Nachrichten aus dem Freistaat November 2016

November 2016

30.11.2016: „Belastbare Zahlen“

Faktencheck statt Wunschmodell: Aktuelle Rösel-Studie untermauert zu erwartendes Null-Ergebnis der geplanten Thüringer Gebietsreform.

„Endlich einmal eine Studie, die auf belastbaren Zahlen aus Analysen bereits vollzogener Gebietsreformen fußt und nicht auf vagen Voraus-Prognosewerten, und damit der wissenschaftliche Beweis für unser klares Nein zur beschlossenen Gebietsreform für Thüringen", lobt  Mihajlo Kolakovic, Vorsitzender des Thüringer Landesverbandes im CDU-Wirtschaftsrat Deutschland, die jüngste Studie von Felix Rösel, der Ifo-Institut-Niederlassung Dresden. „Was einem der gesunde Menschenverstand bisher schon sagte, daß Einspareffekte ausbleiben werden und durch sinkendes Interesse an politischer Teilhabe unsere Demokratie gefährdet und der Populismus befeuert wird, belegt diese fundierte Studie, die ausschließlich nachträgliche Evaluierungen nationaler und international renommierter Analysten vergleicht und zusammenfaßt."

Der Wirtschafswissenschaftler Rösel stellte Analysen und Schlußfolgerungen den knapp 50 Mitgliedern und Gästen des Wirtschaftsratsabends am 29. November 2016 in Jena bei den Stadtwerken Energie Jena-Pößneck vor.

Seine Aussagen widerlegen die Argumente der Thüringer Regierungskoalition. Hierfür wertete er Effekte früherer Gebietsreformen in Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Brandenburg aus. Eine Gebietsreform könne gar kein Geld einsparen. Schließlich seien es gerade einmal die Personalausgaben, also nur etwa ein Fünftel eines Landkreishaushalts, in dem sich Einspareffekte einstellen könnten. Diese letztlichen Einsparungen seien nach seinen Berechnungen mit höchstens zehn Prozent, realistischer eher aber mit nur vier Prozent, bedeuteten für den Gesamthaushalt höchstens noch zwei Prozent und seien damit eher marginal. Ein Effizienzgewinn ließe sich auch in den Verwaltungsstrukturen größerer Kreise nicht erzielen. Schließlich würde sich damit, so sein Beispiel, die Anzahl der bearbeiteten Bauanträge pro Bearbeiter nicht verändern.

Brisant auch seine durch eigene und andere Studien belegte Aussage, daß Großkreise das Heimatgefühl zerstören würden. Im Ergebnis sinke die Wahlbeteiligung und Populisten erhielten weiteren Zulauf.

Alternativen sieht der Wissenschaftler in Funktionalreformen und Interkommunaler Zusammenarbeit. Gemeinsame Leitstellen oder Zweckverbände, wie derzeit in Hessen gefördert, böten die nötige Flexibilität und würden Aktionsbereiche von optimaler Größe ermöglichen. So ließen sich Effizienzsteigerungen erzielen. Doch diese alternativen Instrumente würden bisher nur unsystematisch erforscht werden und böten daher noch keine belastbaren Handlungsempfehlungen.

Das „Festhalten der Thüringer Landesregierung an den Gebietsreformplänen wider besseres Wissen“ bleibt dem Mitglied im Bundesvorstand des CDU-Wirtschaftsrates Deutschland und Unternehmer Kolakovic ein Rätsel: „Niemand von uns würde auf die Idee kommen, viel Geld in die Hand zu nehmen, um sein Unternehmen umzustrukturieren ohne ein klares, von vornherein feststehendes Ziel zu haben und dies auch sowohl quantitativ wie qualitativ beschreiben zu können." Und er formuliert die Haltung der Unternehmer des Thüringer Wirtschaftsrates: „Dreimal Nein gegen eine Gebietsreform, deren Sinn und Nutzen völlig offen ist! Erstes Nein, nicht ohne vorige Aufgabenkritik, unnötiger Ballast in der Verwaltung muß weg! Zweites Nein, dann auch nicht ohne vorherige Verwaltung- beziehungsweise Funktionalreform! Drittes Nein, keinesfalls so wie vorgeschlagen, denn neue Strukturen müssen bürgernah und mit historischem Feingefühl und nicht stur nach Zahlen geschaffen werden."

KARSTEN SEIFERT

 

30.11.2016


30.11.2016: „Aufregendes Jahr“

Doppelte Freude für Jannes Fittje auf der Motorshow in Essen: Thüringer holt Platz vier in der „Deutsche Post Speed Academy“.

Gleich zwei Highlights warteten am 25. November auf Jannes Fittje. Der Youngster wurde erneut als Förderpilot der ADAC-Stiftung Sport vorgestellt und im Rahmen der „Auto Bild Race Night“ als Vierter der „Deutsche Post Speed Academy“ geehrt.

Die ADAC-Formel 4-Saison war für Jannes Fittje geprägt von Höhen und Tiefen. Beim Saisonauftakt in Oschersleben landete der Motorsportnachwuchsrennfahrer gleich auf dem Podium und gehörte auch bei den weiteren Rennen zu den Favoriten auf die vorderen Plätze. Doch auch der eine oder andere Rückschlag gehörte zu seiner Saison 2016. Am Ende schloß er das Jahr als Siebter in der Gesamtwertung ab. (Die Neue Thüringer Illustrierte berichtete über Höhepunkte seiner Saison in der Druckausgabe 2/ 2016 sowie auf der Startseite und in der Nachrichtenspalte „Thüringen aktuell – News“ des Onlineportals nti-online.net).

Auf der „Essen Motorshow“ hatte er nun allen Grund zur Freude. Der Thüringer wurde erneut als Förderpilot der ADAC-Stiftung Sport vorgestellt. Insgesamt 33 Athleten aus zehn Motorsportdisziplinen werden 2017 durch die gemeinnützige Stiftung unterstützt. Jannes freut sich wieder, ein Teil dieses besonderen Programmes zu sein: „Die ADAC-Stiftung Sport unterstützt mich bei meiner Weiterentwicklung im Motorsport und war in den vergangenen beiden Jahren ein starker Partner an meiner Seite. Für mich ist es eine Ehre, auch im neuen Jahr wieder dabei zu sein.“

Damit aber noch nicht genug: Direkt im Anschluß fand im Rahmen der „Auto Bild Race Night“ die Ehrung der „Deutsche Post Speed Academy“ statt. Erstmalig war Jannes im Jahr 2016 in dem renommierten Förderprogramm und wurde nun auf der Veranstaltung in Essen für seine Erfolge geehrt. Als Vierter schloß er die Jahreswertung ab und erhielt vor dem Who-is -Who des Motorsports seine Auszeichnung. „Das war ein besonderer Abend für mich. Auf der gleichen Bühne zu stehen, wo kurz vorher Alex Zanardi für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde, ist ein tolles Gefühl. Ich danke der ,Deutsche Post Speed Academy‘ für dieses aufregende Jahr. Wir hatten viele tolle Erlebnisse im Verlauf der zahlreichen Seminare und Workshops. Ein Highlight war das 24 Stunden- Radrennen auf der Nürburgring Nordschleife“, faßt der 17jährige Langenhainer zusammen.

Nach jeweils einer Saison im ADAC-Formel-Masters und der ADAC-Formel 4 arbeitet er nun an einem Programm für 2017. „Aktuell haben wir einige Optionen, die wir prüfen. Ich freue mich auf jeden Fall auf die neue Saison und die Herausforderungen, die auf mich warten“, blickt Jannes voraus.

Seit seinem siebten Lebensjahr betreibt Jannes Fittje Motorsport und war in diesem Jahr erstmalig für die „Deutsche Post Speed Academy“ nominiert. Mit der Aufnahme in das renommierte Förderprogramm tritt der Thüringer in große Fußstapfen, so waren in der Vergangenheit auch die aktuellen  Formel-1-Piloten Nico Hülkenberg und Pascal Wehrlein sowie DTM-Fahrer Timo Glock Teil des Förderprogramms und haben dort ihre Grundlagen für den Rennsport erlernt.

Als Nachwuchsprogramm unterstützt die „Deutsche Post Speed Academy“ seit 2004 talentierte und vielversprechende Rennfahrer auf ihrem Weg in den professionellen Motorsport. Über die gesamte Saison durchlaufen die Nachwuchspiloten ein ganzheitliches Ausbildungsprogramm. Eine prominente Jury aus Motorsport-Experten bewertet in vier Zeiträumen die Leistungen der Piloten, welche sich so eine finanzielle Unterstützung für das jeweils kommende Jahr sichern.

BJÖRN NIEMANN

Große Ehre: Der Thüringer Jannes Fittje ist auch im nächsten Jahr Förderpilot der ADAC-Stiftung Sport.

Foto: JF-ARCHIV

 

30.11.2016


30.11.2016: Spielerische Heranführung

„Technische Kompetenz muß frühzeitig erworben und systematisch gefördert werden“: „Jugend-Unternehmenswerkstatt“ in Viernau eröffnet.

In „Jugend-Unternehmenswerkstätten“ sollen Jugendliche in Südthüringen künftig frühzeitig und altersgerecht für Technik und technische Berufe begeistert werden. Das Thüringer Wirtschaftsministerium und die Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen haben in diesem Jahr eine Initiative zur Einrichtung von bis zu zehn solcher Werkstätten in Südthüringen gestartet. Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), der Präsident der Industrie- und Handelskammer Südthüringen, Dr. Peter Traut, und der Landrat des Landkreises Schmalkalden-Meiningen, Peter Heimrich (SPD), haben am 30. November eine weitere Jugend-Unternehmenswerkstatt beim Unternehmen Rennsteig Werkzeuge GmbH in Viernau eröffnet – insgesamt bereits die zweite nach der vergleichbaren Einrichtung bei Solarworld in Arnstadt.

Aus Sicht des Wirtschaftsministers handelt es sich um eine Initiative, die landesweit Schule machen sollte. „Technische Kompetenz, die frühzeitig erworben und trainiert wird, ist die Grundlage für die wichtige duale Ausbildung in industriellen und handwerklichen Berufen“, sagte Tiefensee in Arnstadt. „Das ist frühe und spielerische Heranführung an die Welt der Unternehmen, verschlossene Werkstore öffnen sich, Wirtschaft und Technik werden hier erlebbar." Es sei wichtig, das Interesse von Schülerinnen und Schülern für Technik frühzeitig, altersgerecht und systematisch zu fördern. „Ich danke der IHK Südthüringen und allen Unternehmen, die das Projekt gemeinsam mit meinem Haus tatkräftig unterstützen.“ Die Initiative ergänze ideal andere Initiativen des Thüringer Bildungsministeriums und die Aktivitäten der Stiftung für Innovation, Forschung und Technologie (Stift) im Bereich der Kindertagesstätten und Schulen.

Die jährlichen Kosten pro Werkstatt-Standort werden auf jährlich etwa 15.000 Euro geschätzt. Diese Kosten werden von den jeweiligen Unternehmen und der IHK Südthüringen mit je 7500 Euro getragen. Für bis zu sechs Jugend-Unternehmenswerkstätten hat das Wirtschaftsministerium im Rahmen eines Modellprojektes einmalig die Erstausstattung mit altersgerechten Kleinmaschinen bis zu einer Höhe von insgesamt 30.000 Euro übernommen. Darüber hinaus werden Mobiliar, Baugruppen, Material, Modelle und Bausätze zum größten Teil durch die Firmen selbst gestellt.

Neben Arnstadt und Viernau sind weitere Jugend-Unternehmenswerkstätten unter anderem in Eisfeld, Schmalkalden, Steinbach-Hallenberg, Neuhaus und Zella-Mehlis geplant. Der Aufbau soll noch im Jahr 2016 abgeschlossen sein. In den Werkstätten werden die Schüler mehrjährig in ihrer Freizeit fachkundig betreut. Bis zu 1000 Schülerinnen und Schüler können dann gleichzeitig die Möglichkeit nutzen, selbstständig und unter Anleitung von Ausbildern den Umgang mit Maschinen und Werkzeugen zu erlernen, Schaltungen und Modelle zu entwerfen und technische Lösungen zu erarbeiten. Flankierend sind auch Betriebsexkursionen und Technikprojekttage geplant. Tiefensee: „Ich wünsche mir, daß dieses Projekt in ganz Thüringen Schule macht und Unternehmen aller Branchen umfaßt.“

STEPHAN KRAUSS

 

30.11.2016


29.11.2016:  „Substantielles Entgegenkommen“

„Chance für einen Neustart für die Funktional-, Verwaltungs- und Gebietsreform“? Aufhebung des Gebietsreformvorschaltgesetzes offenbar nicht völlig ausgeschlossen.

„Wenn Rot-Rot-Grün grundsätzlich bereit ist, das Vorschaltgesetz zur Gebietsreform zur Disposition zu stellen, besteht eine Chance für einen Neustart für die Funktional-, Verwaltungs- und Gebietsreform. Dann lohnen sich auch Gespräche mit der Linkskoalition.“ Das hat der Vorsitzende der Kommunalpolitischen Vereinigung (KPV) der CDU Thüringen, Jörg Kellner, am 29. November in Erfurt gesagt. Staatskanzleichef Benjamin Immanuel Hoff (Die Linke) hatte laut Informationen der Thüringer CDU am 26. November über seinen Twitter-Account den Eindruck erweckt, für Rot-Rot-Grün gebe es keine „unauflösbaren Vorbedingungen“. Auch Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) hatte der CDU-Fraktion signalisiert, es gebe „keine Bedingungen“ für die Aufnahme von Gesprächen. „Ich erwarte ein deutliches Signal, ob ich mit meiner Interpretation richtig liege“, so der CDU-Politiker wörtlich.

Nach den Worten des KPV-Vorsitzenden „wäre es ein substantielles Entgegenkommen, wenn die Regierungskoalition einen Reformprozeß tatsächlich stoppen und neu beginnen würde, an dem wirklich alles falsch ist: die Reihenfolge, die Größenordnung, das Ende der Verwaltungsgemeinschaften und die zweistufige Verwaltung.“ Laut Kellner gehe es darum, großen Schaden von Thüringen und dem ländlichen Raum abzuwenden. Die CDU stehe für Gespräche zur Verfügung, wenn sich dieser Irrweg damit beenden ließe. Ihre eigenen Vorstellungen hatte die Thüringer Union in einem Antrag der CDU-Fraktion zum Gebietsreformvorschaltgesetz formuliert. „Rot-Rot-Grün hat dies einfach vom Tisch gewischt. Deshalb wird die Fraktion zur Wahrung ihrer Rechte nun vor dem Thüringer Verfassungsgerichtshof klagen“, so der Gothaer Landtagsabgeordnete. Die Linkskoalition müsse sich jetzt entscheiden, ob sie ihr Projekt durchziehen oder sich am Wohle des Landes orientieren wolle.

PM-CDUT

 

29.11.2016


29.11.2016: Ranking

Top: Dr. Becker-Burg-Klinik in Stadtlengsfeld schafft es auf die „Focus“-Klinikliste 2017 und zählt damit zu den besten Rehakliniken Deutschlands.

Die Dr. Becker-Burg-Klinik in Stadtlengsfeld zählt zu den besten Rehakliniken Deutschlands. Das hat jetzt das Nachrichtenmagazin „Focus“ erstmals im größten deutschen Reha-Klinik-Vergleich ermittelt. Die Stadtlengsfelder Einrichtung überzeugte – wie übrigens alle stationären Rehaeinrichtungen der Dr. Becker-Klinikgruppe – mit ihrer überdurchschnittlichen Behandlungsqualität.

„Daß wir als Top-Rehaklinik in der ;Focus‘-Klinikliste genannt werden, macht uns alle sehr stolz. Die Plazierung zeigt, daß sich unser etabliertes Qualitätsmanagementsystem mit Zentrierung auf die patientenbezogenen Prozesse auszahlt und erfolgreich gelebt wird“, freut sich Michael Schiffgen, Verwaltungsdirektor der Dr. Becker-Burg-Klinik.

Die „Focus“-Klinikliste gilt als größte unabhängige Untersuchung deutscher Kliniken und genießt in der Öffentlichkeit ein hohes Ansehen. Bewertet werden für das Ranking verschiedene Aspekte wie zum Beispiel der medizinisch-hygienische Standard, die Kompetenz der Mitarbeiter und die Patientenzufriedenheit. Auch überweisende Ärzte und Krankenhäuser können Empfehlungen für die beste Rehaklinik abgeben.

VERENA ALTENHOFF

 

29.11.2016


28.11.2016: Zum Nachlesen

Über 150 Veranstaltungstips für die Impulsregion.

Ob Adel Tawil, Thüringentag oder Philharmonieball – das Jahr 2017 hat eine große Bandbreite an Höhepunkten aus Kunst, Theater, Musik, Konzert, Tanz und Open air in der aus Erfurt, Weimar, Jena und dem Weimarer Land bestehenden „Impulsregion“ zu bieten.

Nachlesen kann man diese Ausstellungs- und Veranstaltungshöhepunkte in den aktuell erschienenen „KulturImpulsen 2017“, die in ihrer jetzigen Form bereits zum dritten Mal herausgegeben wurden. Diese verstehen sich als eine Mischung aus Magazin und Veranstaltungskalender mit über 150 Veranstaltungstips, darunter Sommerfestivals, wie die Erfurter Domstufen-Festspiele oder die Kulturarena Jena, Weihnachtsmarkttermine und dem einen oder anderen Geheimtip aus der Region.

Die Gestaltung und der Druck des Heftes standen abermals unter Leitung der Werbeagentur Kleine Arche GmbH aus Erfurt. Redaktionell begleitet wurde das Heft durch den Stadtführer und Autor Christian Hill, der die Vorzüge der Impulsregion in den Kapiteln: Reformation, Gärten, Wasser und Familie vorstellt. In Form eines Reisetagebuchs erzählt er unter anderem von einer Wasserflasche, die sich auf den Weg durch die Impulsregion begibt, oder einem Ginkgo-Pflänzchen, das seine neue Heimat sucht und auf dem Areal der Landesgartenschau in Apolda findet. Für die kleinen Leser besucht Grete, ein rotes Spielzeugpferd, eine Auswahl an Kinder- und Familienangeboten in Erfurt, Weimar, Jena und dem Weimarer Land.

Ziel ist es, die Impulsregion regional und überregional als reizvolles Reiseziel zu präsentieren. Dazu wird die Auflage von 75.000 Exemplaren deutschlandweit verteilt und begleitet die Mitglieder der Impulsregion auf touristischen Messen.

Die Projektleitung übernahm in diesem Jahr das Amt für Wirtschaftsförderung und Kulturpflege des Landratsamtes Weimarer Land. Als Hauptsponsor hat die Sparkasse Mittelthüringen das Projekt finanziell unterstützt.

