Nachrichten aus dem Freistaat September 2016

September 2016

30.09.2016: Überprüfung

Rezertifizierung als Regionales Traumazentrum gelungen: Lebensgefährlich verletzte Patienten werden am Hufeland-Klinikum nach hochwertigen Standards versorgt.

Bei der Versorgung von Schwerverletzten zählt jede Minute. Da muß jeder Handgriff sitzen, alle am Versorgungsprozeß beteiligten Personen müssen ganz genau wissen, was wann wie zu tun ist. Daß das am Hufeland-Klinikum der Fall ist, zeigt die Auszeichnung der beiden Krankenhausstandorte in Mühlhausen und Bad Langensalza mit dem Gütesiegel „Regionales Traumazentrum“. Nur Einrichtungen, die die strengen Kriterien erfüllen, bekommen das begehrte Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) zugesprochen. In Mühlhausen gelang das im Jahr 2010, die Klinik in Bad Langensalza erhielt das Gütesiegel im Jahr 2009. Alle drei Jahre steht turnusmäßig eine Überprüfung der Versorgungsqualität an. In Mühlhausen war das jetzt der Fall: In der letzten Septemberwoche erhielt die Klinik die Bescheinigung, die hohen Anforderungen der DGU wiederholt erfüllt zu haben.

„Wir freuen uns, daß das außerordentlich hohe Niveau unserer abteilungsübergreifenden Zusammenarbeit und unsere gute technische Ausstattung erneut bestätigt wurden“, erklärt Dr. Klaus Poser, Chefarzt der Abteilung Unfallchirurgie. „Wir zeichnen uns vor allem durch erfahrene Ärzte, hervorragendes Fachpersonal, baulich beste Voraussetzungen inklusive Hubschrauberlandeplatz sowie sehr kurze Wege zwischen Liegendanfahrt, Schockraum, OP und Intensivstation aus“, berichtet der Chefarzt.

Bei der Umsetzung der vorgegebenen Richtlinien müssen die Mitarbeiter auf wichtige Details achten, so sind zum Beispiel alle Abteilungen bei der Versorgung der Schwerverletzten eingebunden. Ärzte und Pflegepersonal werden regelmäßig geschult, besuchen Fort- und Weiterbildungen. Um für das Regionale Traumazentrum zertifiziert zu werden, müssen die zuständigen Abteilungen 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche für den Einsatz bereit sein. Außerdem muß sich die technische Ausstattung der Klinik auf einem modernen Stand befinden. Die Rezertifizierung nahm der Chefarzt zum Anlaß, um sich  bei allen an der Versorgung von Schwerverletzten Beteiligten für ihre engagierte Mitarbeit zu bedanken.

Zusammen mit dem Regionalen Traumazentrum in Bad Langensalza – hier erfolgte die Rezertifizierung im Jahr 2015 – gehören die beiden Hufeland-Krankenhäuser zum übergeordneten Traumanetzwerk Thüringen. Durch enge Kommunikation zwischen den beteiligten Kliniken, die Schaffung von Versorgungsstandards und qualitätsgestützte Kooperation soll die flächendeckende Versorgung von Schwerverletzten insgesamt verbessert werden.

PM-HKM

 

30.09.2016


29.09.2016: Angehoben

211 Thüringer Gemeinden erhöhten im ersten Halbjahr 2016 ihre Realsteuerhebesätze.

In den vergangenen Jahren sind in den Thüringer Gemeinden eine Vielzahl von Hebesatzerhöhungen beschlossen worden. Nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik haben im ersten Halbjahr 2016 von den insgesamt 849 Gemeinden 211 Gemeinden den Hebesatz für eine oder mehrere Realsteuerarten erhöht. Seit dem Jahr 2010 weisen nur 32 Thüringer Gemeinden unveränderte Hebesätze für Gewerbe- und Grundsteuern aus.

Im ersten Halbjahr 2016 hoben 193 Gemeinden den Hebesatz der Gewerbesteuer an. Das bedeutet für die Gewerbetreibenden der betroffenen Gemeinden, daß die Steuer, die auf den Ertrag erhoben wird, steigt. Für die Gemeinden erhöhen sich die Einnahmen. Die Hebesätze für die Grundsteuer A (land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen) wurden in 75 Gemeinden und für die Grundsteuer B (bebaute Flächen) in 80 Gemeinden angehoben.

Spitzenreiter beim Hebesatz der Gewerbesteuer sind Mitte des Jahres 2016 wie im vergangenen Jahr die Landeshauptstadt Erfurt und die kreisfreie Stadt Gera mit jeweils 470 Prozent. Die Gemeinden Büttstedt, Effelder und Großbartloff im Landkreis Eichsfeld haben den deutlichsten Anstieg um 95 Prozentpunkte zu verzeichnen. Bei weiteren fünf Gemeinden lag die Erhöhung bei 50 Prozent oder mehr. Nur die Gemeinde Harztor im Landkreis Nordhausen reduzierte ihren Hebesatz von 400 auf 380 Prozent. 118 Gemeinden beschlossen exakt den Hebesatz (395 Prozent), der ab 2020 im Rahmen des Kommunalen Finanzausgleichs bei der Berechnung der Schlüsselzuweisungen als neuer Nivellierungshebesatz angewendet wird. Die Spanne der Hebesätze reicht von 240 bis 470 Prozent.

Bei der Grundsteuer B wiesen die kreisfreie Stadt Gera mit 600 Prozent, die kreisfreie Stadt Erfurt mit 550 Prozent und die Gemeinde Walpernhain im Saale-Holzland-Kreis mit 550 Prozent die höchsten Hebesätze aus. Den maximalsten Anstieg um 122 Prozentpunkte hat die Gemeinde Kleinwelsbach im Unstrut-Hainich-Kreis beschlossen. Eine Absenkung des Hebesatzes wurde in diesem Zeitraum von keiner Thüringer Gemeinde vorgenommen.

Den niedrigsten Hebesatz hat derzeit die Gemeinde Kirchgandern im Landkreis Eichsfeld mit 200 Prozent.

Den Spitzensatz von 400 Prozent bei der Grundsteuer A beschlossen 18 Thüringer Gemeinden. Eine Erhöhung um 100 und mehr Prozentpunkte wiesen sechs Gemeinden aus, angeführt von der Stadt Neustadt an der Orla im Saale-Orla-Kreis um 125 Prozentpunkte. Keine Gemeinde senkte den Hebesatz der Grundsteuer A im ersten Halbjahr. Den niedrigsten Hebesatz dieser Steuerart von 200 Prozent wiesen 22 Thüringer Gemeinden aus.

PM-TLS

 

29.09.2016


29.09.2016: Notdienst

Wenn mitten in der Nacht plötzlich ein Zahn höllisch schmerzt: Zahnärzte sichern dringend nötige Behandlungen rund um die Uhr in allen Regionen Thüringens.

Auch nachts, an Wochenenden und an Feiertagen erhalten Thüringerinnen und Thüringer in dringenden Fällen schnelle zahnärztliche Hilfe. Die 1881 berufstätigen Zahnärzte im Freistaat arbeiten neben den üblichen Sprechstunden in ihren Praxen zusätzlich im zahnärztlichen Notdienst. Allein in Erfurt suchten von Juli 2015 bis Juni 2016 insgesamt 3714 Patienten den Notdienst auf.

Besonderen Stellenwert für ganz Thüringen hat die Landeshauptstadt Erfurt. Jeweils einer der 178 Erfurter Zahnärzte leistet täglich von 20 Uhr abends bis 8 Uhr am nächsten Morgen den Bereitschaftsdienst. Außerdem bietet das Helios-Klinikum einen mund-, kiefer- und gesichtschirurgischen Notdienst. Allerdings muß auch hier die Entscheidung, ob es sich um einen chirurgischen Notfall handelt, von einem niedergelassenen Zahnarzt getroffen werden.

„Die Erfurter Zahnärzte leisten Erstaunliches. Sie entlasten damit in ihren Notdienstzeiten bislang auch die Kollegen in der Erfurter Umgebung“, lobt Dr. Karl-Friedrich Rommel, Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Vereinigung. Die Zahnärzte in den Landkreisen und kreisfreien Städte entscheiden eigenständig nach unterschiedlichen Begebenheiten und Anforderungen direkt vor Ort, wie sie ihren Notdienst einteilen. „Das besondere Engagement zeigt sich um so deutlicher, weil Behandlungen selbst nachts und an Feiertagen durch die gesetzlichen Krankenkassen kaum zusätzlich vergütet werden“, sagt Rommel.

Landeszahnärztekammer und Kassenzahnärztliche Vereinigung weisen außerdem darauf hin, daß nicht jeder Schaden am Zahn sofort im Notdienst behandelt werden muß. „Ganz sicher werden beispielsweise Patienten mit sehr starken Schmerzen, Blutungen im Mund oder einem ausgebrochenen Zahn im zahnärztlichen Notdienst erstversorgt. Leichte Schmerzen, lose Füllungen oder reparaturbedürftiger Zahnersatz hingegen sind nicht akut behandlungsbedürftig“, erklärt Dr. Christian Junge, Präsident der Landeszahnärztekammer Thüringen.

Allein der diensthabende Zahnarzt entscheidet im telefonischen Gespräch mit dem Patienten, ob dieser sofort behandelt werden muß, oder ob er ohne Folgeschäden bis zur Sprechstunde seines persönlichen Zahnarztes abwarten kann. „Auch das ist kompetentes und ethisches zahnärztliches Handeln: Wir schaffen Freiräume für die wirklich unaufschiebbaren Notfälle, indem wir weniger dringende Patienten auf die normalen Sprechstundenzeiten verweisen. Der Notdienst ist keine Ersatzsprechstunde“, so Junge.

MATTHIAS FRÖLICH

 

29.09.2016


28.09.2016: „Viele kleine Schritte“

Positives Fazit nach sechstägiger Indienreise einer Thüringer Wirtschafts- und Wissenschaftsdelegation: Mehrere Kooperationsvereinbarungen unterzeichnet.

Thüringens Wirtschaftsstaatssekretär Georg Maier (SPD) hat eine positive Bilanz der insgesamt sechstägigen Reise einer Thüringer Wirtschafts- und Wissenschaftsdelegation nach Indien gezogen. „Es gibt auf indischer Seite ein großes Interesse an Deutschland und auch an Thüringen“, sagte Maier. So habe es noch während der Reise neue Gesprächsanfragen aus indischen Ministerien und Unternehmen gegeben. „Deutsche Unternehmen haben in Indien einen hervorragenden Ruf, das ist ein Türöffner auch für die Thüringer Wirtschaft“, sagte Maier am 27. September nach Abschluß der Reise, die die rund 20köpfige Delegation nach Bangalore, Pune und Delhi geführt hatte. Ziel müsse es sein, den riesigen indischen Markt kontinuierlich und in vielen kleinen Schritten für die Thüringer Unternehmen zu erschließen.

Zu den Ergebnissen der Delegationsreise zählen zwei Kooperationsvereinbarungen Thüringens mit den Bundesstaaten Maharashtra und Delhi über eine Vertiefung der Zusammenarbeit auf industriellem und wissenschaftlichem Gebiet; eine Kooperationsvereinbarung zwischen der FH Erfurt und der Jamia Millia Islamia University in Delhi über den Studentenaustausch vor allem in der Fachrichtung Bauingenieurwesen; Partnerschafts- und Lieferverträge zwischen indischen und thüringischen Unternehmen, darunter ein Vertrag des Ingenieurbüros Lehmann + Partner aus Erfurt mit der Arai Automotive Research Association of India über Beratung und Consulting zur Verbesserung der Straßensicherheit im Bundestaat Goa sowie der Abschluß eines strategischen Partnerschaftsvertrags zwischen der GBneuhaus GmbH aus Neuhaus a.R. und der indischen Firma TechExpert Engineering Pvt. Ltd. aus Pune. GBneuhaus ist spezialisiert auf nanotechnologische Oberflächenbeschichtungen für unterschiedliche Materialien, vor allem Glas, Kunststoff, Metall und Keramik, während TechExpert Ausstattungen und Produktionssysteme für Pulver- und Flüssigbeschichtungen sowie Metallbehandlungen liefert. Im kommenden Jahr soll auf dieser Basis ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet werden, das ab 2018 die Produktion aufnehmen wird.

Zudem haben viele der mitgereisten Unternehmer in den von der LEG organisierten Kooperationsforen und Workshops – unter anderem beim Thuringia-India Business Forum in Bangalore mit mehr als 150 indischen Unternehmen oder beim gemeinsam mit dem German-Indian Business Center organisierten Pune Dialog – eigene Kontakte und Projekte angebahnt, aus denen sich mittelfristig ebenfalls neue Kooperationen entwickeln könnten, sagte Maier. Ein Beispiel dafür ist die Flanschenwerk Thal GmbH, die ihre bereits bestehenden Kooperationsbeziehungen nach Indien weiter ausbauen wird. Für andere sei es wichtig gewesen, den indischen Markt zunächst zu sondieren und sich vor Ort ein Bild von den Bedingungen und besonderen Herausforderungen in Indien zu machen. Zur Unterstützung künftiger Aktivitäten auf dem indischen Markt hat der Wirtschaftsstaatssekretär zudem ein Thüringer Auslandsbüro in Delhi – das Thuringia International India Office – eröffnet, das als Ansprechpartner für Thüringer Unternehmen beim Schritt nach Indien bereitsteht.

Flankierend dazu hatte Wirtschaftsstaatssekretär Maier eine Reihe von politischen Gesprächen in den Regionen und auf der Ebene der indischen Bundesregierung geführt, unter anderem mit der Staatssekretärin im Ministerium für Digitalisierung und Informationstechnologie, Aruna Sundararajan, und dem Staatssekretär im Bundesministerium für Industrie- und Investitionspolitik, Ramesh Abhishek. „Dabei ist mir immer wieder signalisiert worden, daß es ein hohen Investitions- und Modernisierungsbedarf in Indien gibt und das Land deshalb großes Interesse an Unterstützung, Kooperation und Investoren gerade aus Deutschland hat“, sagte Maier. „Gerade in Schlüsselbranchen wie der Energie- und Umwelttechnologie, der Elektro- und Kfz-Technik hat Thüringen viel zu bieten“, sagte Maier. „Wir tun deshalb gut daran, den riesigen indischen Markt mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern kontinuierlich zu erschließen.“ Dafür seien allerdings viele kleine Schritte und ein langer Atem notwendig, so der Staatssekretär. „Ich bin optimistisch, daß die diesjährige Delegationsreise zu einem weiteren Ausbau der Beziehungen nach Indien beitragen wird.“

Thüringen setzt mit dieser Reise eine längere Kette an Aktivitäten in Indien fort, die mit den Besuchen der früheren Wirtschaftsminister Uwe Höhn im Jahr 2014 und Matthias Machnig (beide SPD) im Jahr 2012 begonnen wurde. In der Zwischenzeit gab es weitere Unternehmerreisen der LEG/Thüringen International nach Pune und Mumbai, Thüringer Messebeteiligungen an der Laser World of Photonics in Bombay und Delhi sowie mehrere Delegationsempfänge und Informationsveranstaltungen in Thüringen.

