Nachrichten aus dem Freistaat Mai 2015

 Mai 2015
 

31.05.2015: Radiosender neuer Prägung

Ab 1. Juni neue Ära der Bürgermedien in Thüringen: In Weimar und Erfurt starten Bürgerradios. Damit sollen der Lokaljournalismus gestärkt und die Medienbildung intensiviert werden.

„In Thüringen beginnt eine neue Ära für Bürgermedien", freut sich Jochen Fasco, Direktor der Landesmedienanstalt (TLM). Die lokale Medienlandschaft erhält mit den Bürgerradios - die ersten beiden gehen am 1. Juni auf Sendung - eine moderne Fortentwicklung.

Nach einem mehrjährigen Diskussionsprozeß hatte der Thüringer Landtag im letzten Jahr einer umfassenden Überarbeitung des Thüringer Bürgermedienmodells zugestimmt. Damit sollen die bisherigen offenen Kanäle und die nichtkommerziellen Lokalradios weiterentwickelt werden zu Bürgerradios. Diese Radiosender neuer Prägung erhalten eine eigene Lizenz und den gesetzlichen Auftrag, lokale Themen intensiv aufzugreifen, chancengleichen Zugang für interessierte Radiomacherinnen und Radiomacher zu gewähren sowie Medienbildung zu vermitteln.

Die ersten Neulizenzierungen sind bereits durch die TLM erfolgt. Die erfahrenen Radioleute konnten die TLM im Lizenzierungsverfahren überzeugen. Für Erfurt erhielt Radio „Frei“ (nti-online.net berichtete bereits am 05.05.2015) und für Weimar Radio „Lotte“ die vierjährige Radiolizenz. Bei diesen beiden Sendern haben künftig auch die Radiomacher des TLM-getragenen Radio „Funkwerk“, das Ende Mai seinen Sendebetrieb einstellt, die Möglichkeit, weiter Hörfunk im Redaktionsteam oder in gesonderten freien Sendeflächen eigenverantwortlich zu gestalten. TLM-Direktor Fasco dankt allen Ehrenamtlichen und Unterstützern und freut sich, daß alle Interessenten aus Erfurt und Weimar bei den neuen Bürgerradios aktiv Hörfunk produzieren können.

Am 1. Juni gehen die beiden ersten Bürgerradios auf Sendung. Neben den Livestreams im Internet und den vielfältigen Mediathek-Angeboten ist Radio „Lotte“ Weimar auf UKW in Weimar auf 106,6 MHz sowie Radio „Frei“ in Erfurt auf 96,2 MHz zu empfangen. Die Finanzierung des Sendebetriebs der Thüringer Bürgersender übernimmt maßgeblich die Thüringer Landesmedienanstalt (TLM).

Insgesamt wird es zu Beginn des Jahres 2016 voraussichtlich sechs Bürgerradios in Thüringen geben. Die Versammlung der TLM hat neben den beiden Zulassungen von Radio „Frei“ Erfurt und Radio „Lotte“ Weimar auch bereits über den Radio-Standort Saalfeld/Rudolstadt/Bad Blankenburg entschieden. Dort wird ab dem 1. Juli 2015 der „SRB - Das Bürgerradio im Städtedreieck" auf der neuen und leistungsstärkeren Frequenz 105,2 MHz senden. Für die weiteren drei Standorte Jena, Eisenach und Nordhausen erfolgt am 1. Juni 2015 im Thüringer Staatsanzeiger die Ausschreibung.

PM-TLM

 

31.05.2015


30.05.2015: Engagement beendet

Weinbau ohne Prinz und Thüringer.

Die Kromsdorfer Weinbauflächen werden inzwischen von Sachsen-Anhalt aus bewirtschaftet. Wie der MDR meldete, hat Sachsens Vorzeigewinzer Georg Prinz zur Lippe sein Engagement in Thüringen beendet. Der Chef vom Weingut Schloß Proschwitz bei Meißen hat die vor sieben Jahren in der Nähe von Weimar erworbene rund 50 Hektar große Rebfläche an die Agrargenossenschaft Gleina im Burgenlandkreis (Sachsen-Anhalt)  abgegeben. Neben Acker- und Wiesenflächen bewirtschaftet diese auch 155 Hektar Weinberge an der Unstrut.

Mit dem Erwerb von Land im Weimarer Land war zur Lippe zum größten privaten Winzer des Ostens aufgestiegen. Die nötigen Rebrechte erhielt er dank guter Kontakte in die Politik aus Rheinland-Pfalz, der Heimat von Thüringens Ex-Ministerpräsidenten Bernhard Vogel (CDU). Trotz vieler Bemühungen wurde es ihm nicht ermöglicht, seinen Thüringer Wein vor Ort zu keltern. Die Trauben mußten nach Sachsen gefahren werden, was das Unternehmen unwirtschaftlich machte. Außerdem war er beim Kauf des Kromsdorfer Schlosses gescheitert, das er zum Weingut umbauen wollte, und stand nach Erwerb der mittelalterlichen Ordensburg Liebstedt mit dem dortigen Förderverein in Streit, der die laut eigenen Angaben einzige in Mitteleuropa komplett erhaltene Burg des Deutschen Ritter-Ordens vor dem Umbau schützen wollte.

Die Agrargenossenschaft Gleina - deren Chef Siegfried Boy ist zugleich Präsident des Weinbauverbandes Saale-Unstrut  - gehörte zu jenen, die so sehr gegen das Thüringer Engagement des Prinzen aus Sachsen gewettert hatten, daß der Weinbau Thema in der Erfurter Staatskanzlei wurde. Die in Thüringen geernteten Trauben sollen künftig in der sachsen-anhaltischen Winzergenossenschaft Freyburg (Burgenlandkreis) verarbeitet werden.

FRANK FRIEDRICH

 

30.05.2015


30.05.2015: „Beleg der Bevormundungspolitik“

Freie Fahrt für freie Bürger im Freistaat? Thüringens Junge Union-Chef Stefan Gruhner möchte kein Tempolimit auf Thüringer Autobahnen.

Gegen den von Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Bündnisgrüne) am 27. Mai 2015 geäußerten Vorschlag, ein Tempolimit auf Thüringer Autobahnen zu erwägen, macht der Junge Union-Landesvorsitzende und Landtagsabgeordnete Stefan Gruhner mobil: „Die Pläne der Thüringer Umweltministerin auf allen Autobahnen in Thüringen ein Tempolimit von 120 Stundenkilometern einzuführen, sind ein weiterer Beleg der rot-rot-grünen Bevormundungspolitik. Hier steht nicht die Umwelt oder die Verkehrssicherheit im Mittelpunkt, sondern die Umerziehung der Bürger im Sinne der Grünen."

Gruhner weiter: „Ein generelles Geschwindigkeitslimit auf Fernstraßen führt mitnichten zu einem Mehr an Mobilität, wie oft behauptet, sondern stellt lediglich ein weiteres Instrument der linksideologischen Gängelung der Autofahrer dar. Die Junge Union lehnt ein allgemeines Tempolimit auf heimischen Fernstraßen strikt ab. Geschwindigkeitsbegrenzungen an gefährlichen Stellen und in Tunneln sind ohne Zweifel notwendig, aber flächendeckend unverhältnismäßig."

„Deutschland ist das einzig verbliebene Land der Welt ohne eine generelle Höchstgeschwindigkeitsgrenze auf Autobahnen. Dies zu ändern, wäre nicht nur ein Eingriff in die individuelle Freiheit der Autofahrer, sondern auch ein Angriff auf die Absatzmöglichkeiten der deutschen Automobilhersteller, da der heimische Marketingeffekt hierdurch wegfiele", argumentiert der Thüringer Chef der Jungen Union.

PM-JUT

 

30.05.2015


29.05.2015: Rollendes Labor

Feuertaufe für ein Projekt der Fachhochschule Aachen in Erfurt.

Erfurts Messechef Wieland Kniffka freut sich auf eine ganz besondere Premiere. Am 10. Juni 2015 erlebt der „FabBus“ seine Feuertaufe im Rahmen von „Rapid.Tech“ und „FabCon 3.D“. (nti-online.net berichtete bereits am 27.05.2015 über die Veranstaltung). Der „FabBus“ ist ein Projekt der Fachhochschule Aachen in Kooperation mit MakerBot Europe, mit dem Ziel, die Technologie des 3D-Druckens an Schulen und in Unternehmen zu fördern.

Das „rollende Labor“, ein umgebauter Doppeldeckerbus, ist mit modernster Technik ausgestattet: Der vordere Bereich der unteren Etage dient als Showroom, hier werden Bauteile aller 3D-Druck-Verfahren ausgestellt sowie die Verfahren selbst erklärt. Der hintere Teil lädt mit einer Kaffeebar und einem Lounge-Bereich dazu ein, das 3D-Drucken zu beobachten oder in einem der Fachbücher zu stöbern. Die obere Etage dient als Schulungsraum mit acht Arbeitsplätzen, die jeweils mit einem 3D-Drucker von Makerbot und einem Computer ausgestattet sind. 16 Schülerinnen und Schüler oder acht Erwachsene finden dort für Seminare Platz.

„Mit diesem mobilen Labor können wir Schulen, aber auch kleine und mittelständische Unternehmen  erreichen, die außerhalb der Ballungsräume Probleme haben, den Anschluß an die neuesten Erkenntnisse von Wissenschaft und Forschung zu halten“, sagt der Leiter des Projekts, Prof. Dr. Andreas Gebhardt.

„Aus- und Weitebildung rücken zunehmend in den Blickpunkt unserer ,3D-Druck‘-Messen. Soll Industrie 4.0 Wirklichkeit werden, müssen auch im Ausbildungssektor die neuesten Technologien, Verfahren und Möglichkeiten Eingang finden“, erklärt Wieland Kniffka.

Nach seinem Start in Erfurt wird der „FabBus“ deutschlandweit in Schulen und Betrieben die neue Technologie vorstellen.

PI-ME-FHA

 

29.05.2015

 


28.05.2015: Praktische Erfahrungen

Elektromobile Logistik aus Sicht der Praxis: Konsortium stellt Anwendungsergebnisse auf 2.Kongreß vor.

Wie lassen sich Elektrofahrzeuge in bestehende Logistikstrukturen integrieren? Wie praktikabel ist deren Einsatz? Welche neuen Konzepte werden benötigt? Wie reagiert das Fahrpersonal auf diese Fahrzeuge?

Das seit mehr als 65 Jahren gefestigte Bild auf unseren Straßen verändert sich - mehr und mehr Elektrofahrzeuge sind zu finden – auch in logistischen Szenarien. Um den elektromobilen Vormarsch im gewerblichen Bereich zu fördern, benötigen wir daher dringend Antworten auf die eingangs gestellten Fragen. So hat es sich das aus Thüringer Unternehmen und Hochschulen bestehende Konsortium zur Aufgabe gemacht, das Transportgewerbe mit einer interaktiven IT-Systemplattform zu unterstützen sowie es mit praktischen Erfahrungen auf die elektromobile Logistik vorzubereiten.

Die aus drei unterschiedlichen Anwendungsszenarien stammenden ersten Ergebnisse präsentiert das Projekt auf seinem zweiten Kongress am 11. und 12. Juni 2015 auf den Dornburger Schlössern bei Jena. Es wird aufgezeigt, wie man elektromobile Touren konzipieren kann und vor allem wie Elektrofahrzeuge in bestehende Tourenplanungen eingebettet werden können. Auch die gewonnenen praktischen Erkenntnisse in Bezug auf den täglichen Fahrzeugeinsatz und der Umgang mit dem kritischen Thema Reichweite werden adressiert.

Neben Erkenntnissen aus dem Konsortium stellen weitere Unternehmungen Erfahrungen und ihre Lösungen für die elektromobile Zukunft im gewerblichen Bereich vor. So präsentiert „E-Force“ einen vollelektrischen 18 Tonnen-Lastkraftwagen, „TEDi Logistik“ Erfahrungen in der Filialbelieferung und „Future mobility“ Mehrfachnutzungskonzepte für Elektrofahrzeuge.

DANIEL STEGMANN

 

28.05.2015


28.05.2015: Weiterer attraktiver Wettbewerb

Premiere im Thüringer Laufkalender: Universität Erfurt lädt Teams und Einzelstarter am 2. Juli zum ersten Campuslauf ein.

Mit dem 1. Campuslauf an der Universität Erfurt gibt es am 2. Juli eine Premiere im Thüringer Laufkalender: Über eine Strecke von zehn Kilometern (fünf Runden) werden auf dem Campus die schnellsten Einzelstarter und Teams (mindestens zwei bis maximal fünf Starter, die sich die fünf Runden teilen) gesucht. Gelaufen wird auf einem Zwei-Kilometer-Rundkurs mit Start und Ziel an der Universitätssporthalle.

Die Idee für den Lauf hatte Uni-Kanzler Jan Gerken, der selbst leidenschaftlicher Läufer ist und die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernommen hat. „Studierende und Mitarbeiter der Uni sind bereits seit vielen Jahren bei den Teamläufen von ‚Erfurt rennt‘ (30. Mai) und dem ‚Rennsteigstaffellauf‘ (20. Juni) aktiv dabei“, weiß Gerken. „Jetzt gibt es für sie und alle anderen laufbegeisterten Erfurter noch einen weiteren attraktiven Wettbewerb.“ In Kooperation mit dem Unisportverein, dem Studentenwerk Thüringen und dem Studierendenrat lädt die Universität am 2. Juli zum Laufen auf ihrem Parkgelände zwischen den Uni-Gebäuden in der Nordhäuser Straße ein. Den Anfang machen um 16 Uhr die Jüngsten der Kita „Campuskinder“, die auf eine 300 Meter-Runde geschickt werden. Start für den Campusteamlauf ist um 17 Uhr. Um 18 Uhr erfolgt der Startschuß für den von der Techniker Krankenkasse (TK) unterstützten Hauptlauf über zehn Kilometer.

Eine Anmeldung zur Teilnahme ist bis 30. Juni im Internet möglich, für Kurzentschlossene auch am Starttag vor Ort. Einzelstarter zahlen fünf Euro, das Startgeld für Teams beträgt zehn Euro; für Studierende und Mitarbeiter der Universitäten ist die Anmeldung kostenlos. Die Startnummern gibt es im Organisationsbüro vor der Universitätssporthalle. Und natürlich gibt es auch etwas zu gewinnen: Die drei Erstplazierten (männlich und weiblich) werden mit einer Urkunde und einem Sachpreis geehrt, außerdem gibt es Preise für die drei schnellsten Teams. Mit dem anschließenden Sommerfest des Universitätssportvereins wird der „1. Erfurter-Campuslauf“ zu Ende gehen.

CV-JP

 

28.05.2015


27.05.2015: „Erhebliche Risiken“

Antrag zur Stadtratssitzung: Erfurt soll TTIP-freie Zone werden.

Wie in einem Beschluß des Erfurter Stadtrates vom Mai 2014 angekündigt, sollen die voriges Jahr bereits aufgestellten Forderungen zu den Verhandlungen um das Transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP) mit der symbolischen Schaffung einer TTIP-freien Zone in Erfurt bekräftigt werden. Das teilte die Piratenpartei in der Landeshauptstadt vor der Stadtratssitzung am 27. Mai 2015 mit.

Damit würde die Stadt Erfurt Hunderten von anderen Städten in Deutschland und Europa folgen, die sich auch zu TTIP-freien Kommunen erklärt haben. „Daß die geplanten Freihandelsabkommen TTIP, CETA und insbesondere auch TiSA die Organisationsfreiheit von Kommunen stark gefährden können, erklären nicht nur die kommunalen Spitzenverbände und der Verband kommunaler Unternehmen, sondern auch der Hauptausschuß des Deutschen Städtetages und der Bundesverband der öffentlichen Dienstleistungen“, heißt es in einer von den Piraten verbreiteten Pressemitteilung.

