Nachrichten aus dem Freistaat Mai 2016

Mai 2016

31.05.2016: Bewilligung

60.000 Euro für wissenschaftliches Netzwerk: DFG unterstützt Kooperation von Forschungsbibliothek Gotha und Uni Oslo.

Mit knapp 60.000 Euro fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in den kommenden drei Jahren das von der Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt in Kooperation mit der Universität Oslo beantragte wissenschaftliche Netzwerk „Lutherische Orthodoxie revisited. Konfessionelle Muster zwischen Identitätsverpflichtung und ,Weltoffenheit‘“.

„Ich freue mich sehr über die Bewilligung des Netzwerks, das zur Schwerpunktbildung der Forschungsbibliothek Gotha im Bereich der Kulturgeschichte des Protestantismus beiträgt“, sagt Dr. Kathrin Paasch, die Leiterin der Forschungsbibliothek Gotha. Die Bewilligung sei ein weiterer Beleg dafür, daß sich die Forschungsbibliothek Gotha zu einer wichtigen nationalen und internationalen Institution für die Erforschung der Reformation und ihrer Nachwirkungen in der Frühen Neuzeit entwickelt habe.

Das Netzwerk vereinigt Forscherinnen und Forscher aus Deutschland, Skandinavien und dem Baltikum und umfaßt die Disziplinen der Theologie, Philosophie, Germanistik, Musikwissenschaft, Geschichte und Kunstgeschichte. Es ist als ein Nachwuchs-Netzwerk angelegt, um die Zusammenarbeit zwischen den Forschenden auf der „mittleren Ebene“ zu stärken. Das von Dr. Sascha Salatowsky, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Forschungsbibliothek, initiierte Netzwerk wird im Rahmen des ebenfalls von der DFG finanzierten Projekts zum Ausbau der Forschungsbibliothek zu einer Forschungs- und Studienstätte für die Kulturgeschichte des Protestantismus in der Frühen Neuzeit und in Kooperation mit Dr. Joar Haga (Universität Oslo) durchgeführt. Mit der Fördersumme können insgesamt fünf Workshops in Gotha, Leipzig, Mainz und Dorpat (Estland) mit jeweils bis zu 18 Teilnehmern durchgeführt werden. Ziel ist eine Neubewertung der lutherischen Orthodoxie zwischen Reformation und Frühaufklärung, die oftmals in ihrer Bedeutung für die Ausprägung einer dezidiert lutherischen Konfessionskultur unterschätzt wird.

Die Forschungsbibliothek Gotha bietet sich wie kaum eine andere Bibliothek in Deutschland als Ort für dieses Netzwerk an, bewahrt sie doch eine beachtliche Sammlung an Handschriften und gedruckten Werken zur lutherischen Orthodoxie aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Gegenwärtig erschließt sie die Nachlässe des Jenaer Theologen Johann Gerhard und des Gothaer Theologen Ernst Salomon Cyprian. All diese Bestände sollen bei der quellengestützten Arbeit des Netzwerks berücksichtigt werden.

CARMEN VOIGT

 

31.05.2016


31.05.2016: Umstellung

Start für DVB-T2 HD im Raum Jena.

Zum 31. Mai erfolgt in einigen Ballungsräumen die Umstellung vom herkömmlichen Antennenfernsehen zu DVB-T2 HD, dem Nachfolger des Antennenfernsehens. In Thüringen beginnt die Umstellung in Jena durch die Inbetriebnahme des Senders Kernberge auf Kanal 56 mit 10 kW Sendeleistung. Zu empfangen sind die Programme Das Erste, RTL, ProSieben, Sat.1, Vox und das ZDF in HD.

„Mehr Spaß mit brillanten Bildern und hervorragender Tonqualität – Antennenfernsehen war noch nie so gut, wie es der neue Übertragungsstandard DVB-T2 HD ermöglicht.“ Der Thüringer Landesmedienanstalt-Direktor Jochen Fasco freut sich, daß Thüringen mit der Region Jena zu den ersten Umstellungsgebieten zählt und das Angebot auf bis zu 40 Programme erweitert werde. In Stufen solle bis 2019 die Umstellung erfolgen, die für die Städte Jena, Erfurt, Weimar und Gera bis zu 40 Programme vorsehe.“

Der Sender in Jena ergänzt das bisherige Angebot. Der Umstieg von DVB-T auf DVB-T2 HD beginnt im ersten Quartal 2017 mit der Aufschaltung von bis zu 40 Programmen.

Wie die Thüringer Landesmedienanstalt am 31. Mai mitteilt, setzt der Empfang von DVB-T2 HD nach ein geeignetes Empfangsgerät voraus. Das könne entweder eine Set-Top-Box sein, mit der „alte“ Fernsehgeräte DVB-T2 HD-fähig gemacht werden würden, oder aber ein Flachbildfernseher der neuesten Generation mit integriertem DVB-T2 HD-Empfangsteil. Wichtig sei dabei, auf das grüne DVB-T2 HD-Logo zu achten. Geräte, die dieses Logo tragen, könnten grundsätzlich alle angebotenen Programme empfangen. Die Anschaffungskosten für ein DVB-T2 HD-Empfangsgerät seien abhängig von der gewählten Produktklasse.

PM-TLM

 

31.05.2016


30.05.2016: Stetig wachsender Mitgliederkreis

Kooperationsangebot findet Zuspruch: Raben schließt sich Logistik-NetzwerkThüringen an.

Das Logistik-Netzwerk Thüringen kann einen weiteren großen Logistiker in seinen Reihen begrüßen. Mit der international tätigen Raben Trans European Germany GmbH gewinnt das Thüringer Kooperationsnetzwerk ein Unternehmen, das in vielfältigen Bereichen der Logistik aktiv ist und im Freistaat über Niederlassungen in Eisenach und Gera verfügt. Erst im vorigen Monat hatte sich Zalando Logistics für eine Mitgliedschaft entschieden.

Zur Begrüßung des neuesten von aktuell insgesamt 41 Mitgliedern im Logistik-Netzwerk Thüringen betonte der Vorstandsvorsitzende Joachim Werner: „Zu unserem stetig wachsenden Mitgliederkreis gehören heute Spezialisten aus nahezu allen Gebieten der Logistik. Damit stellen wir ein attraktives Kompetenznetzwerk für Thüringen dar, das weitere Unternehmen anzieht.“ Im Hinblick auf die Bedeutung von Raben für den Logistikstandort Thüringen ergänzte Werner: „Mit Raben verstärkt ein international hervorragend vernetztes Unternehmen unsere Reihen, das besonders im Bereich Kontraktlogistik für die Automobilindustrie zusätzliches Know-how einbringt.“

Jochen Sünkel, Niederlassungsleiter Eisenach bei Raben Trans European Germany, nannte als Beweggründe für die Mitgliedschaft: „Das Logistik-Netzwerk Thüringen leistet eine für die gesamte Branche wichtige Arbeit, indem es sich für die Anliegen der hiesigen Unternehmen einsetzt. Deswegen haben wir uns entschieden, das Netzwerk als aktives Mitglied zu unterstützen und somit einen Beitrag dafür zu leisten, daß die Logistik in Thüringen langfristig wettbewerbsfähig bleibt.“

Mit derzeit 234 Mitarbeitern fungiert der geographisch günstig gelegene Standort in Eisenach als zentraler Umschlagplatz für Raben in Deutschland. Neben der Werksversorgung für Opel Eisenach gehören zum Leistungsspektrum Warehousing, nationale und internationale Stückgutverteilung sowie Teil- und Komplettladungen zu Zielen in Deutschland und Europa.

Das Logistik-Netzwerk Thüringen e.V. ist eine im Jahr 2008 gegründete Kooperationsgemeinschaft von Spezialisten aus allen Zweigen der Branche. Neben Speditionen, Verladern und Kontraktlogistikern vereint das Netzwerk Unternehmen aus den Bereichen Kombinierter Ladungsverkehr, IT und E-Commerce, Forschung und Entwicklung, Aus- und Weiterbildung sowie logistiknaher Dienstleistungen, Verbände und öffentlicher Verwaltung.

Ziel des Vereins ist die Stärkung des Standorts Thüringen als europäische Distributionsdrehscheibe sowie die Etablierung zum zentralen Logistik-Standort für E-Commerce in Deutschland. Um dieses zu erreichen, entwickelt das Netzwerk mit und für die Mitglieder zukunftsfähige, nachhaltige und bedarfsorientierte Lösungen für die Logistikbranche.

PM-LNT

 

30.05.2016


30.05.2016: „Weiteres Ausbremsen nicht zulassen“

Klare Absage für Steuer auf Eigenverbrauch von Solarstrom: Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Bündnisgrüne) kritisiert die von der Bundesregierung geplanten weiteren Einschnitte bei Solarstrom und Kraft-Wärme-Kopplung.

Als „geradezu absurd“ bezeichnet Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Bündnisgrüne) einen aktuellen Vorschlag aus dem Bundesfinanzministerium, eigengenutzten Strom aus erneuerbaren Energien und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen zusätzlich zu besteuern. Wie das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz am 29. Mai in einer Medieninformation mitteilte, sehe die geplante Reform des Stromsteuergesetzes vor, für den Eigenverbrauch oder die Mieter-Direktversorgung produzierten Solarstrom, der nicht ins öffentliche Stromnetz eingespeist wird, oberhalb einer Grenze von 20 MWh mit der Stromsteuer von derzeit 2,05 Cent pro Kilowattstunde zu belasten. Davon betroffen wären insbesondere Mieterstrommodelle und Energiegenossenschaften sowie Unternehmen, die ihren Eigenbedarf vollständig oder in Teilen selbst decken. „Die Sonne schickt keine Rechnung. Neben dem Ausbremsen der Energiewende durch die geplante Reform der Ökostromförderung stellt die Bundesregierung den Ausbau erneuerbarer Energien damit erneut in Frage“, so Siegesmund. Die Ministerin kritisiert, daß mit der geplanten Steuer auf Strom aus erneuerbaren Energien auch Bestandsanlagen belastet werden sollen. „Das ist ein Schlag ins Gesicht aller, die in den vergangenen Jahren in private oder gewerbliche Solaranlagen investiert und damit die Energiewende aktiv mitgestaltet und zum Klimaschutz beigetragen haben“, sagte die Ministerin im Vorfeld der Sonder-Ministerpräsidentenkonferenz zum Erneuerbare-Energien-Gesetz am 31. Mai 2016.

Die Bundesregierung plane weiterhin, den Eigenstromverbrauch aus effizienten Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) steuerlich stärker zu belasten. Davon wären vor allem die Thüringer Stadtwerke betroffen. Sollte der vorliegende Referentenentwurf durch das Bundeskabinett beschlossen werden, kündigte Siegesmund ein gemeinsames Vorgehen mit anderen Bundesländern im Gesetzgebungsverfahren an, um die Pläne zu kippen. „Wir werden ein weiteres Ausbremsen der Energiewende nicht zulassen“, so Siegesmund.

MI-TMUEN

 

30.05.2016


29.05.2016: „Bürger dürfen nicht geschröpft werden“

Thüringer AfD gegen rückwirkende Erhebung von Straßenausbaubeiträgen.

Der Forderung von Thüringens Innenminister Holger Poppenhäger (SPD), bis zum 1. Januar 2000 rückwirkend Straßenausbaubeiträge zu erheben, erteilte die AfD-Fraktion im Thüringer Landtag eine klare Abfuhr. Dazu sagte der innenpolitische Sprecher der Landtagsfraktion, Jörg Henke: „Bei der rückwirkenden Erhebung von Straßenausbaubeiträgen helfen keine halbherzigen Maßnahmen. Schon oft haben sich Bürger an die AfD-Fraktion gewandt, die zum Teil Tausende von Euro für Straßen zahlen sollten, von deren Ausbau sie selbst kaum profitieren. Menschen mit niedrigem Einkommen werden durch die rückwirkende Erhebung überproportional belastet, Mittelständler manchmal auch in den finanziellen Ruin getrieben.“

Wie die Thüringer AfD am 29. Mai 2916 in einer Pressemitteilung erklärte, habe sie sich als einzige Fraktion in dieser Legislaturperiode mit einem Antrag für die schnellstmögliche Entlastung der Bürger bei der rückwirkenden Erhebung von Straßenausbaubeiträgen eingesetzt. „Für uns ist klar: Wo es keine Satzung gegeben hat, aber Abgaben für Straßen erhoben werden, die kurz nach der Wende ausgebaut wurden, dürfen unsere Bürger nicht geschröpft werden! Ein wichtiger Punkt, der beim Thema Straßenausbaubeiträge oftmals vergessen wird, ist die Herunterstufung von Landesstraßen auf die Kommunalebene. Das Land spart dadurch auf Kosten der Kommunen und der Bürger, die ja für die Gemeindestraßen dann Straßenausbaubeiträge entrichten müssen. Für die Herunterstufung müssen strikte Kriterien gelten“, erklärte Henke.

Ein „Weiter-so“ sei weder im Interesse der Bürger noch der Kommunen. „Die AfD-Fraktion wird keinem halbherzigen, faulen Kompromiß zustimmen, nur weil sich Die Linke und SPD nicht auf eine wirksame Begrenzung der rückwirkenden Erhebung von Straßenausbaubeiträgen einigen können. Gerade die Linke hat den Bürgern viel versprochen“, stellte Henke klar.

Am 26. Mai hatte MDR Thüringen berichtet, daß in Thüringen die umstrittenen Straßenausbaubeiträge künftig an das Datum der Fertigstellung einer Straße gekoppelt werden sollen. „Innenminister Holger Poppenhäger (SPD) schlug vor, eine sogenannte Stichtagsregelung einzuführen. Dabei handele es sich um eine Kann-Bestimmung für Straßen, die vor dem Jahr 2000 ausgebaut wurden. Dann könnten Kommunen, die finanziell gut dastehen, darauf verzichten, rückwirkend Straßenausbaubeiträge für diesen Zeitraum zu verlangen. Bisher müssen die Grundstücksbesitzer bis zu 30 Jahre lang rückwirkend für den Straßenausbau zahlen“, teilte der Mitteldeutsche Rundfunk dazu mit.

Weiter zitierte der MDR Thüringen einen Ministeriumssprecher, der erklärte, daß es für nach dem Jahr 2000 fertiggestellte Straßen aber bei der bisherigen Pflicht zum Erheben von Ausbaubeiträgen bleiben solle. Außerdem sehe der Gesetzesentwurf vor, daß die Gemeinden auch die Möglichkeit bekämen, die für den Zeitraum vor dem Jahr 2000 erhobenen Beiträge, unverzinst zurückzuzahlen. Allerdings müsse der Haushalt der Kommune nachweislich dazu in der Lage sein.

PM-AFD-TL

 

29.05.2016


29.05.2016: Übertroffen

Genuß-Tour durch fünf Bundesländer: Ticket-Vorverkauf auf Rekordniveau.

Mit einer Werbe-Tour durch die fünf Bundesländer Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Hessen und Bayern macht das Team der Inoga mit IKA/Olympiade der Köche derzeit auf das gastronomische Highlight im Oktober aufmerksam. Im Routenplaner stehen bis 3. Juni 118 Feinkostfachgeschäfte, Fleischereien, Wein- und Teehandlungen sowie Spirituosenanbieter unter anderem in Weimar, Erfurt, Jena, Naumburg, Leipzig, Halle, Fulda, Suhl, Bamberg, Coburg und Schweinfurt.

Im Gepäck hat das Promo-Team Freitickets, Flyer und Plakate für die Schaufenster. „Unser Ziel ist es, Inhaber und Mitarbeiter als Kooperationspartner zu gewinnen und noch mehr Besucher für die beiden Veranstaltungen zu begeistern“, sagt Messe-Projektleiterin Jennifer Weisheit.

Zum größten internationalen Berufswettbewerb für Köchinnen, Köche und Patissiers IKA/Olympiade der Köche werden im Oktober erneut rund 2000 Köche aus mehr als 50 Nationen erwartet. Auf der begleitenden Fachmesse für Branchen der Gastlichkeit Inoga präsentieren über 150 Aussteller in Zusammenarbeit mit den wichtigsten Verbänden angesagte Themen und neueste Trends in der Gastronomie.

„Der Vorverkauf für die Olympiade der Köche läuft auf Hochtouren“, so Weisheit. Mit über 2100 verkauften Menütickets habe man schon Ende Mai den Endstand der Vorverkaufszahlen der letzten Olympiade 2012 übertroffen. Von 72 verfügbaren Menüs seien bereits 21 ausverkauft.

Premiere feierte die IKA im Jahr 1900 in Frankfurt am Main. Seither treffen sich alle vier Jahre Nationalmannschaften, Jugendnationalmannschaften, regionale Köche-Teams und internationale Teams der Gemeinschaftsverpflegung, um den Olympiasieger in ihrer Disziplin zu küren. Veranstalter ist der VKD Verband der Köche Deutschlands. Seit 2000 ist die Messe Erfurt Gastgeber dieser traditionsreichen Kochkunstpräsentation, die zur letzten Veranstaltung im Herbst 2012 rund 24.000 Gäste aus 36 Ländern begrüßen konnte.

PM-MEG

 

29.05.2016


28.05.2016: Bestmögliche Ergebnisse für schmerzfreies Laufen

Europaweit erste neue Persona-Prothese im Hufeland-Klinikum Bad Langensalza implantiert.

Die Implantation eines künstlichen Kniegelenkes gehört im orthopädischen Bereich zu den erfolgreichsten Operationen. In Deutschland werden pro Jahr zirka 150.000 künstliche Kniegelenke implantiert. Eine Kniegelenkprothese ist dem natürlichen Gelenk nachempfunden und ersetzt die verschlissenen Knorpeloberflächen des Unterschenkel- und Oberschenkelknochens.

In den Kliniken für Orthopädie, Unfallchirurgie und Wirbelsäulenchirurgie der Hufeland Klinikum GmbH wurden im Jahr 2015 etwa 170 künstliche Kniegelenke eingesetzt. Alle implantierten Kunstgelenke werden im deutschlandweiten Endoprothesenregister erfaßt. Seit 2014 gibt es am Hufeland-Klinikum das erste zertifizierte standortübergreifende Endoprothetikzentrum Deutschlands. Sehr erfahrene und gut ausgebildete Ärzte gewährleisten eine hohe Versorgungsqualität, operieren die Patienten im Umkreis und betreuen sie nach der Operation. Das Klinikum legt sehr großen Wert auf das Einsetzen ausschließlich sehr hochwertiger Kunstgelenke, die sich in klinischen Studien bewährt haben. Dementsprechend greift es am Standort Bad Langensalza auf die Nexgen-Prothese der Firma Zimmer zurück. Hintergrund hierfür sind die hervorragenden Ergebnisse dieser Prothese von mehr als fünf Millionen Implantationen seit mehr als drei Jahrzehnten in internationalen Registern. Entscheidend für dieses positive Ergebnis sind die Standzeit sowie Revisions- und Überlebensrate der Prothesen. Hierbei schneidet die Prothese mit Zehnjahres-Überlebensraten zwischen 97 und 99 Prozent hervorragend ab.

Diese Information gibt jedoch keine Aussage über die Anforderung und Zufriedenheit der Patienten an eine knieprothetische Versorgung. Dementsprechend hält im zunehmenden Maße die sogenannte patientenbezogene Bewertung (PROMs) Einzug bei der Beurteilung von Ergebnissen nach endoprothetischem Gelenkersatz.

Neben Funktions- und Schmerzscore stellen körperlicher Zustand und allgemeine Anforderungen an die Versorgung Bewertungskriterien dar. Entsprechend einer Umfrage des nationalen Gelenkregisters von England und Wales zeigen Patienten mit dem Nexgen-System die größten Verbesserungen in der Schmerzreduktion, dem Funktionszugewinn (OKS) und der allgemeinen Zufriedenheit (EQ-5D).

Das Messen der klinischen Ergebnisse orientiert sich in zunehmendem Maße aber an der Erwartungshaltung des Patienten. Was denkt der Patient über seine Knieprothese? Im Vordergrund steht hierbei der Anspruch, daß das Knie sich möglichst normal anfühlen soll.