STEPHAN KRAUSS

 

28.09.2016


27.09.2016: Amtseinführung

Feierliche Ordinierung Benjamin Kochans als neuer Gemeinderabbiner von Erfurt und als Landesrabbiner von Thüringen in Frankfurt.

Thüringens Landtagspräsident Christian Carius (CDU) gratuliert Benjamin Kochan zur Ordinierung als neuer Gemeinderabbiner von Erfurt und als Landesrabbiner von Thüringen. Zusammen mit zwei weiteren orthodoxen Rabbinern wurde Kochan am 26. September in der Westend-Synagoge in Frankfurt am Main feierlich in sein Amt eingeführt.

„Die Ordinierung ist ein sehr bedeutendes Ereignis für die Jüdische Landesgemeinde und für unseren Freistaat. Es erfüllt mich mit Freude, daß die deutsch-jüdische Geschichte in Thüringen nicht nur bewahrt, sondern durch eine wachsende Gemeinde fortgeschrieben wird. Jüdisches Leben hat in Thüringen einen festen Platz und eine Zukunft“, so Landtagspräsident Christian Carius.

Darüber hinaus lud der Präsident im Namen aller Abgeordneten Landesrabbiner Kochan zu einem Besuch in den Thüringer Landtag ein.

Benjamin Kochan wurde in der russischen Hafenstadt Magadan geboren und kam 2004 im Alter von 16 Jahren nach Deutschland. Er ist Absolvent des Rabbinerseminars in Berlin, das 2009 öffnete. Darüber hinaus studierte der junge Vater an der Fachhochschule Erfurt jüdische Sozialarbeit.

PM-TL

 

27.09.2016


26.09.2016: „Stabiler Wachstumstrend“

Konjunkturerwartungen übertroffen: Thüringer Wirtschaftswachstum hat sich im ersten Halbjahr weiter beschleunigt.

Das Wachstumstempo der Thüringer Wirtschaft hat sich in den ersten sechs Monaten 2016 weiter erhöht. „Mit zwei Prozent Wachstum hat die Thüringer Wirtschaft die Erwartungen deutlich übertroffen“, sagte Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) mit Blick auf aktuelle Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt, die das Landesamt für Statistik am 26. September vorgelegt hat. Demnach ist die Wirtschaftskraft im Freistaat im ersten Halbjahr 2016 um zwei Prozent gewachsen – hat also nach 0,4 Prozent im ersten Halbjahr 2015 und 1,1 Prozent im Gesamtjahr 2015 noch einmal deutlich zugelegt.

„Thüringens Wirtschaft entwickelt sich insgesamt robust“, sagte der Minister. Erfreulich seien die positiven Impulse aus dem Handel. Hier wirkten sich auch die gute Beschäftigungslage und steigende Einkommen aus. In der Industrie fehle angesichts des schwierigen internationalen Umfelds zwar eine ausgeprägte Wachstumsdynamik. Die Entwicklung sei aber auch hier solide. Das Wachstum der Industrieumsätze habe im ersten Halbjahr mit 2,0 Prozent um 1,3 Prozentpunkte sowohl über dem gesamtdeutschen als auch dem ostdeutschen Durchschnitt gelegen. Tiefensee: „Es gibt einen stabilen Wachstumstrend der Thüringer Wirtschaft bei weiter sinkender Arbeitslosigkeit und steigender Beschäftigung.“

Mit diesem Ergebnis sieht der Minister auch alle jene Kritiker widerlegt, die das schwache wirtschaftliche Abschneiden im ersten Halbjahr 2015 auf bestimmte politische Entscheidungen der rot-rot-grünen Landesregierung zurückführen wollten. „Da sich die Konjunktur seitdem wieder deutlich beschleunigt hat, können wir ja nicht so viel falsch gemacht haben“, sagte Tiefensee. Er bleibe allerdings dabei: „Das weltweite wirtschaftliche Umfeld und die Wachstumsperspektiven sind unsicher. Weitere Belastungen für die Thüringer Wirtschaft darf und wird es deshalb mit uns nicht geben.“

Aufgabe des Landes sei es deshalb, gute Rahmenbedingungen für Investitionen, Innovation und damit Wachstum und neue Arbeitsplätze zu schaffen, betonte der Minister. „Als Wirtschaftsministerium unterstützen wir die unternehmerischen Aktivitäten – trotz rückläufiger EU-Mittel und Einschränkungen durch das Beihilferecht – auch in den kommenden Jahren durch eine gezielte Technologie- und Investitionsförderung.“ Allein für die Wirtschaftsförderung stellt das Land rund 150 Millionen Euro pro Jahr aus EU-, Bundes- und Landesgeldern zur Verfügung.

Große Wachstumschancen für die Industrie sieht der Wirtschaftsminister weiterhin in einer stärkeren Außenorientierung – die Exportquote der Thüringer Industrie lag 2015 mit 33 Prozent nicht nur deutlich hinter dem deutschen (49,4 Prozent), sondern auch um 4,6 Prozentpunkte unter dem ostdeutschen Durchschnitt (37,6 Prozent) – sowie in der Digitalisierung. Die Landesregierung gehe diese Themen mit dem gerade vorgestellten „Aktionsprogramm für die Wirtschaft 4.0 in Thüringen“ und der im Herbst letzten Jahres runderneuerten Außenwirtschaftsstrategie offensiv an und biete der Wirtschaft zahlreiche Unterstützungsangebote.

STEPHAN KRAUSS

 

26.09.2016


25.09.2016: „Bürger wollen stärker in Entscheidungsprozesse eingebunden werden“

Zustimmung für fakultatives Referendum und mögliche Verfassungsklage: CDU-Landesvorstand und CDU-Kreisvorsitzende unterstützen Kurs Mohrings.

Auf der Klausurtagung des Thüringer CDU-Landesvorstands mit den Kreisvorsitzenden und den Vorsitzenden der Landesfachausschüsse am 23. und 24. September in Finsterbergen erklärten die Teilnehmer ihre Unterstützung für das Vorhaben des Parteivorstands, eine mögliche Verfassungsklage gegen die Gebietsreform prüfen zu lassen. Auch die Pläne zur Verfassungsänderung mit einer Einführung von fakultativen Referenden wurden auf der Tagung unterstützt. Darüber informierte der Landesvorstand der Christdemokraten in einer Presseerklärung.

Die 40 Teilnehmer diskutierten zudem die bisherigen Ergebnisse der Landesfachausschüsse, die sich mit inhaltlichen Schwerpunkten wie Wirtschaftspolitik, Innenpolitik und Bildungspolitik beschäftigen. „Dabei wurde deutlich, daß gerade im Bereich der Bildungspolitik und Sicherheitspolitik in Thüringen viel zu tun ist und die Landesregierung diese wichtigen Themen nicht mit der notwendigen Priorität in ihrer Politik berücksichtigt“, heißt es in der Pressemitteilung.

„Die Klausur hat einmal mehr gezeigt, daß die geplante Gebietsreform der falsche Weg für das Land ist. Die Debatten um diese Reform der letzten Monate haben gezeigt, daß die Thüringer Bürger in dieser und in anderen Fragen, die sie betreffen, viel stärker als bisher in die Entscheidungsprozesse eingebunden werden wollen“, faßte der Thüringer CDU-Landesvorsitzende Mike Mohring zusammen. Mit dem Vorschlag einer Verfassungsänderung wolle man ihnen genau das zukünftig ermöglichen.

PM-EG-CDUT


23.09.2016: Tiefbau mit Zuwachs

Bauhauptgewerbe bis Juli 2016: Umsätze und Auftragseingänge im Plus.

Baugewerbliche Umsätze in Höhe von 1,027 Milliarden Euro stehen für die Betriebe des Thüringer Bauhauptgewerbes mit 20 und mehr Beschäftigten von Januar bis Juli 2016 zu Buche. Das teilte das Thüringer Landesamt für Statistik am 22. September mit. Das waren nach Angaben der Statistiker bei gleicher Anzahl von Arbeitstagen rund 53 Millionen Euro beziehungsweise 5,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

„In den ersten sieben Monaten 2016 wurden Aufträge in Höhe von 1083 Millionen Euro abgeschlossen. Die Auftragslage zeigt gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Plus von 11,2 Prozent“, erklärte der Präsident des Thüringer Landesamtes für Statistik, Günter Krombholz. Der Zuwachs resultiere aus einer positiven Entwicklung im Tiefbau, „wo die Aufträge seit Januar 2016 kontinuierlich höher lagen als im Vorjahreszeitraum.“

Im Hochbau sei dagegen laut Krombholz ein Rückgang von 1,6 Prozent zu verzeichnen.

In den Thüringer Betrieben des Bauhauptgewerbes waren von Januar bis Juli durchschnittlich 3373 Personen beschäftigt. Damit lag der Personalstand um 4,0 Prozent beziehungsweise 564 Personen unter dem Vorjahresniveau. In diesem Zeitraum wurden über neun Millionen Stunden geleistet, 3,4 Prozent weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die Arbeitsstunden je Beschäftigten stiegen um 0,7 Prozent und die Entgelte je Arbeitsstunde um 2,2 Prozent an.

Insgesamt wurde von Januar bis Juli 2016 ein Umsatz je Beschäftigten in Höhe von 77.899 Euro erreicht.

Wie die Statistiker errechneten, stiegt die Produktivität gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 9,6 Prozent.

PM-TLS

 

23.09.2016


22.09.2016: Bestätigt

Wierlacher bleibt Vorstandsvorsitzender der Thüringer Aufbaubank: Vertrag für weitere fünf Jahre verlängert.

Der Vorstandsvorsitzende der Thüringer Aufbaubank (TAB), Matthias Wierlacher, ist vom Verwaltungsrat der Bank für weitere fünf Jahre in seiner Funktion bestätigt worden. Dies teilte der Verwaltungsratsvorsitzende der Bank, Thüringens Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), am 22. September in Erfurt mit. Die Bestellung gilt für den Zeitraum vom vom 1. Februar 2017 bis zum 31. Januar 2022.

Tiefensee dankte Wierlacher für die in den letzten fünf Jahren und insgesamt seit seinem Amtsantritt im Jahr 2002 geleistete Arbeit. In diesen Zeitraum fielen zum Beispiel die Einführung verschiedener revolvierender Beteiligungs- und Darlehensfonds (Pet I, Pet II, Thüringen-Invest, Wachstumsbeteiligungsfonds), die Entwicklung und Umsetzung eines 100 Millionen Euro umfassenden Liquiditätshilfeprogramms während der Wirtschafts- und Finanzkrise 2009, die Sanierung und Neuaufstellung der Gesellschaft für Arbeits- und Wirtschaftsförderung des Freistaats Thüringen (GfAW) oder die Sicherung strukturrelevanter Thüringer Unternehmen beziehungsweise Unternehmensstandorte wie der Analytik AG, der Adam Opel AG oder der Jenoptik AG.

Die Thüringer Förderbank sei unter der Leitung von Wierlacher wirtschaftlich solide aufgestellt, der Service verbessert und die Verwaltungskosten der Bank durch ein straffes Kostensenkungsprogramm deutlich reduziert worden, sagte Tiefensee. Darüber hinaus seien zum Beispiel die Beteiligungsfonds des Freistaats unter dem Dach einer TAB-Tochter neu strukturiert und die geplante Neuausrichtung von Förderprogrammen für den Mittelstand operativ umgesetzt worden.

„Mit Herrn Wierlacher an der Spitze bleibt die Aufbaubank auf Erfolgskurs“, zeigte sich der Wirtschaftsminister überzeugt. Die Thüringer Aufbaubank sei als der zentrale Finanzdienstleister der Thüringer Landesregierung gut darauf vorbereitet, das Förder- und Beteiligungsgeschäft auch in den kommenden Jahren erfolgreich abzuwickeln und sich gleichzeitig neue geschäftliche Potentiale zu erschließen. Mit der frühzeitigen Wiederbestellung Wierlachers werde die dafür notwendige Kontinuität gesichert.

Matthias Wierlacher hatte Anfang Februar 2002 – nach Stationen in leitenden Funktionen unter anderem bei der Hypovereinsbank und der Deutschen Effecten- und Wechsel-Beteiligungsgesellschaft AG (DEWB) – den Vorstandsvorsitz der Thüringer Aufbaubank übernommen. Der 53jährige Diplom-Kaufmann ist verheiratet und hat zwei Kinder.

MI-TMWWDG

 

22.09.2016


22.09.2016: Mehr Operationen

Thüringen gehört zu den Bundesländern, in denen besonders häufig Knie-Endoprothesen eingesetzt werden.

Im vergangenen Jahr haben etwa 4260 Thüringer ein neues Knie sowie 4750 eine künstliche Hüfte bekommen – das entspricht einem leichten Plus von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zusätzlich war bei 675 Patienten ein Wechsel der Endoprothese am Knie sowie bei 709 Hüften erforderlich. Die Barmer GEK beruft sich dabei auf aktuelle Qualitätsdaten der Landesgeschäftsstelle Qualitätssicherung bei der Landesärztekammer Thüringen, die dafür Daten der Krankenhäuser ausgewertet hat. Demnach wurden an 34 Kliniken entsprechende Knie-Operationen sowie an 38 Kliniken Hüft-OPs vorgenommen. Der Hauptbefund lautete Arthrose, also Gelenkverschleiß. Das Durchschnittsalter der Patienten betrug 68 Jahre (Knie) beziehungsweise 71 Jahre (Hüfte). Jeweils rund 60 Prozent waren Frauen.

„Ein künstliches Gelenk kann die Lebensqualität erhöhen. Die Operation ist aber immer mit Risiken verbunden und hilft auch nicht in jedem Fall. Wir raten Betroffenen, insbesondere vor einer Knie-OP, eine zweite ärztliche Meinung einzuholen“, sagt Hermann Schmitt, Landesgeschäftsführer der Barmer GEK in Thüringen. „Aus Erfahrung wissen wir, daß eine Knie-Operation nicht immer das Mittel der ersten Wahl ist und eine konservative Behandlung ohne Skalpell eine wirksame Alternative sein kann.“

Auch nach einer Auswertung der Bertelsmann-Stiftung gehört Thüringen neben Bayern zu den Ländern, in denen bezogen auf die Bevölkerung besonders häufig Knie-Endoprothesen (Knie-TEP) eingesetzt werden. Nur vier von 23 Landkreisen und kreisfreien Städten liegen unter dem Bundesdurchschnitt von 19,3 Kniegelenks-Erstimplantationen je 10.000 Einwohner. Spitzenreiter sind Gera mit 26,6 sowie das Eichsfeld mit 26,4 Eingriffen je 10.000 Einwohner.

