Nachrichten aus dem Freistaat August 2016

August 2016

31.08.2016: „Mut zur Entscheidung“

Jenas Verkehrssituation für Unternehmer nicht länger hinnehmbar: Mobilitätskonzept für Großraum Jena zügig fertigstellen, verabschieden und umsetzen.

„Die aktuelle Diskussion um die ‚innere Westtangente‘ darf nicht wieder versanden. Vielmehr muß sie die längst fällige richtungsweisende Diskussion für ein zukunftsfähiges und ausgewogenes Verkehrskonzept beflügeln“, formuliert Lothar Brehm, Jenaer Unternehmer und Sprecher der Sektion Jena-Saalfeld im Wirtschaftsrat der CDU Deutschland, die Forderung der regionalen Wirtschaft nach belastbaren Verkehrswegen an die für Mobilität und Verkehrsinfrastruktur Verantwortlichen aller Fraktionen des Stadtparlaments und auch in Richtung Stadtoberhäupter.

Viel häufiger noch müßten, wie hier mit dem Vorschlag von Verkehrsbeirat und Stadtratsmitglied Thomas Nitzsche geschehen, Wirklichkeitsdenken statt politisch motiviertem Wunschdenken herrschen. Wirklichkeitsdenken auf Basis analysierter Verkehrsströme sei unbedingt gefragt, wenn speziell Funktion und Nutzen der Kraftfahrzeuge im öffentlichen und Individualverkehr in den Planungen ideologiefrei bewertet und berücksichtigt würden. Und zwar mit Blick auf die weiter erfolgreiche Entwicklung Jenas mit seinem Umland als Zentrum für Industrie, Handel, Handwerk, Tourismus und als attraktiver Lebensmittelpunkt mit hoher Wohnqualität. Kurz- und auch mittelfristig würden diese weiterhin die Menschen zu ihren Arbeitsstellen, Kunden und Partner zu den Unternehmen und Instituten, Konsumenten zu den Geschäften sowie Besucher zu den Sehenswürdigkeiten bringen.

Durch die anstehenden städtebaulichen Veränderungen in Jena beispielsweise durch Umwidmung des ehemaligen Klinikareals Bachstraße oder von Garagenflächen zu Flächen für Gewerbe und Wohnungsbau könne so nach seinen Worten nachhaltig „ein großer Wurf gelingen“. Allerdings müsse dafür, anders als bei bisher zerredeten Straßenprojekten und Umgehungstangenten, Mut zur Entscheidung im Gesamtinteresse Jenas dominieren. Zudem wäre dies auch der nötige und längst erwartete Beweis in Richtung Wirtschaft, daß Mehreinnahmen aus erhöhten Gewerbe- und Grundsteuersätzen direkt in verbesserte wirtschaftliche Rahmenbedingungen fließen.

Die Wirtschaftsratsvertreter sehen einsatzbereite Technologien für intelligente Verkehrsleitsysteme. In Kombination mit Umgehungsstraßen, Tunneln sowie Brücken seien diese die einzige für Kraftfahrzeuge sowie für Radfahrer und Fußgänger effektivere und sicherere Alternative zu einem sich ständig verdichtenden Wald aus immer mehr Verkehrsampeln und Verbotsschildern.

„Mit dieser Expertise und eigenen Vorschlägen für ein Verkehrskonzept Jena 2030 werden wir uns, gestützt auf eigene Erfahrungen und unter Hinzuziehung von fachlichem Sachverstand in die sachliche und an der Realität orientierten Diskussion einbringen sowie den Prozeß der hoffentlich baldigen Umsetzung aktiv unterstützen“, konkretisiert Brehm den Part der Wirtschaft am dann wieder fließenden Verkehr in und um Jena.

KARSTEN SEIFERT

 

31.08.2016


30.08.2016: „Toller Start“

Möbelhändler errichtet neuen Standort am „Erfurter Kreuz“: XXXLutz-Gruppe investiert 70 Millionen Euro in E-Commerce-Center nahe Arnstadt.

Neuansiedlung im Industriegebiet Erfurter Kreuz: Der Möbelhändler XXXLutz will in sein wachsendes Online-Geschäft investieren und plant hierfür den Bau eines neuen E-Commerce-Centers im Industriegebiet „Erfurter Kreuz“ bei Arnstadt. Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) erklärte: „Ich freue mich, daß sich die Lutz-Gruppe für den Standort am Erfurter Kreuz entschieden hat. Thüringen konnte mit seiner zentralen Lage und guten infrastrukturellen Anbindung punkten. Wir werden dem Unternehmen nach Kräften bei der Realisierung seiner Vorhaben zur Seite stehen.“

Am 30. August 2016 unterzeichneten die Lutz-Gruppe und die Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbH (LEG) den Kaufvertrag für das rund 25 Hektar große Gewerbegrundstück, das sich in direkter Nachbarschaft zu den Unternehmen Gonvauto und IHI Charging Systems befindet. Damit ist der Weg frei für den Bau eines Logistikzentrums, das auf 150.000 Quadratmetern Platz für ein hochmodernes Warenlager sowie Büro- und Schulungsräume bietet. „Durch die konsequente und vorausschauende Erschließung von Gewerbeflächen durch den Freistaat Thüringen konnten wir der Lutz-Gruppe zeitnah ein Gelände in einer Größenordnung und Lage anbieten, die es so nur selten gibt“, betonte Tiefensee.

Mit dem neuen Lager baut die XXXL-Unternehmensgruppe ihr erfolgreiches E-Commerce-Geschäft aus und bedient ihre Online-Kunden künftig aus zentraler Lage heraus. Neben Lagerarbeitsplätzen wird der neue Standort auch E-Commerce-spezifische Arbeitsplätze bieten: Geplant sind unter anderem die Ansiedlung von Programmierern, Callcenter-Mitarbeitern und Mitarbeitern in der Auftragsabwicklung. Am neuen Standort plant die Lutz-Gruppe Investitionen in Höhe von 70 Millionen Euro und die Schaffung von 100 neuen Arbeitsplätzen. Bis 2022 soll die Mitarbeiterzahl auf insgesamt 400 Beschäftigte ansteigen. Damit wird der neue Zentralstandort eines der größten Zentren der XXXL-Unternehmensgruppe sein. Den ersten Bauabschnitt will das Unternehmen nach jetzigen Planungen bis zum Frühjahr 2018 erfolgreich abschließen.

„Wir sind sehr glücklich über diesen Standort, der ideal für uns geeignet ist: Mitten in Deutschland gelegen, die sehr gute Verkehrsinfrastruktur und die Anbindung zu den großen Logistik-Partnern waren für uns die entscheidenden Kriterien. Hinzu kommen die kurzfristige Umsetzbarkeit sowie die hervorragende Unterstützung durch die Vertreter des Bundeslandes Thüringen, die von Anfang an hinter dem Projekt standen und uns aktiv begleitet haben. Wir bedanken uns für diesen tollen Start und freuen uns auf eine langfristige und erfolgreiche Zusammenarbeit“, so Helmuth Götz, Mitglied und Sprecher der Geschäftsleitung der XXXL-Unternehmensgruppe.

Vor allem die zentrale Lage in Deutschland, die gute Verkehrsanbindung sowie das Angebot an großen zusammenhängenden Industrieflächen machen das Industriegebiet Erfurter Kreuz zu einer gefragten Adresse bei Unternehmen aus aller Welt. In den vergangenen Jahren haben sich unter anderem N3 als Joint Venture von Lufthansa und Rolls-Royce zur Wartung von Flugzeugtriebwerken, die Daimler-Tochter MDC Technology, der Motorenhersteller IHI Charging Systems, die Schenker-Gruppe oder der spanische Automobilzulieferer Gonvauto auf dem Areal angesiedelt.

Mit der Ansiedlung von XXXLutz ist die bisher erschlossene rund 132 Hektar große Nettofläche des ersten Bauabschnittes des Industriegebietes Erfurter Kreuz bis auf eine Restfläche von etwa 3,5 Hektar nahezu vollständig vermarktet. „Momentan laufen die Arbeiten für eine Erweiterung des Standortes. Sind diese abgeschlossen, stehen weitere rund 80 Hektar an moderner zusammenhängender Industriefläche bereit, die sicher gute Vermarktungschancen haben“, zeigt sich LEG-Geschäftsführer Andreas Krey optimistisch.

Die Lutz-Gruppe betreibt derzeit 237 Einrichtungshäuser in neun Ländern und beschäftigt an ihren Standorten insgesamt rund 22.000 Mitarbeiter. In Deutschland arbeiten zirka 10.500 Menschen für die XXXL-Gruppe, die hier 39 XXXL-Einrichtungshäuser und 31 Mömax-Abholmärkte betreibt. Mit einem Jahresumsatz von 3,9 Milliarden Euro ist die Unternehmensgruppe, die ihren Hauptsitz im österreichischen Wels hat, nach eigenen Angaben weltweit zweitgrößter Möbelhändler nach Ikea.

PEGGY HOY

 

30.08.2016


30.08.2016: Titel

Bedeutung als Reformations- und Wirkungsstadt Luthers und damit der Beginn der reformatorischen Bewegung verdeutlicht: Erfurt ist „Reformationsstadt Europas".

Thüringens Landeshauptstadt Erfurt ist das jüngste Mitglied im Netzwerk „Europäischer Reformationsstädte". Der Titel wird von der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (Geke) mit Sitz in Wien verliehen und bleibt auch über das Reformationsjubiläum 2017 hinaus gültig. Derzeit dürfen ihn 63 Städte in 14 europäischen Ländern tragen.

Die Kommission hebt mit dem Projekt „European Cities of the Reformation" zum 500. Jubiläum der Reformation 2017 die Vielgestaltigkeit und Bedeutung der Reformation in den europäischen Ländern hervor. Hierbei wird der Fokus auf die Städte als Zentren der europäischen Reformation gelegt.

Daß Erfurt Schauplatz bedeutender Ereignisse war, die den Verlauf und damit die epochale Entwicklung der Reformation erst ermöglichten, belegen die noch heute sichtbaren städtischen Zeugnisse. Die Bettelorden der Barfüßer, Dominikaner und Augustiner-Eremiten prägen mit ihren großartigen Kirchenbauten nach wie vor das Erfurter Stadtbild. Ihre Theologie und Spiritualität haben ein ganzes Zeitalter bestimmt und Martin Luthers Weg zum Reformator wesentlich beeinflußt. Hier in Erfurt erwarb Luther als Student an der Universität und dann als Mönch im Augustinerkloster die Voraussetzungen dafür, später als Reformator in die Öffentlichkeit zu treten.

Mit der Verleihung des Titels „Reformationsstadt Europas" wird die Bedeutung Erfurts als Reformations- und Wirkungsstadt Luthers und damit der Beginn der reformatorischen Bewegung nochmals verdeutlicht. Der gemeinsame, von Erfolg gekrönte Antrag der Stadt und des Evangelischen Kirchenkreises Erfurt, dem ein ausführliches Gutachten von Prof. Dr. Andreas Lindner, Universität Erfurt, beigefügt war, diente dem Ziel, die Vermarktung des Reformationsjubiläums 2017 in Erfurt deutlich zu unterstreichen.

Erfurt feiert 2017 das Reformationsjubiläum mit einem umfangreichen Programm. Derzeit sind 117 Projekte, darunter neun Ausstellungen, 35 thematisch orientierte Vorträge beziehungsweise Führungen und 48 musikalische Veranstaltungen unterschiedlicher Projektträger, - in und an authentischen Orten in Erfurt und Umgebung - vorgesehen. Höhepunkte sind unter anderem neben dem auch in Erfurt stattfindenden „Kirchentag auf dem Weg", die Sonderausstellung im Stadtmuseum:“Barfuß ins Himmelreich. Martin Luther und die Bettelorden in Erfurt" vom 18. Mai bis 12. November 2017 und eine Musikinstallation des Forums Zeitgenössischer Musik Leipzig (FZML) mit dem Titel „Abendmahl", welches auf dem Erfurter Domplatz inszeniert werden soll. Darüber hinaus wird, eingebettet in den Reformationskalender des Freistaates Thüringen, der Luthergeburtstag mit der Ökumenischen Martinsfeier und der Podiumsdiskussion „Reformation ohne Ende…?" feierlich begangen, der gleichzeitig das Ende des Reformationsjubiläums in Thüringen markiert.

SYBILLE GLAUBRECHT

 

30.08.2016


29.08.2016: Basis für weiteres Wachstum

Künftige Produktionsstätte am Standort Weimar-Legefeld: Grundstein für neues Werk der Antennentechnik Bad Blankenburg gelegt.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat am 29. August 2016 gemeinsam mit den Geschäftsführern des Unternehmens Antennentechnik Bad Blankenburg, Michael Märte und Dr. Michael Weber, den Grundstein für die neue Produktionsstätte am Standort Weimar-Legefeld gelegt. Auf dem rund 19.000 Quadratmeter großen Betriebsgrundstück entstehen mit einer Investition von rund 4,1 Millionen Euro eine Produktions- und Lagerhalle von etwa 2400 Quadratmetern sowie zusätzliche Verwaltungs- und Entwicklungsflächen. An der Grundsteinlegung nahmen auch der Oberbürgermeister der Stadt Weimar, Stefan Wolf (SPD), und der Geschäftsführer der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG), Andreas Krey, teil.

Mit der neuen Betriebsstätte soll die Produktion von Antennen für mobile und stationäre Anwendungen erweitert werden. Nach dem geplanten Abschluß der Bauarbeiten im Frühjahr 2017 wird das komplette Unternehmen von Bad Blankenburg nach Weimar verlagert. Geschäftsführer Michael Märte verspricht sich von der neuen Produktionsstätte bessere Produktionsvoraussetzungen und damit die Basis für zukünftiges weiteres Wachstum: „Unser bisheriger Standort bietet nur unzureichende Infrastruktur für eine effiziente Produktion. Mit der neuen Halle haben wir mehr Kapazitäten und schaffen so die Grundlage für unser Wachstum auf dem nationalen, europäischen und internationalen Markt.“

Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee würdigte die hohe Innovationskraft des Unternehmens: „Die Antennentechnik Bad Blankenburg stärkt den Automobilstandort Thüringen nicht nur durch seinen weltweiten Verkauf zukunftsweisender Produkte, sondern wirkt durch seine Forschung aktiv an der Entwicklung und der Erschließung neuer Anwendungsfelder mit.“ Das zeige sich auch an der aktiven Mitgliedschaft im Thüringer Innovationszentrum für Mobilität (ThIMo). „Durch die Bestrebungen, künftig als Systemanbieter nicht nur eine Antenne, sondern komplexe Kommunikationssysteme für verschiedenste Anwendungen anzubieten, sind die Weichen für weiteres Wachstum gestellt.“ Am neuen Standort Weimar-Legefeld sei das Unternehmen damit für qualifizierte Fachkräfte im Bereich Forschung und Entwicklung künftig noch attraktiver.

Der Bau der neuen Produktionshalle wird durch ein Tochterunternehmen der LEG begleitet und unterstützt. Nach Errichtung mietet das Unternehmen Antennentechnik Bad Blankenburg die Halle langfristig an (sogenannte Mietfabrik). Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, die eigenen finanziellen Mittel auf weitere Investitionen sowie auf Forschung und Entwicklung oder Marketing und damit auf das Unternehmenswachstum zu konzentrieren.

Mit rund 90 Mitarbeitern entwickelt, fertigt und vertreibt die Antennentechnik Bad Blankenburg Mehrbandantennen, die etwa in Nutzfahrzeugen und Bussen oder Spezialfahrzeugen wie Mähdreschern oder Traktoren zum Einsatz kommen. Zu den Kunden zählen die Lkw-Sparte von Daimler, Man, Scania oder John Deere. Das Unternehmen unterhält Vertriebsstellen in Stockholm (Schweden), Birmingham (UK) und Istanbul (TR).

MI-TMWWDG

 

29.08.2016


29.08.2016: Qualifiziert

Drei Thüringer im Finale der Deutschen Meisterschaft im Staplerfahren.

