Nachrichten aus dem Freistaat April 2016

April 2016

30.04.2016: Förderbescheid

„Frauenschuh, Hirschkäfer und Bachmuschel werden die Gewinner sein“: Naturschutzgroßprojekt „Grünes Band Rodachtal – Lange Berge – Steinachtal“ geht in die Umsetzungsphase.

Das erste länderübergreifende Naturschutzgroßprojekt Thüringens kann in den kommenden zehn Jahren umgesetzt werden. Einen entsprechenden Förderbescheid hat Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Bündnisgrüne) am 29. April gemeinsam mit dem parlamentarischen Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Florian Pronold, der Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz, Prof. Dr. Beate Jessel, und dem Amtschef im Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, Dr. Christian Barth, am Grünen Band nahe Eisfeld übergeben.

Mit dem mittlerweile fünften Naturschutzgroßprojekt Thüringens werden nach einer Medieninformation des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz vom 29. April der Erhalt und die Wiederherstellung seltener Lebensräume wie Trockenrasen, Heiden und Feuchtgebiete mit einem Gesamtvolumen von neun Millionen Euro gefördert. „Von dem Naturschutzgroßprojekt am Grünen Band profitieren die Menschen in der Region und die biologische Vielfalt gleichermaßen. Mit dem länderübergreifenden Naturschutzgroßprojekt entwickeln wir die Lebensräume zahlreicher gefährdeter Pflanzen- und Tierarten. Frauenschuh, Hirschkäfer und Bachmuschel werden die Gewinner sein“, sagte Ministerin Siegesmund. Das Fördergebiet habe eine Gesamtgröße von rund 8200 Hektar und schließe 127 Kilometer des Grünen Bandes an der thüringisch-bayerischen Grenze ein.

Nicht nur seltene Tiere und Pflanzen, auch Schaf- und Ziegenhalter würden durch die Förderung von Ausrüstungsgegenständen und dem Ankauf von Zuchttieren von dem Naturschutzgroßprojekt profitieren. „Die traditionelle Beweidung durch Schafe und Ziegen ist ein wichtiger Baustein des Naturschutzes und trägt zum Erhalt der seltenen Lebensräume und Biotope an der ehemaligen innerdeutschen Grenze bei“, so die Ministerin. Im Thüringer Naturschutzgebiet „Bischofsau“ soll auch die Beweidung mit Heckrindern, Konikpferden und Wasserbüffeln gefördert werden. Weiterhin sind Naturschutzmaßnahmen an Fließ- und Stillgewässern sowie im Wald vorgesehen.

Gefördert wird das Naturschutzgroßprojekt zu 75 Prozent vom Bund und 15 Prozent von den Freistaaten Thüringen und Bayern. Das länderübergreifende Fördergebiet umfaßt die vier Landkreise Hildburghausen und Sonneberg (Thüringen) sowie Coburg und Kronach (Bayern), die für die Umsetzung des Projekts im Jahr 2009 den Zweckverband „Naturschutzgroßprojekt Grünes Band Rodachtal – Lange Berge – Steinachtal“ gründeten. In den kommenden zehn Jahren werden dem Zweckverband hierfür jährlich mehr als 800.000 Euro zur Verfügung gestellt.

Das Naturschutzgroßprojekt „Grünes Band Rodachtal – Lange Berge – Steinachtal“ hat eine Laufzeit von zehn Jahren und dient der Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen innerhalb eines 8200 Hektar großen Schutzgebietes. Das Gebiet schließt 127 Kilometer des Grünen Bandes mit einer Fläche von 1057 Hektar ein, von denen sich 500 Hektar im Eigentum der Stiftung Naturschutz Thüringen befinden.

Das Naturschutzgroßprojekt weist eine bedeutsame Artenvielfalt auf. Das Gebiet beherbergt unter anderem 885 Gefäßpflanzenarten, von denen 65 gesetzlich geschützt sind und 309 auf den Roten Listen des Bundes und der Länder stehen. Rund 54 Prozent des Projektgebietes sind als FFH-Gebiet und 19 Prozent als EG-Vogelschutzgebiet ausgewiesen.

MI-TMUEN

 

30.04.2016


29.04.2016: Erwerbstätigkeit

52 Prozent aller 60- bis 65jährigen in Thüringen waren 2014 aktiv im Erwerbsleben.

Wie das Thüringer Landesamt für Statistik anläßlich des bevorstehenden „Tages der Arbeit“ mitteilt, waren im Jahr 2014 deutlich mehr ältere Personen am Arbeitsmarkt aktiv als noch vor zwei Jahren. Nach den Ergebnissen des Mikrozensus waren im Jahr 2014 mit 51,8 Prozent die Hälfte aller 60- bis 65jährigen erwerbstätig. 2012 lag dieser Anteil bei 44,7 Prozent.

Die Beteiligung am aktiven Erwerbsleben der 60- bis 65jährigen Männer stieg innerhalb von zwei Jahren leicht an. Im Jahr 2012 waren 51,9 Prozent der Männer dieser Altersgruppe am Arbeitsmarkt aktiv, 2014 bereits 53,6 Prozent.

Die Frauen holten deutlich auf. 48,8 Prozent der 60- bis 65jährigen standen 2014 aktiv im Erwerbsleben. Im Jahr 2012 lag der Anteil der weiblichen Erwerbstätigen in dieser Altersgruppe bei 37,5 Prozent.

PM-TLS

 

29.04.2016


28.04.2016: Differenzierte Herangehensweise vorgeschlagen

CDU-Wirtschaftsrat identifiziert Optimierungspotentiale bei der Thüringer Energieberatung in Unternehmen.

Als klug im Gedanken, jedoch mit erkennbarem Optimierungspotential in der Umsetzung, wertet der Thüringer Wirtschaftsrat die derzeitige Verfahrensweise bei Förderung und Umsetzung der Energieeffizienzberatung in Thüringer Unternehmen.

So werde die Förderung effizienzsteigernder Maßnahmen innerhalb der Unternehmen sowohl an eine meßtechnisch gestützte energiewirtschaftliche Potentialuntersuchung als auch an das Vorhandensein von gewerblichen Prozessen geknüpft. „Eine solche Verfahrensweise", so Rainer Otto, Vorsitzender der Landesfachkommission Energiepolitik des Wirtschaftsrates, „schränkt grundsätzlich den Kreis der Beratungsempfänger ein, denn nicht mit Produktionsprozessen behafteten Unternehmen wird im Vorhinein jegliches Energieeinsparpotential abgesprochen."

Das führe dazu, daß zahlreiche Unternehmen von Investitionszuschüssen bei der Ertüchtigung von Querschnitttechnologien - durch den Umgang mit der Richtlinie des Freistaates Thüringen zur Förderung von Energieeffizienzmaßnahmen und Demonstrationsvorhaben für eine nachhaltige und zukunftsfähige Energieerzeugung und -nutzung in Unternehmen vom 1. August 2015 - ausgeschlossen oder gänzlich verunsichert würden. Unklar sei, welches Ziel die in der Richtlinie verankerte Prozeßanalyse verfolge, da derzeit Anträge auf Investitionen im Bereich der eigentlichen Prozeßertüchtigung abgelehnt würden, die Umsetzung von Maßnahmen zur Optimierung von Querschnittstechnologien (also Druckluft, Beleuchtung, Pumpen ...) jedoch positiv beschieden werde. Darüber hinaus werde mit einem hohen finanziellen Aufwand eine besondere Energieberatung gefördert, während daraus resultierende Folgeinvestitionen schlichtweg durch die Auslegung der Förderrichtlinie durch die Thüringer Aufbaubank in der Förderung ausgeschlossen würden.

Otto empfiehlt deshalb eine zweistufige Beratungsförderung. Danach soll in einer vorgelagerten Stufe grob das Effizienz-Potential im Unternehmen festgestellt werden. Die Ergebnisse führen zu einem Benchmark, aus dem das Energieeinsparpotential (in kWh und Tonnen CO2) und das mögliche Investitionsvolumen im Wirtschaftsraum ablesbar sind. Aus diesen Erkenntnissen könnte ein nach Effizienz gestaffelter, möglicher Investitionszuschuß mit dem Fördermittelgeber vorbesprochen werden. Eine auf das wesentliche beschränkte meßtechnisch gestützte Untersuchung sollte die im ersten Schritt eruierten Aussagen qualifizieren. Dieses Vorgehen verspreche eine differenzierte Herangehensweise mit einer organisatorischen und monetären Aufwandsoptimierung in der Beratung. Durch eine Breitenberatung in Stufe eins, werde der Effekt der Energieberatung durch Identifikation und Senkung von Leistungsspitzen ergänzt und ganz nebenbei ein konjunktureller Impuls durch Förderung energieeinsparender Investitionen erzielt.

Die Beibehaltung der derzeitigen Verfahrensweise führe neben hohen Beratungsaufwand und -kosten zu nicht erfüllbaren Erwartungshaltungen, Unverständnis, Kritik und „Wut" in Bezug auf Investitionen innerhalb Thüringens sowie einem Rückgang in der Nachfrage nach der Beratungsleistung.

KARSTEN SEIFERT

 

28.04.2016


27.04.2016: „Ihr klares Wort für ihre Heimatregion wird uns fehlen“

CDU Thüringen trauert um langjährige Sonneberger Bürgermeisterin: Sibylle Abel im Alter von 60 Jahren verstorben.

Die CDU Thüringen trauert um Sibylle Abel aus Sonneberg. Die 60jährige Bürgermeisterin der Kreisstadt Sonneberg verunglückte am 26. April 2016. 

Der Schock über ihren Tod beim Landesverband und dem Vorsitzenden Mike Mohring sitzt tief. „Sibylle Abels Tod ist ein überaus tragischer Verlust für uns alle. Sie war eine starke Persönlichkeit und 22 Jahre eine erfolgreiche Bürgermeisterin für Sonneberg. Ihr Engagement, ihr Einsatz und ihr klares Wort für ihre Heimatregion, gerade in der aktuellen Gebietsreformdebatte, wird uns fehlen“, so Mohring ergriffen.

Abel war seit 1994 Bürgermeisterin der Kreisstadt. 1999 wechselte die streitbare Kommunalpolitikerin von der FDP zur CDU. 2012 wurde sie mit knapp 60 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Zu ihren Verdiensten gehören viele Firmenansiedlungen und die Eingemeindung Hönbachs. In der CDU Thüringen, ihrer Stadtverwaltung und bei den Sonneberger Bürgern war sie gleichermaßen beliebt.

Neben ihrem Ehemann hinterläßt sie eine Tochter.

PM-CDUT

 

27.04.2016


27.04.2016: „Prinzip ‚Wandel durch Annäherung‘“

„Ausloten statt ausgrenzen“: Thüringer Wirtschaftsministerium weist Forderung nach Absage der geplanten Iran-Reise zurück.

Das Thüringer Wirtschaftsministerium weist die Forderung der Landtagsabgeordneten Katharina König (Die Linke), die geplante Delegationsreise in den Iran abzusagen, zurück. „Unsere Strategie heißt: ausloten statt ausgrenzen“, macht Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) deutlich. „Bei aller notwendigen und berechtigten Kritik, die geäußert werden muß und die ich teile, ist ein pauschales Urteil über ein ganzes Land, über die Menschen dort, über Arbeitnehmer und Unternehmer in Summe ungerechtfertigt. Wir reisen in den Iran, um uns ein realistisches und differenziertes Bild der Lage vor Ort zu machen, Möglichkeiten der Kooperation mit Unternehmen und Hochschulen auszuloten und um die Gelegenheit zu nutzen, unmißverständlich die Rechtsverstöße und Fehlentwicklungen zu thematisieren.“

Wie zuvor schon der Bundesregierung – Bundeswirtschaftsminister Gabriel wird Anfang Mai nach Teheran reisen – und mehreren anderen Bundesländern gehe es auch der Thüringer Delegation darum, die geänderten wirtschaftlichen Bedingungen vor Ort kennenzulernen und für die Unternehmen und Hochschulen im Freistaat nutzbar zu machen. Bereits vor Thüringen haben zum Beispiel Delegationen aus Bremen, Baden-Württemberg, Bayern und Niedersachsen den Iran besucht, eine Delegation aus Sachsen hält sich derzeit dort auf. Niedersachsen und Bayern planen die Eröffnung eigener Kontaktbüros vor Ort.

„Eine Absage der Reise wäre ein Schlag ins Gesicht all derer, die sich im Iran für eine Öffnung des Landes und für die Verbesserung der Menschenrechtssituation einsetzen. Sie gilt es zu stärken“, so Tiefensee weiter. Auch aus diesen Kreisen hoffe man, während der geplanten Reise Gesprächspartner zu finden. „Ich halte nichts davon, die gesamte iranische Bevölkerung mit einer orthodoxen Minderheit über einen Kamm zu scheren und für deren Verhalten zu bestrafen. Wie andernorts praktiziert, wird das Prinzip ‚Wandel durch Annäherung‘ eher zum Erfolg führen, als der prinzipiellen Ausgrenzung einer ganzen Gesellschaft das Wort zu reden.“

Die Reise einer rund 30köpfigen Thüringer Wirtschafts- und Wissenschaftsdelegation unter Leitung von Minister Wolfgang Tiefensee führt vom 16. bis 20. Mai – erstmals überhaupt – in den Iran. Ziele sind Teheran und Isfahan. Auf dem Programm stehen unter anderem Unternehmensbesuche, ein Besuch der Messe „Iran Health 2016“, Gespräche in iranischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen, Kooperationsbörsen und Workshops. Die Reise soll unter anderem dazu dienen, die „Konstellationen“ von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft im Iran – insbesondere Marktzugangsbedingungen, Handelsstrukturen und das Wissenschaftssystem – kennenzulernen, Geschäftskontakte und Kooperationen anzubahnen.

STEPHAN KRAUSS

 

27.04.2016


27.04.2016: Verantwortung übernehmen

Thüringer CDU eröffnet Kommunalwahlkampf um Bürgermeister: Ortsvorsitzendenkonferenz in Alach mit Landeschef Mike Mohring.

Die Thüringer CDU startet am 29. April in den Kommunalwahlkampf 2016. Den Rahmen dazu bildet die in Alach (Erfurt) einberufene traditionelle Ortsvorsitzendenkonferenz. Nach Auskunft von CDU-Landesgeschäftsführerin Evelin Groß sind alle Ortsvorsitzenden und Bürgermeister-, Ortschafts- und Ortsteilbürgermeisterkandidaten der CDU sowie die Abgeordneten der Parlamente eingeladen, um mit der gesamten CDU-Spitze und dem CDU-Landesvorsitzenden Mike Mohring ins Gespräch zu kommen.

„Über 100 Kandidatinnen und Kandidaten, die von der CDU aufgestellt oder unterstützt werden, stellen sich in diesem Jahr den Wählern und sind damit bereit, Verantwortung in ihrer Kommune zu übernehmen, obwohl völlig unklar ist, wie lang die Wahlperioden sein werden, da die strukturell eingreifenden Gebietsreformpläne der Linkskoalition nach wie vor verschlossen bleiben“, erklärte Landesvorsitzender Mike Mohring.

Auf der Ortsvorsitzendenkonferenz wolle die christdemokratische Basis vor allem über den Generalangriff der rot-rot-grünen Koalition auf den ländlichen Raum diskutieren, teilte die Thüringer CDU mit.

Die Kommunalwahlen finden zum großen Teil am 5. Juni 2016 statt. Über 500 Bürgermeister werden für die Thüringer Städte, Gemeinden, Ortsteile und Ortschaften neu gewählt.

PM-CDUT

 

27.04.2016


27.04.2016: Anregungen für den Frühling

Aktion zur Eröffnung der Beet- und Balkonpflanzensaison: „Tag der offenen Gärtnerei – bei uns in Thüringen“ am 30. April 2016.

33 Gärtnereien im Freistaat Thüringen öffnen am 30. April die Türen zu ihren Gewächshäusern und präsentieren den Besuchern eine Fülle an Pflanzen und Ideen für das neue Gartenjahr. Das teilte das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft in einer Medieninformation mit.

„Der ‚Tag der offenen Gärtnerei‘ zeigt, wie vielfältig der Thüringer Gartenbau ist. Unsere Gärtnereien stehen für Qualität und gute Beratung. Hobbygärtner haben die Möglichkeit, sich bei der Aktion neue Anregungen für den Frühling zu holen“, sagte Landwirtschaftsministerin Birgit Keller (Die Linke) am 26. April in Erfurt zum Aktionstag.

Die Sehnsucht nach blühenden Pflanzen sei besonders nach den letzten sonnigen Tagen sehr groß. Beet- und Balkonpflanzen, Stauden und Gehölze sollen im Mittelpunkt des Geschehens stehen. Gemüsejungpflanzen und Obstgehölze würden angeboten, um für die gesunde Ernährung aus dem eigenen Garten zu sorgen.

Wie das Ministerium weiter mitteilte, bieten die Gärtner zum Beginn der Pflanzzeit ihren Kunden wieder einen umfangreichen Informationsservice rund um die Bepflanzung von Balkon, Terrasse und Garten an. Die Vielfalt der Sortimente und die zahlreichen Neuheiten seien heutzutage kaum zu überblicken. Ohne Fachberatung sei es für den Kunden oft schwierig, die richtigen Pflanzen für den richtigen Standort zu finden. Daher stellten die Gärtner mit Musterkästen und Pflanzbeispiele ihre Neuheiten vor.

Die Gärtnereien würden qualitativ hochwertige Pflanzen aus der Region anbieten. Frisch im Gartenbaubetrieb gekauft, könnten sie sich nach dem Auspflanzen im eigenen Garten prächtig entwickeln. Ein schöner Balkon, eine gemütliche Terrasse oder ein liebevoll bepflanzter Garten seien beste Voraussetzungen zur Erholung vom Alltag.

MI-TMIL

 

27.04.2016


26.04.2016: „Wichtige Plattform“

Thüringen präsentiert auf Hannover-Messe 2016 Lösungen für die digitale Zukunft der Industrie: 19 Aussteller an Gemeinschaftsstand.

Thüringen präsentiert sich auf der diesjährigen Hannover-Messe als innovativer Industriestandort: An dem rund 300 Quadratmeter großen, im Auftrag des Wirtschaftsministeriums von der LEG Thüringen organisierten Thüringer Gemeinschaftsstand „Industrial Supply“ beteiligen sich insgesamt 19 Unternehmen und Einrichtungen. Daneben präsentieren sich die Thüringer Hochschulen und Institute am Gemeinschaftsstand „Forschung für die Zukunft“. (nti-online.net berichtete am 25.04.2016).

Insgesamt ist der Freistaat in diesem Jahr mit 65 Ausstellern auf der noch bis 29. April andauernden Industriemesse vertreten. Die Branchenschwerpunkte der Thüringer Aussteller liegen dabei in den Bereichen Automobil- und Maschinenbau, in der Optik und Medizintechnik, der Informations- und Kommunikationstechnologie sowie den technischen Dienstleistungen.

„Im Fokus der Hannover-Messe steht der gravierende Wandel, der durch die weltweite Digitalisierung in der Industrie ausgelöst wird“, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), der die Messe am 28. April besuchen und sich an den Ständen Thüringer und anderer Aussteller über neue industrielle Entwicklungen, Trends und Produkte informieren wird. Für den Industriestandort Thüringen sei die bedeutendste Industriemesse der Welt eine wichtige Plattform, so der Minister: „Gerade in den Bereichen Fabrikautomation, Zulieferung oder Energieeffizienz haben Unternehmen aus Thüringen eine Vielzahl innovativer Produkte und Lösungen im Angebot. Umgekehrt stehen Schwerpunktthemen der Messe wie Digitalisierung und Industrie 4.0 auch für die Betriebe aus dem Freistaat ganz oben auf der Tagesordnung.“

Thüringen hat sich für dieses Feld neu aufgestellt. Bereits im März dieses Jahres hat das Wirtschaftsministerium das „Aktionsprogramm Wirtschaft 4.0“ vorgelegt, das die vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen in Thüringen bei ihrer Entwicklung in Richtung „Industrie 4.0“ unterstützen soll. Bis 2020 sollen dafür insgesamt Mittel von über 100 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. Gerade erst hat das Thüringer Zentrum für Maschinenbau (ThZM) an der Technischen Universität Ilmenau einen Erfolg beim bundesweiten Wettbewerb „Mittelstand 4.0 – Digitale Produktions- und Arbeitsprozesse“ errungen: Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie wählte die Thüringer Einrichtung als eine der in diesem Jahr zur Förderung anstehenden Kompetenzzentren für „Industrie 4.0“ aus. Das Zentrum, das eng mit dem Erfurter Kompetenzzentrum „Wirtschaft 4.0“ zusammenarbeiten wird, soll noch in diesem Jahr seine Arbeit aufnehmen.

Partnerland der Hannover-Messe ist in diesem Jahr die USA – insgesamt haben sich mehr als 5200 Aussteller aus 75 Ländern angemeldet. Tiefensee: „Wir werden die Messe auch nutzen, um bestehende Kontakte zu unseren ausländischen Partnern weiter zu vertiefen.“ Geplant sind ein Treffen Tiefensees mit dem lettischen Ministerpräsidenten Märis Kucinskis, ein Besuch am Stand von Tatarstan sowie der Empfang einer US-Delegation aus Ohio und Florida.

