen Ost-Ländern zusammen; Thüringen steuert da nur drei bei: Jenoptik, Häcker Automation GmbH Schwarzhausen - Träger des Thüringer Innovationspreises 2015 - und die Smartfiber AG Rudolstadt. Unter denen Jenoptik souverän an der Spitze steht und weiter wachsen will. Die Jenaer liefern unter anderem auch Lasergeräte für die Gesundheitsindustrie. Bis 2018 soll der Umsatz auf 800 Millionen Euro steigen.

Die Wirtschaftsleistung des Ostens liegt bei rund 70 Prozent des West-Niveaus, die Löhne haben im Schnitt 80 Prozent erreicht. Die Unternehmer und Politiker sehen allerdings die Angleichung ins Stocken gekommen und sind sich einig darin, daß die meisten Ost-Unternehmen zu klein seien, somit weniger Forschung und Entwicklung betrieben als die West-Firmen. Zudem gibt es keinen Dax-Konzern mit Sitz in den neuen Ländern. Dieses Fehlen von großen Unternehmenszentralen und von Großbetrieben in hochproduktiven Branchen hat per se eine geringere Wirtschaftskraft zur Folge.

FRANK FRIEDRICH

 

16.12.2015


16.12.2015: Auszahlungen

857 Millionen Euro für Kinder- und Jugendhilfe im Jahr 2014 ausgegeben.

Im Jahr 2014 wurden von den öffentlichen Haushalten in Thüringen 856,9 Millionen Euro für die Kinder- und Jugendhilfe ausgegeben. Das waren nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik 20,7 Millionen Euro beziehungsweise 2,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Mehr als drei Viertel der Auszahlungen (646,2 Millionen Euro beziehungsweise 75,4 Prozent) wurden für Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und weitere 210,7 Millionen Euro beziehungsweise 24,6 Prozent für Einzel- und Gruppenhilfen geleistet. Die Auszahlungen für Einrichtungen stiegen gegenüber dem Jahr 2013 um 7,7 Millionen Euro und die Auszahlungen für Einzel- und Gruppenhilfen um 13 Millionen Euro.

Der Hauptanteil der Auszahlungen im Bereich der Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe fiel mit 585,8 Millionen Euro auf die Tageseinrichtungen für Kinder. Das entsprach einem Anteil von 90,7 Prozent. Im Jahr 2013 wurden dafür 579,4 Millionen Euro ausgegeben (90,7 Prozent). Weitere 19,6 Millionen Euro entfielen auf Einrichtungen der Jugendarbeit. Hier sanken die Ausgaben gegenüber 2013 um 0,6 Millionen Euro beziehungsweise 2,9 Prozent.

Ausgabenschwerpunkt im Bereich der Einzel- und Gruppenhilfen bildete, wie bereits in den vergangenen Jahren, die Hilfe zur Erziehung. Mit 111,1 Millionen Euro betrug der Anteil 52,7 Prozent. Ein Jahr zuvor waren es 107,0 Millionen Euro mit einem Anteil von 54,1 Prozent.

Den Auszahlungen standen Einzahlungen in Höhe von 78,5 Millionen Euro gegenüber. Somit betrugen im Jahr 2014 die reinen Auszahlungen 778,5 Millionen Euro. Das waren 12,2 Millionen Euro beziehungsweise 1,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Bezogen auf die Bevölkerung Thüringens wurden im Jahr 2014 je Einwohner durchschnittlich 360,60 Euro für die Kinder- und Jugendhilfe ausgegeben.

PM-TLS

 

16.12.2015


16.12.2015: Praxisnahe Ausbildung wird sehr geschätzt

Brasilianische Kooperationen: Ernst-Abbe-Hochschule Jena erweitert ihre Kontakte mit Partnerhochschulen und Institutionen.

Für einen weiteren Ausbau von Kooperationen mit brasilianischen Hochschulen und Institutionen reisten kürzlich Prof. Dr. Alexander Richter, Prorektor für Studium, Lehre und Weiterbildung der Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena, und Prof. Dr. Heiko Haase vom Fachbereich Betriebswirtschaft nach Südamerika.

Die Wissenschaftler bereiteten an verschiedenen Partnerhochschulen unter anderem eine interdisziplinäre Sommerschule sowie den Austausch von Studierenden und Dozenten vor. Ein Höhepunkt der Reise war das Treffen mit Fábio de Oliveira Branco, Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Technologie und Wissenschaft des brasilianischen Bundesstaates Rio Grande do Sul, in Porto Alegre.

„Unsere Partner in Südbrasilien sind stark an einem weiteren Ausbau der Beziehungen zu thüringischen Hochschulen interessiert. Insbesondere die praxisnahe akademische Ausbildung an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften wird in Brasilien sehr geschätzt“, faßt Prof. Dr. Richter die Ergebnisse der Reise zusammen.

Derzeit kommen jährlich etwa 15 bis 20 brasilianische Studentinnen und Studenten an die EAH Jena, die auf sehr gute akademische Beziehungen zu Hochschulen und Universitäten unter anderem in Curitiba, Porto Alegre, Sao Paulo und Rio de Janeiro blicken kann.

SIGRID NEEF

 

16.12.2015


15.12.2015: „Offensichtlicher Unsinn“

Nutzen der ICE-Neubaustrecke regional beschränkt: Pro Bahn fordert Thüringen-Takt statt Landeszentralbahnhof.

Zum Fahrplanwechsel am 19./ 20.Dezember zieht der Fahrgastverband Pro Bahn Thüringen ein durchmischtes Fazit. In Thüringen wird der neue Fahrplan von zwei Ereignissen dominiert: Der Inbetriebnahme der Neubaustrecke Erfurt - Halle/Leipzig (VDE 8) und der Betriebsaufnahme im sogenannten Nahverkehrsnetz Saale-Thüringen-Südharz (STS), das unter anderem die Strecken Eisenach – Erfurt - Weimar - Halle, Saalfeld - Jena - Leipzig und Halle - Kassel umfaßt.

„Während die Übernahme des STS-Netzes ohne Zweifel eine Verbesserung für die Thüringer Fahrgäste darstellt, weil der neue Anbieter Abellio mit neuen, barrierefreien und komfortablen Zügen verkehrt und neue Direktverbindungen anbietet, sehen wir mit der Inbetriebnahme des VDE 8.2 nun immer mehr die Schattenseiten der Schnellverkehrsstrecke mit nur einem Halt in Thüringen, vor denen wir jahrelang gewarnt haben“, sagt Bernd Schlosser, Vorsitzender des Thüringer Landesverbandes. „Zwar ermöglicht die Neubaustrecke schnellere Direktverbindungen zwischen der Landeshauptstadt und Halle/Leipzig, Berlin und Dresden, verschlechtert aber eben auch die Situation für viele Thüringer Städte und Regionen abseits Erfurts.“

So hätten am vergangenen Wochenende die Klassiker- und Weltkulturerbestadt Weimar sowie die Domstadt Naumburg ihre umsteigefreien Taktverkehre nach Berlin und Frankfurt verloren. Am Beispiel Weimars werde auch deutlich, wie gering der zeitliche Nutzen des Hochgeschwindigkeitsverkehrs außerhalb Erfurts seit. Die Verbindungen von Weimar nach Berlin seien entgegen aller Versprechen nicht schneller geworden, sondern verharrten auf dem bisherigen Niveau beziehungsweise seien sogar langsamer geworden. Dafür müßten Fahrgäste nun aber immer umsteigen und bei Verbindungen über Erfurt höhere Normalpreise zahlen.

Bernd Schlosser prophezeit: „Wenn 2017 der letzte Abschnitt der Neubaustrecke in Betrieb geht, drohen weitere und stärkere Verschlechterungen insbesondere in Ostthüringen. Ein Land mit rund zwei Millionen Einwohnern auf einer Landesfläche von mehr als 16.000 Quadratkilometern kann nicht ohne Nachteile mit nur noch einem Fernverkehrsknoten erschlossen werden. Die von der Landespolitik gebetsmühlenartig wiederholte Behauptung, nun müßten nur noch die Fahrzeitvorteile der Neubaustrecke mit schnellen Regionalverkehren in alle Landesteile getragen werden, ist offensichtlicher Unsinn. Wenn nicht einmal das 15 Minuten von Erfurt entfernt liegende und bestens an Erfurt angebundene Weimar vom ICE-Knoten Erfurt profitiert, wie sollen das dann die noch weiter entfernt liegenden Städte tun? Wir fordern deshalb die neue Landesregierung auf, die von den Vorgängerregierungen geprägte Idee eines Landeszentralbahnhofs endlich zu den Akten zu legen. Wir brauchen mehrere Fernverkehrshalte statt nur eines einzigen, und wir brauchen einen landesweiten Takt für Bus und Bahn, den Thüringen-Takt!“

Pro Bahn ist ein gemeinnütziger Verbraucherverband für die Fahrgäste öffentlicher Verkehrsmittel wie Bahn und Bus. Er ist deutschlandweit tätig und als Bundesverband mit Landes- und Regionalverbänden organisiert.

PM-PBT

 

15.12.2015


15.12.2015: „Erkennbares Profil“

„Entscheidung mit Signalwirkung“: Thüringer Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) begrüßt Erweiterung des Triebwerksspezialisten N3 in Arnstadt.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat die Entscheidung von Lufthansa und Rolls-Royce, künftig weitere Triebwerke in Arnstadt zu warten und damit ihr Engagement in Thüringen auszubauen, begrüßt. „Das ist eine Entscheidung mit Signalwirkung, von der die gesamte Region profitiert “, sagte Tiefensee. Entscheidend für den Zuschlag seien die hervorragende Qualität, die hohe Flexibilität und Liefertreue gewesen, für die der Thüringer Standort und seine mehr als 600 Beschäftigten stünden. Zusammen mit dem Flugzeugwartungsunternehmen Haitec Aircraft Maintenance GmbH am Erfurter Flughafen entwickle sich mit der Erweiterung von N3 allmählich ein „erkennbares Profil“ Thüringens im Bereich der Flugzeugwartung. „N3 bestätigt erneut seine Rolle als einer der großen Wachstums- und Beschäftigungsträger der Thüringer Wirtschaft“, sagte Tiefensee. Das Land unterstützt die Investitionen in den Standort deshalb auch im Rahmen seiner Fördermöglichkeiten.

Lufthansa und Rolls-Royce hatten im November 2004 die Entscheidung getroffen, in Thüringen ein neues Kompetenzzentrum für Airbus-Triebwerke zu errichten. Mitte 2005 begannen auf dem Gelände des Industriegebiets Erfurter Kreuz/Arnstadt die Arbeiten zur Errichtung des Werks, in dem Rolls-Royce-Triebwerke (Flugzeugturbinen) der Typen Trent 500, 700 und 900 für den Airbus A340, A330 und A380 geprüft, gewartet und instandgehalten werden. Die Gesamtinvestitionskosten des Projekts beliefen sich auf rund 90 Millionen Euro. Im Jahr 2007 nahm N3 den Betrieb auf.

Ab Herbst 2016 werden in Arnstadt auch die Triebwerke der Airbus-A350-Flugzeuge gewartet, die künftig bei der Lufthansa und weiteren Fluggesellschaften weltweit im Einsatz sind. „N3 stellt hohe organisatorische, wirtschaftliche und technologische Anforderungen an Mitarbeiter und das Unternehmensumfeld“, machte Tiefensee deutlich. „Die Erweiterung zeigt: Thüringen ist diesen Anforderungen gewachsen. Wir bieten hervorragende Bedingungen für Ansiedlungen und Unternehmenswachstum.“

PM-SK

 

15.12.2015


15.12.2015: Von Ausleihe profitieren

Erfurt bringt sich in die Internationale Lutherausstellung 2017 in Wittenberg ein

„In Presseberichten wurde wiederholt der Eindruck erweckt, die Stadt Erfurt würde leichtfertig das zu den Sammlungen des Angermuseums gehörende und gegenwärtig als Leihgabe im Stadtmuseum gezeigte sogenannte ,Lutherkästchen‘ 2017 in einer fragwürdigen ,Verleih-Aktion‘ nach Wittenberg vergeben“, monierte die Stadtverwaltung der Landeshauptstadt am 14. Dezember in einer Pressemeldung. Und klärt auf: Tatsächlich handele es sich bei der geplanten Wittenberger Ausstellung um ein Referenzprojekt der bundesweiten Geschichtskultur mit großer internationaler Ausstrahlung, zu dem eingeladen zu sein für die Erfurter Museen eine seltene Ehre bedeute. Zugleich gebe sie Gelegenheit, an herausragender Stelle auf die hiesigen Bestände und die Bedeutung Erfurts für Martin Luther hinzuweisen.

„Eine solche Anfrage entspricht den selbstverständlichen Gepflogenheiten des Austauschs zwischen Museen, und sie sollte daher nicht zum Gegenstand eines falsch verstandenen Eigeninteresses werden, zumal das in unserem Haus bisher nicht adäquat präsentierte Objekt dadurch im Jubiläumsjahr 2017 für eine kurze Zeit überregionale Wirkung entfalten kann und wir zudem mit einer eigenen Ausstellung über Martin Luthers monastische Wurzeln und die Bettelorden in Erfurt einen für unsere Stadt repräsentativen Beitrag dazu leisten werden“, erklärte dazu Dr. Anselm Hartinger, der Direktor der Erfurter Geschichtsmuseen.