Vom 15. bis 17. September kämpfen auf dem Aschaffenburger Schloßplatz die besten Staplerfahrerinnen und Staplerfahrer Deutschlands um die Titel Deutscher Meister und Deutsche Meisterin. Zu den Team-Wettbewerben International Championship und Logistic Championship reisen außerdem Logistikprofis aus 18 Nationen an.

Durch ihre Erfolge bei Regionalmeisterschaften in der Region qualifizierten sich Christopher Scharf aus Breitenworbis (Gestamp Griwe Haynrode GmbH), sein Kollege Harald Rübenbach aus Gernrode und Daniel Herzog aus Schloßvippach (Erdrich Umformtechnik GmbH, Sömmerda-Orlishausen) mit ausgezeichneten Parcourszeiten für die Finalrunde der Deutschen Meisterschaft in Aschaffenburg. Sie gehören damit zu den 61 besten Staplerprofis aus Deutschland, die beim wichtigsten Event der Logistikbranche an den Start gehen dürfen.

Bei den Wettbewerben geht es darum, in den Gabel- oder Schubmaststaplern des Ausrichters Linde Material Handling Geschicklichkeitsaufgaben mit größter Präzision und in schnellstmöglicher Zeit zu lösen. Diese Aufgaben orientieren sich an den Tätigkeiten aus dem Arbeitsalltag eines Gabelstaplerfahrers. Dazu gehört millimetergenaues Stapeln oder behutsames Transportieren von Flüssigkeiten ebenso wie wendiges Manövrieren auf engstem Raum. Ziel des Wettbewerbs ist es, das Können und die Aufmerksamkeit der Fahrerinnen und Fahrer zu schulen, um so zur Vermeidung von Unfällen beizutragen und damit die Sicherheit in Lagern und bei der Materialversorgung in der Produktion zu erhöhen. Voraussetzung für die Teilnahme an einer der 25 bundesweit ausgetragenen Regionalmeisterschaften, bei denen die Fahrerinnen und Fahrer sich für das Finale qualifizieren können, ist eine Fahrerlaubnis für Flurförderzeuge.

Seit 12 Jahren schon werden in Aschaffenburg jährlich die besten Staplerfahrer Deutschlands gesucht. Seit 2007 nehmen Gabelstapler-Profis aus rund 20 Nationen an der International Championship teil; bei der 2008 eingeführten Logistic Championship kämpfen Teams aus Unternehmen gemeinsam um den Titel. Der StaplerCup lockt jedes Jahr rund 150 Aktive und 15.000 Besucher in die Aschaffenburger Innenstadt. Den Besuchern wird bei den Regionalmeisterschaften ebenso wie beim Finale neben packenden Wettbewerben ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit musikalischen Top Acts, Infotainment und VIP-Gästen geboten: Christina Stürmer, Toni Schumacher, oder Dr. Christine Theiss trugen sich ebenso ins Gästebuch der Veranstaltung ein wie Henry Maske, die „Spider Murphy Gang“ oder die Münchener Freiheit. 2016 stehen unter anderem ein Auftritt der Star-Biathletin Kati Wilhelm (nti-online.net berichtete am 09.08.2016.) und ein Live-Konzert der Band „Glasperlenspiel“ an.

MARCUS RÜGAMER

 

29.08.2016


28.08.2016: Erstaunliche Gemeinsamkeiten

Saläm – Schalom!  - Islam und Judentum: Eine etwas andere Führung durch die Alte Synagoge in Erfurt.

Nach dem großen Besuchererfolg der ersten Führungen bietet die Alte Synagoge in der Thüringer Landeshauptstadt an drei weiteren Terminen die Möglichkeit, an einem außergewöhnlichen Rundgang durch das Museum teilzunehmen. Am 3. und 6. September sowie am 21 Oktober erfahren die Besucher anhand der Objekte Grundlagen der jüdischen Religion – ergänzt durch Informationen zur Glaubenspraxis im Islam.

Wie viele Juden und Muslime leben in Erfurt und wie viele Synagogen und Moscheen gibt es in der Stadt? Wie ist eine Synagoge aufgebaut und wie läuft ein jüdischer Gottesdienst ab? Und wie ist das in der Moschee? Welche Bedeutung hat die Ehe im Judentum und im Islam, wie verläuft die Trauzeremonie? Was steht in der Tora, der heiligen Schrift des Judentums, und was im Koran, der heiligen Schrift der Muslime?

Julia Roos, Kulturpädagogin im Netzwerk „Jüdisches Leben Erfurt", informiert im Rahmen der Führung über die Geschichte der Alten Synagoge, den Erfurter Schatz und die Erfurter Hebräischen Handschriften und leitet von den Objekten Aussagen über die Religion des Judentums ab. Yasmina Sayhi, Studentin der Universität Erfurt, berichtet daran anknüpfend über bestimmte Aspekte des Lebens gläubiger Muslime.

Die Führung zeigt Unterschiede zwischen den beiden Religionen auf, betont aber in erster Linie die erstaunlichen Gemeinsamkeiten, die das Judentum und den Islam, aber auch das Christentum miteinander verbinden. So möchte die Führung nicht nur ein Verständnis für die beiden nicht so bekannten monotheistischen Religionen – den Islam und das Judentum – stärken, sondern auch für Offenheit und Toleranz im interreligiösen und interkulturellen Miteinander eintreten.

SYBILLE GLAUBRECHT

 

28.08.2016


27.08.2016: Weiter auf dem Weg der Wertstoffwende

Das Forschungsteam um Prof. Dr. Jürgen Poerschke von der Hochschule Nordhausen hat es geschafft: Das nächste Forschungsprojekt, das im Rahmen der Wertstoffwende weitergeführt werden soll, trägt den Titel „Pilotstrukturwandel – Verbundvorhaben Recycling 2.0 - Die Wertstoffwende“ und umfaßt eine Fördersumme von fast einer Million Euro.

Prof. Dr.-Ing. Viktor Wesselak, Vizepräsident für Forschung und Entwicklung an der Hochschule Nordhausen, freut sich über die Bewilligung dieses Projektes. Er hatte sich im Rahmen der Antragstellung persönlich engagiert und somit für die positive Beurteilung der Leistungsfähigkeit der Hochschule durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit beigetragen.

Mit Hilfe dieser Pilotmaßnahme soll durch Forschung und Entwicklung die Innovationsfähigkeit in den Regionen, die besonders vom wirtschaftlichen Strukturwandel betroffen sind, verbessert werden. Innerhalb dieses Projektes fließen die Erfahrungen von vier Universitäten/Hochschulen aus der Region Harz (Technische Universität Clausthal, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Hochschule Magdeburg-Stendal) zusammen, wobei die Hochschule Nordhausen die Koordinator-Funktion innehat. Mit den vier Universitäten/Hochschulen werden Kompetenzen abgedeckt, welche alle Bereiche der sekundären Wertstoffkette berühren. So sieht sich die Hochschule Nordhausen als Treiber auf den Gebieten der Rückführung von Wertstoffen, der Optimierung von Recyclingtechnologien für bestimmte Massenabfälle und der Qualitätssicherung in Bezug auf heterogene Wertstoffströme. Darüber hinaus soll die Sensibilisierung der Bevölkerung in Bezug auf die Wertstoffwende im Rahmen einer Bildungsoffensive weiter vorangetrieben werden. Der Technischen Universität Clausthal obliegt die Aufgabe, technologische Lücken im Recycling zu schließen beziehungsweise zu optimieren sowie Kooperationen und Schnittstellen entlang der Verwertungskette aufzubauen. Mit der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ist ein Vertreter im Fach Umweltpsychologie an Bord und die Hochschule Magdeburg-Stendal verfolgt das Ziel des nachhaltigen Wertstoffeinsatzes im Hinblick auf das Thema „Vom Design zum Recycling“.

Bearbeitet werden Aufgaben, die sich in der Großregion Harz (Nord-Thüringen, West-Sachsen-Anhalt und Süd-Niedersachen) mit der Verbesserung der Wertstoffrückführung befassen. Aus der Vernetzung sollen Vorschläge zur Information und Kommunikation im Abfall- und Rohstoffbereich einschließlich der Logistik und Vernetzung neuer sowie adaptierter Technologien entstehen. Dazu gehört auch die Einbeziehung regional ansässiger Abfallaufbereiter und Wertstoffhersteller aus Sekundärrohstoffen sowie der Bürger als entscheidendes Element der sekundären Wertschöpfungskette. Abfallströme von Konsumenten und Verarbeitungsrückstände verschiedener Unternehmen sollen so gesteuert werden, daß die Gesamtwertschöpfungskette erheblich verbessert wird. Hierdurch soll ein Strukturwandel unterstützt werden, der auch dazu beiträgt, den Rückgang der Bevölkerungszahlen zu begrenzen und die Region Harz mit einer Zukunftsperspektive attraktiver zu gestalten.

TINA BERGKNAPP

 

27.08.2016


26.08.2016: Jüdische Herkunft ausgeschlossen

Neue Perspektiven auf den Erfurter „Wolfram“: Wissenschaftler der Universität Erfurt diskutierten mit internationalen Fachleuten über Statue im Dom.

Die Hypothese, daß der „Wolfram“, eine in den Erfurter Dom gestiftete lebensgroße Bronzestatue des Hochmittelalters, womöglich eine jüdische Vorgeschichte hat, sorgte zu Beginn des Jahres für großes Aufsehen. Aufgestellt haben diese Hypothese Jörg Rüpke, Dietmar Mieth und Julie Casteigt vom Forschungszentrum „Dynamik religiöser Praktiken des Judentums in religiös pluralen Kontexten“ am Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt. Am 25. August traf sich die Forschergruppe mit Fachleuten aus verschiedenen Disziplinen zu einem Workshop, um die Herkunft des „Wolfram“ aus weiteren Perspektiven zu beleuchten und damit seinem wahren Ursprung näherzukommen.

Das Resümee der Wissenschaftler: Die Tagung hat eine ganze Reihe wichtiger und neuer Erkenntnisse zusammengetragen. Der nun erstmals erbrachte Nachweis, daß die christliche Inschrift mit der Figur zusammen in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts gegossen wurde und damit ursprünglich ist, schließt eine jüdische Herkunft aus. Die Inschrift weist eine liturgische Struktur mit zwei Sprechern, Hildburg und Wolfram, auf. Deutlich wurde auch, daß weitere physikalische Untersuchungen zu Materialherkunft, Alter und Bearbeitung notwendig sind.

Intensiv diskutierten die Wissenschaftler auch die Frage nach der praktischen Verwendung des Kunstwerkes, insbesondere als Kerzenleuchter. Möglicherweise sei das Werk in dieser Funktion schon im späten 13. Jahrhundert belegt. Als Kerzenleuchter wäre er als lebensgroße Menschenfigur im 12. Jahrhundert außergewöhnlich, stünde aber an der Seite anonymer Lesepulte und Beckenhalter. Einen Zeitgenossen Wolfram stellt er sicher nicht dar. Textzeugen der Zeit zeigen, wie biblische Gestalten überblendet werden konnten. Darum bleiben viele Fragen seiner Identifizierung offen. Einigkeit bestand indes darüber, daß die Geschichte der Figur in einem Erfurt anzusiedeln ist, in dem sich jüdische und christliche Lebenswelten vielfach überlappten, wenn nicht identisch waren.

CARMEN VOIGT

 

26.08.2016


25.08.2016:  „Versuch der Einmischung“

Landesregierung ignoriert die kommunale Selbstverwaltung: CDU-Bundestagsabgeordneter Christian Hirte fordert Zukunft für Landestheater Eisenach und Wartburgregion.

Der stellvertretende Landesvorsitzende der CDU Thüringen, der Bundestagsabgeordnete Christian Hirte, kritisiert den Chef der Thüringer Staatskanzlei und die Thüringer Landesregierung scharf. Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff (Die Linke) hatte vor wenigen Tagen die Mitglieder des Kreistages im Wartburgkreis angeschrieben und aufgefordert, der Finanzierung des Eisenacher Landestheaters ohne weitere Bedingungen zuzustimmen.

„Wir haben im Mai diesen Jahres einen Beschluß im Kreistag getroffen. Die Landesregierung versucht nun bereits zum wiederholten Mal, sich hier einzumischen und einem Kommunalparlament ihren Willen aufzuzwingen. Offenbar hat Minister Hoff ein Problem mit dem Verständnis kommunaler Selbstverwaltung“, so Hirte.

„Die Zeiten, in denen Kommunen von einer Zentralregierung Anweisungen erhalten, sind Gott sei Dank vorbei. Die knapp 130.000 Einwohner des Wartburgkreises haben ihre kommunalen Vertreter gewählt, damit diese über die freiwilligen Leistungen abstimmen. Und nichts anderes tun wir“, betonte Hirte, der selbst Mitglied des Kreistages ist.

Die CDU bleibe bei ihrer Haltung. „Wir haben ein klares Bekenntnis zum Theaterstandort und zu einer gemeinsamen Finanzierung abgegeben. Wir wollen ein leistungsfähiges Theater und auch einen leistungsfähigen Landkreis. Deshalb gibt es von uns auch ein genauso klares Bekenntnis zur Wartburgregion. Es ist doch wohl eine Selbstverständlichkeit, daß wir jetzt kein Konstrukt schaffen können, daß wir dann bei drohenden anderen Kreisgrenzen in einem Jahr, direkt nach Inkrafttreten, wieder abwickeln müssen. Nicht der Kreistag, nicht die CDU, sondern die Landesregierung ist in der Pflicht, endlich zu sagen, ob wir eine Zukunft als gemeinsame Wartburgregion haben können. Herr Hoff und die gesamte Landesregierung sollten mit solchen Einmischungen nicht davon ablenken, daß sie sich vor ihrer eigenen Verantwortung seit Monaten wegducken.“, kritisierte der CDU-Landesvize.

PM-EG-CDUT

 

25.08.2016


25.08.2016: Vorreiter

Kyffhäuserkreis erhält Breitbandförderung vom Bund: flächendeckend schnelles Internet bis Ende 2018.

Der Kyffhäuserkreis geht beim Breitbandausbau auf die Überholspur: Bund und Land werden den Anschluß der Region an das schnelle Internet in den kommenden Jahren hochkarätig fördern, teilten Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee und Landrätin Antje Hochwind (beide SPD) am 25. August mit. Eine Förderzusage des Bundes liegt inzwischen vor. Der Kreis hatte 6,7 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm Breitband beantragt. Den Förderbescheid wird die Landrätin am 6. September im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) in Berlin entgegennehmen. Das Land hat sich zu einer Kofinanzierung dieser Mittel bereiterklärt. Dazu soll die Bundesförderung um voraussichtlich bis zu 2,4 Millionen Euro aus dem Landesprogramm Breitband aufgestockt werden. Der Kreis selbst beteiligt sich mit weiteren 480.000 Euro.

„Insgesamt werden damit bis zu 9,6 Millionen Euro für den Breitbandausbau im Kreis zur Verfügung stehen“, freute sich Landrätin Hochwind. Das Geld diene zur Deckung der sogenannten „Wirtschaftlichkeitslücke“ zwischen entstehenden Kosten für den Breitbandausbau und den erwarteten Einnahmen daraus. Insgesamt könnten 27 Städte und Gemeinden des Kyffhäuserkreises mit zusammen fast 13.000 Haushalten und mehr als 2000 Unternehmen von der Förderung profitieren. Hochwind dankte dem Wirtschaftsministerium und insbesondere dem Breitbandkompetenzzentrum Thüringen (BKT) für die massive Unterstützung bei der Vorbereitung des Vorhabens. „Angesichts des sehr umfangreichen und komplexen Antragsprozesses war diese Begleitung sehr wichtig für uns.“

Mit der Unterstützung von Bund und Land werde der Kyffhäuserkreis zum Vorreiter in Sachen Breitbandausbau in Thüringen, sagte Wirtschaftsminister Tiefensee: „Unser Ziel ist es, bis Ende 2018 in der gesamten Region flächendeckend Hochgeschwindigkeitsinternet anbieten zu können.“ Der Minister rief zugleich die anderen Landkreise in Thüringen auf, ihre Bemühungen um eine Förderung aus dem Breitbandprogramm des Bundes zu intensivieren. „Das Wirtschaftsministerium und unser Breitbandkompetenzzentrum werden diesen Prozeß aktiv unterstützen.“

Nach den Förderzusagen aus Berlin und Erfurt kann der Kyffhäuserkreis nun geeignete Telekommunikationsunternehmen für den Breitbandausbau auswählen. Dafür ist eine europaweite Ausschreibung erforderlich. „Unsere Vorstellung ist, daß wir bis zum Frühjahr 2017 die entsprechenden Anbieter gefunden haben und die Bauarbeiten dann zügig starten können“, sagte Landrätin Hochwind. Bis Ende 2018 soll das Vorhaben im Kreis abgeschlossen sein.

