Nachrichten aus dem Freistaat Juni 2016

Juni 2016

30.06.2016: Hoher Ertrag

Thüringer Obstbauern erwarten gute Kirschernte.

Zur ersten Schätzung der diesjährigen Kirschernte rechnen die auf Marktobstbau ausgerichteten Thüringer Obstbaubetriebe für dieses Jahr bei Süßkirschen mit einem Ertrag von 7,5 Tonnen je Hektar. Damit läge der Flächenertrag auf dem hohen Ertragsniveau des Vorjahres (7,4 Tonnen je Hektar) und 15 Prozent über dem langjährigen Mittel der Jahre 2010/2015,  in denen 6,5 Tonnen je Hektar geerntet wurden. Die ertragsfähige Fläche für Süßkirschen steigt nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik gegenüber dem Vorjahr um sieben Hektar (+ 3 Prozent) auf 255 Hektar. Nach ersten Berechnungen wird für dieses Jahr eine Erntemenge von 1900 Tonnen (2015: 1800 Tonnen) Süßkirschen erwartet.

Für Sauerkirschen wird ein leicht unter dem Vorjahresniveau liegender Hektarertrag von 11,3 Tonnen geschätzt (2015: 13,1 Tonnen je Hektar). Der langjährige Durchschnitt der Jahre 2010/2015 (9,1 Tonnen je Hektar) würde somit um 24 Prozent übertroffen werden.

Die ertragsfähige Fläche liegt mit insgesamt 206 Hektar auf Vorjahresniveau, jedoch 79 Hektar unter dem langjährigen Mittel. Für die Ernte 2016 wird eine voraussichtliche Erntemenge von 2300 Tonnen erwartet. Das sind rund 260 Tonnen weniger als im langjährigen Mittel der Jahre 2010/2015 und rund 350 Tonnen weniger als im vergangenen Jahr.

Wie das Thüringer Landesamtes für Statistik informiert, stellen die Ergebnisse die Ertragserwartungen der freiwilligen Ernte- und Betriebsberichterstatter zum Zeitpunkt Mitte Juni dar und können durch bisher nicht vorherzusehende wachstumsbeeinflussende Faktoren mehr oder weniger vom endgültigen Ergebnis abweichen.

PM-TLS

 

30.06.2016:


29.06.2016: Erlebnisreiche Präsentation

Erfurt lädt ein: Tagungs- und Kongreßinitiative findet zum sechsten Mal in der Thüringer Landeshauptstadt statt.

Vom 1. bis 3. Juli 2016 ist die Thüringer Landeshauptstadt zum sechsten Mal Gastgeber der Tagungs- und Kongreßinitiative „Erfurt lädt ein“. Nach dem Erfolg der fünf vergangenen Veranstaltungen begrüßen die Erfurt Tourismus und Marketing GmbH (ETMG) und der Tourismusverein Erfurt e. V. erneut Veranstaltungsplaner deutscher Verbände und Unternehmen sowie Tagungsorganisatoren.

Erfurt entwickelt sich zu einem bedeutenden Standort für Tagungen und Kongresse und wird mit einer Vielzahl von kultur- und tagungstouristischen Angeboten immer interessanter für Kongreß- und Incentiveveranstalter. Die Arena Erfurt erweitert das Spektrum der Tagungsinfrastruktur und die exzellente Anbindung über die schnellen ICE-Strecken und auch per Auto begünstigen die Entwicklung.

Diese Vorzüge werden dank der guten Zusammenarbeit aller Erfurter Partner für die Gäste an diesem Wochenende erlebbar. Der historische Kaisersaal, das Evangelische Augustinerkloster, die Messe mit dem „Congress Centrum“, der Egapark und schließlich die Multifunktionsarena sind die wichtigsten Veranstaltungszentren, die es zu präsentieren gilt. Ebenso erhalten die Gäste Einblicke in besondere und außergewöhnliche Orte, welche für die verschiedenen Veranstaltungstypen zur Verfügung stehen. Die Hotels in der Innenstadt zeigen ihre Häuser als  Gastgeber und nicht zuletzt das attraktive Rahmenprogramm und die Abendveranstaltungen in unterschiedlichem Ambiente runden das Angebot ab. Die Entscheider lernen so alle Facetten für eine erfolgreiche Veranstaltung in Erfurt kennen.

Mit den optimalen Voraussetzungen in der Landeshauptstadt und einer erlebnisreichen Präsentation am Wochenende gehen alle Partner der Tagungs- und Kongreßinitiative gemeinsam davon aus, daß Erfurt vom Wachstum im deutschen Veranstaltungsmarkt auch weiterhin profitieren kann.

„Wir freuen uns sehr, am Wochenende Vertreter namhafter deutscher Verbände und großer Eventfirmen bei uns in Erfurt begrüßen zu dürfen. Wir sind uns sicher, diese Gäste von unserer Stadt und den vielfältigen Tagungs- und Veranstaltungsstätten überzeugen zu können. ‚Erfurt lädt ein‘ wird dank der Unterstützung vieler Erfurter Kooperationspartner nun schon zum sechsten Mal möglich“, so Dr. Carmen Hildebrandt, Geschäftsführerin der ETMG.

Die Erfurt Tourismus und Marketing GmbH wurde 1997 als offizielle Organisation zur Tourismusförderung in der Landeshauptstadt gegründet und nahm am 1. Januar 1998 die Geschäftstätigkeit auf. Im Januar 2009 wurde das Marketing für die Stadt Erfurt an die GmbH übertragen.

Neben der Tourismusförderung zählt seitdem auch zu den Aufgaben der ETMG, jegliche Multiplikatoren für die Stadt anzusprechen und als zentrale Kommunikations-, Kooperations- und Koordinationsstelle in der Stadt zu agieren.

SIGRUN KRAPF

 

29.06.2016


29.06.2016: „Wir brauchen keinen Überbietungswettbewerb“

Gut für die Beschäftigten, verkraftbar für die Wirtschaft: Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) begrüßt Mindestlohn-Erhöhung.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat sich zufrieden mit der am 28. Juni festgelegten Erhöhung des Mindestlohns auf 8,84 Euro gezeigt. „Die Erhöhung ist gut für die Beschäftigten, und sie ist verkraftbar für die Wirtschaft“, sagte Tiefensee zur einstimmig getroffenen Entscheidung der Mindestlohn-Kommission, die sich an der allgemeinen Tarifentwicklung orientiert.

Der Minister warnte zugleich davor, den Mindestlohn zum politischen Streitthema zu machen. „Die Politik tut gut daran, sich hier etwas zurückzunehmen und die Kommission ihre Arbeit machen zu lassen“, sagte Tiefensee. „Wir brauchen an dieser Stelle keinen Überbietungswettbewerb.“

Der Mindestlohn stelle eine untere Haltelinie dar, die Lohndumping zu Lasten der Beschäftigten verhindern solle, erklärte der Minister. Darüber hinaus existiere in Deutschland Tarifautonomie. „Löhne werden zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern ausgehandelt. Das ist ein hohes Gut, aus dem sich der Staat auch zukünftig heraushalten sollte.“

In Thüringen haben laut einer Medieninformation des Wirtschaftsministeriums rund 270.000 Beschäftigte – mehr als ein Drittel aller Beschäftigten – von der Einführung des Mindestlohns zum 1. Januar 2015 profitiert. Im Mindestlohngesetz ist vereinbart, daß die Lohnuntergrenze regelmäßig alle zwei Jahre durch eine Mindestlohn-Kommission überprüft und gegebenenfalls angepaßt wird. Die Kommission setzt sich aus jeweils drei Arbeitnehmer- und drei Arbeitgebervertretern zusammen.

MI-SK-TMWWDG

 

29.06.2016


28.06.2016: Beschluß

Regionalisierungsmittel: Der Thüringer Bundestagsabgeordnete Manfred Grund (CDU) wirft Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) vor, den Sachverhalt falsch darzustellen.

Bei der Ministerpräsidentenkonferenz am 16. Juni 2016 hat sich der Bund bereiterklärt, die Regionalisierungsmittel für die Länder erneut zu erhöhen und ihnen bereits ab diesem Jahr nochmals 200 Millionen Euro mehr zur Verfügung stellen. Dies stellte der Thüringer Bundestagsabgeordnete Manfred Grund, Vorsitzender der Landesgruppe Thüringen der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, in einer Pressemitteilung vom 28. Juni fest.

Die Summe werde somit auf 8,2 Milliarden Euro erhöht. Die Mittel für Thüringen könnten damit, so der Abgeordnete, voraussichtlich auf dem aktuellen Niveau gehalten werden. Dies sei nicht dem Verdienst des Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Die Linke), sondern „dem gewaltigen Entgegenkommen des Bundes“ geschuldet.

„Im vorangegangenen Streit um die Regionalisierungsmittel wies der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow wiederholt die Verantwortung dafür von sich, daß Thüringen nach dem Beschluß der Besprechung der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Länder am 24. September 2015 trotz einer ersten Erhöhung der Bundesmittel schlechter dagestanden hätte als zuvor“, erklärte Grund. „Da der Ministerpräsident zuletzt die Bundestagsabgeordneten Mark Hauptmann und Tankred Schipanski zudem fälschlicherweise der Lüge in dieser Sache bezichtigte, wie das Freies Wort vom 28. Juni 2016 berichtete, stellt die Landesgruppe der Thüringer CDU-Bundestagsabgeordneten den Sachverhalt nochmals klar“: Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) und Schienenpersonennahverkehr (SPNV) seien Ländersache. Dennoch unterstütze der Bund die Länder bei der Erfüllung dieser Aufgabe mit den sogenannten Regionalisierungsmitteln in Milliardenhöhe.

Bei der Besprechung der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Länder am 24. September 2015 sei beschlossen worden, daß die Regionalisierungsmittel entsprechend des Vorschlages der Länder zeitlich verlängert und nach ihrem Vorschlag (Kieler Schlüssel) auf die Länder verteilt werden. Sie hätten sich auf eine Erhöhung der Regionalisierungsmittel durch den Bund auf acht Milliarden Euro bei einer Dynamisierung um 1,8 Prozent geeinigt.

„Spätestens zu diesem Zeitpunkt hätte der Thüringer Ministerpräsident widersprechen können“, stellt Grund fest. Das sei nicht geschehen. „Er hätte sich mit den anderen Bundesländern auf eine sogenannte Sperrklinke einigen müssen, die sicherstellt, daß die Ostländer bei der Verteilung der Mittel nicht schlechtergestellt werden. An den Verhandlungen der Länder über die Verteilung der Mittel ist der Bund nicht beteiligt. Er kann dafür folglich auch keine Verantwortung tragen.“

Erst im Nachgang des am 24. September 2015 getroffenen Beschlusses habe sich der Thüringer Ministerpräsident in einem Schreiben an die Bundeskanzlerin hierüber kritisch geäußert.

„Im Vermittlungsausschuß im Oktober 2015 wurde die Steigerung auf acht Milliarden Euro im Jahr 2016 sowie die Steigerung des Betrages in den Jahren 2017 bis 2031 um jährlich 1,8 Prozent beschlossen. Der Bundesrat hat dem zugestimmt“, stellt Manfred Grund klar: „mit der Stimme des Freistaates Thüringen.“

PM-MG

 

28.06.2016


28.06.2016: Verluste

Gläubiger gehen häufig leer aus: Erste Ergebnisse der neuen Statistik über beendete Insolvenzverfahren und Restschuldbefreiung.

Das Thüringer Landesamt für Statistik veröffentlichte am 28. Juni 2016 erstmalig die vorläufigen Ergebnisse der Statistik über beendete Insolvenzverfahren und Restschuldbefreiung. In dieser Erhebung werden die finanziellen Ergebnisse für die Insolvenzverfahren ausgewiesen. Auskunftspflichtig sind hierzu die von den zuständigen Amtsgerichten bestellten Insolvenzverwalter, Sachwalter und Treuhänder.

In Thüringen wurden von den 3967 im Jahr 2009 eröffneten Insolvenzverfahren bis zum 31. Dezember 2013 insgesamt 3374 Verfahren (85,1 Prozent) beendet. Nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik betrugen die quotenberechtigten Forderungen gegenüber den Schuldnern 251,6 Millionen Euro. Dieser Forderungssumme standen nur 2,7 Millionen Euro an zur Verteilung an die Gläubiger verfügbaren Beträgen aus vorhandenen Vermögenspositionen der insolventen Schuldner gegenüber. Somit ergab sich ein Verlust bei den Gläubigern in Höhe von knapp 249 Millionen Euro aus den bis Ende 2013 beendeten Insolvenzverfahren. Der Anteil des zur Verteilung verfügbaren Betrages an den quotenberechtigten Forderungen lag damit bei 1,1 Prozent.

PM-TLS

 

28.06.2016


27.06.2016: Gute Laune

Gelungene Einladung zum 117. Deutschen Wandertag in Eisenach und der Wartburgregion: Wandertags-Repräsentanten aus Thüringen präsentierten sich in Sebnitz.

Eisenach und die Wartburgregion präsentierten sich am 25. Juni zum 116. Deutschen Wandertag in Sebnitz (Sachsen) als Gastgeber für das nächste Jahr. Eigentlich war der Auftritt der Eisenacher auf der Marktbühne für 16 Uhr geplant. Doch Punkt 15.55 Uhr zogen dicke schwarze Wolken herauf, die fast eine Stunde lang Starkregen nach Sebnitz schickten. So fiel der geplante Auftritt erst einmal regelrecht ins Wasser und der gesamte Bühnenplan kam durcheinander.

Die gute Laune ließen sich die Wandertags-Repräsentanten aus Thüringen dennoch nicht nehmen. Gegen 17.45 Uhr konnten sie dann schließlich doch noch ihr Programm auf der Bühne präsentieren. Bei dem rund einstündigen Auftritt stellten Eisenachs Oberbürgermeisterin Katja Wolf (Die Linke) und Wartburgkreis-Landrat Reinhard Krebs (CDU) die Stadt und den Wartburgkreis mit ihrer Geschichte und ihren Angeboten für 2017 vor. „Es war ein rundum gelungenes Programm, das bei den Zuschauern großen Anklang fand. Wir haben uns als reizvolle Region und gut vorbereiteter Gastgeber für 2017 präsentiert“, sagte die Oberbürgermeisterin. Mit dabei waren die Schirmherrin des 117. Deutschen Wandertages, Christine Lieberknecht, der Vorsitzende des Rennsteigvereins 1896 e.V. Kurz Enzi, die Alphorngruppe „Die Siebenschläfer“ aus Geisa, der Tanzverein Eisenach e.V. und Lisa Ritter als Cellistin mit der Bach Suite Nr. 1. Florian Gutschke vom TAM verkörperte Martin Luther und Christiane Tomaske stimmte zum Abschluß die Thüringer Wanderhymne – das Rennsteiglied an. Die Moderation hatte Sandra Blume übernommen.

Trotz des nicht gerade besten Wetters fanden sich viele Wanderfreunde, die dem Programm aufmerksam folgten und den Film anschauten, der die Wanderregion 2017 kurz vorstellte. Das Publikum stimmte am Ende mit ein und sang gemeinsam mit den Wandertags-Repräsentanten aus Thüringen das Rennsteiglied.

Sehr gut besucht war während des 116. Deutschen Wandertages der Eisenacher Infostand. Von Donnerstag (23. Juni) bis Sonntag (26. Juni) fanden alle Materialien reißenden Absatz. So konnten die vier Kolleginnen der Eisenach Wartburgregion Touristik GmbH und Andreas Schiene (Thüringenforst) über 1000 Wandertags-Taschen mit den Infos zum 117. Wandertag verteilen und bereits mehr als 200 Wandertags-Plaketten verkaufen.

PETRA LÜRTZING

 

27.06.2016


27.06.2016: Neue Attraktion

Ehemalige Talsperre wird Touristenmagnet in der Vogtland-Region: Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) eröffnet neugestaltetes Strandbad Zeulenroda.

Rechtzeitig zum Beginn der Ferienzeit wartet das Zeulenrodaer Meer mit einer neuen Touristenattraktion auf. Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) eröffnete am 27. Juni 2016 gemeinsam mit Zeulenrodas Bürgermeister Dieter Weinlich (parteilos), der Landrätin des Landkreises Greiz, Martina Schweinsburg (CDU), und dem Geschäftsführer der LEG Thüringen, Frank Krätzschmar, das neugestaltete und zum Naturerlebnisbad ausgebaute Strandbad Zeulenroda. Der Umbau kostete insgesamt knapp 850.000 Euro, das Wirtschaftsministerium förderte das Projekt nach eigenen Angaben mit gut 747.000 Euro.

Die touristische Profilierung der ehemaligen Talsperre Zeulenroda sei eines der wichtigsten Ziele der Regionalentwicklung im Landkreis Greiz, sagte Wirtschaftsminister Tiefensee anläßlich der Eröffnung. Damit werde eine Anregung aus der Landestourismuskonzeption 2015 umgesetzt. „Die ehemalige Talsperre Zeulenroda wird Schritt für Schritt zu einem Touristenmagneten für die Vogtland-Region ausgebaut“, sagte der Minister. „Mit modernen Badebereichen hat das ‚Zeulenrodaer Meer‘ Touristen künftig noch mehr zu bieten.“

Der Umbau des Strandbads umfaßte die Geländegestaltung und Bepflanzung, die Anlage von Stegen und einer Bootsanlegestelle, die Errichtung von Sport- und Spielanlagen (zum Beispiel Matsch- und Sandspielplatz, Beachvolleyball- und Tischtennisplatz) sowie eines Wachturms für den Bademeister. Bereits im Vorfeld war das alte eingeschossige Strandbadgebäude am Eingangsbereich saniert und modernisiert worden. Dieses war seit ungefähr 20 Jahren ungenutzt geblieben.

„Diese Projekte schaffen die Basis nicht zuletzt auch für privates Investment“, sagte Frank Krätzschmar, Geschäftsführer der LEG Thüringen, die das Vorhaben im Auftrag des Landes betreut hat. „Das zeigen Vorhaben privater Investoren wie das PanoramaSpa am Bio-Seehotel, das Strandhaus und der Wohnmobilhafen, die bereits im Werden sind und einen wichtigen Beitrag dazu leisten, das gemeinsame Entwicklungskonzept mit Leben zu füllen.“ Mit der Eröffnung des Strandbades wird eine weitere öffentliche Investition rund um das ‚Zeulenrodaer Meer‘ erfolgreich abgeschlossen“

Seit Aufhebung des Trinkwasserstatus‘ an der Talsperre Zeulenroda im September 2012 werden auf Basis eines touristischen Entwicklungskonzepts und eines Masterplans rund um das Zeulenrodaer Meer acht Entwicklungsbereiche gestaltet. Das Konzept sieht ein Maßnahmenpaket mit Investitionen von öffentlicher und privater Hand (PPP) in Höhe von insgesamt 27,8 Millionen Euro vor. Der Anteil der öffentlichen Förderung liegt bei rund 14,7 Millionen Euro. Bisher wurden Investitionen in Höhe von gut 8,5 Millionen Euro durch das Thüringer Wirtschaftsministerium ausgelöst.

STEPHAN KRAUSS

 

27.06.2016


27.06.2016: Um zwei Plätze verbessert

Thüringer Industrie steigert sich Ende April 2016 im deutschlandweiten Vergleich bei der Umsatzentwicklung auf Platz sechs.

Der Umsatz der Thüringer Industriebetriebe mit 50 und mehr Beschäftigen stieg von Januar bis April 2016 (bei gleicher Anzahl an Arbeitstagen) um 0,8 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Das teilte das Thüringer Landesamt für Statistik am 27. Juni 2016 mit. In der Summe der neuen Bundesländer und in Deutschland blieb der Umsatz fast gleich.

Wie die Statistiker ermittelten, verbesserte sich Thüringen bei der Umsatzentwicklung im bundesweiten Ländervergleich vom 8. Platz auf den 6. Platz.

Der Absatz auf dem inländischen Markt stieg in Thüringen bis Ende April 2016 um 1,1 Prozent. In der Summe der neuen Bundesländer gab es einen Rückgang um 0,1 Prozent und in Deutschland insgesamt um 0,5 Prozent. Thüringen stand damit an 7. Stelle aller Bundesländer.

Der Auslandsumsatz Thüringens lag von Januar bis April 2016 um 0,3 Prozent über dem Vorjahreszeitraum, während er in den Industriebetrieben der neuen Bundesländer um 0,1 Prozent zurückging. Deutschland insgesamt verzeichnete einen Anstieg um 0,5 Prozent. In der Entwicklung des Exports belegte Thüringen den 8. Platz aller Bundesländer.

Die durchschnittliche Beschäftigtenzahl wuchs in Thüringen von Januar bis April des Jahres 2016 zum vergleichbaren Vorjahreszeitraum um 1,4 Prozent und stand damit an 6. Stelle aller Bundesländer. In den neuen Bundesländern wurden 1,3 Prozent Zuwachs ermittelt. In Deutschland stieg die Beschäftigtenzahl lediglich um 0,9 Prozent an.

Die Umsatzproduktivität lag in Thüringen bei rund 69.000 Euro und sank im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Prozent. In den neuen Bundesländern wurden 1,4 Prozent Rückgang ermittelt (86.000 Euro Umsatz je Beschäftigten) und in Deutschland mit insgesamt 102.000 Euro Umsatz je Beschäftigten 0,9 Prozent weniger erzielt.

PM-TLS

 

27.06.2016


27.06.2016: „Offene Diskussion“

Europastaatssekretärin Dr. Babette Winter (SPD) reist nach Budapest: Ungarisch-Thüringische Kommission legt Fahrplan für weitere Zusammenarbeit fest.

Die Thüringer Staatssekretärin für Kultur und Europa, Dr. Babette Winter (SPD), reist am 27. und 28. Juni 2016 mit einer Thüringer Delegation zum 14. Treffen der Ungarisch-Thüringischen Gemischten Kommission nach Budapest.

Zum Tagungsprogramm und den Beschlußthemen gehören laut einer Medieninformation der Thüringer Staatskanzlei die Zusammenarbeit bei der Lehrerbildung, im Forstbereich und im Archivwesen sowie gemeinsame Entwicklungsprojekte in der Biomasseforschung. Darüber hinaus wird das Arbeitsprogramm für die kommenden beiden Jahre erstellt. Der seit vielen Jahren existierende Austausch im Justiz- und Innenbereich soll intensiviert werden. Ungarn und Thüringen sind seit 1993 in einer Partnerschaft verbunden. Die vielfältigen Projekte zwischen Thüringen und Ungarn werden durch die Gemischte Kommission koordiniert, die abwechselnd in Thüringen und Ungarn tagt.