„Die Leihnehmer in Wittenberg werden das Holz des Reiseschreibkästchens untersuchen und wenn möglich auch chronologisch bestimmen, bevor es in der Ausstellung gezeigt wird“, ergänzt Prof. Dr. Kai Uwe Schierz, Direktor der Erfurter Kunstmuseen. „Damit kann passieren, was wir uns schon lange wünschten, aber aus finanziellen Gründen nicht realisieren konnten. Wir werden also nicht nur mit internationaler Aufmerksamkeit beschenkt, wenn wir das Objekt ausleihen, sondern auch mit wissenschaftlicher Expertise. Wir in Erfurt können von der Ausleihe nur profitieren.“

Kulturdirektor Tobias J. Knoblich stellt sich wiederholt vor seine Museumsdirektoren und Kuratoren: „Es ist erfreulich, daß sich einige engagierte Bürger für das Lutherkästchen so stark machen. Die übertriebene Stilisierung des Objekts zur Touristenattraktion verwundert mich jedoch und zeigt mir, daß es gut ist, vor einer öffentlichen Schelte einmal die Einschätzung der Museumsfachleute einzuholen. Wir haben sehr genau abgewogen, was wir im Jahr 2017 selbst machen können und wo wir uns andernorts einbringen wollen. Der Kontext macht auch immer die Musik: im Kreise anderer auratischer Objekte wird das Kästchen sicher eine Wirkung haben; das große Highlight ist es allein gewiß nicht“, so Knoblich.

Zum Reformationsjubiläum ergänzt er: „Das Tolle an Erfurt ist ja, daß es viele Akteure gibt, die sich einbringen. Wir machen als Stadt eine Ausstellung zu den Bettelorden mit Lutherbezug und ergänzen diese um kleinere städtische Projekte. Aber auch der Evangelische Kirchenkreis, das Augustinerkloster, das Theater und viele andere steuern etwas bei. Das Gesamtprogramm werden wir im nächsten Jahr präsentieren.“

PM-SG

 

15.12.2015


14.12.2015: Kein Drang zum Sparen

Staat muß sich als Unternehmer zurückziehen: Kommunalunternehmen von Stadt und Landkreis Nordhausen verhindern laut Wirtschaftsrat fairen Wettbewerb in Nordthüringen.

„Die kommunalen Unternehmen von Stadt und Landkreis Nordhausen verhindern durch nicht marktgerechte Preise den gesunden und fairen Wettbewerb und zerstören die funktionierende Unternehmenslandschaft in der Region“, stellt Roland Handrek, Sprecher der Sektion Nordthüringen im Wirtschaftsrat der CDU Deutschland, fest und fordert  mehr Wirtschaftsförderung durch gestaltete Rahmenbedingungen. Konkret schlägt er beispielsweise die „umgehende Erschließung des Gewerbegebietes ,Goldene Aue‘ anstatt mehr Eigenbeteiligungen von der Regionalpolitik“ vor.

Gemäß vorliegender Beteiligungsberichte sei der Landkreis Nordhausen insgesamt an acht Unternehmen und die Stadt Nordhausen an 20 Gesellschaften oder Tochtergesellschaften beteiligt. Einige dieser kommunalen Unternehmen hätten aufgrund ihrer staatlich legitimierten Strukturen ein marktbeherrschendes Monopol. So könnten sie Preise diktieren, die sich weder an den eigentlichen Kosten noch am Wettbewerb orientieren müßten. Am Beispiel der EVN Energieversorgung Nordhausen mit einem jeweiligen Jahresergebnis von acht Millionen Euro vor Steuern konstant über die letzten Jahre bedeute dies nach seinen Worten, daß jeder Einwohner Nordhausens pro Jahr mit 200 Euro höher belastet werde als notwendig. Damit fehlten acht Millionen Euro Kaufkraft und Konsum in der Region.

Daß die Gesellschafter dieser kommunalen Unternehmen in den Branchen Strom, Gas, Wasser, Stadtwerke sowie im kommunalen Gesundheitswesen und in der kommunalen Wohnungsverwaltung daran interessiert sind, ihre Pfründe auszuweiten, sei so natürlich nur zu verständlich. Bei Renditen, die in der freien Wirtschaft und im freien Wettbewerb kaum erzielt werden könnten, lebte es sich leicht wie die berühmte Made im Speck und ein Drang zum Sparen bestehe so leider auch nicht wirklich.

Auch am aktuellen Beispiel des schnellen Wachstums der kreiseigenen Service-Gesellschaft ließe sich dies eindrucksvoll illustrieren. Hier würden zur Marktbereinigung erst einmal die privaten Unternehmen aus den betreffenden Leistungsbereichen wie Reinigung, Straßendienst sowie Neubau und Instandsetzung abgedrängt. Hier fordere Handrek von den kommunalen Eigentümern, anstatt weiterer neuer Geschäftsfelder wie der Organisation der Flüchtlingsunterbringung, die Service GmbH aus dem Markt zu nehmen. Schließlich sei es nicht die Aufgabe kommunaler Verwaltungen, sich als Unternehmer zu betätigen, sondern für eine wirtschaftlich prosperierende Region positive Weichen zu stellen und entsprechende Randbedingungen zu schaffen.

Zudem sei es auch nicht hinnehmbar, daß Leistungen für den Bürger, die aus Steuern zu finanzieren seien, über Gewinne aus kommunalen Unternehmen quersubventioniert würden. Zumal dieses von den Bürgern zusätzlich erbrachte Geld eine weitere Belastung und verdeckte Steuer und Abgabe darstelle.

„Höhere Einnahmen werden langfristig nicht durch Erhöhung der Gewerbesteuer und immer mehr kommunale Unternehmungen, sondern einzig durch Schaffung von wirtschaftsfördernden Rahmenbedingungen erzielt. Und somit wird es wesentlich effektiver, die ‚unendliche Geschichte‘ der Planung und Erschließung des Industriegebietes ,Goldene Aue‘ zu beenden, um Unternehmen mit konkreten Arbeitsplätzen anzusiedeln“, appelliert Handrek in Richtung der verantwortlichen Parlamente in Stadt und Landkreis Nordhausen.

PI-WR.LVT

 

14.12.2015


14.12.2015: Verbrauch gesunken

Deutlicher Rückgang des Gasabsatzes aufgrund der erheblich milderen Witterung 2014.

Der Gasabsatz der bundesdeutschen Gasversorgungsunternehmen und Gashändler an Endabnehmer in Thüringen betrug im Jahr 2014 rund 17,2 Milliarden Kilowattstunden. Nach Angaben des Thüringer Landesamtes für Statistik ist der Gasverbrauch gegenüber dem Vorjahr damit um beachtliche 12,4 Prozent gesunken.

Die Erlöse der Gasversorgungsunternehmen aus der Gasabgabe an Endabnehmer in Thüringen sind dem folgend ebenfalls gesunken. Im Durchschnitt aller Verbrauchergruppen wurden 4,68 Cent je Kilowattstunde (kWh) erlöst. Dies waren 0,10 Cent/kWh weniger als im Jahr 2013. Bundesweit betrachtet zahlten die Gaskunden nach vorläufigen Angaben durchschnittlich 4,07 Cent/kWh. Haushalte in Thüringen bezahlten 2014 für ihr Gas im Schnitt 5,74 Cent/kWh und damit 0,06 Cent je Kilowattstunde mehr als im Vorjahr. Im Bundesdurchschnitt zahlten die Haushalte im letzten Jahr 5,62 Cent/kWh.

In den angegebenen Durchschnittserlösen sind nach Information des Landesamtes für Statistik Netznutzungsentgelte, nicht aber die Mehrwertsteuer enthalten. Die Entwicklung der Erlöse wird zudem durch Abgaben wie die Erdgassteuer und die Konzessionsabgabe mit beeinflußt.

PM-TLS

 

14.12.2015


13.12.2015: „Alibiveranstaltung"

Junge Union Thüringen fordert Volksentscheid statt Scheinbeteiligung bei Kreisgebietsreform.

Der Landesvorsitzende der Jungen Union Thüringen und Landtagsabgeordnete Stefan Gruhner hat den Vorschlag der Bündnisgrünen zu sogenannten Bürgergutachten im Vorfeld der Kreisgebietsreform als „Alibiveranstaltung" und „Scheinbeteiligung" zurückgewiesen. Gruhner fordert stattdessen einen Volksentscheid zur Kreisgebietsreform.

Der CDU-Politiker sagte am 12. Dezember in Erfurt: „Der Vorschlag zu Bürgergutachten hat nichts mit echter Beteiligungskultur zu tun. Wenn insgesamt nur 200 Thüringer an dieser grundlegenden Frage ernsthaft beteiligt werden, ist das weder repräsentativ noch echte Bürgerbeteiligung. Der Vorschlag der Grünen ist deshalb nichts weiter als eine Alibiveranstaltung und Scheinbeteiligung. Offenbar ist die Angst vor der Meinung der Thüringer so groß, daß jetzt schon auf Etikettenschwindel bei der Bürgerbeteiligung zurückgegriffen wird."

Der JU-Vorsitzende erneuert in diesem Zusammenhang die Forderung seiner Organisation nach einem Volksentscheid zur Kreisgebietsreform: „Die von Rot-Rot-Grün angestrebte grundlegende Umgestaltung Thüringens ist mit einer Stimme Mehrheit im Landtag nicht ausreichend legitimiert. Deshalb muß es über die Frage der Kreisgebietsrefom einen Volksentscheid geben. Dieser könnte beispielsweise zeitgleich mit der nächsten Kommunal- oder Landtagswahl verbunden werden. Wir brauchen einen Volksentscheid statt Scheinbeteiligung", stellte Gruhner klar. Der JU-Chef verwies zudem darauf, daß erst vor zwei Wochen auch die Vollversammlung des Landesjugendrings in Thüringen die Forderung nach einem Volksentscheid bei der Kreisgebietsreform beschlossen habe. Dem Landesjugendring gehören alle großen Jugendverbände Thüringens an. Dazu zählen auch die Jugendorganisationen aller im Landtag vertretenen Parteien.

Außerdem kritisierte der Vorsitzende des CDU-Nachwuchsverbandes den jüngsten Vorschlag des SPD-Landesvorsitzenden Andreas Bausewein, die Bürger im Rahmen einer Kreisgebiestreform über die jeweilige neue Kreisstadt abzustimmen zu lassen. „Der Vorschlag des SPD-Vorsitzenden ist im Kern vergiftet. Wenn die Bürger neuer Monsterkreise über ihre neue Kreisstadt abstimmen sollen, dann bedeutet das nichts weiter als das Ausspielen einzelner Regionen gegeneinander. Wer solche Vorschläge macht, stiftet eher Unfrieden statt demokratische Beteiligungskultur," so Stefan Gruhner.

PM-JUT

 

13.12.2015:


12.12.2015: „Hervorragendes Beispiel“

Toskanaworld wird Fördermitglied der Deutschen Zentrale für Tourismus.

Die Toskanaworld wird zum 1. Januar 2016 zum Fördermitglied der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT). Dies wurde im Rahmen der 118. Mitgliederversammlung der DZT einstimmig beschlossen.

Für die Aufnahme als Fördermitglied bewarb sich die Unternehmensgruppe mit der Absicht, sich zunehmend an ein internationales Publikum zu wenden und gleichzeitig die Rolle des deutschen Gesundheitstourismus auf dem globalen Markt zu stärken.

Petra Hedorfer, Vorsitzende des Vorstandes der DZT, erklärte zur Aufnahme der Toskanaworld: „Rund 6,5 Millionen internationale Übernachtungen in den mehr als 350 prädikatisierten Kur- und Heilbädern in Deutschland 2014 entsprechen einem Anteil von rund neun Prozent am gesamten Incoming. Die Dachmarke Toskanaworld ist ein hervorragendes Beispiel für die Verknüpfung von Erholung, Gesundheit und Naturerlebnis in innovativen touristischen Angeboten. Mit ihren Standorten in Thüringen, Hessen und Sachsen trägt sie darüber hinaus zu einer regionalen Verbreiterung des Angebotes in diesem Segment bei, das bisher stark auf Süd- und Westdeutschland fokussiert war.“

Marion Schneider, Geschäftsführerin der Toskanaworld, erklärte dazu: „Im Mittelpunkt unserer Angebote stehen Glück und Gesundheit. Diese verbinden wir mit Heimat, naturnaher Architektur in schönen Landschaften und gesundem Leben. Mit Liquid Sound – Baden in Licht und Musik – haben wir dabei ein einzigartiges Entspannungsangebot gefunden, welches in Verbindung mit Aqua Wellness zu einem unvergeßlichen Erlebnis wird.“ Die Toskanaworld freue sich über die Aufnahme als Fördermitglied bei der DZT und sehe der künftigen Zusammenarbeit erwartungsvoll entgegen.