PI-LRA-WL

 

28.11.2016


27.11.2016: Beispiele mit Vorbildwirkung

Für den CDU-Wirtschaftsrat macht eine Gebietsreform nur gemeinsam mit einer Verwaltungs- und Funktionalreform Sinn: Unternehmer fordern Zusammenlegung des Eichfelds, Nordhausens und des Kyffhäuser-Kreises in einem Nordthüringen.

„Eine Gebietsreform ohne Reform der Verwaltungsstrukturen lehnen wir als Interessenvertreter der regionalen Unternehmer und Unternehmen ganz klar ab. Positive, insbesondere Kosten einsparende Effekte werden nämlich erst dadurch zu erzielen sein", stellt Roland Handrek, Sprecher der Sektion Nordthüringen im CDU-Wirtschaftsrat Deutschland, im Ergebnis der jüngsten Sitzung des Sektionsvorstandes klar. So seien die Chancen einer sinnvollen Gebiets- und Strukturreform jetzt gegeben. Das Ziel müsse lauten: Bildung zukunftsfähiger Gebietskörperschaften und Schaffung von wirtschaftlich starken Landkreisen. Deshalb dürfe eine Strukturreform nicht nur diskutiert werden, sondern sei ernsthaft und ohne Zeitverzug umzusetzen. Thüringen, ein Land mit zwei Millionen Einwohnern, könne und sollte sich nicht länger eine dreistufige Verwaltungsstruktur leisten. Wirtschaft und Bevölkerung benötigten kurze Verwaltungswege und damit schnelle Entscheidungen.

Dazu gehöre allerdings auch, daß sich die kommunalen Entscheidungsträger endlich von „alten Zöpfen" trennen: Wozu würden die Stadt und der Landkreis Nordhausen eine getrennte Wirtschaftsförderung betreiben? Eine Frage, die von den Unternehmern schon seit über zehn Jahren gestellt werde. Schließlich sei die Wirtschaft Nordthüringens bereits, auch verkehrstechnisch begünstigt durch die Verbindung durch die A 38, wesentlich weiter als die Landespolitik. „Die Sektionen Eichsfeld, Nordhausen und Kyffhäuser-Kreis des Wirtschaftsrates fusionierten vor inzwischen drei Jahren Ende 2013 zur Sektion Nordthüringen im Landesverband Thüringen, der NUV-Nordhäuser Unternehmerverband, mit Mitgliedern überwiegend aus den Regionen Nordhausen, Eichsfeld und Kyffhäuser, wurde zum Nordthüringer Unternehmerverband. Nordhausen und das Eichsfeld haben eine gemeinsame Handwerkskammer", zählt Handrek nur einige Beispiele mit Vorbildwirkung auf. Diese Reihe ließe sich fortzusetzen mit der gemeinsamen Arbeitsagentur bis hin zu sportlichen und kulturellen Verbindungen.

Daher formulierte Handrek die Forderung als knappe Formel in Richtung Landespolitik und Kommunen: „Ja zu Gebiets-, Struktur- und Verwaltungsreform als Einheit! Und Ja für ein Nordthüringen als wirtschaftlich starke und tragfähige Struktur, zusammengelegt aus Eichsfeld, Nordhausen und Kyffhäuser!“

KARSTEN SEIFERT

 

27.11.2016


26.11.2016: „Beitrag zur Stärkung des Glaubenswissens“

Kooperation zwischen dem Evangelischen Allianzhaus in Bad Blankenburg und dem Tübinger Albrecht-Bengel-Haus.

Unter dem Motto „Gut zu wissen“ bietet das Albrecht-Bengel-Haus in Tübingen, das renommierte Studienhaus zur Begleitung von Theologiestunden in Württemberg, seit einigen Jahren für nicht studierte Theologen eine Gemeindeakademie an zehn Abenden in Tübingen an. Um auch Freunde und Interessenten außerhalb des württembergischen Raums mit diesem Angebot erreichen zu können, geht das Albrecht-Bengel-Haus mit seiner Gemeindeakademie jetzt auf Tour. Ab 2017 werden Kompaktkurse der Gemeindeakademie im Evangelischen Allianzhaus in Bad Blankenburg in Thüringen angeboten.

Wie der Rektor des Albrecht-Bengel-Haus, Dr. Clemens Hägele, und der Geschäftsführer des Evangelischen Allianzhauses in Bad Blankenburg, Hartmut Steeb, mitteilen, kooperieren die beiden Häuser im Jahr 2017. Die Gemeindeakademie startet 2017 mit einem Islam-Kompaktseminar mit dem Tübinger Studienleiter Dr. Paul Murdoch vom 3. bis 6. Juli 2017 und einer zugleich als Adventskonferenz geplanten Tagung mit Studienleiter Dr. Uwe Rechberger vom 30. November bis 3. Dezember 2017 unter dem Thema „Was ist der Mensch?“ zu Grundfragen des Lebens im Licht einer biblischen Heilsgeschichte. Wie Hägele und Steeb gemeinsam betonen, wollen das Albrecht-Bengel-Haus und die Deutsche Evangelische Allianz damit auch einen Beitrag zur Stärkung des Glaubenswissens geben.

PM-EAH

 

26.11.2016


25.11.2016: „Armutslohn-Betriebe“

Viele der rund 260 Bäckerei-Beschäftigten in Weimar müssen vom Mindestlohn leben.

Dicke Luft in den Backstuben: Wenn es ums Brötchenverdienen geht, schneiden die Bäcker in Weimar schlecht ab. Das kritisiert die Gewerkschaft Nahrung-Genuß-Gaststätten (NGG). „Viele der rund 260 Bäckerei-Beschäftigten in Weimar werden mit dem gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro abgespeist. Wer Glück hat, liegt ein paar Cent drüber. Der Lohn-Geiz im Bäckerhandwerk ist extrem, dreist und unverschämt“, sagt Christl Semmisch. Die Geschäftsführerin der NGG Thüringen wirft der Innung vor, Bäckereien bewußt zu „Armutslohn-Betrieben“ zu machen.

„Vom Bäckergesellen bis zur Verkäuferin, vom Teigmacher bis zur Aushilfe am Verkaufstresen – wenn alle in einem Betrieb am untersten Lohnsockel festgebacken sind, dann geht das nicht gut“, so Christl Semmisch. Der Unmut in den Bäckereien wachse. „Viele Bäckergesellen in Weimar haben die Faust in der Tasche. Daß ausgerechnet die, die das Brot verkaufen, oftmals ohne staatliche Unterstützung gar nicht leben können, ist ein Skandal“, sagt die Geschäftsführerin der Bäcker-Gewerkschaft. Viele Bäckereien hätten zwar die Preise für Brot und Brötchen angehoben, beim Lohn ihrer Beschäftigten seien sie allerdings nicht bereit, mehr zu zahlen.

Die NGG Thüringen will beim Bäckerei-Lohn jetzt in die Offensive gehen: „Der Stundenlohn muß deutlich steigen – auf zwei Stellen vorm Komma. Denn wer weniger verdient, bekommt später garantiert nur eine Rente, die unter dem ‚Alters-Hartz-IV‘ liegt“, macht Christl Semmisch deutlich. Selbst bei einem Stundenlohn von 11,68 Euro bleibe am Ende nur eine Rente von 788 Euro pro Monat – die Höhe der Grundsicherung im Alter. „Und die bekommt auch nur, wer 45 Jahre im Vollzeitjob durcharbeitet. Das ist für Bäcker, die in der Dauer-Nachtschicht-Tretmühle stecken, sowieso schon extrem schwierig“, so Semmisch.

Die NGG-Geschäftsführerin fordert die Bäckermeister in Weimar auf, Druck zu machen und den Landesinnungsverband des Thüringer Bäckerhandwerks dazu zu bewegen, einen Lohntarifvertrag abzuschließen. „Bislang schalten die obersten Thüringen-Bäcker komplett auf stur. Sie verweigern seit Jahren jede Lohnverhandlung: Was sie dabei völlig ignorieren: Sie ruinieren das Image einer ganzen Branche und die Zukunft der Betriebe, die es noch gibt“, warnt Christl Semmisch. Denn das Nachwuchsproblem habe viele Bäckereien schon längst kalt erwischt.

PM-NGG-RT

 

25.11.2016


24.11.2016: „Lebendige Form der Weiterbildung“

Gemeinsames Lernen von Studierenden und Praktikern: Kooperation von Ernst-Abbe-Hochschule Jena und Geat AG wird weitergeführt.

Auf die Verlängerung eines Sponsoringvertrages einigten sich die Geat AG und die Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena. Die Partner nutzten die Firmenkontaktbörse der Hochschule, um die Vereinbarung mit dem Fachbereich Betriebswirtschaft für weitere fünf Jahre zu erneuern.

Die Geat AG als größtes Thüringer Zeitarbeitsunternehmen unterstützt den Fachbereich Betriebswirtschaft bereits seit zehn Jahren vor allem durch die Finanzierung von Lehraufträgen. Diese Förderung war das erste Lehrauftragssponsoring an der EAH Jena. Die Weiterführung dieser Kooperation unterzeichneten am 16. November der Vorstandssprecher und Eigentümer des Unternehmens, Helmut Meyer, und Prof. Dr. Heike Kraußlach, Prorektorin für Forschung und Entwicklung der EAH Jena, im Beisein des Leiters der Jenaer Niederlassung, Peter Ludwig.

Auch im neuen Vertrag geht es um die Übernahme aller Kosten eines jährlichen Lehrauftrags in der Betriebswirtschaft der EAH Jena für einen externen Referenten. Neu ist im Vertrag jedoch die Besetzung von sechs Plätzen in der Lehrveranstaltung durch Unternehmensvertreter der Geat AG oder ihrer Kunden.

Diese neue Form einer Lehrveranstaltung ermöglicht das gemeinsame Lernen und den direkten Austausch zwischen Studierenden und erfahrenen Praktikern. „Für beide Seiten ist dies gleichzeitig eine sehr lebendige Form der Weiterbildung“, kommentierte Prof. Dr. Klaus Watzka, der die Zusammenarbeit mit dem Personaldienstleister von Beginn an betreut.

SIGRID NEEF

 

24.11.2016


23.11.2016: Optimistisch

Der Thüringer Bundestagsabgeordnete Volkmar Vogel (CDU) sieht positive Signale für die Planungssicherheit bei der Fortführung der Stadtumbau-Programme über die Bundestagswahl 2017 hinaus.

Die beiden Stadtumbau-Programme Ost und West enden in ihrer bisherigen Form 2016. Der Bund sieht in seinem Haushalt 2017 insgesamt 260 Millionen Euro zur weiteren Finanzierung vor. Über die Fortführung der Programme muß jetzt entschieden werden. Das erklärt der Ostthüringer CDU-Bundestagsabgeordnete Volkmar Vogel:

„Die Finanzhilfen für die Städtebauförderung durch den Bund sollen im kommenden Jahr erneut steigen“, berichtet der Baupolitiker. Konkret in Zahlen ausgedrückt bedeute dies, daß der Bund 2017 insgesamt 740 Millionen Euro für die Städtebauförderung einplant. Das seien allein für die Städtebauförderung 140 Millionen Euro mehr als noch 2016. Dabei stellten die beiden Stadtumbau-Programme Ost und West mit 260 Millionen Euro den größten Investitionsteil innerhalb der Städtebauförderung dar.

„Bei der Fortführung der Stadtumbau-Programme brauchen Kommunen und Wohnungsbaugesellschaften Planungssicherheit über die Bundestagswahl im September 2017 hinaus“, sagt Vogel. „Deshalb muß es unser Ziel sein, die Stadtumbau-Programme noch in dieser Wahlperiode zu evaluieren und fortzusetzen.“

Die positiven Signale aus der Länderbauminister-Konferenz vom Oktober 2016 stimmten ihn optimistisch, „daß wir die Fortschreibung gemeinsam mit unserem Koalitionspartner noch rechtzeitig vor der Bundestagswahl 2017 hinbekommen, obwohl dies im Koalitionsvertrag so deutlich nicht fixiert ist“.

S-MDBV

 

23.11.2016


23.11.2016: Auszeichnung

Erfurter Stadtschreiber-Literaturpreis 2017 geht an Luo Lingyuan.

Die 1963 in China geborene Luo Lingyuan hat die Jury unter Leitung von Erfurts Bürgermeisterin Tamara Thierbach (Die Linke) überzeugt. Sie ist im kommenden Jahr Stadtschreiberin und wird vier Monate in der Thüringer Landeshauptstadt wirken. Unter 46 Bewerbern und Bewerberinnen setzte sich die Autorin durch, die in Shanghai Journalistik studiert hat und als freie Journalistin und Schriftstellerin seit 1990 in Berlin lebt.

Es ist nicht die erste Auszeichnung, die Luo Lingyuan erhält, sie war unter anderem bereits Stipendiatin der Akademie der Künste in Berlin sowie des Berliner Senates. Zudem wurde sie im Jahr 2007 mit dem Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis der Robert-Bosch-Stiftung ausgezeichnet.

Luo Lingyuan hat bisher vier Romane und zwei Erzählbände veröffentlicht. Die Arbeit an einem weiteren Romanprojekt - beruhend auf einem authentischen Fall -  möchte sie gern in Erfurt fortsetzen.

Bürgermeisterin Tamara Thierbach wird die Preisträgerin während der städtischen Pressekonferenz am 13. Dezember 2016 persönlich vorstellen. Luo Lingyuan wird dort über ihr Schaffen und ihre Ziele in Erfurt Auskunft geben.

Das symbolische Stadtschreiberamt vergibt die Landeshauptstadt Erfurt alle drei Jahre auf der Grundlage einer Richtlinie. Zu Beginn des Arbeitsaufenthaltes wird die neue Stadtschreiberin im Rahmen einer festlichen Literaturveranstaltung geehrt.

SYBILLE GLAUBRECHT

 

23.11.2016


22.11.2016: „Massiver Posten“

Höhere Grunderwerbsteuer verteuert ab 2017 den Immobilienkauf in Thüringen deutlich: Freistaat erhöht Steuern von fünf auf 6,5 Prozent und zählt zu den Bundesländern mit höchstem Satz.

Die höhere Grunderwerbsteuer in Thüringen ab 1. Januar nächsten Jahres kommt Immobilienkäufern teuer zu stehen. Weil der durchschnittliche Kaufpreis für eine Immobilie in Thüringen in den vergangenen acht Jahren von 152.000 Euro auf knapp 240.000 Euro im ersten Halbjahr 2016 um 90.000 zugelegt hat, bedeutet die Steueranhebung um 1,5 Prozent für den Thüringer Immobilienkäufer mittlerweile einen finanziellen Mehraufwand von 3600 Euro. Insgesamt muß der Durchschnittskäufer ab 2017 rund 15.600 Euro Grunderwerbsteuern an die Landeskasse abdrücken. Das zeigt eine Berechnung von Interhyp, Deutschlands größtem Vermittler privater Baufinanzierungen.

„Seit die Länder die Grunderwerbsteuer selbst festsetzen dürfen, hat sich die Steuerbelastung beim Hauskauf fast verdoppelt. Die Kaufnebenkosten sind nicht, wie der Name vermuten läßt, zu vernachlässigende Nebenkosten. Vielmehr handelt es sich längst um einen massiven Posten der Gesamtsumme, der vielen Immobilieninteressenten den Kauf einer Immobilie und damit einen wichtigen Baustein der Altersvorsorge deutlich erschwert“, kritisiert Michiel Goris, Vorstandsvorsitzender der Interhyp AG.

Nachdem 2015 das Saarland, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg die Grunderwerbsteuer auf 6,5 Prozent angehoben haben, reiht sich ab Jahresbeginn Thüringen in die Liste der höchsten Steuersätze ein. Insgesamt summieren sich die Kaufnebenkosten, zu denen Maklergebühren, Notarkosten und Grunderwerbsteuern gerechnet werden, je nach Region auf rund neun bis 16 Prozent des eigentlichen Objektpreises. In Thüringen sind es ab 2017 rund 14,5 Prozent. Die gesamten Kaufnebenkosten betragen damit im Freistaat ab Jahreswechsel durchschnittlich 34.800 Euro (inklusive voller Makler-Courtage).

Wer noch vor dem Jahreswechsel den Kaufvertrag für Haus oder Wohnung beurkunden läßt, profitiert von den derzeitigen Grunderwerbsteuersätzen und extrem günstigen Finanzierungszinsen. „Um den Kaufvertrag beurkunden zu lassen, muß jedoch die Finanzierung geregelt sein – selbst wenn die Auszahlung später erfolgt“, sagt Sandra Lindner, Leiterin der Interhyp-Geschäftsstelle in Erfurt. Falls der Kredit noch im Dezember fließen muß, ist somit etwas Eile geboten. Einerseits benötigt die Bank für die Kreditprüfung mehrere Werktage. Anderseits wollen Sicherheiten wie der Grundschuldeintrag bestellt sein, damit es überhaupt zur Auszahlung kommen kann. Lindner rät Interessenten, den Kauf bis Anfang Dezember zu forcieren.

Die Interhyp-Gruppe mit den Marken Interhyp, die sich direkt an den Endkunden richtet, und Prohyp, die sich an Einzelvermittler und institutionelle Partner wendet, hat 2015 ein Baufinanzierungsvolumen von 16,1 Milliarden Euro erfolgreich bei ihren mehr als 400 Bankpartnern plaziert. Damit ist die Gruppe der größte Vermittler für private Baufinanzierungen in Deutschland. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 1200 Mitarbeiter und ist an 104 Standorten persönlich vor Ort für seine Kunden und Partner präsent.

HEIDI MÜLLER

 

22.11.2016


22.11.2016: „Umwandlung wertet Abschlüsse auf“

Attraktivität zeigt sich in gestiegenen Studienanfängerzahlen: Festakt zur Gründung der Dualen Hochschule Gera-Eisenach.

Nachdem die Duale Hochschule Gera-Eisenach (DHGE) im September gestartet ist, kann sie bereits deutlich gestiegene Anfängerzahlen verzeichnen. Zum feierlichen Gründungsfestakt betonte Thüringens Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am 21. November, welche Bedeutung die Zusammenfassung der beiden Berufsakademien Gera und Eisenach hat: „Die Umwandlung zur Hochschule wertet für Studierende die Abschlüsse auf und fördert gleichzeitig die Gewinnung von Studierenden und qualifiziertem Lehrpersonal. Mit der DHGE erhalten wir die Vorteile der Berufsakademie – Praxisorientierung und Regionalität – und beheben gleichzeitig die Nachteile, die das Modell Studienakademie mit sich brachte.“

Bereits mit Beginn dieses ersten Studienjahrs stieg die Zahl der Studienanfänger an beiden Standorten um 18 Prozent von 435  im Jahr 2015 auf 512. „Nachdem sich die Bewerberzahl in den Jahren zuvor etwas verringert hatte, konnten wir den Trend nun umkehren“, freute sich Tiefensee. Es sei also der Schritt in die richtige Richtung gewesen. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könne es sein, daß in zwei Jahren bereits 1500 Studierende an beiden Studienstandorten lernen (aktuell 1271). „Mit der Erhöhung der Studienzahl haben wir eines der Ziele erreicht, die sich das Land für die Umwandlung der Studienakademie zur DHGE gesetzt hat“, so Tiefensee weiter.