Unerfüllte Anforderungen an den Kniegelenkersatz resultieren dabei zum Beispiel aus den Größensprüngen der Implantate (schmerzhafter Überhang – zu groß, beziehungsweise Instabilität - zu klein) sowie aus Rotationsfehlstellungen der Implantate. Unter diesem Gesichtspunkt begann das Hufeland-Endoprothesenzentrum am Standort Bad Langensalza mit der Implantation des Persona-Knie-Prothesensystems, welches als Weiterentwicklung der Nexgen-Prothese Lösungsansätze für die Probleme liefern soll. Eine besondere Rolle spielt dabei die MC (medial congruent)-Gleitfläche.

Die Entfernung des Vorderen Kreuzbandes gehört gegenwärtig zum standardisierten Vorgehen beim Einsatz der Endoprothese. Hierdurch kommt es allerdings zu einem geänderten Bewegungsablauf des Kniegelenkes, welches in 60 bis 75 Prozent der Versorgungen zu einer paradoxen Beweglichkeit (Instabilität) führt, woraus sich auch Kniescheibenprobleme entwickeln können. Durch besondere Designmerkmale und Materialeigenschaften des MC-Lagers soll dieser Effekt maßgeblich beeinflußt werden, wodurch ein sehr positives Ergebnis bis hin zum Gefühl eines normalen Kniegelenkes mit verlängerter Haltbarkeit erzielt werden soll.

Seit 1. April 2016 wurde europaweit die erste Persona-Prothese mit diesem speziellen MC-Lager in der Abteilung für Orthopädie am Hufeland-Endoprothetikzentrum am Klinikstandort Bad Langensalza von Chefarzt Volker Dürer und seinem Team eingesetzt. Hierfür überreichte ihm Sandra Hahne, Gebietsleiterin der Firma Zimmer/Biomet, das entsprechende Zertifikat. Mit der Implantation der neuen Prothese möchte das Hufeland-Klinikum die Behandlung und Versorgung von Patienten mit künstlichen Kniegelenken weiterhin optimieren, um bestmögliche Ergebnisse für schmerzfreies Laufen zu gewährleisten.

PM-HKBL

 

28.05.2016


27.05.2016: Außergewöhnliche Wachstumsstrategie

Telegant Jena erhält Mobotix-Partnerpreis für Umsatzverdopplung.

Die Jenaer Telegant GmbH zählt beständig zu den erfolgreichsten Geschäftspartnern der unter den Herstellern von Videosicherheitstechnik mit führenden Mobotix AG. Erstmalig konnte Geschäftsführer Michael Rodmann nun dafür in Mainz die Auszeichnung „Growth Strategy of the Year 2016“ für seine außergewöhnliche Wachstumsstrategie entgegennehmen. Von 2014 zu 2015 verdoppelte der seit 2004 vom Sicherheitskamerahersteller autorisierte „Advanced Partner“ seinen Umsatz in diesem Geschäftsfeld. Die Zeichen stünden nach Rodmanns jüngster Einschätzung günstig, 2016 mit dem gegenüber 2014 vierfachen Umsatz einen erneuten Hattrick zu schaffen. Dabei würden der Telegant auch die jüngsten Innovationen der in Langmeil nahe Kaiserslautern beheimateten Mobotix, die Sechs-Megapixel-Netzwerkkamera und das komplette Videomanagementsystem, helfen.

Dieses Ergebnis komme nicht von ungefähr. „Für die vom hochqualifizierten Team zahlreich abgeschlossenen neuen Projekte wurden zudem eigens neue Techniker eingearbeitet“, begründete Jan Sanders, Mobotix-Vertriebsleiter für das Marktgebiet Deutschland - Österreich - Schweiz, die Ehrung während der alljährlichen Veranstaltung für die Premiumpartner. Mobotix, selbst mit dem Einsatz von Netzwerkkameras (IP-Kameras) ein Pionier in der Sicherheitsbranche, realisierte bereits 2004 mit der Telegant mit einem kompletten Videoüberwachungssystem für das Jenaer Max-Planck-Institut eine komplett netzwerkbasierte Objektlösung. Daneben füllen beispielsweise der Kommunalservice Jena, die Wohnungsbaugenossenschaft Erfurt, die Polizei Sachsen sowie weitere Kunden aus Industrie, Gewerbe und der öffentlichen Hand im Schwerpunkt aus Mitteldeutschland die Referenzobjektliste stetig weiter.

Die Jenaer Telegant GmbH versteht sich als Systemhaus für Kommunikations-, Sicherheits- und Netzwerktechnik. Seit der Gründung 1989 und der Übernahme durch den jetzigen geschäftsführenden Gesellschafter Michael Rodmann 1996 etablierte sich das Unternehmen zu einem deutschlandweit anerkannten Partner für sicherheitstechnische und Kommunikationsanlagen sowie Netzwerke und Netzwerktechnik. Elf hoch qualifizierte Mitarbeiter planen, installieren und betreuen die auf den jeweiligen Kunden zugeschnittenen Systeme.

Produkt- und Systementwicklung hat ebenfalls Tradition bei Telegant: Der Spezialist für Sprach- und Datenübertragung sowie Videoüberwachung, Einbruch- und Brandmeldeanlagen (EMA, BMA) setzt auf Eigenentwicklungen in diesem Produktspektrum. „Door@“, „InfraBeam“, „Contelio“ und „Syntelio“ basieren auf eigenen Erfahrungen mit den Wünschen der Kunden vor Ort.

KARSTEN SEIFERT

Michael Rodmann trägt den Preis für außergewöhnliches Wachstum. Im Hintergrund das zum Firmensitz gehörende von Grund auf modernisierte ehemalige Gaswerk in Jena-Nord.

Foto: KARSTEN SEIFERT

27.05.2016


26.05.2016: „Befremdlich“

„Maßnahmen können greifen, wenn Flüchtlingszahl begrenzt bleibt“: Thüringer CDU-Fraktion fordert von Rot-Rot-Grün Zustimmung zum Integrationsgesetz.

Das am 25. Mai von der Bundesregierung verabschiedete Integrationsgesetz sei ein wichtiger Schritt zur Integration von Menschen, die einen Anspruch haben, für längere Zeit in Deutschland zu leben. Das erklärte der migrations- und integrationspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Christian Herrgott, am gleichen Tag in Erfurt. Er forderte die rot-rot-grüne Landesregierung auf, das Gesetz im Bundesrat mitzutragen. Thüringen hatte am 22. April 2016 in einer Protokollerklärung Bedenken vorgetragen. Nach Ansicht des Unionspolitikers „wird das Maßnahmenpaket nur greifen, wenn die Zahl der Flüchtlinge begrenzt bleibt und sich die Szenen des vergangenen Jahres nicht wiederholen“.

Nach Meinung Herrgotts, „gelingt es der Bundesregierung zunehmend besser, nach innen und außen zu vermitteln, wie Flüchtlingsschutz, Integration und die Wahrung nationaler Interessen unter einen Hut gebracht werden können“. Durch die Asylpakete seien Anreize abgeschwächt worden, die Deutschland zum bevorzugten Zielland machten und damit die Suche nach einer fairen europäischen Lösung erschwerten. Auch die EU habe mit dem Türkeiabkommen verdeutlicht, daß es keinen ungehinderten und ungeregelten Zugang zur EU geben könne. Der CDU-Abgeordnete begrüßte ausdrücklich, daß mit dem nun folgenden Integrationsgesetz die Sprach- und Wertevermittlung und die Integration in das Bildungs- und Ausbildungssystem und den Arbeitsmarkt gezielt gefördert werden. „Die Kombination fördernder und fordernder Maßnahmen ist richtig“, unterstrich Herrgott.

Der Migrations- und Integrationspolitiker forderte Thüringens Linkskoalition auf, sich im Gleichklang mit der Bundespolitik zu bewegen. „Es ist befremdlich, wenn Kabinettsmitglieder bis hin zum Ministerpräsidenten wiederholt mit der Forderung nach mehr Flüchtlingen an die Öffentlichkeit gehen. Die Integration kostet viel Kraft und Geld, und ihr Gelingen ist auch eine Frage der Zahl“, sagte Herrgott. Kein Verständnis hat der Abgeordnete für die am 22. April 2016 abgegebene Protokollerklärung zum Integrationsgesetz. Darin hatte Rot-Rot-Grün sogenannte repressive Maßnahmen genauso abgelehnt wie die Unterscheidung zwischen Menschen mit guter und schlechter Bleibeperspektive bei der Teilhabe an Integrationsmaßnahmen.

CDU-TL

 

26.05.2016


25.05.2016: Qualitätsimpuls erwartet

6,5 Millionen Euro Bundesförderung für erfolgreiche Lehrerausbildung in Thüringen: Universität Erfurt eröffnet das Projekt „Qualiteach“.

Das Programm „Qualiteach“ wird am 25. Mai im Rahmen einer Auftaktveranstaltung durch Bildungsministerin Birgit Klaubert (Die Linke) und Wissenschaftsstaatssekretär Markus Hoppe (SPD) eröffnet. Es hat das Ziel, die Qualität der Lehrerinnen- und Lehrerbildung nachhaltig zu verbessern. Im Rahmen der gemeinsamen „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern hatte die Universität Erfurt im Herbst 2015 den Zuschlag erhalten. Neben der Förderung der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) ist Erfurt damit die zweite Thüringer Hochschule, die die Förderung erhält. Für Wissenschaftsstaatssekretär Hoppe ist dabei besonders erfreulich, daß „Thüringen damit seinen maximalen Förderanteil voll ausschöpfen konnte. Und das ist nicht allen Bundesländern so erfolgreich gelungen.“ Bildungsministerin Klaubert erwartet einen Qualitätsimpuls für die Lehrerbildung: „Wir brauchen hervorragend ausgebildete Lehrer, weil mit der individuellen Förderung, der Inklusion und größerer Heterogenität in den Klassenzimmern große Aufgaben auf die künftigen Pädagogen zukommen.“

Das Projekt „Identität, Immersion und Inklusion. Eine integrierte Initiative zur nachhaltigen Qualitätsentwicklung der Erfurter Lehrerbildung (Qualiteach)“ der Erfurt School of Education an der Universität Erfurt wird mit 3,2 Millionen Euro gefördert. Für die beiden erfolgreichen Thüringer Projekte der Universitäten Erfurt und Jena – von insgesamt 49 Projekten bundesweit – konnten damit Fördermittel in einem Umfang von insgesamt etwa 6,5 Millionen Euro eingeworben werden.

Ein Schwerpunkt des Programms „Qualiteach“ ist das Thema Inklusion, das aus Sicht des Staatssekretärs zukünftig eine der hauptsächlichen Herausforderungen für Lehrer sein wird. „Um Flüchtlingskinder oder Kinder mit Behinderung erfolgreich zu integrieren und begegnen zu können, wird es zukünftig darauf ankommen, starke, pädagogisch qualifizierte und vielseitig geschulte Lehrerpersönlichkeiten auszubilden und eine förderliche Lernumgebung zu schaffen“, so Hoppe.

Das fakultätsübergreifend angelegte Projekt soll die Lehrerausbildung noch besser hochschulweit vernetzen. Im Zuge dessen sollte die Lehrerfortbildung perspektivisch auch durch die Kooperation beider Universitäten verstärkt werden. Thüringen besitzt mit dem konsekutiven Studienmodell der Universität Erfurt und dem Jenaer Modell eine gut aufgestellte und auch vielbeachtete Lehrerbildung, die wiederholt überregional Anerkennung erfahren hat. „Das Wissenschaftsministerium erhofft sich daher die konstruktive Gestaltung einer engen Zusammenarbeit beider Universitäten auf dem Gebiet der Lehrerbildung“, so Hoppe weiter.

Auch für Ministerin Klaubert ist das Projekt ein wichtiger Baustein für die Inklusion an Thüringens Schulen. „Wir setzen den Gemeinsamen Unterricht um. Wir wollen in Thüringen Schritt für Schritt ein inklusives Bildungssystem verwirklichen. Dafür schaffen wir rechtliche Rahmenbedingungen. Wir werden das Thüringer Schulgesetz und das Thüringer Förderschulgesetz in einem inklusiven Schulgesetz zusammenführen.“ An einem entsprechenden Gesetzentwurf arbeite das Bildungsministerium gegenwärtig. Klaubert verweist außerdem auf die verstärkten Investitionen in die Bildung durch die rot-rot-grüne Landesregierung: „Bis zum Ende der Legislatur werden wir insgesamt 2500 neue Lehrerinnen und Lehrer an die Schulen bringen. Zusätzlich haben wir dafür gesorgt, daß aufgrund der gestiegenen Anzahl der Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache 300 Lehrkräfte befristet eingestellt werden können. Das alles zeigt: Bildung steht für uns weit vorn, wenn es um die Zukunft unseres Landes geht.“

Ziel der im Jahr 2013 von Bund und Ländern beschlossenen „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ ist es, die Inhalte und Strukturen der Lehrerausbildung in Deutschland weiterzuentwickeln. Voraussetzung für die Teilnahme am Förderprogramm ist die wechselseitige Anerkennung von lehramtsbezogenen Studienabschlüssen und Prüfungsleistungen durch die Hochschulen beziehungsweise ihre Sitzländer. Die Auswahl der als förderwürdig eingestuften Konzepte wurde durch ein zwölfköpfiges Expertengremium unter Vorsitz des Bildungsforschers Prof. Dr. Manfred Prenzel getroffen. Der Bund stellt für die zwei Förderphasen bis 2023 insgesamt 500 Millionen Euro zur Verfügung.

PEGGY HOY

 

25.05.2016


25.05.2016: „Scheindialog“

Thüringen braucht mehr vernünftige Förderpolitik: Wohnungswirtschaft überreicht dem freistaatlichen Regierungschef Bodo Ramelow (Die Linke) Resolution.

„Bitte verschließen Sie sich nicht wohnungswirtschaftlicher Vernunft und Erfahrung“, appellierte Constanze Victor, Direktorin des Verbandes der Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, anläßlich der am 25. und 26. Mai stattfindenden „Tage der Thüringer Wohnungswirtschaft“ an Bodo Ramelow (Die Linke), Ministerpräsident des Freistaates Thüringen.

Unter dem Titel „Bezahlbares Wohnen in Thüringen bewahren“ überreichte der Interessenverband von 174 Wohnungsunternehmen am 25. Mai dem Ministerpräsidenten eine offizielle Resolution im Namen seiner Mitglieder. Darin stellt er klar, wie Wohnen für Mieter und Vermieter bezahlbar bleiben könne – und appelliert an die Politik, endlich gemeinsam mit der Wohnungswirtschaft sinnvolle Rahmenbedingungen für sozial orientiertes und bezahlbares Wohnen zu erarbeiten.

Hintergrund der Resolution ist, daß in den vergangenen Wochen und Monaten wichtige Richtlinien wie zum Beispiel das Innenstadt-Stabilisierungs-Programm und die Modernisierungsrichtlinien gegen die Expertise des Verbandes und anderer Immobilienverbände getroffen worden seien. Der angekündigte Dialog sei zum Scheindialog geworden. Wohnungsunternehmen würden beispielsweise zwangsverpflichtet, bis zu 15 Jahre stagnierende Mieten zu gewährleisten, wenn sie eine Förderung des Freistaates in Anspruch nehmen wollten. Solche Bedingungen würden die Unternehmen in wirtschaftliche Schieflage bringen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist, daß Förderungen auf Leuchtturmprojekte mit subventionierten Mieten konzentriert würden – eine Politik, die nicht dem tatsächlichen Bedarf der Thüringer entspreche. Zudem hänge das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft technische und bürokratische Hürden so hoch, daß Unternehmen diese nur unter größten Umständen überwinden könnten. Mit der aktuellen Wohnungsförderungspolitik werde zudem neu geschaffener Wohnraum günstiger, als das ältere Angebot sanierter Bestandswohnungen. Dies aber führe zu einer sozialen Destabilisierung des Marktes. Dazu kommte Wenn weiter die „Schwarmstädte“ wie Erfurt, Jena, Weimar politisch gewollt „gepusht“ würden, verliere das Umland seine einzige Trumpfkarte – nämlich ein großes Angebot an bezahlbarem Wohnraum.

All dies führe zu Bedingungen, die Thüringens Wohnungswirtschaft ins Wanken bringen könnten. Betroffen seien davon vor allem die Thüringer Mieter, von denen jeder zweite in einer Wohnung des Verbandes wohne.

Im Verband Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V. haben sich 201 Mitgliedsunternehmen, darunter 174 Wohnungsunternehmen, zusammengeschlossen. Zusammen bewirtschaften sie 270.000 Wohnungen. Mit 252.500 Wohnungen handelt es sich dabei fast ausschließlich um eigenen Bestand der Unternehmen. Rund 17.500 Wohnungen werden für Dritte, teils in der Wohneigentumsverwaltung, betreut. Nahezu jeder zweite Mieter wohnt bei einem Mitgliedsunternehmen des Verbandes. Seit 1991 investierten Verbands-Mitglieder insgesamt rund 11,7 Milliarden Euro überwiegend in den Wohnungsbestand. 2015 sicherten die Mitglieder mehr als 6500 Arbeitsplätze.

SWENIA TEICHMANN

 

25.05.2016


25.05.2016: Bezugsfertig

3796 Wohnungen wurden 2015 in Thüringen fertiggestellt.

Im Jahr 2015 meldeten die Thüringer Bauaufsichtsbehörden 3796 fertiggestellte Wohnungen im Wohn- und Nichtwohnbau. Nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik vom 25. Mai 2016 waren die Fertigstellungen gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig. Im Vergleich zu 2014 wurden 244 beziehungsweise sechs Prozent weniger Wohnungen von den Thüringer Bauaufsichtsbehörden als bezugsfertig gemeldet. Fertigstellungszahlen für Neubauten in Wohn- und Nichtwohngebäuden lagen leicht (+0,8 Prozent) über dem Ergebnis des Vorjahres, die der Baumaßnahmen im Bestand, also Umbauten, Ausbauten oder Erweiterungen bereits bestehender Wohn- und Nichtwohngebäude, lagen mit -24,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

2940 Wohnungen wurden 2015 in neuen Wohngebäuden bezugsfertig, 1,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Dabei nahmen die Fertigstellungen in Einfamilienhäusern um 4,6 Prozent und in Zweifamilienhäusern um 1,1 Prozent zu. Im Geschoßbau wurde dagegen ein Rückgang um 13 Prozent ermittelt.

Für die Wohnungen in neuen Wohngebäuden wurden Baukosten in Höhe von 462 Millionen Euro veranschlagt. Das waren 4,8 Prozent mehr als im Jahr 2014.

Die Bedeutung der Wohnungsunternehmen nahm, bezogen auf die Anteile der einzelnen Bauherrengruppen an den insgesamt im Wohnungsneubau fertiggestellten Wohnungen, im Vergleich zum Vorjahr ab. Rund 15 Prozent der 2015 in Wohngebäuden fertiggestellten Neubauwohnungen wurden für ein Wohnungsunternehmen bezugsfertig (2014: fast 18 Prozent), während der Anteil der privaten Bauherren bei annähernd 73 Prozent (2014: 69 Prozent) lag.

YVONNE MANNHARDT

 

25.05.2016


24.05.2016: Kreativerer Umgang mit dem eigenen Denkapparat

Streßbewältigung und Leistungssteigerung durch das Erlernen einer achtsamen Grundhaltung in Kindergarten, Schule und Hochschule: Jenaer Achtsamkeitstage diskutieren neuen Mega-Trend für das Bildungssystem.

Vom 25. bis zum 28. Mai finden in Jena erstmals Achtsamkeitstage statt. Unter Federführung der Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena gibt es in diesen Tagen Vorträge, Workshops und Praxisgespräche an der EAH, der Friedrich-Schiller-Universität (FSU) und in der Freien Gesamtschule UniverSaale.

Die Projektpartner, neben der EAH auch das Ethikzentrum der FSU und der QuerWege e.V., stellen die Bedeutung von Achtsamkeit für bildende und helfende Berufe in den Mittelpunkt: „Die Integration von Achtsamkeit ins Bildungssystem ist unser gemeinsames Hauptanliegen“, so Projektleiter Prof. Dr. Mike Sandbothe aus dem Fachbereich Sozialwesen der EAH Jena.