Thüringen ist beim Breitbandausbau sehr gut vorangekommen. Zu diesem Fazit kommt der aktuelle „Breitbandbericht Thüringen“, den Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee Ende Mai 2016 vorgestellt hat. Demnach haben insgesamt bereits 868.400 Haushalte Zugang zu mindestens 30 Megabit schnellem Internet (Anstieg April 2016 gegenüber April 2015: +11,5 Prozent), 798.700 Haushalte können 50 Megabit und schnellere Zugänge nutzen (+18,5 Prozent). Die Versorgungsquote liegt in diesen Bereichen damit jetzt bei 78 beziehungsweise 72 Prozent aller Haushalte in Thüringen.

„Die Verfügbarkeit von schnellem Internet hat sich in Thüringen in allen Breitband-Kategorien deutlich verbessert“, sagt Wirtschaftsminister Tiefensee. „Insgesamt zeigt sich, daß das Ziel unserer Breitbandstrategie, bis spätestens 2020 flächendeckend Internetzugänge mit mindestens 30 Megabit zur Verfügung zu stellen, erreicht werden kann.“

STEPHAN KRAUSS

 

25.08.2016


24.08.2016: Neues Strukturkonzept

Thüringer Hochschulbibliotheken arbeiten stärker zusammen: Kooperationsverbund nimmt Anfang 2017 die Arbeit auf.

Auf Initiative des freistaatlichenWissenschaftsministeriums haben sich die Thüringer Hochschulen darauf geeinigt, im Bereich des Bibliotheksmanagements künftig noch stärker zusammenzuarbeiten. Dazu nimmt der „Kooperationsverbund Thüringer Hochschulbibliotheken“ im Januar 2017 seine Arbeit auf. Zudem sollen vier Hochschulbibliothekszentren an den Hochschulstandorten gegründet werden. Durch die Zusammenarbeit sollen Synergien bei der wissenschaftlichen Informationsversorgung geschaffen, IT-Dienstleistungen gebündelt und etwa der Erwerb von Lizenzen vereinfacht und kostengünstiger realisiert werden.

„Hochschulbibliotheken sind als Träger moderner Informationsstrukturen zentrales Element in Forschung und Lehre“, so Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Im Zuge der Digitalisierung sind sie inzwischen universelle Mediendienstleister, die sich mit Fragen der digitalen Bereitstellung von Informationen, Lizenzen oder der Archivierung auseinandersetzen müssen. „Ziel des Verbundes ist es daher, die bestehenden Kooperationen zu stärken, um diesen wachsenden Anforderungen gerecht zu werden und eine leistungsfähige und vernetzte Infrastruktur zu schaffen“, sagte Tiefensee weiter.

Der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz und Rektor der Technischen Universität Ilmenau, Peter Scharff, sieht vor allem Vorteile für die Effizienz und die Kosten: „Alle digitalen Angebote sind mit Lizenzen verbunden, die stetig teurer werden. Der gemeinsame Erwerb von Lizenzen spart nicht nur Kosten, sondern ermöglicht langfristig, daß wir den guten Service für Studierende und Lehrende aufrechterhalten können.“ Auch schaffe eine gemeinsame IT-Infrastruktur mehr Effizienz etwa bei vernetzten Semesterapparaten, gemeinsamen Plattformen für elektronisches Publizieren oder Lernplattformen und Archivierungstools. Für diese Aufgaben wird maßgeblich die Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena zuständig sein. Hinzu kommen Fortbildungen, die die Universitätsbibliothek Ilmenau künftig übergreifend für alle Einrichtungen koordiniert.

Die derzeit bestehenden Hochschulbibliotheken bleiben erhalten und arbeiten in vier lokalen Zentren zusammen: Jena, Erfurt/Nordhausen, Ilmenau/Schmalkalden und Weimar. Die neugegründete Duale Hochschule Gera-Eisenach kann dem Verbund zu einem späteren Zeitpunkt beitreten.

Das neue Strukturkonzept für die Thüringer Hochschulbibliotheken geht auf die Hochschulstrategie 2020 zurück und folgt den Absprachen in der Rahmenvereinbarung IV zwischen Land und Hochschulen, die eine Zentralisierung von Dienstleistungen im Bereich der Hochschulbibliotheken vorsehen. Grundlage war ein im Dezember 2015 vorgelegtes Gutachten des HIS-Instituts für Hochschulentwicklung e.V., das die regionale Konzentration in vier Hochschulbibliothekszentren sowie die stärkere Zentralisierung der digitalen Informationsversorgung und IT-bezogenen Dienstleistungen empfiehlt.

Die Kooperation soll in der jetzt beschlossenen Form vorerst bis Ende 2019 laufen, Anfang 2019 erfolgt eine Evaluation. Bei positiver Bilanz wird die Kooperation unbefristet fortgesetzt. Bei negativer Bewertung der Zusammenarbeit soll ein übergreifendes Bibliotheksservicezentrum geschaffen werden.

PEGGY HOY

 

24.08.2016


24.08.2016: Steigerung

Thüringens Industrie befand sich im ersten Halbjahr 2016 auf Wachstumskurs: Bei der Umsatzentwicklung wurde Platz 5 im deutschlandweiten Vergleich erreicht.

In den ersten sechs Monaten 2016 stieg der Umsatz in den größeren Thüringer Industriebetrieben mit 50 und mehr Beschäftigen gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum (bei zwei Arbeitstagen mehr) um 2,0 Prozent. Damit fiel der Anstieg in Thüringen 1,3 Prozentpunkte höher aus als in den neuen Bundesländern und deutschlandweit mit jeweils 0,7 Prozent. Wie das Thüringer Landesamt für Statistik am 24. August informierte, verbesserte sich Thüringen bei der Umsatzentwicklung im bundesweiten Ländervergleich auf den 5. Platz.

Die Ausfuhren stiegen von Januar bis Juni 2016 gegenüber dem Vorjahreszeitraum in Thüringen um 1,9 Prozent. Die Exportquote und damit der Anteil des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz betrug im Freistaat 33,6 Prozent. Nach wie vor wurden nur rund zwei Drittel des Deutschlandwertes erreicht. In den neuen Bundesländern wurden 37,9 Prozent der produzierten Waren in das Ausland exportiert.

Der Thüringer Absatz auf dem inländischen Markt stieg von Januar bis Juni 2016 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,0 Prozent. Während in den neuen Bundesländern nur 0,7 Prozent Umsatzanstieg zu verzeichnen waren, blieb der Inlandsumsatz im Bundesdurchschnitt fast gleich (+ 0,1 Prozent).. Thüringen belegte im Ländervergleich hier den 7. Platz.

Die Beschäftigtenzahl stieg in Thüringen und in den neuen Bundesländern in den ersten sechs Monaten 2016 zum Vorjahreszeitraum durchschnittlich um 1,5 beziehungsweise 1,2 Prozent an. Deutschlandweit wurden 0,9 Prozent mehr Personen beschäftigt.

Der Verdienst der Beschäftigten erhöhte sich. So stiegen die Entgelte in Thüringen um 4,0 Prozent, in den neuen Bundesländern um 3,5 Prozent und deutschlandweit um 2,4 Prozent an.

PM-TLS

 

24.08.2016:


23.08.2016: „Grenzen jeder Art abbauen“

Gegen die Isolation und für die Freude am Leben in die Pedale treten: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) verabschiedet den Beauftragten für Menschen mit Behinderung zur Euro-Tandem-Tour 2016.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) verabschiedet am 24. August den Thüringer Behindertenbeauftragen Joachim Leibiger zur Euro-Tandem-Tour 2016. Gemeinsam werden Ramelow und Leibiger auf einem Tandem eine Abschiedsrunde um die Thüringer Staatskanzlei fahren.

„Menschen mit Behinderung sehen sich täglich mit verschiedensten Problemen konfrontiert. Aktionen wie die Euro-Tandem-Tour machen darauf aufmerksam, wie viele dieser Hürden vermieden werden könnten“, sagte Bodo Ramelow im Vorfeld.

„Ein Tandem im Gleichtakt ist ein Vorbild für alle gesellschaftlichen Bereiche, in denen Inklusion gefordert ist“, erklärte dazu Joachim Leibiger. „Wir werden gegen die Isolation und für die Freude am Leben in die Pedale treten, weil wir dazu beitragen wollen, Grenzen jeder Art abzubauen.“

Wie die Thüringer Staatskanzlei mitteilte, fahren unter der Schirmherrschaft des Europäischen Parlaments auf der diesjährigen Euro-Tandem-Tour 51 Radfahrer sowie neun Betreuer auf einer Strecke von zirka 1100 Kilometern durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Die sehenden Fahrer werden dabei unterstützt von blinden und sehbehinderten Co-Piloten. Die im Zweijahrestakt stattfindende Tour soll für ein besseres Verständnis gegenüber Menschen mit Behinderung werben.

MI-TSK

 

23.08.2016


22.08.2016: Gemeinsam erschließen

Land gibt eine Million Euro für Erforschung bislang unerschlossener Bestände auf Friedenstein: Forschungsverbund aus Universität Erfurt und Stiftung Schloß Friedenstein Gotha nimmt im Oktober 2016 seine Arbeit auf.

Die Forschungsbibliothek und das Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt sowie die Stiftung Schloß Friedenstein Gotha wollen wertvolle naturkundliche, bislang unerschlossene Sammlungsbestände gemeinsam erschließen und wissenschaftlich aufarbeiten. Das Thüringer Wissenschaftsministerium unterstützt den „Forschungsverbund Gotha“ bis 2019 mit über einer Million Euro. Damit setzt das Land eine Empfehlung des Wissenschaftsrats um. Mit den beantragten Mitteln sollen insbesondere die Stellen eines wissenschaftlichen Koordinators an der Universität Erfurt sowie je eine Mitarbeiterstelle an den beteiligten Einrichtungen finanziert werden.

Seit Gründung des Herzogtums Sachsen-Gotha-Altenburg im Jahr 1640 sind durch die Sammelinteressen der Herzöge große Bestände entstanden, die für Schloß Friedenstein heute profilbildend sind und europäischen Rang haben. Unter dem Titel „Gotha um 1800: Natur – Wissenschaft – Geschichte“ will der Forschungsverbund nun ein gemeinsames, auf die Sammlungen abgestimmtes Forschungsprofil entwickeln und Gotha so auf nationaler und internationaler Ebene als attraktiven Sammlungs-, Forschungs- und Begegnungsort profilieren.

Ziel des Forschungsverbundes ist es, diese bislang weitgehend unerschlossenen Bestände und Sammlungen wie etwa die herausragenden Naturaliensammlungen und einschlägige Buchbestände zu erforschen. In diesem Zusammenhang sollen die Sammlungen etwa in einem Gotha-Portal in Form eines Discovery-Systems präsentiert und ein Netzwerk für die bessere interne Zusammenarbeit geschaffen werden. Die Arbeit der gemeinsamen Projektgruppe ist zunächst bis 2021 geplant.

Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), der am 22. August den Förderbescheid an Walter Bauer-Wabnegg, Präsident der Universität Erfurt, übergab, geht es mit dem Start des Forschungsverbundes vor allem um die dauerhafte Schaffung gemeinsamer Forschungsstrukturen: „Wir sehen dieses erste Projekt als Einstieg in eine langfristige gemeinsame Forschungsarbeit. Der Verbund soll einen Beitrag für die Profilierung Gothas als Forschungsstandort auf nationaler und internationaler Ebene leisten.“ Durch die Bündelung der Kompetenzen aller drei beteiligten Einrichtungen könne der Verbund so zukünftig auch Impulsgeber für aktuelle Wissenschaftsdebatten sein.

Walter Bauer-Wabnegg, Präsident der Universität Erfurt, erklärte: „Auch für den wissenschaftlichen Nachwuchs wird der Forschungs- und Sammlungsverbund Gotha ein attraktives, bestandsbezogenes Forschungsumfeld bieten. Dafür sowie für die Weiterentwicklung des Forschungscampus Gotha wird die Universität Erfurt ebenfalls Mittel in gleichem Umfang wie das Land bereitstellen.“

„Wir freuen uns sehr darauf, wenn nach Abschluß aller vertraglichen Formalitäten die gemeinsame wissenschaftliche Erforschung weiter intensiviert werden kann, bieten die Sammlungen auf dem Friedenstein doch ein bislang nur in Ansätzen genutztes Potential“, sagte Prof. Dr. Martin Eberle, Direktor der Stiftung Schloß Friedenstein.

STEPHAN KRAUSS

 

22.08.2016


22.08.2016: „Rückenwind“

CDU stellt Sieger bei Wahlen in Sonneberg und Plaue: Dr. Heiko Voigt und Jörg Thamm zu Bürgermeistern gewählt.

Bei der Bürgermeisterwahl in Sonneberg konnte sich der parteilose CDU-Bewerber Dr. Heiko Voigt mit 7164 Stimmen und 67,9 Prozent ganz klar gegen seine sechs Mitbewerber durchsetzen. Die Wahl war notwendig geworden, um einen Nachfolger für die im April tragisch verstorbene langjährige Bürgermeisterin Sibylle Abel (CDU) zu finden. (nti-online.net berichtete am 27.04.2016.)

„Mit Heiko Voigt hat Sonneberg einen würdigen Nachfolger von Sibylle Abel gewählt. Im Namen der CDU Thüringen wünsche ich ihm alles Gute und viel Erfolg für die kommenden Aufgaben. Mit Blick auf das Abschneiden der Kandidaten der anderen Parteien heute und den Ergebnissen der Kommunalwahl Anfang Juni zeigt sich sehr deutlich, daß die CDU in Thüringen die mit Abstand stärkste kommunalpolitische Kraft im ländlichen Raum ist und dort Verantwortung von den Wählern bekommen hat", kommentierte Mike Mohring, Landesvorsitzender der CDU Thüringen, das Ergebnis. Es bedeute, so der Chef der Thüringer Christdemokraten weiter, Rückenwind für Sonneberg als Kreisstadt und den Erhalt des Landkreises. „Es ist ein klares Nein zur Gebietsreform von Rot-Rot-Grün", erklärte Mohring.

„Wir gratulieren auch dem Landtagsmitglied Jörg Thamm zu seiner Wiederwahl als Bürgermeister in der Stadt Plaue und wünschen ihm weiterhin alles Gute für seine Arbeit. Das Ergebnis ist ein großes Lob für sein kommunalpolitisches Engagement und seine Arbeit im Innenausschuß des Thüringer Landtages", sagte Mohring.

PM-CDUT

 

22.08.2016


21.08.2016: Gleichwertigkeit

Über 300 ausländische Berufsqualifikationen im Jahr 2015 in Thüringen anerkannt.

Für 315 im Ausland erworbene berufliche Ausbildungsnachweise wurde im vorigen Jahr in Thüringen die vollständige oder eingeschränkte Gleichwertigkeit zu einer in Deutschland erworbenen Berufsqualifikation anerkannt. Insgesamt wurden von den zuständigen Stellen während des Jahres 2015 nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik 391 Anerkennungsverfahren bearbeitet, davon 263 Anträge zu bundesrechtlich geregelten und 128 Anträge zu nach Thüringer Recht geregelten Berufen.