„Die großen regionalen Unterschiede sind medizinisch kaum zu erklären. Es ist unwahrscheinlich, daß die Senioren im Eichsfeld schlechtere Kniegelenke haben als beispielsweise im Ilmkreis. Da jede Operation letztlich eine Körperverletzung darstellt, müssen dafür die Voraussetzungen stimmen und die Patienten über Alternativen aufgeklärt werden“, sagt Hermann Schmitt. Laut Krankenhausdaten traten im vergangenen Jahr bei 2,9 Prozent aller Knie-TEP auch Komplikationen auf, darunter Infektionen, Nervenschäden oder Thrombosen.

Die Barmer GEK will ihren Versicherten mehr Schutz bei Gelenk-Operationen bieten und gewährt deshalb mit einem Onlineportal einen Einblick in das bundesweite Endoprothesenregister (EPRD). Es wertet die Qualität von Implantaten und Gelenkeingriffen aus. Die Teilnahme ist für die Kliniken jedoch bisher freiwillig. „Das Register kann ein wichtiger Schritt hin zu mehr Transparenz, Qualität und Sicherheit bei Gelenkimplantaten sein“, erklärt Schmitt. Versicherte der Barmer GEK in Thüringen könnten darüber hinaus in Kooperation mit der Sportklinik Erfurt bei anstehenden Knie-Operationen einen Zweitmeinungs-Service nutzen.

ROBERT BÜSSOW

 

22.09.2016


21.09.2016: „Frühzeitig etablieren“

Wichtiger Zukunftsmarkt für Thüringer Wirtschaft: Freistaatliche Wirtschafts- und Wissenschaftsdelegation reist nach Indien.

Eine rund 20köpfige Wirtschafts- und Wissenschaftsdelegation startet am 21. September unter Leitung von Thüringens Wirtschaftsstaatssekretär Georg Maier (SPD) nach Indien. Stationen der Reise, die vom 21. bis 27. September dauert, sind Neu-Delhi, die Hauptstadt Indiens, sowie die Wirtschaftszentren Pune und Bangalore. Auf dem Programm stehen Unternehmens- und Hochschulbesuche, ein Besuch von Thüringer Ausstellern auf der Messe Laser World of Photonics, Kooperationsbörsen und politische Gespräche in den Bundesstaaten Maharashtra und Karnataka sowie mit der indischen Zentralregierung. Die Reise wurde gemeinsam von der LEG Thüringen und dem indischen Industrieverband CII organisiert. Vereinbart werden sollen mehrere konkrete Kooperationen.

„Mit einem Wirtschaftswachstum von 7,4 Prozent zählt Indien zu den am stärksten expandierenden Volkswirtschaften der Welt und ist damit auch für die Thüringer Unternehmen ein wichtiger Zukunftsmarkt“, sagte Staatssekretär Maier im Vorfeld der Reise. Obwohl es etwa im Bereich der Energieversorgung nach wie vor erhebliche Infrastrukturmängel gebe, habe das Land in einigen Branchen – etwa der Informations- und der Biotechnologie – bereits ein internationales Spitzenniveau erreicht, so Maier.

Mit der Delegationsreise nach Indien – der dritten Thüringer Reise nach den Besuchen der früheren Wirtschaftsminister Uwe Höhn im Jahr 2014 und Matthias Machnig (beide SPD) im Jahr 2012 – will der Wirtschaftsstaatssekretär deshalb neue wirtschaftliche Kontakte knüpfen und bestehende vertiefen: „Wir verzeichnen ein steigendes Interesse der indischen Wirtschaft an deutschen und insbesondere auch an Kooperationspartnern aus Thüringen. Unsere Unternehmen haben gute Chancen auf dem indischen Markt. Gerade in Schlüsselbranchen wie der Energie- und Umwelttechnologie, der Elektro- und Kfz-Technik gibt es eine wachsende Nachfrage nach Produkten ‚made in Germany‘“, sagte Maier.

Thüringen setze in Indien deshalb auf Kooperationen im wirtschaftlichen Bereich, unter anderem in den Branchen Automotive, Maschinenbau und Medizintechnik. „Zudem eröffnen sich für uns auch gute Chancen zur Zusammenarbeit in Forschung und Entwicklung.“ Angesichts der guten wirtschaftlichen Aussichten im Land wird der Freistaat ein „Thuringia International Office India“ in der Hauptstadt Dehli eröffnen.

Flankierend zu den wirtschaftlichen Kontakten wird der Wirtschaftsstaatssekretär auch eine Reihe von politischen Gesprächen führen. Vereinbart sind Treffen mit dem Gouverneur und dem Mittelstandsminister des Bundesstaats Karnataka, Vajubhai Vala und R.V. Deshpande, sowie mit dem Minister für Industrie und Bergbau des Bundesstaats Maharashtra, Subhash Desai. In Dehli stehen des weiteren Gespräche mit der Bundesstaatssekretärin für die digitale Entwicklung, Aruna Sundararajan, und dem Bundesstaatssekretär für Industrie- und Investitionspolitik, Ramesh Abhishek, auf dem Programm.

Zentrales Thema aller Gespräche wird der Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Thüringen und Indien sein. Daß hier durchaus noch erhebliche Potentiale bestehen, zeigt die aktuelle Exportstatistik: Nach einem Rekordhoch von 167 Millionen Euro im Jahr 2012 ist das Volumen der Thüringer Ausfuhren nach Indien im vergangenen Jahr auf 105 Millionen Euro gesunken. Mit einem Anteil von knapp einem Prozent an den Exporten liegt Indien auf Rang 25 der wichtigsten Abnehmerländer für Erzeugnisse aus dem Freistaat. Zum Vergleich: Die Thüringer Ausfuhren in das wichtigste Exportland außerhalb Europas, die USA, belaufen sich auf 986,5 Millionen Euro.

Für die weitere Entwicklung ist der Thüringer Wirtschaftsstaatssekretär jedoch optimistisch: So wird für das laufende Jahr ein Wirtschaftswachstum von acht bis 8,5 Prozent erwartet. „Außerdem ist von steigenden Konsumausgaben und einer wachsende Binnennachfrage auszugehen“, sagte Maier. „Wir tun deshalb gut daran, diesen riesigen und weiter wachsenden Markt mit seinen 1,2 Milliarden Einwohnern kontinuierlich zu erschließen und uns hier frühzeitig zu etablieren.“

Dies gelingt in zunehmendem Maße: Laut LEG-Unternehmensdatenbank unterhalten 78 Thüringer Unternehmen langfristige Exportbeziehungen nach Indien, darunter Funkwerk (Kölleda), Feuer powertrain (Nordhausen), Maximator (Nordhausen), Microhybrid Electronic GmbH (Hermsdorf), Hirschvogel Automotive (Marksuhl), TMP Fenster + Türen (Bad Langensalza), Saalfelder Hebezeugbau, Petkus (Wutha-Farnroda) oder Orafol Fresnel Optics (Apolda). Darüber hinaus haben mehrere Thüringer Unternehmen bereits Niederlassungen in Indien gegründet, unter anderem der Automobilzulieferer DeCon (Sonneberg), Glatt Ingenieurtechnik (Weimar), Petkus, Jenoptik, Carl Zeiss Meditec. Außerdem gibt es verschiedene Thüringer Unternehmen mit indischer Beteiligung: Neumayer Tekfor, Tekfor Services (beide Schmölln), SiOptica (Jena) und Rege Motorenteile.

Indien zählt zu den Ländern mit besonderem Wachstumspotential für die Thüringer Exportwirtschaft. Die „Thüringer Außenwirtschaftskonzeption“ sieht deshalb eine vorrangige Erschließung dieses Zielmarkts vor.

STEPHAN KRAUSS

 

21.09.2016


20.09.2016: „Wir hinken hinterher"

CDU-Wirtschaftsrat fordert, Forschungsausgaben Thüringens deutlich zu intensivieren.

Der Landesverband Thüringen im Wirtschaftsrat der CDU e.V. fordert die Landesregierung zu mehr Investitionen in Forschung und Entwicklung auf. „Die Innovationskraft unserer Wirtschaft ist die Voraussetzung für Wohlstand. Hier hinken wir hinter anderen Bundesländern hinterher", sagt Landesgeschäftsführer Andreas Elm von Liebschwitz.

Laut einer aktuellen Studie des Stifterverbands für die deutsche Wissenschaft schafft es der Freistaat nicht, das Ziel der Bundesregierung und der EU zu erreichen, die Gesamtausgaben für Forschung und Entwicklung auf drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu steigern.

Richtungsweisend stehe Baden-Württemberg im Vergleich. Hier wenden allein die Unternehmen einen Betrag von 3,8 Prozent der regionalen Wirtschaftsleistung für Forschung und Entwicklung auf. Zusammen mit den entsprechenden steuerfinanzierten Aktivitäten von Hochschulen und staatlichen Instituten ergibt sich eine Gesamtquote von 4,8 Prozent.

In Thüringen hingegen machen die Gesamtausgaben mit 2,17 Prozent weit weniger als die nötigen drei Prozent der regionalen Wirtschaftsleistung aus.

Landesgeschäftsführer Andreas Elm von Liebschwitz sieht erheblichen Nachholbedarf: „Thüringen muß in den kommenden Jahren stärker zu einer Wissens- und Gründergesellschaft werden, um die Zukunftsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandorts zu gewährleisten. Ein immer höherer Anteil der Wertschöpfung, entfällt auf Wirtschaftsbranchen, die durch besonders hohe Wissensintensität gekennzeichnet sind. Die Forschungspolitik muß sich darauf konzentrieren, hoch qualifizierte Beschäftigte zu gewinnen, das geistige Eigentum unbürokratischer abzusichern sowie die innovationspolitischen Rahmenbedingungen insgesamt zu verbessern."

Kurzfristige Verbesserungen könnten bereits mit einer Beschleunigung der Bewilligungsverfahren seitens der Thüringer Aufbaubank TAB erzielt werden. Eine frühere Marktreife innovativer Ideen erhöhe Wettbewerbschancen zusätzlich. Dies und generell höhere Investitionen in Forschung und Entwicklung bildeten die Grundlagen für wirtschaftspolitische Erfolge und seien damit allemal sinnvoller als zusätzliche Sozialausgaben.

KARSTEN SEIFERT

 

20.09.2016


19.09.2016: Erfolgreiches Abschneiden

Sonderpreis für Erfurter Chemie-Asse beim 28. European Union Contest for Young Scientists.

Beim 28. EU-Wettbewerb für Nachwuchswissenschaftler in Brüssel hat das deutsche Team zwei zweite Preise und drei Sonderpreise gewonnen. Die Preisträgerinnen und Preisträger des European Union Contest for Young Scientists 2016 wurden am 19. September  bei der feierlichen Siegerehrung im Theater im Hotel Le Plaza ausgezeichnet. Vier Monate nach dem 51. Bundeswettbewerb überzeugten die fünf „Jugend forscht“-Bundessieger die internationale Expertenjury und setzten sich gegen starke Konkurrenz aus 37 Ländern durch. Am EU-Wettbewerb, der von der Europäischen Kommission veranstaltet wird, nahmen 150 Jungforscherinnen und Jungforscher mit 100 Forschungsprojekten in zehn Wettbewerbsdisziplinen teil.

Zu den Ausgezeichneten gehörten auch Jungforscher aus Thüringen. Christian Schärf (19 Jahre), Paul Rathke (18) und Friedrich Wanierke (17) aus Erfurt wurden für ihr Projekt mit dem Sonderpreis der European Association for Chemical and Medical Science (EuCHeMS) in Höhe von 1000 Euro ausgezeichnet. Der Abbau von Rubinen schadet der Umwelt und findet häufig unter menschenunwürdigen Bedingungen statt. Die Chemie-Bundessieger 2016 hatten daher die Idee, Edelsteine, die aus einer Mixtur aus Aluminiumoxid und bestimmten Metallen bestehen, selbst herzustellen. Die drei experimentierten mit verschiedenen Schmelz- und Kristallisationsverfahren, analysierten den Syntheseverlauf und die gewonnenen Pulverpartikel und Kristalle. Es gelang ihnen, winzige Rubin-Einkristalle zu erzeugen.

„Ich freue mich sehr über das erfolgreiche Abschneiden unserer Bundessieger. In dem Zusammenhang danken wir der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), die uns mit dem beim Bundesfinale vergebenen Europa-Preis bei der Vorbereitung der Jungforscher auf den diesjährigen EU-Wettbewerb unterstützt hat“, sagte Dr. Sven Baszio, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Jugend forscht e. V. „Der EU-Wettbewerb ist ein wichtiges Instrument zur aktiven Förderung und Vertiefung des europaweiten Dialogs junger MINT-Talente.“

DR. DANIEL GIESE

 

19.09.2016


18.09.2016: Engagement für Schutz von Insekten

„Thüringer Bienenfreunde“ 2016 wurden im Rahmen der „Grünen Tage Thüringen“ in Erfurt geehrt.

„Kinder schwärmen für Bienen“ – unter diesem Motto setzt sich die Kindergruppe des Kreisverbandes Schmalkalden-Meiningen des BUND seit Jahren aktiv für den Schutz von Bienen und anderen Insekten ein. Ihr Engagement wurde am 16. September im Rahmen der „Grünen Tage Thüringen“ in Erfurt nun offiziell mit der Auszeichnung „Thüringer Bienenfreunde“ 2016 geehrt. Die Prämierung setzt ein positives Signal, das dazu anregen soll, dem Vorbild auch in anderen Teilen Thüringens zu folgen.

Durch den Bau von Nisthilfen, der Pflege von Streuobstwiesen, der Pflanzung neuer Obstbäume sowie der Aufklärung der Öffentlichkeit leistet die Kindergruppe des BUND Kreisverbandes Schmalkalden-Meiningen Jahr für Jahr einen Beitrag, die Insektenbestände in der Region zu sichern. Ein besonderes Highlight ihrer Arbeit ist das Acht-Sterne-Hotel „Zur Wilden Biene“ aus Lehm, Stroh, Holzziegeln, Schilf und Holz auf der Untermaßfelder Streuobstwiese, das ihnen unter anderem zur offiziellen Auszeichnung „Thüringer Bienenfreunde 2016“ verhalf.

„Wir freuen uns sehr, über die öffentliche Anerkennung. Die Bestandserhaltung von Bienen und anderen Insekten ist eine wichtige Aufgabe des BUND und wir möchten bereits die Jüngsten animieren, ihren Beitrag dazu leisten“, so Frank Henkel, stellvertretender Landesvorsitzender BUND Thüringen. „Von den Aktionen profitieren nicht nur die Insekten, sondern auch die Kinder selbst im Hinblick auf Kreativität und Gruppendynamik.“

Im Rahmen der BUND-Programmreihe „Wilde Samstage“ im Kreis Schmalkalden-Meiningen lernen nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch Erwachsene die Lebensweise und den Lebensraum sowie verschiedene Möglichkeiten zur Unterstützung der Insekten kennen. Frank Henkel: „Wir freuen uns, wenn in Zukunft noch mehr Kreis- und Ortsverbände des BUND über die Landesgrenzen hinaus unserem Vorbild folgen. Wir alle können einen Beitrag zur Sicherung des Lebensraums von Biene Maja leisten.“

STEFANIE HAUPT

 

18.09.2016


17.09.2016: Preisträger

Freude im Freistaat: Drei von vier Hauptpreisen für Thüringer Bürgersender beim Rundfunkpreis Mitteldeutschland in Halle.

