Nachrichten aus dem Freistaat August 2015

 August 2015
 

31.08.2015: Zukunft gemeinsam gestalten

Der erste Thüringer Ingenieurtag, veranstaltet von der Ingenieurkammer Thüringen, dem VDI Thüringer Bezirksverein e.V., dem VDE Thüringen e.V., dem Tüv Thüringen und dem VBI Landesverband Thüringen e.V., fand am 27. August 2015 in der Fachhochschule Erfurt statt.

Unter dem Motto „Herausforderungen in Zeiten des demographischen Wandels“ beleuchtete der Ingenieurtag die Chancen und Herausforderungen, die die demographische Entwicklung mit sich bringt. Als Schirmherr der Veranstaltung konnte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) gewonnen werden. In seinem Grußwort machte er darauf aufmerksam, daß dem Land zunehmend Ingenieure und Techniker fehlen. „Ohne Techniker und Ingenieure sind die großen Zukunftsfragen der Gesellschaft nicht zu lösen“, betonte er. „Zukunft geht nur, wenn wir sie gemeinsam gestalten. Wir wollen über Chancen reden und nicht über Risiken.“, betonte der Ministerpräsident in Bezug auf die Entwicklung der ländlichen Räume in Thüringen.

Der Präsident der Fachhochschule, Prof. Dr. Volker Zerbe richtete ebenfalls ein Grußwort an das Auditorium. „Die Organisatoren haben den Veranstaltungsort mit Bedacht gewählt“, versicherte Zerbe. Er betonte  die Funktion der Fachhochschule als Schnittstelle zur Wirtschaft und thematisierte in diesem Zusammenhang das Kooperationsmodell der Hochschule „Wissenschaft trifft Wirtschaft“.

Ingenieure und Ingenieurinnen aller Branchen, Studierende und Lehrkräfte ingenieurtechnischer Bildungseinrichtungen sowie Führungskräfte der Wirtschaft und der Politik, die technisch und wirtschaftlich die Chancen des demographischen Wandels nutzen wollen, erhielten auf Basis der drei Impulsreferate von renommierten Experten einen Einblick in die Thematik. Dr. Matthias Platzer vom Leibniz-Institut für Altersforschung referierte einleitend über die Biologie des Alterns. Er erläuterte Alternsstrategien sowie Ursachen für das Altern. Christiane Konegen-Grenier vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln e. V. präsentierte die Ergebnisse einer repräsentativen Studie in der bundesweit mehr als 11.000 Unternehmen zur Investition in die akademische Bildung befragt worden. Ermittelt wurden Art, Umfang, Motive und erzielter Nutzen der Investitionen. Die Referentin machte darauf aufmerksam, dass die Nutzung verschiedener Kanäle der akademischen Unterstützung besonders erfolgsversprechend ist. Dazu zählte sie Praktika, Stipendien, die Förderung des Studiums eigener Mitarbeiter und das Anbieten von Arbeitsplätzen im Rahmen eines dualen Studiums. Der dritte Vortrag am Vormittag zielte auf die ländliche Revitalisierung ab. Hierzu sprach die Geschäftsführerin der Internationalen Bauausstellung Thüringen GmbH, Dr. Marta Doehler-Behzadi. Sie erörterte die Frage „Altwerden – tatsächlich ein Impuls für den ländlichen Raum?“. In Thüringen gibt es bereits vielfältige neue Ansätze, die sich diesem Thema widmen und dem ländlichen Raum Impulse verleihen.

Workshops am Nachmittag vertieften die Themen und bildeten den Rahmen für Meinungsaustausch und Diskussion. „Markt mit Zukunft – altersgerechte Produkte“ lautete der Titel des Workshops von Volker Wiechmann vom Medways e. V. Thema war insbesondere die Medizintechnik. Diskutiert wurden unter anderem Megatrends und die Zukunft der Telemedizin. Diese umfaßt im Gesundheitswesen die Diagnostik und Therapie unter Überbrückung einer räumlichen oder auch zeitlichen Distanz zwischen Arzt, Therapeut, Apotheker und Patienten oder zwischen zwei sich konsultierenden Ärzten. Im Workshop mit dem Titel „Thüringen als attraktiver Bildungs- und Beschäftigungsstandort“ erfolgte ein Erfahrungsaustausch über die Schnittstellen und Kooperationen von Hochschulen mit der Thüringer Wirtschaft. Prof. Behr (Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie) und Prof. Bergmann von der TU Ilmenau leiteten das Forum. „Altersresidenz oder Comeback durch ländliche Revitalisierung“ lautete der Titel des Workshops, dem sich Friedrich Hermann, Geschäftsführer der KoWo Erfurt GmbH, annahm. Diskutiert wurde hier unter anderem, wie der sogenannten Landflucht vorgebeugt werden kann und welche Voraussetzungen geschaffen werden sollten, um die Vorteile des Lebens im ländlichen Raum – beispielsweise durch technisch-innovative Ingenieurprojekte – der Bevölkerung nahe zu bringen. Hierbei wurden von den Arbeitsgruppen Vorschläge für Lösungsansätze unterbreitet. So zum Beispiel „Tele-Arbeitsplätze“, Mobilitätsangebote, mobile Diagnose, aber auch die Notwendigkeit regional geschlossener Wirtschaftskreisläufe und Vernetzungen sowie der Umbau von vorhandener ländlicher Bausubstanz.

PM-IKT

 

31.08.2015


30.08.2015: Herzklopfen inklusive

Diakoniestiftung begrüßt 25 Auszubildende und Praktikanten: Am 1. September Start in Blankenhain, Ebersdorf, Erfurt, Ilmenau, Saalfeld, Weida und Weimar.

„Etwas Herzklopfen hatte ich schon, als ich das Mutterhaus in Weimar betrat. Dann aber war ich überrascht, wie warmherzig und offen der Tag ablief“, so Fabian Kasanowski, Auszubildender im Seniorenpflegeheim Sophienhaus, nach dem Begrüßungstag für Auszubildende und Freiwilligendienstler der Diakoniestiftung.

Insgesamt 25 junge Frauen und Männer beginnen am 1. September die Ausbildung oder ein freiwilliges Praktikum in den Einrichtungen der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein. Die angehenden Altenpfleger arbeiten in Bad Lobenstein, Blankenhain, Saalburg-Ebersdorf, Erfurt, Ilmenau, Saalfeld, Weida und Weimar. Die schulische Ausbildung findet meist in der Altenpflegeschule in Holzdorf bei Weimar statt. Nach der dreijährigen Ausbildung wartet auf alle Auszubildenden eine attraktive Arbeitsstelle.

„Die Veränderungen der Altersstruktur und der Bedürfnisse der Gesellschaft rücken die Beratung, Begleitung und Versorgung alter und kranker Menschen in den Fokus der Öffentlichkeit. Wer sich für einen Pflegeberuf entscheidet, kann mit einer guten Entwicklung dieser Berufszweige rechnen und sich aktiv daran beteiligen“, sagt Martin Gebhardt, Geschäftsbereichsleiter Altenhilfe in der Diakoniestiftung.

Die moderne Altenpflegeausbildung folgt dem Anspruch, theoretisches Wissen und praktische Fähigkeiten zu professioneller Kompetenz zu verbinden. An Stelle einzelner Unterrichtsfächer basieren die Inhalte auf übergreifenden Lernfeldern. In wechselnden Theorie- und Praxisblöcken lernen die Auszubildenden Handlungsmöglichkeiten und wissenschaftliche Grundlagen professioneller Pflege kennen. In allen Einrichtungen werden sie von eigens qualifizierten Praxisanleiterinnen begleitet.

Bereits am 20. August fand im Weimarer Sophienhaus ein Einführungstag für die Auszubildenden und Praktikanten statt. Mehrere Praxisanleiterinnen, Auszubildende und die Geschäftsbereichsleitung trafen die zukünftigen Kolleginnen und Kollegen und führten durch ein anspruchsvolles Programm. Neben ersten Informationen standen vor allem die Besonderheiten diakonischen Handelns und – nicht zuletzt - ein herzliches Willkommen im Mittelpunkt.

Die Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein gGmbH ist der größte Diakonieträger in Thüringen. Mehr als 120 Einrichtungen halten Angebote in der Altenhilfe, der Eingliederungshilfe und in den Bereichen Schule sowie Kinder, Jugend und Familie vor. In den Einrichtungen arbeiten fast 2000 Frauen und Männer hauptamtlich. Außerdem wird die Arbeit von vielen ehrenamtlichen Helfern, Spendern und Sponsoren unterstützt.

Die Tochtergesellschaften Altenhilfe Sophienhaus gGmbH und Saale-Neckar Diakonie gGmbH betreiben Sozialstationen und Seniorenzentren in zahlreichen Regionen Thüringens.

SANDRA SMAILES

 

30.08.2015

 

 

Warmherziger Empfang: Fast alle der neuen Auszubildenden und Praktikanten konnten am Einführungstag in Weimar teilnehmen und wurden von Martin Gebhardt, Geschäftsbereichsleiter Altenhilfe in der Diakoniestiftung, (links hinten) persönlich begrüßt.

Foto: SANDRA SMAILES


30.08.2015: Gesamte Bandbreite der Herausforderungen

Journalisten erhalten Deutschen Preis für Denkmalschutz: Michaela Schenk und Axel Hemmerling vom MDR Thüringen überzeugten die Jury mit ihrem TV-Beitrag „Warten auf den Prinzen? - Das Schlössermonopoly".

„Mit ihrem Fernsehbeitrag haben Michaela Schenk und Axel Hemmerling provokativ die Frage nach der Pflicht der öffentlichen Hand zur Erhaltung ihrer landesgeschichtlich herausragenden Burgen und Schlösser gestellt. Beispielhaft zeigen sie die gesamte Bandbreite der Herausforderungen auf: Erhaltung bei fehlenden finanziellen Mitteln, ohne Mitwirkung des Eigentümers beziehungsweise Grenzen und Möglichkeiten der öffentlichen Hand, eine Erhaltung durchzusetzen", heißt es in der Begründung der Jury. Die beiden MDR-Fernsehjournalisten werden „für ihren Einsatz zur Denkmalerhaltung von Burgen und Schlössern nach der Wiedervereinigung in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt" geehrt. „Warten auf den Prinzen? Das Schlösser-Monopoly" lief am 19. November 2014 in der Sendereihe „Exakt - Die Story" im Fernsehen des Mitteldeutschen Rundfunks.

Die Leipziger Journalistin Judith Burger bekommt die Auszeichnung für ihren „bunt getexteten, mitreißend erzählten und aufregend produzierten" Hörfunkbeitrag „Industrieruinen - Faszination und Wehmut". Das Feature hat die Jury überzeugt, weil es Burger gelinge, diesen Orten und ihren Geschichten nachzuspüren und sie zugleich der Frage nach der Perspektive in Zeiten des Verwertungsdrucks respekt- und liebevoll begegne. Ihr Beitrag spiegele auf „exemplarische Weise die Lebendigkeit ,toter Denkmale' wider. Er veranschaulicht dem Hörer die Relevanz der Fragen, die für uns heute von Industriedenkmalen ausgehen. Zum einen sind sie Zeugnisse der Industriekultur und überdies zumeist ortsbildprägend, markant und häufig in zentralen Lagen unserer Städte gelegen und zum anderen Orte der Düsternis, der Umweltschäden und des Verfalls." Das Feature wurde am 9. August 2014  auf MDR Figaro ausgestrahlt.

Der Deutsche Preis für Denkmalschutz ist die höchste Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland auf diesem Gebiet. Das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz hat ihn 1977 gestiftet. Der Preis würdigt Journalistinnen und Journalisten, die in herausragenden Beiträgen auf die Probleme des Denkmalschutzes aufmerksam gemacht haben. Er gilt ferner Persönlichkeiten und Gruppen, die sich in beispielhafter Weise für die Erhaltung des baulichen und archäologischen Erbes eingesetzt haben.

BIRGIT FRIEDRICH

 

30.08.2015


29.08.2015: „Verantwortung übernehmen“

Kein Geld für Kohle: Ethik-Bank setzt klares Zeichen gegen Kohleinvestitionen und für Klimaschutz.

Wenn sich Ende des Jahres in Paris die Vertreter aller Staaten treffen, um während des Uno-Klimagipfels über die Zukunft der Welt zu beraten, dann steht ein Ziel ganz oben auf der Tagesordnung: die verbindliche Vereinbarung, den Ausstoß von Treibhausgasen signifikant zu reduzieren. Auf diesem Weg soll die globale Erwärmung unter zwei Grad Celsius gehalten werden – ein Wert, bis zu dem die klimatischen Veränderungen beherrschbar blieben. Gelingen kann dies nur durch den gemeinsamen Verzicht auf die Nutzung fossiler Brennstoffe. Vor allem der Verbrauch von Kohle, die in den vergangenen Jahren eine erstaunliche Renaissance erfahren hat, muß dazu auf null heruntergefahren werden. Dabei gilt es nicht nur, die Kohlenutzung zu reduzieren, sondern auch die Finanzquellen der gesamten Kohleindustrie stärker in die Pflicht zu nehmen.

Um ein klares Zeichen zu setzen, hat die Ethik-Bank das „Paris Pledge“ („Paris Versprechen“) unterzeichnet. Damit versichert das alternative Kreditinstitut, daß es nicht an der Finanzierung von Kohle-Minen oder Kohlekraftwerken beteiligt ist. „Schon seit Jahren schließen wir Investitionen in Kohle innerhalb unserer streng sozial-ökologischen Anlagekriterien kategorisch aus, denn als Finanzdienstleister ist es unsere Pflicht, die Folgen unserer Tätigkeit im Blick zu behalten und so zum Beispiel Verantwortung für unsere Umwelt zu übernehmen“, sagt der Vorstandsvorsitzende des Ethik-Bank, Klaus Euler. Gleiches fordert er auch von seinen Kollegen in der Bankenwelt. „Es ist ein Armutszeugnis, daß immer noch viele Mitglieder der Bankenwirtschaft kompromißlos der größten Rendite nachjagen, ohne die Tragweite ihres Handelns zu hinterfragen und dadurch ökologische Zerstörungen sowie soziale Konflikte in Kauf nehmen beziehungsweise sie sogar fördern“, sagt Euler. Wer in Kohlekraft investiere, sei unmittelbar für die Erderwärmung mitverantwortlich.

Dazu aufgerufen, das Paris Pledge zu unterzeichnen, hat ein internationales Netzwerk, in dem sich verschiedene Nichtregierungsorganisationen gegen Kohlenutzung engagieren und sich dabei vor allem auf die Geldgeber konzentrieren. Banken, die derzeit noch mit der Kohleindustrie in Verbindung stehen, werden aufgefordert zu versprechen, innerhalb eines halben Jahres sämtliche Investitionen in diesem Bereich einzustellen. Auch Privatpersonen können sich hier klar gegen Kohle positionieren.

Zu den Initiatoren zählt der Urgewald e. V. – eines der Förderprojekte der Ethik-Bank. Die Aktivisten des Vereins engagieren sich gegen Großprojekte weltweit, die erhebliche Umweltzerstörungen und damit einhergehende soziale Schäden verursachen. Dabei konfrontieren sie konsequent die Geldgeber solcher Unternehmungen mit den Folgen ihrer Investitionen. So gelang es Urgewald vor Kurzem, das norwegische Parlament davon zu überzeugen, daß der Norwegische Pensionsfonds sämtliche Gelder aus der Kohleindustrie zurückzieht.

SEBASTIAN HOLLSTEIN

 

29.08.2015


28.08.2015: Volle Drehung

Mittendrin! Einladung zum virtuellen Rundgang über den Campus der Ernst-Abbe-Hochschule Jena.

Seit 27. August lädt die Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena zu einer virtuellen Campustour ein. Geführt von zwei Studentinnen gibt der 360-Grad-Film Einblicke in das Campusleben vor Ort. Unter dem Motto „Mittendrin! Die Campusspezialisten Anna-Maria und Theresa führen Dich eine volle Drehung über unseren Campus“ geht es nicht nur durch die vielen spannenden Labore. Theresa und Anna-Maria machen auch Station an der Turnhalle, zeigen das Wohnheim an der Carl-Zeiss-Promenade und machen schließlich Halt am „heimlichen Herz“ der Hochschule: Auf dieser grünen Oase kann man nicht nur hervorragend Pausen machen und picknicken – auch studieren läßt es sich dort. Es soll sogar schon Lehrveranstaltungen im Grünen gegeben haben… Fachbereiche, Bibliothek und Cafeteria – die Drei-Minuten-Tour über den Campus der EAH Jena ist mittels Smartphone, PC oder Tablet abrufbar.

Ist vielleicht noch ein ganz genauer Blick hinter die Kulissen gefällig? Während des virtuellen Rundgangs können die Nutzerinnen und Nutzer jederzeit entscheiden, ob sie der geführten Tour folgen oder lieber auf eigene Faust eine Hochschul-Expedition unternehmen: Dazu genügt es, Smartphone oder Tablet in die gewünschte Richtung zu bewegen oder mit den Pfeiltasten am PC zu navigieren. Mit einer Virtual-Reality-Brille, zum Beispiel einem Cardboard, läßt sich der Campus der EAH Jena auch in 3D erkunden.

Die virtuelle Campus-Tour ist in Zusammenarbeit mit der Länderübergreifenden Hochschulmarketingkampagne „Mein Campus von Studieren in Fernost“ entstanden im Internet abrufbar. Das deutschlandweit einmalige Angebot einer virtuellen Campus-Tour läßt sich auch an weiteren ostdeutschen Hochschulen erleben: Insgesamt 29 Filme hat die Länderübergreifende Hochschulmarketingkampagne „Mein Campus von Studieren in Fernost“ gemeinsam mit den teilnehmenden Hochschulen gedreht.

Zusätzlich zum virtuellen Tour-Angebot gibt es für alle, die im Wintersemester noch kurzfristig ins Studium starten wollen, vom 4. bis 13. September 2015 wieder einen WhatsApp-Studieninfo-Chat. Unter der kostenlosen Nummer beantwortet das Studieninfo-Team fast jede Frage.

SIGRID NEEF

 

28.08.2015

 

 

Ernst-Abbe-Hochschule in Jena: Ein 360-Grad-Film gibt Einblicke in das Campusleben vor Ort.

Foto: R. BEIBST


27.08.2015: Verstreute Bände

600.000 Euro für Gothaer Forschungsprojekt: DFG bewilligt Fördermittel zur Erforschung eines Corpus zu antiken Münzen.

Mit Mitteln in Höhe von knapp 600.000 Euro fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ein Forschungsprojekt von Prof. Dr. Martin Mulsow, Direktor des Forschungszentrums Gotha der Universität Erfurt, das den Titel „Jacopo Stradas Magnum ac Novum Opus. Ein numismatisches Corpus des 16. Jahrhunderts“ trägt. Drei Jahre lang werden sich Mulsow und seine Mitarbeiter darin nun mit dem umfangreichen Corpus zu antiken Münzen aus dem 16. Jahrhundert beschäftigen.

Jacopo Stradas Magnum ac Novum Opus gehört damit zu den zentralen Werken der Wissenschaftsgeschichte der Numismatik. Das 36bändige handschriftliche Werk ist ein illustriertes Münzcorpus für die Zeit der Römischen Republik und des Kaiserreichs von Julius Cäsar bis Kaiser Karl V. Zugleich ist es ein Corpus von Zeichnungen höchster Qualität. Im einzelnen sind es vier Bände in der British Library mit Münzen der Römischen Republik und 29 Bände in der Forschungsbibliothek Gotha mit den kaiserzeitlichen Münzen. Dazu kommen zwei Bände in der Österreichischen Nationalbibliothek mit Blättern, die den Zeichnungen des Magnum ac Novum Opus sehr nahe stehen und wahrscheinlich hierfür bestimmt waren. Das Magnum ac Novum Opus entstand ab 1550 im Auftrag Hans Jacob Fuggers und enthält insgesamt mehr als 9000 große, detaillierte Münzabbildungen in Feder und Tusche auf Folio gezeichnet.

Mit Fuggers Bibliothek und Sammlung gelangte es 1566 in den Besitz Herzog Albrechts V. von Bayern. Dieser ließ die Arbeit daran weiterführen und die Bände mit den Einzelblättern 1571 mit prachtvollen Einbänden versehen. Dem Corpus waren die ersten drei Einträge im Inventar der Münchner Kunstkammer gewidmet, das der Hofrat Johann Baptist Fickler 1598 erstellte. Dort wurde es während des Dreißigjährigen Krieges von den Schweden geraubt. Vier Bände wurden von Thomas Howard, Earl of Arundel, erworben oder ihm geschenkt und sind jetzt in der British Library einzusehen, die Bände mit den kaiserzeitlichen Münzen erwarb Herzog Ernst der Fromme von Sachsen-Gotha-Altenburg. Sie befinden sich heute größtenteils in der Forschungsbibliothek Gotha, wo sie zu den bibliophilen Schätzen zählen, und sind, außer einem Katalogeintrag und kürzeren Bemerkungen, völlig unbearbeitet. Der wichtigste Grund dafür ist wohl, daß die von Strada verfaßten komplementären Münzbeschreibungen, ein separates Werk, nie mit den Zeichnungsbänden vereint wurden. Sie sind in zwei Exemplaren zu je elf Bänden in der Universitätsbibliothek Wien und in der Tschechischen Nationalbibliothek in Prag erhalten. Der Bibliothekar der Wiener Hofbibliothek, Peter Lambeck, hatte damals bereits die Bedeutung von Stradas numismatischem Material erkannt und die ebenfalls in Wien vorhandenen Bände der Series imperatorum Romanorum, eines Auszuges aus dem Magnum ac Novum Opus, beschrieben und auch benutzt.

Im Rahmen des nun geförderten DFG-Projekts sollen die verstreuten Bände erstmals (virtuell) zusammengeführt, die Münzabbildungen zusammen mit den Münzbeschreibungen erschlossen und das gesamte Werk in seinem historischen und künstlerischen Kontext analysiert und seine Bedeutung für die Wissenschaftsgeschichte der Numismatik herausgearbeitet werden. Die Ergebnisse sollen in einer Datenbank der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden – mit digitalisierten Münzzeichnungen und -beschreibungen, versehen mit Metadaten, Beschreibungen und Transkriptionen und verlinkt mit den entsprechenden Originalmünzen. So wird es künftig möglich sein, Zeichnungen, Beschreibungen, Originale und Abbildungen aus zeitgenössischen Werken direkt miteinander zu vergleichen. Die darüber hinausgehenden Ergebnisse sollen in einer Monographie publiziert werden.

CARMEN VOIGT

 

27.08.2015


27.08.2015: Systemübergreifend enger zusammenarbeiten

Herausforderungen im dualen System verlangen Zusammenarbeit von Öffentlich-rechtlichen und Privaten: Jahresempfang der Thüringer Landesmedienanstalt.

Annähernd 200 Gäste folgten am 25. August der Einladung der Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) zu ihrem diesjährigen Jahresempfang in das Erfurter Traditionsgasthaus Hopfenberg.

Jochen Fasco, Direktor der TLM, erinnerte in seiner Begrüßungsrede an die zentrale Bedeutung der Freiheitsrechte für eine freie demokratische Gesellschaft, die eine besondere Sensibilität bei Regulierung und Aufsicht erforderten. Gerade neue Live-Stream-Angebote, wie Periscope, Meerkat oder YouNow stellten die Medienregulierung mit ihren vielfältigen neuen Formen und Möglichkeiten im Moment täglich vor neue Herausforderungen. Mit Blick auf die Hörfunkdigitalisierung forderte er die Landesregierung auf, Mittel aus der Versteigerung der Rundfunkfrequenzen nicht nur in den Netzausbau zu stecken, sondern auch für den DAB-Umstieg der privaten Veranstalter zu nutzen.

