Nachrichten aus dem Freistaat März 2017

März 2017

27.03.2017: Modulare Bauweise

„Familienwohnen am Borntal”: Die Wohnungsbaugenossenschaft Südharz und die Habau-Unternehmensgruppe beschreiten mit einem Gemeinschaftsprojekt Neuland in Thüringen.

Nach sieben Jahren wird die Wohnungsbaugenossenschaft Südharz (WBG) wieder in einen Neubau investieren. Wie zuletzt 2010 wird dieses Vorhaben erneut mit der Habau-Unternehmensgruppe aus Heringen umgesetzt. Als größter Vermieter in Nordthüringen reagiert die WBG Südharz mit dem Neubau einerseits auf die weitere Belebung des Standortes, andererseits natürlich auf den steten Wandel und Wunsch vieler WBG-Mitglieder nach größeren Wohnungen.

„Hat sich unsere Genossenschaft in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten zuerst auf das ,Familienwohnen‘ und später auf das ,Junge Wohnen‘ konzentriert, so tragen wir seit dem Jahr 2010 mit dem Ausbau unserer Angebote für das ,Seniorenwohnen‘ dem demographischen Wandel Rechnung”, sagt WBG-Vorstand Sven Dörmann.

Vorstandskollege Steffen Loup ergänzt: „Allein in Nordhausen Nord wurden in den zurückliegenden zehn Jahren rund 20 Millionen Euro in diesem Angebotssegment investiert. Die dabei erreichte Qualität in der Infrastruktur hat uns unter anderem ermutigt, den Standort im Norden der Rolandstadt auszubauen.”

Nun sollen wieder Wohnungen für Familien mit Kindern und Senioren entstehen. Konkret wird dieses Projekt unter dem Namen „Familienwohnen am Borntal” realisiert. Hier werden ab April 30 Wohneinheiten zwischen 92 und 101 Quadratmeter Wohnfläche entstehen, konkret sind das 20 Drei-Raum-Wohnungen und zehn Vier-Raum-Wohnungen.

Wie andere Bauherren auch, muß die Wohnungsbaugenossenschaft mit explodierenden Neubaupreisen zurechtkommen, die zum Teil durch die Politik, zum Beispiel durch die Energieeinsparverordnung, vorgegeben wurden. Allerdings – so der genossenschaftliche Gedanke – soll den WBG-Mitgliedern auch neugebauter Wohnraum zu sozial-verträglichen Mieten angeboten werden.

Um diesen gordischen Knoten zu durchtrennen, fand die Wohnungsbaugenossenschaft mit der Habau-Unternehmensgruppe einen bewährten Partner. Das Unternehmen in Heringen wird den Neubau als Referenzobjekt für seine „Modularbauweise mit Architekturbeton” errichten. Das Prinzip entspricht – vereinfacht dargestellt – dem der Herstellung von massiven Fertigteilhäusern. Im Werk in Heringen werden die einzelnen Elemente, soweit es möglich ist, vorgefertigt. Die Teile der Außenfassade bestehen aus verschiedenen Schalen, die für Tragfähigkeit, Dämmung und Struktur/Wetterschutz „verantwortlich” sind. Die Innenwände werden einschalig ausgeführt und bieten einen sehr guten Schallschutz.

„Wir haben uns als Unternehmen seit vielen Monaten im Rahmen von Forschungsarbeiten mit dem modularen Bauen beschäftigt. Im Werk in Heringen verfügen wir über alle notwendigen Voraussetzungen, um die benötigten Fertigteile herzustellen. Innerhalb der Forschungsarbeit mit der WBG Südharz ging es neben den baulichen Anforderungen auch um ökologische Nachhaltigkeit. Die Möglichkeit, die Module nach ihrer Nutzungsdauer nach Jahrzehnten vollständig zu recyceln, sollte gegeben sein. Darüber hinaus messen wir während der Bauarbeiten den Lärm der Arbeiten und des Baustellen-Verkehrs”, beschreibt Habau-Geschäftsführer Dr. Jens Stark die Intentionen seines Unternehmens, an diesem anspruchsvollen Projekt in Nordhausen mitzuarbeiten.

„Sämtliche Wohnungen werden mit einer Fußbodenheizung ausgestattet. Fußbodentiefe Fenster, auch in Bad und Küche, gehören ebenfalls zum modernen Standard. Jede Wohnung hat einen Platz in der Tiefgarage, von der die Mieter per Aufzug in die Wohnungen gelangen. Das gesamte Haus wird komplett barrierefrei erschlossen“, erläutert Harald Eisentraut, Vorstand Technik der WBG Südharz. Darüber hinaus hat Architekt Matthias Wagner weitere Vorgaben der Wohnungsbaugenossenschaft umgesetzt. Das sind zum Beispiel ein Meter breite Türen zu allen Räumen, Wanne und Dusche in den Bädern sowie dreifach verglaste Fenster und ein sieben Quadratmeter großer Balkon.

Ein anderer, wesentlicher Vorteil dieser modularen Bauweise mit Architekturbeton wird die Bauzeit sein. Rechnen die Fachleute bei einem Vorhaben wie diesem mit einer bis zu 16monatigen Bauzeit, so wollen die beiden Partner in Nordhausen-Nord in der Hälfte der Zeit fertig werden. Derzeit wird das Gelände am Borntal vorbereitet, ab April wird gebaut und bereits vor Weihnachten sollen die neuen Mieter einziehen. Die Baukosten sollen bis zu 20 Prozent unter den sonst üblichen Preisen liegen. Trotzdem beläuft sich die Investition der WBG Südharz für dieses Vorhaben in Nordhausen-Nord auf rund 5,5 Millionen Euro. Neben dem Neubau mit Tiefgarage gehört auch ein Spielplatz zum Projekt. Eine landschaftspflegerische Begleitplanung, deren Kern die nachhaltige ökologische Entwicklung des Wohnumfeldes ist, rundet die Maßnahme ab. Die Grundmieten für die Wohnungen am Nordhäuser Borntal sollen zwischen 760 und 830 Euro im Monat liegen.

Sowohl die WBG Südharz als auch die Habau-Unternehmensgruppe beschreiten mit diesem Gemeinschaftsprojekt Neuland in Thüringen und hoffen gemeinsam Maßstäbe zu setzen, wie über dieses Pilotprojekt hinaus stark nachgefragter Wohnraum zu vertretbaren Preisen neugebaut werden kann.

PI-WBGS

 

27.03.2017


26.03.2017: „Die Regierung braucht endlich einen konkreten Plan“

Investitionsstau an Hochschulen: Der Ring Christ-Demokratischer Studenten in Thüringen kritisiert, daß die Landesregierung einen Lösungsvorschlag weiter schuldig bleibe.

„Ende des letzten Jahres war der marode bauliche Zustand der Universität Erfurt, der akut den Lehrbetrieb gefährdet, das bestimmende Thema in der Thüringer Hochschullandschaft“, teilt der Thüringer Ring Christ-Demokratischer Studenten (RCDS) in einer Presseerklärung mit. „Jetzt wurde bekannt, welch großes Ausmaß der Sanierungsstau im gesamten Hochschulsektor des Freistaates wirklich einnimmt. Das Erfurter Audimax ist seit Anfang 2015 wegen Schimmelbefall, Einsturzgefahr und Brandschutzmängeln gesperrt, so daß die Studenten tagtäglich in die marode Parteischule pendeln müssen.“ Die mehr als halbstündige Fahrt sei ein für viele Studenten nicht hinnehmbarer täglicher zeitlicher Aufwand.

„Es kann nicht mehr von kurzen Wegen und gut erreichbarer Infrastruktur die Rede sein. Im bundesweiten Wettbewerb um die Studenten ist dies ein entscheidender Nachteil“, kritisiert der Thüringer RCDS-Vorsitzende Hans-Georg Creutzburg. Der RCDS startete eine umfangreiche Unterschriftenaktion, bei der mehrere hundert Studenten ihre Stimme abgaben und sich für die Errichtung moderner Infrastruktur an ihrer Uni aussprachen.

Nur wenige Monate später werde nun das gesamte Ausmaß des Sanierungsstaus der Thüringer Hochschulen bekannt. Alleine für Erfurt würden über 70 Millionen Euro benötigt, im ganzen Freistaat fehlten Bauprojekte im Wert eines hohen dreistelligen Millionenbetrages. Im Zuge ihrer Hochschulstrategie würde die Landesregierung bis 2020 aber nur 275 Millionen Euro einstellen – ein Bruchteil dessen, was letztlich benötigt werde. „Wir sehen nicht, wie sie damit den Investitionsstau abbauen wollen. Vor allem ab 2019 wird dieses Problem deutlich, denn von da an fallen auch die Bundesmittel weg. Deshalb muß jetzt in Zeiten des Steuerbooms gehandelt werden“, kritisiert Creutzburg das Zögern von Rot-Rot-Grün.

Zwar möchte die Landesregierung einige prioritäre Baumaßnahmen angehen, eine zukunftsfähige Strategie lasse sich aber nicht erkennen: „Es geht darum, die Hochschulen im Ganzen zukunftsfähig zu machen, nicht nur die nötigsten, seit teils einigen Jahren brennende Projekte anzugehen. Diese sind zweifelsohne wichtig, machen aber nur einen Teil der abzudeckenden Sanierungsmaßnahmen aus und können nur der Anfang sein. Deshalb braucht die Regierung endlich einen konkreten Plan.“

Ebenfalls kritisiert der RCDS die Auswahl der priorisierten Maßnahmen. Dabei sollte den Rektoren ein größeres Mitspracherecht eingeräumt werden, was allerdings zuletzt am Widerstand des Infrastrukturministeriums gescheitert sei. „Es sind aber die Rektoren, die am besten wissen, wo Maßnahmen umgesetzt werden müssen und Gelder fehlen. Ihnen sollten dahingehend finanzielle Ressourcen auch frei zu Verfügung stehen“, unterstreicht Creutzburg.

PM-RCDS-LVT

 

26.03.2017


25.03.2017: Jahresanfangszahlen

Thüringer Bauhauptgewerbe startete mit mehr Beschäftigten und gutem Auftragszuwachs im Wohnungsbau ins Jahr 2017.

In den Betrieben des Thüringer Bauhauptgewerbes mit im allgemeinen 20 und mehr Beschäftigten waren im Januar 2017 nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik 13.568 Personen beschäftigt. Das waren 413 und damit 3,1 Prozent Beschäftigte mehr als im Vorjahresmonat.

Die Anzahl der Betriebe lag mit 292 um drei Betriebe höher als 2016.

Im Januar 2017 wurden Aufträge in Höhe von insgesamt 105 Millionen Euro angenommen, davon entfielen 60 Millionen Euro auf den öffentlichen und Straßenbau, 35 Millionen Euro auf den gewerblichen Bau und elf Millionen Euro auf den Wohnungsbau.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnete der Wohnungsbau einen Zuwachs an Aufträgen um 34,2 Prozent beziehungsweise um rund drei Millionen Euro.