Ein Höhepunkt der Hannover-Messe ist der traditionelle Thüringen-Abend, der am 28. April im Convention Center stattfindet.

Als eine der weltweit größten Industrie- und Technologiemessen stellt die Hannover-Messe in diesem Jahr die Themen „Industrie 4.0“ und intelligente Energiesysteme in den Mittelpunkt. Die mehr als 5200 Aussteller präsentieren moderne Fabrik- und Energietechnik, innovative Zulieferlösungen und digitale Steuerungssysteme für Roboter und Produktionsanlagen. 58 Prozent der Aussteller kommen aus dem Ausland. Die wichtigsten Ausstellernationen sind Deutschland, China, das Partnerland USA, Italien, die Türkei und die Niederlande. Allein aus China werden rund 650 Aussteller erwartet, dicht gefolgt von den USA mit 465 Ausstellern.

STEPHAN KRAUSS

 

26.04.2016


26.04.2016: „Verhandlungen kurz vor dem Abschluß“

Thüringer Kabinett beauftragt Kulturminister Dr. Benjamin-Immanuel Hoff (Die Linke), die Theater- und Orchesterverträge abzuschließen.

Das Thüringer Kabinett hat sich am 26. April 2016 mit den finanziellen Auswirkungen der Theaterverträge befaßt und den Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten, Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff (Die Linke), ermächtigt, die Theater- und Orchesterverträge abzuschließen. „Die Verhandlungen mit den Trägern und Zuwendungsgebern der Theater und Orchester stehen kurz vor dem Abschluß. In allen Fällen ist ein Verhandlungsstand erreicht, der Vertragsabschlüsse zeitnah – bei den Kommunen noch unter Gremienvorbehalt – zuläßt“, sagte Kulturminister Hoff am 26. April in Erfurt.

Letzte Einzelheiten würden derzeit geklärt. Über die Ergebnisse und Details der Verhandlungen zu Finanzierung und Struktur der Theater- und Orchesterlandschaft werde zeitnah informiert.

„In den zahlreichen Gesprächen von Kulturminister Hoff mit den Trägern, Zuwendungsgebern und Intendanten über die Finanzierung der Theater und Orchester in Thüringen ab 2017 fand auf verschiedensten Ebenen ein konstruktiver Austausch statt – als Ausdruck partizipativer Kulturpolitik“, teilte die Thüringer Staatskanzlei in einer Medieninformation mit. Die Thüringer Staatskanzlei hatte im November vergangenen Jahres mit ihrem Konzept „Perspektive 2025“ einen Weg zur Sicherung und Fortentwicklung der Thüringer Theaterlandschaft aufgezeigt. Die Staatskanzlei verfolge dabei das Ziel, die Kulturausgaben im Freistaat zu stabilisieren und die Rahmenbedingungen für eine bis 2025 verläßliche Theaterentwicklung zu gestalten. Damit sollen „die Häuser und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Planungssicherheit erhalten“. Mit den eingesetzten Mitteln solle ein qualitativ anspruchsvolles Theaterangebot, die Zusammenarbeit von Stadt- und Staatstheatern mit der freien Theaterszene, kulturelle Jugendbildung und interkulturelle Aktivitäten gesichert werden. Erklärtes Ziel sei es, daß alle Theater und Orchester im Rahmen der verfügbaren Mittel an allgemeinen Tariferhöhungen teilhaben.

MI-TSK

 

26.04.2016


25.04.2016: Ausbau abgeschlossen

Unstrut-Werra-Radweg offiziell eröffnet: 11,8 Millionen Euro wurden seit 2009 investiert.

Der Ausbau des Unstrut-Werra-Radwegs ist abgeschlossen. Als letzter der insgesamt 13 Thüringer Fernradwege wurde er am 25. April von Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) gemeinsam mit der Landrätin des Kyffhäuserkreises, Antje Hochwind (SPD), offiziell eröffnet. „Der Radtourismus bietet eine enge Verbindung aus Naturerleben und kulturellen Highlights“, sagte Tiefensee. „Mit gut ausgebauten Radwegen kann Thüringen in diesem Segment künftig touristisch weiter wachsen.“

Der Unstrut-Werra-Radweg ist im Radverkehrskonzept für den Freistaat Thüringen als Radfernweg vorgesehen und Bestandteil des radtouristischen Landesnetzes. Er verläuft auf einer Länge von rund 120 Kilometern zwischen dem Werratal-Radweg bei Treffurt (Unstrut-Hainich-Kreis) und dem Unstrut-Radweg bei Artern (Kyffhäuserkreis). Mit Investitionen von 11,8 Millionen Euro – davon Förderung durch das Thüringer Wirtschaftsministerium in Höhe von 9,9 Millionen Euro – konnte die Strecke seit 2009 durchgehend ausgebaut, beschildert und befahrbar gemacht werden.

„Mit dem Unstrut-Werra-Radweg wird der Kyffhäuserkreis an den touristischen Radverkehr angeschlossen“, sagte der Wirtschaftsminister. Mit dem Residenzschloß Sondershausen, dem Kyffhäuserdenkmal, der Barbarossahöhle oder dem Panoramamuseum Bad Frankenhausen befänden sich Sehenswürdigkeiten von überregionaler Bedeutung in seinem Einzugsbereich. Mit seiner Weiterführung in den Unstrut-Hainich-Kreis sei der Weg für ganz Nordthüringen touristisch bedeutsam.

Der Radtourismus hat sich zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor für die Thüringer Tourismusbranche entwickelt: Pro Jahr finden im Freistaat derzeit rund 3,7 Millionen Fahrrad-Tagesreisen statt, durch die ein Umsatz von rund 60 Millionen Euro erwirtschaftet wird.

Das Thüringer Wirtschaftsministerium setzt deshalb auch einen klaren Schwerpunkt im Bereich Radtourismus: So hat das Land im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) und des Landesprogramms Tourismus bis heute rund 240 Projekte zum Ausbau der touristischen Radwege mit insgesamt 62,6 Millionen Euro unterstützt. Damit wurde der Ausbau von 530 Kilometern rein touristischer Radwege ermöglicht.

Weitere Investitionen sind geplant. Ziel ist der Ausbau des radtouristischen Landesnetzes bis 2020 auf einer Gesamtstrecke von rund 3200 Kilometern – bestehend aus rund 1500 Kilometern Radfernnetz und rund 1700 Kilometern Radhauptnetz. Damit wird sich die Länge des ausgebauten touristischen Radnetzes verdoppeln. Zusätzlich zu diesem Netz sollen weitere Erlebnisrouten entwickelt werden, die überregional bedeutende Themen vorweisen.

STEPHAN KRAUSS

 

25.04.2016


25.04.2016: Diagnose Rückenschmerzen

Krankheiten der Wirbelsäule und des Rückens sind ein häufiger Grund für einen Kuraufenthalt.

In den Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen mit mehr als 100 Betten wurden im Jahr 2014 deutschlandweit in 58.784 Fällen Thüringer vollstationär behandelt. Eine der häufigsten Ursachen für einen Kuraufenthalt waren nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik die Krankheiten der Wirbelsäule und des Rückens mit 8015 vollstationären Fällen.

„Rückenschmerzen, als häufigste Einzeldiagnose in dieser Rubrik, machten mehr als ein Drittel der Behandlungsfälle der Wirbelsäulen- und Rückenkrankheiten aus. Insgesamt betraf dies 3102 Fälle. Die durchschnittliche Behandlungsdauer von Rückenschmerzen in den Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen lag im Jahr 2014 bei 22,6 Tagen“, berichtete der Präsident des Thüringer Landesamtes für Statistik, Günter Krombholz.

PM-TLS

 

25.04.2016


25.04.2016: „Hannover ist ein Muß“

Thüringer Mittelständler auf der weltgrößten Leistungsschau der Industrie.

Am 25. April 2016 öffnet die weltgrößte Leistungsschau der Industrie - die Hannover-Messe - ihre Pforten. Mit dabei auch insgesamt 66 Thüringer Repräsentanten für Innovations- und Wirtschaftskraft des Freistaates. Sie finden sich in gemeinschaftlichen Präsentationen in Halle 2 (Forschung „Resarch & Technology“), 4 und 6 (Zulieferwirtschaft „Industial supply“) und mit Firmenständen in den verschiedenen weiteren Leitmessen für Automation, Digitale Fabrik und Energie.

„Hannover alljährlich im Frühjahr ist für uns inzwischen ein Muß zur Gewinnung neuer Interessenten, Kunden und Partner“, so der messeerfahrene Unternehmer Matthias Wetzel aus Jena. „Auch wir Mittelständler mit bis zu 100 Mitarbeitern werden dort als flexible Partner gesucht und besucht. Ein Messestand in Hannover steht für Leistungsstärke“, zerstreut er teilweise kursierende Vorbehalte seiner Unternehmerkollegen.

Alle Teilnehmer sind sich einig, Materialverständnis und Produktkompetenz seien unerläßliche Voraussetzungen für höchstpräzise und marktbestimmende Erzeugnisse und Dienstleistungen. Zudem ließen sich nur Zuliefer- und Systempartner mit einem gleichbleibend hohen Qualitätsniveau und Liefertermintreue in die intelligenten Fertigungsprozesse vernetzter Fabriken der Ära „Industrie 4.0“ einbinden.

Als solche werden sich auch 2016 in Hannover wieder Thüringer Unternehmen auf der Industial supply empfehlen. Die Messepräsentationen umfassen Teile, Komponenten, Baugruppen und Erzeugnisse verschiedenster herausfordernder Materialien und Composite von Keramiken bis Kunststoff und Metall. Entwicklungs-, Fertigungs-, Bearbeitungs- und Oberflächenveredelungsdienstleistungen garantieren erfolgversprechende Fachgespräche und Partnerschaften.

So punktet die Jenaer Matthias Wetzel Industriebeschriftungen mit „Systemkompetenz Oberfläche“ vom Präzisionsgleitschleifen, Laserbeschriften, mechanischem Gravieren und Teilen, Sieb- und Tampondruck, Pulverbeschichten und Lackieren bis zum systemischen Projektmanagement von Materialeinkauf bis Lieferung montagefertiger Gehäuse. Barat Ceramics GmbH steht als erste Adresse für Oxidkeramische Hochleistungswerkstoffe, Keramische Komponenten aus eigener Produktion insbesondere für Medizintechnik, im Anlagen- und Maschinenbau, in der Meß- und Regeltechnik sowie in der Ballistik. Nicht nur Automobil- sowie Informations-/Kommunikationstechnikbranche schätzen die Komos GmbH als Produktionsspezialisten im Zwei-Komponentenspritzen, für Metall-Kunststoffverbunde und Kunststoffteile mit galvanischer Oberfläche, ihre Metall-Stanz- und Drehteile, die elektromechanischen Baugruppen sowie Montageerfahrungen. Einzelstück- und Kleinserienfertigung sind die Domäne der Ingenieurbüro I-Z GmbH als Auftragsfertiger bei der CNC-Bearbeitung herausfordernder hochpräziser Bauteile verschiedenster Materialien und Komponenten auch per Fünf-Achs-Simultan- und Freiformfräsen. Breite Konstruktionserfahrungen sichern beste Produktionsvorrichtungen, Handlingssysteme und Sondermaschinen sowie Konstruktionsunterstützung zur Überleitung in die Serienfertigung.

Stellvertretend für Unternehmen mit eigenem Messestand ist die Magnetworld AG. Sie ist in Hannover an traditioneller Stelle in Halle 14 vertreten.

Auch später eher verdeckte Produkte sind unabdingbar für Intelligente Energienutzung und -verteilung, Energieeffizienz und auch für Industrie 4.0 und das darüberhinausgehende Internet der Dinge. Die Komos GmbH aus Bürgel hat sich aus diesem Grund für eine erste Teilnahme in Hannover entschieden. Sie zeigt neben ihren Fertigungskompetenzen ihre patentierte Daten-Dose (Unterputz-Installationsdose) und eine komplette Reihe an Installationselementen (Schalter, Melder, Sensoren, Netz- und Datenstechdosen, …). Das trifft den gesamten Bedarf der modernen Gebäude-Installation in Industrie, Gewerbe, Büro und auch Wohngebäude in Eigennutzung beziehungsweise auch als Mietobjekte. Modere Gebäudeinstallation, also Alarm- und Sicherheitssysteme für Brandmeldung, Einbrucherkennung und Videoüberwachung, Heizung-, Lüftung-, Klima kommuniziert mit einer zentralen Steuer- und Kontrollstelle. Dazu wird natürlich Übertragungstechnik kabelgebunden (Elektro-, Daten-, Netzwerkkabel) und auch per Mobilfunknetz oder WLan benötigt. Das Komos-Sortiment kann all dies bedienen.

Steigen werden die Einsatzmöglichkeiten und Einsatzzahlen mit dem zunehmenden direkten Datenaustausch der Dinge untereinander (Internet der Dinge) insbesondere mit der Umsetzung Industrie 4.0, wenn Automaten in Produktion, Fertigung, Montage untereinander Daten und Informationen austauschen. Der Magnetspezialist kann unter anderem von seinen ersten Entwicklungsergebnissen bei Intelligenten Materialien - Smart Materials (magnetische Materialverbünde) berichten. Diese sind unabdingbare Voraussetzung für die praktische Umsetzung der automatischen Fertigung unter Industrie 4.0. Meßdaten und damit Vorhersagen zur Funktion und geschätzten Lebensdauer von Komponenten in den Automaten werden erst so möglich. So wird die Selbstüberwachung möglich. Dank der gelieferten Status- und Signaldaten kann nämlich Fehlfunktionen durch Ermüdung oder Zerstörung rechtzeitig vorgebeugt werden.

KARSTEN SEIFERT

Überzeugende Produkte und Leistungen für den Treff der internationalen Fachwelt: die Thüringer Unternehmer und Hannover-Messe-Teilnehmer Matthias Wetzel, Constanze Bürger, René Wendt, Jörg-Peter Zippel (von links).

Foto: KARSTEN SEIFERT

25.04.2016


24.04.2016: Interkulturelle Kompetenzen

GlobeCom: Studierende entwickeln PR-Konzept für Umweltstiftung in Abu Dhabi.

Interkulturelle PR-Praxis schon an der Universität erleben: Das deutschlandweit einzigartige und an der Uni Erfurt ins Leben gerufene Global Communications Projekt (GlobCom) macht‘s möglich – in diesem Jahr sogar mit einer Rekordzahl von 267 Studierenden aus 15 Universitäten auf fünf Kontinenten. Dabei entwickeln die Teilnehmer ganz praxisnah als „globale Agenturen“ ein PR-Konzept für einen realen Auftraggeber – diesmal eine Umweltstiftung in Abu Dhabi. Unter den 15 Partneruniversitäten ist 2016 erstmals auch eine Hochschule in Istanbul. Aus Erfurt sind insgesamt 22 Studierende aus der Kommunikationswissenschaft dabei.

„Die nächste Generation von PR-Experten braucht neben dem Handwerkszeug auch interkulturelle Kompetenzen und Erfahrung im Projektmanagement“, sagt Dr. Volker Stoltz, Präsident des Global Communication Institute e.V., der das GlobCom im Jahr 2001 an der Universität Erfurt gründete. „Unser Projekt erlaubt es den Studierenden, diese unter realistischen Bedingungen anhand einer realen Aufgabenstellung zu trainieren. Wir sind stolz darauf, dafür erneut einen renommierten internationalen Partner gewonnen zu haben.“

Der diesjährige Auftraggeber ist der Mohamed bin Zayed Species Conversation Fund (MbZSCF) mit Sitz in Abu Dhabi, der das „GEF Dugong and Seagrass Conversation Project“ ins Leben gerufen hat. Ziel des von den Vereinten Nationen unterstützten Projektes ist der Schutz der vom Aussterben bedrohten Dugongs. Die nun von den Studierenden zu entwickelnde Kampagne soll über einen Zeitraum von vier Jahren die Öffentlichkeit auf die Gefährdung dieser seltenen Tierart aufmerksam machen. „Im ersten Teil von GlobCom haben sich die Studierenden anhand vieler Beispiele theoretisch mit internationaler und globaler PR vertraut gemacht“, sagt Daniel Silberhorn, Dozent für Global Communications an der Universität Erfurt. „Jetzt setzen sie dieses Wissen in interkulturellen, global vernetzt arbeitenden Teams in die Praxis um. Eine Chance, die viele Berufseinsteiger oft über Jahre nicht bekommen. Damit ist Erfurt ganz vorn dabei, wenn es um zukunftsfähige Ausbildung in professioneller Kommunikation geht.“

Der Höhepunkt des diesjährigen Projektes ist das Abschlußsymposium in Abu Dhabi Ende Mai, bei dem die studentischen Agenturen in einem Pitch gegeneinander antreten.

CARMEN VOIGT

 

24.04.2016


23.04.2016: „Regelrechte Blamage“

Kulturstadt Weimar demontiert sich selbst: Ab dem Bauhausjahr 2019 kein Kunstfest mehr.

Am selben Tag, an dem das Programm des Kunstfestes Weimar 2016 der Öffentlichkeit präsentiert werden soll, will der Weimarer Stadtrat die Einstellung der städtischen Förderung des Kunstfestes ab 2019 beschließen. Am 27. April demontiert sich also die Stadt selbst als „Kulturstadt“, denn mit dem Beschluß stünde das traditionsreiche Festival, das 1990 als eine der ersten deutsch-deutschen Kulturinitiativen nach dem Mauerfall gegründet wurde, vor dem Aus.

Das Kunstfest ist mit all seinen dynamischen Veränderungen in diesem Vierteljahrhundert bei Künstlern und Publikum gleichermaßen beliebt und erbringt Jahr für Jahr den Beweis, daß zeitgenössische Kunst in der geschichtsträchtigen Klassikerstadt Weimar einen festen Platz hat. Mit der programmatischen Neuausrichtung durch Christian Holtzhauer seit 2014 hat es sich stärker als jemals zuvor der Stadt Weimar gegenüber geöffnet, ohne an überregionaler Strahlkraft einzubüßen. Das Kunstfest Weimar ist heute ein anerkannter Kooperationspartner im internationalen Kulturbetrieb.

„Die Einstellung des Kunstfests gerade im Jahr 2019 wäre für Weimar und für ganz Thüringen nicht nur ein großer Verlust, sondern eine regelrechte Blamage - jährt sich dann doch die Verabschiedung der Weimarer Verfassung sowie die Gründung des Bauhauses in Weimar zum 100. Mal“, empört sich Holtzhauer. „Weimar wird dann erneut im Fokus einer weltweiten geschichts- und kulturinteressierten Öffentlichkeit stehen. Als international ausgerichtetes und genreübergreifend arbeitendes Festival wäre das Kunstfest Weimar wie kaum eine andere Kulturinstitution in der Lage, mit künstlerischen Arbeiten die Bedeutung dieser historischen Ereignisse für unsere Zeit zu untersuchen.“

Seit 2014 wird das Kunstfest als künstlerisch eigenständige Abteilung des Deutschen Nationaltheaters Weimar geführt, gefördert von der Stadt mit jährlich 250.000 Euro sowie vom Land mit 650.000 Euro. Die Höhe der Zuschüsse ist aneinander gekoppelt, so daß die Streichung eines Zuschusses den Wegfall der gesamten Förderung bedeutet.

FRANK FRIEDRICH

 

23.04.2016:


22.04.2016: Beschluß

„Monsterkreise und lebensfremde kommunale Großstrukturen werden insbesondere für Kinder und Jugendliche im ländlichen Raum die Beteiligungsmöglichkeiten spürbar einschränken“: Junge Union Thüringen beschließt Unterstützung für Volksbegehren zur Gebietsreform.

Der Landesvorstand der Jungen Union Thüringen hat am Abend des 21. April einstimmig beschlossen, das vom Verein „Selbstverwaltung für Thüringen" angekündigte Volksbegehren gegen die von Rot-Rot-Grün geplante Gebietsreform zu unterstützen.

In dem Beschluß heißt es: „Die von Rot-Rot-Grün geplante Gebietsreform entspricht nicht den Interessen der jungen Generation. Monsterkreise und lebensfremde kommunale Großstrukturen werden insbesondere für Kinder und Jugendliche im ländlichen Raum die Beteiligungsmöglichkeiten spürbar einschränken. Ehrenamtliches Engagement, wie beispielsweise im Sport, der Feuerwehr oder der Politik, wird für Jugendliche und Kinder durch längere Fahrtwege erheblich erschwert. Die Gebietsreform widerspricht auch deshalb den Interessen der jungen Generation, weil in ihrer Folge zunächst erhebliche Mehrausgaben in dreistelliger Millionenhöhe zu erwarten sind. Auch kurzfristige Mehrausgaben sind ohne belegbare langfristige Einsparpotentiale nicht zu rechtfertigen."