Als beispielhaft gilt das von der AOK Plus geförderte Projekt Gesundes Lehren und Lernen (GLL) an der EAH Jena. Es ist aus der Integration von wertfreier Wahrnehmung, empathischer Gefühlsarbeit, gewaltfreier Kommunikation und bewegungsorientierter Erlebnispädagogik in den Studiengang Soziale Arbeit hervorgegangen. Demnächst wird das Modell auch für ingenieur- und wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge an der EAH erprobt und wissenschaftlich evaluiert.

Das Programm der ersten Achtsamkeitstage ist geprägt durch die Beiträge von Prof. Dr. Andreas de Bruin (München) und Prof. Dr. Ulrich Pfeifer-Schaupp (Freiburg i. Br.). Die beiden herausragenden Achtsamkeitsforscher arbeiten seit mehr als zehn Jahren an der Integration von Achtsamkeitspraktiken in Kindergarten, Schule und Hochschule. Dabei stützen sie sich auf die international anerkannten Grundlagen der Achtsamkeitsforschung, die von dem Medizinprofessor Jon Kabat-Zinn (Universitätsklinik Massachusetts) und der Experimentalpsychologin Ellen Langer (Harvard Universität) bereits in den achtziger und neunziger Jahren entwickelt worden sind.

De Bruin hat eine Professur mit dem Schwerpunkt Meditation und arbeitet sowohl an der Hochschule München als auch an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Aus seiner Sicht ermöglicht die Achtsamkeit auf eigene und fremde Bewußtseinszustände nicht nur eine effektive Streßbewältigung, sondern auch einen kreativeren Umgang mit dem eigenen Denkapparat. An dem von ihm entwickelten Münchner Modell der meditativen Geistesschulung haben bereits über 1000 Studierende aus neun Studiengängen von vier Fakultäten teilgenommen.

Pfeifer-Schaupp ist systemischer Therapeut, erfahrender Sozialarbeiter und Professor für Sozialarbeitswissenschaft an der Evangelischen Hochschule in Freiburg im Breisgau. Dort befaßt er sich mit der Frage, wie Achtsamkeit als eigenständiges Lehrfach ins Curriculum von Bachelor-Studiengängen integriert werden kann. Im Rahmen der Jenaer Achtsamkeitstage thematisiert Pfeifer-Schaupp die Bedeutung, die das Training von Achtsamkeit und Mitgefühl für die professionelle Praxis in helfenden und bildenden Berufen hat.

Weitere Beiträge zu den Jenaer Achtsamkeitstagen kommen vom Rektor der Technischen Universität (TU) Ilmenau, Prof. Dr. Peter Scharff, und der Leiterin der Stabsstelle Campus-Familie an der TU, Andrea Krieg. In ihrem Workshop diskutieren sie die Anschlußfähigkeit des Achtsamkeitsthemas mit Blick auf Gesundheitsstrategien an Hochschulen und erarbeiten mit den Teilnehmern Umsetzungsmöglichkeiten in Führung, Management und Personalentwicklung.

Außerdem werden von ausgewählten Trainerinnen und Trainern grundlegende Achtsamkeitsübungen sowie achtsame Formen von Chi Gong, Klopfakupressur, Meditation und Yoga angeboten.

Was steckt hinter der Idee der Jenaer Achtsamkeitstage? Darauf antwortet Elke Klinger, Geschäftsführerin von Artkontor ChangeProzesse, und Moderatorin der neuen Veranstaltungsform: „Wenn Sie den englischen Begriff für Achtsamkeit, mindfulness, bei Google eingeben, erhalten Sie etwa 33 Millionen Treffer. Der führende Zukunftsforscher Matthias Horx spricht von einem neuen Mega-Trend.” Kulturwissenschaftler Sandbothe fügt hinzu: „Mindfulness verankert den Geist in der Gegenwart. Die achtsame Gegenbewegung reagiert sowohl auf die sozialen als auch auf die gesundheitlichen Überforderungsprozesse, die sich in einer beschleunigten Gesellschaft mit Digitalisierung und Globalisierung verbinden.“

Medizinische Untersuchungen zeigen, daß eine achtsame Grundhaltung die psychische Widerstandsfähigkeit steigert, indem sie zu einer nachhaltigen Balance von Geist, Körper und Seele beiträgt. „Das ist auch für die Entwicklung der Thüringer Bildungslandschaft von großer Bedeutung“, stellt der Präsident des QuerWege e.V., Dr. Holger Gerlach, heraus. Der auf Inklusionsprozesse spezialisierte Verein existiert seit 1993 und beschäftigt mittlerweile über 220 Mitarbeitende an neun Bildungsinstitutionen in Jena.

Resümierend hebt PD Dr. Reyk Albrecht vom FSU-Ethikzentrum hervor: „Bewußte Achtsamkeit fördert Schlüsselkompetenzen wie Respekt, Toleranz und Mitgefühl.” Daraus schließt er: „In der heutigen Zeit, die von Krisen und Transformationen geprägt ist, hilft Achtsamkeit nicht nur dem Bildungssystem, sondern der Gesellschaft insgesamt.“

SIGRID NEEF

 

24.05.2016


23.05.2016: Große Unterschiede

Bundesweiter Vergleich: Kaufkraft der Rente liegt je nach Wohnort um bis zu 50 Prozent auseinander. In Thüringen ist das Leben überall preiswert – mit einer Ausnahme.

Die Kaufkraft der Renten in Deutschland variiert regional um bis zu 50 Prozent. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie von Prognos im Auftrag der Initiative „7 Jahre länger“. So müssen Rentner in München – dem teuersten Altersruhesitz – für Miete, Strom, Nahrungsmittel oder Kleidung rund 1300 Euro zahlen, wofür im Bundesdurchschnitt nur 1000 Euro fällig würden. Im niedersächsischen Holzminden – dem bundesweit günstigsten Wohnort – kosten dieselben Leistungen dagegen nur 860 Euro.

„Das Preisgefälle zwischen den Regionen ist sehr groß“, sagt Prognos-Chefökonom Michael Böhmer. „Was man sich im Ruhestand leisten kann, hängt nicht nur von der Rentenhöhe ab, sondern auch vom Standort. Am härtesten trifft es diejenigen, bei denen niedrige Rentenansprüche und hohe Lebenshaltungskosten zusammenkommen. Vor allem die Wohnkosten haben einen sehr starken Einfluß auf den Wohlstand im Alter“, so Böhmer.

In Thüringen ist das Leben für Ruheständler fast überall günstiger als im Bundesdurchschnitt. Nur in Jena müssen sie tiefer in die Tasche greifen. Dort liegen die Lebenshaltungskosten rund fünf Prozent über dem nationalen Mittel. In den 22 übrigen Kreisen und Städten des Landes ist die Rente dagegen mehr wert.

Trotzdem gibt es auch im Freistaat große Unterschiede – vor allem zwischen Stadt und Land. Während das Preisniveau beispielsweise in Weimar und Erfurt in etwa dem nationalen Mittel entspricht, ist das Leben in ländlichen Regionen zum Teil deutlich preiswerter. Am niedrigsten sind die Lebenshaltungskosten im Kyffhäuserkreis. Dort muß ein Rentner fast 13 Prozent weniger zahlen als im Bundesdurchschnitt. Damit gehört der Kreis zu den fünf günstigsten Regionen in Deutschland überhaupt.

Für die Auswertung hat Prognos die Lebenshaltungskosten der Rentner in 402 Landkreisen und kreisfreien Städten verglichen. Eigens dafür paßte das Analysehaus den allgemeinen Warenkorb des Statistischen Bundesamtes an das Konsumverhalten der über 65jährigen an. Ausgaben für die Gesundheit erhielten beispielsweise ein höheres Gewicht. Die Kosten für Verkehr spielen dagegen eine geringere Rolle, weil Senioren gewöhnlich nicht mehr zur Arbeit pendeln.

„7 Jahre länger“ ist eine Initiative der Deutschen Versicherer. „Sie soll das Bewußtsein dafür schärfen, daß die Menschen in Deutschland immer älter werden und länger fit bleiben. Denn die meisten Deutschen unterschätzen laut wissenschaftlicher Studien ihre Lebenserwartung deutlich – und haben oft ein falsches, sehr negatives Bild vom Alter“, teilt die Initiative mit. „7 Jahre länger“ wolle darum einen gesellschaftlichen Dialog darüber führen, „wie wir das Beste aus den gewonnenen Jahren machen können“.

CHRISTIAN PONZEL

 

23.05.2016


22.05.2016: „Herzensangelegenheit“

Deutschen Wandertag 2017: Ulrike Uth organisiert Tourismus-Marketing.

„Für mich ist es eine Herzensangelegenheit, auf die schönen Wandermöglichkeiten rund um Eisenach und in der Wartburgregion aufmerksam zu machen“, sagt Ulrike Uth. Sie verstärkt seit dem Frühjahr das Team der Eisenach Wartburgregion Touristik GmbH bei den Vorbereitungen für den 117. Deutschen Wandertag im nächsten Jahr.

Das Aufgabenspektrum von Ulrike Uth reicht vom Organisieren der Eisenacher Wanderwochen 2016 über das Erstellen von Broschüren für den Wandertag 2017 und die Koordination der Wandertouren mit den einzelnen Vereinen bis zur Präsentation der Wartburgstadt beim 116. Wandertag, der in diesem Jahr in Sebnitz (Sachsen) stattfindet. Ebenso gehören auch die Werbung für die Veranstaltungen und Angebote sowie die Öffentlichkeitsarbeit dazu. Zudem ist die Tourismus-Fachfrau Ansprechpartnerin für die Wandervereine der Region und die Wanderführer, betreut Informationsstände auf Messen und ähnlichen Veranstaltungen und hat zudem immer einen Blick auf die Koordination der geplanten kulturellen Angebote.

„Da ich hier aus der Region stamme und die Gegend gut kenne, bekomme ich rasch Kontakte und konnte mir schon ein gutes Netzwerk aufbauen, ohne das es nicht geht“, erzählt die 31jährige Iftaerin. Sie freut sich über die große Leidenschaft, mit der die Wanderführer und –vereine ihre jeweiligen Touren zusammenstellen und anbieten. Diese Zusammenarbeit möchte sie nicht mehr missen.

Ihren Bachelor-Abschluß als Betriebswirtin für Tourismuswirtschaft erlangte Ulrike Uth beim Studium an der Berufsakademie Eisenach. Anschließend arbeitete sie in der Tourist-Information in Erfurt – vor allem im Tourismusmarketing.

Das Aufgabenfeld wechseln und eine neue Herausforderung suchen - so beschreibt Ulrike Uth ihre Gründe zur Eisenacher Tourist-Info zu wechseln. Daß damit auch die Fahrzeit zur Arbeit kürzer ist und mehr Zeit für die Familie bleibt, bestärkte die Mutter von zwei Kindern in ihrer Entscheidung.

„Mit der Werbung für den 117. Wandertag kann ich Eisenach und die Wartburgregion nachhaltig bekannt machen. Auch nach 2017 soll Eisenach deutschlandweit als lohnendes Reiseziel in Erinnerung bleiben“, so Ulrike Uth.

PM-SVE

Tourismus-Fachfrau Ulrike Uth: „Auch nach 2017 soll Eisenach deutschlandweit als lohnendes Reiseziel in Erinnerung bleiben.“

Foto: SE-EWT-ARCHIV

22.05.2016


21.05.2016: Schwierige Zustände

Städte- und Kulturtourismus ist nach wie vor der Motor im gesamten Thüringen-Tourismus: Vertreter von 19 Thüringer Städten trafen sich zur Frühjahrsversammlung in Weimar.

Die 19 Mitgliedsstädte des Vereins „Städtetourismus in Thüringen“ e.V. trafen sich zur ihrer halbjährigen Mitgliedsversammlung diesmal in Weimar. Wie der Verein am 19. Mai mitteilte, war die finanziell angespannte Situation in zahlreichen Tourist-Informationen und Tourismusbetrieben ein zentrales Thema der Sitzung. Für Bad Langensalza war es die erste Mitgliederversammlung. Die Stadt hatte sich Mitte des letzten Jahres beworben und ist seit Januar 2016 Mitglied im Verein. (nti-online.net berichtete am 19.02.2016).

Die Auswertung der Saison 2015 zeigt für die Thüringer Städte insgesamt ein positives Ergebnis. So konnte ein Plus von 3,7 Prozent bei den Ankünften und zwei Prozent bei den Übernachtungen verzeichnet werden. Diese positiven Zahlen resultieren stark aus dem touristischen Aufkommen in den großen Städten Erfurt, Jena und Weimar. Viele der kleineren Städte mußten Rückgänge verbuchen. Diese sind teilweise auf Schließungen von Hotels in der Region zurückzuführen. Für den Thüringen-Tourismus insgesamt verlief das Jahr 2015 mit einer Steigerungsrate von lediglich 0,7 Prozent ohne Camping nicht zufriedenstellend. Damit landet Thüringen im Bundesvergleich auf dem vorletzten Platz.

Nach wie vor ist der Städte- und Kulturtourismus der Motor im gesamten Thüringen-Tourismus. Fast 53 Prozent der Ankünfte und sogar 72 Prozent der internationalen Ankünfte in Thüringen gehen ausschließlich auf das Konto der Mitgliedsstädte des Vereins. Dennoch hält die Landesregierung und das Landesmarketing an einer übermäßigen Förderung des (Winter-)Tourismus im Thüringer Wald fest, während in den Städten, in denen sich die Thüringer Gäste tatsächlich aufhalten, die klamme Finanzsituation zu weniger Gästeservice und weniger Investitionen in die touristische Infrastruktur führt.

Ein wichtiges Thema in allen Sitzungen des Vereins ist daher immer die aktuelle touristische Situation in den Thüringer Städten und die Situation in den Tourist-Informationen. Viele der Mitglieder klagen über schwierige Zustände.

Die finanzielle Situation in den Kommunen ist angespannt und der Tourismus als freiwillige Leistung oft von Kürzung betroffen. Dies schlägt sich immer stärker in der Anzahl der Mitarbeiter nieder und damit auch auf die Qualität und die Öffnungszeiten der städtischen Tourist-Informationen.

Die einzigartige Kulturlandschaft ist das große Plus der Thüringer Städte, darüber sind sich die Mitglieder einig. Anschaulich verdeutlicht das auch die aktuelle Landesausstellung „Die Ernestiner – eine Dynastie prägt Europa“, welche sich die Mitglieder im Neuen Museum in Weimar angeschaut haben. Es ist Tradition, daß sich die Vertreter der Städte am jeweiligen Ort des Treffens über touristische Angebote und Neuerungen informieren. Ziel dieser Präsentationen ist es, alle Mitgliedsstädte als Multiplikatoren zu nutzen. Der Grundsatz der gegenseitigen Vermarktung macht die Stärke des Städteverbundes aus.

PM-VSTT

 

21.05.2016


20.05.2016: „Reha light“

„Wir wollen auch für die Mitarbeiter da sein, die mit psychischen Problemen zu kämpfen haben“: Die Firma Egger aus Brilon unterstützt ihre Angestellten bei psychischen und psychosomatischen Erkrankungen. Dafür kooperiert sie mit der Dr. Becker-Burg-Klinik in Stadtlengsfeld.

Depressionen, Burnout, Angst- oder Anpassungsstörungen – etwa 15 Prozent aller Krankschreibungen erfolgen heutzutage aufgrund psychischer Erkrankungen, 2003 waren es noch sieben Prozent. Was für den Betroffenen eine große Einbuße an Lebensqualität bedeutet, ist für den Arbeitgeber ein deutlicher wirtschaftlicher Verlust: Studien gehen von bis zu 40 Tagen Arbeitsausfall pro betroffenem Arbeitnehmer aus. Immer mehr Firmen gehen deswegen dazu über, ihr betriebliches Gesundheitsmanagement auch auf psychische Erkrankungen auszuweiten.

Auch die Firma Egger aus Brilon, ein internationaler Hersteller von Holzwerkstoffen, hat ihr Angebot für Mitarbeitergesundheit vor zwei Jahren den veränderten Rahmenbedingungen angepaßt. „Auch bei unserem betrieblichen Gesundheitsmanagement, das wir seit fünf Jahren anbieten, ging es zunächst nur um physische Belange wie zum Beispiel Rückengesundheit. Wir wollten aber auch für die Mitarbeiter da sein, die mit psychischen und psychosomatischen Problemen zu kämpfen haben“, erklärt Anna Köster-Kurwald, Referentin HR-Marketing bei Egger Deutschland. Die Geschäftsleitung begann, verschiedene Möglichkeiten in Gesprächen mit psychosomatischen Einrichtungen und Ärzten auszuloten. Im thüringischen Stadtlengsfeld fanden sie schließlich einen Kooperationspartner, der den firmeneigenen Ansprüchen gerecht wurde. „Ganz wichtig war uns eine schnelle, unbürokratische Hilfestellung und ein ‚kurzer Weg‘ zum Facharzt. Wenn ein Mensch ein akutes psychisches Problem hat, dann hat er eins meist nicht: Zeit“, erinnert sich Martin Ansorge, kaufmännischer Werksleiter in Brilon. Hier bot die psychosomatische Dr. Becker-Burg-Klinik ein Modell, das betroffenen Mitarbeitern sehr kurzfristig Unterstützung bieten kann.

„Wenn jemand einen nahen Angehörigen verliert, und darüber in eine Depression oder Anpassungsstörung abzurutschen droht, braucht er sofort Hilfe. Nicht erst in drei Monaten. Das ist für den erfolgreichen Heilungsverlauf entscheidend“, weiß Dr. Holger Süß, Chefarzt der Burg-Klinik. Sein Haus, das standardmäßig Angebote für Akutpatienten bereithält, macht Termine für akut Betroffene binnen einer Woche möglich. Warum eine schnelle Intervention wichtig ist und woran man psychosomatische Erkrankungen bei Arbeitnehmern erkennen kann, erläuterte Dr. Süß rund 80 Führungskräften der Firma Egger im Mai 2014 auf einer Informationsveranstaltung. „Unsere Führungskräfte haben die Aufgabe, dieses – durchaus sensible – Angebot im Betrieb greifbar zu machen und auf Alarmsignale bei ihren Mitarbeiter zu achten. Wenn sie beispielsweise einen Leistungsabfall, Konzentrationsschwäche oder wiederholte Krankschreibungen bemerken, dann sprechen sie den betroffenen Mitarbeiter an. Bestätigt dieser den Bedarf an medizinischer Unterstützung, wird er von uns für fünf Tage bezahlt freigestellt. In dieser Zeit hat er die Möglichkeit, in der Burg-Klinik einzuchecken“, erläutert Martin Ansorge. Die Kosten für den Aufenthalt werden von der Firma pauschal übernommen.

Das Programm, das der Mitarbeiter dann in Thüringens größter Rehabilitationsklinik durchläuft, nennt Chefarzt Holger Süß augenzwinkernd „Reha light“. „Der Betroffene unterzieht sich bei uns einer umfassenden Diagnostik. In ausführlichen Gesprächen sammeln unsere Fachärzte, Psychologen und Therapeuten eine Woche lang Informationen über seinen Gesundheitszustand. Der Mitarbeiter nimmt außerdem an sport-, ergo- und psychotherapeutischen Maßnahmen bei uns teil. So kann er direkt erleben, ob ihm davon etwas hilft. Am Ende der Woche führe ich dann noch mal ein Gespräch mit ihm und entscheide gemeinsam mit dem Mitarbeiter, was das beste weitere Vorgehen für ihn ist“, erläutert Dr. Süß. Die Empfehlungen, die der Mitarbeiter für seine Gesunderhaltung bekommt – wie zum Beispiel den Rat, eine ambulante Therapie zu machen, die Ernährung umzustellen oder regelmäßig Blutdruck zu messen – sind streng vertraulich. „Nur der Mitarbeiter entscheidet, was er aus den Empfehlungen der Klinik macht. Wir als Unternehmen haben da keinerlei Einfluß drauf und erfahren auch nichts von der Woche in der Burg-Klinik“, betont Köster-Kurwald.