Im Bauhauptgewerbe wurde im ersten Monat 2017 ein Gesamtumsatz in Höhe von 71 Millionen Euro erzielt. Bei zwei Arbeitstagen mehr war das ein um sieben Millionen Euro beziehungsweise 9,2 Prozent niedrigeres Umsatzvolumen als im Vorjahresmonat.

Je Beschäftigten wurde im Januar 2017 ein Gesamtumsatz in Höhe von 5207 Euro erarbeitet, 709 Euro weniger gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

PM-TLS

 

25.03.2017


24.03.2017: Roadshow-Station

Vorfreude auf „IdeenExpo“ 2017 in Hannover: Schulteam sorgte für eine Extraportion Wissen in Weimar.

Das Jahr 2017 hält für alle Fans von Naturwissenschaften und Technik ein echtes Highlight bereit: Mit dem Slogan „Mach doch einfach“ geht die „IdeenExpo“ vom 10. bis zum 18. Juni auf dem Messegelände Hannover in die sechste Runde. Das bundesweit größte Jugend-Event dieser Art begeistert wieder Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen sieben bis 13, zeigt den Jugendlichen Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten auf und bringt sie mit ihren zukünftigen Arbeitgebern zusammen.

Gesellschafter der „IdeenExpo“ GmbH sind die Norddeutsche Wirtschaftsholding GmbH (für NiedersachsenMetall), die IHK Projekte Hannover GmbH (für die Industrie- und Handelskammer Hannover), die Dienstleistungsgesellschaft der Norddeutschen Wirtschaft GmbH (für die Unternehmerverbände Niedersachsen) und das Land Niedersachsen.

Herzstück der Veranstaltung sind die mehr als 600 Mitmach-Exponate der rund 250 Aussteller. Ziel der Veranstaltung ist es, dem Nachwuchs die „MINT“-Berufsfelder (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) näherzubringen.

Einen kleinen Vorgeschmack auf die „IdeenExpo“ bekamen am 23. März bereits die Schülerinnen und Schüler des Goethe-Gymnasiums in Weimar. Dort legte ein Schulteam der „IdeenExpo“ mit der bundesweiten Roadshow, die insgesamt 240 Stationen ansteuert, einen Stopp ein und sorgte für eine Extraportion Wissen. In einem spannenden Quiz konnten die Jugendlichen klassenweise oder einzeln gegeneinander antreten und ihre Kenntnisse rund um die Bereiche Naturwissenschaften und Technik testen. Dazu mußten die wißbegierigen Teilnehmer innerhalb von fünf Minuten mehrere Fragen korrekt beantworten.

NATASCHA MANSKI

 

Begeisterung für Naturwissenschaft und Technik: Auf der „IdeenExpo“ gibt es Energie zum Anfassen und die Möglichkeit, den Roboter „Nao“ zu steuern.

Fotos (2): IE-ARCHIV

 

24.03.2017


23.03.2017: Landessieger

Mit Hausrotschwanz und post-newtonscher Näherung zum Erfolg: 19 Jungforscher aus Thüringen qualifizieren sich für das 52. „Jugend forscht“-Bundesfinale.

Für den 52. Bundeswettbewerb von „Jugend forscht“ haben sich 19 talentierte junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Thüringen qualifiziert. Die Landessieger wurden am 23. März in Anwesenheit von Thüringens Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) in Jena ausgezeichnet. Beim diesjährigen Landeswettbewerb, ausgerichtet von der Jenoptik AG, präsentierten 85 Jungforscherinnen und Jungforscher insgesamt 38 Forschungsprojekte.

Landessieger im Fachgebiet Arbeitswelt wurden Laura-Ann Koch (18 Jahre) und Elisa Hilbrecht (17) von der Goetheschule Ilmenau mit ihrem optimierten Diagnoseverfahren für Herzkreislauferkrankungen. Die Jungforscherinnen untersuchten, an welchen Gefäßen der Netzhaut sich die aussagekräftigsten Meßergebnisse erzielen lassen. Jonas Ader (17), Josija-Simeon Burmeister (17) und Jonathan Kinzel (19) vom Albert-Schweitzer-Gymnasium in Erfurt wurden Landessieger im Fach Biologie. Sie befaßten sich mit dem Hausrotschwanz und untersuchten, ob der Singvogel seine Gesangsfrequenz dem Umgebungslärm anpaßt.

Phototoxine sind pflanzliche Giftstoffe, die ihre Wirkung erst unter UV-A-Licht entfalten. Heidi Limberger (17) und Nathalie Mähl (17) vom Albert-Schweitzer-Gymnasium in Erfurt gelang es, diese Stoffe wie auch ihre giftige Wirkung in verschiedenen Lebensmitteln nachzuweisen. Die beiden siegten im Fachgebiet Chemie. Maximilian Marienhagen (17), Toni Ringling (18) und Aaron Wild (17) vom Albert-Schweitzer-Gymnasium in Erfurt überzeugten die Jury im Fach Geo- und Raumwissenschaften. Mit einer selbst geschriebenen Simulationssoftware zeigten sie, welche chaotischen Auswirkungen sich bei der Berechnung des Bahnverlaufs bestimmter Himmelskörper ergeben können, wann man die sogenannte post-newtonsche Näherung verwendet.

Sogenannte Recommender-Systeme empfehlen Internetnutzern interessante Webseiten oder Texte, die optimal auf ihre voraussichtlichen Wünsche abgestimmt sind. Ein solches System entwickelten die Mathematik/Informatik-Landessieger Philipp Heller (17), Tim Strauß (18) und Antonius Hielscher (18) vom Carl-Zeiss-Gymnasium in Jena. Es bezieht dabei neben dem Inhalt auch die sprachliche Komplexität eines Textes ein. Patricia Asemann (18) von der Universität Jena und Konstantin Schnekenburger (16) vom Schülerforschungszentrum in Kassel waren im Fach Physik erfolgreich. Sie konstruierten eine akustische Tarnkappe, die ein Objekt gegenüber Schallwellen unsichtbar macht. Dies ermöglicht eine kontrollierte Schallausbreitung wie auch einen effizienten Schallschutz.

Berkay Isik (18) und Recep Polat (17) vom Istanbul Lisesi in Istanbul, Türkei siegten im Fachgebiet Technik. Die Jungforscher entwickelten eine Apparatur zur Vorbeugung von Haltungsschäden. Ein mit Sensoren ausgerüstetes T-Shirt weist den Träger auf eine mögliche Fehlhaltung hin und fordert ihn zur Korrektur auf. Mit dem Landessieg für die beste interdisziplinäre Arbeit wurden Saskia Floderer und Maria Matveev vom Carl-Zeiss-Gymnasium in Jena ausgezeichnet. Die 17jährigen untersuchten den sogenannten Salvinia-Effekt beim gewöhnlichen Schwimmfarn. Wird dieser Farn unter Wasser getaucht, bildet sich auf seiner Oberfläche ein dünner Luftfilm, der die Pflanze wochenlang trocken hält.

Nach den Landeswettbewerben im März und April findet das 52. Bundesfinale vom 25. bis 28. Mai 2017 in Erlangen statt. Es wird ausgerichtet von der Stiftung Jugend forscht e. V. und der Siemens AG als Bundespatenunternehmen.

DR. DANIEL GIESE

 

23.03.2017


22.03.2017: Novellierung

Kabinett beschließt Neufassung des Thüringer Gaststättengesetzes: Neue Regelungen zu Bäckereicafés, Gaststätten mit Spielbetrieb und gegen Diskriminierung.

An Sonn- und Feiertagen dürfen Bäckereien und Konditoreien mit angeschlossenem Café – sogenannte „Bäckereicafés“ – ihre Waren künftig auch außerhalb der Ladenöffnungszeiten an Laufkundschaft verkaufen. Das sieht das überarbeitete Thüringer Gaststättengesetz (ThürGastG) vor, das am 21. März vom Kabinett verabschiedet worden ist und nun dem Landtag zugeleitet wird. Bisher war der Verkauf von Backwaren nur während fünf zusammenhängender Stunden an Laufkundschaft möglich, danach nur noch an Kunden des Cafés.

„Mit der beschlossenen Novellierung des Gaststättengesetzes geht es uns darum, Bürokratie zu verringern und Widersprüche zu anderen Gesetzen auszuräumen“, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Das betreffe insbesondere Überschneidungen mit dem Thüringer Ladenöffnungsgesetz, das im Fall der Bäckereicafés für Restriktionen beim Außerhausverkauf gesorgt hatte, ebenso wie beispielsweise mit dem Thüringer Spielhallengesetz:

Während das Spielhallengesetz Sperrzeiten und Spielverbotstage vorsieht, mußten in Gaststätten für dort aufgestellte Spielautomaten bislang grundsätzlich keine Sperrzeiten eingehalten werden. Dies allerdings könnte zur Folge haben, daß Spieler während der Schließzeiten von Spielhallen in eine Gaststätte mit Spielbetrieb ausweichen. Im novellierten Gaststättengesetz wird deshalb klargestellt, daß die Regelungen aus dem Spielhallengesetz grundsätzlich auch für Spielgeräte in Gaststätten gelten.

Völlig neu aufgenommen wurde in das Gaststättengesetz darüber hinaus eine Regelung, mit der der Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit oder Religion entgegengewirkt werden soll. So kann es künftig als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld von bis zu 10.000 Euro geahndet werden, wenn Personen aus den genannten Gründen am Betreten einer Gaststätte oder einer Diskothek oder beim Aufenthalt dort gehindert werden. „Solche Formen der Diskriminierung sind für die Betroffenen entwürdigend und mit der Idee einer toleranten, freiheitlichen Gesellschaft nicht vereinbar“, sagte Minister Tiefensee. „Die Regelung im Gaststättengesetz soll deshalb ein Zeichen gegen Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit auch im alltäglichen Lebensumfeld sein.“

Die Novelle des Thüringer Gaststättengesetzes war am 9. August 2016 im ersten Durchgang vom Kabinett beschlossen worden. Danach hatte die Anhörung der kommunalen Spitzenverbände, der Industrie- und Handelskammern, der Handwerkskammern, des Dehoga Thüringen sowie des Verbandes der Wirtschaft Thüringens zum Gesetzentwurf stattgefunden.

MI-TMWWDG

 

22.03.2017


21.03.2017: Bescheide

Wichtiger Beitrag für die Attraktivität des Standortes: Drei Landkreise aus Thüringen erhielten Fördermittelbescheide. Damit sollen die Kreise bei der Suche nach optimalen Lösungen für die Versorgung mit schnellem Internet unterstützt werden.

Die Landkreise Eichsfeld, Nordhausen und der Unstrut-Hainrich-Kreis haben am 21. März 2017 den Bescheid über Fördermittel aus dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) erhalten. Darüber informierte der Thüringer Bundestagsabgeordnete Manfred Grund (CDU) in Berlin. Die Landkreise bekommen für Beratungsleistungen eine Förderung von jeweils 50.000 Euro. „Das ist ein wichtiger Beitrag für den Industrie- und Wohnstandort Nordthüringen, um auch künftig die Versorgung zu verbessern und die bisher unzureichend versorgten Gebiete besser zu erschließen“, sagte Grund.