„Wir nutzen die Partnerschaft mit Ungarn auch, um unsere Vorstellungen von Demokratie und Rechtsstaat auf der Basis der Europäischen Verträge offensiv zu vertreten. Dazu dienen insbesondere die Projekte im Justiz- und Polizeibereich, aber auch meine Gespräche mit dem Staatssekretär im ungarischen Außenministerium, Dr. István Mikolas. Ich strebe eine offene Diskussion der möglicherweise unterschiedlichen Standpunkte an“, sagt Babette Winter.

Für die Europastaatssekretärin sei es besonders wichtig, in Budapest auch Vertreter von Nichtregierungsorganisationen zu treffen. Zu ihrem Besuchsprogramm gehört ein Treffen mit Aladar Horvath, dem Vorsitzenden des Roma-Parlaments - einer Dachorganisation verschiedener Roma-Verbände. Neben der Besichtigung des umstrittenen Denkmals zur Erinnerung an die deutsche Besetzung ist ein Gespräch mit den Organisatoren der zivilgesellschaftlichen Proteste gegen das Denkmal geplant. Es wird einen vielfältigen Austausch über die politischen Entwicklungen in Ungarn und Europa geben – unter anderem mit Istvan Hiller, Vizepräsident der Nationalversammlung und ehemaliger Minister für Bildung und Kultur Ungarns, sowie Dr. Károly Hafenscher, Beauftragte der ungarischen Regierung zur Vorbereitung des Reformationsjubiläums.

MI-TSK

 

27.06.2016


26.06.2016: Starkes Engagement

Mittel vom Bund bewilligt: 75.000 Euro für Kneiff‘sche Villa.

Für den Fortgang von Erhaltungsmaßnahmen an der Villa Kneiff im Park Hohenrode Nordhausen wird der Bund 75.000 Euro bereitstellen. In seiner Sitzung am 22. Juni bewilligte der Haushaltsausschuß des Deutschen Bundestages auf Vorschlag von Kulturstaatsministerin Monika Grütters Mittel des Denkmalschutz-Sonderprogramms. Damit können bundesweit national bedeutsame Kulturdenkmäler erhalten und bewahrt werden. Unter den 138 Bauwerken sind Kirchen, Schlösser, Klöster, Burgen und andere Gebäude. Insgesamt wurden 20 Millionen Euro freigegeben.

Der Bund fördert auch im Landkreis Nordhausen den Erhalt von Denkmälern. Die Wegekapelle Elende erhält 30.000 Euro. (nti-online.net berichtete am 22.06.2016). Nach Beschluß vom 22. Juni bekommt die Kneiff‘sche Villa im Park Hohenrode 75.000 Euro.

Die Villa für die Kautabakfabrikanten Carl und Fritz Kneiff im Park Hohenrode ist im Stile italienischer Villen des 16. Jahrhunderts im Jahr 1875 errichtet worden. Ein Lichthof über drei Etagen, die für die Entstehungszeit modernen Einbauten (wie ein Belüftungssystem) und Holz- oder Marmorvertäfelungen belegen die hohe Gestaltungsqualität des seit 1975 unter Denkmalschutz stehenden Ensembles. Ihm drohte nach der Wende der Verfall. Ein Förderverein mit über 300 Mitgliedern gründete 2010 eine Bürgerstiftung.

Zunächst mußte wegen Schwammbefalls Substanz abgerissen werden. Jetzt sollen statische Gutachten als fachliche Objektplanung die Grundlage für den denkmalgerechten Neuaufbau legen. Rekonstruiert werden müssen Balustraden an der Außenterrasse sowie die Brüstung des südlichen Balkons.

Die Vorsitzende der Bürgerstiftung, Gisela Hartmann, zeigte sich im Telefonat mit dem Thüringer Bundestagsabgeordnetem Manfred Grund (CDU) „dankbar, daß es jetzt weitergehen kann“. Die Stiftung investiert selbst mehr als 8000 Euro. Die Landesdenkmalpflege kofinanziert das Vorhaben mit 40.000 Euro. Zuschüsse geben auch die Katharina-und-Gerhard-Hoffmann-Stiftung Hamburg mit 10.000 Euro sowie die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit 16.782 Euro.

Später soll die Villa für Führungen, Ausstellungen und Freizeitangebote genutzt werden. Die Bürgerstiftung strebt die Errichtung eines bürgergetragenen, generationsübergreifenden innovativen Zentrums mit Werkstattcharakter als Lebens- und Forschungsraum für Kultur, Bildung, Umwelt und Gesundheit, Nachhaltigkeit und Vernetzung, regionale Identität sowie Philosophie an. Park und Villa sind als Außenstandort der Bundesgartenschau 2021 in Erfurt bestätigt worden.

Der Bundestagsabgeordnete Grund, der zusammen mit Staatsministerin Grütters im April 2016 Park und Villa besucht hatte, nannte das starke Engagement von Förderverein und Bürgerstiftung beispielgebend.

PI-MG

 

26.06.2016


25.06.2016: Markanter Knotenpunkt

„Bundesförderung macht hervorragende Arbeit des Max-Weber-Kollegs deutlich“: Zehn Millionen Euro für Forschungsneubau der Universität Erfurt von Bund und Land bestätigt.

Mit einer Förderung von zehn Millionen Euro unterstützen Bund und Land die Errichtung eines Forschungsneubaus für das Max-Weber-Kolleg auf dem Campus der Universität Erfurt. Das beschloß am 24. Juni die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) des Bundes und der Länder, nachdem der Wissenschaftsrat im April dieses Jahres „grünes Licht“ für den Bau eines neuen Forschungsgebäudes an der Universität Erfurt gegeben hatte.

Der Bund wird damit die Hälfte der Kosten von zehn Millionen Euro für das neue Universitätsgebäude übernehmen, die andere Hälfte trägt Thüringen. Planung und Vergabe sollen im kommenden Jahr erfolgen, die Bauarbeiten können im Jahr 2018 starten und bis 2020 abgeschlossen sein.

„Die Förderung durch den Bund ist eine Bestätigung für die hervorragende wissenschaftliche Arbeit, die am Max-Weber-Kolleg geleistet wird“, sagte Thüringens Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Das gelte um so mehr, als mit dem Thüringer Antrag „Attraktion, Repulsion, Indifferenz – eine kulturvergleichende Analyse von Weltbeziehungen“ ein rein geisteswissenschaftliches Forschungsprojekt den Zuschlag für ein eigenes Forschungsgebäude erhalten habe. In der Vergangenheit hatten überwiegend naturwissenschaftliche Vorhaben Förderung für Forschungsbauten erhalten.

Der Forschungsneubau für das Max-Weber-Kolleg und weitere Forschergruppen wird auf dem Campus „Nordhäuser Straße“ der Universität Erfurt als markanter Knotenpunkt zwischen Universitätsbibliothek und Kommunikations- und Informationszentrum (KIZ) entstehen. Er soll durch eine flexible Raumstruktur gleitende Übergänge für interdisziplinäres Arbeiten bereitstellen und auch für Kongresse und Tagungen genutzt werden können.

Die Förderung von Forschungsbauten erfolgt auf der Grundlage der Empfehlungen des Wissenschaftsrates zur Förderung von Forschungsbauten und der auf dieser Basis formulierten Ausführungsvereinbarung Forschungsbauten an Hochschulen einschließlich Großgeräten (AV-FuG). Die im November 2015 eingereichte Thüringer Antragsskizze für den Forschungsbau der Universität Erfurt – Max-Weber-Kolleg – war von den externen Gutachtern als herausragend bis sehr gut bewertet worden. Die Universität hatte daraufhin im Januar 2016 einen Vollantrag eingereicht. Im April hatte der Wissenschaftsrat „grünes Licht“ für den Bau eines neuen Forschungsgebäudes an der Universität Erfurt gegeben.

PEGGY HOY

 

25.06.2016


24.06.2016: Auszeichnungen

Thüringen schneidet sehr erfolgreich beim IQ-Innovationspreis Mitteldeutschland 2016 ab.

Thüringer Unternehmen und Forschungseinrichtungen haben sehr erfolgreich beim IQ-Innovationspreis Mitteldeutschland 2016 abgeschnitten. Gleich fünf der zehn Finalisten sowie der Gesamtsieger des diesjährigen Wettbewerbs kommen aus dem Freistaat. Die Auszeichnungen wurden am 23. Juni im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung vor rund 300 hochrangigen Gästen in den Franckeschen Stiftungen zu Halle vergeben.

Für die Entwicklung eines kostengünstigen und skalierbaren Hochdruckelektrolyseurs zur Produktion von Wasserstoff wurde die Kumatec Sondermaschinenbau und Kunststoffverarbeitung GmbH aus Neuhaus-Schierschnitz mit dem Gesamtpreis des IQ-Innovationspreises Mitteldeutschland 2016 ausgezeichnet. Das Unternehmen belegte mit der Innovation außerdem den 2. Platz im Cluster Energie/Umwelt/Solarwirtschaft. Der mit dem Hochdruckelektrolyseur erzeugte Wasserstoff soll zukünftig als Speichermedium für Ökostrom, für die Mobilität mit Brennstoffzellenautos und als alternativer Grundstoff für die Chemieindustrie dienen. Noch 2016 soll in Thüringen eine erste Wasserstofftankstelle mit der Technologie ausgerüstet werden.

Den Clusterpreis Chemie/Kunststoffe gewann die Dätwyler Sealing Technologies Deutschland GmbH aus Waltershausen mit ihren antimikrobiell wirkenden Elastomeren. Durch die Innovation kann die Gummioberfläche von Griffen, Handläufen und Haltestangen in Krankenhäusern, Toiletten, Küchen und öffentlichen Verkehrsmitteln als Barriere gegen die Übertragung von Bakterien, Viren und Pilzen dienen.

Sieger im Cluster Informationstechnologie wurde die Jenetric GmbH aus Jena mit dem „Livetouch quattro“, dem weltweit kleinsten, FBI-zertifizierten Zehnfinger-Fingerabdruckscanner. Das Gerät erlaubt die mobile Überprüfung von Fingerabdrücken und Dokumenten, etwa bei Grenzkontrollen, der Beantragung von Reisedokumenten bis zur Registrierung von Wählern. Den 2. Platz belegte die Mobil Schalten GmbH aus Jena mit ihrer flexiblen, sicheren und Lieferantenunabhängigen Paketempfangslösung per Mobilfunk-Anruf.

Den Clusterpreis Life Sciences gewann das Universitätsklinikum Jena. Ausgezeichnet wurde ein zusammen mit der Jenpolymer Materials UG entwickeltes Bio-Implantat aus bakterieller Nanocellulose zur Regeneration verletzter oder vollständiger durchtrennter Gallengänge.

Mit dem IQ-Innovationspreis Mitteldeutschland fördert die Europäische Metropolregion Mitteldeutschland neuartige, marktfähige Produkte, Verfahren und Dienstleistungen zur Steigerung von Innovation und Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft der Region. In der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland engagieren sich strukturbestimmende Unternehmen, Städte und Landkreise, Kammern und Verbände sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit dem gemeinsamen Ziel einer nachhaltigen Entwicklung und Vermarktung der Wirtschafts-, Wissenschafts- und Kulturregion Mitteldeutschland.

HANKA FISCHER

 

24.06.2016


24.06.2016: Beeinträchtigung

Enttäuschung über Brexit: Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) warnt vor Dramatisierung der Entscheidung und mahnt sachliche Debatte über Reform der EU an.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat mit Enttäuschung auf die Entscheidung Großbritanniens zum Austritt aus der Europäischen Union – den „Brexit“ – reagiert. „Offen gesagt, ich habe nicht geglaubt, daß es soweit kommt“, sagte Tiefensee am 24. Juni in einer ersten Reaktion. „Jenseits aller wirtschaftlichen Konsequenzen, die das Votum hat, müssen wir feststellen, daß der Nationalismus in Europa offenbar wieder fröhliche Urständ feiert.“ Er halte diese Entwicklung für bedenklich.

Der Minister warnte aber zugleich vor Dramatisierung der Entscheidung und mahnte eine sachliche Debatte über eine notwendige Reform der Europäischen Union an. „Der Brexit ist ein Symptom für die momentane Krise der EU, aber nicht das Ende der EU. Es ist auch die Chance für einen neuen Konsens über eine reformierte ‚EU 2.0‘, die demokratischer, sozialer, gerechter und unbürokratischer ist als die alte.“

Selbstverständlich habe der „Brexit“ eine Vielzahl von Konsequenzen für die künftigen Beziehungen zu den EU-Staaten, Deutschland und auch zu Thüringen. „Das reicht von der inneren Sicherheit über die Wirtschaftspolitik, den europäischen Hochschul- und Forschungsraum bis hin zur europäischen Außenpolitik.“ Die Folgen für die wirtschaftliche Entwicklung seien derzeit zwar noch nicht konkret bezifferbar. „Aber es ist klar, daß das nicht spurlos an uns vorübergehen wird, wenn die zweitgrößte Volkswirtschaft der EU nicht mehr dabei ist“, so Tiefensee.

Deshalb sei in jedem Fall von einer Beeinträchtigung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Thüringen und Großbritannien auszugehen. „Das ist um so schlimmer, weil Großbritannien seit Jahren zu den fünf wichtigsten Handelspartnern der Thüringer Wirtschaft zählt“, so der Wirtschaftsminister. Allein im ersten Quartal 2016 exportieren die Thüringer Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes (mit mehr als 50 Beschäftigten) Waren im Wert von rund 208 Millionen Euro (Anteil: 8,1 Prozent) in das Vereinigte Königreich.

Hinzu kommt ein weiteres Problem: Der „Brexit“ könnte auch förderrechtliche Folgen haben. „Mit dem Austritt Großbritanniens wird die durchschnittliche Wirtschaftsleistung in der EU deutlich absinken. Damit könnten Regionen wie Ostdeutschland aus der Regionalförderung herausfallen“, warnte Tiefensee. Grund: Weil diese Regionen plötzlich über eine bestimmte Grenze des EU-durchschnittlichen Bruttoinlandsprodukts rutschen, würden sie nach den derzeitigen EU-Regularien nicht mehr als strukturschwach eingestuft. Thüringen ist in der aktuellen Förderperiode (2014-2020) beispielsweise C-Fördergebiet, liegt also zwischen 75 und 90 Prozent des durchschnittlichen Bruttoinlandsprodukts.

„Durch den Brexit werden Thüringen und die anderen neuen Länder also künftig weit über der 90-Prozent-Grenze liegen und damit aus der Förderung herausfallen“, sagte Tiefensee. Der Minister forderte, in den anstehenden Verhandlungen Vorsorge zu treffen, um hier eine Förderlücke zu vermeiden.

Mit unmittelbaren Auswirkungen rechnet der Minister dennoch nicht. Das Austrittsverfahren (Verfahren nach Artikel 50 EUV) sieht vor, daß in den folgenden zwei Jahren zwischen der EU und Großbritannien die Einzelheiten des Austritts (Rechtsnachfolgen, Entflechtung von nationalem und EU-Recht) ausverhandelt werden müssen. Nach den zwei Jahren steht (auch ohne Abschluß des Vertrages) automatisch der Austritt.

STEPHAN KRAUSS

 

24.06.2016


23.06.2016: Austausch

15 Jahre Arbeitsgemeinschaft der mitteldeutschen Landesmedienanstalten (AML): Gremienklausur in Gotha zur Radiozukunft in einer digitalen Audiowelt.

Seit 2001 arbeiten die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM), die Medienanstalt Sachsen-Anhalt (MSA) und die Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) in der Arbeitsgemeinschaft der mitteldeutschen Landesmedienanstalten (AML) zusammen. Am 22. und 23. Juni trafen sich Gremienmitglieder der drei Landesmedienanstalten in Gotha zu ihrem turnusmäßigen Arbeitstreffen. Die Beratungen standen unter dem Thema: „Das macht Radio erfolgreich – Die Zukunft von Hörfunk in einer digitalen Audiowelt“.

Der inhaltliche Auftakt kam vom MDR-Hörfunkdirektor und Vorsitzenden der ARD-Hörfunkkommission, Johann Michael Möller, der über öffentlich-rechtliches Radio in trimedialen Medienwelten informierte. Die Geschäftsführer der CrowdArchitects GmbH verdeutlichten anhand der von ihnen entwickelten Crowdradio-App die Bedeutung des IP-Übertragungsweges für Radio. In einem weiteren Schwerpunkt informierte Prof. Dr. Klaus Goldhammer, Goldmedia GmbH Strategy Consulting, über die Zukunft des Radios in den neuen Medienwelten. Schließlich diskutierten Mike Bröhl, Geschäftsführer von Radio Brocken, Marco Maier, Geschäftsführer von Antenne Thüringen, und Tino Utassy, Geschäftsführer von BCS Broadcast Sachsen GmbH und Co. KG mit den Gremienmitgliedern darüber, wie privates Radio in Mitteldeutschland auch zukünftig erfolgreich sein kann.

Im Ergebnis des Austausches plädierten die Gremienvertreter für die Aufnahme des NDR-Werbemodells in den sich in der Novellierung befindlichen MDR-Staatsvertrag und sprachen sich für eine intensive Unterstützung der privaten Hörfunkveranstalter bei der Einführung von DAB+ durch die Länder aus.

Daneben ging es in dem internen Austausch um Zusammenarbeitsfelder, gemeinsame Veranstaltungen und weitere Aktivitäten der AML. Ein Markenzeichen der erfolgreichen Zusammenarbeit ist der bereits zum 12. Mal gemeinsam ausgelobte Rundfunkpreis Mitteldeutschland in den Sparten Hörfunk, Fernsehen und Bürgermedien. Auch das seit 2013 jährlich gemeinschaftlich organisierte Mitteldeutsche Mediencamp, der im letzten Jahr zusammen mit dem MDR gestartete Mitteldeutsche Medienkompetenzpreis und die Kooperation beim Medientreffpunkt Mitteldeutschland sind Beispiele für die gelebte, vertrauensvolle und gewinnbringende Zusammenarbeit seit Gründung der AML im Mai 2001.

Nachdem die Thüringer Landesmedienanstalt in den letzten beiden Jahren den Vorsitz in der AML innehatte, übergaben der TLM-Direktor Jochen Fasco und der Vorsitzende der TLM-Versammlung, Johannes Haak, den Vorsitz für die nächsten zwei Jahre an Markus Kurze MdL, Vorstandsvorsitzender der MSA und Martin Heine, MSA-Direktor.

PM-TLM

 

23.06.2016


23.06.2016: „Neu nachdenken“

Für ein Verbleiben Großbritanniens in der Europäischen Union plädiert Thüringens Landtagspräsident Christian Carius (CDU) und gibt zu Bedenken, daß das europäische Integrationskonzept  nicht zu einer Einbahnstraße werden dürfe. „Wenn nationale und regionale Parlamente von den Bürgern nur noch als passive ,Erfüllungsgehilfen‘ einer anonymen EU-Bürokratie wahrgenommen werden, ist das gefährlich für die Demokratie. Stattdessen sollten die Mitsprachemöglichkeiten der Parlamente in Europa gestärkt werden.“

Am 23. Juni 2016 stimmen die Bürger in Großbritannien über den Verbleib ihres Landes in der Europäischen Union ab. „Mit der überwiegenden Mehrheit der Deutschen hoffe ich auf einen Verbleib der Briten in der EU“, das erklärt Thüringens Landtagspräsident Christian Carius (CDU). Unabhängig vom Ausgang des Referendums sei es Zeit, innezuhalten, macht der Politiker in einem am 23. Juni auf der Internetseite des Landtages veröffentlichten Statement klar. „Das Versprechen auf ,Geborgenheit in gesichertem Fortschritt‘ (Willy Brandt) ist brüchig geworden. Es mehren sich Zweifel, ob die EU dieses Versprechen einlösen kann.“

Zwei Aspekte betont Carius in diesem Zusammenhang: Zum einen „ticke“ der Osten der EU anders. Die Einschränkung nationalstaatlicher Handlungsmöglichkeiten durch das europäische Projekt würden in Osteuropa sehr kritisch gesehen. „Man sollte nicht so tun, als wären die ostmitteleuropäischen Länder unmündige Kinder, weil sie ihre nationale Souveränität stärker betonen“, so der Landtagspräsident. „Dafür gibt es gute historische und kulturelle Gründe. Und dieser ‚Osten der EU‘ beginnt nicht an der Oder, er beginnt an der Werra beziehungsweise der Elbe, das heißt an der ehemaligen innerdeutschen Grenze.“

Zum anderen habe die Skepsis gegenüber Europa, wie es sich heute präsentiere, überall zugenommen. Die Bürger würden von Europa mehr als die Steigerung des gemeinsamen Wohlstands erwarten. Es reiche nicht festzustellen, daß der Brexit Großbritannien wirtschaftlich schaden würde. „Ungefähr die Hälfte der Briten ist ungeachtet der ökonomischen und fiskalischen Einbußen leidenschaftlich bereit, das Risiko eines Austritts einzugehen.“

Die Ursachen für diese Stimmungslage haben nach Auffassung von Christian Carius „mindestens ebensoviel mit britischem Selbstverständnis wie mit Fehlentwicklungen in der EU zu tun.“ Die Arbeit der EU-Kommission und auch des EU-Parlaments stoße bei den meisten Europäern auf Desinteresse, bei vielen auf Ablehnung. „Brüssel“ gelte vielen als Inbegriff für Intransparenz und Regulierungswut. Unzufriedenheit und Ablehnung seien in den letzten Jahren spürbar gewachsen. In zahlreichen Ländern würden populistische Parteien Kapital aus dem Unbehagen der Menschen über die EU schlagen.