Weiter wird darauf hingewiesen, daß das Freihandelsabkommen erhebliche Risiken für Dienstleistungen der Daseinsvorsorge berge. Typische kommunale Dienstleistungen, wie Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung, der Öffentliche Personennahverkehr, die Abfallwirtschaft, Sozialdienstleistungen, Krankenhäuser oder die Kultur würden dann Regeln zur Liberalisierung unterworfen. Die derzeit garantierte, umfassende Organisationsentscheidung von Kommunalvertretern müßte durch ein am Wettbewerbsgedanken ausgerichtetes Verfahren ersetzt werden. Damit würden die Organisationshoheit der Gebietskörperschaften und das kommunale Selbstverwaltungsrecht komplett ausgehebelt. Insbesondere die Investitionsschutzregelungen mit Klagerechten der transnationalen Konzerne vor nicht öffentlichen Schiedsgerichten dienten der prophylaktischen Unterbindung von politischen Entscheidungen zur Verbesserung von Standards im Umwelt-, Verbraucher-, Arbeitnehmerschutz und anderen Bereichen der Daseinsvorsorge.

„In Kenntnis der öffentlich gewordenen Vertragsteile und der genannten Auswirkungen wollen die Antragsteller den vor einem Jahr gefaßten Beschluß erweitern und Erfurt zur TTIP-freien Zone erklären.“ Damit würde sich die Stadt Erfurt in der Außenwirkung zum Land, Bund und der EU klar gegen die Freihandelsabkommen TTIP, CETA und TiSA positionieren.

Zur Stadtratssitzung sollen mehr als eintausend gesammelte Unterschriften vom „Bündnis Erfurt TTIP-frei“ an den Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) übergeben werden. Begleitet werden soll die Übergabe mit einer Demonstration vor dem Erfurter Rathaus ab 16 Uhr. Das aus Attac-, BUND-, DGB-, TransitionTown-, Occupy-, VCD- und Mehr Demokratie-Ortsgruppen bestehende sowie von den Piraten, der Partei Die Linke und den Bündnisgrünen unterstützte Bündnis existiert seit etwa einem Jahr.

Das völkerrechtswirksame TTIP-Abkommen werde keinen fairen Handel zwischen den Nationen in Europa und den USA, sondern im Kern einen Demokratie- und Sozialabbau mit sich bringen. Deshalb würden sich das Bündnis und die Antragsteller gegen TTIP wenden. Mit dem Beschluß könnte Erfurt nach Auffassung der Initiatoren als Stadt ein wichtiges Signal setzen.

ANN-MARIE SOMMERFELD

 

27.05.2015


27.05.2015: Optimierte Struktur

„Ritterschlag“ für „Rapid.Tech“-Fachprogramm: „Wissenschafts-TÜV“ garantiert höchste Qualität.

Die Kongreßmesse „Rapid.Tech“ ist eine der wichtigsten europäischen Informationsveranstaltungen im Bereich der generativen Technologien. Am 10. und 11. Juni 2015 werden in Erfurt 160 Aussteller aus sieben Ländern und rund 4000 Teilnehmer aus 20 Ländern erwartet. 80 Spitzenreferenten und Top-Themen prägen das Kongreßprogramm mit Anwendertagung für neue Technologien, Konstrukteurstag und Forum Fraunhofer-Allianz „Generativ“ sowie den Fachforen zu den Themen Werkzeuge, Luftfahrt und Medizintechnik. Im Zentrum der für 2015 optimierten Kongreßstruktur steht neben dem Vordenker-Forum „Vision 3D“ mit fünf internationalen Keynote-Vorträgen das neuentwickelte Fachforum „Wissenschaft“. Zwei Tage lang präsentieren hier anerkannte Wissenschaftler neueste Erkenntnisse und Ansätze im Bereich des Additive Manufacturing.

Die Vorträge im Rahmen des zweitägigen Forums „Wissenschaft“ werden erstmals einer wissenschaftlichen Qualitätssicherung (Doubleblind-Review) unterzogen. Dem dafür zuständigen wissenschaftlichen Komitee gehören die Spitzen der additiven Forschung in Deutschland an: Prof. Dr. Gerd Witt, Lehrstuhl für Fertigungstechnik, Universität Duisburg-Essen, Prof. Dr. Dietmar Drummer, Lehrstuhl für Kunststofftechnik, FAU Erlangen-Nürnberg. Prof. Dr. Claus Emmelmann, Institut für Laser- und Anlagensystemtechnik, TU Hamburg-Harburg, Laser Zentrum Nord GmbH, Prof. Dr. Reinhart Poprawe, Lehrstuhl für Lasertechnik, RWTH Aachen, Fraunhofer ILT, Prof. Dr. Michael Zäh, Institut für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften, TU München, Prof. Dr. Detmar Zimmer, Lehrstuhl für Konstruktions- und Antriebstechnik, Universität Paderborn.

„Dieser ‚Wissenschafts-TÜV‘ garantiert zum einen das Spitzen-Niveau der Tagung und kommt zugleich dem Renommee der Vortragenden zugute“, erklärt Wieland Kniffka, Geschäftsführer der Messe Erfurt.

Kniffka kündigte zudem eine weitreichende Kooperation mit dem Springer-Verlag an. Der international führende Wissenschaftsverlag entwickelt aktuell unter dem Titel „Progress in Additive Manufacturing“ eine hochwertige Fachzeitschrift für Forschung und Entwicklung im Bereich der generativen Technologien. Ein Sonderteil „Rapid.Tech 2015“ soll in einer der ersten Ausgaben Anfang 2016 die Vorträge des Fachforums „Wissenschaft“ komplett abbilden. Aber auch alle anderen Referenten des Fachprogramms können ihre Vorträge einreichen, die dann vom Editorial Board der Zeitschrift auf eine Veröffentlichung hin geprüft werden.

THOMAS TENZLER

 

27.05.2015


26.05.2015: Zuschlag erhalten

Rückenwind für Jenaer Optik- und Medizintechnikforschung : Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert weiteren Sonderforschungsbereich an Universität Jena.

Neuer Erfolg für das Wissenschaftsland Thüringen: Die Friedrich-Schiller-Universität Jena hat von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) den Zuschlag für einen Sonderforschungsbereich zur Hochleistungsmikroskopie erhalten. Thüringens Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) freut sich über die Zusage: „Die Förderung ist Rückenwind für die Optik- und Medizintechnikforschung in Jena und trägt dazu bei, den Forschungsstandort Thüringen insgesamt zu stärken.“ Mit der Einrichtung des Sonderforschungsbereichs „Hochleistungs-Lichtmikroskopie zur Aufklärung der Funktionen von Membranrezeptoren (ReceptorLight)“ am Universitätsklinikum Jena ist eine Förderung in Höhe von zehn Millionen Euro für die kommenden vier Jahre verbunden.

Ziel des Sonderforschungsbereichs (SFB) ist die Entwicklung und Anwendung neuer, lichtmikroskopischer Bildgebungsverfahren zur Erforschung der komplexen Signal- und Steuerungsprozesse in Tier- und Pflanzenzellen. Der SFB umfaßt insgesamt 22 Teilprojekte und vereinigt Wissenschaftler aus Jena und von der Universität Würzburg. Nicht zuletzt Jena hat in den vergangenen Jahren mit Investitionen von rund acht Millionen Euro, der Einrichtung einer Carl-Zeiss-Stiftungsprofessur „Mikroskopische Bildanalyse“ und mehreren W3- und W2-Professuren die strukturellen und inhaltlichen Voraussetzungen für die Bearbeitung dieser Thematik geschaffen.

Sonderforschungsbereiche sind auf die Dauer von bis zu zwölf Jahren angelegte Forschungseinrichtungen der Hochschulen, in denen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen über die Grenzen ihrer jeweiligen Fächer, Institute, Fachbereiche und Fakultäten hinweg im Rahmen eines übergreifenden und wissenschaftlich exzellenten Forschungsprogramms zusammenarbeiten. Insgesamt hat der DFG-Bewilligungsausschuß auf seiner Sitzung am 20./21. Mai in Bonn die Unterstützung von bundesweit 13 neuen Sonderforschungsbereichen beschlossen, die mit insgesamt 113 Millionen Euro gefördert werden. Alles in allem fördert die DFG damit derzeit 241 Sonderforschungsbereiche, darunter nunmehr sechs mit Thüringer Beteiligung.

STEPHAN KRAUSS

 

26.05.2015


26.05.2015: Interessen stärker bündeln

„Es wächst zusammen, was zusammengehört“: Der Verband Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V. und der Prüfungsverband Thüringer Wohnungsunternehmen e.V. fusionieren. Das gaben Verbandsdirektorin Constanze Victor und Prüfungsdirektor Jürgen Elfrich bekannt.

Auf dem außerordentlichen Verbandstag des Verbandes Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft am 6. Mai 2015 in Suhl stimmten die Mitglieder fast einstimmig für eine neue Satzung als wesentliche Grundlage für einen zukünftigen Einheitsverband in Thüringen. Dieser Beschluß gibt den Weg frei für eine Verschmelzung der beiden Verbände, die nunmehr die nötigen juristischen Schritte für einen Zusammenschluß weiter vorantreiben können. Der Thüringer Wohnungsverband wird in den kommenden Wochen das genossenschaftliche Prüfungsrecht beantragen und voraussichtlich ab 2016 als genossenschaftlicher Prüfungsverband erste Prüfungen von Genossenschaften durchführen. Nach aktuellem Stand wird damit gerechnet, daß die Fusion spätestens 2017 vollendet ist.

Unter Fachleuten gilt der Zusammenschluß als historische Entscheidung, der bereits eine enge Zusammenarbeit vorausgegangen ist. Durch die Fusion können beide Verbände jetzt auch nach außen hin die Interessen ihrer Mitglieder stärker bündeln. Aber auch aus wirtschaftlichen Gründen ist sie sinnvoll. Es müssen nur noch ein Jahresabschluß erstellt und ein Verbandstag durchgeführt werden. Intern ergeben sich daraus eine Vielzahl an weiteren Synergien und erweiterte Dienstleistungsangebote für die künftig insgesamt 212 Mitglieder. Rein örtlich ändert sich nichts. Beide Verbände arbeiten bereits seit 1991 zusammen am Erfurter Standort.

Frei nach Alt-Kanzler Willy Brandt steht die Fusion unter dem Motto: „Es wächst zusammen, was zusammengehört.“ „Wir alle können nur gewinnen. Denn ein gemeinsamer Verband unterstützt die Wohnungswirtschaft Thüringens noch besser bei ihren Bemühungen um wirtschaftliche Rentabilität. Wirtschaftlich erfolgreiche Wohnungs- und Immobilienunternehmen wiederum stärken den gesamten Freistaat mit ihren Investitionen, Wohnungsangeboten und Arbeitsplätzen. Davon profitieren alle Thüringer“, betont Verbandsdirektorin Constanze Victor.

Jürgen Elfrich, Prüfungsdirektor, ergänzt: „Unser Verband vereint langjährige Erfahrung mit einer durch ständige Fortbildung erworbenen fachlichen Kompetenz in allen Bereichen der Wohnungswirtschaft. Die können wir nun nicht nur den Genossenschaften, sondern allen Wohnungsunternehmen zur Verfügung stellen. Ein ständiger Dialog gehört dabei zu den Prinzipien unseres Verbandes.“

Im Verband Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V. haben sich 198 Mitgliedsunternehmen, darunter 174 Wohnungsunternehmen, zusammengeschlossen. Zusammen bewirtschaften sie 267.300 Wohnungen. Mit 250.000 Wohnungen handelt es sich dabei fast ausschließlich um eigenen Bestand der Unternehmen. Rund 17.300 Wohnungen werden für Dritte, teils in der Wohneigentumsverwaltung, betreut. Nahezu jeder zweite Mieter wohnt bei einem Mitgliedsunternehmen des Verbandes. Seit 1991 investierten die Mitglieder insgesamt rund 11,4 Milliarden Euro überwiegend in den Wohnungsbestand. 2014 sicherten die Verbands-Mitglieder mehr als 6500 Arbeitsplätze bei einem Investitionsvolumen von 343 Millionen Euro.

Der Prüfungsverband Thüringer Wohnungsunternehmen e.V. ist seit 1991 gesetzlicher Prüfungsverband der Wohnungsgenossenschaften. Heute gehören ihm 121 Mitgliedsunternehmen, davon 107 Wohnungsgenossenschaften, elf Energiegenossenschaften und drei Gesellschaften, die sich überwiegend in der Hand der Wohnungsgenossenschaften befinden, an. Die Hauptaufgabe ist die Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse und der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung der ihm angehörenden Wohnungsgenossenschaften und deren Tochtergesellschaften, die Beratung und fachliche Betreuung der Mitgliedsunternehmen in betriebswirtschaftlichen, rechtlichen und steuerlichen Fragen. Der Prüfungsverband ist dabei vor allem Dienstleister der Wohnungsgenossenschaften.

SWENIA TEICHMANN

 

26.05.2015

 

 

„Wir alle können nur gewinnen“: Verbandsdirektorin Constanze Victor und Prüfungsdirektor Jürgen Elfrich gaben die Fusion ihrer Verbände bekannt.

Foto: VTW-ARCHIV


25.05.2015: Radikaler Schnitt

20.000 Kilometer – das ist in etwa der halbe Erdumfang. Genau diese Strecke würde sich ergeben, würde man alle Profile aneinander legen, die seit der Gründung im Jahr 1990 bei der TMP Fenster + Türen GmbH zu etwa 1,5 Millionen Fensterflügeln verarbeitet wurden. Am 16. Mai feierte das Bad Langensalzaer Unternehmen mit Mitarbeitern und zahlreichen Gästen auf dem Werksgelände das Jubiläum „25 Jahre TMP“.

275 Mitarbeiter, 20 Auszubildende und ein Jahresumsatz von etwa 40 Millionen Euro – das sind die beeindruckenden aktuellen Zahlen für den Standort, an dem vor der Wende eine landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft 3000 Merino-Langhaarschafen hielt.

Die Erfolgsgeschichte begann im Sommer 1990. Einige Ortsansässige wagten nach der Wende einen Neuanfang und begannen, eine Produktion für Fenster aufzubauen. „Sie haben damals den Mut gehabt und können stolz auf das Erreichte sein“, blickte Geschäftsführer Bernhard Helbing zurück. Es sei damals ein radikaler Schnitt gewesen, der nicht immer leicht war. „Es gab Mitarbeiter, die gerade ihre Prüfung als Facharbeiter für Tierproduktion abgelegt hatten und in der folgenden Woche Fenster bauen mußten.“ Und wer habe damals gewußt, was Normen bedeuten. Stolz ist Helbing deshalb darauf, als erster Hersteller in Thüringen die RAL-Normen für Fertigung und Montage in der Gesamtheit erfüllt zu haben. So erhielt TMP bereits 1993 das „RAL-Gütezeichen Kunstoffenster“; 1996 kamen die DIN EN ISO 9001 und 1997 das RAL-Gütezeichen Kunststofffenster + Montage sowie das RAL-Gütezeichen Aluminiumhaustür + Montage dazu.

Ein Lob gab es auch für die Banken. „Sie haben uns immer wohlwollend begleitet und so einen reibungslosen Geschäftsbetrieb ermöglicht“, bedankte sich Helbing. Von diesem Erfolg gebe das Unternehmen gern auch etwas an die Region zurück. So würden seit Jahren beispielsweise Sportvereine und Kindereinrichtungen unterstützt. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Nachwuchsförderung gelegt.

Dazu zähle auch die „TMP-Jugendtour“ – ein Radrennen von Jugendlichen der Altersklassen U17 und Schülern (nti-online.net berichtete bereits am 14.05.2015 in der Rubrik „News – Nachrichten aus dem Freistaat). In der bereits 17. Auflage fand dieses Rennen in diesem Jahr gleichzeitig mit dem 25jährigen Jubiläum statt. 150 Sportler aus ganz Deutschland sowie Italien, Luxemburg, den Niederlande und Polen – davon 50 Mädchen – nahmen daran teil. Der Prolog fand am 15. Mai auf dem TMP-Werksgelände statt. Dort ging sogar eine Behindertenmannschaft an den Start. Am folgenden Tag gab es ein Rennen in Weingarten und Friedrichswerth und den Abschluß bildete ein Stadtrennen am 17. Mai in Bad Langensalza.