„Drei von den vier Hauptpreisen für Thüringer Bürgersender beim Mitteldeutschen Rundfunkpreis gab es noch nie“, freute sich der Direktor der Thüringer Landesmedienanstalt, Jochen Fasco, beim diesjährigen mitteldeutschen Bürgermedienpreis. Im Halleschen Volkspark wurden wieder die besten Bürgersender in Mitteldeutschland ausgezeichnet, für die sich eine ganze Reihe ehrenamtlicher Radio- und Fernsehmacher aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen beworben hatten.

Es wurde bei der Preisverleihung am 16. September deutlich, wie engagiert und erfolgreich in den Bürgersendern im Freistaat gearbeitet wird. In der Kategorie „Bester Beitrag Nachwuchs - Hörfunk“ ging der Hauptpreis an Franziska Lamers und Sophia Kaleta von Radio Lotte Weimar für den Beitrag „Krieg, Terror und Flucht - die Hintergründe des Syrienkonflikts“ und Ulrike Irrgang von Radio Frei in Erfurt erhielt eine Nominierung für ihren Beitrag „Umfragen zum Thema Flucht“. Weitere Hauptpreise für Thüringer gab es in den Kategorien „Bester Beitrag Erwachsene - Hörfunk“ und „Bester Beitrag Erwachsene - Fernsehen“. Die Preisträger sind Johannes Smettan von Radio Frei für seinen Beitrag „Buttlar - ein Dorf nimmt Flüchtlinge auf“ und Heine Roeske (Thüringer Medienbildungszentrum) für seinen Beitrag „Thügida Teil 2 - Was Alice in Gera erlebte“. Außerdem ging noch eine Nominierung an Elfriede Baumann von Radio OKJ 103,4 für „Aus meinem Leben - Das Fräulein vom Amt“. Sechs der insgesamt 20 Auszeichnungen waren Länderpreise – jeweils zwei für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Im Hörfunk ging der Thüringer Länderpreis an Heiner Koch von Radio Lotte Weimar für den Beitrag „Haus Hoffnung/Nachruf Lutz“. Im TV-Bereich erhielt der Filmclub Gera-Pforten e. V. und Neulandfilm unter Leitung von Stefan Gabel für den im Thüringer Medienbildungszentrum Gera entstandenen „Afrika“ den Preis.

PM-TLM

 

17.09.2016


16.09.2016: Schnelles Handeln

Mediziner schenken Langensalzaer ein zweites Leben: Erstmals wurde am Hufeland-Klinikum in Mühlhausen einem Patienten mit akutem Schlaganfall das verstopfende Blutgerinnsel direkt aus der Gehirnschlagader entfernt.

Wie gut ihm das Schicksal da mitgespielt hat, das kann Klaus Schiller noch immer nicht fassen. „Es ist unglaublich, daß es mir jetzt schon wieder so gut geht“, schüttelt der 63jährige den Kopf. Klaus Schiller hat erst vor wenigen Tagen einen schweren Schlaganfall erlitten. Heute fühlt er sich schon wieder gut.

Es ist ein ganz normaler Arbeitstag in der letzten Woche in Bad Langensalza. Nach dem Mittag fühlt sich Klaus Schiller plötzlich unwohl. Dann passiert es. Seine linke Körperhälfte ist taub, er kann nur undeutlich sprechen, ihm ist schwindlig. Die Kollegen reagieren sofort und wählen den Notruf. Der Notarzt bringt den Mann ins nahe gelegene Hufeland-Klinikum. Hier wird im CT eine Gehirnblutung als Ursache für die Symptome ausgeschlossen. Der Radiologe vermutet hingegen einen Schlaganfall als Auslöser und veranlaßt eine Gefäßdarstellung im CT. Damit wird nicht mal eine Stunde nach Eintreten der Symptome das Gerinnsel in der Gehirnschlagader direkt nachgewiesen.

Die Mediziner reagieren prompt und veranlassen die Verlegung ans Hufeland-Klinikum in Mühlhausen. Denn hier arbeitet Chefarzt Dr. Ralph Hünerbein, der das Entfernen eines solchen Gerinnsels sehr gut beherrscht. Während der Patient transportiert wird, tauschen sich die Kollegen der beiden Standorte aus. So planen Dr. Christiane Bieback von der Rettungsstelle Bad Langensalza und die zuständige Neurologin Dr. Yvonne Bauer, Leitende Oberärztin in Mühlhausen, die logistischen Details: Intensivstation, Narkose- und Radiologieteam. Die Kollegen der Notaufnahme wissen bereits bestens Bescheid, als Klaus Schiller eintrifft. So wird wertvolle Zeit gespart.

Dr. Yvonne Bauer nimmt den Patienten in Empfang, untersucht ihn und begleitet ihn in die Radiologie. „Er war schwerst betroffen und wurde zunehmend instabiler“, erzählt die Oberärztin. Sofort wird der neurologische Status erhoben, die Überwachung angelegt und die Narkose eingeleitet. Dann erfolgt der Eingriff durch den Radiologen Dr. Ralph Hünerbein, die sogenannte intrakranielle Thrombektomie. „Dabei wird von der Leistenschlagader ein Katheter bis in die Halsschlagader vorgeschoben“, erklärt der Chefarzt der Radiologie. „Durch diesen Führungskatheter werden dann wie bei einem Teleskoprohr weitere kleiner werdende Katheter bis an das Gerinnsel tief im Gehirn herangeführt. Hat der Katheter das Gerinnsel erreicht, wird ein starkes Vakuum angeschlossen. Mit diesem Unterdruck gelingt es, das Gerinnsel abzusaugen“, so der Mediziner.

Auch bei Klaus Schiller funktioniert diese Methode. Zirka zwei Stunden nach Symptombeginn ist die Gehirnstrombahn wieder frei und gut durchblutet. „Schon am Abend des Behandlungstages erwachte der Patient aus der Narkose und konnte alles bewegen, wieder geordnet denken und sprechen“, freut sich Dr. Hünerbein über den Erfolg des Eingriffes. Schon eine Woche nach dem Ereignis und einer ausführlichen kardiologischen Diagnostik, in der die Ursache des Schlaganfalles geklärt werden konnte, verläßt der Patient das Krankenhaus – vollkommen ohne Einschränkungen und noch immer fassungslos, wie gut die Sache geendet hat.

„Ohne die neue Behandlungsmethode, das gut funktionierende Zusammenarbeiten aller Beteiligten und das schnelle Handeln wäre Herr Schiller vermutlich schwerst beeinträchtigt gewesen, wenn nicht sogar verstorben“, macht Oberärztin Dr. Yvonne Bauer deutlich. Es sei neben dem neuen Verfahren, also der intrakraniellen Thrombektomie, vor allem der schnellen Hilfe seitens der Rettungskräfte des DRK und des Notarztes sowie dem medizinischen Personal am Klinik-Standort in Bad Langensalza und nicht zuletzt der Diagnosestellung in Bad Langensalza und Behandlung in Mühlhausen zu verdanken, daß das Leben des Patienten gerettet werden konnte.

Im übrigen sind jedoch nicht alle Schlaganfallpatienten für dieses neue Behandlungsverfahren geeignet. „Die Zeit zwischen dem Auftreten der Schlaganfallsymptome und dem Beginn der Behandlung sollte nicht länger als vier Stunden, in Ausnahmefällen sechs Stunden, sein. Geeignet sind vor allem Patienten mit einem schweren Schlaganfall, das heißt mit halbseitiger Lähmung, Sprachstörung und Bewußtseinsstörung“, erklärt Dr. Hünerbein. Zur Zeit könne diese recht komplizierte Behandlungsmethode noch nicht zu jedem Zeitpunkt im Hufeland-Klinikum durchgeführt werden. Bei Klaus Schiller jedenfalls hat aber alles gepaßt.

PM-HKG

 

16.09.2016


15.09.2016: Erhöhte Sichtbarkeit

„Ganz schön helle“: Thüringens Erstkläßler erhalten Warnwesten.

„Ganz schön helle“: Unter diesem Motto verteilen die ADAC-Stiftung „Gelber Engel“ und die Deutsche Post am 15. September bundesweit an 750.000 Schulanfänger in rund 16.000 Grundschulen die leuchtend gelben Sicherheitswesten. Bereits zum siebten Mal jährt sich diese Erfolgsgeschichte. Seit Beginn der Aktion im Jahr 2010 hat die ADAC-Stiftung „Gelber Engel“ mit ihren Unterstützern rund 5,3 Millionen kostenlose Sicherheitswesten an Erstkläßler ausgegeben.

In Erfurt fiel am 15. September der Startschuß für die diesjährige Aktion in Thüringen: die Grundschule am Steigerwald ist eine der über 430 teilnehmenden Schulen des Bundeslandes. Gemeinsam übergaben die Thüringer Ministerin für Bildung, Jugend und Sport, Dr. Birgit Klaubert (Die Linke), Jürgen Lachner, Vorstandsmitglied für Verkehr, Umwelt und Technik des ADAC Hessen-Thüringen, und Schulleiterin Erika Carius den 95 Erstkläßlern die Westen aus reflektierendem Material. Rund 17.000 Erstkläßler und Vorschüler in Thüringen erhalten eine Sicherheitsweste.

Gerade in der dunklen Jahreszeit werden junge Verkehrsteilnehmer häufig übersehen. Reflektoren und Signalfarben erhöhen die Sichtbarkeit: Ein Kind in dunkler Kleidung erkennt ein Autofahrer erst aus 25 Metern Entfernung, mit Sicherheitsweste bereits aus 140 Metern. Jürgen Lachner erklärt: „Eine Sicherheitsweste und helle Kleidung erhöhen die Sichtbarkeit der Abc-Schützen und reduzieren so das Unfallrisiko. Eltern sollten mit ihren Kindern vorab den Schulweg trainieren, so lernen die Erstkläßler die sicherste Route und den Umgang mit Gefahrensituationen kennen.“

Damit die Schulanfänger sicher an das Ziel kommen, gilt für Erwachsene, als gute Vorbilder voranzugehen. Ministerin Dr. Birgit Klaubert betont: „Unsere Kinder sollen einen sicheren Schulweg haben. Die leuchtenden Westen helfen, daß die Schüler sicher in die Schule und wieder nach Hause kommen. Trotzdem gilt unser Appell den Autofahrern, die im Umfeld von Schulen besonders vorsichtig fahren sollten.“

JAN LÜDERS

 

15.09.2016


14.09.2016: „Eine nicht für möglich gehaltene Dimension“

Wirtschaftsrat fordert Rücknahme der Sozialabgabenpflicht auf betriebliche Altersvorsorge.

„Die Stärkung der betrieblichen Altersversorgung ist für uns als Wirtschaftsrat eines der wichtigsten Aktionsfelder. Wir sehen in ihr das wirksamste Mittel, um in Zukunft die leistungstragende Mittelschicht als aktiven Rentenbeitrags- und Steuerzahler von dem immer höher werdenden Bedarfsaufkommen zu entlasten", rückt Andreas Elm von Liebschwitz, Thüringen-Geschäftsführer im Wirtschaftsrat der CDU Deutschland, ein schwelendes Problem in den Blickwinkel der politisch Verantwortlichen.

Hier wisse sich nach seinen Worten der Wirtschaftsrat einer Meinung mit anderen Wirtschaftsverbänden wie beispielsweise der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA): Private und betriebliche Vorsorge anstelle des Rufs nach dem Staat und dessen Transferleistungen. Infolge des weiter absinkenden Rentenniveaus werde die persönliche Vorsorge und somit auch die betriebliche Altersversorgung ein wichtigerer Baustein der Versorgung im Alter werden.

Die demographische Entwicklung betrachtend, wäre es leicht nachvollziehbar, daß bei einem Rentenniveau der gesetzlich versicherten Arbeiter und Angestellten von perspektivisch unter 50 Prozent zusätzliche Vorsorgemaßnahmen notwendig werden. Übrigens stehe dies im Gegensatz zum Rentenniveau der Beamten des Staates, welches sich trotz Senkung bei über 70 Prozent einpendeln werde.

Diese Maßnahmen lägen nicht nur in der Erhöhung des Renteneintrittsalters, sondern auch in den persönlichen und insbesondere in den betrieblichen Vorsorgemaßnahmen.

Deshalb sei es von den derzeitig politisch Verantwortlichen mehr als kontraproduktiv, an dem unter Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) beschlossenen Gesetz bezüglich der nachträglichen Aufhebung der Sozialabgabenfreiheit dieser betrieblichen Vorsorgeleistungen weiter festzuhalten. Zumal viele Jahre lang in staatlichen Werbemaßnahmen die „Sozialabgabenfreiheit" dieser Leistungen hervorgehoben wurde.

Bedauerlich und kurzsichtig wäre zudem, daß eine im Oktober 2015 im Bundestag angeregte Kassation dieser nachträglichen, gesetzlich eingeführten, Sozialabgabenpflicht mehrheitlich abgewiesen wurde. Dies sei wieder einmal ein Beispiel, wie trotz aller Notwendigkeit mit großer Einigkeit in der Politik dieses wichtige Vorhaben der betrieblichen Altersvorsorge mißachtet würde.

Einmal gewährte staatliche Zuschüsse würden nämlich durch den Gesetzgeber nachträglich und rückwirkend über den Umweg der Sozialbeiträge wieder zurückgeführt.

„Der Eingriff des Gesetzgebers in den Bestandsschutz bestehender Verträge stellt hierbei eine vom Wirtschaftsrat nicht für möglich gehaltene Dimension im Wirtschaftsleben des deutschen Rechtsstaates dar!", fordert er für dieses Thema einen Richtungswechsel ein.

In den vier Sektionen Ost-, Süd-, West- und Nordthüringen sowie den drei Stadtsektionen Erfurt, Jena-Saalfeld und Weimar des Landesverbands Thüringen im CDU-Wirtschaftsrat Deutschland pflegen die Mitglieder den Dialog mit der Regional- und Landespolitik. Zudem agieren fünf Landesfachkommissionen in den Bereichen Gesundheitswirtschaft, Wirtschaft und Innovation, Energiepolitik, Personal, Gesellschaft und Soziales sowie Steuern, Haushalt und Finanzen für den fachlichen Austausch mit der Politik.

KARSTEN SEIFERT

 

14.09.2016


14.09.2016: Strukturen weiter ausbauen

Schmiedefeld wird erneut als Erholungsort anerkannt: Erneute Anerkennung hilft bei weiterem Ausbau der Tourismus- und Wintersporttradition.