Carius gibt zu Bedenken: „Um das europäische Projekt nicht scheitern zu lassen, müssen wir über seine Fundamente und seine Legitimation neu nachdenken. Die Beschwörungsformel des ,Schneller, weiter, höher‘ mit dem Automatismus von mehr und tieferer Integration und immer neuen Mitgliedern hat an Überzeugungskraft verloren.“ Vor neuen Erweiterungs- oder Vertiefungsschritten müsse überzeugend beantwortet werden, was die Europäer verbindet und wie sie mehr Einfluß auf Europa nehmen könnten? Carius: „Das europäische Integrationskonzept darf nicht zu einer Einbahnstraße werden. Wenn nationale und regionale Parlamente von den Bürgern nur noch als passive ,Erfüllungsgehilfen‘ einer anonymen EU-Bürokratie wahrgenommen werden, ist das gefährlich für die Demokratie. Stattdessen sollten die Mitsprachemöglichkeiten der Parlamente in Europa gestärkt werden.“

Er werbe dafür, so Carius, über Europas Zukunft zu diskutieren – „ohne platte Parolen und mit Blick auf die Realitäten“. Statt Träumen von einem Europäischen Bundesstaat nachzulaufen, fordert der Thüringer Parlamentspräsident, sollten wir anerkennen, „daß die Voraussetzungen dafür auf absehbare Zeit nicht gegeben sind. Es gibt weder eine wirkliche europäische Öffentlichkeit, noch gibt es eine ausreichende demokratische Legitimation für eine europäische Sozialunion.“

Ebenso klar sei auch, daß ein eher lockerer Staatenbund nicht genüge. Vielmehr konfrontiere uns die aktuelle Situation der Welt mit zahlreichen Aufgaben, bei denen nur gemeinsames europäisches Handeln Erfolg verspreche. „So ist Europa im Welthandel nur deswegen ein entscheidender Faktor, weil es als ein großer, gemeinsamer Markt auftritt. Selbst Deutschland allein hätte nicht entfernt dieses Gewicht. Wir brauchen dieses Gewicht, um unsere europäischen Vorstellungen und Standards zu schützen.“

Außerdem geht Carius in seiner Argumentation auf die Sicherung der EU-Außengrenzen ein, „die offenkundig von einzelnen Mitgliedsländern allein nicht gewährleistet werden kann“. Auch hier zähle der berechtigte Anspruch der EU-Bürger auf Sicherheit und die Handlungsfähigkeit politischer Institutionen. Das Gefühl von Kontrollverlust, das sich im vergangenen Sommer breitgemacht habet, dürfe sich nicht wiederholen. Ein entschlossenes Handeln der EU-Grenzschutzagentur Frontex werde zum Beispiel künftig in immer größerem Ausmaß erforderlich sein. Carius wirft in diesem Zusammenhang die Frage auf, inwiefern eine gemeinsame Außenpolitik der EU auf Dauer ohne gemeinsame militärische Komponente auskommen könne.

Laut Christian Carius würden diese Beispiele zeigen, „wie stark uns Europäer gemeinsame Interessen verbinden können“. Deshalb fordert er: „Wir sollten die EU stärker als Ausdruck dieser tiefgreifenden Interessengemeinschaft betrachten. Wer in einem solchen Staaten-Verbund gewollte Vielfalt nach innen und notwendige Geschlossenheit nach außen sichern will, der muß bereit sein, auch wieder Kompetenzen von der europäischen auf die nationale Ebene zurückzuverlagern.“

TL

 

23.06.2016


22.06.2016: Festveranstaltung

Menschenrechtsbildung: Kooperationsvereinbarung zwischen der staatlichen Gemeinschaftsschule „Friedrich Schiller" Erfurt und dem Erinnerungsort Topf und Söhne.

Die Schüler und Lehrer der Gemeinschaftsschule „Friedrich Schiller" feiern am 22. Juni den 120. Geburtstag ihrer Schule. Nach einer wechselvollen Geschichte ist die engagierte Schulgemeinschaft heute in vielfältigen Projekten engagiert, in denen weder die Vergangenheit, noch die größeren Zusammenhänge vergessen werden.

In der Schülerschaft werden 20 Sprachen gesprochen oder verstanden, darunter Arabisch, Armenisch, Aserbaidschanisch, Chinesisch und Kurdisch. Seit November 2015 wird auch „Deutsch als Zweitsprache" unterrichtet, aus Syrien und dem Irak geflüchtete Kinder werden unter anderem von einer syrischen Lehrkraft betreut.

Seit zwei Jahren hat die Schule Kontakt zu einer ehemaligen jüdischen Schülerin, die heute 88 Jahre alt ist und in Israel lebt. Auch die Bildungsangebote des Erinnerungsortes Topf und Söhne werden von der Schule gerne genutzt. Die Festveranstaltung, an der auch Erfurts Bürgermeisterin Tamara Thierbach (Die Linke) teilnimmt, ist Anlaß, um diese Kooperation mit einer Vereinbarung zu besiegeln und auszubauen. Damit wird auch ein Zeichen für Erfurt als „Stadt der Vielfalt" gesetzt. „Alle Partner fühlen sich einer historisch-politischen Bildungsarbeit verpflichtet, die als Menschenrechtsbildung den Artikel 1 des Grundgesetztes ,Die Würde des Menschen ist unantastbar …' mit Leben erfüllt", heißt es in der Kooperationsvereinbarung, die während der Festveranstaltung am 22. Juni von der Schulleiterin, der Kuratorin des Erinnerungsortes Topf und Söhne und dem Vorsitzenden des Förderkreises Erinnerungsort Topf und Söhne unterzeichnet werden soll.

SYBILLE GLAUBRECHT

 

22.06.2016


22.06.2016: Antrag komplett entsprochen

Förderung der Wegekapelle Elende: Der Haushaltsausschuß des Bundestages stimmte der Freigabe von Mitteln für die Sanierung des Gebäudes zu.

„Dem Antrag auf 30.000 Euro wurde komplett entsprochen“, freut sich der Thüringer Bundestagsabgeordnete Manfred Grund (CDU). Der zuständige Haushaltsausschuß hatte am Nachmittag des 22. Juni über zahlreiche Projekte zu befinden. Abgeordneter Grund dankte allen Beteiligten und Engagierten, die sich seit Jahren vor Ort für den Erhalt der Wegekapelle Elende einsetzen.

Die Wegekappelle Elende und das Hospital entstanden um das Jahr 1300 an der Handels- und Pilgerstraße „Via regia“, die die Königspfalzen verband. Diese Wegestation bildete mit ziemlicher Sicherheit den Ursprung des Dorfes Elende, das heute ein Stadtteil von Bleicherode im Eichsfeld ist. Aufgrund eines 1414 gestifteten wundertätigen Gnadenbildes der Maria wurde der Ort selbst zum Wallfahrtsort und ermöglichte den Bau der Rosenkirche St. Marien. Die alte Wegekapelle wurde dennoch bis 1820 für Gottesdienste genutzt.

Für das aktuelle Vorhaben zur Substanzerhaltung und Restaurierung der Wegekapelle Elende im Sinne der Denkmalpflege bewilligte der Bund die beantragte Summe von 30.000 Euro. Damit sollen eine Notsicherung sowie die Instandsetzung der baulichen Hülle unterstützt werden. Das Gebäude soll wieder zur funktionstüchtigen Kapelle hergerichtet werden, zitiert Abgeordneter Manfred Grund, der Vorsitzender der Landesgruppe Thüringen der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag ist, aus dem Förderantrag.

Die Hospitalstiftung „Maria im Elende“ Bleicherode steuert 5000 Euro Eigenmittel bei. Zudem beteiligen sich der Freistaat Thüringen, die Dornier-Stiftung und die Hoffmann-Stiftung mit insgesamt 27.000 Euro an der Instandsetzung.

Zuletzt hatte die Staatsministerin im Bundeskanzleramt für Kultur und Medien, Professor Monika Grütters, der Wegekapelle Elende am 17. April auf Einladung Grunds einen Besuch abgestattet.

PM-MG

 

22.06.2016


21.06.2016: Mehrwert durch Praxisnähe

Studierende entwickeln Ideen für die „Musikstadt Sondershausen": Stadt kooperiert mit Erfurter Hochschule IUBH zu Markenbildungsprozeß.

Studierende der Erfurter Hochschule IUBH Duales Studium haben die Stadt Sondershausen bei der Profilierung als „Musikstadt“ unterstützt. Gemeinsam mit Prof. Dr. Peter Neumann, Professor für Tourismuswirtschaft an der IUBH, entwickelten sie Ideen zur nachhaltigen Etablierung der Stadtmarke. So entstanden zum Beispiel Handlungsempfehlungen, wie die Großveranstaltung „Thüringer Schloßfestspiele“ ganzjährig in die Marke „Musikstadt Sondershausen“ eingebunden werden kann. Die besten Ideen fließen nun in ein konkretes Handlungskonzept des Beratungsbüros Tourismus plan B GmbH für Sondershausen ein.

Unter anderem brachten die Studierenden die Einführung von Merchandise-Artikeln, wie zum Beispiel Sammeltassen, die Etablierung einer Naturbühne an Wanderwegen und einen ganzjährigen Festspielkalender ins Gespräch. Neumann schätzt die Zusammenarbeit mit der Stadt: „Diese Kooperation ist ein gelungenes Beispiel für die Praxisnähe, die die Studierenden an der IUBH erleben. Sie bietet einen Mehrwert für die Hochschule und die Stadt Sondershausen gleichermaßen.“

Als Experte für touristische Entwicklung in Thüringen ist Neumann weiterhin aktiv an dem Markenbildungsprozeß beteiligt. Auch mit Studierenden der IUBH möchte die Stadt künftig gern wieder kooperieren. „Ich bin begeistert vom Engagement der Studierenden und vor allem von ihren Ideen. Eine weitere Zusammenarbeit in der Zukunft kann ich mir sehr gut vorstellen“, so Angela Böhme, Geschäftsführerin der Stadtmarketing Gesellschaft.

Die IUBH bietet an ihrem Thüringer Campus Erfurt den Bachelorstudiengang Tourismuswirtschaft im dualen Modell an. Die Studierenden wechseln im wöchentlichen Rhythmus zwischen Hochschule und ihren Praxisbetrieben aus der Tourismusbranche. Damit erlangen sie in sieben Semestern einen staatlich anerkannten Bachelorabschluß und sammeln gleichzeitig fundierte Berufserfahrung. Für die Studierenden ist das Studium kostenfrei.

Die Internationale Hochschule Bad Honnef Bonn (IUBH), die 1998 gegründet wurde, versammelt unter ihrem Dach drei voneinander unabhängige Hochschulbereiche mit insgesamt über 7000 Studierenden: das Campusstudium mit internationaler Managementausrichtung an der IUBH School of Business and Management, das IUBH Duale Studium und das IUBH-Fernstudium. Das Campusstudium beinhaltet englischsprachige Bachelor- und Masterstudiengänge mit klarem Branchenfokus, beispielsweise auf Tourismus, Hotellerie oder Aviation. Das duale Studium der IUBH umfaßt Bachelorstudiengänge mit wöchentlichem Wechsel zwischen Theorie und Praxis. Die flexiblen Fernstudiengänge der IUBH bieten ein breites betriebswirtschaftliches Spektrum von Marketing über Gesundheitsmanagement bis Wirtschaftsrecht. Die IUBH betreibt Standorte in Bad Honnef, Bad Reichenhall, Berlin, Bremen, Düsseldorf, Erfurt, Hamburg, München und Frankfurt am Main. Im CHE-Hochschulranking 2015 schnitt sie wiederholt als beste private Fachhochschule Deutschlands im Fach Betriebswirtschaft ab. Die Akkreditierungsagentur FIBAA verlieh der IUBH, als erster Hochschule Deutschlands, für fünf ihrer Studiengänge das Premiumsiegel. Träger der IUBH ist die Career Partner GmbH.

ANNEKE SÖPPER

 

21.06.2016


21.06.2016: Synergieeffekte entwickeln

Carl-Zeiss-Stiftung fördert die Ernst-Abbe-Hochschule Jena: Neue Stiftungsprofessur „Mobile and Cloud Computing“.

Die Carl-Zeiss-Stiftung fördert die Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena mit einer neuen Stiftungsprofessur. Die vom Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen eingeworbene und jetzt zu besetzende Professur „Mobile and Cloud Computing“ soll maßgeblich die weitere Digitalisierung von Wirtschafts- und Industrieprozessen fördern. Die Carl-Zeiss-Stiftung finanziert die Professur für eine Dauer von fünf Jahren mit einem Gesamtfördervolumen von 475.000 Euro.

„Die Digitalisierung unserer Wirtschafts- und Industrieprozesse“, so die Rektorin der EAH Jena, Prof. Dr. Gabriele Beibst, „fördert nicht nur unser derzeitiges Wirtschaftswachstum, sondern ist gleichzeitig entscheidend für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft unseres Standortes.“ Rektorin Beibst unterstreicht: „Wir sind der Carl-Zeiss-Stiftung außerordentlich dankbar für diese umfangreiche und nachhaltige Förderung.”

Die Stiftungsprofessur soll die zwei Fachgebiete „Cloud Computing“ und „Mobile Computing“ bündeln. Während das Cloud Computing verschiedene IT-Infrastrukturen über ein Netz zur Verfügung stellt, ohne daß diese auf dem lokalen Rechner installiert sein müssen, ist das Mobile Computing eine Technologie, die hauptsächlich mobile Kommunikation und mobile Hardware beinhaltet.

Die Professur „Mobile and Cloud Computing“ wird neue Verfahren und Methoden lehren, welche die Digitalisierung von Wirtschafts- und Industrieprozessen fördern. „Die digitale Wirtschaft ist nicht nur bereits heute ein bedeutender Wirtschaftssektor und wichtiger Technologiebereich, sondern sie treibt die Digitalisierung von Unternehmen, Arbeitswelt und Gesellschaft in hohem Maße voran“, erläutert Prof. Dr. Wolfgang Eibner, Dekan des Fachbereichs Wirtschaftsingenieurwesen der EAH Jena, bei dem die neue Stiftungsprofessur angesiedelt sein wird.

Inhaltlich begleitet die Professur den seit 2013/2014 neu eingerichteten Studiengang E-Commerce der EAH Jena, der hauptsächlich Internetwirtschaftsingenieure ausbildet, und auf einen hohen Zulauf blicken kann. Sie soll weiterhin Synergieeffekte für den Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen mit Spezialisierung IT entwickeln, diesen durch spezifische Module aus dem Mobile and Cloud Computing anreichern und so einen Ausbildungsbeitrag in Hinsicht der Entwicklung von „Industrie 4.0“ leisten.

Doch auch fachbereichsübergreifend soll die Stiftungsprofessur „Mobile and Cloud Computing“ an der EAH Jena wirken: So können der Bachelorstudiengang Business Information Systems des Fachbereichs Betriebswirtschaft, ebenso wie Studienangebote der Fachbereiche Elektrotechnik/Informationstechnik und Maschinenbau eingebunden werden.

Ein weiteres wichtiges Thema für die neue Professur ist die Kooperation mit Unternehmen: Für die angestrebten Vernetzungen findet die Hochschule nicht nur in Jena und Thüringen große Unterstützung, wie Reinhard Hoffmann, Geschäftsführer der TowerConsult GmbH und Vorsitzender des Förderkreises der EAH Jena, unterstreicht, sondern auch auf Bundesebene.

Nach Recherchen von JenaWirtschaft, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Jena mbH, sind aktuell etwa 5000 Beschäftigte in der Jenaer IT-Industrie tätig. Etwa 50 Prozent von ihnen, also 2500 Menschen, arbeiten laut der Studie Software und E-Commerce aus Jena in den mehr als 50 Unternehmen der Jenaer Internetwirtschaft. Die EAH Jena wird diese Entwicklung mit der Stiftungsprofessur „Mobile and Cloud Computing“ weiter nachhaltig fördern.

SIGRID NEEF

 

21.06.2016


20.06.2016: Nachteil in einen Vorteil verkehren

Bis zu 258 Millionen Euro zusätzliches Wachstum pro Jahr durch Industrie 4.0: 7. Weimarer Wirtschaftsforum diskutiert „Wachstum im Mittelstand“.

Die Digitalisierung sorgt in Thüringen für ein zusätzliches Wachstum zwischen 180 und 258 Millionen Euro pro Jahr. Das geht aus ersten Ergebnissen einer Studie zur Industrie 4.0 in Thüringen hervor, die am 20. Juni auf dem 7. Weimarer Wirtschaftsforum vorgestellt wurde. Erarbeitet wird die Studie derzeit im Auftrag des Thüringer Wirtschaftsministeriums vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI). Im Betrachtungszeitraum bis 2025 ergibt sich durch die Industrie 4.0 ein möglicher zusätzlicher Wachstumseffekt zwischen 2,2 und 3,1 Milliarden Euro.

„Die Digitalisierung durchdringt alle Bereiche der Wirtschaft und schafft neue Märkte und Nachfragepotentiale – deshalb sprechen wir in Thüringen auch bewußt von Wirtschaft 4.0“, sagte Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) in Weimar. Ihr Erfolg stehe und falle aber damit, daß es gelinge, gerade die vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen auf dem Weg ins digitale Zeitalter mitzunehmen. „Wir müssen erreichen, daß sich viele kleine Unternehmen auf digitalen Plattformen zusammenschließen und so neue Formen kooperativer Wertschöpfung schaffen“, beschrieb der Minister der Herausforderung. Damit könne der vermeintliche Nachteil der Kleinteiligkeit in einen Vorteil verkehrt werden.

Vom digitalen Wandel besonders betroffen sind dabei laut Studie diejenigen Industriezweige, die für Thüringen standortprägend sind – Herstellung von Metallerzeugnissen, Maschinenbau, Automobilbranche, Kunststoffindustrie. Um die Unternehmen in diesen und anderen Bereichen zu unterstützen, hat das Wirtschaftsministerium ein Kompetenzzentrum Wirtschaft 4.0 gegründet und ein „Aktionsprogramm“ vorgelegt, das die wichtigsten Maßnahmen rund um die Digitalisierung umfaßt – vom Breitbandausbau bis zur Förderung digitaler Modellprojekte.

Vor dem Hintergrund der Fraunhofer-Studie prüfe man zudem weitere Initiativen etwa bei der Förderung und der Qualifizierung. So sieht die Studie Nachholbedarf in Thüringen beispielsweise bei der Information über laufende Aktivitäten und erfolgreiche Projekte im Bereich Industrie 4.0, bei der Umsetzung erster eigener Projekte in den Betrieben und bei der Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern. Vorgeschlagen werden deshalb unter anderem ein „Akteursatlas Thüringen 4.0“, die Verstärkung niedrigschwelliger Förderangebote für innovative digitale Pilot- und Vernetzungsprojekte (zum Beispiel durch Nutzung der „Innovationsgutscheine“ aus der Technologieförderung), Förderangebote für Leuchtturmprojekte oder eine „Qualifizierungsoffensive“ für Digitalisierung und Industrie 4.0 in der Aus- und Weiterbildung. Zunächst sollten aber die kompletten Ergebnisse und der Endbericht der Studie abgewartet werden, sagte der Wirtschaftsminister.

Das Thema des diesjährigen „Weimarer Wirtschaftsforums“ lautet: „Innovation, Produktivität, Internationalisierung – Wachstum im Thüringer Mittelstand“. Im Fokus der Hauptreden und Keynotes am Vormittag sowie der insgesamt fünf Workshops am Nachmittag standen daher neue Ansätze und Instrumente zur Unterstützung des Thüringer Mittelstands, um mehr Wachstum und Beschäftigung zu erreichen. Referenten waren unter anderem Iris Gleicke (SPD), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium und Mittelstands- und Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Dr. Ingrid Hengster, Vorstandsmitglied der KfW-Bankengruppe. Insgesamt 300 Teilnehmer waren gekommen.

Unternehmenswachstum aus dem Bestand ist angesichts der kleinbetrieblichen Wirtschaftsstrukturen im Freistaat eine Schlüsselfrage für die Thüringer Wirtschaftspolitik. Nach einer Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) im Auftrag des Wirtschaftsministeriums von 2015 entfallen in Thüringen lediglich 14,9 Prozent aller Beschäftigten auf Unternehmen mit 500 Beschäftigten – im Bundesschnitt sind es 40,8 Prozent, in Baden-Württemberg sogar 43,9 Prozent. Aus dieser vergleichsweise ungünstigeren Betriebsgrößenstruktur folgt nach der Modellrechnung der Studie eine um jährlich zwei Milliarden Euro niedrigere industrielle Bruttowertschöpfung in Thüringen (10,3 statt 12,4 Milliarden Euro).

STEPHAN KRAUSS

 

20.06.2016


20.06.2016: „Halsbrecherischer Kurs“

MDR-Umfrage zur Gebietsreform: Thüringer CDU-Chef Mike Mohring fordert von Rot-Rot-Grün, Vorschaltgesetz von der Tagesordnung zu nehmen.

Die Regierungskoalition soll ihr Vorschaltgesetz für die Gebietsreform von der Tagesordnung des Landtags absetzen. Diese Forderung hat die CDU-Fraktion als Reaktion auf die am 20. Juni im MDR Thüringen veröffentlichte Umfrage von Infratest-dimap zur Gebietsreform in Thüringen gefordert. Eine klare Mehrheit von 56 Prozent der Befragten lehnt demnach die Pläne der Linkskoalition ab. Quer durch die Anhängerschaft aller Parteien, bei Nichtwählern und Unentschlossenen trifft die Radikalreform auf mehr Ablehnung als Zustimmung.

Der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, Mike Mohring, erklärte wörtlich: „Die Bürger erkennen sehr klar, daß Rot-Rot-Grün dabei ist, ohne Not, die kommunalen Strukturen des Landes zu ruinieren. Die Linkskoalition sollte endlich die Hinweise der kommunalen Spitzenverbände und der CDU ernst nehmen und ihren halsbrecherischen Kurs noch einmal gründlich durchdenken. Ein erster Schritt wäre, das Vorschaltgesetz zur Gebietsreform in dieser Woche von der Tagesordnung des Landtags zu nehmen. Dann bliebe auch Zeit für eine inhaltlich substantielle Debatte unserer Änderungsvorschläge. Und der Landtag könnte zunächst über die Funktional- und Verwaltungsreform sprechen.“

PM-CDU-TL

 

20.06.2016


19.06.2016: Steigende Teilnehmerzahlen

Rund 14.500 Tierfreunde trafen in Erfurt auf 4000 Hunde und Katzen.

Mit rund 14.500 Besuchern hat die Internationale Rassehunde- und Rassekatzenausstellung in Erfurt ihren Ruf als eines der wichtigsten Events für Fans und Fachleute bestätigt. „Die hervorragende Mischung aus nationalen und internationalen Wettbewerben, fachlicher Beratung und vielen Publikumsevents macht die Attraktion der Veranstaltung aus“, konstatiert Projektleiterin Laura Berger.