„Vielleicht können wir in den nächsten 25 Jahren wieder so viele Fensterprofile verarbeiten, so daß wir dann die Erde komplett umrunden“, stellt Bernhard Helbing ein anspruchsvolles Ziel.

MICHAEL SCHLUTTER

 

25.05.2015

 

 

Double: Als „Helene-Fischer-Double“ trat zur 25 Jahr-Feier von TMP die Sängerin „Berit“ aus Erfurt auf.

Fotos (4): MICHAEL SCHLUTTER

 

 

Vergeblich: Bei einem Einbruchsversuch versuchte ein „Profieinbrecher“, ein Fenster mit Gewalt zu öffnen.

 

 

Rundgang: Betriebsleiter Jörg Wellendorf erläuterte interessierten Gästen Einzelheiten aus der Produktion des Bad Langensalzaer Unternehmens.

 

 

Wettbewerb: Bereits am 15. Mai fand der Prolog zur „TMP-Jugendtour“ rund um das TMP-Werksgelände statt.


24.05.2015: Umgekehrtes Kühlschrank-Prinzip

Wärme pumpen? Kostenlose Energieberatung der Verbraucherzentrale Thüringen.

Grundwasser, Erde oder einfach Luft – Wärmepumpen schöpfen mit Hilfe von etwas Strom aus den unwahrscheinlichsten Quellen Wärme. Kein Wunder, daß die Technologie mittlerweile das häufigste Heizsystem in Neubauten ist. Doch leider geht die Rechnung nicht immer auf: Ist die Anlage schlecht geplant, explodieren die Stromkosten oder das Haus bleibt kalt. Wann also macht eine Wärmepumpe Sinn? Die Energieberatung der Verbraucherzentrale gibt mit der bundesweiten Aktion „So warm, so gut? Heizen mit Erneuerbaren Energien“ Antworten.

„Das Funktionsprinzip einer Wärmepumpe kann man sich wie einen umgekehrten Kühlschrank vorstellen“, erläutert Ramona Ballod, Energiereferentin der Verbraucherzentrale Thüringen. „Der Kühlschrank entzieht seinem Innenraum Wärme und gibt sie an die Umwelt ab, die Wärmepumpe zieht die Wärme aus der Umwelt und gibt sie an das Heizsystem ab.“ Dafür benötigt die Wärmepumpe Strom – im Idealfall gerade einmal eine Kilowattstunde Strom, um vier Kilowattstunden Wärme zu erzeugen. Die Technologie kann also äußerst effizient und umweltfreundlich sein.

Allerdings müssen die Rahmenbedingungen stimmen, vor allem muß das Heizsystem auf eine niedrige Vorlauftemperatur ausgelegt sein, das ist die Temperatur, auf die die Heizflüssigkeit vor der Zirkulation durchs Haus erwärmt wird. Das ist zum Beispiel bei einer Fußbodenheizung der Fall, bei klassischen Heizkörpern hingegen nicht unbedingt. Je höher jedoch die benötigte Vorlauftemperatur ist, desto geringer die Effizienz der Wärmepumpe – und desto höher folglich die Stromrechnung. Gleiches gilt für den Einsatz von Wärmepumpen in Systemen mit hohen Warmwassertemperaturen und -verbräuchen. „Ob sich eine Wärmepumpe lohnt, kann man deshalb tatsächlich nur im Einzelfall entscheiden“, betont Ramona Ballod. „Hier soll unsere Beratungsaktion weiterhelfen: Unsere Experten prüfen, welche Technologien im individuellen Fall geeignet sind, wie wirtschaftlich verschiedene Alternativen sind und welche Fördermöglichkeiten es gibt. Wer schon Angebote eingeholt hat, kann sie gleich zur Beratung mitbringen und analysieren lassen.“

Die Beratungsaktion „So warm, so gut? Heizen mit erneuerbaren Energien“ richtet sich an alle privaten Verbraucher. Die persönliche Beratung findet nach Terminvereinbarung in der nächstgelegenen Beratungsstelle statt.

Bei allen Fragen zum Energiesparen hilft auch sonst die Energieberatung der Verbraucherzentrale: online, telefonisch oder mit einem persönlichen Beratungsgespräch. Die Berater informieren anbieterunabhängig und individuell. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

PI-VZT

 

24.05.2015


24.05.2015: Das ewige Versteckspiel mit den Knollen

Nahe der Heichelheimer Windmühle im Weimarer Land hat das Kartoffellegen mit Prominenten und Kindern inzwischen Tradition.

Der Lege-Tag am 7. Mai 2015 war sonnig, wenn auch ein wenig kühl. Es gilt aber die alte Regel: Legst du mich im Mai, komm ich eins, zwei, drei. Es war alles gut vorbereitet, die Furchen gezogen und von den Landwirten festgelegt, wer wo seine Knollen zu legen hat.

Die Kinder zeigten sich erfreut und auf kleine Gedichte und Vorträge vorbereitet. Schließlich wollten sie dem Thüringer Ministerpräsidenten genau sagen, was es mit der Kartoffel auf sich hat. Bodo Ramelow (Die Linke) wußte allerdings genau, daß Kartoffelchips nicht auf dem Feld wachsen und die Knollen erst der besonderen Fürsorge bedürfen, ehe sie im Herbst wieder ausgebuddelt werden.

Der erstmals hier auf dem halben Hektar in Heichelheim aktive Ministerpräsident hatte Verstärkung dabei: die Landwirtschaftsministerin Birgit Keller (Die Linke) und auch den Präsidenten des Thüringer Bauernverbandes Helmut Gumpert. An Prominenz war freilich auch die Kartoffelprinzessin Manuela mit Gefolge (nicht nur in der Furche) und Manfred Scherer sowie Manfred Roth von der VR-Bank Weimar eG (schon Tradition) zugegen. Leider mußte Schlagersängerin Christina Rommel wegen anderer Verpflichtungen absagen. Ihre Reihe wurde aber mit Kartoffeln belegt, weil sie im Herbst auf jeden Fall wieder dabei ist.

Natürlich spielten die Kinder eine führende Rolle – „Kids an die Knolle“ lautete schließlich das Motto. Sie kamen aus Buttelstedt, dem Heichelheimer Kindergarten, dem Kindergarten aus Weimar und aus Vieselbach sowie Udestedt. Sie mußten nicht zweimal aufgefordert werden, den Promis zu helfen. In 21 Reihen hatten sich die Kartoffeln der elf Prominenten zu verstecken. Ein schöner Spaß auch für die etwa 1500 Knollen, die nun schon die ersten „Augen“ als Triebe verwandeln und dem Licht zustreben.

„Wir sind guter Hoffnung, daß hier eine gute Ernte heranwächst“, ist sich Dietmar Barthel, Vorsitzender des Fördervereins und Chef der Heichelheimer Agrar-Vermarktungsgesellschaft Karland sicher. Die vier Sorten „Ballerina“, „Gala“, „Belmonda“ und „Concordia“ sind alle zertifiziert und stehen (besser: liegen im Boden) für ausgezeichnete Qualität.

Wie am Rande zu erfahren war, soll zum Heichelheimer Kartoffelfest nicht nur geerntet werden, auch die Mühle wird dem Vernehmen nach bis dahin nach neuem Konzept bewirtschaftet.

Jetzt ist allerdings erst einmal Wasser gefragt, denn die Böden hier in der Region dürsten förmlich danach. Besonders in der Blütezeit muß neue Kraft in das Saatgut, damit reichlich geerntet werden kann.

Dann werden die Promis samt der Kinder und den Landwirten der Gegend wieder alle vor Ort sein.

HARTWIG MÄHLER

 

24.05.2015

 

 

Kartoffelchips wachsen nicht auf dem Feld: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) mit Kartoffelmajestät Manuela und fleißigen Kindern in der Furche.

Fotos (2): HARTWIG MÄHLER

 

 

Prominenz in der Furche: Prinzessin Manuela mit Gefolge beim Kartoffellegen in Heichelheim.


23.05.2015: „Sehr gut unterwegs“

Helaba Landesbank Hessen-Thüringen gut ins Jahr gestartet: Ergebnisprognose für 2015 bestätigt.

Die Helaba Landesbank Hessen-Thüringen hat im ersten Quartal 2015 ein  Konzernergebnis vor Steuern von 141 Millionen Euro erzielt. Es liegt erwartungsgemäß leicht unter dem sehr hohen Vorjahresergebnis von 150 Millionen Euro. Nach Steuern betrug das Konzernergebnis 93 Millionen Euro nach 102 Millionen Euro im gleichen Vorjahreszeitraum.

Der Zinsüberschuß nach Risikovorsorge erhöhte sich auch dank des guten operativen Kundengeschäftes um 69 Millionen Euro auf 333 Millionen Euro. Ursächlich sind die gestiegenen Kundenforderungen und die Ertragskraft des Neugeschäfts. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft liegt mit fünf Millionen Euro deutlich unter dem Vorjahresniveau und auch unter dem Planwert. Der Provisionsüberschuß legte um sieben Millionen Euro auf 82 Millionen Euro zu. Ursächlich dafür ist das erfreuliche Kundengeschäft im Cash Management/Zahlungsverkehr, der Vermögensverwaltung und im Wertpapier- und Depotgeschäft.

Das Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten (Handelsergebnis und Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen und Nichthandelsderivaten) ist von 68 Millionen Euro auf minus 2,0 Millionen Euro zurückgegangen. Die Marktvolatilität im Zins- und Währungsbereich führte zu temporären Belastungen durch konservativ ermittelte Bewertungseffekte. Das kundengetriebene Kapitalmarktgeschäft erzielte wiederum gute Ergebnisse.

Das Ergebnis aus Finanzanlagen verminderte sich um 16 Millionen Euro auf minus elf Millionen Euro. Hier wirkte die Wertkorrektur auf das Heta-Engagement in Höhe von 40 Millionen Euro belastend. Das sonstige betriebliche Ergebnis beläuft sich auf  47 Millionen Euro (Vorjahr: 42 Millionen Euro). Der Verwaltungsaufwand erhöhte sich – als Folge von Tarifabschlüssen -  nur moderat um vier Millionen Euro auf 308 Millionen Euro. Die leicht erhöhten Personalaufwendungen werden dabei zum Teil durch reduzierte Sachaufwendungen kompensiert.

Die Bilanzsumme des Helaba-Konzerns ist aufgrund von Wechselkurseffekten sowie durch das Zinsniveau bedingte Bewertungseffekte gegenüber dem Jahresende 2014 um 13 Milliarden Euro auf gut 192 Milliarden Euro gestiegen. Das Geschäftsvolumen (einschließlich des außerbilanziellen Kreditgeschäfts) hat sich um knapp 14 Milliarden. Euro auf 219 Milliarden Euro erhöht.

Auf der Aktivseite nahmen die Forderungen an Kreditinstitute und die Handelsaktiva währungs- und zinsbedingt zusammen um 9,2 Milliarden Euro zu. Die Forderungen an Kunden stiegen um 2,6 Milliarden Euro auf fast 94 Milliarden Euro. Der Bestandszuwachs entfiel mit 2,2 Milliarden Euro auf das Segment Firmen- und Immobilienkunden und mit 0,4 Milliarden Euro auf öffentliche Kunden. Die Forderungen an Privatkunden blieben nahezu unverändert. Das mittel- und langfristige Neugeschäft liegt mit 4,1 Milliarden Euro deutlich über dem Vorjahresquartal (3,6 Milliarden Euro).

Die harte Kernkapitalquote (CET1) des Helaba-Konzerns beläuft sich Ende März 2015 auf 12,7 Prozent nach 13,4 Prozent zum 31. Dezember.2014. Dies ist vorwiegend auf den zins- und währungsbedingten Anstieg der Risikoaktiva gemäß CRR/CRD IV auf 56,3 Milliarden Euro gegenüber 53,8 Milliarden Euro zum Jahresende 2014 zurückzuführen. Die gesamte Eigenmittelquote erreicht 17,7 Prozent. Die Leverage Ratio betrug 3,7 Prozent. Hans-Dieter Brenner, Vorstandsvorsitzender der Helaba: „Die Kapitalausstattung der Helaba ist angesichts des Risikoprofils und des auf Kunden ausgerichteten Geschäftsmodells sehr zufriedenstellend, und die Liquiditätslage äußerst komfortabel.“

Mit dem Quartalsergebnis zeigt sich der Helaba-Chef zufrieden: „Wir sind dynamisch in das Geschäftsjahr 2015 gestartet. Der Anstieg im Neugeschäft zeigt, daß wir mit unserem operativen Kundengeschäft sehr gut unterwegs sind. Mit 141 Millionen Euro haben wir trotz konservativer Wertansätze und Aufwandsabgrenzung ein Viertel des geplanten Jahresergebnisses für 2015 erreicht. Dies ist ein sehr gutes Ergebnis. In unserer Markteinschätzung bleiben wir weiterhin vorsichtig optimistisch. Angesichts der prognostizierten Rahmenbedingungen für die Wirtschaftsentwicklung erwarten wir trotz anhaltender Niedrigzinsphase eine weitere Verstetigung der operativen Erträge. An unserer Ergebnisprognose halten wir fest: Wir erwarten 2015 ein wiederum erfolgreiches Geschäftsjahr.“

PI-MT

 

23.05.2015


23.05.2015: „Niemand soll mehr von einem Billiglohnland sprechen“

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD): „25 Jahre DGB Thüringen sind eine Erfolgsgeschichte“.

„Niemand soll künftig mehr von Thüringen als einem Billiglohnland sprechen. Der DGB ist ein wichtiger Partner auf dem Weg zu diesem Ziel“, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) anläßlich des 25. Jubiläums des Thüringer DGB. „Soziale Marktwirtschaft funktioniert nur mit Gewerkschaften und Arbeitgebern auf Augenhöhe. Ich gratuliere dem Thüringer DGB zu 25 Jahren erfolgreicher Arbeit und setze auf eine weiterhin gute und partnerschaftliche Zusammenarbeit in der Zukunft.“

Ein Blick auf die Fakten zeige, daß der DGB auch künftig dringend gebraucht werde. Noch immer seien auskömmliche Löhne und Arbeitnehmerrechte nicht überall in Thüringen eine Selbstverständlichkeit. Laut IAB-Betriebspanel ist die Tarifbindung in Thüringen nach wie vor deutlich niedriger als in den westdeutschen Bundesländern. Während hierzulande nur jeder fünfte Betrieb (22 Prozent) tarifgebunden ist, trifft dies immerhin auf 36 Prozent der Unternehmen in den alten Ländern zu. In Thüringen werden 47 Prozent, in Westdeutschland 63 Prozent aller Beschäftigten entsprechend eines Branchen- oder Haustarifvertrags entlohnt. „Starke und selbstbewußte Gewerkschaften befördern die wirtschaftliche Entwicklung im Land, Betriebsräte sind oftmals Ko-Manager ihrer Unternehmen“, sagte der Minister. „Eine hohe Tarifbindung ist deshalb die Voraussetzung für sozialen Frieden und motivierte Mitarbeiter in den Betrieben.“

Gerade der Mindestlohn, den die SPD in der Bundesregierung durchgesetzt habe, sei zusammen mit den Gewerkschaften hart erkämpft worden. Damit habe man gemeinsam einen wichtigen Teilerfolg bei der Eindämmung des Niedriglohnsektors errungen. Rund 270.000 Beschäftigte (34 Prozent) in Thüringen, deren Stundenlohn unter 8,50 Euro lag, profitieren von der Einführung des Mindestlohns.