Malte Krückels, Staatssekretär und Bevollmächtigter des Freistaats beim Bund, dankte der TLM in seinem Grußwort für ihr großes Engagement bei der Entwicklung einer vielfältigen Medienlandschaft in Thüringen. Sie nehme dabei nicht nur ihre klassischen regulatorischen Aufgaben wahr, sondern sei gleichzeitig auch ein starker Partner für die Bürgermedien und die Medienbildung. So habe sich in Thüringen, nicht zuletzt dank der Unterstützung der TLM, eine Bürgermedienlandschaft entwickeln können, die in Deutschland ihresgleichen suche und in Bezug auf ihre Reichweite eine vollwertige Säule der Thüringer Medienlandschaft bilde. Die Novellierung des Thüringer Landesmediengesetzes und die Lizenzierung vollwertiger Sender würden dazu beitragen, die Bürgermedien in Thüringen weiter zu stärken und zukunftsfähig zu machen.

Prof. Thomas Kleist, Intendant des Saarländischen Rundfunks und ehemaliger Direktor der Saarländischen Landesmedienanstalt, erläuterte in seinem Vortrag die neuen Anforderungen an den dualen Rundfunk im digitalen Zeitalter. Er verdeutlichte, daß die Globalisierung der Medienmärkte, die Veränderungen der technischen Rahmenbedingungen sowie die Änderungen im Nutzerverhalten öffentlich-rechtliche und private Rundfunkveranstalter gleichermaßen vor neue Herausforderungen stelle. Darauf müsse sich auch die Regulierung einstellen, die in Zeiten des Internets jedoch keinesfalls obsolet geworden sei. Kleist rief dazu auf, im dualen System systemübergreifend enger zusammenzuarbeiten. Gemeinsam sei es möglich, auch künftig die Auffindbarkeit der journalistischen Beiträge und den diskriminierungsfreien Zugang sicherzustellen sowie die Netzneutralität zu gewährleisten. Dabei seien die Aufsichtsgremien beider Systeme in ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gefordert, ihren Gestaltungsanspruch aufrechtzuerhalten.

Im Rahmen der abendlichen Veranstaltung wurde der Förderpreis 2014/15 der TLM für die beste Abschlußarbeit „Medien“ an Thüringer Hochschulen verliehen (nti-online.net berichtete am 26.08.2015).

PI-TLM

 

27.08.2015

 

 

Engagement bei der Entwicklung einer vielfältigen Medienlandschaft in Thüringen: Impressionen vom Jahresempfang 2015 der Thüringer Landesmedienanstalt.

Fotos (3): TLM-ARCHIV


26.08.2015: „Führung sieht anders aus“

Thüringens Junge Union-Chef fordert von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke), „das Koalitionschaos in der Flüchtlingspolitik“ zu beenden.

Zum Offenen Brief des SPD-Landesvorsitzenden Andreas Bausewein, in dem dieser aufgrund der Überlastung der Kommunen dazu aufruft, abgelehnte Asylbewerber schneller abzuschieben, erklärte der Landesvorsitzende der Jungen Union Thüringen und Landtagsabgeordnete Stefan Gruhner sein Unverständnis. „Der Brief von SPD-Chef Bausewein ist ein Dokument der inneren Zerrissenheit der rot-rot-grünen Landesregierung. Die panischen Abwehrmanöver aus den Reihen von Linken und Grünen zeigen, daß in der Koalition Realpolitiker und pure Ideologen unvereinbar aufeinander prallen.“

Ministerpräsident Ramelow sei gefordert, ein Machtwort zu sprechen und für eine klare Linie der Regierungsparteien in der Flüchtlingspolitik zu sorgen. „Ramelow muß das Chaos bei Rot-Rot-Grün endlich beenden und für Verläßlichkeit und klare Aussagen sorgen“, forderte Stefan Gruhner und stellte fest. „Offenbar hat er die Koalition und die Regierung nicht im Griff. Führung sieht anders aus. Linke, SPD und Grüne sollen das Land vernünftig regieren und nicht wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen durcheinander gackern. Die Thüringer erwarten von der Regierung Lösungen in der Asylpolitik und nicht täglich neuen Streit und unabgestimmte Vorschläge der Regierungspartner."

Gruhner sagte weiterhin: „Wenn Herr Bausewein seinen Vorschlag zur Schulpflicht wirklich ernst meint, dann erwarte ich von der SPD-Landtagsfraktion einen Vorschlag für ein neues Schulgesetz. Ich bin gespannt, ob der SPD-Vorsitzende sich in der eigenen Fraktion und in der Koalition wirklich durchsetzen kann." Sozialdemokrat Bausewein hatte mit seinem Vorschlag für Diskussionsstoff gesorgt, die Schulpflicht für Migrantenkinder auszusetzen, weil deutsche Schulen der Flüchtlingswelle nicht gewachsen seien.

PI-JUT

 

26.08.2015


26.08.2015: Kurze Wege

Noch mehr Regionalität geht kaum: „Rhöner Pflasterstein“ als regionale Brotsorte vorgestellt.

Zum diesjährigen Brauereifest der Rhönbrauerei Dittmar in Kaltennordheim am vorletzten Augustwochenende wurde der „Rhöner Pflasterstein“ offiziell vorgestellt. Das Brot mit dem Siegel der Dachmarke Rhön ist ein absolutes Rhöner Qualitätsprodukt.

Das Vollkornbrot ist ein Gemeinschaftswerk dreier Partnerbetriebe der Dachmarke Rhön. Das Mehl liefert die Ulstermühle Zinn in Tann. Es stammt ausschließlich von den Feldern der Region. Das Braumalz bezieht die Bäckerei Neubauer aus der direkten Nachbarschaft – von der Rhönbrauerei Dittmar in Kaltennordheim. „Gebacken wird der Rhöner Pflasterstein nach einem alten überlieferten Rezept mit frischem Quellwasser“, erläuterte Bäckermeister Markus Neubauer.

„Noch regionaler kann ein Produkt kaum sein“, schätzte die stellvertretende Geschäftsführerin der Dachmarke Rhön, Hannelore Rundell, ein. „Der Rhöner Pflasterstein steht für traditionelles Handwerk und innovative Ideen gleichermaßen. Ich bin sehr froh, daß unsere Partnerbetriebe so eng zusammenarbeiten und dadurch neue, unverwechselbare Produkte auf den Markt bringen.“ Die hervorragende Qualität der einzelnen regionalen Zutaten mache dieses Vollkornbrot einzigartig und auch bis zu fünf Tagen haltbar. Nicht zu unterschätzen sei der Beitrag zum Umwelt- und Naturschutz – nämlich durch die extrem kurzen Lieferwege.

Die Idee, einen regionalen „Rhöner Pflasterstein“ zu backen, ist mit vielen anderen regionalen Initiativen innerhalb der Dachmarke Rhön vergleichbar. So gibt es beispielsweise die Rhöner Hausmacherkooperation im Bereich Fleisch und Wurst im hessischen und fränkischen Teil der Rhön und die Rhöner Kleinbrennerkooperation, die edle Brände aus Franken herstellt. Auch der „Rhöner Gradierbrand“ ist längst zu einem echten Renner geworden: Hier lassen die Brenner der Dachmarke Rhön ihren Brand im Eichenholzfaß in salzhaltiger Luft im Gradierwerk von Bad Salzungen und im Gradierpavillon von Bad Königshofen im Grabfeld reifen.

CARSTEN KALLENBACH

 

26.08.2015

 

 

Stellten jetzt den „Rhöner Pflasterstein“ als absolut regionales Brot vor: die Geschäftsführerin der Rhönbrauerei Dittmar in Kaltennordheim ,Christel Reukauf, Bäckermeister Markus Neubauer von der Bäckerei und Konditorei Neubauer aus Kaltennordheim und die stellvertretende Geschäftsführerin der Dachmarke Rhön, Hannelore Rundell (von links).

Foto: FJR-ARCHIV


26.08.2015: Neue Entwicklungsstufe

Millionengeschäft trotz Rußlandkrise: Die Werkzeugbau Ruhla GmbH in Seebach verzeichnet trotz Krise auf dem russischen Markt gute Geschäfte.

Nach langen Verhandlungen verkündete Christian B. Töpfer, Geschäftsführer der Werkzeugbau Ruhla GmbH in Seebach, auf der Belegschaftsversammlung einen Geschäftsabschluß in Rußland mit einem Volumen von über 2,5 Millionen Euro. Dies sei in dieser Art ein Novum in der Firmengeschichte und stelle damit eine neue Entwicklungsstufe dar. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen sei es gelungen, den Geschäftspartner in Rußland von der Qualität der deutschen Werkzeuge aus Seebach zu überzeugen. Das teilte das Thüringer Unternehmen am 25. August in einer Presseerklärung mit.

Die Werkzeugbau Ruhla GmbH verfügt über langjährige Kontakte nach Rußland, die auch während der Krise intensiv gepflegt wurden. Doch nicht nur dieser Abschluß, der im Medizinsektor angesiedelt ist, verbindet mit Rußland. Man verzeichne stets diverse Aufträge bis zu einer viertel Million Euro aus Rußland, Weißrußland und Osteuropa trotz der aktuell schwierigen Situation.

Auftragsseitig gefestigt und seit Ende 2014 mit neuer Leitung unter Geschäftsführer Christian B. Töpfer blicken die Seebacher optimistisch in die nächsten Monate.

Das Unternehmen hat seine Wurzeln in den Uhrenwerken der ehemaligen DDR in Ruhla. Auf der Basis dieser Erfahrungen, über zwei Jahrzehnte weiter entwickelt,  produziert das Unternehmen für nationale und internationale Kunden hochkomplexe Spritzgießwerkzeuge insbesondere für den Medizin-, Verpackungs- und Automobilsektor.

DOMINIQUE SAGNER

 

26.08.2015


26.08.2015: Aufschlußreiche Lektüre

Würdigung herausragender wissenschaftlicher Leistungen: TLM-Förderpreis für die beste Abschlußarbeit „Medien“ 2014/2015 an Thüringer Hochschulen verliehen.

Die beste Abschlußarbeit zum Thema „Medien“ in Thüringen wurde in diesem Jahr von Ole Kamm an der Friedrich-Schiller-Universität Jena verfaßt. Für seine Masterarbeit erhielt er am 25. August 2015 im Rahmen des Jahresempfangs der Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) den mit 1000 Euro dotierten TLM-Förderpreis für die beste Abschlußarbeit „Medien“ an Thüringer Hochschulen 2014/2015. Der Preis wurde überreicht vom Vorsitzenden der Versammlung, Johannes Haak, und TLM-Direktor Jochen Fasco im Beisein des Staatssekretärs und Bevollmächtigten des Freistaats beim Bund, Malte Krückels.

Ole Kamm analysierte in seiner Arbeit die Kommunikation von Umweltproblemen am Beispiel der Kontroverse über das weltweite Bienensterben, um so Strukturen im Prozeß der Umweltkommunikation aufzudecken. Die theoretisch und methodisch gleichermaßen überzeugende Arbeit bestätigt frühere Analysen, die Umweltprobleme als sozial-ökologische Phänomene beschreiben, hebt dabei jedoch die Stellung und Leistung materieller Entitäten in der Konstruktion und öffentlichen Kommunikation von Umweltproblemen hervor.

Im Namen der gesamten Jury beglückwünschte TLM-Direktor Jochen Fasco den Preisträger zur hohen wissenschaftlichen Qualität seiner Arbeit. Johannes Haak, der Vorsitzende der Versammlung der TLM und Mitglied der Jury, verwies in seiner Laudatio auf die hohe Relevanz und Aktualität der Fragestellung: „Die Realität, die Ursachen und die Auswirkungen globaler Umweltprobleme gehören ohne Zweifel zu den wichtigsten Fragen unserer Zeit“, so Haak.

Neben dem ausgezeichneten Theorieteil und dem anspruchsvollen methodischen Design lobte die Jury auch die übersichtliche Struktur und die sprachliche Klarheit der Arbeit. Der Autor verstehe es hervorragend, auch komplizierte Theorien und Zusammenhänge anschaulich und nachvollziehbar darzustellen. Alles das mache die Arbeit zu einer außergewöhnlich interessanten, aufschlußreichen und lesenswerten Lektüre.

PI-TLM

 

26.08.2015


25.08.2015: Reim auf Salat

Reimen und gewinnen: Eine „poetische Gewinn-Aktion“ soll beim Thüringer Feinkosthersteller Hopf für ein Umsatzplus im vierten Quartal sorgen.

Am 15. September 2015 startet der Thüringer Feinkostklassiker Hopf eine „poetische Gewinn-Aktion“. Bis zum 15. Dezember können alle Fans der Marke einen kurzen Reim über ihren Lieblingssalat einsenden und die Chance nutzen, einen von 23 Preisen zu gewinnen. Die Promotion wird von umfangreichen Kommunikationsmaßnahmen begleitet.

Der Hersteller steht nach eigenen Angaben für über 60 Jahre „Thüringer Feinkost-Kompetenz“. Bei 84 Prozent der Verwender ist laut einer Studie von „KeyQuest“ aus dem Jahr 2011 die regionale Produktherkunft das Kaufargument Nummer eins. Mit einem Wachstum von 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ist das Unternehmen weiterhin Marktführer für Kartoffelsalate in Thüringen ist (Quelle: A.C. Nielsen; Basis Wert; LEH Total; YTD 2015 bis KW 18).

.Mit der Gewinn-Aktion „Ein Gedicht: Feinkost von Hopf“ macht die Marke auf ihre Thüringer Herkunft aufmerksam und fordert die Verbraucher auf, in die Fußstapfen der weltbekannten Dichter und Denker ihrer Heimat zu treten.

„Reimen und Gewinnen“ – das kann jeder, der sich einen Vers über seinen Hopf-Lieblingssalat einfallen läßt und diesen bis zum 15. Dezember an die Hopf Feinkost GmbH sendet. Als Hauptpreis winkt ein Gutschein für eine dreitägige Reise in Erfurt und Weimar. Auf den Spuren von Goethe und Schiller erwarten die Gewinner spannende Stadtführungen, ein Besuch im Goethe-Nationalmuseum sowie ein klassisches Thüringer Abendessen. Außerdem verlost das Unternehmen 22 edle Füller des regionalen Partners Thees, die mit dem Namen des Gewinners graviert werden.

Mit der Gewinn-Aktion „Ein Gedicht: Feinkost von Hopf“ erhofft sich der Hersteller Anreize für Spontankäufe und möchte so das Jahresendgeschäft ankurbeln. Für die Aktion wurde eine klassische On-Pack-Promotion mit einer kreativen, animierenden Idee verbunden. Der Ablauf wird direkt am Produkt auf der bedruckten Siegelfolie erklärt. Details zur Aktion und den Gewinnen finden die Verbraucher auf der Internetseite des Unternehmens. Die Aktion wird durch „aktivierende Teilnahmekarten, auffällige Regaleinstecker und Plakate sowie einen Spot im POS-Radio“ unterstützt. Besondere Aufmerksamkeit erwartet man zudem durch Radiospots bei Antenne Thüringen und dem MDR.

PM-EKD

 

25.08.2015


25.08.2015:  Paradoxe Effekte

Neue Studie zur Impfpflicht: Psychologen raten zu Freiwilligkeit und sinnvoller Aufklärung statt Zwang.

Eine neue Studie von Wissenschaftlern des Center for Empirical Research in Economics and Behavioral Sciences (CEREB) der Universität Erfurt und der RWTH Aachen hat mögliche Auswirkungen der Einführung einer teilweisen Impfplicht auf die Impfbereitschaft der Bevölkerung untersucht. Sie ist jetzt unter dem Titel „Detrimental effects of introducing partial compulsory vaccination: experimental evidence“ („Nachteilige Auswirkungen der Einführung einer teilweisen Impfpflicht: experimentelle Evidenz“) im „European Journal of Public Health“ erschienen.

„Wenn in Deutschland von Impfpflicht die Rede ist, geht es in aller Regel um eine teilweise Impfpflicht, sprich: eine Impfpflicht zur Abwehr ganz bestimmter Erkrankungen, bei denen die Impfquote derzeit niedrig ist. Beispielsweise wurde im Frühjahr 2015 diskutiert, die Masern-Mumps-Röteln-Impfung verpflichtend zu machen“, erklärt Dr. Cornelia Betsch, Akademische Rätin am Lehrstuhl für Sozial-, Organisations-, und Wirtschaftspsychologie der Universität Erfurt, den Hintergrund der Untersuchungen, die sie zusammen mit Dr. Robert Böhm von der RWTH Aachen angestellt hat. „Wir wollten herausfinden, was die Einführung einer teilweisen Impfpflicht für das gesamte Impfprogramm bedeuten würde, vor dem Hintergrund daß die restlichen Impfungen freiwillig bleiben.“

Zwei Versuchsgruppen haben die Wissenschaftler in ihrer Online-Studie untersucht. Die erste Gruppe wurde in einem ersten Schritt zu einer (fiktiven) Impfung verpflichtet und durfte sich im zweiten Schritt freiwillig für oder gegen eine Impfung entscheiden. In der zweiten Testgruppe setzten Betsch und Böhm von vornherein auf Freiwilligkeit. Es zeigte sich, daß vor allem Personen mit negativer Einstellung gegenüber dem Impfen durch die Impfpflicht beeinflußt wurden: Deren Impfbereitschaft sank um ganze 39 Prozent im Vergleich zur Gruppe, in der beide Entscheidungen freiwillig waren. Die Wissenschaft spricht hier von „psychologischer Reaktanz“, die dazu führt, daß sich Personen, deren Entscheidungsfreiheit eingeschränkt wird, diese bei der nächsten Gelegenheit „zurückholen“. Eine Einführung einer teilweisen Impfpflicht kann also paradoxe Effekte haben – gerade die Impfskeptiker, denen durch Impfpflicht begegnet werden soll, könnten so einen weit größeren Effekt auf das gesamte Impfprogramm haben, als es bei freiwilligen Impfung der Fall ist. Dr. Cornelia Betsch resümiert: „Wir schließen daraus, daß eine sinnvolle und gute Impfaufklärung der Bevölkerung effektiver wäre als die Einführung der Impfpflicht – vor allem einer nur teilweisen.“

CARMEN VOIGT

 

25.08.2015


25.08.2015: Latzhose statt Anzug

Azubi der Ethik-Bank startet seine Ausbildung mit Praktikum auf dem Bauernhof.

Simon Zeiß bewegt sich sicher über das Gelände der Agrargenossenschaft Buchheim-Crossen. Nach zwei Wochen auf dem Bauernhof findet er sich gut zurecht, grüßt locker die vorbeifahrenden Kollegen und erklärt routiniert und eher beiläufig die einzelnen Gebäude auf dem verwinkelten Gelände. Doch trotz der heimeligen Atmosphäre – in zwei Wochen wird er sie wieder verlassen. Denn Zeiß hat keine Ausbildung zum Landwirt begonnen, sondern lernt seit zwei Wochen den Beruf des Bankkaufmanns bei der Ethik-Bank.

Das sich selbst als sozial-ökologisches Kreditinstitut bezeichnende Unternehmen beschreitet nicht nur innerhalb der Bankgeschäfte andere Wege, sondern auch im Rahmen der Ausbildung und schickt deshalb seine Auszubildenden zu Beginn ihrer Lehrzeit für vier Wochen zu einem Praktikum auf den Bauernhof. „Uns ist es wichtig, daß unsere Auszubildenden die Erfahrung körperlicher Arbeit machen, um die Arbeitswelt nicht nur einseitig aus der Büroperspektive kennenzulernen“, erklärt der Vorstandsvorsitzende der Ethik-Bank, Klaus Euler, die ungewöhnliche Maßnahme. „So können sie sich besser in die Lebenswelt vieler unserer Kunden hineinfühlen.“ Außerdem lebe der Banknachwuchs hier die ökologische Ausrichtung der Bank und sensibilisiere sich für diese Themen. Auch Simon Zeiß gibt eine Begründung für seinen Ausflug in die Landwirtschaft: „Ich lerne hier auf besondere Weise, Verantwortung zu tragen – in diesem Fall für die Tiere, und in der Bank für das Geld der Kunden.“

Ersteres tut der 16jährige bereits mit Hingabe. Im Kuhstall hilft er beim Füttern, mistet aus und auch das Melken habe er schon ausprobiert. Ganz unerfahren ist er dabei nicht, da er in den Ferien bereits auf einem Bauernhof gearbeitet hat. Und als Kaninchenzüchter weiß er auch, mit Tieren umzugehen. Gefahr, daß der Bauer auf Zeit möglicherweise kurzfristig die Bank noch gegen den Stall eintauscht, besteht allerdings nicht. Dafür hat ihm sein Praktikum bei der Ethik-Bank, das er im vergangenen Jahr absolvierte, zuviel Spaß gemacht. „Ich habe mich sehr gut mit den Kollegen verstanden und auch der Kontakt mit den Kunden war spannend“, sagt er. Deshalb freue er sich auch darauf, demnächst die grüne Latzhose gegen den Anzug auszutauschen.

Während Simon Zeiß zu Beginn des ersten Lehrjahres auf diese Weise in die ökologischen Themen der Bank näher eintaucht, wird er auch im kommenden Jahr den Anzug ablegen. Dann wird er im Rahmen eines zweiten Praktikums in einem Pflegeheim wertvolle Erfahrungen im sozialen Bereich sammeln.

SEBASTIAN HOLLSTEIN

 

25.08.2015

 

 

Erfahrung körperlicher Arbeit: Der Auszubildende Simon Zeiß kümmert sich während seines Praktikums auf dem Bauernhof um die Kälber und reinigt Ställe.

Foto: ARLENE KNIPPER


24.08.2015: „Paßt Barmherzigkeit in unsere moderne Zeit?"

Arnstädter Perspektivwechsel 2015: Das 3. Werk der Barmherzigkeit – „Die Fremdlinge beherbergen“.

Das Emporenbild in der Oberkirche Arnstadt aus Matthäus 25, „Werke der Barmherzigkeit – Die Fremdlinge beherbergen“  liefert dem dritten „Arnstädter Perspektivenwechsel“ am 27. August Thema und Zündstoff zugleich. Denn dieses Tafelbild hat ein hochaktuelles Thema, das die gesellschaftliche Diskussion dieser Tage beherrscht: Wie gehen wir in Arnstadt mit Flüchtlingen und Asylsuchenden um? Wie werden aus Fremden Freunde, aus Migranten Mitbürger?

„In der Stadt spüren wir zum einen ein hohes Maß an Hilfsbereitschaft, aber auch viel Ablehnung. Deshalb stellt sich für uns alle die Frage: Wie bereit sind wir, Schutz und Gastfreundschaft zu gewähren, zu teilen? Was müssen wir mehr tun, um Menschen in Not zu begleiten? Wäre Barmherzigkeit der Weg? Aber paßt Barmherzigkeit in unsere moderne Zeit?“ Diesen Fragen soll nach Information der Veranstalter an diesem Abend nachgegangen werden.

Für diesen Arnstädter Perspektivwechsel, der zum dritten Mal vom Oberkirchenverein organisiert wird, konnte ein spannendes Programm zusammengestellt werden. nti-online.net berichtete am 15.07.2015.