Mit der Umwandlung wurde die Finanzierung der Einrichtung schrittweise von 8,1 Millionen Euro in diesem auf 11,3 Millionen Euro im Jahr 2019 erhöht. Die Mittel fließen vor allem in zusätzliche Lehr- und Forschungsangebote sowie Personal. So werden unter anderem zehn zusätzliche Professorenstellen sowie sechs festangestellte Mitarbeiterstellen (Laboringenieure) geschaffen. Die Anzahl der Studierenden soll mittelfristig von derzeit rund 1200 auf 1500 gesteigert werden. Damit kann in deutlich mehr der bislang rund 1600 Partnerunternehmen die Gewinnung akademischer Nachwuchskräfte unterstützt werden. Angesichts der hohen Verbleibquote der Absolventen in der Region - 90 Prozent bleiben in Mitteldeutschland – hat die DHGE große Bedeutung für die regionale Fachkräftesicherung.

Die DHGE löst die bisherige Staatliche Studienakademie Thüringen, mit den Berufsakademien (BA) in Gera und Eisenach, ab und ist als Hochschule ab sofort der Hauptanbieter dualer Studiengänge in Thüringen. Mit der Umwandlung ist sie die zehnte staatliche Hochschule nach dem Thüringer Hochschulgesetz (ThürHG) und kann so ihre Bachelorabschlüsse als Hochschulgrade selbst vergeben. Alleinstellungsmerkmal der Dualen Hochschule ist die Verknüpfung der praxisnahen Ausbildung im Unternehmen mit einem Hochschulstudium. Das bewährte duale Studienmodell bleibt so in Abgrenzung zu allen anderen Thüringer Hochschulen bestehen.

Die Berufsakademie Thüringen wurde im Jahr 1998 als Körperschaft öffentlichen Rechts gegründet; an ihre Stelle trat 2006 die Staatliche Studienakademie Thüringen, die die beiden Berufsakademien unter einem Dach vereinte. Zuletzt verzeichnete die Studienakademie insgesamt knapp 1200 Studierende in drei Studienbereichen mit insgesamt zehn Studienfächern. Das wissenschaftliche Personal umfaßt 41 Professoren und zirka. 300 Lehrbeauftragte, hinzu kommen rund 30 nicht-wissenschaftliche Mitarbeiter.

PEGGY HOY

 

22.11.2016


21.11.2016: „Ausdruck gelebter Kooperation“

Forschung zur Globalisierung: Mitteldeutsche Universitäten rufen ein gemeinsames Forum ins Leben.

Die Universitäten Leipzig, Halle-Wittenberg, Jena und Erfurt gründen zum 1. Dezember 2016 ein gemeinsames Forschungsforum in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Unter dem Titel „Forum for the Study of the Global Condition“ führt es Wissenschaftler zahlreicher Fächer zusammen, die globale Verflechtungen von gegenwärtigen Gesellschaften und deren historische Wurzeln untersuchen. Neben den vier Universitäten beteiligen sich daran das Leibniz-Institut für Länderkunde Leipzig, das Max-Planck-Institut für Ethnologie Halle, das Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur Leipzig und das Geisteswissenschaftliche Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas an der Universität Leipzig, das zum 1. Januar 2017 in die Leibniz-Gemeinschaft überführt wird.

Die Initiative ist von der Überlegung bestimmt, daß die mitteldeutschen Hochschulen gemeinsam mit den Instituten der Max-Planck-Gesellschaft und der Leibniz-Gemeinschaft mit ihrer Fächervielfalt und ihren Erfahrungen in der Verbundforschung über eine hervorragende Expertise zur Analyse globaler Prozesse verfügen. Vorhandene Verbund- und Einzelvorhaben sollen miteinander verknüpft und durch passende Formen der Doktorandenqualifizierung und der forschungsorientierten Lehre flankiert werden.

Inhaltlich geht es um das Paradox, daß immer mehr Menschen in globale Verflechtungen einbezogen und von ihnen betroffen sind, sich aber aus unterschiedlichen Motiven Skepsis gegenüber einer globalisierten Zukunft breitmacht. Das Forum untersucht nicht „die Globalisierung“, sondern erforscht, wie verschiedene Akteure mit grenzüberschreitender Migration, Warenaustausch, Finanzflüssen und dem Transfer von Ideen umgehen und damit „das Globale“ überhaupt erst erschaffen und für sich jeweils bestimmen.

„Durch eine standortübergreifende Kombination unserer Kompetenzen in dem neuen Forum werden wir gemeinsam in der Lage sein, ein konkurrenzfähiges Zentrum zu bilden, dessen Forschungen international Beachtung finden und damit auch für exzellente Nachwuchswissenschaftler und Masterstudierende hochattraktiv sind“, sagt Prof. Dr. Beate Schücking, Rektorin der Universität Leipzig. „In Mitteldeutschland stellen wir immer wieder unter Beweis, welch gute Ergebnisse die inter-institutionelle Zusammenarbeit hervorbringen kann. Der Unibund Halle-Jena-Leipzig besteht nun seit mehr als 20 Jahren, Sonderforschungsbereiche wie jener zu den nomadischen Gesellschaften haben dieses Fundament bestens für sich genutzt, und das noch relativ junge Deutsche Zentrum für Integrative Biodiversitätsforschung entwickelt sich zu einem international sichtbaren Leuchtturm. Darauf baut nun auch die Untersuchung globaler Prozesse auf.“

In der jüngeren Vergangenheit wurden weitere wichtige Verbundprojekte bewilligt, in diesem Jahr zum Beispiel der Leibniz-Wissenschaftscampus „Eastern Europe – Global Area“ zwischen Leipzig, Halle und Jena, im Jahr zuvor der Sonderforschungsbereich „Verräumlichungsprozesse unter Globalisierungsbedingungen“ (Universität Leipzig, Leibniz-Institut für Länderkunde, Geisteswissenschaftliches Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas). Das neue Wissenschaftsforum knüpft thematisch auch an Themen und Projekte des weltweiten „International Year of Global Understanding“ an, das seinen Ursprung an der Universität Jena hat und in dem Fragen der Nachhaltigkeit und des Verständnisses globaler Zusammenhänge im Fokus vielfältiger Aktionen stehen.

„Das Forschungsforum wird Ausdruck gelebter Kooperation zwischen den Universitäts- und außeruniversitären Forschungsstandorten in Mitteldeutschland sein“, unterstreicht der Präsident der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU), Prof. Dr. Walter Rosenthal. Die exzellente geistes- und sozialwissenschaftliche Expertise zu bündeln, sei ein wichtiger Schritt, „um die interdisziplinäre Forschung auf diesen Gebieten nachhaltig zu befördern“, macht Rosenthal deutlich.

Inhaltlich bringt die Universität Jena unter anderem ihre Schwerpunkte in den Literatur- und Geschichtswissenschaften sowie in der Soziologie ein. Die bestehenden Forschungs- und Graduiertenkollegs wie auch die Kolleg-Forschergruppen stellen für die erfolgreiche Zusammenarbeit eine hervorragende Ausgangsbasis dar. Der Präsident der FSU betont weiterhin, daß die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ein besonderes Anliegen des neuen Forums sei. So wolle man durch ein gemeinsames Exzellenzprogramm den Anteil internationaler Promovierender in Mitteldeutschland deutlich erhöhen.

„Halle steuert seine Expertise vor allem zu Fragen des Rechts und zur möglichen Umsetzung nationaler Rechtssysteme in den Kontext internationaler Normen bei", sagt Prof. Dr. Udo Sträter, Rektor der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Von Seiten der Universität beteiligen sich unter anderen Forscher des fakultätsübergreifenden Forschungsschwerpunkts „Gesellschaft und Kultur in Bewegung" sowie des Aleksander-Brückner-Zentrums für Polenstudien, das von den Universitäten Halle und Jena betrieben wird. Ein weiterer wesentlicher Partner ist das Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle.

An der Universität Erfurt konzentrieren sich die soziologisch-historischen Forschungen am dortigen Max-Weber-Kolleg vor allem auf den Wandel von Weltbeziehungen Einzelner und ganzer Gesellschaften, die in Zeiten zunehmender Unsicherheit über das Resultat der vielen überlappenden globalen Verflechtungen eine immer größere Herausforderung bilden. Professor Walter Bauer-Wabnegg, Präsident der Universität Erfurt: „Die kulturvergleichende Analyse von Weltbeziehungen bezieht hier insbesondere auch geschichtliche Aspekte weit vor dem 19. Jahrhundert und unserer Zeit mit ein.“

CARMEN VOIGT

 

21.11.2016


21.11.2016: „Völlig unklar“

Inklusive Schulpolitik mit Realitätssinn und Augenmaß: Thüringer Landtagsabgeordnete Marion Rosin (SPD) besuchte Fürstin-Anna-Luisen-Schule in Bad Blankenburg.

Die Fürstin-Anna-Luisen-Schule hat erst vor wenigen Wochen ihr 25jähriges Jubiläum gefeiert. Am 17. November kam die Thüringer Bildungspolitikerin Marion Rosin (SPD) für mehr als drei Stunden zum Schulbesuch: Zunächst stand ein ausführlicher Rundgang an durch alle Klassen der Grund-, Mittel-, Ober- und Werkstufen. Die aktuell 68 Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarfen aus dem Landkreis Saalfeld-Rudolstadt werden in acht Klassen mit jeweils zwei Pädagogen und bei Bedarf weiteren Integrationshelfern unterrichtet. Die zum Teil schwerstmehrfach behinderten Schüler haben in der Fürstin-Anna-Luisen-Schule hochqualifizierte Pädagogen und gut ausgestattete Räumlichkeiten, die ihnen eine optimale, individuelle Förderung ermöglichen.

„Der in jahrelanger Aufbauarbeit gewonnene gute Ruf der Fürstin-Anna-Luisen-Schule hat sein Fundament in der kompetenten und hingebungsvollen Arbeit der Pädagogen“, sagte Marion Rosin anerkennend.

Wie sieht die Zukunft dieser Förderschule und aller Förderschulen in Thüringen aus? Diese Frage haben Schulleiterin Antje Wennrich-Wydra, Lehrerin Susanne Jansen-Döring, Andreas Scherf, der stellvertretende Schulleiter, und Dr. Klaus Scholtissek, der Vorstand des Schulträgers, der Evangelischen Stiftung Christopherushof, an Marion Rosin gestellt. Das Kultusministerium bereitet ein neues inklusives Schulgesetz vor, von dem nur erste, vage Rahmendaten bekannt sind. Die Grundidee des Gesetzesentwurfs ist, (möglichst) alle Schüler mit Behinderungen in den „Gemeinsamen Unterricht“ einzuschulen und die bisherigen Förderschulen in sogenannte „Kompetenzzentren“ umzuwandeln.

„Für uns ist völlig unklar, was diese Kompetenzzentren sein sollen: Schulen ohne Schüler? Zusätzliche Praxen in Analogie zu logopädischen und ergotherapeutischen Praxen? Wie können solche Kompetenzzentren fachlich und qualitativ hochwertig und zugleich nachhaltig arbeiten?“ – diese Frage stellte Dr. Scholtissek. Und er bestand unter starker Zustimmung der anwesenden Lehrer darauf, daß nicht alle Schüler mit Förderbedarfen in den Gemeinsamen Unterricht können, ohne Schaden zu nehmen. Selbst wenn die Erwartung ausreichender fachlicher und sächlicher Ressourcen an Regelschulen erfüllt werde (was jedoch erheblichem Zweifel unterliege), bräuchten nicht wenige Kinder mit Förderbedarfen einen Schutzraum, den eine Regelschule nicht bieten könne. „Viele Eltern und Erzieher in den Kindergärten, die ihre Kinder sehr gut kennen, suchen eine Förderschule, in der sie ihr Kind am besten aufgehoben wissen“, betonte Lehrerin Susanne Jansen-Döring. Der Elternwille dürfe nicht in den Wind geschrieben und damit übergangen werden.

Marion Rosin sprach sich bei diesen Kernfragen für ein bildungspolitisches Vorgehen mit Augenmaß und nüchternem Realitätssinn aus, betonte die Notwendigkeit, die gewachsenen Kompetenzen der Träger rechtzeitig und umfassend in die Entwicklung eines neuen Schulgesetzes einzubinden und betonte, daß es keinen Kahlschlag bei den Förderschulen, gerade im Bereich der Schwerpunktschulen im Bereich geistiger Behinderung und starken Verhaltensauffälligkeiten, geben dürfe. Viel Aufmerksamkeit widmete Marion Rosin der Schülerin Jessica M., die aufgrund ihrer schweren Behinderung körperlich stark eingeschränkt ist und nicht sprechen kann, dafür aber mit einem speziellen Computermonitor gelernt hat, mit ihren Augen den Bildschirm so zu steuern, daß sie ihre Botschaften senden kann. Klassenlehrerin Corinne Rößner, die mit großem pädagogischen Engagement und viel Herzblut seit mehr als sechs Jahren an Jessicas Seite steht, sagte: „Mit dem Ziel der größtmöglichen Lebensqualität, haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, die Kommunikationsmöglichkeiten für Jessica kontinuierlich zu verbessern und zu erweitern, sie in alle lebenspraktischen Bezüge sinnvoll einzubetten, so daß sie ihre Wünsche, Bedürfnisse und Gefühle zum Ausdruck bringen und ihr Leben selbst mitbestimmen kann.“

In der Diskussion sprach der stellvertretende Schulleiter, Andreas Scherf die eigene Wahrnehmung an, daß er die Fürstin-Anna-Luisen-Schule als Schule in freier Trägerschaft manchmal als benachteiligt sehe: So werde sie bei Schullaufbahnberatungen nicht empfohlen oder es werden falsche Aussagen über die Schule getroffen, die die Eltern verunsichern. Es entstehen Gerüchte, beispielsweise, daß die Schule keine Schüler mehr aufnehmen könne oder, daß Fahrgeld oder Schulgeld zu entrichten seien. „Wir wünschen uns, daß wir als Staatlich anerkannte Ersatzschule in freier Trägerschaft mit all unseren Erfahrungen, Möglichkeiten und Angeboten, die in 25 Jahren des Schulbestehens gewachsen sind, als ein wertvoller Teil der Schullandschaft unseres Landkreises wahrgenommen und natürlich auch genutzt werden und somit auch weiterhin zu deren Vielfalt beitragen können.“, sagte Antje Wennrich-Wydra.

Ein wichtiges Thema in der Diskussion war auch die Begutachtung der Kinder und Jugendlichen mit Förderbedarfen: Das neue Gesetz sehe vor, daß nur noch eine staatliche zentrale Institution die sonderpädagogischen Gutachten durchführen dürfe. Marion Rosin kündigte an, eine Anfrage im Landtag stellen zu wollen, ob diese staatliche Behörde dafür wirklich über ausreichend Fachpersonal verfüge, um sämtliche Erstgutachten und gegebenenfalls auch die anschließenden Fortschreibungen erstellen zu können. Susanne Jansen-Döring sieht in diesem Weg ein unbegründetes Mißtrauen gegenüber der fachlichen Kompetenz der Pädagogen in den Förderschulen. Zudem bestehe die Gefahr, daß die staatliche Behörde ihrerseits bestimmte Interessen vertrete und durch bestimmte Vorgaben gesteuert werde. Abschließend bot Marion Rosin an, im engen Austausch mit den Trägern von Förderschulen in freier Trägerschaft zu bleiben, um gemeinsam einen paßgenauen Weg im Sinne der möglichst optimalen Förderung von Schülerinnen und Schülern zu ermöglichen. Sie ermunterte die Förderschulen in freier Trägerschaft, ihre Sicht und Erfahrung in aller Klarheit in der Öffentlichkeit und gegenüber dem Gesetzgeber zu vertreten.

DIANA OERTEL

 

21.11.2016


20.11.2016: Spielräume aufgebraucht

„Der Klimawandel macht vor Thüringen nicht halt und ist ohne zügiges ordnungspolitisches Handeln nicht mehr aufzuhalten“: BUND Thüringen fordert Verabschiedung des Thüringer Klimaschutzgesetzes.

Der BUND Thüringen verurteilt in einer am 18. November verbreiteten Pressemeldung „die aktuelle Kritik am Thüringer Klimaschutzgesetz seitens des Thüringer Wirtschafts- und Infrastrukturministeriums, ebenso die Attacken der oppositionellen CDU“. Der Verband stellt sich damit hinter die Forderungen von Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Bündnisgrüne) zur zügigen Umsetzung des Thüringer Klimaschutzgesetzes. Der aktuelle Entwurf sieht vor, die Treibhausgasemissionen bis 2030 zu halbieren und bis 2050 um 90 Prozent zu reduzieren. Ausgangspunkt bildet das Jahr 1995. (nti-online.net berichtete in der Nachrichtenspalte „Thüringen aktuell – News“ am 17.11.2016).

„Es gibt keine Alternative zum konsequenten gesetzlichen Handeln beim Klimaschutz“, erklärt Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Deshalb macht uns die aktuelle Haltung von SPD, Linken und CDU so fassungslos. Der Kampf gegen den Klimawandel wird nicht in den Konferenzräumen in Marrakesch gewonnen, sondern muß in Thüringen geführt werden, wo die Treibhausgase entstehen.“

Nach Angaben von Hoffmann wird das Zeitfenster, um die Auswirkungen des Klimawandels zu begrenzen, immer kleiner. Nur wenn es gelinge, den weltweiten Temperaturanstieg auf maximal 1,5 Grad Celsius zu beschränken, seien katastrophale Veränderungen der Lebensbedingungen auf der Erde noch zu vermeiden. Daß ausgerechnet die ärmeren Länder aus Afrika, Asien, der Karibik und der Südsee in Marrakesch den Ausstieg aus den fossilen Energieträgern beschlossen haben, müsse Verpflichtung für die reichen Industrienationen sein.

Die Spielräume für die Abwägung von Wirtschaftsinteressen gegen Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels seien längst aufgebraucht. Teile der Wirtschaft wie die Autoindustrie hätten mit ihren Tricksereien ohnehin den Konsens für gemeinsames Handeln beim Klimaschutz einseitig aufgekündigt.

„Der Klimawandel macht vor Thüringen nicht Halt und ist ohne zügiges ordnungspolitisches Handeln nicht mehr aufzuhalten“, erklärte Hoffmann. „Thüringen hat sich im Koalitionsvertrag zu einem Klimaschutzgesetz verpflichtet, welches diesen Namen auch verdient. Das Land darf sich jetzt aufgrund provinzpolitischer Befindlichkeiten nicht selbst ins klimapolitische Aus katapultieren.“ Den nächsten logischen Schritt bildet aus Sicht des Verbandes die zügige Verabschiedung des Thüringer Klimaschutzgesetzes.