Unter dem Motto „Glück und Gesundheit“ schafft die Toskanaworld-Gruppe Orte für Heilung, Entspannung und Genuß. In den idyllischen Kurorten Bad Sulza, Bad Schandau und Bad Orb betreibt das Unternehmen die Toskana-Thermen mit dem einzigartigen Liquid Sound - Baden in Licht und Musik. Seinen Ursprung hat dieses besondere Badekonzept im thüringischen Klinikzentrum Bad Sulza, welches ebenfalls Teil der Toskanaworld ist. Darüber hinaus bündeln sich unter der Dachmarke das Hotel an der Therme Bad Sulza, das Hotel an der Therme Bad Orb sowie das Hotel Resort Schloß Auerstedt und das Hotel „zum Ritter“ in Fulda. Mit dem Fünf-Sterne-Hotel Elbresidenz an der Therme Bad Schandau wird das Gesundheits- und Entspannungsangebot im Jahr 2016 um ein weiteres, erstklassiges Haus erweitert.

KLAUS LOHMANN

 

12.12.2015


11.12.2015. Neubesetzung

Impulse für eine nachhaltige Politik zum Erhalt unserer Lebensgrundlagen: Landesregierung beruft Beirat zur Nachhaltigen Entwicklung in Thüringen ein.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) berief am 11. Dezember gemeinsam mit Umweltministerin Anja Siegesmund (Bündnisgrüne) in Erfurt 15 Mitglieder in den Beirat zur Nachhaltigen Entwicklung in Thüringen. Mit der Neubesetzung soll der Beirat zur Nachhaltigen Entwicklung den Austausch und die Kooperation von staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren befördern. „Daß sich die Qualität politischer Entscheidungen daran orientieren muß, daß sie die Handlungsmöglichkeiten künftiger Generationen erhalten, also im wahrsten Wortsinn nachhaltig sind, ist Richtschnur unseres Handelns. Eine verantwortliche und sozial gerechte wie ökologische Politik kann nicht von oben nach unten verordnet werden. Vielmehr muß die Überzeugung für nachhaltiges Handeln im Bewußtsein aller Thüringerinnen und Thüringer verankert werden. Der Beirat zur Nachhaltigen Entwicklung bietet die Gewähr für einen gesamtgesellschaftlichen Dialogprozeß, an dessen Ende feste Zielstellungen und Maßnahmenpakete stehen sollen“, so der Ministerpräsident. Der Beirat arbeitet unabhängig und berät die Landesregierung bei der Fortschreibung der Thüringer Nachhaltigkeitsstrategie. Darüber hinaus setzt das Gremium mit eigenen Veranstaltungen und Projekten Akzente für eine nachhaltige Entwicklung.

Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund dankte den bisherigen Mitgliedern für ihr Engagement und freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem neubesetzten und erweiterten Beirat. „Eine nachhaltige Politik ist entscheidend für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen. Ideen und Projekte für ein zukunftsfähiges Thüringen erhalten mit dem Nachhaltigkeitsbeirat eine Lobby. Von der Arbeit des Beirates erhoffe ich mir Impulse für zentrale Zukunftsthemen wie nachhaltige Mobilität, Energie- und Ressourceneffizienz oder der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“, sagte Siegesmund. Unterstützung erfährt der Beirat zur Nachhaltigen Entwicklung durch das Thüringer Umweltministerium mit einer Geschäftsstelle.

Der Beirat zur Nachhaltigen Entwicklung in Thüringen wurde erstmals im Jahr 2009 berufen, um an der Erarbeitung einer Nachhaltigkeitsstrategie für Thüringen aktiv mitzuwirken. Dem Beirat zur Nachhaltigen Entwicklung in Thüringen, dessen Amtszeit am 30. Juni 2020 endet, gehören 15 berufene Mitglieder an. Dies sind in in alphabetischer Reihenfolge: Prof. Dr. Gabriele Beibst; Hannes Damm; Prof. Dr. Matthias Gather; Gisela Hartmann; Prof. Dr. Martin Heinze; Ron Hoffmann; Nikolaus Huhn; Katja Imhof-Staßny; Jana Liebe; Hans-Peter Perschke; Andreas Trautvetter; Verena Volkmar; Doris Voll; Dr. Klaus Wagner und Prof. Dr. Viktor Wesselak.

PM-TSK

 

11.12.2015


11.12.2015: Schleppende Aufarbeitung

Tiefensee fordert von Linken stärkere Auseinandersetzung mit DDR-Vergangenheit.

Wolfgang Tiefensees (SPD) politische Zwischenbilanz im Freistaat Thüringen sieht ernüchternd aus: Der frühere Leipziger Oberbürgermeister und heutige Thüringer Wirtschaftsminister geißelt in der am 11. Dezember erscheinenden „Leipziger Volkszeitung“ die schleppende Aufarbeitung der DDR durch die Linke und fordert ein Umdenken in der Wirtschaftspolitik, verbunden mit der Kritik, daß sich einige Thüringer Regionen „unter Wert verkaufen“.

„Lassen Sie es mich mit einer Himalaya-Expedition vergleichen: Der Ministerpräsident und einige um ihn herum sind ganz sicher schon im zweiten Hochlager angekommen, während viele andere aus der Linkspartei noch nicht einmal das Basislager geschafft haben.“ Tiefensee kritisiert offen die Thüringer Linke für ihre Untätigkeit in der Auseinandersetzung mit ihrer SED-Vergangenheit und der DDR als Unrechtsstaat, spricht von großem Nachholbedarf und „tradierten Denkweisen in weiten Teilen der Linken“.

Es sei nicht nur ein Affront gegen die Präambel des Koalitionsvertrages, „wenn beispielsweise Birgit Klaubert, meine Kollegin als Bildungsministerin, sagt, die DDR sei kein Unrechtsstaat gewesen.“ Die Linke müsse „in dieser Beziehung noch einiges nachholen und lernen. Es darf nicht nur einen Ministerpräsidenten geben, der die DDR als Unrechtsstaat bezeichnet, sondern das muß von der gesamten Partei glaubwürdig mitgetragen werden. Das ist das Entscheidende.“ Bodo Ramelow wird aus seinem Hochlager noch oft ins Tal hinabsteigen und sehr viel Überzeugungsarbeit leisten müssen.

„Die Aufarbeitung der DDR als Unrechtsstaat durch die Linke“ sei für ihn ein wesentlicher Beweggrund gewesen, nach Erfurt zu gehen, „denn dazu mußte sich die Linke bekennen, ansonsten wäre ich nicht in die Regierung eingetreten.“

Mit Blick auf sein Ressort bezeichnet er Thüringen als Industriemotor für ganz Ostdeutschland, auch wenn das Wirtschaftswachstum momentan verhalten ausfalle. Trotz der Zahlen - Thüringen liegt mit 0,4 Prozent Wachstum weit unter dem Bundesdurchschnitt von 1,4 Prozent - liege der Anteil der Industrie an der wirtschaftlichen Wertschöpfung über Bundesschnitt. „Daß wir beim Wirtschaftswachstum nicht ganz so gut sind, hängt mit dem relativ hohen Thüringer Ausgangsniveau und insbesondere mit den kleinteiligen Strukturen zusammen. Wir haben eben sehr viele kleine Betriebe.“ In Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern arbeiten in Thüringen nicht einmal 15 Prozent aller Beschäftigten, in Deutschland über 40 Prozent.

Tiefensee deklariert darüber hinaus die SPD als Mittelstandspartei. „Die SPD hat viele Wahlen und die Kanzlerschaft Schröder verloren, weil wir uns für den Mittelstand und für Arbeitnehmerinteressen zugleich engagiert haben.“ Der Ex-Bundesminister für Verkehr und Bauen vermeidet dabei auch kein Eigenlob: „Ich habe zwei gewaltige Förderprogramme, die Konjunkturpakete Verkehr und Bau, 2008 mit auf den Weg gebracht, davon hat der Mittelstand extrem profitiert.“

Der Kritik, daß Ostthüringen, insbesondere das Altenburger Land, in Erfurt gern vergessen werden, entgegnet der Minister lapidar, „daß sich Altenburg mitunter etwas unter Wert verkauft und die Erfolge nicht sieht. Allein in den letzten zehn Jahren ist die Wirtschaftsleistung im Landkreis um mehr als 20 Prozent gestiegen, der Industrieumsatz um fast 50 Prozent, die Zahl der Industriebeschäftigten ebenfalls um mehr als ein Fünftel.“ Mit Neumayer in Schmölln, KTN in Nobitz oder Meuselwitz Guß gäbe es wichtige Industrieansiedlungen aus den letzten Jahren.

FRANK FRIEDRICH

 

11.12.2015


10.12.2015: „Thüringen braucht Zuwanderung“

Freistaat als Zuwanderungsland etablieren: Engere Zusammenarbeit Thüringer Sozialverbände und der Landesregierung bei Integration von Flüchtlingen.

Die Thüringer Sozialverbände und die Landesregierung arbeiten bei der Integration von Flüchtlingen enger zusammen. Das teilten die Liga der Freien Wohlfahrtspflege und die Thüringer Staatskanzlei am 9. Dezember 2015 in einer gemeinsamen Medieninformation mit. Ein Beispiel dafür sei das Landesprogramm „Arbeit für Thüringen“. Dort wird das Land in den Jahren 2016 und 2017 insgesamt 6,6 Millionen Euro für die Ausbildung und Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen. Unter anderem geht es um die Ausbildung von Asylbewerbern in Pflegeberufe und ein Coaching für ältere Flüchtlinge, um ihnen den Sprung in die berufliche Selbständigkeit zu erleichtern. Etwa 2300 Flüchtlinge sollen mit den von Thüringer Kammern, Bildungsträgern, Kommunen und Sozialverbänden eingereichten Projekten unterstützt werden, so Sozialministerin Heike Werner (Die Linke). Bei der Paßgenauigkeit der Projekte könne man auf die Spezialisten der Sozialverbände zurückgreifen, unterstrichen sowohl Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) als auch der Vorsitzende der Liga der Freien Wohlfahrtspflege, Reinhard Müller, beim Sozialmonitoring. Das Sozialmonitoring findet zweimal im Jahr statt. Dabei stimmen sich Landesregierung und Liga über aktuelle Themen der Sozialpolitik ab.

Thüringen braucht Zuwanderung, hoben der Ministerpräsident und der Vorsitzende der Liga hervor. Die Sozialverbände signalisierten der Landesregierung ihre Unterstützung, Thüringen als ein Zuwanderungsland zu etablieren. Ramelow verwies dabei auf das gewaltige Investitionsprogramm, das mit der Flüchtlingshilfe in Thüringen losgetreten worden sei, und nannte beispielshaft Branchen wie Bauhandwerker, Busunternehmen oder Großküchen.

Die soziale Integration der Flüchtlinge sei nach der Erstaufnahme die wichtigste Aufgabe, die jetzt in Thüringen anstehe. Dabei bringen die Sozialverbände ihre fachliche Kompetenz ein. Die Landesregierung richte eine Reihe ihrer Förderprogramme darauf aus und oder baue bestehende Angebote aus. Beispielsweise werde die bestehende Thüringer Initiative für Integration, Nachhaltigkeit, Kooperation und Aktivierung (Thinka), mit dem besonders die quartiersbezogene Integration gefördert wird, ausgebaut. In Orten mit großen Erstaufnahmeeinrichtungen werde diese Initiative ebenso etabliert wie in Kommunen mit hoher Arbeitslosigkeit. Menschen erhielten hier eine individuelle Unterstützung bei der Suche nach Arbeit und Wohnraum, bei Überschuldung und anderen Notlagen. Das Angebot richte sich gleichermaßen an Langzeitarbeitslose, ihre Familien sowie an Flüchtlinge und unterstütze so auch ein verträgliches Miteinander. Bei der Integration der Geflüchteten in den Arbeitsmarkt wiesen die Sozialverbände auch auf die starke Stellung und die Angebote in der Thüringer Sozialwirtschaft hin.

Grundsätzliche Bereitschaft signalisierten die Sozialverbände auch beim Wunsch der Landesregierung, die Beratungstätigkeit in den Bereichen Asylverfahren und Rückkehrberatung auszubauen. Migrationsminister Dieter Lauinger (Bündnisgrüne) unterstrich, daß diese Beratungstätigkeiten in Zukunft einen größeren Raum einnehmen würden. Die Verbände wiesen in dem Gespräch darauf hin, daß viele schon existierende Beratungseinrichtungen, wie etwa Schuldner- oder Familienberatung, durch die neuen Aufgaben der Flüchtlingsberatung stark ausgelastet seien. Die Beratungsstrukturen in Thüringen müßten nach ihrer Einschätzung ausgebaut werden.

GMI-LFW-TSK

 

10.12.2015


09.12.2015: Nachschlagewerk

Statistisches Jahrbuch 2015 erschienen.

Thüringens Innenminister Dr. Holger Poppenhäger (SPD) und der Präsident des Thüringer Landesamtes für Statistik (TLS), Günter Krombholz, haben am 9. Dezember im Rahmen einer Pressekonferenz in Erfurt das Statistische Jahrbuch Thüringen 2015 vorgestellt.

Das Sammelwerk der wesentlichen statistischen Daten für den Freistaat Thüringen bietet auf über 600 Seiten eine Vielzahl von Informationen aus unterschiedlichen Bereichen der amtlichen Statistik. Gerade wegen seiner kompakten Darstellungsweise gilt das Jahrbuch bei vielen Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung als unentbehrliches Nachschlagewerk. Häufig nachgefragt wird es zudem von Bürgern und Bürgerinnen, die sich für Thüringer Themen interessieren.