Ausstellungsleiter Eike Helmvoigt vom Landesverband Thüringen im Verband für das Deutsche Hundewesen e.V. erklärte: „Wir sind mit der Zusammenarbeit mit der Messe Erfurt wieder sehr zufrieden. Auch die Teilnehmerzahlen sind in diesem Jahr konstant hoch geblieben. Der neue Agility-Spielplatz für Besucherhunde ist sehr gut angenommen worden. Eine Fortsetzung für 2017 ist geplant. Insgesamt war die Rassehunde-Ausstellung 2016 erneut ein großer Erfolg.“

Stellvertretend für die 95 Industrie- und Vereinsaussteller steht die Einschätzung von Holger Köder, Geschäftsführer Winner Plus Pet Food GmbH, Hauptsponsor der Wettbewerbe „Kleiner Ring“ und „Ehrenring“: „Die Industrieausstellung in Halle 1 war sehr gut organisiert. Ein großes Lob an das Team der Messe Erfurt. Unser Stand ist gut frequentiert worden und wir sind zuversichtlich, was gute Nachfolgegeschäfte mit den Züchtern angeht. Wir sind im nächsten Jahr definitiv wieder dabei.“

3780 Hunde aus 240 Rassen und 23 Ländern hatten sich am 18. und 19. Juni dem Urteil der Kampfrichter gestellt. Die fachgerechte Beurteilung wurde in den 42 Richtringen von 61 Richtern aus zwölf Ländern übernommen. Zahlreiche Industrie- und Handelsunternehmen ergänzten das Ausstellungsbild und boten alles rund um Hund und Katze zum Kauf an. An Informationsständen der Vereine gaben kompetente Gesprächspartner Auskunft über alle Aspekte der Hundehaltung, der Anschaffung und der Hundeerziehung. Das Erfurter Messegelände war mit 47.000 Quadratmetern belegter Fläche ausgebucht.

Auch bei ihrer fünften Auflage stieß die parallele Internationale Rassekatzen-Ausstellung auf großes Besucherinteresse. In diesem Jahr präsentierten 70 Aussteller 230 Tiere der verschiedensten Rassen. Das Urteil von Jeannette Glawion, Ausstellungsmanagerin, Felina e.V.: (Unabhängige Gemeinschaft der Katzenfreunde), ist eindeutig: „Die internationale Rassekatzenausstellung konnte sich auch 2016 über steigende Teilnehmerzahlen freuen. In diesem Jahr waren wieder alle ,gängigen‘ Katzenrassen vertreten. Darunter auch exotische Rassen wie die ,Türkisch Van‘ und die ,Burmilla‘. Besonders stolz sind wir auf die Teilnahme einer ,Hauskatze‘ am Samstag.“

Parallel zu den Ausstellungen fanden im CongressCenter der Messe Erfurt zum dritten Mal die Meisterschaften der Hundefriseure statt. Im Rahmen der „5. German International and National Grooming Competition“ kämpften 60 Starter mit 100 Starts in den verschieden Wettkampfkategorien aus der ganzen Welt um Titel und Preisgelder. Ausrichter der Meisterschaften war die Deutsche Groomer Vereinigung (DGV). Vorstandsmitglied Holger Helmrich: „Wir sind mit der Meisterschaft der Hundefriseure nun schon zum dritten Mal auf der Messe Erfurt mit dabei und beobachten jährlich steigende Teilnehmerzahlen. Die weiteste Anreise hatte ein Teilnehmer aus Chile. In diesem Jahr konnten wir die Deutschlandpremiere des „K9 Tournaments“ feiern. Gern setzen wir die gute Zusammenarbeit mit der Messe Erfurt auch im nächsten Jahr fort.“

Der Termin steht schon fest: am 6.und 7. Mai 2017.

JUDITH KIESSLING

 

19.06.2016


18.06.2016 „Kooperative Wertschöpfung“

Neue Ansätze und Instrumente zur Unterstützung von Wachstum und Beschäftigung im Thüringer Mittelstand: 7. Weimarer Wirtschaftsforum findet am 20. Juni statt.

Fragen rund um das Wachstum mittelständischer Unternehmen – vom Innovationsmanagement über die Internationalisierung und die Personalrekrutierung bis hin zur Digitalisierung der Produktion – stehen im Mittelpunkt des diesjährigen 7. Weimarer Wirtschaftsforums am 20. Juni 2016.

Unternehmenswachstum aus dem Bestand ist angesichts der kleinbetrieblichen Wirtschaftsstruktur eine Schlüsselfrage für die Thüringer Wirtschaftspolitik. Nach einer im Auftrag des Wirtschaftsministeriums durchgeführten Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI), Karlsruhe, entfallen in Thüringen lediglich 14,9 Prozent aller Beschäftigten auf Unternehmen mit 500 Beschäftigten – im Bundesschnitt sind es 40,8 Prozent, in Baden-Württemberg sogar 43,9 Prozent. Kleinere Unternehmen sind flexibel und können sich schnell an neue Marktentwicklungen anpassen. Gleichzeitig fällt es ihnen aber schwerer, Fachkräfte zu gewinnen, eigene Innovationsprojekte umzusetzen und eine kontinuierliche Präsenz auf Auslandsmärkten aufzubauen.

Auf dem 7. Weimarer Wirtschaftsforum geht es daher um neue Ansätze und Instrumente zur Unterstützung von Wachstum und Beschäftigung im Thüringer Mittelstand. Vorgestellt werden auch erste Ergebnisse einer Studie zu den Effekten der Industrie 4.0 in Thüringen. „Ein Hauptziel der Mittelstandspolitik in den kommenden Jahren wird es sein, Wachstum durch kooperative Wertschöpfung und die Herausbildung eines ‚großen Mittelstands‘ in Thüringen zu unterstützen“, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) im Vorfeld der Veranstaltung. „Themen wie Industrie 4.0 spielen dabei eine zentrale Rolle.“.

MI-TMWWDG

 

18.06.2016


17.06.2016: Tagung

Top-Juristen aus Bund und Ländern beraten auf Schloß Ettersburg über Rechtsfragen der Zuwanderung.

Die diesjährige rechtspolitische Tagung des Landesarbeitskreises Christlich-Demokratischer Juristen (LACDJ) am 17. und 18. Juni steht unter dem Thema „Rechtsstaat und Migration – Gespräche über Herausforderungen, Chancen und Risiken der Zuwanderung“. Prominente Juristen aus den südlichen Bundesländern und den Obersten Gerichtshöfen werden an der Tagung teilnehmen, darunter Bundesverfassungsrichter Prof. Dr. Peter M. Huber. Die Dinner Speech am Eröffnungsabend hält der Thüringer CDU-Landesvorsitzende Mike Mohring und zur Digitalisierung in der Justiz führt Gregor Lietz, Geschäftsführer der PDV Systeme, aus. Moderiert wird die Tagung von FAZ-Redakteur Dr. Reinhard Müller.

Die Landesvorsitzende des LACDJ Thüringen, Marion Walsmann (MdL), wird in ihrer Begrüßung die Frage aufwerfen „Erleben wir in dieser Zeit einen Streßtest des Rechtsstaates?“ Walsmann sieht es als Aufgabe an, nicht nur die rechtlichen Fragestellungen rund um das Thema Migration zu erörtern, sondern auch die politischen Aspekte im Auge zu behalten. In ihrem Grußwort an die Teilnehmer sagt sie weiter: „Es stellt sich die Frage, wieviele Flüchtlinge die Bundesrepublik Deutschland aufnehmen und gut integrieren kann. Untrennbar damit verbunden ist die Frage, wie es gelingt, daß jene Menschen schnell unser Land wieder verlassen, die keine Bleibeperspektive haben. Auch müssen wir ein gemeinsames europäisches Asylrecht diskutieren, ebenso wie die Frage einer effektiven Sicherung der EU-Außengrenzen.“

Das LACDJ-Südstaatentreffen findet auf Schloß Ettersburg bei Weimar statt. Thüringen ist in diesem Jahr Gastgeber für die Arbeitskreise der Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

PM-EG

 

17.06.2016


17.06.2016: Geschichte beliebt

8,7 Prozent weniger Gasthörer an Thüringer Hochschulen: Mehr als die Hälfte ist 60 Jahre und älter.

Für das Wintersemester 2015/16 meldeten die Thüringer Hochschulen neben den rund 50.000 Studierenden auch 345 Gasthörer, darunter 164 Frauen. Das waren nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik 33 Gasthörer beziehungsweise 8,7 Prozent weniger als im Wintersemester 2014/15. Gasthörer können auch ohne Nachweis einer Hochschulreife einzelne Kurse oder Lehrveranstaltungen an den Hochschulen besuchen.

Über die Hälfte der Gasthörer (209 Personen und damit 60,6 Prozent) erweiterte ihr Wissen an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Darauf folgten die Universität Erfurt (43 Gasthörer =  12,5 Prozent) und die Fachhochschule Erfurt (28 Gasthörer =  8,1 Prozent).

Wie in den Jahren zuvor, entschied sich im Wintersemester 2015/16 der größte Anteil der Gasthörer in der ersten Fachrichtung für die Fächergruppe Sprach- und Kulturwissenschaften (177 Personen). Mit 69 Gasthörern stellt Geschichte die beliebteste Fachrichtung dar, gefolgt von Evangelischer Theologie (24), Katholischer Theologie (22), Philosophie (19), Germanistik (15) sowie Psychologie (11). In den von den Hochschulen angebotenen Fachrichtungen können die Gasthörer eine oder mehrere Veranstaltungen belegen. Insgesamt belegten 111 Gasthörer zwei Fachrichtungen, 40 Personen sogar drei.

„Das Durchschnittsalter der Gasthörer betrug 53,4 Jahre, wobei die Frauen im Durchschnitt 56,3 Jahre alt waren. Im Wintersemester 2015/16 war mit 55,9 Prozent mehr als die Hälfte aller Gasthörer 60 Jahre und älter. Darunter befanden sich 50 Personen, die 75 Jahre und älter waren. Rund jeder fünfte Gasthörer an den Thüringer Hochschulen war jünger als 30 Jahre. Die Zahl der Gasthörer im Alter von 30 bis unter 60 Jahren hat sich im Vergleich zum Vorjahr von 120 auf 81 Personen verringert“, berichtete der Präsident des Thüringer Landesamtes für Statistik, Günter Krombholz.

DORIS BAALS

 

17.06.2016


16.06.2016: „Sofortige Beendigung“

„Landesregierung muß erklären, warum sie nicht früher reagiert hat“: CDU-Fraktion im Thüringer Landtag reicht Anfrage zur Entlassung des Geschäftsführers der Messe Erfurt ein.

Die CDU-Fraktion im Thüringer Landtag macht die Vorgänge um die Entlassung von Wieland Kniffka als Geschäftsführer der Messe Erfurt zum Thema einer parlamentarischen Anfrage an die Thüringer Landesregierung. Dazu erklärte der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, Dr. Mario Voigt: „Wir wollen von der Landesregierung wissen, warum Herr Kniffka seinen Posten vorzeitig räumen muß und ob er seine Geschäftsführervergütung noch bis zum regulären Vertragsende erhält. Noch entscheidender ist jedoch aus unserer Sicht die Frage, warum das Thüringer Wirtschaftsministerium nicht sofort nach Bekanntwerden des überhöhten Spesenaufkommens rechtlich reagiert und stattdessen dem Geschäftsführer einen Controller zur Aufsicht des Spesenbudgets zur Seite gestellt hat."

Außerdem will Voigt in seiner mündlichen Anfrage wissen, welche zusätzlichen Kosten der Messe Erfurt GmbH für die zusätzliche Bereitstellung eines Controllers zur Überprüfung des Spesenbudgets entstanden sind. „Hier muß sich das Wirtschaftsministerium fragen lassen, welche Maßnahmen es bezüglich des überzogenen Spesenbudgets einzuleiten gedenkt", erklärte Voigt und nannte als Beispiele die Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen, die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens oder eine außerordentliche Kündigung.

Der MDR Thüringen hatte am Vormittag des 15. Juni über die Entlassung des Erfurter Messechefs berichtet und sich dabei auf Informationen von Mitarbeitern des Thüringer Wirtschaftsministeriums berufen.

Daraufhin sah sich das Wirtschaftsministerium genötigt, in einer Presseerklärung mitzuteilen, daß am Abend dazu nach einer Aufsichtsratssitzung der Messe Erfurt der Wirtschaftsstaatssekretär eine Erklärung abgeben werde.

Im Anschluß an die Aufsichtsratssitzung erklärte dann Wirtschaftsstaatssekretär Georg Maier (SPD) als Aufsichtsratsvorsitzender, daß sich die Messe Erfurt GmbH, vertreten durch den Aufsichtsrat, und Herr Kniffka „einvernehmlich auf eine sofortige Beendigung des Amtes von Herrn Kniffka als Geschäftsführer der Messe Erfurt GmbH geeinigt“ habe. Die Gesellschaft wünsche Herrn Kniffka für seinen weiteren Berufs- und Lebensweg alles Gute und weiterhin viel Erfolg.

Am 16. Juni informierte das Wirtschaftsministerium darüber, daß Thomas Weißenborn zum Interimsgeschäftsführer der Messe Erfurt GmbH berufen wurde. Der 40jährige ist nach Informationen des Wirtschaftsministeriums Jurist und Betriebswirt und – nach verschiedenen Tätigkeiten bei Banken, als Rechtsanwalt und Dozent – seit 2008 als Referent im Bereich Beteiligungsverwaltung des Thüringer Finanzministeriums tätig. Er bekleidet verschiedene Aufsichts- und Verwaltungsratsmandate, unter anderem bei der Flughafen Erfurt GmbH, der Thüringer Fernwasserversorgung oder beim IMMS Institut für Mikroelektronik- und Mechatronik-Systeme, Ilmenau. Thomas Weißenborn wurde 1975 in Erfurt geboren, ist verheiratet und hat ein Kind.

PM-CDUF-TL/MI-TMWWDG

 

16.06.2016


15.06.2016: Erhebliche Veränderungen

Nur noch acht Bundestagswahlkreise: Thüringen verliert für die Bundestagswahl 2017 einen Wahlkreis an Bayern.

Nachdem der Deutsche Bundestag die Neueinteilung der Wahlkreise für die Bundestagswahl 2017 beschlossen hat, wird in Thüringen nur noch in acht statt bislang neun Bundestagswahlkreisen gewählt. Thüringen verliert durch die zwischenzeitliche Bevölkerungsentwicklung einen Wahlkreis an Bayern. Das teilte der Landeswahlleiter Günter Krombholz am 15. Juni mit.

Durch diesen Verlust würden sich in der Thüringer Wahlkreiseinteilung zur Bundestagswahl erhebliche Veränderungen ergeben. Krombholz: „Lediglich die bisherigen Wahlkreise 192 Gotha-Ilmkreis und 193 Erfurt-Weimar-Weimarer Land II bleiben in ihrer Struktur bestehen.“

Im bisherigen Wahlkreis 189 Eichsfeld-Nordhausen-Unstrut-Hainich-Kreis I werden die Gemeinden des Unstrut-Hainich-Kreises ausgegliedert und die Gemeinden des Kyffhäuserkreises aufgenommen. Der neue Name lautet: Wahlkreis 189 Eichsfeld-Nordhausen-Kyffhäuserkreis.

Der bisherige Wahlkreis 190 Eisenach-Wartburgkreis-Unstrut-Hainich-Kreis II umfaßt künftig die Gemeinden des Wartburgkreises und des Unstrut-Hainich-Kreises und erhält den Namen Wahlkreis 190 Eisenach-Wartburgkreis-Unstrut-Hainich-Kreis.

Der bisherige Wahlkreis 191 Kyffhäuserkreis-Sömmerda-Weimarer Land I gibt die Gemeinden des Landkreises Kyffhäuserkreis ab und nimmt die kreisfreie Stadt Jena auf und heißt künftig Wahlkreis 191 Jena-Sömmerda-Weimarer Land I.

Die Wahlkreise 192 Gotha-Ilmkreis und 193 Erfurt-Weimar-Weimarer Land II bleiben bestehen.

Der bisherige Wahlkreis 194 Gera-Jena-Saale-Holzlandkreis wird aufgelöst.

Dem bisherigen Wahlkreis 195 Greiz-Altenburger Land wird die kreisfreie Stadt Gera zugeordnet. Der neue Name: Wahlkreis 194 Gera-Greiz-Altenburger Land.

Der bisherige Wahlkreis 196 Sonneberg-Saalfeld-Rudolstadt-Saale-Orla-Kreis gliedert die Gemeinden des Landkreises Sonneberg aus und dafür die Gemeinden des Saale-Holzlandkreises ein. Die neue Bezeichnung ist: Wahlkreis 195 Saalfeld-Rudolstadt-Saale-Holzlandkreis-Saale-Orla-Kreis).

Dem bisherigen Wahlkreis 197 Suhl-Schmalkalden-Meiningen-Hildburghausen werden die Gemeinden des Landkreises Sonneberg zugeordnet. Künftig lautet der Name Wahlkreis 196 Suhl-Schmalkalden-Meiningen-Hildburghausen-Sonneberg.

Für Thüringen gelten somit folgende Wahlkreise:

189 Eichsfeld-Nordhausen-Kyffhäuserkreis

190 Eisenach-Wartburgkreis-Unstrut-Hainich-Kreis

191 Jena-Sömmerda-Weimarer Land I

192 Gotha-Ilmkreis

193 Erfurt-Weimar-Weimarer Land II

194 Gera-Greiz-Altenburger Land

195 Saalfeld-Rudolstadt-Saale-Holzland-Kreis-Saale-Orla-Kreis

196 Suhl-Schmalkalden-Meiningen-Hildburghausen-Sonneberg

PM-TLS

 

15.06.2016


14.06.2016: Kurzpräsentationen

Rahmenbedingungen für Wagniskapital verbessern: Existenzgründer werben um Investoren beim 13. „Thüringer Elevator Pitch“.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) eröffnet am 14. Juni im Theater Erfurt den „13. Thüringer Elevator Pitch“. Insgesamt 21 Existenzgründer und Jungunternehmen auf einer frühen Entwicklungsstufe geben hier eine Kurzpräsentation ihrer Konzepte und Geschäftsideen, um Investoren und Kapitalgeber für eine Finanzierung ihres Projekts oder den Einstieg in ihr Unternehmen zu gewinnen. Knapp 500 Teilnehmer, darunter 70 Investoren, nehmen am diesjährigen Thüringer Elevator Pitch teil.

„Der inzwischen schon traditionelle ‚Elevator Pitch‘ ist eine direkte und effektive Art für junge Unternehmer, Risikokapital für ihre Geschäftsidee einzuwerben“, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee. „Mit seiner inzwischen bundesweiten Ausrichtung ist der ‚Elevator Pitch‘ ein Aushängeschild für das Gründerland Thüringen.“

Die Idee für die Veranstaltung kommt aus den USA. Simuliert wird dabei eine Situation, in der ein Mitarbeiter während einer kurzen Fahrstuhlfahrt von 180 Sekunden versucht, seinen Vorgesetzten von einer neuen Idee oder einem neuen Projekt zu überzeugen.

Insgesamt hatten sich für den diesjährigen Elevator Pitch 69 Projekte aus Thüringen und weiteren Bundesländern beworben. Insgesamt wurden 21 Pitch-Projekte ausgewählt, die in einer maximal dreiminütigen Präsentation ihre Projekte vorstellen können. Kriterien für die Auswahl waren Dringlichkeit des Kapitalbedarfs, Zeit bis zum Markteintritt sowie bisherige Entwicklungsdauer und weitere Wachstumsaussichten. Weitere 18 Firmen präsentieren den Gästen ihre Geschäftsideen im Umfeld der Veranstaltung in einer „Innovationsarena“.

Der 13. Thüringer Elevator Pitch ist Bestandteil der insgesamt zweitägigen Thüringer Investor Days, die unter dem Motto „enter the next level“ von ThEx innovativ in Trägerschaft der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (Stift) und der bm-t Beteiligungsmanagement Thüringen Gmbh (bm|t) veranstaltet werden. Erstmals spricht die Veranstaltung in diesem Jahr auch Start-ups und Unternehmen aller Entwicklungsstufen an. Thüringer Unternehmen werden einem großen Kreis an Investoren aus ganz Europa bekanntgemacht, das .heißt nicht nur Frühphaseninvestoren, sondern auch allen anderen Investorengruppen (Private Equity, Family Offices, Corporate Venture). Die Präsenz von zahlreichen Thüringer Wirtschaftsvertretern fördert eine stärkere Vernetzung und ermöglicht den Beginn von Kooperationen mit gestandenen Unternehmen.

Unter dem Motto „Meet the Rising Stars“ liegt der Fokus des zweiten Tages insbesondere auf innovativen Technologieunternehmen in der Wachstumsphase, die auf der Suche nach Kooperationspartnern oder Investoren für eine Anschlußfinanzierung sind. 22 ausgewählte Unternehmen werden in jeweils zehn Minuten potentiellen Investoren präsentiert. Im Anschluß stehen sie weitere fünf Minuten lang Rede und Antwort. Die Präsentationen finden zeitlich gestaffelt in drei Panels – Biotech und Medizin, Wirtschaft 4.0 inklusive IT und Medien sowie offene Technologien – statt.

Doch auch über eher unkonventionelle Veranstaltungsformate wie den „Elevator Pitch“ hinaus ist Thüringen ein Vorreiter in der Bereitstellung von öffentlichem Venture Capital – etwa über die Beteiligungsmanagement Thüringen GmbH, die Beteiligungstochter der Thüringer Aufbaubank (TAB). Im Vergleich der Bundesländer stellt Thüringen viel öffentliches Beteiligungskapital zur Verfügung. Thüringen erreicht dabei je nach Methodik vordere Plätze, nach einer Untersuchung der Wirtschaftsberatung Lutz Abel Platz zwei nach Bayern.

Im November 2015 hat Thüringen mit dem Thüringer Start-up-Fonds (TSF) und dem WachstumsBeteiligungsFonds (WBF) zudem zwei neue Fonds aufgelegt. Diese werden insgesamt mit 56,25 Millionen Euro ausgestattet und mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (Efre) und aus Landesmitteln gespeist.