PM-BT

 

20.11.2016


20.11.2016: „Bürgerliche Alternative zum Wohle Thüringens“

Neuer Landesvorstand der CDU Thüringen gewählt: Mike Mohring als Landesvorsitzender bestätigt.

Am 19. November fand der 32. Landesparteitag der CDU Thüringen in Apolda statt. Unter dem Motto „Ordnung - Nachhaltigkeit - Patriotismus. Die bürgerliche Alternative zu Rot-Rot-Grün in Thüringen" trafen sich knapp 200 Delegierte der CDU aus ganz Thüringen, um einen neuen Landesvorstand zu wählen. Zirka 150 Gäste besuchten den Parteitag in der Stadthalle in Apolda.

Als Landesvorsitzender wurde Mike Mohring in seinem Amt bestätigt. Mit 81,5 Prozent sprachen die Delegierten dem Landtagsabgeordneten erneut das Vertrauen aus.

Als seine Stellvertreter wurden Birgit Diezel, der Bundestagsabgeordnete Christian Hirte und der Landtagsabgeordnete Mario Voigt gewählt. Torsten Jäger wird neuer Landesschatzmeister und mit Maik Kowalleck wurde zum ersten Mal ein Mitgliederbeauftragter gewählt.

Komplettiert wird der Vorstand durch 15 Beisitzer: Prof. Dr. Dietmar Schuchardt, Thadäus König, Jörg Geibert, Raymond Walk, Marion Walsmann, Thomas Fügmann, Carola Böck, Manfred Grund, Volker Emde, Kristin Floßmann, Petra Thieme, Sarah Boost, Danny Dobmeier, Egon Primas und Jens Krautwurst.

Neben der Wahl des neuen Vorstandes verabschiedeten die Delegierten den Leitantrag der CDU Thüringen, der die Themen Ordnung, Nachhaltigkeit und Patriotismus beinhaltet. Als Gastredner begrüßten die Delegierten Armin Laschet, Landesvorsitzender der CDU Nordrhein-Westfalen und stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU Deutschland. Der Ehrenvorsitzende der CDU Thüringen, Prof. Dr. Bernhard Vogel, nahm als Delegierter am Landesparteitag teil und richtete ebenso das Wort an die Delegierten.

Außerdem wurde der aktuelle Jahrgang des Unionsstipendiums, ein Nachwuchsförderprogramm der CDU Thüringen, verabschiedet. Seit dem letzten Landesparteitag wurden 12 Nachwuchspolitiker und Quereinsteiger in die politische Arbeit der Union eingeführt. Gleichzeitig wurden wieder 17 neue Stipendiaten für das nächste Jahr begrüßt. Durch verschiedene Seminare und Praktika im politischen Bereich können sie die Arbeit eines Politikers kennenlernen.

Landesvorsitzender Mike Mohring freut sich auf die Arbeit mit dem neuen Landesvorstand. „Wir haben viele Aufgaben vor uns, gemeinsam mit der neuen Mannschaft werden wir den Menschen im Lande deutlich machen, daß es eine bürgerliche Alternative zum Wohle Thüringens gibt", sagte der alte und neue Chef der Thüringer Christdemokraten.

PM-CDUT

 

20.11.2016


19.11.2016: Internationale Zusammenarbeit

Studierendenaustausch mit Indonesien an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena.

Erstmals begrüßte der Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen der Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena 15 Studierende der indonesischen Swiss German University für den Studiengang Umwelttechnik und Entwicklung. Gleichzeitig reisten in diesem Wintersemester fünf Studierende des Jenaer Studiengangs für ein Jahr an die Partnerhochschule nach Jakarta.

Sowohl die deutschen als auch die indonesischen Studentinnen und Studenten absolvieren jeweils ein Studien- und ein Praxissemester. Neben den festgelegten Lehrveranstaltungen beinhaltet das Austauschprogramm ein 20wöchiges Praktikum in Unternehmen oder Einrichtungen der Energie- und Umwelttechnik.

Neben dem Erwerb von fachlichen und kulturellen Kompetenzen lernen die Studierenden auch die Herausforderungen von Umwelt- und Klimaschutz im jeweiligen Gastland kennen. Bei erfolgreicher Teilnahme erhalten sie nach ihrem jeweiligen Studienabschluß zusätzlich zum Zeugnis der Heimathochschule auch den Abschluß der Gasthochschule.

Der Studierendenaustausch soll die internationale Zusammenarbeit in den Bereichen Umwelt- und Energietechnik sowie Klimaschutz fördern. Zwischen der EAH Jena, der Swiss German University und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (Giz, Jakarta) wurde im September 2015 diesbezüglich ein gemeinsames Memorandum of Understanding unterzeichnet.

Die indonesischen Gäste werden in diesen beiden Semestern von den Kolleginnen und Kollegen des Akademischen Auslandsamtes der EAH Jena sowie vom Leiter des Studiengangs, Prof. Dr. Andreas Schleicher, und dem Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen betreut. In den ersten beiden Wochen nach ihrer Ankunft haben sie einen Intensiv-Deutschkurs belegt und an einem Kulturprogramm teilgenommen. Studentische Tutoren der EAH Jena unterstützen bei notwendigen Anmeldungen, wie zum Beispiel bei Banken, Krankenkassen und Behörden.

SIGRID NEEF

 

19.11.2016


18.11.2016: Gefährdete Art

Bedrohter Lurch im Thüringer Wald: Deutsche Umwelthilfe und Naturstiftung David setzen sich für den Schutz des Feuersalamanders in Thüringen ein.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hilft der Naturstiftung David beim Schutz des bedrohten Feuersalamanders. Mit Spendengeldern in Höhe von 5000 Euro unterstützt die DUH die Stiftung des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund) in Thüringen. In den Einzugsgebieten der Gera und der Werra wird mit zahlreichen Maßnahmen der Lebensraum des Feuersalamanders gesichert.

Der Feuersalamander ist an Quellbächen in Wäldern heimisch. Er steht als Leitart für die Gesundheit des Ökosystems Wald und kann bis zu 60 Jahre alt werden. Der Feuersalamander gilt als gefährdete Art. Denn seine Larven haben immer weniger geeigneten Lebensraum für ein sicheres Aufwachsen und finden nicht genug Nahrung.

„Es ist besonders wichtig, jetzt, zu Beginn der kalten Jahreszeit, dafür zu sorgen, daß der Feuersalamander im kommenden Frühjahr ein sicheres Zuhause hat. Zum Beispiel müssen wir alte Baumstümpfe und Totholz in die Zuflüsse transportieren, um Bereiche mit unterschiedlichen Fließgeschwindigkeiten entstehen zu lassen, damit es im Frühjahr auch wieder Stillwasserbereiche für die Larven der Feuersalamander gibt“, sagt DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner.

Die Quellbäche im Thüringer Wald sind aufgrund der Veränderung durch den Menschen größtenteils nicht mehr zur Fortpflanzung für den Feuersalamander geeignet. An aufgeräumten, schnell fließenden Bachläufen fehlen ruhige Wasserbereiche, in denen sich die Feuersalamander-Larven entwickeln können. Auch an Nahrung mangelt es. Beutetiere des Feuersalamanders wie kleine Fliegenlarven finden nur schwer einen Weg über Staudämme, Wehre oder durch Rohre unter Waldwegen. Zudem haben monotone Fichtenbestände typische Gehölze verdrängt. Das führt zu trockenen und sauren Böden und fehlender Nahrungsgrundlage für Nährtierchen im Bach.

Bis 2018 wird die Naturstiftung David Fließgewässersysteme durchgängig gestalten, den Strukturreichtum im Gewässerbett erhöhen, bachnahe Überflutungsbereiche erweitern, bachbegleitende, artenreiche Bergwiesen entwickeln sowie Fels-und Blockschutthalden als Zufluchtstätten für den Salamander renaturieren.

PM-DUH

 

18.11.2016


17.11.2016: „Hausaufgaben übererfüllt“

Überzogener Klimaschutz treibt nach Ansicht des Verbandes der Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Mieten in die Höhe: „Gesetzesentwurf ist unwirtschaftlich und unsozial“.

Der Verband der Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft schließt sich der Kritik am vom Thüringer Umweltministerium geplanten ersten Thüringer Klimagesetz an, nach dem bis 2050 alle Treibhausgase um 90 Prozent gesenkt werden sollen. „Unsere Wohnungswirtschaft hat ihre Hausaufgaben übererfüllt. Wohngebäude von Mitgliedsunternehmen stoßen bei Fernwärme und Erdgas 40 Prozent weniger CO2-Emissionen aus als der Bundesdurchschnitt. Durch Modernisierung und Sanierung wurden innerhalb von 20 Jahren die Energieverbräuche sogar um über 70 Prozent gesenkt!“, betont Constanze Victor, Direktorin des Verbandes der Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft.

Im Rahmen einer freiwilligen Selbstverpflichtung sicherten Mitgliedsunternehmen des Verbandes außerdem schon 2012 zu, Thüringens Pro-Kopf-Verbrauch von Endenergie bis 2025 um jährlich ein Prozent zu senken. Das Ergebnis: Seitdem reduzierten die Unternehmen Endenergie für Raumheizung und Trinkwassererwärmung statt um ein Prozent um sechs Prozent pro Jahr. „Dieser beispiellose Kraftakt führte dazu, daß nahezu der komplette Wohnungsbestand saniert und teilsaniert ist. Jedes weitere verschärfende Gesetz führt zu einer Schieflage der Kosten-Nutzen-Effizienz“, sagt Constanze Victor. Trotz der bereits erfolgten massiven Reduzierungen erzielten Thüringens Wohnungsunternehmen immer noch jährliche Einsparungen und hielten die freiwillige Selbstverpflichtung ein. Dies geschehe nur über normale Sanierungszyklen und Neubauten.

Weitere Maßnahmen wie das angedachte Thüringer Klimagesetz sieht der Verband kritisch. Die wirtschaftlich vertretbaren Grenzen der Sparmöglichkeiten seien erreicht. Ab jetzt würden die Kosten enorm steigen, die Effekte seien gering – im Ergebnis verteuere sich Wohnen, die Mieten würden steigen. „So sieht kein sozial verträglicher Klimaschutz aus. Verbesserungen bei Energieeffizienz und CO2-Einsparung können jetzt bestenfalls bei Landwirtschaft und Mobilität erzielt werden“, erklärt die Verbandsdirektorin. Sie weist darauf hin, daß auch auf Bundesebene gerade wieder Vorstöße zu einer weiteren Verschärfung der Klimaschutzziele gemacht würden, die die Unternehmen im Freistaat ebenfalls betreffen.

Am 15. November stellte der Bundesverband der Wohnungswirtschaft Gdw seine Mitarbeit im Bündnis für Bezahlbares Wohnen und Bauen in Frage, da der neue Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung eine dramatische Verschlechterung gegenüber den ursprünglichen Fassungen bedeute. Geht es nach den aktualisierten Plänen sollen künftig acht Millionen Tonnen CO2-Minderung zusätzlich auf dem Gebäudesektor, eine Million Tonnen auf dem Abwasserbereich und eine Million Tonnen CO2 auf dem Abfallbereich lasten. Für die Gebäude mit den ohnehin größten Minderungswerten bedeutet dies eine weitere Verschärfung im Minderungsziel um zehn Prozent. Vergessen werde laut Gdv dabei, daß die Wohnungswirtschaft in der Vergangenheit die größten Einsparungen erbracht habe. Bundesweit sparten Gebäude 43 Prozent und Industrie 63 Prozent zwischen 1990 und 2014 ein. Die Einsparungsergebnisse bei der Energiewirtschaft liegen dagegen nur bei 23 Prozent, die der Landwirtschaft bei 18 Prozent und die des Verkehrs gar bei nur zwei Prozent. Hier werde deutlich, wo die wirklichen Einsparungspotentiale liegen. Erneut der Wohnungswirtschaft die Hauptlast aufzubürden sei das Gegenteil eines sozialverträglichen Klimaschutzes.

Im Verband Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V. (vtw) haben sich 215 Mitgliedsunternehmen, darunter 174 Wohnungsunternehmen, zusammengeschlossen. Zusammen bewirtschaften sie 270.000 Wohnungen. Mit 252.500 Wohnungen handelt es sich dabei fast ausschließlich um eigenen Bestand der Unternehmen. Rund 17.500 Wohnungen werden für Dritte, teils in der Wohneigentumsverwaltung, betreut. Nahezu jeder zweite Mieter wohnt bei einem Mitgliedsunternehmen des vtw. Seit 1991 investierten vtw-Mitglieder insgesamt rund 11,7 Miliarden Euro überwiegend in den Wohnungsbestand. 2015 sicherten die vtw-Mitglieder mehr als 6500 Arbeitsplätze.

SWENIA TEICHMANN

 

17.11.2016


17.11.2016: „Wahnsinn stoppen“

CDU-Fraktion im Thüringer Landtag kritisiert Entwurf zu Thüringer Klimagesetz.

Der energiepolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Stefan Gruhner, hat den Thüringer Wirtschaftsminister und die Infrastrukturministerin dazu aufgefordert, den Plänen von Umweltministerin Anja Siegesmund (Bündnisgrüne) für ein Thüringer Klimagesetz einen Riegel vorzuschieben. „Herr Tiefensee und Frau Keller müssen diesen Wahnsinn stoppen. Wenn der Entwurf der Umweltministerin jemals Gesetz wird, stehen Bürger und Wirtschaft vor enormen zusätzlichen Belastungen“, sagte Gruhner.

Das Thüringer Klimagesetz sieht unter anderem vor, Hausbesitzer künftig zu teuren Klimaschutzmaßnahmen zu zwingen. Mit ihren Forderungen nach einer Senkung der Emission von Treibhausgasen um 90 Prozent bis 2050 geht die Umweltministerin weit über das hinaus, was die EU und der Bund vorgeben. „Frau Siegesmund plant, Klimaschutzziele in einer bislang nicht gekannten Radikalität staatlich zu verordnen. Die Folgen sind hohe Kosten für Hausbesitzer und steigende Mieten“, erklärte der Energiepolitiker. Die CDU-Fraktion hatte Anfang des Jahres ein „Thüringer Energieeffizienzgesetz“ in den Landtag eingebracht, das auf Anreize und freiwillige Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs in Thüringen setzt.

„Einmal mehr versucht die Umweltministerin, den Bürgern die aus ihrer Sicht richtige umweltpolitische Haltung anzuerziehen. Doch wer Akzeptanz für Klimaschutz schaffen will, sollte die Menschen nicht am Gängelband in die umweltpolitisch erwünschte Richtung zerren“, so Gruhner weiter. Mit dem im Gesetzentwurf vorgesehenen Zwang zum Aufstellen von Klimaschutzkonzepten und Sanierungsfahrplänen für Kommunen und Hausbesitzer sowie der Schaffung zahlreicher Beiräte und Koordinierungsgremien bleibe die Ministerin dem grünen Hang zur Überregulierung und -bürokratisierung treu. Dies treffe auch Gewerbe und Industrie, die künftig dazu gezwungen werden sollen, sämtliche Energiedaten an den Staat zu übermitteln und zu veröffentlichen, sagte der CDU-Abgeordnete. „Für die Thüringer Industrie würde dieses Gesetz zu einem großen datenschutzrechtlichen Problem. Konkurrenten aus anderen Bundesländern und aus dem Ausland hätten so einen Freibrief zur intensiven Analyse von Betriebsabläufen. Aber die Interessen der Thüringer Wirtschaft haben Frau Siegesmund ja leider noch nie davon abgehalten, sich umweltpolitisch zu profilieren“, stellte Gruhner fest.

PM-CDU-TL

 

17.11.2016


17.11.2016: Bevorzugte Sorten

Thüringer Rebfläche wird überwiegend für die Erzeugung von Weißwein genutzt.

Auf 70 Prozent der Thüringer Rebfläche im Weinanbaugebiet Saale-Unstrut werden weiße Sorten angebaut. Das hat das Thüringer Landesamt für Statistik ermittelt.

Von der 765 Hektar umfassenden Rebfläche des Weinanbaugebietes Saale-Unstrut liegen 15 Prozent und damit 114 Hektar in Thüringen. Auf zehn Prozent beziehungsweise elf Hektar dieser Fläche stehen Rebstöcke, die jünger als drei Jahre und somit noch nicht ertragsfähig sind. Auf 54 Hektar (47 Prozent) beträgt das Alter der Rebstöcke drei bis neun Jahre, auf 48 Hektar (42 Prozent) zehn bis 29 Jahre und auf einem Hektar (ein Prozent) 30 Jahre und mehr.

Für den Anbau von weißen Rebsorten werden 80 Hektar genutzt, das sind 70 Prozent der Rebfläche. Die bevorzugten Keltertraubensorten für die Erzeugung von Weißwein sind Müller-Thurgau, Ruländer, Weißer Burgunder und Weißer Riesling. Diese Sorten nehmen mit 39 Hektar fast die Hälfte (49 Prozent) der mit weißen Rebsorten bestockten Fläche ein.

Rote Keltertrauben werden auf 33 Hektar angebaut. Die am häufigsten angebauten Rebsorten sind Regent, Blauer Spätburgunder, Blauer Zweigelt, Dornfelder und Blauer Frühburgunder. Diese stehen auf 82 Prozent (27 Hektar) der mit roten Rebsorten bestockten Fläche.

Die gesamte Thüringer Rebfläche ist für die Erzeugung von Weinen mit geschützter Ursprungsbezeichnung geeignet.

Die Rebfläche für Deutschland beträgt 102.581 Hektar und der Anteil des Weinanbaugebietes Saale-Unstrut liegt bei weniger als einem Prozent.

Die vom Thüringer Landesamt für Statistik vermeldeten Angaben beruhen auf einer Auswertung der Weinbaukartei Sachsen-Anhalt/Thüringen für das Jahr 2015. Es werden die in Thüringen gelegenen Rebflächen ausgewiesen, unabhängig vom Betriebssitz der Winzer.

PM-TLS

 

17.11.2016


16.11.2016: Nachfolger gesucht

Frank Krätzschmar beendet 2017 Tätigkeit als LEG-Geschäftsführer: Aufsichtsrat will Personalberatungsunternehmen mit Nachfolgersuche beauftragen.

Der langjährige Geschäftsführer der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG), Frank Krätzschmar, hat in der Aufsichtsratssitzung am 16. November erklärt, seinen am 31. Oktober 2017 auslaufenden Vertrag aus familiären und Altersgründen nicht erneut zu verlängern. Das teilte Thüringens Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) als Vorsitzender des LEG-Aufsichtsrats in Erfurt mit. Der Aufsichtsrat habe die Entscheidung Krätzschmars mit Bedauern und Respekt zur Kenntnis genommen. Frank Krätzschmar ist seit dem 1. November 1997 Geschäftsführer der LEG Thüringen.