Das Jahrbuch ist auch als PDF-Datei auf CD erhältlich. Zusätzlich sind alle Tabellen im Excel-Format hinterlegt. Dies eröffnet die Möglichkeit, alle statistischen Zahlen unmittelbar auf dem PC weiterzuverarbeiten. Schließlich ist das Statistische Jahrbuch auch als Download im Internetangebot des Thüringer Landesamtes für Statistik verfügbar.

PM-TLS

 

09.12.2015


09.12.2015: Verbesserungsbedürftig

Wirtschaftsrat begrüßt Hochgeschwindigkeits-Trasse Erfurt-Leipzig: Mit Inbetriebnahme neue Aufbruchstimmung für Erfurt und Thüringen erzeugen.

„Wir lassen uns die großen Chancen des Erfurter ICE-Kreuzes auch von alternativen Verkehrsplanern nicht schlecht reden“, kommentiert Dr. Andreas Stute, Sprecher der Sektion Erfurt im CDU-Wirtschaftsrat Deutschland, die Einweihung der ICE-Neubaustrecken von Erfurt nach Leipzig und Halle am 9. Dezember und spielt gleichzeitig auf den Beitrag „Neue ICE-Strecke spielt auf keinen Fall Investitionen ein“ in der „Thüringer Allgemeinen“ vom 8. Dezember an. „Entgegen der im dortigen Interview vertretenen Position sind wir, die Wirtschaftsvertreter der Region Erfurt, davon überzeugt, daß Erfurt und auch Thüringen die Vorteile aus der Hochgeschwindigkeits-Trasse und dem ICE-Kreuz, welches 2017 vollständig in Betrieb gehen wird, schneller als in zehn Jahren nutzen können.“ Als dafür unabdingbare Voraussetzung nennt Stute die effektive Einbindung der Nachbarstädte Gotha, Weimar und Jena in dieses Verkehrsnetz, woran das Land und die Deutsche Bahn aber auch intensiv arbeiten würden.

Verbesserungsbedürftig sei nach seinen Worten jedoch das Marketing für das ICE-Kreuz Erfurt. In der weiten Bundesrepublik wäre bislang noch unbekannt, welche epochalen verkehrsmäßigen Entwicklungen hier stattfinden würden. „Stadt Erfurt und Land Thüringen müssen mehr Engagement entwickeln bei der Bekanntmachung dieser Jahrhundertchance“, so der Wirtschaftsvertreter weiter. Er wiederholt die Forderungen seitens der Wirtschaft nach einem umfassenden Marketingkonzept für die Erfurter und Thüringer Highlights ICE-Kreuz, neue Multifunktions-Arena, Buga 21 und dessen kurzfristiger Umsetzung mittels einer entsprechenden Imagekampagne. Diese sollte das Land und die Region bekanntmachen. In Deutschland müsse für das „Boom-Land Thüringen“ geworben werden.

Mit dem bevorstehenden Dezernentenwechsel in der städtischen Verwaltung solle sich die Landeshauptstadt auch auf die wesentlichen Entwicklungsmaßnahmen konzentrieren: Kein aufwendiger Ausbau der Nordhäuser Straße, dafür zügiger Ausbau des Bereichs ICE-City Ost. Zudem müsse ICE-City West nunmehr in Angriff genommen werden. Weiteres politisches Taktieren mit dem Investor der Fläche ICE-City West würde der Stadt hier nicht weiterhelfen.

Die Einweihung der Teilstrecke Erfurt-Leipzig/Halle sollte zugleich die Initialzündung für eine neue Aufbruchstimmung in der Stadt Erfurt sein.

PM-WRLVT

Erfurter CDU-Wirtschaftsrats-Sektionssprecher Dr. Andreas Stute: „Stadt Erfurt und Land Thüringen müssen mehr Engagement entwickeln bei der Bekanntmachung dieser Jahrhundertchance.“

Foto: WR-LVT-ARCHIV

09.12.2015


09.12.2015: Wegfall durch eigene Aktivitäten kompensieren

Mehr Studienanfänger nach Thüringen holen: Bundes-Kampagne „Studieren in Fernost“ endet – Freistaat plant Fortsetzung der Kampagne „Läuft bei uns“.

Thüringen muß in den kommenden Jahren verstärkt um Studienanfänger werben. Das sagte Thüringens Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD)am 8. Dezember mit Blick auf die Hochschulkampagne des Bundes „Mein Campus von Studieren in Fernost“, die zum 31. Dezember 2015 endet. Ziel der seit 2008 laufenden Kampagne war es, gerade bei westdeutschen Abiturienten für die Angebote der 43 staatlichen Hochschulen in Ostdeutschland zu werben. Dafür stellte der Bund insgesamt 22,3 Millionen Euro bereit.

Die Bilanz von „Studieren in Fernost“ kann sich sehen lassen: Mittlerweile stammt jeder dritte Studienanfänger an ostdeutschen Hochschulen aus dem Westen (Thüringen: 35,5 Prozent), 2008 war es nur jeder fünfte. Auch der Wanderungssaldo hat sich umgekehrt: Seit 2011 kommen mehr westdeutsche Abiturientinnen und Abiturienten zum Studieren in den Osten, als von hier nach Westdeutschland gehen.

„Eine Fortführung dieser Kampagne mit veränderten Schwerpunkten wäre sicherlich wünschenswert gewesen“, sagte der Minister. Thüringen werde nun versuchen, den Wegfall der Bundeskampagne zumindest teilweise durch eigene Aktivitäten zu kompensieren: „Auch künftig müssen wir für den Studien- und Hochschulstandort Thüringen kräftig die Werbetrommel rühren.“ Zuletzt hatten die Studienanfängerzahlen im Freistaat stagniert beziehungsweise waren sogar leicht zurückgegangen – von gut 11.000 im Jahr 2011 auf etwas mehr als 9600 im vergangenen Jahr. In diesem Jahr gab es erstmals wieder einen geringfügigen Zuwachs, der für eine Stabilisierung der Situation spricht.

Von der Entwicklung der Schulabgängerzahlen ist dabei allerdings auch in Zukunft kein Rückenwind zu erwarten: Zwar gibt es nach Prognosen der Kultusministerkonferenz bis 2025 in den neuen Ländern einschließlich Thüringen ein leichtes Plus von wenigen Tausend Absolventen jährlich, in den alten Ländern aber wird diese Zahl deutlich von derzeit 400.000 auf weniger als 350.000 Schulabgänger mit Hochschulreife sinken.

„Das heißt: In Deutschland wird die Konkurrenz unter den Hochschulstandorten weiter drastisch zunehmen“, prognostizierte Tiefensee. Bereits in diesem Jahr hatten das Thüringer Wissenschaftsministerium und Hochschulen deshalb gemeinsam eine eigene Kampagne entwickelt, die bestehende Aktivitäten unkonventionell aufnahm.

Die im Sommer durchgeführte Kampagne „Läuft bei uns. – Läuft bei dir.“ hatte auf rein digitales Marketing und das Medium YouTube gesetzt. Kernstück der Kampagne war – neben Online-Anzeigen, die themen- und zielgruppenspezifisch geschaltet wurden – das „YouTube-Campus-Duell“, bei dem sechs junge YouTube-Künstler in den sechs Hochschulstädten erkundeten, was Thüringen an Lehre und Forschung, aber auch an Freizeit- und Nachtleben zu bieten hat. Jeweils zwei „YouTuber“ traten dabei gegeneinander an.

Dieser Ansatz könne aus seiner Sicht der Ausgangspunkt für künftige Marketingaktivitäten sein, sagte Tiefensee: „Unsere Zielgruppe sind Abiturienten zwischen 17 und 20 Jahren, die sich für ein Studium interessieren. Mit unserer Hochschulwerbung müssen wir die jungen Leute vor allem dort abholen, wo sie sich heute bevorzugt informieren – in den sozialen Medien und im Internet.“

Eine Kampagne für den Studienstandort könnte das bestehende Hochschulmarketing der Universitäten und Fachhochschulen in Thüringen in bestimmten Phasen – insbesondere vor Beginn des Wintersemesters – ergänzen und verstärken, so der Minister. Dazu werde sein Haus bereits zu Beginn kommenden Jahres Gespräche mit den Hochschulen aufnehmen.

STEPHAN KRAUSS

 

09.12.2015


08.12.2015: Suche nach dem Verbindenden

Max-Planck-Forschungspreis für Professor Dr. Hans Jonas: Feierliche Übergabe in Berlin durch Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU).

Mit dem mit 750.000 Euro dotierten Max-Planck-Forschungspreis, der gemeinsam von der Max-Planck-Gesellschaft und der Alexander von Humboldt-Stiftung jährlich an zwei international renommierte Wissenschaftler verliehen wird, wird am Abend des 8. Dezember in Berlin Prof. Dr. Hans Joas, der ehemalige Leiter des Max-Weber-Kollegs der Universität Erfurt und Mitglied von dessen wissenschaftlichem Beirat, ausgezeichnet. Der Preis, der in diesem Jahr zum Themengebiet „Religion und Moderne. Säkularisierung, gesellschaftliche und religiöse Pluralität“ ausgeschrieben war, wird durch die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Johanna Wanka (CDU), und Prof. Dr. Helmut Schwarz, Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung, sowie Prof. Dr. Martin Stratmann, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, überreicht.

Mit dem Preisgeld sollen in den kommenden fünf Jahren eine Distinguished Robert Bellah-Fellowship, Junior Fellowships und Stipendien für Nachwuchswissenschaftler sowie eine Reihe von Workshops und Tagungen mit dem Max-Weber-Kolleg realisiert werden. Das Max-Weber-Kolleg ist mit seinem Weberschen Forschungsprogramm ein idealer Ort, um Forschungsvorhaben zu diesem Themengebiet aufzunehmen und zu begleiten.

„Wir freuen uns, durch die Mittel des Max-Planck-Forschungspreises an Hans Joas einen weiteren wichtigen Impuls für die historisch-vergleichende Forschung zu Religion und Moderne am Max-Weber-Kolleg ermöglichen zu können und freuen uns auf eine fruchtbare Zusammenarbeit“, erklärt Hartmut Rosa, der Direktor des Max-Weber-Kollegs.

Zum Forschungsgebiet von Prof. Dr. Hans Joas zählt unter anderem das Verhältnis von Religion und Moderne. Hier entstehen oft Spannungsfelder, in denen sich Nichtgläubige und religiös geprägte Menschen verständnislos, wenn nicht gar feindlich gegenüberstehen, ebenso Angehörige verschiedener Religionen. Hans Joas sucht nach dem Verbindenden und Möglichkeiten der Verständigung und hat dazu ein Modell entwickelt, mit dem man religiöse Erfahrungsmuster deuten und beschreiben kann. Ausgangspunkt aller religiösen Erfahrung, aber auch aller Erfahrungen, die Menschen bis in ihr Innerstes berühren, sind Phänomene der „Selbsttranszendenz“, also Phänomene, in denen man das Gefühlt hat, über sich selbst hinauszuwachsen, sich verbunden fühlt mit der Natur, dem Meer, dem Wald, sich verliebt oder aber auch religiöse Erfahrungen macht. Religiöse Menschen deuten allerdings diese Erfahrungen, die jeder Mensch macht, in einer anderen Weise und eröffnen sich dadurch neue Erfahrungsmöglichkeiten. Hinzu kommt schließlich, daß eine Transzendenz im religiösen Sinne Teil dieses Deutungsmusters sein kann, womit gemeint ist, daß Gott, Götter oder auch ein göttliches Prinzip nicht einfach Teil des menschlichen Universums, seines Wissens und seines Erfahrungshorizontes sind, sondern darüber hinaus gehen, also „nicht von dieser Welt“ sind.

Diese Idee der Transzendenz kam etwa 800 bis 200 Jahre vor Christus auf in der sogenannten Achsenzeit, in der auch die großen Weltreligionen wie Christentum, Hinduismus, Buddhismus wie auch die antike Philosophie ihre Wurzeln haben. Diese gemeinsame Wurzel kann einen friedlichen Dialog zwischen Weltreligionen ermöglichen. Für den tatsächlichen Dialog in religiös aufgeladenen Konflikten ist allerdings die Betrachtung der jeweiligen historischen, politischen, ökonomischen Situation von besonderer Bedeutung. Der interreligiöse Dialog ist daher auch von politischen Entscheidungen massiv beeinflußt.

In jüngerer Zeit hat Hans Joas versucht, Religion und Moderne zusammenzuführen, insbesondere über die Untersuchung der Menschenrechte und die Frage, ob diese rein westlich seien. Mit seiner Vorstellung eines Prozesses der Sakralisierung des Menschen gibt er eine Neuinterpretation der Menschenrechtsgeschichte und schafft damit den Ausgangspunkt für Überlegungen zu einer Geschichte des moralischen Universalismus in globaler Perspektive.

CARMEN VOIGT

 

08.12.2015


07.12.2015: Reparaturaktionen

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Thüringen unterstützt Flüchtlinge beim Radfahrenlernen.

Viele Ehrenamtliche unterstützen seit Monaten die Flüchtlinge bei der Integration. Auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Thüringen e.V. bringt sich ein mit verschiedenen Aktionen. In Kooperation mit anderen Vereinen und Initiativen werden Fahrräder auf Spendenbasis gesammelt, repariert und für den Straßenverkehr tauglich hergerichtet. Dabei werden die Flüchtlinge einbezogen, indem ihnen das Reparieren von Rädern beigebracht wird. Oft ist das Fahrrad das einzige Verkehrsmittel, um von den Flüchtlingsunterkünften in die nächste Ortschaft zu gelangen.