Das Konzept geht auf. Zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben seit 2014 das Angebot ihres Arbeitgebers angenommen und sich im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagement für die „Reha light“ freistellen lassen. „In allen Fällen konnte ein langfristiger Ausfall verhindert werden. Das ist wertbringend für beide Seiten“, ist sich der kaufmännische Werksleiter sicher. Auch das Feedback der Mitarbeiter falle durchweg positiv aus. „Wenn sie uns was von der Burg-Klinik erzählen, dann immer nur, wie gut ihnen die Woche getan hat.“

Das Egger-Werk in Brilon im Hochsauerlandkreis wurde 1990 auf „grüner Wiese“ erbaut und ist heute ein vollintegrierter Standort mit Spanplatten- und MDF-Produktion sowie Veredelung, Fußbodenfertigung im Direktdruck-Verfahren, Digitaldrucktechnik, Kantenfertigung sowie eigenem Sägewerk und Biomassekraftwerk. Der Standort hat sich in den letzten 25 Jahren zum größten Arbeitgeber der Region entwickelt und beschäftigt aktuell rund 1050 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im November 2014 erhielt der Standort die Zertifizierung „Familien-Freundliches-Unternehmen“. Mit einem umfassenden Gesundheitskonzept fördert das Unternehmen außerdem die Gesundheit, Motivation und Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Für sein 2010 eingeführtes betriebliches Gesundheitsmanagement erhielt Egger im Mai 2016 die Auszeichnung „Gesundes Unternehmen“.

Die Dr. Becker-Burg-Klinik ist auf psychosomatische, psychiatrische und psychotherapeutische Rehabilitation spezialisiert. Die Thüringer Klinik versorgt rund 1800 Patienten jährlich, die Hilfe bei Beschwerden wie Depressionen, Angsterkrankungen, Essstörungen, chronische Schmerzerkrankungen oder Tinnitus suchen. Eine schnelle und unkomplizierte Aufnahme in die Burg-Klinik ist nach Angaben der Klinik jederzeit möglich. Die Dr. Becker-Burg-Klinik gehört mit acht weiteren Rehabilitationskliniken zur Dr. Becker-Klinikgruppe. Das inhabergeführte Familienunternehmen mit Hauptsitz in Köln hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Rehabilitation des 21. Jahrhunderts zu gestalten.

REBECCA JUNG

 

20.05.2016


19.05.2016: „Darauf läßt sich aufbauen“

Thüringens Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) zieht eine überwiegend positive Bilanz der Iranreise: Viele neue Kontakte zu Universitäten und Unternehmen.

Thüringens Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat ein überwiegend positives Fazit der Thüringer Delegationsreise in den Iran gezogen. „Wir haben vor allem in Teheran aussichtsreiche Gespräche zu künftigen Hochschul- und Wirtschaftskooperationen geführt", sagte der Minister am 19. Mai vor dem Rückflug nach Frankfurt. „Darauf läßt sich aufbauen." In Isfahan - der zweiten und letzten Station der Reise - waren offenbar aufgrund der Kritik des Ministers an einem dort durchgeführten Holocaust-Karikaturen-Wettbewerb von iranischer Seite plötzlich alle offiziellen Termine abgesagt worden.

Auf der Habenseite des Besuchs stehen Kontakte zu mehreren Teheraner Universitäten (unter anderem Sharif-Universität, Azadi-Universität), Gespräche in drei Ministerien, Unternehmensbesuche und eine Kooperationsbörse, an der auf iranischer Seite allein elf Unternehmen teilnahmen. Viele der mitgereisten Unternehmen, darunter Intershop oder das Gelenkwellenwerk Stadtilm, hätten darüber hinaus weitere Kontakte geknüpft, die in den kommenden Monaten zu konkreten Projekten führen könnten. Zudem hat die Glatt Ingenieurtechnik GmbH aus Weimar einen Kooperationsvertrag mit dem iranischen Gesundheitsministerium unterzeichnet, der dem Thüringer Unternehmen und dessen Partnern den Weg auf den iranischen Pharmamarkt öffnet. (nti-online.net berichtete am 18.05.2016).

„Insgesamt haben wir ein Land im Aufbruch erlebt, das den Anschluß an die Weltgemeinschaft sucht, in dem Bildung und Wissenschaft einen hohen Stellenwert haben und in dem gerade Deutschland einen ausgezeichneten Ruf genießt", sagte Tiefensee. „Angesichts des enormen Investitionsbedarfs in vielen Infrastrukturbereichen und des großen Nachholbedarfs im Technologie- und Forschungsbereich kann es sich auch für uns in Thüringen lohnen, die Beziehungen zum Iran weiter auszubauen." Dazu soll angesichts der nach wie vor schwierigen Bedingungen im Land bei der LEG Thüringen gemeinsam mit der Industrie- und Handelkammer (IHK) Ostthüringen eine „Arbeitsgruppe Iran“ eingerichtet werden, die sich insbesondere um die Frage der Finanztransaktionen bei den Irangeschäften Thüringer Firmen kümmern soll.

Allerdings sei man im Iran offenbar auch vor negativen Überraschungen nicht gefeit, wenn man die Menschenrechtssituation und das Verhältnis zu Israel aktiv anspreche, sagte Tiefensee. So waren alle bereits bestätigten offiziellen Termine des Wirtschaftsministers in Isfahan kurzfristig und ohne nähere Begründung abgesagt worden, nachdem dieser ein Gesprächsangebot der Universität Isfahan mit Verweis auf einen dort stattfindenden Holocaust-Karikaturen-Wettbewerb ausgeschlagen hatte. „Eine konkrete Begründung wurde uns nicht genannt, aber es liegt schon nahe, wenn drei wichtige und fest vereinbarte Termine plötzlich nicht zustandekommen", sagte der Minister. Auch bei den Gesprächen in den Teheraner Ministerien waren zuvor mehrfach Themen wie Pressefreiheit und Menschenrechte angesprochen worden.

„Dennoch bleibe ich dabei: Es ist richtig und notwendig, jetzt den Schritt in den Iran zu gehen und den Grundstein für neue Beziehungen zu legen", erklärte Tiefensee. Den reformorientierten und moderaten politischen Kräften in Regierung und Gesellschaft sei durch eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung mehr geholfen als durch Isolation und Abschottung. „Ein sichtbarer Mißerfolg der derzeitigen Reformbemühungen spielt am Ende nur den orthodoxen Hardlinern in die Hände. Deshalb halte ich das Prinzip ,Wandel durch Annäherung' für den erfolgversprechenderen Weg."

STEPHAN KRAUSS

 

19.05.2016


19.05.2016: Vom Kraftverkehr mißachtet

„Man kann nicht ernsthaft von Rüpelradlern sprechen“: Radfahrer verursachten im vorigen Jahr weniger Unfälle.

Die Thüringer Verkehrsunfallstatistik 2015 zeigt, daß trotz weiter zunehmender Beliebtheit des Fahrrads als Verkehrsmittel die Zahl der Unfälle mit Radfahrerbeteiligung leicht zurückging. Die Zahl der Verletzten und der Getöteten blieb 2015 gegenüber dem Jahr zuvor etwa gleich.

Der Anteil der Unfälle, die die Radfahrer selbst verursachten, ging um etwa zwei Prozent zurück. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) weist darauf hin, daß bei den 1300 Zusammenstößen von Radfahrern mit Kraftfahrzeugen in 60 Prozent der Fälle der Kraftfahrer der Verursacher war. Häufigster Auslöser war dabei das Missachten der Vorfahrt, vor allem die Nichtbeachtung geradeausfahrender, bevorrechtigter Radfahrer durch abbiegende Autofahrer.

Nicht selten verunglücken Radfahrer allein, etwa durch Stürze. In fünf Fällen endete das sogar tödlich. Das betrifft auffallend oft ältere Menschen, Hauptursache dabei Alkohol. „Mit Alkohol im Blut gehört man nichts aufs Rad“, mahnt Friedrich Franke, der Landesvorsitzende des ADFC. Noch seltener ereigneten sich Unfälle zwischen Radlern und Fußgängern, zu denen es insgesamt 79mal kam. Dabei allerdings erwies sich meist der Radfahrer als der Verursacher. „Bei 60 von Radfahrern verursachten Unfällen mit Fußgängern und 780 von Autofahrern verursachten Unfällen mit Radfahrern kann man nicht ernsthaft von Rüpelradlern sprechen“, meint Franke. Vielmehr würden diese Zahlen deutlich zeigen, daß Radfahrer in Thüringen sich vom Kraftverkehr mißachtet und an die Seite gedrängt fühlen könnten. Der ADFC fordert deshalb verstärkt Aufklärungsarbeit zur Unfallvermeidung statt nur Helme zur Abmilderung der Folgen sowie eine Verbesserung der Verkehrswege für Radfahrer.

PM-DFF-ADFC

 

19.05.2016


19.05.2016: Korrespondenzen

Bedeutende Neuerwerbung in Gotha präsentiert: Forschungsbibliothek der Uni Erfurt zeigt Sammlung zur Gothaer Hofkultur im 18. Jahrhundert.

Die Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt hat am 18. Mai auf Schloß Friedenstein eine bemerkenswerte, fast 1000 Blatt umfassende handschriftliche Sammlung zur Gothaer Hofkultur im 18. Jahrhundert präsentiert, die sie kürzlich aus Privatbesitz erwerben konnte. Es handelt sich um Teile des Nachlasses des Diplomaten und Politikers Christoph Dietrich von Keller (1699–1766), der nach seinen Diensten als württembergischer Gesandter am preußischen Hof und Kaiserlicher Reichshofrat das Schloß Stedten bei Bischleben erbauen ließ, als Wohnsitz nutzte und von 1751 bis 1763 Hofmarschall und Staatsminister im Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg war.

Bereits in jungen Jahren war Keller mit Herzogin Luise Dorothea von Sachsen-Gotha-Altenburg (1710–1767), der Gemahlin Herzog Friedrichs III., in Kontakt gekommen, auch Mitglied des von ihr gegründeten Eremiten-Ordens „Ordre des Hermites de bonne humeur“, und hatte sich Jahre vor seiner Anstellung auf diplomatischem Weg für die Belange des Gothaer Hofes eingesetzt. Die Herzogin galt als eine der gebildetsten Fürstinnen ihrer Zeit. Neben Voltaire, Diderot, Rousseau und Friedrich dem Großen unterhielt sie Briefkontakte mit vielen Vertretern der politischen und geistigen Elite Europas. Mit Keller als engstem Vertrauten führte sie einen sehr intensiven Briefwechsel. Aus dieser bedeutenden, bislang unveröffentlichten Korrespondenz, die der Wissenschaft bisher nicht zur Verfügung stand, konnte die Bibliothek nun mehr als 520 eigenhändige Briefe der Herzogin aus den Jahren 1744 bis 1762 und undatierte Schreiben erwerben, die auf eindrucksvolle Weise die gesellschaftlichen und politischen Probleme des Hofes illustrieren.

Die Freundschaft und Korrespondenz der Herzogin mit Friedrich dem Großen und die nicht unerheblichen Kriegsanstrengungen des kleinen Landes werden darin ebenso thematisiert wie die Vormundschaft Gothas für den minderjährigen Herzog Ernst August II. Konstantin von Sachsen-Weimar-Eisenach (1748–1755) und die Erziehung des Gothaer Erbprinzen Friedrich (1735–1756) sowie dessen Bildungsreise nach Paris mit seinem Erzieher Ulrich von Thun. In anderen der freundschaftlichen und vertraulichen Briefe dominieren diplomatische, gesellschaftliche und private Themen: Die Herzogin bittet um Rat beim Ankauf von Silber, Keller wird gebeten, sich um den Ehevertrag oder später um die Anstellungen für die Kinder der Oberhofmeisterin, die immer wieder als gemeinsame Freundin bezeichnet wird, zu bemühen, er soll beim Kauf von Schloß Molsdorf beraten, er übersieht die Korrespondenz mit  der Schwester des Herzogs Augusta Prinzessin von Wales und wird in Fragen der höfischen Etiquette zu Rate gezogen.

Dieser Fundus wird von drei größeren Korrespondenzen ergänzt: zum einen mit 28 Briefen Herzog Friedrichs III. von Sachsen-Gotha-Altenburg an Christoph Dietrich Keller aus den Jahren 1748 bis 1765. In ihnen werden die gleichen Themenschwerpunkte wie in den Schreiben der Herzogin angesprochen, allerdings stärker mit dem politischen Tagesgeschehen befaßt.

Louise Dorothea war schon in Kindertagen mit Juliane Franziska von Neuenstein befreundet und hatte sie 1735 zu ihrer Hofdame bestimmt. Vermählt mit dem sachsen-gothaischen Oberhofmeister Schack Hermann von Buchwald war sie zeitlebens eine einflußreiche Persönlichkeit, eine Gönnerin des jungen Goethe und unterhielt einen eigenen literarischen Salon. Von dieser Vertrauten der Herzogin sind mehr als 80 Briefe aus den Jahren 1738 bis 1749 und weitere 40 Schreiben von Familienangehörigen der Oberhofmeisterin mit Christoph Dietrich von Keller in diesem Teilnachlaß enthalten.

Zum Dritten konnten zwei Briefe Kellers an die Herzogin erworben werden, in denen er sich mit politischen Sachverhalten auseinandersetzt. Neben umfangreichen Korrespondenzen der Familie von Keller aus dem 18. bis 20. Jahrhundert finden sich Briefe von Johann Eustach von Görtz an den preußischen Diplomaten Christoph von Keller und Briefe, das Gut Stedten bei Erfurt betreffend.

„Die Sammlung ergänzt hervorragend den in der Forschungsbibliothek Gotha vorhandenen Schriftwechsel, den Herzogin Luise Dorothea und der französische Philosoph Voltaire führten“, erklärt Dr. Kathrin Paasch, die Leiterin der Forschungsbibliothek Gotha. In diesen 238 bereits editierten Briefen finden auch die Themen Niederschlag, die die Herzogin mit ihrem Vertrauten Keller erörterte. Das Korrespondentennetzwerk wird durch die Briefe der Oberhofmeisterin exzellent ergänzt, von der bisher keinerlei Ego-Dokumente bekannt waren. Nicht zuletzt runden die Familienbriefe des Nachlassers den Bestand ab und ermöglichen weitere Forschungen zur Regionalgeschichte.

CARMEN VOIGT

 

19.05.2016


18.05.2016: Austauschen

Das Gymnasium „Friedrich Schiller" aus Weimar nimmt am bundesweiten BfDT-Jugendkongreß „Demokratie gestalten – Toleranz leben“ in Berlin teil.

Unter dem Motto „Demokratie gestalten – Toleranz leben“ lädt das von der Bundesregierung gegründete „Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt“ (BfDT) vom 20. bis 24. Mai 2016 zum diesjährigen Jugendkongreß nach Berlin ein. In über 70 Workshops und Außenforen beschäftigen sich rund 450 Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren aus ganz Deutschland mit zivilgesellschaftlichem Engagement und Fragen der Partizipation von Jugendlichen. Gemeinsam bearbeitet werden so vielfältige Themen wie Herausforderungen in der Arbeit mit Geflüchteten, Salafismus, Sensibilisierung gegen Rechtsextremismus, Homophobie, Konfliktmanagement oder Öffentlichkeitsarbeit.

Vom Gymnasium „Friedrich Schiller" aus Weimar reisen in diesem Jahr sechs Jugendliche nach Berlin, um sich mit anderen jungen Engagierten auszutauschen und neue Ideen und Anregungen für ihr eigenes Engagement zu erhalten. Der BfDT-Jugendkongreß „Demokratie gestalten – Toleranz leben“ bietet den Jugendlichen die Gelegenheit, über verschiedene Themen zu diskutieren, sich für das eigene Engagement weiter zu professionalisieren und sich mit anderen Aktiven auszutauschen. Gemeinsam mit dem BfDT möchten sie der Öffentlichkeit zeigen, daß Jugendliche großes Interesse daran haben, sich für unsere Gesellschaft und unsere Demokratie einzusetzen und sich bereits jetzt auf vielfältige Weise engagieren. Die Einladung des Gymnasiums „Friedrich Schiller"  zum BfDT-Jugendkongreß soll auch einen Dank für das bereits geleistete große Engagement bedeuten.

JOHANNA SOKOLIESS

 

18.05.2016


18.05.2016: Vorhaben mit Pilotcharakter

Thüringen unterstützt Modernisierung der iranischen Pharmabranche: Kooperationsvereinbarung zwischen Glatt Ingenieurtechnik und iranischem Gesundheitsministerium.

Thüringer Know-how für die Modernisierung der iranischen Pharmabranche: Dazu haben die Glatt Ingenieurtechnik GmbH aus Weimar, das Thüringer Wirtschaftsministerium und das iranische Gesundheitsministerium am 18. Mai 2016 eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Die Erklärung umfaßt die Unterstützung der laufenden iranischen Bemühungen um eine ökonomische und technologische Erneuerung seiner pharmazeutischen Industrie, die Unterstützung von Existenzgründungen in diesem Bereich und die Entwicklung einer Finanzierungsstrategie für pharmazeutische Investitionsprojekte. Dazu wird Glatt in den kommenden Wochen und Monaten konkrete Projekte mit dem iranischen Gesundheitsministerium entwickeln und umsetzen.

„Die Vereinbarung öffnet die Tür zum nach wie vor staatlich dominierten iranischen Gesundheitssektor und damit einen Zugang zu einem wichtigen Wachstumsmarkt", sagte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Das iranische Gesundheitsministerium plane hier in den kommenden Jahren erhebliche Modernisierungsinvestitionen, von denen auch deutsche und Thüringer Unternehmen profitieren könnten, wie der Vize-Minister des iranischen Gesundheitsministeriums, Reza Malekzadeh, betonte. „Die Vereinbarung ist ein wichtiger Schritt für Glatt und in der Folge auch für andere Unternehmen, um auf dem iranischen Pharmamarkt Fuß zu fassen", sagte Tiefensee. Das Vorhaben habe Pilotcharakter für weitere Branchen, weil sich hier erweisen werde, wie bestehende Probleme des iranischen Marktes – zum Beispiel ungelöste Finanzierungsfragen, weiter bestehende Sanktionen in Teilbereichen, fehlende Hermesbürgschaften, die politische und rechtliche Unsicherheit im Iran - gelöst und neue wirtschaftliche Beziehungen etabliert werden könnten.

Sein Unternehmen werde unmittelbar mit der Umsetzung der Kooperationsvereinbarung beginnen, sagte Volker Saalfeld, Mitglied der Geschäftsführung der Glatt Ingenieurtechnik GmbH in Weimar. „Es geht darum, bestehende Fabriken zu modernisieren und neue Anlagen zu bauen. Von der Vereinbarung mit dem iranischen Gesundheitsministerium erwarten wir uns die Initialzündung für solche Projekte." Erste Vorhaben mit iranischen Pharmaunternehmen - etwa der Darou Pakhsh Pharmaceutical Company oder der Active Pharmaceutical Ingeredient and Packaging Association - seien bereits vorbesprochen. Bei der Umsetzung der Projekte arbeitet Glatt oft mit Thüringer Firmen zusammen, unter anderem mit Architekten, Reinraumspezialisten, Elektro- und Sanitärunternehmen.

Die Firma Glatt wurde 1954 gegründet und hat derzeit weltweit 1800 Beschäftigte an 14 Standorten, darunter in Weimar, Dresden, Binzen in Deutschland sowie in den USA, Großbritannien, Irland, Rußland, China, Tschechien und Indien. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Planung, Projektierung und den Bau von Produktions- und Laboranlagen für die pharmazeutische, Nahrungs- und Futtermittelindustrie.

STEPHAN KRAUSS

 

18.05.2016


17.05.2016: Verurteilungsquote unter Vorjahresniveau

25.449 Personen standen im Jahr 2015 wegen einer Straftat oder einem Vergehen vor einem Thüringer Gericht: Mehr als die Hälfte aller Verurteilten waren Wiederholungstäter.

Nach ersten Ergebnissen der Strafverfolgungsstatistik 2015 standen im vorigen Jahr 25.449 Personen wegen einer Straftat oder einem Vergehen vor einem Thüringer Gericht. Wie das Thüringer Landesamt für Statistik am 17. Mai mitteilte, wurden 20.042 Angeklagte rechtskräftig verurteilt, das heißt gegen sie wurde eine Freiheitsstrafe, Geldstrafe oder Strafarrest (bei allgemeinem Strafrecht) beziehungsweise eine Jugendstrafe, Zuchtmittel oder Erziehungsmaßregel (bei Jugendstrafe) verhängt. Verurteilt werden kann nur, wer zur Tatzeit strafmündig, also 14 Jahre oder älter, ist.

Somit lag die Verurteilungsquote mit 78,8 Prozent unter Vorjahresniveau (2014: 79,2 Prozent).