Der Wirtschaftsminister dankte Krätzschmar für seine langjährige erfolgreiche Tätigkeit im Dienst des Freistaats Thüringen. „Frank Krätzschmar hat die Entwicklung Thüringens seit der wichtigen Aufbau- und Stabilisierungsphase seit Mitte der 90er Jahre entscheidend mitgestaltet und geprägt“, sagte Tiefensee. Mit seiner Arbeit habe er dazu beigetragen, daß Thüringen sich zu einem der erfolgreichsten Bundesländer in Ostdeutschland entwickelt habe. Die Entscheidung Krätzschmars bedaure er auch persönlich sehr, sagte der Minister.

Frank Krätzschmar ist innerhalb der LEG als Geschäftsführer vor allem für die Bereiche Stadt- und Regionalentwicklung, Immobilienmanagement, Fachkräftegewinnung und die Thüringer Energie- und Greentech-Agentur (ThEGA) zuständig. Erst vor einigen Wochen übernahm er auf Bitte der Landesregierung zusätzlich und übergangsweise die Geschäftsführung der Nahverkehrsservicegesellschaft Thüringen (NVS). In seine bisherige Tätigkeit fallen unter anderem große Bauprojekte wie die Entwicklung des Wohngebiets Ringelberg und des Stadtteils Brühl in Erfurt, der Umbau des Erfurter Hofs, die Errichtung des Erfurter Justizzentrums, die Fertigstellung des Plenargebäudes im Thüringer Landtag nach der Insolvenz des Holzmann-Konzerns oder der Bau eines Pflegeheims in Ronneburg. Unter seiner Verantwortung wurde die LEG Thüringen bei der Vorbereitung der Landesgartenschauen 2015 in Schmalkalden und Apolda 2017 aktiv, weiterhin wurden kommunale Gebietskörperschaften im Rahmen des Regionalmanagements im Kyffhäuserkreis, Ilmkreis und im Altenburger Land betreut. Insgesamt wurden in Krätzschmars Zuständigkeit in Thüringen mehr als 1000 Wohneinheiten errichtet und Bauland für mehr als 12.000 Wohneinheiten erschlossen.

Wie Minister Tiefensee weiter mitteilte, hat der Aufsichtsrat am 16. November beschlossen, ein Personalberatungsunternehmen mit der Suche nach einem neuen Geschäftsführer zu beauftragen. „Ziel ist es, bis Mitte kommenden Jahres einen Nachfolger zu präsentieren“, sagte Tiefensee.

PM-TMWWDG

 

16.11.2016


15.11.2016: Kampagne

Zwei Millionen Euro für Projekt „Impfen 60plus“: Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt Universität Erfurt bei Vorhaben zur gesundheitlichen Aufklärung.

An der Universität Erfurt ist jetzt ein Forschungsprojekt gestartet, das zur Erhöhung der Impfbereitschaft von Senioren beitragen soll. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das auf drei Jahre angelegte Projekt mit rund zwei Millionen Euro.

Die Lungenentzündung ist häufig eine Diagnose, mit der Menschen im Krankenhaus aufgenommen werden müssen – Pneumokokken und Influenzaviren sind dabei die häufigsten Erreger. Gleichzeitig ist die Lungenentzündung eine der Hauptursachen einer Sepsis, an der jährlich mehr als 70.000 Menschen in Deutschland sterben. Und auch die Überlebenden haben nicht selten mit schwerwiegenden Langzeitfolgen zu kämpfen. Hauptrisikogruppe sind dabei Menschen, die älter als 60 Jahre sind. Impfungen können der Erkrankung an einer Lungenentzündung vorbeugen und damit auch das Risiko von Folgeerkrankungen reduzieren. Mit ihrem Forschungsprojekt „Impfen 60+“ wollen Dr. Cornelia Betsch und Prof. Dr. Constanze Rossmann vom Netzwerk Genia der Universität Erfurt gemeinsam mit Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Jena, des Robert-Koch-Instituts und der Lindgrün GmbH die besonders gefährdete Risikogruppe der älteren Menschen nun besser aufklären. Ihr Ziel ist es, den Rückgang der Impfquote gegen Influenza und Pneumokokken bei älteren Menschen zu stoppen und – im besten Fall – die Zahl der geimpften Bürger in Thüringen zu steigern. Das interdisziplinäre Verbundprojekt soll darüber hinaus dazu führen, in der Bevölkerung das Wissen über Sepsis zu steigern und damit letztlich auch das Gesundheitssystem zu entlasten.

Dr. Cornelia Betsch: „Derzeit führen wir eine repräsentative Umfrage durch, die uns Aufschluß geben soll, was Thüringer über das Impfen denken und wie man sie mit einer Kampagne erreichen könnte. Daraus entwickeln wir für den nächsten Winter eine Kampagne für Thüringer ab 60 Jahre.“ Die entwickelte Intervention wird von Partnern aus dem Gesundheitswesen unterstützt, wie der AOK plus, der Barmer GEK, der Techniker Krankenkasse, der Kassenärztlichen Vereinigung und der Ärztekammer Thüringen. Prof. Rossmann: „Das Besondere an diesem Projekt ist, daß passend für die Zielgruppe eine Kampagne entwickelt wird, deren Erfolg auch umfassend gemessen wird – sowohl bezogen auf eine Veränderung im Wissen in der Bevölkerung, als auch auf Impfquoten und Sepsisfälle und die Kosteneffektivität.“ Die Wissenschaftlerinnen sind sich sicher: „Insgesamt liegt ein Projekt mit einer großen Tragweite vor uns: Gerade die Verknüpfung von anwendungsorientierter und Grundlagenforschung und die Zusammenarbeit der Verbundpartner aus verschiedensten Disziplinen ermöglicht es uns, Forschung im Bereich Gesundheitskommunikation auf ein ganz neues Level zu heben.“

Schirmherrin des Projekts ist die Thüringer Gesundheitsministerin Heike Werner (Die Linke). Der wissenschaftliche Beirat versammelt Experten aus der Gesundheitswelt: Dr. Heidrun Thaiss, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Prof. Eva Baumann, Expertin für Gesundheitskommunikation an der HMTH Hannover sowie Dr. Jan Leidel, scheidender Vorsitzender der Ständigen Impfkommission.

Um die Kampagne vorzubereiten, werden an der Universität Erfurt ab Januar Studien durchgeführt, die untersuchen, wie Gesundheitsinformationen wirken. Dazu werden besonders Personen über 60 Jahre gesucht.

Das Verständnis von Gesundheit hat sich im Lauf der vergangenen Jahrzehnte verändert: Gesundheit wird nicht mehr lediglich als Abwesenheit von medizinisch definierter Krankheit betrachtet. Vielmehr hat sich das Begriffsverständnis vom medizinischen hin zum sozial- und verhaltenswissenschaftlichen Verständnis von Gesundheit gewandelt. Gesundheit ist also keine alleinige Domäne der Medizin mehr, sondern wird sowohl in der Forschung als auch in Gesundheitsorganisationen sowie in der Praxis als ein komplexes, interdisziplinär zu bearbeitendes Phänomen betrachtet. Zahlreiche Disziplinen an der Universität Erfurt beschäftigen sich aus verschiedenen Perspektiven mit Gesundheit. Die Erfurter Wissenschaftler arbeiten dabei in Themenbereichen wie Gesundes Leben, Gesundheitsentscheidungen, Gesundheitskompetenz, Gesundheitskommunikation, Prävention. Zusammen bilden Sie das Netzwerk Genia, das es sich zum Ziel gesetzt hat, an der Uni Erfurt das Thema „Gesundheit“ in Forschung, Lehre und Weiterbildung zu etablieren und zu fördern.

CARMEN VOIGT

 

15.11.2016


14.11.2016: „Keine halben Sachen“

Thüringer Landesregierung greift CDU-Forderung nach Meisterbonus auf.

„Ausnahmslos jeder, der erfolgreich seine Meisterausbildung im Handwerk abschließt, sollte auch mit 1000 Euro gefördert werden. Die richtige Richtung hat die Landesregierung jetzt erkannt – nur leider springt sie viel zu kurz.“ Das hat der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, Dr. Mario Voigt, zu den am Wochenende bekannt gewordenen Plänen des Thüringer Wirtschaftsministeriums gesagt, die besten angehenden Handwerker ab kommendem Jahr mit einer Prämie von jeweils 1000 Euro zu belohnen. Noch zu Beginn des Jahres 2015 habe Rot-Rot-Grün der Forderung der CDU-Landtagsfraktion nach Einführung eines sogenannten „Meisterbonus“ für alle Handwerker, die erfolgreich ihren Meister machen, eine klare Absage erteilt. Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) habe seine Ablehnung damals mit dem Instrument des Meister-Bafög begründet.

„Duale Ausbildung braucht echte Wertschätzung und keine halben Sachen. Dabei ist das Muster von Rot-Rot-Grün immer gleich: Erst einmal alles kategorisch ablehnen, um später die Ideen der Opposition als eigenen Coup zu verkaufen“, erklärte Voigt. Der Meisterbonus sei nach dem KMU-Test das nächste Beispiel für das typische Vorgehen der Thüringer Linksregierung, so der CDU-Wirtschaftspolitiker. Der KMU-Test soll wie der Meisterbonus 2017 eingeführt werden, obwohl Rot-Rot-Grün anfangs ebenfalls keinen Bedarf gesehen habe. „Die Landesregierung sollte ihre wirtschaftspolitische Strategie überdenken, wenn sie Thüringen wirklich wirtschaftlich ‚Fit für die Zukunft‘ machen will. Dieses ständige Hin und Her zeugt nicht von Kontinuität und Verläßlichkeit und schadet dem Wirtschaftsstandort Thüringen“, so Voigt.

PM-CDU-TL

 

14.11.2016


11.11.2016: Bewilligung

Riesenerfolg für Forschungsstandort: Neues DLR-Institut für Datenauswertung kommt nach Jena.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) wird in Jena ein neues Forschungsinstitut für „Smart and Big Data" – das heißt für die Speicherung und Auswertung großer Datenmengen - ansiedeln. Das teilten der Bundestagsabgeordnete Carsten Schneider und Thüringens Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am 11. November in Erfurt mit. Der Freistaat Thüringen hatte sich mit einem entsprechenden Konzept um die Ansiedlung beworben. In der Nacht zum 11. November hatte der Haushaltsausschuß des Bundestags eine Finanzierung von jährlich sieben Millionen Euro für das neue Jenaer Institut bewilligt. Das Land wird die notwendige Kofinanzierung für die Einrichtung des Instituts sicherstellen.

„Das ist ein Riesenerfolg für den Forschungsstandort Thüringen und ein Beleg für die hohe Qualität unseres gemeinsamen Projektantrags", sagte Tiefensee. Der Minister dankte allen beteiligten Partnern, Einrichtungen und Unternehmen, die das Vorhaben unterstützt hatten - darunter den Universitäten in Jena, Ilmenau und Weimar, der Ernst-Abbe-Hochschule Jena, dem IT-Netzwerk Thüringen, der LEG Thüringen und Unternehmen wie Jena-Optronik, Carl Zeiss, Jenoptik oder MDC Power, insbesondere aber auch dem Bundestagsabgeordneten Schneider, der sich von Anfang an persönlich sehr stark für das Projekt eingesetzt habe. Ziel müsse es sein, die derzeitige Unterausstattung Ostdeutschlands mit Forschungskapazitäten allmählich zu überwinden, so der Thüringer Wissenschaftsminister weiter: „Das neue DLR-Institut in Jena ist ein großer Schritt in diese Richtung." Insgesamt plant das DLR aktuell die Gründung von sechs neuen Forschungsinstituten zu Themen wie Luftfahrt- und Energieforschung, Maritime Sicherheit und Softwareentwicklung, von denen zwei Institute in den neuen Ländern - in Jena und Dresden - angesiedelt werden sollen.

Durch die voranschreitende Digitalisierung fielen in Wirtschaft und Forschung künftig immer größere Datenmengen an, so der Minister zur Bedeutung des neuen Instituts. Dies sei in der Raumfahrt und Erdbeobachtung ebenso der Fall wie beispielsweise bei der Steuerung und Vernetzung komplexer Produktionsprozesse in der „Industrie 4.0". „Neue Geschäftsmodelle und neue wissenschaftliche Erkenntnisse hängen sehr stark davon ab, wie gut es gelingt, die wachsenden Datenberge zu analysieren, intelligent auszuwerten und zu nutzen", sagte Tiefensee. „Das neue Forschungsinstitut soll einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, diese wohl wichtigste Herausforderung der digitalen Zukunft zu meistern."

Nach den Plänen Thüringens wird sich das „DLR-Institut für Smart and Big Data" schwerpunktmäßig mit der Verarbeitung und Behandlung großer Datenmengen, dem Internet der Dinge und Dienste, aber auch mit neuen Software-Technologien und der IT-Sicherheit, Virtueller Realität und Künstlicher Intelligenz beschäftigen. „Dafür ist der Standort Jena mit seinem leistungsfähigen Forschungs- und Unternehmensumfeld und der ausgeprägten Start-up-Mentalität bestens geeignet", sagte Tiefensee. Das Land will die Institutsgründung durch Bereitstellung einer geeigneten Immobilie über die LEG Thüringen unterstützen.

MI-TMWWDG

 

11.11.2016


10.11.2016: Statistische Daten im Vergleich

Publikation über die Entwicklung der Landkreise und der kreisfreien Städte Thüringens.

Das statistische Werk „Thüringer Kreise im Vergleich, Ausgabe 2016“ ist jetzt erschienen. Dies Publikation wird durch das Thüringer Landesamt für Statistik herausgegeben und dokumentiert die Entwicklung der Landkreise und der kreisfreien Städte Thüringens.

Dabei werden neben den Informationen zu den allgemeinen und geografischen Angaben auch wirtschaftliche und soziale Strukturen mit Entwicklungstendenzen aufgezeigt. Die statistischen Daten beziehen sich im wesentlichen auf die Jahre 2010 und 2015 und beinhalten neben den absoluten Daten auch Veränderungsraten und Anteilsgrößen.

Die Publikation zeigt beispielsweise auf, daß der Bevölkerungsrückgang 2015 gegenüber 2010 in den Landkreisen stärker ausgeprägt war als in den kreisfreien Städten. Einen Zuwachs der Bevölkerungszahlen gegenüber dem Jahr 2010 erreichten nur die kreisfreien Städte Erfurt und Jena.

Der Ausländeranteil der Bevölkerung hat im Jahr 2015 im Vergleich zu 2010 thüringenweit um 1,6 Prozentpunkte zugenommen. In den Landkreisen ist dieser Anteil deutlich niedriger als in den kreisfreien Städten. Der höchste Ausländeranteil wurde im Jahr 2015 mit 7,8 Prozent in der kreisfreien Stadt Suhl registriert.

Die durchschnittliche Arbeitslosenquote ging im Jahr 2015 gegenüber 2010 in allen kreisfreien Städten und Landkreisen zurück. Die niedrigste Arbeitslosenquote lag mit 4,2 Prozent im Landkreis Sonneberg. In der kreisfreien Stadt Gera und in den Landkreisen Kyffhäuserkreis und Altenburger Land wurde allerdings eine Arbeitslosenquote über der Zehn-Prozent-Marke ermittelt.

Alle Kreise verzeichneten 2014 gegenüber 2010 einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts, dabei wurde mit einem Plus von 31,8 Prozent der höchste prozentuale Zuwachs in der kreisfreien Stadt Eisenach registriert.

Die Arbeitsproduktivität (Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen) lag in den kreisfreien Städten mit 54.088 Euro höher als in den Landkreisen mit 51.745 Euro. Die höchste Arbeitsproduktivität wurde 2014 in der kreisfreien Stadt Jena mit 59 154 Euro ermittelt.

Der in Thüringen insgesamt aufzeigende Trend steigender Schülerzahlen spiegelt sich auch in den kreisfreien Städten und Landkreisen wider. Mit Ausnahme der kreisfreien Stadt Suhl konnte in allen Kreisen ein Anstieg der Schülerzahlen verzeichnet werden. Die höchste prozentuale Zunahme wurde mit einem Plus von 21,5 Prozent in der kreisfreien Stadt Jena festgestellt.

Der Versorgungsgrad der Ärzte hat sich 2015 im Vergleich zu 2010 landesweit verbessert. Allerdings gab es deutliche regionale Unterschiede. Während in der kreisfreien Stadt Jena rein rechnerisch ein Arzt 88 Einwohner versorgte, lag diese Relation im Landkreis Sömmerda bei 519.

Die Broschüre „Thüringer Kreise im Vergleich“ kann auf der Internetseite des Thüringer Landesamtes für Statistik kostenlos gedownlodet werden.

SYLVIA SCHLAPP

 

10.11.2016


10.11.2016: Unzählige Wünsche

Thüringer lieben Kartoffeln. Sie mögen den herzhaft, cremig-buttrigen Geschmack der Sorte „Belana“. Die frühen, festkochenden Knollen mit glatter Schale und flachen Augen bei ovaler Knollenform gehen als eindeutige Siegerin bei der Wahl um die „Thüringer Kartoffel des Jahres 2016“ in Friemar hervor.

Es gibt unglaublich viele Kartoffelsorten. Manche sind gelb, andere rot, blau oder violett. Einige sind glatt, andere rauh. Manche Sorten sind robuster gegen Schädlinge, andere wiederum zeichnen sich durch besondere Geschmacksnoten aus. Und sie haben klangvolle Namen wie Sunshine, Annabelle, Toscana, Cascada, Elfe, Francisca, Lilly oder Sieglinde.

Über 1000 Thüringer Testesser zwischen Altenburg und Eisenach sowie zwischen Nordhausen und Sonneberg gaben beim Verkosten bei verschiedenen Aktionen in Supermärkten, bei den Grünen Tagen und der Internationalen Kochkunst-Ausstellung, der sogenannten „Olympiade der Köche“, auf der Messe Erfurt, ihre Stimme ab.

Es gab eine eindeutige Antwort: „Belana“ hat das allerbeste Aroma. Zum cremig-buttrigen Geschmack komme noch hohe Speisequalität, kombiniert mit schönen, glattschaligen Knollen, gelber Fleischfarbe und guter Lagerfähigkeit, informiert Dietmar Barthel. Überrascht hat den Heichelheimer Kartoffelexperten das Ergebnis nicht. Der Geschäftsführer vom Erzeugnisverband Thüringer Qualitätskartoffeln e.V. (Thükav) liebt „Belana“ als normale Salzkartoffel. Außerdem kann sie in Salaten verwendet und zu Bratkartoffeln verarbeitet werden.