Damit die Neubürger mit dem Rad auch straßenverkehrsordnungsgerecht unterwegs sind, kümmern sich viele Ehrenamtliche um die Schulung. In einem theoretischen Teil werden die wichtigsten Verhaltensregeln im Straßenverkehr und die Verkehrsregeln beigebracht. Dafür liegen dem ADFC Handreichungen in den unterschiedlichsten Sprachen vor. Parallel lernen die Frauen, Männer und Jugendlichen auf einem Gelände außerhalb des Straßenverkehrs das Radfahren. Besonders für Frauen ist das oft ein Novum, gar eine Art Errungenschaft, denn in ihren Herkunftsländern ist es oft nicht üblich, daß Frauen mit dem Fahrrad fahren. Wie bei allen Aktivitäten entstehen dabei private Kontakte, sprachliche Barrieren können überwunden werden und das Kennenlernen der noch fremden Kulturen wird gefördert. Ganz entscheidend ist auch, daß es wieder eine Betätigung für die sonst nur das Warten gewohnten Flüchtlinge gibt.

So wird in Jena in Zusammenarbeit mit der Awo Jena-Weimar ein Radfahrkurs für weibliche Flüchtlinge angeboten. Den ersten Kurs besuchten sechs Frauen aus Syrien, Libyen und dem Libanon. Es besteht schon eine Warteliste für den nächsten Kurs und großes Interesse an kleinen Radtouren speziell für diese Frauen. Die Ausbilder – ehrenamtliche weibliche Mitglieder des ADFC – waren ebenso angetan von dem Erfolg und der netten Atmosphäre des Kurses, wie die Teilnehmer selbst. Im Sommer wurde in Jena ein Programm für Kinder und Jugendliche angeboten, das vor allem bei Flüchtlingskindern auf große Resonanz stieß. Für diese Kinder wurde der Schwerpunkt auf das Erlernen der wichtigsten Verkehrszeichen und Regeln gelegt. Sie hatten besondere Freude an den Ausfahrten in die ihnen unbekannte Umgebung.

Der ADFC Jena hat bereits zwei groß angelegte Reparaturaktionen in den Gemeinschaftsunterkünften durchgeführt. Die Flüchtlinge – in diesem Fall ausschließlich Männer – schrauben mit Begeisterung mit und sind sehr dankbar für die Hilfe.

In Arnstadt treffen sich jeden Freitag ADFC-Mitglieder in einer Schule und reparieren mit Menschen aus Kriegsgebieten gemeinsam Fahrräder. Die Verständigung läuft dabei in Deutsch, Englisch, mit Händen und einem Lächeln für alle. Dieses Angebot wird ermöglicht in Abstimmung mit der Landrätin und dem Welcome-Büro. Auch hier gibt es gemeinsame Ausfahrten. Dabei wird auch hier StVO-gerechtes Radfahren gelehrt und vor allem die Bedeutung der Verkehrszeichen erklärt. Die nötigen Unterlagen dafür stehen in verschieden Sprachen zur Verfügung.

Bei dieser Gelegenheit werden privat gespendete Kleidung und andere Artikel verteilt. Man kommt ins Gespräch und die Menschen erzählen ungezwungen etwas über sich. Das ist eine Bereicherung für alle. Die Fahrräder werden gespendet, die Reparatur erfolgt gemeinsam, die Kosten für das Material tragen die Flüchtlinge selbst, um somit die Eigenverantwortung für ihr Rad zu übernehmen. Diese Fahrräder werden fotografiert und die Rahmennummer im Welcome-Büro hinterlegt, um bei Kontrollen das Eigentum nachweisen zu können. Auch in Arnstadt gibt es extra Fahrradkurse für Frauen aus den Kriegsgebieten.

Wer diese Aktionen, die auch im Winter über laufen, unterstützen möchte, kann das auf vielfältige Weise. Der ADFC Thüringen hat dazu eine Spendenaktion ins Leben gerufen und wird auch von Fahrradhändlern unterstützt.

PM- ADFC

 

07.12.2015


07.12.2015: Aufgestockt

Mehr Geld für Studentenwerk und Mensa-Sanierung: Spatenstich für Sanierung des Studentenwohnheims Merketalstraße in Weimar.

Mit dem ersten Spatenstich am 7. Dezember haben die Bauarbeiten zur Sanierung von Haus 1 des Studentenwohnheims in der Merketalstraße 48 in Weimar begonnen. Mit Investitionen von 4,4 Millionen Euro – davon 1,9 Millionen Euro aus dem neu aufgelegten „Thüringer Wohnheimsanierungsprogramm“ des Landes – soll das Gebäude bis zum Beginn des Wintersemesters 2016/2017 von Grund auf saniert werden.

„Die Attraktivität Thüringens als Hochschulstandort hängt nicht zuletzt davon ab, daß wir den Studierenden moderne Unterkünfte zu bezahlbaren Preisen anbieten können“, sagte Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) beim offiziellen Bauauftakt. Mit dem eigens aufgelegten Wohnheimsanierungsprogramm im Umfang von 15 Millionen wolle man den in diesem Bereich bestehenden Sanierungsstau auflösen. Mit dem Geld könne die Modernisierung von rund 1000 Wohnheimplätzen im Freistaat gefördert werden. Erst Anfang November war in Ilmenau der Grundstein für die Sanierung des Studentenwohnheims Am Helmholtzring 3 (Haus N) gelegt worden, die ebenfalls aus diesem Programm kofinanziert wird.

In Weimar entsteht nunmehr eine moderne Wohnanlage mit 138 Wohnheimplätzen in 96 Appartments, fünf Zweier- und zehn Dreier-Wohngemeinschaften sowie zwei barrierefreien Appartments. Insgesamt verfügt das Studentenwerk in Weimar über zehn Wohnanlagen mit 1130 Plätzen. Für das Haus 2 in der Merketalstraße und das Wohnheim am Jakobsplan 1 wird derzeit ebenfalls die Sanierung vorbereitet.

Beim Spatenstich in Weimar informierte der Wissenschaftsminister zugleich darüber, daß das Studentenwerk Thüringen künftig höhere Zuschüsse vom Land erhält. Insgesamt werde der Haushaltsansatz um 700.000 Euro im kommenden Jahr und um eine Million Euro im Jahr 2017 angehoben. Mit dem Geld soll insbesondere die Finanzhilfe für das Studentenwerk aufgestockt werden. Ein Teil der Mittel fließt zudem in die Sanierung der „Mensa im Park“ in Weimar.

„Das Studentenwerk muß in den kommenden Jahren eine Reihe von Kostensteigerungen auffangen“, sagte Tiefensee. Dazu zählen höhere Personalkosten durch Tarifsteigerungen, steigende Energiekosten sowie der gewachsene Bedarf an psychosozialen Beratungsangeboten an den Hochschulen. „Ich freue mich deshalb, daß unsere Argumente in den parlamentarischen Beratungen letztlich überzeugt haben.“ Mit der zusätzlichen Unterstützung vom Land sei eine auskömmliche Finanzierung des Studentenwerks gesichert.

Insgesamt stellt das Wissenschaftsministerium dem Studentenwerk Thüringen für laufende Ausgaben, Baumaßnahmen und Investitionen derzeit rund neun Millionen Euro zur Verfügung. Hinzu kommt ein Sanierungsprogramm für die Studentenwohnheime in Thüringen, das bei einer Laufzeit bis zum Jahr 2019 rund 15 Millionen Euro aus dem „Hochschulpakt 2020“ von Bund und Ländern und freiwerdenden Bafög-Mitteln umfaßt.

Das Studentenwerk betreibt an den Thüringer Hochschulstandorten 21 Mensen und Cafeterien, 67 Wohnanlagen (mit 7500 Wohnheimplätzen), acht Kindertagesstätten, drei Studentenhäuser und sechs Beratungsstellen. Dabei beschäftigt es 619 Mitarbeiter. Das Gesamtbudget beläuft sich auf rund 52 Millionen Euro.

STEPHAN KRAUSS

 

07.12.2015


06.12.2015: „Nehmt einander an…“

Mit Vergabe von drei Murmeln in ein spannendes neues Bischofsamt: 1. Konferenz der Kinderbischöfe in Magdala mit Altbischof Roland Hoffmann.

Cool, ein richtiger Bischof in der Kirchgemeinde Magdala. Im festlich hergerichteten Konferenzraum im Pfarramt Magdala flackerte unruhig die Kerze zum 1. Advent. Ganz offenbar wollte sie es den anwesenden Kindern, allesamt ehemalige und derzeit amtierende Kinderbischöfe, gleichtun. Das hatte eben seinen Grund in der Anwesenheit von Altbischof Roland Hoffmann, der in Amtstracht und mit der auffälligen goldenen Kette mit dem im Lichtschein glänzenden Kreuz ein Achtungszeichen setzte. In Magdala – ein richtiger Bischof. Cool, wie die Kinder meinten.

Der Bann war aber rasch gebrochen, denn in gemütlich-aufgeschlossener Runde dankte der Altbischof den Kindern, die mit dem tollen Ehrenamt und den großartigen, vorzeigbaren Ergebnissen besondere Anerkennung verdienen.

Pfarrerin Jeannette Lorenz-Büttner (38), die seit einem halben Jahr in Magdala aktiv ist, moderierte die Runde und konnte eine wunderbare Brücke von Geschichte und Gegenwart schlagen. Gut vorbereitet hatte sie den Kindern Gelegenheit gegeben, Fragen an Roland Hoffmann auf einen Zettel zu schreiben. Es war aber schon so „familiär“, daß die Fragen nur so sprudelten. Wie kam der Bischof zum Glauben und was würde er heute Gott fragen? Was hat ein Bischof zu tun und wie kann der Bischof in den Kirchgemeinden eine Gemeinschaft formen? Bevor der Altbischof das Wort nahm, durften aber die Kinder erst einmal über die eigene Arbeit sprechen.

Emma und Matthea aus Magdala waren nämlich im Jahre 2014 Kinderbischof und berichteten über die Spendensammlung für krebskranke Kinder, wie sie vordem Spendendosen gebastelt und den Verkauf von Popkorn organisiert haben. Lina, gerade acht Jahre, auch aus Magdala, ist eine der drei amtierenden Kinderbischöfe und ist noch immer stolz, das Band für den neuen Kinderspielplatz durchschnitten zu haben. Ja, die Jüngsten der Stadt werden erhört, eingeladen vom Stadtrat und einbezogen in aller Öffentlichkeit.

Die 13jährige Lara aus Ottstedt war bereits zweimal im Amt und plauderte frisch über die gesammelte Spende für Afrika. Arno, schon 14, war wiederholt im „Amt“ hörte aufmerksam zu, was Clara, acht Jahre, aus der Kinderbischofszeit 2014 zu berichten hatte. Überhaupt zeigten sie alle mit Stolz, wie sie dabei sind, auch den Martinstag gestalteten und weiter sich für die kleinen und großen Sorgen einsetzen wollen – etwa daß in Magdala an einer gefährlichen Stelle eine Begrenzung der Geschwindigkeit gut wäre.

Dann war der Altbischof an der Reihe, über sein langes und nicht einfaches Leben zu berichten. Behinderungen beim Studium, keine NVA, als Feind eingestuft und dennoch kein Revoluzzer, wie Hoffmann bekannte. Dann Theologiestudium, Pfarrer, Oberkirchenrat und schließlich zehn Jahre Bischof bis 2001 in Thüringen. Jetzt befindet er sich im Unruhezustand, predigt da und dort, hilft, ist bei Kirchenweihen unterwegs und kommt, wenn gewünscht, auch bis nach Magdala. Er mußte auch über seinen Herzinfarkt sprechen und wollte damit sagen, daß im fortwährenden Dienst am Menschen auch an die eigene Gesundheit gedacht werden muß.

Die kurzweilige Lebensdarstellung beeindruckte die Kinder, die schon wieder Fragen hatten – nach der Amtskleidung, dem Hirtenstab, die Lutherweste und eben das beeindruckende goldene Kreuz.

Noch immer flackerte die Kerze auf dem Adventskranz und es wurde Zeit, die Kinderschar mit dem Ehrengast ins rechte Bild zurücken. Zwei amtierende Kinderbischöfe kleideten sich rasch an und zeigten sich so, wie die nächsten Kinder nach der Wahl zu Nikolaus ausschauen werden. Für Lina wird es wohl nicht das letzte Mal sein, denn sie stellt sich wieder der Wahl – eine kleine Lektion in Demokratie.

Getreu der Jahreslosung „Nehmt einander an…“ möchte Roland Hoffmann ein gutes Miteinander, empfahl, einen Baum nach der Wahl zu pflanzen und wünschte für den 6. Dezember einen heißen Nikolaus-Sonntag sowie eine spannende Wahl in der Kirche St. Nikolaus zu Ottstedt. Nach den Weihnachtstagen mit Fest und Krippenspiel stehen dann eine Traumwerkstatt und die Einsegnung der neuen Kinderbischöfe am 6. Januar 2016 auf dem Programm.