Mit dem Geld sollen zunächst Beratungstätigkeiten bezahlt werden. „Damit können die Kreisverwaltungen nach optimalen Lösungen suchen, wie sich die so wichtige Versorgung mit schnellem Internet weiterentwickeln läßt. Noch nicht alle Gebiete sind derzeit auf dem Niveau, das wir idealerweise brauchen. Aber genau daran gilt es, nun zu arbeiten“, erklärte Manfred Grund, der als Vorsitzender der Landesgruppe Thüringen der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag fungiert.

Das im Oktober 2015 gestartete Bundesprogramm sieht vor, daß sowohl Planungsarbeiten als auch der tatsächliche Ausbau gefördert werden können. Einzelne Kommunen im Wettbewerb wurden bereits berücksichtigt. Jetzt können die Kreise die weißen Flecken beplanen. Insgesamt stehen 2,7 Milliarden Euro zur Verfügung, um bis 2018 flächendeckend Anschlüsse mit 50 Megabit pro Sekunde zu ermöglichen. „Ich würde mich freuen, wenn es nicht nur bei der Unterstützung für die Beratungsleistungen bleibt. Gern helfe ich dabei, wenn es um konkrete Fördermittel für den Ausbau geht“, bot Grund seine Unterstützung an.

PM-BMG

 

21.03.2017


20.03.2017: Ziel Digitalisierungsvorreiter

Thüringen wird flächendeckend digital: 450 Millionen Euro für Ausbau des schnellen Internets im Freistaat geplant.

Thüringen soll bis 2020 eines der modernsten Breitbandnetze eines deutschen Flächenlandes bekommen. Das hat Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am 20. März am Rande der weltgrößten IT-Messe Cebit in Hannover angekündigt. „Unser Ziel ist es, Thüringen zum Digitalisierungsvorreiter in Deutschland zu machen.“ Deshalb habe Thüringen die Einwerbung von Bundesmitteln in den vergangenen Monaten enorm forciert.

„In Thüringen ist es gelungen, daß praktisch alle Kommunen Breitbandförderung des Bundes beantragt haben“, sagte Tiefensee. Damit schneide der Freistaat auch im Bundesvergleich hervorragend ab. Über alle vier Fördercalls haben Landkreise und Regionen insgesamt 175 Millionen Euro Förderung beantragt. Damit sollen Investitionen von fast 450 Millionen Euro in das schnelle Internet angeschoben werden. Das Wirtschaftsministerium stellt seinerseits mehr als 100 Millionen Euro zur Kofinanzierung der Bundesmittel bereit.

Eine leistungsfähige Breitbandinfrastruktur sei auch die Voraussetzung dafür, daß die Thüringer Wirtschaft künftig noch besser von der rasanten Verbreitung der Informationstechnologien und ihrer Integration in alle Prozesse, Technologien und Branchen profitieren könne, sagte Tiefensee. Die Ausgangslage sei dabei für Thüringen nicht schlecht: „Die Thüringer IT-Branche mit ihren inzwischen mehr als 3000 Beschäftigten ist nicht nur selbst ein dynamischer Beschäftigungsmotor, sondern sorgt auch in Industrie und Handel für mehr Wachstum und neue Arbeitsplätze.“

Dabei habe die Branche in Thüringen zwei große Schwerpunkte: Lösungen für die Organisation von Unternehmensprozessen und E-Commerce. Beide Schwerpunkte werden mit der zunehmenden Digitalisierung der Wirtschaft – Stichwort: Industrie 4.0 – in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. Thüringen ist in diesem Jahr mit 12 Ausstellern – Unternehmen und Hochschulen – auf der Cebit vertreten, die in diesem Jahr ganz im Zeichen des digitalen Wandels der Wirtschaft steht und hier vor allem auf konkrete Anwendungen (Drohnen, Roboter, künstliche Intelligenz, Internet der Dinge, autonome Produktionssysteme) fokussiert. „Die Cebit bleibt eine Leitmesse der IT-Branche und mit 3000 Ausstellern aus 70 Ländern eine wichtige Plattform für Kundengewinnung und neue Geschäftskontakte“, so Tiefensee. Allerdings würden auch andere Messen zunehmend interessanter für die IT-Unternehmen – gerade für die kleineren, spezialisierten Firmen aus Thüringen. „Deshalb sind die rückläufigen Thüringer Ausstellerzahlen bei der Cebit kein Krisensignal, sondern eher ein Ausdruck von Marktverschiebungen und Veränderungen in der Messelandschaft.“

Die Situation der Thüringer Branche beurteilt der Wirtschaftsminister als stabil: „Die Stimmung war durchweg optimistisch, die Geschäftserwartungen sind positiv“, sagte Tiefensee nach seinem Rundgang in Hannover. Insgesamt umfaßt die IT-Branche in Thüringen rund 500 eher kleinere Unternehmen mit 3000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 280 Millionen Euro.

Die Bundesregierung hat im Herbst 2015 das Bundesförderprogramm Breitband im Umfang von rund vier Milliarden Euro gestartet. Als erster Thüringer Antragsteller hatte im August 2016 der Kyffhäuserkreis den Förderbescheid des Bundes über 6,7 Millionen Euro für den Breitbandausbau erhalten. Das Land kofinanziert diese Mittel mit insgesamt 2,4 Millionen Euro. Mit dem Geld wird die sogenannten „Wirtschaftlichkeitslücke“ zwischen entstehenden Kosten für den Breitbandausbau und den erwarteten Einnahmen daraus gedeckt.

Insgesamt zielen die Planungen für den Breitbandausbau in Thüringen jeweils auf einen flächendeckenden Ausbau mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde schnellem Internet. Die Förderanträge für das laufende Bundesprogramm kommen aus insgesamt 21 Landkreisen und kreisfreien Städten des Freistaats, 705 von insgesamt 849 Gemeinden in Thüringen befinden sich damit jetzt im Förderverfahren. Dabei handelt es sich nur zu einem kleinen Teil um Kommunen, die noch gar nicht an das Breitbandnetz angeschlossen sind – sondern überwiegend um solche, die nur stellenweise (oft zum Beispiel in den Randlagen) weiße Flecken aufweisen oder die noch über zu langsame Internetzugänge verfügen.

Im dritten Förderaufruf hatten Thüringer Landkreise und Regionen insgesamt 16 Anträge auf eine Förderung von insgesamt 84,9 Millionen Euro gestellt, im vierten und letzten Aufruf kamen noch einmal 34 Anträge im Gesamtumfang von 83,1 Millionen Euro hinzu. Der Bund hat inzwischen alle 16 Antragsteller des dritten Calls zur Übergabe des Förderbescheids nach Berlin eingeladen.

Die Antragstellung für das Bundesprogramm ist hoch komplex, weil eine Vielzahl von auf jeden einzelnen Haushalt und jedes Unternehmen bezogenen Daten zur tatsächlichen Versorgungssituation, zu den künftigen Übertragungsbedarfen, zur Ermittlung der Wirtschaftlichkeitslücke und den veranschlagten Baukosten erhoben, abgeglichen und validiert werden müssen. Zur Ermittlung dieser Daten erhielt jedes der Thüringer Projektgebiete (Landkreise oder Gemeindezusammenschlüsse) eine Förderung von 50.000 Euro vom Bund. Mit dieser Summe konnten geeignete Beratungsunternehmen mit der Antragstellung beauftragt werden.

STEPHAN KRAUSS

 

20.03.2017


17.03.2017: Umfangreiche Vereinbarung

Kompetenzen für erfolgreiche Zusammenarbeit bündeln: Ernst-Abbe-Hochschule Jena und Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme Hermsdorf kooperieren.

Nach 12 Jahren Zusammenarbeit wurde am 17. März ein Kooperationsvertrag zwischen der Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena und dem Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) Hermsdorf aktualisiert.

Die neue Vereinbarung ist äußerst umfangreich. Ihre grundlegende Zielstellung ist die Erweiterung des Potentials beider Einrichtungen auf dem Gebiet der anwendungsorientierten Forschung von anorganischen, nichtmetallischen Werkstoffen. Hier stehen vor allem Funktionskeramiken im Fokus. Auch zukünftig werden gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte in diesem Werkstoffbereich bearbeitet. Öffentlich geförderte Forschungsprojekte sollen verstärkt gemeinsam beantragt und bevorzugt mit Partnern aus der Region beziehungsweise Deutschland umgesetzt werden.

Ein weiterer Baustein des Vertrages betrifft die Ausbildung des wissenschaftlich-technischen Nachwuchses auf dem Gebiet von Materialforschung und Werkstofftechnik. Hier erarbeiten beide Partner kooperative Angebote für die Lehre sowie für die Aus- und Weiterbildung. Mitarbeiter des Fraunhofer-Instituts werden Vorlesungen, Seminare und Praktika an der EAH Jena halten, dabei wird insbesondere im Masterstudiengang „Werkstofftechnik/Materials Engineering“ das Fach „Keramiktechnologie“ betreut.

Die Unterzeichner des Vertrages, Rektorin Prof. Dr. Gabriele Beibst und Dr. Ingolf Voigt, Institutsleiter des Fraunhofer IKTS in Hermsdorf, bekräftigten den Wunsch nach einer weiteren erfolgreichen Kooperation: „Der neue Vertrag mit der EAH Jena ist nicht nur auf die aktuellen Bedürfnisse beider Partner abgestimmt, sondern er soll die angewandte Forschung noch mehr unterstützen. Gerade um die Kompetenzen der beiden Institutionen effizient zu bündeln und zu nutzen, ist diese Zusammenarbeit sehr wichtig. So schaffen wie es auch, erfolgreich gegen den Fachkräftemangel in Thüringen anzukämpfen“, so Dr. Voigt.

Und Professorin Beibst unterstreicht: „Eine enge Vernetzung ist eine der Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Mit dem IKTS Hermsdorf verbindet uns eine sehr gute langjährige Zusammenarbeit. Durch die Aktualisierung unseres Kooperationsvertrages wollen wir weitere Vorhaben in Lehre und Forschung anstoßen und umsetzen. Dies ist für beide Partner, aber auch für das Land Thüringen ein Gewinn.“

SIGRID NEEF

 

17.03.2017


16.03.2017: Zusage

Erstmals wird ein Bundespolitiker Schirmherr des vom 20. bis 22. Juni 2017 in Erfurt stattfindenden Messeduos „Rapid.Tech + FabCon 3.D“.

Mit dem Parlamentarischen Staatssekretär für Wirtschaft und Energie, Dirk Wiese (SPD), übernimmt erstmals ein Bundespolitiker die Schirmherrschaft für die internationale Kongreßmesse „Rapid.Tech + FabCon 3.D“ in Erfurt. Das unterstreicht die gewachsene Bedeutung der Veranstaltung rund um die neuesten Entwicklungsrichtungen und Perspektiven des 3D-Drucks in der Industrie.