In 58,6 Prozent der Verfahren wurden die Anträge von Frauen gestellt.

Bei rund 67 Prozent (250 Verfahren) der 372 abgeschlossenen Verfahren wurde die ausländische Berufsausbildung mit voller Gleichwertigkeit anerkannt. In 17,5 Prozent (65 Anträge) der Fälle wurde festgestellt, daß wesentliche Unterschiede gegenüber der in Deutschland geregelten Berufsqualifikation mit Auflage einer Ausgleichsmaßnahme ausgeräumt werden können.

Negativ fiel die Entscheidung im Jahr 2015 bei 15,3 Prozent (57 Verfahren) aus. Für 19 Anträge war Ende 2015 noch keine Entscheidung gefallen.

Rund zwei Drittel (244) der Anerkennungsverfahren betrafen medizinische Gesundheitsberufe. Aus dem Bereich Lehrende und ausbildende Berufe wurden 96 Verfahren bearbeitet.

Mehr als ein Drittel der Anerkennungsverfahren (138) bezog sich auf Abschlüsse, die innerhalb der Europäischen Union erworben wurden. Weitere 139 Verfahren (35,6 Prozent) wurden für Berufsqualifikationen aus dem übrigen europäischen Ausland durchgeführt. 112 Verfahren (28,6 Prozent) befaßten sich mit Ausbildungsnachweisen aus dem außereuropäischen Ausland, darunter 73 mit in Asien erworbenen Abschlüssen.

PM-TLS

 

21.08.2016


20.08.2016: Produktion zunächst wieder möglich

Zwischenlagerung von Salzabwässern unter Tage: Einstapelung im Grubenfeld Springen genehmigt.

Das Thüringer Landesbergamt hat am 18. August der K+S Kali GmbH die vorübergehende Einstapelung von bis zu 200.000 Kubikmetern Prozeßwässern des Standortes Unterbreizbach im nahe gelegenen Grubenfeld Springen (Thüringen) genehmigt. Dies teilte das Unternehmen am 19. August mit. Damit sei die Produktion am Standort Unterbreizbach zunächst wieder möglich.

Für den Vollbetrieb der beiden hessischen Produktionsstandorte des Werkes Werra benötige K+S nach wie vor weitere Genehmigungen, um die anfallenden Produktionsabwässer entsorgen zu können.

Die Zwischenstapelung im Grubenfeld Springen ermögliche dem Fabrikbetrieb Unterbreizbach wieder die Produktion von Kalidüngemitteln trotz der derzeit nur begrenzt möglichen Verwertung der Salzlösungen am Standort Wintershall. Ferner könne durch die Wiederaufnahme der Produktion auch die Sanierung bergbaulicher Altlasten durch Versatzarbeiten im Nordfeld der Grube Merkers fortgesetzt werden.

Der Standort Unterbreizbach habe die Produktion am 13.August 2016 nach Beendigung der planmäßigen Reparaturpause wieder angefahren. Der Standort Wintershall befinde sich derzeit noch in der Reparaturpause und werde am 22.August die Produktion wieder aufnehmen. Aufgrund der begrenzten Versenkmöglichkeiten und der anhaltend niedrigen Wasserführung der Werra hatte der Standort Hattorf nach Ende der Reparaturpause am 29.Juli die Produktion – mit Ausnahme der Bittersalzherstellung - nicht wieder aufnehmen können. Die dort vom Stillstand betroffenen Mitarbeiter befinden sich nach Information des Düngemittelkonzerns weiterhin in Kurzarbeit.

PM-KSG

 

20.08.2016


19.08.2016: Gegenläufige Trends

Thüringer sind bundesweit am häufigsten in stationärer Behandlung: Suhler besonders oft, Jenaer am seltensten im Krankenhaus.

Der Thüringer ist so oft im Krankenhaus wie kein anderer Bundesbürger: Im vergangenen Jahr war im Schnitt jeder Vierte einmal im Krankenhaus. So kamen auf 1000 Einwohner 241 stationäre Behandlungen (Vorjahr 239), in Baden-Württemberg waren es dagegen gerade einmal 188 Fälle. Dies geht aus einer repräsentativen Auswertung von Patientendaten der Barmer GEK hervor. „Wir erleben seit geraumer Zeit zwei gegenläufige Trends: Einerseits hat sich die durchschnittliche Verweildauer in Thüringen in den letzten zwanzig Jahren auf sieben Tage fast halbiert. Das ist gut, denn langes Liegen im Krankenhaus hilft beim Heilungsprozeß in der Regel nicht. Doch auf der anderen Seite sind die Thüringer immer häufiger im Krankenhaus“, sagt Hermann Schmitt, Landesgeschäftsführer der Barmer GEK. Dieser Trend beruht hauptsächlich auf der demographischen Entwicklung und der Zunahme altersbedingter und chronischer Erkrankungen.

So kommen in Suhl auf 1000 Einwohner rund 285 stationäre Behandlungen – das ist in Thüringen der Spitzenwert und ein Viertel mehr als im Rest der Republik. In Jena beträgt die Häufigkeit dagegen nur 191 Aufenthalte je 1000 Einwohner. Dabei werden die Versicherten nach Wohnortprinzip erfaßt und nicht nach Kliniken. Bei diesen zwei Städten ist der Zusammenhang plausibel: Die Suhler sind laut Statistischem Landesamt mit 50 Jahren im Schnitt die ältesten Thüringer, die Jenaer mit 42 Jahren die jüngsten. Doch das extreme Gefälle innerhalb Thüringens bei der Häufigkeit von Klinikaufenthalten läßt auf weitere Gründe schließen. So sind die Menschen im Wartburgkreis oder in Hildburghausen, wo das Durchschnittsalter mit 47 meßbar niedriger ist als in Suhl, trotzdem fast genauso häufig im Krankenhaus. „Dies läßt weitere Ursachen als die demographische Entwicklung vermuten. Ein Grund könnte beispielsweise die in manchen Regionen hohe Krankenhausdichte sein“, so Schmitt. Er plädiert deshalb für eine stärkere Fokussierung der Krankenhäuser auf bestimmte Fachabteilungen. „Denn leider bestätigt sich immer wieder, daß bei planbaren Behandlungen das Angebot auch Nachfrage erzeugt. Die Landesregierung sollte genau hinschauen, wo tatsächlich Bedarf für neue Fachabteilungen besteht.“ Daß die Thüringer Kliniken für den ab 2017 geltenden 7. Landeskrankenhausplan bereits über 70 neue Fachabteilungen angemeldet haben, sieht er deshalb kritisch.

Letztlich führe eine Mengenausweitung auch zu steigenden Kosten. Pro Versichertem hat die Barmer GEK im vergangenen Jahr in Thüringen 960 Euro für stationäre Behandlungen ausgegeben. Das waren sechs Prozent mehr als im Vorjahr (908 Euro). Auch in diesem Ranking belegt Thüringen bundesweit den ersten Platz. Selbst in Sachsen, das eine vergleichbare demographische Struktur hat, waren es über 100 Euro weniger.

ROBERT BÜSSOW

 

19.08.2016


18.08.2016: Angebot

Sicher zur Arbeit: Hufeland Klinikum GmbH bietet Mitarbeitern kostenloses Fahrsicherheitstraining an.

Von den über 1200 Mitarbeitern der Hufeland Klinikum GmbH in Bad Langensalza und Mühlhausen kommt ein Großteil jeden Tag mit dem Pkw zur Arbeit. Für sie gehört das Autofahren zur und von der Klinik schon zum Arbeitsalltag dazu. Um die Kollegen auf diesem Weg in Sachen Sicherheit zu unterstützen, hat der Betriebsrat in Abstimmung mit der Geschäftsleitung ein ganz besonderes Angebot organisiert: ein spezielles Fahrsicherheitstraining.

Denn obwohl das Autofahren eine ganz vertraute Sache ist, lauern doch überall Gefahren. Nicht nur, wenn die Straßen durch Eis oder Nässe glatt und rutschig werden, sondern schon im ganz normalen Straßenverkehr: Wenn sich hinter einem ein Drängler nähert und permanent an den unmöglichsten Stellen überholen will, wenn in der Morgen- oder Abenddämmerung plötzlich ein Reh über die Fahrbahn springt oder wenn nach einem langen Arbeitstag der Feierabendverkehr noch anstrengender wird als ohnehin schon. Was in diesen und vielen anderen Situationen zu tun ist, das können die Mitarbeiter der Hufeland Klinikum GmbH beim Fahrsicherheitstraining am Eisenacher Kindel lernen. Elf Termine für je 12 Mitarbeiter bietet der Betriebsrat in Zusammenarbeit mit dem Thüringer Fahrsicherheitszentrum in Eisenach an. Jeder einzelne ist so gut wie ausgebucht, der erste fand bereits statt. „Die Teilnehmer haben uns sehr gutes Feedback gegeben, das Fahrsicherheitstraining ist ein voller Erfolg“, freut sich Betriebsratsvorsitzender Heiko Gerlach.

In den sieben Stunden, die ein Trainingstag dauert, gibt es eine Einführung in die Grundlagen der Fahrphysik und -technik, danach geht es auf die Trainingsstrecke. Hier erfahren die Teilnehmer am eigenen Leib, was eine Notbremsung bedeutet und wie sich unterschiedlicher Fahrbahnbelag auf den Bremsweg auswirkt, wie eine Kurvenfahrt bei Glätte am besten gemeistert wird oder wie man Hindernissen geschickt ausweichen kann. Mit dem praktischen Teil des Trainings sollen die Teilnehmer ihre eigenen Kenntnisse und Gewohnheiten besser einschätzen lernen und so sicherer im Straßenverkehr unterwegs sein können. „Die Sicherheit unserer Mitarbeiter liegt uns natürlich am Herzen“, sagt Heiko Gerlach. Weitere positive Nebeneffekte sind die Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs sowie geringere Schadens- und Versicherungssummen.

PM-HKG

 

18.08.2016


17.08.2016: Zugelegt

Thüringer Industriebetriebe verzeichneten im ersten Halbjahr 2016 Umsatzzuwachs.

Die Thüringer Industriebetriebe mit 50 und mehr Beschäftigten erzielten nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik von Januar bis Juni 2016 einen Umsatz in Höhe von 14,9 Milliarden Euro, das waren zwei Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Die Auslandsumsätze lagen von Januar bis Juni 2016 bei fünf Milliarden Euro und damit um 1,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraumes.

Die Wirtschaftszweige mit Auslandsumsätzen über 500 Millionen Euro waren die Hersteller von Kraftwagen und Kraftwagenteilen mit 834 Millionen Euro (+8,0 Prozent), der Maschinenbau mit 554 Millionen Euro (+2,8 Prozent), die Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen mit 550 Millionen Euro (+0,5 Prozent), die Hersteller von Metallerzeugnissen mit 537 Millionen Euro (+2,4 Prozent) und die Hersteller von Gummi- und Kunststoffwaren mit 507 Millionen Euro (+6,0 Prozent).

Im Monatsdurchschnitt des ersten Halbjahres 2016 arbeiteten nach Informationen der Statistiker rund 142.000 Personen in den Thüringer Industriebetrieben mit mehr als 50 Beschäftigten. Das waren 1,5 Prozent mehr als in den ersten sechs Monaten 2015.

Die meisten Industriebeschäftigten gab es in der Metallbranche (21.575 Personen), wo mit einem Zuwachs von 1404 auch die meisten neuen Arbeitsplätze entstanden.

PM-TLS

 

17.08.2016


16.08.2016: Steigerung der überregionalen Wahrnehmung

Wichtiger Beitrag zum Kulturtourismus im Freistaat: Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) übergibt knapp 52.000 Euro Förderung an Achava-Festspiele.

Nach der erfolgreichen Premiere im letzten Jahr sind die Achava-Festspiele dabei, sich in Thüringen und darüber hinaus zu etablieren. Um die überregionale Wahrnehmung der interkulturellen Festspiele mit jüdischem Impuls zu steigern und Gäste aus ganz Deutschland anzulocken, hat Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am 16. August knapp 52.000 Euro Förderung an Intendant Martin Kranz übergeben. Das Geld fließt in die touristische Vermarktung der Veranstaltung. Tiefensee: „Mit dem hochkarätigen Programm leistet das Festival einen wichtigen Beitrag für den Kulturtourismus in Thüringen.“

In Vorbereitung auf die Festspiele 2016, die am 1. September beginnen, wird aus den Fördermitteln insbesondere eine vierseitige Sonderbeilage in der „Welt am Sonntag“ finanziert, die bereits Ende Juli erschienen ist. „Mit der Veröffentlichung wollen wir die Aufmerksamkeit für dieses neue und ‚andere‘ Festival in Thüringen wecken und Touristen aus allen Bundesländern nach Thüringen holen“, so Tiefensee. Schließlich habe das Festival mit seinem interreligiösen und interkulturellen Dialog und Künstlern aus der ganzen Welt ja auch überregionale Relevanz. Zudem leistet das Festival einen wichtigen Beitrag bei der Positionierung Erfurts zum Thema „Jüdisches Erbe" und der Bewerbung Erfurts als Unesco-Welterbe zu diesem Thema.

Festspiel-Intendant Martin Kranz zeigte sich bereits hoch erfreut über die positive und umfangreiche Resonanz, die die Festspiele aufgrund der Sonderbeilage erhält: „Wir haben Anfragen von interessierten Gästen und können bereits zahlreiche Hotelbuchungen verzeichnen.“ Für Tiefensee ist Achava ein weiteres Beispiel dafür, „daß wir Veranstaltungen thematisch bündeln und mit attraktiven Angeboten verbinden müssen, um so auf das attraktive kulturelle Erbe in Thüringen aufmerksam zu machen und den Kulturtourismus zu stärken“.

Die Achava-Festspiele finden nach der Premiere in 2015 in diesem Jahr zum zweiten Mal in Erfurt statt. Vom 1. bis 11. September stehen 40 Veranstaltungen an elf Tagen auf dem Programm. Leitmotiv der jüdischen-interkulturellen Festspiele ist der Dialog zwischen Kulturen und Religionen.

PEGGY HOY

 

16.08.2016


15.08.2016: „Hervorragende Ideen“

Dr. Roland Krischke wird neuer Direktor des Lindenau-Museums in Altenburg.

Das Bewerbungsverfahren zur Besetzung der Direktoren-Stelle für das Lindenau-Museum ist abgeschlossen. Der promovierte Geisteswissenschaftler Dr. Roland Krischke wird die Stelle zum 1. November 2016 antreten. Das teilte das Landratsamt Altenburger Land am 15. August mit.

„Die Stellenausschreibung wurde am 7. Mai 2016 im Amtsblatt des Landkreises Altenburger Land und zudem auf der Landkreis-Homepage und der Homepage des Deutschen Museumsbundes veröffentlicht. Bis zum Ende der Bewerbungsfrist am 8. Juni 2016 gingen 30 Bewerbungen ein“, erklärt Matthias Bergmann, hauptamtlicher Beigeordneter und Leiter des Fachbereichs „Zentrale Steuerung“, dem auch der Fachdienst „Personal“ angehört. „Für die Auswahl des engeren Bewerberkreises, die am 29. Juni 2016 stattfand, tagte eine Expertenkommission“, so Bergmann weiter. Diese bestand aus Prof. Dr. Wolfgang Holler, Generaldirektor der Museen der Klassik-Stiftung Weimar, Dr. Hans-Werner Schmidt , Direktor des Museums der bildenden Künste Leipzig, Elke Harjes-Ecker, Abteilungsleiterin Kultur und Kunst in der Thüringer Staatskanzlei, Lutz Woitke, Vorsitzender des Förderkreises „Freunde des Lindenau-Museums“ e.V., Sabine Hofmann, amtierende Direktorin des Lindenau-Museums, sowie Landrätin Michaele Sojka (Die Linke). Fünf Bewerber stellten sich persönlich vor.. Im Ergebnis der Gespräche kam die Expertenkommission einstimmig zu der Entscheidung, Dr. Roland Krischke als Direktor für das Lindenau-Museum vorzuschlagen.