Nicht nur die 1. Kinderbischofskonferenz in Magdala ist einmalig, in Thüringen wird nur in Magdala die Wahl von Kinderbischöfen durchgeführt. In ganz Deutschland gibt es dies nur noch unter anderem in Hamburg. Dabei ist es für die Kirche ein Gewinn, zeitig genug die Kinder in ein Amt zu führen. Und für die Kinder ist es erst recht ein Gewinn, schon in frühester Jugend in die gesellschaftliche Arbeit eingebunden zu werden.

Cool, ein richtiger Bischof in der Kirchgemeinde Magdala: Lina (links) und Anna-Paulina mit Altbischof Roland Hoffmann.

Foto: HARTWIG MÄHLER

HARTWIG MÄHLER

 

06.12.2015


06.12.2015: Überwindung der Kleinteiligkeit

„Nahrungsmittelindustrie mit überdurchschnittlicher Bedeutung für Thüringen“: Freistaatliches Ernährungsnetzwerk erhält Förderbescheid über 402.000 Euro.

Mit 402.000 Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) unterstützt das Thüringer Wirtschaftsministerium bis 2018 die Arbeit des Thüringer Ernährungsnetzwerks (Thern). Das sagte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am 6. Dezember in Erfurt. Das Geld fließt in den weiteren Betrieb der Geschäftsstelle und die Intensivierung der Netzwerkarbeit. Die Gesamtkosten dafür belaufen sich auf gut 800.000 Euro. Die Tätigkeit des Netzwerkes umfaßt den Wissens- und Technologietransfer, Qualifizierung und Fachkräftesicherung sowie das Marketing für die Ernährungsbranche in Thüringen.

„Mit einem Beschäftigungsanteil von gut elf Prozent und einem Umsatz von 3,6 Milliarden Euro hat die Ernährungsbranche eine überdurchschnittlich große Bedeutung für Thüringen“, sagte Tiefensee. Bundesweit liegt ihr Beschäftigungsanteil an der Industrie beispielsweise nur bei 8,6 Prozent. „Indem wir die Kooperation und Vernetzung der Unternehmen in Thüringen verbessern, leisten wir einen Beitrag zum weiteren Wachstum dieser Branche.“

Mit Unterstützung des Thüringer Wirtschaftsministeriums hatten sich im November 2011 zunächst 15 Unternehmen zum Thüringer Ernährungsnetzwerk e.V. zusammengeschlossen. Heute umfaßt die Initiative insgesamt 34 Mitglieder, darunter 31 produzierende Unternehmen der Ernährungsbranche und drei Forschungs- beziehungsweise Consultinginstitute. Ziel der Zusammenarbeit ist die Überwindung der Kleinteiligkeit – mit 156 Beschäftigten je Betrieb bleibt die Branche unter dem Durchschnitt der Thüringer Industrie (163) und auch unter dem Durchschnitt der deutschen Ernährungsindustrie insgesamt (174) –, die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und die Erhöhung der Forschungskompetenzen. „Außerdem vergrößern sich so die Chancen, daß Thüringer Produkte überregional bekannter werden“, so Tiefensee.

Die Ernährungsindustrie setzt sich aus der Nahrungs-, Futtermittel- und Getränkeindustrie zusammen, wobei die Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln mit einem Anteil von 93 Prozent den Schwerpunkt der Thüringer Ernährungsindustrie darstellt.

15.451 Beschäftigte in 99 Betrieben (ab 50 Beschäftigten) der Ernährungsindustrie erwirtschaften einen Umsatz von mehr als 3,6 Milliarden Euro pro Jahr. Die Betriebe sind überwiegend mittelständisch, lediglich 15 Betriebe erreichen eine Beschäftigtenzahl über 250 Mitarbeiter. Allein die Nahrungs- und Futtermittelindustrie (ohne Getränkeindustrie) erzielte einen Auslandsumsatz von 410 Millionen Euro, was einer Exportquote von 12,8 Prozent entsprach. Auf das europäische Ausland (293 Millionen Euro) entfiel davon ein Anteil von 71,7 Prozent.

STEPHAN KRAUSS

 

06.12.2015


05.12.2015: Aushängeschild Qualität

Die Klinik „Bergfried“ in Saalfeld landet auf Platz eins bei der therapeutischen Versorgung im bundesweiten Vergleich von 161 Kliniken.

Im aktuellen Qualitätsbericht der Deutschen Rentenversicherung (DRV) hat die Dr. Ebel-Fachklinik „Bergfried“ Saalfeld für Psychosomatik und Psychotherapie mit 99,5 von 100 Qualitätspunkten den ersten Platz und damit ein Spitzenergebnis erreicht. Bei der bundesweiten Gegenüberstellung von 161 fachgleichen Einrichtungen lag das durchschnittliche Ergebnis bei 89,2 Punkten.

Die erfolgreiche Bilanz der thüringischen Dr. Ebel-Fachklinik für Psychosomatik und Psychotherapie bezieht sich auf die Klassifikation therapeutischer Leistungen (KTL) zur Reha-Qualitätssicherung im Jahr 2014. Gemessen und beurteilt wurde die Qualität der Therapien: Leistungsverteilung, -menge und -dauer.

„Diese Spitzenposition macht uns sehr stolz. Nachdem wir im vergangenen Jahr bereits auf Platz zwei lagen, freuen wir uns sehr, daß wir unsere Leistungen weiter steigern konnten. Qualität ist eines der wichtigsten Aushängeschilder unserer Klinik“, sagt Frank Günter, Klinikleiter der Klinik „Bergfried“ Saalfeld.

Untersucht und verglichen wurden elf Leistungsinhalte und Fachabteilungen, darunter Psychotherapie, Sport- und Bewegungstherapie, Information, Motivation und Schulung sowie Ergo- und Arbeitstherapie.

Die Klassifikation therapeutischer Leistungen (KTL) für die medizinische Rehabilitation wird seit 1997 in der Routine der Reha-Qualitätssicherung der Rentenversicherung eingesetzt, um das therapeutische Leistungsspektrum der Reha-Einrichtungen zu dokumentieren, zu bewerten und auch unter inhaltlichen Gesichtspunkten zu analysieren. Die erhobenen und ausgewerteten KTL-Daten werden jährlich an die Reha-Einrichtungen und die Rentenversicherungsträger zurückgemeldet. Sie ermöglichen einen Vergleich mit anderen psychosomatisch-psychotherapeutischen Reha-Einrichtungen.

Ziel der Reha-Qualitätssicherung der Rentenversicherung ist eine am Rehabilitanden beziehungsweise Patienten orientierte Qualitätsverbesserung der medizinischen Rehabilitation. Zusätzlich sollen Leistungsreserven in den Rehabilitationseinrichtungen erschlossen werden.

Die Klinik „Bergfried“ in Saalfeld ist auf psychosomatische, psychotherapeutische Rehabilitation spezialisiert. Die Thüringer Klinik versorgt rund 2000 Patienten jährlich. Zu den Behandlungsschwerpunkten gehören depressive Störungen, Erschöpfungszustände, Angst- und Schmerzstörungen sowie Eßstörungen. In der Klinik gehören Psychotherapie und Krisenintervention ebenso zum Programm wie Licht-, Gestaltungs-, Musik- und Körpertherapie. Darunter ordnen sich Gruppentherapien, Bogenschießen, Stockkampf, therapeutisches Boxen, aber auch Entspannungsverfahren ein. Spezialprogramme gibt es für Männer, für Helfer (Menschen in helfenden Berufen) und für Mobbingopfer. Die Klinik „Bergfried“ beschäftigt 80 Mitarbeiter und ist nach ISO 9000ff. System QM und MAAS BGW qualitätszertifiziert.

ULRIKE SPAAK

 

05.12.2015


04.12.2015: „Ehrliche Aufarbeitung sieht anders aus“

SPD und Grüne haben sich über den Tisch ziehen lassen: Der Thüringer Junge Union-Chef Stefan Gruhner fordert endlich ehrliche Aufarbeitung des DDR-Unrechts von der Landesregierung.

In einem offenen Brief an die Parteivorsitzenden der SPD, Bündnisgrünen und Linken fordert der Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der Jungen Union Thüringen, Stefan Gruhner, von den Regierungsparteien, endlich die Aufarbeitung des SED-Unrechts ernsthaft anzugehen. Für Gruhner ist nach einem Jahr Rot-Rot-Grün klar, daß die im Koalitionsvertrag festgehaltene Anerkennung der DDR als Unrechtsstaat nicht mehr als ein Lippenbekenntnis der Linkspartei gewesen sei, „um die Regierungsbildung unter Führung Ramelows nicht zu gefährden“. Gruhner erklärte dazu: „Es ist festzustellen, daß die Präambel des Koalitionsvertrages nicht mehr als der Versuch war, den Thüringern Sand in die Augen zu streuen und die eigenen Truppen beisammen zu halten. Es wird immer deutlicher, daß die Linke ihrer historischen Verantwortung nicht nachkommen wird und die anderen beiden Koalitionäre sich mit leeren Worthülsen abspeisen lassen haben.“

Der CDU-Politiker begründet seinen Standpunkt in dem Offenen Brief dezidiert anhand zahlreicher Aussagen linker Politiker im vergangen Jahr. „Verantwortliche Mitglieder der Thüringer Linken werden nicht müde, sich von dem Begriff Unrechtsstaat zu distanzieren und diesen als Protokollnotiz oder Kampfbegriff abzutun. Ehrliche Aufarbeitung sieht anders aus“, meint Gruhner. Scharf kritisiert der Abgeordnete auch die Tatsache, daß der Landesverband der Linkspartei die Koalitionsvereinbarungen bewußt unterlaufe, indem mit Organisationen, wie dem OKV (Ostdeutsches Kuratorium von Verbänden),  die begangenes Unrecht in der DDR relativieren, kooperiert werde..

Gruhner sieht nun vor allem SPD und Bündnisgrüne in der Pflicht, auf die Einhaltung der Koalitionsvereinbarungen zu pochen. „SPD und Grüne haben sich über den Tisch ziehen und sich von den Lippenbekenntnissen der Linken überzeugen lassen. Ich appelliere an die Parteivorsitzenden der SPD sowie Grünen, endlich ihrer Verantwortung nachzukommen und die Linke zur Einhaltung der Vereinbarung zu drängen und andernfalls Konsequenzen zu ziehen. Das sollte besonders für Parteien, die sich in der Tradition der Bürgerrechtsbewegung der DDR sehen, eine Selbstverständlichkeit sein.“

Gruhner fordert von der Landesregierung, zügig einen Maßnahmenplan zu erarbeiten und der Öffentlichkeit darzulegen, welche konkreten Maßnahmen geplant seien und wann diese umgesetzt würden. „Die Opfer des SED-Unrechts brauchen endlich Gewißheit darüber, ob es Rot-Rot-Grün mit der Aufarbeitung des DDR-Unrechts ernst ist oder ob man sich mit der Formulierung bedeutungsloser Worthülsen zufriedengibt.“

PI-JUT

 

04.12.2015


04.12.2015: Verbessert

Thüringer Industrie im deutschlandweiten Vergleich an 9. Stelle.

Der Umsatz der Thüringer Industriebetriebe mit 50 und mehr Beschäftigen stieg von Januar bis September 2015 (bei gleicher Anzahl an Arbeitstagen) um 2,7 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum an. In der Summe der neuen Bundesländer und in Deutschland wurde ein Anstieg um 2,2 Prozent beziehungsweise 2,0 Prozent ermittelt. Wie das Thüringer Landesamt für Statistik mitteilt, belegte Thüringen bei der Umsatzentwicklung im bundesweiten Ländervergleich den 9. Platz.

Die Absatzentwicklung auf dem inländischen Markt betrug bis Ende September 2015 gegenüber dem Vorjahreszeitraum in Thüringen 1,3 Prozent und in der Summe der neuen Bundesländer 0,2 Prozent. In Deutschland insgesamt ging der Inlandsumsatz um 1,1 Prozent zurück. Im Ländervergleich verbesserte sich Thüringen mit diesem Ergebnis auf die 9. Stelle.

Der Auslandsumsatz Thüringens lag von Januar bis September 2015 um 5,7 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Der Anstieg fiel höher aus als in den Industriebetrieben der neuen Bundesländer (plus 5,5 Prozent). In Deutschland insgesamt stiegen die Exporte um 5,4 Prozent. In der Entwicklung des Exports belegte Thüringen den 8. Platz aller Bundesländer.

Von Januar bis September 2015 gab es in Thüringen zum vergleichbaren Vorjahreszeitraum ein Plus an Beschäftigten von 0,7 Prozent. Thüringen stand damit an 8. Stelle aller Bundesländer. In den neuen Bundesländern wurden 1,2 Prozent Zuwachs ermittelt und in Deutschland stieg die Beschäftigtenzahl mit 1,0 Prozent moderat an.

Die Umsatzproduktivität (Umsatz je Beschäftigten) stieg in Thüringen um 1,9 Prozent, in den neuen Bundesländern um 0,9 Prozent und in Deutschland insgesamt um 1,0 Prozent an.

TLS-UL

 

04.12.2015


04.12.2015: Wünsche auf Porzellan

Advent auf der Leuchtenburg: Erster „Weihnachtsmarkt der Wünsche“ am 2. und 3. Advent.