Weiterhin ist in dem Beschluß der Jungen Union zu lesen: „Die Junge Union ruft alle ihre Mitglieder in Thüringen auf, das geplante Volksbegehren zu unterstützen. Wenn laut aktuellen Umfragen rund 60 Prozent der Thüringer die von Rot-Rot-Grün geplante Gebietsreform ablehnen, hat ein Volksbegehren gute Aussichten auf Erfolg. Wir wollen gemeinsam mit unserer kommunalen Basis für thüringengerechte kommunale Strukturen intensiv streiten und kämpfen."

Der Landesvorsitzende der Junge Union Thüringen und Landtagsabgeordnete Stefan Gruhner erklärte am 22. April in Erfurt dazu: „Wir wollen als JU-Landesverband ein eindeutiges Zeichen der Unterstützung an die Initiatoren des Volksbegehrens senden. Deshalb rufen wir unsere Mitglieder landesweit auf, intensiv vor Ort zu kämpfen und sich zu beteiligen, wenn ein Volksbegehren auf den Weg gebracht wird. Damit flankieren wir den parlamentarischen Kampf der CDU-Landtagsfraktion und der Landespartei. Ich begrüße es ausdrücklich, daß die CDU Thüringen auch ihre Kreisverbände ermuntert, sich vor Ort zu beteiligen. Das ist ein guter Weg, damit das Volksbegehren eine breite Basisbewegung über Parteigrenzen hinweg werden kann."

PM-JUT

 

22.04.2016


22.04.2016: Löcher in den Bauch gefragt

Kleine Entdecker im Krankenhaus: Vorschüler der Igelgruppe vom Kindergarten „Phantasia“ besuchten Hufeland-Klinikum in Bad Langensalza und kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.

So schnell werden Nelly, Finn-Niklas und ihre Freunde aus dem Kindergarten „Phantasia“ den Tag im Krankenhaus nicht vergessen. Gemeinsam mit der Erzieherin Andrea Grauel und Praktikantin Lisa Schiller besuchten die zwölf Vorschulkinder der Igelgruppe am 20. April einen ganzen Vormittag lang das Hufeland-Klinikum in ihrer Heimatstadt Bad Langensalza, durften hier Schwestern und Ärzten Löcher in den Bauch fragen, einmal im Rettungswagen Platz nehmen und ganz viel selbst ausprobieren.

Zu Beginn des spannenden Tages empfingen das Hufeland-Maskottchen „Hufi“ und Birgit Fischer-Mogk, die stellvertretende Pflegedienstleiterin, die vorfreudigen Kinder. Dann ging es in den großen Konferenzraum, wo Küchenleiter Christian Krocker schon allerhand gesunde Leckereien vorbereitet hatte. Denn das Thema Gesunde Ernährung ist ein wichtiger Aspekt in der Krankenhausarbeit, aber auch im Kindergarten. Das aktuelle Tiger-Kids-Projekt der AOK-Krankenkasse, an dem sich „Phantasia“ beteiligt, steht unter dem Motto „Ernährung, Entspannung, Bewegung“. Und wenn es um ausgewogene Ernährung geht, da kennt sich der Küchenleiter der beiden Hufeland-Kliniken in Bad Langensalza und Mühlhausen natürlich bestens aus. Er erklärte den Jungen und Mädchen, wie gesund vor allem Obst und Gemüse sind, und ließ die Kinder Weintrauben, Physalis, Ananas und vieles mehr kosten. Gemeinsam mit Dr. Mihai Petru Ichim erklärte Schwester Birgit, warum es wichtig ist, sich die Hände zu waschen, wie man sie am besten sauber bekommt und wann man sie unbedingt waschen muß. Ganz anschaulich erklärte sie, wie Bakterien aussehen, wie sie übertragen werden und welche Krankheiten sie verursachen können.

Dann ging es in die Rettungsstelle, wo schon Schwester Sandra auf den wißbegierigen Besuch wartete. Bei ihr erfuhren die Kinder, wie ein Gipsverband angelegt wird – ein paar Mutige ließen sich sogar einen dieser Verbände selbst anlegen. Und nachdem Schwester Birgit mittels des Stethoskops den Herzschlag der kleinen Probe-Patienten hörbar machte, durften die Kinder dann zusehen, wie Dr. Mihai Petru Ichim mit dem Ultraschallgerät in den Bauch von Nelly und Milena leuchtete. Aufregend, wie es da drinnen aussieht!

Nun ging es nach draußen, wo Rettungsdienstassistent Dominik Markert die Gäste einen Blick in den Notarzt- und den Rettungswagen werfen und sie sogar einmal Probe sitzen ließ. Jede Frage der kleinen Entdecker beantworteten er und das Team des Krankenhauses gern und geduldig. Kein Wunder, daß auf die Frage, wer denn alles Arzt oder Rettungsassistent werden will, fast jeder Finger oben war. Was für ein aufregender Tag für die kleinen Vorschüler.

PI-HKG

Wißbegierige Besucher in der Rettungsstelle des Hufeland-Klinikums in Bad Langensalza: Die Mutigen ließen sich sogar einen Gipsverband anlegen.

Foto: HKG-ARCHIV

22.04.2016


21.04.2016: „Die Linke 2.0“

Junge Union Thüringen: Höcke ist ein „Sicherheitsrisiko für unser Land“.

Der Landesvorsitzende der Jungen Union Thüringen und Landtagsabgeordnete Stefan Gruhner hat den Vorsitzenden der Thüringer AfD, Björn Höcke, als „Sicherheitsrisiko für unser Land" bezeichnet.

„Wer will, daß Deutschland aus der Nato austritt, isoliert uns nicht nur außenpolitisch, sondern gefährdet die kollektive Sicherheit", sagte Gruhner am 21. April in Erfurt zur Forderung des Thüringer AfD-Politikers Björn Höcke, Deutschland solle die Nato verlassen.

Gruhner unterstrich, daß die Forderung nach einem Nato-Austritt sich auch in der Programmatik der Partei Die Linke finden lasse. „Es ist sehr interessant, daß Herr Höcke jetzt auch Positionen der extremen Linken kopiert. Außenpolitisch gesehen, macht er die AfD damit zur Linken 2.0. Darin sieht man, wie nah sich die Populisten von links und rechts in diesem Land wirklich sind", stellte Gruhner fest.

Der JU-Vorsitzende betonte: „Die AfD will Deutschland nicht nur mit antieuropäischer und nationalistischer Politik in der EU isolieren, sondern auch verteidigungs- und außenpolitisch in der Welt. Damit zeigt Herr Höcke nur, daß er nicht von dieser Welt ist."

PM-JUT

 

21.04.2016


21.04.2016: „Verheerendes Signal“

Krankenhausplanung: Bevölkerung und Belegschaften nicht verunsichern.

Mehr Sachlichkeit hat Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Die Linke) am 21. April in Erfurt anläßlich einer aktuellen Stunde des Thüringer Landtages zur Krankenhausplanung eingefordert. Forderungen nach Schließungen einzelner Krankenhäuser erteilte die Ministerin erneut eine Absage.

„Mein Ziel ist es, alle Thüringer Krankenhausstandorte zu erhalten“, sagte die Ministerin. Der neue Krankenhausplan werde bis Ende dieses Jahres vorgelegt. „Bis dahin rate ich allen Beteiligten zu mehr Sachlichkeit. Forderungen nach Schließungen verunsichern nicht nur die Bevölkerung. Sie sind auch ein verheerendes Signal an Ärzte und medizinisches Pflegepersonal, gerade in einer Situation, in der nicht nur im Thüringer Gesundheitswesen vielfältig um Fachkräfte geworben wird.“

Laut Werner sind in der Krankenhausdebatte die Investitionen des Freistaats ein ganz wesentlicher Aspekt. „Beispielsweise sind in die kürzlich vom vdek in Frage gestellten acht Standorte Investitionsmittel in einer Gesamthöhe von 255 Millionen Euro geflossen. Diese öffentlichen Gelder sind dort gut und nachhaltig angelegt“, erklärte Heike Werner.

Ziel des Thüringer Krankenhausplanes ist es, eine patienten- und bedarfsgerechte stationäre Versorgung der Thüringer Bevölkerung mit leistungsfähigen und wirtschaftlichen Krankenhäusern auch in Zukunft zu gewährleisten. Im Krankenhausplanungsausschuß beraten Vertreter der Kassen, der Krankenhäuser und Verbände unter Leitung des Thüringer Gesundheitsministeriums.

Der Krankenhausplan wird in angemessenen Zeiträumen, spätestens jedoch nach sechs Jahren, fortgeschrieben und danach veröffentlicht. Zudem muß der Plan alle zwei Jahre überprüft werden.

MI-TMASGFF

 

21.04.2016


20.04.2016: „Authentisch“

Lokalrundfunk im Thüringer Landtag: Bürgermedien und Lokal-TV bringen Politik in die Regionen.

„Erstmals übertragen in Thüringen Bürgerradios und lokale Fernsehveranstalter Plenardebatten direkt aus dem Landtag in Erfurt und bringen die Themen aus dem Plenum in die Regionen. Das ist der Start eines neuen Medien-Dialogs, der den Bürgerinnen und Bürgern Landespolitik aus erster Hand bietet.“ Dies erklärten am 20. April Landtagspräsident Christian Carius (CDU) und der Direktor der Thüringer Landesmedienanstalt (TLM), Jochen Fasco, zum Start der Lokal-Rundfunk-Box im Thüringer Landtag. Der vom Landtag zur Verfügung gestellte Senderaum in unmittelbarer Nähe zum Plenarsaal wurde kurz vor Beginn der 46. Plenarsitzung in Betrieb genommen. Damit ergänzen die lokalen Veranstalter die etablierte Parlamentsberichterstattung der privaten und öffentlich-rechtlichen Medienanstalten sowie der Thüringer Print- und Onlinemedien.

„Die Bürgermedien sind im Freistaat längst zum festen Bestandteil der landesweiten Medienlandschaft geworden“, sagte Christian Carius. „Ihre Akzeptanz bei den Nutzern ist groß. Denn Bürgermedien sind authentisch und immer nahe am Geschehen. Deshalb habe ich dieses Engagement gerne unterstützt“. Jochen Fasco wiederum ist gespannt, wie das neue Angebot bei den Zuschauern und Zuhörern ankommt. „Mit dem Engagement der ehrenamtlichen Bürgerradiomacher und der Redakteure der Lokal-TV-Veranstalter werden die Thüringer zukünftig noch unmittelbarer am politischen Geschehen teilhaben können. Ich wünsche mir eine rege Nutzung durch die Veranstalter. Sie haben es in der Hand, die großen, landesweiten Themen auf die Regionen herunterzubrechen“, so Fasco.

In Thüringen gibt es neun regionale und lokale TV-Programme und zehn Bürgerradios. Radio Frei und Radio Lotte Weimar sendeten live drei Stunden über die UKW-Frequenzen 96,2 MHz in Erfurt und 106,6 MHz in Weimar. Im Rahmen des Programmaustauschs zwischen den Sendern werden die Beiträge aus dem Landtag auch den anderen Thüringer Bürgersendern zur Ausstrahlung bereitgestellt. Radio Enno aus Nordhausen hat über 100,4 MHz die erste Sendung aus dem Landtag ebenfalls übertragen. Auch eine Reihe der Thüringer Lokal-TV-Veranstalter waren vor Ort. Zu sehen sind die Beiträge und Interviews ab 21. April insbesondere bei JenaTV, bei TV.Altenburg und bei Salve.TV sowie landesweit im Magazin Thüringen.TV.

PM-THL-TLM

 

20.04.2016


20.04.2016: Uneigennütziges Engagement

„Für den Tierschutz beispielhafte Initiativen hervorheben und würdigen": Thüringer Sozialministerin Heike Werner (Die Linke) lobt Tierschutzpreis 2016 aus.

Die Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Heike Werner (Die Linke), hat den Thüringer Tierschutzpreis 2016 ausgelobt. Diese Auszeichnung wird mittlerweile zum 22. Mal verliehen.

Die Politikerin sagte: „Tierschutz ist eine wichtige Aufgabe. In Thüringen engagieren sich viele Menschen auf unterschiedliche Weise und vor allem auch ehrenamtlich für Tiere. Diese Arbeit steht nicht oft im Fokus der Öffentlichkeit.“ Mit dem Tierschutzpreis wolle die Landesregierung auf dieses uneigennützige Engagement aufmerksam machen und es würdigen. „Ich rufe alle Bürgerinnen und Bürger sowie Verbände und Vereine auf, ihnen bekannte und für den Tierschutz beispielhafte Initiativen vorzuschlagen."

Bewerbungsfrist ist der 30. Juni 2016.

Der Thüringer Tierschutzpreis wird für herausragende Leistungen bei der Betreuung und Pflege von herrenlosen und in Not geratenen Tieren, der Schaffung von Tierheimplätzen sowie den Einsatz für einen besseren Umgang mit Tieren einschließlich der Vermittlung des Tierschutzgedankens an Kinder und Jugendliche vergeben. Darüber hinaus sollen mit dem Tierschutzpreis beispielgebende Initiativen zur artgerechten Haltung landwirtschaftlicher Nutztiere, zum tierschutzgerechten Tiertransport sowie zur Entwicklung und Anwendung von Alternativmethoden zur Ablösung von Tierversuchen gewürdigt werden.

Die Auswahl der Preisträger nimmt der Thüringer Tierschutzbeirat vor. Es werden fünf Preise in einer Gesamthöhe von 2600 Euro ausgeschrieben. Die Preisverleihung erfolgt anläßlich des Welttierschutztages im Oktober dieses Jahres.

CORINNA HERRMANN

 

20.04.2016


20.04.2016: Zuwächse

Nach 13 Monaten wieder Umsatzanstieg im Thüringer Bauhauptgewerbe. Der Arbeitsplatzabbau setzt sich aber fort.

Im Thüringer Bauhauptgewerbe wurden nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik vom 20. April  in den ersten zwei Monaten des Jahres 2016 baugewerbliche Umsätze in Höhe von rund 176 Millionen Euro erzielt. Das waren (bei gleicher Anzahl von Arbeitstagen) neun Millionen Euro beziehungsweise 5,7 Prozent Umsatz mehr als im Vorjahreszeitraum.

In den einzelnen Bausparten wurden in den ersten beiden Monaten 2016 Zuwächse erzielt.

Der Wohnungsbau hatte mit 9,8 Prozent den höchsten Umsatzzuwachs zu verzeichnen. Im gewerblichen Bau gab es eine Steigerung von 8,3 Prozent und im öffentlichen- und Straßenbau steht ein Mehr an Umsätzen von 2,1 Prozent zu Buche.

Insgesamt wurden nach Informationen der Statistiker im Januar und Februar 2016 Aufträge in Höhe von 226 Millionen Euro abgeschlossen. Damit zeigt die Auftragslage gegenüber den ersten beiden Monaten des Vorjahres ein Plus von 14,5 Prozent. Diese Entwicklung sei laut Landesamt auf einen Anstieg der wertmäßigen Nachfrage nach Bauleistungen im öffentlichen- und Straßenbau in Höhe von 25,4 Prozent und im Wohnungsbau von 17,0 Prozent zurückzuführen. Im gewerblichen Bau gab es dagegen gegenüber den ersten zwei Monaten des Vorjahres ein um 3,2 Prozent niedrigeres Auftragsvolumen.

Für die Statistik berücksichtigt wurden Betriebe mit im allgemeinen 20 und mehr Beschäftigten. Durchschnitt waren in den betreffenden 289 Thüringer Betrieben des Bauhauptgewerbes 13.083 Personen tätig. Damit lag der Personalstand um 3,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die Umsatzproduktivität stieg um 9,5 Prozent auf 13.683 Euro an.

ULRIKE LENK

 

20.04.2016


20.04.2016: Erinnerung an intensive Zeitzeugengespräche

„Wir sind ihm zu großer Dankbarkeit verpflichtet“: Thüringens Landtagspräsident Christian Carius (CDU) zum Tode des ehemaligen Buchenwald-Häftlings Gert Schramm.

„Mit Gert Schramm verlieren wir einen weiteren Überlebenden und Zeitzeugen, der sich in besonderer Weise und mit großem persönlichen Engagement für die Auseinandersetzung mit den furchtbaren Verbrechen des Nationalsozialismus‘ verdient gemacht hat.“ Das erklärte am 20. April Thüringens Landtagspräsident Christian Carius (CDU) in Erfurt zum Tode des ehemaligen Buchenwald-Häftlings. „Ich denke dabei“, so der Präsident weiter, „an seine zahlreichen Besuche hier im Landtag und in der Gedenkstätte Buchenwald. Aber auch an die intensiven Zeitzeugengespräche mit Schülerinnen und Schülern. Wir sind ihm zu großer Dankbarkeit verpflichtet. Gert Schramm wird einen festen Platz in unserer Erinnerung behalten.“

Der ehemalige Buchenwald-Häftling Gert Schramm wurde am 25. November 1928 als Sohn eines Afro-Amerikaners und einer Deutschen in Erfurt geboren. Im Sommer 1944 wurde er in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert. Er war der jüngste dunkelhäutige Häftling im KZ Buchenwald. Nach dem Krieg lebte und arbeitete Schramm in Ost- und Westdeutschland. Zuletzt wohnte er in Eberswalde. Gert Schramm starb nach langer und schwerer Krankheit am 18. April 2016.

PM-TL

 

20.04.2016


19.04.2016: Verfall aufhalten

Nun ist es amtlich: Fördermittelbescheid für das Neue Jagdschloß in Hummelshain.

Große Freude herrscht in Hummelshain über einen druckfrischen Brief aus Erfurt. Das Thüringer Landesamt für Denkmalpflege hat dem Förderverein im Rahmen der Projektförderung für das Jahr 2016 insgesamt 73.000 Euro bewilligt. Erstmalig stehen damit Landesmittel für dringliche Sicherungsarbeiten am Neuen Jagdschloß zur Verfügung. Die Bemühungen um Unterstützung durch den Freistaat Thüringen für das einstige Herzogsschloß laufen bereits  seit mehr als zehn Jahren. (nti-online.net berichtete am 02.06. 2015 und 20.07.2015). Mehrfach hatte sich der Förderverein mit offenen Briefen an die Landesregierungen und an Landtagsabgeordnete gewandt und auf die kritische Situation des kostbaren Baudenkmals hingewiesen, die durch den Verkauf des Schlosses an einen nichtsolventen Eigentümer entstanden ist. Nun konnte in Gesprächen mit Landeskonservator Holger Reinhardt, der zuständigen Staatsekretärin Dr. Babett Winter (SPD) und dem Denkmalverbund Thüringen ein Weg erarbeitet worden, wie trotz der prekären Eigentumsverhältnisse bauliche Maßnahmen gegen den Verfall des Schlosses ergriffen werden können. Als Voraussetzung dafür hat der Förderverein bereits 2015 die notwendigen vertraglichen Regelungen mit dem Eigentümer getroffen und eine umfassende Bauschadensuntersuchung durchführen lassen.

Wie schon die Höhe der Fördersumme deutlich macht, geht es derzeit nicht um die - fraglos sehr wünschenswerte - Sanierung des auch als „Thüringisches Neuschwanstein“ bezeichneten Schlosses. Es sollen vielmehr erste Schritte zu einer nachhaltigen Sicherung gegangen werden, um den Verfall zumindest aufzuhalten. Darüber haben sich Denkmalbehörde, Förderverein und der zuständige Architekt Dr. Seelig vom Ingenieurbüro Dischereit und Partner bei einer Bauanlaufberatung verständigt. Schwerpunkte für 2016 sind die Teilinstandsetzung eines einsturzgefährdeten Dachbereiches und die Instandsetzung des Altans am Herzog-Ernst-Flügel sowie die Sicherung des Balkons an der Südseite, durch den momentan Niederschlagswasserin die darunterliegenden repräsentativen Räume eindringt. Nachdem der Förderbescheid nun vorliegt, können die drei  Projekte im Detail geplant und ausgeschrieben werden. In den Sommermonaten sollen die Baumaßnahmen ausgeführt werden. Bei der Bauanlaufberatung haben die Denkmalbehörde und der Vorsitzende des Fördervereins laut einer Pressemitteilung des Vereins „an den Schloßbesitzer Dr. Lutz Rothe appelliert, seiner Verpflichtung als Eigentümer nachzukommen und mit Eigenmitteln weitere Sicherungsmaßnahmen durchzuführen“. Besonders dringlich sei die Aufforderung an ihn gewesen, bis zum Baubeginn die Stromversorgung des Neuen Schlosses wieder in Gang setzen zu lassen.

PM-FVSH

Hummelshainer Schloß-Fördervereinsvorsitzender Rainer Hohberg mit dem amtlichen Bescheid: Erste Schritte zu einer nachhaltigen Sicherung.

Foto: FVSH-ARCHIV

19.04.2016


18.04.2016: „Einmalige Chance“

Ein Meilenstein für die Universität Erfurt: Wissenschaftsrat gibt grünes Licht für zehn Millionen Euro teuren Forschungsneubau auf dem Campus.

