Nachrichten aus dem Freistaat Juli 2016

Juli 2016

31.07.2016: Keine plausible Erklärung

„Gerade bei einer sogenannten Demokratiestelle sollten demokratische Verfahren eingehalten werden“: Thüringer CDU-Bildungspolitiker Christian Tischner kritisiert die Vergabe einer neuen Dokumentations- und Forschungsstelle.

„Diese Schlagzeile wäre vermeidbar gewesen.“ So reagierte der bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Christian Tischner, auf staatsanwaltliche Ermittlungen zur Auswahl des Trägers für eine Dokumentations- und Forschungsstelle gegen Menschenfeindlichkeit. Der Mitteldeutsche Rundfunk hatte am 30. Juli über eine anonyme Anzeige berichtet, die sich gegen die Vergabe dieser im rot-rot-grünen Koalitionsvertrag vereinbarten neuen Einrichtung richtet. Wie die CDU-Fraktion im Thüringer Landtag am gleichen Tag in einer Pressemitteilung erklärte, habe sie frühzeitig das aus ihrer Sicht intransparente Verfahren kritisiert. Die neue Stelle selbst halte die Fraktion angesichts der vorhandenen Infrastruktur zur Auseinandersetzung mit extremistischen Strömungen in Thüringen für überflüssig. Sollte sie dennoch die Arbeit aufnehmen, erwarte die Union, daß sie sich sämtlichen Formen des Extremismus widme.

Die CDU-Fraktion hatte zur Vergabe der Dokumentationsstelle an die Amadeu-Antonio-Stiftung bereits eine Sondersitzung des Ausschusses für Bildung, Jugend und Sport in der parlamentarischen Sommerpause beantragt, nachdem sie das Thema wiederholt öffentlich angesprochen hat. Die Sitzung am 30. Juni 2016 habe laut Tischner keine plausible Erklärung dafür ergeben, „wieso die Vergabe dieses der Linkskoalition offenbar wichtigen Projektes quasi unter der Hand erfolgt ist“. Die Stelle soll sich laut Koalitionsvertrag vor allem mit „Inhalt, Wirkungsweise und Verbreitung neonazistischer, rassistischer, antisemitistischer, homophober und antiziganistischer Einstellungen“ beschäftigen. Dem Bildungspolitiker seien mindestens drei weitere Interessenten für die Übernahme der Dokumentationsstelle bekannt. „Eine breite öffentliche Interessenbekundung war aber von der Landesregierung offensichtlich nicht gewollt, weil sie ihren Favoriten längst hatte. Doch gerade bei einer sogenannten Demokratiestelle sollten demokratische Verfahren eingehalten werden“, erklärte Tischner.

Nach den Worten des CDU-Abgeordneten wäre ein „öffentliches Vergabeverfahren und der Vergleich unterschiedlicher Konzepte und Ansätze gerade in der aktuellen Lage des Landes geboten gewesen. Menschenfeindliche Einstellungen und Handlungen haben sehr unterschiedliche Gesichter: rechtsextreme, linksextreme, islamistische.“ Vor allem hätte ein transparenterer Weg laut Tischner verhindert, daß die Vergabe nun möglicherweise zum Thema für die Gerichte wird. Am grundsätzlichen Widerspruch der Union gegen die neue Einrichtung hätte jedoch auch eine andere Vergabe nichts geändert. Sie koste allein für die verbleibenden Monate des Jahres gut 207.000 Euro. Für den Bildungspolitiker schafft das Land überflüssige Doppelstrukturen. Er verwies auf den Verfassungsschutz, den regelmäßigen Thüringen-Monitor, das Kompetenzzentrum Rechtsextremismus an der Universität Jena und Einrichtungen wie „Ezra“ und „Mobit“.

PM-CDU-TL

 

31.07.2016


30.07.2016: Fachkompetenz

Namibia und Thüringen bauen an einer Exzellenz-Zone für die Bauwirtschaft in Afrika: Botschafter Andreas Guibeb gründet gemeinsam mit Partnern aus dem Freistaat eine Arbeitsgruppe für ein deutsch-namibisches Kapazitätsaufbauprojekt.

Der Botschafter der Republik Namibia, Andreas B.D. Guibeb, hat gemeinsam mit Partnern und Freunden Namibias aus Thüringen eine Arbeitsgruppe gegründet, die sich für den Aufbau einer modernen Bauwirtschaft in Namibia engagiert. Die Arbeitsgruppe wurde bei einer gemeinsamen Tagung von Vertretern des Landes Thüringen, der Bauwirtschaft und interessierter Unternehmen auf Schloß Ettersburg bei Weimar ins Leben gerufen. Die Leitung der Arbeitsgruppe hat Prof. Dr. Andreas Freytag vom Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik der Friedrich-Schiller-Universität Jena übernommen.

Botschafter Andreas Guibeb, stellte den Projektpartnern das Projekt einer privat-öffentlichen Zusammenarbeit (POZ) Thüringen-Namibia in einer Sonderwirtschaftszone in Okahandja (Otjozondjupa-Region) in der Mitte Namibias vor. Schwerpunkt des Projekts soll das Baugewerbe sein. Geplant ist, dort auf bewährte deutsche und internationale Best Practices, Technologie und deren entsprechendes Know-how zurückzugreifen.

In Rahmen seine Armutsbekämfungskampagne möchte Namibia, innerhalb der nächsten fünf Jahre auch 20.000 von insgesamt 200.000 günstigen Wohnhäusern bauen. Dabei sollen vor Ort einfache, günstige Bauweisen eingesetzt werden, die in Deutschland entwickelt wurden.

Dabei sollen Ausbildungsmöglichkeiten für Namibier und Afrikaner aus Nachbarländern entstehen und Unternehmensgründungen im Baubereich erleichtert werden. Botschafter Guibeb bekundete das große Interesse Namibias, die berufliche Fachkompetenz junger Menschen in Namibia auszubilden, bevorzugt nach dem deutschen dualen Ausbildungsmodell.

Der erste konkrete Schritt ist eine Rahmenstudie Bauwirtschaft eine sogenannte scoping study, die wichtig ist, um den Finanzrahmen des Projektes zu bestimmen. Das Autorenteam der Studie wird von Prof. Dr. Andreas Freytag vom Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik der Friedrich-Schiller-Universität Jena geleitet. Er wird dabei von der gesamten Arbeitsgruppe unterstützt. Die Kosten für das Namibia Ermächtigungsprojekt (Namibia Legacy Project) sollten aus eigenen privaten und öffentlichen Mitteln der Partner gedeckt werden. Diese sollen durch Fördermitteln in Namibia sowie von Bund und Ländern in Deutschland ergänzt werden.

Das Bildungswerk Bau Hessen-Thüringen (BiW) hat den Aufbau eines Kompetenzzentrums Bauwirtschaft Namibia (KBN) angeboten. Die Einrichtung von Bildungszentren für Bauwirtschaft und Handwerk wäre ein erster Schritt, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden.

Dieses soll in der „Harambee-Wohlstandssonderwirtschaftszone“ entstehen. Auch ein Technologie- und Gewerbepark für Dauerausstellungen von deutschen und internationalen Firmen im Baubereich und Lagerhallen könnten dort entstehen, ebenso ein Konferenz- und Seminarzentrum, das sich am Bildungswerk Bau in Erfurt und dem Tagungszentrum Schloß Ettersburg orientiert.

Ein solches Afrika-Bau-Exzellenz-Zentrum könnte Anlauf- und Begegnungsstätte für nationale, regionale und internationale Partner sein. Ebenso wäre es ein Ideen- und Projektratgeber für neue Partnerschaften. In einem entsprechenden Gebäude könnten unter einem Dach Beratungen, Schulungen, Forschung und Entwicklung, Tagungen, Events und Messen stattfinden.

Professor Andrea Osburg von der Fakultät Bauingenieurswesen der Bauhaus-Universität Weimar will neben einem Engagement ihrer Hochschule im Rahmen des Projekts auch die Zusammenarbeit mit einer passenden Fachhochschule prüfen. Am Ende könnte die Entwicklung einer entsprechenden Fachhochschule Bau in Namibia als ein langfristiges Ziel des Gesamtprojektes mit aufgenommen werden.

JÜRGEN SCHEURER

 

30.07.2016


29.07.2016: Weitgehend erfolgreich

„Über Wasungen und die MDV müssen wir noch einmal reden“: Thüringens Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, Birgit Keller (Die Linke), äußerte sich zu den Verkehrswegeausbaugesetzen.

Das Thüringer Verkehrsministerium war in der Woche vom 25. Juli aufgefordert worden, zu den Entwürfen der Ausbaugesetze für die Bundesverkehrswege Stellung zu nehmen. In diesen Entwürfen sind im Ergebnis des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) die gesetzlichen Feststellungen des Bedarfs der einzelnen Vorhaben enthalten.

„Die meisten Forderungen und Anregungen aus Thüringens erster Stellungnahme wurden vollständig oder teilweise berücksichtigt. Darüber bin ich sehr froh“, sagte Verkehrsministerin Birgit Keller (Die Linke) am 26. Juli anläßlich der Grundsteinlegung für eine Brücke in Mackenrode dem zuständigen Staatssekretär vom Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann. Und fügte hinzu: „Aber über Wasungen und die MDV müssen wir noch einmal reden.“

Die Stellungnahme des Thüringer Verkehrsministeriums zum ersten Entwurf des Bundesverkehrswegeplans war weitgehend erfolgreich. „Die Ortsumfahrungen Straußfurt, B 4, und Mühlhausen Süd, B 249, wurden in den vordringlichen Bedarf aufgenommen und die Ortsumfahrungen Niedersachwerfen, B 4, und Großeutersdorf, B 88, erhalten Planungsrecht, wie von uns gefordert. Hier erreichen wir unser Ziel, in den nächsten Jahren die Verkehrsbelastungen und Verkehrsgefährdungen abzubauen und die Lebensqualität für Anwohner zu erhöhen. Mit den Ortsumfahrungen Uhlstädt, B 88, Stockhausen und Wasungen, beide B 19, sind auf unsere Initiative jetzt drei sehr wichtige Projekte im Entwurf enthalten, für die zuvor kein Bedarf im BVWP festgestellt worden war“, resümiert Birgit Keller.

Für das Projekt Elektrifizierung der Mitte-Deutschland-Verbindung (MDV) in Thüringen hat der Bund seine Prüfung noch nicht abgeschlossen. „Es ist im Schienenbereich das herausragende verkehrspolitische Projekt für Thüringen. Die Elektrifizierung der MDV ist ökologisch sinnvoll und schafft die Voraussetzung für die Wiedereinrichtung des Fernverkehrs nach Ostthüringen. In unserer aktuellen Stellungnahme und in weiteren Gesprächen versuchen wir, das Bundesverkehrsministerium davon zu überzeugen, die Finanzierung des Projektes sicherzustellen“, sagt Ministerin Keller. „Wir haben dem Bundesverkehrsministerium angeboten, das Projekt mit bis zu 30 Millionen Euro aus Thüringer Efre-Mitteln zu unterstützen und wir haben bereits drei Millionen Euro für die Planungsleistung im Haushalt eingestellt. Wir fordern den Bund auf, dieses Projekt im Ausbaugesetz für die Bundesverkehrswege entsprechend zu berücksichtigen.“

Auch die Ortsumgehung Wasungen, B 19, war im ersten Entwurf des Bundesverkehrswegeplans nicht enthalten. Wasungen vom Durchgangsverkehr zu befreien, erfordere aufgrund der topografischen Lage eine teure Tunnellösung, erklärte das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft am 28. Juli in einer Medieninformation. Deswegen habe das Nutzen-Kosten-Verhältnis unter dem Wert eins gelegen. Weder der Bund noch das Land dürften dann per Gesetz bauen. Beim Nutzen-Kosten-Verhältnis würden die zu erwartenden volkswirtschaftlichen Kosten (einschließlich Baukosten) mit dem zu erwartenden volkswirtschaftlichen Nutzen ins Verhältnis gesetzt. „In Zusammenarbeit mit der Deges ist es uns im Planungsprozeß gelungen, die Kosten zu minimieren“, informierte Birgit Keller. Dabei sei unter anderem die Länge des Tunnels verkürzt und ein Anschlußbauwerk optimiert worden. Die Ortsumfahrung Wasungen konnte nun in den weiteren Bedarf mit Planungsrecht eingeordnet werden. „Das reicht aber nicht. Wir müssen in Wasungen noch vor 2030 bauen“, machte Ministerin Keller klar. „Die Lage dort ist unerträglich“. In der Stellungnahme an den Bund fordere das Thüringer Verkehrsministerium jetzt die Einordnung in den vordringlichen Bedarf und gehe davon aus, daß dies auch ohne Kompensationen möglich sei. Thüringen sei außer Sachsen das einzige Land, in dem das Gesamtfinanzvolumen seit dem März-Entwurf zum BVWP gesunken ist.

Bei der Ortsumfahrung Merkers, B 62, gibt es laut Infrastrukturministerium noch keine greifbaren Lösungen. Merkers sei ebenfalls nicht im ersten Entwurf des BVWP berücksichtigt worden. Auch hier sei das Nutzen-Kosten-Verhältnis sehr schlecht. Wegen der Lage im Werratal machten sich teure Bauwerke erforderlich. „Wir bleiben an dem Thema dran“, sagte Ministerin Keller. „Und wir brauchen hier eine länderübergreifende, mit Hessen abgestimmte Lösung.“ Hessen habe auf der Anschlußstrecke nur ein Projekt von mehreren möglichen im vordringlichen Bedarf.

MI-TMIL

 

29.07.2016


28.07.2016: „Ankerort“

Mühlhausen erhält „Lutherinformationszentrum“.

Die Stadt Mühlhausen erweitert ihre Touristinformation um ein „Lutherinformationszentrum“. Thüringens Wirtschaftsstaatssekretär Georg Maier (SPD) übergab dazu am 28. Juli einen Förderbescheid über gut 198.000 Euro an Oberbürgermeister Johannes Bruns (SPD). Die Gesamtkosten für den Umbau und die Ausstattungen belaufen sich auf 220.000 Euro.

„Auch wenn Luther selbst nie in Mühlhausen war, spielt die Stadt als Zentrum der Reformation und als Wirkungsstätte Thomas Müntzers natürlich eine zentrale Rolle im Lutherjahr 2017“, sagte Maier. Mit der Kirche St. Marien – Müntzers Predigtkirche –, dem Rathaus, dem Reichsstädtischen Archiv mit seinen zahlreichen Dokumenten zu Reformation und Bauernkrieg und der Kornmarktkirche mit Bauernkriegsmuseum sei Mühlhausen sogar einer der „Ankerorte“ im rund 1000 Kilometer langen Thüringer Lutherweg. „Mit dem neuen Informationszentrum wollen wir gerade im Hinblick auf das Reformationsjubiläum 2017 einen einheitlichen Zugang zu diesen vielfältigen Angeboten schaffen und die bedeutende Rolle Mühlhausens für Luther und die Reformation stärker herausstellen.“

Der Umbau umfaßt die komplette bauliche Umgestaltung der bisherigen Touristinformation und die Schaffung von zusätzlichem Raum. Dabei werden Innenwände teilweise versetzt, Fußböden, Fenster, Türen, Heizkörper und die Elektroinstallation erneuert. Die Räume werden neu dekoriert und mit Mobiliar und Computertechnik ausgestattet. Durch die Verlegung des Empfangstresens wird die Kundenbetreuung neu strukturiert.

Das Vorhaben in Mühlhausen ist – wie beispielsweise auch die erst Mitte Juli vorgestellte „Luther-App“ – Bestandteil der Gesamtstrategie, den Thüringer Lutherweg zu einem der touristischen Leuchttürme im Freistaat zu entwickeln und zum 500. Reformationsjubiläum 2017 stärker in den Fokus nationaler und internationaler Gäste zu rücken. Der Lutherweg verbindet seit Mai 2015 insgesamt 21 verschiedene Wirkungsstätten Luthers und wichtige Orte der Reformation, darunter 180 Kirchen und mehr als 400 touristische Attraktionen. Insgesamt 1,5 Millionen Euro Förderung sind bereits in den Ausbau der Infrastruktur des Lutherwegs geflossen.

STEPHAN KRAUSS

 

28.07.2016


28.07.2016: „Die Thematik ist äußerst komplex“

Die Einheit der Kirche im Blickpunkt: Kommission für Glaube und Kirchenverfassung tagt in Erfurt.

Noch bis zum 28. Juli tagt in Erfurt eine Arbeitsgruppe der „Kommission für Glauben und Kirchenverfassung“ des Ökumenischen Rates der Kirchen zum Thema „Moralisch-ethische Urteilsfindung und Autorität“. In der Kommission sind verschiedene christliche Kirchen aller großen Kirchenfamilien offiziell vertreten, darunter auch die Katholische Kirche. Sie leistet theologische Grundlagenarbeit mit dem Ziel, den Ursachen der Trennung der Kirche Christi auf die Spur zu kommen und Vorschläge für die Wiederherstellung der Einheit der Kirche zu erarbeiten. Mit der Kirchenrechtlerin Prof. Dr. Myriam Wijlens ist auch die Universität Erfurt an der Tagung beteiligt – außerdem, beratend, der Moraltheologe Prof. Dr. Josef Römelt. Weitere Teilnehmer kommen aus Australien, Malaysia, Brasilien, Griechenland, Rußland, Schweden, den USA, aus England und der Schweiz.