Winter, Weihnacht, Porzellan und Kunsthandwerk - das alles im Duft von Lebkuchen, gebrannten Mandeln, süßen Äpfeln und Glühwein auf der Leuchtenburg bei Kahla gestaltet die passende Atmosphäre für den ersten „Weihnachtsmarkt der Wünsche“ auf der Veste. Beim Funkeln der Sterne und Klingen der Glöckchen erwartet der Weihnachtsmann große und kleine Besucher am 5./6. und 12./13. Dezember auf der mittelalterlichen Burganlage.

Die Geschichte des Porzellans gibt den Besuchern Raum, Weihnachtsgeschenke für Freunde und die Familie zu basteln. Im Schattenkino aus den 20er Jahren werden längst vergessene, bezaubernde Geschichten neu entdeckt. Im Mittelpunkt steht jedoch das Wünschen: Wunschzettel können beim Leuchtenburger Weihnachtsmann abgegeben werden. Jeder kann seine Wünsche nicht nur zu Papier bringen, sondern auch auf Porzellan verewigen, seinem Wunsch auf einen Teller schreiben, mit diesem auf den 20 Meter langen „Steg der Wünsche“ gehen und dann - frei über der faszinierende Landschaft des Saaletals schwebend - den Teller in die Tiefe werfen. Scherben bringen Glück…

Rund um die Burganlage können Kinder auf kuscheligen Ponys alte Schleichpfade erkunden oder die Leuchtenburger Zicklein in der traditionellen Weihnachtskrippe streicheln.

Ab 11 Uhr bis in den Abend gibt‘s ein vorweihnachtliches Adventsspektakel bei traditionellen Gesängen, Tanz, Schauspiel und Artistik auf der Bühne, zahlreiche Kunsthandwerker wie Laternenbauer, Imker, Florist bieten ihre Waren an und Wahrsager versuchen sich. Ein feuriger Glühpunsch oder herzhaft-deftig Gebratenes vom Grill ergänzen die wagenradgroßen Kuchen und Stollen zum Naschen. Für Kinder öffnet eine Weihnachtsbäckerei, in der die Kleinen klebrig-süßen Teig in feine Plätzchen und leckeres Gebäck „verwandeln“ können.

Mehr über das Geschehen auf Thüringer Weihnachtsmärkten ist im Onlineportal nti-online.net unter der Rubrik „Wohin in Thüringen?“nachzulesen.

FRANK FRIEDRICH

 

04.12.2015


03.12.2015: Zwei Semester

Zielstrebigkeit und Arbeit in der Praxis als Erfolgsrezept: Jens Liefeith schloß Masterstudium in der halben Zeit ab.

Jens Liefeith hat sich schon immer gern mit Metallen beschäftigt. Nach einer Ausbildung zum Konstruktionsmechaniker in seiner Heimatstadt Nordhausen bildete er sich in Gera als staatlich geprüfter Techniker weiter. Schließlich wurde der junge Konstrukteur auf ein Studium neugierig, das er 2011 antrat: das Bachelorstudium der Werkstofftechnik an der Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena.

Noch in der Studienzeit erhielt er ein Aufstiegsstipendium des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Kürzlich hat Jens Liefeith nun auch sein Masterstudium der Werkstofftechnik abgeschlossen. Das Besondere dabei ist: Er schloß es nicht nur erfolgreich, sondern auch in der halben Zeit, nach zwei Semestern, ab.

Gefragt nach seinem Erfolgsrezept, meint der Absolvent des Fachbereichs SciTec der EAH Jena, daß Zielstrebigkeit, aber auch intensive Arbeit in der Praxis für ihn selbstverständlich seien und erklärt: „Ich versuchte schon in der Bachelorzeit, viel aus den Praktika mitzunehmen und sah mich auch nach weiteren Tätigkeiten in der Praxis um. Neben dem Studium war ich Mitarbeiter in zwei Projekten, ,Laserauftragsschweißen‘ und ,Interkristalline Spannungsrißkorrosion‘, bei denen ich mich weiterentwickeln konnte“.

Für seine Masterarbeit zum Thema „Untersuchungen der bainitischen Phasenumwandlung eines kohlenstoffreichen siliziumhaltigen Stahls” forschte der Student an Stählen, deren sehr feine Strukturen sich bei einer Temperatur von 200 Grad Celsius verändern. Diese Änderungen beziehungsweise „Phasenumwandlungsprozesse“ haben unter anderem Einfluß auf die Härte und Zähigkeit des Materials.

Und wie schaffte er das Studium in der kurzen Zeit? Der Sport ist bis heute sein Ausgleich: „Ich spiele Fußball, Volleyball und laufe viel in den Bergen rund um Jena“, so Liefeith. Derzeit arbeitet er an der EAH Jena in einem Projekt zu Röntgenbeugungsuntersuchungen an Materialien. Die nächsten Jahre möchte der junge Wissenschaftler gern im Ausland verbringen. Sein Ziel ist eine Promotion auf dem Gebiet der Werkstofftechnik an einer Universität in Großbritannien.

Für alle Interessenten: Der nächste „Tag der Werkstofftechnik“ der EAH Jena findet am 28. Januar 2016 statt.

SIGRID NEEF

 

03.12.2015

 

 

Werkstofftechniker Jens Liefeith: Viel aus der Praxis mitgenommen.

Foto: ISABELL MALOHN


03.12.2015: Wertvolle Zeit verspielt

„Jetzt schnell liefern“: Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) zu Vor-Ort-Besuch bei K+S in Unterbreizbach.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) informierte sich am 3. Dezember bei einem Vor-Ort-Besuch in Unterbreizbach über die Situation des Düngemittelkonzerns Kali + Salz AG. Ihm gehe es vor allem darum, in der aktuell schwierigen Situation Solidarität mit den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern von K+S zu zeigen, sagte Tiefensee nach dem Gespräch mit Betriebsleiter Dr. Rainer Gerling, Gesamtbetriebsrat Harald Döll, dem Betriebsrat des Unterbreizbacher Werks, Rüdiger Kienitz, sowie dem Bürgermeister von Unterbreizbach, Roland Ernst. Als Wirtschaftsminister wolle er deutlich machen: „Die laufenden Diskussionen um die Umweltverträglichkeit der Kaliproduktion bei K+S dürfen nicht auf den Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden.“ Insgesamt arbeiten rund 4400 Menschen bei K+S in Hessen und Thüringen, von denen rund 1700 von den bereits vollzogenen oder anstehenden Werksstillegungen betroffen sind.

Der Minister machte deutlich, daß jetzt K+S am Zuge sei, dem Regierungspräsidium Kassel sehr schnell alle ausstehenden Daten, Unterlagen und ein angepaßtes Simulationsmodell für das ausstehende Zweitgutachten zur Verfügung zu stellen, mit dessen Hilfe die Auswirkungen der Salzlaugenversenkung abgeschätzt werden sollen. „Das haben die Unternehmensvertreter heute noch einmal zugesagt – ich werde sie beim Wort nehmen“, so Tiefensee. In dieser Zeitspanne gelte es, die Arbeitsplätze zu erhalten und den Beschäftigten ihr Einkommen zu sichern. „Weihnachten darf für die Kumpel und deren Familien nicht das Fest der Unsicherheit und Existenzangst sein“, warnte Tiefensee.

Zudem sei das Unternehmen gefordert, endlich tragfähige und realisierbare Lösungen für eine umweltverträgliche Kaliproduktion auf den Tisch zu legen. „Wir brauchen eine langfristige Perspektive für das Unternehmen, die Umwelt- und Beschäftigungsbelange gleichermaßen berücksichtigt“, sagte Tiefensee. Der Weg dorthin müsse mit klaren und verbindlichen Maßnahmen und Schritten untersetzt werden. Dabei müßten auch über den bereits vorliegenden Vier-Phasen-Plan von K+S hinaus Alternativen aufgezeigt werden. „Hieran muß mit Hochdruck gearbeitet werden“, so der Minister.

Insgesamt sei in der Vergangenheit zu viel wertvolle Zeit verspielt worden, betonte der Wirtschaftsminister. Nur durch eine konstruktive und verläßliche Arbeit von K+S könnten deshalb verlorengegangenes Vertrauen zurückgewonnen und für die Zukunft tragfähige Lösungen entwickelt werden. Im Blick darauf, daß das Unternehmen in den vergangenen Jahrzehnten in die Verbesserung seiner Umweltbilanz investiert habe, sagte Tiefensee: „Wenn dieser Weg jetzt konsequent, transparent und verbindlich fortgesetzt wird, dann kann es gelingen, am Ende eine für alle Seiten akzeptable und tragfähige Lösung zu finden.“

STEPHAN KRAUSS

 

03.12.2015


02.12.2015: Treffen der Dentalbranche

Die Messe Erfurt hat sich in den letzten Jahren einen hervorragend Ruf als Standort für Kongresse im Medizinwesen erarbeitet: Am 2. und 3. Dezember findet unter anderem der  13. Thüringer Zahnärztetag statt.

„Gesund beginnt im Mund“ heißt es auch in den nächsten Jahren für die Messe Erfurt. Im Kongreßzentrum der Messe finden auch 2016 und 2018 die Thüringer Zahnarzttage statt. Bereits seit 1998 ist die Messe Erfurt Austragungsort für das wichtigste Treffen der Dentalbranche im Freistaat.

Das Thema für den 13. Thüringer Zahnärztetag am 2. und 3. Dezember 2016 ist die  „Minimalinvasive Zahnheilkunde". Zeitgleich findet der 13. Thüringer Helferinnentag, der 12. Thüringer Zahntechnikertag, der 5. Thüringer Studententag und zum zweiten Mal der Thüringer Azubi-Tag statt. Wie zur letzten Veranstaltung 2014 werden erneut rund 1600 Zahnärzte, Zahnmedizinische Fachangestellte, Zahntechniker, Studenten und Auszubildende erwartet. Dazu rund 90 Unternehmen, die ihre neuesten Produktentwicklungen und Trends präsentierten. 

Die Landeszahnärztekammer Thüringen ist die Berufsvertretung der Thüringer Zahnärzte. Sie setzt sich für die Interessen der über 2600 Mitglieder ein.

Die Messe Erfurt hat sich in den letzten Jahren einen hervorragend Ruf als Standort für Kongresse im Medizinwesen erarbeitet. So war sie unter anderem Gastgeber für die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie e. V., den Deutschen Urogynäkologie-Kongreß, den Deutschen Verband der Ergotherapeuten e.V. sowie für die Arbeitsgemeinschaft für Berufs- und Umweltdermatologie.

Mit diesem Pfund möchte Erfurts Messechef Wieland Kniffka weiter wuchern: „Mit der Arena Erfurt haben wir ab Sommer 2016 einen zusätzlichen, überaus attraktiven Standort im Angebot. Ich bin mir sicher, daß wir damit weitere überregionale Kongresse nach Erfurt holen können.“

In bester Lage, mit hochwertiger Infrastruktur und einmaliger Atmosphäre entsteht derzeit aus dem Erfurter Steigerwaldstadion eine moderne Multifunktionsarena mit Veranstaltungskapazitäten zwischen 2000 und 30.000 Personen.

THOMAS TENZLER

 

02.12.2015


02.12.2015: Steuerung und Koordinierung

Tourismus-Aktivitäten für „Lutherjahr 2017“ werden gebündelt: Thüringen soll von Besucher-Boom zum Reformationsjubiläum profitieren.

Mit 350.000 Euro unterstützt das Thüringer Wirtschaftsministerium bis Mitte 2018 die Geschäftsstelle für das Lutherjahr 2017. Den Förderbescheid übergab Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am 2. Dezember an die Oberbürgermeisterin der Stadt Eisenach, Katja Wolf (Die Linke). Die Geschäftsstelle – angesiedelt bei der Eisenach Wartburgregion Touristik GmbH (EWT) – übernimmt die gesamte Steuerung und Koordinierung aller touristischen Maßnahmen rund um das Lutherjahr 2017, aber auch für den dann in Thüringen stattfindenden 117. Deutschen Wandertag. Allein zum Wandertag werden rund 30.000 Gäste in der Region erwartet.

Im Jahr 2017 jährt sich zum 500. Mal der Thesenanschlag Martin Luthers an der Schloßkirche in Wittenberg. „Das Reformationsjubiläum ist ein Ereignis von nationaler Bedeutung“, sagte Tiefensee. „Mit einer guten Vorbereitung und interessanten touristischen Angeboten kann auch Thüringen sehr stark davon profitieren.“ Immerhin sei Thüringen durch den Aufenthalt Luthers im Erfurter Augustinerkloster und die Bibelübersetzung auf der Wartburg eines der Kernländer der Reformation. Angesichts der enormen kulturtouristischen Bedeutung dieses Themas erwarte er 2017 deshalb einen deutlichen Anstieg der Besucherzahlen im Freistaat, so der Wirtschaftsminister.

Aufgaben der Geschäftsstelle sind vor allem Marketing – zum Beispiel die Erstellung von Broschüren, Präsentationen, Imagefilm –, und die Produktentwicklung. Alle touristischen, aber auch kulturellen Aktivitäten rund um das Lutherjahr und den 117. Deutschen Wandertag laufen hier zusammen. Weitere Mittel stellen deshalb auch die Thüringer Staatskanzlei und der ThüringenForst zur Verfügung. Die Geschäftsstelle wird zudem eng mit dem Regionalverbund Thüringer Wald e.V. und der Thüringer Tourismus GmbH (TTG) kooperieren.