In seiner Rede zur Eröffnung mahnte Tiefensee aber zugleich Verbesserungen der Rahmenbedingungen für privates Wagniskapital an. „Wagniskapital ist für innovative Gründungen von entscheidender Bedeutung“, so der Minister. „Deutschland hat hier im Vergleich zum Ausland enormen Nachholbedarf.“ Deshalb müßten in diesem Bereich vor allem die steuerlichen Rahmenbedingungen deutlich verbessert werden. Auf Initiative Thüringens hat die Wirtschaftsministerkonferenz des Bundes und der Länder auf ihrer Sitzung am 8. und 9. Juni in Hamburg die Bundesregierung deshalb aufgefordert, dafür ein Venture-Capital-Gesetz aufzulegen. Tiefensee: „Um den Wagniskapitalmarkt zu stärken, sind vor allem gründerfreundliche Regelungen zur Nutzung von Verlustvorträgen und zur Veräußerung von Streubesitzanteilen dringend erforderlich.“

STEPHAN KRAUSS

 

14.06.2016


13.06.2016: Langfristiges Umdenken

Energiesparmeister-Wettbewerb: Albert-Schweitzer-Förderschule Hildburghausen hat bestes Klimaschutzprojekt in Thüringen.

Die 16 Landessieger des bundesweiten Energiesparmeister-Wettbewerbs für Schulen stehen fest und kämpfen jetzt um den Bundessieg. In Thüringen hat sich die Albert-Schweitzer-Förderschule aus Hildburghausen mit ihrem Projekt gegen die Konkurrenz durchgesetzt. In der Schule ist Klimaschutz bereits seit 18 Jahren fester Bestandteil des Konzepts; nicht nur im Unterricht, sondern auch bei Exkursionen und im Schulalltag. Unterstützung erhalten die Schüler von der Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen, die eine Patenschaft für die Schüler aus Thüringen übernommen hat. Der vom Bundesumweltministerium geförderte Energiesparmeister-Wettbewerb kürt jedes Jahr die besten Klimaschutzprojekte an Schulen. Alle Energiesparmeister der Bundesländer erhalten 2500 Euro sowie eine Projektpatenschaft mit einem Partner aus Wirtschaft oder Gesellschaft und nehmen an der Internet-Abstimmung über den Bundessieger teil.

Somit geht es jetzt auch für die Schüler aus Thüringen um den Titel „Energiesparmeister Gold“ und somit weitere 2500 Euro Preisgeld. Wer Bundessieger wird, entscheiden die Internetnutzer: Vom 13. Juni bis 3. Juli 2016 können diese für ihren Favoriten abstimmen. Das Ergebnis wird bei der Preisverleihung am 8. Juli 2016 in Berlin bekanntgegeben. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat die Schirmherrschaft für den Wettbewerb übernommen und zeichnet die Energiesparmeister 2016 auf der „You“, der Leitmesse für Jugendkultur, aus.

Die Albert-Schweitzer-Förderschule beeindruckte die Jury mit ihrem langen Atem in Sachen Nachhaltigkeit, denn Klimaschutz ist hier bereits seit 18 Jahren Thema. Die Förderschüler setzten sich damit nicht nur im Unterricht auseinander, sondern lernen energiesparendes Verhalten praktisch auf Exkursionen und im Schulalltag. Der Energiespardienst der Schule wendet das im Unterricht gelernte Wissen direkt an und achtet in den Klassen auf einen sparsamen Umgang mit Strom, Wasser und Energie sowie auf die richtige Mülltrennung. Damit die Schüler den Zusammenhang zwischen Ernährung und Klimaschutz selbst erfahren können, wird das im Schulgarten angebaute Obst und Gemüse in der Schulmensa direkt zu klimafreundlichem Essen verarbeitet.

In das Rennen um den Titel „Energiesparmeister Gold“ gehen die Schüler aus Hildburghausen nicht allein. Unterstützt werden sie von der Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen, die in ihrem Netzwerk um Stimmen für die Schule wirbt. „Energie heute zu sparen ist wichtig – noch besser ist es jedoch, wenn klimafreundliches Verhalten keine Eintagsfliege ist, sondern in Fleisch und Blut übergeht“, sagt Matthias Haupt vom Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen. „Die Albert-Schweitzer-Förderschule geht hier mit bestem Beispiel voran und setzt auf langfristiges Umdenken. Wir freuen uns sehr über die Belohnung des Engagements der Förderschüler und wünschen ihnen mindestens weitere 18 Jahre freudiges Energiesparen“, so Haupt weiter.

Die gemeinnützige CO2online GmbH setzt sich für die Senkung des klimaschädlichen CO2-Ausstoßes ein. Seit 2003 helfen die Energie- und Kommunikationsexperten privaten Haushalten, ihren Strom- und Heizenergieverbrauch zu reduzieren. Mit onlinebasierten Informationskampagnen, interaktiven Energiespar-Checks und Praxistests motiviert das Unternehmen Verbraucher, mit aktivem Klimaschutz Geld zu sparen. Die Handlungsimpulse, die die Aktionen auslösen, tragen nachweislich zur CO2-Minderung bei. Unterstützt wird CO2online dabei von der Europäischen Kommission, dem Bundesumweltministerium sowie einem Netzwerk mit Partnern aus Medien, Wissenschaft und Wirtschaft.

Zum 12. Mal in Folge führt das Unternehmen den erfolgreichen Energiesparmeister-Wettbewerb durch und vergibt jedes Jahr Preise in Höhe von 50.000 Euro an engagierte Schulen. Der Energiesparmeister-Wettbewerb wird im Rahmen der Klimaschutzkampagne vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert.

SEBASTIAN SCHWARZ

 

13.06.2016


12.06.2016: Entdeckungsreise

Gäste locken und Einheimische begeistern: Neuer Film über die Wartburgregion entsteht.

Zur Werbung für das Reformationsjubiläum und den 117. Deutschen Wandertag 2017 entsteht aktuell ein Imagefilm für die Wartburgregion. Der rund zehnminütige Film wirbt mit vielen Augenfreuden für Eisenach, die Wartburg und die Region vom Hainich bis zur Rhön mit ihrer reichen Historie, den vielfältigen Wanderwegen und den freundlichen Gastgebern vor Ort. Finanziert wird der Film über Fördermittel im Rahmen der „Projektsteuerung und -koordinierung Reformationsjubiläum und 117. Deutscher Wandertag 2017“ des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft.

Der Film soll deutlich machen, daß die Wartburgregion etwas ganz Besonderes ist - nicht nur für Wanderer. „Wir haben gleich vier weithin bekannte touristische Ziele zu bieten: den Thüringer Wald mit dem Rennsteig, das Biosphärenreservat Rhön, das wunderschöne Werratal, den Nationalpark Hainich und natürlich die berühmteste der deutschen Burgen, die Wartburg“, sagt Landrat Reinhard Krebs (CDU) stolz in der Einleitung des Filmes und lädt gemeinsam mit Eisenachs Oberbürgermeisterin Katja Wolf (Die Linke) die Zuschauer zu einer Entdeckungsreise ein.

Dabei lassen die Filmemacher Menschen aus der Region zu Wort kommen, zeigen herrliche Landschaftspanoramen und finden auch Zeit, kleine Details wahrzunehmen und Natur-Stimmungen einzufangen. Das Filmteam unter der Leitung von Beatrice und Frank Bode hat die schönste Zeit des Jahres – die ersten beiden Maiwochen - für den Dreh genutzt und dabei echtes Wetterglück gehabt. Bei strahlendem Sonnenschein an allen Drehtagen zeigen sich Eisenach und die Wartburgregion von ihrer blühendsten und besten Seite. Für Aufnahmen aus der Vogelperspektive kam eine Kameradrohne zum Einsatz. Ende Juni wird der Film erstmals der Presse und wenig später dann, unter anderem über Youtube, der Öffentlichkeit vorgestellt. „So kann der Film auch im Internet für unsere Region werben! Wir freuen uns über ganz viel Klicken und Teilen“, wünscht sich Oberbürgermeisterin Katja Wolf.

PM-SVE

Eisenach von seiner besten Seite: Dreharbeiten zum Imagefilm über die Region vor der Wartburg.

Foto: SVE-ARCHIV

 

12.06.2016


11.06.2016: Besuchermagnet

„Erlebnis Bergwerk Merkers“: 25 Jahre Kalibergbau zum Anfassen.

Am 12. Juni 2016 feiert das „Erlebnis Bergwerk Merkers“ mit einem bunten Programm sein 25jähriges Bestehen. Innerhalb des vergangenen Vierteljahrhunderts hat sich das ehemals größte Kaliwerk der Welt zu einem Besuchermagneten entwickelt, der jährlich bis zu 80.000 Gäste aus nah und fern in das Werra-Kalirevier lockt.

Gleich zwei Geburtstage und ein vielseitiges Programm warten auf die Jubiläumsgäste, die am Sonntag nach Merkers kommen werden. Im Rahmen des diesjährigen Werratal-Tages begeht nicht nur das „Erlebnis Bergwerk Merkers“ sein Jubiläum, auch die Werratal-Touristik e.V. feiert ihr 20jähriges Bestehen. Die Jubilare haben für groß und klein ein buntes Bühnenprogramm mit Darbietungen regionaler Chöre und Tanzgruppen vorbereitet und warten an verschiedenen Ständen und im Festzelt mit Wissenswertem zu K+S und touristischen Angeboten aus dem gesamten Werratal auf. Für die kleinen Gäste wird ein buntes Mitmach-Programm geboten und selbstverständlich ist auch für das leibliche Wohl gesorgt. Auf besonderes Interesse dürfte wieder das „Schnupperprogramm“ im „Erlebnis Bergwerk Merkers“ stoßen, das den Gästen (Mindestalter zehn Jahre) zwischen 11:00 und 17:00 Uhr einen Blick  in die Welt der Bergleute ermöglicht und sicherlich bei vielen den Wunsch wecken wird, demnächst einmal alle Attraktionen in der Welt des Weißen Goldes zu bestaunen.

Die Anfänge des „Erlebnis Bergwerk Merkers“ waren durchaus bescheiden: bei der Eröffnung im August 1991 ging es zunächst darum, in der Zeit des politischen und wirtschaftlichen Umbruchs bei der Bevölkerung um Akzeptanz für den Kalibergbau, der bis zur Wende wie ein Staatsgeheimnis behandelt worden war, zu werben und Vertrauen in die Arbeit der Bergleute zu schaffen. Mit viel Phantasie, aber sehr überschaubaren Mitteln wurden Besuchereinfahrten – bis dahin so undenkbar wie das Betreten der „Verbotenen Stadt“ – organisiert, die schnell regen Zuspruch fanden, weil sie endlich jedermann die Möglichkeit eröffneten, sich einen eigenen Eindruck von der geheimnisvollen Welt der Bergleute tief unter der Erdoberfläche zu machen. Dabei kam dem Bergwerk der Glücksfall zu Hilfe, daß es mit dem historischen Goldraum und der Kristallgrotte gleich über zwei Attraktionen verfügt, die weltweit einzigartig sind.

In diesem Zusammenhang hatte seinerzeit auch die Neue Thüringer Illustrierte über Merkers berichtet, indem sie bis dahin unveröffentlichte historische Fotos aus dem Besitz der Kali Werra AG von Kunstschätzen im Bergwerk Merkers in der Ausgabe 10/1992 abbildete. Auf einem Foto war der Oberkommandierende der amerikanischen Streitkräfte und spätere US-Präsident Eisenhower abgebildet, der, wie das Bild belegte, am 12. April 1945 die eingelagerten Gold- und Kunstschätze im Bergwerk Merkers höchstpersönlich inspizierte. „Vom 12. bis 17. April wurden die Reichsbankbestände und das weitere faschistische Beutegut durch die US-Truppen vor allem zur Hauptstelle der Reichsbank in Frankfurt/Main per Lkw abtransportiert", berichtete die NTI dazu. „Vor allem aufgrund der strengen Geheimhaltung gibt es heute nur noch authentische Niederschriften des einstigen Betriebselektrikers Hermann Fleischer über das ‚Höhlenunternehmen' der Amerikaner. Nach Auskunft des Grubendirektors Hartmut Ruck ist der Verbleib der Goldreserven und Kunstgegenstände bis heute nicht völlig aufgeklärt. Sicher sei jedoch, daß ein Großteil des Goldes an die einstigen Eigentümer, die Staatsbanken der Tschechoslowakei und Belgiens, zurückgegeben wurde."

In den Folgejahren nahm das „Erlebnis Bergwerk Merkers“ eine rasante Entwicklung: bereits im ersten Jahr nach der Eröffnung stieg die Besucherzahl auf über 46.000 Gäste und knackte vier Jahre später schon die 60.000er Marke. Mit dem steigenden Interesse hielt auch der Ausbau der „Welt des Weißen Goldes“, wie das Bergwerk damals wie heute für sich wirbt, Schritt. Nach Neugestaltung der Besucher-Stationen Museum unter Tage, Großbunker, Goldraum, Großgerätestrecke und Kristallgrotte wurde in eine moderne Fahrzeugflotte investiert, die die bis dahin genutzten Ifa-Lastwagen ablöste und dem steigenden Transportbedarf Rechnung trug. Wenig später wurde mit der Simulation eines Gewinnungssprengens eine neue Besucherstation eingerichtet und im Großbunker eine großzügige Bühnenanlage mit einer spektakulären Lasershow eingebaut. Im Jahr 2009 folgte dann die Einrichtung des untertägigen Klettergartens „Down Under“, der vom Kooperationspartner SpektakulAir im hinteren Teil des Großbunkers betrieben  wird.

Inzwischen hatte sich das „Erlebnis Bergwerk Merkers“ auch den Ruf erarbeitet, einen besonderen Rahmen für Konzerte, Firmenveranstaltungen und Sportereignisse zu bieten. Nach der Konzertpremiere der „Salt River Dixie Band“ 1998 im Großbunker – damals mit 400 Gästen – gehört heute ein umfangreiches Programm mit Interpreten unterschiedlicher Musikrichtungen zum Veranstaltungsangebot, das jährlich sieben- bis neunmal durchschnittlich 1000 Besucher in den größten Konzertsaal unter der Erde lockt. Lang ist inzwischen die Liste der Stars, die in Merkers aufgetreten sind: Chris de Burgh, Karat und Die Prinzen gehören ebenso dazu wie die Wiener Sängerknaben, Bap, Eric Burdon oder Max Raabe – um nur einige zu nennen.

Auch für  unterschiedliche Sportveranstaltungen, zu denen der inzwischen zum zehnten Mal ausgerichtet „Kristall-Marathon“ gehört, ist das „Erlebnis Bergwerk Merkers“ eine begehrte Adresse. Gleiches gilt für Firmenveranstaltungen im großen oder kleinen Rahmen, die jedes Jahr bis zu 10.000 Mitarbeiter großer und mittelständischer Firmen nach Merkers führen.

Kernaufgabe des „Erlebnis Bergwerk Merkers“, das seit 2003 auch das Besucher- und Informationszentrum der K+S-Gruppe ist, sind die Führungen für Gruppen- und Individualbesucher, die als Touristen oder Bergbau-Interessierte nach Merkers kommen. Einen beachtlichen Anteil daran stellen auch Schulklassen, die die Möglichkeit nutzen, Unterrichtsinhalte aus den Fächern Geografie oder Arbeitslehre durch einen Besuch im Bergwerk zu vertiefen.

Seit den ersten Tagen des „Erlebnis Bergwerk Merkers“ hat sich an einem nichts geändert: die Besucherführer, die die Gäste von Station zu Station fahren, verstehen sich nicht als „Museumsführer“, sondern arbeiten vor allem als „Botschafter für den Kalibergbau“. Deshalb beschränken sie sich nicht  darauf, allgemeinverständlich und kurzweilig schwierige technische Sachverhalte zu erklären, sie gehen auch auf individuelle Informationswünsche ihrer Gäste ein und stehen Rede und Antwort auf Fragen nach moderner Produktionstechnik, den Bemühungen des Unternehmens um umweltverträgliche Verarbeitung oder der Zukunft des Kalibergbaus im Werra-Revier.

K+S ist ein internationales Rohstoffunternehmen, das seit über 125 Jahren mineralische Rohstoffe fördert und veredelt.. Die daraus hergestellten Produkte kommen in der Agrarwirtschaft, Ernährung und Straßensicherheit weltweit zum Einsatz und sind wichtige Komponenten für eine Vielzahl industrieller Prozesse. „Die Nährstoffe Kali und Salz begleiten den Megatrend der Zukunft: Eine stetig wachsende Weltbevölkerung wird immer wohlhabender und strebt nach einem moderneren Lebensstandard, der einen zunehmenden Verbrauch an mineralischen Rohstoffen bedingt. Die deshalb steigende Nachfrage bedienen wir aus Produktionsstätten in Europa, Nord- und Südamerika sowie einem weltweiten Vertriebsnetz“, teilte das Unternehmen mit. K+S ist der größte Salzproduzent der Welt und gehört zur Spitzengruppe der internationalen Kalianbieter. Mit mehr als 14.000 Mitarbeitern erzielte K+S im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz in Höhe von rund 4,2 Milliarden Euro und ein EBIT von 782 Millionen Euro.

PM-KSG

 

11.06.2016


10.06.2016: Theaterluft schnuppern

„Tintenfaß und Rosenwunder“: Einzigartige Chance für einen Auftritt auf der großen Bühne.

So langsam nimmt die sechste Auflage des historischen Mittelalterspektakels „Luther – Das Fest“ in der Altstadt von Eisenach Fahrt auf…und damit auch die Vorbereitung für das gewohnt opulente „Lutherschauspiel“, das von Freitag, 19. August, bis Sonntag, 21. August, insgesamt dreimal aufgeführt wird. (nti-online.net berichtete am 25.12.2015). Neben professionellen Darstellern für die Hauptrollen möchte Autor und Regisseur Jethro D. Gründer auch in diesem Jahr wieder zahlreichen Kleindarstellern und Komparsen die Möglichkeit einräumen, sich an der Ausgestaltung der Inszenierung „Tintenfaß und Rosenwunder – Martin träumt Elisabeth“ zu beteiligen, für ein paar Tage Theaterluft zu schnuppern und schließlich vor mehreren tausend Zuschauern aufzutreten. Das Casting dafür findet am Mittwoch, 15. Juni 2016, ab 16 Uhr in der Cafeteria des „Martin-Luther-Gymnasiums“ in Eisenach statt.

Mittelalterlich gewandet erfüllen die zahlreichen Kleindarsteller gemeinsam mit Rittern, Reitern und Pferden das Stück mit Leben und spielen eine maßgebliche Rolle in der Inszenierung von Jethro D. Gründer, der neben dem Initiator und Luthervereinsvorsitzenden Udo Winkels zu den Urgesteinen des „Lutherfestes“ zählt. Benötigt werden 50 bis 60 Statisten jeden Alters, darunter auch Kleindarsteller für Sprechrollen. Besonderes Augenmerk legt Jethro D. Gründer auf die Besetzung seiner „Sophie“ mit einem etwa zehnjährigen Mädchen, dem ebenfalls eine wichtige Sprechrolle übertragen werden soll. Alle gecasteten Statisten müßten allerdings nicht nur für das eigentliche „Lutherfest“ zur Verfügung stehen können, sondern auch in der Probenphase im Vorfeld der Premiere. Neben freiem Essen und Trinken bekommen sie natürlich kostenlosen Eintritt zum „Lutherfest“ sowie jeweils zwei Eintrittskarten für Familienmitglieder oder Freunde zu einer der drei Aufführungen.

Für das Schauspielensemble, das die tragenden Rollen der Inszenierung übernimmt, konnte Gründer bereits Gregor Noellen – den Luther-Darsteller der Jahre 2005 bis 2008 – sowie die Schauspielerin Marie Luise Gutteck als Heilige Elisabeth gewinnen, die ebenfalls in früheren „Lutherschauspiel“-Inszenierungen zu sehen war. Mit Gunthart Hellwig und Lutz Leyh dürfen sich die Zuschauer auf zwei alte Bekannten freuen, die erneut Kardinal Cajetan, Tetzel, Papst Leo, Kaiser Karl und Ludwig von Thüringen verkörpern. Wieder mit im Boot ist auch der langjährige Kostümbildner des „Lutherschauspiels“, Hendrik Kürsten aus Erfurt.

KLAUS-PETER KASCHKE

 

10.06.2016


09.06.2016: „Wir wollen eingebunden werden“

Wirtschaftsministerkonferenz in Hamburg: Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) fordert eine bessere Balance zwischen wirtschaftlichen Zielen und Umweltschutz.

Klimaschutz und Industriepolitik in Deutschland müssen besser aufeinander abgestimmt werden. Das haben die Wirtschaftsminister und ‑senatoren der Länder auf ihrer Konferenz am 8. und 9. Juni 2016 in Hamburg gefordert. „Vor allem in die laufende Erarbeitung des nationalen ‚Klimaschutzplans 2050‘ wollen wir als Wirtschaftsminister eingebunden werden“, machte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am 9. Juni im Anschluß an das Treffen deutlich: „Aus unserer Sicht birgt der momentan vorliegende Maßnahmekatalog hohe Risiken für den Wirtschaftsstandort Deutschland.“

Die Wirtschaftsministerkonferenz (WMK) unterstützte einstimmig einen Antrag Thüringens, den Zugang zu Wagniskapital für Unternehmensgründungen und Jungunternehmen zu verbessern. Weitere Schwerpunktthemen aus Thüringer Sicht waren die Wiederaufnahme von staatlichen Exportgarantien und Finanzbeziehungen zum Iran sowie die Entbürokratisierung der EU-Förderung.

Vor dem Hintergrund der Klimaschutzkonferenz Ende 2015 in Paris erarbeitet die Bundesregierung derzeit einen nationalen „Klimaschutzplan 2050“. Sein zentrales Ziel ist die Senkung von Treibhausgasemissionen um 80 bis 95 Prozent bis zum Jahr 2050. Dazu listet der Entwurf auf rund 350 Seiten etwa 100 Vorschläge zu den Bereichen Energie, Industrie, Verkehr, Gebäude und Landwirtschaft auf.

„Ziel muß es sein, Klimaschutz und wirtschaftliche Entwicklung in eine gesunde Balance zu bringen“, sagte Wirtschaftsminister Tiefensee. Bisher seien aber weder die Vertreter und Verbände der Wirtschaft noch die Wirtschaftsministerien der Länder in die Erarbeitung des Klimaschutzplans eingebunden worden. Eine Betrachtung der möglichen Auswirkungen der aufgelisteten Maßnahmen auf den Wirtschaftsstandort Deutschland fehle ganz.