„In jüngster Zeit wird die Einheit der Kirche durch verschiedene Auffassungen zu moralischen Themen bedroht“, sagt Professor Myriam Wijlens. „Wir stehen vor der Frage, wie eine Spaltung der Kirchen vermieden oder bereits bestehende Spaltungen überwunden werden können, damit die Kirche den Glauben auch wirklich glaubwürdig vertreten und verkünden kann.“ Bereits seit mehreren Jahren beschäftigt sich die „Kommission für Glauben und Kirchenverfassung“ mit dieser Thematik. Vor diesem Hintergrund wurde 2015 die Arbeitsgruppe „Moralisch-ethische Urteilsfindung in den Kirchen und Autorität“ eingesetzt. Sie soll in den kommenden Jahren der Frage nachgehen, wie es sein kann, daß Christen, die alle die Bibel als Grundlage ihrer Lehre betrachten, dennoch zu verschiedenen Ergebnissen kommen, wenn es um moralische Themen geht. Wie kommt es, daß sie die Bibel so unterschiedlich interpretieren? Welche Rolle spielen Institutionen und Faktoren wie zum Beispiel die Kirchenväter, philosophische Konzepte, Tradition, Gewichtung von Erfahrung, kulturelle Kontexte? Spielt es eine Rolle, ob eine Kirche eher synodal oder hierarchisch organisiert ist?

Zu diesen und weiteren Fragen tagt die Arbeitsgruppe in Erfurt. Ihre Ergebnisse sollen 2017 in der nächsten Sitzung der Kommission in Südafrika präsentiert werden. „Die Thematik ist äußerst komplex“, erklärt Prof. Myriam Wijlens. „Wir werden deshalb auch darüber sprechen müssen, wie die Kommission diese Fragen künftig weiter verfolgen kann.“ Die Erfurter Professorin ist seit 2008 als Delegierte des Vatikans im Päpstlichen Rat für die Einheit der Christen Mitglied der „Kommission für Glauben und Kirchenverfassung“. Wijlens wurde im vergangenen Jahr zusammen mit ihrem Moskauer Kollegen aus dem Russisch Orthodoxen Patriarchat, Prof. Dr. Vladimir Shmaliy, beauftragt, die Arbeitsgruppe zu moderieren. „Ich betrachte es als eine Ehre, daß die Kommission sich für Erfurt als Tagungsort entschieden hat, gerade vor dem Hintergrund, daß hier vor fast 500 Jahren die Reformation begann. Diese Entscheidung ist zugleich eine Anerkennung der Forschungsarbeit, die hier zum Thema geleistet wird.“

CARMEN VOIGT

 

28.07.2016


27.07.2016: Neue Möglichkeiten

Das Unternehmen AMS aus Österreich erwirbt die Jenaer Mazet GmbH: Die strategische Transaktion soll Wachstumsmöglichkeiten für Farb- und Spektralsensorik in Industrie-, Automobil- und Medizintechnikanwendungen schaffen.

Sie AMS AG, ein führender Anbieter von hochwertigen analogen ICs und Sensoren, hat die Transaktion zum Erwerb von 100 Prozent der Anteile an der Mazet GmbH, einem Spezialisten für Farb- und Spektralsensorsysteme, abgeschlossen. Über den in bar gezahlten Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die strategische Akquisition baut die Marktführerschaft von AMS bei optischen Sensoren aus und stärkt die Position des österreichischen Unternehmens bei künftigen optischen Sensoranwendungen. Das teilten beide Unternehmen am 26. Juli 2016 mit.

Mazet konzentriert sich auf Anwendungen in Industrie- und Medizintechnik und verfügt über umfassendes System- und Applikations-Know-how für anspruchsvolle Farb- und Spektralsensorik sowie hervorragende Expertise in der Entwicklung optischer Systeme. Das Know-how umfaßt dabei die IC-und Filterentwicklung sowie die Systementwicklung von Hard- und Software. Die Jencolor-Sensoren des Unternehmens werden gegenwärtig unter anderem für die Innenraumbeleuchtung von Flugzeugen, Sensoren in der Landwirtschaft und die medizinische Analyse von Hautveränderungen eingesetzt.

Das Unternehmen ist zudem im Altgeschäft als Modullieferant für seine bisherigen industriellen Anteilseigner tätig. Mazet ist profitabel und mit etwa 80 Beschäftigten in Jena ansässig, einem weltweiten Kompetenzzentrum für optische Technologien.

„Mazet ist ein Pionier in der Entwicklung optischer Farb- und Spektralsensoren, und wir freuen uns, jetzt Teil von AMS zu werden. Die Verbindung der komplementären Produkte und Sensorkompetenzen beider Unternehmen stärkt unsere führende Position mit einem hervorragenden Portfolio optischer Sensoren für die Zielmärkte Automotive, Industrie, Medizintechnik und intelligente Beleuchtung", kommentiert Dr. Fred Grunert, Geschäftsführer der Mazet GmbH, die Transaktion.

„Wir sind sehr froh, das Mazet-Team bei uns willkommen zu heißen. Das hervorragende Optik-Know-how von Mazet ermöglicht es uns, neue Produkt- und Anwendungsmöglichkeiten in Bereichen wie der Messung und Steuerung von Licht, der Erfassung von physikalischen Parametern oder der Abstimmung der Farben eines Bildschirms mit der realen Umgebung zu erschließen. Die operative Kompetenz und das weltweite Vertriebsnetz von AMS bieten zusätzliche Synergien, die das strategische Potential dieser Transaktion erhöhen", ergänzt Thomas Riener, Executive Vice President und General Manager Emerging Sensor Solutions bei AMS.

MANDY AHLENDORF

 

27.07.2016


26.07.2016: Ehrung

Diemar, Jung und Zapfe erhält „German Brand Award 2016“: Rat für Formgebung würdigt Markenführung für Enso Energie Sachsen Ost AG.

Ein klarer Markenauftritt zahlt sich aus: die Diemar, Jung und Zapfe-Gruppe aus Erfurt überzeugte beim „German Brand Award 2016“ mit der Markenführung für die Enso Energie Sachsen Ost AG – und wurde dafür in der Kategorie „Excellence in Brand Strategy, Management and Creation" ausgezeichnet. Mitinhaber und Enso-Projektleiter Frank Jung nahm die Ehrung am 16. Juni 2016 in Berlin entgegen.

Die Enso AG ist der ostsächsische Komplettanbieter von Strom, Erdgas, Wärme und Energiedienstleistungen. Startpunkt der Betreuung durch Diemar, Jung und Zapfe war der Fusionsprozeß zweier bestehender Energieversorgungsunternehmen. Mit dem klaren Ziel: Eine neue, starke Marke zu schaffen – einfach, bedarfsgerecht, serviceorientiert und wirtschaftlich. Die effiziente Marktimplementierung gelang mit einem klaren und konsistenten Auftritt, der für raschen Aufbau hoher Bekanntheits- und Sympathiewerte sorgte.

Als Anerkennung des gelungenen Markenauftritts erhielt Diemar, Jung und Zapfe das Prädikat „Special Mention“ beim „German Brand Award 2016“ in der Kategorie „Brand Strategy“. Laut Einschätzung der Jury ist die Marke Enso in ihrer Branche herausragend und stellt einen einzigartigen Beitrag zur deutschen Marken- und Unternehmenslandschaft dar. Die Preisverleihung erfolgte im Rahmen einer feierlichen Gala am 16. Juni 2016 im „Drive. Volkswagen Group Forum“ in Berlin. Enso-Markenstratege und -Projektleiter Frank Jung nahm die Ehrung stellvertretend für das gesamte Projektteam der Diemar, Jung und Zapfe-Gruppe entgegen. Ihm gehören neben Frank Jung (Markendesign, Markenführung) auch Daniel Riethmüller (Konzeption, Text), Bernd Wolff (Grafik-Design, Corporate Design) und Michael Zapfe (Corporate Design) an.

„Diemar, Jung und Zapfe ist stolz darauf, Enso bereits seit der Markteinführung nun schon mehr als zehn Jahre lang kontinuierlich zu begleiten – von der Beratung über die Markenentwicklung, den Markenlaunch und die Markenführung bis zur Mediaplanung“, so Frank Jung. „Und wir freuen uns gemeinsam mit Enso über diesen Erfolg, den wir nicht zuletzt auch der engen und guten Zusammenarbeit mit dem Bereich Strategie/Kommunikation bei Enso verdanken.“

Der „German Brand Award“ würdigt erfolgreiche Markenführung in Deutschland. Sein Ziel ist es, wegweisende Marken und Markenmacher zu erkennen, zu bewerten und zu prämieren. Geehrt werden innovative Marken, konsequente Markenführung und nachhaltige Markenkommunikation ebenso wie Persönlichkeiten und Unternehmen, die in der Welt der Markenführung wegweisend sind. Am Wettbewerb nehmen ausschließlich Unternehmen teil, die durch das „German Brand Institute“, seine Markenscouts und Expertengremien ausgewählt wurden. Der Award wurde vom „German Brand Institute“ und dem Rat für Formgebung ausgelobt und 2016 erstmals vergeben. Über die Vergabe in den drei Kategorien „Excellence in Branding“, „Industry Excellence in Branding“ sowie „Excellence in Brand Strategy, Management and Creation" entscheidet eine unabhängige Fachjury renommierter Markenexperten aus unterschiedlichen Disziplinen. Das Prädikat „Special Mention“ honoriert besondere Aspekte in der Markenführung sowie das Engagement für die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Marken.

PM-DJZWG

 

26.07.2016


26.07.2016: „Besser erholen“

Ausgeschlafen auf Medaillenjagd in Rio: Die Möbel Kieppe GmbH aus Arnstadt stattet Olympia-Asse mit ihren selbstentwickelten Schlafsystemen aus.

Die Erfurterin Bahnsprinterin Kristina Vogel gehört zu den deutschen Medaillenhoffnungen für die olympischen Sommerspiele in Rio. Derzeit bereitet sich die Olympiasiegerin auf der Radbahn in Frankfurt (Oder) auf das Großereignis vor. Schon in der Vorbereitung überlassen sie und ihre Bahnrad-Kollegen Rene Enders, Miriam Welte, Maximilian Levy nichts dem Zufall.

„In Frankfurt/Oder wird jetzt nur noch am Feinschliff gearbeitet. Im Kraftraum stehen explosive und schnelle Kniebeugen auf dem Plan. Und auch auf dem Rad werden die Einheiten jetzt kürzer und schneller“, erzählt Kristina Vogel. Und ihr Team-Kamerad Rene Enders ergänzt: „Reines Radtraining ist bei uns maximal zweimal die Woche für anderthalb Stunden angesagt. Ansonsten sind wir täglich mit Bahntraining beschäftigt. Und da sitzen wir etwa vier mal zehn Sekunden im Sattel, sagt er mit einem Lächeln. Training, bis die Muskeln brennen. Damit danach die Regeneration noch besser gelingt, setzen die Radfahrer in diesem Jahr auf Matratzen und Lattenroste aus Arnstadt. Die Möbel Kieppe GmbH stattet die Sportler mit ihren selbstentwickelten Schlafsystemen aus.

Es ist nicht das erste Mal, daß Geschäftsführer Klaus Kieppe Spitzensportler unterstützt. Zu den von ihm gesponserten Sportlern gehörten bereits Biathletin Magdalena Neuner und der Kombinierer Johannes Rydzek. Beide holten jeweils Gold bei den Großereignissen, bei denen sie auf Matratzen aus dem Hause Kieppe schliefen. Und auch Kritsina Vogel und ihre Kollegen wollen sich durch die in Arnstadt entwickelten Matratzen einen Vorteil verschaffen. Der Kontakt zu dem Möbelhändler kam durch den Chef des Bahnrad-Sprint-Teams, Stephan Hausprung, zustande. Er hatte von Straßenrad-Profi Marcel Kittel und Herbert Müller vom Thüringer HC erfahren, daß Kieppe Sportler mit Schlafsystemen bei Großereignissen wie Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen unterstützt. Dies tut Kieppe nun auch bei den Bahnrad-Sportlern. Für das Sprint-Team hat er bereits Schlafsysteme noch Rio verschickt, die dort auf die Sportler warten.

Alles begann damit, daß Klaus Kieppe selbst als Leistungssportler leidvoll erfahren hat, wie schwer es ist, nach einer Nacht in einem unbequemen Hotelbett am nächsten Tag Spitzenleistung abzuliefern. In seiner Jugend war er Hochspringer, später Volleyballer. Natürlich sind seine Matratzen nicht nur für Leistungssportler. Sie sollen allen Menschen einen erholsameren Schlaf ermöglichen. Die Leistungssportler sollten für den Möbelhändler lediglich der Schlüssel zum Markt sein.

Viel Aufwand für Sportler, die doch eigentlich gut austrainiert sind und daher keine besonderen Probleme beim Schlafen haben sollten. Falsch, sagt Kieppe. Gerade Leistungssportler würden davon profitieren. „Mit einer guten Matratze dreht sich der Mensch im Schlaf zehn- bis 15mal pro Nacht um, bei einer schlechten wälzt er sich 50- bis 60mal hin und her.“ Zudem könne sich die von Training und Wettkampf arg beanspruchte Muskulatur der Spitzensportler auf einer optimalen Matratze besser erholen und somit am nächsten Tag wieder Höchstleistung abrufen. „Mit einer Matratze, die zum Körper paßt, die optimal stützt, muß die Muskulatur nachts keine Haltearbeit leisten und kann sich besser erholen", erklärt Kieppe. Daß seine Matratzen funktionieren, das hat sich der Unternehmer inzwischen auch wissenschaftlich bestätigen lassen.

„Für mich lief die komplette Vorbereitung gut. Ich konnte ohne Ausfall trainieren und auch der Rest des Teams scheint fit zu sein. Ich freue mich jetzt auf die Spiele und das ganze Drumherum“, sagt Kristina Vogel. Sie und ihre Kollegen hoffen, daß ihnen auch die Matratzen aus Arnstadt helfen, auf dem Rad-Oval in Rio die entscheidende Reifenbreite vorn zu sein, wenn es im Sprint hoffentlich um die Medaillen geht.

PM-KV

 

26.07.2016


25.07.2016: Alarmsignale

Erfurts IHK-Chef Gerald Grusser befürchtet einen spürbaren Rückgang der Thüringer Exporte ins Vereinigte Königreich. Deshalb müßten jetzt schnellstmöglich Entscheidungen getroffen werden, um wieder Stabilität zu schaffen.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel im Juli von 108,7 auf 108,3 Punkte. Die Unternehmer beurteilen zwar ihre aktuelle Situation etwas besser als noch im Juni, dagegen fallen die Geschäftsaussichten pessimistischer aus. Darüber berichtet die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt am 25. Juli auf ihrer Internetseite.

„Die Wirtschaft steckt den Brexit-Schock bislang überraschend gut weg“, kommentiert Prof. Gerald Grusser, der Erfurter IHK-Hauptgeschäftsführer, die aktuellen Zahlen. In Großbritannien müßten jetzt schnellstmöglich Entscheidungen getroffen werden, um wieder Stabilität zu schaffen. Die Unternehmen bräuchten klare und verläßliche Rahmenbedingungen, denn jegliche politische und rechtliche Unsicherheit wäre Gift.

„Immerhin ist das Vereinigte Königreich der viertgrößte Exportmarkt für Thüringen. Große Probleme als Folge des Austritts sehen die Betriebe in zusätzlicher Bürokratie, mehr Bescheinigungen oder bei rechtlichen Unterschieden“, so Grusser weiter. Er befürchte einen spürbaren Rückgang der Exporte, da Waren in Richtung London dann teurer würden. Aus Sicht der Wirtschaft sei es daher wichtig, daß die Verhandlungspartner die richtige Balance finden zwischen guten zukünftigen Handelsbeziehungen mit den Briten und einem weiterhin funktionierenden Binnenmarkt. Damit das gelinge, dürfe es keine Rosinenpickerei geben. „Durch den Brexit wird deutlich vor Augen geführt, was der einheitliche EU-Binnenmarkt für eine wichtige Errungenschaft ist. Die Verantwortlichen müssen daher alles daran setzen, den Zusammenhalt der zukünftig 27 Mitgliedsstaaten zu sichern. Schon heute sind signifikante Folgen erkennbar. Es droht eine längere Hängepartie und das bereitet den Firmen erhebliches Kopfzerbrechen“, erläutert Grusser.

Und es gebe weitere Alarmsignale: So blickten die Unternehmen besorgt nach Italien, wo das Bankensystem wackelt. Aber auch Portugal, Spanien und Frankreich würden gegen die europäischen Stabilitätsvorschriften verstoßen. Und natürlich verunsicherten auch die Ereignisse in der Türkei die Firmen zusätzlich. „Es sind zwar bisher keine Auswirkungen im Tagesgeschäft sichtbar, aber die schon zu verzeichnende Zurückhaltung bei den Investitionen wird eher noch zunehmen“, warnt der IHK-Chef.

PM-IHKE

 

25.07.2016


24.07.2016: Ratgeber

„Thüringer Städte aktiv erleben“: Der Verein Städtetourismus in Thüringen e.V. präsentiert neuen Reiseführer.

Die Thüringer Städte sind berühmt für ihre Kultur und beeindruckende Geschichte. Darüber hinaus sind sie jedoch auch ideale Ausgangspunkte für Unternehmungen wie Wandern, Radfahren und Wasserwandern. Bekannte Pilgerwege führen entlang der Städte, und auch Familien mit Kindern aller Altersgruppen wird hier nicht langweilig. Pünktlich zu den Sommerferien ist jetzt eine neue Broschüre erschienen, die Familien ein guter Ratgeber für einen Urlaub in den Thüringer Städten sein soll.

Die neue Broschüre „Thüringer Städte aktiv erleben“ möchte mit zahlreichen Anregungen und Informationen für einen Städteurlaub begeistern. Das neue Heft ist eine gute Ergänzung zum „Pocket Guide“, dem beliebten kleinen Reiseführer für die Thüringer Städte.

Die neue Broschüre ist in den Tourist-Informationen der Mitgliedsstädte des Vereins erhältlich und soll auch auf Messen zahlreiche unternehmungslustige Urlauber in die Thüringer Städte locken.