Die Stadt Schmiedefeld erhält erneut die Anerkennung als staatlich anerkannter Erholungsort durch das Thüringer Wirtschaftsministerium. Die Anerkennungsurkunde geht am 14. September an Bürgermeister Marcus Clauder. „Schmiedefeld hat eine lange Tourismus- und Wintersporttradition. Die erneute Anerkennung soll der Gemeinde helfen, diese Strukturen fortzuführen und weiter auszubauen“, erklärte dazu Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD).

Schmiedefeld erfüllt weitestgehend alle Voraussetzungen, die für die erneute Anerkennung als „staatlich anerkannter Erholungsort“ notwendig sind. Neben den landschaftlichen und klimatischen Bedingungen für einen Erholungsort verfügt die Gemeinde über gute Luftqualität und die geeignete touristische Infrastruktur für Erholung und Freizeit mit einer Touristinformation sowie Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe.

Die Anerkennung erfolgt laut einer Medieninformation des Wirtschaftsministeriums unter der Auflage, „daß die Hotellerie die Drei-Sterne-Klassifizierung in Bezug auf die Ausstattungs- und Servicequalität noch nachweist“. Zudem habe die Gemeinde ein touristisches Entwicklungskonzept erarbeitet und plane, die Beschilderung im Ort auszubauen und die Hotellerie im Rahmen von Veranstaltungen für mehr Qualität zu sensibilisieren.

Schmiedefeld wurde zuletzt im Jahr 2001 und befristet bis April 2016 als Erholungsort staatlich anerkannt.

Schmiedefeld am Rennsteig ist eine Gemeinde im Ilmkreis mit 1750 Einwohnern. Der Ort im Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald liegt auf einer Höhe von etwa 700 Metern und ist etwa 1,5 Kilometer vom Höhenwanderweg Rennsteig entfernt. Im Vergleich zu 2014 sind die Gästezahlen im Jahr 2015 von 5675 auf 6482 gestiegen.

PH-TMWWDG

 

14.09.2016


14.09.2016: Ländliches Ambiente

Rudolstädter Herzgut-Molkerei präsentiert sich in der „Milchstraße“ auf den Grünen Tagen in Erfurt.

Es ist wieder so weit: Vom 16. bis 18. September öffnet Thüringens größte Landwirtschaftsmesse ihre Pforten. Zu den Sponsoren der „Grünen Tage Thüringen“ gehört auch die „FrischeMolkerei“ Herzgut aus Rudolstadt, die mit einem außergewöhnlichen Messeauftritt in Erfurt präsent sein wird. Der Traditionsbetrieb – übrigens die einzige eigenständige Molkereigenossenschaft Thüringens – lockt nicht nur mit köstlichen Milchprodukten, sondern auch mit einem Selfie-Wettbewerb und leckeren Preisen.

Zwei lebensgroße Kühe als Pappaufsteller und eine riesige Fotowand, auf deren Rückseite ein Herzgut-Milchsammelwagen abgebildet ist, sollen am Stand des Unternehmens für Aufsehen sorgen. Hier in typisch ländlichem Ambiente findet auch der Foto-Wettbewerb statt. Gesucht werden die schönsten Selfies mit Kuh Lisbeth oder Conni.

Die Liebe zum Landleben und zur Thüringer Heimat wird bei der Rudolstädter Molkerei ganz großgeschrieben. Das zeigt sich nicht nur bei der Gestaltung des Messeauftritts, sondern kommt auch im klaren Regionalkonzept des Unternehmens zum Ausdruck. „Unsere Rohmilch beziehen wir ausnahmslos von Milcherzeugern direkt aus der Region“, berichtet Geschäftsführerin Rita Weimann. „Jeder Liter Milch wird bei uns tagfrisch verarbeitet. Das macht unsere Milchprodukte so schmackhaft.“ Die besondere Herzgut-Frische kommt an: Die Rudolstädter Produkte wurden bereits mehrfach ausgezeichnet. Erst dieses Jahr erhielt die Molkerei wieder acht Goldmedaillen der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft DLG für ihre Joghurt-Produkte.

Der gute Kontakt zu den Landwirten in der Region ist das große Plus des alteingesessenen Unternehmens. Rita Weimann kennt jeden ihrer Milchlieferanten persönlich. Sie weiß um die Bedingungen vor Ort und ist sich bewußt, welche Mühe und welcher Aufwand mit der Herstellung hochwertiger Rohmilch verbunden sind. „Die enge Zusammenarbeit mit unseren Milchlieferanten ist uns sehr wichtig“, sagt Rita Weimann. „Nur gemeinsam können wir uns in einem schwierigen Marktumfeld behaupten und höchste Qualität garantieren. Beste Rohmilch, kurze Lieferwege und äußerste Sorgfalt bei der Herstellung – das ist das Geheimnis der besonderen Herzgut-Frische. Und die schmeckt man!“

Die Landwirtschaftsmesse „Grüne Tage Thüringen“ ist die größte Agrarmesse im Freistaat und findet alle zwei Jahre statt. 300 Aussteller aus zehn Ländern und über 20.000 Besucher werden erwartet. Das Ausstellungs- und Rahmenprogramm auf dem Erfurter Messegelände deckt die gesamte grüne Branche ab: Tierzucht und Tierhaltung, ländliche Entwicklung, Ernährung, Landmaschinen und Forstwirtschaft, Naturschutz, Gartenbau, Ausbildung und grüne Berufe, Bioenergie und nachwachsende Rohstoffe.

EVA DIX

 

14.09.2016


13.09.2016: „Neue Stufe“

Thüringer Kabinett bringt Programm für familienfreundlichere Kommunen auf den Weg: Sozialministerin Heike Werner (Die Linke) plant, die Familien ins Zentrum der Politik zu rücken.

Das rot-rot-grüne Thüringer Kabinett hat Sozialministerin Heike Werner (Die Linke) am 13. September mit der Ausarbeitung des Landesprogramms „Solidarisches Zusammenleben der Generationen" (LSZ) beauftragt. Zuvor hatte die Ministerin über die bereits laufenden Vorbereitungen unterrichtet. Das Programm soll nach einer Pilotphase im Jahr 2017 im Sommer des Jahres 2018 in Kraft treten.

Sozialministerin Heike Werner betonte vorab, daß die Familienpolitik mit dem Landesprogramm strukturell und inhaltlich auf eine neue Stufe gehoben werde. „Erstens werden die bisher getrennten Förderprogramme für Familien zukünftig unter einem Dach vereint, aufeinander abgestimmt und durch neue Inhalte ergänzt. Zweitens wird die gesamte Förderung deutlich stärker als bisher aus der Sicht von Familien gestaltet, statt der Logik von Verwaltungen zu folgen. Drittens erhalten die Kommunen eine größere Entscheidungsfreiheit, wie und an welcher Stelle sie Leistungen für Familien verbessern wollen."

Angesichts der demographischen Herausforderungen soll das Programm gewährleisten, daß die Kommunen für Familien attraktiv bleiben und noch bestehende Defizite behoben werden. Ziel sei, eine soziale Infrastruktur zu sichern, die sowohl für das Zusammenleben mit Kindern als auch für die Fürsorge der Familien gegenüber den älteren Generationen die Grundlagen gewährleistet und das solidarische Miteinander der Generationen unterstütze.

Nach den Worten der Ministerin zeichnen sich in den ersten Vorgesprächen mit kommunalen Akteuren bereits Schwerpunkte für das Programm ab. Dazu zählten unter anderem die Ausrichtung des öffentlichen Nahverkehrs an den Bedürfnissen von Familien, die Sensibilisierung von Unternehmen für familienfreundliche Arbeitszeiten und Unterstützungsangebote, Weiterbildungsangebote für Ältere, Beratungsangebote zur Pflege, generationsübergreifendes Wohnen, die Mitwirkung von Familien bei der Gestaltung des Wohnumfeldes sowie der Dialog der Generationen.

Mit Blick auf die Vorbereitungsphase bis 2018 wies Ministerin Werner darauf hin, daß diese notwendig sei, um dem Anspruch der umfassenden Beteiligung von Kommunen, regionalen Akteuren und familienpolitisch relevanten Gremien gerecht werden zu können. „Wir verlassen mit dem Landesprogramm das top-down-Prinzip der Familienförderung. Indem wir die Kommunen auf Augenhöhe in die Programmgestaltung einbeziehen, rücken wir die Bedürfnisse der Familien vor Ort ins Zentrum unserer Politik."

Ministerin Werner unterstrich, daß die Bedürfnisse von Familien bisher zu stark aus der jeweiligen Ressortperspektive betrachtet würden. „Statt die Erziehungs-, Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstellen, Einrichtungen der Familienbildung und der Familienerholung, Familienzentren und anderes nach einzelnen Richtlinien zu fördern, sollen die Landkreise und kreisfreien Städte zukünftig zweckgebundene Zuweisungen für soziale Aufgaben erhalten. Die Landkreise und kreisfreien Städte entscheiden dann auf der Grundlage von integrierter Sozialplanung selbst, in welchem Umfang sie vor Ort welche Angebote fördern. Das Land wiederum sichert durch fachliche Empfehlungen und allgemeingültige Standards die Qualität der Förderung.“

Ab Oktober 2016 wird eine Projektgruppe unter Leitung des Sozialministeriums die fachliche Ausgestaltung des Landesprogramms vorantreiben. Neben dem Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, werden die Thüringer Ministerien für Bildung Jugend und Sport (TMBJS) und für Infrastruktur und Landwirtschaft (TMIL), das Institut für Kommunale Planung und Entwicklung (IKPE), der Thüringer Landkreistag, der Städte- und Gemeindebund, der Landesseniorenrat, die Ehrenamtsstiftung, die Stiftung „FamilienSinn", die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG), die Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen e. V., die Lokalen Bündnisse für Familien sowie der Arbeitskreis Thüringer Familienorganisationen (AKF) beteiligt sein.

CORINNA HERRMANN

 

13.09.2016


13.09.2016: Alternative

Möbel Rieger gibt Strom: Erste E-Tankstelle für Mönchenholzhausen wird eröffnet.

In Zukunft können Elektroautos auch in Mönchenholzhausen „betankt“ werden – direkt vor dem Möbelhaus: In Zusammenarbeit mit Amperio Naturenergie bekommt Möbel Rieger in Mönchenholzhausen bei Erfurt am 17. September die erste Elektrotankstelle. Jörg Kallenbach, Referatsleiter für nachhaltige Mobilität im Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz, und Marcus Hellmund von Maxx-solar werden die neue Ladestelle feierlich eröffnen.

„Elektrofahrzeuge werden immer moderner und stellen eine gute Alternative zu Dieselfahrzeugen und Benzinern dar. Leider ist das E-Tankstellen-Netz in Deutschland jedoch noch sehr lückenhaft. Deshalb freuen wir uns, an diesem Standort eine Lücke zu schließen“, so Frank Brose, Hausleiter von Möbel Rieger in Mönchenholzhausen bei Erfurt.

Die neuesten Fahrzeugmodelle von Mercedes, Volvo, und Audi warten am 17. und 18. September auf dem Parkplatz des Unternehmens auf eine Probefahrt. Über zehn verschiedene Automobile, allesamt Elektro- und Hybridfahrzeuge, stehen für die Besucher bereit. Auf unterschiedlichen Parcours können die Fahrleistungen der Elektro- und Hybridautos getestet werden.

PM-PG

 

13.09.2016


12.09.2016: Von den Großeltern übernommen

Thüringer Traditionsgaststätte blickt optimistisch in die Zukunft: Generationenwechsel im „Thüringer Rhönhaus“.

Es ist nicht selbstverständlich, daß die übernächste Generation einen Traditionsbetrieb übernimmt und mit großem Engagement in eine erfolgreiche Zukunft führen will. Im Falle eines der beliebtesten Ausflugsziele in der Thüringer Rhön ist das gelungen: Die Gaststätte „Thüringer Rhönhaus“ wird ab sofort von Stefanie und Jenny Lümpert geführt. Sie übernahmen jetzt offiziell die Geschäftsführung von ihren Großeltern Erika und Hartmut Lümpert.

Vor 26 Jahren hatten die Großeltern der beiden jungen Frauen das „Thüringer Rhönhaus“ erworben und ließen es seitdem als naturnahes und traditionsbewußtes Gasthaus aufleben. Durch die ausgezeichnete Lage am Ellenbogen nutzen vor allem Tagesausflügler, Wanderer, Radfahrer und Ski-Langläufer die Gaststätte als Einkehr, zur Erholung und Übernachtung. Zukünftig möchten die beiden Schwestern durch generationenfreundliche Angebote die naturnahe Erholung für Familien fördern. Die Grundvoraussetzungen sind mit den ruhigen Gästezimmern und den großzügigen Außenanlagen bereits geschaffen. Die Gäste finden im Garten mit Bachlauf und Naturpfad ruhige Orte zum Verweilen. Für Kinder gleicht das Gelände ohnehin einem Abenteuerspielplatz mit vielen Tieren, Pflanzen und zahlreichen Spielmöglichkeiten.

Das „Thüringer Rhönhaus“ gilt als einer der Vorreiter für die Verwendung regionaler Produkte in der Restaurantküche. Erika und Hartmut Lümpert waren mit ihrem Haus seit der Gründung der Dachmarke Rhön als zertifizierter Partnerbetrieb dabei und haben bis zum Schluß aktiv an allen Versammlungen und Aktionen teilgenommen. „Das ,Thüringer Rhönhaus‘ ist für uns als Dachmarke Rhön ein Leuchtturmbetrieb in der Thüringer Rhön“, betonte die Geschäftsführerin der Dachmarke Rhön, Barbara Landgraf, im Rahmen der Feierstunde anläßlich der Geschäftsübergabe. Der gelungene Generationenwechsel werde dafür sorgen, daß das „Thüringer Rhönhaus“ auch weiterhin ein solch beliebtes Ausflugsziel in der Rhön ist, zeigte sich Landgraf optimistisch.

Auch der Vorsitzende der Wirtevereinigung „Aus der Rhön – für die Rhön“ und gleichzeitig Vorstandsmitglied der Dachmarke Rhön, Claus Vorndran, freute sich über den Generationenwechsel. Das „Thüringer Rhönhaus“ sei ein Musterbeispiel für einen regionalen gastronomischen Betrieb, hob er hervor.

Stefanie und Jenny Lümpert versprachen vor den zahlreichen Ehrengästen, das urige Haus mit dem weitläufigen Grundstück, den Nebengebäuden und den typischen Rhöner Traditionen für die Zukunft zu erhalten und weiterhin als attraktives Ausflugsziel zu etablieren. Stefanie Lümpert ist von Beruf staatlich geprüfte Betriebswirtin für das Hotel- und Gaststättengewerbe, Jenny Lümpert gelernte Hotelfachfrau und Köchin. Die beiden Schwestern sind von Beginn an mit in die Gastwirtschaft hineingewachsen. „Da das Herz unseres Hauses für die Region schlägt, achten wir stets darauf, weitgehend frische Produkte direkt aus der Region zu verwenden. Wir werden der Dachmarke Rhön auch in Zukunft die Treue halten“, betonte Stefanie Lümpert. Für den hohen regionalen Wareneinsatz in der Küche wurde das „Thüringer Rhönhaus“ von der Dachmarke Rhön bereits mit den begehrten drei Silberdisteln im Bereich Gastronomie und Hotellerie ausgezeichnet.