Eine große Herausforderung der Zukunft bleibe die wachsende Fachkräftenachfrage. Bis zum Jahr 2025 werden in Thüringen 280.000 neue Arbeitskräfte benötigt. Hier sei eine vernünftige, in partnerschaftlichem Miteinander der Tarifparteien durchgesetzte Lohnpolitik gefragt: „Niedrige Löhne beschleunigen die Abwanderung. Fachkräfte, die wir eigentlich hier brauchen, verlassen das Land“, so der Minister. „Gemeinsam mit den Unternehmen und den Gewerkschaften wollen wir deshalb dafür sorgen, daß die Beschäftigten von der guten wirtschaftlichen Entwicklung profitieren.“ Gute Arbeit sei immer noch das beste Rezept gegen Fachkräftemangel.

Der DGB vertritt bundesweit über sechs Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit den DGB-Gewerkschaften IG Bauen-Agrar-Umwelt, IG Bergbau, Chemie, Energie, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, IG Metall, Gewerkschaft Nahrung-Genuß-Gaststätten, Gewerkschaft der Polizei, EVG und Verdi. Die Gewerkschaften haben in den letzten 125 Jahren viele Rechte für abhängig Beschäftigte durchgesetzt, unter anderem Urlaub, die Fünf-Tage-Woche, das Recht auf Weiterbildung, Mutterschutz und Elternzeit.

STEPHAN KRAUSS

 

23.05.2015


23.05.2015: Wandern zum Wein

Erfreuliche Resonanz, aber längst noch kein Selbstläufer: In Bad Sulza und Umgebung fand der 10. Weinfrühling statt.

Schon eine halbe Stunde vor der angekündigten Eröffnung des 10. Bad Sulzaer Weinfrühlings am 16. Mai 2015 fanden sich viele Gäste am Thüringer Weintor ein und wagten schon mal das erste Gläschen Wein.

Das ausgezeichnete Frühlingswetter war so richtig nach dem Geschmack der zahlreichen Wanderer, die individuell oder geführt zu den insgesamt 19 Zielpunkten gelangen konnten.

Nachdem sich auch die Wein-Majestäten einfanden, war die große Stunde der neuen Vereinsvorsitzenden Elke Meinhardt gekommen – eine Feuertaufe quasi, auch wenn hier der Begriff eher fehl am Platze ist. Im Hintergrund fieberte Johanna Müller mit und wünschte ihrer Nachfolgerin alles Gute. Und es klappte! Die neue Vorsitzende (47) ist Unternehmerin und wurde erst im März 2015 gewählt. Sie will aber den Thüringer Weinbauverein in gleich guter Weise weiterführen. Die erste Rede vor Hunderten gespannten Gästen war perfekt. Vielstimmig dagegen waren die Mitglieder des Solestädter Gesangvereins Bad Sulza e.V. am Thüringer Weintor vertreten. Mit frischer Stimme begrüßte auch die Thüringer Weinprinzessin Carolin Rößler die sogar von weither angereisten Besucher. Das Motto: Wandern zum Wein… Mit von der Partie die Weinengel Anika und Jessica.

Natürlich grüßte auch die Weinkönigin des Anbaugebietes Saale-Unstrut, Susanne Rothe, die weinlustigen Wanderer und sprach sogleich auch die Einladung zur Weinmeile in ihrem Zuständigkeitsbereich aus.

Sehr belebt ging es noch in Bad Sulza in den Abendstunden zu, denn die großen Entfernungen zum Thüringer Weingut in Sonnendorf oder dem Klosterhof in Bergsulza waren da längst bewältigt.

„Wir freuen und auf die Resonanz und merken schon, daß immer mehr Gäste kommen. Es ist noch kein Selbstläufer, doch wenn wir an der Sache dranbleiben, wird es einen noch größeren 20. Weinfrühling in der Toskana des Ostens geben“, ist sich Johanna Müller sicher, die noch ein Weilchen ihre Erfahrungen weitergeben möchte.

Überall konnte gut gegessen und getrunken werden, Live-Musik oder andere kurzweilige Unterhaltung gab es an allen Stationen, die in einem Faltblatt vermerkt waren. Lage- und Wanderplan inklusive.

Schön, daß im Kronenhof die Weingalerie komplettiert und die „Weinmutter Johanna“ noch einmal gewürdigt wurde.

So kann es gut zum Thüringer Weinfest, dem Original, in der dritten Woche im August gehen. Der Vorstand bestand den Weinfrühling mit Bravour und hat das nötige Zeug, erneut das Weinfest zum großen Erfolg zu führen.

Ach ja, vielleicht kamen auch so viele Gäste, weil auf der Titelseite des im Weimarer Land erscheinenden regionalen Magazins „Impuls“ die Weinprinzessin Carolin in schönster Pose abgebildet war. Nun konnte sie jedermann persönlich erleben.

HARTWIG MÄHLER

 

23.05.2015

 

 

Neu im Amt: Thüringer Weinbauvereinsvorsitzende Elke Meinhardt, flankiert von den Weinhoheiten, heißt die Gäste willkommen.

Fotos (3). HARTWIG MÄHLER

 

 

Dicht umlagert: das Thüringer Weintor.

 

 

Station im Zentrum der Weinmeile: das Weingut Bock und Töchter.


22.05.2015: „Jetzt müssen die Richter das klären"

Tarifeinheitsgesetz zerstört nach Ansicht des Thüringer Beamtenbundes den Betriebsfrieden.

Als einen „schwarzen Tag für die Grundrechte" bezeichnet Helmut Liebermann, Landesvorsitzender des tbb Beamtenbund und Tarifunion Thüringen, die Verabschiedung des Tarifeinheitsgesetzes am 22. Mai durch den Bundestag.

„Das Tarifeinheitsgesetz verstößt aus unserer Sicht gegen das Grundgesetz, zerstört den Betriebsfrieden und treibt die Gewerkschaften in Deutschland in einen harten Konkurrenzkampf", greift Liebermann die Worte des dbb-Bundesvorsitzenden Klaus Dauderstädt auf und sagt die volle Unterstützung des tbb zu der beabsichtigten Verfassungsklage des dbb zu.

„Dabei gibt es einen Weg, der nicht gleich zur Unterdrückung einer Gewerkschaft führen muß: Besinnung auf die alten Werte im Arbeitskampf!" erläutert Liebermann. „Arbeitgeber und Gewerkschaften sollten wieder das Ultima-Ratio-Prinzip leben und Arbeitskampf als letztes Mittel ansehen. Das setzt aber voraus, daß sich die Arbeitgeber wieder auf Schlichtungs- und Schiedsverfahren einlassen. Viele Tarifeinigungen hatten das in der Vergangenheit vorgesehen."

Liebermann erkennt in der Verabschiedung des Tarifeinheitsgesetzes aber auch ein Lehrstück der Demokratie: „Die Mehrheit der gewählten Volksvertreter hat dieses Gesetz verabschiedet, trotz verfassungsrechtlicher Bedenken", resümiert Liebermann und blickt voraus: „Jetzt müssen die Richter das klären."

Der Beamtenbund und Tarifunion Thüringen (tbb) ist der Dachverband für alle Beschäftigten und Beamten im öffentlichen Dienst in Thüringen. Er wirkt als Spitzenorganisation auf Landesebene bei der Ausgestaltung beamtenrechtlicher Regelungen sowie auf Bundesebene über den dbb bei Tarifverhandlungen in den Bereichen TV-L und TVöD mit. Auf Landesebene vertritt er ein Drittel der Landesbediensteten.

PM-TBB

 

22.05.2015


22.05.2015: Reicher Erfahrungsschatz

Vertriebene bleiben Brückenbauer: Egon Primas als Landesvorsitzender wiedergewählt.

Auf der Mitgliederversammlung der Ost- und Mitteldeutschen Vereinigung (OMV) – Union der Vertriebenen, Flüchtlinge und Aussiedler – der CDU in Thüringen ist der Landtagsabgeordnete Egon Primas Mitte Mai in Erfurt als Landesvorsitzender einstimmig wiedergewählt worden.

Primas, der stellvertretender Bundesvorsitzender der OMV und Mitglied im Präsidium des Bundes der Vertriebenen (BdV) ist, berichtete detailliert über die wesentlichen Themen der Vertriebenen- und Aussiedlerpolitik. In Thüringen haben die Heimatvertriebenen ein festes Fundament, wofür sich die OMV und CDU Thüringen über Jahre hinweg eingesetzt hätten. „Die Geschichte und der reiche Erfahrungsschatz der in der OMV organisierten Vertriebenen, Flüchtlinge und Aussiedler sind unverzichtbarer Bestandteil der Arbeit der Landespartei“, bilanzierte Primas.

Er würdigte die historische Leistung der deutschen Heimatvertriebenen in Thüringen und als Brückenbauer mit den europäischen Nachbarn. Die Heimatvertriebenen würden bei der aktuellen Flüchtlings- und Aussiedlersituation hervorragende Integrationsarbeit leisten. „Durch ihr Vertreibungsschicksal können sie authentisch nachfühlen, was es heißt, die Heimat verlassen zu müssen“, so Primas.

Zur Seite stehen Primas als Stellvertreter Karl Stein (Südthüringen) und Lilia Rau (Eichsfeld/Nordthüringen). Die Beisitzer Friedhelm Häßner (Südthüringen) und Dieter König (Ostthüringen) komplettieren den Landesvorstand.

PI-EG

 

22.05.2015


21.05.2015: Ideenreichtum und Initiative

Thüringer Erfindernetzwerk Erinet mit Preis der Universität „Stefan cel Mare Suceava“ Rumänien geehrt.

Mit einem „Diplom und dem Innovationspreis der Universität Stefan cel Mare – Suceava / Rumänien“ wurde kürzlich das Thüringer Erfindernetzwerk für Erfinderförderung, Innovationen und Netzwerkmanagement (Erinet) geehrt. Der Leiter des Netzwerkes und Vice President der Association of European Inventors (AEI), Patentingenieur Jens Dahlems, nahm sichtlich bewegt die bedeutende Ehrung in Genf entgegen. Universitäts-Professor Dr. Valentin Popa, Rektor der Universität „Stefan cel Mare Suceava“, Prof. Ph.D.Eng. Gutt Gheorghe, Faculty of Food Engineering, und Dr. Carmelia Marinescu überreichten die international bedeutende Auszeichnung im Beisein zahlreicher Gäste. Mit dieser Ehrung würden international tätige Institute, Universitäten, Einrichtungen und Netzwerke ausgezeichnet, die es verstehen, innovative Produktentwicklungen und Visionen in das richtige Rampenlicht der öffentlichen Betrachtung zu rücken und sich um die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in marktfähige Produkte im gewachsenen „Europäischen Haus“ verdient gemacht haben, betonte Rektor Prof. Valentin Popa in seiner Laudatio.

Produktentwickler und Erfinder würden gut funktionierende, international agierende Netzwerke brauchen, in denen leistungsstarke Partner wie Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Universitäten, Interessenvertretungen, Banken und die Medien bereit seien, in praktikable Produktideen und Geschäftsvisionen mit hohem Risiko zu investieren, betonte Dr. Carmelia Marinescu, Presidentin Comité d´Organisation Romania. Die Gründung eines Unternehmens noch in der Studienzeit, bürge eine Chance, Forschungsprojekte mit Ideenreichtum und Initiative umzusetzen. Die Stars von morgen sollten nicht nur aus dem Sport, Film und Fernsehen kommen, sondern auch wieder aus kreativer und schöpferischer Tätigkeit im Unternehmen oder aus Universitäten und Hochschulen. Grundlage bildeten geeignete Produktentwicklungen und Erfindungen und der Mut zum unternehmerischen Risiko mit hoher Einsatzbereitschaft.

Junge Erfinder brauchen in Thüringen Vorbilder mit Erfahrung und Kompetenz, um Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln. So müsse das geistig-schöpferische Eigentum der Menschen wieder zu einem geachteten Wirtschaftsgut werden, so Prof. Gutt Gheorghe von der Universität Stefan cel Mare. Das Erfindernetzwerk Erinet begleite seit fast zehn Jahren auf eine besonders analytische Art und Weise als Wissensinkubator Visionäre aus Unternehmen und Hochschulen auf dem Weg von der Idee über die Produktentwicklung, Sicherung der Erfindungen durch Patente oder Gebrauchsmuster bis zur wirtschaftlichen Verwertung. Mit Ehrgeiz und Willensstärke beschreite der Preisträger, Patentingenieur Jens Dahlems, mit hoher Fachkompetenz neue Wege im gemeinsamen „Europäischen Haus“. Vom Gründer zum erfolgreichen Unternehmer – man müsse mit dem Herzen und fachlicher Kompetenz dabei sein, denn selbständig zu sein, sei nichts für Träumer. Der Preisträger sei in besonderem Maße der Universität Stefan cel Mare Suceava verbunden, so Rektor Prof. Valentin Popa.

Der internationale Wettbewerb ist mit einem hohen Leistungsdruck verbunden. Diesem stellt sich das Netzwerk Erinet mit Toleranz, einem respektvollem Umgang miteinander und Menschlichkeit. Der Preisträger hat Freude am Umgang mit den Menschen, Freude, sie zu begeistern, zu fördern, fachlich zu begleiten und unternehmerisch zu entwickeln. Nach dessen Einschätzung brauche man im Unternehmen motivierte Mitarbeiter, die ernst genommen werden. Wichtig sei, ein gutes Arbeitsklima zu entwickeln, um noch mehr über den eigenen Tellerrand schauen zu können. Im Mittelpunkt der gemeinsamen Betrachtung stehe der Mensch, um Ideen und Visionen mit Begleitung dieser internationalen Initiative in die Zukunft zu führen.

Mit den Repräsentanten der Universität Stefan cel Mare Suceava wurde über ein gemeinsames Projekt beraten, um Jungunternehmer und Innovatoren zu formen, um das Interesse für eine unternehmerische Zukunft zu wecken. Die Studenten sollten selbst Hand anlegen, wo es geht, um gute Ideen und die Persönlichkeit zu fördern und zu entwickeln, so Jens Dahlems. Mit der Tätigkeit als Vice President in der „Association of European Inventors (AEI)“ mit Sitz in Straßbourg unterstützt Dahlems die erfolgreiche Umsetzung von Ideen und Produktentwicklungen durch Unternehmensgründung.

Die kontinuierlich geleistete Arbeit des Preisträgers spricht für sich – auch in schwierigen Zeiten – ohne Förderung einen „kühlen Kopf“ bewahrt zu haben:. „Ich freue mich sehr über die international bedeutende Ehrung. Wir leben nicht auf einer ,Insel der Glückseligkeit‘. Am Anfang steht immer eine Vision als Impulsgeber, um junge Menschen zu begeistern, neue Idee zu entwickeln. Mit dieser Ehrung möchte ich in Thüringen Impulse für Toleranz setzen. Eine Herausforderung, die Chancen zur Leistungssteigerung bietet. Erfolgreiche Unternehmen in Thüringen helfen jungen Innovatoren und Unternehmensgründern. Es zeigt sich deutlich, daß neue Denkansätze international entwickelt werden müssen, um Geschäftsmodelle, Unternehmensgründungen und gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte zu ermöglichen.“

PM-EJD

 

21.05.2015

 

 

„Diplom und Innovationspreis der Universität Stefan cel Mare – Suceava / Rumänien“ für das Thüringer Erfindernetzwerk: Patentingenieur Jens Dahlems nahm bewegt die bedeutende Ehrung in Genf entgegen.