„Der 3D-Druck ist ein zentrales Element für die Realisierung von Industrie 4.0.“, erklärte dazu Dirk Wiese. „Generative Fertigungstechnologien ermöglichen eine flexiblere und ressourcenschonendere Produktion, insbesondere bei kleinen Losgrößen und komplexen Bauteilen. Außerdem beflügelt der 3D-Druck wie kaum eine andere Technologie die Fantasie – wir können uns heute kaum vorstellen, was in einigen Jahren alles gedruckt werden wird. Der Ansatz der ,Rapid.Tech + FabCon 3.D‘ ist deshalb genau richtig: Industrie, Wissenschaft und Start-Ups begegnen sich und tauschen Wissen und Ideen über aktuelle und zukünftige Einsatzmöglichkeiten aus. Diese analoge Vernetzung ist die Grundlage für die Integration des 3D-Drucks in die Smart Factories der Zukunft.“

„Rapid.Tech + FabCon 3.D“ haben von Jahr zu Jahr an Profil und Marktstärke gewonnen. Immer mehr internationale Aussteller und Besucher kamen in den vergangenen Jahren in die Thüringer Landeshauptstadt. Sie ist eine der größten Kongreßmessen für generative Fertigungstechnologien in Europa. „Wir freuen uns sehr über die Zusage unseres neuen Schirmherrn. Das unterstreicht die Strahlkraft unseres Messeduos als internationaler Branchentreffpunkt für Anwender und Entwickler von 3D-Druck-Technologien. Wir erwarten auch in diesem Jahr wieder einen neuen Aussteller- und Besucherrekord “, so Michael Kynast, Geschäftsführer der Messe Erfurt GmbH.

Die Veranstaltung vereint seit Jahren in Sachen Additive Manufacturing erfolgreich Angebote für Fachanwender aus Industrie und Wissenschaft mit Angeboten für kreative Köpfe und Start-Ups der 3D-Druck-Community. 2016 kamen 4500 Fachbesucher und Kongreßgäste aus 19 Ländern und 176 Aussteller aus 17 Ländern zur nach Erfurt. Auch 2017 soll das Erfurter 3D-Druck-Event wieder mit einem hochkarätigen Mix aus breitgefächertem Wissens- und Technologietransfer in den Fachforen des Kongresses und der Präsentation von aktuellen Produkten und Lösungen auf der begleitenden Fachmesse überzeugen.

ISABELL SCHÖPE

 

16.03.2017


15.03.2017: „Konzept gescheitert“

Bekommt jeder die Pflege, die er braucht? Thüringen im Ländervergleich des neuen Pflegereports der Barmer.

In Thüringen bekommen Pflegebedürftige möglicherweise nicht immer die Versorgung, die sie sich wünschen oder benötigen. Entscheidend ist vielmehr, welche Pflegeangebote vor Ort vorherrschen, wie ein Ländervergleich im neuen Pflegereport der Barmer feststellt. Während in Thüringen die Pflege durch Angehörige überwiegt, spielen in den meisten anderen Ländern stationäre und ambulante Angebote eine deutlich größere Rolle. „Die über 94.000 pflegebedürftigen Menschen in Thüringen bekommen anscheinend nicht immer die Pflege, die sie brauchen, sondern die, die vor Ort verfügbar ist“, stellt Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Thüringen, kritisch fest.

So wird in Thüringen etwa jeder zweite Pflegebedürftige (49 Prozent) durch Familienangehörige betreut, in Sachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg sind es weniger als 40 Prozent. Ein deutliches Gefälle besteht auch bei den Kapazitäten der vollstationären Pflege: In Thüringen kommen auf 100 Pflegebedürftige nur rund 30 Heimplätze. In Schleswig-Holstein sind es dagegen 49 Heimplätze und in Bayern 40. Im Länderranking liegt Thüringen damit an 13. Stelle hinter elf anderen Bundesländern. Insgesamt existieren nach dem Stand vom Februar 2017 in Thüringen 532 stationäre Pflegeeinrichtungen mit insgesamt über 29.000 verfügbaren Plätzen. Vergleichsweise gut ist Thüringen hingegen mit 8,3 ambulanten Pflegekräften je 100 Pflegebedürftigen ausgestattet – der Bundesdurchschnitt liegt bei 7,9 Pflegekräften. Im Saarland sind es dagegen nur 5,5 und in Sachsen hingegen 11,2 ambulante Pflegekräfte.

Damit Betroffene die Pflege erhalten, die für sie individuell am sinnvollsten sei, fordert Dziuk bessere Informationsangebote sowie flächendeckend greifende Unterstützungsleistungen insbesondere durch die Pflegekassen. „Wir sollten die Strukturen der Pflegeangebote in den Regionen transparenter machen und bedarfsgerecht ausbauen, damit Versicherte wirklich die für sie beste Pflege wählen können“, so Dziuk.

Die sogenannten Pflegestützpunkte, von denen es derzeit drei in Thüringen, nämlich in Jena, Nordhausen und Sondershausen, gibt, könnten diese Art der Hilfe nicht bieten. Dziuk: „Das Konzept der Pflegestützpunkte ist aus Sicht der Barmer gescheitert. Sie gehen am Bedarf vieler Betroffener in Thüringen vorbei.“ Nötig seien stattdessen noch mehr niedrigschwellige mobile und häusliche Angebote und Unterstützungsleistungen für alle Versicherten in der Fläche.

„Damit Pflege in der Familie dauerhaft funktionieren kann, müssen wir die Angehörigen noch mehr stärken“, betont Dziuk. Dafür seien Angebote, beispielsweise in Form von speziellen Kompaktseminaren sinnvoll. Die Barmer biete Kurse, aber auch Online-Seminare.

Ende 2015 waren laut Statistischem Bundesamt 94.280 Einwohner Thüringens pflegebedürftig. Gemessen an der Thüringer Gesamtbevölkerung war damit jeder 25. Bürger auf Pflege angewiesen. Knapp zwei Drittel dieser Pflegebedürftigen waren Frauen. Betrachtet man die Zahlen der einzelnen kreisfreien Städte und Landkreise je 1000 Einwohner, so weist der Kyffhäuserkreis die meisten Pflegebedürftigen auf. Hier waren Ende 2015 je 1000 Einwohner 57,6 Menschen auf Pflege angewiesen. Weitere Landkreise mit ähnlich hohen Zahlen diesbezüglich sind der Unstrut-Hainich-Kreis (51,6) und der Landkreis Nordhausen (50,0). Bei den kreisfreien Städten ist Suhl Spitzenreiter mit 51,3 Pflegebedürftigen je 1000 Einwohner. Den niedrigsten Wert hat die Stadt Jena (28,5). Die Zahl der Pflegebedürftigen wird den Prognosen nach bis 2050 steigen, danach jedoch wieder fallen und auch weiterhin rückläufig sein.

PM-BLVT

 

15.03.2017


14.03.2017: Koproduktion

Workshop zur Vorbereitung internationaler Theaterproduktion: Altenburger und Geraer Schauspieler sind aus Tel Aviv zurück.

Von einem erfolgreichen Theaterworkshop in Israel sind jetzt Mitglieder des Schauspielensembles der Theater und Philharmonie Thüringen zurückgekehrt. Der Workshop diente dabei zur Vorbereitung der Produktion „Cohn Bucky Levy - Der Verlust". Das Stück entsteht, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft" (EVZ), als Koproduktion der TPT mit dem Jaffa Theatre aus Tel Aviv.

Das Schauspielensemble wird dabei durch hebräische und palästinensische Schauspieler aus dem Theater in Jaffa ergänzt. „Der Workshop diente vor allem dazu, daß sich die Kollegen kennenlernen. Wir arbeiten hier mit zehn Schauspielern aus sechs Nationen", erläutert dazu Regisseur Bernhard Stengele.

Die Musik für „Cohn Bucky Levy-Der Verlust" wird aus der Feder des palästinensischen Musikers Mohammad Kundas kommen. Für das Stück verarbeitet er deutsche, jüdische und arabische Einflüsse. „Die Stücke für das Projekt heißen ,House of Sand' und ,Blossom' und sollen verdeutlichen, daß zwischen all den Konflikten, in welchen wir leben, auch immer wieder Hoffnung erblüht", beschreibt Kundas seine Arbeit.

„Cohn Bucky Levy - Der Verlust" wird am 20. Mai 2017 in Altenburg Premiere feiern. Im September 2017 wechselt die Produktion dann an das Jaffa Theatre nach Tel Aviv.

MIKE LANGER

 

14.03.2017


13.03.2017: „Rettung für Naturparadies der Extraklasse“

Die Ausweisung des Winkelbergs als Naturschutzgebiet bezeichnet der „Bund“ Thüringen als einen Schritt in die richtige Richtung. Doch der Weg sei damit noch lange nicht zu Ende.

Der „Bund“ Thüringen begrüßt den Start der Öffentlichkeitsbeteiligung für ein eigenes Naturschutzgebiet „Winkelberg“ über 19,9 Hektar in der Rüdigsdorfer Schweiz. Damit werde ein wichtiger Schritt zum Schutz eines Kerngebietes des Südharzer Gipskarst realisiert. Gleichzeitig fordert der Verband eine Ausweisung der gesamten Südharzer Gipskarstlandschaft als Biosphärenreservat, um eine dauerhaft nachhaltige Entwicklung der Region zu gewährleisten.

„Mit der Ausweisung als Naturschutzgebiet wird den Plänen der Casea GmbH dauerhaft ein Riegel vorgeschoben“, sagte Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des „Bund“ Thüringen. „Seit unserer Gründung im Jahr 1990 kämpfen wir gemeinsam mit den Bürgern in der Region um das Herz der Südharzer Gipskarstlandschaft. Deshalb freuen wir uns um so mehr, daß das Umweltministerium jetzt endlich das Verfahren zur Ausweisung des Winkelbergs als Naturschutzgebiet umsetzt und damit ein Naturparadies der Extraklasse vor dem Raubbau durch die Gipsindustrie rettet.“

Die Rüdigsdorfer Schweiz nehme als letztes zusammenhängendes Gipskarstgebiet eine Sonderstellung ein. Im Gegensatz zu allen anderen Karstgebieten im Südharz, die durch großflächige Gipssteinbrüche zerstückelt seien, bilde die Rüdigsdorfer Schweiz eine noch intakte landschaftliche Einheit. Das Gebiet beherberge einen immensen Reichtum an gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Der Winkelberg bilde mit Trockenrasen, Streuobstwiesen, Magerwiesen sowie Birken- und Eichenwälder das Herzstück innerhalb der Rüdigsdorfer Schweiz und der gesamten Gipskarstlandschaft. Der Gipsabbau würde diese Naturschätze unwiederbringlich zerstören.