Zu erreichen ist das Thüringer Rhönhaus zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Bus oder dem Pkw. Die Parkplätze befinden sich direkt auf dem Gelände. Die Gästezimmer können spontan angefragt oder im Vorfeld gebucht werden.

CARSTEN KALLENBACH

 

12.09.2016


12.09.2016: Auswertung

Barmer GEK Thüringen stellt fest: Langzeitstudenten zeigen stark erhöhtes Depressionsrisiko.

Je länger das Studium dauert, desto mehr Studenten leiden an einer Depression. Dies geht aus einer repräsentativen Auswertung von Patientendaten der Barmer GEK aus dem Jahr 2015 hervor. Der Gesundheitsreport widmet sich in diesem Jahr in einem Schwerpunkt den Erkrankungen junger Berufstätiger und Studenten. Vor allem Frauen leiden demnach im Studium verstärkt unter Depressionen und depressiven Episoden: Während die Diagnoserate im Alter von 21 bis 25 Jahren noch bei rund sechs Prozent liegt, sind unter den 26- bis 30jährigen Studentinnen bereits doppelt so viele betroffen. Auch bei den Männern steigt die Zahl der Betroffenen mit der Studiendauer – wenn auch auf niedrigerem Niveau. Auffällig ist dieses Phänomen vor allem im Vergleich zu jungen Berufstätigen. Bei diesen nehmen Depressionen nicht so stark zu.

„Sowohl nach Auswertungen zu Diagnosen als auch nach den Zahlen der Verordnungen von Antidepressiva ist davon auszugehen, daß ein Studium im fortgeschrittenen Alter mit einem erhöhten Risiko für Depressionen verbunden ist“, so Robert Büssow, Sprecher der Barmer GEK in Thüringen, zur Auswertung der Zahlen.

Bis auf psychische Erkrankungen fällt der Vergleich zwischen Berufstätigen und Studierenden bei den allermeisten Krankheiten jedoch ganz anders aus: Studierende haben in der Regel weniger Infektionen, weniger organische Erkrankungen, weniger Rückenschmerzen, weniger Verletzungen. „Daraus zu schließen, daß Berufstätige kränker sind oder Arbeit gar krank macht, ist aber nicht plausibel. Vielmehr steckt dahinter vor allem die Pflicht zur Abgabe einer Arbeitsunfähigkeitsmeldung. Während Berufstätige auch bei leichteren Erkrankungen einen Arzt aufsuchen müssen, um sich krankschreiben zu lassen, können sich Studierende in der Regel auch ohne Arztbesuch und Krankschreibung auskurieren“, so Büssow. Diese Erklärung deckt sich auch damit, daß schwere Erkrankungen etwa der Schilddrüse oder Neubildungen (Tumore) in beiden Gruppen auf ähnlich (niedrigem) Niveau auftreten.

„Als Fazit unserer Auswertung appellieren wird an die Firmen in Thüringen, ihre Gesundheitsangebote nicht nur auf ältere Beschäftige zu richten. Im Sinne wirksamer Prävention lohnt es sich, so früh wie möglich anzufangen und die Gesundheitskompetenz der Mitarbeiter zu stärken“, so Robert Büssow.

PM-BGEKT

 

12.09.2016


11.09.2016: Einteilung

Nordhäuser Geotechniker kartieren Erdfälle.

Immer wieder kommt es im Südharz zu Erdfällen. Erst Anfang des Jahres öffnete sich die Erde in Nordhausen-Salza. Im tiefen Einsturzkrater verschwanden Fundamente und Mauern, zwei Gebäude wurden stark beschädigt. Nicht jedesmal geht es so glimpflich aus, schon häufig waren auch Opfer zu beklagen. Was ist der Grund, daß sich plötzlich die Erde auftut? Kann dies überall geschehen? Und könnte man einen Erdfall vorhersagen? Diesen Fragen gingen die Studierenden der Geotechnik an der Nordhäuser Hochschule nun auf den Grund, indem sie historische Berichte auswerteten, geologische Karten studierten und Sachverständige befragten.

In detektivischer Kleinarbeit konnten sie schließlich die Schadensfälle mit den geologischen Vorgaben in Verbindung bringen und Nordhausen in gefährdete und ungefährdete Bereiche einteilen. Auch zur Frage der Vorhersage haben sich die angehenden Geotechnikerinnen und Geotechniker geäußert. Als besonders innovative Lösung wurde vorgeschlagen, für größere Gebiete geophysikalische Messungen mit einem Quadrocopter (einer Drohne) durchzuführen. Dies wäre wohl der weltweit erste Versuch, Erdfallgefahren in Siedlungsgebieten mit Drohnen vorherzusagen. „Wir versuchen mit unseren Studierenden immer wieder, aktuelle Fragen aufzugreifen und praktische Lösungen zu finden“, betont Diplom-Geologe Norbert Stuth vom Geotechnik-Team der Hochschule Nordhausen. Prof. Dr. Dieter Genske ergänzt: „Das Geotechnik-Studium in Nordhausen definiert sich im Schnittfeld von Geologie und Bautechnik und hat daher ein besonders angewandtes Profil.“ Die Hochschule Nordhausen bietet den einzigen Bachelorstudiengang der reinen Geotechnik in Deutschland an. Bis Ende September können sich Schulabgänger und Interessierte noch für das Studium der Geotechnik einschreiben.

TINA BERGKNAPP

Erdfall bei Rottleben: Was ist der Grund, daß sich plötzlich die Erde auftut?

Foto: R. HAHNEMANN

Nordhäuser Studierende der Geologie während der Feldarbeit: Versuch, praktische Lösungen zu finden.

Foto: N. STUTH

11.09.2016


10.09.2016: Ertragsschätzungen

Thüringer Obstbauern erwarten eine überdurchschnittliche Apfelernte.

Die auf Marktobstbau ausgerichteten Thüringer Obstbaubetriebe rechnen für dieses Jahr bei Äpfeln mit einem Ertrag von 35,1 Tonnen je Hektar. Damit läge der Flächenertrag bei der gerade begonnen Ernte um 19 Prozent über dem langjährigen Mittel der Jahre 2010/2015, gleichzeitig jedoch um 12 Prozent unter dem Rekordertrag des Jahres 2014 (40,1 Tonnen je Hektar). Die ertragsfähige Fläche für Äpfel erhöhte sich nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik gegenüber dem Vorjahr um 28 Hektar (+2,6 Prozent) auf 1090 Hektar.

Nach ersten Berechnungen wird die diesjährige Erntemenge von 38.300 Tonnen Äpfeln um knapp 13 Prozent über der des Jahres 2015 (34.000 Tonnen) liegen.

Bei Birnen, die in Thüringen auf lediglich 15 Hektar Obstfläche reifen, rechnen die Obstbauern mit einem deutlich über Vorjahresniveau liegenden Hektarertrag von 14,9 Tonnen je Hektar (2015: 9,4 Tonnen je Hektar). Das langjährige Mittel der Jahre 2010/2015 (8,7 Tonnen je Hektar) würde damit deutlich übertroffen werden (+72 Prozent).

Gleiches gilt für die Erntemenge, die insgesamt 217 Tonnen betragen würde (2015:139 Tonnen; 2010/2015: 162 Tonnen).

Wie die Statistiker ermittelt haben, wurde die Kirschernte 2016  mit einem guten Ergebnis abgeschlossen. Bei Süßkirschen wurde ein Ertrag von 9,1 Tonnen je Hektar erreicht. Damit lag der Flächenertrag um 23 Prozent über dem Vorjahresniveau (7,4 Tonnen je Hektar) und 40 Prozent über dem langjährigen Mittel der Jahre 2010/2015 (6,5 Tonnen je Hektar). Die ertragsfähige Fläche für Süßkirschen stieg gegenüber dem Vorjahr um sieben Hektar (+2,9 Prozent) auf 255 Hektar. Insgesamt wurden in diesem Jahr 2 300 Tonnen Süßkirschen gepflückt (2015: 1 800 Tonnen).

Für Sauerkirschen wurde ein Hektarertrag von 11,5 Tonnen ermittelt. Der Ertrag lag damit um 12 Prozent unter dem sehr guten Ertrag von 2015 (13,1 Tonnen je Hektar). Das langjährige Mittel der Jahre 2010/2015 (9,1 Tonnen je Hektar) wurde dagegen um 26 Prozent übertroffen. Die ertragsfähige Fläche stieg gegenüber 2015 leicht um zwei Hektar beziehungsweise ein Prozent auf 206 Hektar an.

Gepflückt wurden im Jahr 2016 insgesamt 2400 Tonnen Sauerkirschen. 99 Prozent der Ernte wurde industriell verarbeitet und ein Prozent gelangte frisch an die Verbraucher.

PM-TLS

 

10.09.2016


09.09.2016: „Mann aus der Praxis“

Auszeichnung des Deutschen Stahlbaues 2016 geht an den Thüringer Hans-Ulrich Batzke.

Die „Auszeichnung des Deutschen Stahlbaues 2016“ geht an Hans-Ulrich Batzke. Der Preis wird seit mehr als vier Jahrzehnten im Zwei-Jahres-Rhythmus an Persönlichkeiten verliehen, die sich in besonderer Weise in den Bereichen Innovation, Technik oder Wirtschaft um das Bauen mit Stahl verdient gemacht haben. Die Auszeichnung wird im Rahmen des 38. Deutschen Stahlbautages in Würzburg überreicht.

In der Begründung erklärte die Jury, daß Hans-Ulrich Batzke als vielseitig engagierter „Mann aus der Praxis“ mit seiner unternehmerischen Laufbahn die beeindruckt habe. Weiter heißt es: „Die Fachjury erkennt Herrn Batzke für sein Lebenswerk, die intensive und zielstrebige Entwicklung eines Stahlbauunternehmens mit zukunftsfähiger Strategie und sein Engagement in der Verbandsarbeit die Auszeichnung des Deutschen Stahlbaues 2016 zu.“

Batzke gehöre zu den aktivsten, langjährigen Mittelständlern des Deutschen Stahlbaus. Unter seiner Führung sei es der RSB Rudolstädter Systembau GmbH gelungen, innovative Einsatzfelder zu besetzen und dort bis zum heutigen Tage aktiv und führend tätig zu sein.

Wesentlich für seine aktive Tätigkeit sei es zudem immer gewesen, den Zusammenhang zwischen Stahlbaupraxis im weitesten Sinne, technischer Entwicklung und wissenschaftlicher Forschung zu sehen und zu fördern. „Ihm gelang es, mehrere Forschungsaktivitäten in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Universitäten, insbesondere der Bauhaus- Universität Weimar und der TU Darmstadt, voranzutreiben. In diesem Zusammenhang sind insbesondere seine Aktivitäten zu nennen, den Stahlbau auf dem Gebiet des Wohnungsbaus für energieeffiziente und nachhaltige Gebäude voranzubringen. Hier ist er bis heute sehr aktiv tätig. Batzke ist eine der Persönlichkeiten in Thüringen bei der Organisation der Internationalen Bauausstellung 2019.“

Hans-Ulrich Batzke habe sich stets aktiv und hochmotiviert in die ehrenamtliche Tätigkeit im Deutschen Stahlbau-Verband DSTV eingebracht. Im letzten Jahrzehnt habe er, auch als Präsident des DSTV in herausfordernden Zeiten mit sehr viel Engagement gewirkt. Teilweise schon in der Zeit seines Ruhestandes sei er eine treibende Kraft bei der Zusammenführung des Bauforumstahl und des Deutschen Stahlbau-Verbandes gewesen. Insgesamt sei Ulrich Batzke eine herausragende Persönlichkeit, die gesellschaftlich immer sehr präsent und mit Blick auf die Entwicklung der Stahlbauweise sehr öffentlichkeitswirksam tätig sei.

Hans-Ulrich Batzke, Jahrgang 1941, studierte Konstruktiven Ingenieurbau an der Hochschule für Bauwesen in Leipzig. Nach einer Zeit als Statiker und Planungsingenieur in Jena arbeitete er als Konstruktionsleiter im VEB Stahlbau Rudolstadt. Seit 1990 ist er Geschäftsführender Gesellschafter des reprivatisierten VEB Stahlbau Rudolstadt mit heute 140 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 30 Millionen Euro.

Seit 1991 ist Hans-Ulrich Batzke aktives Mitglied im Deutschen Stahlbauverband DTSV und dort Leiter verschiedener Arbeits- und Fachausschüsse. Im Jahr 2001 wurde er in den Vorstand berufen. Von 2010 bis 2012 war er Vizepräsident des Deutschen Stahlbauverbandes DSTV, wo er 2013 zum Ehrenmitglied ernannt wurde. 2015 erhielt er den BVMW-Mittelstandspreis „Thüringer Unternehmer des Jahres“ als Ehrenpreis für sein Lebenswerk.

Bauforumstahl (BFS) fördert das Bauen mit Stahl und ist ein Forum rund um Architektur, das ressourceneffiziente und wirtschaftliche Planen und Bauen sowie das Normenwesen. Es repräsentiert rund 500 Mitglieder entlang der gesamten Prozeßkette: Stahlhersteller, Stahlhändler, Stahlbauer, Zulieferer, Feuerverzinkungsbetriebe, Rohstoffanbieter und Hersteller von Brandschutzbeschichtungen, Planende sowie Vertreter der Wissenschaft. Die Gemeinschaftsorganisation bietet unabhängige Beratung und Wissenstransfer und ist eine offene Plattform für vielfältigste Aktivitäten.

CHRISTA BRÜSTER

09.09.2016


08.09.2016: Meerblick

Thüringer Balkonbauspezialist Bonda entwirft neuartiges Balkonsystem für Großprojekt am ehemaligen KdF-Gebäude Prora auf Rügen.

Mit einem Großauftrag verwandelt die Bonda Balkon- und Glasbau GmbH den „Koloß von Prora“ in ein exklusives Wohnobjekt. Mit der Entstehung von hochwertigen Eigentums- und Ferienwohnungen wird das berühmte Gebäude in Prora auf Rügen einer neuen Nutzung zugeführt. Der Thüringer Balkonbauspezialist Bonda ermöglicht mit freitragenden Glanzglas-Balkonen den perfekten Meerblick.

Mit einer Länge von 4,5 Kilometern und einer traumhaften Lage am schönsten Strand auf Rügen, der „Prorer Wiek“, wurde das ehemalige Kdf-Gebäude als Seebad für das Volk geplant. Die Organisation „Kraft durch Freude“ (KdF) baute in den Jahren 1936 bis 1939 den „Koloß von Prora“, dessen Wohnungen allesamt einen Blick auf das offene Meer bieten sollten.