Die Zahl der Verurteilten ist gegenüber dem Jahr zuvor um 535 Personen beziehungsweise 2,6 Prozent gesunken.

In weiteren 721 Fällen entschieden die Gerichte auf Freispruch, in 4676 Fällen wurde das Verfahren eingestellt oder von einer Strafe abgesehen, gegen zehn Personen wurde eine Maßregel ausgesprochen.

Mehr als die Hälfte aller Verurteilten (11.472 Personen) waren nach Angaben der Statistiker bereits wegen eines oder mehrerer früherer Verbrechen oder Vergehen vorverurteilt, der Anteil ist mit 57 Prozent etwas geringer als im Vorjahr. Sowohl bei den nach allgemeinem Strafrecht Verurteilten als auch bei den nach Jugendstrafrecht Verurteilten sank die Zahl der Vorbestraften.

41 Prozent aller Vorverurteilten hatten bereits fünfmal oder häufiger Strafen zu verbüßen.

Bei nach allgemeinem Strafrecht Verurteilten handelte es sich bei den früheren Strafen hauptsächlich um Geld- und Freiheitsstrafen. Die nach Jugendstrafrecht Verurteilten waren überwiegend zu Zuchtmitteln, wie Verwarnungen, Auflagen und Jugendarrest sowie zu Erziehungsmaßregeln verurteilt worden.

Die meisten Verurteilten (15.816 Personen) hatten gegen das Strafgesetzbuch (- 4,6 Prozent) und 4226 Personen gegen andere Gesetze (+ 5,8 Prozent) verstoßen.

Ein Viertel aller Verurteilten stand wegen der sogenannten „anderen Vermögens- und Eigentumsdelikte“ (hier insbesondere Betrug und Erschleichen von Leistungen) und gut ein Fünftel wegen Delikten im Straßenverkehr vor Gericht. Knapp 18 Prozent mußten sich wegen Diebstahls- und Unterschlagungsdelikten verantworten.

Mehr als die Hälfte (56 Prozent) aller wegen Straftaten im Straßenverkehr Verurteilten stand zur Tatzeit unter Einfluß von Alkohol oder einem anderen berauschenden Mittel.

An den vermehrten Verurteilungen nach den Gesetzen außerhalb des Strafgesetzbuches sind maßgeblich Verurteilungen nach dem Betäubungsmittelgesetz beteiligt. Im Jahr 2015 wurden 2058 Personen wegen Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz schuldig gesprochen, knapp neun Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor.

PM-TLS

 

17.05.2016


16.05.2016: Markterkundungsreise

„Erster Brückenschlag“: Thüringer Wirtschafts- und Wissenschaftsdelegation reist nach Iran.

Eine rund 30köpfige Thüringer Unternehmer- und Wissenschaftsdelegation unter Leitung von Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) startet am 16. Mai in den Iran. Die beiden Stationen der Delegationsreise, die vom 16. bis zum 20. Mai dauert, sind die Hauptstadt Teheran sowie Isfahan, das ein Schwerpunkt der Stahlindustrie und des Anlagenbaus und mit allein 30 Hochschulen ein bedeutender Wissenschaftsstandort ist.

Auf dem Programm der Reise stehen politische und wirtschaftliche Termine, geplant sind unter anderem ein Gespräch mit dem stellvertretenden Minister für Gesundheit, Reza Malekzedah, dem Wissenschaftsminister Prof. Dr. Mohammad Farhadi oder der Vize-Präsidentin für Frauen und Familienangelegenheiten, Shahindokht Moulaverdi; ein Besuch der Messe „Iran Health“; Termine in Unternehmen (so beim Autozulieferer Iran Khodro Diesel oder dem Stahlproduzenten Mobarakeh Steel Co.) und Hochschulen (Iran University of Science and Technology, Shahid Beheshti University, Isfahan Technical University), Kooperationsbörsen und Workshops.

Zur Auswahl der Universitäten hatte das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft (TMWWDG) die Abstimmung mit dem DAAD gesucht. Anders als von verschiedenen Medien in der vergangenen Woche berichtet, stand laut einer Medieninformation des Ministeriums ein Besuch der Staatlichen Universität Isfahan, die derzeit wegen eines Holocaust-Karikaturen-Wettbewerbs völlig zu Recht in der Kritik steht, niemals auf dem Besuchsprogramm der Thüringer Delegation. Es hääte ein Angebot dieser Universität für einen Besuch über die Handelskammer in Isfahan gegeben, das aber seitens des TMWWDG unmittelbar abgelehnt worden sei – um ein klares Signal zu geben, daß solche Aktivitäten für Thüringen vollkommen inakzeptabel und nicht tolerierbar seien. Insofern sei es nicht richtig, daß es Pläne gegeben habe, diese Universität in der kommenden Woche zu besuchen.

„Wir gehen auf eine erste Markterkundungsreise in einem Land, das sich nach Jahren der Isolation wieder um eine Rückkehr in die internationale Gemeinschaft und den Anschluß an die Weltwirtschaft bemüht“, sagte Tiefensee. In dieser Situation gehe es darum, die Reformer und gemäßigten Kräfte zu unterstützen, die sich für eine Öffnung des Landes und für die Verbesserung der Menschenrechtssituation einsetzten. „Dabei hilft wirtschaftliche Zusammenarbeit mehr als Abschottung“, betonte der Minister: „Wie andernorts praktiziert, wird das Prinzip ‚Wandel durch Annäherung‘ eher zum Erfolg führen als die pauschale Ausgrenzung einer ganzen Gesellschaft.“

Denn: Das unsichere Rechtssystem und die schwierige Menschenrechtssituation im Iran haben ihre Wurzeln in einer radikalen, orthodoxen Minderheit. „Ich halte nichts davon, die gesamte iranische Bevölkerung mit dieser Minderheit über einen Kamm zu scheren und für deren Verhalten zu bestrafen“, sagte Tiefensee. Die Delegation wolle sich daher ein realistisches und differenziertes Bild der Lage vor Ort machen, werde unmißverständlich Rechtsverstöße und Fehlentwicklungen thematisieren, aber auch Möglichkeiten der Kooperation ausloten.

Dabei gehe es zunächst darum, erste Kontakte zu Unternehmen, Verbänden und Hochschulen zu knüpfen – „eine Vielzahl konkreter Verträge erwarten wir noch nicht. Das ist ein erster Brückenschlag.“ Mit der Delegationsreise in diesem Jahr wolle Thüringen den Grundstein für künftig wieder intensivere Geschäfts- und Forschungsbeziehungen zum Iran legen und damit auch die Exportaktivitäten der Wirtschaft unterstützen. Der Iran verfüge über eine junge, gut qualifizierte Bevölkerung und habe einen enormen Nachholbedarf beim Infrastrukturausbau. „Das bietet Chancen auch für Thüringer Unternehmen etwa aus dem Bereich des Anlagenbaus, der Fabrik- und Gebäudeprojektierung, der Automobilzulieferung, der Pharma- und Medizintechnik, aber auch für industrienahe Dienstleistungen und Bildungsanbieter.

Möglichkeiten für eine stärkere Zusammenarbeit sieht der Minister darüber hinaus auch in Bereichen wie der Energie- und Umwelttechnik, Ernährungswirtschaft und der IT-Technologie. Selbstverständlich werde Thüringen vor Ort auch als Investitions- und Hochschulstandort für sich werben. „In den Wirtschaftsbeziehungen zwischen Iran und Thüringen gibt es jedenfalls viel Luft nach oben", sagte der Minister.

Derzeit exportiert der Freistaat Waren im Volumen von 17,3 Millionen Euro nach dem Iran – vor allem pharmazeutische Erzeugnisse, medizinische Geräte und orthopädische Vorrichtungen. Umgekehrt kommen aus dem Iran aktuell Güter im Umfang von lediglich etwa 800.000 Euro – darunter vor allem Kunststoffe, Gewürze und Rohstoffe. Ihren bisherigen Höhepunkt hatten die thüringisch-iranischen Wirtschaftsbeziehungen vor dem Inkrafttreten der Sanktionen im Jahr 2010 – damals wurden Waren für mehr als 44 Millionen Euro exportiert und für drei Millionen Euro importiert.

MI-TMWWDG

 

16.05.2016


15.05.2016: „Vielleicht kennen wir einander noch immer zu wenig“

„Kopfwandel“ beim Katholikentag in Leipzig: Wissenschaftler der Universitäten Erfurt, Halle und Dresden präsentieren ihr Forschungsprojekt.

Wenn sich Katholiken aus aller Welt vom 25. bis 29. Mai 2016 in Leipzig beim Katholikentag treffen, werden auch Vertreter der Universität Erfurt mit von der Partie sein. Einer von ihnen ist Jörg Seiler, Professor für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit an der Katholisch-Theologischen Fakultät. Er stellt in Leipzig das Forschungsprojekt „Kopfwandel. West-östliche Kirchenerfahrungen“ vor, an dem er zusammen mit Prof. Dr. Hildegard König von der Technischen Universität Dresden und Prof. Dr. Harald Schwillus von der Martin-Luther-Universität Halle arbeitet. Geschehen soll dies mit Hilfe einer interaktiven Ausstellung mit Hörstationen, zudem ist eine prominent besetzte Podiumsdiskussion in Verantwortung von Prof. Dr. Michael Gabel (Erfurt) zum Thema geplant. Ziel der wissenschaftlichen Untersuchung ist es, zu schauen, ob es unterschiedliche Erfahrungen von Kirche und gelebter Glaubenspraxis zwischen West- und Ostdeutschland gibt.

„Immer wieder erzählen Menschen, die bedingt durch die deutsche Wiedervereinigung ihren Lebensmittelpunkt verschoben haben – sei es von West- nach Mittel- und Ostdeutschland oder umgekehrt –, von einer neuen Erfahrung von Kirche und Gemeinde und von unterschiedlichen Haltungen der Kirchengemeinden zur gesellschaftlichen Öffentlichkeit. Manchmal werden die neuen Erfahrungen kritisch bewertet, manchmal auch verfestigte Erfahrungsstrukturen von Kirche aus der Zeit vorher in Frage gestellt. Diese Erfahrungen von Kirche am anderen Ort wollen wir exemplarisch und empirisch untersuchen“, erklärt Prof. Dr. Jörg Seiler. Denn er und seine Kollegen vermuten, daß westliche und östliche Kirchenerfahrungen unterschiedlich geprägt sind, und daß in dieser Differenz Impulse für die Entwicklung der katholischen Kirche in Deutschland ausgemacht werden können. Durch Interviews mit Menschen aus dem städtischen Umfeld wollen die Wissenschaftler von den theologischen Ausbildungsstätten in Ostdeutschland der Sache auf die Spur kommen. „Wir erwarten Aussagen über die Dynamiken religiöser Sozialisation in den alten und neuen Bundesländern und Aufschlüsse über das Potential, das überall dort wirksam wird, wo ein tendenziell ‚unkirchlich‘ beziehungsweise areligiös geprägtes Umfeld eine Herausforderung für christliches Leben ist.“

Die Idee zum „Kopfwandel“-Projekt hat zwei Wurzeln: Zum einen wollte die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Erfurt ihre Kontakte zu den anderen theologischen Ausbildungsstätten in den neuen Bundesländern vertiefen. „Darüber hinaus hatten wir festgestellt, daß Katholischsein in Mittel- und Ostdeutschland irgendwie ein anderes ‚Geschmäckle‘ hat als dort, woher wir kommen – nämlich aus Westdeutschland“, sagt Seiler, der gebürtige Stuttgarter. „Das hat uns interessiert. Deswegen kamen wir auf die Idee, Katholiken, die von Westdeutschland nach Mittel-/Ostdeutschland gezogen sind, einfach mal auf ihre Kirchenerfahrungen hin zu befragen.“ Zunächst ging es den drei Wissenschaftlern ganz schlicht darum, zu überprüfen, ob ihre Anfangsthese – nämlich daß es unterschiedliche Erfahrungen von Kirche und gelebter Glaubenspraxis zwischen West und Ost gibt – verifiziert werden kann. Die Erkenntnisse und Ergebnisse aus der Befragung sollen dann dabei helfen, gemeindliche Gesprächsprozesse über „Kirchesein“ in Mittel- und Ostdeutschland anzustoßen.

Beim Katholikentag in Leipzig wollen Jörg Seiler und seine Kollegen nun ausgewählte Sequenzen aus den Interviews in Hörstationen präsentieren. „Die Gäste sind darüber hinaus eingeladen, uns ihre Erfahrungen von Kirche im West-Ost-Vergleich in einer ‚Gesprächsbox‘ zu hinterlegen“, ergänzt der Theologe, der den Katholikentag als eine wunderbare Plattform für Gespräche rund um den „Kopfwandel“ betrachtet – schließlich kommen hier Katholiken aus allen Regionen Deutschlands und mit ganz unterschiedlichen Prägungen zusammen. „Wir sind gespannt auf deren Erfahrungen. Ich rechne mit Zustimmung und Widerspruch. Ich glaube, daß insgesamt ein Panoptikum verschiedenster Kirchenerfahrungen zur Sprache kommen wird. Über diese Art von Selbstreflexion können wir zudem einige Impressionen auf die Katholizismen hier in Mittel- und Ostdeutschland geben. Denn vielleicht kennen wir einander auch nach 25 Jahren der Einheit noch immer zu wenig.“

CARMEN VOIGT

 

15.05.2016


14.05.2016: „Teamstärke und Kampfgeist“

Serienmeister: Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) gratuliert dem THC.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) hat den Spielerinnen des Thüringer HC und ihrem Trainer Herbert Müller zur sechsten Deutschen Meisterschaft in Serie gratuliert. „Ich bin begeistert vom sportlichen Erfolg unserer Handballerinnen. Auch das heutige Spiel war einmal mehr geprägt von Teamstärke und Kampfgeist. Mit der erneuten Meisterschaft hat der THC Sportgeschichte geschrieben", betonte der Ministerpräsident nach dem entscheidenden „Endspiel“ am 14. Mai, das die Thüringerinnen klar gegen den HC Leipzig mit 31:20 gewannen. Der Erfolg stehe zugleich für die Stärke Thüringens als Standort des Spitzensports, erklärte Ramelow weiter.

Der Regierungschef kündigte an, die Sportlerinnen des THC zu einem Empfang in die Thüringer Staatskanzlei einzuladen, um dort den Erfolg der Handball-Damen zu würdigen.

MI-TSK

 

14.05.2016


14.05.2016: Spezielle Methode

Schmerzfrei durch die Periode: Am Hufeland-Klinikum wird Frauen mit starken Regelschmerzen durch das Goldnetz-Verfahren geholfen.

Nach außen hin läßt es sich kaum eine Frau anmerken. Aber an manchen Tagen fällt es schwer, den ganz gewöhnlichen Aufgaben nachzukommen. Ob im Beruf, der Partnerschaft, der Freizeit oder im Familienleben: manchmal sind die Regelschmerzen so stark, daß sie das ganze Leben beeinflussen können. Bei Frauen, die unter ihrer starken Periode leiden, dauert die monatliche Blutung länger als üblich. Sie sind oft müde, depressiv, haben starke Bauchschmerzen oder gar Krämpfe. Hinzu kommt die Angst, was passiert, wenn in der Öffentlichkeit Komplikationen auftreten. Die Monatsblutung wird für sie zu einem belastenden, teils unerträglichen Faktor.

Genau jenen Frauen möchte das Hufeland-Klinikum in Bad Langensalza nun helfen. Mit einer speziellen Methode soll es Betroffenen ermöglicht werden, sie dauerhaft von starken Regelblutungen zu befreien. Wie das Klinikum dazu feststellt: Ganz schonend und ohne Hormone. Das sogenannte Nova-Sure-Verfahren (Goldnetz-Verfahren) ermögliche eine schnelle, einfache und einmalige Verödung der Gebärmutterschleimhaut, man spreche dabei von einer sogenannten Endometriumabalation. In einem minimal-invasiven Verfahren werde mittels elektrischer Energie die Gebärmutterschleimhaut verödet. Dadurch soll die Menstruationsblutung verringert werden. In einigen Fällen bleibe sie sogar ganz aus.

„Der eigentliche operative Eingriff dauert im Regelfall nur etwa 20 Minuten und wird stationär in unserem Klinikum durchgeführt. Durch das auch als Goldnetz-Methode bekannte Verfahren bleiben den Patientinnen zum einen mögliche Nebenwirkungen einer Hormontherapie erspart, zum anderen können eventuelle Risiken einer Gebärmutterentfernung umgangen werden“, informierte die Einrichtung in einer Pressemitteilung. Bereits wenige Tage nach der Behandlung seien die meisten Frauen schon wieder voll einsatzfähig. Und die lästigen Blutungen würden sich (fast) vollkommen verabschieden.

PM-HKBL

 

14.05.2016


13.05.2016: Informationsdefizit

Sozialausschuß: Thüringer Landesregierung nicht auskunftsfähig zu drogenpolitischer Anfrage.

„Die Linkskoalition strebt zwar die Liberalisierung und Entkriminalisierung von sogenannten ‚weichen‘ Drogen an, nimmt die Drogenproblematik insgesamt aber offenbar überhaupt nicht ernst.“ Dieses Fazit zog der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, Christoph Zippel, am 12. Mai nach der Sitzung des Sozialausschusses im Thüringer Landtag. Dort hatte eigentlich die Antwort der Landesregierung auf eine große Anfrage der CDU-Fraktion über Konsum und Mißbrauch illegaler Drogen auf der Tagesordnung gestanden. Diskutiert werden konnte das Thema jedoch nicht: „Die Landesregierung war weder fähig, auf Nachfragen zu antworten, noch waren Vertreter aus allen betroffenen Ministerien anwesend, um Auskunft zu geben“, zeigte sich Zippel verärgert.

Zippel bezeichnete das Auftreten der Landesregierung als einen Affront gegenüber dem Ausschuß. „Die Regierungskoalition hat offenbar darauf spekuliert, für sie unangenehme Erkenntnisse nicht breit diskutieren zu müssen. Denn wie die Auswertung der schriftlichen Antworten beweist, ist die Verharmlosung bestimmter Drogen wie Cannabis in keinster Weise gerechtfertigt“, erklärte der CDU-Abgeordnete. So geht die Landesregierung davon aus, daß in Thüringen 55.000 Menschen zwischen 18 und 64 Jahren Erfahrungen mit Cannabis vorweisen. Auch Todesfälle durch Cannabiskonsum sind im Freistaat aktenkundig. „Gleichzeitig weisen die Antworten der Landesregierung zum Konsum von Crystal Meth erhebliche Lücken auf, die schon auf den ersten Blick offenkundig sind. Hier sind wir sehr gespannt, wie die Ministerien ihr Informationsdefizit erklären“, sagte der CDU-Abgeordnete.

Die Ausschußmitglieder kamen letztlich überein, daß eine Fortsetzung sinnlos wäre und vertagten die weitere Beratung der Anfrage bis zur nächsten Sitzung. Die Landesregierung lenkte ein, dann mit Fachleuten aller betroffenen Ministerien teilzunehmen, um die Nachfragen der CDU-Fraktion zu beantworten. Zippel rief interessierte Bürger dazu auf, an der öffentlichen Sitzung am 9. Juni um 14 Uhr teilzunehmen, um sich selbst ein Bild zu machen, welche Bedeutung die Landesregierung der Anfrage beimißt. „Dieses Thema ist brandaktuell und hochbrisant. Betäubungsmittelmißbrauch ist ein drängendes Problem unserer Zeit. Ich hoffe, daß die Landesregierung dem durch eine entsprechende Präsenz in der nächsten Ausschußsitzung auch gerecht wird“, sagte Zippel.

PM-CDU-TL-FV

 

13.05.2016


13.05.2016: Neue Funktion

IHK-Lehrstellenbörse für Ausländer und Geflüchtete.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt stellt eine neue Funktion in ihrer Lehrstellenbörse zur Verfügung. Darüber informierte die IHK am 12. Mai in einer Pressemitteilung. Ab sofort bestehe die Möglichkeit, betriebliche Angebote für Bewerber mit Basiskenntnissen der deutschen Sprache gesondert zu kennzeichnen.