„Die Ausweisung des Winkelbergs als Naturschutzgebiet ist für uns ein Schritt in die richtige Richtung, doch der Weg ist noch lange nicht zu Ende“, so Hoffmann. „Jetzt müssen weitere Schutzgebiete folgen, wie zum Beispiel im „Hasenwinkel“ bei Ellrich und im „Bromberg“ bei Woffleben. Nachhaltig könne die Südharzer Gipskarstlandschaft zudem nur als großflächiges Biosphärenreservat geschützt werden. Dieser einzigartige Schatz der Natur dürfe nicht den Wirtschaftsinteressen einzelner Gips-Unternehmen zum Opfer fallen, sondern müsse auch für nachfolgende Generationen gesichert werden.

PM-SH

 

13.03.2017


11.03.2017: Lanze für den Jugendsport

Losglück und Messeerfolg auf Leipziger Messedoppel 2017: Gewinnerin der Verlosung Julia Liczba und EHP-Team zufrieden mit Veranstaltungstagen.

Als besonderer Besuchermagnet und Glücksbringer agierte am 10. März der Weltrekordinhaber im Bahnradteamsprint René Enders am Messestand der Schönauer EHP Blechbearbeitungsmaschinen auf der Leipziger Intec-Messe. Aus der Masse der als Lotterielose in der Trommel gesammelten Visitenkarten zog René Enders Hauptpreisgewinnerin Julia Liczba aus Thüringen. Während der vier Tage des Messedoppels Intec und Zuliefermesse vom 7. bis 10. März 2017 lud die Standbesatzung um Peter und Markus Echtermeyer Gesprächspartner und Messebesucher auch zur Verlosung eines Tablet-PC ein.

„Es ist uns als Unternehmen seit inzwischen 20 Jahren eine Herzensangelegenheit, eine Lanze für den Jugendsport zu brechen und den Nachwuchs im Thüringer Radsport zu fördern“, so Peter Echtermeyer über sein soziales Engagement. „Hier auf der Leipziger Intec, auf der wir quasi Stammaussteller sind, konnten wir in idealer Weise gleich das Geschäftliche mit unserem ehrenamtlichen Engagement verbinden“, zieht Peter Echtermeyer ein überaus zufriedenes Fazit über die Resonanz von Interessenten auf das Leistungsangebot seines Unternehmens rund um Blechbearbeitungsmaschinen sowie seitens der Besucher allgemein auf die Informationen zum Radsport. Blickfang am Messestand war übrigens ein in der EHP konstruiertes und gefertigtes Fahrrad-Unikat, über das es sich trefflich fachsimpeln ließ. Und Darüber wiederum ergaben sich eine Vielzahl von Gesprächen zur Leistungspalette der Firma.

In seiner aktiven Radsportzeit errang auch Sohn Markus - heute Mitgeschäftsführer bei EHP - den Thüringer Kriterium-Meistertitel. So werde auch die diesjährige TMP-Tour im Mai 2017 als Event der Nachwuchs-Radrennsportler wieder maßgeblich mit unterstützt. Ehefrau Almuth Echtermeyer übrigens trägt als Vize-Präsidentin im besonders geförderten Heimatverein RSC Waltershausen-Gotha Verantwortung.

KARSTEN SEIFERT

 

11.03.2017


10.03.2017: Alleinstellungsmerkmal

Grafe als einziger nach ISO / TS 16949 zertifizierter deutscher Farbmasterbatch-Hersteller und -Entwickler auf der VDI Mannheim vertreten.

Innovative Ideen für effiziente und qualitativ hochwertige Kunststoff-Applikationen in Automobilen präsentiert der Blankenhainer Kunststoffspezialist Grafe, vom 29. bis 30. März 2017 auf dem internationalen VDI-Kongreß „Kunststoffe im Automobilbau“ in Mannheim. Besonders im Fokus steht die Automotive Competence des Thüringer Unternehmens, da die Grafe Color Batch GmbH als einziges deutsches Unternehmen neben der Herstellung auch für die Entwicklung von Farbmasterbatches nach ISO / TS 16949 zertifiziert ist. Diese Zertifizierung vereinigt alle bis dato weltweit existierenden und veröffentlichten Qualitätsnormen und Forderungen der Automobilindustrie an ein Qualitätsmanagementsystem und dokumentiert die stetige Wachstumsstrategie der Unternehmensgruppe als weltweiter Lieferant von Masterbatches und Compounds.

Neben den branchenneutralen Anforderungen der ISO 9001 an Qualitätsmanagement-Systeme wird Grafe mit der Zertifizierung nach ISO / TS 16949 auch den zusätzlichen Anforderungen der Serien- und Ersatzteilproduktion für die Automobilindustrie gerecht und gliedert sich so in die automobile Wertschöpfungskette ein. Die Zertifizierung bestätigt das Alleinstellungsmerkmal des Blankenhainer Unternehmens als deutschlandweiten Entwickler und Hersteller von Masterbatches. Damit verfolgt die Unternehmensgruppe das Ziel, durch Verbesserung der System- und Prozeßqualität die Zufriedenheit der Kunden zu optimieren, rechtzeitig potentielle Gefahren und Fehler sowohl bei der Produktion als auch in der Lieferkette zu erkennen und deren Ursachen durch frühzeitige Korrekturmaßnahmen zu beseitigen.

Aufgrund des stark wachsenden Einsatzes von Kunststoffen und dessen stetig steigender Bedeutung im Automobil, hat das Unternehmen aus dem Weimarer Land als Zulieferer seine Marktposition in diesem Bereich für die Zukunft gestärkt. Kunststoff substituiert bestehende Materialien und spart zudem Gewicht ein. Durch seine Flexibilität, Funktionalität und Leichtigkeit wird der Werkstoff den verschiedenen Anforderungen gerecht und ermöglicht die Verarbeitung kundenspezifischer Wünsche hinsichtlich Design und Komfort im In- und Exterieur. Das Unternehmen hat sich auf diesem Gebiet von spezifischen und komplexen Interior Trim Eigenschaften als Partner der Automobilindustrie etabliert und in Zusammenarbeit mit seinen Kunden aus der Automobilbranche im Laufe der letzten Jahre für über 39 Originalausrüstungshersteller über 1000 Automobilfarbtöne in über 40 Thermoplastarten abgebildet. Namhafte deutsche und internationale Automobilhersteller sind als Kunden von der Qualität und Flexibilität der Blankenhainer überzeugt.

„Im Zeitalter von Leichtbau in Kombination mit sehr hoher Bauteilqualität, die durch die Automobilbauer an uns herangetragen werden, stellen wir uns immer wieder neuen Herausforderungen“, sagtTobias Dübler, Teamleiter Vertrieb für Automotive Anwendungen.

Da die Verwendung von Masterbatches bei bestimmten Anwendungen an ihre Grenzen stößt, stellt die Unternehmensgruppe für solche Fälle maßgeschneiderte Compounds in allen Interieurfarben für jegliche Thermoplaste zur Verfügung. Bereits für die vergleichsweise geringe Mindestabnahmemenge von lediglich 100 Kilogramm je Farbe in der Serie, entwickelt die Gruppe alle geforderten Compounds in den gewünschten Farben und Eigenschaften. Das Unternehmen ist also nicht nur Hersteller kunden- und applikationsspezifischer Masterbatches, sondern genauso Entwickler und Produzent von Compounds.

Das Wissen, daßsich alle Kompetenzen unter einem Dach befinden, ist Grundlage der langjährigen Zufriedenheit der Kunden. Gerade weltweit operierende Großkunden, insbesondere im Automobilsektor, schätzen dies sehr.

Das Produktspektrum der Grafe Advanced Polymers GmbH umfaßt neben Farb- und Additiv-Masterbatches ein breites Sortiment an funktionellen Kunststoff-Compounds. Eine der größten Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der Branche arbeitet an neuesten Technologien, die den Kunststoff mit intelligenten Funktionen ausstatten. Das Unternehmen wurde 1991 gegründet und vereint heute als Grafe-Gruppe drei Geschäftsbereiche: Color Batch, Additiv Batch und Polymer Technik. Über 300 Mitarbeiter entwickeln und produzieren im hochmodernen Werk in Blankenhain in der Mitte Deutschlands für den nationalen und internationalen Markt. Die Firmengruppe ist nach DIN EN ISO TS 16949:2009 sowie DIN EN ISO 9001:2008 und ISO EN 50001:2011 zertifiziert.

PM-GAPG

 

10.03.2017


09.03.2017: Genehmigungen

Steigendes Bauinteresse im Wohnungsbau: Nachfrage erreicht 2016 erstmals wieder das Niveau des Jahres 2000.

Die Thüringer Bauaufsichtsbehörden haben im Jahr 2016 mit 5340 Anträgen für Bauvorhaben im Hochbau insgesamt 7611 Wohnungen genehmigt. Das waren nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik 45,6 Prozent beziehungsweise 2384 Wohnungen mehr als im Jahr 2015. „Die Baunachfrage erreicht damit erstmals wieder das Niveau von vor 16 Jahren“, bilanziert der Präsident des Thüringer Landesamtes für Statistik, Günter Krombholz.  Im Jahr 2000 standen 7955 Wohnungen zu Buche.

Im territorialen Vergleich der Stadt- und Landkreise in Thüringen wurden in der Stadt Jena (969) die meisten neuen Wohnungsbauvorhaben genehmigt, gefolgt von der Landeshauptstadt Erfurt (564), der kreisfreien Stadt Weimar (337) sowie dem Wartburgkreis (312) und dem Landkreis Gotha mit 311 Bauvorhaben. Schlußlichter sind die kreisfreien Städte Eisenach mit 37 und Suhl mit 22 gemeldeten Baugenehmigungen im Wohnungsneubau.

PM-TLS

 

09.03.2017


08.03.2017: „Gutes Zeugnis“

Gutachten zur Evaluierung des „Thüringer Vergabegesetzes“ liegt vor: Beteiligung aller Interessengruppen an Novellierung zugesagt.

Das Thüringer Vergabegesetz soll „nachjustiert“ werden. Er halte eine „behutsame Weiterentwicklung dieses im Kern richtigen und bewährten Gesetzes“ für sinnvoll, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am 8. März mit Blick auf ein inzwischen vorliegendes Gutachten zur Bewertung der Thüringer Vergaberegelungen. Das Gutachten war vom Thüringer Wirtschaftsministerium beauftragt worden und kann ab sofort auf der Internetseite des Wirtschaftsministeriums heruntergeladen werden.