Es ist ein Meilenstein für die Universität Erfurt – nicht nur angesichts des hohen Sanierungsbedarfs auf dem Campus: Der Wissenschaftsrat hat „grünes Licht“ für den Bau eines neuen Forschungsgebäudes an der Universität Erfurt gegeben. Rund zehn Millionen Euro wollen – je zur Hälfte – der Bund und das Land Thüringen hier in den kommenden Jahren investieren. Die Bauplanungen könnten 2017 beginnen. Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) wird am 24. Juni 2016 auf Grundlage der Empfehlungen des Wissenschaftsrates endgültig über die Aufnahme von Forschungsbauten in die Förderung entscheiden.

Die Universität Erfurt hatte im vergangenen Jahr einen entsprechenden Vorantrag beim Wissenschaftsrat eingereicht. Dieser war für aussichtsreich befunden worden, so daß im Januar der Vollantrag folgte. „Ein solcher Neubau ist für uns eine einmalige Chance, auf dem Campus noch näher zusammenzurücken“, freut sich Jan Gerken, Kanzler der Universität Erfurt, nach dem „Go“ vom Wissenschaftsrat. „Zugleich können wir den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an unserer Hochschule modernste Räume zum Arbeiten bieten, so daß der geplante Neubau nicht nur eine Bereicherung für den Campus, sondern auch ein wichtiger Schritt im harten Wettbewerb um Ressourcen und Köpfe sein wird.“

Der Neubau soll auf dem Gelände zwischen Universitätsbibliothek und dem derzeit im Bau befindlichen Kommunikations- und Informationszentrum (KIZ) entstehen, bis 2020 fertiggestellt sein und künftig das Max-Weber-Kolleg sowie weitere Forschungsgruppen beherbergen. Die Bewilligung eines solchen Vorhabens für eine geisteswissenschaftliche Hochschule wie die Uni Erfurt ist indes alles andere als selbstverständlich: In der Vergangenheit konnten hier eher die Exzellenzcluster oder Hochschulen mit großen naturwissenschaftlichen Projekten punkten. „Um so stolzer macht uns das ‚Ja‘ des Wissenschaftsrates“, sagt Olaf Römer, Mitarbeiter im Projektbüro der Uni Erfurt, der gemeinsam mit Prof. Dr. Hartmut Rosa, Prof. Dr. Jörg Rüpke und Dr. Bettina Hollstein vom Max-Weber-Kollegs maßgeblich am Förderantrag beteiligt war.

Mit dem Forschungsbau soll nun die Umsetzung eines langfristigen Forschungsprogramms zum Thema „Attraktion, Repulsion, Indifferenz – eine kulturvergleichende Analyse von Weltbeziehungen“ ermöglicht werden. Das Programm schließt an die interdisziplinäre, historisch vergleichende kultur- und sozialwissenschaftliche Forschung des Max-Weber-Kollegs der Universität Erfurt an. Es verfolgt das Ziel, mit einem spezifischen Zugriff, der seine Wurzeln in der verstehenden Soziologie hat, innovative Perspektiven zu eröffnen, die eurozentrische sowie kognitivistisch verengte Sichtweisen überwinden. Auf diese Weise will es einen Beitrag zur Bearbeitung gesellschaftlich relevanter Problemstellungen der Gegenwart leisten, etwa in Bezug auf das Verständnis der Rolle materieller, ideeller wie kultureller Bedingungen für ein gelingendes Zusammenleben in pluralistischen Gesellschaften, die Schaffung gemeinsamer Sprachen zur narrativen Erschließung des kulturellen Erbes oder die Verständigung über wesentliche Wertkomplexe in der Moderne. Die zur Bearbeitung dieses Forschungsprogramms erforderliche Kollegstruktur ist nicht zuletzt durch Interdisziplinarität, Interkulturalität und Intergenerationalität gekennzeichnet und kann nun durch den Forschungsbau im Zentrum des Campus der Uni Erfurt zur Entfaltung gebracht werden.

CARMEN VOIGT

 

18.04.2016


18.04.2016: Nadelgehölze besonders betroffen

Schadholzeinschlag in Thüringen auf das Doppelte gestiegen: Hauptursache waren Wind- und Sturmschäden.

Rund 415.000 Kubikmeter Schadholz wurden im Jahr 2015 in Thüringens Wäldern eingeschlagen. Davon entfielen nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik 93 Prozent beziehungsweise 385.000 Kubikmeter auf Nadelgehölze. Im einzelnen wurden nach Angaben der Statistiker 347.000 Kubikmeter Fichte, Tanne und Douglasie und 38.000 Kubikmeter Kiefer und Lärche aufgearbeitet.

An geschädigtem Laubholz wurden 30.000 Kubikmeter aus den Wäldern entfernt. 20 Prozent und damit 6000 Kubikmeter entfielen dabei auf die Holzartengruppe Eiche/Roteiche und 80 Prozent beziehungsweise 24.000 Kubikmeter auf Buche und anderes Laubholz.

Insgesamt wurde im vergangenen Jahr mehr als doppelt so viel Schadholz eingeschlagen wie im Jahr zuvor (+215.000 Kubikmeter). Gegenüber dem langjährigen Mittel von 2009/2014 waren es 61.000 Kubikmeter mehr.

Durch im Jahr 2015 verursachte Wind- und Sturmschäden machte sich ein Holzeinschlag von 290.000 Kubikmeter erforderlich und fiel damit um das Sechsfache höher aus als ein Jahr zuvor (49.000 Kubikmeter). Ursache hierfür war insbesondere das Ende März 2015 über Deutschland hinweggezogene Orkantief „Niklas“.

Aufgrund von Insektenbefall mußten im vergangenen Jahr 82.000 Kubikmeter Holz entfernt werden. Dies waren 28 Prozent weniger als noch im Jahr 2014 (114.000 Kubikmeter).

Mit einem Anteil von 20 Prozent am gesamten Schadholzeinschlag war der Einschlag aufgrund von Insektenbefall die zweithäufigste Ursache und betraf fast ausschließlich (97 Prozent beziehungsweise 80.000 Kubikmeter) Nadelgehölze.

Durch Schneebruch mußten im vergangenen Jahr 12.000 Kubikmeter Holz eingeschlagen werden. Im Vergleich zum Jahr 2014 (6000 Kubikmeter) verdoppelte sich somit der Schadholzeinschlag durch Schneebruch.

PI-TLS

 

18.04.2016


17.04.2016: Präsentation

Ausstellung „Die heilige Elisabeth von Thüringen“ in Liebstedt.

Das Rosenwunder  - lebendig auf der Ordensburg. Ein Wunder scheint es auch, was durch die Ordensburg-Gilde vollbracht wurde. In sechs langen Jahres ist es gelungen, zahlreiche Tafeln und Schaustücke zusammenzutragen und nun in einer sehenswerten Ausstellung zu präsentieren. Der Landgräfin von Thüringen ist die Schau zum 785. Todestag gewidmet. Der 800. Geburtstag wurde bekanntlich europaweit im Jahr 2007 begangen und fand zur 3. Thüringer Landesausstellung auf der Wartburg besondere Würdigung. Das Rosenwunder, die wohl bekannteste Sage zum Wirken der späteren heiligen Elisabeth, wurde durch eine Rose für jeden Gast noch einmal lebendig.

Vor der eigentlichen Eröffnung der Ausstellung am 16. April gab es am 15. April ein ansprechendes Begleitprogramm in der Festscheune der Ordensburg. Die historisch gewandeten Flötenkinder aus Apolda führten musikalisch in jene Zeit auf der Wartburg und die Kinder der evangelischen Grundschule ließen Bilder sprechen zum Leben der Landgräfin, die letztlich wegen der Hingabe zu Kranken und Siechen von der Wartburg vertrieben wurde. Als sie wieder mit einem Korb voll Brot zu den Armen ging, stellte sich Landgraf Ludwig IV. ihr in den Weg und verlangte eine Erklärung. Doch als sie das Tuch vom Korb nahm, leuchteten Rosen hervor. Das Rosenwunder!

Gerhard Schade, der Vorsitzende der Ordensburg-Gilde, nahm mehrfach das Mikrofon zur Hand, begrüßte zahlreiche und von weither gereiste Prominenten, führte durch das Programm, dankte herzlich vielen Mitwirkenden für die Unterstützung und eröffnete auch die sehenswerte Ausstellung.

Durch Tafeln, Schaustücke und ein lebensgroßes Model wird deutlich: Geboren als Tochter des Königs von Ungarn auf Burg Sárospatak kam Elisabeth (1207 -1231) bereits als Kind mit vier Jahren an den glanzvollen Hof der Thüringer Landgrafen. 14jährig wurde sie mit Ludwig den IV. vermählt und wandte sich nach dessen frühen Tod während des Kreuzzuges ganz dem christlichen Glauben durch vielfältig karitative Arbeit bis zur Selbstaufopferung zu. Das von ihr gegründete Franziskus-Hospital in Marburg ging 1234 an den Deutschen Orden über. Bereits 1235 wurde sie heilig gesprochen.

Neben dieser Präsentation wird es noch eine Siegelsammlung zum Deutschorden geben, wie der Ehrenritter der Ordenburg-Gilde e.V. Liebstedt, Hans-Georg Boehm (84), Ehrenstadthauptmann sowie Ehrenoffizier der Historischen Deutschorden-Compagnie zu Mergentheim 1760 e.V., verkündete. Fast 1000 Siegel werden in naher Zukunft auf der Ordensburg zu Liebstedt zu sehen sein.

HARTWIG MÄHLER

Engagiert für die Ausstellung „Heilige Elisabeth“ auf der Ordensburg Liebstedt: Thomas Waschke, Hans-Georg Boehm, Ehrenritter, und Gerhard Schade, Gilde-Vorsitzender (von links nach rechts).
Fotos (4): HARTWIG MÄHLER
 
Eröffnung mit Begleitprogramm: Die Flötenkinder aus Apolda führten musikalisch in die damalige Zeit auf der Wartburg.
 
Sehenswerte Präsentation: Gerhard Schade (Mitte) eröffnete die Ausstellung in Liebstedt.
 
Lebensgroßes Modell: Die Heilige Elisabeth und das Rosenwunder.

17.04.2016


16.04.2016: Schon in der nächsten Generation

Hochschulinformationstag der Ernst-Abbe-Hochschule Jena „ganz in Familie“ und international.

1000 Besucher waren es vielleicht nicht, aber 800 haben am 16. April ganz sicher den Weg zum Hochschulinformationstag an die Ernst-Abbe-Hochschule Jena (EAH) gefunden. Dabei kamen auch in diesem Jahr zahlreiche Gäste wieder „ganz in Familie“. Und nicht nur das, sondern bereits in der nächsten Generation: Hagen Jarausch und Melanie Wilhelm haben sich 1992 als Studenten an der damaligen FH Jena kennengelernt – er war Elektrotechniker, sie studierte Medizintechnik. Die Erfurter kamen heute mit ihren Söhnen, die sich an der Hochschule der Eltern nach einem Studium umschauten.

Viele der Schüler hatten schon ganz gezielte Vorstellungen, andere wollten sich erst einmal umsehen. Einen klaren Plan hat beispielsweise Maria Schneider aus Waltershausen bei Gotha: Die Abiturientin, die gemeinsam mit ihrem Vater vor der Hochschulaula eine gekonnte Parcoursfahrt auf dem Tandem hinlegte, möchte Hebammenkunde studieren; ein Studium, das die EAH unter anderem gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Jena als Dualen Bachelorstudiengang anbietet.

Karl Fuchs hat noch etwas Zeit mit dem Studium. Er besuchte mit den Eltern seine Schwester Luise, die im Fachbereich SciTec Augenoptik studiert. Der Siebtkläßler sah sich nicht nur in den Laboren und Hörsälen um, sondern er gewann auch den Hauptpreis bei der Verlosung des Hochschulmarketings: ein Fahrrad, neu bemalt durch den Jenaer Künstler Marco Kurth. „Wie gut, daß wir das große Auto mithaben“, schmunzelte der Vater. Immerhin muß die Familie noch nach Brandis, nahe Leipzig, zurück.

Zum ersten Mal war der HIT der EAH Jena auch deutlich international: Die ISL-Sprachschule aus Koblenz reiste mit 30 ausländischen Jugendlichen aus Ägypten, Jordanien und Pakistan sowie aus Tunesien und Mauritius nach Jena an.

Vom 18. bis zum 20. Mai dieses Jahres öffnen sich die Hochschultüren für alle Interessenten noch einmal zu einem „Schnupperstudium“.

SIGRID NEEF

 

16.04.2016


16.04.2016: Zentrale Plattform

Sechs neue Unternehmen im Logistik-Netzwerk Thüringen: Standortleiter von Zalando Logistics in Vorstand gewählt.

Das Logistik-Netzwerk Thüringen hat sechs zusätzliche Unternehmen aufgenommen und damit seine Mitgliederzahl auf 40 erhöht. Zu den Neuaufnahmen zählt auch die Zalando Logistics SE und Co. KG, deren Standortleiter in Erfurt, Daniel Behlert, im Rahmen der Vorstandswahlen zudem neu in das Gremium aufgenommen wurde. Das Netzwerk bringt Unternehmen aus unterschiedlichsten Bereichen der Logistik, der IT- und E-Commerce-Branche, aber auch Forschungseinrichtungen und die öffentliche Verwaltung zusammen.

Zu den weiteren neuen Mitgliedern zählen die Aton Lichttechnik GmbH, die Exor Pro GmbH, die Privacy One UG und Co. KG, die Pamyra UG sowie der Zoll- und Speditionsservice Eisenach. Der wiedergewählte Vorstandsvorsitzende Joachim Werner begrüßte alle neuen Mitglieder im Logistik-Netzwerk Thüringen: „Wir haben uns mittlerweile zur zentralen Plattform zum Austauschen, Informieren und Beteiligen für die Logistikunternehmer im Freistaat entwickelt. Wenn es heute um Logistik in Thüringen geht, sind wir – auch dank der neuen Mitglieder – der erste Ansprechpartner.“

„Nach nunmehr fast vier Jahren am Standort Erfurt und als großer regionaler Arbeitgeber in der Logistik übernehmen wir mit der Mitgliedschaft im Logistiknetzwerk Thüringen e.V. mehr Verantwortung für die Branche. Die Vernetzung mit anderen Unternehmen und die Möglichkeit, sich aktiv für gemeinsame Interessen bei Politik und Verwaltung einzusetzen, betrachten wir als Chance, gemeinsam etwas zu bewegen“, erklärt Daniel Behlert über die Beweggründe zum Beitritt und Ziele der Mitarbeit im Vorstand.

Bei den Vorstandswahlen im Rahmen des Eisenacher Logistikforums 2016 wurden darüber hinaus als Vorstandmitglieder bestätigt: Prof. Dr. Uwe Arnold, Geschäftsführender Gesellschafter AHP GmbH und Co. KG; Sven Lindig, Geschäftsführer Lindig Fördertechnik GmbH, und Robert Münnich, stellvertretender Niederlassungsleiter bei der Axthelm + Zufall GmbH und Co. KG in Nohra.

Der Logistik-Netzwerk Thüringen e.V. ist eine im Jahr 2008 gegründete Kooperationsgemeinschaft von Spezialisten aus allen Zweigen der Branche. Neben Speditionen, Verladern und Kontraktlogistikern vereint das Netzwerk Unternehmen aus den Bereichen Kombinierter Ladungsverkehr, IT und E-Commerce, Forschung und Entwicklung, Aus- und Weiterbildung sowie logistiknaher Dienstleistungen, Verbände und öffentlicher Verwaltung.

Ziel des Vereins ist die Stärkung des Standorts Thüringen als europäische Distributionsdrehscheibe sowie die Etablierung zum zentralen Logistik-Standort für E-Commerce in Deutschland. Um dieses zu erreichen, entwickelt das Netzwerk mit und für die Mitglieder zukunftsfähige, nachhaltige und bedarfsorientierte Lösungen für die Logistikbranche.

STEFAN HENSEL

 

16.04.2016


15.04.2016: „Dauerhafte Einrichtung“

Land steht zu seinen Zusagen: Finanzierung der Professur für Geschichte der jüdischen Musik an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar gesichert.

Das Land Thüringen sichert die dauerhafte Finanzierung der Professur für Geschichte der jüdischen Musik an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ (HfM) in Weimar zu. Das hat Thüringens Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am 15. April nach einem Gespräch mit den beiden Vizepräsidenten der HfM, Prof. Dr. Ulrike Rynkowski-Neuhof und Prof. Dr. Michael Obst, mitgeteilt.

„Ich freue mich, diese Zusage machen zu können – zumal wir als Land die dauerhafte Einrichtung dieses Professur nie in Frage gestellt haben“, sagte Tiefensee. Damit werde dieses kultur- und religionswissenschaftlich bedeutsame Lehr- und Forschungsangebot dauerhaft in Thüringen angesiedelt. Die Frage sei im übrigen niemals das „Ob“, sondern immer nur das „Wie“ der Fortführung gewesen: „Hierzu gibt es eine klare Vereinbarung in der Ziel- und Leistungsvereinbarung mit der Hochschule, die wir selbstverständlich umsetzen.“

Das Land wird der HfM die zu Finanzierung der Professur benötigten Mittel zur Verfügung stellen. Die Hochschule wird ihrerseits bis Ende April die für die anstehende Evaluierung der Professur benötigten Unterlagen beim derzeitigen Fördermittelgeber – dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) – einreichen. Dieser wird dann bis Ende August über eine Fortführung der Bundesförderung ab April 2017 bis zum Jahr 2022 entscheiden. Die Professur ist derzeit zur Hälfte in Weimar und zur Hälfte am Potsdamer Abraham-Geiger-Kolleg angesiedelt.

Die während der gesamten Laufzeit vom Bund mit insgesamt zirka einer Million Euro geförderte Stiftungsprofessur für Geschichte der jüdischen Musik wurde im Jahr 2012 eingerichtet und zum Sommersemester 2013 besetzt. Die Förderung durch den Bund läuft zum April kommenden Jahres aus und kann bei positiver Evaluation einmalig verlängert werden. Die Professur widmet sich der Grundlagenforschung im Bereich der jüdischen religiösen Musik, Musikfolklore sowie der pädagogischen Vermittlung jüdischer Musik.

STEPHAN KRAUSS

 

15.04.2016


15.04.2016: Modernes Multimedianetz

Kooperation zwischen Tele Columbus und Stadtwerke Energie Jena-Pößneck: Schnelleres Internet und bessere TV-Angebote für rund 12.000 Haushalte von Jenawohnen.

Auftakt für ein Großprojekt: Die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck und der drittgrößte deutsche Kabelnetzbetreiber Tele Columbus errichten ein modernes Multimedianetz für rund 12.000 Wohnungen der Jenawohnen. Gemeinsam ermöglichen sie den Mietern deutlich schnellere Internetverbindungen mit Bandbreiten von bis zu 400 Megabit pro Sekunde und ein verbessertes digitales Fernsehangebot. Stadtwerke-Geschäftsführer Thomas Dirkes, Tele Columbus-Bereichsleiter Wohnungswirtschaft Jean-Pascal Roux und Jenawohnen-Prokurist Tobias Wolfrum stellten das Projekt am 15. April gemeinsam in Jena vor.

Das Vorhaben umfaßt mehrere Teilschritte: Bis Ende nächsten Jahres erschließen die Stadtwerke Energie rund 700 durch Tele Columbus versorgte Jenawohnen-Objekte mit modernen Glasfaserleitungen und schaffen so die technischen Voraussetzungen für schnellere Internetverbindungen. Dafür wird das vorhandene Stadtwerke-Glasfasernetz bis zum jeweiligen Jenawohnen-Hauseingang „verlängert“. Dort „übernimmt“ Tele Columbus: Der Kabelanbieter erneuert die vorhandenen Hausnetze sowie die Multimedia-Antennendosen in den Wohnungen. Dies soll für die etwa 12.000 Haushalte bis Ende 2020 geschafft sein. Parallel dazu haben sich das Wohnungsunternehmen und der Kabelanbieter auf verbesserte Konditionen für die TV-Grundversorgung ihrer Mieter verständigt. Diese treten bereits zum 1. Dezember 2016 in Kraft. Dazu und zur konkreten Bautätigkeit sowie den zeitlichen Abläufen in den Häusern und Wohnungen informiert Jenawohnen seine Mieter jeweils in persönlichen Anschreiben.

In den nächsten Tagen beginnen die Stadtwerke Energie und Tele Columbus mit ihren umfangreichen Baumaßnahmen. Los geht es in den Wohngebieten Lobeda-Ost, Lobeda-West und Winzerla. Geplant ist, Lobeda-Ost und -West noch in diesem Jahr vollständig an das Glasfasernetz anzuschließen. Die Baumaßnahmen in den restlichen Stadtgebieten sind für das kommende Jahr vorgesehen. Insgesamt verlegen die Stadtwerke rund 115 Kilometer Kabel neu. Die Investitionen der Stadtwerke belaufen sich auf rund 2,5 Millionen Euro. Eine vergleichbare Summe investiert zusätzlich auch Tele Columbus in die Verbesserung der Multimediaversorgung der Jenaer.