Dr. Roland Krischke ist 49 Jahre alt, ledig und wohnhaft in Heidelberg. Nach einem Magisterstudium der Romanistik, Slawistik und Philosophie an den Universitäten in Heidelberg, Münster und Wien promovierte er 2006 an der Universität Frankfurt am Main im Fach Germanistik.

Krischke verfügt über mehr als zwei Jahrzehnte Museumserfahrung. Seine erste Station war von 1995 bis 1998 das Museum Haus Cajeth in Heidelberg, ein Museum für Außenseiterkunst. Anschließend arbeitete er freiberuflich als Ausstellungskurator und wissenschaftlicher Autor. Von 2002 bis 2007 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Landesmuseum Mainz und in der Max-Slevogt-Galerie auf Schloß Villa Ludwigshöhe in Edenkoben (Pfalz) tätig. In dieser Zeit wirkte er an der Neukonzeption des Landesmuseums Mainz mit und initiierte zahlreiche Ausstellungen, die thematisch von der Antike bis zur Kunst der Gegenwart reichten.

Danach trat er im Oktober 2007 für sechs Jahre die Stelle als Direktor Kommunikation und Bildung der Stiftung Schloß Friedenstein Gotha an. Er war maßgeblich an der Neukonzeption der Museumslandschaft in Gotha beteiligt, baute die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit neu auf, strukturierte die Museumspädagogik und den Besucherservice neu, zeichnete aber auch für zahlreiche Publikationen und Ausstellungen federführend mit verantwortlich. Die Thüringer Landespressekonferenz wählte ihn 2010 zum besten Pressesprecher Thüringens. Seit 2014 ist Dr. Krischke als Verleger (Morio-Verlag) in Heidelberg tätig.

Dr. Roland Krischke ist Autor und Herausgeber zahlreicher Publikationen zur Literatur-, Kunst- und Kulturgeschichte. Er hat über Lucas Cranach, Max Slevogt und Gegenwartskunst geschrieben, aber auch über Schopenhauer, Rilke oder die Kulturgeschichte des Elefanten. Er spricht Englisch, Italienisch, Französisch und Russisch fließend in Wort und Schrift.

„Die Kommission entschied sich für Herrn Dr. Krischke, da er fachlich über ein sehr breitgefächertes Wissen verfügt. Er ist in der Lage, konzeptionell zu arbeiten und traut sich zu, das Lindenau-Museum in eine Stiftung zu überführen“, so Landrätin Michaele Sojka.

„Er kennt zudem die Thüringer Museumslandschaft, ist sehr gut national und international vernetzt und hat hervorragende Ideen, das Lindenau-Museum weiterzuentwickeln“, bemerkt Sojka weiter und ergänzt: „Eine weitere Stärke ist seine Kommunikationsfähigkeit – sowohl gegenüber den Medien, als auch gegenüber unterschiedlichen Gremien und dem Personal.“

Er habe außerdem Erfahrung bei der Erstellung von Marketingkonzepten, der Einwerbung von Drittmitteln und kulturpolitischen sowie touristischen Vernetzung, so die Landrätin. Aufgrund seiner umfangreichen Erfahrungen beherrsche er umfassend die Anwendung moderner Medien und deren Gestaltung. Dr. Krischke sei wegen seiner sprachlichen Ausbildung in der Lage, die Kontakte an museale Häuser und damit das Präsentieren des Lindenau-Museums auch im Ausland voranzutreiben.

Durch die Baumaßnahmen am Lindenau-Museum wird die Ausstellungstätigkeit künftig etwas eingeschränkt sein. „Diese Zeit muß genutzt werden, eine Gesamtkonzeption für die Zukunft zu erarbeiten. Herr Dr. Krischke war bereits an der Erstellung umfangreicher Neukonzeptionen wie auf Schloß Friedenstein und am Herzoglichen Museum in Gotha beteiligt und sammelte hierbei umfangreiche Erfahrungen, auf die er bei den Baumaßnahmen am Lindenau-Museum zurückgreifen kann“, sagt Sojka. Die Landrätin erklärt: „Ich freue mich sehr, künftig mit Herrn Dr. Krischke einen so kompetenten und eloquenten Mann an der Spitze des Lindenau-Museums zu haben. Er wird sich sicher in die regionalen, aber auch überregionalen Netzwerke der Kultur und des Tourismus‘ gut einfügen und so helfen, unsere Region mit diesem besonderen Haus stärker in das öffentliche Bewußtsein zu stellen.“

Das Lindenau-Museum Altenburg beherbergt eine der kostbarsten Spezialsammlungen früher italienischer Tafelbilder weltweit. Sie sind dem Politiker, Naturwissenschaftler und Kunstsammler Bernhard August von Lindenau zu verdanken und seit 1848 der Öffentlichkeit zugänglich. Im Museum sind außerdem antike Keramiken, eine Abguß-Sammlung, eine wertvolle Kunstbibliothek, eine umfangreiche Graphische Sammlung sowie Gemälde und Plastik vorrangig des 19. bis 21. Jahrhunderts zusammengetragen. Dem Museum ist eine Kunstschule, das Studio Bildende Kunst, angegliedert – eine deutschlandweit einzigartige Einrichtung.

Das Lindenau-Museum ist ein Museum von nationaler und internationaler Bedeutung und eine der 23 national bedeutsamen Kultureinrichtungen Ostdeutschlands.

TOM KLEINFELD

 

15.08.2016


14.08.2016: Studierende

Erneut weniger Studierende im Wintersemester 2015/2016 in Thüringen.

Im Wintersemester 2015/16 hatten sich an den zehn staatlichen und einer privaten Hochschule in Thüringen nach endgültigen Ergebnissen des Thüringer Landesamtes für Statistik 50.163 Studierende eingeschrieben, darunter 24.531 (48,9 Prozent) Frauen. Es studierten 34.182 Personen beziehungsweise 68,1 Prozent an Universitäten, 15.168 (30,2 Prozent) an Fach- oder Verwaltungsfachhochschulen und 813 (1,6 Prozent) an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar.

Im Vergleich zum Wintersemester 2014/15 sank die Zahl der Studierenden um 1,5 Prozent.

Im Sommersemester 2015 und im darauffolgenden Wintersemester 2015/2016 begannen 9653 Studienanfänger ein Hochschulstudium. Das sind 0,3 Prozent mehr als im Jahr 2014 und 6,4 Prozent weniger als 2012. Mit 4919 Studentinnen lag der Frauenanteil bei 51,0 Prozent und damit um 0,8 Prozentpunkte unter dem des Vorjahres.

Die meisten Ersteinschreibungen im ersten Hochschulsemester gab es im Studienjahr 2015 mit 1182 Studierenden im Studienbereich Wirtschaftswissenschaften. Im Studienbereich Maschinenbau/Verfahrenstechnik nahmen im Studienjahr 2015 insgesamt 784 Studierende im ersten Hochschulsemester ihr Studium in Thüringen auf. In den Studienbereichen Erziehungswissenschaften und Rechtswissenschaften sowie Informatik wurden 562 und 448 beziehungsweise 402 Studierende im ersten Hochschulsemester gezählt.

PM-TLS

 

14.08.2016


13.08.2016: Gut eingearbeitet

117. Deutscher Wandertag: Lisa Schmidt verknüpft die Fäden in der Geschäftsstelle 2017 im Stadtschloß Eisenach.

Im Eisenacher Stadtschloß hat Lisa Schmidt vom Thüringenforst seit Mai ihren neuen Arbeitsplatz in der Geschäftsstelle 2017. „Meine Aufgabe ist es, bei der Vorbereitung des Deutschen Wandertages die Fäden zusammenzuhalten“, beschreibt sie ihre Arbeit. Denn wenn im nächsten Jahr vom 16. bis 31. Juli Eisenach und die Wartburgregion Gastgeber des 117. Deutschen Wandertages sind, sollen die Besucher sich hier willkommen fühlen und die vielen Wanderungen und Veranstaltungen in guter Erinnerung behalten.

Für Lisa Schmidt heißt dies, jedes Detail gut vorzubereiten und abzustimmen. Da gilt es, die Wünsche und traditionellen Programmpunkte des Deutschen Wanderverbandes mit den örtlichen Gegebenheiten und Vorstellungen der Akteure und Wandervereine hier unter einen Hut zu bringen. Ob es um die Vorbereitung der Verbandsveranstaltungen (beispielsweise die obligatorische Mitgliederversammlung), die Organisation des Festumzuges, von Technik und Versorgung oder die Wanderführer geht – Lisa Schmidt hat viele verschiedene „Baustellen“, die sie mit Hilfe von umfangreichen Checklisten abarbeitet.

Für die Geschäftsstelle 2017 in Eisenach hat der Thüringenforst Lisa Schmidt bis Ende 2017 eingestellt, um die Wandertags-Vorbereitungen zu unterstützen. Sie gehört offiziell bei der Forstanstalt zum Sachgebiet Waldpädagogik, Forsten und Tourismus. „Unsere Sicht auf die Veranstaltung geht über die touristischen Aspekte hinaus. Unser Ziel ist nachhaltiger Tourismus im Einklang mit der Natur“, betont sie.

Lisa Schmidt stammt aus dem Kyffhäuserkreis und absolvierte zunächst bei der Weimar GmbH eine Ausbildung zur Kauffrau für Tourismus und Freizeit. Während ihres Studiums im Fach Business Administration, Schwerpunkt Market-Management an der Fachhochschule Erfurt absolvierte sie auch ein sechsmonatiges Praktikum bei der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) in Amsterdam. Anschließend ergatterte sie eine der wenigen begehrten Stellen für Hochschulabsolventen (Trainee-Stellen) bei der DZT in Frankfurt (M). In deren Auftrag bereitete sie beispielsweise den Germany Travel Mart (GTM), den größten Incoming-Workshop für das Reiseland Deutschland, mit vor, der 2015 in Thüringen stattfand – unter anderem auf der Wartburg.

In Eisenacher habe sie sich inzwischen gut eingearbeitet. „Wir sind ein junges Team und auf einer Wellenlänge, da geht vieles leichter.“ Noch liegt viel Arbeit vor ihr – neben unzähligen Detailabstimmungen auch das Aufarbeiten der 95 Wanderrouten, auf denen zum Wandertag im Juli 2017 immerhin 178 einzelne, geführte Wandertouren angeboten werden sollen.

PI-SVE

 

13.08.2016


12.08.2016: „Widersprüchlich“

Thüringens Junge Union-Chef Stefan Gruhner kritisiert: Agieren der Staatskanzlei in „Sohnemann-Affäre“ entlarvt Widersprüche.

Thüringens Justiz- und Migrationsminister Dieter Lauinger (Bündnisgrüne) hat am 11. August auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seiner Frau den Vorwurf zurückgewiesen, sein Amt für private Interessen genutzt zu haben. Der Politiker bezog sich damit auf Kritik zu einer umstrittenen Prüfungsbefreiung für seinen Sohn wegen eines Auslandsaufenthalts am Ende der 10. Klasse.

Der Vorsitzende der Junge Union Thüringen und Landtagsabgeordnete Stefan Gruhner bezeichnet dagegen das Agieren der Staatskanzlei in der „Sohnemann-Affäre" um Minister Lauinger als „entlarvend und rechtsstaatlich problematisch". Gruhner verweist darauf, daß es widersprüchlich sei, wenn Minister Lauinger einerseits betont, er habe als Vater gehandelt und andererseits die Staatskanzlei mit einer eigenen rechtlichen Expertise in das Verfahren eingreife. „Das Agieren der Staatskanzlei entlarvt eklatant die Widersprüche zwischen den öffentlichen Aussagen von Herrn Lauinger und dem eigentlichen Handeln der Staatskanzlei. Man muß die Fragen stellen, ob sich bei jeder anderen Familie auch der Staatskanzleichef eingeschaltet hätte? Wenn der Justizminister nur als Vater gehandelt hätte, hätte es keine Einflußnahme der Staatskanzlei geben dürfen“, so Gruhner. „Es ist ganz klar, die halbe Landesregierung verstrickt sich immer weiter in einen Strudel an Widersprüchen. Hier entsteht der Eindruck, daß der Staatskanzleichef sich als Verwaltungsrichter aufspielt. Das hat rechtsstaatlich gesehen einen merkwürdigen Beigeschmack und Bedarf der Klärung durch den Ministerpräsidenten persönlich. Herr Ramelow kann sich hier nicht raushalten“, stellte Gruhner klar.

Der JU-Vorsitzende verweist darauf, daß „Herr Lauinger“ die Möglichkeit gehabt hätte, gegen die Entscheidung der Behörden in einem verwaltungsrechtlichen Verfahren vorzugehen. „Gerade der Richter und Justizminister Lauinger hätte es besser wissen müssen. In einem sauberen verwaltungsrechtlichen Verfahren hätten Richter eine objektive und unabhängige Entscheidung treffen können. Stattdessen wird die Staatskanzlei und das Bildungsministerium durch politische Einflußnahme zur Verwaltungsgerichtsbarkeit. Justizminister, Bildungsministerin und der Staatskanzleichef werfen damit mehr als Fragen nach ihrem Verhältnis zur Gleichheit vor dem Gesetz auf.“ Gruhner erklärte: „Ich fordere Ministerpräsident Ramelow auf, Klarheit und Aufklärung durchzusetzen. Die drei involvierten Kabinettsmitglieder haben zweifelsfrei mit ihrem Verhalten das Ansehen der Regierung beschädigt."

PM-JUT

 

12.08.2016


11.08.2016: Beschäftigung mit griechischem Helden

Herakles zum Lauschen: Studierende der Universität Erfurt produzieren Hörspiele für „Fledermausgeschichten“ von Radio Frei.

Nach den Hörspielen zum Trojanischen Krieg und zur Odyssee, die im Sommersemester 2015 im Projektseminar zum Thema „Hörspiel“ entstanden waren, haben sich die Studierenden des Studienganges „Primare und Elementare Bildung“ der Universität Erfurt in diesem Semester mit dem griechischen Helden Herakles beschäftigt. Unter professioneller Anleitung von Andreas Kubitz (Radio Frei) fand nun die Aufnahme der Hörspiele statt, die im Rahmen der „Fledermausgeschichten“ – einer Hörsendung für Kinder bei Radio Frei – gesendet werden.

Der textspezifische Aspekt des Abenteuerlichen, des Spannenden und Phantastischen spricht mit Blick auf die Interessenlage von Kindern für eine frühe Begegnung mit den Mythen. Dies trifft für den Herakles-Mythos in besonderer Weise zu, weil er durch verschiedene mediale Umsetzungen (Spiel- und Zeichentrickfilm, Serien, Hörbücher) bei vielen jüngeren Kindern bereits bekannt ist. Allerdings besteht die Malaise darin, daß vor allem die filmische Umsetzung nahezu ausschließlich die außergewöhnliche physische Kraft des Helden thematisiert. Die Auseinandersetzung mit der damit verbundenen Simplifizierung der Herakles-Figur und die Reduzierung auf Abenteuer und kampfbetonte Auseinandersetzungen war deshalb ebenso Gegenstand des Seminars an der Universität Erfurt wie die Einführung in die Grundlagen eines Hörspiels. Die Studierenden haben sich zunächst in einer Sach- und Sinnpotentialanalyse mit den unterschiedlichen Deutungsvarianten der Herakles-Figur auseinandergesetzt. Im Anschluß wurden in der Gruppe Textfassungen erarbeitet und im Seminar diskutiert. „Die Studierenden haben ihre Hörspiele mit viel Engagement und Liebe zum Detail umgesetzt“, erklärt Leonore Jahn vom Fachgebiet Grundschulpädagogik und Kindheitsforschung der Uni Erfurt. So mußten beispielsweise Räume und Atmosphäre akustisch erzeugt und dabei nicht ganz alltäglich Fragen gelöst werden: Wie erzeugt man das Geräusch für das Auftauchen der Hydra? Wie wird die unheimliche Stimmung im Hades ausgedrückt? Wie hört sich der Flug der Stymphalischen Vögel an?