„Damit gefährdet der Klimaschutzplan aber die Planungs- und Investitionssicherheit der Unternehmen und entzieht ihnen die Grundlage, um beispielsweise in mehr Energieeffizienz und emissionsverringernde Technologien zu investieren“, machte Tiefensee deutlich. Vor allem das Vorhaben, zusätzliche nationale Vorgaben zur Minderung von Emissionen zu machen, stelle aus Sicht der WMK eine Doppelbelastung der vom Europäischen Emissionshandel (ETS) bereits erfaßten Unternehmen und Branchen in Deutschland dar. „Das führt in der Konsequenz nur dazu, daß andere EU-Mitgliedsstaaten mehr und günstiger Treibhausgase emittieren können, während gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie beeinträchtigt wird“, so der Thüringer Wirtschaftsminister.

Forderung der WMK deshalb: „Die im Klimaschutzplan fixierten Maßnahmen müssen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Wachstum und Beschäftigung quantifiziert werden und dürfen keine unverhältnismäßigen Kostenbelastungen nach sich ziehen.“ Einseitige Wettbewerbsnachteile für die deutsche Wirtschaft seien zu vermeiden. Tiefensee: „Vor allem erwarten wir, daß der Klimaschutzplan 2050 vor dem abschließenden Kabinettsbeschluss mit den Ländern und betroffenen Verbänden abgestimmt wird.“

STEPHAN KRAUSS

 

09.06.2016


09.06.2016: Steigende Ex- und Importe

Thüringer Außenhandel im ersten Vierteljahr 2016 weiter auf Wachstumskurs.

Der Warenwert der Thüringer Exporte erreichte im ersten Vierteljahr 2016 ein Volumen von 3,5 Milliarden Euro und lag damit um 3,4 Prozent über dem Wert für das ersten Vierteljahres 2015. Thüringens Importe wiesen im ersten Vierteljahr 2016 ein Volumen von 2,4 Milliarden Euro aus und stiegen gegenüber dem Vergleichszeitraum 2015 im Warenwert um 4,8 Prozent.

Das teilte das Thüringer Landesamt für Statistik am 9. Juni 2016 mit.

Im ersten Vierteljahr 2016 wurden nach vorläufigen Ergebnissen des Landesamtes Waren im Gesamtwert von 3,5 Milliarden Euro aus Thüringen ausgeführt. Gegenüber dem dem Zeitraum des Jahres 2015 stieg das Volumen der Thüringer Exporte damit um 3,4 Prozent.

Diese Ausfuhren verteilten sich nach Auskunft von Günter Krombholz, Präsident des Thüringer Landesamtes für Statistik, wie folgt: „In europäische Staaten exportierte Thüringen Waren im Wert von 2,5 Milliarden Euro, nach Asien im Wert von 0,5 Milliarden Euro nach Amerika im Wert von 0,4 Milliarden Euro. Die Thüringer Exporte in die Eurozone betrugen im gleichen Zeitraum 1,3 Milliarden Euro. Die Vereinigten Staaten mit einem Warenwert von 271 Millionen Euro lagen an der Spitze der bedeutendsten Empfängerländer der Thüringer Exporte im ersten Vierteljahr 2016, vor Frankreich mit 252 Millionen Euro und Ungarn mit 237 Millionen Euro. In diese drei Länder gingen 22 Prozent aller Thüringer Exporte im genannten Zeitraum 2016.“

Mit einem Anteil von 17,3 Prozent entfiel auf die Warenuntergruppe „Fahrgestelle, Karosserien und Motoren für Kraftfahrzeuge“ der mit Abstand größte Warenwert (601 Millionen Euro) der aus Thüringen exportierten Güter. Bedeutende Werte wurden auch aus den Warenuntergruppen „Waren aus Kunststoffen“ (220 Millionen Euro), „meß-, steuerungs- und regelungstechnische Erzeugnisse“ (148 Millionen Euro), „pharmazeutische Erzeugnisse“ (145 Millionen Euro) und „Geräte zur Elektrizitätserzeugung und -verteilung“ (142 Millionen Euro) exportiert.

Im gleichen Zeitraum wurden Waren im Gesamtwert von 2,4 Milliarden Euro nach Thüringen eingeführt. Gegenüber dem ersten Vierteljahr des Jahres 2015 stieg das Volumen der Thüringer Einfuhren damit um 4,8 Prozent.

Aus den europäischen Staaten importierte Thüringen Waren im Wert von 1,8 Milliarden Euro (+ 5 Prozent), aus den asiatischen Staaten Waren im Wert von 0,5 Milliarden Euro (+ 6 Prozent). Die Thüringer Importe aus der Eurozone betrugen im gleichen Zeitraum 1,0 Milliarden Euro (+ 6 Prozent).

Mit Einfuhren im Wert von 276 Millionen Euro lag die Volksrepublik China im ersten Vierteljahr 2016 an der Spitze der bedeutendsten Lieferländer der Thüringer Importe. Auf den nachfolgenden Plätzen lagen die Niederlande (202 Millionen Euro) und Polen (188 Millionen Euro). Aus diesen drei Ländern stammten 28 Prozent aller Thüringer Importe im ersten Vierteljahr 2016.

5,4 Prozent aller Thüringer Importe in diese Zeitraum entfielen auf „Fahrgestelle, Karosserien und Motoren für Kraftfahrzeuge“ (128 Millionen Euro), 4,8 Prozent auf „Möbel“ (115 Millionen Euro) und 3,8 Prozent auf „Waren aus Kunststoffen“ (90 Millionen Euro).

JÜRGEN HESS

 

09.06.2016


09.06.2016: Prozeßkette

Wissenstransfer erfolgreich managen: Studentengruppe der Ernst-Abbe-Hochschule Jena entwirft Konzept für die Schott AG.

Eine symbolische Prämie übergab Eike Krull, Personalleiter der Schott AG in Jena, am 7. Juni an zehn Studierende des Fachbereichs Betriebswirtschaft der Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena. Unter Leitung von Prof. Dr. Klaus Watzka führten die Studentinnen und Studenten im Auftrag der Unternehmens im Rahmen ihres Studiums ein Projekt über das Wissensmanagement durch. Am 7. Juni präsentierte die Gruppe vor der Geschäftsleitung des Unternehmens ihre Projektergebnisse. Die Prämie in Höhe von 500 Euro wollen die Studenten an die Kinderkrebshilfe Jena spenden.

In einer globalisierten Welt, die von komplexen technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verknüpfungen von Unternehmen geprägt ist, hänge deren Erfolg mehr und mehr von deren „Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit, Wissens- und Erfahrungsvernetzung und der Informations- und Wissensweitergabe“ ab, heißt es in der Info-Präsentation der Schott AG. Aufgrund des demographischen Wandels werde es in vielen Unternehmen in den kommenden Jahren zu altersbedingten Abgängen kommen. Um dem damit einhergehenden Wissensverlust frühzeitig entgegenzuwirken, hatte die Schott AG den Projektauftrag an die Studenten vergeben.

Das in der Projektbeschreibung definierte Ziel bestand darin, eine „detaillierte personalwirtschaftliche Prozeßkette zum Wissenstransfer im Vorfeld des Ausscheidens älterer Mitarbeiter inklusive aller notwendigen Begleitmaterialien/ -formulare“.zu erarbeiten. Im Kern stand dabei der systematische und rechtzeitige Wissenstransfer, der das Wissen möglichst vollumfänglich erfassen sollte. Voraussetzung dafür sollte zunächst die exakte Definition und präzise Beschreibung des „erfolgskritischen Wissens“ sein.

Am Anfang des Projektes ging es für die Studenten vor allem darum, sich mit dem Thema vertrautzumachen und intensive Recherchearbeiten durchzuführen. Im Vordergrund stand die Identifizierung von Instrumenten des Bereichs „Wissensidentifikation und Wissenstransfer“. Im nächsten Schritt befragten die Studentinnen und Studenten deutschlandweit acht Experten in verschiedenen Unternehmen. Hierbei wurden sowohl Repräsentanten kleiner Unternehmen, die sich auf das Thema Wissensmanagement spezialisiert haben, als auch großer Konzerne interviewt. Anschließend wurden einzelne, ausgewählte Mitarbeiter der Schott AG befragt, um einen Überblick über die Person, Position und die Ansicht auf das Unternehmen des Befragten zu erlangen und somit einen reibungslosen Wissenstransfer besser durchführen zu können.

„Aus all diesen Vorarbeiten konzipierte die Projektgruppe eine ganzheitliche Prozeßkette, die es ermöglicht, das erfolgskritische Wissen der Mitarbeiter im Unternehmen zu halten und es auf die nachfolgenden Generationen zu transferieren“, teilte die Ernst-Abbe-Hochschule mit.

Die Prozeßkette bestehe aus sieben Schritten, die mit Hilfe der bereitgestellten Materialien durchzuführen seien. In den Prozeß würden sowohl der ausscheidende Mitarbeiter als auch der neue Mitarbeiter einbezogen, die sich so über das Wissen austauschen könnten. Des weiteren werde der gesamte Ablauf von einer qualifizierten Person über den gesamten Zeitablauf begleitet. Das Wissen werde je nach Wichtigkeit für das Unternehmen in verschiedene Kategorien eingeteilt. Dadurch werde es dem neuen Mitarbeiter erleichtert, sich das erfolgskritische Wissen möglichst schnell anzueignen.

PM-EAH

 

09.06.2016


08.06.2016: Zeitgemäße Bauwerke zu entdecken

Tag der Architektur 2016: Architekten und Bauherren präsentieren 68 neue Bauwerke in 29 Städten und Gemeinden Thüringens.

Zum Tag der Architektur am letzten Juni-Wochenende laden Architekten, Landschafts- und Innenarchitekten sowie Stadtplaner gemeinsam mit ihren Bauherren zum 22. Mal dazu ein, zeitgemäße Bauwerke im Freistaat zu entdecken. In diesem Jahr können in 29 Städten und Gemeinden 68 Bauten besichtigt werden, die sonst überwiegend nicht zugänglich sind. Zur Einstimmung öffnet am 8. Juni die Ausstellung „Neue Architektur in Thüringen“ im Erfurter Hauptbahnhof, die alle Objekte vorab bis einschließlich 26. Juni präsentiert.

Der Tag der Architektur steht diesmal unter dem bundesweiten Motto „Architektur für alle“. Der Präsident der Architektenkammer Thüringen, Dr. Hans-Gerd Schmidt, erklärt: „Schützende Räume sind essentiell für menschliches Leben. Ob Plätze, Straßen, Parks oder Gebäude: Wohin wir sehen, hat sich der Mensch Raum geschaffen. Wir benötigen Räume zum Wohnen und Arbeiten, zum Lernen, zur Pflege, zur Erholung, zur Unterhaltung, zur Besinnung und für vieles andere mehr. Gefragt sind paßgenaue, individuelle Lösungen, die sorgfältig geplant werden müssen und die Ansprüche der Zukunft berücksichtigen.“ Wie Architekten und Bauherren ihre Gebäude und Räume für neue, zeitgemäße Zwecke und Nutzergruppen konzipieren, können Interessierte zum Tag der Architektur und vorab im Rahmen der Ausstellung erfahren.

Die 68 präsentierten Bauwerke decken die gesamte Bandbreite aus Baukunst, Städtebau und Landschaftsgestaltung ab. Mit mehr als einem Drittel aller Projekte liegt der Schwerpunkt in diesem Jahr auf den Wohnungsbauten, die sich erfahrungsgemäß großer Beliebtheit erfreuen: vom kleinen Stadthaus über das klassische Einfamilienhaus bis hin zu einer Vielzahl an neuen Wohnquartieren. Kultur- und Bildungseinrichtungen, Pflege- und Forschungsbauten, Bürogebäude und Gewerbeparks sowie Gärten und Freianlagen ergänzen das umfangreiche Angebot.

BJÖRN RADERMACHER

 

08.06.2016


08.06.2016: Anklang

Myconius´Traum lockte 4000 Besucher nach Gotha: Ausstellung auf Schloß Friedenstein ist jetzt mit großem Erfolg zu Ende gegangen.

Die von der Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt und der Stiftung Schloß Friedenstein Gotha gemeinsam durchgeführte Ausstellung „,Ich habe einen Traum‘ – Myconius, Melanchthon und die Reformation in Thüringen“ ist am 5. Juni mit großem Erfolg zu Ende gegangen. Fast 4000 Besucher waren zur Schau in den Spiegelsaal auf Schloß Friedenstein gekommen.

„Wir freuen uns, daß die Ausstellung einen solchen Anklang in der Öffentlichkeit gefunden hat“, sagt Dr. Kathrin Paasch, Leiterin der Forschungsbibliothek Gotha. „Wir wollten zeigen, daß Myconius einer der wichtigsten Akteure der Reformation im Gothaer Land und weit darüber hinaus gewesen und zu Unrecht aus dem allgemeinen Bewußtsein verdrängt worden ist.“ Die Ausstellung präsentierte Myconius‘ „prophetischen“ Traum auf das Erscheinen Martin Luthers aus dem Jahr 1510, der eine jahrhundertelange Rezeption im Luthertum erlebt hat. Darüber hinaus veranschaulichte sie Myconius‘ Rolle und Haltung im Zusammenhang mit der Hinrichtung von sechs Täufern im Jahr 1530 im Kloster Reinhardsbrunn. Forschungsbibliothek und Stiftung haben die Ausstellung mit hochkarätigen Objekten aus ihren Sammlungen bestückt. Und auch das Thüringische Staatsarchiv Gotha hatte mit der Leihgabe der jüngst wiederentdeckten handschriftlichen Reformationsgeschichte eines Altgläubigen zum Gelingen der Ausstellung beigetragen.

Die Forschungsbibliothek Gotha wird auch weiterhin die Erforschung des Werkes von Friedrich Myconius befördern. So werden die Beiträge einer im April 2016 durchgeführten Tagung zu seinem Leben und Wirken im nächsten Jahr in der Reihe der Friedenstein-Forschungen veröffentlicht.

CARMEN VOIGT

 

08.06.2016


07.06.2016: Kein strafbares Verhalten

Verfahren wegen Gewässerverunreinigung gegen K+S-Verantwortliche eingestellt.

Die Staatsanwaltschaft Kassel hat das seit Dezember 2015 anhängige Ermittlungsverfahren gegen Verantwortliche der K+S Kali GmbH wegen versuchter Gewässerverunreinigung mangels Tatverdacht eingestellt. Das teilte das Unternehmen am 7. Juni mit.

Das Verfahren war durch eine Strafanzeige der Gemeinde Gerstungen, der Bürgerinitiative „Für ein lebenswertes Werratal“ e.V. sowie des Verbandes für Angeln und Naturschutz Thüringen e.V. veranlaßt worden, in der unter anderem behauptet wurde, das Unternehmen hätte Unterlagen im Zusammenhang mit dem im April 2015 gestellten Antrag auf Fortsetzung der Versenkung manipuliert.

„Nach eingehender Prüfung der erhobenen Vorwürfe stellte die Staatsanwaltschaft fest, daß weder der Tatbestand der versuchten oder vollendeten Gewässerverunreinigung vorlag, noch durch Manipulation von Unterlagen versucht worden sei, eine behördliche Genehmigung widerrechtlich zu erlangen. Mithin lag kein strafbares Verhalten vor, so daß die Staatsanwaltschaft das Verfahren nun mangels Tatverdacht einstellte“, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens.

PM-KSG

 

07.06.2016


07.06.2016: Sieg nur knapp verpaßt

Der Thüringer Jannes Fittje holt Doppelpodium auf dem Lausitzring: Youngster glänzt bei Reifenpoker am 5. Juni.

67.500 Zuschauer reisten am 4. und 5. Juni  nach Brandenburg und feuerten auf dem Lausitzring die Youngster der ADAC-Formel 4 an. Im Rahmenprogramm des ADAC-GT-Masters und der Deutschen-Tourenwagen-Masters (DTM) absolvierte die Nachwuchsklasse ihre dritte Veranstaltung. Mitttendrin der „Deutsche Post Speed Academy“-Schützling Jannes Fittje aus Thüringen. In spannenden Rennen fuhr er gleich zweimal auf das Siegerpodium.

Das Motorsport-Festival in der Lausitz gehörte zu den Highlights des Jahres. Die Zuschauer auf den Tribünen erlebten packenden Motorsport. Seit 2008 starteten die Deutschen-Toruenwagen-Masters (DTM) und das ADAC-GT-Masters wieder gemeinsam an einem Rennwochenende, entsprechen groß war die Kulisse. „Ich bin beeindruckt, die Rennen werden etwas ganz besonderes. Bereits in Oschersleben und auf dem Sachsenring war im Fahrerlager viel los. Hier wird alles nochmals übertroffen“, faßte Jannes seine Eindrücke zusammen.

Hinter dem Lenkrad seines ADAC-Formel-4 bewies er aber die nötige Ruhe. Bereits im freien Training unterstrich Jannes mit der Bestzeit seine Ambitionen und führte auch das Qualifying an. Am Ende verpaßte der Schützling aus dem Team US Racing des ehemaligen Formel-1- und DTM-Piloten Ralf Schumacher nur knapp seine erste Pole-Position. „Es ist natürlich ärgerlich, auf der Zielgeraden die Pole zu verlieren. In meiner Gruppe bin ich nun Zweiter und starte dadurch die ersten beiden Läufe jeweils aus Startposition drei“, sagte der 16jährige im Ziel.

Das erste Rennen verlief für den Schützling der ADAC-Stiftung Sport aber nicht wie erhofft – nach aufregenden 30 Minuten war er nur Vierter. „Ich war zu Beginn zu langsam, dadurch waren die ersten Drei zu weit weg“, resümierte Jannes selbstkritisch. Zum Podium reichte es aber im zweiten Lauf am Nachmittag. „Durch die zahlreichen Safety-Car-Phasen sind wir nicht viel gefahren. In einem normalen Lauf wäre deutlich mehr drin gewesen, der Speed war da“, schloß der Nachwuchspilot seinen Samstag ab.

Zum Pokerspiel wurde der letzte Durchgang des Wochenendes, nach hochsommerlichen Temperaturen sorgte kurz vor dem Start ein Regenschauer für erschwerte Bedingungen. Jannes und sein Team setzten trotzdem auf Slick-Reifen und lagen damit goldrichtig. Zu Beginn fiel der Langenhainer zwar bis auf Rang 22 zurück, kämpfte sich bei immer trockener werdender Strecke aber wieder nach vorne und verpaßte letztlich als Zweiter nur knapp den Sieg.

„Das war eines der schwersten Rennen meiner bisherigen Karriere. Die ersten Runden waren sehr aufregend, die Strecke war naß und verdammt rutschig. Nun bin ich aber zufrieden, auch wenn etwas Wehmut dabei ist. Hätte ich zu Rennmitte mehr gepusht, wäre auch der Sieg möglich gewesen“, kommentierte Jannes seine Erlebnisse.

Bereits am 18. und 19. Juni geht es in der ADAC-Formel 4 weiter. Dann startet die Formelnachwuchsrennserie des zweitgrößten Automobilclubs der Welt im Rahmen der TCR-International-Series in der Motorsport-Arena Oschersleben. Mit seiner hervorragenden Punkteausbeute ist Jannes als Gesamtvierter wieder in direkter Schlagdistanz zu den Top-Drei.

Seit seinem siebten Lebensjahr betreibt Jannes Fittje Motorsport und ist erstmalig für die Deutsche-Post-Speed-Academy nominiert. Mit der Aufnahme in das renommierte Förderprogramm tritt der Thüringer in große Fußstapfen, so waren in der Vergangenheit auch die aktuellen  Formel-1-Piloten Nico Hülkenberg und Pascal Wehrlein, sowie DTM-Fahrer Timo Glock Teil des Förderprogramms und haben dort ihre Grundlagen für den Rennsport erlernt.

Als Nachwuchsprogramm unterstützt die Deutsche-Post-Speed-Academy seit 2004 talentierte und viel versprechende Rennfahrer auf ihrem Weg in den professionellen Motorsport. Über die gesamte Saison durchlaufen die Nachwuchspiloten ein ganzheitliches Ausbildungsprogramm. Eine prominente Jury aus Motorsport-Experten bewertet in vier Zeiträumen die Leistungen der Piloten, welche sich so eine finanzielle Unterstützung für das kommende Jahr sichern.

BJÖRN NIEMANN

Fuhr auf dem Lausitzring an einem Wochenende gleich zweimal auf das Siegerpodium: der Thüringer Jannes Fittje.

Fotos (2): FM-ARCHIV

„Das war eines der schwersten Rennen meiner bisherigen Karriere“: Johannes Fittje setzte mit seinem Team bei schwierigen Bedingungen auf die richtigen Reifen.

 

07.06.2016


06.06.2016: „Verheerendes Signal“

Junge Union Thüringen fordert: Ramelow muß Luxemburg-Stiftung bremsen.

Die Junge Union Thüringen fordert Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) auf, bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung seinen Einfluß geltend zu machen und gegen Polizisten gerichtete Seminare zu unterbinden. Die Bild-Zeitung hatte am 6. Juni berichtet, daß die Rosa-Luxemburg-Stiftung am kommenden Wochenende ein Seminar anbietet, in dem die Teilnehmer Methoden lernen sollen, wie sie polizeiliche Maßnahmen auf Demonstrationen torpedieren können.