PM-VST

 

24.07.2016


23.07.2016: Einsatzvorbereitende Maßnahmen

Kräftebereitschaft in den Thüringer Sicherheitsbehörden wieder aufgehoben: Innenminister Dr. Holger Poppenhäger (SPD) trauert mit den Angehörigen der Opfer des Amoklaufs von München.

„Der Amoklauf von München ist ein barbarischer Akt, der fassungslos macht. Wir trauern mit den Angehörigen der Opfer“, sagte Innenminister Dr. Holger Poppenhäger am 23. Juli 2016 nach den schrecklichen Geschehnissen in der bayerischen Landeshauptstadt. Der Minister bedankte sich bei den Einsatzkräften der Thüringer Polizei, die bei der Umsetzung der für solche Fälle vorbereiteten Maßnahmen bewiesen haben, daß auf sie im Ernstfall Verlaß ist.

„Es ist verständlich, daß viele Menschen angesichts der Schreckensmeldungen des Abends vom 22. Juli zunächst in großer Sorge vor einem Terroranschlag waren“, so der Minister weiter. „Gleichzeitig zeigt dieser Fall aber auch, daß man sich gerade bei solchen Lagen mit Spekulationen und vorschnellen Schlußfolgerungen zurückhalten muß.“

Am 22. Juli waren sowohl die Rufbereitschaft für die Thüringer Bereitschaftspolizei als auch einsatzvorbereitende Maßnahmen der Spezialeinheiten der Thüringer Polizei veranlaßt worden. Thüringer Polizisten beteiligten sich darüber hinaus an Fahndungsmaßnahmen, die zunächst nötig erschienen, weil in München von mehreren flüchtigen Tätern ausgegangen werden mußte.

Angesichts der Erkenntnisse der bayerischen Polizei zum Tathergang seien diese Maßnahmen inzwischen wieder aufgehoben worden. Die Thüringer Sicherheitsbehörden würden auch weiterhin engsten Kontakt insbesondere zu ihren bayerischen Kollegen halten.

MI-TMIK

 

23.07.2016


22.07.2016: Diagnoseverfahren

„Ophthalmologist Innovation Award“: Top Ten-Plazierung für Forschungsteam von der Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena und JenVis Research.

Das Team um Professor Wolfgang Sickenberger, der unter anderem Optometrie und Physiologische Optik im Fachbereich SciTec der Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena lehrt, hat im Fachmagazin „The Ophthalmologist“ für die Entwicklung eines Diagnose- und Auswerteverfahrens eine Top Ten-Platzierung unter den „Stars of 2015“ des „Ophthalmologist Innovation Awards“ erhalten.

Das Verfahren, der sogenannte „JenVis Dry Eye Report“ wurde zum Beschwerdebild des Trockenen Auges entwickelt. „Weltweit leiden Millionen von Menschen an dem Beschwerdebild des sogenannten ‚Trockenen Auges‘. Das Trockene Auge ist eine multifaktorielle Erkrankung, welche Beschwerden wie zum Beispiel Augenbrennen, Schmerzen, rote Augen hervorruft. Aber auch die Sehleistung kann sich durch Tränenfilmstörungen verringern, zum Beispiel durch unscharfes, schwankendes Sehen. Häufig sind diese Symptome auch bei gesunden Augen zum Beispiel nach langer Bildschirmarbeit bemerkbar“, würdigte die Jury die Entwicklung.

Aufgrund der Vielschichtigkeit der Beschwerden des „Trockenen Auges“ ist eine Diagnose nicht einfach und benötigt eine zielführende Kombination unterschiedlicher Tests. Im Rahmen des neuen „JenVis Dry Eye Reports“ wurden nicht-invasive Diagnoseverfahren entwickelt und mit anderen etablierten Tränenfilmtests kombiniert. Ein spezielles Analyseverfahren schließt neben den subjektiven Befunden des Patienten mikroskopische Untersuchungen und nicht-invasive neue Tränenfilmmessungen des multifunktionellen Topographen (Keratograph 5M, Firma Oculus) mit ein. Die komplette Analyse kann dem Patienten in Form einer anschaulichen Auswertegrafik, eines Behandlungsplans sowie persönlicher Erläuterungen übergeben werden.

SIGRID NEEF

 

22.07.2016


22.07.2016: „Erfolgsgeschichte“

Thüringer Bauministerin Birgit Keller (Die Linke) veröffentlichte Monitoringbericht zum Stadtumbau: Erst soziale Infrastruktur schaffe Möglichkeit zur Integration aller Gruppen in die Gesellschaft.

„Der Stadtumbau in Thüringen ist eine Erfolgsgeschichte.“ Das erklärte Thüringens Bauministerin Birgit Keller (Die Linke) am 19. Juli in Erfurt zur Veröffentlichung des Monitoringberichts 2015 zum Stadtumbau. „Aufwertung des öffentlichen Raums, Sanierung von öffentlichen und privaten Gebäuden und insbesondere die Stabilisierung der Innenstädte und des Wohnungsmarktes schaffen erst die soziale Infrastruktur, die erforderlich ist, um alle Bevölkerungsgruppen in die Gesellschaft zu integrieren. Stadt- und Ortsteilzentren und die Gestaltung städtischer Freiräume mit Spielplätzen und Ruhezonen ermöglichen es, daß soziale Begegnungen zwischen Menschen stattfinden können.“  Stadtumbau müsse, erklärte die Politikerin, daher eine Einladung an die Kommunen, Verbände und die Bürgerinnen und Bürger sein, sich in die künftige Stadtentwicklung einzubringen.

Bisher gab es nur wenige Erfahrungen mit der Umsetzung von Stadtumbau- und Rückbaukonzeptionen unter Schrumpfungsszenarien, teilte das Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft in einer Medieninformation mit.. Aus diesem Grunde sei eine Begleitforschung initiiert worden, die den Fortschritt des Stadtumbaus in Thüringen kontinuierlich auswerte und die Ergebnisse in einen intensiven Erfahrungsaustausch mit den Programmstädten und dem Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft einbringe. Im Rahmen des Thüringer Landesmonitoring zum Stadtumbau würden seit dem Jahr 2002 von 42 Programmkommunen (dabei alle Thüringer Städte über 10.000 Einwohner) sowie zirka 200 Monitoringgebieten in diesen Programmkommunen regelmäßig Daten zu verschiedenen Themenbereichen erfaßt und mit Daten anderer Quellen in einem gesonderten Datenpool beim Thüringer Landesamt für Statistik gesammelt und ausgewertet. In den regelmäßig erscheinenden Monitoringberichten werde es nunmehr möglich, die langjährige Entwicklung der Stadtumbauprozesse in Zeitreihen darzustellen und auch die Wirkung verschiedener Einflussgrößen zu interpretieren.

Mit dem nun vorliegenden Monitoringbericht 2015 stehe ein weiterer Baustein der Dokumentation des Stadtumbaus in Thüringen zur Verfügung. Die Zeitreihen zeigten, daß sich der Einwohneranteil in den 42 teilnehmenden Städten im Verhältnis zu benachbarten Regionen erhöhe. Innerhalb der Programmkommunen sei zu erkennen, daß weiterhin die Großwohnsiedlungen von deutlichen Einwohnerverlusten betroffen seien, während Altstadt-, Gründerzeit- sowie sonstige Gebiete leichte Einwohnergewinne ausweisen könnten. Weiterhin bestätigte sich auch die Tendenz, daß die Gebietstypen Altstadt und Gründerzeit eine jüngere Bevölkerung anziehen.

Gestiegene Baufertigstellungszahlen bewirkten, daß der Wohnungsbestand seit 2011 wieder zunehme. Dabei hätten die Programmkommunen ihre Neubauziele für den Zeitraum 2011 bis 2020 zu 40 Prozent erreicht, die Erfüllung der hoch gesteckten Rückbauziele scheine indes unrealistisch. Bei den wirtschaftlich konsolidierten Wohnungsunternehmen sei die fortschreitende Sanierung des Bestandes fortgeführt worden. Mittlerweile liege der Anteil unsanierter Wohneinheiten nur noch bei fünf Prozent, während zwei Drittel des Bestandes vollständig saniert beziehungsweise modernisiert seien. Die Barrierefreiheit des Wohnungsbestandes sei vor dem Hintergrund einer alternden Gesellschaft von zunehmender Bedeutung. Hier zeige sich für 2015 bei den Wohnungsunternehmen ein noch ausbaufähiger Anteil von 12,3 Prozent altengerechter Wohnungen. Gleichzeitig steige die Lebenserwartung und die Anzahl pflegebedürftiger Personen weiter an.

„Auch wenn die Leerstandsquoten in Jahren intensiven Rückbaus deutlich verringert werden konnten, warnen die Berechnungen der Begleitforschung weiterhin vor einer zweiten Leerstandswelle“, teilte das Ministerium mit. Demnach würde sich die Zahl der leerstehenden Wohnungen von rund 117.000 Wohneinheiten im Jahr 2014 auf rund 243.000 Wohnungen im Jahr 2030 ungefähr verdoppeln, wenn sich die aktuell geringen Rückbauaktivitäten sowie der aktuelle Neubautrend fortsetzten. „Die starke Zuwanderung von Flüchtlingen seit 2015 konnte im Monitoringbericht allerdings noch nicht berücksichtigt werden. Angesichts des aktuellen Zustroms an Flüchtlingen wurden seitens des TMIL zwischenzeitlich alle Rückbauvorhaben von Wohnungen einer Einzelfallprüfung unterzogen.“

Die Überprüfung der strategischen Zielstellungen scheine auch in Hinblick auf neue Herausforderungen wie Fachkräftemangel, Klimaschutz und Energiewende dringend geboten, erklärte das Ministerium weiter. Jede fünfte Programmgemeinde verfüge bereits über ein Klimaschutzkonzept oder bereitet es vor, jede sechste ein energetisches Quartierskonzept. „Der ursprünglich erwartete Anpassungsdruck bei den Netzen der technischen Infrastruktur (Trink- und -abwasser sowie Fernwärme) im Hinblick auf sinkende Verbräuche konnte bislang nicht bestätigt werden. Vielmehr konnten notwendige Anpassungen im Zuge laufender Sanierungen umgesetzt oder im Rahmen betrieblicher Maßnahmen abgefedert werden.“

Der nächste Monitoringbericht sei nach Informationen des Thüringer Infrastrukturministeriums  schon in Arbeit und werde voraussichtlich zu Beginn des nächsten Jahres erscheinen. „Dort sollen dann auch die Bewertungen der Kommunen für die Jahre 2014/15 einfließen, die die neuen Herausforderungen im Stadtumbau betreffen, wie zum Beispiel die Auswirkung der Zuwanderung oder auch die Themen Klimaschutz- und Klimaanpassung.“

MI-TMIL

 

22.07.2016


21.07.2016: „Erfreuliche Tendenz“

Rückgang im Europatrend: Unternehmensinsolvenzen im Freistaat nach Informationen der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt gesunken.

Positive Entwicklungen bei den Unternehmensinsolvenzen zeichnen sich laut einer Pressemitteilung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt vom 21. Juli in mehreren Mitgliedsstaaten der Europäischen Union für das laufende Jahr ab. Das habe eine aktuelle Untersuchung des internationalen Kreditversicherers Coface ergeben. Auch in Thüringen seien die Insolvenzzahlen nach Informationen der IHK gesunken.

„Der stetige Rückgang der Firmenkonkurse in Thüringen und der EU ist eine erfreuliche Tendenz“, sagt Professor Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer IHK Erfurt. Die verbesserte wirtschaftliche Situation in Europa seit der weltweiten Finanzkrise 2009 wirke sich günstig auf die Betriebe in den meisten europäischen Ländern aus. Dies könne auch vor dem Hintergrund der aktuellen Brexit-Debatte zur Stärkung des Vertrauens in den europäischen Binnenmarkt beitragen.

Nach vorliegenden Studienergebnissen sei 2015 die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen in vier EU-Mitgliedsstaaten zurückgegangen: Niederlande (-20,7 Prozent), Schweden (-elf Prozent), Deutschland (-vier Prozent) und Dänemark (-0,5 Prozent). Für dieses Jahr werde ein weiterer Rückgang erwartet, für Schweden beispielsweise um minus acht Prozent, für Frankreich um voraussichtlich minus drei Prozent. In Deutschland gehen die Experten von einem Minus in Höhe von 2,5 Prozent für 2016 aus.

Allein im Freistaat wären die Konkurszahlen nach Angaben des Thüringer Landesamts für Statistik in den ersten vier Monaten dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 19 Prozent zurückgegangen. Auf die Branchen übertragen, sei von den insgesamt 113 Thüringer Insolvenzfällen das Baugewerbe mit 27 Verfahren am stärksten betroffen, gefolgt von der Kfz-Branche mit 25 Fällen und dem Verarbeitenden Gewerbe mit 18.

„Der Rückgang der Insolvenzfälle ist neben der positiven wirtschaftlichen Entwicklung auch ein Ergebnis der guten Zusammenarbeit zwischen Beratungsstellen wie die der IHK und den betroffenen Firmen. Unternehmen melden sich in Schwierigkeiten heutzutage früher und nehmen die angebotene Hilfe gezielt in Anspruch“, berichtet Grusser aus dem Beratungsalltag.

PM-IHKE

 

21.07.2016


20.07.2016: Ausgelobt

Ideen für den Thüringer Arbeitsschutzpreis 2017 gesucht.

Die Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Heike Werner (Die Linke), hat den Thüringer Arbeitsschutzpreis „Johannes Bube“ 2017 ausgelobt und zur Teilnahme aufgerufen. Bewerben können sich Unternehmen mit Sitz oder einer Zweigniederlassung in Thüringen.

Sozialministerin Heike Werner sagte: „Der Wandel in der Arbeitswelt ist unübersehbar. Digitalisierung, Flexibilisierung und Automatisierung bewirken tiefgreifende Veränderungen in der Organisation von Arbeitsprozessen und bei der Gestaltung von Arbeitsplätzen. Diese neuen komplexen Anforderungen stellen auch den Arbeitsschutz vor enorme Herausforderungen. Um diesen Wandel konstruktiv und kreativ mitzugestalten und den Arbeitsschutz an die aktuellen Bedingungen anzupassen, ist nicht nur die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben gefragt. Moderner Arbeitsschutz verlangt in den Thüringer Unternehmen auch nach guten Ideen.“

Laut Ministerin Werner zahlt sich betrieblicher Arbeitsschutz für Beschäftigte, für Unternehmen und für die Gesellschaft insgesamt aus. „Der Vorteil liegt auf der Hand. Optimale Arbeitsbedingungen, hohe Motivation, gutes Betriebsklima sind wesentliche Garanten für erfolgreiche und wettbewerbsfähige Unternehmen. Arbeitsschutz verlangt nach vielfältigen Lösungen. Dabei kann es sich um eine wirksame Lärmschutz-Maßnahme, die Einführung einer zuverlässigen Sicherheitstechnik oder um ein nachhaltiges Gesundheitsprojekt handeln, das über den klassischen Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung hinausgeht“, erklärte Heike Werner.

Die Auszeichnung ist mit insgesamt 4000 Euro dotiert. Bewerbungsschluß ist der 31. Oktober 2016.

Thüringer Arbeitsschutzpreis ist nach dem Gothaer Arzt Johannes Bube (1687-1747) benannt. Bube gilt als Pionier der Arbeitsmedizin. Er hatte sich mit dem Zusammenhang von Arbeitsbedingungen, Lebensverhältnissen und Gesundheitszustand der Arbeiter in den Seeberger Sandsteinbrüchen beschäftigt.

Mit der branchenübergreifenden Auszeichnung werden innovative Lösungen, die Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz wirksam geördert, gewürdigt und in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Ein weiteres Ziel der Auszeichnung ist es, für zukunftsfähige Projekte Nachnutzungseffekte in anderen Betrieben zu erschließen.

Die eingereichten Beiträge werden durch eine unabhängige Expertenjury aus Wirtschaft, Politik, Verbänden und Wissenschaft bewertet. Im Frühjahr 2017 wird auf einer Festveranstaltung die Ehrung die Gewinner erfolgen.

CORINNA HERRMANN

 

20.07.2016


20.07.2016: Auswirkungen auf die Mundgesundheit

Sauer macht lustig, zerstört aber die Zähne! Kostenlose Patientenzeitschrift der Zahnärzte informiert über Erosion und Zahnschmelz-Schäden.

Neben Karies und Parodontitis sehen Zahnärzte immer häufiger eine bisher wenig bekannte Erkrankung der Zahnoberfläche in ihren Praxen: Zahnerosion. Denn nicht immer ist Zucker der größte Feind der Zähne, auch die in vielen Lebensmitteln enthaltenen Säuren schaden den Zähnen auf Dauer. Bereits kleine Schlückchen Fruchtsaft oder ein paar Bissen Obst immer wieder über den ganzen Tag verteilt lassen die Zähne kaum zur Ruhe kommen.

„Zwar ist Zahnschmelz die härteste Substanz im menschlichen Körper“, sagt Dr. Christian Junge, Präsident der Landeszahnärztekammer Thüringen. „Doch selbst der feste Zahnschmelz kann durch Säuren in Lebensmitteln und Getränken angegriffen werden. Er wird weich und löst sich langfristig auf. Einmal zerstörter natürlicher Zahnschmelz kann nicht wieder hergestellt werden, er ist für immer verloren“, warnt Junge. Der Zahn reagiert dann empfindlich zum Beispiel auf heiße oder kalte Getränke oder beim Zähneputzen.