„Mit Veranstaltungen wie dieser wollen wir der Oberkirche die Rolle wiedergeben, die sie immer hatte. Ein kultureller und gesellschaftlicher Mittelpunkt“, erläutert Andreas Hirsch, Vorsitzender des Oberkirchenvereins, der sich seit Jahren für Erhaltung und Wiederbelebung der ehemaligen Stadtkirche engagiert.

Mit der Veranstaltung unterstützt der Verein Oberkirche Arnstadt auch die Arbeit des Arnstädter Welcomebüros, das sich engagiert um die ankommenden Flüchtlinge kümmert.

Der Eintritt zu der 19.30 Uhr beginnenden Veranstaltung ist kostenlos, über Spenden zum Erhalt der Kirche freuen sich die Organisatoren. Die Moderation  übernimmt Matthias Gehler, Chefredakteur MDR Thüringen.

PI-RR

 

24.08.2015


24.08.2015: „Elektromobilität bleibt ein Schlüsselthema“

Neuer Wettbewerbsaufruf für Förderprogramm Elektromobilität: Unternehmen und Forschungseinrichtungen können sich mit innovativen Konzepten bis 30. September bewerben.

Das Thüringer Wirtschaftsministerium hat den zweiten Wettbewerbsaufruf für das Förderprogramm Elektromobilität gestartet. Gesucht werden innovative und nachhaltige Konzepte zur Einführung oder Erprobung elektromobiler Lösungen in Thüringen. In den ausgewählten Projekten bezuschußt das Wirtschaftsministerium dann die Anschaffung der notwendigen Fahrzeuge und Ladeinfrastruktur. Dafür stehen in diesem Jahr rund 750.000 Euro zur Verfügung. Frist zur Einreichung der Konzeptskizzen ist der 30. September.

„Die Elektromobilität bleibt für Thüringen ein industrie- und energiepolitisches Schlüsselthema“, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Mit dem Förderprogramm wolle man den notwendigen Strukturwandel in der Automobilbranche begleiten und einen Beitrag zur Energiewende leisten. Seit dem Start des Programms im Jahr 2013 ist mit Fördermitteln in Höhe von insgesamt 1,26 Millionen Euro die Anschaffung von insgesamt 64 Elektrofahrzeugen (46 Pkw, 18 leichte Nutzfahrzeuge) sowie 49 Ladepunkten (19 davon öffentlich zugänglich) unterstützt worden. Dabei konnten Entwicklungsvorhaben von drei Thüringer Konsortien – sMobiliTy, E-Motif und SmartCityLogistik – flankiert werden.

Derzeit läuft die Umsetzung der Projekte des ersten Wettbewerbsaufrufs vom April 2014. Damals waren insgesamt fünf Vorhaben ausgewählt worden, die eine Förderung von 18 Elektrofahrzeugen und 17 Ladepunkten erhalten. Die Gewinner der jetzigen zweiten, bis Ende September laufenden Wettbewerbsrunde werden durch eine Jury ermittelt und bis zum 30. Oktober bekanntgegeben.

Das Förderprogramm Elektromobilität richtet sich an Unternehmen und Forschungseinrichtungen in Thüringen, die sich an Feldversuchen zur Erprobung von Forschungs- und Entwicklungsergebnissen beteiligen und zu deren Projekt mindestens drei Fahrzeuge zählen. So werden sie zum Beispiel bei der Anschaffung von Elektrofahrzeugen, dem Kauf von Ladesystemen, den Investitionen in elektrische Pufferspeicher oder bei der Erprobung neuer Geschäftsmodelle unterstützt. Gefördert werden die technologisch bedingten Mehrkosten, die im Rahmen vorhandener Bundesprogramme im Bereich Elektromobilität keine Unterstützung finden. Damit flankiert das Thüringer Wirtschaftsministerium die beim Bund zur Förderung eingereichten Projekte mit Landesmitteln.

Die Antragstellung erfolgt über die Thüringer Aufbaubank (TAB).

STEPHAN KRAUSS

 

24.08.2015


23.08.2015: Optimale Versorgung ermöglichen

Kinder aus Afghanistan zur Behandlung im Hufeland-Klinikum.

Soziales Engagement gehört zum Alltag im Hufeland-Klinikum. Seit Jahren werden in Kooperation mit dem Friedensdorf International jährlich mehrere Kinder aufgenommen, um diesen eine optimale medizinische Versorgung zu ermöglichen, die in ihrer Heimat so nicht möglich wäre.

Am 19.August sind am Klinikstandort Mühlhausen wieder zwei Jungen aus Afghanistan ankommen. Sie werden im Rahmen ihrer Behandlung mehrere Monate hier zu Gast sein.

Saqeb, sechs Jahre alt, und Ziaullah, zehn Jahre alt, leiden beide an Osteomyelitis, einer schweren Infektion des Knochenmarks, welche eine langwierige Behandlung erfordert. Häufig sind mehrere Operationen und eine begleitende antibiotische Behandlung erforderlich. Unter Umständen kann sogar eine Verpflanzung körpereigener Knochenteile notwendig werden. Beide Jungen werden im Hufeland-Klinikum durch Spezialisten operativ behandelt. Neben der medizinischen Versorgung, welche durch das Klinikum kostenlos erbracht wird, steht das komplette Team der betreuenden Stationen für die tägliche, fürsorgliche Pflege und die Beschäftigung der Kinder gern zur Verfügung. „Wir möchten diesen Patienten den Aufenthalt in einem fremden Land damit so leicht wie möglich gestalten“, teilte das Klinikum in einer Presseerklärung mit.

Aller Anfang ist schwer und so werden auch Saqeb und Ziaullah erst eine gewisse Eingewöhnungszeit brauchen, um sich an die fremde Umgebung zu gewöhnen. Nach ein wenig Heimweh und kleinen Verständigungsproblemen haben sich die Kinder jedoch in der Vergangenheit stets im Klinikum wie zu Hause gefühlt und oft fiel ihnen dann die Heimreise schwer.

PM-HKG

 

23.08.2015

 

 

Zu Gast in Mühlhausen: Das Team der Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin des Hufeland-Klinikums hat es sich es zur Aufgabe gemacht, sich um die Kinder, welche in ihrem Land nicht die Möglichkeit einer medizinischen Behandlung haben, fürsorglich zu kümmern.

Fotos (2): HKG-ARCHIV


23.08.2015: Familienfreundliches Ausflugsziel

Mehr als 400.000 Besucher im Saalfelder Feenweltchen.

Im Sommer 2007 hat das Saalfelder Feenweltchen an den Feengrotten erstmals seine Pforten geöffnet. Was anfangs wie ein wagemutiges Projekt erschien und bei manch einem auf Zweifel stieß, hat sich mittlerweile zu einer wahren Erfolgsgeschichte entwickelt. „Mit diesem einzigartigen Konzept ist es uns gelungen, einen wichtigen Schritt zur Weiterentwicklung der  Feengrotten einzuleiten und das Unternehmen zugleich zu einem familienfreundlichen Ausflugsziel zu entwickeln“, so Yvonne Wagner, die das Feenweltchen seinerzeit aus der Taufe gehoben hat. Die Besucherzahlen im Feenweltchen steigen stetig, viele Familien reisen allein dafür von weit her an. Besonders stolz sind die Feengrotten-Mitarbeiter deshalb, daß mittlerweile über 400.000 Besucher in den Abenteuerfreizeitwald gekommen sind.

Das Feenweltchen wächst dynamisch weiter und lebt von immer neuen Ideen. Erst im Frühjahr dieses Jahres konnte ein seit längerem geplantes Vorhaben umgesetzt werden.

Der Weidenhauskünstler Marcel Kalberer aus Baden-Württemberg errichtete mit seiner kreativen Mannschaft ein zehn Meter hohes Blumenschlößchen aus lebenden Weiden, an dem Rosen, Waldreben und Clematis ranken. Die Besucher können zudem verschiedene Musikstücke auswählen und diesen zauberhaften Ort in einen Feentanzplatz verwandeln. Auch ein neuer Platz für die Feiern zum Kindergeburtstag ist entstanden. Die Feen erwarten ihre Besucher in diesem Jahr noch bis 1. November täglich von 9.30 bis 17 Uhr.

PI-TFG

 

23.08.2015


22.08.2015: Wachstumstreiber Innovation

200 Millionen Euro für Innovationsförderung in Thüringen: Bis zu 500 Forschungsprojekte werden im Rahmen des neugestarteten Förderprogramms erwartet.

Thüringen startet in der Innovationsförderung durch: 200 Millionen Euro stehen für die Finanzierung von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben in Unternehmen und Forschungseinrichtungen und den Ausbau der wirtschaftsnahen Forschungsinfrastruktur bis 2020 bereit. Das entsprechende Förderprogramm wird aus dem Efre-Strukturfonds und aus Landesmitteln finanziert, ist auf allen Ebenen abgestimmt und tritt jetzt in Kraft. Anträge können bei der Thüringer Aufbaubank (TAB) gestellt werden.

„Innovation ist der wichtigste Wachstumstreiber für unsere Wirtschaft“, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Ein schneller Transfer von Forschungsergebnissen in neue Produkte, Verfahren und Dienstleistungen sei die Voraussetzung für eine höhere Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und sorge damit letztlich auch für höhere Einkommen.

„Länder wie Thüringen leben nicht von Rohstoffen, sondern von dem Wissen und den Technologien, die sie entwickeln“, sagte der Minister. Allerdings seien viele kleine und mittlere Unternehmen im Land nicht in der Lage, die oftmals hohen Kosten für die Produktentwicklung allein zu stemmen. „Mit unserer Forschungsförderung unterstützen wir sie, eigene Innovationsprozesse zu finanzieren.“ Insgesamt rechnet der Minister damit, daß mit den zur Verfügung stehenden Fördermitteln mehr als 500 Forschungsprojekte angestoßen werden können.

Über das neu strukturierte Programm „Förderung von Forschung, Technologie und Innovation“ werden insbesondere FuE-Projekte einzelner Unternehmen und FuE-Verbundvorhaben von Unternehmen und Forschungseinrichtungen, aber zum Beispiel auch die Ausstattung von Innovationszentren, die Kaltmietfreistellung in Technologie- und Gründerzentren oder Patentanmeldungen gefördert. Den Förderrahmen bestimmt die Thüringer Forschungs- und Innovationsstrategie – das heißt Vorhaben müssen den Schwerpunktthemen „Industrielle Produktion und Systeme“, „Nachhaltige und intelligente Mobilität und Logistik“, „Gesundes Leben und Gesundheitswirtschaft“, „Nachhaltige Energie und Ressourcenverwendung“ oder den „Informations- und Kommunikationstechnologien und produktionsnahen Dienstleistungen“ zuzuordnen sein.

Die Förderhöhe beträgt – abgestuft nach Unternehmensgröße – bei FuE-Verbundvorhaben maximal 80 Prozent der Projektkosten. Insgesamt stehen für Verbundvorhaben bis 2020 rund 100 Millionen Euro zur Verfügung. Bei einzelbetrieblichen Vorhaben sind bis zu 70 Prozent der Kosten förderfähig. Das Land stellt dafür – einschließlich der Innovationsgutscheine – bis 2020 gut 50 Millionen Euro zur Verfügung. Weitere 50 Millionen Euro stehen in dem genannten Zeitraum für den Ausbau der wirtschaftsnahen Forschungsinfrastruktur bereit.

In dem neugefaßten Förderprogramm wurden die Fördergegenstände aus drei früheren Richtlinien zusammengeführt und vereinfacht. Dazu wurden unter anderem Zweckbindefristen für kleine und mittlere Unternehmen verkürzt und – wo es möglich war – zur Senkung des Verwaltungsaufwands auf eine Pauschal- statt Einzelabrechnung umgestellt. Zudem werden zur Auswahl der Fördervorhaben verstärkt Wettbewerbsverfahren durchgeführt, bei denen zu bestimmten Stichtagen zur Einreichung von Förderkonzepten aufgefordert wird. Der erste Wettbewerbsaufruf für die FuE-Verbundförderung startet am 24. August 2015.

Neu eingeführt wurde auch das Instrument der „Innovationsgutscheine“, das wahlweise für die Vorbereitung von FuE-Projekten, die Finanzierung von Machbarkeits- und Durchführbarkeitsstudien, flankierende kreativwirtschaftliche Dienstleistungen oder Prozeß- und Organisationsinnovationen eingesetzt werden kann.

STEPHAN KRAUSS

 

22.08.2015


21.08.2015: „Heute Zukunft, morgen Realität“

Erster Mitteldeutscher Ernährungsgipfel findet am 27. Oktober 2015 in Erfurt statt.

Wie sieht der Verbraucher der Zukunft aus? Passen sich unsere Eßgewohnheiten unserer Lebensweise an? Sind „functional food“ oder vegane Produkte ein kurzlebiger Trend? Kaufen wir in 20 Jahren überhaupt noch im Supermarkt ein? Antworten auf diese Fragen soll der Mitteldeutsche Ernährungsgipfel liefern, der am 27. Oktober 2015 in Erfurt stattfindet. Die Neue Thüringer Illustrierte berichtete darüber in ihrer Ausgabe 5/2015. Zu der Fachtagung werden rund 250 Gäste aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Forschung und Politik erwartet.

Unter dem Thema „Heute Zukunft, morgen Realität. Wie kann die Ernährungsbranche im stetigen Wandel erfolgreich sein?“ werden den Teilnehmern impulsgebende Vorträge aus den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft und Handel geboten. Neben der Trendforscherin Karin Tischer, Geschäftsführerin food und more in Kaarst, sprechen auch Stefan Rauschen, Geschäftsführer Einkauf/Frische der Kaufland Warenhandel GmbH und Co. KG, und der Geschäftsführer der Frischli Milchwerk Weißenfels GmbH, Dieter Gorzki. „Wir wollen nicht nur die Trends in der Ernährungsindustrie beleuchten, sondern auch Best-Practice-Beispiele aus der Wirtschaft und dem Handel vorstellen“, betont Karin Finger, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Thüringer Ernährungsnetzwerkes e.V. „Darüber hinaus soll ebenfalls das innovative Potential der Ernährungswirtschaft in den drei Bundesländern Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen hervorgehoben werden“. Zu diesem Themenschwerpunkt werden erste Ergebnisse einer Umfrage des neugegründeten Kompetenzclusters für Ernährung und kardiovaskuläre Gesundheit (nutriCard) vorgestellt.

Der Mitteldeutsche Ernährungsgipfel ist ein Zusammenschluß des Trendtages Ernährungswirtschaft Sachsen-Anhalt und des Thüringer Ernährungsgipfels. Veranstaltet wird die Fachtagung vom Thüringer Ernährungsnetzwerk e.V., dem Netzwerk Ernährungswirtschaft Sachsen-Anhalt und dem Netzwerk Ernährungsgewerbe Sachsen.

PI-TBME

 

21.08.2015


21.08.2015: Nachhaltige Akzente

Vordenker in Politik und Wissenschaft: Uni Erfurt erinnert am 25. August an den 10. Todestag ihres Gründungsrektors Peter Glotz.

Am 25. August 2015 jährt sich zum 10. Mal der Todestag von Peter Glotz, der von 1996 bis 1999 Gründungsrektor der wiedererrichteten Universität Erfurt war.

Als Glotz 1999 nach Erfurt wechselte, hatte er bereits eine lange politische Karriere hinter sich. 1939 als Sohn eines deutschen Versicherungsangestellten und einer tschechischen Mutter in Eger im Sudetenland geboren, war Glotz von 1974 bis 1977 Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, von 1977 bis 1981 Minister („Senator“) für Wissenschaft und Forschung des Stadtstaates Berlin und von 1981 bis 1987 Bundesgeschäftsführer der SPD.

Gemeinsam mit seinen „Vizes“ Dieter Langewiesche und Wolfgang Schluchter etablierte Peter Glotz strukturell und personell die Philosophische und die Staatswissenschaftliche Fakultät der Universität der thüringischen Landeshauptstadt und sorgte dafür, daß die Universität Erfurt bei der Umsetzung der „Bologna“-Reform zur Schaffung eines gemeinsamen europäischen Hochschulraumes (BA-/MA-Studiengänge) eine Vorreiterrolle im deutschen Universitätssystem einnahm. Glotz, der auch Professor für Kommunikationswissenschaft an der Universität Erfurt war, lag die Schaffung des Studienganges Kommunikationswissenschaft an der Philosophischen Fakultät besonders am Herzen. Sie ist noch heute maßgeblich von seinen Vorgaben geprägt. Öffentlichkeit, Medien und politische Kommunikation waren für Glotz, der nicht nur in der SPD als „Vordenker“ in der politischen Landschaft galt, politisch und wissenschaftlich ein Leben lang Tätigkeitsschwerpunkte.

Am 25. August 2005 ist Peter Glotz im Alter von 66 Jahren an den Folgen eines Krebsleidens in Zürich gestorben. Der letzte und anrührendste Text aus der Feder des regen Publizisten und zeitweise omnipräsenten Medienprofis trug den Titel „Tod am Nachmittag“. Lesenswert sind noch immer Glotz‘ Autobiografie „Von Heimat zu Heimat. Erinnerungen eines Grenzgängers“ (2005) und der Band „Die Vertreibung. Böhmen als Lehrstück“ (2003), mit dem Glotz nachhaltige Akzente in der Vertreibungsdebatte setzte.

Am 10. und 11. Dezember 2015 veranstaltet die „Willy Brandt School of Public Policy“ der Universität Erfurt unter dem Titel „Fechtmeister und Sänger. Zum 10. Todestag von Peter Glotz“ ein wissenschaftliches Kolloquium (2. Willy-Brandt-Kolloquium) zur Aktualität und den Nachwirkungen des Wirkens von Peter Glotz. Im Zentrum werden seine Zeitdiagnose, seine Beiträge zur Universitätsreform und zur Vertreibungsdebatte stehen.

CARMEN VOIGT

 

21.08.2015


20.08.2015: Phantasie gefragt

Haareschneiden im Feenwald: Friseurnachwuchs glänzt mit Kreativität.

Hier ist Phantasie gefragt. „Fancy im Feenwald“ heißt das Motto im traditionellen Berufsschulwettbewerb für den Friseur- und Kosmetik-Nachwuchs im Rahmen der Erfurter Fachmesse „Faszination Haar + Kosmetik“. Kreativ ausleben können sich die Jungfriseure außerdem beim Kampf um den Titel „Bester Jung-Geselle“

„Weiterbildung und Nachwuchssicherung sind zentrale Schwerpunkte auf unserem Branchentreff“, sagt Sybille Hain vom Landesinnungsverband der Friseure und Kosmetiker Thüringen/Sachsen-Anhalt, der als ideeller Träger zum sechsten Mal die Mitteldeutschen Meisterschaften mit Profi-, Lehrlings- und Spezialwettbewerben im Rahmen der Messe organisiert. Der Landesinnungsverband präsentiert außerdem die aktuellen Trends der Frisurenmode Herbst/Winter 2015/2016.

Die Erfurter Fachmesse „Faszination Haar + Kosmetik“ erwartet zur ihrer 6. Auflage am 12. und 13. September 2015 rund 80 Aussteller: „Wir verzeichnen aktuell einen Flächenzuwachs von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr“, sagt Projektleiterin Doreen Schmidt. Sie rechnet mit einer kräftigen Steigerung der Besucherzahl auf deutlich über 4000. Die Sommerzeit hatte das Erfurter Messeteam genutzt, um auf einer Promotiontour 600 Salons in Mitteldeutschland zu besuchen und die Inhaber und Mitarbeiter persönlich zur FHK einzuladen.

Highlight aus Thüringen ist die Teilnahme von A. Ewald Friseurhaus mit den Marken Keen, Me mademoiselle und C:ehko. Der Premiumanbieter mit 75jähriger Tradition präsentiert sich so umfangreich wie nie. Neben der 120 Quadratmeter großen Standpräsentation zelebriert das Unternehmen auf der Messe das 15jährige Jubiläum seiner Profi-Marke C:ehko. (nti-online.net berichtete am 23.07.2015).

Mit Udo Walz kommt Deutschlands berühmtester Friseur nach Erfurt. Er wird am 12. September 2015 die Messe besuchen und im Showprogramm Rede und Antwort stehen. Als weitere Branchen-Stars haben sich Compagnia della Bellezza, Sebastian Böhm, Tom Kroboth, Gregor Drapalla, Marco Wojach und Stefan Lenk angekündigt.

THOMAS TENZLER

 

20.08.2015


20.08.2015: Fundierte Basis

Thüringer Auszubildender gehört zu den „Top ten“ der Welt: Steve Müller  überzeugt bei den 43. WorldSkills.

Die Belohnung für 22 Stunden sehr harter Arbeit war ein Platz in den „Top ten“ der weltbesten jungen Polymechaniker: Steve Müller (21), angehender Industriemechaniker bei Viega im Werk Großheringen (Thüringen), trat vom 11. bis 16. August bei den 43. WorldSkills in Sao Paulo, Brasilien, in einem sehr starken Wettbewerberfeld an und erkämpfte sich in den voll besetzten Hallen des Anhembi-Parks eine Platz unter den besten zehn. Seit 18. August ist das gesamte deutsche Team mit Teamleitern, Experten und Betreuern wieder auf deutschem Boden.

Steve Müller hatte sich im Vorfeld den Titel „Deutscher Meister der Polymechanik“ gesichert. Dies war sein Ticket für die Weltmeisterschaften der Berufe in Sao Paulo, Brasilien. nti-online.net berichtete am 03.08.2015.  Es war ein Kampf der weltbesten jungen Fachkräfte, bei dem er sich als Achter einen guten Platz im Mittelfeld sichern konnte. „Die WorldSkills waren ein außerordentliches Erlebnis“, sagt der Sachsen-Anhalter aus Klosterhäseler kurz nach der Landung in Frankurt am Main. „Ich bin dankbar, daß ich daran teilnehmen konnte und stolz auf meine Leistung.“

Drehen, Fräsen, Schleifen, Montieren, Verkabeln und Programmieren  – und das alles im Akkord und unter den wachsamen Augen der Jury, rund 200.000 Zuschauern und internationaler Medienvertreter. Da hieß es, Nerven zu bewahren und Fingerfertigkeit zu beweisen. Steve Müller hatte nur 22 Stunden Zeit, um einen voll funktionstüchtigen, elektronischen Bleistift-Anspitzer herzustellen, für den er jede einzelne Komponente selbst fertigen mußte. „Die Zeit war sehr knapp. Nur ein oder zwei Teilnehmer haben es geschafft, die Baugruppe in der vorgegebenen Zeit fertigzustellen.“

Seine ursprünglichen Bedenken über die zur Verfügung stehenden Dreh- und Fräsmaschinen erwiesen sich als richtig. Der Wettbewerber aus Brasilien konnte den Heimvorteil für sich nutzen und holte Gold. „Die Maschinen waren wie erwartet sehr gewöhnungsbedürftig.“ Nervös sei er nicht gewesen. Er habe sich voll und ganz auf die Aufgabe konzentriert. Die vielen Kamerateams hätten manchmal ein wenig abgelenkt. Nur vier Punkte trennten Steve Müller von der „Medallion for Excellence“, die bei Erreichen der 500-Punkte-Marke vergeben wird. „Das war etwas schade, aber was sind schon vier Punkte“, stellt der 21jährige fest.