Der Landesvorsitzende der Jungen Union, Stefan Gruhner, sagte: „Die Regierungspartei Die Linke fällt der eigenen Polizei mal wieder in den Rücken. Der Ministerpräsident sollte nicht nur wie jüngst gegen die Antifa pöbeln, sondern jetzt auch klare Kante zeigen, wenn es darauf ankommt. Ich erwarte vom Regierungschef, daß er bei seiner parteinahen Stiftung eingreift und Seminare unterbindet, die Polizisten in Gefahr bringen.“ Der Landtagsabgeordnete stellte außerdem fest: Es sei erschreckend, wenn die politische Stiftung der Linken es als Bildungsauftrag ansehe, Widerstand gegen die Polizei zu organisieren. „Das ist skandalös, nicht tolerierbar und erfordert das Eingreifen der Linken-Parteiführung in Thüringen. Wenn Herr Ramelow hier schweigt, wäre das ein verheerendes Signal an die Polizistinnen und Polizisten im Freistaat.“

Stattdessen fordere die Junge Union Thüringen mehr Respekt und öffentliche Anerkennung für die Arbeit der Polizei. Gruhner: „Die Polizeibeamten haben schon jetzt einen schweren Job. Sie sind an ihrer Belastungsgrenze und schieben Berge von Überstunden vor sich her, um die Bürger zu schützen. Alleine das Angebot einer Art ,Gebrauchsanweisung, wie man sich der Polizei widersetzt‘ stellt die Polizei unter einen Generalverdacht, wie er nur in linksextremistischen Antifa-Kreisen vorkommt.“

Die Junge Union Thüringen fordert außerdem, die Arbeitsbedingungen von Polizisten im Freistaat zu verbessern. „Die Polizei wird immer öfter das Ziel von gewalttätigen Übergriffen bei Demonstrationen. Daher sollte Herr Ramelow besser etwas gegen die hohe Zahl an Übergriffen auf Polizisten unternehmen, statt Däumchen drehend zuzusehen, wie seine staatlich finanzierte Parteistiftung indirekt zur Gewalt gegen die eigenen Beamten aufruft“, sagte Gruhner.

PM-JUT

 

06.06.2016


06.06.2016: Fusioniert

Thüringer Wohnungswirtschaft wird stärker: Fusion des Verbandes der Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft und des Prüfungsverbandes der Thüringer Wohnungswirtschaft vollendet.

Thüringens Wohnungswirtschaft ist kurz vor der Sommerpause deutlich schlagkräftiger geworden. Der Verband der Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (vtw) bestätigte am 6. Juni offiziell seine Fusion mit dem Prüfungsverband der Thüringer Wohnungswirtschaft (ptw) zum gemeinsamen Verband.

„Diese Fusion ist mehr als die Summe ihrer Teile. Der gemeinsame Verband unterstützt die Wohnungswirtschaft Thüringens noch besser bei ihren Bemühungen um wirtschaftliche Rentabilität. Wirtschaftlich erfolgreiche Wohnungs- und Immobilienunternehmen wiederum stärken den gesamten Freistaat mit ihren Investitionen, Wohnungsangeboten und Arbeitsplätzen. Davon profitieren alle Thüringer“, betont Constanze Victor, Direktorin des gemeinsamen Verbandes der Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft.

Hauptziel des fusionierten Verbandes ist es, die Wohnungswirtschaft des Freistaates für die Zukunft bestmöglich aufzustellen. Dazu gehört eine Intensivierung des Dialogs mit dem Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft zur Überarbeitung der neuen Wohnungsförderrichtlinien – aber auch eine neue Imagekampagne. Diese geht im Sommer in ganz Thüringen an den Start.

Interne Pluspunkte der Verschmelzung sind verbesserte und erweiterte Dienstleistungsangebote für Mitglieder sowie Einsparungen zum Beispiel durch einen einheitlichen Verbandstag und einen gemeinsamen Jahresabschluß. Personell bleibt alles beim Alten. Alle Mitarbeiter des Prüfungsverbands wurden übernommen und gehören jetzt fest zum Stamm des vtw.

Intensive Annäherungen beider Verbände gibt es übrigens seit 2014. Alle grundsätzlichen Entscheidungen von ptw und vtw wurden seitdem in gemeinsamer Abstimmung getroffen.

Im Verband Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V. haben sich 201 Mitgliedsunternehmen, darunter 174 Wohnungsunternehmen, zusammengeschlossen. Zusammen bewirtschaften sie 270.000 Wohnungen. Mit 252.500 Wohnungen handelt es sich dabei fast ausschließlich um eigenen Bestand der Unternehmen. Rund 17.500 Wohnungen werden für Dritte, teils in der Wohneigentumsverwaltung, betreut. Nahezu jeder zweite Mieter wohnt bei einem Mitgliedsunternehmen des Verbandes. Seit 1991 investierten Mitglieder insgesamt rund 11,7 Milliarden Euro überwiegend in den Wohnungsbestand. 2015 sicherten die Verbands-Mitglieder mehr als 6500 Arbeitsplätze.

SWENIA TEICHMANN

 

06.06.2016


06.06.2016: „Deutlich stärkste Partei“

CDU-Landeschef Mike Mohring betrachtet das Ergebnis der Kommunalwahlen in Thüringen als Absage an die Gebietsreform der Landesregierung.

Bei den Kommunalwahlen am 5. Juni 2016 wurde die CDU deutlich stärkste Kraft aller Landtagsparteien. Zur Wahl waren 128 Bewerber der CDU angetreten, 18 weitere wurden von den Christdemokraten unterstützt. „116 dieser Bewerber haben die Bürger heute zu Bürgermeistern gewählt“, teilte die CDU Thüringen mit. Mike Mohring, Landesvorsitzender der Thüringer CDU, wertete die gestiegene Wahlbeteiligung „als deutliche Rückendeckung für die bestehenden Gemeinden. Es sei zudem eine Absage an die rot-rot-grünen Gebietsreformpläne. Der Weg der CDU heißt Kooperation statt Zwangsfusion", so Mohring.

Zur Wahl der 543 Bürgermeister traten insgesamt 652 Bewerber an. Die Linke und SPD stellten lediglich 24 Kandidaten, Bündnisgrüne und AfD keinen einzigen. „Die CDU Thüringen geht ganz deutlich als stärkste Partei aus den Kommunalwahlen hervor", kommentierte Mohring. „Die Aufstellung und die Wahl der Kandidaten hat gezeigt, daß die CDU Thüringen als einzige Partei in den Kommunen unseres Landes verwurzelt ist und vor Ort Verantwortung für die Menschen übernimmt. Wer aus anderen Parteien keine Kandidaten aufstellt, hat auch nichts für den ländlichen Raum übrig. In den Gemeinden Kromsdorf und Niederzimmern im Weimarer Land hatten die Bürger parallel die Möglichkeit, über ihre zukünftige Gemeindestruktur abzustimmen. Mit dem Ergebnis einer erfolgreichen Abstimmung pro Landgemeinde und damit einer klaren Absage für die Pläne von Rot-Rot-Grün.“

Der CDU-Landeschef bedankt sich bei allen, die von ihrem demokratischen Wahlrecht Gebrauch gemacht haben. „Ich gratuliere allen gewählten Bürgermeistern und wünsche ihnen viel Tatkraft für die bevorstehenden Herausforderungen. Ihre ehrenamtliche Arbeit für ihre Gemeinden verdient hohe Anerkennung und Respekt", so Mohring weiter.

Die CDU sieht angesichts der rot-rot-grünen Gebietsreformpläne schwere Zeiten auf die Gemeinden, ihre Bürger und Bürgermeister zukommen. Sie fürchtet um das ehrenamtliche Engagement, sollten sie Wirklichkeit werden. „Die Wahl der wenigen Vertreter der Regierungsparteien zeigt deutlich, daß sie keine Legitimation bei den Gemeinden vor Ort haben und deshalb ihre Gebietsreform nicht mit, sondern gegen die Menschen vor Ort machen", kritisierte der CDU-Landesvorsitzende.

Wie MDR Thüringen berichtete, stand das vorläufige amtliche Endergebnis in den insgesamt 713 Stimmbezirken am 5. Juni kurz vor 21 Uhr fest: „Demnach gingen 386 der Bürgermeisterposten an parteilose Bewerberinnen oder Bewerber, 106 Bürgermeister werden von der CDU gestellt, neun von der SPD, fünf von der Linken und einer von der FDP.“ Wie der MDR weiter mitteilte, werde es in 36 Gemeinden am 19. Juni Stichwahlen geben, weil keiner der dort angetretenen Kandidaten am Sonntag die absolute Mehrheit erzielt hatte.

PM-EG-CDUT 

 

06.06.2016


05.06.2016: Akzeptanzstellen

Der Erfurt-Gutschein ist mit rund 34.000 verkauften Exemplaren und mehr als 165 Akzeptanzstellen ein voller Erfolg. 340.000 Euro Umsatz wurden bereits für die Erfurter Händler generiert. Nun sind zwei der beliebtesten Erfurter Ausflugsziele dabei: der Thüringer Zoopark Erfurt und der Egapark Erfurt.

Zu Festen, in den Ferien, am Wochenende oder einfach mal zwischendurch: Ein Besuch im Erfurter Zoopark und im Egapark lohnt sich immer. Die beiden beliebten und erlebnisreichen Freizeit- und Erholungsanlagen begeistern Jahr für Jahr viele Tausend Besucher aus Erfurt und weit darüber hinaus. Da trifft es sich gut, daß der Eintritt auch mit dem Erfurt-Gutschein bezahlt werden kann. Der Egapark ist schon seit etwa einem Jahr Akzeptanzstelle. Ganz neu dabei ist nun der Zoopark.

Beide Akzeptanzstellen zeigen, wie vielfältig einlösbar der Erfurt-Gutschein ist. Ganz nach dem Motto „Einkaufen, Erleben, Genießen“ können die Beschenkten aus 165 Geschäften, Restaurants, Dienstleistern und Freizeiteinrichtungen wählen und stetig kommen neue hinzu. „Wir freuen uns sehr, daß der Erfurt-Gutschein bei Kunden und Akzeptanzstellen so viel Anklang findet“, freut sich Dr. Carmen Hildebrandt, Geschäftsführerin der Erfurt Tourismus und Marketing GmbH (ETMG), über die positive Entwicklung. „Der Zoopark und der Egapark sind seit vielen Jahren gute Partner. Es ist schön, daß sie mit ihrer Teilnahme den Erfurt-Gutschein noch attraktiver machen.“

Der Erfurt-Gutschein ist zu jedem Anlaß das richtige Geschenk, denn die Auswahl an Händlern und Geschäften ist riesig. Egal ob Mode, Schmuck, Bücher, Kosmetik, Bastelbedarf, Veranstaltungstickets oder ein Besuch im Zoopark: Die vielen Akzeptanzstellen in ganz Erfurt lassen kaum einen Geschenkwunsch unerfüllt. Erhältlich sind die Erfurt-Gutscheine mit einem Wert von je zehn Euro in der Tourist Information am Benediktsplatz und den Filialen der Erfurter Bank im Stadtgebiet.

Doch nicht nur für private Anlässe ist der Erfurt-Gutschein ein pfiffiges Geschenk. Mehr und mehr Unternehmen verschenken den Gutschein als freiwillige soziale Aufwendung zu Jubiläen, Feiertagen oder zum Jahreswechsel an ihre Mitarbeiter. So stärkt der Erfurt-Gutschein nicht nur die städtische Wirtschaft, sondern auch die Wertschätzung und Motivation im Unternehmen.

Seit der Einführung des Erfurt-Gutscheins durch die ETMG im Juni 2013 wurden rund 34.000 Gutscheine mit einem Wert von je zehn Euro verkauft. Der damit generierte Umsatz von 340.000 Euro komme letztlich allen teilnehmenden Akzeptanzstellen zugute, kommentierte die Erfurt Tourismus und Marketing GmbH in einer Pressemitteilung.

PM-ETMG

 

05.06.2016


04.06.2016: „Hier muß nachjustiert werden“

Gesetzänderung nicht eindeutig: Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sieht Regelung zu Störerhaftung kritisch.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee sieht die vom Bundestag am 2. Juni beschlossene Regelung zur Abschaffung der Störerhaftung kritisch. „Ich begrüße grundsätzlich, daß die Regierungskoalition im Bund sich des Themas angenommen hat“, sagte Tiefensee am 3. Juni in Erfurt. „Ich habe aber Zweifel, daß das Ziel einer vollständigen Abschaffung der Störerhaftung tatsächlich erreicht wird.“

So stelle die gefundene Regelung lediglich eine Klarstellung der ohnehin bestehenden Rechtslage dar. Eine tatsächliche und ausdrücklich in das Gesetz aufgenommene Freistellung der W-Lan-Anbieter von Unterlassungs- und Beseitigungsansprüchen Dritter fehle allerdings nach wie vor. „Mehr Klarheit und Eindeutigkeit ist im Gesetzestext notwendig“, sagte Tiefensee. „Hier muß nachjustiert werden.“

Die Störerhaftung gilt als Haupthindernis für den flächendeckenden Ausbau von öffentlichen W-Lan-Angeboten in Deutschland. Aufgrund der derzeitigen Regelung im Telemediengesetz können die Betreiber von Drahtlosnetzen jederzeit für rechtswidrige Handlungen ihrer Kunden – zum Beispiel den illegalen Download von geschützten Werken – in Haftung genommen werden. Dadurch werde der Ausbau frei zugänglicher mobiler Internetzugänge jedoch massiv behindert, sagt Tiefensee. „Das ist ungefähr so, als müßte eine Stadt als Eigentümerin einer Straße für die Geschwindigkeitsüberschreitungen der Autofahrer geradestehen.“

Das Thüringer Wirtschaftsministerium hatte sich deshalb über den Bundesrat von Anfang an für eine vollständige Aufhebung der Störerhaftung eingesetzt und darüber hinaus mit schriftlichen Stellungnahmen an die Bundestagsabgeordneten gewandt. Die jetzige Regelung sehe er lediglich als „Teilerfolg“, so Tiefensee: „Es bleibt eine gewisse Rechtsunsicherheit, die Raum für neue gerichtliche Auseinandersetzungen läßt.“

Um diese Rechtsunsicherheit zu vermeiden, hatte Thüringen eine eindeutigere Regelung vorgeschlagen, derzufolge W-Lan-Anbieter „wegen einer rechtswidrigen Handlung eines Nutzers nicht auf Beseitigung oder Unterlassung in Anspruch genommen werden“ können. Tiefensee: „Hätte man es so klar formuliert, wären alle nach wie vor bestehenden Unsicherheiten von Anfang an ausgeräumt gewesen.“

MI-TMWWDG

 

04.06.2016


03.06.2016: Pilotprojekte

Innovatives Photovoltaik-Finanzierungsmodell verändert den südafrikanischen Solarmarkt: Die Deutschen Energie-Agentur unterstützt die Maxx-Solar und Energie GmbH und Co KG aus Waltershausen bei dem Transfer des PV-Mieten-Ansatzes.

Der Ausbau der Photovoltaik in Südafrika boomt seit Ende 2015. Großanlagen werden international finanziert und in zentralen Ausschreibungsrunden durch die Regierung vergeben. Es fehlt jedoch an Finanzierungsinstrumenten für Photovoltaik-Aufdachanlagen. Wer es sich leisten kann, investiert in eine eigene PV-Anlage, um unabhängig von Strompreiserhöhungen und Stromausfällen zu sein. Aber nicht jeder hat die finanziellen Mittel, in eine eigene PV-Anlage zu investieren. Es gibt dafür derzeit keine Finanzierungsprogramme, auch werden PV-Anlagen nicht als Sicherheiten für Kredite anerkannt. Mit dem PV-Mieten-Ansatz bringt die Firma Maxx-Solar und Energie GmbH und Co KG aus Waltershausen ein innovatives Finanzierungskonzept nach Südafrika, das nach einer Pressemitteilung des Unternehmens vom 31. Mai den Ausbau der Solarenergie beschleunigen werde. Die ersten Pilotprojekte in Kapstadt wurden im Rahmen des Dena-RES-Programms realisiert und am 19. Mai eingeweiht.

„Es ist nun genau ein Jahr her, daß wir die Idee hatten, den PV-Mieten-Ansatz nach Südafrika zu transferieren. Dank der Deutschen Energie-Agentur konnten wir nun die ersten beiden Pilotprojekte einweihen“, sagt Dieter Ortmann, Geschäftsführer der Maxx-Solar und Energie GmbH und Co KG. Bereits im Jahr 2011 hat Dieter Ortmann ein Tochterunternehmen in Südafrika gegründet. Genau wie das deutsche Unternehmen sollte die südafrikanische Tochter Systemanbieter im Bereich Photovoltaik sein. Doch vor fünf Jahren steckte der südafrikanische Solarmarkt noch in den Kinderschuhen. „Wir haben begonnen, in der Solarbranche in Südafrika zu arbeiten, als es die eigentlich noch gar nicht gab“, erzählt Dieter Ortmann. Um das Land auf den vorauszusehenden Solarboom vorzubereiten und die Firma Maxx in Südafrika zu etablieren, begann das Unternehmen mit dem Aufbau der Maxx-Solar Academy, einem Trainingsinstitut für Photovoltaik, in dem mittlerweile über 1500 Leute ausgebildet wurden. Die Maxx-Solar Academy ist der südafrikanische Arm der DGS SolarSchule Thüringen. Die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie, kurz DGS, steht heute noch für Qualität der Kurse in der Academy in Südafrika. Mit ihren Arbeitsfeldern Großhandel und Training ist die Firma Maxx-Solar and Energy PTY Ltd. mittlerweile ein fester Bestandteil des südafrikanischen Solarmarktes. Als IBC Solar-Premiumpartner für Südafrika steht die Firma auch im Großhandel für deutsche Qualitätsprodukte.

Um die deutsche Qualität auch in der Installation aufrechtzuerhalten, arbeitet die Maxx-Solar Energy ausschließlich mit Alumni der Maxx-Solar Academy, den sogenannten Maxx-Team- Installern, zusammen. In regelmäßigen Treffen werden Informationen über aktuelle Entwicklungen und Probleme ausgetauscht. In diesen Treffen geht es auch immer wieder um das Thema Finanzierung. Nicht jeder Südafrikaner hat die finanziellen Mittel, in eine eigene PV-Anlage zu investieren, aber viele wünschen sich, unabhängiger vom Stromversorger zu sein. Viele leiden unter den immer wieder auftretenden Stromausfällen und den steigenden Strompreisen. „In einem Maxx-Alumni-Treffen Anfang 2015 entstand die Idee, den deutschen PV-Mieten-Ansatz nach Südafrika zu transferieren“, berichtet Antje Klauß-Vorreiter, Leiterin der Maxx-Solar Academy. „Mit der Dena haben wir auch einen Partner gefunden, der es uns ermöglichte, das Konzept in zwei Pilotprojekten zu testen“, so die 42jährige weiter.

Am 19. Mai war es dann soweit, die ersten zwei Maxx- PV-Renting-Photovoltaik-Anlagen wurden in Kapstadt eingeweiht. Das richtungsweisende Konzept von Maxx-Solar macht erneuerbare Energien für viele südafrikanische Kunden erschwinglich: Das Unternehmen verkauft die Anlage an eine Finanzierungsfirma. Der Endkunde, im Pilotprojekt die Dominican Grimley School und das Atlantic Gold Guest House, bezahlt an diese eine vorher definierte Miete und kauft damit den von der Anlage erzeugten Strom. Nach fünf bis zehn Jahren kann der Endkunde die Anlage für den Restwert erwerben. Das heißt, der Kunde kann den günstigen Solarstrom nutzen, ohne nur einen Rand zu investieren.

Die beiden PV-Aufdach-Anlagen an der Dominican Grimley School in Hout Bay (20 kWp) und am Atlantic Gold Guesthouse in Camps Bay (14 kWp) wurden als Vorzeigeprojekte im Zuge des von der Deutschen Energie-Agentur (Dena) ins Leben gerufenen und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen der „Exportinitiative Energie“ geförderten Dena-Renewable-Energy-Solutions-Programms realisiert. Gebaut wurden die Anlagen von den Maxx-Team-Installern Solarpower PB und RED Engineering.

An den Eröffnungsfeierlichkeiten nahmen Klaus Heidorn, Ständiger Vertreter des Leiters des Deutschen Generalkonsulats Kapstadt, und Councillor Matthew Kempthorne, Chairperson des Energy and Climate Change Committee, sowie zahlreiche Vertreter der südafrikanischen Wirtschaft teil. „Eine große Herausforderung im Bereich Photovoltaik ist die Finanzierung“, so Kempthorne. „Dieses Projekt zeigt uns heute den Weg in die Zukunft. Denn mit Partnerschaften zwischen Regierung und Privatwirtschaft können wir den Wandel erreichen, der global notwendig ist.” Die aus Deutschland stammende Besitzerin des Atlantic Gold Guesthouse, Alice Zidek, sagte in ihrer sehr emotionalen Rede: „Wenn man durch Deutschland fährt, fallen einem die vielen Solaranlagen auf den Dächern auf…Wieviel sinnvoller wären solche Anlagen - und wirklich viele davon - in einem Land, in dem praktisch die Sonne den ganzen Tag lang sehr intensiv scheint.“

ANTJE KLAUSS-VORREITER

 

03.06.2016


02.06.2016: „Mitwirkung weiterentwickeln“

Thüringer Hochschuldialog 2016: Regionalforen mit etwa 700 Teilnehmern beendet.

Mit dem Regionalforum an der Hochschule Ilmenau ist am 1. Juni die Thüringer-Hochschuldialog-Tour 2016 zu Ende gegangen. (nti-online.net berichtete dazu am 01.06.2016 im Beitrag „Ausgeprägte Hinterzimmerpolitik“). In der an den sieben Hochschulstandorten stattgefundenen Gesprächsreihe haben nach Informationen des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft insgesamt etwa 700 Studierende, Professorinnen und Professoren, Mitarbeitende sowie andere Interessengruppen ihre Vorstellungen für eine Änderung des Thüringer Hochschulgesetzes (ThürHG) eingebracht.

Seit Anfang April hatte das Wissenschaftsministerium zu Gesprächsreihen an allen Thüringer Hochschulstandorten eingeladen, um mit Interessierten über die Hochschulstruktur, die Mitwirkung an den Hochschulen, Forschungs- und Studienbedingungen sowie die Beschäftigungsverhältnisse im akademischen Bereich zu diskutieren. „Die Regionalforen waren uns sehr wichtig, um die Belange aller Beteiligten zu erfahren und die direkte Mitwirkung zu ermöglichen“, so Thüringens Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Der Minister und der Wissenschaftsstaatssekretär Markus Hoppe waren persönlich bei allen Gesprächsrunden anwesend, um über zukünftige Herausforderungen, notwendige Veränderungen und neue Akzente für die Thüringer Hochschullandschaft zu sprechen.

„Mit der Änderung des Thüringer Hochschulgesetzes wollen wir die Autonomie der Hochschulen und die Mitwirkung an der akademischen Selbstverwaltung weiterentwickeln, die Studienbedingungen optimieren und insbesondere die Arbeitsbedingungen von Nachwuchswissenschaftlern verbessern“, so der Minister weiter. Dabei zeigten sich unterschiedliche Schwerpunkte in den Gesprächsrunden, die von den Perspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs und Lehrkräfte für besondere Aufgaben über die Gleichstellung bis zum Promotionsrecht an Fachhochschulen reichten.