Die Tele Columbus-Gruppe zählt zu den größten Kabelnetzbetreibern in Deutschland. Das Unternehmen ist aus der Zusammenführung einzelner regionaler Kabelnetzbetreiber heraus entstanden und hat so eine Firmengeschichte, die bis in das Jahr 1972 zurückreicht. Rund 3,6 Millionen angeschlossene Haushalte werden über die Gesellschaften Tele Columbus, Primacom, Pepcom, Deutsche Telekabel, Martens und KMS mit dem TV-Signal und immer mehr Kunden mit digitalen Programmpaketen, Internet-Zugang und Telefonanschluß über das leistungsstarke Breitbandkabel versorgt. Als nationaler Anbieter mit regionalem Fokus und als Partner der Wohnungswirtschaft ist die Gruppe im gesamten Kerngebiet Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie auch in zahlreichen westdeutschen Schwerpunktregionen präsent. Das Unternehmen baut seine Netze bedarfsgerecht in einer hybriden Glasfaserstruktur aus und setzt dabei auf den modernsten Internet-Übertragungsstandard Docsis 3.0, der superschnelle Internetverbindungen mit bis zu mehreren hundert Megabit pro Sekunde ermöglicht. Vom analogen, digitalen und hochauflösenden Fernsehen über Hochgeschwindigkeits-Internet und Telefonie bis hin zu Telemetrieleistungen, Mieterportalen und interaktiven Diensten lassen sich alle innovativen Medienanwendungen über das Breitbandkabel darstellen. Dabei beschränkt sich Tele Columbus nicht auf die einfache Weiterleitung von Signalen, sondern arbeitet über eine eigene Produktplattform aktiv an der Ausweitung des Programmangebots und der Entwicklung von Zusatzdiensten. Als Carrier bietet Tele Columbus über die Gesellschaft HL Komm darüber hinaus leistungsstarke Verbindungen und Vernetzungen für Geschäftskunden. Das Unternehmen ist seit Januar 2015 am regulierten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse notiert und seit Juni 2015 im S-Dax gelistet.

PM-TCG

 

15.04.2016


15.04.2016: Umfassende Praxiserfahrung

Das Nordhäuser Unternehmen Feuer Powertrain und die Hochschule Nordhausen starten ab dem kommenden Wintersemester erstmalig ein gemeinsames Trainee-Programm.

Der international agierende Kurbelwellenhersteller Feuer Powertrain GmbH und Co. KG aus Nordhausen sponsert ab dem Wintersemester 2016/17 drei bis fünf Trainee-Programme. Qualifizierte Abiturienten erhalten im Rahmen dieses Programmes einen Vertrag beim Unternehmen, der bis maximal drei Jahre dauern kann. Dieser ermöglicht, neben dem Job an der Hochschule Nordhausen ein ingenieurwissenschaftliches Studium zu absolvieren. Darüber hinaus erhalten die Trainees eine angemessene monatliche Vergütung.

Vergeben werden je eine Trainee-Stelle für die Bachelorstudiengänge Umwelt- und Recyclingtechnik, Automatisierung und Elektronikentwicklung, Informatik, Elektrotechnik sowie Wirtschaftsingenieurwesen für Nachhaltige Technologien. Vor dem Studium absolvieren die Abiturienten ein dreimonatiges Praktikum, um die Firmenstruktur bei Feuer Powertrain kennenzulernen.

„Dieses Trainee-Programm ist eine hervorragende Möglichkeit, sehr gut qualifizierte Fachkräfte in der Region zu halten und bietet den angehenden Ingenieuren ein Studium und umfassende Praxiserfahrung zur gleichen Zeit“, erklärte die Hochschule Nordhausen in einer Pressemitteilung.

Nähere Informationen erhalten Interessenten beim diesjährigen Hochschulinformationstag am 16. April. Bei der Eröffnungsveranstaltung wird Prof. Dr. Jörg Wagner, Präsident der Hochschule Nordhausen, weitere Details bekanntgeben. Auch in den Informationsveranstaltungen der drei genannten Studiengänge werden alle Fragen rund um das geplante Trainee-Programm beantwortet.

TINA BERGKNAPP

 

15.04.2016


14.04.2016: Verunglückt

Tödlicher Arbeitsunfall im Werk der Arntz-Optibelt-Gruppe in Bad Blankenburg.

In der Nacht zum 14. April kam es im Werk der Arntz-Optibelt-Gruppe im thüringischen Bad Blankenburg zu einem tödlichen Arbeitsunfall. Wie das Unternehmen dazu in einer Pressemitteilung erklärte, sei bisher nur bekannt, „daß eine 54jährige Mitarbeiterin des Werkes an einer Produktionsmaschine tragisch verunglückte“.

„Zum gegenwärtigen Zeitpunkt verfügen wir noch nicht über weitere Informationen und können entsprechend noch keine verläßlichen Angaben zu den Gründen der tragischen Geschehnisse in Bad Blankenburg machen. Wir bemühen uns nach Kräften um eine umfassende Aufklärung des Unfallhergangs und unterstützen die Arbeit der Behörden, wo es nur geht. Wir sind tief betroffen und unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei den Angehörigen des Unfallopfers,“ erklärte Konrad Ummen, Geschäftsführer der Arntz-Optibelt-Gruppe. Ummen brach eine Geschäftsreise ab und befindet sich auf dem Weg zum Unfallort.

Sobald weitere Erkenntnisse vorliegen würden, werde die Öffentlichkeit umgehend informiert.

Die Arntz-Optibelt-Gruppe zählt zu den führenden Herstellern von Hochleistungs-Antriebsriemen weltweit. Optibelt-Produkte kommen im Maschinenbau, in der Automotive-Branche, im Landmaschinen-Sektor und in der Haushaltsgeräte-Industrie zum Einsatz, um nur einige Segmente zu nennen. Das familiengeführte Unternehmen feierte 2012 sein 140jähriges Bestehen und beschäftigt weltweit gut 1950 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Vom Stammsitz in Höxter (Nordrhein-Westfalen) steuert die Unternehmens-Gruppe acht Produktionsstandorte in Europa und Asien. Optibelt unterhält ein weltweites Netz an Vertriebsorganisationen. Mit eigenen Verkaufs- und Logistik-Standorten ist das Unternehmen in Europa, Nord- und Südamerika sowie in Südostasien und Neuseeland angesiedelt.

PM-AOG

 

14.04.2016


14.04.2016: Regionalbüro-Eröffnung

WSB Projekt GmbH baut Windgeschäft in Thüringen aus: 200 Megawatt bis 2020 geplant.

Ärmel hochkrempeln für die Energiewende in Thüringen: Die WSB Projekt GmbH startet mit gut gefüllter Projektpipeline im Freistaat durch. Am 14. April 2016 wird dazu mit Gästen aus Politik, Verbänden, Forstwesen und Wirtschaft die Eröffnung des Regionalbüros in der Landeshauptstadt Erfurt gefeiert. Büroleiter am neuen WSB-Standort ist Jens Wittrich. Im Landkreis Nordhausen starten dieser Tage die Bauarbeiten für einen 14,4-Megawatt-Windpark, der 2017 ans Netz gehen soll.

Bis 2040 will der Freistaat Thüringen seinen Energiebedarf zu 100 Prozent aus einem Mix regenerativer Energien decken. Die Vorrangfläche für die Windstromerzeugung wurde dazu von 0,3 auf ein Prozent der Landesfläche vergrößert und auch der Wald wird unter bestimmten Bedingungen für die Windenergie geöffnet. WSB mit Hauptsitz in Dresden nutzt diese Chance und legt mit einer Niederlassung in Erfurt den Grundstein für weiteres regionales Wachstum. Die Projektpipeline dafür ist gut gefüllt mit Planungen von 200 Megawatt bis zum Jahr 2020.

„Die Politik hat das Potential erkannt und schlägt den richtigen Weg ein. Wir übersetzen das Ziel zusammen mit lokalen Entscheidern, Bürgern und Genehmigungsbehörden in konkrete Maßnahmen“, so Markus Brogsitter, Geschäftsführer der WSB Projekt GmbH. Brogsitter weiter: „Wir sehen in Thüringen eine Vielzahl möglicher Windparkstandorte, die verträglich für die Umwelt sind“. Die Entscheidung, ein Büro in der Landeshauptstadt zu eröffnen, kommt deshalb zum richtigen Zeitpunkt. Dazu Büroleiter Jens Wittrich: „WSB greift auf 20 Jahre Erfahrung in der Windparkplanung zurück. Das kommt uns auch hier in Thüringen zugute. Wir werden die Projekte verantwortungsvoll mit allen daran beteiligten Partnern umsetzen.“

Sichtbares Ergebnis der laufenden Planungen: In Wipperdorf im Landkreis Nordhausen sollen sich künftig sechs Windenergieanlagen des Herstellers Nordex vom Typ N117 drehen. Die Bauarbeiten laufen jetzt an. WSB ist bereits seit 2015 in Thüringen mit dem Windpark Pölzig im Landkreis Greiz vertreten. Die zwei Windräder mit einer installierten Leistung von zusammen 6,34 Megawatt liefern pro Jahr so viel grünen Strom wie rund 5000 Haushalte verbrauchen.

Die WSB Neue Energien Gruppe mit Hauptsitz in Dresden zählt zu den führenden Komplettanbietern für Erneuerbare-Energien-Projekte. Das Kerngeschäft liegt in der Projektentwicklung von Wind- und Photovoltaikparks auf dem internationalen Markt mit Schwerpunkt Europa. Seit 1996 hat WSB mehr als 400 Windenergie- und Photovoltaikanlagen mit rund 730 Megawatt installierter Leistung und einem Projektvolumen von 1,1 Milliarden Euro errichtet. Im Konzern und den verbundenen Unternehmen sind 200 Mitarbeiter tätig.

KATHRIN BALZER

 

14.04.2016


13.04.2016: Andere Kulturen und Lebensweisen treffen

Die Welt ruft: Jugend-Bildungsmesse zu Gast im Evangelischen Ratsgymnasium in Erfurt.

Der Heimat den Rücken kehren und dem Ruf der Welt folgen. Teil einer fremden Kultur werden. Sich auf ein neues Schulsystem einlassen, Freundschaften knüpfen und eine Fremdsprache perfekt lernen. Viele Jugendliche träumen von einem Auslandsaufenthalt. Ob High School in den USA, Freiwilligendienste in Südafrika, Work and Travel in Kanada, Au-Pair in Frankreich oder Sprachreisen nach Großbritannien – die Angebote sind zahlreich, doch wie findet man das für sich passende Programm? Auf der Jugend-Bildungsmesse JuBi am 23. April in Erfurt werden alle Facetten von Auslandsaufenthalten vorgestellt. Zwischen 10 und 16 Uhr präsentieren Bildungsexperten aus dem gesamten Bundesgebiet im Evangelischen Ratsgymnasium ihre Programme wie Schüleraustausch, Sprachreisen, Work and Travel, Au-Pair, Praktika, internationale Freiwilligendienste und Studieren im Ausland. Schirmherr der Veranstaltung ist Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD). Der Eintritt ist frei.

„Immer mehr junge Menschen brechen auf, um auf andere Kulturen und Lebensweisen zu treffen, eine Sprache zu lernen und in der Fremde eigene Fähigkeiten, Normen und Werte zu überprüfen“, weiß Thomas Terbeck, Leiter des unabhängigen Bildungsberatungsdienstes Weltweiser und Organisator der Messen. „Wir bieten mit unseren Info-Börsen das Rüstzeug für die ersten Schritte."

Da Auslandsaufenthalte nicht selten mit hohen Kosten verbunden sind, erhalten Besucher am Infostand von Weltweiser individuelle Beratung zu Auslandsaufenthalten und alternativen Finanzierungsmöglichkeiten wie Auslandsbafög oder Stipendien. Im Rahmen der JuBi werden zahlreiche „Weltbürger“-Stipendien für Schüleraustausch, Sprachreisen, Praktika und weitere Programme ausgeschrieben.

Die Jugend-Bildungsmesse ist eine der größten Spezial-Messen zum Thema „Bildung im Ausland“. Seit vier  Jahren ist die „JuBi“ regelmäßig zu Gast in Erfurt. Vor dem Hintergrund des Erfolges in den letzten Jahren erwartet Terbeck wieder rund 1000 Besucher. Das Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 bis 13, ihre Eltern und Lehrer.

CHRISTINE GERLAND

 

13.04.2016


13.04.2016: Anstieg

Bruttomonatsverdienste in Thüringen im Jahr 2015 um 4,2 Prozent gestiegen.

Im Jahr 2015 betrug der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst der Vollzeit-, Teilzeit- und Geringfügigbeschäftigten einschließlich Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld oder Leistungsprämien 2598 Euro. Dies waren 105 Euro beziehungsweise 4,2 Prozent mehr als im Jahr 2014. Das teilte das Thüringer Landesamt für Statistik am 13. April mit.

Der Anstieg der Bruttomonatsverdienste sei nach Informationen der Statistiker überwiegend auf gestiegene Stundenlöhne zurückzuführen und nur zu einem sehr geringen Teil auf längere Arbeitszeiten. Im Vergleich dazu stiegen die Verbraucherpreise im Jahr 2015 in Thüringen durchschnittlich um 0,6 Prozent.

Vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer erhielten im Jahr 2015 einschließlich Sonderzahlungen im Durchschnitt monatlich 3027 Euro (+ 4,3 Prozent) bei einer durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 39,4 Stunden (- 0,1 Prozent). Während ihr Verdienst im produzierenden Gewerbe bei durchschnittlich 2951 Euro lag (+ 5,6 Prozent), kamen die Vollzeitbeschäftigten im Dienstleistungsbereich im Jahr 2015 durchschnittlich auf 3086 Euro (+ 3,2 Prozent).

Nach Branchen betrachtet waren die Verdienstunterschiede der Vollzeitbeschäftigten auch im Jahr 2015 erheblich. Die höchsten durchschnittlichen Bruttomonatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen stehen im Jahr 2015 für die Vollzeitbeschäftigten im Bereich der Finanz- und Versicherungsdienstleistungen mit 4524 Euro (+ 3,6 Prozent), in der Energieversorgung mit 4395 Euro (- 0,1 Prozent) sowie für die Vollzeitbeschäftigten im Bereich Erziehung und Unterricht mit 4289 Euro (+ 3,3 Prozent) zu Buche.

Die niedrigsten durchschnittlichen Monatsverdienste bei Vollzeitbeschäftigten wurden bei der „Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“ mit 1921 Euro (+ 0,5 Prozent)

gezahlt. Zu diesem Bereich zählen unter anderem die Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften, die Wach- und Sicherheitsdienste und Callcenter. Das Gastgewerbe folgt mit einem nur geringfügig höheren durchschnittlichen Monatsverdienst der Vollzeitbeschäftigten von 1926 Euro (+ 4,7 Prozent).

Wie das Thüringer Landesamt für Statistik mitteilte, handelt es sich bei der vierteljährlichen Verdienststatistik um eine Stichprobenerhebung. Sie umfaßt in Thüringen 1508 Betriebe des produzierenden Gewerbes und des Dienstleistungsbereichs. Kleinere Betriebe mit weniger als zehn Beschäftigten werden in der Regel bis auf wenige Branchen im Dienstleistungsbereich nicht befragt.

PM-TLS

 

13.04.2016


13.04.2016: Wettbewerb

Starke Ausbildung: Dorint Weimar stellt vier Teilnehmer für Thüringer Jugendmeisterschaft.

Schon bei einem Schulwettbewerb im März dieses Jahres konnten die Auszubildenden des Hotels Dorint Am Goethepark in Weimar punkten. Dabei absolvierten die angehenden Hotelfachleute diverse Disziplinen wie Menüs nach Zeitvorgabe kreieren, Angebote schreiben oder Rechnungen ausstellen. Zudem frischen die Teilnehmer bei solchen Wettbewerben ihre Theorie auf und führen Gespräche mit Kollegen des Hauses, die in ihrer Zeit als Azubi schon erfolgreich an Meisterschaften teilgenommen haben. Dank dieser starken, vorbildlichen Ausbildung schickt das Weimarer Haus nun zusätzlich vier Finalisten zur bevorstehenden Thüringer Jugendmeisterschaft. Der angehende Koch Alexander Hofmann konnte sich dafür direkt qualifizieren, während seine Kollegin Michelle Marth sowie die beiden Hotelfachfrauen Vanessa Breitrück und Josephine Kraus aufgrund ihrer guten Leistungen vom Betrieb nominiert und von der Dehoga-Stiftung für gastronomische Bildung zum Wettbewerb eingeladen wurden. Damit es zwischen den drei teilnehmenden Ausbildungsberufen nicht zu einem Ungleichgewicht kommt, hat sich Vanessa Breitrück bereiterklärt, mit den Restaurantfachleuten anzutreten. Josephine Kraus als Hotelfachfrau bleibt ihrer Disziplin hingegen treu.

Höhepunkt der am 14. April anstehenden Meisterschaft ist ein Vier-Gänge-Menü, das die drei Gastro-Azubis des Weimarer Hotels als Team vereint umsetzen werden. „Nun geht es auch ums Gewinnen“, spornt General Manager Stefan Seiler seine Schützlinge an, fügt aber hinzu, daß der Wettbewerb für die angehenden Fachkräfte auch eine ideale Prüfungsvorbereitung ist. „Und für die Ausbilder stellt die Teilnahme einen Lohn für ihre Anstrengungen dar“, weiß Seiler aus eigener Erfahrung zu berichten: „Schon 2012 und 2013 kamen die Siegerinnen bei den Hotelfachleuten aus dem Dorint Am Goethepark Weimar. Unser Team wäre natürlich sehr stolz, wenn einer der diesjährigen Teilnehmer an diese Tradition anknüpfen könnte.“

Das Dorint Am Goethepark Weimar liegt idyllisch im Zentrum der Kulturhauptstadt gegenüber dem Park und dem Goethehaus. Das markante Gebäude ist eine architektonisch einmalige Verbindung zweier klassizistischer Villen mit einem exklusiven Neubau in der Mitte. Das Vier-Sterne-Superior-Hotel bietet 143 elegante Zimmer und Suiten. Auch das gastronomische Angebot genügt höchsten Ansprüchen, ob im eleganten à la carte-Restaurant „Bettina von Arnim“, in der rustikalen Bierstube „Consilium“ oder in der Lobbybar „Belle Epoque“. Zehn Tagungsräume bieten Platz für bis zu 280 Personen. Für wohlige Entspannung sorgt das umfangreiche Angebot des hoteleigenen Wellnessbereichs.

Die Neue Dorint GmbH mit Sitz in Köln betreibt mit der Marke Dorint Hotels und Resorts europaweit 38 Häuser. Rund 3300 Mitarbeiter in Deutschland, in den Niederlanden, in der Schweiz und in Österreich leben herzliche und natürliche Gastlichkeit. Dorint Hotels und Resorts gehört zu den führenden Hotelketten auf dem deutschen Markt.

RENATE SCHMIDT

 

13.04.2016


12.04.2016: Engagement für Nachhaltigkeit

Bundesverdienstkreuz für Thomas Lützkendorf: Für seine Verdienste bei der Entwicklung wissenschaftlicher Grundlagen des nachhaltigen Bauens erhielt der Professor des Karlsruher Instituts für Technologie in Erfurt das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.

Der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) hat am 12. April Thomas Lützkendorf in Erfurt mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Im Auftrag des Bundespräsidenten würdigte Ramelow damit die herausragenden Verdienste des Professors am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) bei der Entwicklung wissenschaftlicher Grundlagen des nachhaltigen Bauens und bei deren Verbreitung und Umsetzung in der Praxis.

Nachhaltiges – also energieeffizientes, ressourcenschonendes, gesundheitsgerechtes und wirtschaftliches – Bauen hat viele Vorzüge. Es trägt nicht nur zum Erhalt der Umwelt bei, sondern bietet neben einer hohen Nutzerzufriedenheit auch ökonomische Potentiale. Die Frage, wie sich insbesondere Ökologie und Ökonomie zum Vorteil aller Beteiligten sinnvoll miteinander verbinden lassen, steht im Fokus der Forschung von Thomas Lützkendorf, Leiter des Lehrstuhls für Ökonomie und Ökologie des Wohnungsbaus an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät des KIT. Mit seiner langjährigen Arbeit hat Thomas Lützkendorf maßgeblich dazu beigetragen, die methodischen Grundlagen von Bewertungsmechanismen zu schaffen, die zur Beurteilung der Zukunftsfähigkeit eines Gebäudes unabdingbar sind.

Bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse im Barocksaal der Erfurter Staatskanzlei betonte Ministerpräsident Ramelow insbesondere die Aktivitäten von Thomas Lützkendorf in der nationalen und internationalen Normung, seine Mitwirkung in diversen Beiräten und Gremien wie dem Runden Tisch „Nachhaltiges Bauen“ des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, sein Engagement in der International Initiative for a Sustainable Built Environment (iiSBE) sowie die Unterstützung der internationalen SBE-Konferenzreihe als wichtigen gesellschaftlichen Beitrag im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung. Geehrt wurde sein besonderes Engagement für Umwelt und Gesellschaft.