„Steve Müller kann sehr stolz darauf sein, was er erreicht hat: Als Deutscher Meister der Polymechanik einen Platz unter den besten zehn der Welt zu erreichen – das ist eine tolle Leistung“, zieht Peter Schöler Bilanz. Seit letztem Jahr gehört der Personalchef von Viega dem Vorstand der WorldSkills Germany an und hat in dieser Funktion die letzten Tage in Sao Paulo live verfolgt. „Das waren sehr spannende und für die Teilnehmer extrem anstrengende Wettkämpfe“, sagt Peter Schöler. „Für mich war vor allem beeindruckend, wie die 41köpfige deutsche Mannschaft hier in wenigen Tagen zusammengewachsen ist. Der Teamgeist war enorm.“

Das bestätigt auch Marie-Luise Hörisch. Die ehemalige Viega-Auszubildende hat vor sechs Jahren als erste Frau beim Wettbewerb der Polymechaniker an den Weltmeisterschaften der Berufe in Calgary/Kanada teilgenommen und war jetzt als eine von drei Teamleitern zur Betreuung der deutschen Mannschaft mitgereist. „Ich war wirklich rund um die Uhr beschäftigt“, schildert die 27jährige die zurückliegenden Tage. Als Teamleiterin war sie „Ratgeberin, Gesprächspartnerin und Kummerkasten in einem“, beschreibt sie ihre Allround-Aufgabe. Die größte Herausforderung sei es gewesen, den Teilnehmern die Nervosität und Anspannung vor und während der Wettkämpfe zu nehmen. „Aber das ist uns gut gelungen“, so ihr persönliches Resümee.

„Daß sich mit Steve Müller nunmehr zum siebten Mal in Folge ein junger Viega-Mitarbeiter für die Teilnahme bei den WorldSkills qualifiziert hat, bestätigt uns darin, daß wir mit unserer Ausbildung eine fundierte Basis für fachliche Spitzenleistungen legen“, so Heinz-Bernd Viegener und Walter Viegener, geschäftsführende Gesellschafter von Viega. „Dem jungen Mann zollen wir für diese Leistung außerordentlichen Respekt.“

41 Auszubildende und junge Fachkräfte vertraten Deutschland bei den 43. Weltmeisterschaften der Berufe, bei den WorldSkills 2015 in Sao Paulo/Brasilien. Vom 11. bis zum 16. August ermittelten rund 1200 junge Fachkräfte aus 59 Ländern in 50 Wettbewerben ihre Weltmeister. Sie gehören zu den Besten ihres Berufsstandes und sind nicht älter als 22 Jahre.

Die deutschen Teilnehmer – unter ihnen acht Frauen – starteten in 36 offiziellen Disziplinen und einem Demonstrationswettbewerb. Zum deutschen Team gehörten neben 38 Experten auch drei Teamleader. Mit zwei Weltmeistertiteln, 17 Exzellenzauszeichnungen und weiteren Medaillen ist das Team Germany von den WM der Berufe, den WorldSkills 2015 zurückgekehrt.

Der Wettbewerb im Berufsbild „Polymechaniker“ wurde im Rahmen der diesjährigen Berufsweltmeisterschaft zum siebten Mal ausgetragen. Der Polymechaniker ist ein Allrounder, der mechanische Bauteile aus den unterschiedlichsten Werkstoffen herstellt und sie bei Bedarf mit weiteren optischen und elektronischen Komponenten zu kompletten Baugruppen erweitert; das Berufsbild vereint damit Aufgabengebiete eines Zerspanungsmechanikers, Industriemechanikers und Elektronikers. In Deutschland gibt es die Ausbildung zum Polymechaniker offiziell nicht, in der Schweiz lernt man vier Jahre.

Mit Investitionen in Millionenhöhe hat die Viega GmbH und Co. KG, Attendorn/Westfalen, den Betriebsteil des Kombinats Landmaschinen der ehemaligen Weimar-Werke zu einem Kompetenzzentrum für die Herstellung von Rohrleitungssystemen ausgebaut. Heute ist das Viega-Werk in Großheringen eine der modernsten Produktionsstätten Thüringens. Über 700 Fachkräfte fertigen am Standort Großheringen innerhalb der Viega-Gruppe mit über 3500 Mitarbeitern weltweit Rohrleitungssysteme für die Gebäude- und Versorgungstechnik, den industriellen Anlagen- sowie den Schiffbau. Mit der in Großheringen produzierten sekundenschnellen kalten Preßverbindungstechnik für Rohrleitungen ist Viega Weltmarktführer.

Viega zählt zu den größten Arbeitgebern im Weimarer Land und ist zugleich die größte „Lehrwerkstatt“ der Region. Das Unternehmen bildet seit über zehn Jahren am Standort Großheringen aus. Aktuell befinden sich 45 junge Menschen in der Ausbildung.

KATHARINA SCHULTE

 

20.08.2015

 

 

22 Stunden konzentriertes Arbeiten bei den WorldSkills 2015 in Sao Paulo: Deutschlands bester Polymechaniker Steve Müller an der Drehmaschine.

Foto: VG-ARCHIV


19.08.2015: Unternehmens-Einblicke

Besuch aus Fernost in Bad Langensalza.

Internationalen Besuch hatte im August wieder die TMP Fenster + Türen GmbH. Im Rahmen eines deutsch-japanischen Austauschprogramms für junge Berufstätige waren sechs Teilnehmer einer Delegation zu Gast in Bad Langensalza. André Leffler (Leiter Verkauf) gab Einblicke in das Unternehmen und erläuterte unter anderem das Lohnsystem und die Jahresarbeitszeitregelung. Insbesondere das soziale Engagement des Bad Langensalzaer Unternehmens, aber auch das der einzelnen Mitarbeiter in ihrer Freizeit, waren für die Gäste besonders interessant. Neben den technischen Innovationen und der Vielfalt der Produkte, konnten die Teilnehmer in der Produktion Schritt für Schritt miterleben, wie ein Fenster entsteht. Diese Führung übernahm Jonas Köber (Ausbilder Sonderbau), welcher ebenfalls an diesem Projekt teilnahm und Ende letzten Jahres nach Japan reisen durfte. Zur Freude der Teilnehmer begrüßte er sie sogar mit einigen japanischen Worten. Zum Abschluß gab es für alle das beliebte TMP-Eis.

MICHAEL SCHLUTTER

 

19.08.2015

 

 

Besuch: Die japanische Delegation erhielt Einblicke in die Produktion und das soziale Engagement von TMP in Bad Langensalza.

 

 

Begrüßung mit japanischen Worten: Jonas Köber (rechts) führte die Gäste durch die Produktion.

Fotos (2): MICHAEL SCHLUTTER


18.08.2015: Lust aufs Nachkochen machen

„Geschmacksprobe“ aus Weimar gesucht: alte Familien-Rezepte für „Bundes-Genuß-Karte“.

Einfach guten Geschmack aus Weimar dazugeben – zur „Bundes-Genuß-Karte“: Gesucht werden alte Familien-Rezepte. „Typische Gerichte aus der heimischen Küche sollen auf einer ‚kulinarischen Deutschland-Rezept-Landkarte’ präsentiert werden. Dazu brauchen wir traditionelle Rezepte aus Weimar – gern mit Raffinesse und individueller Note“, sagt Christl Semmisch von der Gewerkschaft Nahrung-Genuß-Gaststätten (NGG).

Die NGG Thüringen hat für die Rezeptsammlung einen guten Grund: Die „Genuß-Gewerkschaft“ wird in diesem Jahr 150 Jahre alt. In ihrem Jubiläumsjahr will sie die heimischen Lieblingsgerichte zusammen mit anderen regionalen Spezialitäten als „Bundes-Genuß-Karte“ und in einem NGG-Jubiläums-Kochbuch präsentieren. Dazu sammelt die NGG Thüringen jetzt das, was den Geschmacksnerv der Menschen in Weimar trifft – von süß bis salzig, von leicht bis deftig.

Egal, woher das Rezept kommt – ob vom Zettel in der Küchenschublade oder aus dem alten Familienkochbuch vom Dachboden: Die NGG möchte wissen, was Weimar der ältesten Gewerkschaft Deutschlands zum Hundertfünfzigsten serviert. Alle Zutaten und auch die Tricks, mit denen das Gericht am besten gelingt, sollten verraten und an die „NGG-Rezept-Box“ geschickt werden.

„Die ‚Rezept-Paten‘ sollten ihrem Gericht einen passenden Namen geben, der Lust aufs Nachkochen oder -backen macht: Das Essen ganz einfach so nennen, wie es zu Hause auf den Tisch kommt“, so Christl Semmisch. „Rezept-Annahmeschluß“ ist der 30. September 2015. Die NGG wird die „Rezept-Paten“ zu jedem Gericht nennen. Wer dies möchte, sollte deshalb auch seinen Namen mit angeben.

„Wir sind gespannt, was Weimar auftischt“, sagt Christl Semmisch. Die politische Prominenz habe übrigens schon einmal „vorgekocht“: Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD), der Patienten-Beauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne), Sahra Wagenknecht von der Fraktionsspitze der Linken … – Polit-Promis aller Fraktionen im Deutschen Bundestag haben schon verraten, was ihnen besonders schmeckt.

PM-CS-NGG

 

18.08.2015


18.08.2015: „Zuwanderung essentiell“

Gezielte Anwerbung statt aussichtsloser Asylverfahren: Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) fordert ein modernes Einwanderungsgesetz.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat sich dafür ausgesprochen, Asylbewerbern grundsätzlich die Möglichkeit zu eröffnen, sich als Arbeitsmigranten um eine dauerhafte Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis in Deutschland zu bemühen. Dazu müßten Qualifikation und Fähigkeiten der Zuwanderer im Asylverfahren automatisch erfaßt werden. Eine solche Regelung käme vor allem Asylbewerbern aus den Balkanstaaten zugute, die nur sehr geringe Chancen auf Anerkennung haben.

Der Wirtschaftsminister sprach sich zugleich dafür aus, die Staaten des westlichen Balkan – also Albanien, Montenegro und dem Kosovo – zu sicheren Herkunftsländern zu erklären. „Wenn dies mit der Schaffung von legalen Zuwanderungsmöglichkeiten einhergeht, halte ich das für den richtigen Weg“, sagte Tiefensee. So könne eine gezielte Anwerbung von Fachkräften auch aus den Balkanländern erfolgen. „Asylverfahren sind für viele Bürger aus diesen Staaten dagegen eine Sackgasse“, so der Minister. Dies werde in den allermeisten Fällen nicht zum Ziel führen. „Was wir aber zusagen können ist, daß Menschen mit einer entsprechenden Ausbildung und Jobaussichten ein Arbeitsvisum erhalten und dann auch dauerhaft in Deutschland bleiben können.“

Voraussetzung sei, daß der Bund denjenigen Zuwanderern, die in Deutschland einen Arbeitsvertrag mit einem vereinbarten Lohn oberhalb des Mindestlohns in Höhe von 1460 Euro brutto haben, ein Arbeitsvisum zusage, so der Wirtschaftsminister. Dies könne jederzeit durch Weisung gegenüber der Bundesagentur für Arbeit (BA) ohne neue Rechtsgrundlage erfolgen.

Tiefensee verwies erneut auf die steigende Fachkräftenachfrage in Deutschland, die schon längst nicht mehr allein aus eigener Kraft gedeckt werden könne. Auch in Thüringen werden bis zum Jahr 2025 mehr als 250.000 Fachkräfte benötigt. Außerdem können zur Zeit tausende Ausbildungsplätze im Land nicht besetzt werden. Der Bund solle deshalb schnell legalen Zuwanderungsmöglichkeiten schaffen und in Absprache mit den Regierungen der betroffenen Staaten vor Ort verstärkt kommunizieren – etwa im Rahmen einer Informationskampagne. Diese müsse dann zugleich auch über die geringen Erfolgsaussichten eines Asylverfahrens aufklären. „Das würde auch den Druck von diesem für viele Balkanbürger ungeeigneten Verfahren nehmen“, so Tiefensee.

Der Wirtschaftsminister erneuerte zugleich seine Forderung nach einem zeitgemäßen Einwanderungsgesetz, das langfristig für eine geordnete und bedarfsgerechte Zuwanderung sorgen müsse. „Die Zuwanderung von Fachkräften ist für die Thüringer Wirtschaft essentiell“, sagte der Minister. „Ich hoffe, daß der Flüchtlingsgipfel am 9. September im Kanzleramt hier endlich zu greifbaren Ergebnissen kommt.“ (nti-online.net berichtete bereits am 13.08.2015).

Bis Ende Juni 2015 gab es in diesem Jahr 179.037 Asylverfahren (Erst- und Folgeanträge) in Deutschland. Ein Plus gegenüber 2014 von 132,2 Prozent. Die wichtigsten drei Herkunftsländer sind Syrien mit 32.472 (Anerkennungsquote: 85,4 Prozent), Kosovo mit 28.672 (Anerkennungsquote: 0,3 Prozent) und Albanien mit 21.806 (Anerkennungsquote: 0,4 Prozent).

STEPHAN KRAUSS

 

18.08.2015


18.08.2015: Problematische Entwicklung

Thüringens Automobilzuliefererverbandschef Dr. Michael Militzer erwartet mit der Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in China auch Auswirkungen für die lokalen Produktionsunternehmen.

Nach dem Aktiencrash in China und der Verlangsamung des dortigen Wirtschaftswachstums droht eine Absatzkrise, die zum Beispiel Volkswagen derzeit schon feststellen muß. Das stellt Dr. Michael Militzer, Vorsitzender des Automotive Thüringen e.V., in einem Interview für die Ausgabe 6/2015 der Neuen Thüringer Illustrierten fest. Es würden in China mehr Fahrzeuge produziert als in Europa hohe Gewinne erzielt. Diese Entwicklung sei für die deutschen lokalen Produktionsunternehmen problematisch, zumal, wie der Verbandsrepräsentant der Thüringer Automobilzulieferer feststellt, er in wenigen Jahren die ersten „Billigfahrzeuge“ von chinesischen Fahrzeugherstellern in Europa erwarte, deren Technik auf aktuellem Stand sein werde. „Es wird in Osteuropa beginnen und dann über den Süden Europas auch auf Deutschland einen harten Wettbewerb für die lokalen Massenhersteller auslösen“, prophezeit Militzer in der NTI.

Auf die Frage, ob die voranschreitende Elektromobilität dazu führen könnte, daß viele bisherige Technologien und Produkte überholt seien, ja einfach nicht mehr gebraucht würden, reagierte der Automotive-Chef gelassen: „Ich beobachte diese Entwicklung zur Elektromobilität nicht so zeitkritisch. Bei zirka 90 Millionen Stück Fahrzeugproduktion weltweit pro Jahr wird es länger dauern, bis eine signifikante Anzahl solcher Fahrzeuge auf den Markt kommen wird. Die Gründe sind bekannt. Noch sind die Kosten zu hoch und es werden noch Innovationen gesucht, die eine nennenswerte Reichweite mit rein elektrischem Antrieb erreichen.“ Die Vorstufe zum reinen Elektroauto sei das Hybridfahrzeug, das sowohl elektrisch wie auch mit Verbrennungsmotor bewegt werden könne. Dieser Trend sei eindeutig. „Die Optimierung des Verbrennungsmotors darf anderseits nicht unterschätzt werden“, so Militzer. „Leichtbau, Dünnwandguß, mit Turbo aufgeladene Drei-Zylindermotore sind Beispiele dieser Entwicklung, die man heute schon kaufen kann. Thüringen hat in diesem Bereich zur Optimierung des Benzin- oder Dieselverbrauchs Technologien im Angebot, elektrische Nockenversteller, regelbare Ölpumpen oder eine dynamische Hubkolbenwegsteuerung sind Beispiele hierfür. International betrachtet sind wir sicher angreifbar, aber nicht wehrlos.“

Der an der Uni in Jena gegründete Lehrstuhl für Elektrochemie sei zu begrüßen, komme aber um Jahre zu spät, kritisierte Dr. Michael Militzer.

Für die Zukunft setzt der Vorsitzende der Thüringer Automobilzulieferer auf die Zusammenarbeit der Branche in Mitteldeutschland. Nachdem ein länderübergreifendes Cluster in Ostdeutschland, der ACOD, nahezu gescheitert sei, denke man derzeit genau über dieses Thema nach: „Wenn wir ein Cluster mit Arbeitstitel ,Deutschland Mitte‘ aufbauen können, haben wir die Möglichkeit, die Cluster von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Hessen besser zu vernetzen. Kooperationsvereinbarungen mit Bayern und Niedersachsen wären geeignet, der Zulieferindustrie in der Mitte Deutschland mehr Gewicht und Gehör zu verschaffen. Die Landesregierung in Thüringen wird uns hierbei unterstützen.“

JÖRG SCHUSTER

 

18.08.2015

 

 

Thüringer Automobilzuliefererverbandschef Dr. Michael Militzer: „Wir sind sicher angreifbar, aber nicht wehrlos.“

Foto: MM-ARCHIV


17.08.2015: „Bürgerschaftliches Engagement stärken“

Thüringer Wirtschaftsministerium schreibt Förderung für Freifunk-Netz aus.

Das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft schreibt ein Pilotprojekt „Freifunk in Thüringen“ zur Förderung aus. Ziel ist die Einrichtung eines allgemein zugänglichen W-Lan-Netzes in einer Thüringer Kommune. Das Wirtschaftsministerium stellt für diesen Zweck bis zu 100.000 Euro zur Verfügung. Um diese Förderung können sich private Freifunk-Initiativen oder öffentliche Einrichtungen – einschließlich der Kommunen – bewerben.

„Wir wollen das bürgerschaftliche Engagement für eine offene und demokratische digitale Gesellschaft stärken“, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). „Mit dem Pilotprojekt sollen deshalb die technischen, finanziellen und rechtlichen Voraussetzungen für den Aufbau von zivilgesellschaftlich organisierten W-Lan-Netzen in Thüringen ausgelotet werden.“ So gehe es um Fragen der Akzeptanz solcher Angebote in der lokalen Bevölkerung, Kosten und Aufwand zur Unterhaltung eines solchen Netzes, aber auch Fragen der technischen Leistungsfähigkeit gerade im Hinblick auf mobile Internetzugänge.

Im Rahmen des am 11. August gestarteten Auswahlverfahrens können bis zum 10. September 2015 Konzepte zum Auf- oder Ausbau eines W-Lan-Netzes als Freifunk-Initiative in Thüringer Kommunen eingereicht werden. Aus diesen Vorschlägen wird ein Projekt ausgewählt, das durch das Land gefördert wird.

Freifunk-Netze sind offene und nicht-kommerzielle W-Lan-Netze in einem Gemeindegebiet, die auf bürgerschaftlichem Engagement beruhen. Das Freifunk-Netz entsteht durch Zusammenschaltung privater W-Lan-Router zu einer Art Intranet, in dem Daten (zum Beispiel Text, Musik oder Filme) ausgetauscht oder Dienste (Chatten, Telefonieren) angeboten werden können. Sofern die Teilnehmer den eigenen Internetzugang zur Verfügung stellen, können auch andere Nutzer das weltweite Datennetz nutzen.

Freifunk-Initiativen sind bisher in den Städten Erfurt, Jena und Weimar, Gera/Greiz und Königsee bekannt.

STEPHAN KRAUSS

 

17.08.2015


16.08.2015: „Größere Wachstumschancen“

Wirtschaftsrat der CDU: Thüringen braucht Freihandel mit den USA.

Der Wirtschaftsrat der CDU e. V. Thüringen fordert die Landesregierung auf, endlich für das Transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP) und seine Chancen für die regionale Wirtschaft zu werben. „Ich erwarte, daß unser Ministerpräsident in der populistischen Debatte Stellung bezieht und auf die zahlreichen Vorteile für unsere mittelständische Wirtschaft durch den Freihandel aufmerksam macht. Deutschland lebt ganz wesentlich von Exporten und gerade unser Bundesland ist in diversen Branchen mit einem hohen Anteil am deutschen Gesamtexport beteiligt", mahnte Mihajlo Kolakovic, Landesvorsitzender des Wirtschaftsrates Thüringen.

„Der Freihandel mit den USA dient einem Ziel: Dem Abbau von Zöllen und nichttarifären Handelshemmnissen. Dies führt zu größeren Wachstumschancen in der Region und erheblichen Kosteneinsparungen für unsere Betriebe. Es wäre ein fataler Fehler, wenn wir diese Chance durch populistische Argumente zunichtemachen. Hier steht die Landesregierung in der Pflicht, der Wirtschaft verbal den Rücken zu stärken und Aufklärung zu betreiben", so Kolakovic weiter. Das Exportvolumen von Thüringen hatte im letzten Jahr einen Umfang von rund 13 Milliarden Euro und stieg damit im Vergleich zum Jahr davor um 917 Millionen Euro an. Dies spiele aber in der Diskussionen um das Freihandelsabkommen überhaupt keine Rolle. Der Wirtschaftsrat Thüringen setzt sich schon seit längerem für eine Versachlichung der populistisch aufgeheizten Debatte ein.

„Die Debatte um TTIP ist zu einem Sammelbecken für linke Globalisierungsgegner, Antiamerikanismus und Hysterie geworden. Wenn wir die typische ;German Angst‘ exportieren könnten, bräuchten wir vielleicht kein TTIP, doch wir müssen die Lage realistisch einschätzen: Deutschland verdankt seinen hohen Lebensstandard seinem hohen Exportvolumen", so Kolakovic. Daß in der deutschen Wirtschaft positive Meinungen zum Handelsabkommen überwiegen, hatte die Mitgliederumfrage des Wirtschaftsrates im Juni gezeigt. Dort sprach sich die große Mehrzahl der Mitglieder für den Abschluß des Handelsabkommens aus.

„TTIP ist das wohl wichtigste geopolitische Projekt der transatlantischen Gemeinschaft. Europa und die USA haben es noch in der Hand, mit ihrem gemeinsamen Gewicht selbst globale Regeln und Maßstäbe zu setzen und ihre hohen Standards (zum Beispiel im Umwelt-, Verbraucher- und Arbeitnehmerschutz) durchzusetzen. Wenn das nicht gelingt, dann werden dies schon in kurzer Zeit andere tun. Klar ist, daß Europa starke Bündnisse eingehen muß, um den Regelrahmen für die Weltwirtschaft aktiv mitgestalten zu können. Mit den USA verbinden uns ein gemeinsames Wertesystem und Leitprinzipien wie Rechtsstaatlichkeit und Demokratie.“ Das erklärte der Wirtschaftsrat in einer Presseverlautbarung vom 13. August 2015.

Gerade Investitionsschutz sei für den industriellen Mittelstand unabdingbar. Denn niemand sollte unterschätzen, daß ein sehr großer Teil der heute als private Rechtsfiguren auftretenden internationalen Unternehmen sich in Staatseigentum befinden (zum Beispiel in Rußland oder China), von Staaten dirigiert würden und sich auf deren Finanzierung auch im Risikofall verlassen könnten. Dies habe entscheidenden Einfluss darauf, in welcher Weise solche Staaten Entscheidungen zum Schutz ihrer Industrie treffen, die im Mantel der Gesetzgebung in Wahrheit wirtschaftliche Nachteile für internationale Investoren auslösen würden - und dies auch sollten. Es gebe also sehr gute Gründe, warum Freihandelsabkommen seit mehr als 30 Jahren regelmäßig Investitionsschutzklauseln enthalten würden. Ein Verzicht darauf wäre ein folgenschwerer Kurswechsel.

PM-KS

 

16.08.2015


15.08.2015: Tolle Woche

Gesunde Strukturen besonders im Kindheitsalter etablieren: Projektwoche in Apolda – Lernort zum Entspannen und Wohlfühlen.