Fotos (3): JD-ARCHIV

 


21.05.2015: „Tendenz zur Normalisierung“

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD): Mindestlohn stoppt Ausweitung von Minijobs.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee sieht in den am 19. Mai von der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (KBS) in Bochum vorgelegten Zahlen zur Entwicklung der Minijobs eine „Tendenz zur Normalisierung“. „Die Einführung des Mindestlohns sorgt dafür, daß solche atypischen Beschäftigungsverhältnisse wieder auf ihren ursprünglichen Charakter einer Nebentätigkeit zurückgeführt werden“, sagte Tiefensee am gleichen Tag in Erfurt. Diese Entwicklung sei notwendig und wünschenswert. Von einem „massiven Einbruch“ im Minijob-Segment könne keine Rede sein. „Ich begrüße aber, daß die in den letzten Jahren zu beobachtende massenhafte Ausweitung der Minijobs zu Lasten regulärer Beschäftigung damit endlich gestoppt ist.“

Die KBS ist Trägerin der sogenannten „Minijobzentrale“ in Bochum. Laut dem von ihr vorgelegten Quartalsbericht gab es im März 2015 bundesweit gut 6,6 Millionen geringfügig entlohnte Beschäftigungsverhältnisse im Bereich der Wirtschaft – das entspricht einem Rückgang um 2,8 Prozent gegenüber März 2014. Im Bereich der privaten Haushalte sind deutschlandweit knapp 284.000 Menschen geringfügig beschäftigt – ein Zuwachs um 6,1 Prozent. Zugleich sind nach Medienangaben offenkundig rund 50.000 sozialversicherungspflichtige Jobs neu entstanden. In Thüringen liegt die Zahl der Minijobber im gewerblichen Bereich bei 102.000 (–6,6 Prozent gegenüber März 2014) und in Privathaushalten konstant bei 2700.

„Minijobs haben in gewissen Bereichen sicherlich ihre Berechtigung, sie taugen aber nicht als allgemeines Beschäftigungsmodell“, sagte der Wirtschaftsminister. Insofern sei es richtig, daß mit dem Mindestlohn auch hier eine Grenze eingezogen worden sei, die diesen Bereich wieder auf ein normales Maß zurückführe. „Daran kann ich nichts Schlimmes finden.“ Mit der enormen Zahl von fast sieben Millionen Arbeitsverhältnissen sei durch die Minijobs ein enormer Teil des Arbeitsmarkts den üblichen Standards entzogen worden, so Tiefensee weiter.

Zugleich sei das Armutsrisiko von geringfügig Beschäftigten in den letzten Jahren deutlich gestiegen – viele seien auf Aufstockerleistungen aus der Grundsicherung angewiesen. „Die erhoffte Brückenfunktion in reguläre Jobs haben die Minijobs ohnehin nie erfüllt“, sagte der Wirtschaftsminister. Gerade in Ostdeutschland seien Minijobs oft aus Mangel an Alternativen angenommen worden. „Das traf dann überdurchschnittlich oft gerade Frauen, die damit auf die Rolle von Zuverdienerinnen festgelegt wurden“, so der Minister. Er verwies auf Vorschläge des Deutschen Juristentags und des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, die bereits 2009 beziehungsweise 2010 eine Abschaffung der Sonderregelungen für Minijobs gefordert hatten.

STEPHAN KRAUSS

 

21.05.2015


20.05.2015:  „Verhältnismäßigkeit wahren“

„Weselsky schikaniert Millionen von Bürgern": Junge Union Thüringen fordert Ende des Bahnstreiks.

„Herr Weselsky schikaniert mit seiner GDL Millionen von Bürgern. Der GDL-Chef ist mittlerweile Deutschlands größte Nervensäge. Der Dauerstreik der Lokführergewerkschaft auf dem Rücken von Millionen Pendlern, Studenten, Auszubildenden und Schülern ist nicht länger hinzunehmen und muß beendet werden. Politik und Gesellschaft müssen gemeinsam den Druck auf GDL und Bahn drastisch erhöhen, um eine sofortige Schlichtung zu erreichen", forderte am 19. Mai der Landesvorsitzende der Jungen Union Thüringen und Landtagsabgeordnete Stefan Gruhner in Erfurt.

Gruhner sagte weiter: „Deutschland droht mit dem nunmehr 7. Streik der GDL wieder ein tagelanger Stillstand. Das bedeutet einen enormen volkswirtschaftlichen Schaden und massive Belastungen die Menschen. Das Recht, für faire Arbeitsbedingungen zu kämpfen - auch in Form von Streiks - ist eine der großen Errungenschaften unserer Demokratie und zu Recht auch im Grundgesetz verankert. Dennoch muß insbesondere im Bereich der öffentlichen Daseinsvorsorge die Verhältnismäßigkeit gewahrt werden. Gerade für junge Leute haben die aktuellen Streiks drastische Auswirkungen. Schüler kommen nicht zur Schule und müssen um wichtige Prüfungen bangen. Auszubildende kommen nicht zu ihrer Ausbildungsstätte, da viele kein Auto haben. Studenten verpassen ihre Vorlesungen, weil viele aufgrund hoher Mieten in die Universitätsstädte pendeln müssen."

Der Thüringer CDU-Politiker forderte daher alle Beteiligten in diesem Tarifkonflikt auf, die Verhältnismäßigkeit beim Arbeitskampf zu wahren. „Es kann nicht sein, daß eine kleine Gewerkschaften über Wochen ein ganzes Land lahmlegen kann. Gerade in wichtigen Bereichen der Daseinsvorsorge, wie öffentliche Verkehrsmittel,Sicherheit oder Bildung ist Zuverlässigkeit von größter Bedeutung. Daher sollten die Tarifpartner in diesen Fällen verpflichtet sein, bei zähen Verhandlungen zunächst einen unabhängigen Schlichter anrufen zu müssen, bevor sie zu Streikmaßnahmen, die länger als Warnstreiks sind, greifen.“ Gerade im aktuellen Bahnstreik könne ein solcher Schlichter nach Auffassung des Chefs der Jungen Union die Emotionalität und die persönlichen Befindlichkeiten der Beteiligten ausblenden und so zu einer vernünftigen Lösung des Tarifstreiks beitragen.

PI-JUT

 

20.05.2015


20.05.2015: Goldenes Siegel

Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft  vergibt Bestnoten für Buttersorten von Herzgut.

Die Buttersorten der Frische-Molkerei Herzgut sind von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) für ihre hervorragende Qualität mit Gold ausgezeichnet worden. Sowohl die streichzarte Butter (125 Gramm) als auch die Thüringer Butter (250 Gramm) haben die DLG-Qualitätsprüfung für Butter und Butterzubereitung mit Bestnote bestanden. Für den Hersteller ist es bereits die zweite DLG-Ehrung in kurzer Zeit. In diesem Jahr wurde dem Rudolstädter Unternehmen bereits der „DLG-Preis für langjährige Produktqualität“ verliehen. (nti-online.net berichtete darüber in der Rubrik „News – Nachrichten aus dem Freistaat“ am 15.04.2015.) Die strengen Lebensmittelprüfungen der DLG sind neutral und unabhängig. Ihre Ergebnisse zur Produktqualität dienen Verbrauchern zur Information und als Orientierungshilfe beim Einkauf.

Im Rahmen ihrer Qualitätsprüfungen unterzieht die DLG Lebensmittel kritischen Labortests sowie Zubereitungs-, Verpackungs- und Kennzeichnungsprüfungen. Über eine Prämierung in Gold, Silber oder Bronze entscheidet schließlich die Messung der sensorischen Qualität, also Aussehen, Geruch und Geschmack. Im Rahmen der DLG-Prüfung von Butter und Butterzubereitungen 2015 haben die Buttersorten von Herzgut allen Anforderungen an ein Lebensmittel optimal entsprochen. Die große Thüringer Butter und die kleine 125 Gramm-Butter – das streichzarte Erzeugnis aus der besonderen Herzgut-Premium-Milch – dürfen fortan das goldene Siegel der DLG tragen. Für Verbraucher ist damit auf den ersten Blick erkennbar, daß es sich um ein geprüftes Produkt handelt, das sich durch hervorragende Qualität auszeichnet.

„Wir betrachten die hohe Auszeichnung unserer Produkte als Bestätigung unseres Handelns“, so Herzgut-Geschäftsführerin Rita Weimann. „Jedes Produkt stellen wir mit größter Sorgfalt her und führen entlang der gesamten Wertschöpfungskette strenge Qualitätskontrollen durch.“ In der Herstellung ihrer frischen Milchprodukte setzt das Unternehmen ausnahmslos auf beste Rohstoffe aus Thüringen. „Darüber hinaus sind qualifizierte Mitarbeiter, die konsequente Einhaltung hygienischer Anforderungen sowie der Einsatz moderner Verarbeitungstechnologien wichtige Parameter, um die Sicherheit, die hohe Qualität und nicht zuletzt einzigartigen Frischegeschmack zu gewährleisten.“

Für den Frischegeschmack ist der Hersteller bekannt. Rita Weimann erklärt seine Entstehung: „Natürlich kommt unsere Milch ganz traditionsgemäß von Kühen. Aber nur von denen, die wir kennen. Wir verarbeiten ausnahmslos Qualitätsmilch von Höfen in direkter Molkereinähe. Und das tagfrisch. Das sorgt für echten Frischegenuß und ein gutes Gewissen!“

Die fortschrittliche, gesundheitsbewußte Ernährung im Blick arbeitet die Frische-Molkerei auch kontinuierlich an der Lebensmittelinnovation. So entwickelten der Betrieb und die Friedrich-Schiller-Universität Jena schon vor Jahren einen speziellen Ernährungsplan für die Milchkühe. „Wir verwöhnen die Tiere mit einer Extraportion Raps. Der ist reich an ungesättigten Fettsäuren und die gelangen auf natürliche Weise in die Milch“, erklärt die Geschäftsführerin.

Das Ergebnis ist die besondere Herzgut-Milch, die in den Premium-Produkten der Molkerei verarbeitet wird. Dazu zählt unter anderem die kleine Herzgut-Butter (125 Gramm), deren traditionelle Geschmacksvariante nun DLG-Gold trägt. Die Butter ist dank des erhöhten Anteils an ungesättigten Fettsäuren in der Milch schon von Natur aus streichzart – sogar direkt aus dem Kühlschrank. Neben der traditionellen Geschmacksvariante ist die streichzarte Butter auch in den Genußsorten Joghurt, Meersalz, Bärlauch und ganz neu Steinpilz erhältlich.

Die Herzgut Landmolkerei ist die letzte eigenständige Molkereigenossenschaft Thüringens und zählt mit über 100 Jahren Erfahrung zu den traditionsreichsten Molkereien in Deutschland. Pro Jahr verarbeitet sie zirka 70 Million Kilogramm Milch zu qualitativ hochwertigen Milchprodukten für den Lebensmitteleinzelhandel. Dazu zählen die Herzgut-Traditions-Produkte Trinkmilch, Sahneprodukte, Joghurt, Käse und Butter sowie die Herzgut-Premium-Produkte Omeghurt, Jovia und das Butterquintett.

Ihre Rohmilch bezieht die Landmolkerei ausnahmslos von regionalen Erzeugern, die täglich zirka 200.000 Liter davon liefern. 30 Prozent der Rohmilch sind aufgrund eines patentierten Fütterungsrezeptes reich an ungesättigten Fettsäuren und werden zu den Herzgut-Premium-Produkten verarbeitet. Dank der kurzen Wege von den Milchbauern zur Molkerei ist die Landmolkerei in der Lage, die Milch außerordentlich schnell zu verarbeiten – das macht die Produkte schmackhaft und schont die Umwelt. Aktuell sorgen 104 Mitarbeiter, zwei Azubis und noch mehr Milchkühe dafür, daß Verbraucher jeden Tag gesunde, pure Milchfrische genießen dürfen.

TINA ALBRECHT

 

20.05.2015


20.05.2015: Spannende Einblicke

„Glück im Unglück“ – Gewinnerclip von „Daumenkino 2.0“: Schmöllner Schule gewinnt Preis für Smartphone-Clips von Thüringer Landesmedienanstalt und Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen.

Nur Telefonieren war gestern – heute ersetzt das Smartphone nicht selten auch die Filmkamera. Im Sekundentakt werden zirka fünf Stunden Videomaterial auf Youtube hochgeladen, gerade auch von Jugendlichen. Es ist wichtig zu erfahren, wie man die neuen Geräte und Möglichkeiten kompetent nutzt. Medienbildung mit praktischem Erleben und viel Spaß zu verbinden war dabei das Ziel des Smartphone-Projekts „Daumenkino 2.0 – Handyclipwettbewerb und medienpraktische Workshops für Thüringer Schulen“.

Bereits Ende 2013 starteten das Thüringer Medienbildungszentrum (TMBZ) der Thüringer Landesmedienanstalt und die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen gemeinsam mit dem Bürgerradio im Städtedreieck Saalfeld/Rudolstadt/Bad Blankenburg (SRB) und dem Wartburg-Radio 96,5 das Smartphone-Projekt. Im Dezember 2014 startete nun die zweite Runde des erfolgreichen Projektes sowie des Handyclipwettbewerbes „Daumenkino 2.0“. Aus den vielen entstandenen Clips wurden 29 zum Wettbewerb eingereicht und die drei besten von den Gewinnern aus dem letzten Jahr ausgewählt.

Am 19. Mai fand die Preisübergabe an die 9. Klasse am Roman-Herzog-Gymnasium Schmölln statt. Der Direktor der TLM, Jochen Fasco, und Dr. Michael Grisko von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen lobten vor Ort die Schülerinnen und Schüler sowie die beteiligten Lehrkräfte für ihre engagierte Teilnahme und das erfolgreiche Ergebnis. Sie überreichten den Jugendlichen für ihren Clip „Glück im Unglück“ einen Gutschein für ein Medienprojekt im Thüringer Medienbildungszentrum der TLM und einen Scheck für die Klassenkasse.

TLM-Direktor Jochen Fasco betonte: „Das Besondere ist, daß hier ganz ohne professionelle Technik kreative und originelle Kurzfilme entstehen. Das Smartphone ist ständiger Begleiter vieler Jugendlicher und kann jederzeit auch zur Produktion von Handyclips im alltäglichen Umfeld genutzt werden. Unter dem Motto ‚DrehMomente‘ produzierten die Schülerinnen und Schüler selbständig kreative Clips und gaben spannende Einblicke in ihre Lebenswelt.“

Die Gewinnerclips werden den jugendlichen Filmeproduzentinnen und -produzenten und anderen Kinogästen beim Kinder-Medien-Festival Goldener Spatz am 3. Juni 2015 auf der großen Kinoleinwand präsentiert.

Aufgerufen waren wieder Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer der Klassenstufen 9 und 10 aus ganz Thüringen, sich an dem neuen Projekt zu beteiligen. Nach einer Einführungs- und Fortbildungsveranstaltung für die Lehrkräfte folgten medienpraktische Workshops mit den Jugendlichen. Die Medienpädagogen des TMBZ, des SRB und des Wartburg-Radios 96,5 gaben Tips und Anregungen zum spielerischen und experimentellen Umgang mit Bild, Sprache und Musik und bereiteten die jungen Filmemacher auf die Produktion und Gestaltung eigener Handyclips vor.

Auch in diesem Herbst soll das erfolgreiche Projekt „Daumenkino 2.0“ wieder ausgeschrieben werden.

PM-TLM

 

20.05.2015

 

 

Engagierte Teilnahme: „Daumenkino 2.0“-Preisübergabe an die 9. Klasse am Roman-Herzog-Gymnasium Schmölln.

Foto: TLM-ARCHIV


19.05.2015: Intelligente Steuerung

Das Thüringer Unternehmen Inventer GmbH revolutioniert die dezentrale Lüftungssteuerung.

Kühle Frische im Schlafzimmer, warme Wohlfühlatmosphäre im Wohnzimmer und schnelle Feuchtigkeitsregulation im Bad - das soll künftig gleichzeitig funktionieren. Zum 1. Juni 2015 startet die Inventer GmbH aus Löberschütz den Verkauf ihres intelligenten Reglersystems „MZ-One“.