Die Anlage am Strand von Prora wird nun neu gestaltet und seiner ursprünglich geplanten Nutzung zugeführt. Es entstehen hochwertige Eigentums- und Ferienwohnungen mit Blick auf das Meer. Die Bonda Balkon- und Glasbau GmbH konstruierte für das besondere Projekt in kürzester Zeit ein völlig neuartiges Balkonsystem. Der Auftrag: freitragende Balkone mit Ganzglas-Brüstung. Um den Anforderungen gerecht zu werden, konstruierten die Ingenieure und Planer des Wachstedter Unternehmens hierfür spezielle Halterungen.

Der Balkonbauspezialist aus dem thüringischen Eichsfeld wird im November den ersten Bauabschnitt montieren, bis Anfang 2017 ist der zweite Abschnitt geplant. Bonda produziert für den ersten Bauabschnitt insgesamt 180 Balkone mit spezieller Glanzglas-Brüstung und einer neuartigen Halterung für die gewünschte Montage ohne Stützen. Damit wird ein modernes, hochwertiges und klares Design geschaffen, welches ein exklusives Wohnflair vermitteln soll. Wie der Hersteller mitteilte, werden sich die Balkone perfekt in die Architektur und die Fassade des Gebäudes einfügen und ein harmonisches Bild schaffen. Glanzglas werde eine luxuriöse und elegante Optik vermitteln und einen freien Blick auf das Meer ermöglichen.

Das ehemalige KdF-Gebäude wurde als das längste, zusammenhängende Gebäude von dem Kölner Architekten Clemens Klotz entworfen und 1937 in Paris mit dem Grand Prix ausgezeichnet. Mit klaren, zeitlosen und modernen Linien ist die Inspiration durch den Architekten Le Corbusier spürbar.

Doch die Anlage ging nie wie geplant in Betrieb. Von 1936 bis 1939 wurde das Seebad für das Volk gebaut. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurden die Bauarbeiten jedoch eingestellt und das Gebäude für „kriegswichtige Zwecke“ genutzt. Während DDR-Zeiten nutzte die Nationale Volksarmee (NVA) das Gebäude, später die Bundeswehr. Nun entstehen an diesem geschichtsträchtigen Ort hochwertige Eigentums- und Ferienwohnungen.

PM-BBGG

 

08.09.2016


08.09.2016: „Zügige Umsetzung"

Thüringer Wirtschaftsministerium fördert Ausbau von Abwasseranlagen des Gewerbegebiets Poschwitz in Altenburg: Knapp 4,8 Millionen Euro werden bereitgestellt.

Mit knapp 4,8 Millionen Euro fördert das Thüringer Wirtschaftsministerium den Ausbau der Abwasseranlagen des Gewerbegebiets Poschwitz in Altenburg. Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) übergab am 7. September den Förderbescheid an Michael Wolf (SPD), Oberbürgermeister der Stadt Altenburg,. „Die Erweiterung ist notwendige Voraussetzung für die Sicherung und weitere Entwicklung des Standortes“, so Tiefensee. „Durch die Maßnahmen werden nicht nur die Erweiterungen der ansässigen Betriebe ermöglicht, sondern auch die Voraussetzung für weitere Ansiedlungen geschaffen.“

Mit dem Ausbau werden sowohl die Kapazitäten für den Schlachthof und die Senffabrik erweitert als auch die Infrastruktur für weitere gewerbliche Flächen geschaffen. Die Investitionskosten des Ausbaus belaufen sich auf etwa 5,6 Millionen Euro. Die Bauarbeiten haben bereits begonnen und sollen bis Ende 2018 abgeschlossen sein. Tiefensee bedankte sich für die außergewöhnlich zügige Erarbeitung des Projektes und des Fördermittelantrages: „Eine vorbildliche Kooperation der Maßnahmenträger, der Stadt, des Landkreises und des Wirtschaftsministeriums ermöglichen nun die zügige Umsetzung."

Schwerpunkt des Gesamtvorhabens ist die Erweiterung des Schmutzwasserableitungssystems zur Kläranlage und des vorhandenen Trennsystems im nördlichen Bereich. Dafür soll ein Pumpwerk errichtet werden, das das Schmutzwasser aus dem südlichen Bereich des Gewerbegebietes fördert. Zudem soll ein Regenwasserkanal an der Remsaer Straße um einen Zwischenspeicher erweitert werden, um bei Starkregen den Abfluß zu drosseln. Mit dem Ausbau der Abwasseranlagen wird ein vollautomatischer Betrieb gewährleistet. Die Erschließung der Flächen an der Straße „Am Poschwitzer Park“ ermöglicht perspektivisch weitere Ansiedlungen.

Im Gewerbegebiet Poschwitz sind gegenwärtig auf einer Fläche von etwa 31 Hektar etwa 30 Unternehmen verschiedener Branchen mit über 700 Arbeitsplätzen ansässig, darunter die Altenburger Senf und Feinkost GmbH und der Schlachthof Altenburg als größte Arbeitgeber.

PH-TMWWDG

 

08.09.2016


07.09.2016: „Technische Meisterleistung“

Thüringer Perle des Wasserbaus wird „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst“.

Am 16. September 2016 wird die Bleilochtalsperre als erstes Thüringer Bauwerk in die Reihe der „Historischen Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst“ aufgenommen.

Die Auszeichnung wird von der Bundesingenieurkammer und der Ingenieurkammer Thüringen verliehen. Zur  feierlichen Tafelenthüllung an der Staumauer wird Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) erwartet.

Die Bleilochtalsperre bei Saalburg ist Bestandteil der nahezu 80 Kilometer langen, fünffach gestuften Saalekaskade. Bei Vollstauung hat ihr Stausee eine Fläche von 9,5 Quadratkilometern. Mit dem daraus resultierenden Stauvolumen von 212,1 Millionen Kubikmetern ist die Bleilochtalsperre die größte Talsperre in Deutschland. Ihre Staumauer ist eine Gewichtsstaumauer mit gekrümmter Achse, die über der Gründungssohle 65 Meter hoch ist und deren Mauerkrone eine Länge von 208,50 Metern hat. Mit den beiden im Kraftwerksgebäude befindlichen Francisturbinen wird bei einem Wasserdurchfluß von 180 Kubikmetern pro Sekunde eine Leistung von 80 Megawatt erzeugt.

In der Begründung zur Titelverleihung heißt es: „Die Bleilochtalsperre ist ein beeindruckendes Ingenieurbauwerk, das seit seiner Fertigstellung im Jahr 1932 einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz, zur Trink- und Brauchwassergewinnung und zur Stromerzeugung leistet. Der Bau der Talsperre war eine technische Meisterleistung, die wesentlich zur Weiterentwicklung des Talsperrenbaus beigetragen hat.“

Die zwischen 1926 und 1932 erbaute Staumauer der Bleilochtalsperre war die erste in Deutschland, die aus Gußbeton ohne Blocksteineinlagen gebaut wurde. In  umfangreichen Voruntersuchungen wurde von den planenden Ingenieuren die geeignete Betonmischung für die Talsperre entwickelt. Beim Bau wurde der Beton auf einer zweigeschossigen Betonierbrücke hergestellt und über maximal 40 (!) Meter lange Fallrohre und sogenannte Gießflieger verteilt. Das Betoniersystem war mit einer maximalen Tagesleistung von 1514 Kubikmetern Beton für damalige Verhältnisse äußerst leistungsfähig.

Der Einbau zahlreicher Meßgeräte ermöglichte es den Ingenieuren während des Baus, Rißbildungen rechtzeitig zu erkennen und zu sanieren, so daß die Staumauer der Bleilochtalsperre bis heute dicht und standsicher ist. Die von den Meßgeräten gelieferten Werte bildeten darüber hinaus eine wichtige Grundlage für die weitere Entwicklung der Betontechnologie im Staumauerbau.

Aus Anlaß der Titelverleihung gibt die Bundesingenieurkammer ein Buch über die Bleilochtalsperre heraus. Das reich bebilderte, 100 Seiten umfassende Werk wurde von Prof. Helmut Martin verfaßt und erscheint als Band 19 der Schriftenreihe „Historische Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland.“

Die Auszeichnungsreihe „Historische Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst“ wird vom Bundesministerium, für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit unterstützt.

JOST HÄHNEL

 

07.09.2016


06.09.2016: Leihgabe

Erfurter Hochzeitsring reist nach New York.

Das New Yorker „Metropolitan Museum of Art“, kurz Met, präsentiert vom 26. September 2016 bis zum 8. Januar 2017 den Erfurter Hochzeitsring. Die Leihgabe ist Teil der Ausstellung „Jerusalem 1000 – 1400: Every People Under Heaven“. Die hochkarätige Ausstellung beleuchtet, welche Schlüsselrolle die Heilige Stadt Jerusalem in der Entwicklung der Kunst des europäischen Mittelalters vom Jahr 1000 bis 1400 gespielt hat.

Mehr als 200 museale Kunstwerke aus der ganzen Welt werden in New York ausgestellt – darunter der Erfurter Hochzeitsring. Seine fein gearbeitete gotische Architekturdarstellung kann als der im Jahre 70 nach Christus von den Römern zerstörte Tempel in Jerusalem gedeutet werden.

Mit seiner künstlerisch und materiell hoch anspruchsvollen Ausführung ist der Hochzeitsring das wichtigste Stück im Erfurter Schatz und repräsentiert ab September Erfurt in einer der außergewöhnlichsten Ausstellungen des Jahres. „Die Präsentation des Hochzeitsrings in New York ist eine große Ehre für unsere Stadt und eine ausgezeichnete Werbung für das Museum Alte Synagoge“, sagt Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD).

Im Museum Alte Synagoge wird der bei den Besuchern beliebte Ring dennoch kontinuierlich präsent sein: Zunächst mit einer originalgetreuen Replik und ab Mitte September in Form einer eigens gefertigten holographischen Projektion, die den Besuchern völlig neue Blicke auf die feingliedrige Goldschmiedearbeit ermöglicht.

Das „Metropolitan Museum of Art“ im New Yorker Stadtteil Manhattan ist das größte Kunstmuseum der Vereinigten Staaten und zählt mit einer der bedeutendsten kunsthistorischen Sammlungen der Welt über fünf Millionen Besucher pro Jahr.

PM-SVE-ASE

 

06.09.2016


05.09.2016: „Gesamtpolitische Aufgabe“

„Nur so kann Integration gelingen“: Thüringens Wohnungswirtschaft begrüßt Wohnsitzauflage für Flüchtlinge.

„Thüringens Wohnungswirtschaft stellte vergangenes Jahr einer Vielzahl von Flüchtlingen Wohnraum. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Jetzt geht es um Integration. Die kann nur gelingen, wenn wir Planungssicherheit durch eine Wohnsitzauflage für Flüchtlinge haben“, erklärt Constanze Victor, Direktorin des Verbandes der Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft. Beschließt Thüringen die Regelung am 13. September, kann es künftig den Umzug von Flüchtlingen in bestimmte Städte oder Regionen verbieten. Die Auflage gilt nicht für Flüchtlinge, für die ein Umzug nötig wird, um einen Job, einen Ausbildungs- oder Studienplatz anzutreten.

Für den Verband biete die Wohnsitzauflage ausschließlich Vorteile – sowohl für Unternehmen als auch für die Flüchtlinge. So verursache das kurze Verweilen der Flüchtlinge aktuell hohe Personal- und Verwaltungskosten bei Wohnungsunternehmen und bei Behörden. Es sei nahezu unmöglich, innerhalb von wenigen Wochen oder Monaten den Wechsel von Wohnungen zu organisieren.

„Viel wichtiger aber ist: Nur wenn die Flüchtlinge langfristig an einem Ort verweilen, können sie sich bei uns einleben. Ohne Wohnsitzauflage wird die Binnenwanderung in die ohnehin oft überfüllten Ballungsräume weiter verstärkt – und verteilt sich nicht strukturiert zum Beispiel in die nähere Umgebung der Städte“, sagt Constanze Victor. Sie sieht hier die Politik in der Verantwortung, die Flüchtlinge nach ihrer Anerkennung am Standort weiter zu betreuen. „Die Wohnsitzauflage ist ein Schritt in die richtige Richtung. Doch die Regelung allein reicht nicht. Derzeit stellt Thüringens Wohnungswirtschaft Wohnraum und übernimmt gleichzeitig die Integration der Flüchtlinge. Auf Dauer gehört das nicht zu den originären Aufgaben eines Wohnungsunternehmens. Dies muß eine gesamtpolitische Aufgabe sein. Hier ist die Politik dringend gefordert“, so die Verbandsdirektorin aus Erfurt. Der Verband schlägt deshalb vor, die Wohnsitzauflage an einen Pflichtsprachkurs und eine kontinuierliche Betreuung zu koppeln. Dafür sollten die Kommunen mehr Gelder zur Verfügung erhalten.

Auch für Thüringens Wohnungswirtschaft sei es ein Anliegen, stabile Mietverhältnisse zu entwickeln und die Flüchtlinge zu integrieren. Ohne eine Wohnsitzauflage und soziale Betreuung gehe das jedoch nur sehr schwer. Aktuell würden sich auf privater Ebene Mieter, Mieterbeiräte und Hauswärter für die Integration engagieren. Wohnungsunternehmen organisieren interkulturelle Schulungen, trainieren Mitarbeiter für den Umgang mit anderen Kulturen und kooperieren mit Jobcenter, Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer, ZiM und vielem mehr.

Landespolitik müsse diesen Prozess stärker unterstützen als bisher. „Die Politik fordert, daß wir Flüchtlingen bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung stellen. Wir kommen dieser gesellschaftspolitisch wichtigen Aufgabe nach. Doch es kann nicht sein, daß unsere Unternehmen mit der Integration der oft traumatisierten Menschen aus anderen Kulturen allein gelassen werden. Hier sind Sozialarbeiter und keine Wohnungswirtschaftler nötig. Dafür muß der Freistaat zeitnah ausreichend Mittel und Ressourcen zur Verfügung stellen“, appelliert Constanze Victor.

SWENIA TEICHMANN

 

05.09.2016


05.09.2016: Neue Aufgabe

Von Förderung zu Festival: Nicola Jones wird neue Geschäftsführerin der Deutschen Kindermedienstiftung „Goldener Spatz“.