Das Abschlußfest war noch einmal ein unvergeßlicher Höhepunkt der ohnehin tollen Woche. Mit großem Beifall nahmen die Kinder und Jugendlichen mit ihren Eltern das Märchenspiel „Das Rübchen“ auf. Sie wissen schon: Alle, Großvater, Großmutter, die Kinder und Tiere des Hauses, mühen sich vergeblich. Das Mäuschen allerdings kam zum Schluß, war aber das wichtigste „Kraftpaket“. Und so zogen sie gemeinsam die riesige Rübe aus dem Boden.

Tanz, Spiel, Gesang und ganz viel Unterhaltung führten zu einem schönen Abschluß, der natürlich das wunderbar leckere Bratwurstessen einschloß.

Unter dem Motto „Sinnesreise“ führten die Jugendschutzbeauftragte des Kreises Weimarer Land in Zusammenarbeit mit der Stadt Apolda und gemeinnützigen Vereinen aus der Region (unter anderem Förderverein Mehrgenerationenhaus e.V., Frauen- und Familienzentrum der Diakonie gGmbH, Nachbarschaftshilfeverein e.V.) vom 3. Bis 8. August 2015 erneut eine Projektwoche auf dem Naturspielplatz Apolda durch. Diese richtete sich insbesondere an Kinder im Alter von sieben bis zehn Jahre, aber auch an Eltern und Großeltern mit ganz unterschiedlichen sozialen Voraussetzungen und Lebenswelten.

So sollte im Rahmen der entscheidenden Sozialisationsfelder von Grundschulkindern – in der Schule, im Elternhaus, im Freizeit- und Sportbereich – gesunde Strukturen etabliert und gefördert werden. Wie Essen und Trinken gesund geht und wie Obst und Gemüse zum normalen Alltag gehören, wurde ebenfalls praktiziert.

Viele Kinder erleben gesunde Strukturen in Familie und Umfeld, wie gemeinsame Mahlzeiten im Kreis der Familie, gesunde Ernährung, geregelten Tagesrhythmus und passende Räume für Bewegung, immer seltener.

Die Sensibilisierung für ein ganzheitliches Verständnis von Gesundheitsförderung nutzt dabei die Wechselwirkungen zwischen Ernährung, Bewegung und Streß und deren Potentiale für die physische, psychische und soziale Gesundheit von Mädchen und Jungen.

Die Projektwoche soll aber nicht nur Lernort sein, sondern auch ein Ort zum Wohlfühlen und Entspannen.

Auf dem schön gelegenen Naturspielplatz wurden neben allerlei Bastel-, Kreativ- und Spielaktionen auch Wanderungen mit Picknick im Grünen, Lagerfeuer sowie gesundheitsbewusstes, leckeres Kochen angeboten. Die Kinder haben in dieser Woche ihre Zelte für drei Übernachtungen aufgeschlagen, gemeinsam Mahlzeiten eingenommen, Achtsamkeit und respektvollen Umgang miteinander erlernt.

Dieses Projekt kam insbesondere den Kindern zugute kommen, deren Eltern finanziell nicht in der Lage sind, ihren Sprößlingen einen Urlaub oder die Teilnahme an einer Ferienfreizeit zu ermöglichen.

HARTWIG MÄHLER

 

15.08.2015

 

 

Lernort zum Entspannen und Wohlfühlen: Eindrücke von der Projektwoche auf dem Naturspielplatz Apolda.

Fotos (5): HARTWIG MÄHLER


14.08.2015: Information aus erster Hand

Die beiden Veranstaltungen „Thüringen Ausstellung“ und „Reisen und Caravan“ des Messeveranstalters Ram Regio Ausstellungs GmbH gelten als verläßliche Größen der Thüringer Wirtschaft. Mit der gerade in Gründung befindlichen neuen Gesellschaft Ram Communication und Beratungsdienstleistung wendet sich das Unternehmen mit einem erweiterten Service an mittelständische Betriebe. Das berichtet die Neue Thüringer Illustrierte in Ausgabe 6/2015.

„25 Jahre Wirtschaft in Mitteldeutschland“ heißt auch: „25 Jahre Ram“. Langjährige Messeexperten starteten 1990 in Erfurts Partnerstadt Mainz ihr eigenes Unternehmen. Der Zufall wollte es, daß die Firmengründung mit der politischen Wende zusammenfiel, welche die neuen Bundesländer vor ganz neue Herausforderungen stellte. Für die hochmotivierten Profis aus Rheinland-Pfalz lag es nahe, ihr junges Unternehmen ins benachbarte Thüringen auszudehnen. Neben unternehmerischem Denken und Handeln gab es für den Entschluß noch einen weiteren Grund. „Wir wollten, frei nach dem damaligen rheinland-pfälzischen Wirtschaftsminister Rainer Brüderle, helfen“, erinnert sich Firmengründer Eberhard Kreuser.

25 Jahre später ist die Ram Regio Ausstellungs GmbH aus dem Wirtschaftsleben des Freistaats nicht mehr wegzudenken. Die von ihr veranstaltete Landesmesse „Thüringen Ausstellung“ und die Touristikmesse „Reisen und Caravan“, beide die größten ihrer Art im Freistaat, generieren Umsätze in Millionenhöhe. Viele profitieren davon: die rund 900 Aussteller, denen die beiden Messen eine Plattform zur Präsentation ihrer Produkte und Dienstleistungen bietet; die Messe Erfurt AG, deren wichtigster Kunde die Ram mit ihren beiden Messen ist; die Stadt Erfurt durch Steuern und Gebühren, die der Messeveranstalter zu entrichten hat. Positiv wirken sich die Ram-Messen zudem auf den Einzelhandel, das Gastgewerbe und die Taxiunternehmen aus. Das gilt für Erfurt und Umgebung ebenso wie für Pößneck, wo die Ram in diesem Jahr zum dritten Mal die Saale-Orla-Schau ausgerichtet hat. Dieser Tage wurde eine vertragliche Vereinbarung bis 2018 getroffen.

Rund 100.000 Menschen – das läßt sich der Veranstalter durch die freiwillige Selbstkontrolle für Messe- und Ausstellungszahlen FKM bestätigen – besuchen Jahr für Jahr die Messen der Ram. Daß die Zahl trotz der wachsenden Bedeutung des Internet-Shoppings und angesichts konkurrierender Freizeitangebote über die Jahre kontinuierlich steigt, spricht für das Geschäftsmodell der Mehrbranchenmesse. „Die Menschen schätzen nach wie vor den persönlichen Kontakt, wenn sie sich über Innovationen und Trends informieren“, weiß Messeprofi Kreuser. Ein weiterer Grund für den Erfolg liegt im hohen Anspruch, den der Veranstalter an sich selber stellt. „Wir sind erst zufrieden, wenn wir wissen, daß Besucher und Aussteller zufrieden sind“, gibt Kreuser Einblick in die Unternehmensphilosophie. Regelmäßig wird die Zufriedenheit gemessen. Alle drei Jahre beauftragt die Ram damit ein Marktforschungsunternehmen, um wertneutral die Meinung der Beteiligten zu erfahren. Die Auswertung dient als Grundlage für die Planung und Ausführung der folgenden Messen.

Anfahrten von über 100 Kilometer nehmen rund 7500 Besucher in Kauf, um sich auf der „Thüringen Ausstellung“ und der „Reisen und Caravan“ über Innovationen und Trends zu informieren. Befragungen zufolge handelt es sich um ein kaufstarkes Publikum, das sich oft im hochpreisigen Segment umschaut und auf der Messe kauft oder bestellt. Die Themenwelt „Bauen“ ist der Premiumbereich der „Thüringen Ausstellung“, und auch die anderen Messethemen, von Haushalt über Wohnen und Einrichten bis hin zu Ernährung und Gesundheit, zeigen Anziehungskraft.

Neben der Größe – die „Thüringen Ausstellung“ erstreckt sich über alle drei Messehallen, Foyers, Glasgang und eine eigens nur für diese Messe aufgebaute, mit 1700 Quadratmetern vermessene mobile Halle – kommt der wohlabgewogene Mix aus Information, Kauferlebnis und Unterhaltung bei Ausstellern wie Besuchern gleichermaßen gut an. Die „Thüringen Ausstellung“ verspricht vielfältigen Mehrwert in Form von Messen in der Messe wie „Hochzeit und Feste“ oder „Thüringer Gesundheitsmesse“, Sonderschauen wie die Immobilienmesse „ThüMobilien“ und attraktiven Thementagen vom Wurst- und Konditorentag bis zum preisgünstigen Langen Freitag.

Ausstellern hilft die Ram von der individuellen Beratung bis zum sogenannten Sorglospaket.. Um die Wünsche der Aussteller kümmern sich Geschäftsführung und Projektleitung persönlich. Deshalb ist die 26. „Thüringen Ausstellung“, die vom 27. Februar bis 6. März 2016 stattfindet, sieben Monate vor Beginn bereits zu über 60 Prozent ausgebucht.

Die zweite große Ram-Messe, „Reisen und Caravan“, trifft bei den reiseaffinen Thüringern ins Schwarze. Sie können sich in zwei Messehallen über Reiseziele rund um den Globus informieren und in den neuesten Caravans und Reisemobilen probewohnen. Thüringens Mobilurlauber sind übrigens die ersten in Mitteldeutschland, denen die Innovationen der Düsseldorfer Branchenleitmesse „Caravan Salon“ vorgestellt werden. Die hohe Zufriedenheit der Aussteller spricht für ein stimmiges Messekonzept. „Die Besucher sind an Information aus erster Hand interessiert“, hören die Projektleiter der Ram immer wieder. Genau damit ist der Messezweck erfüllt. Für die 25. „Reisen und Caravan“, die vom 29. Oktober bis 1. November 2015 in der Messe Erfurt stattfindet, sind nur im Tourismusbereich noch einige Standplätze frei. Der Caravaningbereich ist bereits ausgebucht.

Ram-Gründer Eberhard Kreuser war in den Aufbaujahren des Freistaats vielen Thüringer Funktionsträgern ein wertvoller Berater und Taktgeber. Am Strukturwandel der Messe Erfurt – von den alten, zugigen Ega-Hallen zum modernen Messestandort – wirkte er mit, Wirtschaftsleute und Politiker schätzten seine Erfahrung und tun dies bis heute. Zahlreiche Ehrungen, darunter das Bundesverdienstkreuz, würdigen sein Engagement.

In den letzten Jahren hat Kreuser die operative Geschäftsführung zunehmend an seine Ehefrau und Mitgesellschafterin Constanze Kreuser abgegeben. Gemeinsam mit acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Doppelspitze nicht nur Garant für erfolgreiche Mehrbranchenmessen, sondern bietet die Kompetenz und langjährige Erfahrung des Unternehmens noch in weiteren Tätigkeitsfeldern an. Die Palette reicht von Beratungs- und Schulungsleistungen über die Organisation von Events, Kongressen und Firmenjubiläen bis hin zur Erstellung und Umsetzung eines Werbeplans inklusive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Das Angebot richtet sich an mittelständische Unternehmen und bezieht sich sowohl auf Eigenmessen als auch auf die Messeplanung insgesamt. Den unternehmerischen Rahmen für diesen Geschäftszweck bildet eine neue Gesellschaft, Ram Communication und Beratungsdienstleistung, die sich gerade in Gründung befindet.

Constanze Kreuser: „Auch nach 25 Jahren ist es uns ein Anliegen, unsere Kompetenz für das Gedeihen der Thüringer und Erfurter Wirtschaft einzusetzen. Wir möchten daran mitwirken, daß die Unternehmen und die hier lebenden Menschen eine gute Perspektive haben.“

PM-RRAG

 

14.08.2015

Ram-Messe-Flair: „Die Menschen schätzen nach wie vor den persönlichen Kontakt,“

Fotos (5): RPB-ARCHIV

 

 

Ram-Gründer Eberhard Kreuser: „Wir wollten helfen.“

 

 

Ram-Mitgesellschafterin Constanze Kreuser: „Wir möchten daran mitwirken, daß die Unternehmen und die hier lebenden Menschen eine gute Perspektive haben.“


13.08.2015: „Bedarfsgerechte Zuwanderung“

Asylrecht kann kein zeitgemäßes Einwanderungsgesetz ersetzen: Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) möchte durch gezielte Anwerbung auch Bürgern aus Balkanländern langfristige Perspektiven bieten.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat sich für eine gezielte Anwerbung von Fachkräften aus den Balkanländern ausgesprochen. „Asylverfahren sind für viele Bürger aus diesen Staaten der falsche Weg“, sagte Tiefensee. Dies werde in den allermeisten Fällen nicht zum Ziel führen. „Was wir aber zusagen können ist, daß Menschen mit einer entsprechenden Qualifikation und Jobaussichten ein Arbeitsvisum erhalten und dann auch dauerhaft in Deutschland bleiben können.“

So bestehe in Deutschland – auch in Thüringen – in vielen Unternehmen eine große Nachfrage nach Fachkräften. Auf diese Tatsache solle der Bund in Absprache mit den Regierungen der betroffenen Staaten vor Ort verstärkt aufmerksam machen – etwa im Rahmen einer Informationskampagne. Diese müsse aber zugleich auch über die geringen Erfolgsaussichten eines Asylverfahrens aufklären. „Dies würde auch den Druck aus diesem für viele Balkanbürger ungeeigneten Verfahren nehmen“, so Tiefensee.

Voraussetzung sei, daß der Bund denjenigen Zuwanderern, die in Deutschland einen Arbeitsvertrag mit einem vereinbarten Lohn oberhalb des Mindestlohns in Höhe von 1460 Euro brutto haben, ein Arbeitsvisum zusage, so der Wirtschaftsminister. Dies könne jederzeit durch Weisung gegenüber der Bundesagentur für Arbeit (BA) ohne neue Rechtsgrundlage erfolgen.

Tiefensee erneuerte zugleich seine Forderung nach einem zeitgemäßen Einwanderungsgesetz, das langfristig für eine geordnete und bedarfsgerechte Zuwanderung sorgen müsse. „Die Zuwanderung von Fachkräften ist für die Thüringer Wirtschaft essentiell“, sagte der Minister. Dies sei nicht zuletzt vor dem Hintergrund nicht besetzter Lehrstellen, aber auch der wachsenden Fachkräftenachfrage offensichtlich. Allein in Thüringen werden bis zum Jahr 2025 mehr als 250.000 Fachkräfte benötigt. Außerdem können zur Zeit tausende Ausbildungsplätze im Land nicht besetzt werden.

Bis Ende Juni 2015 gab es in diesem Jahr 179.037 Asylverfahren (Erst- und Folgeanträge) in Deutschland. Ein Plus gegenüber 2014 von 132,2 Prozent. Die wichtigsten drei Herkunftsländer sind Syrien mit 32.472 (Anerkennungsquote: 85,4 Prozent), Kosovo mit 28.672 (Anerkennungsquote: 0,3 Prozent) und Albanien mit 21.806 (Anerkennungsquote: 0,4 Prozent). Quelle: BAMF.

STEPHAN KRAUSS

 

13.08.2015


13.08.2015: Kreatives Geschick

Im Studiengang „Regenerative Energietechnik“ an der Hochschule Nordhausen wurde dem vierten Semester als Wahlpflichtmodul ein Praxisseminar angeboten. Mehrere Themen standen zur Auswahl; unter anderem das Thema „Windkraftanlage aus Schrott“. Angefangen mit einem E-Bike-Motor vom Flohmarkt, ist auf diesem Wege über das Semester hinweg eine Kleinwindkraftanlage entstanden.

Die drei Mann starke Studentengruppe bestehend aus Vincent Sauerwein, Sebastian Grote und Toni Billinger hat ihr handwerkliches und kreatives Geschick in die Entwicklung des Windrades hineinfließen lassen. Betreut und unterstützt wurde die Gruppe von Johannes Haller, einem wissenschaftlichen Mitarbeiter des Instituts für Regenerative Energietechnik (in.RET) an der Nordhäuser Hochschule.

Da das Thema „Windkraftanlage aus Schrott“ lautete, wurden vorwiegend Materialien verwendet, welche für die meisten Menschen als Abfall gelten und wertlos zu sein scheinen. Angefangen bei Plastikabwasserrohren von einer Baustelle als Propeller über ein Kugellager vom Schrottplatz bis hin zur drehbaren Lagerung des Windrades wurden so einige Dinge für das Windrad wiederverwertet.

Die durch das Windrad generierte Energie kann über einen USB-Anschluß genutzt werden, um zum Beispiel ein Handy aufzuladen. Gebaut wurde die Windkraftanlage in den Werkstätten des August-Kramer-Instituts (AKI) auf dem Hochschulgelände. Das Projekt hat den Studenten viel Spaß gemacht und sie konnten somit ihr bereits gelerntes Wissen nützlich in der Praxis anwenden.

TINA BERGKNAPP

 

13.08.2015

 

 

Mit Schrott ein Handy laden: Johannes Haller, Toni Billinger, Sebastian Grote und Vincent Sauerwein (von links nach rechts) können stolz auf ihr Windrad sein.

Foto: HN-ARCHIV


12.08.2015: „Wir brauchen einen zweiten Aufbruch“

Thüringens Junge Union-Chef fordert von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) mehr Anstrengungen bei SED-Aufarbeitung.

Der Landesvorsitzende der Jungen Union Thüringen und Landtagsabgeordnete Stefan Gruhner fordert von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) anläßlich des 54. Tages des Mauerbaus am 13. August 2015 mehr Anstrengungen bei der Aufarbeitung der SED-Diktatur. „Seit Antritt der Linksregierung von Bodo Ramelow hat sich bei der Aufarbeitung der SED-Diktatur außer wohlfeiler Ankündigungsrhetorik nichts Neues getan. Ich erwarte endlich einen konkreten Maßnahmenplan vom Ministerpräsidenten, wie er die Aufarbeitung der SED-Diktatur stärken will. Bislang fehlen konkrete Bundesratsinitiativen zur Verbesserung der SED-Opfer-Entschädigung.“ Es fehle mehr Geld im Landeshaushalt für Gedenkstättenarbeit oder die Erforschung des SED-Regimes, stellte Gruhner fest. Und: „Es fehlen konkrete Maßnahmen in der Bildungspolitik und der politischen Bildung.“

Eine Koalition unter Führung der Linken sei keine normale Koalition, sondern habe eine besondere Verantwortung mit Blick auf die SED-Diktatur. Es könne nicht sein, daß die Linke und ihre rot-grünen Steigbügelhalter erst vollmundig eine Unrechtsstaatsdebatte anzettelten und nun Schweigen im Walde sei. „Vom Ministerpräsidenten nehme ich nur heiße Luft statt konkreter Politik in dieser Frage wahr. Wir brauchen nicht Stillstand und Nichtstun bei der Aufarbeitung der SED-Regimes, sondern endlich einen zweiten Aufbruch in der Auseinandersetzung mit der jüngeren deutschen Geschichte", so Gruhner.

Die Junge Union fordert zudem von der Partei Die Linke endlich eine konsequente Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte. „Nach den hehren Worten im Koalitionsvertrag zum Unrechtsstaat DDR hätten wir erwartet, daß sich die Linke als SED-Nachfolger bei den Opfern endlich entschuldigt und ihre Verflechtungen mit dem SED-Vermögen aufklärt. Hier fehlt offensichtlich jeder Wille einer ernsthaften politischen und wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der eigenen Parteigeschichte."

Gruhner erklärte mit Blick auf den Tag des Mauerbaus: „Für uns als junge Generation ist der 13. August ein wichtiger Tag des Gedenkens und der Mahnung. Wir gedenken der vielen Opfer der SED-Diktatur und werden gemahnt, daß Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit gegen alle Feinde der Demokratie verteidigt werden müssen. Die Erinnerung an Mauer und Stacheldraht muß mit Nachdruck auch für die künftigen Generationen wachgehalten werden. Die Junge Union wird sich weiterhin für eine konsequente Aufarbeitung der SED-Diktatur einsetzen und klar denjenigen entgegentreten, die die SED-Diktatur verharmlosen und Geschichtsklitterung betreiben.“

PI-JUT

 

12.08.2015


12.08.2015: Potential für die Zukunft

Eiermann-Stuhl für Rettung des Eiermann-Baus in Apolda: Dietram Franke für bürgerschaftliches Engagement geehrt.

Professor Lothar Götz aus Heidelberg brachte es in seiner Laudatio sofort auf den Punkt: Egon Eiermann baute 1938/39 den Anbau in der heutigen Auenstraße in Apolda und Dietram Franke rettete den Eiermann-Bau.

Die Egon-Eiermann-Gesellschaft Karlsruhe e.V. hielt ihre diesjährige Mitgliederversammlung am 31. Juli 2015 erneut im Eiermann-Bau Apolda ab. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde Diplomingenieur Dietram Franke für seine Initiative und sein Engagement zur Erhaltung des denkmalgeschützten Gebäudes mit dem Egon-Eiermann-Stuhl geehrt.

Begründung: 1938/1939 übernahm Egon Eiermann den Auftrag zu Umbau und Erweiterung der Total-Werke Foerstner und Co in Apolda (Thüringen). Unter Einbindung des Bestandes gelang es Eiermann, insgesamt eine Gesamtanlage mit beispielhaften Arbeitsplatz-Qualitäten zu errichten, insbesondere durch das Flugdach mit Kantine, Sozialräumen, Aufenthalts- und Erholungsbereichen. Als Bekrönung des um ein Geschoß erhöhten Neubaus entwarf er ein ausladendes Terrassendach. So entstand, zusammengesetzt aus einem älteren und einem neuen Baukörper ein moderner Industriebau von großer funktionaler Schönheit.

Dietram Franke hatte nach der „Wende“ die Abwicklung des Betriebes „VEB Feuerlöschgeräte“ zu organisieren.

Die Apoldaer Feuerlöschgeräte GmbH wurde im Oktober 1992 durch eine kleine amerikanische Gesellschaft von der Treuhandanstalt für eine D-Mark erworben. Diese Gesellschaft trennte sich vom Feuerlöschgerätegeschäft und konzentrierte sich ausschließlich auf die Produktion von Hochdruckstahlflaschen.

Die bauhistorische, das heißt die kulturelle Bedeutung des Eiermann-Baus spielte für diese Gesellschaft nicht die geringste Rolle. Er wurde 1994 komplett leer gezogen und danach mit anderen Werkstellen der Treuhandanstalt zurückgegeben. Von da an begann sein Niedergang. Es sei angemerkt, daß bereits in der DDR das Haus ab 1980 unter Denkmalschutz gestellt wurde.

Dietram Franke sicherte mit der Initiative „Verein der Freunde des Eiermann-Baus Apolda e.V.“ das heruntergekommene Gebäude frühzeitig vor weiterem Verfall. Durch ideelles und handwerklich praktisches Engagement ermöglichte er die Grundsicherung der Bausubstanz und der originalen Bauteile als Voraussetzung für eine originalgetreue Erhaltung. Mit der Organisation von temporären Nutzungen blieb die Aufgabe im Bewußtsein der Verantwortlichen, bis die Grundsanierung mit öffentlichen Fördergeldern erfolgen konnte.

Mit der Verleihung des „Egon-Eiermann-Stuhls - 2015“ wurde Dietram Franke für seine Initiative und sein Engagement zur Erhaltung, der Wiederherstellung wichtiger Details und der Weiternutzung des Eiermann-Baus geehrt.