Thomas Lützkendorf studierte an der heutigen Bauhaus-Universität in Weimar an der Fakultät Bauingenieurwesen und schloß sein Studium 1981 als Diplom-Bauingenieur (Hochbau) ab. Anschließend war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Betriebswirtschaftslehre im Bauwesen tätig und promovierte 1985 auf dem Gebiet der Beschreibung, Bewertung und Optimierung des einmaligen und laufenden Energieaufwandes bei Gebäuden.

Nach einer Zeit als Investbauleiter sowie einem Arbeits- und Forschungsaufenthalt an der ETH Lausanne war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät Architektur am Lehrstuhl Bauklimatik und Bauökologie tätig. Er baute das bauökologische Profil in Lehre und Forschung an der Bauhaus-Universität Weimar auf und wurde im Jahr 2000 habilitiert. In seiner Habilitationsschrift befaßte er sich mit der Umsetzung von Prinzipien einer nachhaltigen Entwicklung im Baubereich.

Im Jahr 2000 erhielt er den Ruf an die Universität Karlsruhe (TH) – das heutige Karlsruher Institut für Technologie – und ist seither Leiter des Lehrstuhls für Ökonomie und Ökologie des Wohnungsbaus an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät bei einer gleichzeitigen Doppelmitgliedschaft an der Fakultät Architektur.

Thomas Lützkendorf ist sowohl in Lehre und Forschung als auch in seinen Funktionen als Obmann beim DIN und als Berater beim Runden Tisch „Nachhaltiges Bauen“ mit Fragen der Umsetzung von Prinzipien einer nachhaltigen Entwicklung in der Bau-, Wohnungs-und Immobilienwirtschaft befaßt. Schwerpunkte seiner Arbeit bilden die Weiterentwicklung und Anwendung von Methoden der Lebenszyklusanalyse sowie der Ökobilanzierung, die Gestaltung von Informationsflüssen entlang der Wertschöpfungskette sowie die Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in die Risikoanalyse, Wertermittlung und das Portfoliomanagement. Er war und ist unter anderem an der Entwicklung und Erprobung von Systemen zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Bauwerken (BNB, DGNB, NaWoh) beteiligt.

Thomas Lützkendorf ist Gründungsmitglied der Internationalen Initiative für eine nachhaltig gebaute Umwelt (iiSBE).

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) verbindet seine drei Kernaufgaben Forschung, Lehre und Innovation zu einer Mission. Mit rund 9300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie 25.000 Studierenden ist das KIT eine der großen natur- und ingenieurwissenschaftlichen Forschungs- und Lehreinrichtungen Europas.

MONIKA LANDGRAF

 

12.04.2016


12.04.2016: Eröffnet

„Gute Infrastruktur als wichtige Voraussetzung für mehr Kulturtourismus“: 400.000 Euro für die Burgstraße der Veste Heldburg.

Gemeinsam mit dem Thüringer Wirtschaftsstaatssekretär Georg Maier (SPD) hat die Bürgermeisterin der Stadt Bad Colberg-Heldburg, Anita Schwarz, am 12. April die Burgstraße zur Veste Heldburg eröffnet. Den Ausbau der neuen Zufahrt hat das Wirtschaftsministerium mit über 400.000 Euro gefördert. Die Investitionskosten belaufen sich auf über 730.000 Euro. „Mit dieser Förderung wollen wir den Kulturtourismus im Freistaat stärken und unsere einzigartige Schlösser- und Burgenlandschaft interessanter machen“, betont Staatssekretär Georg Maier.

„Kulturelle Sehenswürdigkeiten sind für Touristen nur dann attraktive Ziele, wenn sie durch die entsprechende Verkehrsinfrastruktur auch gut erreichbar sind“, führt Maier fort. „Der Ausbau der Burgstraße, nahe gelegene Parkmöglichkeiten sowie der sichere Zugang zur Burg sind deshalb die Voraussetzung dafür, daß zukünftig mehr Gäste die Veste Heldburg besuchen.“ Der Ausbau der Burgstraße wurde im vergangenen Jahr begonnen und soll zukünftig die Anfahrt zur Burg – auch für Busse – erleichtern.

Vor allem das Deutsche Burgenmuseum, das im September 2016 seine Türen öffnet, will mit seinem neuen Konzept noch mehr Besucher anlocken. Direkt in der Veste gelegen, vermittelt es das „Erlebnis Burg“ mit seiner Ausstellung zur Geschichte des deutschen und internationalen Burgenbaus und dem Leben auf der Burg vom Mittelalter bis zur Neuzeit. Mit diesem Ansatz ist es international das erste Museum, das über Burgen informiert und den Besuch von Burgen bewirbt. So sollen Touristen aus dem gesamten Bundesgebiet angesprochen und ein wichtiger Impuls für den Südthüringer Tourismus gegeben werden.

Der Kulturtourismus ist ein wichtiges Standbein in der Thüringer Tourismuslandschaft und dessen Ausbau erklärtes Ziel der Landestourismuskonzeption 2015 des Freistaates. Allein im Jahr 2015 haben der Städtetourismus und Besuch kultureller Sehenswürdigkeiten in Thüringen um über fünf Prozent zugenommen. In diesem Sinne soll die überregionale Wahrnehmung der Stadt Bad Colberg-Heldburg als staatlich anerkannter Kurort mit Heilquellenkurbetrieb und Tourismusort verbessert werden.

MI-TMWWDG

 

12.04.2016


12.04.2016: „Zum Schaden Thüringens“

Eine Gebietsreform, wie sie jetzt die Landesregierung im Sinn hat, wird zum Schaden Thüringens sein. Diese Befürchtung äußerte der parteilose Weimarer Land-Landrat Hans-Helmut Münchberg in einem Interview für die Jubiläumsausgabe der Neuen Thüringer Illustrierten.

Von Gebietsreform geredet sei fahrlässig schnell. In die Tiefen der Probleme und Folgenabwägung einzusteigen, sei mühsam. Die Landesregierung entziehe sich dem, sie scheine plan- und ideenlos. Das stellt Hans Helmut Münchberg, der parteilose Landrat des Kreises Weimarer Land, in einem Interview für die anläßlich ihres 25jährigen Jubiläums erscheinende Ausgabe der Neuen Thüringer Illustrierten fest.

Eine Gebietsreform, wie sie jetzt die Landesregierung im Sinn habe, werde, so Münchberg im NTI-Interview, zum Schaden Thüringens sein. „Bisher hat keiner der Befürworter darlegen können, daß und welche Vorteile eine Kreisgebietsreform bringt. Bei der beabsichtigten Gebietsreform trifft Ideologie auf Wirklichkeit.“ Seit fast 15 Jahren seien die Befürworter in der Öffentlichkeit mit autoritärem Gestus zu vernehmen, eine Gebietsreform müsse kommen. Mehr nicht: „Keine prüfbaren Gründe, kein Eingehen auf die Erfahrungen anderer Bundesländer – man könnte ja auch aus Fehlschlägen anderer Länder lernen. Kluge Leute tun das. Nichts. Deswegen reden jetzt so viele Leute von Gebietsreform, weil so viele Leute von Gebietsreform reden. Und es wird durchgezogen“, beklagt der Interviewte.

Weiter erklärt der Landrat aus Apolda: Behauptete „Bürgerbeteiligung“ sei Schwindel. „Wo jemals sind Bürger beteiligt worden? Die Gebietskonferenzen waren organisierte Alibi-Veranstaltungen. Wer bis zu den Wurzeln des aufkeimenden Wirrsinns zurückgeht, also zu den Gründen, die die Roten, die Grünen und die SPD vor Jahren genannt haben, liest wirres Zeug: Die SPD trug viele Jahre das von der Friedrich-Ebert-Stiftung beauftragte Gefälligkeitsgutachten von Prof. Seitz vor sich her wie eine Monstranz. Professor Seitz, der zugab, daß er sich keine Daten beschafft hatte, der auf sieben Seiten der Zusammenfassung seines Gutachtens 63mal Schätzungen benennt, der Dummy-Variablen in seine Rechnerei einführt, eine Formel entwirft, die die angestrebte Weltformel der Quantenphysiker und Astrophysiker in den Schatten stellt und zum Schluß nach atemloser Hatz durch Beiwerte, Indexvariable und Kontrollvariablen verblüffend zu der Schlußfolgerung kommt, man könne mit einer Gebietsreform 150 Millionen einsparen. Übrigens: Ein Dummy ist eine Attrappe! Das Gutachten ist längst ad absurdum geführt. Neuerdings bestreiten alle Fans der Gebietsreform, einschließlich des Ministerpräsidenten, daß mit einer Gebietsreform Geld eingespart werden könnte.“

Münchberg kritisiert gegenüber der Neuen Thüringer Illustrierten, daß die Beratungsresistenz der Landesregierung tragisch sei. Während in Vorbereitung der Gebietsreform die Landesregierung Brandenburg in jedem Landkreis eine Kommunalkonferenz abgehalten habe und danach in einer Ganz-Tageskonferenz die Behandlung aller Hinweise, Kritiken und Veränderungen öffentlich erörtert worden seien, mache die Landesregierung Thüringens Geheimdiplomatie. „Die Betroffenen konnten zwei Stunden in einer Gebietskonferenz, die für jeweils fünf Landkreise angesetzt war, Luft ablassen, dann macht sie unbeirrt weiter wie bisher. Der Innenminister sitzt auf fünf Gebietskonferenzen die unangenehme Situation heftigster Kritik und peinlichster Fragen aus. Der Berater der Landesregierung, Prof. Dr. Hesse, explodiert, wenn er von Bürgermeistern oder Landräten aufgefordert wird, Belege für den Vorteil einer Gebietsreform zu bringen oder gar darauf angesprochen wird, daß es nach einer Gebietsreform im Saarland, die er mitverantwortet hat, teurer geworden ist.“

In Thüringen, so Hans-Helmut Münchberg, habe noch niemand darüber nachgedacht, welche Nachfolgekosten eine Kreisgebietsreform habe und wer sie stemmen solle. Eine frühere Äußerung von Herrn Ramelow lasse befürchten, daß auch diese Kostenfolge auf die Kommunen abgedrückt werde.. Über diese sogenannten Transaktionskosten, die schon mal nach den Erfahrungen anderer Bundesländer eine halbe Milliarde betragen könnten, schweige sich die Landesregierung trotz vielfacher Anfragen bisher aus, wolle heißen, sie habe sie bisher weder bedacht noch untersucht noch konzeptionell dargelegt, daß das Land Thüringen solche Kosten auch stemmen könne.

Auf die Frage, ob die Integration von Neubürgern finanziell überhaupt zu bewältigen sei, antwortete der Landrat: „Die Integration von Asylbewerbern darf nicht scheitern.“ Wenn es nicht gelinge, die über eine Million Menschen, die 2015 nach Deutschland gekommen seien, so in das gesellschaftliche Leben einzubinden, „daß sie keine Parallelgesellschaften bilden, daß sie unsere Rechtsordnung kennenlernen und respektieren, daß sie Toleranz gegenüber unseren Gepflogenheiten entwickeln und unsere Rechtsordnung achten, dann wird Deutschland nicht mehr so sein, wie es bisher war“. Dafür sei wesentlich mehr Geld nötig als die Verantwortlichen bis jetzt ins Auge gefaßt hätten. Münchberg: „Ich halte die 50 Milliarden pro Jahr durchaus für realistisch, wenn ich an sozialen Wohnungsbau, an soziale Betreuung, an Sprachlehre, an Arbeitsmarktmaßnahmen denke. Ich bin in Sorge, daß es an Kräften und Mitteln fehlen wird. Die Anzahl der Sprachlehrer, der Dolmetscher und Sozialarbeiter ist endlich. Und selbst, wenn das Land diese Berufe ausbilden läßt, was nur mit Verzögerung wirksam werden kann, dann heißt das nur, daß sehr viele Menschen im nichtproduktiven Bereich tätig sein werden, für die das Gemeinwesen mit aufkommen muß. Das heißt Schulden in Größenordnungen.“

Die mit der Gebietsreform geplante Neugliederung von Verwaltungen sieht Hans-Helmut Münchberg gerade im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise sehr kritisch: „Jüngste Erfahrungen lehren, was es bedeutet, wenn Verwaltung nur mit sich selbst beschäftigt ist. Als im Zuge der Neubildung der Regierung ein paar Ministeriumsabteilungen umzogen, war monatelang von dort keine Antwort zu erlangen. Sehr oft hieß es, die Akten seien noch ,unterwegs‘. Die Thüringer Landkreise und kreisfreien Städte haben bisher in der Flüchtlingskrise reibungslos und erfolgreich funktioniert, wenn man es mit Fernsehbildern aus anderen Bundesländern vergleicht. Ich denke da an Berlin. Die Integration von Flüchtlingen wird eine Generationenaufgabe. Erfolgreiche Integration setzt erfolgreiches Verwaltungshandeln voraus. In der vor uns liegenden Situation Verwaltungen durcheinanderzuwürfeln, ist fahrlässig. Es grenzt nach meiner Überzeugung an Verantwortungslosigkeit und an mangelnde Fantasie, was die Herausforderung der Integration uns tatsächlich abverlangen wird.“

JÖRG SCHUSTER

Scharfer Kritiker der rot-rot-grünen Gebietsreformpläne: Weimarer Land-Landrat Hans-Helmut Münchberg auf einer Veranstaltung in Apolda.

Foto: HARTWIG MÄHLER

12.04.2016


12.04.2016: Messe-Kombination

„Haus.Bau.Ambiente“ wird Gastgeber für Kunstmesse „Artthuer“.

Die vom 4. bis 6. November 2016 stattfindende Erfurter Messe „Haus.Bau.Ambiente“ wird Gastgeber der „Artthuer“. Die Thüringer Kunstmesse zieht zu ihrer zehnten Ausgabe von der Thüringenhalle in die Halle 2 des Erfurter Messegeländes um. Das vereinbarten jetzt Messegeschäftsführer Wieland Kniffka und Klaus Nerlich, Sprecher des Verbandes Bildender Künstler Thüringen e.V. (VBKTh).

Die „Artthuer“ – Kunstmesse Thüringen ist das wichtigste Podium für zeitgenössische Bildende Kunst in Thüringen und spiegelt die charakteristische Thüringer Kunstlandschaft wider. Als Produzentenmesse bietet sie die Chance, mit über 100 Künstlern ins Gespräch zu kommen und direkt am Messestand Kunst zu kaufen. Zur vergangenen neunten Kunstmesse im November 2014 hatten über 5000 Kunstinteressierte die Ausstellung besucht.

„Kunst gehört zum und an den Bau, Kunstwerke sind wichtige Träger von Wohnkultur“, sagte Kniffka. „Wir freuen uns auf diese erfolgversprechende Messe-Kombination und den Dialog mit der Thüringer Kunstwelt.“

„Nach vielen Gesprächen, die wir bereits in den Vorjahren geführt haben, wird die Artthuer nun zu ihrer zehnten Ausgabe in der Messe Erfurt die Chance haben, neue Wege zu gehen. Die Thüringenhalle war für uns nicht verbindlich buchbar, da sie als Flüchtlingsunterkunft genutzt wurde“, erklärte Nerlich und ergänzte: „Einerseits erhoffen wir neben unserem Stammpublikum natürlich viele neue Gäste, andererseits bietet die Begegnung mit den Ausstellern der Haus.Bau.Ambiente unseren Künstlerinnen und Künstlern neue Kooperationsmöglichkeiten und Synergieeffekte.“

Die Aussteller der „Artthuer“ zeigen über 3000 Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Skulptur, Zeichnung, Druck- und Computergrafik, Fotografie, Video, Schmuck oder Objekte aus Keramik, Glas, Holz, Metall, Textil und anderes. Ein spannendes Rahmenprogramm mit Kunstaktionen, Performances, und Führungen ist ebenso in der Planung wie die Gestaltung von Sonderständen, die Kunstpreisvergabe und ein Publikumsvoting. „Auch gemeinsame Aktionen oder Gesprächsrunden von Haus.Bau.Ambiente und Artthuer streben wir an“, so Nerlich.

Messegeschäftsführer Kniffka kündigte in diesem Zusammenhang für die „Haus.Bau.Ambiente“ den weiteren Ausbau des Bereiches „Ambiente und Lifestyle“ an. Zum Portfolio im Herbst 2016 gehören dann Möbeltrends und Klassiker, Wohnraum-, Fußboden- und Lichtdesign, Wandgestaltung, modernste Küchen, Einbaulösungen, Dekorationsartikel und Lifestyle-Produkte. Aussteller Detlef Goss, Inhaber von Goss-Büromöbel, sagte dazu: „Mit dem Thema Ambiente liegt die Messe im Trend der Zeit. Wohlfühlen und Komfort sind heute ebenso wichtig wie Energieeffizienz oder die richtigen Baustoffe.“

Traditionell stark bleiben die Themenfelder Bauen und Modernisieren. Hier haben die Messebesucher die Möglichkeit, sich über die modernsten Produkte und Trends aus den Bereichen Immobilien, Handwerk, Gebäudeausstattung, Massivbauweise, energetischer Neubau sowie alternative und zukunftsorientierte Heizformen zu informieren. Die Messeleitung erwartet zur „Haus.Bau.Ambiente“ 2016 rund 120 Aussteller.

Als Aussteller der Artthuer können sich professionelle Künstlerinnen und Künstler aus Thüringen anhand einer Ausschreibung, die voraussichtlich Anfang Mai in der Presse und auf der Webseite des Verbandes veröffentlicht wird, bewerben. Die Auswahl wird dann durch eine Fachjury getroffen.

TT-MEG-VBKTH

 

12.04.2016


11.04.2016: Delegiertentag

Thüringer Frauen Union mit neuem Vorstand.

Am 9. April 2016 fand der 17. Landesdelegiertentag der Frauen Union Thüringen statt. Die Delegierten wählten einen neuen Vorstand. Im Amt bestätigt wurde die Landesvorsitzende Evelin Groß. Als Stellvertreterinnen wurden Simone Bergmann und das Bundesvorstandsmitglied Beatrice Gebhardt gewählt. Als Schatzmeisterin wird Katrin Lorenz weiter tätig sein.

Neben der Rechenschaftslegung über die geleistete Arbeit in den vergangenen zwei Jahren beschlossen die Delegierten den Antrag „Bestmögliche Beratung schwangerer Frauen in Notsituationen - Pluralität der Schwangerenkonfliktberatung in Thüringen erhalten“. Hintergrund ist die Novellierung des Schwangerenkonfliktgesetzes, das momentan im Thüringer Landtag beraten wird.

Gäste auf dem Landesdelegiertentag waren die Bundesvorsitzende der Frauen Union Deutschlands, Annette Widmann-Mauz, und der Landesvorsitzende der Thüringer Union, Mike Mohring.

„Künftig wird die Frauen Union Thüringen ein Mentoring-Programm für Frauen durchführen, um die Chancen unserer Frauen zu vergrößern, ihre Leistungsfähigkeit in verantwortlichen Positionen unter Beweis stellen zu können“, erklärte die Vorsitzende Evelin Groß.

PM-CDUT

 

11.04.2016


11.04.2016: Strategie

Austausch zur Ressourceneffizienz: 2. Forumssitzung an der Hochschule Nordhausen.

In Zusammenarbeit mit dem Clustermanagement der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen richtete die Hochschule Nordhausen die 2. Forumssitzung „Ressourceneffizienz“ aus. Darüber berichtete die Hochschule am 11. April in einer Pressemitteilung.

Das Forum „Ressourceneffizienz“ geht aus dem Arbeitskreis „Nachhaltige Energie und Ressourcenverwendung“ im Rahmen der regionalen Forschungs- und Innovationsstrategie für intelligente Spezialisierung für Thüringen – RIS3 Thüringen hervor. Diese Strategie gründet auf der EU-Wachstumsstrategie „Europa 2020“. Ausgangspunkt der Strategie ist die gemeinsam getragene Vision: Thüringen will bis 2020 seine Positionierung in der Gruppe der europäischen Innovationsführer im „European Innovation Scoreboard“ verbessern, um eine günstigere finanzielle Ausstattung für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zu erreichen. Dazu ist es einerseits erforderlich, die Wettbewerbsfähigkeit der staatlich finanzierten Thüringer Forschungseinrichtungen deutlich zu erhöhen, andererseits die privaten Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in der kleinteiligen Wirtschaft Thüringens deutlich zu steigern. Die Thüringer Innovationsstrategie soll vorrangig eine Hebelwirkung auf die unternehmerischen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten entfalten.