Die neueste Ausgabe der Patientenzeitschrift „ZahnRat“ widmet sich daher erstmalig der Zahnerosion. Das achtseitige Heft liegt ab sofort kostenfrei in den mehr als 1500 Thüringer Zahnarztpraxen aus. Verfaßt wurde diese mittlerweile 89. Ausgabe der Zeitschrift durch die Zahnärztin Rebecca Otto und die Ernährungswissenschaftler Dr. Katrin Kuhnt und Dr. Markus Beyer aus Jena.

Die Patientenzeitschrift erklärt kompakt und verständlich, wie eine Erosion entsteht und welche Auswirkungen sie auf die Mundgesundheit hat. Die Zeitschrift benennt gefährliche Lebensmittel und beschreibt besondere Risiken für Kinder, Schwangere, Sportler und Patienten mit Allgemeinerkrankungen wie Diabetes. Außerdem erläutert sie Behandlungsmöglichkeiten des Zahnarztes und gibt viele Alltagstips zur zahngesunden Ernährung sowie zur effektiven Zahnpflege, mit denen eine Erosion der Zähne vermieden werden kann.

Die gemeinsame Patientenzeitschrift der ostdeutschen Landeszahnärztekammern hat sich das Ziel gestellt, Patienten und zahnmedizinischen Laien verständlich über vielfältige Themen der Zahn- und Mundgesundheit zu informieren.

MATTHIAS FRÖLICH

 

20.07.2016


20.07.2016: Detaillierter

Präziser Blick ins Innere der Arterie: Das Hufeland-Klinikum in Bad Langensalza investierte in hochmodernes Gerät, das bei möglichen Herzerkrankungen extrem genaue Bilder liefert.

Sie entsteht durch Ablagerungen von Kalk, Cholesterin oder Blutplättchen, durch Verengung oder Verstopfung der Arterien, die sogenannte koronare Herzkrankheit. Sie ist die häufigste Art von Herzerkrankungen und tritt bei Millionen von Menschen weltweit auf. In Bad Langensalza steht Patienten mit krankhaften Veränderungen der Herzkranzgefäße, der Herzklappen und des Herzmuskels der Linksherzkathetermeßplatz zur Verfügung. Genau hier investiert die Hufeland Klinikum GmbH nun in ein neues Gerät mit zukunftsweisender Technologie.

Zur Behandlung und Diagnose der koronaren Herzkrankheit, durch die es zu einer verminderten Durchblutung und Unterversorgung des Herzens mit Sauerstoff kommt und die im schlimmsten Fall zum Herzinfarkt führt, stehen den Ärzten verschiedene Methoden zur Verfügung. Eine davon ist die Herzkatheterisierung. Hier wird eine Angiographie, also eine Art Röntgenaufnahme, von den Herzkranzgefäßen gemacht, um zum Beispiel Verstopfungen aufzuspüren oder Bypässe zu sondieren. Weil sich die Gefäße nicht einfach so im Röntgenbild darstellen lassen, werden sie durch ein Kontrastmittel, das über einen Katheter in den Körper gelangt, sichtbar gemacht.

Zusätzlich zu dieser Art von Röntgen-Untersuchung wird in Bad Langensalza nun auch ein hochmodernes Gerät mit neuer Technologie zum Einsatz kommen. Mit ihm lassen sich die Blutgefäße noch präziser darstellen, nämlich dreidimensional von innen und wahlweise auch von außen. Möglich macht das die sogenannte optische Kohärenz-Tomographie (englisch: optical coherence tomography, deshalb die fachliche Abkürzung OCT). Mit ihr bekommen die Ärzte einen Blick direkt in die Gefäße, können so zum Beispiel Ablagerungen erkennen oder die Lage der Stents, also zuvor implantierter Gefäßstützen, kontrollieren. Dafür wird ein auf Infrarot basierender Lichtstrahl in Sekundenschnelle durch die zum Teil millimeterdünnen Gefäße geschickt.

„Die Bilder, die wir mittels der neuen Technik nun von den Gefäßen bekommen, sind viel detaillierter und präziser“, erklärt Oberarzt Dr. Olaf Zimpel, der auch Leiter des Herzkatheterlabores ist. „Unter anderem können etwaige Schäden in ihrer Struktur und Größe exakter als mit anderen Verfahren beurteilt werden. Die Bilder zeigen beispielsweise genau, wie der Stent das Gefäß offen hält und ob die Gefäßstütze ordnungsgemäß an der Gefäßwand plaziert wurde.“

Kombiniert wird diese Art des Bildgebungsverfahrens mit einer speziellen Methode zur Messung der fraktionellen Flußreserve. Diese FFR-Messungen lassen die Schwere der Durchblutungsstörungen erkennen und ermöglichen es dem Arzt, genau die Schäden zu untersuchen, die den Blutfluß verhindern und somit für die Minderdurchblutung des Herzens verantwortlich sind und einer Behandlung bedürfen.

Das neue Gerät eröffnet aufgrund seiner Präzision nun ganz neue, ungeahnte Möglichkeiten bei der Diagnose und Therapie von koronaren Herzerkrankungen. Ganz besonders wichtig ist dieser Fortschritt bei unklaren Beschwerden, bei Notfallpatienten oder wenn die herkömmlichen Methoden nicht aussagekräftig genug sind. Denn genau dann kommt das hochmoderne Gerät nun in Bad Langensalza zum Einsatz.

PM-HKG

 

20.07.2016


19.07.2016: Wiederauszeichnung

Erfurt fairpflichtet: Die Thüringer Landeshauptstadt ist für vier weitere Jahre Fairtrade-Town.

Die Landeshauptstadt Erfurt erhält für weitere vier Jahre den Titel Fairtrade-Town. Nach der Erstauszeichnung im Juni 2014 erhielt die Stadt nun für ihr Engagement für den fairen Handel vor Ort zum zweiten Mal den Titel „Fairtrade-Town Erfurt". Als äußeres sichtbares Zeichen wird zusammen mit der gerade errungenen Auszeichnung als Kommune für „Bildung einer nachhaltigen Entwicklung" mit zwei Flaggen auf dieses Engagement hingewiesen und symbolisch zur Mitwirkung und Nachahmung eingeladen. In den vergangenen zwei Jahren erhielten ganz in diesem Sinne  zum Beispiel auch die Thomas-Mann-Grundschule und die Barfüßerschule die Auszeichnung zur Fairtrade-School.

Eine der Grundbedingungen für die Auszeichnung zur Fairtrade-Town ist die Vorbildwirkung von Stadtrat und Stadtverwaltung selbst. Erfurt „fairpflichtet" sich selbst, beispielsweise bei Veranstaltungen des Oberbürgermeisters oder des Stadtrates bio-fairen Kaffee auszuschenken. Die Stadtverwaltung  wirkt aktiv im Arbeitskreis der „Thüringer Beschaffungsallianz - fair und nachhaltig" mit und versucht hier schrittweise, weitere Produkte fair und nachhaltig zu beschaffen.

Das mit Beginn der Kampagne etablierte Steuerungsgremium mit 13 Personen aus Vertretern der Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Verwaltung setzt insbesondere auf Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung sowie gezielte Aktionen und gute Beispiele.

Aktivitäten wie das Bürgerfest „Stadt im Wandel", der Faire Adventsmarkt in der Barfüßerkirche und die Unterstützung anderer Fachveranstaltungen und Feste in Zusammenarbeit mit Vereinen, Kirchen und Unternehmen sind hier zunächst zu nennen.

Gerade in den letzten Jahren hat die Zahl der Geschäfte mit Produkten nachhaltiger und fairer Herkunft, aber auch die Zahl der Initiativen und Vereine, die sich aktiv und kompetent mit Themen der „Einen Welt“ und des fairen Handels beschäftigen, erfreulicherweise zugenommen. Insbesondere im Bereich des nachhaltigen und fairen Caterings gibt es inzwischen verschiedene Anbieter in der Stadt, so daß auch hier Veranstaltungen oder die eigene Mittagsmahlzeit in entsprechender Qualität möglich sind.

Ein weiteres gelungenes Beispiel ist das sogenannte „Möhrchenheft". Ein nachhaltiges Hausaufgabenheft für Grundschulen, welches in Kooperation mit den Städten Jena und Weimar im Jahr 2015 zum Thema „Fairer Handel und Eine Welt" entstand und an 10.000 Schülerinnen und Schüler verteilt wurde.

„Daß bereits zweimal Schülerinnen und Schüler der Integrierten Gesamtschule Weihnachtsbasare veranstaltet, selbst biofairen Kuchen gebacken und die so erlösten Gelder zum Beispiel als Beitrag für die dauerhafte Selbstversorgung mit Grundnahrungsmitteln des Kinderheims unserer Partnerstadt Kati übergeben haben, ist einfach klasse", so Kathrin Hoyer (Bündnisgrüne), Beigeordnete für Wirtschaft und Umwelt. „Es zeigt ganz konkret, was fairer Handel einer Fairtrade-Town Erfurt bewirken kann."

Am 3. Dezember 2016 von 12:00 bis21:00 Uhr ist dies wieder beispielhaft auf dem zweiten Fairen Adventsmarkt an der Barfüßerkirche zu erleben.

Mit der Wiederauszeichnung hat sich die Stadt vorgenommen, die bereits laufenden Aktionen und Projekten weiter auszubauen und zudem dafür zu werben, daß weitere Schulen und auch die erste Erfurter Hochschule die Auszeichnungen zur Fairtrade-School und Fairtrade-University anstreben.

Geprüft werden soll auch die Einführung weitere fairer und nachhaltiger Produkte über die Abteilung Beschaffung der Stadtverwaltung. Dies kann insbesondere dann gelingen, wenn die Zusammenarbeit in interkommunalen Beschaffungsallianzen erfolgreich organisiert werden kann.

Auf der Webseite der Stadt Erfurt finden sich unter Agenda 21 kurze Filmclips und Radiobeiträge zu einzelnen Veranstaltungen, die einen Eindruck zu nachhaltigem Handeln von Zivilgesellschaft, Stadt und Wirtschaft vermitteln.

SYBILLE GLAUBRECHT

 

19.07.2016


18.07.2016: Mitgezählt

Erstmalig werden auf dem Radfernweg „Thüringer Städtekette“ automatische Radzählgeräte eingesetzt. Zwei Dauerzählstellen und eine umfangreiche Befragung sollen wichtige Erkenntnisse zu den Radtouristen erbringen, die in diesem Sommer entlang der Thüringer Städtekette unterwegs sind.

Der Fahrradtourismus ist ein wichtiges touristisches Nachfragesegment in Deutschland. Das stärkere ökologische Bewußtsein, der Wunsch nach Aktivurlaub sowie steigende Energiepreise machen Radurlaub immer attraktiver. Doch wieviele Radfahrer sind tatsächlich auf dem Radfernweg „Thüringer Städtekette“ unterwegs und wie zufrieden sie sind? Das soll nun erhoben werden.

Am Leinefelderweg in Erfurt und im Landkreis Gotha zwischen Mühlberg und Wandersleben wird ab sofort genau mitgezählt. Zwei unscheinbare graue Kästen erfassen automatisch und mit moderner Radartechnik jeden vorbeifahrenden Radfahrer. Eingeweiht wurden die Zählstellen von Konrad Gießmann (CDU), Landrat des Landkreises Gotha, und Dr. Carmen Hildebrandt, Geschäftsführerin der Erfurt Tourismus und Marketing GmbH und Leiterin der Arbeitsgemeinschaft Radfernweg „Thüringer Städtekette“.

„Wir sehen vor Ort immer mehr Fernradler in kleinen Gruppen in unseren Städten. Daher freut es uns, mit den Radzählgeräten zum ersten Mal verläßliche Zahlen über den touristischen Radverkehr zu erhalten“, sagt Dr. Carmen Hildebrandt. Landrat Konrad Gießmann ergänzt: „Der Standort für die Zählstation ist gut gewählt. Wie hier im Drei-Gleichen-Gebiet hat sich die Infrastruktur für Radtouristen in unserem Landkreis sehr gut entwickelt. Wichtig ist aber, nicht allein die Zahl der Pedalritter zu erfassen, sondern auch deren Wünsche zu erfragen, um die touristische Qualität entlang der beliebten Radrouten weiter entwickeln zu können."

Parallel zur Verkehrszählung wird es eine Befragung der Fahrradtouristen geben. In Zusammenarbeit mit der Hochschule IUBH Duales Studium werden die Radfahrer direkt am Radfernweg interviewt. Außerdem werden in den Tourist-Informationen der Städte und in zahlreichen fahrradfreundlichen Hotels und Pensionen Fragebögen an Radtouristen ausgegeben. Abgefragt wird beispielsweise, woher die Gäste kommen, welche Routen sie fahren und wie zufrieden sie sind.

„Die Kombination von Radzählung und Gästebefragung liefert uns wichtige Informationen, mit denen wir die Wünsche der Radfahrer bei unseren touristischen Angeboten berücksichtigen können“, freut sich Dr. Carmen Hildebrandt.

Das Projekt wird von der Arbeitsgemeinschaft Radfernweg „Thüringer Städtekette“ finanziert. Erste Ergebnisse sollen im Herbst 2016 vorgestellt werden.

Der Radfernweg „Thüringer Städtekette" verbindet sieben der schönsten Thüringer Städte. Von Eisenach im Westen nach Altenburg im Osten führt die Route durch Gotha, Erfurt, Weimar, Jena und Gera. Auf 225 Kilometern geht es mitten durch das landschaftlich und kulturell reizvolle Thüringen. Besonders interessant ist der Radfernweg für Kulturinteressierte und Tourenradler, die neben einer schönen Landschaft auch ein breites Kulturangebot schätzen, historische Innenstädte entdecken und einige der schönsten Sehenswürdigkeiten Thüringens erkunden wollen. Als Teil der D4-Route ist der Radfernweg „Thüringer Städtekette“ an das deutschlandweite Fernradwanderwegenetz angebunden. Alle Städte entlang des Radfernweges sind an das Streckennetz der Deutschen Bahn angeschlossen. Somit können auch Teilabschnitte des Radweges bequem abgefahren werden.

Seit 2005 arbeiten die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft an der Optimierung und Vermarktung des Radfernwegs „Thüringer Städtekette“. Dazu gehören Touristiker und Planer der sieben Städte und sechs Landkreise entlang des Radfernweges sowie die Thüringer Ministerien. Die Erfurt Tourismus und Marketing GmbH ist Sitz der Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft.

PM-ETMG

 

18.07.2016


18.07.2016: „Verläßliches Instrument“

Zweiter Entwurf bestätigt Thüringer Vorhaben im Bundesverkehrswegeplan: Das Ansinnen, die Ortsumfahrung Straußfurt der B 4 im Vordringlichen Bedarf des nächsten Bundesverkehrswegeplanes unterzubringen, erwies sich als erfolgreich. Im 2. Entwurf ist das Projekt zusätzlich aufgenommen – ohne daß andere Projekte im Freistaat gestrichen werden mußten.

Erstmals wurde der Entwurf zum Bundesverkehrswegeplan einer breiten Öffentlichkeitsbeteiligung unterzogen. Im Frühjahr konnten Einwohner, Bürgerinitiativen, Unternehmen, Verbände und Verwaltungen die Vorhaben zum Ausbau von Schienenwegen, Fernstraßen und Autobahnen sowie Bundeswasserstraßen bewerten und fehlende Projekte vortragen. Online und per Post sind jeweils rund 20.000 Stellungnahmen eingegangen, teilte der Thüringer Bundestagsabgeordnete Manfred Grund (CDU) in seinem jüngsten „Berlin Ticker“ 208 mit Bezug auf das Bundesverkehrsministerium mit.

Die Thüringer Bemühungen, die Ortsumfahrung Straußfurt der B 4 im Vordringlichen Bedarf des nächsten Bundesverkehrswegeplanes unterzubringen, erwiesen sich dabei als erfolgreich. Im 2. Entwurf ist das Projekt zusätzlich aufgenommen – ohne daß andere Projekte im Freistaat gestrichen werden mußten.

In Straußfurt engagierte sich ein breites Bündnis aus Initiativen, Gewerbetreibenden, Anwohnern der Bundesstraße im Ort sowie Parteien, zählte durchfahrende Lkw, sprach mit Bundespolitikern und verfaßte einen sachlichen Bericht zur Lage. Auch die CDU-Bundestagsabgeordneten aus Thüringen hatten das Anliegen unterstützt.

Für den Norden Thüringens bedeutet die Heraufstufung der Ortsumfahrung Straußfurt langfristig eine bessere Anbindung an die Landeshauptstadt, die zudem schneller realisiert werden wird. Manfred Grund sieht dies als Plus auch für Pendler aus dem Landkreis Nordhausen, zumal die weiteren Ortsumfahrungen der B 4 wie Greußen und Gebesee sowie das Andislebener Kreuz ebenfalls im Vordringlichen Bedarf bestätigt worden sind. Die B 4 soll bis 2030 komplett fertiggestellt sein.

Die Ortsumfahrung der Stadt Nordhausen im Zuge der B 4 steht mit prognostizierte 24,5 Millionen Euro weiter als wichtiges Projekt im Vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans. Der gesamte Landkreis wird profitieren, ist sich Manfred Grund sicher. Die Ortsumfahrung von Mackenrode auf der B 243 ist als „fest disponiert“ bestätigt worden. Der erste Spatenstich ist in einer Woche geplant. Die nordwestlichen Nachbarn Günzerode und Holbach folgen. Die Ortsumfahrungen der B 243 für beide Orte sind als Vordringlichen Bedarf bestätigt und mit fast 46 Millionen Euro kalkuliert. Nächster Schritt muß die baldige Bestätigung des Vorentwurfs sein, meint Manfred Grund, der Vorsitzender der Landesgruppe Thüringen der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag ist.

Für die Ortsumfahrung Niedersachwerfen (Kosten 19 Millionen Euro) wurde der Status Weiterer Bedarf mit Planungsrecht (bisher: Weiterer Bedarf) leicht verbessert. Die Umfahrung für Ilfeld (Kosten mehr als 73 Millionen Euro) ist als Weiterer Bedarf weiterhin aufgeführt.