„Benutzerfreundlichkeit, leichte Bedienbarkeit und hoher Funktionsumfang standen bei der Entwicklung und Umsetzung im Fokus. Anhand dieser selbstgesetzten Prämissen, entstand unser innovativer Lüftungsregler mit Clust-Air-Steuerung“, erklärt Annett Wettig, Geschäftsführerin des Unternehmens.

Diese Maximen blieben nicht nur Wunschdenken: Der neue Regler leiste all das, was für eine intuitive und intelligente Lüftungsregelung mehrerer Räumen notwendig sei. Mit der Clust-Air-Steuerung wird dem Nutzer von dezentralen Lüftungssystemen erstmals die Ansteuerung von verschiedenen Lüftern durch nur eine Regelungseinheit ermöglicht - bis zu 16 Lüftungsgeräte können so bedient werden.

Dabei sei es möglich, die zu belüftende Wohneinheit in bis zu vier verschieden regelbare Bereiche aufzuteilen, so daß für jeden Wohnbereich eine Einstellung mit gesonderter Lüftungsstufe gewährleistet wird. Das erscheint mehr als praktisch, da zum Beispiel Schlafzimmer und Küche zumeist eine sehr unterschiedliche Lüftungseinstellung benötigen. Eine intelligente Steuerung werde nach Herstellerangaben über die Feuchte- und Temperatursensoren in den einzelnen Lüftungszonen erreicht. Die integrierte Wochenzeitschaltuhr erlaube dem Anwender dabei, das System seinen Bedürfnissen entsprechend einzustellen. Mit einer speziellen Pausenfunktion lassen sich die Lüfter für selbstbestimmte Zeitspannen ausschalten. Die Einbindung in die Haustechniksteuerung sei über eine Schnittstelle problemlos möglich.

Bei dem Reglersystem handele es sich um eine absolute Marktneuheit. Einen vergleichbaren Lüftungsregler suche man vergebens. Annett Wettig ist sich daher sicher: „Die neue Technik wird die dezentrale Lüftungssteuerung revolutionieren.“

Die Inventer GmbH ist einer der führenden Hersteller dezentraler Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung in Deutschland. Das Unternehmen mit Sitz im thüringischen Löberschütz nahe Jena wurde 1999 gegründet und ist seit Frühjahr 2014 Teil der britischen Volution Group. Mit Fokus auf Komfort, Nachhaltigkeit und Umweltschutz werden in Löberschütz hocheffiziente Lüftungsanlagen entwickelt und produziert, die genial einfach in Bedienung und Montage sind. Ausgerichtet an den Bedürfnissen des Kunden, findet sich für jede Bausituation eine optimale Lösung - ob Wohn- oder Geschäftsraum, Alt- oder Neubau, Keller- oder Dachgeschoß. Aus diesem Grund sind die Inventer-Systeme in ganz Deutschland sowie in Europa bereits tausendfach im Einsatz.

PM-IG

 

19.05.2015


19.05.2015: Mischung aus Fachausstellung und Showevent

„Faszination Haar + Kosmetik“: Udo Walz, Deutschlands berühmtester Friseur, kommt als Stargast nach Erfurt.

Kontinuität und Kompetenz zahlen sich aus: Die Erfurter Fachmesse „Faszination Haar+Kosmetik“ setzt ihren Aufwärtstrend der letzten Jahre fort. Projektchefin Doreen Schmidt erwartet zur 6. Auflage von Ostdeutschlands zentralem Branchenevent am 12. und 13. September 2015 rund 80 Aussteller und wieder deutlich über 4000 Fachbesucher: „Wir haben aktuell etwa 15 Prozent mehr Anmeldungen als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres."

Jüngster Coup des Messeteams ist die Teilnahme von  A. Ewald Friseurhaus mit den Marken „Keen“, „Me Mademoiselle“ und „C:Ehko“. Der Premiumanbieter mit 75jähriger Tradition präsentiert sich so umfangreich wie nie. Neben der 120 Quadratmeter großen Standpräsentation zelebriert das Unternehmen auf der Messe das 15jährige Jubiläum seiner Profi-Marke „C:Ehko“. Starakteur eines Kreativworkshops mit 200 Gästen aus dem In- und Ausland ist der International Artistic Director für das A. Ewald Friseurhaus und Ambassadeurs für „Me Mademoiselle“, Tom Kroboth.

„Die ,Faszination Haar+Kosmetik’ überzeugt mit ihrer Mischung aus Fachausstellung und Showevent. Ausschlaggebend für unsere Beteiligung waren auch die Kundenähe und die umfangreichen Marketingaktivitäten für die Messe und ihre Aussteller", sagt Geschäftsführerin Annegret Ewald.

Mit „Berlins frisierendem Bürgermeister" Udo Walz kann die Messeleitung einen weiteren Branchen-Promi ankündigen. Walz wird am 12. September 2015 die Messe besuchen und im Showprogramm Rede und Antwort stehen.

Zu den bewährten Höhepunkten zählen die „Top Hair Schnittfabrik“, der „Top Hair Kongreß“ sowie das Bühnenprogramm und verschiedene Workshops mit Top-Akteuren der Branche. In Kooperation mit dem Landesinnungsverband der Friseure und Kosmetiker Thüringen/Sachsen-Anhalt finden wie gewohnt die Mitteldeutschen Meisterschaften mit Profi-, Lehrlings- und Spezialwettbewerben statt. Der Landesinnungsverband präsentiert außerdem die aktuellen Trends der Frisurenmode Herbst/Winter 2015/2016.

Das Team der „Faszination Haar+Kosmetik“ besucht außerdem auf einer knapp dreiwöchigen Werbetour im Sommer rund 500 Friseursalons in vier Bundesländern. Ziel ist es, die rund 1500 InhaberInnen und MitarbeiterInnen persönlich zu ihrem Branchenhighlight nach Erfurt einzuladen. Im Gepäck hat das Promoteam nicht nur vergünstigte Tickets und Infomaterial zur Messe sowie jede Menge nützlichen Friseurbedarf, sondern auch das kultverdächtige Messe-T-Shirt mit dem Slogan „Born to cut".

THOMAS TENZLER

 

19.05.2015


18.05.2015: Kurioses Finish

Wachablösung mit Glück vertagt: Ehepaar Zeltner gewinnt DMV „Thüringen Rallye“.

Ruben Zeltner ist der Sieger des vom Motorsportclub Pößneck veranstalteten 5. Saisonlaufs zur Deutschen Rallye-Meisterschaft (DRM). Auf den zehn Wertungsprüfungen (WP) über 137,56 Bestzeit-Kilometer sicherte sich der amtierende Meister mit Co-Pilotin und Ehefrau Petra im Porsche 911 GT3 in einem kuriosen Finish am 16. Mai den Sieg. „Eine Wachablösung in der DRM wurde heute vertagt“, erklärt Ruben Zeltner im Ziel. Denn über neun WP hatte zuvor der spannende Sekundenkampf von Sepp Wiegand / Alexander Rath (Zwönitz / Trier, Skoda Fabia S2000) und Fabian Kreim / Frank Christian (Fränkisch-Crumbach / Oberhausen, Skoda Fabia R5) das Geschehen bestimmt. Doch beide Fabia fielen auf den letzten Metern der Rallye aus: Kreim erwischte es in der finalen Prüfung, Wiegand im Anschluß an die Prüfung auf dem Weg ins Ziel. Überhaupt zerschellten in der als Powerstage gewerteten finalen WP einige Träume, denn ein kurzer, heftiger Regenguß sorgte für unerwartete Verschiebungen im Klassement und Ausfälle. „Ich hätte beiden jungen Skoda-Piloten den Sieg gegönnt“, so Ruben Zeltner. „Sie sind beide eine fantastische Rallye gefahren. Es war für mich eine riesige Herausforderung, gegen die beiden Youngster anzutreten. Wir lagen immer in Schlagdistanz, mußten uns aber gewaltig anstrengen, um das Tempo mitgehen zu können“.

Davon unberührt blieben Mark Wallenwein und Stefan Kopczyk (Stuttgart / Heilbronn, Citroën DS3 R5), die sich über den zweiten Platz freuen konnten. Dritter wurde der Tscheche Jaroslav Orsák (Skoda Fabia S2000). Die DRM führt Ruben Zeltner mit 95 Punkten vor Mark Wallenwein (68 Punkte) und Fabian Kreim (49 Punkte) an.

Der Start am Abend des 15. Mai verlief für beide Zeltners nicht ganz nach Plan. Beide hatten sich einen Magen-Darm-Virus eingefangen, der auf dem Weg zu sportlichen Höchstleistungen nicht ganz behilflich war. „Petra ging es zeitweise im Auto sogar so schlecht, daß sie weder Zeiten aufaddieren noch den Schrieb gescheit vorlesen konnte“, kommentierte Ruben Zeltner das Geschehen. Am Samstagvormittag besserte sich die gesundheitliche Situation, so daß auch die Zeiten auf den WP besser wurden. „Gerade der Rundkurs an dem Bankschenke mit fast 23 Kilometer Länge war ein absolutes sportliches Highlight, was uns sehr viel Spaß gemacht hat“, berichtete der Lichtensteiner Rallyefahrer. Auf diesem Weg manifestierten beide Zeltners Rang drei hinter Fabian Kreim und Sepp Wiegand. „Es ist schon toll, welche Zeiten Fabian und Sepp fahren“, so Ruben Zeltner. „Darüber hinaus leiten Fabian und Mark mit ihren R5-Fahrzeugen eine neue Ära ein. Ich spüre ein wenig das Gefühl einer Wachablösung in der DRM.“ Der Ausfall der beiden Skoda-Teams begünstigte so das PZ-Motorsportteam. „Wir sind dankbar für diesen Sieg, der uns wichtige Punkte in der DRM bringt. Beim nächsten Lauf in Stemwede wird es sicherlich nicht einfach, gegen die neuen R5-Fahrzeuge zu bestehen“, so Ruben Zeltner weiter.

MARKUS SCHRAMM

 

 

„Eine Wachablösung in der DRM wurde vertagt“: Der amtierende Meister Ruben Zeltner konnte gemeinsam mit Co-Pilotin und Ehefrau Petra den 5. Saisonlauf zur Deutschen Rallye-Meisterschaft (DRM) in Pößneck gewinnen.

Fotos (3): SASCHA DÖRRENBÄCHER


18.05.2015: Gravierende Auswirkungen

Der Lehrlingsmangel verfestigt sich.

Trotz aller Anstrengungen der Unternehmen zur Unterstützung dualer Ausbildung entscheiden sich immer mehr Schulabgänger für eine akademische Laufbahn oder einen weiterführenden Schulbesuch, statt eine Berufsausbildung aufzunehmen. Dagegen versuchen Unternehmen zunehmend den fehlenden Fachkräftenachwuchs durch die Umschulung von Bewerbern zu kompensieren.

Laut Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen seien klare Entscheidungen zur Unterstützung der Unternehmen in der Ausbildung dieser Schulabgänger ebenso nötig wie eindeutige gesetzliche Regelungen für die schnellere Einbindung von Flüchtlingen und Migranten in das System der dualen Ausbildung. Beide Zielgruppen böten die Chance, den Trend der sinkenden Zahl abgeschlossener Ausbildungsverträge zu stoppen.

In Südthüringen sank die Zahl der zum 30. April 2015 eingetragenen Ausbildungsverhältnisse um 24 gegenüber 2014 - das sind neun Prozent weniger. Das habe gravierende Auswirkungen auf die Ausbildung im dualen System als tragende Säule der Fachkräfteentwicklung in der Region Südthüringen. Zudem fehlen schlicht die Bewerber für betriebliche Ausbildungsberufe. Neben der sinkenden Zahl der Bewerber fehlen immer mehr Schulabgängern die für die betriebliche Praxis erforderlichen fachlichen und sozialen Voraussetzungen. Auch die Zahl der eingetragenen Umschulungsverträge stieg deutlich an, allerdings kann diese Entwicklung die verlorenen Ausbildungsverträge nicht ersetzen.

FF

 

18.05.2015


17.05.2015: Wissenschaft im Vorbeigehen

Zukunftsstadt-Mitmach-Ausstellung „ScienceStation“ im Erfurter Hauptbahnhof zeigt spannende Experimente rund um die Zukunft unserer Städte.

„Zukunftsstadt" - unter diesem Motto schickt die Deutsche Bahn in Kooperation mit der Initiative Wissenschaft im Dialog (WiD), der Zeitschrift „Welt der Wunder“ und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung die Mitmach-Ausstellung „ScienceStation“ nun zum sechsten Mal in Folge auf eine Reise durch Deutschlands Bahnhöfe. Noch bis zum 19. Mai 2015 können angemeldete Schulklassen, Reisende und Bahnhofsbesucher täglich von 9 bis 19 Uhr die interaktive Ausstellung im Hauptbahnhof Erfurt besuchen und hier ihren Forschergeist wecken. Der Eintritt ist frei.

In diesem Jahr stehen Experimente und Fragen rund um die Zukunft unserer Städte im Mittelpunkt der „ScienceStation“. Was sind unsere Wünsche an die Stadt von morgen? Wie wollen wir künftig leben und arbeiten? An den Experimentierstationen werden unterschiedliche Facetten dieses Themas beleuchtet. Das Exponat „Rush Hour" beispielsweise sensibilisiert auf spielerische Weise für die täglichen Verkehrsstaus in unseren Städten. Diese kosten nicht nur Zeit, Nerven und Geld, sondern belasten außerdem die Umwelt. Nicht nur Verkehrsplaner träumen deshalb von einer Welt ohne Stau.

Besonders verkehrs- und umweltbelastend wirkt sich der Logistik-Verkehr auf die Städte aus. In Deutschland werden jährlich mehr als 2,6 Milliarden Pakete verschickt. Sehr viele Autos sind dafür tagtäglich unterwegs, um diese große Anzahl Pakete zeitnah auszuliefern. Forscher der Universität Jena arbeiten an Konzepten, den Logistik-Verkehr in unseren Städten möglichst umweltschonend zu gestalten. Die Lösung könnten Elektrofahrzeuge sein. Im Fahrsimulator „Eltrilo" können Interessierte ihr fahrerisches Geschick mit einem Elektroauto unter Beweis stellen. Ziel ist es, das Paket möglichst energieeffizient an seinen Bestimmungsort zu bringen. Passend dazu können die Besucher an einer PC-Station ihren persönlichen CO2-Ausstoß für Mobilität ermitteln und erhalten Tips, wie sie diesen verringern können, um so zu einem besseren (Stadt-) Klima beizutragen.

Doch nicht der Verkehr allein belastet weltweit das Städteklima. Hinzu kommen Bebauung und Industrie, die insbesondere in den großen Ballungsräumen die Auswirkungen des weltweiten Klimawandels verstärken. An der Experimentierstation „Stadtklima-Architekt" können die Gäste der „ScienceStation“ deshalb der Frage nachgehen, wie wir unsere Städte fit für den Klimawandel machen können.

Aber es warten noch andere spannende Fragestellungen auf die Besucher. Wie können wir zum Beispiel den enormen Flächenverbrauch für Wohnen, Verkehr und Wirtschaft in unseren Städten verringern, um so wertvolle Böden und den Lebensraum von Tieren und Pflanzen zu erhalten? Welche Auswirkungen hat das künstliche Licht auf Umwelt und Natur? Und wie wirkt sich der demographische Wandel auf die Stadt von morgen aus? Die Exponate der „ScienceStation“ geben Antworten auf diese und viele andere Fragen.

Wer nach dem Experimentieren noch Fragen hat, kann sich an die Ausstellungsbetreuer wenden, die vor Ort dem interessierten Publikum Rede und Antwort stehen. Oder er liest sich auf den Informationssäulen schlau, die weiteres Hintergrundwissen zu den einzelnen Experimentierstationen präsentieren. Nachzulesen ist dort unter anderem, wie Ameisen auf einer 6000 Kilometer langen Strecke jeden Stau vermeiden, wie eine Stadt zum „Lebewesen" wird und wie ein Wolkenkratzer eine ganze Stadt mit wichtigen Grundnahrungsmitteln versorgen kann.