„Unternehmen können spezielle Ausbildungsplatz- und Praktikumsstellen mit dem Zusatzhinweis plazieren: Dieses Angebot richtet sich auch an Bewerber mit Basiskenntnissen der deutschen Sprache“, teilte IHK-Hauptgeschäftsführer Professor Gerald Grusser mit.

Doch nicht nur für mögliche Bewerber solle dieser Hinweis die Suche vereinfachen. Die IHK bereite auch eine Übersicht vor, welche Firmen gezielt Integrationsmöglichkeiten vorhalten. „Das versetzt unsere Flüchtlingskoordinatoren in die Lage, zeitnah auf entsprechende Stellenausschreibungen zurückgreifen zu können“, erläuterte der IHK-Chef.

Bei der Lehrstellensuche empfiehlt die Erfurter Kammer interessierten Ausländern und Geflüchteten auch den persönlichen Kontakt zu den IHK-Bildungsexperten. „Die geschulten Berater halten immer aktuelle berufliche Integrationsangebote parat und können zu den notwendigen Handlungsschritten informieren“, betonte Grusser.

Insgesamt wären aktuell noch über 700 Lehrstellen für das Jahr 2016 in der Onlinebörse der IHK Erfurt verfügbar; für 2017 seien auch schon rund 100 Angebote registriert.

PM-IHKE

 

13.05.2016


12.05.2016: Umdenken erforderlich

Konzepte für nachhaltige berufliche Bildung: Bundesinstitut für Berufsbildung fördert Modellprojekt an den Universitäten Erfurt und Paderborn.

Mit rund 522.700 Euro fördert das Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) in den kommenden drei Jahren aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) das Projekt „KoProNa – Konzepte zur Professionalisierung für eine nachhaltige berufliche Bildung“. Dabei handelt es sich um einen Modellversuch, den die Universität Erfurt im Verbund mit der Universität Paderborn durchführt.

Nachhaltiges Denken und Handeln werden in Zeiten knapper werdender Ressourcen immer bedeutender. Jedoch ist dieser ökologische Ansatz nur ein Teil des Nachhaltigkeitsdreiecks, das auch soziale und ökonomische Nachhaltigkeit umfaßt. Im Sinne eines generationengerechten Wirtschaftens ist deshalb ein Umdenken in der Arbeits- und Berufswelt erforderlich. Ziel des Vorhabens „KoProNa“ ist es deshalb, Unternehmen und Bildungseinrichtungen dabei zu unterstützen, Konzepte und Strategien einer nachhaltigen beruflichen Bildung zu entwickeln, einzuführen und umzusetzen. Wichtige Akteure dafür sind hierbei vor allem die Ausbilder und all jene, die Auszubildende durch den Prozeß der Berufsausbildung begleitet. Im Rahmen des Projektes sollen sie für das Thema Nachhaltigkeit sensibilisiert und handlungsfähig gemacht sowie bei der Organisation und Neugestaltung ihrer Berufsausbildung unterstützt werden. Dafür werden den Betrieben Workshops und Beratungsangebote unterbreitet, die sich auf eine wissenschaftliche Untersuchung stützen, die ebenfalls Teil des Modellvorhabens ist. In den Blick genommen werden darin die betrieblichen Rahmenbedingungen, die betriebliche Ausgangssituation und die betriebsspezifischen Umsetzungsstrategien. Umsetzungshürden einer nachhaltigen beruflichen Bildung werden untersucht.

Die Teilnehmenden sollen Multiplikatorenfunktionen haben und so den Ansatz im Unternehmen weitertragen. Dabei versteht sich der Modellversuch als ein Ansatz, der auf der persönlichen Ebene der Beteiligten und auf den individuellen Bedürfnissen der Betriebe, entsprechende Veränderungen herbeiführen will. Somit wird der Prozeß aus den Betriebsstrukturen selbst getragen und nicht von außen in die Strukturen auferlegt.

„Daß wir im Projekt mit der Universität Paderborn kooperieren, bietet uns die Chance, den Blick auf eine weitere Region zu legen und die verschiedenen Rahmenbedingungen zu untersuchen“, erklärt Claudia Müller vom Fachbereich Berufspädagogik und Weiterbildung der Uni Erfurt. Weitere strategische Partner sind der Verband der Metall- und Elektro-Industrie Thüringen e.V. (VMET), der Allgemeine Arbeitsgeberverband Thüringen e.V. (AGVT), das Nachhaltigkeitsabkommen Thüringen (NAT) und die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt.

CARMEN VOIGT

 

12.05.2016


11.05.2016: Töne fürs Auge

Grafe macht Farben hörbar: Design-Center des Kunststoff-Spezialisten stellt mit eigener Symphonie die Trendfarben für 2017 vor.

Die Grafe-Gruppe in Blankenhain ist auf das Einfärben von Kunststoffen spezialisiert. Jedes Jahr macht das Unternehmen seinen Kunden eigene Vorschläge für die farbliche Gestaltung ihrer Endprodukte und präsentiert in einer „Color Preview“ die Trendfarben für die kommende Saison. Für 2017 hat das hauseigene Design-Center ein einzigartiges Highlight geschaffen: In einer bisher nie dagewesenen Weise wurden Farbe und Musik miteinander verbunden.

Ein Orchester der Musikhochschule „Franz Liszt“ in Weimar spielte ein eigens komponiertes Musikstück ein, das die Farben in der spektakulären „Symphony of Colors“ hörbar macht. Dem Unternehmen sei es gelungen, die Töne fürs Auge mit denen fürs Ohr zu kombinieren.  „Daniel Mandler komponierte eigens für das Grafe-Design-Center die Symphonie auf Basis der Trendfarben 2017“, erzählt Julia Canzler vom Bereich Design und Packaging bei Grafe, die für die entwickelten Farben verantwortlich ist.

Anschließend habe das Weimarer Orchester das Stück eingespielt. Doch das Werk gehe weit über den Hörgenuß hinaus, sondern sei auch ein visuelles Highlight: „Die jungen Musiker wurden bei ihrer Arbeit im Filmstudio gefilmt. Nach viertägigen Dreharbeiten und aufwendiger Postproduktion wurde von dem Weimarer Filmstudio „Nivre“  ein Video erstellt, das zeigt, wie die Farben den Instrumenten entsteigen“, erläutert Canzler.

Herausgekommen ist eine DVD, auf der die „Color Preview 2017“ in Bild und Ton verewigt ist und die als Werbemittel den jährlichen Kalender des Unternehmens ergänzt. Auf Youtube kann das Video ebenfalls abgerufen werden. „Das einmalige Werk bringt nicht nur Farbe, Musik und Instrumente gekonnt zusammen. Es verzaubert auch durch Klang und Optik. Leicht träumend oder episch erhebend macht die Musik die Trendfarben sichtbar“, beschreibt die Farbexpertin den Hintergrund der Symphonie.

Julia Canzler ist der Kopf hinter den Farbideen. Inspiriert von Messen, Seminaren und Vorträgen sowie eigenen Recherchen kreiert sie jedes Jahr aufs Neue die Farbkombinationen der Saison. Dabei sind die optischen Veränderungen der Kunststoffe nur ein Teil der Kompetenz der Unternehmens-Gruppe. In Blankenhain arbeitet eine der größten Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der Branche an neuesten Technologien, die den Werkstoff mit intelligenten Funktionen wie Leitfähigkeit oder UV-Beständigkeit ausstatten.

Das Produktspektrum der Gruppe umfaßt neben Farb- und Additiv-Masterbatches ein breites Sortiment an funktionellen Kunststoff-Compounds. Eine der größten Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der Branche arbeitet an neuesten Technologien, die den Kunststoff mit intelligenten Funktionen ausstatten. Das Unternehmen wurde 1991 gegründet und vereint heute als Grafe-Gruppe drei Geschäftsbereiche: Color Batch, Additiv Batch und Polymer Technik. Über 300 Mitarbeiter entwickeln und produzieren im hochmodernen Werk in Blankenhain  in der Mitte Deutschlands für den nationalen und internationalen Markt. Die Firmengruppe ist nach DIN EN ISO TS 16949:2009 und DIN EN ISO 9001/2008 zertifiziert. STEFANIE THEUERKAUF

 

11.05.2016


11.05.2016: „Durchbruch“

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) begrüßt Abschaffung der Störerhaftung für W-Lan-Anbieter: Offenbar Einigung auf Bundesebene bei Novellierung des Telemediengesetzes.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat die angekündigte Abschaffung der Störerhaftung im neuen Telemediengesetz begrüßt. Nach Medienberichten hat sich die Regierungskoalition im Bund inzwischen darauf verständigt.

„Das ist ein Durchbruch für die digitale Zukunft Deutschlands“, sagte Tiefensee: „Damit fällt eine wesentliche Hürde für den Ausbau drahtloser Internetzugänge weg.“ Das Thüringer Wirtschaftsministerium hatte sich über den Bundesrat von Anfang an für eine vollständige Aufhebung der Störerhaftung eingesetzt und darüber hinaus mit schriftlichen Stellungnahmen an verschiedene Bundestagsabgeordnete gewandt. „Insofern sehe ich diese Einigung auch als einen großen Erfolg und eine Bestätigung für die Thüringer Position.“ (nti-online.net berichtete am 07.05.2016).

Tiefensee: „Ich bin zuversichtlich, daß noch vor der Sommerpause ein konsensfähiger Entwurf für das neue Telemediengesetz auf dem Tisch liegt, der W-Lan-Anbieter tatsächlich von jeglicher Haftung für Rechtsverstöße ihrer Kunden freistellt.“ Er erwarte zudem, daß dies alle Betreiber von W-Lan-Angeboten, gewerbliche Anbieter ebenso wie private Haushalte, einschließt.

Die Störerhaftung gilt als Haupthindernis für den flächendeckenden Ausbau von öffentlichen W-Lan-Angeboten in Deutschland. Aufgrund der derzeitigen Regelung im Telemediengesetz können die Betreiber von Drahtlosnetzen jederzeit für rechtswidrige Handlungen ihrer Kunden – zum Beispiel den illegalen Download von geschützten Werken – in Haftung genommen werden. Dadurch werde der Ausbau frei zugänglicher mobiler Internetzugänge jedoch massiv behindert, sagt Tiefensee. „Das ist ungefähr so, als müßte eine Stadt als Eigentümerin einer Straße für die Geschwindigkeitsüberschreitungen der Autofahrer geradestehen. Unser Ziel war deshalb immer, daß diese Klausel gestrichen wird.“

Rückenwind für diese Forderung hatte Thüringen im März auch von Seiten der EU bekommen. So liegt dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) ein Gutachten vor, demzufolge Betreiber von kabellosen Internetzugängen nicht für Urheberrechtsverletzungen der Internetnutzer haftbar gemacht werden dürfen. Das Gutachten war erstellt worden, weil das Landgericht München den EuGH um Klärung gebeten hatte, ob ein W-Lan-Betreiber für das illegale Herunterladen eines Liedes über sein Netz verantwortlich ist.

STEPHAN KRAUSS

 

11.05.2016


11.05.2016: „Gießkanne funktioniert nicht“

Thüringer Immobilienwirtschaft rügt unisono: Gut gemeint ist nicht gut gemacht – neue Förderrichtlinien zum Wohnungsbau gehen an der Realität vorbei.

Die Thüringer Immobilienverbände äußern sich einhellig kritisch zu den 9. Mai veröffentlichten neuen Förderrichtlinien Wohnungsbau. Sabine Anhöck, Vorstand des BFW-Bundesverbandes Freier Wohnungs-  und Immobilienunternehmen Mitteldeutschland, resümiert: „Die neuen Richtlinien sind im Prinzip die alten. In der Struktur hat sich nichts verändert – die bereitgestellten Mittel können nicht wirtschaftlich eingesetzt werden.“

Im Fokus der Kritik stehen Förderbedingungen wie Mietpreisbindung bis zu 15 Jahren und die Belegungsbindung. Eine Mietpreisbindung über einen solchen Zeitraum führe unweigerlich zu Unwirtschaftlichkeit, da im selben – langen - Zeitraum die Miete nicht an unkalkulierbare und steigende Bewirtschaftungskosten angepaßt werden könne. Die flächendeckend geforderte Belegungsbindung gehe angesichts der wachsende Leerstände außerhalb der Städte und des insgesamt immer noch niedrigen Mietniveaus in Thüringen völlig an der Wirklichkeit vorbei.

Joachim Bleeck, Landesvorsitzender des Verbandes Haus und Grund Thüringen, betont: „Wir brauchen eine regional differenzierte Strategie. Gießkanne funktioniert nicht in einem so vielfältigen Wohnungsmarkt wie Thüringen“. Jörg Wanke, Vorstand des IVD Immobilienverband Deutschland Mitte, bestätigt dies: „Die Förderung ist im Prinzip so angelegt, daß der Run auf die Städte durch ihre Subventionierung noch verstärkt wird. Der ländliche Raum, mit Milliardeninvestitionen mühsam gestützt, verliert dadurch noch mehr an Attraktivität.“

Nach wie vor bestehen die alten bürokratischen Hürden. Ausufernder Verwaltungsaufwand, Verfahrensdauern bis zu zehn Jahren und Rechtsunsicherheit halten Unternehmen von der Anwendung der Fördermittel ab. Die Immobilienwirtschaft fordert stattdessen eine Bündelung der Prozesse bei der Thüringer Aufbaubank TAB.

Constanze Victor, Direktorin des Verbandes der Thüringer Wohnungswirtschaft, unterstreicht: „Wir anerkennen das Bemühen von Ministerin Keller, das Thema Wohnen anzugehen. Das ist zum Beispiel mit dem ,Thüringer Barrierereduzierungsprogramm‘ schon gut gelungen. Aber beim Thema darlehensbasierte Wohnungsbauförderung gibt es keinen Fortschritt. Im Gegenteil, die Argumente unserer Wohnungsunternehmen wurden auf Arbeitsebene zum großen Teil brüsk abgewiesen.“

Sabine Anhöck ergänzt: „Wir werden jetzt einmal abwarten, wie die Unternehmen und vor allem die Verwaltung mit den Richtlinien umgehen. Wir sind aber sicher, daß auf diese Weise Thüringens Probleme nicht zu lösen sind.“ Die Verbandsvertreter stünden jedoch weiterhin zum Dialog bereit, betont das Vorstandsmitglied des BFW.

SWENIA TEICHMANN

 

11.05.2016


10.05.2016: „Keine zusätzlichen Handlungsspielräume“

Finanzministerin Heike Taubert (SPD) zur Mai-Steuerschätzung: Thüringen rechnet mit 47 Millionen Euro Mehreinnahmen im Jahr 2016.

Thüringen prognostiziert im laufenden Jahr im Vergleich zum Haushaltsplan 2016 zusätzliche Steuereinnahmen in Höhe von 47 Millionen Euro. Dies ist laut einer  am 10. Mai verbreiteten Medieninformation des freistaatlichen Finanzministeriums das Ergebnis der regionalisierten Mai-Steuerschätzung. Die Thüringer Finanzministerin und Stellvertretende Ministerpräsidentin Heike Taubert (SPD) berichtete im Rahmen der Regierungsmedienkonferenz über die weiteren Ergebnisse.

„Thüringen profitiert von einer anhaltend positiven Wirtschaftsentwicklung“, sagte Heike Taubert und warnte gleichzeitig vor einem Gewöhnungseffekt an stetig sprudelnde Steuereinnahmen. „In der jüngeren Vergangenheit gab es keine solch lang andauernde Phase ständig steigender Steuereinnahmen“. Taubert verwies zugleich auf die anstehenden Herausforderungen: Thüringen müsse sich für die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse ab dem Jahr 2020 und die bis dahin vollständig ausgelaufenen Solidarpaktmittel rüsten. Zudem sei nicht gewiß, welches Ergebnis die Verhandlungen zur Reform der Bund-Länder-Finanzbeziehungen hervorbringen.

Insbesondere die Mittelfristige Finanzplanung zeige, daß Thüringen weiter konsolidieren müsse. Die künftigen Ausgaben für Flüchtlinge und deren Integration stellen weiterhin eine große Unsicherheit in der Haushaltsführung und künftigen Planung dar. „Jeder gute Haushälter muß vorsichtig agieren. Weil Thüringen notwendige Investitionen weiter stemmen muß, wird die Landesregierung eine vorausschauende Haushaltspolitik in allen Bereichen fahren“, so Finanzministerin Heike Taubert.

In der aktuellen Steuerschätzung wurden die gesamtwirtschaftlichen Rahmendaten aus der Frühjahrsprojektion 2016 der Bundesregierung zugrunde gelegt. Danach wird die Prognose im Vergleich zur Novembersteuerschätzung für das Wachstum des realen Bruttoinlandsproduktes im Jahr 2016 von 1,8 auf 1,7 Prozent leicht abgesenkt. Für 2017 und die nachfolgenden Jahre bis 2020 wird ein Wachstum von 1,5 Prozent angenommen.

Im Vergleich zur November-Steuerschätzung 2015 werden für den Schätzzeitraum 2016 bis 2020 gesamtstaatliche Mehreinnahmen von rund 42,4 Milliarden Euro prognostiziert. Die Steuereinnahmen der Länder steigen im Schätzzeitraum dabei weniger dynamisch als die Steuereinnahmen des Bundes.

Laut Finanzministerin bedeuten die Ergebnisse für Thüringen Einnahmen aus Steuern, Länderfinanzausgleich und allgemeinen Bundesergänzungszuweisungen in Höhe von 6,859 Milliarden Euro im Jahr 2016 und 7,123 Milliarden Euro im Jahr 2017. Diese Einnahmen werden bis zum Jahr 2020 auf schätzungsweise 7,602 Milliarden Euro ansteigen.

Im einzelnen weisen die Ergebnisse für Thüringen dieses Jahr prognostizierte Steuermehreinnahmen im Vergleich zum Doppelhaushalt 2016/2017 in Höhe von 47 Millionen Euro aus. Für 2017 wird ein Plus von 97 Millionen Euro geschätzt, unterm Strich werden jedoch nur 49 Millionen Euro mehr erwartet. Hintergrund ist die ab 2017 planmäßige Revision der Hartz-IV-Sonderbedarfsbundesergänzungszuweisungen für die Lasten der strukturellen Arbeitslosigkeit. Hierdurch ist mit jährlichen Mindereinnahmen in Höhe von 48 Millionen Euro zu rechnen.

In der mittelfristigen Perspektive sinkt das Steuerplus stark. Im Jahr 2018 werden für Thüringen 20 Millionen Euro Mehreinnahmen, in 2019 sogar ein leichtes Minus von zehn Millionen Euro gegenüber der derzeitigen mittelfristigen Finanzplanung erwartet. Aufgrund der noch nicht beendeten Bund-Länder-Finanzverhandlungen wurden in der Schätzung für das Jahr 2020 die entsprechenden Regelungen aus 2019 fortgeschrieben. Allerdings könne es bei den für 2020 prognostizierten Mehreinnahmen von 107 Millionen Euro je nach Verhandlungsausgang noch zu erheblichen Abweichungen kommen. Heike Taubert dazu: „Die Einnahmen für 2020 sind tendenziell überzeichnet. Hier hat die Steuerschätzung die letzte SoBEZ-Tranche, wie sie 2019 gewährt wird, technisch fortgeschrieben. Wie die Realität aussieht, steht auf einem anderen Blatt.“

Finanzministerin Taubert resümiert: „Die aktuelle Steuerschätzung eröffnet keine zusätzlichen Handlungsspielräume. Sie bestätigt in den Summen die bisherigen Einnahmeerwartungen. Gleichzeitig haben die Steuerschätzer von Bund und Ländern auf verschiedene Unsicherheiten hingewiesen.“

Auch die Steuereinnahmen der Thüringer Kommunen werden nach den Ergebnissen der Steuerschätzung im Vergleich zur Novembersteuerschätzung 2015 weiter ansteigen - von 1,491 Milliarden Euro in diesem Jahr auf 1,593 Milliarden Euro im Jahr 2017. Im Endjahr der Schätzung 2020 werden die kommunalen Steuereinnahmen voraussichtlich 1,750 Milliarden Euro betragen. Damit ergeben sich für die Thüringer Kommunen leichte Zuwächse gegenüber der Steuerschätzung vom November 2015. Die kommunalen Einnahmen entwickeln sich im Schätzzeitraum geringfügig dynamischer als die Landeseinnahmen.