Im Grundsatz stelle das Gutachten dem Thüringer Vergabegesetz ein „gutes Zeugnis“ aus, sagte Tiefensee. Dennoch werde auch Änderungsbedarf deutlich. So könnten Verfahren vereinfacht, der Rechtsschutz für die Bieter verbessert und der Zugang zu Aufträgen gerade für kleine und kleinste Unternehmen verbessert werden. „Diese Potentiale der heimischen Wirtschaft müssen wir stärker nutzen, indem bürokratische Hürden abgebaut werden und das Bestbieterprinzip eingeführt wird. Interessant ist darüber hinaus, daß die bestehende Kopplung von Vergaben öffentlicher Aufträge an soziale und arbeitsrechtliche Standards auf weitgehende Akzeptanz der Unternehmen stößt.“

Laut dem Gutachten wird die Verständlichkeit und Handhabbarkeit des Thüringer Vergabegesetzes von Vergabestellen (kommunal: 65,9 Prozent; Landesebene: 76,0 Prozent) und Unternehmen (53,9 Prozent) als überwiegend gut oder befriedigend beurteilt. Die Bieterstruktur wird insgesamt als weitgehend konstant eingeschätzt, allerdings gibt es Hinweise darauf, daß die Zahl der bietenden Kleinstunternehmen leicht rückläufig ist. Die Gründe dafür, sich nicht mehr an öffentlichen Ausschreibungen zu beteiligen, sind dabei durchaus vielschichtig – sie sind teilweise auf höheren Aufwand für die Angebotserstellung, aber unter anderem auch darauf zurückzuführen, daß es eine ausreichende Anzahl von privatwirtschaftlichen Aufträgen gibt.

Im Ergebnis der Überprüfung gibt das Gutachten eine Reihe Handlungsempfehlungen zur Überarbeitung des Thüringer Vergabegesetzes, die von der Abschaffung der Pflicht zur doppelten Veröffentlichung von Angeboten über die landesrechtliche Umsetzung einer bundesweiten Harmonisierung des Vergaberechts im Unterschwellenbereich bis zur Einführung eines sogenannten. „Bestbieterprinzips“ reichen, bei dem Formblätter und Erklärungen nur noch von dem voraussichtlich erfolgreichen Bieter vorgelegt werden müssen.

„Wir werden die Ergebnisse des Gutachtens und die vorgeschlagenen Maßnahmen jetzt sorgfältig prüfen und mit allen Beteiligten erörtern“, sagte Tiefensee. Ende April soll dazu ein „Werkstattgespräch“ mit Wirtschaftsverbänden, Kammern, Landkreistag, Gemeinde- und Städtebund, Gewerkschaften und weiteren Interessenverbänden sowie Landtagsabgeordneten stattfinden. Auf dieser Grundlage wird bis Mitte Juni ein erster Referentenentwurf für die Novellierung des Thüringer Vergabegesetzes erarbeitet, der dann nach Anhörung und Kabinettsdurchgängen bis Ende 2017 dem Landtag zugeleitet werden soll.

„Wir wollen die Novellierung in einem fairen, transparenten und sachlichen Prozeß– ähnlich dem Vorgehen beim Hochschuldialog – umsetzen“, betonte der Wirtschaftsminister. Letztlich bestehe die Schwierigkeit darin, die teilweise erheblich voneinander abweichenden Auffassungen der Beteiligten in Balance zu bringen und einen guten Kompromiß zu finden, mit dem Unternehmen und Beschäftigte, öffentliche Auftraggeber und die Steuerzahler gleichermaßen gut leben könnten.

Das Thüringer Vergabegesetz (ThürVgG) war am 1. Mai 2011 in Kraft getreten. Laut Paragraph 20 ThürVgG muß das Gesetz fünf Jahre nach seinem Inkrafttreten überprüft werden. Mit der Erstellung des Gutachtens hat das Thüringer Wirtschaftsministerium im vergangenen Jahr die Firma Wegweiser GmbH Berlin Research and Strategy beauftragt, die bereits auch die Vergabegesetze anderer Bundesländer einer Evaluierung unterzogen hat. Die quantitative Erhebung der Daten erfolgte mittels detailliertem Fragebogen bei öffentlichen Auftraggebern und Unternehmen. Insgesamt wurden 739 öffentliche Auftraggeber und 3000 Thüringer sowie 1000 bundesweite Unternehmen postalisch um Beteiligung gebeten. In die Auswertung eingeflossen sind letztlich 160 beantwortete Fragebögen (positive Rückläufer) von öffentlichen Auftraggebern (21,7 Prozent) und 165 von den Unternehmen. Im Anschluß an die Auswertung der Ergebnisse fand eine qualitative Befragung in Form von Expertenworkshops und -interviews mit Vergabestellen unterschiedlicher Verwaltungsebenen, den kommunalen Landesverbänden, den Industrie- und Handelskammern, den Handwerkskammern, den Gewerkschaften (DGB, Verdi, EVG) sowie mit Vertretern von Unternehmen und Unternehmensverbänden statt.

STEPHAN KRAUSS

 

08.03.2017


07.03.2017: Prinzip des Gemeinschaftsschutzes

„Einer für alle – alle für einen“: Forscher aus Erfurt und Aachen zeigen, warum wir beim Impfen auch an andere denken sollten.

„Einer für alle – alle für einen!“ Liegt in dem alten Musketier-Prinzip der Schlüssel für eine höhere Bereitschaft zum Impfen? Dieser Frage sind Wissenschaftler der Universität Erfurt und der RWTH Aachen in einer kulturvergleichenden Studie nachgegangen. Die Ergebnisse sind nun in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift „Nature Human Behaviour“ erschienen.

Wer eine wichtige Entscheidung treffen muß, erstellt gern eine Pro- und Kontraliste, die seine Entscheidung erleichtern soll. Für viele ist dies auch ein Weg, sich über die eigene Grippeimpfung oder die Masernimpfung seines Kindes klar zu werden. Auf der Pro-Seite steht der eigene Infektionsschutz, den man durch die Impfung erhält. Auf der Kontra-Seite stehen beispielsweise mögliche Nebenwirkungen oder die Wartezeit in der Arztpraxis.

Doch es gibt noch einen weiteren wichtigen Punkt zu berücksichtigen wie jetzt das Forscherteam um PD Dr. Cornelia Betsch von der Universität Erfurt und Prof. Dr. Robert Böhm von der RWTH Aachen in einer Forschungsarbeit belegt: Die individuelle Impfentscheidung hat auch einen gesellschaftlichen Nutzen. Denn jede Impfung trägt dazu bei, daß sich eine Krankheit weniger in der Gesellschaft ausbreiten kann. Vielen Menschen ist dies nicht bewußt: Wenn sich genügend Personen in einer Gesellschaft für eine Impfung entscheiden, können auch Nicht-Geimpfte wie chronisch Kranke oder Säuglinge geschützt werden. In diesem Fall spricht man von Gemeinschaftsschutz oder Herdenimmunität. Handeln viele Menschen nach der Maxime „Einer für alle – alle für einen!“, können Krankheiten sogar ausgerottet werden.

In der kulturvergleichenden Studie untersuchten die Forscher aus Erfurt und Aachen, wie das Wissen über Gemeinschaftsschutz die Impfentscheidung beeinflußt. In einem Online-Experiment wurden dabei Personen in den Niederlanden, den USA, Korea, Deutschland, Vietnam und Hongkong befragt. Die Teilnehmer erhielten entweder einen Text oder eine interaktive Simulation, die das Prinzip des Gemeinschaftsschutzes erklärten. Andere erhielten hierzu keine Informationen. Danach sollten sich die Teilnehmer für oder gegen eine fiktive Impfung entscheiden.

Die Ergebnisse der Studie waren eindeutig: Die Impfbereitschaft war höher, wenn das Prinzip des Gemeinschaftsschutzes erklärt wurde. „Aufklärung über den Gemeinschaftsschutz führt dazu, daß wir bei unserer Entscheidung auch mehr an andere denken“, erläutert Cornelia Betsch. Der Effekt habe sich vor allem in westlichen Ländern, also auch in Deutschland, gezeigt. In Asien sei die Impfbereitschaft generell höher gewesen, da dort Entscheidungen ohnehin eher mit Blick auf das Gemeinwohl getroffen würden. „Über Gemeinschaftsschutz zu informieren, gehört für uns zu einer guten Impfaufklärung dazu“, resümiert Robert Böhm. „Dadurch wird klar, daß Impfen nicht nur eine Entscheidung für mich oder mein Kind ist, sondern Auswirkungen auf die ganze Gesellschaft hat.“

Zusammen mit Dirk Brockmann vom Robert-Koch-Institut haben die Wissenschaftler nun auch eine interaktive Simulation im Internet entwickelt, mit der jeder das Prinzip des Gemeinschaftsschutzes selbst erleben kann.

CARMEN VOGT

 

07.03.2017


06.03.2017: „Es muß eine faire Aufgabenteilung geben“

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) begrüßt Übernahmepläne: Opel muß „Elektromobilitätszentrum“ des neuen Firmenverbunds werden.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee hat die am 6. März bekanntgegebene Übernahme des deutschen Autobauers Opel durch die französische PSA-Gruppe begrüßt. „Das sieht nach dem Ergebnis aus, das wir uns erhofft haben“, sagte Tiefensee in einer ersten Reaktion. So sollen alle deutschen Standorte und die Arbeitsplätze erhalten und Investitionszusagen eingehalten werden. „Das heißt: Die Beschäftigen in Eisenach können vorerst aufatmen. Mit dem neuen Mokka gibt es für den Standort auch gute Perspektiven über 2020 hinaus“, so der Minister.

Die Automobilkonzerne PSA und GM hatten am 6. März 2017 im Rahmen einer Pressekonferenz ihre Pläne für eine Übernahme von Opel durch PSA vorgestellt. Jetzt seien erneut die Arbeitnehmervertretungen am Zug, das Vertragswerk zu prüfen, sagte Tiefensee. Laut den Plänen bleibt die Marke Opel erhalten. Das neue französisch-deutsche Unternehmen verfügt über einen Marktanteil von mehr als 16 Prozent und damit eine bessere Wettbewerbsposition gegenüber anderen großen Konkurrenten wie Renault oder Toyota. Durch eine gemeinsame Plattform-Politik sollen Kosten gesenkt werden.

Noch weitgehend unklar ist aus Sicht des Thüringer Wirtschaftsministers allerdings noch die künftige Aufgabenverteilung zwischen Opel und PSA. „Hier muß es auf lange Sicht eine faire Aufgabenteilung zwischen den deutschen und französischen Standorten geben, bei der die einen nicht nur die verlängerte Werkbank der anderen sind“, sagte der Minister. So könnte Opel innerhalb des neuen Verbunds zu einer Art „Kompetenzzentrum für Elektromobilität“ werden. Immerhin verfüge der deutsche Autohersteller über die entsprechenden Technologien und mit dem Ampera bereits über ein marktfähiges Modell in diesem Bereich. Insofern sei es erfreulich, daß GM einer weiteren Lizenzproduktion des Ampera durch PSA Opel offenbar zugestimmt habe.

STEPHAN KRAUSS

 

06.03.2017


05.03.2017: „Gipfel der finanzpolitischen Verantwortungslosigkeit"

Äußerungen sind Frontalangriff auf junge Generation: Junge Union Thüringen kritisiert Die Linke-Landeschefin Susanne Hennig-Wellsow.