Zu der Veranstaltung wurden Grußworte vom Beigeordneten der Stadt Apolda, Volker Heerdegen, und der Geschäftsführerin der Internationalen Bauausstellung Thüringen (Iba), Dr. Marta Doehler-Behzadi, gehalten.

Die Mitgliederversammlung nahm mit Freude eine Beschreibung des Eiermann-Baus (ehemaliges Total-Werk) entgegen, worin umfassend die Historie, vor allem aber die Nutzungsideen in die Zukunft weisen.

Ungeachtet dessen, daß der „Verein der Freunde des Eiermann-Baus e.V.“ zum 30. November 2012 wegen nicht mehr tragfähiger Mietkonditionen „seinen“ Eiermann-Bau verlassen mußte, ist er weiterhin für die Bewahrung von Eiermanns architektonischem Nachlaß und dessen Publizierung tätig – etwa auch mit der Ausstellung „Die Moderne in Thüringen – vom Bauhaus bis Egon Eiermann“.

Im Nutzungskonzept sind sowohl für den gewerblichen als auch den kulturellen Bereich interessante Möglichkeiten genannt. Für den kulturellen Bereich gehen die Gedanken zu einem Technikmuseum oder einem multifunktionalem Forum oder einem Restaurant mit/oder Sommercafe. Allein für ein Technikmuseum gibt es anregende Themen, etwa Automobilbau in Apolda (Dokumentation der „Apollo-Werke“) oder Geschichte der örtlichen Strick- und Wirkwarenindustrie oder Industriedesign in Apolda und Thüringen.

Die ausgezeichnet sanierten und neu gestalteten Räume enthalten ein großartiges Potential für die Zukunft.

Diese wäre nicht gegeben, wenn Dietram Franke nicht die grundsätzlichen Bedingungen zur Rettung des Gebäudes geschaffen hätte. Es begann mit der Sanierung des Daches, damit kein Wasser in das Bauwerk mehr dringen konnte.

HARTWIG MÄHLER

 

12.08.2015

 

Eiermann-Bau in Apolda: Moderner Industriebau von großer funktionaler Schönheit.

 

 

Retter: Mit der Verleihung des „Egon-Eiermann-Stuhls - 2015“ wurde Dietram Franke (rechts) für seine Initiative und sein Engagement zur Erhaltung, der Wiederherstellung wichtiger Details und der Weiternutzung des Eiermann-Baus geehrt.

Fotos (3): HARTWIG MÄHLER


11.08.2015: Vielfältiges Programm

Die Planungen zur diesjährigen „Langen Nacht der Wissenschaften“ am 23. Oktober in Nordhausen laufen auf Hochtouren.

Alle zwei Jahre findet die Nordhäuser Lange Nacht der Wissenschaften statt. So auch dieses Jahr. Die Planungen hierfür sind bereits in vollem Gange. Gemeinsam mit Institutionen aus Nordthüringen stellt die Hochschule Nordhausen derzeit für den 23. Oktober ein vielfältiges Programm aus Wissenschaft, Forschung, Technik, Medizin und natürlich Unterhaltung zusammen.

Ganz besonders freuen sich die Organisatoren, daß in diesem Jahr Thüringens Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) die Schirmherrschaft übernommen hat.

Bereits in den Vorjahren konnte die Lange Nacht der Wissenschaften (LNDW) tausende interessierte Besucher anlocken. Die Veranstalter hoffen deshalb natürlich auch in diesem Jahr auf reges Interesse der Öffentlichkeit an den geplanten Vorträgen, Experimenten und Vorführungen an unterschiedlichen Standorten in ganz Nordhausen.

TINA BERGKNAPP

 

11.08.2015

 

Reges Interesse: Spannende Beiträge zu vielfältigen Themengebieten waren bei der Nordhäuser Langen Nacht der Wissenschaften im Jahr 2013 zu erleben.

Fotos (3): TINA BERGKNAPP


10.08.2015: Rodelspaß an 365 Tagen

Innovativ im Freizeitbereich: Die KHW Kunststoff- und Holzverarbeitungswerk GmbH Geschwenda ist Spezialist in Sachen Kunststoffprodukt. Kürzlich wurde der „Wüstenschlitten“ vorgestellt. Darüber berichtete die Neue Thüringer Illustrierte in ihrer Ausgabe 5/2015.

Über 3500 Jahre nach Ende des Pyramidenbaus in Ägypten feiert der Wüstenschlitten sein Comeback – nicht als Transport-, sondern als Sportgerät. Mit dieser Ankündigung sorgte die KHW Kunststoff- und Holzverarbeitungswerk GmbH Geschwenda am 11. Juni 2015 zum 22. Innovationstag Mittelstand der AiF in Berlin bei rund 300 Ausstellern für große Aufmerksamkeit. Nach langer Forschungsreihe mit der TU Ilmenau und des Fraunhofer-Instituts Umsicht Oberhausen soll der Wüstenschlitten demnächst auf den Markt kommen.

Nach Sandskiing und Sandboarding auf heißem Quarz sollen mit der Innovation mächtige Sanddünen für Rodelpartien erschlossen werden. KHW als Hersteller des neuartigen Sportgerätes ist seit den 90er-Jahren Weltmarktführer bei der Produktion von Kunststoffschlitten für Freizeit und Fun. Der innovative Kick hinter dem Rodel aus Kunststoff: besonders abriebarme Kufen und eine veränderte Konstruktion. Erste praktische Versuche waren sehr erfolgreich. Am endgültigen Design wird derzeit noch gearbeitet. Der Schlitten wurde in Namibia getestet – von einem Thüringer, der dort die welterste Skischule auf Sand betreibt.

Mit seinem neuesten von rund 40 Rodel-Modellen betritt das KHW Neuland: materialtechnisch und schlittenphilosophisch. Denn auf Wüstensand und damit auf hartem Quarzkristallen in Fahrt zu kommen, ist von der Physik her etwas anderes, als auf einer dünnen Wasserschicht zwischen Kufen und Schnee dahinzugleiten. Deshalb verfügt der Wüstenschlitten über breite und abriebfeste Kufen. Die Materialien dafür haben zudem reiboptimierte Eigenschaften. Selbst den Einsatz von Biokunststoffen prüfen die Geschwendaer Entwickler.

Mit der Neuentwicklung legt der Hersteller zugleich die Grundlagen für Rodelspaß an 365 Tagen. Denkbare Folgemodelle sollen herbstliches Rodeln auf feuchtem Gras ebenso ermöglichen wie sommerliche Strandanwendungen an Nord- und Ostsee.

Der Schwerpunkt der Geschwendaer Produktion soll aber auch weiterhin auf der Weiterentwicklung der Produkte im Segment „Winter“ mit seinem vielfältigen Schlittenprogramm liegen. Hier entstehen kontinuierlich neue, hervorragend designte Produkte, die die Marktführerschaft unterstreichen. Die Palette reicht vom einfachen Rodel bis hin zum innovativen High Tech-Gerät. Die Sportrodel verfügen über ausgefeilte Lenk- und Kufensysteme, besitzen hervorragende Gleiteigenschaften bei allen Schneeverhältnissen und sind aus kälte- und lichtbeständigem Kunststoff gefertigt. Als Ein- oder Zweisitzer stellen die Schlitten und Bobs eine moderne Alternative zum klassischen Holzrodel dar. Selbst für die Allerkleinsten ist mit dem hochwertigen und sicheren „Snow Baby Fun“ Wintervergnügen möglich. Dieser Schlitten besteht aus doppelwandig geblasenem Kunststoff mit einem Kindersicherheitssitz, welcher mit einem Dreipunktegurt oder Fünfpunktegurt montiert werden kann und allen Ansprüchen zur Sicherheit des Kleinkindes gerecht wird. Neuestes Modell ist der „Snow Quad“, ein für Kinder ab drei Jahre konzipierter modern designter Kunststoffrodel, der in diesem Jahr den Plus-X-Award als „Bestes Produkt des Jahres 20415/16“ und das Plus-X-Award-Gütesiegel für Design erhalten hat.

Sportrodel mit komfortabler Sitzfederung, klapp- und tragbare Rennrodel-Sportvarianten oder Sportschlitten der gehobenen Klasse zählen ebenfalls zum Produktionssortiment in Geschwenda.

Für das gesamte vom Unternehmen entwickelte Rodelschlittenprogramm und dessen Produktdesign erhielt der Geschwendaer Produzent bereits etliche nationale und internationale Auszeichnungen.

Die KHW Kunststoff- und Holzverarbeitungswerk GmbH sorgt mit ihren Erzeugnissen in den Segmenten „Sommer/Outdoor“ und „Kinderprodukten“ für jede Menge Spiel und Spaß in der warmen Jahreszeit. Die Sand- und Wassermuschel „Beach Bee“ stellt eine perfekte Kombination aus Spielen im Sand und Planschen im Wasser dar. Die zweiteilige Muschel aus zweiteiligen ergonomisch geformten Schalen ist als Biene gestaltet und mit Sitzausformungen versehen. Die Kinderschubkarre „Rolling Bee“ wiederum ist ein lustiges und innovatives Spielgerät und fleißige Arbeitsbiene für kleine Gärtner und Sandburgenbauer.

Derzeit wird an einer neuen Kollektion von Gartenspielzeug „Kids Gardem“ gearbeitet, die die Werkstoffe Kunststoff und Holz verbindet.

Die Geschichte des inzwischen 90 Mitarbeiter starken Unternehmens begann bereits drei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Zu jener Zeit vereinten sich 26 kleinere Holzhandwerksbetriebe zu einer gemeinsamen Einkaufs- und Liefergenossenschaft des Holzhandwerks. Anfang der 70er Jahre wurde mit der Kunststoffproduktion begonnen, welche zusammen mit der Holzproduktion ständig erweitert wurde. Am 1. Juli.1990 erfolgte die Gründung der „KHW Kunststoff- und Holzverarbeitungswerk GmbH“ als Start für eine erfolgreiche Entwicklung bis hin zur Weltspitze auf diesem spezifischen Fertigungssektor. Die Modernisierung der Produktionsstätte 2005 und 2006, gemeinsam mit der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen, war ein weiterer wichtiger Schritt in der Unternehmensgeschichte.

Mit hoher technischer Erfahrung, Kreativität und Motivation fertigen die Geschwendaer heute neben dem Sport- und Freizeitsortiment im Rahmen der Kooperation auch Transportbehälter, Lagersichtkästen, Blumenkästen und weiteres dekoratives Zubehör, Kühlboxen sowie Kunststoffspritzgussteile jeglicher Art für die Freizeit- und Automobilindustrie.

Die Stärkung der Position im Inland sowie die weitere Ausrichtung auf internationale Märkte, die Produktentwicklung in Zusammenarbeit mit erfahrenen Designern und Technikern sowie die Kooperation mit wissenschaftlichen Einrichtungen und Forschungsinstituten stellen für das Unternehmen wesentliche Aufgaben in den nächsten Jahren dar.

JÖRG SCHUSTER

 

10.08.2015

 

 

Geschwendaer KHW-Kunststoffprodukte: Vielschichtige Palette.

Fotos (3): KHW-ARCHIV


10.08.2015: Verbesserte Konditionen

Land verbessert Darlehensförderung für die Wirtschaft: Bis 2020 mehr als 150 Millionen Euro für revolvierende Fonds.

Thüringen verbessert die Konditionen im Bereich der Darlehensförderung für Unternehmen. In der Woche ab 10. August starten dazu die drei zentralen Darlehensprogramme – Thüringen-Dynamik, Thüringen-Invest und GuW-Thüringen – neu. Insgesamt stellen Wirtschaftsministerium und Thüringer Aufbaubank (TAB) aus EU-, Landes- und Eigenmitteln bis 2020 mehr als 150 Millionen Euro für diese Förderinstrumente zur Verfügung.

„Die Bedeutung der Darlehensprogramme wird in der Investitionsförderung weiter zunehmen“, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Neben direkten Investitionszuschüssen und Beteiligungen seien sie die dritte wichtige Säule der Förderpolitik. Über seine Darlehensprogramme bietet das Land den Unternehmen Kredite zu günstigen Konditionen an. Aus Zins und Tilgung zurückfließende Mittel könnten dann erneut für die Wirtschaftsförderung eingesetzt werden, sagte Tiefensee. „Wir werden in Zukunft noch stärker auf solche revolvierenden Finanzierungsinstrumente setzen. Damit bleiben wir in der Investitionsförderung langfristig handlungsfähig.“ Die klassische Zuschußförderung werde dagegen angesichts rückläufiger Mittelzuweisungen von EU, Bund und Land allmählich an Bedeutung verlieren.

Mit dem Neustart der Programme tritt eine Reihe von Verbesserungen in Kraft:

Über das Programm „Thüringen-Dynamik“ werden Investitionen von kleinen und mittleren Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit Darlehen zwischen 5000 und vier Millionen Euro gefördert. Anders als bisher kann künftig auch der Erwerb von immateriellen Wirtschaftsgütern (zum Beispiel Konzessionen, Lizenzen, Patente, Schutzrechte), die Finanzierung von Betriebsmitteln, die Übernahme von Geschäftsanteilen (share deals) oder der Kauf gebrauchter Wirtschaftsgüter gefördert werden. – Insgesamt hat dieser Darlehensfonds in der laufenden Förderperiode ein Volumen von 120 Millionen Euro, davon kommen 96 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre).

Mit dem Förderprogramm „Thüringen-Invest“ – bei dem Zuschüsse einzeln oder mit Darlehen kombiniert vergeben werden können – sollen auch in der neuen Förderperiode kleinere Investitionsvorhaben der gewerblichen Wirtschaft, des Handwerkes, des Dienstleistungssektors, des Handels sowie des Gaststätten- und Beherbergungsgewerbes und der Kreativwirtschaft unterstützt werden.

In der Zuschussvariante wurden das förderfähige Investitionsvolumen je Vorhaben (von 100.000 auf 250.000 Euro) und damit auch der Förderhöchstbetrag von 20.000 auf 50.000 Euro erhöht. Auch der Darlehenshöchstbetrag wurde von 100.000 auf 200.000 Euro angehoben.

Insgesamt stehen bis 2020 rund 40 Millionen Euro Efre-Mittel für die Zuschußförderung und – im Rahmen eines revolvierenden Fonds – 27,5 Millionen Euro aus Efre- und Landesmitteln für Darlehen zur Verfügung.

Das bisherige Förderkreditinstrument GuW-Plus wird in dieser Förderperiode als Eigenprogramm „GuW-Thüringen“ der TAB fortgeführt. Über GuW-Thüringen können zinsgünstige Kredite bis zu einer Höhe von fünf Millionen Euro vergeben werden. Das Programm ist marktkonform ausgestaltet und stellt deshalb keine öffentliche Beihilfe dar, so daß es sich beliebig mit anderen Förder- und Finanzierungsangeboten kombinieren läßt.

Investitionsfinanzierungen über die Darlehensprogramme des Landes waren bereits in der Vergangenheit stark nachgefragt. So wurden in der vergangenen Förderperiode (2007 bis 2013) bis einschließlich März 2015 aus „Thüringen-Dynamik“ insgesamt 382 Darlehen mit einem Volumen von 143,8 Millionen Euro, aus „Thüringen-Invest“ 652 Darlehen mit einem Volumen von 35,6 Millionen Euro sowie aus GuW-Plus seit der Einrichtung des Programms im Jahr 2001 insgesamt 4735 Darlehen mit einem Umfang von 769 Millionen Euro zugesagt.

STEPHAN KRAUSS

 

10.08.2015


09.08.2015: Sicher ankommen zählt!

Schulanfänger im Straßenverkehr: Erstkläßler sollten künftigen Schulweg frühzeitig üben.

Für rund 17.000 Kinder in Thüringen beginnt am 24. August die Schule. Zum neuen Lebensabschnitt gehören für die Erstkläßler auch erste Herausforderungen, wie das Meistern des Schulwegs ohne Erwachsene. Damit die Kleinen sicher ankommen, empfiehlt der ADAC, den künftigen Schulweg vorab in Ruhe mit den Kindern zu üben.

Schulanfänger sind schnell überfordert, wenn sie sich im Straßenverkehr bewegen. Sie sehen und hören anders als Erwachsene, darum können sie komplexe Verkehrssituationen noch nicht richtig erfassen. Aufgrund ihrer Größe sind Kinder besonders gefährdet: Ihnen fehlt oft der Überblick über das Geschehen, und sie werden leicht von anderen Verkehrsteilnehmern übersehen. Helle Kleidung, Reflektoren oder eine ADAC-Sicherheitsweste erhöhen die Sichtbarkeit, besonders bei schlechten Sichtverhältnissen.

In der Regel stellen die Schulen einen Schulwegplan zur Verfügung. Darin sind die für Erstkläßler empfohlenen Strecken gekennzeichnet. Jürgen Lachner, Vorstandsmitglied für Verkehr, Umwelt und Technik des ADAC Hessen-Thüringen, rät: „Nicht schnell ankommen zählt, sondern sicher. Lieber einen kleinen Umweg in Kauf nehmen, wenn dadurch Gefahrenstellen umgangen werden. Wichtig ist auch, genug Zeit einzuplanen, damit das Kind keine Fehler macht, weil es sich beeilen muß.“

In der ersten Zeit ist es sinnvoll, das Kind zur Schule zu begleiten. Dabei sollten die Erwachsenen mit gutem Beispiel vorangehen, denn Kinder ahmen das Verhalten anderer nach.

Wenn Erstkläßler einen Teil oder den gesamten Weg mit dem Schulbus oder öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen, sollten Eltern auch deren Benutzung vorher mit dem Kind üben.

MANUELA TÜROFF

 

09.08.2015


08.08.2015: Neugierig machen

Ostsee-Urlauber 2014: Nordrhein-Westfalen Spitze, Thüringen und Berlin schwächeln.

Als neues Urlaubsziel haben Touristen aus Nordrhein-Westfalen im Jahr 2014 die Ostseeregion in Mecklenburg-Vorpommern entdeckt. Bei Recherchen für die Sonderausgabe „Ostsee“ 2016 der Neuen Thüringer Illustrierten haben NTI-Mitarbeiter erfahren, daß die meisten aller Urlauber - nämlich 13,3 Prozent - aus dem bevölkerungsreichsten Bundesland in den Nordosten kamen. Danach haben sich die Sachsen als besondere Ostsee-Freunde bewiesen (13,1 Prozent). Mit größerem Rückstand folgen Sachsen-Anhalt (12,0), Berlin (11,5) und Hamburg (11,1). Erst danach reihten sich Urlauber aus Thüringen (10,2) ein.

Wirtschaftsministerium und Landestourismusverband von Mecklenburg-Vorpommern führen den Zuwachs aus dem fernen Westen auf eine intensive Werbekampagne dort zurück. Wichtig sei, „Gäste aus allen Ländern neugierig auf Mecklenburg-Vorpommern zu machen“ und die Angebotsvielfalt auszubauen, sagte Wirtschafts- und Tourismusminister Harry Glawe (CDU) zu den Zahlen.

FRANK FRIEDRICH

 

08.08.2015

 

   

Soll bei Thüringern Lust auf das Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern machen: Seit zehn Jahren erscheint einmal jährlich die Sonderausgabe „Ostsee“ der Neuen Thüringer Illustrierten. 


08.08.2015: „Zügig Unterstützung organisieren“

Frauen-Union Thüringen begrüßt Vorschlag für ein Kindergeld plus: Ehrenvorsitzende Christina Tasch kündigt entsprechenden Antrag für die Bundesdelegiertentagung der Vereinigung an.

Der Landesverband Thüringen der Frauenunion (FU) unterstützt den Vorschlag des CDU-Landesvorsitzenden Mike Mohring, das Kindergeld für die ersten drei Jahre aus den freiwerdenden Mitteln des Bundesbetreuungsgelds aufzustocken. Das hat die Ehrenvorsitzende der FU Thüringen, Christina Tasch, am 7. August in Erfurt erklärt. Sie kündigte einen entsprechenden Antrag des Landesverbands für die am 25. und 26. September 2015 in Kassel stattfindende Bundesdelegiertentagung der FU an. „Das Kindergeld plus würde die Entscheidungsfreiheit von Eltern kleiner Kinder deutlich erhöhen“, sagte Tasch.

Das Bundesverfassungsgericht hatte am 21. Juli 2015 geurteilt, daß der Bund mit der Einführung des Betreuungsgelds seine verfassungsrechtlichen Zuständigkeiten überschritten hat. Mit dem Auslaufen dieser Leistung werden in den kommenden Jahren erhebliche Mittel frei. Im Bundeshaushalt sind für das laufende Jahr 900 Millionen Euro veranschlagt. Da Rot-Rot-Grün im Juni 2015 auch das Thüringer Erziehungsgeld abgeschafft habe, würden junge Familien mit dem Auslaufen beider Förderungen erhebliche finanzielle Spielräume verlieren. Das möchte Mohring mit seinem Vorschlag wieder ändern und „die Entscheidungsfreiheit von Müttern und Vätern erhöhen“, wie er der Zeitung „Die Welt“ am 7. August 2015 sagte. „Mit der Erhöhung des Kindergeldes wären auch die ideologisch aufgeladenen Debatten über das Betreuungsgeld endlich beendet“, hatte der CDU-Landesvorsitzende hinzugefügt.

Für Tasch kommt es nun darauf an, „für diesen Vorschlag zügig Unterstützung zu organisieren. Spätestens im Sommer des kommenden Jahres brauchen wir eine Anschlußregelung, denn dann laufen die letzten noch rechtskräftig beschiedenen Zahlungen aus“. Die von Mohring vorgeschlagene Lösung verursache dem Bund keine zusätzlichen Kosten und sichere Eltern kleiner Kinder schnell und unbürokratisch erforderliche finanzielle Spielräume. „So haben auch Mütter und Väter mit schmalerem Budget mehr Freiheit, für sich den richtigen Weg zwischen Familie und Beruf zu finden“, ist Christina Tasch überzeugt.

PI-EG

 

08.08.2015


08.08.2015: Gute Seele

20 Jahre Hem-Tankstelle in Nohra.

Beste Qualität zu Top-Preisen und immer günstiger als die „Großen“, das zahlt sich aus. Diese Strategie macht Thüringens erste Hem-Tankstelle so erfolgreich. Katharina Riegler ist seit vier Jahren die gute Seele an der Tankstelle im größten Gewerbegebiet in Weimar und Umgebung.

Fünf Jahre nach der deutschen Einheit, im Jahr 1995, war die Station die erste neugebaute Hem-Tankstelle in Thüringen. Mit 10.000 Quadratmetern kann man schon fast von einem Autohof sprechen. Hier ist genug Platz für Lkw-Tank- und Parkplätze. Eine Autowaschanlage, Duschen und Fernseher für die Brummifahrer sowie eine Außenterrasse erweitern das Angebot. Im Bistro bekommt man nicht nur einen Snack, sondern auch warme Gerichte, direkt aus der Küche von Katharina Riegler

Nach einem kompletten Relaunch der Marke Hem sowie der Einführung eines neuen Shop-Konzeptes wurde der Standort im Juli 2012 mit dem neuen orange-grünen Design aufgewertet.

In Nohra, wie an allen anderen Hem-Tankstellen in Deutschland, tankt man nach Angaben des Anbieters stets zum „garantiert günstigsten Preis der Umgebung“. Dafür sorgt Deutschlands erste Tiefpreisgarantie via Handy-App. Sie sichert bei Hem den besten Preis, auch wenn an der Zapfsäule ein höherer Preis ausgewiesen ist: „Einfach die ,Clever-tanken‘-App runterladen, Clever-Deal sichern und beim Bezahlen den Strichcode an der Kasse einscannen lassen“, empfiehlt die Deutsche Tamoil GmbH.