Damit ist der zweite Entwurf für den Bundesverkehrswegeplan aus Sicht von Manfred Grund ein „verläßliches Instrument“. Er zeige, wo die Investitionen gebündelt würden und Menschen und Unternehmen vor Ort erwarten könnten, daß auf absehbare Zeit Verbesserungen anstünden.

Der Entwurf werde in einer der nächsten Sitzungen des Bundeskabinetts erörtert und als Regierungsentwurf beschlossen. Dem schließe sich ein parlamentarisches Verfahren an. Jedes Projekt bedürfe eines eigenen Ausbaugesetzes, das die technischen Details und die Finanzierung sicherstelle. Der Bund sei Auftraggeber und bezahle die Projekte. Umgesetzt würden die Vorhaben von den einzelnen Bundesländern.

PM-MG

 

18.07.2016


18.07.2016: „Ich kann meine Arbeit besser als früher machen"

Die BLG Sports und Fashion Logistics GmbH optimiert ihre Arbeitsbedingungen und verfolgt ehrgeizige Klimaschutz-Ziele: Durch ein Energiesparcontractingmodell soll sich die Energiebilanz deutlich verbessern.

Thüringen hat Ferien. Viele Menschen sind im Urlaub oder verbringen ihre freie Zeit am Baggersee. Bei der BLG Sports und Fashion Logistics GmbH in Hörsel, einem europaweit tätigen Textillogistik-Dienstleister, ist man hingegen schon völlig auf die kalte Jahreszeit eingestellt. Jetzt ist Hochsaison für die Kleidung der Herbst-/Winter-Kollektion. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konfektionieren Winterbekleidung, kontrollieren die Qualität, beseitigen kleinere Schäden oder Flecken und bügeln die Ware auf, bevor diese in die Auslagen der Geschäfte kommt.

Daß auch bei 30 Grad im Schatten gute Arbeitsbedingungen herrschen, war ein Grund für die BLG Sports und Fashion Logistics GmbH, über ein Energiesparcontracting mit Siemens die gebäudetechnische Ausrüstung des Standortes zu modernisieren. Und das wissen die Mitarbeiter zu schätzen: Petra Irrgang, seit 16 Jahren in der Qualitätskontrolle und im Bereich Reparaturen bei BLG in Hörsel tätig, lobt nicht nur das bessere Klima in der Halle, in der nach dem Austausch der Ventilationssysteme die Temperatur und insbesondere die Luftfeuchtigkeit spürbar gesunken ist. „Ich kann meine Arbeit besser als früher machen", sagt die 59jährige, „weil das Licht jetzt viel gleichmäßiger, heller und blendfrei ist. Das geht auch nicht mehr so auf die Augen." Rund 8000 Leuchtmittel ließ BLG Logistics durch LED-Systeme ersetzen, die nahezu Tageslichtqualität erreichen. Die Hallen sind fensterlos, um die Kleidungsstücke vor Qualitätsverlusten durch Sonneneinstrahlung zu schützen, und deshalb ist gutes Licht auch tagsüber sehr wichtig.

Optimierte Arbeitsbedingungen waren ein wesentlicher, aber nicht der einzige Grund für BLG, einen Vertrag mit Siemens abzuschließen. Das Unternehmen verfolgt ehrgeizige Klimaschutz-Ziele und wird mit dem Energiesparcontracting seine Energiebilanz deutlich verbessern. Wenn die Modernisierung im September abgeschlossen ist, wird sich der CO2-Ausstoß am Standort Hörsel um rund 33 Prozent verringern. Und nicht zuletzt steigt auch die Effizienz der Prozesse.

BLG Sports und Fashion Logistics GmbH ist seit 1998 in Hörsel ansässig. Auf einer Hallenfläche von mehr als 25 Fußballfeldern werden jährlich rund 60 Millionen Kleidungsstücke konfektioniert. Darüber hinaus obliegt dem Unternehmen auch das logistische Handling der Onlineshops diverser Kunden.

ELKE FUCHS

 

18.07.2016


17.07.2016: Rätselspaß und neue Accessoires

Puffbohnen-Sommeredition und Stadtrallye für kleine Erfurt-Entdecker: Neue Ferienangebote der Erfurt Tourismus und Marketing GmbH.

In den Sommerferien bietet die Erfurt Tourismus und Marketing GmbH (ETMG) wieder Angebote für kleine und große Erfurt-Fans an. Die neue Stadtrallye für alle Mädchen und Jungen von sechs bis 14 Jahren verspricht eine erlebnisreiche Tour durch die Altstadt mit viel Rätselspaß und alle Puffbohnen-Fans dürfen sich über die neue Puffbohnen-Sommeredition freuen.

Die Stadtrallye ist in der Erfurt Tourist Information erhältlich. Ausgestattet mit einem kleinen Stadtplan geht es auf eigene Faust durch die Altstadt. An 15 Stationen sind mitunter knifflige Fragen zu beantworten: Wie viele Häuser stehen auf der Krämerbrücke? Welcher berühmte Reformator lebte in Erfurt? Was ist eigentlich eine Synagoge? Wie heißt die berühmte Glocke im Erfurter Dom? Sind alle Fragen beantwortet, wartet auf die kleinen Spürnasen eine Überraschung in der Erfurt Tourist-Information.

Für alle kleinen Gäste der Landeshauptstadt, die hier Verwandte besuchen oder Urlaub machen, bietet die ETMG in der Ferienzeit eine öffentliche Führung durch die Altstadt an. Immer dienstags und donnerstags um 14.30 Uhr startet der einstündige Spaziergang vor der Erfurt Tourist-Information am Benediktsplatz. Gemeinsam mit einem Stadtführer werden einige der beeindruckenden Sehenswürdigkeiten sowie der eine oder andere Star des Kinderkanals entdeckt. Auch die Eltern und Großeltern sind willkommen, die Stadt mit anderen Augen zu sehen.

Auch die zahlreichen Fans der Erfurter Puffbohne dürfen sich in diesem Sommer freuen. Passend zur Jahreszeit erhält das beliebte Stadtmaskottchen zwei neue Accessoires. Wahlweise ein Strohhut oder ein rotes Basecap schmückt nun die zehn Zentimeter große Plüschbohne, die in der Tourist-Information erhältlich ist. Auch die Vorgänger-Sommeredition mit einem Blütenkranz und die originale Puffbohne ganz ohne Verzierung sind selbstverständlich weiterhin im Sortiment vertreten.

Ebenfalls neu im Angebot und ideal als Mitbringsel für alle kleinen Erfurt-Fans sind die neuen Jo-Jos und Schlüsselbänder. Mit dem Schriftzug „Erfurt ist cool“ und einer eigens entworfenen Puffbohnen-Zeichnung sind sie eine schöne Erinnerung an die Sommerferien in der thüringischen Landeshauptstadt.

STEFANIE FESSEL

 

17.07.2016


16.07.2016: „Hier im Osten spielt die Musik“

2500 Teilnehmer aus allen deutschen Allianzkreisen sowie auch viele internationale Gäste werden vom 27 bis 31. Juli zur 121. Bad Blankenburger Allianzkonferenz, der ältesten deutschen Bibelkonferenz, erwartet.

Unter dem Motto „Freispruch für alle“ findet vom 27. bis 31. Juli 2016 in Bad Blankenburg die mittlerweile 121. Allianzkonferenz statt. Diese älteste deutsche Bibelkonferenz wird von der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) veranstaltet. Es werden rund 2500 Teilnehmer aus allen deutschen Allianzkreisen sowie auch viele internationale Gäste erwartet. Im NTI-Interview für die Ausgabe 2/2016 berichtete DEA-Generalsekretär Hartmut Steeb, der darüber hinaus die Evangelische Allianzhaus gGmbH leitet, warum die Deutsche Evangelische Allianz seit 1991 wieder ihren Hauptsitz in Bad Blankenburg hat und hier ihre Hauptveranstaltung ausrichtet.

In Bad Blankenburg schlage, so Steeb, das Herz der DEA: „Anna von Weling, eine in Neuwied in Rheinland-Pfalz geborene Hofdame mit schottischen Wurzeln, erwarb 1886 ausschließlich mit privaten Mitteln und der Hilfe von Sponsoren, zu denen auch das Fürstenhaus Schwarzburg-Rudolstadt gehört haben dürfte, die sogenannte ,Villa Greifenstein‘ und baute diese zu einem Christlichen Vereinshaus aus. Im gleichen Jahr, und zwar vom 13. bis zum 15. September, lud sie zu einer ersten Konferenz Christen der verschiedenen Kirchen unter dem Titel ,Allianzkonferenz zur Vertiefung des Glaubenslebens‘ ein. Dieses Datum ist die Geburtsstunde der Allianzkonferenzen sowie gleichzeitig die Keimzelle der DEA. Im Laufe der Jahre wuchs die Teilnehmerzahl an den Konferenzen deutlich, so daß noch zu Lebzeiten Anna von Welings drei weitere Gebäude erstellt wurden, die als Erholungsort für reisende Diener Gottes sowie als Internatsschule und Heim für Kinder aus sozial schwachen Familien, vor allem Waisenkinder, aber auch als Konferenzorte, zuletzt eine Konferenzhalle mit 800 Plätzen auf dem Areal unterhalb der Burg Greifenstein, errichtet wurden. Nach dem Tod Anna von Welings im Jahr 1900 übernahm anschließend die DEA das Gebäudeensemble und baute 1906 die heutige Konferenzhalle mit 1800 Plätzen. Bemerkenswert an dieser ist neben der säulenfreien Deckenkonstruktion gewiß auch, daß noch heute die Originalbestuhlung aus dem Jahr 1906 vorhanden ist und genutzt wird.“

Auf die Frage, ob der Hauptsitz der DEA sich also nur aus historischen Gründen erkläre, antwortete Steeb gegenüber der Neuen Thüringer Illustrierten: „Keineswegs. Dafür müssen wir aber in die Jahre kurz vor der Wiedervereinigung zurückgehen. Nach der Gründung der beiden deutschen Staaten gab es die DEA sowohl in der DDR als auch in der BRD sowie parallele Allianzkonferenzen. Ganz besonders in den späten 80er Jahren unterschieden sich diese Veranstaltungen vor allem bei der Altersstruktur der Teilnehmer. Während an den Konferenzen in der DDR über 80 Prozent der Teilnehmer unter 25 Jahre waren, war das im anderen deutschen Staat genau entgegengesetzt. Da praktisch alle Kirchen unter einer Überalterung leiden, war uns nach dem Zusammenschluß der beiden Allianzen in Folge der Wiedervereinigung sofort klar: Hier im Osten spielt zukünftig die Musik. Wir wollen uns bewußt von West nach Ost anschließen. Hier in Bad Blankenburg ist die DEA zu Hause. Und so ist ja dann auch gekommen.“

Das Evangelische Allianzhaus in Bad Blankenburg präsentiert sich heute nicht mehr nur als Ort für die Allianzkonferenz und die vom Haus angebotenen Freizeiten für Gemeinden des Allianzkreises, sondern als moderner Hotel- und Tagungskomplex mit rund 100 Betten sowie einem Drrei-Sternestatus für ein Hotel Garni. Die vier umfassend sanierten Häuser und ein Neubau stehen nicht nur Anhängern der Allianz, sondern auch „normalen“ Touristen und Gästen offen. „Wir sind ein offenes Haus für alle“, erklärte Hartmut Steeb. „In unseren Gästehäusern kann man seinen Urlaub verbringen, Firmen können Seminare und Schulungen veranstalten, Vereine trainieren, tagen oder ihre Jahresfeste gestalten, Verbände Konferenzen mit bis zu 200 Teilnehmern ausrichten und Familien ihre Feste feiern. Die Seminar- und Konferenzräume sind mit zeitgemäßer Tagungstechnik ausgestattet und auch die Konferenzhalle mit ihren 1800 Plätzen kann bei Bedarf genutzt werden. Dazu dürfen unsere Gäste eine geschmackvolle und abwechslungsreiche Küche in Vollpension erwarten oder unsere Spezialitäten im hauseigenen Cafe ,Leuchtblick‘ genießen.“

PI-NTI

 

16.07.2016


15.07.2016: „Funktionierende Strukturen zerschlagen“

Der CDU-Bildungspolitiker Christian Tischner stellt zu Aussagen des Thüringer Ministerpräsidenten in einem Zeitungsinterview zur derzeitigen Situation der Hortnerinnen und Hortner klar: Ramelows Versuch, die Schuld auf die Landkreise abzuwälzen, ist unredlich.

„Nach acht Jahren Modellprojekt war es aus Sicht der Landkreise absolut berechtigt, eine dauerhafte Regelung von der Landesregierung einzufordern. Daß die Landkreise einer nochmaligen Verlängerung nicht zugestimmt haben, kann ich daher gut verstehen. Was sie jedoch ausdrücklich nicht wollten, war die Rückkehr der Trägerschaft zum Land.“ Das erklärte der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, Christian Tischner, zu Aussagen von Bodo Ramelow (Die Linke) in einem am 14. Juli erschienenen Interview mit den Titeln der Mediengruppe Thüringen. Darin hatte der Ministerpräsident versucht, den Landkreisen die Schuld für die derzeitige Situation der Hortnerinnen in die Schuhe zu schieben. „Der Ministerpräsident verschweigt bewußt, daß sich der Thüringische Landkreistag zuvor in einem Beschluß klar für eine Kommunalisierung der Grundschulhorte ausgesprochen hatte. Mit ihrem Entschluß, die Horte zurück in die Landesträgerschaft zu überführen, hat die Landesregierung das genaue Gegenteil entschieden und funktionierende Strukturen vor Ort zerschlagen“, sagte Tischer. Auch daß Rot-Rot-Grün die Entscheidung immer weiter verzögerte, sei weder die Schuld der Landkreise, noch ein Systemfehler des Modellprojektes, „sondern einzig und alleine die Schuld der rot-rot-grünen Landesregierung“, so Tischner weiter.

Laut Tischner hätte man dieses Thema direkt nach dem Regierungswechsel 2014 mit vordringlicher Priorität angehen müssen. Da sich mit der neuen Landesregierung jedoch keine Bewegung in diesem Feld andeutete, hatte die CDU-Fraktion die Zukunft des Modellvorhabens „Weiterentwicklung der Thüringer Grundschule“ bereits im Mai 2015 im Bildungsausschuß aufgerufen. „Ungeachtet dieser Diskussion im Ausschuß hat die rot-rot-grüne Landesregierung die Entscheidung weiter verschleppt, so daß sich bereits zahlreiche Erzieherinnen und Erzieher aufgrund der unsicheren Zukunftsperspektive auf andere Stellen, zum Beispiel in den Kindergärten, beworben haben“, sagte der CDU-Bildungspolitiker. In dieser durch die Nicht-Entscheidung sehr verfahrenen Situation seien nun die Bedingungen für eine gute Hortbetreuung ab August 2016 vielerorts nicht gegeben, so Tischner weiter. „Die Unzufriedenheit bei den Beschäftigten ist angesichts zahlreicher nicht gehaltener Versprechen groß. Das ist keine Basis für eine gute Bildungsarbeit.“

PM-CDU-TL

 

15.07.2016


14.07.2016: Zuwachs

2015 erstmals Einwohnergewinn in Thüringen seit der Wiedervereinigung.

Am 31. Dezember 2015 hatte Thüringen 2.170.714 Einwohner. Wie das Thüringer Landesamt für Statistik am 14. Juli 2016 mitteilte, stieg die Einwohnerzahl Thüringens im vorigen Jahr um 13. 955 Personen. Das entspricht einem Zuwachs von 0,6 Prozent.

Damit verzeichnet Thüringen erstmals seit der Wiedervereinigung einen Einwohnergewinn. Noch im Jahr 2014 hatte Thüringen einen Bevölkerungsrückgang von 4081 Personen zu verzeichnen.

Hauptgrund für den Bevölkerungsgewinn ist nach Informationen der Statistiker die gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegene Zuwanderung aus dem Ausland. „Der Bevölkerungsgewinn 2015 resultierte aus einem Wanderungsgewinn in Höhe von 24.706 Personen, durch welchen der Sterbefallüberschuß von 10.896 Personen mehr als ausgeglichen wurde“, berichtete das Thüringer Landesamt für Statistik. Im Jahr 2014 habe der Wanderungsgewinn bei 4721 Personen und der Sterbefallüberschuß bei 9070 Personen gelegen.

Auch unter den Landkreisen und kreisfreien Städten Thüringens gab es 2015 teils deutliche Einwohnerzuwächse.

In Relation zur Gesamteinwohnerzahl hatte der Landkreis Saale-Holzland-Kreis den größten Bevölkerungszuwachs mit einem Plus 2,6 Prozent (2218 Personen), gefolgt von der Stadt Erfurt (1,9 Prozent, 3899 Personen), der Stadt Gera (1,6 Prozent, 1519 Personen) und der Stadt Suhl (1,6 Prozent, 570 Personen).

Den größten Bevölkerungsrückgang, relativ gesehen, mußte das Altenburger Land hinnehmen. Im Saldo 361 Personen verließen im Jahr 2015 den Landkreis im Osten Thüringens (-0,4 Prozent), gefolgt vom Landkreis Schmalkalden-Meiningen (-0,3 Prozent, -433 Personen), dem Landkreis Saalfeld-Rudolstadt (-0,3 Prozent, -368 Personen) und dem Landkreis Greiz (-0,3 Prozent, -268 Personen).

PM-TLS

 

14.07.2016


14.07.2016: Hohen Status sichern

Jörg Wagner als Präsident der Hochschule Nordhausen wiedergewählt.