Der Vorsitzende der Jungen Union Thüringen, Stefan Gruhner, kritisiert die Vorsitzende der Thüringer Linken, Susanne Hennig-Welsow. Die Politikerin hatte am 4. März auf dem Landesparteitag der Partei Die Linke festgestellt: „Die Schuldenbremse ist Mist".

„Mit ihrer Äußerung zur Schuldenbremse macht sich Frau Hennig-Welsow zum größten Feind der jungen Menschen in Thüringen. Das ist ein Frontalangriff auf die jungen Generation. Angesichts linker Haushaltspolitik nach dem Motto ,Nach mir die Sintflut' ist die Schuldenbremse wichtiger denn je. Frau Hennig-Welsow ist der personifizierte Beleg dafür, daß Linke nicht mit Geld umgehen können", sagte Gruhner am gleichen Tag.

Die Junge Union spricht sich hingegen für die Aufnahme einer Schuldenbremse in die Thüringer Verfassung aus. „Wir wollen weiterhin, daß die Schuldenbremse in die Landesverfassung kommt. Das ist kein Selbstzweck, sondern ein Schutzmechanismus für die junge Generation. Wir sollten daran denken, daß irgendwann die Steuereinnahmen nicht mehr sprudeln und die Zinsen wieder steigen. Gerade dann sollte übermäßiger Ausgabenwut ein Riegel vorgeschoben werden", unterstreicht der Landtagsabgeordnete.

Die von der Thüringer Linken geforderten Mehrausgaben von 100 Millionen Euro über die in der Koalition bereits vereinbarten Maßnahmen hinaus bezeichnete der Junge Union-Chef als „Gipfel der finanzpolitischen Verantwortungslosigkeit". „Die Koalition versündigt sich schon jetzt an der jungen Generation, indem sie kaum Schulden tilgt und Mehrausgaben in Größenordnungen beschlossen hat. Daß Die Linke dieser Verantwortungslosigkeit jetzt noch eins draufsetzt, gleicht einem finanzpolitischem Harakiri", stellte Gruhner fest.

PM-JUT

 

05.03.2017


04.03.2017: Jahrelange intensive Präsenz

Thüringer Landeshauptstadt verzeichnet erneut Rekordjahr bei Gästeankünften und Übernachtungen.

Die Erfurt Tourismus und Marketing GmbH (ETMG) blickt erneut auf ein Rekordergebnis bei den Gästeankünften und Übernachtungen in den Hotels und Pensionen der Thüringer Landeshauptstadt zurück. Vor allem die jahrelange intensive Präsenz in den skandinavischen Märkten und in den USA zum Thema Reformation spiegele sich in der Statistik wider. Das teilte die Tourismusgesellschaft am 3. März in einer Presseerklärung mit.

Die bereits in den vergangenen Jahren stetig positive Entwicklung der Gästeankünfte und Übernachtungen habe 2016 noch einmal ein neues Niveau erreicht: Mit einem Plus von 6,8 Prozent wurde mit 498.000 Gästen in den Erfurter Hotels und Pensionen erstmals die halbe Million fast erreicht. Auch die 874.000 gezählten Übernachtungen stellten mit einem Plus von acht Prozent erneut einen absoluten Rekordwert dar. Möglich war dieser ungewöhnlich hohe Anstieg der Tourismuszahlen auch, weil neue Hotelkapazitäten im gesamten Jahr zur Verfügung standen. „Wir freuen uns sehr, daß wir 2016 unsere Position im Städtetourismus auf derart hohem Niveau weiter ausbauen konnten“, sagte Dr. Carmen Hildebrandt, Geschäftsführerin der ETMG. „Das ist keine Selbstverständlichkeit und ich möchte mich bei allen Partnern für die gemeinsamen Anstrengungen in der Bewerbung der Landeshauptstadt bedanken.“

Zu den unverändert wichtigsten Auslandsmärkten zählen die USA, die Schweiz, Österreich und die Niederlande. Auch die Zahl der Übernachtungen polnischer Gäste sei im zweiten Jahr in Folge konstant hoch, was zum Teil auf Zeitarbeitskräfte zurückgeführt werden könne. Besonders erfreulich seiendie signifikanten Zuwächse dänischer (+ 30 Prozent, schwedischer (+ 41 Prozent) und finnischer (+ 37 Prozent) Gäste. Hier zahle sich nun die Kontinuität aus, mit der Erfurt und das Thema Reformation in Skandinavien über viele Jahre beworben worden sei.

PM- ETMG

 

04.03.2017


03.03.2017: Pilotprojekt

Thüringen muß sich auf Austausch alter Windenergieanlagen einstellen: Etwa 200 Windräder im Freistaat verlieren 2020 Zuschüsse.

Für etwa 200 Windräder in Thüringen gibt es bald keine staatlichen Zuschüsse mehr. Das ist jede fünfte Windenergieanlage im Freistaat. Darauf weist die Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur (Thega) hin. Diese Anlagen wurden vor dem Jahr 2000 installiert und verlieren ab 2020 die gesetzlich garantierte Ökostrom-Förderung. Diese ist auf 20 Jahre begrenzt. Ein rentabler Betrieb der Anlagen ist dann nicht immer möglich. „Der Austausch alter Windenergieanlagen gegen neue mit höherem Wirkungsgrad wird deshalb immer wichtiger“, sagt Professor Dieter Sell, Geschäftsführer der Thega. Dieses sogenannte Repowering untersucht die Servicestelle Windenergie der Thega ab Sommer in einem in Thüringen einmaligen Pilotprojekt. Seit 2015 beraten die Windenergie-Experten Bürgerinnen und Bürger, Kommunen, Unternehmen und informieren im Internet.

Bundesweit sind zirka 6000 Windräder vom Wegfall der staatlichen Zuschüsse betroffen, wie die Süddeutsche Zeitung in ihrer Ausgabe vom 1. März berichtet. Die 200 alten Windräder in Thüringen verfügen über eine Gesamtleistung von 170 Megawatt (MW) und sind für 13 Prozent der installierten Windkraft-Leistung verantwortlich. Aktuell drehen sich im Freistaat 790 Windenergieanlagen mit einer Leistung von rund 1300 MW. „In Thüringen werden in den nächsten Jahren viele Windenergieanlagen der ersten Generation durch moderne und leistungsfähigere ersetzt werden müssen“, sagt die Leiterin der Servicestelle Windenergie, Ramona Notroff. Während eine alte Anlage jährlich im Schnitt etwa 300.000 Kilowattstunden (kWh) Strom herstellt, produziert eine neue Anlage drei bis fünf Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Diese Effizienzsteigerung kann künftig helfen, die Anzahl der Anlagen im Land zu reduzieren und das Landschaftsbild zu schonen. Die neuen Turbinen sind zwar meist höher als die alten, dafür drehen sie sich aber auch ruhiger.

„Um Repowering-Projekte erfolgreich in Thüringen umzusetzen, müssen die baurechtlichen Rahmenbedingungen stimmen und die Kommunen einbezogen werden“, so Ramona Notroff. Wie das in der Praxis funktioniert, untersucht die Thega gemeinsam mit der Verwaltungsgemeinschaft Mittleres Nessetal ab Sommer in einem Pilotprojekt. In Thüringens größtem Windpark mit 71 Windrädern wollen die Windenergie-Experten herausfinden, welche Erträge für Kommunen durch Repowering möglich sind und wie Kommunen die Standortwahl künftiger Windräder aktiv mitgestalten können.

Die Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur GmbH informiert und berät als Landesenergieagentur des Freistaates Thüringen Unternehmen, Kommunen, Bürger und Politik in den Bereichen Energiemanagement, Energieeffizienz, erneuerbare Energien und nachhaltige Mobilität. Dabei agiert die ThEGA markt- und anbieterneutral. Die im Auftrag der Thüringer Landesregierung eingerichtete Servicestelle Windenergie setzt sich ein für Transparenz und Beteiligung aller Akteure bei Windenergie-Projekten. Das von der Servicestelle initiierte Siegel „Faire Windenergie in Thüringen" wurde bislang an 39 Projektierungsunternehmen vergeben.

ANDREAS BRAUN

 

03.03.2017


02.03.2017: Geprüft

Zum fünften Mal wurde das Qualitätsmanagement-System der Dr. Becker-Burg-Klinik in Stadtlengsfeld zertifiziert. Auch für ihre exzellenten Patientenschulungen wurde die psychosomatische Reha-Einrichtung erneut ausgezeichnet.

Patienten, die unter Depressionen, Burnout, Tinnitus oder Angststörungen leiden, müssen sich auf die Qualität ihrer Reha verlassen können. Das können sie in der Dr. Becker-Burg-Klinik in Stadtlengsfeld, wie die Zertifizierungsgesellschaft LGA InterCert, ein Unternehmen des Tüv, der Thüringer Reha-Einrichtung jetzt schon zum fünften Mal bestätigte.

„Gute Therapeuten sind die Voraussetzung, daß Patienten ihre Reha erfolgreich meistern. Deswegen investieren wir in unsere Mitarbeiter. Wir bieten ihnen weitreichende Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten, haben für sie neue PC-Technik und ergonomische Arbeitsplätze angeschafft und im vergangenen Jahr zusätzlich das betriebliche Gesundheitsmanagement eingeführt. So können die Mitarbeiter selbst von unseren Angeboten wie der Akupunktur profitieren“, erklärt Michael Schiffgen, Verwaltungsdirektor der Dr. Becker-Burg-Klinik. Die Prüfer der LGA InterCert hoben diese Maßnahmen als vorbildlich hervor.

Zwei Tage lang machten sich die Prüfer ein genaues Bild vom Qualitätsmanagement-System der Stadtlengsfelder Einrichtung. Dabei zeigten sie sich beeindruckt, wie reibungslos auch spezielle Reha-Angebote wie zum Beispiel die „Reha mit Hund“ in der Klinik abliefen. Patienten, die mit ihrem Haustier anreisen, werden vor Ort durch die Hausdame betreut. Separate, gut beschilderte Aufenthalts- und Auslaufmöglichkeiten auf dem Gelände sorgen dafür, daß sich auch Patienten ohne Hund durch die Vierbeiner nicht gestört fühlen.

Zum zweiten Mal hat die Zertifizierungsgesellschaft die Klinik außerdem für ihre exzellenten Patientenschulungen ausgezeichnet. Das Zertifikat erhalten Einrichtungen, die Patienten intensiv über ihre Krankheiten aufklären und sie so zu „Experten in eigener Sache“ machen. Dadurch verfügen die Rehabilitanden über Wissen, das sie nach der Reha eigenverantwortlich für ihre Gesundheit einsetzen können. „Wir haben es in diesem Jahr auf die Liste der Top-Rehakliniken im Magazin ,Focus‘ geschafft. Es freut uns sehr, daß uns jetzt auch die Zertifizierungsgesellschaft einen außergewöhnlichen Einsatz für die Bedürfnisse von Patienten und Mitarbeitern bestätigt hat“, berichtet Verwaltungsdirektor Schiffgen.