Die Deutsche Tamoil GmbH in Hamburg gehört zur niederländischen Oilinvestgruppe. Oilinvest betreibt rund 2500 Tankstellen in Europa und eigene Raffinerien, eine davon in Hamburg. Mit Hem verfolgt die Deutsche Tamoil GmbH eine klare Expansionsstrategie. Aufgrund der schlanken Unternehmensstruktur und eines starken Fokus auf Kosteneffizienz, kann die Deutsche Tamoil GmbH mit der Marke Hem Kraftstoff in der Regel zu einem günstigeren Preis als die großen Marken anbieten. Mit 400 Stationen gehört die Deutsche Tamoil GmbH zu den Top ten-Mineralölunternehmen in Deutschland. Mittelfristig peilt sie einen Marktanteil von fünf Prozent mit einem Netz von bis zu 500 Tankstellen an.

MONIKA WAGNER

 

08.08.2015


07.08.2015: „Konzept bestätigt“

Einkaufen ohne Hindernisse: Toom-Baumärkte in Apolda, Erfurt, Mühlhausen und Weimar erhalten bundesweites Qualitätssiegel „Generationenfreundliches Einkaufen“.

Barrierefrei einkaufen: Zum wiederholten Male erhalten Toom-Baumärkte ein Qualitätssiegel. Die Märkte in Apolda, Erfurt, Mühlhausen und Weimar werden mit dem bundesweiten Qualitätssiegel „Generationenfreundliches Einkaufen“ ausgezeichnet, das vom Handelsverband Deutschland (HDE) vergeben wird. Am 10. August 2015 wird die Urkunde im Erfurter Toom-Baumarkt an die Marktleiter und ihre Teams überreicht. „Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung, die das Konzept von Toom-Baumarkt und auch unsere Arbeit bestätigt. Es ist sehr erfreulich, daß alle Kundinnen und Kunden sich mühelos in unseren Märkten bewegen und einkaufen können“, so Steve Feistkorn, Leiter des Baumarktes in Weimar. Geprüft wurden Kriterien wie Zugänglichkeit des Eingangsbereichs, Breite der Gänge oder Vorhandensein eines Lieferservice. Durch das Logo mit der weißen Einkaufstüte auf Rädern vor orangenem Grund können Kunden von nun an direkt im Eingangsbereich erkennen, daß die Toom-Baumärkte in Apolda, Erfurt, Mühlhausen und Weimar für all ihre Kunden barrierearmes Einkaufen ermöglichen. Ganz gleich ob Eltern mit Kinderwagen, Menschen im Rollstuhl oder Seniorinnen und Senioren.

Der Trend zum Selbermachen hält an. In der Baumarktwelt von Toom finden Profi- und Gelegenheitsheimwerker alles rund um Bauen und Technik, Ambiente und Gestalten. Das Gartencenter stellt den Kunden eine zeitgemäße Auswahl an Zimmer-, Beet- und Balkonpflanzen zur Verfügung. Zudem bietet der Baumarkt ein hochwertiges Sortiment der Qualitätseigenmarke in den Bereichen Wohnen und Garten an, das zur Renovierung und Neugestaltung einlädt. Mit der Vorteilskarte können sich Kunden auf attraktive Rabatte und Angebote freuen.

Die persönliche Nähe zum Kunden steht bei Toom-Baumarkt nach Angaben des Unternehmens im Vordergrund. Die aufgeschlossenen und hilfsbereiten Mitarbeiter beraten ihre Kunden individuell und kompetent – von der Anregung bis zur gelungenen Umsetzung. „Zahlreiche Toom-Services von Farbmisch- und Nähservice, Holzzuschnitt, Geräte- und Transporterverleih bis hin zum Lieferservice unterstreichen die Kompetenz der Märkte.

Mit rund 360 Märkten im Portfolio (Toom-Baumarkt, B1-Discount-Baumarkt und Klee-Gartenfachmarkt), 14.400 Beschäftigten und einem Bruttoumsatz von rund 2,6 Milliarden Euro zählt das Unternehmen zu den führenden Anbietern der deutschen Baumarktbranche. Das Unternehmen gehört zur Rewe Group, einem der bedeutendsten Handels- und Touristikkonzerne in Europa. Die Kölner Unternehmensgruppe erzielte 2014 einen Netto-Gesamtaußenumsatz von über 51 Milliarden Euro und ist mit 330.000 Mitarbeitern in 12 Ländern Europas aktiv.

VERA ALESSANDRA SCHOLZ

 

07.08.2015

 

 

Anhaltender Trend zum Selbermachen: Toom-Baumärkte bieten Produkte rund um Bauen und Technik, Ambiente und Gestalten.

Foto: RG-ARCHIV


07.08.2015: Architektur macht Landschaft erlebbar

Iba-Salon stellt Norwegische Landschaftsrouten vor.

Der Iba-Salon „Landschaft erleben“ wird am 9. September in der Orangerie am Schloß Belvedere die Norwegischen Landschaftsrouten in Thüringen vorstellen. Damit will die Internationale Bauausstellung (Iba) laut einer Presseinformation „eine Anregung für Thüringen geben, wie Landschaft durch gute Architektur, hervorragende Ingenieurbauwerke und Kunst entlang von Routen erfahrbar wird“.

In Norwegen gibt es eine lange Tradition von herausragenden Architekturen in anspruchsvollen topografischen Situationen, die mit den Norwegischen Landschaftsrouten, einem nationalen Touristikprojekt, fortgeführt wurde. Die Architektur macht die Landschaft erlebbar und wird selbst zur Destination.

1994 wurden die ersten vier Routen als Experiment geplant. Heute gibt es insgesamt 18 Landschaftsrouten, die zwischen 27 und 416 Kilometer lang sind. 2023 sollen alle geplanten Maßnahmen auf den 18 Teilstrecken im Land abgeschlossen sein. Mehr als 50 junge und renommierte Architekten und Ingenieure, Landschaftsarchitekten, Designer und Künstler zumeist norwegischer Nationalität konnten bisher ihre kreativen Lösungen verwirklichen.

Verantwortlich für die Entwicklung der Norwegischen Landschaftsrouten sind die Staatliche Norwegische Straßenverwaltung und das Norwegische Zentralamt für Straßenwesen. Verschiedene Gremien, darunter ein Qualitätsrat, ein Architekturrat sowie ein Kunstkurator begleiten die Arbeiten und sichern so die baukulturellen Qualitäten.

Als Gast im Iba-Salon „Landschaft erleben“ ist der norwegische Künstler Knut Wold eingeladen, der seit 1995 als Künstler, Kunstberater und Kurator für die Norwegischen Landschaftsrouten tätig ist. Er studierte in Schweden, Norwegen und Deutschland und wurde durch sein Arbeiten an großformatigen Steinen bekannt. Knut Wold hat eine Vielzahl von Künstlersymposien organisiert.

PI-IBA 

 

07.08.2015


06.08.2015: „Vielleicht gibt es noch Überraschungen“

Über den eigenen Tellerrand hinausschauen: interdisziplinäres Forschungsprojekt am Gebäudekomplex Benediktsplatz 1 in Erfurt.

Im April starteten in der Thüringer Landeshauptstadt die neuen Forschungsarbeiten am Gebäudekomplex Benediktsplatz 1, der Bestandteil der Welterbe-Bewerbung ist. Nachdem zunächst als Grundlage aller weiteren Arbeiten der gesamte Gebäudekomplex neu vermessen wurde, haben nun Studierende der Technischen Universität Berlin (Architektur) und der Fachhochschule Erfurt (Restaurierung) gemeinsam begonnen, für die Bauforschung relevante Wandabschnitte detailliert zu dokumentieren und steingenau zu zeichnen.

Das interdisziplinäre Forschungsprojekt „Ein hochmittelalterlicher jüdischer Wohn- und Handelskomplex in Erfurt und seine Raumfassung“ wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert und gemeinsam getragen von der Bauforscherin Dr. Barbara Perlich, TU Berlin, sowie dem Restaurator und Kunsthistoriker Prof. Christoph Merzenich, FH Erfurt.

„Oft haben sich frühe Veränderungen am Gebäude nur in kleinen Spuren erhalten“, so Barbara Perlich, „diese zu erkennen, zu erfassen und ihre Bedeutung für die Entwicklung der Bauten nachzuvollziehen, wird unsere Arbeit in den nächsten Wochen sein. Beim Zeichnen der Befunde können auch die Studierenden verstehen, was hier passiert ist. Die Kombination der verschiedenen Disziplinen hilft dabei sehr, über den eigenen Tellerrand und Maßstab hinauszuschauen.“

Gleichzeitig gehen die Untersuchungen im sogenannten Steinsaal voran. Auch hier steht die Grundlagenarbeit am Anfang: Zunächst werden alle Befunde kartiert und dokumentiert. Christoph Merzenich: „Bevor wir anfangen können, jüngere Fassungen und Putze von den Wänden abzunehmen, um auf die möglicherweise älteste, zur bemalten Balkendecke gehörende Fassung zu stoßen, müssen wir erst verstehen, was die jüngeren Schichten bedeuten und wann sie aufgebracht wurden.“

In enger Abstimmung mit den Denkmalbehörden erfolgt im weiteren Verlauf die Abnahme jüngerer Anstriche. „Vielleicht“, so Merzenich, „gibt es auf den Wänden noch Überraschungen – ein paar hoffnungsvolle Hinweise haben wir schon.“

Im Rahmen des Denkmaltags werden Interessierte wieder die Möglichkeit haben, den gesamten Gebäudekomplex mit Führungen durch Prof. Christoph Merzenich und Dr. Barbara Perlich zu besichtigen.

SYBILLE GLAUBRECHT

 

06.08.2015

 

 

„Verstehen, was hier passiert ist“: Für die Bauforschung relevante Wandabschnitte am Gebäudekomplex Benediktsplatz 1 in Erfurt werden detailliert dokumentiert und steingenau gezeichnet.

Foto: SVE-ARCHIV


06.08.2015: „Viel Luft nach oben“

Thüringer Wirtschafts- und Wissenschaftsdelegation reist Ende September nach Brasilien.

Eine Thüringer Unternehmer- und Wissenschaftsdelegation unter Leitung von Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) reist vom 19. bis zum 25. September nach Brasilien. Auf dem Programm stehen politische und wirtschaftliche Termine, Gespräche mit Regierungsvertretern, Besuche in Unternehmen und Forschungseinrichtungen, Investorenmeetings und Workshops. Die beiden Stationen der Delegationsreise sind die größte Stadt Brasiliens, São Paulo, und das industrielle Zentrum des südbrasilianischen Bundesstaats Santa Catarina, Joinville. „Brasilien ist aufgrund seiner Größe und seiner Kaufkraft einer der wichtigsten Wachstumsmärkte für Thüringen, den wir kontinuierlich und intensiv erschließen wollen“, sagte Tiefensee.

In Joinville finden zudem die diesjährigen Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage 2015 statt – Thüringen übernimmt hier als erstes ostdeutsches Bundesland überhaupt den Staffelstab für die Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage 2016, die dann bei uns im Freistaat stattfinden. Bei den Wirtschaftstagen handelt es sich um eine hochkarätige zweitägige Wirtschaftskonferenz, ausgerichtet vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und seinem brasilianischen Partnerverband CNI, die in jährlichem Wechsel in Deutschland und Brasilien stattfindet und an der hochrangige Wirtschaftsvertreter und Bundespolitiker der beiden Länder teilnehmen. Die deutsche Delegation wird in diesem Jahr von Bundeswirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig geleitet. Auf brasilianischer Seite wird die Präsidentin Brasiliens, Dilma Rousseff, erwartet.

Brasilien, die wichtigste Volkswirtschaft Lateinamerikas und siebtgrößte der Welt, gehört zusammen mit Rußland, Indien, China und Südafrika zu den sogenannten BRICS-Staaten – Ländern mit besonderem Wachstumspotential für die deutsche Exportwirtschaft. Die Thüringer Außenwirtschaftsstrategie sieht deshalb eine stärkere Fokussierung auf diese Märkte vor. „Thüringen ist in Brasilien allerdings noch zu wenig präsent“, sagte der Minister. Zwar seien bereits mehrere Unternehmen aus Thüringen mit eigenen Niederlassungen in Brasilien aktiv, darunter Herbacin cosmetic, Nidec GPM Geräte- und Pumpenbau, Geratherm oder Jenoptik. Dennoch: Bei Exporten von 103 Millionen Euro und Einfuhren von rund 48 Millionen Euro (2014) gebe es in den Wirtschaftsbeziehungen nach Brasilien noch „viel Luft nach oben“, so Tiefensee.

„Mit der Delegationsreise in diesem Jahr und der Ausrichtung der Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage 2016 wollen wird die Geschäfts- und Forschungsbeziehungen deutlich ausbauen und damit die Exportaktivitäten der Thüringer Wirtschaft unterstützen. Möglichkeiten für eine stärkere Zusammenarbeit sieht der Minister unter anderem in Branchen wie Maschinenbau, Automobilzulieferindustrie, Medizin- und Energietechnik oder dem Anlagenbau. Verstärkt werde Thüringen vor Ort auch als Investitions- und Hochschulstandort für sich werben.

„In den großen südamerikanischen Ländern, insbesondere in Brasilien, entfaltet sich zusehends eine Zivilgesellschaft, die beispielsweise die Einhaltung von Umweltstandards oder eine medizinische Grundversorgung einfordert“, sagt auch Andreas Krey, Geschäftsführer der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG), die mit ihrem Außenwirtschaftsteam die Organisation der Delegationsreise unterstützt. „Thüringer Firmen können in Brasilien ihr Know-how nutzen, um wichtige Kooperationen anzubahnen und mit Partnern vor Ort nachhaltige Projekte umzusetzen.“

Die Anmeldefrist für Unternehmen und Forschungseinrichtungen läuft noch bis zum 12. August; bis dahin können sich Vertreter von Wirtschaft und Wissenschaft für eine Teilnahme anmelden.

STEPHAN KRAUSS

 

06.08.2015


05.08.2015: Gute Perspektiven

Berufsanfänger durften sich wie Gäste fühlen: sechs neue Auszubildende im Dorint „Am Goethepark“ in Weimar.

Stadt- und Hausführung, Belehrung über den Arbeitsschutz, Hygieneschulung: Der Stundenplan im Dorint „Am Goethepark“ Weimar ist gut gefüllt. Kein Wunder, schließlich sollen die neuen Auszubildenden von Beginn an gut vorbereitet und informiert sein. Fünf Berufsanfänger haben Hoteldirektor Stefan Seiler und sein Team jetzt begrüßt. Im Oktober folgt mit Tina Ahrens eine sechste Auszubildende, die das Studium für Hotelmanagement in einer Berufsakademie absolviert.

„Wir versuchen zunehmend, über die Ausbildung den eigenen Fachkräftebedarf zu decken“, sagt Stefan Seiler. „Gute Absolventen werden immer häufiger übernommen“, spricht der Hoteldirektor über die guten Zukunftsperspektiven der Auszubildenden im Dorint „Am Goethepark“ Weimar.

Die drei angehenden Hotelfachleute Katja Seidel, Alexandra Sommer und Christoph Mähringer sowie die Koch-Azubis Susanne Zienert und Petro Demiy und Studentin Tina Ahrens durften sich zunächst wie echte Gäste fühlen und übernachteten zum Auftakt ihrer Ausbildung im Hotel. Morgens erhielten sie dann ihre Dienstkleidung, ehe die intensive Einführungs-Schulung begann. Eine Besonderheit bei der Ausbildung ist ein Projekt mit der Industrie- und Handelskammer (IHK). Dabei geht es um die Akquise von Fachkräften aus dem Ausland. Auf diese Weise schnupperte Petro Demiy aus der Ukraine vor seiner Ausbildung bereits als Praktikant in die Küche hinein und machte seine Sache dort so gut, daß ihm der Ausbildungsplatz im Weimarer Hotel angeboten wurde.

Das Dorint in Weimar liegt idyllisch im Zentrum der Kulturhauptstadt gegenüber dem Park und dem Goethehaus. Das markante Gebäude ist eine architektonisch einmalige Verbindung zweier klassizistischer Villen mit einem exklusiven Neubau in der Mitte. Das Vier-Sterne-Superior-Hotel bietet 143 elegante Zimmer und Suiten. Auch das gastronomische Angebot genügt höchsten Ansprüchen, ob im eleganten à la carte-Restaurant oder in der rustikalen Bierstube. Zehn Tagungsräume bieten Platz für bis zu 280 Personen. Für wohlige Entspannung sorgt das umfangreiche Angebot des hoteleigenen Wellnessbereichs.

Die Neue Dorint GmbH mit Sitz in Köln betreibt mit der Marke Dorint Hotels und Resorts europaweit 39 Häuser. Rund 3300 Mitarbeiter in Deutschland, in den Niederlanden, in der Schweiz, in Österreich Tschechien und Spanien leben herzliche und natürliche Gastlichkeit. Dorint Hotels und Resorts gehört zu den führenden Hotelketten auf dem deutschen Markt.

KASPAR MÜLLER-BRINGMANN

 

05.08.2015

 

 

Petro Demiy, Katja Seidel, Susanne Zienert, Tina Ahrens, Christoph Mähringer, Alexandra Sommer (von links) sind zum Ausbildungsbeginn schon in ihre Berufskleidung geschlüpft. Mit dabei ist auch die Studentin Jendry Rothenbücher (rechts), die vor kurzem von einem anderen Betrieb übernommen wurde.

Foto: MAIK SCHUCK


05.08.2015: Klare Aussagen

Der Thüringer Beamtenbund fordert in der Debatte um eine Gebietsreform eine sachliche Analyse, wie  die langfristige - über eine Wahlperiode hinausgehende - Funktionsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit des Freistaates sichergestellt werden soll.

Acht statt 17 Kreise, zwei statt sechs kreisfreie Städte: So hatten es die Experten 2012 vorgeschlagen. Dieser Vorschlag wurde nun auch von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) gegenüber den Medien in den Ring geworfen.

Der Beamtenbund und Tarifunion Thüringen (tbb) mahnt in dieser Diskussion in einer Presseverlautbarung vom 4. August an, eine klare Aufgabenanalyse und die landespolitische Festlegung der Raumordnung nicht aus den Augen zu verlieren. Dabei dürften Zahlen zwar die Angelegenheit befeuern, jedoch klare Aussagen, wer welche regionalen Aufgaben wahrnehmen soll, und wer diese aufgeben soll, seien hier zu fordern.

„Die ideologische Zerschlagung von Fachstrukturen mag vielleicht politisch populär sein. Der Rechnungshof hat an Hand des Beispiels der Privatisierung der Thüringer Straßeninstandsetzung (TSI) und der Kommunalisierung der Sozialverwaltung nachgewiesen, daß diese wirtschaftlich für Thüringen ein Fiasko waren. Genau davor hatte der tbb im Vorfeld gewarnt“, stellt der Thüringer Beamtenbund klar..

Der tbb fordere auch in dieser erneuten Debatte die sachliche Analyse im Vorfeld, die die langfristige - über eine Wahlperiode hinausgehende - Funktionsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit des Freistaates Thüringen sicherstellen müsse.

Der stellvertretende Landesvorsitzende Andreas Schiene ergänzte: „Diese Analyse muß frei von parteipolitischer Ideologie sein, so wie es einem Rechtsstaat zu Gesicht steht.“

Die Landesregierung hat vereinbart, das sogenannte Leitbild nach der Sommerpause im Kabinett zu behandeln. In dem Beschluß ist dafür als Termin der 22. September vorgesehen.

PI-HL

 

05.08.2015


04.08.2015: Anziehungskraft erhöhen

Erschließung und Wiederherrichtung von Gewerbegebieten und wichtige Tourismusprojekte im Fokus: 65 Millionen Euro stellt das Thüringer Wirtschaftsministerium im Jahr 2015 für wirtschaftsnahe Infrastruktur zur Verfügung.

Das Thüringer Wirtschaftsministerium stellt in diesem Jahr rund 65 Millionen Euro für die Errichtung und den Ausbau wirtschaftsnaher Infrastrukturen bereit. Dazu zählen zum Beispiel Gewerbe- und Industriegebiete, Gewerbezentren, Erschließungsstraßen, Einrichtungen der Berufsbildung, aber auch touristische Infrastrukturen wie Radwege, Parkplätze, Informationszentren oder Bootsanlegestellen. Die Mittel stammen aus dem Bund-Länder-Programm Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW).

„Wir werden das Geld insbesondere dazu nutzen, um touristische Projekte zu entwickeln, die die Ergebnisse und Schwerpunkte der Landestourismuskonzeption berücksichtigen“, so Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Hier bestehe das Ziel vor allem darin, neue Angebote für Touristen zu schaffen und die Anziehungskraft bestehender touristischer Einrichtungen zu erhöhen. „Außerdem geht es darum, vorhandene Gewerbestandorte zu revitalisieren und das Angebot an Industrie- und Gewerbegebieten bedarfsgerecht zu erweitern.“

Tiefensee betonte die wachsende Bedeutung einer gut ausgebauten Infrastruktur für bereits angesiedelte Unternehmen und mögliche Investoren. „Gerade weil die Spielräume für eine direkte Investitionsförderung künftig enger werden, haben gut angebundene und erschlossene Gewerbestandorte eine wachsende Bedeutung als Standortfaktor und Ansiedlungsargument. Die GRW-Förderung trägt damit entscheidend zur Attraktivität des Investitions- und Wirtschaftsstandortes Thüringen bei“, sagte der Wirtschaftsminister.

Tiefensee wies darauf hin, daß für künftige Infrastrukturvorhaben eine Maximalförderung von bis zu 90 Prozent künftig nur noch in eng begrenzten Ausnahmefällen möglich sein werde. Der Regelfördersatz liege, wie schon in der alten Förderperiode, bei 60 Prozent. Allerdings sei eine Übergangsfrist vorgesehen, so daß es im Jahr 2015 „keinen harten und unerwarteten Schnitt“ für die Antragssteller geben werde. Projekte, die für eine Förderung noch im Jahr 2015 vorgesehen sind und für die bis Ende 2014 ein Förderantrag gestellt worden ist, würden auf Grundlage der ursprünglich geltenden Förderpraxis bewilligt. Tiefensee: „Damit gewährleisten wir, daß Antragsteller weiterhin mit der zu diesem Zeitpunkt üblichen Förderhöhe rechnen können, auf die sie vertraut haben und die letztlich die Basis für den Förderantrag darstellte.“ Angesichts des absehbaren Mittelrückgangs in den kommenden Jahren sei es aber notwendig, den Ausnahmecharakter der Höchstförderung von 90 Prozent in Zukunft stärker herauszustellen.

Neben der einzelbetrieblichen Förderung können im Rahmen des Bund-Länder-Programms GRW Gemeinden und Gemeindeverbänden Zuschüsse für Maßnahmen der wirtschaftsnahen Infrastruktur gewährt werden, soweit diese Infrastruktur für die Entwicklung der gewerblichen Wirtschaft erforderlich ist. Darunter sind unter anderem Maßnahmen zur Erschließung oder zur Wiederherrichtung von Industrie- und Gewerbegebieten, Maßnahmen der touristischen Infrastruktur sowie Errichtung oder Ausbau von Einrichtungen der beruflichen Bildung und von Gewerbezentren zu verstehen. Ferner können auch regionalwirtschaftliche Entwicklungskonzepte sowie Regionalmanagements gefördert werden. Die Thüringer Förderrichtlinie ist seit März 2015 in Kraft.