STEPHAN KRAUSS

 

02.12.2015


02.12.2015: Neugestaltung

Förderbescheid für Ilmenauer Sendestudio: Deutschlands dienstältestes Hochschulradio baut um.

Am 30. November 2015 übergab der Direktor der Thüringer Landesmedienanstalt (TLM), Jochen Fasco, dem Ilmenauer Hochschulradio einen Förderbescheid zum Umbau der Studiotechnik. Der hsf - Hochschulfunk - ist das älteste Studentenradio Deutschlands. Seit 1990 ist das Radio über einen eingetragenen Verein – dem „hsf Studentenradio e. V." organisiert. Die Studenten der Technischen Universität Ilmenau produzieren von Montag bis Freitag in zwei Studios täglich ein mehrstündiges Radioprogramm.

Vorgesehen ist jetzt der Umbau eines der beiden Sendestudios. Jochen Fasco übergab einen Förderbescheid über 8000 Euro, mit denen der Hauptteil der Gesamtinvestitionen abgedeckt ist. Darüber hinaus erhält das Radio noch Technikausstattung der TLM. Fasco machte deutlich, daß der Ilmenauer Hochschulfunk hsf ein Uniradio mit langer Tradition und einer besonderen Funktion bei der Berichterstattung über die Universität und aus der Region sei. Der Hochschulfunk hsf ist von der TLM lizenziert. Die TLM finanziert dem Einrichtungsrundfunk darüber hinaus die Programmverbreitung mittels UKW-Frequenz 98,1 MHz.

Der Vereinsvorsitzende Georg Stolz freute sich über die Möglichkeit, die notwendigen Erneuerungen im Sendestudio 2 nunmehr angehen zu können. Als künftige Absolventen der Medientechnik ist es vielen hsf-Akteuren ein Bedürfnis, sich aktiv in die Neugestaltung des Studios einzubringen, betonte Georg Stolz bei der Übergabe. Der Verein finanziert sich vorwiegend aus Mitgliedsbeiträgen, was Investitionen schwer ermöglicht. Die TLM versprach hsf weitere Unterstützung bei anstehenden Gesprächen mit der Universität und weiteren Partnern.

PM-TLM

 

02.12.2015

 

 

Notwendige Erneuerungen angehen: Jochen Fasco, Direktor der Thüringer Landesmedienanstalt, übergab einen Förderbescheid an den Ilmenauer Studentenradio-Vereinsvorsitzenden Georg Stolz.

Foto: TLM-ARCHIV


01.12.2015: Beispielloser Strukturwandel

„Intelligente Textilien“ können neues Wachstumsfeld für Thüringen werden: Wirtschaftsministerium fördert Textil-Netzwerk Smarttex.

Einen Förderbescheid über 314.000 Euro hat Thüringens Wirtschaftsstaatssekretär Georg Maier (SPD) an das „Smarttex“-Netzwerk für intelligente Textilien übergeben. Mit dem Geld soll dessen Geschäftstelle in den kommenden drei Jahren – 2016 bis 2018 – finanziert werden. Zusätzlich bringt das Netzwerk Eigenmittel in etwa demselben Umfang durch Mitgliedsbeiträge und kostenpflichtige Leistungen ein. Smarttex veranstaltet regelmäßig Workshops und Symposien und initiiert Forschungsprojekte. Künftig will das Netzwerk seine Aktivitäten unter anderem um Managementberatung, Marktanalysen, Marketing, Fachkräftesicherung und Exportunterstützung erweitern.

Die Übergabe fand am 1. Dezember auf dem von Smarttex organisierten Symposium „Smart Textiles als Werkstoff für innovative Produkte aller Branchen“ am Institut für Angewandte Bauforschung (IAB) in Weimar statt. „Die Textilbranche in Thüringen hat nach 1990 einen beispiellosen Strukturwandel durchlaufen“, sagte Maier. Sie gehöre nach Umsatz und Beschäftigung heute zu den kleinsten Industriebranchen im Freistaat: Rund 1300 Beschäftigte erwirtschaften hier einen Umsatz von 175 Millionen Euro.

Dennoch sei Thüringen hinter Sachsen zweitwichtigster Textilstandort in Ostdeutschland, so der Staatssekretär. „Mit dem Bereich der technischen Textilien entwickelt sich hier zudem ein neues Wachstumsfeld, das Bezüge zu unterschiedlichen Themen wie Produktionstechnologie, Sicherheitstechnik, Gesundheitswirtschaft, Automobilbau oder Kommunikation aufweist.“ Insofern leiste die Textilbranche einen nicht unwichtigen Beitrag zur Entwicklung und zum Erfolg des Wirtschaftsstandorts.

Smarttex war im Jahr 2011 als Netzwerk aus zunächst 16 Unternehmen gegründet worden. Inzwischen verfügt der Unternehmensverbund über 50 Mitglieder, darunter 39 Unternehmen sowie mehrere Forschungseinrichtungen. Künftig werde es darauf ankommen, die „vertikale“ Vernetzung vom Entwickler bis zum Endkunden weiter zu vertiefen, sagte der Wirtschaftsstaatssekretär: „Unser Ziel ist es, auch im Textilbereich die kooperative Wertschöpfung entlang des gesamten Entwicklungs- und Produktionsprozesses zu vertiefen, um auf diese Weise die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu erhöhen.“

STEPHAN KRAUSS

 

01.12.2015


01.12.2015: Thema vertieft und erweitert

Geschichten um den „Stieler“ lockten mehr als 3700 Besucher: Auch im sechsten Jahr ziehen die Organisatoren der „Gothaer Kartenwochen“ positive Bilanz.

Die „Gothaer Kartenwochen“, die nunmehr zum 6. Mal von Forschungsbibliothek und Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt veranstaltet worden sind, waren auch 2015 ein großer Erfolg. Die Veranstaltungsreihe, die seit 2010 die wissenschaftlich und kulturell interessierte Öffentlichkeit mit den Schätzen der 2003 vom Freistaat Thüringen mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder erworbenen und von der Forschungsbibliothek betreuten Sammlung Perthes bekannt macht, zog mehr als 3700 Besucher an.

Mit einer von Alwine Glanz konzipierten Ausstellung zum Stieler-Handatlas als dem Leitprodukt des Perthes-Verlages meldete sich die Sammlung Perthes zurück, die seit 2010 wegen der laufenden Sanierungsarbeiten im Perthes-Forum in Gotha in einem Ausweichdepot ausgelagert war. In sechs, die Ausstellung begleitenden Veranstaltungen wurde das Thema vertieft und erweitert: auf Nordpolkartographie, auf die wissenschaftlichen Begleittexte zum „Stieler“, auf die Fiktionen Jules Vernes, auf Kartographie als Gegenstand zeitgenössischer Kunst, auf die Kartierung Süd- und Zentralasiens vom 17. bis zum 19. Jahrhundert und auf Porträts von Hermann Haack als dem letzten Herausgeber des Stieler-Handatlas. Einer der Höhepunkte war der Tag der offenen Tür, zu dem mehr als 500 Gäste die neuen Räume der Forschungsbibliothek im Perthes-Forum besichtigen konnten.

Aber: Nach den Kartenwochen ist vor den Kartenwochen, das ist den Organisatoren der Kartenwochen, Dr. Petra Weigel als Referentin der Sammlung Perthes und Prof. Dr. Iris Schröder vom Forschungszentrum Gotha, bewußt. Schon heute planen sie für 2016, wenn die Werkstätte der Kartographie geöffnet und mit Bruno Hassenstein das Werk eines bedeutenden, aber weitgehend vergessenen Kartographen des Perthes-Verlages in den Blick genommen werden soll. Der Dank der Organisatoren der diesjährigen Kartenwochen gilt neben dem Publikum vor allem den Förderern und Unterstützern: dem Freundeskreis der Forschungsbibliothek Gotha e.V, der Kulturstiftung der Länder (KSL), der Stiftung Schloß Friedenstein und Stephan Justus Perthes.

CARMEN VOIGT

 

01.12.2015


01.12.2015: Orange-Angebot

Design in der DDR war nicht immer nur grau. Das zeigt eine neue Sonderausstellung in der Apoldaer „Ollen DDR“.

Sie ist einfach immer noch da, die alte Baracke, in der bescheiden in jener Zeit Mitarbeiter des Rates des Kreises Apolda ihrer Arbeit nachkamen. Sogar der typische Linoleum-Fußboden hält immer noch die Schritte der zahlreichen Besucher aus. Es scheint, als wäre der einst geklebte Verbindungsstreifen der Bahnen noch etwas weiter voneinander gerückt. Anderer Bodenbelag wäre nicht authentisch!

Noch gibt es sie, die Dauerausstellung „Olle DDR“ in der Bahnhofstraße hinter dem Kunsthaus der Apolda Avantgarde, die schon mehrmals für TV-Sendungen gut war. In den vergangenen 16 Jahren durchstreiften beachtliche 174.200 Gäste aus fünf Erdteilen die unterschiedlichen Zimmer mit den ausgewählten Ausstellungsthemen – von Camping über Konsum, Zahnarzt bis hin zur Darstellung des Schulalltags in der DDR. Dazu kommen 17 prall beschriebene Gästebücher, die den unterschiedlichen Umfragen deutlich zu verstehen geben, daß in der Baracke ohne Sehnsucht nach alten Zeiten, ohne Nostalgie und ohne Schmerz realistisch gezeigt wird, wie es war. Allerdings auch fern jeder Häme. Da wäre manch Einheits-Wohnzimmer zu nennen oder das Küchengerät, woran man sich erinnert, weil es (fast) jeder hatte. Weißt du noch? Das RG 5 funktioniert noch immer!

Ja, so etwa lebten mehrheitlich die Menschen in der DDR und der eine oder andere typische Geruch stieg aus der Erinnerung…

Und nun eine Sonderausstellung, die nur bis zum Frühjahr 2016 besucht werden kann! Das hat vor allem seinen Grund im Leihgeber. Uwe Jähnig schließt über den Winter sein bei Dresden installiertes kleines Privatmuseum, so daß die Exponate hier zur Ausstellung kommen konnten.

Der Besucher ist vielleicht ein wenig verblüfft: so viele Gegenstände meist aus Plaste in Orange? Viel zu oft wird doch der DDR-Alltag im schmutzigen Grau und schier unendlichen Grautönen, als Symbiose in Grau, beschrieben. Nun, die Bäume waren auch grün und die Wolken blau, die Rosen rot und auch das Wasser naß. Weimarer Land-Landrat Hans-Helmut Münchberg, selbst in der Jugend- und Dienstzeit durch die DDR gegangen, hatte eine hübsche, wenn auch nicht belegbare Erklärung dafür. Hatte man in der sozialistischen Planwirtschaft zu viel von der Farbe Orange bestellt? Wenn ja, wäre alles erklärbar.

Münchberg selbst bekannte zur Ausstellungseröffnung, genau in der Farbe einen Klodeckel sein eigen zu nennen und die Geschäfte auf diesem zu verrichten. Das derbe Toilettenpapier versteckte sich unter einem Behälter – auch orange. Schreibmaschine in Orange, Eimer, Wäschekörbe, die Küchen- und Bohrmaschinen, Becher, Koffer, Telefone (!) und viele Kinderspielsachen.

Dr. Jürgen Küster vom Trägerverein „Euratibor“ zeigte sich vom Orange-Angebot aus Dresden begeistert und schaut gern auch in die Zukunft, denn jährlich kommen etwa 10.000 Besucher. Nicht ausgeschlossen, daß zur Landesgartenschau 2017 in Apolda der 200.000. Gast in der Ollen DDR begrüßt wird. Diese Rechnung geht aber nur auf, weil der anwesende Chef des Job-Centers, Michael Leiprecht, entsprechende Unterstützung gibt. Schließlich bestehen für die LGS bereits Projektideen.

Kinder und Jugendliche kommen (oft im Klassenverband) zum Lernen und Schauen, wie Eltern und Großeltern lebten. Die in die Jahre gekommenen Menschen zeigen oft ihren Kindern, daß es so und so ausgesehen habe, weiß Projektleiterin Christine Hoffmann. Und Menschen aus den alten (verbrauchten) Bundesländern sehen das Geschehen mit ihren Augen, weil sie auch so lebten, allerdings blieb das Rad mit dem Vorwärtsgang im Osten wohl etwas zurück. Dennoch sind sie erstaunt, was alles in der „grauen“ DDR farbenfroh für den Westen produziert wurde. Auch in Orange.

Nicht geklärt werden konnte, welche Berufsgruppe ein orangenes Käppi trug? Die Pioniere waren es nicht. Vielleicht kann jemand helfen.

HARTWIG MÄHLER

 

01.12.2015

 

 

Zuviel von der Farbe Orange bestellt? „Olle DDR“-Projektleiterin Christine Hoffmann freut sich über die neuen Exponate.

Foto: HARTWIG MÄHLER

Thüringen aktuell

Wohin in Thüringen?

Meine NTI Online
Aktueller Titel

Benutzeranmeldung
In der nächsten NTI

Der Stadtumbau geht weiter!
Die Ausgabe 2/2017 berichtet über die Herausforderung, wachsende Städte und schrumpfende Regionen im Freistaat gemeinsam zu entwickeln.

Werbung