Im Rahmen der Veranstaltung wurden Maßnahmenvorschläge zur „Ressourceneffizienz“ präsentiert und von einem Fachpublikum aus Bildung, Verwaltung und Wirtschaft diskutiert. Hierbei stellte Prof. Dr. Folker Flüggen (Hochschule Nordhausen) das Konzept des „Thüringer Innovationszentrums für Wertstoffe“ als Netzwerk zwischen Industrie, Dienstleistungen, Forschung und Entwicklung in der Wertstoff- und Kreislaufwirtschaft vor. Auf eine Initiierung von FuE-Verbund-Kooperationsvorhaben zur Schaffung geschlossener Stoffkreisläufe zur Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe ging Dr. Ulrich Palzer (IAB Weimar gGmbH) ein. Möglichkeiten zur Schaffung einer Datenplattform Ressourceneffizienz zur Vernetzung der Akteure in Thüringen erläuterte Frank Weber (Thüringen Recycling GmbH). Über den Abbau von Hemmnissen bei der Markteinführung von Technologien und Produkten zur Steigerung der Ressourceneffizienz sowie die Entwicklung von Vermeidungsstrategien zum reduzierten Ressourceneinsatz im Bausektor referierte Prof. Dr. Eckhard Kraft (Bauhaus-Universität Weimar).

Nach der Veranstaltung informierten sich die Teilnehmer über die technischen Möglichkeiten an der Hochschule Nordhausen und dem dazugehörigem August-Kramer-Institut (AKI). Neben aktuellen Forschungsprojekten wurden etablierte und leistungsstarke Apparate zur Erzeugung von Biogas, Sortierung von Wertstoffen und Magnetabscheidung von den Professoren Uta Breuer, Folker Flüggen und Thomas Link demonstriert.

TINA BERGKNAPP

 

11.04.2016


10.04.2016: Auf der sicheren Seite

Treffurt bekommt schnelles Internet.

Die Stadt Treffurt erhält schnelles Internet. Dazu wurde am 7. April der Erschließungsvertrag zwischen der Stadt und der Deutschen Telekom AG unterzeichnet. Die Gesamtkosten des Vorhabens belaufen sich auf knapp 1,2 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium fördert das Vorhaben mit rund 340.000 Euro aus dem Landesprogramm Breitband.

Das Land treibe den Breitbandausbau mit Hochdruck voran, sagte Thüringens Wirtschaftsstaatssekretär Georg Maier (SPD) anläßlich der Vertragsunterzeichnung in Treffurt: „Die flächendeckende Verfügbarkeit einer zuverlässigen und leistungsfähigen Breitbandinfrastruktur ist wesentliche Voraussetzung für die digitale Wirtschaft der Zukunft. Über unser Landesprogramm Breitband stellen wir für den Breitbandausbau in Thüringen deshalb bis 2020 rund 40 Millionen Euro bereit.“

Dabei habe der Netzausbau Vorrang vor der Netzoptimierung, betonte der Staatssekretär. „Eine zukunftsweisende Ausbaustrategie für das schnelle Internet muß eine Dateninfrastruktur schaffen, die auch im 21. Jahrhundert Bestand hat.“ Mit der Entscheidung für die Glasfasertechnologie sei Treffurt in dieser Hinsicht auf der „sicheren Seite“.

Mit dem Vorhaben werden in Treffurt mit den Stadtteilen Falken, Schnellmannhausen und Volteroda insgesamt 282 Unternehmen, 19 öffentliche Einrichtungen und 2724 private Haushalte an das schnelle Internet angeschlossen. Sie haben ab diesem Jahr die Möglichkeit, Bandbreiten zwischen 30 und 50 Megabit pro Sekunde zu nutzen.

STEPHAN KRAUSS

 

10.04.2016


09.04.2016: Ergänzung der lokalen Information

Bürgermedien werden zu Bürgernetzen: Thüringer Landesmedienanstalt unterstützt Weimarer Internet-Projekt „Radio Lotte Plus“.

Die Radiomacher um Radio Lotte Weimar haben sich ein großes Ziel gestellt: Die Weimarer Bürger sollen ab Mitte 2016 unter der Internetadresse des Senders umfassender über die Belange ihrer Stadt informiert werden und sich natürlich auch selbst einbringen können. Durch die geplante Initiative soll der Online-Auftritt zu einer Bürgerplattform weiterentwickelt und durch eigene Online-Redakteure betreut werden. Vereine, die Kommune und andere Medienvertreter sowie weitere Interessierte sind eingeladen, sich an der umfassenden Informationsplattform zu beteiligen.

Jochen Fasco, der Direktor der Thüringer Landesmedienanstalt (TLM), übergab am 6. April für das Projekt „Radio Lotte Plus“ einen Förderbescheid in Höhe von 10.000 Euro an die Radio-Lotte-Vorsitzende Ulrike Köppel und die Senderchefin Grit Hasselmann. Er erklärt, daß die TLM mit dieser Förderung das Anliegen unterstützt, die Lokalpublizistik in Weimar zu intensivieren. „Daneben soll uns dieses Projekt auch Anregungen liefern, wie Bürgerradios neben ihrem alltäglichen Radiobetrieb über das Internet ihre Aufgabe der Ergänzung der lokalen Information umsetzen können“, verdeutlicht Jochen Fasco sein Anliegen. Vielleicht entwickeln sich damit Bürgermedien zu lokalen Bürgernetzen.

Neben der TLM wird das Projekt gefördert durch die Thüringer Staatskanzlei und die Stadt Weimar unterstützt durch den Weimarer Promedia-Herausgeber Helmut Hartung.

PM_TLM

 

09.04.2016


08.04.2016: Wegweisendes Zeichen

Erste Bibliotheksstiftung für Thüringer Hochschule.

Karl-Heinz Johannsmeier stiftete 100.000 Euro für die Hochschulbibliothek der Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena. Die Gründung der „Karl-Heinz-Johannsmeier-Stiftung“ zugunsten der Bibliothek der EAH Jena fand im März dieses Jahres statt. Das von dem Stifter gespendete Startkapital gibt nicht nur der Bibliothek, sondern der ganzen Hochschule einen gewaltigen Anschub. Die KHJ-Bibliotheksstiftung ist die erste ihrer Art für eine Thüringer Hochschule.

Die Bibliothek der EAH Jena dient der Hochschule als wissenschaftliche Bibliothek in Lehre und Forschung. Darüber hinaus steht sie als öffentliche Bibliothek für berufliche Weiter- sowie allgemeine Bildung allen Interessierten offen. Neben dem Zugang zu gedruckten Werken ist auch das Lesen digitaler Publikationen möglich, ebenso unterstützt sie bei der Publikation von eigenen Texten und bei der Vermittlung von Informationskompetenz. Darüber hinaus gibt es ein angeschlossenes Patentinformationszentrum, in welchem die Hochschulbibliothek insbesondere die Wirtschaft der Region betreut.

Wie kam es zu der Stiftung? „Die Möglichkeit eröffnete sich vor etwa zwei Jahren durch einen Kontakt zu Herrn Johannsmeier“, so Lothar Löbnitz, Leiter der Hochschulbibliothek. Es folgten mehrere Gespräche, gemeinsam mit der Rektorin der EAH Jena, Prof. Dr. Gabriele Beibst, und dem in Jena gebürtigen und seit 1960 in den USA lebenden, vielseitigen Unternehmer, Erfinder und Start up-Finanzier von nahezu 100 neuen Unternehmen.

Die neue Stiftung hat eine Satzung als rechtsfähige Stiftung des Privatrechts mit Sitz in Jena. Der erste Vorstand besteht aus Rektorin Prof. Dr. Gabriele Beibst, Klaus Berka, Vorstandsvorsitzender der Analytik Jena Group und Mitglied des Hochschulrats der EAH Jena, Ehrhard Bückemeier, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Jena-Saale-Holzland, sowie Bibliotheksleiter Lothar Löbnitz und Dr. Carsten Morgenroth, Justiziar der EAH Jena.

Für Rektorin Gabriele Beibst ist diese Stiftung eine große Chance und Hilfe: „Die Ernst-Abbe-Hochschule Jena und der Stiftungsvorstand sind Herrn Johannsmeier außerordentlich dankbar. In diesem Jahr blickt die Hochschule auf 25 Jahre ihres erfolgreichen Bestehens. Die erste Bibliotheksstiftung für eine Thüringer Hochschule setzt hier ein ganz besonderes, wegweisendes Zeichen. Wir freuen uns sehr und hoffen auf großes Interesse von Seiten vieler regionaler und überregionaler Partner und deren weitere Unterstützung.“

SIGRID NEEF

 

08.04.2016


08.04.2016: „Rückenwind“

Stärkung für Chemiestandort Thüringen :Grundstein für neues Werk der J.C. Binzer HyFi GmbH gelegt.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat am 8. April gemeinsam mit Geschäftsführer Jürgen C. Binzer den Grundstein für die neue Produktionsstätte der J.C. Binzer HyFi GmbH in Rudolstadt-Schwarza gelegt. Auf dem rund 20.000 Quadratmeter großen Betriebsgrundstück entsteht mit einer Investition von 10,75 Millionen Euro ein Werk zur Herstellung von Filterwerkstoffen aus synthetischen, metallischen und anorganischen Materialien. Der Produktionsstart ist für Dezember 2016 geplant. Das Land fördert das Vorhaben mit 3,5 Millionen Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). An der Grundsteinlegung nahmen auch der Bürgermeister von Rudolstadt, Jörg Reichl, und der Geschäftsführer der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG), Andreas Krey, teil.

„Die Ansiedlung stärkt den traditionellen Chemie- und Faserstandort Rudolstadt-Schwarza“, sagte Tiefensee. „Das ist Rückenwind für den Chemiestandort Thüringen mit seinen Kompetenzen im Bereich der Erforschung und Verarbeitung neuer Werkstoffe und Materialien.“ Besonders erfreulich: „Mit der Investition entstehen im ersten Schritt gut 20 hochqualifizierte Arbeitsplätze.“ Eine spätere Erhöhung der Mitarbeiterzahl sei vom Unternehmen geplant.

Die Entwicklung des Industriegebiets Rudolstadt-Schwarza wird seit 1994 von der LEG mit Nachdruck vorangetrieben. Auf dem insgesamt 100 Hektar großen Areal sind heute 43 Unternehmen ansässig, die fast 1200 Mitarbeiter beschäftigen – dazu zählen unter anderem das Thüringische Institut für Textil- und Kunststoffforschung (TITK), die Papierfabrik Adolf Jass, die STFG Filamente GmbH oder die BASF Performance Polymers GmbH. Für Unternehmensansiedlungen stehen derzeit noch 16 Hektar Industriefläche zur Verfügung.

STEPHAN KRAUSS

 

08.04.2016


07.04.2016: Alltagstauglichkeit im Test

Ambulante Pflegedienste werden „wirtschaftlich elektromobil“: Ein Forschungsprojekt nimmt Fahrt auf.

„Wir entwickeln Technologien, damit der Einsatz von Elektrofahrzeugen für mobilitätsbasierte Dienstleister bald wirtschaftlich wird. Ambulante Pflegedienste stehen dabei zunächst im Mittelpunkt unserer Betrachtungen“, erklärt Frank Schnellhardt, Geschäftsführer bei Innoman, dem Konsortialführer des Projekts sMobilityCom.

sMobilityCom basiert auf den Ergebnissen des Vorgängerprojektes sMobiliTy. Dabei wurde eine Software- und Systemplattform für Elektromobilität entwickelt, die Informationen aus bestehenden Systemen wie Verkehr, Fahrzeug und Stromnetz kombiniert. Darüber hinaus wurden eine steuerbare Ladebox, ein variables Fahrstromprodukt und ein Fahrerinformationssystem für ein reichweitenoptimiertes Routing durch die Stadt Erfurt entwickelt und erprobt.

Fünf Unternehmen und eine Forschungseinrichtung arbeiten gemeinsam an einer IT-basierten Lösung, die gleichermaßen ein intelligentes Lade- und Fuhrparkmanagement ermöglicht. Mehrere Thüringer Pflegedienste testen als Anwendungspartner das System auf Alltagstauglichkeit und Wirtschaftlichkeit.

„Elektrofahrzeuge eignen sich sehr gut für unseren Bedarf. Die Tagesfahrleistung läßt sich problemlos abdecken, die Strecken sind anhand der zu betreuenden Personen vorab genau planbar. In den Pausen werden die Fahrzeuge bei uns am Standort wieder aufgeladen und kommen so am Tag mehrfach zum Einsatz“, erläutert Stev Gödecke, Pflegedienst Awo AJS gGmbH, die Vorteile.

Eine aktuelle, repräsentative Studie von Innoman zeigt, daß mindestens 35 Prozent der Pflegedienstfahrzeuge bereits heute als Elektroauto wirtschaftlich wären. „Bis 2020 könnten somit 30.600 Elektrofahrzeuge in Pflegediensten in Deutschland eingesetzt werden”, sagt Frank Schnellhardt als Leiter der Studie.

Das Projekt läuft über drei Jahre und hat ein Volumen von rund vier Millionen Euro. Es wird mit einem Zuschuß von rund 2,5 Millionen Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

DANIEL STEGMANN

 

07.04.2016


07.04.2016: Mit Fruchtfliegen und Planetenbahnen zum Erfolg

20 Jungforscher aus Thüringen qualifizieren sich für das 51. Bundesfinale von Deutschlands bekanntestem Nachwuchswettbewerb.

Für den 51. Bundeswettbewerb von „Jugend forscht“ haben sich 20 talentierte junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Thüringen qualifiziert. Die Landessieger wurden am 6. April in Jena in Anwesenheit von Dr. Birgit Klaubert (Die Linke), Ministerin für Bildung, Jugend und Sport, ausgezeichnet. Beim diesjährigen Landeswettbewerb, ausgerichtet von der Jenoptik AG, präsentierten insgesamt 75 Jungforscherinnen und Jungforscher 36 Forschungsprojekte.

Im Fachgebiet Arbeitswelt siegten Jana Demant (18 Jahre), Olga Kireeva (18) und Sophie Zentner (17) vom Staatlichen Gymnasium „Am Lindenberg“ in Ilmenau. Die drei Jungforscherinnen entwickelten eine Funktionsbandage zur Behandlung von Periostitis, einer Entzündung der Knochenhaut, die insbesondere bei Leistungssportlern auftritt. Ihre Bandage kombiniert verschiedene physiotherapeutische Behandlungsmethoden und ist zudem besonders kostengünstig. Florian Albert, Dustin Beyer und Daniel Körsten vom Goethe-Gymnasium/Rutheneum seit 1608 in Gera befaßten sich mit dem Geruchssinn von Drosophila melanogaster, besser bekannt als Fruchtfliege. Die Ergebnisse ihrer Untersuchungen nutzten die 18jährigen als Grundlage für die Konstruktion einer leistungsstarken Fliegenfalle. Sie siegten im Fachgebiet Biologie.

Die künstliche Herstellung von Edelsteinen setzten sich Paul Rathke (18), Christian Schärf (18) und Friedrich Wanierke (17) vom Albert-Schweitzer-Gymnasium in Erfurt zum Ziel. Dazu erarbeiteten die Chemie-Landessieger verschiedene Synthesestrategien und analysierten die Qualität der erzeugten Produkte. Im Fach Geo- und Raumwissenschaften überzeugten Maximilian Marienhagen (16), Toni Wingling (17) und Aaron Wild (16) vom Albert-Schweitzer-Gymnasium in Erfurt die Jury mit einer Arbeit zur Simulation von Planetenbahnen. Die Jungforscher entwickelten ein neues Verfahren, das die bislang sehr aufwendigen Berechnungen vereinfacht.

Eine Qualitätsprüfung von industriellen Produkten wie beispielsweise Kolben oder Zylinderköpfen erfolgt in der Regel mithilfe der Computertomografie. Eine wichtige Rolle spielt anschließend die exakte Interpretation der entstandenen Bilder. Zur Optimierung dieser Methode entwickelten die Landessieger im Fachgebiet Mathematik/Informatik, Alexander Allin (18), Isabella Käming (16) und Elias Schecke (18) vom Albert-Schweitzer-Gymnasium in Erfurt, ein zuverlässiges und vereinfachtes Verfahren zur Bestimmung der räumlichen Lage von Objekten. Julia Graupner vom Carl-Zeiss-Gymnasium in Jena errang den Landessieg im Fachgebiet Physik mit einer elektronenmikroskopischen Analyse von speziellen Nanopartikeln. Die 18jährige untersuchte, wie die Eigenschaften von Nanostrukturen gezielt modifiziert werden können, um so die Einsatz- und Anwendungsmöglichkeiten zu erweitern.

Joseph Beerel (18), Karl Christian Lautenschläger (17) und Manuel Rieger (18) vom Friedrich-Schiller-Gymnasium in Zeulenroda siegten im Fachgebiet Technik mit ihrem selbst konstruierten Trainingspartnerroboter für verschiedene Kampfsportarten. Dieser bietet dem Sportler vier Programme mit unterschiedlichen Schlagkombinationen. Zudem ist die Schlaggeschwindigkeit flexibel regulierbar. Mit dem Landessieg für die beste interdisziplinäre Arbeit wurde Laura Dunse (18) vom Ulf-Merbold-Gymnasium in Greiz ausgezeichnet. Die Jungforscherin erarbeitete eine Lehreinheit zum Thema „Bienen“ für Schüler der 4. bis 6. Klasse. Dabei soll insbesondere die Bedeutung der Insekten für die Umwelt vermittelt werden.

Nach den Landeswettbewerben im März und April findet das 51. Bundesfinale vom 26. bis 29. Mai 2016 in Paderborn statt. Es wird gemeinsam ausgerichtet von der Stiftung Jugend forscht e. V. und der Heinz Nixdorf MuseumsForum GmbH als Bundespatenunternehmen.

DR. DANIEL GIESE

 

07.04.2016


06.04.2016: Akzentuierung

Erste Bewerbungen zur Ausschreibung Kunst am Bau für die Multifunktionsarena in der Landeshauptstadt Erfurt sind eingegangen.

Die ersten Einsendungen zum aktuellen Wettbewerb „Kunst am Bau" im Rahmen des Bauvorhabens Multifunktionsarena sind in der Kulturdirektion der Landeshauptstadt Erfurt eingegangen. Die Kulturdirektion/Bereich Kunst im öffentlichen Raum ist mit der Durchführung dieses Wettbewerbs betraut. Hier werden auch in den nächsten Wochen die A1-großen Mappen beziehungsweise Rollen in entsprechender Größe mit den Entwürfen eintreffen.

Kunst am Bau ist eine besondere Form der öffentlichen Unterstützung von Kunst und Kultur. Sie blickt auf eine lange Tradition zurück, schon in der Weimarer Republik wurde sie per Erlaß gefordert. In der BRD, aber auch der DDR fand diese Förderung Anwendung.

Dem öffentlichen Bauherrn – gleich ob auf Bundes-, Landes- oder kommunaler Ebene - kommt eine besondere baukulturelle Verantwortung und Vorbildfunktion zu. Die mit öffentlichen Mitteln finanzierten Bauaufgaben wie Gebäude, Straßen, Plätze und Parks  widerspiegeln auf spezielle Weise das baukulturelle Niveau und das Verständnis für Kunst und Kultur einer Gesellschaft, sie sind gleichsam Visitenkarten des Auftraggebers. Kunst am Bau versteht sich als ein Element von Baukultur, das die Qualität und Ausdruckskraft von Bauten mitprägt, sie ist daher ein integraler Bestandteil solcher Bauaufgaben. Wenn es auch kein gesetzliches Muß für sie gibt, so doch ein Soll, eine Verpflichtung, die in den vergangenen Jahrzehnten immer selbstverständlicher geworden ist. Bei den Bauprojekten mit öffentlicher Finanzierung bestimmt eine Richtlinie den formellen Rahmen, danach sind ein bis zwei Prozent der Bausumme für Kunst vorzusehen.

Bei der Multifunktionsarena sind es mit 120.000 Euro zwar weniger als ein Prozent der Baukosten, die von Beginn an in der Kalkulation für ein oder mehrere Kunstwerke eingeplant waren, aber die Stadt ist sich ihrer Verpflichtung bewußt, entspricht ihr und erkennt den Wert einer speziell für dieses Objekt entwickelten künstlerischen Arbeit.

Die aktuelle Ausschreibung fordert einen künstlerischen Beitrag, durch den das Multifunktionsgebäude eine Akzentuierung erfahren wird. Das Foyer, der Außenbereich des Haupteingangs und/oder Teile der Ostfassade sind als mögliche Orte für die Kunst angedacht.

Im Ergebnis soll ein Werk stehen, das als eine Art Signet eine Imagefunktion besitzt. Weiterhin ist gefordert, daß das Kunstwerk den verschiedenen Funktionen und Adressatenbezügen, also Sport und Kultur, Rechnung tragen muß. Das Kunstwerk unterliegt dabei keinen Einschränkungen bezüglich Größe, Form und Material, ein Bewertungskriterium neben der künstlerischen Qualität sind die Unterhaltungskosten.