Nicola Jones wird die neue Geschäftsführerin der Deutschen Kindermedienstiftung „Goldener Spatz“ und künstlerische Leiterin des gleichnamigen Festivals. Sie wird ihr Amt am 24. Oktober antreten und den Staffelstab von der bisherigen Chefin Margret Albers übernehmen. Angelika Heyen von der Thüringer Landesmedienanstalt (TLM), die Vorsitzende des Präsidiums, erklärte: „Wir sind sehr glücklich, mit Nicola Jones eine so erfahrene und gut vernetzte Projektmanagerin gefunden zu haben und freuen uns schon auf die Zusammenarbeit.“

Nach ihrem Studium der Kommunikations- und Medienwissenschaft mit dem Schwerpunkt Medienpädagogik an der Universität Leipzig begann Nicola Jones ihre berufliche Laufbahn als Consultant im Bereich Filmförderung bei der PwC Deutsche Revision AG. 2004 wechselte sie zur Filmförderungsanstalt (FFA), wo sie zunächst als Förderreferentin im Bereich Produktionsförderung und seit 2007 als Referentin des Vorstandes und Ansprechpartnerin für internationale Filmbeziehungen tätig war.

Über ihre neue Aufgabe sagt die 41jährige gebürtige Hallenserin: „Das Thema Kinderfilm und Medien war schon in meinem Studium ein zentraler Schwerpunkt. Darüber hinaus gab es auch in meiner beruflichen Laufbahn immer wieder Berührungspunkte mit Kindermedien. Ich freue mich deshalb außerordentlich auf diese neue und spannende Herausforderung - und vor allem darauf, die erfolgreiche Arbeit dieses ganz besonderen Festivals mit dem bewährten Team fortzusetzen."

In der Deutschen Kindermedienstiftung „Goldener Spatz“ arbeiten MDR, ZDF, RTL, die Thüringer Landesmedienanstalt, die Mitteldeutsche Medienförderung sowie die Stadt Gera und die Landeshauptstadt Erfurt zusammen.

PM-DKMS GS

 

05.09.2016


04.09.2016: „Massiver Umbruch“

Das Ergebnis der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern sorgt auch in Thüringen für Kopfzerbrechen. Die Geschäftsführerin der Thüringer CDU spricht von einer „gewaltigen Herausforderung“ und gibt die Devise aus: „Denen, die bei uns waren oder für uns erreichbar sind, müssen wir ein politisches Angebot machen“.

„Dieses Wahlergebnis ist eine gewaltige Herausforderung für die CDU.“ Das hat die Geschäftsführerin der CDU Thüringen, Evelin Groß, zum Ergebnis der Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern erklärt. Aus der dortigen Landtagswahl am 4. September ging die SPD trotz deutlicher Verluste gegenüber der letzten Wahl mit 30,6 Prozent als Sieger hervor. Die AfD erreichte aus dem Stand über 20 Prozent und verdrängte damit die CDU, die lediglich auf 19 Prozent kam, auf den dritten Platz. Auch die Partei Die Linke mußte als nur noch viertstärkste Kraft deutliche Verluste hinnehmen. Die Bündnisgrünen verpaßten gar den Einzug ins Parlament, weil sie an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterten.

Die Zahlen aus dem nordostdeutschen Bundesland bestätigen laut Evelin Groß den massiven Umbruch in der deutschen Parteienlandschaft. Rechte und linke Flügelparteien repräsentieren nach ihren Worten inzwischen gut ein Drittel der Wählerschaft, während die Parteien der politischen Mitte in Summe rund zwölf Prozent abgegeben haben. Vorrangige Aufgabe der Parteien in Mecklenburg-Vorpommern sei es nun, dem Land eine stabile Regierung zu geben. „Die Präferenz der Wähler liegt dabei ganz klar auf einer SPD-CDU-Koalition“, sagte Groß.

Nach den Worten der Landesgeschäftsführerin der freistaatlichen Christdemokraten „muß die CDU bis zu den Bundestagswahlen um die Wähler kämpfen, die sich Parteien zuwenden, die populistische Parolen, jedoch keine Lösungen zu bieten haben“. Aufgabe der Union sei es, ihre Politik zur dauerhaften und deutlichen Reduzierung der Flüchtlingsströme auch entschlossen zu vertreten. „Es ist offensichtlich, daß dieses Thema den Landtagswahlkampf massiv überlagert hat. Doch die Asylpakete oder das Integrationsgesetz sind anscheinend nicht ausreichend bei den Bürgern angekommen.“ Die CDU muß laut Groß darüber hinaus als Volkspartei in der Mitte wieder besser in ihrer ganzen Breite erkennbar werden.

Für die Geschäftsführerin zeigt das Ergebnis der AfD erneut, „daß diese Partei nicht allein oder gar in erster Linie ein Problem der CDU ist. Sie hat 34 Prozent aus dem Nichtwählerbereich gewonnen, 33 Prozent von früheren Wählern des rot-rot-grünen Spektrums und 16 Prozent von der CDU. Denen, die bei uns waren oder für uns erreichbar sind, müssen wir ein politisches Angebot machen“, so Groß.

PM-CDUT

 

04.09.2016


03.09.2016: Jubiläum

Seit zehn Jahren befindet sich die deutsche Niederlassung des Unternehmens Dr. Schär in Apolda. Dieses Jubiläum wurde gemeinsam mit Mitarbeitern, ihren Familien und Partnern aus der Region gebührend gefeiert.

Seit 35 Jahren engagiert sich Dr. Schär für Menschen mit speziellen Ernährungsbedürfnissen. Am 3. September 2016 feierte die deutsche Niederlassung des europäischen Marktführers für glutenfreie Ernährung ihr zehnjähriges Jubiläum. Deshalb lud das Familienunternehmen am Tag der offenen Betriebe zum Grillfest für alle Mitarbeiter und ihre Familien sowie die Partner aus der Region. Dabei wurden auch etliche Mitarbeiter für ihre 10jährige Betriebszugehörigkeit geehrt. „Dr. Schär findet in Apolda ideale Bedingungen, wir fühlen uns sehr wohl in Thüringen und möchten Danke sagen“, so Richard Stampfl, Geschäftsführer Dr. Schär Deutschland.

2006 wurde das Werk in Thüringen, in der Glockengießerstadt Apolda in Betrieb genommen. Hier sind inzwischen mehr als 120 Mitarbeiter im Einsatz, die vor allem glutenfreies Brot und Brötchen für den internationalen Markt produzieren. Diese Kernkompetenz baut der Standort Apolda mit regelmäßigen Investitionen in das Betriebsgelände weiter aus: 35 Millionen Euro wurden bisher investiert.

Am Standort in Dreihausen feierte Dr. Schär bereits Anfang Juni sein zehnjähriges Bestehen. Seit Gründung der Dr. Schär Deutschland GmbH und der parallelen Inbetriebnahme von zwei Produktionsstätten in Deutschland ist dem Unternehmen der Brückenschlag zum mittel- und nordeuropäischen Markt gelungen. Das zeigt, wie wichtig Deutschland als Investitionsmarkt für den Marktführer und das Thema glutenfreie Lebensmittel generell ist. Dabei ist sowohl die Zahl der Mitarbeiter in Dreihausen als auch in Apolda in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Die anhaltend positive Umsatzentwicklung der Dr. Schär Deutschland GmbH zeige nach Angaben des Unternehmens, daß es richtig gewesen sei, in Deutschland zu investieren und den Markt und die Konsumenten direkt zu betreuen.

Die Unternehmensgruppe Dr. Schär bietet Menschen, die sich glutenfrei ernähren, mit der Marke Schär das breiteste Sortiment an schmackhaften, hochwertigen und sicheren glutenfreien Produkten. In Europa ist Dr. Schär im Bereich glutenfreie Lebensmittel Marktführer. Das Sortiment von 120 glutenfreien Produkte reicht von Brot, Pasta und Keksen bis hin zu Mehlen, Cerealien, Tiefkühlprodukten und verschiedene Snacks. Schär arbeitet eng mit Ernährungsexperten zusammen, hat ein hauseigenes Forschungs- und Entwicklungszentrum und bietet den Betroffenen auch umfangreiche Beratungs- und Servicedienstleistungen. In Deutschland erreicht die Unternehmensgruppe aktuell einen Marktanteil von zirka 67 Prozent; im Rest Europas liegt der Marktanteil bei durchschnittlich 35 bis 40 Prozent. 2015 hat Dr. Schär einen Umsatz von 320 Millionen Euro erzielt.

Bauchschmerzen, Blähungen, Übelkeit, Durchfall, Migräne und Völlegefühl – Gluten löst bei vielen Menschen Beschwerden aus und das oft sehr unspezifisch. Während Zöliakie und Weizenallergie gut erforscht sind, wird derzeit über eine neue Form der Gluten-Unverträglichkeit diskutiert: Gluten-/Weizensensitivität. Eine konkrete Diagnoseerstellung ist bislang noch nicht möglich, Zöliakie und Weizenallergie müssen aber zunächst medizinisch ausgeschlossen werden. Wie häufig Gluten-/Weizensensitivität auftritt, ist noch nicht erforscht. Experten vermuten jedoch, daß sie häufiger vorkommt als Zöliakie.

In Deutschland ist die Zahl der Zöliakiebetroffenen hoch: Es sind zwar nur zirka 70.000 Menschen diagnostiziert, man rechnet aber mit rund 400.000 Menschen, die von der Gluten-Unverträglichkeit Zöliakie betroffen sind, ohne es zu wissen. Das Klebereiweiß Gluten ist in zahlreichen Getreidesorten enthalten, unter anderem in Weizen, Roggen, Gerste und Dinkel. Bei Menschen mit Zöliakie lösen bereits geringste Mengen Gluten eine chronische Entzündung der Dünndarmschleimhaut aus, mit zum Teil schwer wiegenden Symptomen. Die einzig mögliche Therapie der Zöliakie besteht in einer lebenslangen streng glutenfreien Ernährung.

SIMONE DOWE

 

03.09.2016


02.09.2016: „Es ist fünf vor zwölf“

„Hand in Hand für die Kaliindustrie im Werratal“: Menschenkette über 13 Kilometer von Unterbreizbach über Philippsthal nach Heringen am 8. September geplant.

Mit einer Menschenkette wollen sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Familien, Freunden, Partnerfirmen, Vereinen sowie Vertretern aus der Politik und, wie es in einem entsprechenden Aufruf heißt, „all denjenigen, die sich der K+S Kali GmbH verbunden fühlen“, am 8. September 2016 für den Kalibergbau im Werratal stark machen. Die Menschenkette soll auf einer rund 13 Kilometer langen Strecke von Unterbreizbach über Philippsthal nach Heringen gebildet werden und so die drei Produktionsstandorte des Verbundwerks Werra in Hessen und Thüringen verbinden.

Aufgerufen dazu haben der Betriebsrat des Werks Werra und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie. Die Betriebsräte aller anderen deutschen Standorte von K+S haben sich dem Aufruf angeschlossen. „Es ist fünf vor zwölf für uns“, betont Harald Döll, Vorsitzender des Betriebsrats im Werk Werra und des K+S-Gesamtbetriebsrats. „Wir wollen ein Zeichen setzen und auf die vielen tausend Arbeitsplätze hinweisen, die im Werratal und darüber hinaus auf dem Spiel stehen.“

Wegen ausstehender Genehmigungen und sehr stark begrenzter Entsorgungsmöglichkeiten habe sich die Situation des Werks Werra in den trockenen Sommermonaten weiter zugespitzt. Seit April 2016 seien bis zu 1000 der insgesamt 4400 Beschäftigten immer wieder in Kurzarbeit. „Genehmigungen sind notwendig, um das Werk und die Umweltmaßnahmen erfolgreich und wirtschaftlich weiter betreiben zu können“, sagt Döll. „Dazu müssen Behörden und Politik ihren Ermessensspielraum endlich wieder nutzen.“

Zahlreiche Mitarbeiter von K+S wollen nach dem Aufruf des Betriebsrats mit Bussen aus ganz Deutschland anreisen. „Wir freuen uns über die große Solidarität unserer Kollegen und der vielen Unterstützer“, so Döll. „Ohne das Werk Werra stirbt nicht nur die Region im Werratal. Ohne das Werk Werra ist der Fortbestand der Kaliindustrie in Deutschland insgesamt in akuter Gefahr.“

Weitere Standorte der K+S Kali GmbH mit insgesamt gut 4000 weiteren Mitarbeitern sind Bergmannssegen-Hugo in Sehnde (Region Hannover), Neuhof-Ellers (Kreis Fulda), Sigmundshall in Wunstorf (Region Hannover), Zielitz bei Magdeburg und die Kasseler Unternehmenszentrale. Die K+S-Gruppe hat insgesamt etwa 10.000 Mitarbeiter in Deutschland.

IVONNE BALDUF

 

02.09.2016


01.09.2016: Nachlässe

25 Millionen Euro Erbschaft- und Schenkungsteuer für den Freistaat.

Erbschaft- und Schenkungsteuer in Höhe von 24,7 Millionen Euro wurde im vorigen Jahr in Thüringen festgesetzt. Das sind 72 Prozent oder zehn Millionen Euro mehr als ein Jahr zuvor. Nach Angaben des Thüringer Landesamtes für Statistik wurden vom für Erbschafts- und Schenkungsteuer zuständigen Finanzamt Gotha 1822 relevante Steuerbescheide für unbeschränkt Steuerpflichtige erteilt.

Nach Berücksichtigung von Steuerbefreiungen und Freibeträgen sowie der Vorerwerbe lag dem Fiskus für die Steuerermittlung insgesamt ein steuerpflichtiger Erwerb von 119 Millionen Euro zugrunde.

In 1414 Fällen ging der steuerpflichtige Erwerb auf Erwerbe von Todes wegen zurück. Der Gesamtwert der Nachlaßgegenstände betrug 192 Millionen Euro. Dem gegenüber standen 32 Millionen Euro Nachlaßverbindlichkeiten, sprich Erwerbslasten, die den Erwerb des Erben reduzierten, wie beispielsweise Hypotheken, Steuerschulden, Erbfallkosten oder Schulden. Somit ergab sich ein Reinnachlaß von 160 Millionen Euro.

Für unbeschränkt steuerpflichtige Erwerbe von Todes wegen wurde ein steuerpflichtiger Erwerb von 89 Millionen Euro festgestellt. Die festgesetzte Steuer belief sich auf 21 Millionen Euro. In 53 Prozent der unbeschränkt steuerpflichtigen Erwerbe lag der Reinnachlaß unter 100.000 Euro. In 85 Fällen wurden 500.000 Euro und mehr an die Hinterbliebenen vererbt.

Neben den Erwerben von Todes wegen kam es im Jahr 2015 in Thüringen in 408 Fällen zu steuerpflichtigen Schenkungen. Für die unbeschränkt steuerpflichtigen Schenkungen wurde ein steuerpflichtiger Erwerb von 29 Millionen Euro festgestellt. Die festgesetzte Steuer belief sich auf vier Millionen Euro.

Die durchschnittliche Steuerbelastungsquote der unbeschränkt Steuerpflichtigen lag bei 20,8 Prozent. Im Durchschnitt lag der steuerpflichtige Erwerb bei 65.000 Euro und einer durchschnittlich festgesetzten Steuer von 14.000 Euro.

PM-TLS

 

01.09.2016

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Die Ausgabe 3/2017 berichtet über ein ereignisreiches Jahr in der Wartburgregion.

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