CARMEN VOIGT

 

11.08.2016


10.08.2016: Weniger als ein Prozent

Noch ausbaufähig: Olympiagastgeber Brasilien auf Platz 23 der Exportpartner Thüringens.

Am 5. August wurden die Olympischen Spiele 2016 in Brasilien eröffnet. Auf der Liste der wichtigsten Handelspartner rangierte das südamerikanische Land nach vorläufigen Angaben des Thüringer Landesamtes für Statistik im Jahr 2015 mit einem Warenwert von 131 Millionen Euro auf Platz 23 der bedeutendsten Bestimmungsländer für Thüringer Exporte und mit einem Warenwert von 70 Millionen Euro auf Platz 25 der bedeutendsten Ursprungsländer für Thüringer Importe. Damit belief sich der Anteil der Thüringer Exporte nach und der freistaatlichen Importe aus Brasilien im vorigen Jahr auf jeweils weniger als ein Prozent an den Exporten beziehungsweise Importen des Freistaates.

In den Jahren 2012 bis 2014 betrug der Wert der Ausfuhren nach Brasilien nach Recherchen der Statistiker jeweils zirka 100 Millionen Euro. Auch der Wert der Einfuhren lag in den Jahren 2012 bis 2014 mit etwa 50 Millionen Euro deutlich niedriger als im Jahr 2015.

Den überwiegenden Teil der Einfuhren aus Brasilien machten im Jahr 2015 chemische Vorerzeugnisse (79 Prozent) aus. Der Wert der Thüringer Importe dieser Warengruppe aus Brasilien belief sich im Jahr 2015 auf 55 Millionen Euro.

Bei den Thüringer Exporten nach Brasilien spielten im Jahr 2015 pharmazeutische Erzeugnisse (26 Millionen Euro beziehungsweise 20 Prozent), Stäbe und Profile aus Eisen oder Stahl (elf Millionen Euro - acht Prozent) sowie Geräte zur Elektrizitätserzeugung und -verteilung (ebenfalls elf Millionen Euro) eine wichtige Rolle. Fahrgestelle, Karosserien, Motoren für Kraftfahrzeuge hatten an den Thüringer Ausfuhren nach Brasilien im Jahr 2015 einen Anteil von fünf Prozent. Das entsprach sieben Millionen Euro.

PM-TLS

 

10.08.2016


09.08.2016: Engagement für soziale Projekte

Kati Wilhelm im Einsatz für StaplerCup hilft e.V.: Thüringer Ausnahme-Biathletin wird Botschafterin für gemeinnützigen Verein.

Wenn vom 15. bis 17. September 2016 auf dem Aschaffenburger Schloßplatz zum 12. Mal rund 150 Staplerfahrer aus aller Welt um die Meister-Titel fahren, soll ein Teil der großen Aufmerksamkeit auch wieder Bedürftigen gewidmet werden. Seit 2008 nutzt der Verein StaplerCup hilft e.V. den Besuch von bis zu 15.000 Zuschauern bei den Meisterschaften im Staplerfahren, um mit Unterstützung prominenter Paten finanzielle Mittel für unterschiedlichste Hilfsprojekte aufzubringen. Für das Finale 2016 konnte die vielfache Olympia-Siegerin und Ausnahme-Biathletin Kati Wilhelm als Botschafterin für den Verein gewonnen werden; sie sammelt für das stationäre Kinder- und Jugendhospiz Mitteldeutschland in Tambach-Dietharz.

Die Thüringerin Kati Wilhelm hat im Laufe ihrer Sportlerinnen-Laufbahn so ziemlich alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt; unter anderem drei Gold- und drei Silbermedaillen bei Olympischen Spielen. Mit der Bronzemedaille für ihre Staffel bei den Winterspielen 2010 in Vancouver setzte sie einen würdigen Schlußpunkt hinter eine herausragende Karriere. Doch auch sechs Jahre danach ist sie für die Öffentlichkeit vor allem im Rahmen von ARD-Live-Übertragungen von Biathlon-Wettkämpfen an der Seite von Michael Antwerpes regelmäßig präsent. Vor allem aber engagiert sich Wilhelm für soziale Projekte. „Mein Herzensanliegen sind die Kinder und der Sport,“ setzt die 40jährige dabei eindeutig ihre Prioritäten. Das stationäre Kinder- und Jugendhospiz Mitteldeutschland in Tambach-Dietharz erfüllt diese Ansprüche. Hier können Kinder, die von einer tödlichen Krankheit betroffen sind, gemeinsam mit ihren Familien sogenannte „Entlastungsaufenthalte“ erleben. Bis zu 28 Tage im Jahr werden sie fernab von Krankenhausatmosphäre ganzheitlich gepflegt und betreut; gleichzeitig wird umfassende Familienhilfe zur Stärkung des gesamte Familiensystems geboten. Die Eltern der betroffenen Kinder, über 40.000 allein in Deutschland, können neue Kraft für die oftmals sehr aufwendige 24-Stunden-Pflege schöpfen und auch gesunde Geschwisterkinder werden gefördert.

Mit dem gemeinnütziger Trägerverein, der dauerhaft auf Spenden angewiesen ist, steht Wilhelm im engen Kontakt: „Nach über zehn Jahren erfolgreicher Tätigkeit ist in diesem Jahr ein dringend erforderlicher Ausbau geplant. Das hierfür benötigte Geld muß allein durch Spenden aufgebracht werden, staatliche Förderungen stehen nicht zur Verfügung. Das ist eine gewaltige Aufgabe, bei der ich gerne unterstütze!“ Als Botschafterin für StaplerCup hilft e.V. stellt sie sich dabei einer neuen Herausforderung, und wagt sich am 15. September 2016 im Rahmen des PromiCups hinter das Lenkrad eines Gabelstaplers: „Als Biathlethin habe ich ja eine gewisse Neigung zur Technik, von daher kann ich mich durchaus für Gabelstapler begeistern! Und wenn dann dabei noch etwas Gutes herauskommt, ist das doch perfekt!“

StaplerCup hilft e.V. nutzt seit 2008 die Anziehungskraft und die Aufmerksamkeit rund um das Finale der Meisterschaften im Staplerfahren, um Spenden für wohltätige Zwecke zu sammeln. Mit über 200.000 Euro konnte der gemeinnützige Verein bereits Einrichtungen unterstützen, die sich für Kinder, Jugendliche oder bedürftige Menschen einsetzen. In erster Linie soll es dabei um Initiativen in und um Aschaffenburg gehen; aber auch von eingeladenen prominenten Paten vorgeschlagene Hilfsprojekte erfahren Zuwendung.

Der StaplerCup wurde 2005 erstmalig als reine deutsche Meisterschaft ausgetragen – über 21.000 Fahrer sind seither bei dem Wettbewerb der Logistik-Branche gestartet. Gefordert sind Präzision, Schnelligkeit und Übersicht auf dem Gabelstapler sowie die Kenntnis der Sicherheitsvorschriften für die Arbeit in Lagern und Betrieben. 2007 wurde die Veranstaltung um den internationalen Team-Wettbewerb „International Championship“ erweitert; seit 2008 wird auch in der Disziplin „Logistik“ ein Mannschaftswettbewerb ausgetragen. Der erste Weltmeistertitel wurde 2014 an den Deutschen Stefan Theissen vergeben. Seit 2015 kämpfen auch zwölf Staplerfahrerinnen in einem separaten Finale um die Auszeichnung als beste Frau am Steuer eines Gabelstaplers. Wichtigstes inhaltliches Anliegen des Veranstalters Linde Material Handling ist die Vermittlung von Sicherheitsvorschriften, um zur Vermeidung von Arbeitsunfällen beizutragen. Jährlich begeistert die dreitägige Veranstaltung auf dem Aschaffenburger Schloßplatz, die von einem bunten Familienprogramm begleitet wird, an die 15.000 Zuschauer.

Der StaplerCup wurde bereits mit zahlreichen Preisen der Kommunikations- und Wirtschaftsbranche, unter anderem dem PR-Award in Gold, dem Internationalen Deutschen PR- Preis und dem internationalen Titel „Bester europäischer Sportevent“ vom EuBea ausgezeichnet. 2013 erhielt der StaplerCup Gold und die höchste Auszeichnung „Best of Show“ bei den renommierten amerikanischen „Galaxy Awards“.

MARCUS RÜGAMER

 

09.08.2016


08.08.2016: Veräußerungsprozeß

Insolvenzverfahren: Investor für die Beteiligung an der GWB „Elstertal” Geraer Wohnungsbaugesellschaft mbH gefunden.

Ein weiterer Fortschritt im Insolvenzverfahren über das Vermögen der Stadtwerke Gera Aktiengesellschaft: Nach einem EU-weit ausgeschriebenen Transaktionsprozeß konnte jetzt ein Investor für die 74,9 prozentige Beteiligung an der GWB „Elstertal” Geraer Wohnungsbaugesellschaft mbH gefunden werden. Die international renommierte und in Deutschland bereits mit einigen Referenzprojekten vertretene Immobiliengesellschaft Benson Elliot hat die Anteile übernommen. Ein entsprechender Kaufvertrag zwischen dem Unternehmen und dem Insolvenzverwalter der Stadtwerke Gera AG, Dr. Michael Jaffé, ist mittlerweile vollzogen worden. Über den Kaufpreis wurde – wie bei solchen Transaktionen üblich – Stillschweigen vereinbart.

Die Stadt Gera, die unverändert die übrigen 25,1 Prozent an der GWB hält, hatte nach einem Sachvortrag von Dr. Jaffé mit einem Stadtratsbeschluß zu Satzungsänderungen bei der GWB im Dezember 2015 den Weg für den erfolgreichen Abschluß des Veräußerungsprozesses bereitet. Der satzungsgemäße Auftrag der GWB „…die sichere und sozial verantwortbare Wohnungsversorgung der Bevölkerung…“ sicherzustellen, bleibe bestehen und die Stadt Gera konnte sich marktübliche Mitbestimmungsrechte sichern, teilte Dr. Michael Jaffé mit.

„Wir haben uns während des gesamten, über ein Jahr dauernden Verkaufsprozesses sehr eng mit der Stadt abgestimmt. Nur so konnten wir das gemeinsame Ziel erreichen, einen geeigneten Partner für die Beteiligung an der GWB zu finden, der investieren will und auch neue Potentiale für den Wohnungsbau in der Stadt Gera erschließt. Der jetzt erzielte Abschluß ist auch für die Gläubiger im Insolvenzverfahren das beste Ergebnis“, betonte der Insolvenzverwalter.

Philipp Braschel, Partner bei Benson Elliot, fügte hinzu: „Deutsche Wohnimmobilien bieten weiterhin eine attraktive Investmentchance in einem Umfeld anhaltend niedriger Zinsen. Als strategischer Partner freuen wir uns darauf, nachhaltig in den Wohnungsbestand zu investieren und nach den Unsicherheiten der vergangenen Jahre die GWB kooperativ in die Zukunft zu begleiten.“

Für die Mitarbeiter ändert sich laut Insolvenzverwalter mit dem Einstieg des neuen Investors nichts, ihre Arbeitsverträge blieben unverändert bestehen. Auch die Mietverträge mit der GWB behielten unverändert ihre Gültigkeit.

Die GWB „Elstertal“ Geraer Wohnungsbaugesellschaft mbH ist ein kommunales Wohnungsbauunternehmen und verfügt aktuell über mehr als 6700 Wohn- und Gewerbeeinheiten sowie eine Vielzahl an unbebauten Flächen in Gera. Damit ist die GWB einer der Marktführer in Gera. Sie beschäftigt derzeit 47 Mitarbeiter und generierte 2015 einen Umsatz von rund. 24,6 Millionen Euro, der größtenteils aus der Hausbewirtschaftung stammt, überwiegend von Wohneinheiten. Seit Januar 2003 hielt die Stadtwerke Gera Aktiengesellschaft (SWG) 74,9 Prozent der Geschäftsanteile. Nach dem Ende Juni 2014 gestellten Insolvenzantrag eröffnete das Amtsgericht Gera am 1. Oktober 2014 das Insolvenzverfahren über das Vermögen der SWG. Die GWB ist nicht direkt von der Insolvenz der SWG betroffen, der operative Geschäftsbetrieb konnte davon unabhängig uneingeschränkt fortgeführt werden und erbrachte in den vergangenen Jahren – unter der Insolvenzverwaltung der SWG – ein positives Ergebnis.

Im Rahmen des Veräußerungsprozesses wurden insgesamt rund 100 potenzielle Investoren angesprochen, darunter kommunale und private Wohnungsbaugesellschaften, Immobilienmanager, Versicherungen sowie Versorgungswerke in ganz Deutschland. Nur fünf davon gaben ein unverbindliches, indikatives Angebot ab. Nach Abschluß intensiver inhaltlicher, finanzieller und rechtlicher Prüfungen und Verhandlungen wurde das Angebot von Benson Elliot als bestes ausgewählt.

Benson Elliot erweitert mit dem Kauf seinen in Deutschland gehaltenen Immobilienbestand und plant, in Abstimmung mit der Stadt, in die Verbesserung der Wohnsituation in Gera und die Senkung der Leerstandsquote zu investieren.

Der Verkauf der GWB-Anteile markiert einen weiteren Fortschritt im Insolvenzverfahren über das Vermögen der Stadtwerke Gera AG (SWG). Nachdem es der Insolvenzverwaltung zunächst gelungen war, die Betriebe nach dem Insolvenzantrag schnell zu stabilisieren und in der Folge mit Unterstützung des Gläubigerausschusses sowie der Stadt Gera und des Landes Thüringen ohne Einschränkungen fortzuführen, konnte bereits 2015 für zwei Beteiligungen eine nahtlose Fortführungslösung realisiert werden. So übernahm der bisherige Minderheitsgesellschafter Veolia weitere Anteile an der Geraer Umweltdienste GmbH und Co. KG (GUD). Mit dieser Lösung wurde sichergestellt, daß die GUD als Entsorgungsunternehmen ihre für die Bevölkerung der Stadt Gera wie für den umliegenden Landkreis Greiz wichtigen Aufgaben weiterhin in der gewohnten Konstellation wahrnehmen kann. Dasselbe galt auch für die Übernahme der SWG Anteile an der Sita Abfallverwertung GmbH durch die Sita Deutschland. Ende 2015 konnte zudem das Grundstück, auf dem der Flugplatz Gera-Leumnitz betrieben wird, mit einem guten Ergebnis an die Stadt Gera verkauft und so auch der Betrieb des Flugplatzes gesichert werden.

Auch für die übrigen Beteiligungsunternehmen der SWG zeichnen sich Fortführungslösungen ab.

SEBASTIAN BRUNNER

 

08.08.2016


07.08.2016: Wegfall der bürokratischen Hürde

„Bessere Integration und schnellere Besetzung offener Stellen“: Bundesarbeitsministerium setzt „Vorrangprüfung“ in Thüringen für drei Jahre aus.

Die sogenannte „Vorrangprüfung“ bei Flüchtlingen und Migranten, die in Thüringen eine Arbeit aufnehmen wollen, wird im Freistaat für drei Jahre ausgesetzt. Das regelt die neue Beschäftigungsverordnung zum Integrationsgesetz, die das Bundesministerium für Arbeit und Soziales am 5. August veröffentlicht hat. Thüringens Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), der bereits im vergangenen Jahr für diesen Schritt geworben hatte, begrüßte die Entscheidung als „sinnvoll und überfällig“: „Arbeit ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Integration“, sagte er. Die nun schnellere Vermittlung der Flüchtlinge könne aber auch einen Beitrag zur Deckung des Fachkräftebedarfs im Land leisten. „Mit dem Wegfall der bisherigen bürokratischen Hürde können Arbeitgeber offene Stellen schneller besetzen.“

Tiefensee verwies erneut darauf, daß auch Thüringer Unternehmen in vielen Branchen und Regionen zunehmend Schwierigkeiten hätten, zügig die benötigten Fachleute zu finden. Bis zum Jahr 2025 werden mehr als 200.000 Fachkräfte im Land benötigt. Derzeit gibt es mehr als 21.000 offene Stellen. Außerdem können tausende Ausbildungsplätze im Land nicht besetzt werden. „Wenn es uns gelingt, zumindest einen Teil dieses Arbeitskräftebedarfs durch Zuwanderer zu decken, wäre das eine gewinnbringende Situation für alle Beteiligten“, so der Wirtschaftsminister. Nach früheren Schätzungen der Industrie- und Handelkammer (IHK) Erfurt könnte die Thüringer Wirtschaft mindestens 900 Flüchtlinge pro Jahr integrieren. Nach einer Umfrage ist etwa die Hälfte der IHK-Unternehmen an Flüchtlingen als Arbeitskräften oder Auszubildenden interessiert.