Der Thüringer Hochschuldialog 2016 soll die Reform des Thüringer Hochschulgesetzes vorbereiten. Die aus den Regionalforen hervorgehenden Themen werden im Herbst 2016 in Expertenkreisen genauer analysiert, um konkrete Änderungsvorschläge zum Hochschulgesetz zu erarbeiten. Diese sollen dann in eine Novelle des ThürHG einfließen, die voraussichtlich im Wintersemester 2017/2018 in Kraft tritt.

MI-TMWWDG

 

02.06.2016


02.06.2016: Geheimnis eines reinen Raumes

Luft - Nicht nur sauber, sondern rein: Kahlaer Colandis GmbH begeht 20. Gründungsjubiläum.

Selbst Partikel von einem Zehntausendstelmillimeter haben dank der Kahlaer Reinraumexperten keine Chance, unentdeckt zu bleiben und zum Beispiel in der Produktion von Hochleistungsoptiken diese letztlich unbrauchbar zu machen.

Seit 20 Jahren sorgt das heute 24köpfige Team um Firmengründer Joachim Ludwig mit seinen Produkten und Dienstleistungen weltweit für mehr als nur „reine“ Luft in Forschungslaboren ebenso wie in Produktionsstätten. Reinluft- und Reinraumanforderungen bestehen in immer mehr Branchen. So finden sich in den Referenzlisten Kunden aus der Halbleiter-, Elektronik- und Kunststoffindustrie, der Mikro- und Nanotechnik ebenso wie aus der Optik, Oberflächen-, Medizin- und Feinwerktechnik und Automobilindustrie.

Heute gilt die 1996 als Zwei-Mann-Firma gegründete und seit 2003 im Firmenneubau im Kahlaer Gewerbegebiet „Im Camisch“ ansässige Colandis in der Fach- und Anwenderwelt unumstritten als Wissensträger für kundenspezifische Prozeßlösungen mit reiner Luft.

Neben kompletten und erweiterbaren Reinräumen und mobilen Prozeßlösungen bieten die Kahlaer Experten Reinraum-Transport- und Lagersysteme, Lösungen für Reinluft-Arbeitsplätze (Minienvironments), reinraumtaugliche Fertigungsmaterialien und Lüfter-Filter-Module an.

Den Schwerpunkt legt Joachim Ludwig jedoch auf die Beratung der Kunden bereits während der Konzeption neuer Anlagen: „Es hilft entscheidend, nachträgliche Änderungen und Aufwände zu reduzieren, wenn zu diesem frühen Zeitpunkt reinraumgerechte Materialien ausgewählt werden, reinheits- und reinraumgerechte Konstruktionsaspekte einfließen.“ Nach Angabe des Geschäftsführers realisieren sich etwa 80 Prozent des Umsatzes über Anschlußprojekte, wenn seine Kunden ihre Kapazitäten erweitern. Hierfür stünden Reinraumzellen zur Verfügung, die auf insgesamt 1000 Quadratmetern in Sektionen mit verschiedenen Luftreinheitsklassen gefertigt werden.

Neben der Konstruktionsbetreuung bei der Entwicklung übernimmt sein Unternehmen Dienstleistungen wie Maschinenreinigung, Beratung und Schulung sowie Meß- und Überwachungsaufgaben wie Abnahmemessungen der Luftreinheit sowie Reinheits- und Reinraumtauglichkeitsuntersuchungen mit umfassender Reinraummeß- und Prüftechnik beim Kunden und im eigenen Haus. Verschiedene Normen und Technologiestandards tragen hier die Handschrift der Kahlaer Reinraumexperten, die in den Gremien aktiv an deren Erarbeitung mitwirkten.

Das Geheimnis eines reinen Raumes klingt nach den Worten von Joachim Ludwig so einfach: „Saubere Luft muß rein und kontaminierte wieder hinaus. Hierfür gilt es, das Strömungsverhalten im Reinraum oder dem Minienvironment entsprechend zu gestalten, damit sämtliche Partikel kontrolliert abgeführt werden.“

Schon 2009 sorgte Joachim Ludwig mit seinem mobilen und mietbaren Reinraum von 20 Quadratmetern für Aufsehen. Auf nur zwei Rollenpaletten verpackt, kann dieser leicht transportiert und noch leichter in knapp 15 Minuten von nur zwei Personen aufgebaut werden. Neben dem Patent für das Gesamtsystem stecken weitere patentierte Einzelkomponenten, wie beispielsweise Filter- und Lüftersysteme und spezielle Profilkonstruktionselemente in diesem Bausatz.

Im jüngsten EU-Forschungsprojekt „CassaMobile“ wird dieses Konzept in einem flexiblen Reinraumcontainer als mobile Minifabrik mit insgesamt elf Partnern aus sechs Ländern weiterentwickelt.

Das alles setzt einen großen Erfahrungsschatz voraus, weswegen das Unternehmen auf qualifiziertes Stammpersonal setzt und seine Fertigungstechniker und auch Kaufleute für Büromanagement selbst ausbildet. Ausbildungsplätze seien aktuell wiederum ausgeschrieben. Interessierte und geeignete Jugendliche zu finden, gestalte sich nach Ludwigs Worten zunehmend schwieriger. Um junge Menschen auf den perspektivreichen Berufsstart im nur unweit von Jena entfernten Kahla aufmerksam zu machen, engagiert sich Colandis bei „So nah, so gut“, einem 2015 initiierten Projekt von Kahlaer Unternehmen. Firmenpartnerschaften unterhalte man zudem zu mehreren Schulen und Gymnasien in der Region Jena und dem Saale-Holzland-Kreis. Auch „Schnupper-Praktika“ für Schüler würden angeboten, jedoch viel zu wenig genutzt.

Und eine Anstellung in der Colandis GmbH bietet neben dem angenehmen Arbeits- und Betriebsklima eines mittelständischen Familienunternehmens zum Beispiel mit einem Zuschuß zum Kindergartenplatz, dem wöchentlichen Rückensport, Massageterminen und den nicht selbstverständlichen Wasserspendern und Tellern mit frischem Obst weitere Annehmlichkeiten.

Die Unternehmensnachfolge geht Firmenchef Joachim Ludwig ebenso weitsichtig an. Als zweite Geschäftsführerin wurde kürzlich Tochter Ina Henze-Ludwig berufen.

KARSTEN SEIFERT


Auszeichnung: Der Kahlaer Colandis-Chef Joachim Ludwig wurde kürzlich mit dem Unternehmerpreis des BVMW „Unternehmer des Jahres 2016 für Jena und Saale-Holzland-Kreis“ geehrt.

Foto: KARSTEN SEIFERT

02.06.2016


01.06.2016: „Anpassung dringend notwendig“

Entlastung für Wirtschaft und Verbraucher überfällig: Für Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) gehen die Eckpunkte für die geplante EEG-Reform in die richtige Richtung. Nachbesserungen seien aber nötig.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat die bei einem Treffen im Bundeskanzleramt am 31. Mai 2016 vereinbarten Eckpunkte für eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) grundsätzlich begrüßt. „Unser Ziel muß es sein, anspruchsvolle Klimaziele zu erreichen und gleichzeitig private Verbraucher, Industrie und Handwerk bei den Stromkosten zu entlasten“, sagte Tiefensee.„Das läßt sich am Ende nur über mehr Wettbewerb und maßvolle Ausbauschritte erreichen, damit der Zubau effizienter und die Förderhöhen geringer werden.“ Das Bundeswirtschaftsministerium hatte im April seine Vorschläge zur Novellierung des EEG vorgelegt. Wesentliches Ziel der Reform ist es, den Zubau der erneuerbaren Energien planbarer zu machen, stärker an Marktprinzipien zu orientieren und damit Ausbaukosten zu senken.

In diesem Jahr wird die EEG-Umlage nach Prognose der großen Übertragungsnetzbetreiber erneut um drei Prozent auf 6,354 Cent je Kilowattstunde – und damit ein neues Rekordhoch – ansteigen. 2011 lag die EEG-Umlage noch bei 3,53 Cent und damit nur etwas mehr als halb so hoch wie heute. 6,354 Cent je Kilowattstunde entsprechen einem Gesamt-Umlagebeitrag von 22,88 Milliarden Euro, der letztlich von allen privaten und gewerblichen Verbrauchern aufzubringen ist.

Dies berge auch die Gefahr eines weiteren signifikanten Anstiegs der Strompreise und damit eine neuerliche Belastung für Haushalte und Industrie in Deutschland, sagte Tiefensee. Bereits zwischen 2011 und 2015 war der durchschnittliche Strompreis in Deutschland von 25,23 Cent je Kilowattstunde auf 28,71 Cent je Kilowattstunde angestiegen.

„Eine Anpassung des EEG ist also dringend notwendig“, sagte Tiefensee. Die Umlage belaste nicht nur die für Thüringen wichtige mittelständische Wirtschaft zusätzlich. Sie wirke auch regressiv, indem sie insbesondere einkommensschwache Haushalte benachteilige, die einen höheren Anteil ihres Einkommens für Strom aufwenden müßten. Dagegen profitierten von der Förderung in der Tendenz vor allem einkommensstärkere Haushalte. Der normale Mieter könne sich im Zweifel keine Solaranlage aufs Dach schrauben oder sich an Bürgerwindparks beteiligen, bezahle aber den höheren Strompreis, so der Minister.

„Deshalb bin ich dafür, daß wir weiter konstruktiv diskutieren, wie wir die Klimaziele und die Entlastung der Verbraucher in Einklang bringen können.“ Das Gabriel-Konzept biete mit der geplanten Umstellung des Fördersystems der erneuerbaren Energien einen guten Ansatz für die erhofften Kostensenkungen. Es garantiere einen weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien. Dennoch habe die Thüringer Landesregierung eine Reihe von Verbesserungen vorgeschlagen.

So werde die Landesregierung im weiteren Verhandlungsprozeß vor allem weiter darauf drängen, daß nicht nur Neu-, sondern auch Bestandsanlagen in Ausschreibungen im Bereich Biomasse einbezogen werden, soweit sie zur Netzstabilisierung beitragen könnten und effiziente, umweltverträgliche Technologien einsetzten. Ein weiterer wichtiger Punkt sei eine gerechte Verteilung der mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien verbundenen Netzausbaukosten. Durch die geltenden Regelungen würden die Stromverbraucher in Nord- und Ostdeutschland durch hohe Netzentgelte benachteiligt. Zumindest das System der sogenannten „Vermiedenen Netzentgelte“ (Vergütungen für dezentral einspeisende Erzeugungsanlagen) müsse für nicht steuerbare, fluktuierend einspeisende Anlagen unverzüglich abgeschafft werden, so Tiefensee.

Der Thüringer Wirtschaftsminister warnte aber zugleich davor, jede mögliche Kritik zu einer prinzipiellen Hürde für die längst überfällige EEG-Reform zu machen. „Selbstverständlich gibt es Diskussionsbedarf und die Interessen Thüringens müssen gewahrt bleiben“, sagte Tiefensee. „Aber das darf nicht dazu führen, daß sich alle am Ende gegenseitig blockieren.“ Insgesamt werde sich auch Thüringen für eine „Energiepolitik mit Augenmaß“ einsetzen, die für Wirtschaft und Verbraucher bezahlbar bleibt – und zugleich einen klaren Fokus auf den Ausbau der erneuerbaren Energien und mehr Energieeffizienz auch in Thüringen legt, sagte Tiefensee: „Alles andere gefährdet die gesellschaftliche Akzeptanz der Energiewende in Deutschland.“

STEPHAN KRAUSS

 

01.06.2016


01.06.2016: Vielschichtige Faktoren

Sektionsspitze gewählt: Erfurter Unternehmer bestimmen Wolfgang Weisskopf zum CDU-Wirtschaftsrat-Sektionssprecher.

Mit der Wahl des Erfurter Rechtsanwalts Dr. Wolfgang Weisskopf zum Sprecher der Sektion Erfurt im Wirtschaftsrat Deutschland stellt sich der Unternehmerverbund der Landeshauptstadt seinem Anspruch, die unternehmerische Sicht bereits bei der Weichenstellung für kommunalpolitische Entscheidungen mit einzubringen. Dabei seien es nach Einschätzung des bereits als sachkundiger Bürger im Wirtschaftsförderausschuß aktiven Wirtschafts- und Rechtsexperten vielschichtige Faktoren, die es im Interesse der nachhaltigen Attraktivität Erfurts als Wirtschaftsstandort zu gestalten gelte.

Prioritäten für die Sektionsarbeit setze er daher auf die Themenschwerpunkte Steigerung der Wertschöpfungsstruktur der Wirtschaft, mehr Wirtschaftskompetenz in der Verwaltung und effiziente Dienstleistung, Impulse geben für Wirtschaftsförderung und Wirtschaftsmarketing. Als drei unabdingbare Voraussetzungen für deren Umsetzung müßten seinen Worten nach für die Konsolidierung des städtischen Haushalts Aufgaben und Ausgaben neu bewertet und umgeschichtet werden hin zu mehr Investitionen und weniger Konsum, erfordere es eine Effizienzsteigerung durch eine städtische Verwaltungsreform und zudem sollten sich kommunale Unternehmen auf die Erfüllung kommunaler Aufgaben konzentrieren, ohne den privaten Wettbewerb zu behindern.

Diese Auswahl der Themenschwerpunkte erfolgte gemeinsam mit dem kompletten Sektionsvorstand, bestehend aus Colette Boos (Geschäftsführende Gesellschafterin Bauer Bauunternehmen GmbH, Walschleben), Frank Belkner (Geschäftsführer Thüringer Stiftung für Bildung und Berufliche Qualifizierung, Erfurt), Andreas Kiermeier (Leiter Niederlassung Thüringen von Goldbeck Ost GmbH, Ichtershausen) und Bernd Kirste (Geschäftsführer Glastechnik Kirste, Remda) angelehnt an die Ergebnisse der kürzlich erfolgten Mitgliederbefragung zu notwendigen Aktivitäten im Interesse der insbesondere wirtschaftlichen Weiterentwicklung Erfurts.

Der promovierte Jurist, unter anderem auch Mitglied des Thüringer Verfassungsgerichtshofs, berät als Namensgeber und Partner der Erfurter Wirtschaftsrechtskanzlei Weisskopf Rechtsanwälte vorwiegend Unternehmen aus der Bau- und Automobilzulieferer- und Medizintechnikindustrie sowie kommunale Versorgungsunternehmen für die Wasser- und Abwasserentsorgung. Er verfügt aufgrund seiner langjährigen Tätigkeiten und Erfahrung bei der rechtlichen Beratung und Begleitung von Projekten und der Prozeßführung über ausgeprägte branchenspezifische Kenntnisse.

In den vier Sektionen Ost-, Süd-, West- und Nordthüringen sowie den drei Stadtsektionen Erfurt, Jena-Saalfeld und Weimar des Thüringer Landesverbandes im Wirtschaftsrat der CDU pflegen die Mitglieder den Dialog mit der Regional- und Landespolitik. Zudem agieren fünf Landesfachkommissionen in den Bereichen Gesundheitswirtschaft, Wirtschaft und Innovation, Energiepolitik, Personal, Gesellschaft und Soziales sowie Steuern, Haushalt und Finanzen für den fachlichen Austausch mit der Politik.

Der Wirtschaftsrat der CDU e.V. versteht sich als Stimme der Sozialen Marktwirtschaft in Deutschland und Europa. Unternehmen und Unternehmern bietet er eine branchenübergreifende Plattform, Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik im Sinne Ludwig Erhards für Fortschritt durch Wettbewerb, Chancen durch Freiheit und Wohlstand durch Leistung mitzugestalten.

KARSTEN SEIFERT

 

01.06.2016


01.06.2016: „Große Expertise erarbeitet“

Messe und Arena erhalten Zuschlag für den Deutschen Ärztetag 2018 in der Thüringer Landeshauptstadt. Ein Jahr zuvor tagen Deutschlands HNO-Ärzte in Erfurt.

Der Top-Event der deutschen Mediziner kommt nach Erfurt. Der 119. Deutsche Ärztetag bestimmte jetzt in Hamburg die thüringische Landeshauptstadt Erfurt als Austragungsort für den 121. Deutschen Ärztetag vom 8. bis 11. Mai 2018. Rund 1000 Ärzte und andere Gesundheitsexperten werden dann im Congress Center und in der Halle 1 des Erfurter Messegeländes sowie im Multifunktionsgebäude der Arena Erfurt aktuelle gesundheits- und sozialpolitische Themen diskutieren. Das teilte die Messe Erfurt GmbH am 1. Juni 2016 mit.

Erfurts Messechef Wieland Kniffka freut sich über den Zuschlag: „Wir haben uns mittlerweile eine große Expertise für medizinische Veranstaltungen erarbeitet. In den vergangenen zwei Jahren hatten wir schon Spitzentreffen von Dermatologen, Zahnärzten, Heilpraktikern und Kinderärzten zu Gast. Im Mai 2017 begrüßen wir die 88. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V. Ein Pluspunkt für uns war sicher auch, daß wir mit der Arena Erfurt einen weiteren attraktiven Veranstaltungsort ins Spiel bringen konnten“.

Der einmal jährlich stattfindende Deutsche Ärztetag ist die Hauptversammlung der Bundesärztekammer, das „Parlament der Ärzteschaft". Die Ärztekammern entsenden dazu insgesamt 250 Delegierte. Zu den Aufgaben des Deutschen Ärztetages gehört es, länderübergreifende Regelungen zum Berufsrecht (zum Beispiel die Muster-Berufsordnung und die Muster-Weiterbildungsordnung) zu erarbeiten und zu verabschieden sowie die Positionen der Ärzteschaft zu aktuellen gesundheits- und sozialpolitischen Diskussionen der Gesellschaft zu artikulieren und sie der Öffentlichkeit zu vermitteln. Der Deutsche Ärztetag tagt seit 1873 in der Regel jährlich (außer 1912, 1915-17, 1920, 1922/23 und 1932-47). Überdies fanden in der Nachkriegsgeschichte aus besonderem Anlaß insgesamt fünf Außerordentliche Deutsche Ärztetage statt. Die Bundesärztekammer (Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Ärztekammern) ist die Spitzenorganisation der ärztlichen Selbstverwaltung; sie vertritt die berufspolitischen Interessen der 485.818 Ärztinnen und Ärzte (Stand: 31. Dezember 2015) in der Bundesrepublik Deutschland.

PM-MEG-DÄ

 

01.06.2016


01.06.2016: „Ausgeprägte Hinterzimmerpolitik“

Wo kein Raum für Kritik ist, da ist auch keine Hochschuldemokratie: Ilmenauer Studenten beklagen Desinteresse und Unwillen der Leitungsebene.

Der Freie Zusammenschluß von Student‘innenschaften (fzs) kritisiert vor dem letzten Dialogforum zur Novellierung des Thüringer Hochschulgesetzes an der TU Ilmenau den gegenwärtigen Zustand der Hochschuldemokratie. Anläßlich der erneuten Einführung von Diplomstudiengängen an der TU Ilmenau zeige sich der Beteiligungswillen der Hochschulleitung in einem besonders schlechtem Licht und bestätige damit die Kritik des studentischen Dachverbandes an den Präsidialstrukturen von Hochschulen.

Mandy Gratz, Mitglied im Vorstand des fzs, erklärt hierzu: „Die TU Ilmenau beweist in diesen Vorgängen eindeutig, daß das Hochschulgesetz in Thüringen dringend überarbeitet werden muß. Durch die letzten Novellierungen wurden Strukturen geschaffen, die demokratisches Handeln allzuhäufig dem guten Willen der Hochschulleitungen preisgeben.“

Besonders gut lasse sich das an der erneuten Einführung von Diplomstudiengängen an der TU zeigen: „Unterlagen zur Senatssitzung waren unvollständig, noch nicht mal bei der Abstimmung war der Abstimmungstext klar, danach gab es kein ernsthaftes Interesse an der Auseinandersetzung mit der studentischen Position zum Sachverhalt und eine ausgeprägte Hinterzimmerpolitik, die fein säuberlich an den Student‘innen vorbeigeführt wird. Wo doch eigentlich an der Hochschule auch Demokratie und Kritik geübt werden sollte, finden wir hier nur Desinteresse und Unwillen der Leitungsebene vor."

Franziska Chuleck, hochschulpolitische Referentin des Studierendenrates an der TU Ilmenau, fügt hinzu: „Wir beobachten im Moment, daß zusätzlich zu den gesetzlich vorgeschriebenen Gremien eine parallele Gremienstruktur entsteht. In dieser Struktur werden wichtige Entscheidungen getroffen und wir Studierende können darauf kaum Einfluß nehmen. Dabei sind das zumeist Entscheidungen, bei denen es um unsere Zukunft geht. Vor allem kritisieren wir, daß diese Sturkturen durch das aktuelle Hochschulgesetz ermöglicht werden. Wir sehen das Regionalforum als Möglichkeit der Aussprache und des Offenlegens der desaströsen Beteiligungskultur an der TU. Wir hoffen, daß diese Auseinandersetzung dafür sorgt, daß die Schlupflöcher des derzeitigen Hochschulgesetzes geschlossen werden. Anhand der TU Ilmenau läßt sich gut zeigen, daß die Systemakkreditierung nicht das Allheilmittel sein kann. Ein akkreditiertes Qualitätsmanagement ist  kein Garant für die Ermöglichung studentischer Beteiligung. Ein Qualitätsmanagement hätte zwar durchaus auch greifen können, aber selbst das muß versagen, wo es nicht eingebunden wird."

Und Mandy Gratz stellt außerdem fest: „Der Unwillen, sich einer kritischen Debatte zu stellen, wird durch Präsidialstrukturen und deren Verfügungsspielräume, nur gestärkt. Es darf nicht sein, daß Mitbestimmung nur nach dem Gusto der Hochschulleitungen möglich ist. Eine demokratische Hochschule ist eine, in der der Wille und der Mut besteht, sich mit Kritik auseinanderzusetzen und entsprechende Konsequenzen zu ziehen. Das sehen wir an der TU Ilmenau in keiner Weise."

PM-FZS

 

01.06.2016

Thüringen aktuell

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Die Ausgabe 4/2017 berichtet über das geplante bayerisch-thüringische Oberzentrum.

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