Die Dr. Becker-Burg-Klinik ist auf psychosomatische, psychiatrische und psychotherapeutische Rehabilitation spezialisiert. Als größte Thüringer Rehaklinik versorgt sie rund 1800 Patienten jährlich, die Hilfe bei Beschwerden wie Depressionen, Angsterkrankungen, Eßstörungen, chronische Schmerzerkrankungen oder Tinnitus suchen. Die Klinik gehört mit acht weiteren Rehabilitationskliniken zur Dr. Becker-Klinikgruppe. Das inhabergeführte Familienunternehmen mit Hauptsitz in Köln hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Rehabilitation des 21. Jahrhunderts zu gestalten.

Die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e.V. (Degemed) ist ein Fachverband für medizinische Rehabilitation. Geprüft wurde die Dr. Becker-Burg-Klinik an zwei Tagen nach dem Degemed-Leitfaden 5.0 und der DIN EN ISO 9001:2008.

VERENA ALTENHOFF

 

02.03.2017


01.03.2017: Nachfolger

Winfried Speitkamp wird neuer Präsident der Bauhaus-Universität Weimar: Amtsantritt zu Beginn des Sommersemesters 2017.

Thüringens Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat am 1. März Professor Dr. Winfried Speitkamp (58) zum neuen Präsidenten der Bauhaus-Universität Weimar ernannt. Der habilitierte Hochschullehrer wird sein Amt, für das er im Juni 2016 gewählt wurde, zum 1. April mit Beginn des Sommersemesters 2017 für insgesamt sechs Jahre antreten. „Ich freue mich, mit Winfried Speitkamp einen renommierten, forschungsstarken Wissenschaftler mit langjähriger Erfahrung im Hochschulmanagement als Präsidenten ernennen zu können“, betonte Tiefensee im Thüringer Wissenschaftsministerium.

Prof. Dr. Winfried Speitkamp tritt an der Bauhaus-Universität Weimar die Nachfolge des jetzigen Rektors Prof. Dr. Karl Beucke an. Zuvor war er zum Universitätsprofessor für das Fachgebiet „Kulturgeschichte der Moderne“ berufen worden.

Prof. Dr. Winfried Speitkamp hatte zuletzt das Amt des Dekans und zuvor des Studiendekans im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Universität Kassel inne. Seit April 2010 lehrte er als Universitätsprofessor für Neuere und Neueste Geschichte. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Verfassungs- und Landesgeschichte, der Geschichte von Denkmalpflege, Geschichtskultur und politischer Symbolik, der Sozial-, Jugend- und Bildungsgeschichte sowie in der Geschichte Afrikas und des Kolonialismus. Er hat im Gießener Sonderforschungsbereich „Erinnerungskulturen“ der DFG mehrere Teilprojekte zur afrikanischen Geschichte geleitet und war Sprecher der DFG-Forschergruppe „Gewaltgemeinschaften“. Zudem ist er Vorsitzender des Hessischen Landesdenkmalrats, Mitglied des Vorstands der Historischen Kommission für Hessen und Mitglied der Schriftleitung des Hessischen Jahrbuchs für Landesgeschichte.

Prof. Dr. Winfried Speitkamp ist verheiratet und hat fünf Kinder.

MI-TMWWDG

 

01.03.2017


01.03.2017: „Keine wirklichen Ambitionen“

Highspeed für die Gigabitgesellschaft: Wirtschaftsrat Thüringen fordert, die flächendeckende Breitbandversorgung von einem Gigabit zu forcieren.

Der Wirtschaftsrat der CDU e. V. fordert, den Ausbau der glasfaserbasierten Gigabitinfrastruktur sowohl in den Städten als auch für die Hidden Champions auf dem Land voranzutreiben. „Unsere digitale Wettbewerbsfähigkeit ist zum entscheidenden Standortfaktor geworden", erklärt Mihajlo Kolakovic, Landesvorsitzender des Wirtschaftsrates Thüringen.

Die Absicht der Bundesregierung, bis Ende 2018 alle Haushalte mit einem Internetzugang von 50 Megabit pro Sekunde zu versorgen, könne nur ein Zwischenschritt sein. Laut einer Erhebung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur aus dem Jahr 2016 verfügen in Thüringen knapp 52 Prozent der Haushalte über eine Anbindung von über 50 Megabits pro Sekunde. Zwar würden nach neueren Zahlen des zuständigen Thüringer Ministeriums per Ende Oktober 2016 insgesamt 86 Prozent der Haushalte im Freistaat über eine Anbindung mit 30 Megabit pro Sekunde und 75 Prozent über eine Anbindung mit 50 Megabits verfügen. Doch ließen nach den Worten Kolakovics die Ziele von Rot-Rot-Grün, bis 2018 im Freistaat „annähernd 90 Prozent" mit gerade einmal 30 Megabits pro Sekunde zu versorgen, keine wirklichen Ambitionen erkennen, digitaler Vorreiter zu werden und damit die Chancen für den Wirtschaftsstandort Thüringen erschließen zu wollen.

Zudem würden insbesondere in ländlichen Gebieten große Versorgungslücken klaffen. Während die urbanen Regionen im bundesweiten Durchschnitt zu 86 Prozent mit einer Anbindung von über 50 Megabits gut erschlossen seien, liege der Wert auf dem Land bei 29 Prozent. Ziel müsse es sein, bis spätestens 2025 vorrangig durch den Ausbau von Glasfaser, glasfaserbasierten Kabelnetzen und 5G eine flächendeckende und nachhaltige Gigabitinfrastruktur zu erreichen.

„Wirtschaft und öffentliche Hand müssen gemeinschaftlich für eine zukunftsfähige digitale Infrastruktur sorgen", meint Kolakovic. „Die Zukunft liegt im Glasfasernetz. Ob Existenzgründungen, moderne Verwaltung, zukunftsfähige Bildung oder innovative Forschung: Ein digitales Wirtschaftswunder läßt sich nur mit einer leistungsfähigen Infrastruktur erreichen, die auch den starken Mittelstand von Ost- bis West- sowie Nord- bis Südthüringen abseits der Leuchttürme im Freistaat einbezieht." Um den Ausbau zu beschleunigen, müßten Gelder privater Investoren in das digitale Rückgrat unserer Gesellschaft fließen können. Nur dort, wo ein wirtschaftlicher Ausbau nicht erfolgen könne, sollten Mittel des Bundes, der Europäischen Union und des Landes gezielt gebündelt und eingesetzt werden.

KARSTEN SEIFERT

 

01.03.2017


01.03.2017: Modellprojekt in Südthüringen

Thüringer Außenwirtschaftstag in Suhl: Land startet „Exportinitiative Maschinenbau“.

Mit einer „Exportinitiative Maschinenbau“ will Thüringen den Absatz auf ausländischen Märkten weiter ankurbeln. Die Initiative werde zunächst als Modellprojekt in Südthüringen anlaufen und bei Erfolg branchenoffen auf den ganzen Freistaat ausgerollt, kündigte der freistaatliche Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am 1. März beim „Thüringer Außenwirtschaftstag“ in Suhl an: „Es geht darum, für jedes interessierte Unternehmen ein individuelles Unterstützungspaket für die Erschließung von Auslandsmärkten zu schnüren“, sagte der Minister vor mehr als 200 Vertretern der Thüringer Exportwirtschaft.

Der Verkauf Thüringer Produkte ins Ausland trage erheblich zur wirtschaftlichen Entwicklung im Freistaat bei, betonte Tiefensee weiter. In den ersten drei Quartalen 2016 waren die Exporte um 9,7 Prozent gewachsen – der Industrieumsatz insgesamt um lediglich zwei Prozent. Die Exportquote liegt aktuell bei 34 Prozent. „Mehr als ein Drittel unserer Umsätze werden inzwischen also im Ausland erwirtschaftet“, sagte der Wirtschaftsminister. Zudem sei im Jahr 2016 erstmals der Rekordwert von 14 Milliarden Euro Exportvolumen übertroffen worden. „Auslandsmärkte sind allen aktuellen Handelshemmnissen zum Trotz Wachstumsmärkte für unsere Unternehmen“, so Tiefensee. Deshalb arbeite das Land kontinuierlich daran, seine Unterstützungsangebote zu verbessern.

Mit der „Exportinitiative Maschinenbau“ erhalten Unternehmen der Branche maßgeschneiderte Angebote für ihren Schritt auf ausländische Märkte. Dies kann – je nach Anforderung – die Teilnahme an eigens konzipierten Unternehmerreisen, Messeteilnahmen, aber auch die individuelle Kontaktsuche und -anbahnung vor Ort einschließlich der Nutzung geeigneter Förderinstrumente umfassen. „Es geht darum, eine auf die konkreten Bedürfnisse des jeweiligen Unternehmens abgestimmte Exportstrategie zu erstellen und umzusetzen“, sagte Tiefensee. Die offizielle Auftaktveranstaltung zur Exportinitiative findet am 8. Juni ebenfalls in Südthüringen statt.

Bewährt hat sich aus Sicht des Ministers die Ende 2015 neu ausgerichtete Außenwirtschaftsförderung des Landes. Zwischen 2014 und 2020 stellt das Land rund 30 Millionen Euro aus EU- und Landesmitteln für diesen Zweck zur Verfügung. „Die größten Hürden für den Internationalisierungsprozeß der Thüringer Wirtschaft liegen in der Kleinteiligkeit der Unternehmen, den fehlenden personellen Kapazitäten, dem Mangel an zuverlässigen Marktinformationen und Schwierigkeiten bei der Suche und Anbahnung von neuen Geschäftskontakten“, sagte Tiefensee. Die Außenwirtschaftskonzeption des Landes konzentriert sich deshalb auf die Förderung von Auslandsmessen als Türöffner zu neuen Märkten, den neuen Fördertatbestand der Kontaktanbahnung sowie Angebote für eine systematische Personalentwicklung, für die vorhandene Angebote wie die Förderung innovativen Personals oder die Beratungsförderung des Landes genutzt werden.

Tiefensee zeigte sich insgesamt optimistisch für die weitere Entwicklung der Thüringer Exportwirtschaft, verwies aber zugleich auf künftig schwierigere weltweite Rahmenbedingungen, vor allem durch den Brexit und die bestehende Unsicherheit hinsichtlich der Politik der Trump-Administration auf dem für Thüringen besonders wichtigen Exportmarkt USA. Der diesjährige Außenwirtschaftstag, den das Wirtschaftsministerium gemeinsam mit der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen und der Industrie- und Handelskammer Suhl ausrichtete, stand deshalb unter dem Motto „Von Thüringen in die Welt – Wohin steuert die Exportwirtschaft?“ Einen Schwerpunkt bildeten dabei vor allem die Bedingungen und Perspektiven des Außenhandels in Zeiten von Protektionismus, Abschottung und Wirtschaftssanktionen.

MI-TMWWDG

 

01.03.2017

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Die Ausgabe 2/2017 berichtet über die Herausforderung, wachsende Städte und schrumpfende Regionen im Freistaat gemeinsam zu entwickeln.

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