Hier wird klar, um die unzähligen verschiedenen Wünsche der Verbraucher zu erfüllen, gibt es zahlreiche Sorten des südamerikanischen Schattengewächses. Im wesentlichen unterscheiden sich diese nach ihrer Kocheigenschaft, dem Reifetermin (früh, mittelfrüh, mittelspät, spät), den Schalenfarben (gelb, weiß, rot, blau), ihrer Verwendungsmöglichkeit bedingt durch ihren Stärkegehalt (Speise, Pommes und Chips oder Stärke), der Fleischfarbe (weiß oder gelb), der Form der Knolle (lang, langoval, rundoval, rund) sowie der Resistenz gegen bestimmte Kartoffelkrankheiten, erläutert Diplom-Agraringenieur Barthel, der auch als Geschäftsführender Gesellschafter der Karland Agrarprodukte fungiert.

Die noch recht junge Sorte „Belana“, quasi die Nachfolgerin von „Linda“, stammt vom Züchterhaus der Firma Europlant und wird in Thüringen auf etwa 120 Hektar als Speise- und Pflanzkartoffel angebaut. In Deutschland sei sie inzwischen die meistangebaute Knolle.

Die Krönung des Sieger-„Erdapfels“ fand zum achten Kartoffeltag am 9. November 2016 in der Versuchsstation Friemar statt. Thüringens Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, Birgit Keller (Die Linke), kürte persönlich die Siegerin. Um die Kartoffel als regionales Produkt zu bewerben und ihre positiven Eigenschaften zu betonen, habe sie gern die Schirmherrschaft übernommen.

Für Keller ist die schmackhafte Knolle sehr bedeutend: „Die Kartoffel ist ein regionales Produkt, das eine besondere kulturelle Bedeutung hat. Ob pur, als Puffer oder Pommes. Und im Kloßland Thüringen natürlich als Klöße. Kartoffeln machen nicht nur satt, sie liefern auch wichtige Vitamine.“ Immerhin essen die Thüringer etwa 13 Kilo der „Grumbeeren“ im Jahr mehr als im Bundesdurchschnitt.

In der Thüringer Landwirtschaft spielt die Kartoffel als heimisches Produkt mehr eine untergeordnete Rolle, gab Dietmar Barthel zu bedenken. Lediglich auf etwa 1800 Hektar wird sie noch angebaut. Die Anbaufläche sei „stabil auf unterem Niveau“, weiß der Thükav-Geschäftsführer. Das Kloßland Thüringen hat sich in den letzten Jahren zur kleinsten Anbauregion in Deutschland entwickelt.

„Es wird zunehmend schwieriger, für die Klöße aus dem „Grünen Herz Deutschlands“ genügend Kartoffeln aus der Region zu bekommen“, stöhnen inzwischen die bekannten Produzenten aus Heichelheim im Weimarer Land. Immerhin lag 1989 die Anbaufläche für Kartoffeln noch bei rund 50.?000 Hektar.

Die Ernte selbst sei in diesem „verrückten“ Jahr eher mittelmäßig ausgefallen, resümiert Bernhard Göring von der Agrar GmbH Gamstädt und Thükav-Mitglied. Insbesondere die Trockenheit Ende August, Anfang September habe in einigen Landstrichen zu beträchtlichen Ertragseinbrüchen geführt, da die Knollen hier quasi „einbetoniert“ wurden, denkt Göring in seinem Vortrag über die aktuelle Situation im Thüringer Kartoffelanbau zurück.

Mit der Versuchsstation Friemar gelte der Landkreis Gotha als „Hirn“ des Kartoffel- und Kloßliebhaberlandes, hob Landrat Konrad Gießmann (CDU) die Bedeutung des Versuchswesens hervor. Immerhin werden hier vor den Toren Gothas auch neue Sorten der „Erdäpfel“ auf den Ertrag, die Keimung, den Stärkegehalt, die Schwarzfleckigkeit, …  geprüft.

Zum achten Kartoffeltag lagen einige der angepflanzten Kartoffeln jeder Sorte zum Anschauen bereit. Die Knollen wurden durchgeschnitten, so daß Größe, Form, Beschaffenheit der Schale und Fleischfarbe begutachtet werden konnten.

Fachlich wurde es, als Katrin Günther von der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) neue Sorten wie zum Beispiel Allians, Goldmarie, Gunda, Annalena oder Madeira vorstellte. Die Jenaerin Kartoffelexpertin informierte in ihrem Fachvortrag über die sortenspezifischen Anbauvoraussetzungen, aber auch, welche Sorten der knolligen Nachtschatten recht ertragreich sind, welche etwas besseren Boden benötige und welche sich sehr gut für den Direktvermarktungsbereich eigne.

Zahlreiche Fachgespräche und Referate zum aktuellen Vegetationsablauf, über Pflanzenschutz sowie zu Märkten und Preisen ergänzten die Sortenpräsentation in Friemar: Dr. Wilfried Zorn von der TLL referierte über „Kalk zu Kartoffeln“ und Herbert Michel, ebenfalls von der Thüringer Landesanstalt, stellte das neue Agrarmeteorologisches Meßnetz für Thüringen vor, das nicht nur Experten, sondern auch den Hobbygärtnern im Internet zur Verfügung stehe. Über „Durchwuchskartoffeln als Problem in der Kartoffelproduktion“ stand Ulf Hofferbert von der Europlant Pflanzenzucht Rede und Antwort.

„Die Veranstaltung ist jedes Jahr wieder interessant“, lautete die einhellige Meinung der anwesenden Kartoffelanbauer. Der Termin werde gut angenommen, konnte sich auch der Leiter der Friemarer Versuchsstation, Andreas Horn, über eine gelungenen „Thüringer Kartoffeltag“ freuen. Sein Tip: Kartoffeln am besten regional vor Ort kaufen. So könne man die hiesigen Kartoffelanbauer unterstützen und damit die regionale Vielfalt erhalten. Kartoffeln aus Ägypten und Israel werden mit viel Wasser in der Wüste angebaut.

ANDREAS KÜHN

 

10.11.2016


10.11.2016: Vertrauen ausgesprochen

Landesvorstand Thüringen im CDU-Wirtschaftsrat e.V. einstimmig bestätigt und erweitert: Mihajlo Kolakovic als Landesvorsitzender wiedergewählt.

Einstimmig sprach die Delegiertenversammlung des Thüringer Landesverbandes im CDU-Wirtschaftsrat Deutschland mit der Wahl am 8. November 2016 in Weimar dem Landesvorstand für weitere zwei Jahre das Vertrauen aus. Der Unternehmer Mihajlo Kolakovic, Kolakovic und Partner Personalberatung Jena, wurde als Vorsitzender von den anwesenden Stimmberechtigten einstimmig wiedergewählt. Dem weiteren Vorstand gehören Dr. Michael Mertin, Vorstandschef der Jenoptik AG und Vizepräsident des Wirtschaftsrates, Hans-Jürgen Kern, Kern Technik GmbH und CO. KG, sowie Hans-Ulrich Göhringer aus Erfurt an. Weiter verstärkt wird ab 2016 der Vorstand des unabhängigen Unternehmerverbandes durch Heinz Bley, Agrar GmbH Crawinkel, sowie Dr. Wolfgang Weißkopf, Weißkopf Rechtsanwälte Partnerschaft Erfurt.

Der alte und neue Landesvorsitzende Kolakovic sieht den Wirtschaftsrat und seine Akteure im Freistaat mehr denn je in der Pflicht, gegenüber der Rot-Rot-Grün-Regierungskoalition kompromißlos für das ursprüngliche Deutsche Gesellschafts- und Erfolgsmodell der Sozialen Marktwirtschaft einzutreten und dessen Berücksichtigung einzufordern. „Nur eine leistungsfähige Wirtschaft kann langfristig die Mittel erarbeiten, um soziale Gerechtigkeit zu verwirklichen. Zudem muß wieder auf die Eigenverantwortung und Leistungsverpflichtung des einzelnen gesetzt werden, übrigens den einzigen Triebfedern für Leistungsbereitschaft", markierte der Landesvorsitzende sein Arbeitsziel.

KARSTEN SEIFERT

 

10.11.2016


09.11.2016: „Wir müssen das Beste daraus machen“

„Das ist Demokratie“: Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) äußert sich zum Ausgang der US-Präsidentenwahl.

Zum Ausgang der US-Präsidentschaftswahl erklärte Thüringens Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am 9. November in einer ersten Reaktion: „Der Wahlausgang in den USA ist eine faustdicke Überraschung. Natürlich hätte ich mir ein anderes Ergebnis gewünscht. Aber das ist Demokratie. Die zeitigt gelegentlich überraschende und unerfreuliche Ergebnisse. In den USA wird jetzt ein neues Kapitel aufgeschlagen - wir müssen das Beste daraus machen.“

Thüringen werde den Gesprächsfaden in die USA - immerhin einer der wichtigsten Außenhandelspartner des Freistaats - nicht abreißen lassen, sagte Tiefensee und kündigte an, daß es bereits im kommenden Jahr zwei Thüringer Delegationsreisen dorthin geben werde.

„Es bleibt abzuwarten, welche Auswirkungen die Wahl auf die deutsche und damit auch die Thüringer Wirtschaft haben wird“, sagte der Minister. „Ich bin gespannt, welche seiner vollmundigen Ankündigungen der neue Präsident wahr macht. Baut er eine Mauer im Süden und gefährdet damit die Freihandelszone Nafta?“

In Deutschland gebe es nun einmal mehr Anlaß zur Diskussion, gibt Tiefensee zu Bedenken: „Was muß sich ändern, damit Politik näher bei den Menschen ist, ihre Sorgen und Nöte versteht?"

MI-TMWWDG

 

09.11.2016


09.11.2016: „Aktionismus nicht angebracht“

Vorgeschlagene Novellierung: Hochschulen dürfen nicht zum Spielball wissenschaftsfremder Akteure werden. Das fordert der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) in Thüringen.

Die Thüringer Landesregierung plant, das Thüringer Hochschulgesetz zu novellieren – die Neuerungen sollen spätestens zum Wintersemester 2017/18 in Kraft treten. Dabei haben sich Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) in Thüringen nach Auffassung des Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) in Thüringen viele der bisherigen Regelungen als erfolgreich bewährt. Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) erwäge trotzdem einen großen Einschnitt beim Mitspracherecht der Lehrenden im Senat.

„Die Professoren müssen auch weiterhin ein gesondertes Stimmrecht innehaben, da sie den wissenschaftlichen Diskurs in der Bundesrepublik maßgeblich mitbestimmten und mir ihrer Expertise für den Wissenschaftsstandort Thüringen und die Hochschulen unerläßlich sind“, kritisiert Hans-Georg Creutzburg, Vorsitzender des Rings Christlich-Demokratischer Studenten in Thüringen, die geplanten Änderungen. Der RCDS stellte seine Position zur Novellierung des Hochschulgesetzes nun der Konferenz der Thüringer Studierendenschaft (KTS) vor, einem Zusammenschluß der neun Thüringer Studentenvertretungen. Die KTS vertritt rund 50.000 Studenten gegenüber dem Land.

Die Hochschulstrukturen und Mitwirkungsrechte hätten sich in der Vergangenheit eingespielt. „Aktionismus wie von Rot-Rot-Grün ist an dieser Stelle nicht angebracht. Wir sind dafür, daß die in der Verantwortung stehenden Akteure auch weiter die Entscheidungen treffen und ein größeres Mitspracherecht behalten. Die Studenten bringen ihren Professoren in den Entscheidungsfindungen ein großes Vertrauen entgegen, denn sowohl Hochschulleitung und Verwaltung setzen sich tagtäglich professionell mit den Themen und Problemen auseinander. Zudem profitieren sie von ihrer Erfahrung“, macht Creutzburg deutlich und fordert eine stärkere Anerkennung durch Rot-Rot-Grün für die Arbeit der Lehrenden im Freistaat.

Professoren seien oftmals schon seit vielen Jahren an den Hochschulen tätig, begleiten Einrichtungen wie Nordhausen oder Schmalkalden bereits von Gründungsbeginn an und würden dadurch Abläufe und Prozesse kennen. Was die Hochschulen bräuchten, sei stattdessen mehr Verläßlichkeit und aufgrund der breit aufgestellten Hochschullandschaft die Möglichkeit, individuelle Regelungen zu treffen: „Die Autonomie muß vor Ort verbleiben und darf nicht zu sehr durch rechtliche Hürden eingeschränkt werden, weshalb die rot-rot-grüne Regierung die Arbeit an den Hochschulen der Hochschulleitung überlassen sollte.“

Die Forderungen für die Novellierung des Thüringer Hochschulgesetzes besprach der Ring Christlich-Demokratischer Studenten am 7. November mit der Konferenz der Thüringer Studierendenschaften (KTS), welche die Studenten gegenüber dem Landesparlament und dem Wissenschaftsministerium vertritt. Dabei drängt der RCDS insbesondere auf die Qualität und Freiheit der Forschung und Lehre „ohne Quotenregelungen und Genderideologie, dem Verzicht auf die realitätsferne Zivilklausel sowie dem Festhalten an Regelstudienzeit, Probefrist für neue Professoren und Stimmenmehrheit der Hochschullehrer in den Gremien“. Die Befugnis zur Ernennung von Professoren sollte in Zukunft der Hochschulleitung obliegen und eine pädagogische Hochschule geschaffen werden, um Lehramtsanwärter zielgerichteter zu schulen. Im Bereich Soziales müßten die Hochschulen eltern- und kinderfreundlich ausgebaut werden, wobei es perspektivisch der Wiedereinführung eines Landeserziehungsgeldes bedürfe. Ziel müsse es ebenfalls sein, Studienabbrecher für die lokale Wirtschaft zu gewinnen. „Ein wichtiger Punkt ist auch ein Semesterticket plus mit Zugang zur DB und dem ÖPNV sowie einem ,Wissenschaftsexpreß‘ nach Leipzig und Göttingen, da auch hier Kooperationen von Vorteil sind“, so Creutzburg.

In puncto Demokratie an den Hochschulen seien Stärkungen des Senats und der Fachschaften wünschenswert: „Insbesondere fach- und sachfremde Gruppen wie die Gewerkschaftler sind in den Hochschulräten oftmals hinderlich für die wirtschaftliche Kompetenz.“ Die von Rot-Rot-

Grün geplanten Studienkommissionen könnten auch von Fachschaften übernommen werden. Für einen reibungslosen Übergang ins Berufsleben sei eine stärkere Förderung dualer Modelle mit mehr Praktika und die Einbindung von Werksstudenten in lokale Unternehmen unerläßlich: „Wir fordern außerdem eine konsequente Ermittlung des Lehrerbedarfs an den Schulen in Form einer Ampel mit Fächerkombinationen und Schularten. Es bedarf einer Übernahmegarantie für Studenten, deren Ampel auf grün steht.“

Der RCDS unterstütze ebenfalls den Vorschlag der Rektorenkonferenz, zukünftige Baumaßnahmen selbständig und eigenverantwortlichen durchführen zu können und somit die Möglichkeit der Hochschulen, die Bauherreneigenschaft zu erlangen. „Wie in Erfurt zu sehen ist, herrscht an der dortigen Universität ein großer Sanierungsstau und das Audimax ist seit über einem Jahr aufgrund von Brandschutzmängeln gesperrt. Die Landesregierung tut aber bisher nix, um dieses Problem zu beheben. Aufgrund der Untätigkeit des Landes ist es um so wichtiger, daß die Hochschulen auch hier eine größere Autonomie übertragen bekommen“, stellte Creutzburg klar

PM-.RCDS

 

09.11.2016


08.11.2016: „Zukunftskontinent“

Konkrete Projekte im Bau- und Energiesektor anstoßen: Thüringer Delegation in Namibia und Südafrika.

Mit einer 20 Mitglieder umfassenden Unternehmer- und Hochschuldelegation hält sich Thüringens Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) seit dem 8. November zu einem dreitägigen Besuch in Namibia und Südafrika auf. Stationen der Reise sind die Hauptstadt Windhuk und Okahandja in Namibia sowie Kapstadt in Südafrika. Auf dem Programm stehen die Teilnahme an einer großen Investorenkonferenz in Windhuk sowie weitere rund 20 politische und wirtschaftliche Termine. „Deutschland verbindet eine besondere Partnerschaft, aber auch eine besondere Verantwortung für Namibia“, sagte Tiefensee. „Im Blick auf die Verbrechen des Kaiserreichs in der Kolonialzeit können und wollen wir einen Beitrag dazu leisten, daß alte Wunden heilen.“

In Namibia wird die Delegation am 8. und 9. November Gespräche über konkrete Investitionsprojekte führen. „Wir wollen der namibischen Regierung unsere Unterstützung für geplante Energie- und Bauvorhaben anbieten und uns um konkrete Aufträge bewerben“, sagte der Minister. Dazu dient insbesondere die Teilnahme an der „Invest-in-Namibia“-Konferenz in der Hauptstadt Windhuk, die von Tiefensee als offiziellem Vertreter Deutschlands mit eröffnet wird. Namibia plant im Rahmen der sogenannten „Harambee“-Initiative bis 2030 milliardenschwere Investitionen zur Bekämpfung der Obdachlosigkeit, zur Industrialisierung des Landes und zur Modernisierung des Energiesektors und Gesundheitswesens. Insbesondere sieht das Programm den Bau von 200.000 Häusern für die ärmsten Bevölkerungsteile vor. „Die technologische und wirtschaftliche Kompetenz Thüringens kann helfen, diese Ziele zu erreichen“, sagte Tiefensee.

Um das zu demonstrieren, wird der Minister in Okahandja ein Modellhaus der Firma PolyCare Research Technology GmbH aus dem thüringischen Gehlberg übergeben und das neue Ausbildungs- und Schulungszentrum der Waltershäuser Firma Maxx-solar und energy GmbH in Windhuk eröffnen. Auf dem Programm stehen weiterhin Gespräche mit Namibias Staatspräsident Hage Geingob, Vize-Präsident Nicky Iyambo, Industrieminister Immanuel Ngatjizeko und der Ministerin für Regionalentwicklung, Sophia Shaningwa. Vorgesehen ist weiterhin auch die Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zwischen der Namibia University of Science and Technology und der Ernst-Abbe-Hochschule Jena.

In Südafrika geht es am letzten Tag vor allem darum, die während einer Delegationsreise im Mai 2015 geknüpften Kontakte zu erneuern und zu vertiefen. Dazu stehen in Kapstadt insbesondere Treffen mit Regierungsvertretern der Region Western Cape und Kapstadts Bürgermeisterin Helen de Lille sowie Gespräche mit der Silicon Cape Initiative – einer Plattform für Gründer und Investoren der IT- und Mikroelektronik-Branche – auf dem Programm.