Am 13. Juli wurde Prof. Dr. Jörg Wagner vom Rat der Hochschule Nordhausen einstimmig als Präsident der Hochschule Nordhausen wiedergewählt.

Damit tritt er ab März 2017 für die nächsten sechs Jahre seine Amtszeit an. Seit 2004 konnte Professor Wagner die Entwicklung der Hochschule weiter ausbauen und ihren Ruf, insbesondere durch Qualitätssicherung der Lehre und Förderung der Forschungstätigkeit, stärken. Nach der einstimmigen Wahl gratulierte der Rat der Hochschule Professor Wagner und wünschte ihm viel Erfolg für die kommende Amtszeit. Der Rat der Hochschule ist das oberste beschließende Gremium der Hochschule, dem externe Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik, Vertreter der Professoren, der Beschäftigten und der Studierenden angehören. Professor Wagner bedankte sich bei dem Rat der Hochschule für das entgegengebrachte Vertrauen.

Jörg Wagner möchte sich in seiner kommenden Amtszeit der weiteren Stärkung der Hochschule Nordhausen in Lehre und Forschung widmen. „Bereits heute haben wir eine sehr gute Betreuung unserer Studierenden an der Hochschule, die wir noch weiter ausbauen wollen.“ Über seine Ziele im Bereich der Forschung sagt Wagner „In den letzten Jahren konnte dank des Engagements unserer forschenden Kolleginnen und Kollegen die Hochschule Nordhausen auf den ersten Platz der Drittmittelstatistik, gemessen an Drittmitteln pro Professor unter den Hochschulen für angewandte Wissenschaften, aufsteigen. Durch weitere Verbesserung der Rahmenbedingungen wollen wir diesen hohen Status auch in den nächsten Jahren sichern.“ Ein weiteres Ziel seiner Arbeit wird auch der Ausbau der internationalen Kontakte sein.

PM-HSPN

 

14.07.2016


13.07.2016: Keine guten Neuigkeiten

„Die Mieten in den Ballungsräumen werden weiter steigen, bezahlbarer Wohnraum für Geringverdiener bleibt weiterhin Mangelware und Flüchtlinge werden noch länger in Turnhallen und Containern verweilen müssen“: Der Thüringer Karl-Heinz Schneider kritisiert in seiner Funktion als Präsident des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) das Scheitern der Wohnungsbau-Förderung.

Die Regierungskoalition hat ein vorläufiges Aus der steuerlichen Förderung für den Wohnungsbau bekanntgegeben. Es gab keine Einigung bei der Mietpreisbindung und den Fördergrenzen für den hochpreisigen Wohnungsbau. Die Bundesregierung wollte mit einer Sonderabschreibung (Sonder-Afa) über drei Jahre Privatinvestoren für den Mietwohnungsbau gewinnen. Ziel war es, vor allem Mietwohnungen im unteren und mittleren Preissegment zu bauen und dies vornehmlich in Ballungsgebieten, wo bezahlbarer Wohnraum knapp ist. Um aber nicht falsche Anreize zu setzen und Luxuswohnungen zu fördern, sollte es eine Obergrenze geben. Daher wurde über eine Mietpreisbindung diskutiert, auf die sich die Große Koalition in Berlin aber nicht einigen konnte.

Zum Scheitern der Gesetzespläne stellt der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) Karl-Heinz Schneider am 12. Juli fest: „Der seit langem erwartete Steueranreiz für den Mietwohnungsbau ist nun wohl endgültig Geschichte: Unüberbrückbare Differenzen der Koalitionspartner werden als Gründe angegeben. Mit einer solchen Politik werden die dringend benötigten 400.000 Wohnungen jedenfalls nicht gebaut. Die Mieten in den Ballungsräumen werden weiter steigen, bezahlbarer Wohnraum für Geringverdiener bleibt weiterhin Mangelware und Flüchtlinge werden noch länger in Turnhallen und Containern verweilen müssen. Wir hoffen, daß die Verhandlungspartner wirklich nur eine Denkpause einlegen und nach den Sommerferien – vielleicht erleuchtet durch die Sonne – doch noch eine Lösung finden. Der Verband der Wohnungswirtschaft teilte gerade erst mit, daß die Zahl der Baugenehmigungen in Ballungsgebieten teilweise wieder zurückgeht, zum Teil schon um 50 Prozent. Das sind keine guten Neuigkeiten – hiervor darf die Politik nicht die Augen verschließen!“

ZVDH-Präsident Karl-Heinz Schneider war bis zu seinem Ruhestand im vorigen Jahr Geschäftsführer der Dach Schneider Weimar GmbH.

CLAUDIA BÜTTNER

 

13.07.2016


12.07.2016: Konkretes Lehrmodul

Nordhäuser Geotechniker planen Ufo-Landeplatz.

„Hier kommt er hin. Zwar müssen ein paar Bäume gefällt werden, aber diese besondere Situation erfordert besondere Maßnahmen.“ Professor Dieter D. Genske blickt auf die idyllische Grünfläche inmitten des Campus der Hochschule Nordhausen. „Alles muß nun sehr schnell gehen. Eine absolut ebene, kreisrunde Fläche ist zu planen, mit einem Durchmesser von 40 Metern. Hier wird das Raumschiff landen. Weiterhin muß ein 20 Meter hoher Empfangsturm errichtet werden.“

Die Hochschule Nordhausen war völlig überrascht, daß die Besucher aus dem Sternbild Alpha-Centaurus ausgerechnet ihren Campus als Landeplatz ausgesucht haben. Entsprechend zügig mußte es gehen. Das Geotechnik-Team hat einen Beprobungsplan und Vorgaben zur Sanierung erarbeitet. Als nächstes steht die Planung der Gründung für den Empfangsturm an. Bei den schwierigen Baugrundbedingungen keine einfache Aufgabe. Das Geotechnik-Team arbeitet jedoch mit der neuesten Software und nutzt modernste Geo-Informationssysteme zur Visualisierung der Ergebnisse.

Bis zum Ende des Sommersemesters soll alles fertig sein: Denn dann müssen die Nordhäuser Geotechnikstudenten – sie bilden das Geotechnik-Team – ihren Plan für die Landebahn des Raumschiffs bei Professor Genske abgeben.

Beim Ufo-Landeplatz handelt sich um ein konkretes Lehrmodul: Im letzten Semester des Fachstudiums befassen sich die Geotechniker und Geotechnikerinnen nämlich mit einem ausgewählten utopischen Projekt. Darauf müssen sie ihr gesamtes Geotechnikwissen anwenden. 2015 entwarfen sie bereits einen archimedischen Tunnel zwischen Europa und Afrika, der sogar grüne Energie erzeugt. In diesem Semester ist die Ufo-Landebahn mit Regelprofilen zu planen, alle Lastannahmen und geotechnischen Nachweise für das Empfangsgebäude sind nach dem geltenden Normenwerk zu führen, die Ausführungszeichnungen sind anzufertigen, Verhandlungen sind anzusetzen, Rücksprachen sind zu halten und auf plötzliche Planungsänderungen muß unmittelbar und praxisnah reagiert werden. Diese Praxissimulation ist bei den Studierenden sehr beliebt und zeigt, daß Geotechnik zu studieren auch Spaß macht. „Das utopische Projekt für das nächste Jahr habe ich schon im Kopf, verrate es aber noch nicht“, lacht Professor Genske.

TINA BERGKNAPP

 

12.07.2016


12.07.2016: „Querschnittsaufgabe“

App „Luther to go“ geht an den Start: Der Lutherweg ist digital.

1010 Kilometer digital verzeichnet, über 400 touristische Attraktionen und Unterkünfte, 20 bedeutende Lutherstätten, 180 Kirchen, 46 Wegetappen, 16 Tourentips – das ist „Luther to go“, die multimediale Navigations- und Informations-App, die am 12. Juli von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) und Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) vorgestellt wurde. Die App ist ein bedeutendes touristisches Angebot, das Thüringen zum 500. Reformationsjubiläum 2017 stärker in den Fokus nationaler und internationaler Gäste rücken soll. Ab sofort steht sie Thüringen-Touristen und Wanderfreunden kostenfrei in den App-Stores von Google und Apple zur Verfügung.

Seit Mai 2015 verbindet der 1010 Kilometer lange Lutherweg durch ganz Thüringen verschiedene Wirkungsstätten Luthers und wichtige Orte der Reformation. Die multifunktionale App „Luther to go“ ist dem Rebell nun online auf den Fersen und ein Beispiel dafür, wie der Thüringer Tourismus im Zeitalter der Digitalisierung Schritt hält. Das Digitalisierungsprojekt wurde vom Thüringer Wirtschaftsministerium mit 150.000 Euro finanziert und von der Thüringer Tourismus GmbH umgesetzt. Insgesamt 1,5 Millionen Euro Förderung flossen zuvor in den Ausbau der Infrastruktur des Lutherwegs.

Ministerpräsident Bodo Ramelow sagte dazu: „Thüringen sieht sich geradezu verpflichtet, das Erbe der Reformation zu bewahren, es aber auch zu aktualisieren. Mit gutem Grund ist das Thema daher Querschnittsaufgabe der gesamten Landesregierung. Das Land der Ernestiner, das heutige Thüringen, ist das Ursprungs- und Kernland der Reformation. Von hier aus breitete sich die lutherische Lehre in Deutschland, Europa und der Welt aus. Von hier gingen aber auch die divergenten Strömungen der Reformation aus: Karlstadt in Orlamünde oder der Bauernkrieg im Gefolge Thomas Müntzers. Für uns bedeutet das heute: Investitionen in Denkmalschutz, Museen, Infrastruktur und thematische Programme.“

„Unser Ziel ist es, Thüringen als führendes Wanderland zu etablieren. Der Lutherweg erhöht die touristische Attraktivität Thüringens im Vorfeld des Reformationsjubiläums 2017“, so Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee. Mit der Online-Verfügbarkeit und einer App könne man die Besucher nicht nur real, sondern auch virtuell auf eine Reise durch das Land schicken. „So bietet der Weg nicht nur abwechslungsreiche Landschaften und authentische Kulturstätten, sondern macht das Thema Reformation visuell und auditiv erlebbar.“

Als touristische Landesmarketingorganisation des Freistaates nutzt die Thüringer Tourismus GmbH (TTG) bereits erfolgreich multimediale Instrumente, um dem Trend der Digitalisierung sowie der Nachfrage der Thüringen-Urlauber gerecht zu werden. „Information, Navigation, Inspiration – das sind die Schlüsselbegriffe in unserer digitalen Reisewelt“, sagt Bärbel Grönegres, Geschäftsführerin der Thüringer Tourismus GmbH. „Aus diesem Grund investieren wir viel Kraft in hochwertigen Content, den wir zur richtigen Zeit im richtigen Kanal ausspielen und miteinander vernetzen. Emotionale, authentische und serviceorientierte Inhalte lassen schon auf dem Bildschirm ein Reiseerlebnis entstehen, das es selbst zu erleben gilt.“

Neben der kartografischen Abbildung und Navigation bietet „Luther to go“ im Tourenplaner individuelle Routenvorschläge, gastronomische Einrichtungen oder Unterkünfte, die direkt gebucht werden können, sowie Tips und Informationen zum Wirken Luthers an den authentischen Stätten. Auch über aktuelle Veranstaltungen und das Wetter wird informiert. In Gebieten mit schwacher Netzabdeckung garantiert die Vorab-Offline-Speicherung den Zugang. Alle Informationen sind in Deutsch verfügbar; eine englische Variante ist als Basisversion vorhanden und wird weiter ausgebaut.

Die Digitalisierung und Kategorisierung des Lutherweges in Thüringen ist Teil der großangelegten Tourismus- und Marketingkampagne zur Bewerbung Thüringens als Reformations- und Lutherland. Bereits 60 Prozent der Deutschen gehen online für die Reiseplanung. Reise-Apps, wie „Luther to go“ werden aktuell laut der Quelle „Tourismuszukunft“ von 31 Prozent aller Deutschen über 14 Jahre zusätzlich auf dem Smartphone installiert..

PEGGY HOY

 

12.07.2016


12.07.2016: Trend zum Altersjob

Anteil der erwerbstätigen 65- bis 70jährigen hat sich seit 2000 mehr als verdoppelt: Bundesweit arbeitet noch jeder Sechste in der Altersgruppe, Thüringen liegt im Vergleich auf Platz 13.

Immer mehr Deutsche arbeiten über ihren 65. Geburtstag hinaus. 2015 hatten etwa 665.000 von rund vier Millionen 65- bis 70jährigen noch einen Job – 300.000 mehr als im Jahr 2000. Damit hat sich der Anteil der Beschäftigten in dieser Altersgruppe von acht auf 16,6 Prozent mehr als verdoppelt, wie eine exklusive Auswertung der Initiative „7 Jahre länger“ auf Basis von Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zeigt.

Der Zuwachs liegt nur zum geringen Teil an der schrittweisen Anhebung des Renteneintrittsalters. Rund 563.000 der arbeitenden Senioren waren im Ruhestand, 102.000 hatten die reguläre Altersgrenze noch nicht erreicht, die aktuell bei 65 Jahren und fünf Monaten liegt. Für die meisten arbeitenden Rentner ist das Geld weniger wichtig. Spaß an der Arbeit und menschliche Kontakte stehen im Vordergrund, wie Studien zeigen. Die meisten haben auch darum nur eine geringfügige Beschäftigung.

Der Trend zum Altersjob verläuft regional unterschiedlich: Von allen 402 Landkreisen hat Vechta in Niedersachsen mit 32 Prozent die höchste Beschäftigungsquote. Dort arbeiten anteilig fast viermal mehr Senioren als im Kreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt (8,3 Prozent). Im Bundesländer-Ranking führt Baden-Württemberg mit 19,4 Prozent, Schlußlicht ist Sachsen-Anhalt mit 11,7 Prozent.

Ein wichtiger Faktor ist die Wirtschaftskraft. In starken Regionen gibt es insgesamt mehr Arbeit – so auch für Ältere. Ein Altersjob setzt oft auch ein Erwerbsleben bis zur Rente voraus, was in Boomregionen eher der Fall ist. Dort haben Rentner wegen der höheren Lebenshaltungskosten zudem ein größeres Interesse an einer Arbeit. Auch Pendler beeinflussen die Statistik: Sie treiben die Beschäftigungsquote in boomenden Städten nach oben, während sie in den angrenzenden Kreisen absinkt.

In Thüringen liegt die Beschäftigungsquote der 65- bis 70jährigen mit 13,4 Prozent unter dem Durchschnitt. Damit rangiert der Freistaat unter den Bundesländern auf Platz 13. Der Freistaat weist wie die übrigen ostdeutschen Bundesländer jedoch ein hohes Wachstum auf. Um rund 140 Prozent ist der Anteil der älteren Arbeitnehmer seit 2000 gestiegen.

Die anteilig meisten älteren Arbeitnehmer hat Erfurt mit 21,2 Prozent. Auch in Suhl (19,5 Prozent) und Eisenach (17,6 Prozent) liegt die Beschäftigungsquote über dem Bundesdurchschnitt. Die wenigsten arbeitenden Senioren gibt es im Kyffhäuserkreis und im Altenburger Land. Dort arbeitet nicht einmal jeder Zehnte zwischen 65 und 70 Jahren. Damit stehen die beiden Regionen im Vergleich der bundesweit 402 Kreise und kreisfreien Städte an dritt- und viertletzter Stelle.

CHRISTIAN PONZEL

 

12.07.2016


11.07.2016: Zeitlich befristete Wiederaufnahme

Produktion am K+S-Standort Unterbreizbach im thüringischen Wartburgkreis läuft wieder an.

Die Produktion von Kalidüngemitteln am Thüringer Standort Unterbreizbach des Werkes Werra der K+S Kali GmbH läuft am 11. Juli vorübergehend wieder an. Das teilte der Düngemittelkonzern mit. Voraussichtlich könne die Produktion bis zum 14. Juli 2016 aufrechterhalten werden. „Der Betrieb des Werkes Werra wird weiterhin von den sehr stark eingeschränkten Entsorgungsmöglichkeiten sowie den zur Verfügung stehenden, freien Beckenkapazitäten bestimmt“, erklärte das Unternehmen.

Der Betrieb am Standort Unterbreizbach war am 13. Juni 2016 unterbrochen worden, weil die anfallenden Produktionsabwässer nicht mehr entsorgt oder zwischengespeichert werden konnten. Rund 350 Mitarbeiter in Produktion und Grubenbetrieb befanden sich seitdem in Kurzarbeit. Da zwischenzeitlich der Bestand an zwischengespeicherten Salzabwässern in den Becken reduziert werden konnte, sei nun eine zeitlich befristete Wiederaufnahme der Produktion möglich.

Am benachbarten Standort Hattorf, dessen Betrieb am 15. Juni 2016 ausgesetzt worden war, ruhe die Produktion mit Ausnahme der Bittersalzherstellung weiterhin. Hier befinden sich rund 650 Mitarbeiter in Kurzarbeit.

„Insgesamt sind durch Produktionspausen wegen nicht ausreichender Entsorgungsmöglichkeiten für Salzabwässer seit Beginn des Jahres bis zu 60 Tage an Kurzarbeit an den Standorten Hattorf und Unterbreizbach angefallen“, so das Unternehmen.

Bisher nicht von Produktionspausen und Kurzarbeit betroffen sei alleine der Standort Wintershall, dessen Salzabwässer – soweit sie nicht durch Einleitung in die Werra beziehungsweise Nutzung des knappen Versenkkontingents entsorgt werden könnten – vorübergehend in Becken zwischengespeichert würden. Dieser Standort sei insbesondere auf die Herstellung von Düngemittelspezialitäten ausgerichtet. Gleichzeitig sei er der einzige Betrieb, in dem Pharmasalze hergestellt würden.