Die „Vorrangprüfung“ untersagte es Arbeitgebern bisher, Nicht-EU-Ausländer in den ersten 15 Monaten ihres Aufenthalts in Deutschland einzustellen, solange nicht geprüft wurde, ob sich nicht ein Deutscher oder ein EU-Bürger für die Stelle findet. Auf diese Prüfung und den nicht immer einfach zu führenden Nachweis kann in Thüringen und weiteren Bundesländern nun in den kommenden drei Jahren verzichtet werden. Für gut qualifizierte Flüchtlinge sollte darüber hinaus die Möglichkeit geschaffen werden, als reguläre Zuwanderer eine dauerhafte Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis in Deutschland zu erhalten, sagte Tiefensee. „Dafür ist ein modernes Einwanderungsgesetz notwendig, das schnell kommen muß.“

MI-TMWWDG

 

07.08.2016


06.08.2016: Weniger Lehrlinge

Stagnierende Zahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge in Thüringen. Starker Zuwachs an Auszubildenden mit ausländischer Staatsangehörigkeit.

Im Jahr 2015 begannen 10.033 Jugendliche in Thüringen eine Ausbildung im Rahmen des dualen Systems. Das waren nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik 151 Personen beziehungsweise 1,5 Prozent weniger als im Jahr 2014. Die Zahl der Auszubildenden insgesamt sank auf 25.661 Personen am 31. Dezember 2015. Mit 1,7 Prozent weniger Lehrlingen als im Jahr zuvor ist das der niedrigste prozentuale Rückgang im Vorjahresvergleich in den letzten sechs Jahren.

Der prozentual größte rückläufige Trend bei den Neuabschlüssen im Berufsbildungssektor konnte im Jahr 2015 laut Auskunft der Statistiker für den Ausbildungsbereich Freie Berufe verzeichnet werden. Hier sank die Zahl der Neuabschlüsse um neun Prozent von 479 auf 436. Am stabilsten blieb die Zahl der neuen Verträge im Bereich Handwerk, wo die Zahl von 2400 auf 2399 um lediglich 0,04 Prozent sank. Mit 6393 Abschlüssen wurden im Bereich Industrie und Handel 1,36 Prozent weniger Neuverträge als im Jahr 2014 gemeldet. Einen Ausbildungsvertrag für einen landwirtschaftlichen Beruf unterschrieben 431 Menschen. 248 neue Auszubildende entschieden sich für den öffentlichen Dienst und 126 für einen hauswirtschaftlichen Beruf.

Die meisten neuen Ausbildungsverträge wurden im Ausbildungsberuf Verkäufer/in (509) geschlossen. Dies ist gleichzeitig der am häufigsten gewählte Ausbildungsberuf bei den Frauen (329), gefolgt von Kauffrau für Büromanagement (299) und Kauffrau im Einzelhandel (263). Von den Männern wurden die meisten Neuabschlüsse in den Ausbildungsberufen Kraftfahrzeugmechatroniker (451), Elektroniker (262) und Mechatroniker (248) getätigt.

Insgesamt wurden 438 neue Ausbildungsverträge mit Männern und Frauen ausländischer Staatsangehörigkeit abgeschlossen. Im Vergleich zum Jahr davor stieg diese Zahl um 82,5 Prozent.

PM-TLS

 

06.08.2016


05.08.2016: „Der Anfang ist gemacht“

Zivile Nachnutzung der ehemaligen Görmar-Kaserne Mühlhausen nimmt konkrete Formen an: Unterzeichneter Mietvertrag ist Startschuß für Umzug der Kreisverwaltung des Unstrut-Hainich-Kreises. Auch ein erstes Unternehmen siedelt sich am Standort an.

Die Nachnutzung der ehemaligen Görmar-Kaserne in Mühlhausen erhält einen neuen Schub: Ende Juli unterzeichneten Harald Zanker (SPD), Landrat des Unstrut-Hainich-Kreises, und die Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbH (LEG) den Mietvertrag für das Gebäude 003 der ehemaligen Kaserne. Damit wurde nun auch offiziell die Grundlage für den geplanten Umzug der Kreisverwaltung des Unstrut-Hainich-Kreises auf das einstige Kasernenareal geschaffen. „Der Umbau der ehemaligen Görmarkaserne zu einem modernen Industrie- und Verwaltungsstandort ist ein Kernprojekt für die Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Mühlhausen“, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). „Mit der Vertragsunterzeichnung ist dafür nun der erste große Schritt getan.“

Gemäß der getroffenen Vereinbarung kann die Kreisverwaltung das Gebäude ab dem 1. Oktober 2017 nutzen. Zuvor wird die LEG noch die notwendigen Arbeiten zum Umbau des Gebäudes gemäß den gesetzlichen Vorgaben und den spezifischen Anforderungen des Landratsamtes vornehmen. Grundlage für die jetzige Unterzeichnung des Mietvertrages ist der Kreistagsbeschluß vom 5. Juli 2016. Der Vertrag wurde für einen unbefristeten Zeitraum geschlossen und kann erstmals nach Ablauf von 20 Jahren ab Mietbeginn gekündigt werden. Die ehemaligen Stabs- und Unterkunftsgebäude 001 und 002 sind ebenfalls als zentraler Verwaltungsort des Kreises vorgesehen. Für beide Gebäude liegt dem Landkreis ebenfalls ein entsprechendes Mietangebot vor. Die Verträge hierfür sollen bis zum Herbst 2016 abgeschlossen werden.

Inzwischen kommt auch die gewerbliche Nutzung der ehemaligen Kaserne in Mühlhausen in Fahrt: Das Unternehmen Peter Fischer Mechanische Werkstatt für Metallverarbeitung GmbH siedelt sich am Standort an und nutzt hierfür zwei bereits bestehende Gebäude. Ein Mietvertrag für die Werkhallen 204 und 206, die sich aufgrund der baulichen Gegebenheiten und der vorhandenen Ausstattung für das verarbeitende Gewerbe eignen, wurde ebenfalls im Juli mit der LEG Thüringen geschlossen. Ab Ende Oktober 2016 will das Unternehmen in Mühlhausen mit der Bearbeitung von Aluminiumguß- sowie Graugußteilen beginnen, die vor allem bei Produzenten von Vakuumpumpen und Verdichtern, bei Gießereien sowie in der IT- Branche und in der Automobilindustrie gefragt sind. Am Standort Mühlhausen wird die Arbeitsplatzzahl künftig 39 betragen, darunter sind fünf neue Stellen, die durch die betriebliche Erweiterung und die damit verbundene Verlagerung der Produktion von Bad Langensalza nach Mühlhausen entstehen.

„Beide Vertragsabschlüsse sind erfreuliche Weichenstellungen zur erfolgreichen Entwicklung des Gesamtstandortes“, sagte LEG-Geschäftsführer Andreas Krey, „Gemeinsam mit der Stadt schaffen wir momentan die Voraussetzungen für die Erschließung zusätzlicher Flächen im nördlichen Bereich. Hier möchten wir künftig weitere Industrieunternehmen ansiedeln.“ Auch für Mühlhausens Oberbürgermeister Dr. Johannes Bruns (SPD) sind die jetzt vertraglich besiegelten Ansiedlungen ein Grund zur Freude. „Der Anfang ist gemacht. Die Ansiedlungen sind wichtige Meilensteine für die weitere Entwicklung der ehemaligen Görmar-Kaserne und der Stadt. Wenn jetzt noch die B 247 und die B 176 zügig gebaut werden, hat Mühlhausen gute wirtschaftliche Perspektiven“, sagte das Stadtoberhaupt.

Nach dem Entschluß der Bundeswehr, sich aus Mühlhausen zurückzuziehen, erwarb die LEG Thüringen im Auftrag des Freistaates am 11. Dezember 2014 das 35,4 Hektar große Areal der Görmar-Kaserne Mühlhausen, um es einer zivilen Nutzung zuzuführen. Gemeinsam mit der Stadt Mühlhausen hat die LEG Thüringen zur Görmar-Kaserne eine Machbarkeitsstudie und ein Standortentwicklungskonzept erarbeitet. Aufgrund des unerwartet hohen Zustroms schutzbedürftiger Menschen wurde ein Teil der ehemaligen Kaserne von August 2015 bis Mitte 2016 als Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge (EAE) genutzt. Die vorgesehene Gewerbe- und Industrienutzung des Areals war hiervon jedoch nicht beeinträchtigt.

STEPHAN KRAUSS

 

05.08.2016


05.08.2016: Klang-Wirkung

5. Weltglockengeläut in der Glockenstadt Apolda.

Am 5. August 2017 findet von 19 bis 22 Uhr das nächste Weltglockengeläut in Apolda statt. Das hat nicht nur einen guten Klang, sondern paßt wunderbar in das Konzept der Landesgartenschau 2017, denn auf der großen Bühne auf dem sonst sogenannten Festplatz findet die (eintrittspflichtige) Veranstaltung statt. Prof. Micky Remann, der gemeinsam mit der Stadt Apolda, dem Kunstverein Apolda Avantgarde und der LGS GmbH den Vertrag im Juli 2016 unterzeichnete, betonte: „Das Überwinden der Grenzen und der geografischen Entfernungen kann musikalisch und klingend durch das Erklingen der Glocken bewirkt werden.“

HM

 

05.08.2016


04.08.2016: Nur geringfügiger Zuwachs

Thüringer Tourismus weist in den ersten fünf Monaten des Jahres eine unterschiedliche Entwicklung in den Reisegebieten aus.

Die Thüringer Beherbergungsbetriebe konnten in den ersten fünf Monaten des Jahres nur einen geringfügigen Zuwachs der Gäste- und Übernachtungszahlen erreichen. Wie das Thüringer Landesamt für Statistik auf der Grundlage vorläufiger Ergebnisse mitteilt, stieg die Zahl der ankommenden Gäste von Januar bis Mai 2016 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 0,6 Prozent auf knapp 1,35 Millionen, die Zahl der Übernachtungen erhöhte sich um 0,3 Prozent auf 3,5 Millionen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste lag wie im Vorjahr bei 2,6 Tagen. Berücksichtigt wurden bei dieser Statistik die Thüringer Beherbergungsbetriebe mit zehn und mehr Gästebetten sowie Campingplätze im Freistaat.

„Nach wie vor sind deutliche Unterschiede in den Reisegebieten erkennbar“, erklärte Günter Krombholz, Präsident des Thüringer Landesamtes für Statistik. „Der Thüringer Wald, als größtes Reisegebiet, konnte den Rückgang der Gäste- und Übernachtungszahlen aus den beiden Wintermonaten in den ersten fünf Monaten noch nicht ausgleichen, die Gästeankünfte: wiesen ein Minus von 2,7 Prozent, bei Übernachtungen ein Minus von 1,7 Prozent aus. Mit einer guten Entwicklung im Zeitraum von Januar bis Mai 2016 können dagegen neben dem Städtetourismus in Eisenach, Erfurt, Jena, Weimar auch kleinere Thüringer Reisegebiete wie der Kyffhäuser, die Thüringer Rhön, der Hainich und das Saaleland aufwarten, deren Gäste- und Übernachtungszahlen im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum angestiegen sind“, informierte Günter Krombholz über Details.

Im Monat Mai konnte die Gästezahl im Vergleich zum Vorjahresmonat nicht erreicht werden (- 1,4 Prozent), die Zahl der Gästeübernachtungen lag nur gering über dem Vorjahrswert (+ 0,2 Prozent). Der Rückgang der Gästezahlen ist auf weniger inländische Besucher zurückzuführen (- 1,5 Prozent), während die Zahl der ausländischen Gäste im Monat Mai konstant blieb. Ihr Anteil betrug 6,2 Prozent.

PM-TLS

 

04.08.2016


04.08.2016: „Wichtiger Impuls“

Verbesserung schulischer Bildung im Blickpunkt: Uni Erfurt ist Gastgeber einer deutschlandweiten „Summer School“ zum Thema Bildungsqualität.

50 Promovierende von acht Universitäten aus Deutschland sind noch bis zum 5. August zu Gast in der Thüringischen Landeshauptstadt, um an einer „Summer School“ der Universität Erfurt im Augustinerkloster teilzunehmen. Im Rahmen der Veranstaltung, die vom Bundesministerium für Forschung und Bildung mit 50.000 Euro gefördert wird, beschäftigen sie sich mit dem Thema Bildungsqualität und der Frage, wie diese an Schulen gesteigert werden kann. „Die Gesellschaft ruft nach besserer Schule und besserer Bildung“, erklärt Prof. Dr. Gerd Mannhaupt, der Sprecher der Forschungsgruppe „Bildungsqualität“ der Universität Erfurt. „Mit unserer ,Summer School‘ wollen wir zukünftige Wissenschaftler darin unterstützen, zukunftsweisende Forschung für Erklärungen und Verbesserungen für die Schule von morgen voranzutreiben.“

Methoden der empirischen Bildungsforschung sind nicht immer Inhalt eines Lehramtsstudiums. Wer im Anschluß promoviert werden möchte, braucht jedoch eine methodische Ausbildung. Aber nicht nur dafür sind forschungsmethodische Kenntnisse hilfreich, sie sind auch erforderlich, um wissenschaftliche Studien aus der Bildungsforschung verstehen und Erkenntnisse in die schulische Praxis übertragen zu können. Die aktuelle „Summer School“ unter dem Motto „Vom Lehramt in die Bildungsforschung! Forschungsmethodische Werkzeuge und Perspektiven“ geht genau auf diesen Bedarf ein. Dabei treten Professoren und Nachwuchswissenschaftler in einen wissenschaftlichen Austausch, um eigene Forschungsvorhaben zu reflektieren sowie Potentiale und Grenzen qualitativer und quantitativer Forschungsmethoden auszuloten. Darüber hinaus bietet die Veranstaltung Gelegenheit, sich überregional zu vernetzen. Die Veranstaltung wird von Forschungsgruppe „Bildungsqualität“ der Universität Erfurt in Kooperation mit der Erfurt School of Education und dem Forschungs- und Doktorandenkolleg IV der Friedrich-Schiller-Universität Jena organisiert. „Sie ist sowohl für die Nachwuchswissenschaftler und Studierenden als auch für unsere Forschungsgruppe ein wichtiger Impuls für die weitere Entwicklung der bildungswissenschaftlichen Forschung und des forschenden Lernens“, erklärt Prof. Mannhaupt. „Und die Teilnehmer sind dabei mit einer Ernsthaftigkeit und Begeisterung bei der Sache, die uns als Veranstalter immer wieder staunen läßt.“

CARMEN VOIGT

 

04.08.2016


04.08.2016: „Anschluß nicht verlieren“

Wirtschaftsrat: Berufsschulen des Freistaates dürfen die Digitalisierung nicht verschlafen.

Angesichts einer alarmierenden Studie der Bertelsmann-Stiftung fordert der Landesverband Thüringen im Wirtschaftsrat der CDU e. V., daß Berufsschulen des Freistaates digitale Lernmethoden stärker in den Unterricht einbinden. Der aktuellen Studie zufolge verfügen nicht einmal 40 Prozent der Schulen in Deutschland über eine WLan-Verbindung. Weniger als ein Drittel der Betriebe hält digitale Lernmethoden für strategisch relevant.