„Unser Bahnhof wird damit zum Klassenzimmer. Mit der ,ScienceStation‘ läßt sich Wissenschaft im Vorbeigehen mitnehmen", freut sich Sigurd Teichert, Vermarktungsmanager Hauptbahnhof Erfurt.

Die „ScienceStation“ ist Teil des Wissenschaftsjahr 2015 - Zukunftsstadt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Initiative Wissenschaft im Dialog.

Im Anschluß reist die Mitmach-Ausstellung weiter in die Bahnhöfe nach Halle, Berlin-Südkreuz, Potsdam, Frankfurt, Kiel, Köln, Mainz, Lübeck Berlin-Ostbahnhof und in das DB-Museum nach Nürnberg.

DIRK KRIEGER

 

17.05.2015


17.05.2015: Unfallrisiko minimieren

Mehr Sicherheit auf dem Fahrrad.

Die Bedeutung des Fahrrades als umweltfreundliches Verkehrsmittel hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Wie jedoch die Unfallstatistiken in Hessen und Thüringen zeigen, ist die Zahl der verunglückten Radfahrer 2014 gegenüber dem Vorjahr wieder leicht gestiegen. Zu den Hauptunfallursachen zählen: Fahren unter Alkoholeinwirkung, unangepaßte Geschwindigkeit sowie Vorrang-/ Vorfahrtsfehler.

Radfahrer gehören im Straßenverkehr zu den am meisten gefährdeten Verkehrsteilnehmern und werden am häufigsten verletzt. „Durch gegenseitige Rücksichtnahme können alle Verkehrsteilnehmer die Sicherheit im Straßenverkehr erheblich verbessern“, erklärt Cornelius Blanke vom ADAC Hessen-Thüringen. Jeder Verkehrsteilnehmer könne das Unfallrisiko durch besonders hohe Aufmerksamkeit und umsichtiges Verhalten minimieren. Insbesondere helfe die richtige Ausstattung und Kleidung, um rechtzeitig gesehen zu werden.

Wer dunkel gekleidet ist, wird von einem Autofahrer bei schlechten Sichtverhältnissen erst aus rund 25 Metern Entfernung gesehen. Bei einer Notbremsung braucht ein 50 Stundenkilometer schnelles Auto jedoch zirka 28 Meter bis zum Stillstand. Wer draußen unterwegs ist, kann mit heller Kleidung und reflektierenden Materialien dazu beitragen, die eigene Sichtbarkeit bis auf 140 Meter zu verbessern.

Eine defensive und vorausschauende Fahrweise hilft, mißverständliche Situationen zu vermeiden. Besonders gefährlich ist der tote Winkel von größeren Fahrzeugen, in diesem Fall lieber hinter einem Lkw oder Bus warten, bis diese abgebogen sind.

Es besteht aktuell keine gesetzliche Helmpflicht, ein Helm kann jedoch bei einem Unfall schwere Kopfverletzungen abschwächen oder sogar vermeiden. Gegen Insekten oder tränende Augen hilft eine Radsport-Brille mit klaren Gläsern.

MANUELA TÜROFF

 

17.05.2015


16.05.2015: Zugelegt

Ernst-Abbe-Hochschule Jena vermeldet Anstieg bei Studierendenzahlen.

Zugelegt bei ihren Studierendenzahlen hat die Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena nicht nur im vergangenen Winter-, sondern auch im aktuellen Sommersemester.

Auch wenn die Zahlen im Sommer immer etwas niedriger liegen, da viele Studiengänge nur zum Wintersemester immatrikuliert werden, ist der aktuelle Stand mit 4323 Gesamtstudierenden im Vergleich zum Sommersemester 2014 um etwa ein Prozent höher. Bemerkenswert ist auch der Anteil der ausländischen Studentinnen und Studenten an der EAH Jena, der ,bezogen auf die derzeitige Gesamtzahl, bei mehr als 12 Prozent liegt.

Für das nächste Wintersemester, dessen Bewerbungszeitraum am 20. Mai beginnt, prognostiziert die Hochschule einen weiteren Anstieg.

SIGRID NEEF

 

16.05.2015


16.05.2015: Kreativität für vernetzte Zukunft

Ein Netz voller Ideen: Zwei der 100 besten deutschen Innovationen für eine digitale Welt kommen aus Thüringen.

„Stadt, Land, Netz!“ – Unter diesem Motto stehen seit 11. Mai 2015 die 100 Siegerprojekte des Wettbewerbs „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ fest. Über mehr als 1000 Bewerbungen durften sich die Initiatoren, die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und die Deutsche Bank, freuen.

In diesem Jahr waren Unternehmen, Forschungseinrichtungen, aber auch Start-ups und Bildungsträger aufgerufen, Projekte einzureichen, die sich mit den Herausforderungen einer digitalen Welt auseinandersetzen. Die Wettbewerbsjury, die bei der Auswahl von einem fünfköpfigen Fachbeirat inhaltlich unterstützt wurde, bestimmte die 100 besten Projekte aus den Kategorien Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft, Umwelt, Bildung und Gesellschaft. „Aus der Mitte von Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft heraus nehmen die diesjährigen Wettbewerbssieger die Menschen mit auf den Weg in einen veränderten digitalisierten beruflichen und sozialen Alltag. Deutschlands vernetzte Zukunft braucht diese Kreativität, Experimentierfreude und Risikobereitschaft“, gratuliert Jürgen Fitschen, Co-Vorsitzender des Vorstands Deutsche Bank AG. Ulrich Grillo, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie e. V. (BDI) und Vorsitzender des Deutschland – Land der Ideen e. V., ergänzt: „Die 100 ‚Ausgezeichneten Orte‘ zeigen, wie vielfältig die Menschen den digitalen Wandel hierzulande gestalten: Mit innovativen E-Health-Projekten, Ideen für ‚Smart Living‘ oder Bildungsprojekten, die vielen Menschen die digitale Teilnahme ermöglichen. Insbesondere die Preisträger in der Kategorie Wirtschaft beweisen, daß deutsche Unternehmen das Potential einer digitalisierten Welt kreativ zu nutzen wissen.“

Die beiden ausgezeichneten guten Ideen aus Thüringen für eine digitale Welt betreffen die Kategorie Kultur. Digitale Weltansichten online werden durch 3D-Modelle historischer Globen des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Optik und Feinmechanik möglich. Ein 3D-Scanner erstellt räumliche Abbilder historischer Globen aus Museumsmagazinen. „Weimarpedia“ – ein  Interaktives Kulturlexikon für Schüler kommt von der Klassik-Stiftung Weimar. Auf ihrer selbst gestalteten Wissensplattform erklären und erforschen Schüler die Kulturgeschichte der Klassikerstadt.

Nach der Bekanntgabe der Preisträger nimmt das Wettbewerbsjahr für die frisch gekürten „Ausgezeichneten Orte“ an Fahrt auf: Bereits am 19. Mai findet in Berlin das erste Netzwerktreffen der 100 Preisträger 2015 statt, und von Juni bis Ende des Jahres feiert jeder von ihnen seine persönliche Auszeichnung an einem bestimmten Tag. Im Herbst 2015 wählt die Öffentlichkeit per Online-Abstimmung den Publikumssieger. Dieser wird gemeinsam mit sechs Bundessiegern – einer in jeder Kategorie – am 10. November 2015 in Berlin geehrt. Jeder dieser Anlässe ist für die „Ausgezeichneten Orte“ eine wichtige Möglichkeit, ihr Ideennetzwerk zu knüpfen und auf sich und ihr Projekt aufmerksam zu machen.

Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO analysiert die 100 Preisträger und bereitet im Rahmen einer wissenschaftlichen Begleituntersuchung die wichtigsten Trends für die digitale Zukunft auf. Die Ergebnisse werden im Herbst erwartet.

„Deutschland – Land der Ideen“ ist die gemeinsame Standortinitiative der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft, vertreten durch den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Die Standortinitiative zeichnet seit 2006 gemeinsam mit dem Nationalen Förderer Deutsche Bank zukunftsweisende Projekte für den Standort Deutschland aus. Ziel der Deutschen Bank ist es, den wichtigsten Rohstoffen Deutschlands – den Ideen in den Köpfen der Menschen – eine Bühne zu geben und die Innovationskraft des Standorts zu stärken.

STEFAN VOLOVINIS

16.05.2015


15.05.2015: Komplexer Prozeß

„Roadshow Unternehmensnachfolge“gestartet: Betrieblicher Generationenwechsel als Herausforderung für Unternehmen.

Mit einer Veranstaltungsreihe wollen das Thüringer Wirtschaftsministerium und die Wirtschaftskammern in den kommenden Monaten bei Inhabern und Geschäftsführern von mittelständischen Unternehmen und Familienbetrieben dafür werben, rechtzeitig die Nachfolge für ihr Unternehmen zu regeln. Daher startete am 11. Mai 2015 die „Roadshow Unternehmensnachfolge“ in der Stadthalle Arnstadt. Die Präsentationstour umfaßt 15 Informationsveranstaltungen in allen Regionen des Freistaats. „Eine gelungene Betriebsübergabe an einen qualifizierten und motivierten Nachfolger ist Voraussetzung für den Erhalt des Unternehmens und die Sicherung der Arbeitsplätze“, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Dabei wird ein reibungsloser Betriebsübergang aus Sicht des Hauptgeschäftsführers der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen, Dr. Ralf Pieterwas, zunehmend durch die demographische Entwicklung erschwert. „Der sich verschärfende Wettbewerb um Fachkräfte ist zu einer spürbaren Herausforderung nicht nur hinsichtlich der Besetzung von Lehrstellen, sondern inzwischen auch bei der Besetzung von Führungspositionen geworden.“

Jedes Jahr steht in Thüringen bei etwa 560 Unternehmen die Übergabe an einen geeigneten Nachfolger an – nicht zuletzt deshalb, weil viele Gründer, die sich nach der Wende selbständig gemacht haben, inzwischen ins Renten- und Pensionsalter gekommen sind. Zudem verringert sich das Potential künftiger Gründer und Nachfolger durch die demographische Entwicklung. „Die Gestaltung der Unternehmensnachfolge ist in der Regel ein komplexer Prozeß, der frühzeitig begonnen werden sollte“, sagte Detlef Schmidt, Nachfolgelotse des ThEx. „Als Faustformel gelten hier fünf Jahre“.

Die „Roadshow“ will Unternehmen und potentielle Nachfolger rechtzeitig vor dem Generationswechsel für das Thema sensibilisieren: Sie bietet einen Überblick über die notwendigen Schritte, Erfordernisse und gezielten Unterstützungsmöglichkeiten bei der Vorbereitung einer Nachfolge. Dazu zählen die Services des ThEx, der Wirtschaftskammern sowie die Finanzierungsinstrumente der Thüringer Aufbaubank, der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft und der Bürgschaftsbank Thüringen. Jede der rund zweistündigen Veranstaltungen bietet zudem die Möglichkeit, mit Experten und Geschäftsführern anderer Unternehmen mit Nachfolgeerfahrung ins Gespräch zu kommen.

Veranstalter der „Roadshow Unternehmensnachfolge“ ist das ThEx, ein Verbund von 16 Projektpartnern einschließlich aller Thüringer Handwerkskammern und Industrie- und Handelskammern, der vom Wirtschaftsministerium aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert wird. „Mit dem ThEx haben wir alle Thüringer Förder- und Unterstützungsangebote rund um die Themen Existenzgründung sowie Coaching und Beratung von Klein- und mittelständischen Unternehmen gebündelt“, sagte Tiefensee. „Unternehmensnachfolgen sind dabei ein Schwerpunkt, denn sie eröffnen besondere Chancen auch für Gründer und natürlich für die Unternehmen, ihre Mitarbeiter, Kunden und Zulieferer. Die Roadshow ist ein wichtiges und bewährtes Instrument zur Sensibilisierung.“ Im vergangenen Jahr nahmen hier über 600 Unternehmer an den Veranstaltungen teil.

Die nächsten Veranstaltungen finden am 21. Mai in der Handwerkammer Südthüringen und am 17. Juni im Technologie- und Innovationspark Jena statt.

LARISSA SCHULZ-TRIEGLAFF

 

15.05.2015


15.05.2015: Schlüssel für Wettbewerbsfähigkeit

Zeit für neue Technik im Technologie- und Gründerzentrum Schmalkalden.

Unter dem Motto „Zeit für neue Technik“ gestalten junge Unternehmen im Technologie- und Gründerzentrum in Schmalkalden am 15. Mai 2015 in der Zeit von 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr den ersten Thementag im Rahmen der diesjährigen Thüringer Landesgartenschau.

Jungunternehmer präsentieren geniale und pfiffige Produktneuheiten rund um Sonne, Wind, Wasser, Speichertechnik als Energie- und Rohstofflieferanten der Zukunft. Vorgestellt werden Innovationen und Produktneuheiten aus dem Technologiebereich Umwelttechnik von modernen Solar-, Wasser- und Windkraftanlagen bis zu neuen Energiespeichertechniken.

Für die Jungunternehmer im Technologie- und Gründerzentrum (TGF) bilden innovative Produktlösungen den Schlüssel für die Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Beschäftigungssicherheit im Landkreis Schmalkalden-Meiningen. Heutzutage existieren Konzepte für technische Systeme, Anlagen und Meßverfahren, die vor einigen Jahren kaum denkbar waren. Der Thementag im TGF bietet innovative und praktische technische Lösungen und Produktneuheiten rund um die Umwelttechnik für jedermann. Zur Schau gestellt werden Solar- und Wasseraufbereitungsanlagen, kompakte und modulare Energiespeichersysteme sowie Prototypen von Windkraftanlagen kleiner und mittlerer Leistung mit integriertem Blitzschutz und Überwachungssensorik.

JENS DAHLEMS

 

15.05.2015

 


14.05.2015: Gegen Extremismus sensibilisieren

„Gewalt und Rassismus – ohne uns!“: Schüler der Beruflichen Fördereinrichtung der Walter-Gropius-Schule drehen einen Film gegen Rechtsextremismus.

Unter dem Motto „Gewalt und Rassismus – ohne uns!“ produzieren Schüler der Walter-Gropius-Schule Erfurt innerhalb eines zehntägigen medienpädagogischen Projektes einen Spielfilm, der auf eigenen Erfahrungen mit Fremdenfeindlichkeit und Mobbing basiert. Der Sozialpädagoge Fabian Schmidt und die Erziehungswissenschaftlerin Stefanie Thon aus Kassel stehen ihnen hierbei hilfreich zur Seite. Täglich wird von morgens bis teilweise spät in die Nacht gearbeitet und diskutiert. Einen Einblick in die Arbeit konnten Interessierte am 12. Mai zu einem Pressetermin in der Musicbar „Ilvers“ in der Magdeburger Allee in Erfurt erhalten. Dort wurden die Innenaufnahmen zu einer „Partyszene“ gedreht.

Der Spielfilm „Fremd“ handelt von dem jungen Mädchen Pria, die kürzlich mit ihrer Mutter und Schwester nach Erfurt zugezogen ist. An ihrem ersten Schultag trifft sie jedoch gleich auf fiese Klassenkameraden, die ihr das Leben zur Hölle machen.

Da sowohl religiös faschistische als auch rechtsextreme Gruppierungen immer wieder Mittel und Wege finden, ihr antidemokratisches Gedankengut unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu verbreiten, ist es das Ziel der Initiatoren, Kinder und Jugendliche gegenüber extremistischer politischer und fundamental religiöser Propaganda zu sensibilieren.

Im Rahmen des Großprojektes „Gewalt und Rassismus – ohne uns!“ werden bis Frühjahr 2016 in Hessen und Thüringen biografisch orientierte Kurzspielfilme von Jugendlichen und jungen Erwachsenen produziert, die thematisch die eigenen Alltagserfahrungen zu Rassismus und Extremismus wiedergeben sollen. Alle Filme werden im Frühjahr 2016 auf einem gemeinsamen Filmfestival öffentlich präsentiert.