Im Jahr 2014 hat das Wirtschaftsministerium insgesamt 36 wirtschaftsnahe Infrastruktur-Vorhaben mit zusammen 37,4 Millionen Euro gefördert – darunter die Erschließung beziehungsweise Revitalisierung von acht Gewerbegebieten und 27 Tourismusprojekten. Die Gesamtinvestitionskosten belaufen sich auf 44,5 Millionen Euro.

STEPHAN KRAUSS

 

04.08.2015


04.08.2015: Aufwendige Restaurierung

Von der komplizierten und spannenden Arbeit der Restauratoren für den Erhalt und die museale Ertüchtigung eines 500 Jahre alten Kunstwerkes.

Am 4. August spricht die Berliner Restauratorin Dörte Busch um 19 Uhr im Angermuseum über „Die Restaurierung der Bildtafeln zur Legende der heiligen Barbara“. Dieses Werk wird dem Umkreis Lucas Cranachs d. Ä. zugeschrieben und ist Teil der aktuellen Sonderausstellung „Kontroverse und Kompromiß“.

Seit 1907 sind die Tafeln eines Altarretabels mit Bildern zur Legende der heiligen Barbara als Leihgabe der Königlichen Museen zu Berlin – heute Staatliche Museen zu Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz – im Bestand des Angermuseums Erfurt.

Ausgestellt werden konnten sie jedoch lange Zeit nicht mehr. Die Rahmung der Bildtafeln war konservatorisch bedenklich und ästhetisch unbefriedigend, einige Tafeln wiesen Risse auf; an verschiedenen Stellen hatte sich die Malschicht vom Bildträger abgelöst.

Dank der Initiative „Kunst auf Lager“, einem Bündnis von Förderinstitutionen zur Erschließung und Sicherung von Museumsdepots, konnte im Vorfeld der Ausstellung „Kontroverse und Kompromiß“ die aufwendige Restaurierung dieses Werkes in Angriff genommen werden. Dabei kam die Ernst-von-Siemens-Kunststiftung für einen Teil der Restaurierungskosten auf.

Der Altar wurde seit 2014 in der Restaurierungswerkstatt der Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin von Dörte Busch und ihrem Team restauriert. In ihrem Vortrag erzählt Busch von der komplizierten und spannenden Arbeit der Restauratoren für den Erhalt und die museale Ertüchtigung des 500 Jahre alten Kunstwerkes.

SYBILLE GLAUBRECHT

 

04.08.2015

 

 

Bedenklicher Zustand: Diplomrestauratorin Dörte Busch beim Restaurieren einer Tafel des Retabels.

Foto: DB-ARCHIV

 

 

Umkreis Lucas Cranachs d. Ä. : Die Legende der heiligen Barbara, um 1540, vier Flügelfragmente eines Wandaltars, Mischtechnik auf Holz, 172 mal 65 Zentimeter je Flügel, im Angermuseum in Erfurt als Dauerleihgabe der Staatlichen Museen zu Berlin.

Foto: CHRISTOPH SCHMIDT


03.08.2015: Unsicherheiten abmildern

Seit 1. August werden die ersten Gründungsprojekte mit der neuen „Thüringer Gründerprämie“ gefördert.

Die neue „Thüringer Gründerprämie“ ist gestartet. Seit 1. August 2015 erhalten die ersten innovationsbasierten Gründungsprojekte diese Förderung, um die Umsetzung ihrer Gründungsidee vorzubereiten. Die Prämie umfaßt einen monatlichen Zuschuß von bis zu 3000 Euro während einer einjährigen Vorgründungsphase.

2015 finden noch zwei weitere Bewerbungsrunden statt. Vorgeschaltet ist eine Erstberatung durch das Thüringer Zentrum für Existenzgründungen und Unternehmertum (ThEx). Für das neue Förderinstrument werden Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds und Landesmittel eingesetzt.

Die Gründerprämie ermöglicht es Menschen, die aus einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung heraus ein innovationsbasiertes Unternehmen gründen wollen, sich über einen Zeitraum von bis zu zwölf Monaten ausschließlich der Gründungsvorbereitung zu widmen. In diesem Zeitraum erhalten sie einen monatlichen Zuschuß zum Lebensunterhalt von bis zu 3000 Euro pro Monat. Dadurch soll Gründungsinteressierten die nötige Zeit eingeräumt werden, um losgelöst von beruflichen Verpflichtungen ihr Unternehmen auf den Weg zu bringen. (nti-online.net berichtete am 27.04.2015).

Gerade Beschäftigte in Unternehmen hätten oft vielversprechende und innovative Gründungsideen und könnten bei deren Umsetzung zumeist auch mit der Unterstützung ihres Arbeitgebers rechnen, sagte Thüringens Wirtschaftsstaatssekretär Georg Maier (SPD). „Die Mehrheit der innovativen Gründungen in Deutschland erfolgt aus dem Angestelltenverhältnis heraus. Hier setzen wir mit der Gründerprämie an und unterstützen all diejenigen, die den Schritt aus dem geregelten Angestelltendasein in eine Selbständigkeit noch scheuen.“, so Maier weiter. Anders als für Gründungen aus der Arbeitslosigkeit oder dem wissenschaftlichen Umfeld heraus gebe es für eine vernünftige Vorbereitung solcher Start-ups aber bisher kaum finanzielle Unterstützung. „Mit der Gründerprämie machen wir daher ein Angebot, um die Unsicherheiten der ersten Zeit abzumildern. Die Gründer sollen sich vollständig auf ihre Vorhaben konzentrieren können.“

Das neue Förderinstrument wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds sowie aus Landesmitteln des Freistaates Thüringen finanziert. Das Wirtschaftsministerium geht davon aus, daß bis zu 30 Prämien pro Jahr vergeben werden können. Wesentliche Bedingung: Die geförderten Vorhaben müssen sich durch einen hohen Innovationsgrad auszeichnen – das heißt es muß sich um neue Produkte oder Dienstleistungen, um effizientere Prozesse oder eine neue Marktzugangsstrategie handeln. Das zu gründende Unternehmen soll sich zudem durch eine hohe wirtschaftliche Bedeutung auszeichnen. Es muß also absehbar sein, daß das neue Unternehmen ein hohes Wachstum bei Umsatz und Beschäftigung erreichen kann. Voraussetzung der Förderung ist das positive Votum einer Fachjury. Die ersten geförderten Vorhaben sind Projekte aus den Bereichen Wirtschaft 4.0 und Solarwirtschaft.

„Neben der finanziellen Absicherung profitieren die geförderten Gründungsinteressierten von der Begleitung und Beratung durch das Thüringer Zentrum für Existenzgründung und Unternehmertum. Mit der Prämie bekommen sie die Möglichkeit, sich mit ihrer ganzen Kraft auf das eigene Vorhaben zu konzentrieren“, so Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt.

„Wir freuen uns, daß jetzt die ersten Projekte an den Start gehen. Alle diejenigen, die bisher in ihrer Freizeit die Gründung des eigenen Unternehmens vorbereitet haben, sind aufgerufen, sich zu bewerben“, sagte ThEx-Leiter Dirk Wegler.

In diesem Jahr folgen noch zwei weitere Bewerbungsrunden. Stichtage hierfür sind der 15. September und 15. Dezember 2015.

MI-TMWWDG

 

03.08.2015 


03.08.2015: „Weltklasse-Arbeiter“

Im Doppelpack zu den „WorldSkills 2015“ nach Sao Paolo: Viega-Auszubildender und duale Studentin auf dem Weg nach Brasilien.

Marie-Luise Hörisch und Steve Müller haben zwei Dinge gemeinsam: ihre Ausbildung bei der Firma Viega in Großheringen (Thüringen) und die Teilnahme bei den 43. Weltmeisterschaften der Berufe in Brasilien, die vom 11. bis zum 16. August in Sao Paolo stattfinden. Der 21Jährige aus Klosterhäseler (Sachsen-Anhalt) startet für Deutschland im Berufsbild Polymechaniker, die 27jährige aus Apolda (Thüringen) begleitet als Teamleader die 41köpfige deutsche Mannschaft nach Südamerika.

Am 30. Juli kam die offizielle Kleidung für die „WorldSkills 2015“ an und es wurde gleich anprobiert, ob sie auch paßt oder noch geändert werden muß. Das Logo ihres Arbeitgebers Viega im thüringischen Großheringen wird noch auf die Hosen gestickt – nur dort darf es plaziert werden, so das Reglement. Die beiden Brasilien-Teilnehmer sind eine Woche vor Abflug nach Sao Paolo noch sehr entspannt. Sie haben sich auf ihre sehr unterschiedlichen Aufgaben in Brasilien gut vorbereitet.

Steve Müller hat sich bereits im Februar beim Wettbewerb der Polymechaniker auf Bundesebene für die Weltmeisterschaft der Berufe qualifiziert, bei denen sich alle zwei Jahre Auszubildende und junge Facharbeiter bis 22 Jahre in verschiedenen Disziplinen messen. Er ist damit der siebte Auszubildende aus der Großheringer Talentschmiede, der für Deutschland bei den WorldSkills startet. 2009 hatte sich Marie-Luise Hörisch als erste Frau im Berufsbild Polymechaniker für die WM der Berufe in Calgary/Kanada qualifiziert. Damals war sie noch Auszubildende bei dem Hersteller von Installationstechnik für Sanitär und Heizung. Heute steuert sie im dualen Studium bei Viega ihren Master-Abschluß als Wirtschaftsingenieurin an.

In 22 Stunden muß Steve Müller eine voll funktionstüchtige Maschine mit all ihren Komponenten herstellen. Das weiß der angehende Industriemechaniker jetzt schon. Was für eine Maschine das sein wird, erfahren die Teilnehmer am ersten Wettbewerbstag. Seit Monaten trainiert der Sachsen-Anhalter in der hauseigenen Lehrwerkstatt der Firma Viega acht bis zehn Stunden täglich. Die Voraussetzungen sind ideal, denn hier ist mittlerweile auch Robert Erdmann, der 2007 an den Berufsweltmeisterschaften in Japan teilnahm, als einer von fünf Ausbildern tätig. „Das gesamte Team der Ausbildungswerkstatt hat mich super unterstützt. Ich fühle mich für den Wettbewerb sehr gut vorbereitet“, sagt Steve Müller. In Sao Paolo trifft er auf eine starke Konkurrenz. „Das sind alles Weltklasse-Arbeiter, sonst hätten sie sich ja nicht qualifiziert“, betont er. Mit 13 Mitstreitern wird er um einen Platz auf dem Sieger-Treppchen kämpfen. Sorgen mache ihm ein wenig der Konkurrent aus Brasilien, „der ja bereits auf den brasilianischen Dreh- und Fräsmaschinen, die im Wettbewerb genutzt werden, üben konnte.“ Das sei schon ein Vorteil. Denn am Ende gehe es wirklich um Toleranzen im Hundertstel-Millimeter-Bereich. „Ich mach mich aber nicht verrückt“, sagt er. Die Freude auf die bevorstehenden Wettbewerbe überwiege, denn wer habe schon mal die Chance, nach Brasilien zu fliegen?

Das sieht Marie-Luise Hörisch genauso. Sie freut sich darauf, sechs Jahre nach ihrer Teilnahme als erste Frau im Wettbewerb der Polymechaniker wieder Teil der deutschen Mannschaft zu sein. Am 5. August wird sie mit Steve Müller die Maschine von Frankfurt nach Sao Paulo besteigen. „Der Job als Teamleader ist megaspannend. Das ist eine besondere Aufgabe, junge und engagierte Menschen durch die nervenaufreibenden Tage zu führen“, sagt die Thüringerin. Ihre Erfahrungen von Calgary werden ihr bei dieser Aufgabe sehr helfen. „Denn es werden wirklich sehr anstrengende Tage“, verspricht Marie-Luise Hörisch ihrem jungen Kollegen, der nebenan in der Ausbildungswerkstatt trainiert. An den ersten beiden Tagen in Sao Paulo stehen erst mal Teambildungsmaßnahmen auf dem Programm. „Die Jugendlichen kommen aus ganz Deutschland. Es hat zwar bereits zwei Vorbereitungstreffen gegeben, aber es geht vor allem darum, aus den 41 Einzelkämpfern eine Mannschaft zu bilden, auch wenn sie in 36 verschiedenen Disziplinen starten.“ Während der Wettbewerbe seien die drei Teamleader dann sowas wie Mama und Papa für die Jugendlichen - immer ansprechbar, wenn sie irgendetwas auf dem Herzen hätten. Fachlich ständen den Teilnehmern sogenannte Experten zur Seite. Signal für Gesprächsbedarf mit den Teamleadern sei das Fähnchen auf Halbmast am Arbeitsplatz, so Marie-Luise Hörisch. Dann sei sie gefragt.

41 Auszubildende und junge Fachkräfte vertreten Deutschland bei den 43. Weltmeisterschaften der Berufe, bei den „WorldSkills 2015“, die vom 11. bis zum 16. August im brasilianischen Sao Paolo ausgetragen werden. Die deutschen Teilnehmer – unter ihnen acht Frauen – starten in 36 offiziellen und einem Demonstrationswettbewerb. Die Teilnehmer kommen aus fast allen Bundesländern. Zum deutschen Team gehören neben 38 Experten auch drei Teamleader.

Bei der WM der Berufe ermitteln über 1200 junge Fachkräfte aus mehr als 60 Ländern in 50 Wettbewerben ihre Weltmeister. Sie gehören zu den Besten ihres Berufsstandes und sind nicht älter als 22 Jahre.

Der Wettbewerb im Berufsbild „Polymechaniker“ wird im Rahmen der diesjährigen Berufsweltmeisterschaft zum sechsten Mal ausgetragen. Der Polymechaniker ist ein Allrounder, der mechanische Bauteile aus den unterschiedlichsten Werkstoffen herstellt und sie bei Bedarf mit weiteren optischen und elektronischen Komponenten zu kompletten Baugruppen erweitert; das Berufsbild vereint damit Aufgabengebiete eines Zerspanungsmechanikers, Industriemechanikers und Elektronikers. In Deutschland gibt es die Ausbildung zum Polymechaniker offiziell nicht, in der Schweiz lernt man vier Jahre.

Mit Investitionen in Millionenhöhe hat die Viega GmbH und Co. KG, Attendorn/Westfalen, den Betriebsteil des Kombinats Landmaschinen der ehemaligen Weimar-Werke zu einem Kompetenzzentrum für die Herstellung von Rohrleitungssystemen ausgebaut. Heute ist das Viega-Werk in Großheringen eine der modernsten Produktionsstätten Thüringens. Über 700 Fachkräfte fertigen am Standort Großheringen innerhalb der Viega-Gruppe mit über 3500 Mitarbeitern weltweit Rohrleitungssysteme für die Gebäude- und Versorgungstechnik, den industriellen Anlagen- sowie den Schiffbau. Mit der in Großheringen produzierten sekundenschnellen kalten Preßverbindungstechnik für Rohrleitungen ist Viega Weltmarktführer.

Das Unternehmen zählt zu den größten Arbeitgebern im Weimarer Land und ist zugleich die größte „Lehrwerkstatt“ der Region. Das Unternehmen bildet seit über zehn Jahren am Standort Großheringen aus. Aktuell befinden sich 45 junge Menschen in der Ausbildung.

KATHARINA SCHULTE

 

03.08.2015

 

 

Steve Müller, der für Deutschland im Wettbewerb der Polymechaniker bei der WM der Berufe in Sao Paolo startet, trainiert seit Monaten in der Lehrwerkstatt bei seinem Ausbildungsbetrieb Viega im thüringischen Großheringen. Marie-Luise Hörisch freut sich sechs Jahre nach ihrer Teilnahme bei den WorldSkills in Calgary auf ihre neue Aufgabe als Teamleader der deutschen Mannschaft.

Foto: VG-ARCHIV


02.08.2015: Veränderung weit vorangeschritten

Ein Jahr neues Thüringer Landesmediengesetz: Bürgermedienlandschaft im Umbau und verstärkte Medienbildungsangebote im Freistaat.

Das neue Thüringer Landesmediengesetz (ThürLMG) wird ein Jahr alt. Nach mehrjähriger Diskussion und ohne Gegenstimmen beschloß der Thüringer Landtag im letzten Sommer noch kurz vor der anstehenden Landtagswahl das Regelwerk, das am 30. Juli 2014 in Kraft trat.

Schwerpunkte der Novelle waren neben rechtlichen Einzelfragen insbesondere der Auftrag an die Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) für die umfassende Neugestaltung der Bürgermedienlandschaft und die gesetzliche Verstärkung der Medienbildung im Freistaat. Auch die auf nun acht Jahre verlängerte Lizenzlaufzeit für landesweite Radioveranstalter konnte realisiert werden.

Bei den Bürgermedien ist die Veränderung nach einem Jahr weit vorangeschritten. Die gesetzlich verlangte Umwandlung der nichtkommerziellen Lokalradios und Offenen Kanäle in Bürgerradios mit eigener Lizenz und Programmauflagen ist in vollem Gange. Trägervereine in Erfurt, Saalfeld und Weimar erhielten bereits eine neue vierjährige Lizenz. (nti-online.net berichtete mehrfach in der Nachrichtenspalte „Thüringen aktuell – News“). Die Ausschreibung für Bürgerradios der neuen Art in Eisenach, Jena und Nordhausen ist veröffentlicht und wird bis Ende des Jahres abgeschlossen. Ehrenamtliche Radiomacher realisieren in den Bürgerradios mit Unterstützung der TLM verstärkt den Dreiklang von Lokalinformationen, chancengleichem Zugang und Medienbildungsangeboten.

Besondere Bedeutung im Freistaat hat das Thema Medienbildung. Mit der Novelle wurde das Thüringer Medienbildungszentrum der TLM (TMBZ) mit Standorten in Erfurt und Gera gesetzlich verankert. Auch hier kann man nach einem Jahr eine positive Zwischenbilanz ziehen. TLM-Direktor Jochen Fasco: „Das TMBZ nimmt den Medienbildungsauftrag sehr ernst und erstellt Angebote, die jung und alt fit machen in der heutigen Medienwelt.“ Neben vielfachen Projekten im ganzen Land werden zum Beispiel medienpädagogische und medienpraktische Angebote für Kinder, Jugendliche, Eltern, Pädagogen, Lehrkräfte, Senioren und alle Interessierten angeboten und in großem Umfang nachgefragt. Auch der Onlineauftritt des Thüringer Medienkompetenznetzwerkes wurde gestartet und führt Akteure im Freistaat im TMBZ noch besser zusammen.

Auch das Thüringer Medienbildungszentrum am Standort Gera hat sich entwickelt. Seit vielen Jahren erhält der Offene Kanal Gera, der sich nun in das TMBZ Gera weiterentwickelt, großen Zuspruch. Auch weiterhin können Bürgerinnen und Bürger Medienkompetenz erwerben und damit dort ihre Fernsehangebote realisieren. Das Hauptaugenmerk des dortigen Standorts des Thüringer Medienbildungszentrums liegt thüringenweit auf der Vermittlung journalistischer Grundkenntnisse und auf der professionellen Umsetzung mediengestalterischer Prozesse. Neben dem erweiterten Bildungsangebot gibt es auch ein wöchentlich wechselndes, interessantes Sechs-Stunden-Programm, welches nun sogar thüringenweit empfangbar ist. Darüber hinaus steht beim TMBZ das Pixel-Fernsehen für alle interessierten Kinder und Jugendlichen zur Verfügung, ihre ganz eigenen Medienerfahrungen zu machen.

Direktor Jochen Fasco freut sich, daß der Umbau und die Weiterentwicklung des Thüringer Medienstandorts im Freistaat voranschreiten. „Damit ist Thüringen für die moderne Medienordnung besser gewappnet. Bürgerinnen und Bürger sind weiterhin aufgerufen, sich in ihren Bürgersendern zu engagieren und, für eine Demokratie wichtig, kritisch und kompetent Medien zu nutzen.“

PI-TLM

 

02.08.2015

 

 

Thüringer Medienbildungszentrum: Angebote, die jung und alt fit machen in der heutigen Medienwelt.

Foto:TLM-ARCHIV


01.08.2015: Gefühl menschlicher Nähe

Erfahrungsaustausch der Grünen Damen im Hufeland-Klinikum am Standort Bad Langensalza.

Ein Erfahrungsaustausch zwischen den „Grünen Damen“ des Hufeland-Klinikums und der Schön-Klinik Bad Staffelstein fand am 20. Juli 2015 in Bad Langensalza statt. Die Gäste aus der Reha-Klinik Bad Staffelstein wollten gern den Besuchsdienst in einem Krankenhaus kennenlernen. Im ersten Teil der Zusammenkunft wurde ihnen das Hufeland-Klinikum mit den Standorten Bad Langensalza und Mühlhausen in einem Imagefilm vorgestellt. Im Anschluß berichtete die stellvertretende Pflegedienstleiterin Fischer-Mogk über die Entstehungsgeschichte der „Grünen Damen“ am Standort Bad Langensalza. Nachdem sich alle Teilnehmer vorgestellt hatten, wurden in einer Gesprächsrunde Erfahrungen ausgetauscht. Zum Abschluß des Treffens besichtigten die Gäste die Räumlichkeiten des Hufeland-Klinikums. Die „Grünen Damen“ der Schön-Klinik freuen sich, demnächst auch ihre Gastgeber des Hufeland-Klinikums in Bad Staffelstein begrüßen zu dürfen.

Einmal in der Woche gehen die „Grünen Damen“ ins Krankenhaus und besuchen dort Patientinnen und Patienten. Sie hören ihnen zu und tragen zu ihrer Genesung bei, indem sie ihnen das Gefühl von menschlicher Nähe, Zuwendung und Aufmerksamkeit geben. An die ehrenamtlich im Krankenhaus tätigen Helferinnen und Helfer können Patienten sich mit kleinen Wünschen wenden, zum Beispiel holen sie eine Zeitung, lesen vor, kaufen ein, schreiben einen Brief oder begleiten bei Spaziergängen. Sie leisten damit einen wesentlichen ergänzenden Beitrag in der Betreuung der Kranken im Klinikum.

Die engagierten Frauen und Herren der „Grünen Damen“ sind seit über 40 Jahren im Rahmen der „Evangelischen Krankenhaushilfe“ tätig, der heute bundesweit über 11.000 Mitarbeitende in 750 Gruppen angehören. Sie verdanken ihren Namen dem grünen Kittel, welchen sie bei ihrem Einsatz im Krankenhaus tragen. Im stationären Bereich des Hufeland-Klinikums sind zur Zeit fünf Frauen und zwei „Grüne Herren“ ehrenamtlich tätig.

Wie alle Mitarbeiter des Krankenhauses unterliegen auch die „Grünen Damen“ der Schweigepflicht. Aufgeschlossenheit, Geduld und menschliche Reife sind wichtige Voraussetzungen für die Mitarbeit bei den „Grünen Damen und Herren“. Durch die evangelische und katholische Klinikseelsorge und Vertreter der Klinik werden alle ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer vorbereitet und begleitet. Ihre wichtigste Aufgabe ist das Zuhören und das Gespräch am Krankenbett.

PM-HKG

 

01.08.2015

 

 

Erfahrungsaustausch: Die „Grünen Damen und Herren“ der Hufeland Klinikum GmbH und der Schön-Klinik Bad Staffelstein in Bad Langensalza.

Foto: HKG-ARCHIV

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