PM-KSG

 

11.07.2016


10.07.2016: Kurzweilige Einführung

Wechselvolle Geschichte und bemerkenswerte Sammlungen: Forschungsbibliothek Gotha der Uni Erfurt präsentiert neue Publikation zur Bibliothek.

Die zur Universität Erfurt gehörende Forschungsbibliothek Gotha hat am 8. Juli auf Schloß Friedenstein eine neue Publikation zur Geschichte der Bibliothek und ihren Sammlungen präsentiert, die gerade im Mitteldeutschen Verlag erschienen ist. Die Veröffentlichung wurde großzügig von der Kulturstiftung Gotha gefördert.

Mit der Publikation „Die Forschungsbibliothek Gotha“ legt die Forschungsbibliothek Gotha eine kurzweilige Einführung in ihre wechselvolle Geschichte und ihre bemerkenswerten Sammlungen in Wort und Bild vor. Verfasserin des 96 Seiten und mehr als 100 farbige Abbildungen enthaltenden Bandes ist die Leiterin der Forschungsbibliothek, Dr. Kathrin Paasch. Das Buch bietet erstmals im handlichen Taschenformat eine eindrucksvolle Zusammenschau von den Anfängen der Bibliothek im 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Die Autorin verarbeitet darin nicht nur ihre eigenen Forschungsergebnisse, sondern auch die Forschungen der an der Bibliothek angestellten Wissenschaftler und Bibliothekarinnen sowie Forscherinnen und Forscher, die in den vergangenen Jahren in Gotha gearbeitet haben. Sie stellt außerdem einzelne herausragende Objekte der Bibliothek, wichtige Persönlichkeiten, die mit den Sammlungen eng verbunden waren, sowie die eindrucksvollen historischen Räume der Bibliothek auf Schloß Friedenstein und im Perthesforum Gotha vor.

Die Forschungsbibliothek auf Schloß Friedenstein Gotha bewahrt die herausragenden Büchersammlungen, die von den Herzögen von Sachsen-Gotha-Altenburg und Sachsen-Coburg und Gotha seit 1640 aufgebaut worden sind. Sie gehört zu den großen deutschen Bibliotheken mit wertvollen europäischen und orientalischen Handschriften, gedruckten Büchern sowie Archivalien und Karten des kartografischen Verlages Justus Perthes Gotha. Die Sammlungen der Forschungsbibliothek sind Teil des Barocken Universums Gotha und eng mit den Sammlungen der Stiftung Schloß Friedenstein Gotha und des Thüringischen Staatsarchivs Gotha verbunden.

CARMEN VOIGT

 

10.07.2016


09.07.2016: Spannende Einblicke

„Die Pest, die Angst und der Schatz von Erfurt": Open-air-Preview des MDR-Films.

Geschichtsinteressierte Erfurter erwartet am 14. Juli ein besonderes Bonbon: Im Open-air-Kino im Kulturhof Krönbacken wird eintrittsfrei und exklusiv vor der TV-Ausstrahlung der neue Film zum Erfurter Schatz in der beliebten Reihe „Geschichte Mitteldeutschlands" gezeigt.

Zum Auftakt der neuen Staffel der „Geschichte Mitteldeutschlands" und vor dem Sendetermin der Erfurter Folge am 7. August um 20:15 Uhr laden die Landeshauptstadt Erfurt und der Mitteldeutsche Rundfunk ein ins Herz der Altstadt - den Kulturhof zum Güldenen Krönbacken.

Nach dem Film bitten Dr. Claudia Schreiner - Leiterin der MDR-Hauptredaktion Geschichte, Gesellschaft und Natur, Gabriele Rose - Autorin und  Regisseurin dieser Folge von „MDR Zeitreise. Geschichte Mitteldeutschlands"  sowie Dr. Maria Stürzebecher - Kunsthistorikerin und Erfurter Unesco-Beauftragte, zum Filmgespräch. Maria Stürzebecher ist im Film zudem als Expertin zu sehen. Gabriele Rose wird in ihrer mitreißenden Art spannende Einblicke in die Entstehungsgeschichte der Dokumentation geben können. Nach dem Film besteht die Möglichkeit, den Abend im Gespräch mit den Machern des Films ausklingen zu lassen.

Der „Erfurter Schatz" wurde 1998 bei Bauarbeiten in der Michaelisstraße gefunden. Er umfaßt unter anderem mehr als 700 gotische Goldschmiedearbeiten, über 3000 Silbermünzen und einen einzigartigen jüdischen Hochzeitsring. Verborgen wurden die wertvollen Stücke vom jüdischen Kaufmann Kalman von Wiehe. Der Film zeichnet sein Schicksal und das der jüdischen Gemeinde von Erfurt nach, die bei einem Pogrom im März 1349 brutal vernichtet wurde. Gedreht wurde im Frühjahr an Originalschauplätzen in Erfurt und unter der Mitwirkung zahlreicher Erfurter.

SYBILLE GLAUBRECHT

 

09.07.2016


08.07.2016: „Konkrete Rückschlüsse“

Focus berichtet über Wende im Mordfall Peggy: Leichenfund liefert erste Hinweise auf den Täter.

Die Besonderheiten des Leichenfundorts und die Auffindesituation der am 7. Mai 2001 verschwundenen Peggy aus Lichtenberg lassen konkrete Rückschlüsse auf den Täter zu, meldet das Nachrichtenmagazin Focus, das darüber in seiner am 9. Juli erscheinenden Ausgabe berichten wird. Die Spur führe demnach wahrscheinlich nach Lichtenberg, dem Wohnort der damals Neunjährigen.

Das Mädchen ist nach ersten Erkenntnissen der Ermittler nicht vergraben, sondern in eine Mulde gelegt und nur oberflächlich mit Zweigen abgedeckt worden. „Der Täter wollte sich seines Opfers schnellstmöglich entledigen", sagte ein Fahnder dem Focus. Der mutmaßliche Mörder müsse hektisch und unter enormem Zeitdruck gehandelt haben.

Der Waldweg, der zum Ablageort der Leiche führt, ist abgelegen, aber gut befahrbar. Am Ende habe es eine Wendemöglichkeit für Autos gegeben. Die Gegend ist bei Liebespaaren bekannt. Die Ermittler vermuten, daß dies der Täter wußte und er möglichst schnell weg wollte. Weil Peggys Leiche nur 15 Kilometer von ihrem Wohnort Lichtenberg entfernt gefunden wurde, dürfte der Täter aus der näheren Umgebung stammen – wahrscheinlich aus der Stadt selbst.

Ein Pilzsammler hatte vergangenen Samstag Knochenreste nahe Rodacherbrunn in einem Wald in Thüringen gefunden. Wie sich wenige Tage später herausstellte, handelte es ich um die menschlichen Überreste der seit 2001 Jahren vermissten Schülerin aus Oberfranken.

ARNE SCHLEEF

 

08.07.2016


07.07.2016: „Leichterer Zugang zu Versicherungsschutz“

Bessere Daten der öffentlichen Hand: 8300 Hausbesitzer in Thüringen können sich einfacher gegen Hochwasser versichern.

Die Zahl der als stark von Hochwasser bedroht geltenden Gebäude in Thüringen ist um 59 Prozent gesunken. Das teilte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV) am 7. Juli mit. „Mit dem aktuellen Update der Datenbank für Hochwassergefahren, Zürs Geo, werden nur noch 5700 Häuser in die höchste Gefahrenklasse 4 eingeordnet. Im Vorjahr waren es noch 14.000 von landesweit mehr als 602.000 Adressen. Damit liegen nur 0,9 Prozent aller Gebäude in der Zone 4, in der statistisch mindestens ein Hochwasser in zehn Jahren zu erwarten ist.“

Grund für den Rückgang seien laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft bessere Daten der öffentlichen Hand: Mit der aktuellen Zürs-Version seien erstmals flächendeckend alle Hochwassergefahrenkarten der Bundesländer integriert, die im Zuge der entsprechenden EU-Richtlinie erstellt wurden. „Mehr Daten ermöglichen mehr Menschen leichteren Zugang zu Versicherungsschutz“, erklärt Alexander Erdland, Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft. Für 8300 Hausbesitzer sei es nun deutlich einfacher, ihr Gebäude gegen Elementarschäden zu versichern.

Nutznießer der neuen, erweiterten Datensätze seien aber nicht nur die Besitzer von Häusern, die direkt in exponierten Überschwemmungsgebieten stehen. Mit dem Zürs-Update sinke für rund 56.500 Gebäude in Thüringen die Gefahrenklasse; für rund 9000 steigt sie.

Das Zonierungssystem Überschwemmung, Rückstau und Starkregen (Zürs) hilft Versicherern, Hochwasserrisiken einzuschätzen und Prämien für Elementarschadenversicherungen risikogerecht zu berechnen. Es teilt die 602.000 erfaßten Gebäude in Thüringen in vier Gefahrenklassen ein. Mit 570.400 liegen die meisten Adressen in der Gefahrenklasse 1, in der weniger als einmal in 200 Jahren eine Überschwemmung durch Hochwasser droht. In der Gefahrenklasse 2 (11.300 Häuser) tritt ein Hochwasser statistisch mindestens einmal in 100 bis 200 Jahren auf, in der Gefahrenklasse 3 (14.800 Gebäude) mindestens einmal alle zehn bis 100 Jahre.

Insgesamt seien laut Verband in Deutschland gut 99 Prozent der Gebäude problemlos gegen Überschwemmungen und Starkregen versicherbar. Auch die verbleibenden, besonders gefährdeten Häuser könnten fast alle mit Selbstbehalten oder nach individuellen baulichen Schutzmaßnahmen versichert werden.

PM-GDV

 

07.07.2016


06.07.2016: Aufbau gemeinsamer Strukturen

Iranische Universität eröffnet Verbindungsbüro in Erfurt: Ausbau der Wissenschaftsbeziehungen nach Deutschland.

Die iranische International Azad University (I.A.U.) mit Hauptsitz in Teheran hat am 5. Juni ein Verbindungsbüro in Erfurt eröffnet. Über das Büro will die Universität den Aufbau von Wissenschaftsbeziehungen – insbesondere den Studentenaustausch – nach Thüringen und darüber hinaus nach ganz Deutschland koordinieren. Wie das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft in einer Medieninformation mitteilte, sei die Einrichtung des Büros ein Ergebnis der Iranreise von Thüringens Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) im Mai dieses Jahres. Alternativ hatte die I.A.U. auch Standorte in Berlin und im Raum Köln-Bonn geprüft.

Das von der I.A.U. selbst finanzierte Büro befindet sich vorerst im Gebäude der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG).

Zur Unterstützung ihrer Aktivitäten in Deutschland hatte die I.A.U. bereits im Juni ein „Memorandum of Understanding“ mit den Fachhochschulen Erfurt und Nordhausen abgeschlossen. Dieses sieht insbesondere den Austausch von Studenten und Lehrpersonal, den Aufbau gemeinsamer Strukturen und die Beteiligung an gemeinsamen Forschungsprojekten, insbesondere auf naturwissenschaftlichem Gebiet und im Bereich des Ingenieurwesens, vor. Auch eine engere Zusammenarbeit mit der TU Ilmenau ist geplant. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie die deutsche Botschaft Teheran begrüßen die Initiative.

Die I.A.U. verfügt bereits über Verbindungsbüros in anderen europäischen Ländern, darunter Italien (Mailand), Rußland (Moskau) und Großbritannien (Oxford).

Die 1982 gegründete Azad-Universität zählt mit 1,7 Millionen Studenten und rund 70.000 Mitarbeitern zu den größten Universitäten weltweit. Hauptsitz ist Teheran, daneben gibt es allein im Iran 31 Filialen mit insgesamt 400 Campus, zahlreichen Forschungseinrichtungen, Krankenhäusern, Laboren, Werkstätten und Sportanlagen. Außenstellen befinden sich unter anderem in Großbritannien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Libanon. Die I.A.U. unterhält enge Beziehungen zu 25 ausländischen Hochschulen weltweit, darunter auch zur TU Dresden im Bereich des Studiengangs Architektur.

MI-TMWWDG

 

06.07.2016


05.07.2016: Nächster Halt: Thüringen

„Mit dem VMT entlang der Thüringer Städtekette“: 25 erlebnisreiche Ausflüge ins grüne Herz Deutschlands.

Eine einzigartige barocke Festungsanlage, ausgedehnte Parks und schmucke Bürgerhäuser: Das Schloß Friedenstein in Gotha ist nur einer von vielen Ausflugstips, die es mit dem Verkehrsverbund Mittelthüringen (VMT) entlang der Thüringer Städtekette um Gotha, Erfurt, Weimar, Apolda, Jena und Gera zu entdecken gibt. In seinem neuen im Sutton-Verlag erscheinenden Buch „Mit dem VMT entlang der Thüringer Städtekette“ nimmt Autor Ulrich Weidel den Leser mit auf 25 erlebnisreiche Ausflüge ins grüne Herz Deutschlands. Passionierte Bahnfahrer wie auch gelegentliche Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs werden hier fündig: Einfach das Auto zu Hause stehen lassen und ganz bequem das umfangreiche Angebot des Verkehrsverbunds Mittelthüringen nutzen, für einen umweltfreundlichen, flexiblen und entspannten Trip zum nächsten Reiseziel. Und wer unterwegs einen schönen Platz entdeckt, steigt einfach bei der nächsten Haltstelle aus. 

Ulrich Seidel, Jahrgang 1961, ist ein hervorragender Kenner der Geschichte seiner Heimatstadt Erfurt und Autor zahlreicher Thüringen-Bücher. Mit „Erfurt. Rundgänge durch die Geschichte“ veröffentlichte der passionierte Hobby-Fotograf im Sutton-Verlag bereits einen erfolgreichen historischen Reiseführer über seine Heimatstadt. Für „100 Dinge, die Sie in Thüringen erlebt haben müssen“ ging er im gesamten Freistaat auf Tour.

Sutton ist der führende Verlag für Regionalgeschichte und -literatur im deutschsprachigen Raum, vom historischen Bildband bis zum Freizeitführer. Den zweiten Schwerpunkt des 1997 gegründeten Erfurter Verlags bildet die Verkehrs- und Technikgeschichte. Seit Anfang 2014 gehört Sutton zum Verlagshaus GeraNova Bruckmann.

SANDRA REDLICH

 

05.07.2016


04.07.2016: Mehr Geld

Bruttomonatsverdienste stiegen in Thüringen im ersten Quartal 2016 um 2,5 Prozent.

Im ersten Quartal 2016 betrug der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst der vollzeit-, teilzeit- und geringfügig Beschäftigten im produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich in Thüringen 2534 Euro. Darin eingeschlossen sind Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld oder Leistungsprämien. Dies waren nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik 2,5 Prozent mehr als im gleichen Quartal des Vorjahres.

Vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer erhielten im ersten Quartal 2016 einschließlich Sonderzahlungen im Durchschnitt monatlich 2944 (+ 2,2 Prozent) bei einer durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 39,1 Stunden (0,3 Prozent). Während ihr Verdienst im produzierenden Gewerbe bei durchschnittlich 2830 Euro lag (+ 2,8 Prozent), kamen Vollzeitbeschäftigte im Dienstleistungsbereich im ersten Quartal 2016 durchschnittlich auf 3031 Euro (+ 1,7 Prozent). Die wöchentliche Arbeitszeit hat sich für vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer im produzierenden Gewerbe um 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal erhöht. Für Beschäftigte im Dienstleistungssektor war sie dagegen unwesentlich verringert.

Die Verdienste unterscheiden sich nach Angaben der Statistiker in den einzelnen Branchen stark. Die höchsten durchschnittlichen Bruttomonatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen hatten im ersten Quartal 2016 die Vollzeitbeschäftigten im Wirtschaftsbereich Erziehung und Unterricht mit 4228 Euro (+ 2,1 Prozent), im Bereich der Finanz- und Versicherungsdienstleistungen mit 4105 Euro (+ 1,5 Prozent) sowie im Bereich Energieversorgung mit 3931 Euro (0,2 Prozent).

Die niedrigsten durchschnittlichen Monatsverdienste bei Vollzeitbeschäftigten gab es im Wirtschaftsbereich „Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“ mit 1894 Euro (2,0 Prozent) und im Gastgewerbe mit 1995 Euro (+ 5,4 Prozent).

Bei der vierteljährlichen Verdiensterhebung handelt es sich nach Informationen des Thüringer Landesamtes für Statistik um eine Stichprobenerhebung. Die Stichprobe umfaßt in Thüringen 1564 Betriebe des produzierenden Gewerbes und des Dienstleistungsbereichs. Kleinere Betriebe mit weniger als zehn Beschäftigten werden in der Regel (bis auf wenige Branchen im Dienstleistungsbereich) nicht befragt.

PI-TLS

 

04.07.2016


04.07.2016: „Lasten gemeinsam schultern“

Grünes Licht vom Bund für Sanierungen in Rositz.

Der Bund gibt grünes Licht zur Finanzierung weiterer Planungen für die Sanierungen im Rositzer Ortsteil Schelditz. Das teilte am 3. Juli Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Bündnisgrüne) mit. So habe der Steuerungs- und Budgetausschuß zur Finanzierung der Braunkohlesanierung (StuBA) der weiteren Finanzierung der Planung für die erforderlichen Gefahrenabwehrmaßnahmen im Bereich Schelditz für die Jahre 2016 und 2017 zugestimmt. Dieser Ausschuß setzt sich zusammen aus Vertretern des Bundes und der vier Braunkohleländer. „Umweltlasten aus altem DDR-Bergbau müssen Bund und Länder gemeinsam schultern“, zeigte sich die Ministerin erleichtert über die Zusage des Bundes.