MI-TMF

 

10.05.2016


09.05.2016: Knapp unter dem Durchschnitt

Thüringer Bauhauptgewerbe verzeichnete Umsatzzuwachs in den ersten zwei Monaten 2016 bei weniger Beschäftigten.

Das Thüringer Bauhauptgewerbe konnte von Januar bis Februar 2016 seinen Umsatz um insgesamt 5,8 Prozent steigern. Nach einer Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik vom 9. Mai lagen die Betriebe des Thüringer Bauhauptgewerbes mit im allgemeinen 20 und mehr Beschäftigten damit nur knapp unter dem Durchschnitt der neuen Bundesländer (+ 6,2 Prozent) und unter dem Bundesdurchschnitt (+ 6,0 Prozent).

„Bis Ende Februar 2016 gingen im Thüringer Bauhauptgewerbe im Vergleich zum Vorjahr 3,4 Prozent an Arbeitsplätzen verloren. In den neuen Bundesländern lag die durchschnittliche Zahl der tätigen Personen mit 0,6 Prozent leicht über dem Niveau des vergleichbaren Vorjahreszeitraumes. Deutschlandweit stieg die Anzahl der Baubeschäftigten um 2,0 Prozent an“, bilanzierte der Präsident des Thüringer Landesamtes für Statistik, Günter Krombholz.

Während die Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden deutschlandweit um 5,5 Prozent und in den neuen Bundesländern um 2,9 Prozent anstieg, wurden in Thüringen 1,5 Prozent weniger Stunden gearbeitet.

Resultierend aus dem Beschäftigungsrückgang stieg die Umsatzproduktivität in Thüringen von Januar bis Februar 2016 gegenüber den ersten zwei Monaten 2016 um 9,5 Prozent an. Mit 13.683 Euro Umsatz je baugewerblich Beschäftigtem näherte sie sich dem Durchschnittswert der neuen Bundesländer (+ 5,6 Prozent, 15.043 Euro Umsatz je Beschäftigten) und dem Bundesdurchschnitt (+ 3,9 Prozent, 16.794 Euro Umsatz je Beschäftigten) an.

Die in den ersten zwei Monaten 2016 gezahlten Entgelte lagen nach Informationen der Statistiker im Thüringer Bauhauptgewerbe 1,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. In den neuen Bundesländern wurden 3,2 Prozent und deutschlandweit 4,3 Prozent höhere Entgelte gezahlt.

PM-TLS

 

09.05.2016


08.05.2016: Wiedereröffnung

Modernes Filialkonzept: Lidl in Buttstädt eröffnet nach Großmodernisierung.

„Die Kundenzufriedenheit prägt unser Handeln.“ Gemäß diesem Leitsatz in den Unternehmensgrundsätzen sei der Discounter Lidl dauerhaft bestrebt, sein gesamtes Filialportfolio qualitativ und quantitativ weiterzuentwickeln, um den Kunden eine moderne Einkaufsstätte mit optimalen Einkaufsbedingungen zu präsentieren. Wie das Handelsunternehmen mitteilte, wurde diesbezüglich die Filiale in Buttstädt in den vergangenen Wochen großmodernisiert und soll am 12. Mai 2016 wieder ihre Türen öffnen.

Zu den Modernisierungsmaßnahmen in Buttstädt gehörten ein neues Backregal, die Einrichtung einer Backnische mit Vorbereitungsraum, ein neuer Fliesenfußboden, ein modernes LED-Beleuchtungskonzept, eine neue Decke, der Anstrich der Wände, der Umbau des Pfandraumes und die Errichtung einer Einkaufswagenbox.

Mit einer verbesserten Dämmung, dem Tausch der Heizung gegen Brennwerttechnik und einer komplett neuen Elektrik und Gebäudesteuerung erzielt die Filiale künftig deutlich reduzierte Stromverbräuche und weniger Kohlendioxidausstoß. Auch im Außenbereich sorgt die Verkleidung der Fassade mit Alucobond für mehr Attraktivität. Der Parkplatz mit seinen 101 Kundenparkplätzen wurde ebenfalls saniert.

Grundsätzlich sei zu beobachten, daß der Anspruch der Kunden an die Sortimentsvielfalt, die Warenpräsentation und somit die Verkaufsfläche in den vergangenen Jahren gestiegen ist. Das Sortiment habe sich insbesondere in den „Frischebereichen“ – dazu zählen Frischfleisch und Frischgeflügel, Backwaren und Kühlprodukte – deutlich weiterentwickelt. Den hohen Anforderungen in diesem anspruchsvollen Sortimentsbereich möchte Lidl laut einer am 4. Mai verbreiteten Presseinformation mit einer modernen und zeitgemäßen Infrastruktur begegnen.

Mit der Einführung der neuen Backnische erfahre das Frischesortiment bei Lidl eine bedeutende Erweiterung. Neben dem Klassiker „Weizenbrötchen“ könnten die Kunden aus frisch gebackenen Mehrkorn- und Kürbiskernbrötchen sowie Käsebrötchen, Baguettes, Croissants, Laugenbrezel oder Brötchen wählen. Mehrere Sorten frisch gebackenes Brot wie zum Beispiel das „Weltmeister“- und „Krustenbrot“ sowie süße Stückchen rundeten das neue Angebot ab.

Lidl biete seinen Kunden ein reichhaltiges Sortiment mit zirka 1600 verschiedenen Produkten. Zu den qualitativ hochwertigen Waren gehörten zum Beispiel Molkereiprodukte, Tiefkühlkost, Wurstwaren, Frischfleisch, Frischgeflügel, täglich frisches Obst und Gemüse sowie verschiedene Brot- und Backwaren. Neben vielen Markenartikeln und Qualitäts-Eigenmarken werde das Sortiment durch eine große Auswahl an Bioprodukten und Fairtrade-Waren ergänzt. Zweimal pro Woche habe der Discounter zusätzlich attraktive und preiswerte Aktionsartikel im Angebot. Bei diesen regelmäßigen Sonderaktionen würden Textilien, Haushalts- und Elektroartikel, Spielwaren oder Freizeitprodukte, oft von Markenherstellern, im Mittelpunkt stehen – zu Preisen, die keinen Vergleich scheuen müßten.

„Lidl garantiert erstklassige Qualität bei seiner gesamten Produktpalette“, versichert das Unternehmen. „Alle Artikel unterliegen einer strengen Qualitätskontrolle. Nur Lieferanten, die eine hohe Qualitätsnorm erfüllen, dürfen Lidl beliefern. Zudem sind der hohe Warenumschlag in den Filialen und die kurzen Lieferwege ein wichtiger Frischegarant. Durch wirtschaftliche Kalkulationen erzielen die Einkäufer von Lidl Preisvorteile, die direkt an die Kunden weitergegeben werden.“

Der Kunde stehe stets im Mittelpunkt aller Bemühungen: Kundenorientierung und Kundenzufriedenheit seien die Grundpfeiler des Erfolgs. Deshalb lege das Unternehmen besonders viel Wert auf Freundlichkeit und eine angenehme Einkaufsatmosphäre. Lidl-Filialen seien übersichtlich aufgebaut, die Warenpräsentation sei bewußt einfach und funktionell. Zugleich erleichterten die großen und gut sichtbaren Preisschilder den Einkauf. Darüber hinaus biete der Händler bargeldloses Bezahlen mit der EC- und Kredit-Karte an. Ebenfalls bestehe für die Kunden die Möglichkeit des kontaktlosen Bezahlens mit V-Pay, Maestro sowie Visa und MasterCard.

Das Handelsunternehmen Lidl gehört zu den führenden Unternehmen im Lebensmittel-Einzelhandel in Deutschland. In den 39 rechtlich selbständigen Regionalgesellschaften mit rund 3200 Filialen arbeiten mehr als 70.000 Mitarbeiter.

PM-PSLD

 

08.05.2016


07.05.2016: Anstehende Neuregelung

„Besser spät als nie“: Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) begrüßt Umdenken von CDU/CSU bei Störerhaftung.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat das Umdenken der CDU/CSU-Bundestagsfraktion bei der anstehenden Neuregelung von W-Lan-Angeboten im Telemediengesetz begrüßt. Mehrere Medien hatten berichtet, daß die Fraktion nach einem „Machtwort“ von Bundeskanzlerin Angela Merkel ihren Widerstand gegen eine komplette Abschaffung der sogenannten „Störerhaftung“ aufgeben werde.

„Besser spät als nie“, kommentierte Tiefensee den Schwenk der Union auf Bundesebene. „Ich bin zuversichtlich, daß noch vor der Sommerpause ein konsensfähiger Gesetzentwurf auf dem Tisch liegt, der W-Lan-Anbieter von jeglicher Haftung für Rechtsverstöße ihrer Kunden freistellt.“ Thüringen hatte über den Bundesrat von Anfang an für eine vollständige Aufhebung der Störerhaftung geworben. (nti-online.net berichtete unter anderem am 07.11.2015).

Die Störerhaftung gilt als Haupthindernis für den flächendeckenden Ausbau freier W-Lan-Netze in Deutschland. Aufgrund der derzeitigen Regelung im Telemediengesetz können die Betreiber von Drahtlosnetzen jederzeit für rechtswidrige Handlungen ihrer Kunden – zum Beispiel den illegalen Download von geschützten Werken – in Haftung genommen werden. Dadurch werde der Ausbau frei zugänglicher mobiler Internetzugänge jedoch massiv behindert, sagte der Minister. „Das ist ungefähr so, als müßte eine Stadt als Eigentümerin einer Straße für die Geschwindigkeitsüberschreitungen der Autofahrer geradestehen. Unser Ziel war deshalb immer, daß diese Klausel gestrichen wird.“

Rückenwind für diese Forderung hatte Thüringen im März auch von Seiten der EU bekommen. So liegt dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) ein Gutachten vor, demzufolge Betreiber von kabellosen Internetzugängen nicht für Urheberrechtsverletzungen der Internetnutzer haftbar gemacht werden dürfen. Das Gutachten war erstellt worden, weil das Landgericht München den EuGH um Klärung gebeten hatte, ob ein W-Lan-Betreiber für das illegale Herunterladen eines Liedes über sein Netz verantwortlich ist.

STEPHAN KRAUSS

 

07.05.2016


06.05.2016: Steigende Exporte

Thüringer Industrie beim Exportwachstum deutschlandweit auf Platz fünf.

In den ersten beiden Monaten des Jahres 2016 stieg der Umsatz in den größeren Thüringer Industriebetrieben mit 50 und mehr Beschäftigen gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum (bei gleicher Anzahl an Arbeitstagen) um drei Prozent an. Das teilte Thüringer Landesamtes für Statistik am 6. Mai mit. Der durchschnittliche Zuwachs lag dagegen in den neuen Bundesländern be 1,9 Prozent und deutschlandweit bei 0,8 Prozent.

Der Inlandsumsatz erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in Thüringen um 1,5 Prozent, in den neuen Bundesländern um 0,7 Prozent und im Bundesdurchschnitt um 0,8 Prozent. Wie das Statistische Landesamt informierte, belegte Thüringen bei der Umsatzentwicklung im Inland im bundesweiten Ländervergleich den 7. Platz.

„Die Exportquote, das heißt der Anteil des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz, betrug in Thüringen 34,2 Prozent. Obwohl sie einen Prozentpunkt höher lag als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum, wurden nur rund zwei Drittel des Deutschlandwertes erreicht. Gegenüber dem Vorjahreswert stiegen die Exporte um 5,9 Prozent an. Mit diesem Exportergebnis konnte Thüringen im bundesweiten Ländervergleich gegenüber 2015 vom achten auf den fünften Platz vorrücken“, sagte der Präsident des Thüringer Landesamtes für Statistik, Günter Krombholz.

Die Beschäftigtenzahl stieg in Thüringen in den ersten zwei Monaten 2016 zum Vorjahreszeitraum um 1,3 Prozent an. In den neuen Bundesländern betrug der Anstieg 1,5 Prozent und in Deutschland 1,0 Prozent.

Auch die Umsatzproduktivität stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum an. In Thüringen waren es 1,6 Prozent und in den neuen Bundesländern 0,4 Prozent. Deutschlandweit wurden 0,2 Prozent weniger Umsatz je Beschäftigten erreicht.

Der Verdienst der Beschäftigten erhöhte sich. So stiegen die Entgelte in Thüringen um 4,3 Prozent, um 4,2 Prozent in den neuen Bundesländern und um 3,5 Prozent deutschlandweit an.

PM-TLS

 

06.05.2016


04.05.2016: Modellversuch

TU Ilmenau plant Einführung von Diplomstudiengängen: Zusätzliches Angebot neben bewährtem Bachelor- und Mastersystem.

Die Technische Universität Ilmenau will Elektrotechnik und Maschinenbau als Diplomstudiengänge einführen. Das haben Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und der Rektor der TU Ilmenau, Prof. Dr. Peter Scharff, am 4. Mai bei einer Pressekonferenz im Thüringer Wissenschaftsministerium in Erfurt mitgeteilt. Studieninteressierte sollen die Wahl haben zwischen den neuen Diplomstudiengängen und den bisherigen Bachelor- beziehungsweise darauf aufbauend, Masterstudiengängen. Wissenschaftsminister Tiefensee unterstützt einen entsprechenden Modellversuch: „Das ist ein zusätzliches Angebot, das die Ingenieurausbildung in Ilmenau stärken und zusätzliche Studierende nach Thüringen locken kann. Wir haben den vorliegenden Antrag der TU deshalb heute genehmigt und werden nun kurzfristig die Rechtsgrundlage für die neuen Studiengänge schaffen.“

Die TU Ilmenau plant, die je zehnsemestrigen ingenieurwissenschaftlichen Diplomstudiengänge Elektrotechnik und Maschinenbau im Rahmen eines zunächst sechsjährigen Modellversuches anzubieten. Die einzügigen Studiengänge sollen den Studierenden Möglichkeiten bieten, die im Bachelor-/Mastersystem nicht angeboten werden können. So ist es derzeit nur schwer möglich, sich das eigene Studium individuell so zu gestalten, daß es zielgenau auf künftige Berufswünsche hinführt. Die neuen Diplomstudiengänge hingegen sollen eine Vielfalt von Eigenaktivität der Studierenden ermöglichen. Sie können Haupt- und Nebenfach selbstbestimmt kombinieren und auch „artfremde“ Fächer auswählen. Ein Techniker kann beispielsweise im Nebenfach auch Japanistik studieren, wenn ihm dies für seine berufliche Karriere in Asien dienlich erscheint. Angesichts der zunehmend globalisierten Welt sollen die neuen Studienmöglichkeiten vor allem auch in Bezug auf Auslandsaufenthalte flexibel sein. Während ihres Studiums können die Studentinnen und Studenten mindestens zwei und höchstens vier Semester im Ausland verbringen, etwa an einer renommierten Hochschule, die bestimmte fachliche Schwerpunkte anbietet. Ein Fachpraktikum oder die Diplomarbeit ließen sich ebenfalls im Rahmen eines Auslandsaufenthaltes realisieren. Am Ende ihres Studiums erhalten die Studierenden der Elektrotechnik und des Maschinenbaus den international anerkannten „Diplom“-Grad mit Berufsbezeichnung „Diplom-Ingenieur“. Gleichzeitig wird ihnen die Gleichwertigkeit mit dem Masterabschluß bescheinigt.

Der Rektor der TU Ilmenau, Prof. Peter Scharff, ist sich sicher, daß das zusätzliche Studienangebot auf großen Zuspruch stoßen wird: „Mit den Diplomstudiengängen sprechen wir Studierende mit Eigenverantwortung an. Damit geben wir jungen Männern und Frauen die Freiheit, mit ihrem Studium die eigene Zukunft auf die persönlichen Bedürfnisse abzustimmen.” Die TU Ilmenau würde die Diplomstudiengänge gern schon im Wintersemester 2016/17 anbieten, zuvor müssen aber noch Studienpläne und die erforderlichen Satzungen durch die Hochschule erarbeitet und die Rechtsverordnung durch das Wissenschaftsministerium erlassen werden.

Bei der Umsetzung des Modellversuchs habe man von der sogenannten „Erprobungsklausel“ im Thüringer Hochschulgesetz Gebrauch gemacht, sagte Wissenschaftsminister Tiefensee. „Nach sechs Jahren wird es dann eine gründliche Evaluation geben, um festzustellen, ob dieses Modell auf Dauer angelegt werden soll.“

Er habe von Anfang an kein Hehl daraus gemacht, daß er den Vorstoß der TU Ilmenau richtig und unterstützenswert fände, so Tiefensee weiter: „Der Abschluß ‚Diplom-Ingenieur‘ ist bis heute ein international anerkanntes Gütesiegel der ingenieurwissenschaftlichen Ausbildung in Deutschland. Das sollten wir für den Hochschulstandort Thüringen nutzbar machen.“ Dabei gehe es aber nicht darum, den Bologna-Prozeß aufzuhalten oder zurückzudrehen: „Das Diplomstudium ist und bleibt ein ergänzendes Angebot, das Studierende annehmen können, aber nicht müssen. An Bologna wird nicht gerüttelt.“

Derzeit werden von den Hochschulen bundesweit etwa 160 Diplomstudiengänge, überwiegend in technisch-ingenieurwissenschaftlichen sowie in künstlerischen und kirchlichen Studiengängen angeboten – darunter auch vier in Thüringen: Freie Kunst an der Bauhaus-Universität Weimar, Evangelische Theologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Kirchenmusik A und B an der Hochschule für Musik in Weimar.

STEPHAN KRAUSS

 

04.05.2016


03.05.2016: „Echter Meilenstein“

Volkswagen-Service schließt Modernisierung des Qualifizierungsnetzes in Deutschland erfolgreich ab: Qualifizierungszentrum in Erfurt als neunter deutscher Standort eröffnet.

Mit der Eröffnung des Qualifizierungszentrums in Erfurt komplettiert Volkswagen die Modernisierung seines Qualifizierungsnetzes in Deutschland. Die Weiterentwicklung des aus neun Standorten bestehenden Qualifizierungsnetzes ist für die Marke Volkswagen in Deutschland eine wichtige Säule, um die hohe Fachkompetenz der Mitarbeiter in den Partnerbetrieben und die optimale Betreuung der Volkswagen Kunden zu gewährleisten.

„Für Volkswagen ist die Eröffnung des neuen Qualifizierungszentrums in Erfurt ein echter Meilenstein. Denn mit dem neuen Standort in Erfurt ist die Modernisierung unseres gesamten Qualifizierungsnetzes in Deutschland abgeschlossen,“ betont Anke Köckler, Leiterin Ressort Service Organisation im Volkswagen Service Deutschland, und ergänzt: „Mit unserem bundesweiten Qualifizierungsnetz bieten wir allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Volkswagen-Autohäuser in Deutschland beste Bedingungen, um sich permanent und erstklassig weiterzuqualifizieren. Eine wichtige Voraussetzung für eine optimale Betreuung unserer Kunden und ihrer Fahrzeuge in den Betrieben.“

Am neuen Standort in Erfurt können sich jährlich bis zu 4500 Mitarbeiter in individuellen Qualifizierungsmaßnahmen weiterbilden. Dafür stehen acht multifunktionale Trainingsräume sowie zwei IT-Schulungsräume zur Verfügung. Das Gebäude und die Ausstattung entsprechen den Anforderungen an eine moderne Ausbildungsumgebung. Dazu zählen unter anderem die optimale Tageslichtnutzung sowie die großzügige Dimensionierung der Trainingsräume für eine produktive Lernatmosphäre.

Der neue Standort in Erfurt fügt sich als Schlußpunkt in das modernisierte Qualifizierungsnetz von Volkswagen in Deutschland ein. Den Auftakt der Modernisierungsinitiative bildete 2012 der Baubeginn für das Qualifizierungszentrum in Ludwigsfelde. Seither entstanden neue Qualifizierungszentren in Freising, Unna, Nürtingen sowie Babenhausen. Vervollständigt wird das Qualifizierungsnetz durch drei bestehende Standorte in Norderstedt, Bremen und Wedemark, die bereits zuvor den Anforderungen an eine moderne Trainingsumgebung entsprachen. Insgesamt verfügt Volkswagen damit über Kapazitäten für die Durchführung von rund 100.000 Trainingstagen pro Jahr.