„Afrika ist der Zukunftskontinent und kann für die Thüringer Wirtschaft hochinteressant werden“, sagte Wirtschaftsminister Tiefensee. Größte Chancen bieten sich aus seiner Sicht vor allem in den Bereichen Energieversorgung, Rohstoffverarbeitung und Infrastruktur. So werden allein für eine stabile Stromversorgung in den Ländern südlich der Sahara nach Schätzung des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft in den kommenden Jahren bis zu 80 Milliarden Euro Investitionen nötig sein. Dabei bieten gerade die Länder der Entwicklungsgemeinschaft des Südlichen Afrika (SADC) – bestehend aus den Ländern Botswana, Lesotho, Mosambik, Namibia, Südafrika und Swasiland – stabile Investitionsbedingungen und einen Markt von 300 Millionen potentiellen Kunden. Am 10. Juni 2016 wurde zudem das Freihandelsabkommen EPA (Economic Partnership Agreement) zwischen der SADC und der Europäischen Union unterzeichnet, das einen zoll- und kontingentfreien Warenaustausch und einen besseren wechselseitigen Marktzugang ermöglicht.

Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Thüringen und Namibia befinden sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium. So haben Firmen aus dem Freistaat im Jahr 2015 Waren im Wert von lediglich 730.000 Euro nach Namibia exportiert, wichtigste Exportgüter waren elektronische Bauelemente sowie Mess- und Regeltechnik. Dagegen ist Südafrika der wichtigste Handelspartner Thüringens auf dem afrikanischen Kontinent, die Ausfuhren in das Land am Kap lagen 2015 bei 94 Millionen Euro, die Einfuhren bei 56 Millionen Euro. Wichtigste Exportgüter waren Fahrgestelle, Motoren und Karosserien, Fahrzeuge und Wohnmobile, Geräte zur Elektrizitätserzeugung, Maschinen, Lager, Getriebe und Zahnräder. Wichtigste eingeführte Produkte waren Lastkraftwagen und Spezialfahrzeuge. Insgesamt unterhalten laut Datenbank der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG) 66 Thüringer Unternehmen Handelsbeziehungen mit Südafrika, dagegen lediglich vier mit Namibia.

STEPHAN KRAUSS

 

08.11.2016


08.11.2016: Voll und ganz angekommen

Indischer Ingenieur unterstützt seine Kommilitonen: Rohan Kundu ist Deutscher Akademischer Austauschdienst-Preisträger der Ernst-Abbe-Hochschule Jena.

Der diesjährige DAAD-Preisträger für hervorragende Leistungen ausländischer Studierender an deutschen Hochschulen ist Rohan Kundu, Student des Masterstudienganges Scientific Instrumentation im Fachbereich SciTec der Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena. In seinem Heimatland Indien erwarb Rohan Kundu einen Bachelorabschluß in Maschinenbau und sammelte bereits in beiden Ländern mehrjährige Berufserfahrung als Ingenieur. Nach absolviertem Forschungspraktikum schrieb er seine Masterarbeit, wobei ihn die Firma Hella KGaA Hueck und Co in Lippstadt betreute.

Auch über die Hochschule hinaus hat Rohan Kundu – nicht zuletzt durch sein Engagement im Fotoclub Jena 78 e.V. – seine sprachlichen Kompetenzen erweitert und ist dadurch in Jena voll und ganz angekommen. Für viele seiner ausländischen Kommilitonen ist Kundu zu einer echten Unterstützung geworden: Mit seinen sehr guten Deutschkenntnissen steht er ihnen jederzeit mit Rat und Tat zur Seite.

Scientific Instrumentation ist ein vollständig in englischer Sprache angebotener Studiengang der EAH Jena, der besonders ausländischen Ingenieuren eine hervorragende Möglichkeit bietet, sich im Bereich des wissenschaftlichen Gerätebaus zu qualifizieren.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert jährlich weit über 100.000 deutsche und internationale Studierende und Wissenschaftler rund um den Globus und ist damit die weltweit größte Förderorganisation seiner Art.

SIGRID NEEF

 

08.11.2016


07.11.2016: Übergabe

Born Senf stellt neue Elektrofahrzeuge in Dienst: Land fördert Anschaffung mit 106.000 Euro.

Die Born Senf und Feinkost GmbH hat am 7. November zwei neue Elektrofahrzeuge in Betrieb genommen. Die Anschaffung war über das „Landesprogramm Elektromobilität“ des Thüringer Wirtschaftsministeriums gefördert worden. „Wenn wir beim Thema Elektromobilität vorankommen und für mehr Akzeptanz sorgen wollen, geht das meines Erachtens am schnellsten über die Fuhrparks von Firmen und Handwerksbetrieben“, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) bei der Übergabe. Born Senf biete ein gutes Beispiel dafür, wie sich Elektromobilität als Baustein in ein nachhaltiges Betriebskonzept einfügen ließe.

Das Erfurter Traditionsunternehmen hatte im vergangenen Jahr eine Förderung über insgesamt 106.000 Euro vom Land erhalten. Damit wird die Anschaffung von insgesamt drei Elektrofahrzeugen vom Typ Mercedes B 250e, vier Ladesäulen und einem Pufferspeicher unterstützt. Der Pufferspeicher wird durch eine vom Unternehmen selbst finanzierte Photovoltaik-Anlage gespeist. Die Ladesäulen auf dem Firmengelände können während regulären Betriebszeiten von benachbarten Unternehmen und Gästen mitgenutzt werden. Insgesamt hat Born rund 175.000 Euro in das Vorhaben investiert.

Von 2013 bis 2016 wurden über das „Landesprogramm Elektromobilität“ des Thüringer Wirtschaftsministeriums insgesamt 49 Projekte von Thüringer Unternehmen und Forschungseinrichtungen unterstützt. Dafür wurden 94 Elektrofahrzeuge, 87 Ladestationen, von denen 19 öffentlich zugänglich sind, und zwei elektrische Pufferspeicher angeschafft. Für die Projektkosten von insgesamt drei Millionen Euro wurden 1,8 Millionen Euro an öffentlichen Zuschüssen bereitgestellt.

STEPHAN KRAUSS

 

07.11.2016


07.11.2016: „Diskurs aktiv vorantreiben“

Raushalten oder aushalten? Kolloquium zur Entwicklung von Rundfunkbegriff und Staatsferne in Zeiten von Videoblogs, Periscope und Facebook Live.

Rund 100 Interessierte diskutierten am 3. November 2016 auf Einladung der Thüringer Staatskanzlei und der Thüringer Landesmedienanstalt in der Landesvertretung des Freistaats in Berlin. Anlaß für das Zusammentreffen waren die zunehmenden Aktivitäten von Staat und staatsnahen Akteuren, im Netz ihre Aktivitäten und Ideen zu präsentieren und dafür zu werben. Kritiker sehen darin teilweise Grenzbereiche zum staatsfernen Rundfunk tangiert. Dagegen sehen Befürworter darin eine moderne und notwendige Form, um mit den Bürgern zu kommunizieren.

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) sprach in seiner Eröffnungsrede von einer Rasanz der Entwicklung in der digitalen Welt, wodurch auch eine Neu-Definition des Rundfunkbegriffs nötig werde. „Der Rundfunkbegriff des Rundfunkstaatsvertrages ist nicht mehr up to date, sondern orientiert sich noch an der klassischen Rundfunklandschaft des vergangenen Jahrtausends. Die aktuelle Definition erfaßt die heutzutage technisch gebräuchlichen Angebotsformen nicht mehr erschöpfend“, so Ramelow. Die Unterscheidung von linearen und nichtlinearen Angeboten entspreche nicht mehr der Realität. Wichtig sei vielmehr, den Rundfunkbegriff nicht allein infolge der technischen Entwicklung neu zu fassen, sondern auch das Qualitätsgebot, die Recherchetiefe sowie die Verläßlichkeit im Angebot ebenso wie die Staatsferne und das Neutralitätsgebot zu berücksichtigen.

Politikberater und Blogger Martin Fuchs informierte über aktuelle Entwicklungen und machte deutlich, daß ein Großteil aus Landes- und Bundespolitik die neuen Möglichkeiten nutzt. Gerade dort, wo Demokratiefeinde unterwegs seien, brauche es die Präsenz des Staates. Bundesverfassungsrichter Prof. Dr. Andreas L. Paulus erläuterte seine kritischen Ausführungen beim ZDF-Urteil des Verfassungsgerichts und betonte die Notwendigkeit der Staatsferne des Rundfunks in Zeiten der Medienkonvergenz. Aus seiner Sicht sind föderale Strukturen existentiell für die Vielfaltssicherung.

Der Minister für Kultur-, Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Thüringer Staatskanzlei, Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff (Die Linke), betonte in seinem Redebeitrag, daß der Rundfunkbegriff zwar weiterentwickelt werden müsse, aber nie dauerhaft definiert werden könne. „Rundfunk ist ein fluider Begriff, der immer wieder an die Realität angepaßt werden muß.“ Mit Blick auf den wachsenden Populismus in vielen Staaten rief der Minister dazu auf, mit „Komplexität und Mut zur Haltung“ zu reagieren. Hoff erklärte, daß die Staatsferne der Medien auch die Handlungsformen des Staates als eigener Mediengestalter betrifft. Hier seien die Landesmedienanstalten unverzichtbar. Außerdem sei eine gelebte Zivilgesellschaft notwendig, in der lokale Sender, Bürgermedien, Freie Radios et cetera erkennbar zum Meinungsbildungsprozeß beitragen.

In der anschließenden Diskussion zum Thema „Was ist Rundfunk” wurde unter Moderation von Dr. Joachim Huber (Tagesspiegel) mit Siegfried Schneider, Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) und Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), Prof. Dr. Wolfgang Schulz, Direktor des Hans-Bredow-Instituts, Sabine Verheyen, MdEP, und Prof. Dr. Karola Wille, Vorsitzende der ARD und Intendantin des MDR, die Zukunft des Rundfunkbegriffs näher beleuchtetet. ARD-Chefin Wille betonte dabei, daß die DNA des Rundfunks, bestehend aus Breitenwirkung, Suggestivkraft und Aktualität auch im Internet nicht verloren geht und sieht eine besondere Regulierungsverantwortung mit Blick auf die Intermediäre, das heißt zum Beispiel Google, Facebook oder Amazon.

In einem zweiten Podium zu „Wieviel Staatsferne brauchen wir in den Medien?” ging es darum, inwieweit der Staat selbst an der Massenkommunikation über das Internet teilhaben darf oder sollte. Der Journalist Steffen Grimberg moderierte die Gesprächsrunde, in der Martin Fuchs, Politikberater und Blogger, Prof. Dr. Hubertus Gersdorf, Universität Leipzig, Dr. Constanze Kurz, Chaos Computer Club, Dr. Gregor Mayntz, Vorsitzender Bundespressekonferenz e. V., sowie Prof. Dr. Andreas L. Paulus, Richter am Bundesverfassungsgericht, erörterten, ob die Gesellschaft staatliche Kommunikation mit enormer Breitenwirkung im Internet auszuhalten hat oder ob sich der Staat und die ihm zuzuordnenden Einrichtungen und Akteure ebenso wie beim klassischen Rundfunk eher weitgehend herauszuhalten haben. Prof. Dr. Gersdorf betonte einerseits die Zulässigkeit der Selbstdarstellung, sah aber auch die Notwendigkeit der Regulierung bedeutender Intermediäre durch die Landesmedienanstalten.

TLM-Direktor Jochen Fasco freute sich über die angeregten Diskussionen während und am Rande der Veranstaltung. „Die Staatsferne der Massenmedien sowie die für eine demokratische Gesellschaft notwendige Meinungsvielfalt in ihnen sind auch im Digitalzeitalter Grundwerte, die nicht vorschnell in Frage gestellt werden dürfen. Im Spannungsfeld zwischen Chancen und Risiken der Nutzung der neuen Technologien für unsere Gesellschaft ist eine an modernen Maßstäben ausgerichtete und ausbalancierte Aufsicht erforderlich. Wir werden den Diskurs über die Ausgestaltung einer zukunftsfähigen Medienordnung aktiv vorantreiben.“

GPM-TSK-TLM

 

Diskussion zur Entwicklung von Rundfunkbegriff und Staatsferne: Kolloquium-Teilnehmer Bodo Ramelow, Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff (beide Die Linke), Prof. Dr. Andreas Paulus, Martin Fuchs und Jochen Fasco.

Fotos (5): TLM-ARCHIV 

 

07.11.2016


06.11.2016: Erwartungen erfüllt

Erfolgreiches Messedoppel „Haus.Bau.Ambiente.“ und „Artthuer 2016“ zogen über 10.000 Besucher an.

Die 16. Auflage der Baufachmesse „Haus.Bau.Ambiente.“ in der Thüringer Landeshauptstadt versammelte vom 4. bis 6. November auf rund 4000 Quadratmetern Fläche 120 Aussteller der Handwerks-, Modernisierungs-, Sanierungs- und Technikbranche aus Deutschland, Österreich und Tschechien. Zeitgleich fanden unter demselben Dach zum ersten Mal auf weiteren 3000 Quadratmetern die 122 ausstellenden Künstler der „Artthuer“ – 10. Kunstmesse Thüringen Platz. Mit der Zahl von 10.000 Besuchern haben sich die Erwartungen der beiden Veranstalter Messe Erfurt GmbH und Verband Bildender Künstler in Thüringen e.V. (VBKTh) an die erste gemeinsame Durchführung der beiden Messen erfüllt.

Die Fachvorträge der „Haus.Bau.Ambiente.“ zogen nach Veranstalterangaben zu allen Zeiten viele interessierte Besucher an. Das Programm reichte von Themen der Baufinanzierung, über die Verwendung moderner ökologischer Baustoffe oder den Einbruchschutz bis hin zu den praktischen Gestaltungstips der eigenen vier Wände von Diplom-Ingenieurin Eva Brenner. Sie hatte am 5. November für zahlreiche begeisterte Messegäste gesorgt.

„Beim Bauen wird die ganzheitliche Betrachtung immer wichtiger. Energieeffizienz oder die richtigen Baustoffe sind ebenso wichtig wie Wohlfühlen und Behaglichkeit“, stellt Projektleiter Norman Vierow fest. „Das Thema Ambiente liegt genau im Trend der Zeit. Die Kombination unserer Veranstaltung mit der Kunstmesse Artthuer war sowohl für unsere Aussteller also auch für unsere Besucher eine absolute Bereicherung.“

Auch der Verband Bildender Künstler in Thüringen e.V. schätzt die Zusammenarbeit und die Kombination der beiden Messen positiv ein. „Es findet auf jeden Fall ein Austausch zwischen den beiden Ausstellungsbereichen und eine Mischung der Besucherzielgruppen statt. Wir haben ein sehr positives Feedback von unseren Ausstellern, Besuchern sowie den erstmals vertretenen Galeristen bekommen“, bilanziert Professor Klaus Nerlich, Sprecher des Verbandes Bildender Künstler in Thüringen. Auch die neue Örtlichkeit der Verkaufsausstellung wurde sehr gut angenommen. „Die Messehalle als Veranstaltungsort gefällt den Besuchern. Die Öffnung der Stände lädt zum Flanieren und Verweilen ein. Die Ausleuchtung ist sehr gut und macht die hochwertige Präsentation der Werke möglich“, sagt Klaus Nerlich.

Die nächste „Haus.Bau.Ambiente.“ findet vom 10. – 12. November 2017 statt.

PM-MEG

 

06.11.2016


05.11.2016: „Sparsamkeit zu Lasten der inneren Sicherheit“

Höchste Zeit die Notbremse zu ziehen: Thüringer Polizeigewerkschaft will fortschreitenden Stellenabbau bei der Thüringer Polizei nicht mehr hinnehmen.

Seit Jahren fordert die Deutsche Polizeigewerkschaft Thüringen e.V. (DPolG) von der Landesregierung die nachhaltige Einleitung von Maßnahmen zum Stopp des anhaltenden Stellenabbaus bei der Thüringer Polizei. „Wie nun bekannt wurde, werden bis 2020 laut Angaben des Innenministeriums über 900 Stellen bei der Thüringer Polizei abgebaut, davon 140 bereits in diesem Jahr“, berichtete die Gewerkschaft am 5. November in einer Pressemitteilung.

Hierzu erklärt der DPolG-Landesvorsitzende, Jürgen Hoffmann: „Seit Jahren fordert die DPolG einen Stopp des anhaltenden Stellenabbaus bei der Thüringer Polizei. Auch wenn der Stellenabbaupfad durch Rot-Rot-Grün bis 2017 ausgesetzt, und im vergangenen Jahr noch 30 zusätzliche Polizisten für die Ausbildung in Meiningen eingestellt wurden, konnte der Personalabbau bei der Thüringer Polizei weder gestoppt noch umgekehrt werden!“

Es sei zumindest ein Zeichen der Hoffnung gewesen, welches die Landesregierung im vergangenen Jahr gesetzt habe, so Hoffmann weiter. „Doch mehr als ein Zeichen sollte es wohl auch nicht bleiben, denn in diesem Jahr wurden nur 155 neue Polizisten eingestellt und die erhofften weiteren 30 neuen Kollegen seitens des Finanzministeriums aus Sparsamkeitsgründen gestrichen. Eine Sparsamkeit, welche zu Lasten der inneren Sicherheit der Bürger im Freistaat geht, und die wir uns so nicht leisten können!“

Zur Begründung führe, so Hoffmann, die Thüringer Finanzministerin Taubert zum einen den Zwang zum Sparen, sowie andererseits einen Vergleich mit der Anzahl der Polizisten in Schleswig-Holstein an. Hier werde ausschließlich die Anzahl der Polizisten pro Einwohner verglichen und ein Vergleich der durch die Polizei zu realisierenden Aufgaben werde überhaupt nicht herangezogen. „Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen“, erklärt Jürgen Hoffmann. „Im gleichen Stil könnten wir die Anzahl der Polizisten mit der in München vergleichen. Dort sind 6400 Beamte zuzüglich 1000 Angestellte im Polizeidienst. Und das für zirka 1,6 Millionen Einwohner. Mit 7400 Polizisten sind das deutlich mehr, als wir im gesamten Freistaat mit etwa 2,2 Millionen Einwohnern haben. Auch dieser Vergleich hinkt wohl ein wenig, doch wenn es nur um Zahlen geht, dann sollte sich die Finanzministerin eher an denen orientieren, die zu einer nachhaltigen Gewährleistung der inneren Sicherheit beitragen!“

In den vergangenen Wochen wurde der Bericht der Evaluierungskommission zur Polizeistrukturreform in Thüringen vorgelegt. In den 64 Vorschlägen der Kommission seien laut Gewerkschaftschef Hoffmann auch solche, die seitens des Innenministeriums zeitnah umgesetzt werden könnten und sollten. Hier ermuntere die DPolG Innenminister Poppenhäger, die für die Entlastungen der Kolleginnen und Kollegen sinnvollen zeitnah und ohne bürokratischen Aufwand in die Praxis zu überführen.

„In jedem Falle darf es nicht passieren, daß der Bericht der Kommission zerredet wird, langsam in Vergessenheit gerät und dann ohne weitere Konsequenzen in den Schubladen verschwindet. Als DPolG werden wir permanent darauf dringen, daß die für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen unserer Kollegen notwendigen Vorschläge auch umgesetzt werden. Ebenso darf es nicht sein, einige Vorschläge der Kommission selektiv herauszupicken und als Argumentation für einen weiteren Abbau bei der Polizei in Thüringen zu verwenden!“ so der DPolG-Landesvorsitzende.