„Die Ergebnisse der Studie sind erschreckend. Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt und stellt somit ganz neue Ansprüche an die Auszubildenden. Ohne digitale Bildung werden die jungen Menschen nur unzureichend auf die neue Arbeitswelt vorbereitet. Berufsschulen und Ausbildungsbetriebe dürfen den Anschluß nicht verlieren, wenn Deutschland zum Vorreiter der digitalisierten Vernetzung von Produkten und Produktionsprozessen werden soll", so Mihajlo Kolakovic, Landesvorsitzender Thüringen.

Für die repräsentative Studie „Monitor Digitale Bildung" wurden unter anderem 1700 Auszubildende, 300 Berufsschullehrer und 200 betriebliche Ausbilder befragt. Der Wirtschaftsrat der CDU e. V. fordert von der Politik die Umsetzung konkreter Maßnahmen zum flächendeckenden Ausbau der digitalen Infrastruktur, die den Bedürfnissen der Auszubildenden und Berufsschülern gerecht werden und die Digitalisierung der beruflichen Arbeitswelt vorantreiben.

KARSTEN SEIFERT

 

04.08.2016


03.08.2016: Geringe Resonanz

Folge der Existenznot der milchproduzierenden Betriebe: „Grüne Tage Thüringen“ finden in diesem Jahr ohne „Thuringia Holstein“ und „Jersey Open“ statt.

Die im Rahmen der vom 16. bis 18. September stattfindenden Messe „Grüne Tage Thüringen“ 2016 geplanten und ausgeschriebenen Wettbewerbe der „Thuringia Holstein“ und „Jersey Open“ müssen in diesem Jahr abgesagt werden. Das teilten die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft und die Messe Erfurt GmbH am 3. August mit.

Grund dieser Entscheidung sei die wirtschaftliche Lage der Milchproduktion. Die Mehrzahl der milchproduzierenden Betriebe in Thüringen und darüber hinaus sehen sich nicht mehr in der Lage, angesichts notwendiger Einsparungen in den Unternehmen, großer finanzieller Verluste sowie der seit Monaten andauernden latenten Existenznot, den Aufwand für eine Tierschau in Kauf zu nehmen. Die Folgen dieser dramatischen Situation in der Milchproduktion würden sich auch in einer geringen Resonanz auf die Ausschreibungen zu den Wettbewerben „Thuringia Holstein“ und „Jersey Open“ niederschlagen.

„Selbstverständlich wird die diesjährige Messe dennoch sowohl das Fachpublikum als auch die interessierten Endverbraucher wieder mit absoluten Highlights im Rahmenprogramm begeistern“, informierten die Veranstalter.

PM-MEG

 

03.08.2016


03.08.2016: Rezertifizierung

Stadt Sonneberg will Siegel „Unternehmerfreundliche Verwaltung im Thüringer Wald“ erneut verteidigen.

Die Stadt Sonneberg darf sich seit 2010 mit dem Gütesiegel „Unternehmerfreundliche Verwaltung im Thüringer Wald“ schmücken. Dieses Siegel gilt nicht für immer – nach drei Jahren steht ein erneuter Check der Kommune auf dem Programm. Darüber informierte die Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen in einer Pressemitteilung auf ihrer Internetseite. Der Start der Rezertifizierung sei durch den Forum Thüringer Wald e. V., die IHK Südthüringen und Handwerkskammer (HWK) Südthüringen als Initiatoren des Gütesiegels sowie der Stadtverwaltung Sonneberg für den 25. Juli 2016 vereinbart worden und habe  mit der Unternehmerbefragung begonnen.

Die Unternehmerbefragung gelte als Herzstück der Güteprüfung. Sie stelle sicher, daß auch die Meinungen und Erfahrungen der Sonneberger Unternehmen berücksichtigt würden. Neben der Versendung des Fragebogens an zehn Prozent der ortsansässigen Unternehmen aller Branchen, sei dieser auch auf der städtischen Internetseite unter der Rubrik Wirtschaft eingestellt. Alle interessierten Unternehmen könnten sich damit aktiv an der Befragung beteiligen.

Durchgeführt und überwacht werde die Güteprüfung zur „Unternehmerfreundlichen Verwaltung im Thüringer Wald“ durch den Tüv Thüringen e. V., der seit 2009 als unabhängige Institution bei diesem Projekt mitwirke. Unter Einbeziehung des Tüv erfolge unter anderem vor Ort in der Stadtverwaltung die Prüfung über die Einhaltung der festgeschriebenen Gütekriterien. Zu diesen Kriterien zählten beispielsweise festgelegte Bearbeitungszeiten, die Erklärung der Wirtschaftsförderung zur Chefsache, die unternehmerfreundliche Erreichbarkeit der Stadtverwaltung oder die zügige Bezahlung von Auftragsrechnungen. „Die Stadt Sonneberg hat diese Kriterien in einem Leitbild festgeschrieben. Das bedeutet für die Unternehmen ein Stück weit Transparenz von Verwaltungshandeln und dem Bewußtsein zur Selbstverpflichtung der Stadtverwaltung, den Belangen der Unternehmen eine Priorität zuzuordnen“, beschreibt Dr. Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen, das Verfahren.

Die Städte Steinbach-Hallenberg, Schmalkalden und Suhl tragen ebenfalls das Gütesiegel „Unternehmerfreundliche Verwaltung im Thüringer Wald“. Dessen Vergabe ist ein Projekt des Forum Thüringer Wald e. V. Hintergrund sei laut IHK-Information, „daß eine unternehmerfreundliche Verwaltung ein nicht zu unterschätzender Standortfaktor ist“. Das Projekt verfolge unter anderem das Ziel, die Unternehmen an die Region Thüringer Wald zu binden und sie in ihrer Entwicklung zu unterstützen.

PM-IHKS

 

03.08.2016


02.08.2016: „Neue Dimension an Zugeständnissen“

SPD-Abgeordnete: Kein weiterer Abbau zwischen Himmelsberg und Mühlberg - Ränkespiele der Wirtschaft dürften nicht zu Lasten dieser Landschaft gehen.

Zum Abschluß der Sommertour des Arbeitskreises Landwirtschaft, Wirtschaft, Infrastruktur, Energie und Umwelt der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag waren die Abgeordneten Dagmar Becker, Eleonore Mühlbauer, Oskar Helmerich und Frank Warnecke im Landkreis Nordhausen unterwegs.

Schwerpunkt der Bereisung war laut einer Presseinformation der Fraktion vom 1. August das FFH-Gebiet Kammerforst-Himmelsberg-Mühlberg, das im Zentrum der länderübergreifenden Gipskarstlandschaft liegt. Dort befinde sich auch die Gipskarsthöhle „Kelle“, die nicht nur Anwohner, sondern auch jedes Jahr viele Touristen begeistere. Auch die SPD-Abgeordneten besuchten diese auf der Sommertour und lernten so die Faszination dieser einmaligen Höhle kennen, die bereits vor über 400 Jahren in der Literatur des Südharzes erwähnt worden sei. In diesem Zusammenhang sei deutlich geworden, welche Naturschätze die Gipskarstlandschaft in sich berge.

Auch wissenschaftlich sei die Landschaft noch nicht ausreichend untersucht. So würden die Wasserwege im Gipskarst noch immer Rätsel aufgeben und es wäre, so die einhellige Meinung aller Abgeordneten, eine Tragödie, würde diese Landschaft ihrer Naturreichtümer beraubt.

Einig waren sich die Fraktionäre darin, daß eine Ausdehnung des Gipsabbaus über das Bergwerksfeld Rüsselsee hinaus sowie eine Neuverritzung ein naturschutzpolitisches und fachliches Desaster wäre.

Der Höhenzug würde seiner visuell noch wahrnehmbaren landschaftlichen Einheit beraubt, die große Vielfalt der Karstphänomene auf kleinstem Raum würde zerstört.

Dagmar Becker, umweltpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, verwies wiederholt darauf, „daß sowohl am Kohnstein, an der Hohen Schleife, aber auch hinter den Ellricher Klippen bereits genehmigte Rohstofflagerstätten für die Gipsindustrie zur Verfügung stehen. Der nunmehr anvisierte Abbau zwischen Himmelsberg und Mühlberg, wäre eine neue Dimension an Zugeständnissen, die in der Form dem Naturschutz keinerlei Rechnung trägt!“

Wie die SPD-Fraktion auf ihrer Internetseite feststellt, müsse man kein Experte sein, um zu erkennen, daß der Artenreichtum unmittelbar mit der großen Verkarstungsintensität und den sich daraus ergebenden unterschiedlichen Biotoptypen verbunden sei. So beherberge der Himmelsberg arktisch alpine Flora und Fauna mit hohen Standortansprüchen und biete Lebensräume, die nur von speziell angepaßten Arten besiedelt werden könnten.

Erschwerend komme hinzu, daß der Tagebau Rüsselsee und die Renaturierungsbemühungen schlicht ins Leere liefen, würde man versuchen wollen, diese Landschaft später wieder herzustellen.

VA-PM-SPD-TL

 

02.08.2016


01.08.2016: „Handlungsfähigkeit nicht gefährden“

Chance aus aktuellem Einnahmeplus 2016 nachhaltig nutzen: CDU-Wirtschaftsrat in Thüringen fordert, aktuelle 450 Millionen Euro Haushaltsmehreinnahmen als Zusatzimpuls für Konsolidierung einzusetzen.

Mit einer Mischung aus Ernüchterung und Sorge einerseits und Hoffnung andererseits nehmen Thüringer Unternehmen die Rahmendaten zur Finanzplanung des Landes zur Kenntnis. Der Konsolidierungsbedarf von etwa einer bis 1,5 Milliarden Euro ist ein klarer Beleg für Handlungsbedarf. „Es wird erkennbar, daß wertvolle Zeit zur Vorbereitung und Umsetzung der bis 2020 notwendigen Konsolidierungsschritte verlorengegangen ist", so die Einschätzung und gleichzeitige Handlungsaufforderung von Carl Erik Daum, Vorsitzender der Thüringer Landesfachkommission Steuern, Haushalt und Finanzen im CDU-Wirtschaftsrat Deutschland. „Der so nicht erwartete Haushaltsüberschuß von fast 450 Millionen Euro aus den Einnahmen des Freistaates im ersten Halbjahr 2016 muß vor diesem Hintergrund konsequenterweise zum Schuldenabbau und damit zur weiteren finanziellen Konsolidierung Thüringens genutzt werden", fordert er daher in Richtung Erfurter Landeskabinett.

Damit könne nach seinen Worten die bisher solide und anerkanntermaßen von Finanzministerin Heike Taubert (SPD) auch gegen die Sparunwilligkeit von Teilen der Regierungskoalition durchgesetzte Haushaltsführung mit einem Zwischenspurt und Etappensieg fortgesetzt werden. „Thüringen darf seine Handlungsfähigkeit ab 2019 nicht gefährden. Dazu gilt es, durch schrittweise Senkung den Etat 2019 auf unter acht Milliarden Euro zu bringen. Thüringen steht nur dann trotz stark rückläufiger Mittel aus Länderfinanzausgleich und Bundesergänzungszuweisungen weiter auf eigenen Füßen", fordert Daum, den vom früheren Finanzminister Wolfgang Voss (CDU) eingeschlagenen Weg und weitsichtigen Sparkurs bis 2020 wieder aufzunehmen.

„Um empfohlene Einsparpotentiale wie beispielsweise in Kultur und Städtebau zu heben, darf es keine Tabus aus falscher Rücksicht auf bisher heilige Kühe geben", positioniert sich Daum insbesondere mit Blick auf die Restrukturierung der Thüringer Theater- und Kulturlandschaft. Auch sei es unumgänglich, Einspareffekte durch wirtschaftlichere und effizientere Verwaltungsstrukturen bis 2019 zu zeigen.

Gute Wirtschaftspolitik für einen attraktiven Standort Thüringen sei ohne solide Haushaltsführung und Konsolidierung gar nicht denkbar. Zweifel der Wirtschaft an der Regierung ließen sich am besten durch einen nachhaltigen Konsolidierungskurs seitens Rot-Rot-Grün, zerstreuen, so der abschließende Rat des Finanzexperten im Namen der Thüringer Unternehmen und Unternehmer.

KARSTEN SEIFERT

 

01.08.2016


01.08.2016: Fehler ausbügeln

Demokratisierung der Hochschulen bleibt das Ziel: Christian Schaft, hochschul- und wissenschaftspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag, fordert mehr Mitbestimmung für Studierende.

Anläßlich der Stellungnahme der Thüringer Hochschulräte zur geplanten Novellierung des Thüringer Hochschulgesetzes macht Christian Schaft, hochschul- und wissenschaftspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag, deutlich: „Unser Ziel bleibt die Demokratisierung der Hochschulen in Thüringen, um ihren Mitgliedern eine gleichberechtigte Mitwirkung auf Augenhöhe zu ermöglichen.“ Damit entlasse man keinesfalls, wie von den Hochschulräten angedeutet, die Wissenschaftseinrichtungen in eine vermeintlich „organisierte Verantwortungslosigkeit“.

In einem Sieben-Punkte-Papier hatten die Vorsitzenden der Hochschulräte eine deutliche Verbesserung des künftigen Gesetzes gefordert, „um die Hochschulen im nationalen wie internationalen Wettbewerb zu stärken“ In diesem Zusammenhang warnten die „Aufsichtsräte" der Hochschulen vor einer „Verwischung von Entscheidungskompetenz und Verantwortung in den Hochschulen“, die zur „organisierten Verantwortungslosigkeit" zu führen drohe. Die Vorsitzenden der Hochschulräte machten deutlich, daß sich die gewählten Entscheidungsorgane und -träger in den Hochschulen (Rektoren/Präsidenten, Dekane u. Ä.) bewährt hätten, denn wer Entscheidungen treffe, müsse auch zuständig sein und die Auswirkungen verantworten. Eine Verwässerung dieses Prinzips würde die Hochschulen schwächen.

„Hochschulautonomie bedeutet nicht Leitungsautokratie. Doch leider habe ich oft das Gefühl, daß sie von manchen verantwortlichen Personen als solche verstanden wird“, konstatiert Schaft. Er kritisiert in einer Pressemitteilung seiner Landtagsfraktion vom 1. August, daß wieder unterstellt werde, daß mehr Mitbestimmung beispielsweise der Studierenden, angeblich ein Nachteil im internationalen Wettbewerb sei. Das Gegenteil sei der Fall. Ziel müsse sein, bei möglichen Konflikten durch ein frühes, transparentes und gleichberechtigtes Einbeziehen aller Statusgruppen konsensorientierte Lösungen zu finden. Mehr Mitbestimmung für Studierende, der größten Statusgruppe an Hochschulen, böte dafür die Grundlage. „Unser Ziel mit der anstehenden Novelle bleibt, einer demokratischen, offenen und sozialen Hochschule näher zu kommen und dafür notwendige Rahmenbedingungen im Gesetz zu schaffen“, stellt Schaft klar.

Der Politiker betont zudem: „Bei den vergangenen Regionalforen des Thüringer Hochschuldialoges haben sich nicht nur Studierende, sondern auch Lehrende und Personen aus dem Mittelbau deutlich für mehr Entscheidungskompetenzen für die Hochschulsenate ausgesprochen. Die Forderung, daß die durch die Mitglieder der Hochschulen direkt gewählten Vertreterinnen und Vertreter in den Gremien wieder mehr bei zentralen Belangen der Hochschule mitentscheiden sollen, betrachte ich als vollkommen gerechtfertigt.“ Hier müßten die Fehler, die bei der letzten großen Novelle 2006 gemacht wurden, endlich ausgebügelt werden.

PM-DLTL

 

01.08.2016

Thüringen aktuell

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Die Ausgabe 2/2017 berichtet über die Herausforderung, wachsende Städte und schrumpfende Regionen im Freistaat gemeinsam zu entwickeln.

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