Ein Schwerpunkt der Schulungsmaßnahmen liegt auf den technischen Qualifizierungen – die Bandbreite deckt alle Bereiche der modernen Fahrzeugtechnologie ab und umfaßt beispielsweise Wartungsarbeiten ebenso wie die elektronische Diagnose oder die Instandsetzung mechanischer Baugruppen bei Modellen der Marken Volkswagen-Pkw und Volkswagen-Nutzfahrzeuge. Darüber hinaus werden spezifische Kompetenzen wie die Karosserieinstandsetzung an ausgewählten Standorten vermittelt. Gleiches gilt für die Fahrzeuglackierung, für die am Standort Babenhausen alle notwendigen Voraussetzungen zur Verfügung stehen. Der Ausbau der kommunikativen und administrativen Kompetenzen zur optimalen Betreuung der Kunden im Autohaus sowie Qualifizierungen zu IT-Systemen bilden weitere Trainingsschwerpunkte.

Auch ökologische Aspekte wurden bei der Konzeption der neuen Qualifizierungszentren berücksichtigt und mit den Anforderungen des Trainingsbetriebs in Einklang gebracht. Die Gebäude weisen eine besonders effiziente Raumaufteilung und Energiebilanz auf. Zudem wurde auf eine ressourcenschonende Energieversorgung wie Fernwärme und gasbetriebene Blockheizkraftwerke gesetzt, die sowohl Wärme als auch Strom erzeugen.

NICOLAI LAUDE

 

03.05.2016


03.05.2016: „Immense ökonomische Effekte“

Eisenach ist gerüstet für den 117. Deutschen Wandertag vom 26. bis 31. Juli 2017. Das bescheinigten der gesamten Region Vertreter des Deutschen Wanderverbandes bei ihrem Besuch in der Wartburgstadt.

Vertreter des Deutschen Wanderverbandes haben Eisenach besucht und der Stadt sowie der gesamten Region bescheinigt, für den Deutschen Wandertag im kommenden Jahr gut vorbereitet zu sein. Jahr für Jahr beschert der Deutsche Wandertag der jeweils ausrichtenden Region rund 50.000 zusätzliche Übernachtungen. Viele Gäste werben anschließend zu Hause für die besuchte Wandertagsregion.

Der Präsident des Deutschen Wanderverbandes, Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß, zeigte sich beeindruckt von der Wartburgstadt Eisenach sowie der gesamten Region: „Das Motto für den 117. Deutschen Wandertag ,Wandern auf Luthers Spuren‘ könnte besser kaum gewählt sein. Nicht nur wegen der besonders in Thüringen gefeierten Lutherdekade. In der gesamten Region stoßen Gäste auf Orte, in denen Martin Luther Spuren hinterlassen hat. Viele dieser Orte sind im Wandertagsprogramm berücksichtigt.“

Wie die Wandertage zuvor werde der 117. Deutsche Wandertag immense ökonomische Effekte für die Region haben, so Rauchfuß weiter. Ein Blick auf die Wandertage in der Vergangenheit zeigt: Durchschnittlich halten sich über 9000 zusätzliche Übernachtungsgäste für einen Zeitraum von vier bis fünf Tagen in einem Umkreis von 60 Kilometern um den Austragungsort eines Wandertages auf. Damit kann die jeweilige Region im Schnitt bis zu 50.000 zusätzliche Übernachtungen für sich verbuchen. Das Thüringer Saaleland etwa steigerte seine Übernachtungszahlen im Jahr des dortigen 105. Deutschen Wandertages 2005 gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent.

Bemerkenswert ist die Vielzahl von Tagesgästen insbesondere zum großen Festumzug. Er ist für viele Wanderfreunde der Höhepunkt des Deutschen Wandertages mit jährlich bis zu 25.000 Vereinswanderern aus allen Teilen Deutschlands, die ihre jeweilige Heimatregion repräsentieren. Dazu kommen etwa ebensoviele Zuschauer.

Auch die langfristig durch Wandertage ausgelösten wirtschaftlichen Effekte sind beträchtlich. Die Gäste der Großveranstaltungen sind gewissermaßen Werbeträger für die Wandertagsregionen in nahezu allen deutschen Wandervereinen. Dort wird intensiv über den Wandertag berichtet, so daß rund 600.000 organisierte Wanderfreunde von der jeweiligen Wanderregion erfahren. Diese von Tourismus-Verantwortlichen als besonders wirksam geschätzte Mund-zu-Mund-Propaganda bestätigt eine Besucherumfrage zum 99. Deutschen Wandertag vom Fremdenverkehrsverein Dübener Heide/Sachsen-Anhalt: 44, 9 Prozent der Wandertagsgäste gaben an, daß sie die Region Freunden und Bekannten als Wanderregion weiterempfehlen werden. Vor dem Hintergrund, daß solche Empfehlungen laut DWIF durchschnittlich 14 Personen erreichen und Wanderer in der Regel mehrere Kurzurlaube im Jahr machen, ist mit einem wesentlich höheren Gästeaufkommen in der Wandertagsregion auch in den Jahren nach dem Wandertag zu rechnen.

Eine weitere Ursache für nachhaltige Besucherzahlen in den Jahren nach einem Wandertag ist die in aller Regel hohe Attraktivität der Regionen für Wanderer. „Unter Wanderfreunden ist es längst kein Geheimtip mehr, in den Folgejahren eines Wandertages als Wandergruppe dorthin zu reisen, wo der Wandertag stattgefunden hat. Denn es ist bekannt, daß zum Wandertag die Infrastruktur auf uns Wanderer ausgerichtet wurde. Und es sind immerhin 3000 Ortsgruppen aus 58 Wandervereinen, die dies sehr zu schätzen wissen“, so der DWV-Präsident.

Veranstalter des 117. Deutschen Wandertages vom 26. bis 31. Juli 2017 in Thüringen beziehungsweise Eisenach ist der Deutsche Wanderverband. Ausrichter der Großveranstaltung ist der Rennsteigverein 1896 mit Unterstützung des Wanderverbandes Thüringen und seinen Mitgliedern. Außerdem organisieren den Wandertag die Stadt Eisenach, der Wartburgkreis, die Eisenach-Wartburgregion Touristik GmbH, Wartburg-Stiftung und ThüringenForst.

JENS KUHR

 

03.05.2016


03.05.2016: Ehrenamt

Birgit Diezel erneut Vorsitzende der Lebenshilfe: CDU-Landesvize einstimmig im Amt bestätigt.

Im Rahmen ihrer jährlichen Mitgliederversammlung haben die Mitgliedsorganisationen des Landesverbandes der Lebenshilfe Thüringen am 30. April 2016 einen neuen Vorstand gewählt. Birgit Diezel, stellvertretende Landesvorsitzende der CDU Thüringen, wurde dabei einstimmig und erneut zur Vorsitzenden der Thüringer Lebenshilfe gewählt. Sie ist bereits seit 2004 in diesem Amt.

„Die Lebenshilfe setzt sich uneingeschränkt für alle Menschen mit geistiger Behinderung ein. Besonders wichtig ist es, daß Belange von Menschen mit Behinderung im öffentlichen Bewußtsein Eingang finden“, so Diezel zur Mitgliederversammlung.

Birgit Diezel liegt das Ehrenamt in der Lebenshilfe sehr am Herzen. Die uneingeschränkte Teilhabe von Menschen mit Behinderung soll ihrer Ansicht nach eine Selbstverständlichkeit sein. Sie setzt sich dafür ein, daß Inklusion tatsächlich im Interesse von Menschen mit geistiger Behinderung, ihrer Eltern und Angehörigen gelebt werden kann.

PI-EG-CDUT

 

03.05.2016


02.05.2016: Konzepte gesucht

Thüringen zum Schaufenster für Digitalisierung machen: Wirtschaftsministerium schreibt Förderung digitaler Modellprojekte aus.

Das Thüringer Wirtschaftsministerium schreibt die Förderung von digitalen Modellprojekten im Bereich der Wirtschaft aus. Bis zum 13. Juni werden Konzepte für innovative digitale Lösungen und Plattformen gesucht, die dazu beitragen, betriebliche Abläufe oder die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen zu verbessern, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln oder die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu steigern. Aus den eingereichten Konzepten werden bis zum 30. September dann die besten Projekte ausgewählt.

Die Projekte, für deren Umsetzung sich mehrere Unternehmen zusammenschließen müssen, sollen eine Laufzeit von maximal zwei Jahren haben. Insgesamt stellt das Ministerium für das laufende Jahr 1,25 Millionen Euro für diesen Zweck zur Verfügung. Die Höhe der Förderung je Projekt liegt bei maximal 200.000 Euro.

„Unser Ziel ist es, Thüringen als Schaufenster der Digitalisierung zu positionieren“, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Die Projekte sollen die Digitalisierung erfahrbar machen und den Nutzen digitaler Technologien und Lösungen für die Wirtschaft vermitteln. Zugleich gehe es darum, neue Geschäfts- und Wertschöpfungsprozesse zu entwickeln. „Mit dem Förderaufruf setzen wir zwei zentrale Punkte unseres Aktionsprogramms ‚Wirtschaft 4.0‘ um, das wir in diesem Jahr vorgelegt haben.“ Dort war ein Projektfonds „Digitale Innovationen“ und die Unterstützung digitaler Plattformen angekündigt worden.

MI-TMWWDG

 

02.05.2016


02.05.2016: Wettkampf vor schönster Kulisse

Hochstapler auf dem Erfurter Domplatz.

Am 30. April 2016 fiel bei herrlichstem Sonnenschein um 11.00 Uhr bereits zum 16. Mal der Startschuß für den Lindig-StaplerCup - die Regionalmeisterschaften im Staplerfahren. Rund 100 Staplerfahrer und Staplerfahrerinnen kämpften vor schönster Kulisse auf dem Erfurter Domplatz um den Titel. Bei den Wettkampfstationen „Heißer Draht“, „Mensch ärgere dich nicht“, „Vier gewinnt“ und „Fässerparcours“ stellten sie ihr Geschick und Können im Umgang mit Gabelstaplern unter Beweis. Den tausenden Fans und Zuschauern wurde jedoch nicht nur ein spannender Wettkampf geboten. Die Gäste tummelten sich bei den Attraktionen des erlebnisreichen Familienprogramms mit Probestaplerfahren für jedermann, Schraubstapler für junge Tüftler, Kindertretstaplerparcours, Kinderschminken und Torwandschießen. Die Band „Egowelle“ gab mit Ihrem Hit „Willkommen in Lindigs Welt“ den Startschuß für die Meisterschaft. Im Anschluß heizte die Liveband „Stageman“ aus Kassel den Gäste so richtig ein. Den Abschluß bildete die Blues- und Rock-Band „Kurz und lang“. Weiterhin standen die Besucher Schlange, um Autogramme von Spitzensportlern wie dem Handballnationalmeister und frisch gebackenen Europameister Johannis Sellin, dem Eisschnellläufer Patrick Beckert, den Rennradfahrerinnen des „Maxx Solar Cycle Teams“ und Fußballspielern des FC Rot-Weiß Erfurt sowie von den Handballspielern des ThSV Eisenach zu erhalten.

Als Sieger der diesjährigen Regionalmeisterschaft gingen Christopher Scharf, Gestamp Griwe Haynrode GmbH, dicht gefolgt von Mustafa Öndes, Palletways Deutschland GmbH, und Harald Rübenbach, Gestamp Griwe Haynrode GmbH, hervor. Bei den Damen siegte Ricarda Jahns, Gestamp Griwe Haynrode GmbH. Sie alle qualifizierten sich mit ihrem Sieg für die Deutschen Meisterschaften im Staplerfahren vom 15. Bis 17. September in Aschaffenburg. Bei den Teammeisterschaften gab es ein enges Rennen: Platz eins und zwei belegten die Teams der Palletways Deutschland GmbH aus Homberz Efze. Platz drei erkämpften sich die Staplerfahrer der Friedrich Bauer Speditionsgesellschaft mbH aus Eisenach.

Für die Teilnahme an dem Wettbewerb, bei dem es vor allem um Geschwindigkeit, Geschick und Fingerspitzengefühl am Steuer verschiedener Staplermodelle geht, ist ein Staplerführerschein Grundvoraussetzung. Auf mehreren Parcours müssen die Staplerfahrer beweisen, daß sie unterschiedliche Lasten millimetergenau laden, durch enge und verwinkelte Parcours transportieren und schließlich schnellstmöglich und exakt an vorgegebenen Positionen absetzen können. Was einen spielerischen Eindruck macht, ist dennoch dem Arbeitsalltag eng verwandt: Schmale Fahrwege, gedrängte Regale, Zeitdruck oder unhandliches Transportgut sind für die meisten Staplerfahrer täglich Brot. „Der StaplerCup ist ein spannender Wettkampf, bei dem die Leistungen der Staplerfahrer im Vordergrund stehen. Je souveräner die Fahrerinnen und Fahrer aber mit ihren Geräten dann auch im Betrieb umgehen, desto weniger Unfälle passieren dort – und das ist eines unserer wichtigsten Anliegen“, erläutert Geschäftsführer Sven Lindig die Hintergründe.

Der StaplerCup wurde 2005 erstmalig als reine deutsche Meisterschaft ausgetragen – über 21.000 Fahrer sind seither bei dem Wettbewerb gestartet, bei dem es um Präzision, Schnelligkeit und Übersicht auf dem Gabelstapler geht. 2007 wurde die Veranstaltung um den internationalen Team-Wettbewerb „International Championship“ erweitert; seit 2008 wird auch in der Disziplin „Logistik-Team-Meister“ ein Mannschaftswettbewerb ausgetragen. Der erste Weltmeistertitel wurde 2014 an den Deutschen Stefan Theissen vergeben. Seit 2015 kämpfen auch 12 Staplerfahrerinnen in einem separaten Finale um die Auszeichnung als beste Frau am Steuer eines Gabelstaplers. Wichtigstes inhaltliches Anliegen des Veranstalters Linde Material Handling ist die Vermittlung von Sicherheitsvorschriften, um zur Vermeidung von Arbeitsunfällen beizutragen. Jährlich begeistert die dreitägige Veranstaltung auf dem Aschaffenburger Schloßplatz, die von einem bunten Familienprogramm begleitet wird, an die 15.000 Zuschauer. Der StaplerCup wurde bereits mit zahlreichen Preisen der Kommunikations- und Wirtschaftsbranche, unter anderem dem PR-Award in Gold, dem Internationalen Deutschen PR- Preis und dem internationalen Titel „Bester europäischer Sportevent“ vom EuBEA ausgezeichnet. 2013 erhielt der StaplerCup Gold und die höchste Auszeichnung „Best of Show“ bei den renommierten amerikanischen Galaxy Awards.

Lindig ist ein 1899 gegründetes Familienunternehmen in vierter Generation. Seit mehr als 20 Jahren besteht die Vertragshändlerschaft für Gabelstapler und Lagertechnik mit dem europäischen Marktführer Linde Material Handling. Außerdem ist Lindig starker Partner in der deutschlandweiten Arbeitsbühnenvermietung im SystemLift-Verbund. An seinen sechs Standorten in Eisenach, Erfurt, Göttingen, Kassel, Suhl und Wernigerode beschäftigt das Unternehmen fast 300 Mitarbeiter.

VERONIKA KÖLLNER

Siegerin: Ricarda Jahns, Gestamp Griwe Haynrode GmbH, in Aktion.
Fotos (2): LFG-ARCHIV
 
Die Besten der diesjährigen Regionalmeisterschaft: Sieger Christopher Scharf, Gestamp Griwe Haynrode GmbH, dicht gefolgt von Mustafa Öndes, Palletways Deutschland GmbH, und Harald Rübenbach, Gestamp Griwe Haynrode GmbH.
 

02.05.2016


02.05.2016: Einbußen

Thüringer Bierabsatz weiter rückläufig: Exporte dagegen wieder steigend.

701.000 Hektoliter Bier wurden nach Informationen des Thüringer Landesamtes für Statistik in den ersten drei Monaten des Jahres 2016 von den Thüringer Brauereien und Bierlagern  abgesetzt. Das waren 13.000 Hektoliter beziehungsweise 1,9 Prozent weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Diese rückläufige Entwicklung ist ausschließlich auf den Absatz innerhalb Deutschlands zurückzuführen. Hier wurden 572.000 Hektoliter verkauft, somit mußten gegenüber dem ersten Quartal des Vorjahres Einbußen in Höhe von 4,5 Prozent (-27.000 Tausend Hektoliter) verkraftet werden.

Mit den Bierexporten konnten die Thüringer Bierbrauer allerdings zufrieden sein. Mit 128.000 Hektolitern Bier konnten die Thüringer Bierbrauer im Vergleich zum Vorjahr Zuwachsraten in zweistelliger Höhe verbuchen. Wie die Statistiker ermittelten, wurden von Januar bis März wurden 12 Prozent mehr Bier abgesetzt als noch ein Jahr zuvor.

Der Absatz von Biermischungen, Bier gemischt mit Limonade, Cola, Fruchtsäften und anderen alkoholfreien Zusätzen, ist allerdings weiter rückläufig. Im ersten Quartal wurden 31.000 Tausend Hektoliter Biermischungen veräußert, das bedeutet gegenüber dem Vorjahr Einbußen von 1,3 Prozent.

An die Beschäftigten der Brauereien wurden in Thüringen im 1. Quartal 2016 rund 880 Hektoliter steuerfrei als Haustrunk unentgeltlich abgegeben. In Thüringen lag der Anteil des Haustrunks bei 1,3 Liter, in der Bundesrepublik bei 1,5 Liter je 1000 Liter Bierabsatz.

Die Angaben für Thüringen richten sich nach dem Sitz der Steuerlager (Brauereien und Bierlager). Nicht enthalten sind der Absatz von alkoholfreien Bieren und Malztrunk sowie das aus Ländern außerhalb der Europäischen Union eingeführte Bier.

Die Daten wurden auf der Grundlage der nach Feststellung der Zentralstelle Biersteuer vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Daten ermittelt.

HEIKE KÖNIG

 

02.05.2016


01.05.2016: Atempause

CDA Thüringen unterstützt Forderungen der Gewerkschaften nach arbeitsfreiem 1. Mai.

.„Der 1. Mai muß arbeitsfrei sein“, diese Forderung der Gewerkschaften in Thüringen unterstütze die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) Thüringen mit Nachdruck, sagte der CDA-Landesvorsitzende Thadäus König anläßlich des diesjährigen Tags der Arbeit.

Der CDU-Sozialflügel plädiert in diesem Zusammenhang außerdem dafür, der Zunahme von Wochenendarbeit entschieden entgegenzutreten. „Für immer mehr Beschäftigte wird der Sonntag zum Werktag. Diesen Trend müssen wir stoppen“, meint König.

Er verweist darauf, daß immer mehr Menschen über Druck und Streß im Job klagen. Der Sonntag schaffe Raum für Ausgleich. „In Zeiten einer Beschleunigung aller Lebensvorgänge, bedarf es einer Atempause, um Kraft zu tanken und den Belastungen des Alltags zu entkommen.“ Kritisch sieht König auch die oft geforderte ständige Erreichbarkeit: „Am Wochenende muß man mal abschalten können: Und zwar auch das Handy.“

Des weiteren rief die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft Thüringen dazu auf, sich an Kundgebungen zum „Tag der Arbeit“ zu beteiligen. „Von Arbeit muß man leben können“, betonte König. „Als CDA haben wir deshalb für den Mindestlohn gekämpft und ihn durchgesetzt. Und wir haben uns erfolgreich für einen Abbau der ,kalten Steuer-Progression‘ stark gemacht, Arbeitnehmerinnern und Arbeitnehmern bleibt heute netto mehr vom Lohn.“

Abschließend sagte König, die CDA werde am 1. Mai gemeinsam mit Gewerkschaften und kirchlichen Verbänden Flagge zeigen. „Wir kämpfen weiter gegen den Mißbrauch von Werkverträgen und für Lohngleichheit in der Leiharbeit. Ausbeutung und Lohndumping durch Werkvertragskonstruktionen müssen ein Ende haben – ob auf Schlachthöfen, in Auto-Fabriken oder in Krankenhäusern.“

Die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) ist der Sozialflügel der CDU. Ihre Mitglieder engagieren sich vor allem auf Feldern der Sozialpolitik wie Arbeitsmarkt, Rente, Pflege und Gesundheit.

PM-CDA

 

01.05.2016

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