Der im Rahmen des Bauvorhabens Multifunktionsarena durchgeführte Wettbewerb ist ein bundesweit ausgeschriebener, er wird in zwei Stufen durchgeführt. Einsendeschluß der Bewerbungen ist der 20. April. Eine Jury - zusammengesetzt aus zwei Sachjuroren und sieben Fachjuroren, diese Wichtung unterstreicht die Bedeutung des künstlerischen Anspruchs – wird in einer ersten Sitzung am 13. Mai unter Wahrung der Anonymität aus den eingesandten Bewerbungen bis zu fünf Einreichungen auswählen, welche in die zweite Runde kommen. Auf einer zweiten Sitzung am 24. Juni wird die Jury den Siegerentwurf bestimmen. Dieser soll bis zum Frühjahr 2017 realisiert werden.

Der letzte Wettbewerb, den die Stadt Erfurt ausgeschrieben hat, fand im Rahmen des Erweiterungsbaus des Bürgeramtes 2011statt. Das Atelier Lönne/Neumann aus Paderborn hatte mit seinem Entwurf „Datenfluß/Da nun aber - so gut wie" gewonnen. Die Installation aus grünen und blauen Plexiglaselementen befindet sich an der Decke des Foyers.

Wie von anderen Ausschreibungen bekannt, wird auch dieses Mal mit dem Gros der Bewerbungen erst kurz vor Einsendeschluß gerechnet, so daß mit Spannung nicht nur die eigentlichen Ideen, sondern auch die Gesamtzahl der Beteiligungen erwartet werden.

SYBILLE GLAUBRECHT

 

06.04.2016


06.04.2016: Kompetenzen ausspielen

„Thüringen geht bei optischen Fasern auf die Überholspur“: Bund bestätigt Förderung des Thüringer Unternehmens-Forschungsverbundes „Tailored Optical Fibers“ über elf Millionen Euro.

Im Rahmen seiner Initiative für den Ausbau technologischer Kompetenzen in ostdeutschen Regionen hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) den Thüringer Wachstumskern „Tailored Optical Fibers“ (TOF) nun offiziell bestätigt. Die Förderung von rund elf Millionen Euro ermöglicht dem Verbund aus Unternehmen und Forschungseinrichtungen die Schaffung einer deutschlandweit einzigartigen Technologieplattform im Bereich der optischen Fasern. Das teilte das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft am 6. April mit.

Optische Fasern sind moderne Hightech-Werkzeuge, die für vielfältige Zwecke eingesetzt werden können. Sie ermöglichen die exakte Messung von Temperaturen von über 1000 Grad oder werden in medizinische Bandagen eingewebt, um die Wundheilung von Patienten zu fördern.

In Thüringen haben sich 18 Unternehmen, drei Forschungsinstitute, die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) und das Photoniknetzwerk Optonet zu dem regionalen Wachstumskern TOF zusammengeschlossen, um Thüringen bis zum Jahr 2025 zum führenden Zentrum für die optische Spezialfasertechnologie auszubauen. Die nun vom BMBF bereitgestellten elf Millionen Euro sind ein entscheidender Beitrag, um das Projekt mit einem Budget von rund 15,5 Millionen Euro voranzutreiben. Mit Hilfe der Förderung können die Partner ihre Zusammenarbeit verstärken und in Forschung investieren; sie erhalten exklusives Know-how und können Produkte und Dienstleistungen bis zur Marktreife entwickeln.

„Die Photonik ist – wie die Optik insgesamt – eine der innovativen Vorzeigebranchen Thüringens. Optische Fasen sind mit ihren vielfältigen Einsatzmöglichkeiten ein wichtiges Zukunftsfeld, in dem die Thüringer Unternehmen und Forschungseinrichtungen ihre Kompetenzen voll ausspielen können. Diese Technologien verfügen über exzellente Wachstumspotenziale“, sagte Thüringens Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD.

„Mit der positiven Entscheidung aus Berlin ist es uns jetzt möglich, eine deutschlandweit einzigartige Technologieplattform im Bereich der optischen Fasern zu schaffen“, freute sich auch Andreas Krey, Geschäftsführer der LEG, die mit ihrem Thüringer Clustermanagement (ThCM) auch die technologischen Potentiale Thüringens in den verschiedensten Technologiezweigen voranbringt. „Experten gehen in diesem Bereich von jährlichen Wachstumsraten in Höhe von zehn bis 20 Prozent aus – hier eröffnen sich für die Thüringer Teilnehmer herausragende Marktchancen.“

Für Dr. Klaus Schindler, Geschäftsführer des Photoniknetzwerks Optonet e.V., profitieren alle Projektpartner von dem Vorhaben: „Durch den Wachstumskern haben die Unternehmen die Möglichkeit, zum führenden Anbieter für Spezialfasern und deren Systemintegration zu werden. Dies wird den Photonikstandort Thüringen weiter stärken und in einem innovativen Feld entscheidend voranbringen.“

Schon heute decken die Partner im Wachstumskern die gesamte Wertschöpfungskette ab. Unter ihnen befinden sich Materialhersteller, Faserzieher, Beschichter, Strukturierer und auch Systemintegratoren. Anwendungsgebiete, auf die sich die Unternehmen fokussieren, sind patientenfreundliche Produkte der Medizintechnik; Sensoren, die unter extremen Bedingungen arbeiten können; Fasern für Laserapplikationen zur effizienten Präzisionsbearbeitung in industriellen Fertigungsprozessen oder flächige Beleuchtungssysteme, die eine homogene Abstrahlung ermöglichen.

MI-TMWWDG

 

06.04.2016


05.04.2016: Erste Probe

3. „Rhöner Gradierbrand“ aus Bad Salzungen erfüllt Erwartungen voll und ganz: Für die noch ausstehende Prämiierung wird „mindestens Silber“ erwartet.

Zwei Jahre Lagerung im Eichenfaß hat der neue „Rhöner Gradierbrand“ der Dachmarke Rhön in salzhaltiger Luft im Gradierwerk von Bad Salzungen hinter sich. Jetzt gab es im Beisein von Daniel Steffan, Geschäftsführer des Kur- und Touristikunternehmens der Stadt, die erste Probe. „Wir erwarten mindestens eine Silbermedaille für diesen edlen Brand“, meinte Adolf Keller aus dem fränkischen Ramsthal, Mitglied der Kleinbrennerkooperation innerhalb der Dachmarke Rhön.

Der Mirabellenbrand ist bereits der 3. Rhöner Gradierbrand, der im Gradierwerk von Bad Salzungen heranreifte. Seine Vorgänger-Brände waren ein Dinkel- und ein Bierbrand. „Die Idee, einen edlen Brand in einem Gradierwerk heranreifen zu lassen, hatte ursprünglich der Geschäftsführer der Tourismus GmbH Bayerische Rhön, Michael Pfaff“, blickte die stellvertretende Geschäftsführerin der Dachmarke Rhön, Hannelore Rundell, in die erfolgreiche Geschichte des Rhöner Gradierbrands zurück. „Die Reifung des Brandes bei uns in salzhaltiger Luft erfolgt nach dem Vorbild des schottischen Whisky. Die salzhaltige Luft im Gradierwerk und die Stoffe im Eichenfaß führen zu einer Mineralisierung des Brandes, die ihm eine whiskyähnliche Farbe und einen whiskyähnlichen Geschmack verleihen“, erklärte Rundell.

„Unser neuer Gradierbrand ist gelungen“, schätzte Kleinbrenner Adolf Keller aus Ramsthal ein, nachdem er den ersten Schluck probiert hatte. „Man schmeckt das Aroma der Mirabelle bestens heraus, das ist ein guter Tropfen“, meinte er. Auch bei diesem Gradierbrand habe die starke Salzluft im Gradierwerk von Bad Salzungen in Verbindung mit dem Eichenholz für eine schöne bernsteinfarbene Färbung gesorgt. Die Prämiierung werde aller Voraussicht nach in diesem Jahr von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) vorgenommen. Erst danach könne der neue „Rhöner Gradierbrand“ in 0,35-Liter fassende Flaschen abgefüllt werden.

„Die nur rund 200 Flaschen umfassende Spirituosenspezialität wird ausschließlich im Shop der an das Gradierwerk angrenzenden „Solewelt“ in Bad Salzungen zum Kauf angeboten“, kündigte Rundell an. Der nächste Bad Salzunger Gradierbrand wird aller Voraussicht nach ein Zwetschgenbrand sein. „Wir als Dachmarke Rhön sind froh, daß uns die Kureinrichtungen der Region bei unserem Vorhaben ,Rhöner Gradierbrand‘ so toll unterstützen“, hob Rundell zum Abschluß der Probe hervor. Das gelte neben Bad Salzungen auch für Bad Königshofen. Dort wurde seinerzeit der 1. „Rhöner Gradierbrand“ hergestellt.

Innovativ und trotzdem handwerklich-traditionell: Genau diese Kombination sorgt beim „Rhöner Gradierbrand“ der Dachmarke Rhön für ein unvergleichliches Qualitätsprodukt und einen absoluten Hochgenuß. Deshalb ist er auch streng limitiert – nur rund 200 Flaschen à 0,35 Liter gehen in den Verkauf.

CARSTEN KALLENBACH

Stoßen mit dem neuen „Rhöner Gradierbrand“ aus Bad Salzungen an: die stellvertretende Geschäftsführerin der Dachmarke Rhön, Hannelore Rundell, der Geschäftsführer des Kur- und Touristikunternehmens von Bad Salzungen, Daniel Steffan, und der Kleinbrenner innerhalb der Kleinbrennerkooperation der Dachmarke Rhön, Adolf Keller aus Ramsthal.

Foto: FJR-ARCHIV

05.04.2016


04.04.2016: Neuentwicklungen vorantreiben

Innovationspreis Thüringen 2016 ausgelobt: 100.000 Euro Preisgeld für die besten Thüringer Innovationen.

Das Thüringer Wirtschaftsministerium, die Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (Stift), der Tüv Thüringen e.V. sowie die Ernst-Abbe-Stiftung loben zum 19. Mal den „Innovationspreis Thüringen“ aus. Das teilte das Thüringer Wirtschaftsministerium in einer Medieninformation am 4. April mit.

Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) rief die Thüringer Unternehmen auf, sich mit herausragenden Innovationen um den mit 100.000 Euro dotierten Preis zu bewerben. „Innovation ist der Kern der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit Thüringens. Es ist wichtig, immer wieder neue Produkte, Verfahren und Technologien zu entwickeln. Mit dem Thüringer Innovationspreis wollen wir deshalb erfolgreiche Neuentwicklungen vorantreiben und belohnen.“

Bewerbungen sind in vier Kategorien möglich. Neben „Tradition und Zukunft“, „Industrie und Material“ und „Licht und Leben“ gibt es die neu bezeichnete Kategorie „Digitales und Medien“, in der sich der Trend der Digitalisierung widerspiegelt. „Die zunehmende Digitalisierung der Wirtschaft wird weiter an Bedeutung gewinnen. Die Thüringer IT-Branche sorgt als Querschnittsbranche für den notwendigen digitalen Input in Industrie, Handwerk und Handel“, betonte Tiefensee die Wichtigkeit der neuen Kategorie. Kategorieübergreifend kann die Jury zudem einen „Sonderpreis für Junge Unternehmen“ vergeben und damit das engagierte Wirken sowie das Potential junger Thüringer Firmen auszeichnen.

Ebenfalls ausgeschrieben wird der „Ernst-Abbe-Preis für innovatives Unternehmertum“. Mit diesem als Vorschlagswettbewerb gestalteten Personenpreis wird eine Thüringer Unternehmerpersönlichkeit für besondere Verdienste um den Wissenschafts- und Technologiestandort Thüringen ausgezeichnet. Für diesen Preis können die Thüringer Kammern bis zum 30. Juni 2016 geeignete Kandidaten vorschlagen. Über die Vergabe des Preises entscheiden die Wettbewerbsträger.

Unternehmen, Handwerksbetriebe, Einzelpersonen und Forschungseinrichtungen können sich bewerben, wenn sie ihren Wohnsitz beziehungsweise Unternehmens-Standort oder ihre Betriebsstätte in Thüringen haben. Die Innovationen müssen überwiegend in Thüringen entwickelt, gestaltet beziehungsweise gefertigt worden sein. Sie müssen seit kurzem auf dem Markt eingeführt sein oder kurz vor einer Markteinführung stehen und Aussicht auf eine erfolgreiche Etablierung am Markt haben.

Seit 1994 wird der Innovationspreis Thüringen verliehen. Eine unabhängige Jury mit regionalen und überregionalen Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft bewertet die Einreichungen unter anderem nach Innovationsgrad, Unternehmerischer Leistung und Marktpotential.

Die Verleihung des XIX. Innovationspreises Thüringen 2016 findet am 23. November 2016 in Weimar statt. Bewerbungen für den Innovationspreis Thüringen können ab sofort bis zum 30. Juni 2016 online eingereicht werden:

MI-TMWWDG

 

04.04.2016


04.04.2016: Geringerer Personalbestand

Thüringer Handwerk im Jahr 2015: Höhere Umsätze bei weniger Beschäftigten.

1,5 Prozent weniger Beschäftigte als im Jahr zuvor wurden 2015 in den zulassungspflichtigen Handwerksunternehmen in Thüringen nach vorläufigen Angaben des Thüringer Landesamtes für Statistik gezählt. Gleichzeitig seien die Umsätze gegenüber 2014 um 2,1 Prozent gestiegen.

Deutschlandweit sank die Zahl der Beschäftigten um 0,4 Prozent, während sich die Umsätze ebenfalls um 2,1 Prozent erhöhten.

Zwischen den einzelnen Gewerbegruppen verlief die Entwicklung nach Informationen der Statistiker recht unterschiedlich, wobei fast durchweg ein etwas geringerer Personalbestand als im Jahre 2014 registriert worden sei. Lediglich die Handwerker im Gesundheitsgewerbe konnten einen Beschäftigtenzuwachs verzeichnen (+ 1,3 Prozent), der mit einem Umsatzplus von 2,9 Prozent einherging. Höhere Umsätze als im Vorjahr erzielten auch die Handwerker im Kraftfahrzeuggewerbe mit einem Zuwachs von 4,5 Prozent (Beschäftigte: - 1,3 Prozent), im Bauhauptgewerbe mit einem Plus von 4,1 Prozent (Beschäftigte: - 2,2 Prozent), die Handwerker für den privaten Bedarf mit einer Zunahme von 3,4 Prozent (Beschäftigte: - 3,0 Prozent), im Lebensmittelgewerbe mit einem Zuwachs von 1,9 Prozent (Beschäftigte -0,7 Prozent) sowie im Ausbaugewerbe mit einem Anstieg um 1,6 Prozent (Beschäftigte: - 1,3 Prozent).

Bei den Handwerkern für den gewerblichen Bedarf lagen sowohl die Beschäftigtenzahlen als auch die Umsätze unter dem Niveau von 2014. Das Minus bei den Beschäftigten betrug 2,7 Prozent, der Umsatz ging um 0,1 Prozent zurück.

PM-TLS

 

04.04.2016


01.04.2016: Projekte im Aus

Ohne Projektbewertungen wird Öffentlichkeitsbeteiligung zur Farce: Landesverband Pro Bahn fordert fundierte Bewertung der Thüringer Schienenprojekte.

Mit Enttäuschung und scharfer Kritik reagierte der Fahrgastverband Pro Bahn Thüringen auf die Vorstellung des Entwurfes des Bundesverkehrswegeplans 2030 (BVWP) durch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Von den angemeldeten Thüringer Schienenprojekten sei lediglich ein einziges Projekt, der weitere Ausbau der Strecke Eisenach - Erfurt, aufgenommen worden. Alle weiteren Anmeldungen seien entweder abgelehnt oder in die Kategorie „Potentieller Bedarf“ eingeordnet worden, die de facto eine „Parkposition“ für noch nicht bewertete Projekte darstellten.

„Mit der Methodik, mit der die Thüringer Schienenprojekte hier ins Aus oder auf die lange Bank geschoben werden, sind wir nicht einverstanden“, sagte Bernd Schlosser, Vorsitzender des Thüringer Landesverbandes Pro Bahn. „Es sollte selbstverständlich sein, daß der Entwurf eines Bundesverkehrswegeplans erst veröffentlicht wird, wenn alle Projekte bewertet wurden. Hier ist das aber nicht der Fall; bis auf eines wurden die Thüringer Schienenprojekte entweder noch gar nicht bewertet, oder sie wurden unter teils abenteuerlichen Begründungen einer qualifizierten Bewertung entzogen.“

So sei zum Beispiel das Projekt des Lückenschlusses der Werrabahn mit der Begründung abgelehnt worden, daß die Strecke nach dem Neu- beziehungsweise Ausbau nicht elektrifiziert wäre, deshalb nicht durch den Schienenpersonenfern- oder -güterverkehr genutzt werde und es sich deshalb nur um eine (durch die Länder zu finanzierende) Nahverkehrsmaßnahme handele. „Diese pauschale Begründung ist natürlich Unsinn“, so Bernd Schlosser. „Zum einen gibt es sehr wohl auch Fern- und Güterverkehr auf nicht-elektrifizierten Strecken, zum anderen haben detaillierte Untersuchungen der letzten Jahre, die teils sogar schon der Untersuchungsmethodik des BVWP folgten, überregionalen Bedarf für diese Strecke und ein sehr gutes Nutzen-Kosten-Verhältnis gezeigt. Wenn man die Strecke aber gar nicht erst untersucht, kann man natürlich auch nicht zu diesem Ergebnis kommen.“

Die Elektrifizierung der Mitte-Deutschland-Verbindung von Weimar über Jena und Gera nach Gößnitz (MDV), die aufgrund der starken Nachfrage und des zukünftig wieder geplanten Fernverkehrs das derzeit wichtigste thüringische Bahnprojekt ist, sei nur in die Kategorie „Potentieller Bedarf“ eingeordnet worden. Damit habe Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt dieses und zahlreiche weitere Schienenprojekte in der gesamten Republik in eine Art Schwebezustand versetzt.

„Als Fahrgastverband wollten wir eigentlich die Öffentlichkeitsbeteiligung nutzen, um qualifiziert Stellung zu den Thüringer Schienenprojekten zu nehmen“, erklärte Bernd Schlosser. „Da aber mit dem BVWP-Entwurf keine fundierten Bewertungen ausgelegt wurden, können wir nur grundsätzliche Argumente für den Ausbau vorbringen, uns aber nicht auf konkrete Bewertungen des Bundes beziehen. Vor diesem Hintergrund wird die Öffentlichkeitsbeteiligung aus unserer Sicht zur Farce. Worauf sollen sich Bürger und Verbände bitte beziehen, wenn nur Grunddaten zu einem Projekt veröffentlicht werden? Die Bundesregierung muß hier schnell für Klarheit sorgen und die fehlenden Projektbewertungen nachliefern. Bis dahin sollte die Öffentlichkeitsbeteiligung für diese Projekte ausgesetzt werden“, forderte  Bernd Schlosser.

Pro Bahn ist ein gemeinnütziger Verbraucherverband für die Fahrgäste öffentlicher Verkehrsmittel wie Bahn und Bus. Er ist deutschlandweit tätig und als Bundesverband mit Landes- und Regionalverbänden organisiert.

PM-PB

 

01.04.2016


01.04.2016: „Diese Leistung wird bleiben“

Thüringer Landtagspräsident Christian Carius: „Wir werden Kertesz vermissen“.

„Der Schriftsteller Imre Kertesz zählt zu den bedeutendsten Autoren Europas. Der Ungar hat mit seinen Romanen und Essays die literarische Aufarbeitung des Holocausts und des Kommunismus‘ weltweit mit vorangetrieben. Dafür erhielt er bereits 2002 den Literaturnobelpreis und zudem höchste staatliche und internationale Auszeichnungen. Wir werden Imre Kertesz vermissen.“ Das erklärte der Thüringer Landtagspräsident Christian Carius (CDU) am 31. März 2016 zum Tode des ungarischen Literaturnobelpreisträgers Kertesz (86).

„Das Imre-Kertesz-Kolleg Jena“, so der Landtagspräsident weiter, „hat Thüringen als wichtiges Zentrum für Osteuropäische Zeitgeschichte etabliert. Diese Leistung wird bleiben. Dafür sind wir dem Namensgeber und Initiator der Forschungseinrichtung dankbar. Darüber hinaus wird der intensive wissenschaftliche Dialog auch weiterhin in Jena und ganz Thüringen fortgeführt.“

Imre Kertesz war ein ungarischer Erfolgsautor („Roman eines Schicksalslosen“), der neben dem Nobelpreis für Literatur mit zahlreichen Auszeichnungen geehrte wurde. Er überlebte die Konzentrationslager Auschwitz und Buchenwald und erlebte den Kommunismus in seiner Heimatstadt Budapest. Bereits am 27. Januar 2003 besuchte Kertesz Buchenwald anläßlich des Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialsmus.

Das nach ihm benannte Kertesz-Kolleg bereitete unter anderem das Fundament für Lehrangebote für Osteuropäische Geschichte in Jena.

PM-TLT

 

01.04.2016

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Die Ausgabe 2/2017 berichtet über die Herausforderung, wachsende Städte und schrumpfende Regionen im Freistaat gemeinsam zu entwickeln.

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