Nachdem im Januar 2016 vom Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN) und der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) erste Lösungsansätze zur Gefahrenabwehr und zur nachhaltigen Verbesserung der Situation in Schelditz vorgestellt wurden, verweigerte der Bund im März 2016 weitere Finanzierungszusagen. Thüringen trieb daraufhin in alleiniger Verantwortung die Planungen voran. So sei zum Beispiel die Konzeption für eine Versuchsanlage zur biologischen Grundwasserreinigung (Biofilter) in Auftrag gegeben worden. Die Anlage soll noch in diesem Jahr in Schelditz eingerichtet werden. Das Thüringer Umweltministerium organisiert insbesondere für interessierte Rositzer im August eine Vor-Ort Besichtigung und Vorstellung einer erfolgreich laufenden Grundwasserreinigungsanlage in Leuna.

Mit der jetzt vorliegenden Zusage des Bundes ist laut einer Medieninformation des Ministeriums die gemeinsame Planungsarbeit in Trägerschaft der LMBV bis Ende 2017 finanziell gesichert.

Mit der Einstellung der Braunkohletagebaue und der Sümpfung der Tagebaue im Süden Leipzigs sind umfangreiche Gefahrenabwehrmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Wiederanstieg des Grundwassers notwendig.

Als Rechtsnachfolger der stillgelegten Braunkohletagebaue führt die bundeseigene Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV), auch im Altenburger Raum Maßnahmen zur Abwehr von Gefahren aus dem Grundwasserwiederanstieg durch.

Im Rositzer Ortsteil Schelditz kommen zu den Gefahren des Grundwasseranstieges die Belastungen aus der Altlast des ehemaligen Teerverarbeitungswerkes hinzu.

Ziel aller Planungen ist eine Kombinationslösung von Maßnahmen in der Fläche und Maßnahmen an einzelnen Häusern. In der Fläche sind zum Beispiel die Anhebung einer Kreisstraße, die Umverlegung eines Bachlaufes und Geländeangleichungen geplant. Zur Reinigung des Grundwassers wird ein großräumiger Biofilter eingebaut. Eine ähnliche Anlage gibt es seit zirka zwei Jahren bereits in Leuna.

MI-TMUEN

 

04.07.2016


03.07.2016: Anschauliches Potential

Förderpreis für die PSP-Gruppe „Story Works“: Absolventen der Kommunikationswissenschaft in Erfurt präsentierten ihre Abschlußarbeiten.

Zum inzwischen 15. Projektforum hatten am 2. Juli die Absolventen des Studiengangs Kommunikationswissenschaft der Universität Erfurt eingeladen. Im Großen Saal der Industrie- und Handelskammer präsentieren sie ihre Abschlußarbeiten vor einem Publikum aus Wirtschaft, Medien und Hochschule sowie weiteren Gästen. Dabei wurde auch ein mit 500 Euro dotierter Förderpreis verliehen, der vom Erfurter Verein für Kommunikation und Medien e.V. ausgelobt wurde. Mit dem Preis werden Projektarbeiten ausgezeichnet, deren theoretische Konzeption und empirische Umsetzung außergewöhnlich gelungen ist und die in besonderem Maße einen Brückenschlag zur Forschungspraxis leisten.

Preisträger sind diesmal Johanna Geppert, Nina Merz, Patricia Weiß, Manuel Goigofski, Anja Sager, Vera Löwenhaupt, Kathrin Kamm und Maren Potgeter mit ihrer Arbeit „Story Works“, einer experimentellen Videostudie zur Wirkung von Narrativen und Fallbeispielen im Kontext eines bewußten Umgangs mit Antibiotika. Die Arbeit wurde von Prof. Dr. Constanze Rossmann betreut. Mit ihrer Studie aus dem Bereich Gesundheitskommunikation wollten die Studierenden herausfinden, wie Gesundheitsinformationen aufbereitet sein müssen, um die Bevölkerung möglichst umfassend über Risiken von Antibiotikaresistenzen aufzuklären.

In der Gesundheitskommunikation werden vor allem Narrative und Fallbeispiele verwendet, um Informationen verständlich zu vermitteln. Trotz ihrer häufigen Anwendung sind sich Forscher jedoch im Hinblick auf die Definition der Begriffe uneinig. Bisher gibt es keine Studien, die Narrative und Fallbeispiele vergleichend untersuchen. Auch das Potential audiovisueller Kanäle wird bisher zur Vermittlung von Gesundheitsinformationen nur wenig ausgeschöpft. Die Studierenden haben deshalb interdisziplinäre Definitionen für die Stilelemente entwickelt, um herauszufinden, welche Kombination der beiden für die Vermittlung von Gesundheitsinformationen in sogenannten Erklärvideos am besten geeignet ist. Im Ergebnis empfehlen sich sowohl der individuelle als auch der gemeinsame Einsatz von Narrativen und Fallbeispielen im Gesundheitskontext. Die Studierenden kommen außerdem zu dem Schluß, daß Erklärvideos aufgrund ihres hohen Potentials zur anschaulichen und verständlichen Vermittlung von Informationen in Zukunft häufiger in der Gesundheitskommunikation eingesetzt werden sollten.

Aber auch die anderen im Projektforum präsentierten Arbeiten stießen bei den Gästen auf großes Interesse. Alle Arbeiten entstanden im Rahmen der „Projektstudienphase“, einem einzigartigen Konzept im deutschen Lehrbetrieb: Über den Zeitraum von einem Jahr wenden Studierende dabei in kleinen Gruppen ihr im Studium erworbenes Wissen zur Lösung von realen oder realitätsnahen Problemstellungen innerhalb der Kommunikationswissenschaft an. Projektpartner sind dabei Medien- und Wirtschaftsunternehmen sowie öffentliche Institutionen und Organisationen.

CARMEN VOIGT

 

03.07.2016

 


02.07.2016: Langjährige Partnerschaft

Start ins Berufsleben: Abschlußzeugnisse für Auszubildende der Baustoffindustrie.

34 Auszubildende der Baustoffindustrie erhielten am 24. Juni 2016 im Erfurt Bildungszentrum Unternehmensverbund (ebz) ihre Abschlußzeugnisse. Weitere acht Schüler hatten ihre Ausbildung aufgrund guter Leistungen vorzeitig beendet und bereits im Februar ihre Zeugnisse bekommen.

Die dreijährige Ausbildung erfolgt in länderübergreifenden Berufsschulklassen für Verfahrensmechaniker der Fachrichtungen Transportbeton, Baustoffe, vorgefertigte Betonerzeugnisse und Asphalttechnik sowie einer Klasse für Aufbereitungsmechaniker in den Fachrichtungen Naturstein sowie Sand und Kies. Bei der dualen Berufsausbildung wird dabei in der Walter-Gropius-Schule die Fachtheorie vermittelt und die praktische Ausbildung findet in der Schwerborner Straße 35 statt. Die Übernahmequote nach dem Abschluß ist mit über 90 Prozent außergewöhnlich hoch.

Für Ihre guten Leistungen wurden die Besten der einzelnen Fachrichtungen vom Unternehmerverband Mineralische Baustoffe (UVMB) e.V. ausgezeichnet. Yanik Kandenwein (Hohenloher Asphaltmischwerke GmbH und Co. KG), Hüseyin Sazak (Holcim GmbH aus Hamburg), Sebastian Schönrock (P.V. Betonfertigteile GmbH aus Colbitz), Erik Schlanstedt (Caminauer Kaolinwerk GmbH) und Franz Menzel (Mineral Baustoff GmbH und Co. KG aus Hartmannsdorf) erhielten von UVMB-Hauptgeschäftsführer Dr. Steffen Wiedenfeld als Anerkennung eine Urkunde und eine Geldprämie.

Aufgrund ihrer hervorragenden Leistungen in der Ausbildung erhielten Hüseyin Sazak und Yanik Kandenwein zusätzlich von der Industrie- und Handelskammer Erfurt einen Gutschein für ein „Aufstiegsstipendium“. Damit können sie innerhalb von drei Jahren zusätzliche Bildungsangebote im Gesamtwert von 6000 Euro wahrnehmen.

„Ich habe mich für die Steine- und Erdenindustrie entschieden, weil die Arbeit hier sehr flexibel ist und jeden Tag neue Herausforderungen warten. Es ist auch ein gutes Gefühl, am Ende des Tages etwas Sichtbares geschaffen zu haben und später einmal sagen zu können, an dieser Autobahn oder dieser Brücke habe ich mitgebaut“, begründete Hüseyin Sazak seine Berufswahl.

Das ebz ist eine der größten überbetrieblichen Bildungseinrichtungen in Thüringen und darüber hinaus. Etwa 350 bis 500 Berufsschüler und Studenten sind hier in der Ausbildung. Im Mai 2016 feierte das Unternehmen sein 25jähriges Firmenjubiläum. Auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) zählte zu den zahlreichen Gästen und Gratulanten. Die Wurzeln der Ausbildung am Standort reichen über 100 Jahre zurück bis zum Aufbau der „Berlin-Erfurter Maschinenfabrik Henry Pels und Co“ im Jahr 1897, aus der später die „Umformtechnik Erfurt“ wurde. 1990 erfolgte die Gründung der eigenständigen „Erfurt Bildungszentrum GmbH“.

„Mit Ihrem Gesellenbrief haben Sie sich als dringend benötigte und frisch geprüfte Fachkräfte eine sichere Basis in einer Zukunftsbranche geschaffen.“ Denn gebaut würde immer und die Baustoffindustrie biete eine lebenslange Arbeitsplatzgarantie, beglückwünschte Dr. Wiedenfeld die Absolventen.

Zwischen dem Unternehmerverband und dem ebz besteht eine bereits langjährige Partnerschaft. Der 2004 aus ehemaligen Landesverbänden gegründete UVMB vertritt als Gesamtverband die Interessen von derzeit etwa 250 Mitgliedsunternehmen mit rund 5000 Beschäftigten.

MICHAEL SCHLUTTER

 

02.07.2016


01.07.2016: Blockadehaltung

„Fatales Signal an Thüringens mittelständische Familienunternehmen“: CDU-Fraktion im Thüringer Landtag kritisiert Ramelows Nein zu Erbschaftsteuerreform.

Als „fatales Signal für alle kleinen und mittleren familiengeführten Unternehmen in Thüringen" hat der finanzpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Maik Kowalleck, Thüringens Blockadehaltung bei der Erbschaftsteuerreform bezeichnet. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) hatte angekündigt, dem Gesetz im Bundesrat nicht zustimmen zu wollen. „Normalerweise versucht der Ministerpräsident, den wirtschaftsfeindlichen Kern der Linken mit seinem demonstrativ zugewandten Auftreten vor Unternehmensvertretern zu verschleiern. Doch hier zeigt sich, wie er wirklich tickt, wenn es an konkrete Politik geht", kritisierte Kowalleck Ramelows Haltung. Genau die Betriebe, die Ramelow nun offenbar schröpfen wolle, bildeten jedoch das wirtschaftliche Rückgrat Thüringens, so der CDU-Finanzpolitiker weiter.

„Der schwer errungene Erbschaftsteuer-Kompromiß bietet gute Voraussetzungen dafür, daß Unternehmensübergänge gelingen und kein Familienunternehmen wegen eines Erbschaftsfalls in Schieflage gerät und Mitarbeiter entlassen werden müssen. Mit seinem Bundesrats-Nein gefährdet Ramelow diesen Erfolg nun mutwillig", sagte Kowalleck. Das Gesetz bewege sich sehr eng an der Lebenswirklichkeit der kleinen und mittleren Familienunternehmen, die Thüringens gewerblichen Mittelstand prägen. Zu den von Ramelow vorgeschobenen verfassungsrechtlichen Bedenken sagte Kowalleck, die Einigung sei aus Sicht der Thüringer CDU-Fraktion so umgesetzt worden, daß das Gesetz einer verfassungsrechtlichen Prüfung standhalte und die ausreichende Schonung des Firmenkapitals tatsächlich erreicht werde.

Kowalleck verwies unter anderem auf die zinslose Stundung der Erbschaftssteuer und auf die Möglichkeit, Investitionsrücklagen zu bilden. Mittel, die nach dem Willen des Erblassers innerhalb von zwei Jahren nach dessen Ableben investiert werden, sind steuerrechtlich begünstigt. Auch die in Familienunternehmen üblichen Verfügungsbeschränkungen werden bei der Bestimmung des Unternehmenswertes steuermindernd berücksichtigt. Die Konferenz der haushalts- und finanzpolitischen Sprecher der Unionsfraktionen hatte im März 2015 eine mittelstandsgerechte Ausgestaltung der Erbschaftsteuer gefordert. Der Thüringer CDU-Fraktionsvorsitzende Mike Mohring ist Vorsitzender dieser Konferenz.

PM-CDU-TL

 

01.07.2016


01.07.2016: „Aufwärtsdynamik ist gestoppt“

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD): Land schiebt Anstieg kommunaler Steuerlast einen Riegel vor.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) rückt in der aktuellen Diskussion um die Gewerbesteuer die Bedarfszuweisungen an Kommunen in den Mittelpunkt. „Die Landesregierung hat – nicht zuletzt auf Initiative des Wirtschaftsministeriums – reagiert und das Thema Bedarfszuweisungen neu geregelt“, sagte Tiefensee. Die bisherige Vorgabe für Kommunen in Haushaltsnotlagen, ihre Hebesätze auf mindestens 110 Prozent des Durchschnitts ihrer Gemeindegrößenklasse anzuheben, wenn sie Bedarfszuweisungen erhalten wollen, sei entfallen. „Die Aufwärtsdynamik bei der Gewerbesteuer, die damit einhergegangen wäre, ist gestoppt.“ Auch aus den Regelungen des kommunalen Finanzausgleichs ergebe sich kein Druck, die Sätze anzuheben.

 „Bürgermeister kleiner Gemeinden, aber auch kreisfreier Städte, die Bedarfszuweisungen erhalten, haben mich in der letzten Zeit immer wieder angesprochen und eine Veränderung der Regelung zur Gewerbesteuererhöhung gefordert“, sagte der Wirtschaftsminister. „Mit Ministerin Taubert und Minister Poppenhäger waren wir uns einig, daß diesen Kommunen kein Wettbewerbsnachteil entstehen darf. Im Gegenteil, sie müssen befähigt werden, durch ihre hohe Standortattraktivität für Wirtschaftsunternehmen möglichst zeitnah ohne Finanzhilfen des Freistaats auf eigenen Füßen stehen zu können. Die jetzt gefundene Lösung soll das befördern."

Laut einer Medieninformation des Thüringer Wirtschaftsministeriums seien die durchschnittlichen Hebesätze für die Grund- und Gewerbesteuer in Thüringen gerade im letzten Jahr nur noch geringfügig gestiegen: bei der Gewerbesteuer um sieben, bei der Grundsteuer A um drei und bei der Grundsteuer B um sechs Prozentpunkte.

Insgesamt müsse es darum gehen, daß in der Gesamtschau Leistungen des Staates und die dafür verlangten „Gegenleistungen“ in Form von Steuern und Abgaben in einem angemessenen Verhältnis stehen. „Daß das Land bei der Ausgestaltung des Kommunalen Finanzausgleichs Vorgaben zur Ausschöpfung der eigenen Steuerquellen der Kommunen macht, ist auch eine Gerechtigkeitsfrage“, betonte Tiefensee. „Daraus darf aber kein ‚Selbstbedienungsladen‘ zum Stopfen kommunaler Haushaltslöcher werden.“ Entscheidend sei vielmehr, daß unter dem Strich ausgewogene Lösungen gefunden werden, die die Attraktivität der Thüringer Standorte sichern. Im Jahr 2014 lagen die Gewerbesteuereinnahmen in Thüringen bei rund 613 Millionen Euro.

Tiefensee verwies zugleich darauf, daß Deutschland bei der Unternehmensbesteuerung (Körperschaft- und Gewerbesteuer) mit einer Belastung von rund 30 Prozent europaweit im oberen Drittel liegt. „Natürlich bietet Deutschland insgesamt gute Standortfaktoren, so daß diese Belastung durchaus angemessen ist“, sagte der Minister. Weitere Steuererhöhungen sollten dennoch nicht leichtfertig gefordert werden, weil die steuerlichen Rahmenbedingungen in anderen europäischen Ländern wie den Niederlanden, Schweden, Österreich oder Großbritannien deutlich günstiger seien.

Bedarfszuweisungen sind finanzielle Leistungen des Landes an Kommunen, die sich in einer schwierigen Haushaltssituation befinden. Sie tragen dazu bei, daß sich die Kommunen innerhalb eines bestimmten Zeitraums konsolidieren können und finanziell wieder handlungsfähig werden. In Thüringen hatten im letzten Jahr über 80 Gemeinden Anträge auf Bedarfszuweisungen gestellt. Wirtschafts- und Innenministerium hatten sich in diesem Jahr darauf verständigt, eine Voraussetzung für die Gewährung von Bedarfszuweisungen neu zu regeln. Bisher wurde von den Kommunen unter anderem verlangt, die Hebesätze von Grund- und Gewerbesteuer mindestens auf 110 Prozent des gewichteten Durchschnitts der jeweiligen Gemeindegrößenklasse festzusetzen, was durch die dadurch steigenden Durchschnitte immer wieder neue Erhöhungen erforderlich machte. Diese Aufwärtsdynamik wurde durch die Neuregelung beseitigt. Die neu geregelten Sätze wurden so festgelegt, daß sie von Kommunen in Haushaltsnotlagen erreicht werden können, ohne die betroffenen Bürgerinnen und Bürger sowie die Gewerbebetriebe vor Ort über Gebühr zu belasten.

MI-TMWWDG

 

01.07.2016

Thüringen aktuell

Wohin in Thüringen?

Meine NTI Online
Aktueller Titel

Benutzeranmeldung
In der nächsten NTI

Sonneberger Potentiale

Die Ausgabe 4/2017 berichtet über das geplante bayerisch-thüringische Oberzentrum.

Werbung