Im Zuge der Werbung für die Gebietsreform habe die Landesregierung den Polizisten als Werbeträger entdeckt. In großflächigen Plakaten würden vier Polizisten für diese Reform werben. Wer nun denke, daß mit einer genügend hohen Anzahl von Plakaten auch wieder mehr Polizisten im öffentlichen Straßenbild zu sehen seien, habe entweder eine besondere Art von Humor, oder die Realitäten verkannt. Ein Humor, welchen die Kolleginnen und Kollegen der DPolG bei ihrer Alltagsbelastung nicht teilen könnten. Und einige schauten in Erinnerung an Diskussionen der jüngsten Vergangenheit schon einmal genauer hin, ob denn nicht ein „ACAB“-Schriftzug auf den Plakaten versteckt sei. „Polizisten müssen politisch neutral arbeiten und eine einseitige Instrumentalisierung der Polizisten für die Umsetzung politischer Ziele kann nicht toleriert werden. Deshalb fordern wir die Landesregierung auf, diese Plakate wieder aus dem öffentlichen Raum zu nehmen“, fodert DPolG-Landesvorsitzende Hoffmann unmißverständlich.

Angesichts des nun auch vom Thüringer Innenministerium eingeräumten Stellenabbaus von über 900 Polizisten bis 2020 bestehe die DPolG Thüringen weiter auf ihrer Forderung zu erhöhten Einstellungen bei der Polizei im Freistaat. Eine Forderung, welche schon eine Minimalforderung angesichts der Haushaltslage in Thüringen sei, laute die Einstellung von 170 Polizeivollzugsbeamten, die Einstellung von 40 Polizeiverwaltungsbeamten sowie von 20 Polizeiangestellten. Und dies, so Hoffmann. nicht nur einmalig, sondern jährlich!

ROLAND SPITZER

 

05.11.2016


04.11.2016: Antragstellung

Thüringer Kreise beantragen 84,9 Millionen Euro Breitbandförderung beim Bund: Gesamtinvestitionen von voraussichtlich 175 Millionen Euro.

Thüringer Landkreise und Regionen haben im aktuellen Förderaufruf zum „Bundesprogramm Breitband“ insgesamt 16 Anträge auf Förderung gestellt. Das teilte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am 3. November in Erfurt mit. Das beantragte Fördervolumen beläuft sich auf rund 84,9 Millionen Euro – insgesamt können damit Investitionen von voraussichtlich 175 Millionen Euro in schnelles Internet angeschoben werden. „Das wäre noch einmal ordentlich Wasser auf die Mühlen des Breitbandausbaus in Thüringen“, sagte Tiefensee. Angesichts des komplexen Antragsverfahrens für das Bundesprogramm seien seine Erwartungen deutlich übertroffen worden. Das gute Abschneiden bei der Antragstellung sei nicht zuletzt durch die intensive Arbeit und Kooperation zwischen Landkreisen, Breitbandkompetenzzentrum und Wirtschaftsministerium möglich geworden. „Jetzt ist der Bund am Zug, die eingereichten Anträge schnell zu prüfen und zu bewilligen.“ Die Antragsfrist hatte am 28. Oktober geendet.

Im Zuge des Bewilligungsverfahrens können sich noch Änderungen an der beantragten Fördersumme ergeben. Bliebe es bei der Bundesförderung in der beantragten Höhe, wäre eine Kofinanzierung des Landes in Höhe von etwa 45 Millionen Euro und der Kommunen in Höhe von rund 14,5 Millionen Euro erforderlich. Damit würde die festgestellte „Wirtschaftlichkeitslücke“ in Höhe von 144,4 Millionen Euro gedeckt. Diese Summen sollen aus Mitteln des Landesprogramms Breitband und der „Digitalen Dividende“ (Versteigerung von freigewordenen Funkfrequenzen) bereitgestellt werden.

Unter den Antragsstellern befinden sich Projektgebiete in zehn verschiedenen Landkreisen, die insgesamt 411 Gemeinden beinhalten. Hinzu kommen drei kreisfreie Städte. Im Falle der kreisfreien Städte Erfurt, Gera und Suhl und der Landkreise Eichsfeld, Altenburger Land, Nordhausen, Saale-Holzland-Kreis, Saale-Orla-Kreis, Wartburgkreis ist damit die Beantragung von Fördermitteln des Bundes komplett abgeschlossen. Die weiteren Anträge stammen aus Projektgebieten im Unstrut-Hainich-Kreis, den Kreisen Hildburghausen, Schmalkalden-Meiningen und Saalfeld-Rudolstadt. Der Minister, der im Rahmen von Vor-Ort-Besuchen in den letzten Wochen auch persönlich für eine zügige Antragstellung geworben hatte, bedankte sich bei den Verantwortlichen vor Ort, insbesondere bei den Breitbandpaten, die das Thema massiv vorangetrieben hätten. „Es zeigt sich: Wenn das Projekt in den Kreisen und Kommunen zur Chefsache gemacht wird, dann läßt sich hier gemeinsam viel erreichen.“

Insgesamt zielen die Ausbauplanungen in den genannten Kreisen jeweils auf einen flächendeckenden Ausbau mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde schnellem Internet – und bei konkretem Bedarf vor Ort wie etwa in Gewerbegebieten auch mehr. Mit der Umsetzung sei nach der Bewilligung der Bundesmittel angesichts der notwendigen Planungs- und Ausschreibungszeiträume bis Ende 2018 zu rechnen.

Um die verbliebenen unterversorgten Gebieten entsprechenden Bandbreiten zu erschließen, seien jetzt auch alle übrigen Thüringer Landkreise gefragt, im anstehenden letzten Förderaufruf für das Bundesprogramm Breitband ihre Anträge zu stellen. „Ich denke, die Notwendigkeit eines zügigen Breitbandausbaus und damit einer erfolgreichen Einwerbung von Bundesmitteln für diesen Zweck ist mittlerweile überall verstanden worden“, sagte Tiefensee. Wirtschaftsministerium und Breitbandkompetenzzentrum stünden weiterhin bereit, um den Kommunen und Kreisen im Antragsverfahren und bei der Lösung bestehender Probleme unter die Arme zu greifen.

Die Bundesregierung hat im Herbst 2015 das Bundesförderprogramm Breitband im Umfang von inzwischen rund vier Milliarden Euro gestartet. Als erster Thüringer Antragsteller hatte im August 2016 der Kyffhäuserkreis den Förderbescheid des Bundes über 6,7 Millionen Euro für den Breitbandausbau erhalten. Das Land kofinanziert diese Mittel mit insgesamt 2,4 Millionen Euro. Mit dem Geld wird die sogenannten „Wirtschaftlichkeitslücke“ zwischen entstehenden Kosten für den Breitbandausbau und den erwarteten Einnahmen daraus gedeckt. Insgesamt werden hier 27 Städte und Gemeinden des Kyffhäuserkreises mit zusammen fast 13.000 Haushalten und mehr als 2000 Unternehmen von der Förderung profitieren.

MI-TMWWDG

 

04.11.2016


03.11.2016: Überdurchschnittlich schnell gealtert

Das Durchschnittsalter in Thüringen ist innerhalb von zwei Jahrzehnten von 39,9 auf 46,8 Jahre gestiegen. Älter sind die Menschen nur in Sachsen-Anhalt. Das Altenburger Land ist auf Kreisebene bundesweit am ältesten – und Suhl die am schnellsten vergreisende Region.

Die steigende Lebenserwartung und niedrige Geburtenzahlen treiben das Durchschnittsalter in Thüringen immer weiter nach oben. Die Bevölkerung ist innerhalb von zwei Jahrzehnten um fast sieben Jahre gealtert und zählt nunmehr 46,8 Lenze. Damit hat der Freistaat nach Sachsen-Anhalt die zweiälteste Bevölkerung. Das ergab eine Auswertung der Initiative „7 Jahre länger“ auf Basis der finalen Bevölkerungsdaten für 2015.

Thüringen zählt zu den Bundesländern, die seit 1995 überdurchschnittlich schnell gealtert sind, was auch an der Abwanderung junger Menschen liegt. Bundesweit ging der Altersschnitt „nur“ um 4,2 auf 44,2 Jahre nach oben. Am jüngsten sind die Einwohner von Hamburg mit 42,3 Jahren. Den Stadtstaat im Norden trennen 5,1 Jahre vom ältesten Bundesland Sachsen-Anhalt. 1995 lag die Spanne zwischen ältestem und jüngstem Bundesland erst bei 3,6 Jahren.

Wie weit fortgeschritten die Alterung in Thüringen bereits ist, zeigt sich auch auf Kreisebene. Gemeinsam mit Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt) hat das Altenburger Land die bundesweit älteste Bevölkerung – mit einem Altersdurchschnitt von 49,8 Jahren. Den Landkreis trennen damit schon fast zehn Jahre von Freiburg (Baden-Württemberg), wo die Menschen mit 40,2 Jahren am jüngsten sind. Auch der am schnellsten alternde Stadt- oder Landkreis kommt aus Thüringen: In Suhl sind die Menschen heute im Schnitt 10,5 Jahre älter als 1995.

Wanderungseffekte führen aber auch in Thüringen dazu, daß das Altersgefälle weiter zunimmt. Es stieg seit 1995 von 4,8 auf 7,5 Jahre. Vor allem die Universitätsstädte altern wesentlich langsamer als ländliche Regionen: So ist Jenas Bevölkerung heute durchschnittlich nur drei Jahre älter als 1995. Das ist der viertniedrigste Zuwachs im Osten hinter Leipzig, Dresden und Berlin.

Im Vorjahr geriet der Alterungsprozeß auch aufgrund der hohen Zuwanderung jedoch insgesamt ein wenig ins Stocken. Sowohl bundesweit als auch in Thüringen sank das Durchschnittsalter um 0,1 Jahre. Für Deutschland war es der erste Rückgang seit der Wiedervereinigung überhaupt. Die größte Verjüngung in Thüringen erlebten der Saale-Holzland-Kreis und Suhl mit einem Rückgang des Altersdurchschnitts von jeweils einem halben Jahr.

Langfristig schreitet der Alterungsprozeß jedoch weiter voran. Laut jüngster Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes wird das Durchschnittsalter in Deutschland bis 2060 auf 47,6 bis 50,6 Jahre steigen – abhängig davon, wie sich Zuwanderung und Geburtenrate weiter entwickeln. Zum Vergleich: 1990 waren die Menschen hierzulande noch durchschnittlich 39,3 Jahre alt, 1970 gar erst rund 36,2 Jahre.

CHRISTIAN PONZEL

 

03.11.2016


02.11.2016: „Klares Bekenntnis zur Solarenergie“

Thüringen fördert Nutzung und Speicherung von Solarstrom bei Mietern, Gewerbe und Eigenheimbesitzern.

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) begrüßt das am 2. November von der Thüringer Ministerin für Umwelt, Energie und Naturschutz, Anja Siegesmund (Bündnisgrüne), vorgestellte Landesförderprogramm „Solar Invest“. Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar, sagte während der gemeinsamen Pressekonferenz in Erfurt: „Thüringens neues Förderprogramm ist ein klares Bekenntnis zur Solarenergie und überbrückt schmerzhafte Lücken auf Bundesebene. Der Freistaat stellt die Weichen dafür, daß endlich auch Mieter klimafreundlichen Solarstrom ernten und zugleich ihre Stromkosten senken können. Die Akzeptanz in der Bevölkerung für die Energiewende dürfte dadurch weiter wachsen. Endlich erhält Solarenergie damit auch stärker Einzug in die Innenstädte. Wir begrüßen ebenso die Förderung stationärer Speicher. Sie entkoppeln Solarenergie von der Tageszeit und ermöglichen die Nutzung von Sonnenstrom rund um die Uhr.“

Nach Auffassung des BSW-Solar sei jetzt die Bundesregierung am Zuge. „Anders als Solarstrom vom Dach eines Eigenheims wird solarer Mieterstrom von der Bundesregierung derzeit noch zu Unrecht künstlich massiv verteuert, indem er mit der vollen EEG-Umlage von über sechs Cent je Kilowattstunde belastet wird. Diese Diskriminierung muß endlich ein Ende haben! Die Öko-Abgabe sollte ursprünglich eigentlich dazu dienen, die Energiewende voranzutreiben. Landeszuschüsse können diese Barriere nur zum Teil überbrücken“, so Körnig.

Zum Start der Landesförderung hat der BSW-Solar den kostenlosen Leitfaden Geschäftsmodelle mit PV-Mieterstrom veröffentlicht sowie die erste Ausbaustufe eines Info-Webportals gestartet. Der Verband rechnet mit einem großen Interesse bei Mietern, Stadtwerken sowie bei der Wohnungs- und Solarwirtschaft an der Errichtung von Solarstromanlagen auf Wohngebäuden und dem Angebot lokaler Solarstromtarife.

Während in Thüringen bereits rund 15.000 Eigenheime über eine Solarstromanlage verfügen, lag das riesige Solarpotential auf Mietgebäuden bislang weitgehend brach. Der BSW-Solar erwartet, daß dieses Potential in den nächsten Jahren gehoben wird. Nach Schätzungen des Verbandes könnten bundesweit mittelfristig von Mietsgebäuden jährlich rund vier Milliarden Kilowattstunden Solarstrom geerntet und weitgehend ohne Belastungen öffentlicher Stromnetze direkt vor Ort verbraucht werden.

Thüringens neues Förderprogramm zielt darauf ab, die Einführung von Mieterstrommodellen voranzutreiben und den Eigenverbrauch von Solarstrom zu erhöhen. Neben Investitionen in die Realisierung von Mieterstrommodellen werden auch Investitionen in Photovoltaikanlagen und Energiespeicher bezuschußt, sofern der Strom für den Eigenverbrauch genutzt wird. Ebenfalls gefördert werden Beratungsleistungen zum Beispiel für Bürgerenergiegenossenschaften, die an Photovoltaik-Ausschreibungsverfahren teilnehmen möchten.

In Deutschland sind bereits über 1,5 Millionen Photovoltaikanlagen und rund 50.000 Solarstromspeicher installiert.

DAVID WEDEPOHL

 

02.11.2016


02.11.2016: Steigerung

Trotz Demographiewandels leichter Anstieg: Universität Erfurt zählt insgesamt 5910 Studierende im Wintersemester 2016/17.

Trotz der demographisch bedingt rückläufigen Zahl der Hochschulzugangsberechtigten in Thüringen hat die Universität Erfurt die Zahl ihrer Studierenden auch im Wintersemester 2016/17 mit 5910 zum Stichtag 30. Oktober steigern können.

Dazu hat mit insgesamt 1226 insbesondere die Zahl der Studienanfänger im ersten Hochschulsemester beigetragen. Dies entspricht einer Steigerung von 5,3 Prozent. Darüber hinaus haben 165 Studierende aus dem Ausland im aktuellen Wintersemester ihr Studium an der Universität Erfurt aufgenommen. Auf besonders großes Interesse stießen die Studienrichtungen Internationale Beziehung, Psychologie, Förderpädagogik sowie Primare und Elementare Bildung.

Carmen Voigt, Pressesprecherin der Universität Erfurt, erklärte dazu: „Die Zahlen zeigen, daß wir die uns von der Politik gestellte Aufgabe, junge Leute im Land zu halten und ins Land zu holen, sehr gut erfüllen.“ Zugleich seien sie ein Beleg dafür, daß die Marketingmaßnahmen fruchten, die die Uni in den vergangenen Jahren ganz gezielt auch über weit Thüringen hinaus gestartet habe.

PM-UE

 

02.11.2016


01.11.2016: Zitat

Junge Union Thüringen kritisiert unzulässige Vermischung von Partei-und Regierungsarbeit bei Gebietsreform-Kampagne.

Als „unzulässige Vermischung von Partei- und Regierungsarbeit" hat der Landesvorsitzende der Junge Union Thüringen, Stefan Gruhner, die Kampagne der Landesregierung für die Gebietsreform bezeichnet. Auf der entsprechenden Internetpräsenz zur Kampagne wird unter anderem auch Rainer Wernicke in seiner Funktion als Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen mit einem werbenden Zitat für die Gebietsreform zitiert. JU-Chef Stefan Gruhner sagt dazu: „Es ist schlichtweg unzulässig, daß auf einer amtlichen Internetseite der Regierung Parteifunktionäre einseitig für parteipolitische Ziele werben. Es kann nicht sein, daß vom Steuerzahler finanzierte Werbung der Regierung zur Werbeplattform einzelner Parteifunktionäre umfunktioniert wird. Die rot-rot-grüne Koalition übertritt damit erneut eine Grenze und zeigt, daß ihr nicht nur politische Sensibilität fehlt, sondern sie sich auch ungeniert am Staatsapparat bedient. So etwas nennt man Selbstbedienungsmentalität und Arroganz der Macht.“ Der Name der ausführenden Agentur „Best friend" werde hier offensichtlich zum Programm. „Die best friends und best buddies von Rot-Rot-Grün dürfen sich auf Steuerzahlerkosten präsentieren“, so Gruhner. „Wir erwarten, daß die Aussagen von Herrn Wernicke unverzüglich wieder entfernt werden."

Der CDU-Landtagsabgeordnete verweist außerdem darauf, daß bereits bei der Energiegewinner-Kampagne des Umweltministeriums der Bündnisgrünen-Abgeordnete Olaf Müller auf der steuerfinanzierten Kampagnenhomepage als Kronzeuge für die rot-rot-grünen Windausbaupläne herangezogen werde. „Offensichtlich ist Vermischung der Regierungs- und Parteiarbeit mittlerweile gängige Praxis bei Rot-Rot-Grün. Wer aus der Mitte der Bevölkerung im Land keine wirklich überzeugenden Befürworter der eigenen Politik hat, muß eben auf die eigenen Parteifunktionäre zurückgreifen. Das ist nicht nur politisch anrüchig, sondern auch einfach nur peinlich", erklärt der Thüringer Junge Union-Chef.

Die Junge Union kritisiert in diesem Zusammenhang das Motto der Kampagne „Gegen diese Reform kann man nicht sein". „Wer mit so einem Slogan wirbt, der zeigt, daß es ihm nicht um Dialogbereitschaft geht. Selbstverständlich kann man gegen diese Reform aus guten Gründen sein. Das ist in einer Demokratie völlig normal. Wer dies aber von vornherein ausschließt, der stellt die verfassungsmäßig gewährten Rechte der Kommunen auf Anhörung in Frage. Insofern spricht dieser Slogan einfach nur Bände für eine arrogante Politik über die Köpfe der Menschen hinweg", so Gruhner.

PM-JUT

 

01.11.2016

 

Thüringen aktuell

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Die Ausgabe 2/2017 berichtet über die Herausforderung, wachsende Städte und schrumpfende Regionen im Freistaat gemeinsam zu entwickeln.

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