In Thüringen ist die Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) Projektpartnerin vor Ort. TLM-Direktor Jochen Fasco ist es wichtig, daß auch das Thema „Extremismus“ Gegenstand der medienpädagogischen Arbeit ist. Bereits 2013 hatte die TLM in Kooperation mit dem Freistaat Thüringen den „Medien-Koffer gegen rechts“ zur Unterstützung der pädagogischen Arbeit initiiert. „Gerade die Intensität der diesjährigen Demonstrationen am 1. und 2. Mai sowie die Übergriffe auf Flüchtlinge durch Rechtsextreme verdeutlichen, daß es in allen Lebensbereichen notwendig ist, ständig gegen Extremismus und Diskriminierung zu sensibilisieren. Das von der TLM mit ins Leben gerufene Projekt ,Gewalt und Rassismus – ohne uns!‘ ist hierbei ein Baustein“, betont Fasco mit Nachdruck.

Zu den Initiatoren des Großprojekts gehören die Medienwerkstatt der Universität Kassel, die Thüringer Landesmedienanstalt, die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien, die Hessische Landeszentrale für politische Bildung und die Bundeszentrale für politische Bildung.

PM-TLM

 

14.05.2015


14.05.2015: Harte Burschen

Radrennen zum Jubiläum: Vom 15. bis 17. Mai findet in Bad Langensalza die „TMP.Jugendtour“ statt.

Radsportler sind schon harte Burschen. So unterbrach der 18jährige Sebastian Schmiedel aus Erfurt nach 90 gefahrenen Kilometern seine Trainingstour und nahm am 6. Mai als Zuhörer an der Pressekonferenz zur 17. „TMP-Jugendtour“ teil. Dieses Radrennen wird vom 15. bis 17. Mai in Bad Langensalza stattfinden (nti-online.net informierte darüber bereits unter der Onlinerubrik „Wohin in Thüringen?“) „Danach geht es zirka 60 Kilometer und mit einem kleinen Umweg wieder zurück nach Erfurt.“ Diese Strecke sei jedoch nicht die Trainingsnorm, aber Sebastian müsse nach einer überstandenen Krankheit „nacharbeiten“, erläuterte Steffen Uslar, Trainer im Landes-Leistungszentrum Radsport Erfurt und selbst ehemaliger aktiver Fahrer.

Radsport verändert das Leben vollkommen, erfuhren die Anwesenden während des Gespräches im TMP-Ausstellungsgebäude „Faszination Fenster + Türen“ im Homburger Weg. „Meinen alten Freundeskreis mußte ich auflösen und habe mir einen neuen gesucht, der fast nur mit Sport zu tun hat“, sagte der 15jährige Max Gehrmann, der schon auf einige Erfolge verweisen kann. Allein im Jahr 2014 konnte der junge Radsportler 14 Siege bei verschiedenen Wettbewerben erringen. Mit dem ebenfalls anwesenden Henrik Pakalski war er sich einig: Auch bei der diesjährigen „TMP-Jugendtour“ wollen beide bei den vorderen Plätzen mit dabei sein.

Das Radrennen, welches in diesem Jahr vom 15. bis 17. Mai gleichzeitig mit dem Jubiläum „25 Jahre TMP“ stattfindet, wird in drei Etappen rund um das Werksgelände von TMP, in Weingarten und Friedrichswerth sowie in der Stadt Bad Langensalza ausgetragen. Dieser Wettkampf hat bereits Tradition und ist in Deutschland und angrenzenden Nachbarländern auch unter dem Namen „Kleine Friedensfahrt“ bekannt. „In diesem Jahr erwarten wir etwa 300 Teilnehmer“, informierte Organisationsleiter Michael Beckert vom Radsportclub Waltershausen-Gotha e.V.. 150 Jugendfahrer der Altersklasse „U17“ 100 Schüler und sogar 50 Mädchen haben sich angemeldet. Neben Holland und Belgien werden auch Sportler aus Italien und Polen kommen. Lobend erwähnte Beckert „daß die im Rennen auch genutzte neue Zufahrtsstraße zum Werksgelände extra asphaltiert wurde, nachdem sie in den letzten Jahren etwas löchrig geworden war“.

„Wir engagieren uns nicht nur im Radsport, sondern in vielen Bereichen.“ Hier stehe immer die Nachwuchsförderung im Mittelpunkt, sagte Bernhard Helbing, geschäftsführender Gesellschafter der TMP Fenster + Türen GmbH. Besonders stolz sei er darauf, daß hier schon viele bekannte Spitzenathleten wie Tony Martin, Marcel Kittel und John Degenkolb in ihrer Jugend vorderste Plätze errungen haben. In eingespielten Videobotschaften bedankten sich diese für die Unterstützung. „Da läuft es einem schon kalt den Rücken herunter, wenn man sieht, wie diese Kerle jetzt internationale Siege einfahren.“ Das allein sei schon Ansporn, daß die „TMP-Jugendtour“ auch zukünftig weiter stattfindet.

MICHAEL SCHLUTTER

 

 

Vordere Plätze im Visier: Max Gehrmann (rechts) und Henrik Pakalski werden während der „TMP-Jugendtour“ fair um das „Gelbe Trikot“ kämpfen.

Fotos (3): MICHAEL SCHLUTTER

 

 

Radsport verändert das Leben vollkommen: Im Vorfeld zur „TMP-Jugendtour“ fand in Bad Langensalza eine Pressekonferenz statt.

 

 

Nachwuchsförderung im Mittelpunkt: Max Gehrmann, Henrik Pakalski, Steffen Uslar und TMP-Geschäftsführer Bernhard Helbing (von links nach rechts).


13.05.2015: „Es war schwer, sich auf den Füßen zu halten“

Das Förderprojekt der Ethik-Bank „Hamromaya Nepal e. V.“ nach dem Erdbeben.

Mit Besorgnis blickt die Welt derzeit nach Nepal. Nach dem schweren Erdbeben Anfang des Monats, kommt das kleine Land auf dem Dach der Welt nicht zur Ruhe. Ein erneut sehr starkes Nachbeben erschütterte am 12. Mai die Region im Himalaya. Auch die Mitarbeiter der im Jahr 2002 als Zweigniederlassung der Volksbank Eisenberg gegründeten Ethik-Bank beobachten mit Besorgnis die Geschehnisse, denn sie sind auf ganz besondere Weise mit dem kleinen Land verbunden:

Seit zwei Jahren unterstützt das alternative Kreditinstitut den jungen Verein „Hamromaya Nepal e. V.“, dessen Mitglieder sich in verschiedenen Projekten um nepalesische Kinder kümmern. So betreuen sie etwa ein Waisenhaus und eine Behindertenschule in Kathmandu. „In der Nacht erreichte mich die Information, daß alle Kinder, Mitarbeiter und Vereinsmitglieder, die sich derzeit in Nepal aufhalten, wohlauf sind“, sagt Khai-Thai Duong, der 1. Vorsitzende des Vereins. „Freunde vor Ort haben berichtet, daß es am 12. Mai wohl bis zu zehn Nachbeben gegeben hat und sich die Menschen überwiegend im Freien aufhalten.“

Während des großen Bebens Ende April befand sich der Frankfurter Student noch vor Ort in Kathmandu. Auch damals blieben alle Angehörigen der Projekte unverletzt. Das neue Gebäude des Waisenhauses Buddhist Child Home hatte ebenfalls keinen Schaden genommen. Allerdings sei in einer vom Verein betreuten Behindertenschule eine Mauer eingestürzt und einige Bauten haben massive Risse davongetragen – ob die Schäden nur oberflächlich sind oder die Häuser möglicherweise vom Einsturz bedroht sind, müsse noch geklärt werden. Bauexperten sollen sobald wie möglich die Situation begutachten.

Wenn Duong erzählt, wie er die Geschehnisse vom 25. April erlebt hat, dann bekommt man einen Eindruck von den Ausmaßen des Bebens: „Die Kinder schauten im ersten Stockwerk des Hauses gemeinsam Fernsehen, als plötzlich der Strom erlosch. Keinen Moment später gab es einen heftigen Ruck, den ich als Umfallen eines schweren Objektes in einer der oberen Stockwerke deutete. Dann begann das Haus zu vibrieren, um wenige Augenblicke später hin und her zu wanken. Es war schwer, sich auf den Füßen zu halten“, erzählt der Student. „Die Kinder fingen an zu schreien. Wir riefen sie hektisch dazu auf, das Gebäude zu verlassen. Das starke Schwanken machte es unmöglich, gerade Schritte zu gehen.“ Schließlich gelangten Kinder und Helfer auf ein freies Feld, wo sie auch die Nacht verbrachten – gemeinsam mit vielen anderen Anwohnern.

So froh Khai-Thai Duong darüber ist, daß er und alle Angehörigen der Projekte unbeschadet überlebt haben, so sehr ist ihm bewußt, welchen Schaden die Erdbeben in anderen Teilen Nepals angerichtet haben. Vor allem im Umland von Kathmandu sei die Lage katastrophal. „Man muß zwischen der modernen Hauptstadt und der ländlichen Umgebung unterscheiden“, sagt er. Das Epizentrum des großen Bebens befand sich in Ghorka, einem ländlich geprägten Distrikt Nepals. Dort traf das Erdbeben die Bevölkerung am stärksten. 90 Prozent der Häuser sind in diesem Gebiet zerstört, inzwischen liegt die Zahl der Todesopfer bei über 8000. Durch das neue Beben steht zu befürchten, daß sich die Lage weiter verschlechtert.

Auch wenn zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar ist, welche Schäden an den Projekten von „Hamromaya Nepal“ zu beklagen sind, hat die Ethik-Bank bereits jetzt ihre Hilfe angekündigt. „Wir stehen bei einem möglichen Wiederaufbau natürlich an der Seite unserer Förderpartner und werden den Verein finanziell unterstützen“, versichert der Vorstandsvorsitzende der Bank Klaus Euler. „Im Moment hat die Ersthilfe oberste Priorität, weshalb wir darum bitten, für die großen Organisationen mit der entsprechenden Expertise in diesem Bereich zu spenden, also etwa Unicef oder den Aktion-Deutschland-hilft e. V.", sagt Khai-Thai Duong. Im Hinblick auf die Arbeit seines Vereins ist ihm vor allem eins wichtig: „Wir werden jetzt noch enger an unsere Projekte heranrücken. Wir möchten noch mehr für die Menschen – vor allem für die Kinder – in Nepal da sein, ihnen Sicherheit geben und die Angst vor der Zukunft nehmen.“

SEBASTIAN HOLLSTEIN

 

13.05.2015

 

 

Schaden genommen: Risse im Gebäude der vom Hamromaya Nepal e. V. betreuten Behindertenschule.

Foto: KHAI-THAI DUONG

 

 

Unterstützung seit zwei Jahren: Khai-Thai Duong mit einer Mitarbeiterin und einigen betreuten Kindern vor dem Erdbeben.

Foto: HAMROMAYA NEPAL


 

13.05.2015: Herausforderung Korruption

Wie bekämpft man Korruption? Fellowship zur Wirtschaftsethik am Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt eingeworben.

Korruptionsbekämpfung, Nachhaltigkeit oder Sozialstandards sind Ziele, die die meisten Menschen für die Wirtschaft als wichtig erachten. Die Erforschung, wie solche Normen und Zielvorstellungen in der Praxis wirksam werden, ist deshalb von besonderem Interesse für die Wirtschaftsethik. PD Dr. Bettina Hollstein, Wirtschaftsethikerin am Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt, hat für die Erforschung solcher Fragen eine Fellowship für Nachwuchswissenschaftler eingeworben.

Konkret geht es darum, im Rahmen eines Forschungsprojektes unter Anwendung einer pragmatistischen Herangehensweise verschiedene wirtschaftsethische Aspekte (Korruption sowie Umwelt- und Sozialstandards) speziell im Bereich von Non-Profit-Organisationen zu untersuchen. Das Projekt soll damit Grundlagen für eine spätere weitergehende Untersuchung schaffen, die über Non-Profit-Organisationen hinaus auch Wirtschaftsunternehmen berücksichtigt. Für die Erarbeitung eines Vermittlungskonzeptes ethischer Normen in NGO im Rahmen einer Juniorfellowship wurden Bettina Hollstein 162.000 Euro, verteilt über drei Jahre, bewilligt. „Korruption ist eine riesige gesellschaftliche Herausforderung, der wir uns mit diesem Projekt stellen wollen", freut sich Prof. Dr. Hartmut Rosa, Direktor des Max-Weber-Kollegs, über diesen Erfolg.

CARMEN VOIGT

 

13.05.2015

 

 

Wirtschaftsethikerin Dr. Bettina Hollstein: Fellowship für Nachwuchswissenschaftler eingeworben.

Foto: UE-ARCHIV


13.05.2015: „Herausragend“

Jenaer Physiker erhält EU-Forschungspreis: „ERC Advanced Grant“ für Laserforschung an Professor Andreas Tünnermann.

Der Direktor des Instituts für Angewandte Physik der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Prof. Dr. Andreas Tünnermann, der in Personalunion das Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik (IOF) in Jena leitet, hat für die Fortsetzung seiner Arbeiten zur Laserphysik ein Forschungsstipendium - einen sogenannten „Advanced Grant" - des Europäischen Forschungsrats (European Research Council, ERC) erhalten. Der ERC hatte Tünnermanns Forschungsarbeiten als „herausragend" eingestuft und Anfang Mai die Förderung zugesagt. Die Mittel im Umfang von mindestens zwei Millionen Euro stehen Tünnermann und seinem Team an der FSU in den kommenden fünf Jahren zur weiteren Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Faserlaser zur Verfügung.

„Der ‚Advanced Grant' des Europäischen Forschungsrats ist einer der höchstdotierten Forschungspreise, die international vergeben werden", sagte Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am 12. Mai 2015 in Erfurt. „Daß ein solches Forschungsbudget jetzt nach Jena geht, ist ein Riesenerfolg und zeigt einmal mehr die enorme Leistungsfähigkeit des Wissenschaftsstandorts Thüringen", so der Minister. Er gratulierte Tünnermann zu der Auszeichnung und sagte ihm zugleich die Unterstützung des Landes für seine weitere Forschungstätigkeit zu.

„Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung, die zugleich eine Auszeichnung für mein gesamtes Team ist", sagte Professor Tünnermann, der damit als erster Wissenschaftler der Jenaer Universität den „Advanced Grant“ erhält. Die ERC-Mittel sollen dafür eingesetzt werden, um die Grundlagen für weitere Innovationen auf dem Gebiet der Faserlaser-Physik zu legen. Faserlaser sind Festkörperlaser auf Glasfaserbasis, die sehr robust sind, gut verstärkt werden können und hohe Wirkungsgrade haben. Sie werden unter anderem zur Materialbearbeitung, in der Medizintechnik (Diagnostik) und in der Raumfahrt (Messtechnik) eingesetzt.

Mit dem „ERC Advanced Grant“ werden herausragende, bereits etablierte europäische Wissenschaftler aller Fachrichtungen bei der Durchführung von visionären Forschungsvorhaben unterstützt, die bahnbrechende neue Erkenntnisse oder hoch innovative Anwendungen erwarten lassen. Die Förderung beträgt bis zu 2,5 Millionen Euro je Projekt und hat in der Regel eine Laufzeit von fünf Jahren.

STEPHAN KRAUSS

 

13.05.2015


12.05.2015:  Eistorte befördern

Mit dem Elektrolieferwagen durch Deutschlands Bahnhöfe: „ScienceStation“ 2015 am Erfurter Hauptbahnhof.

Noch immer sind Elektrofahrzeuge wie Ferraris auf unseren Straßen – schnell in der Beschleunigung, aber Exoten. Reichweitenängste und mangelnde Erfahrungen sind dafür die ausschlaggebenden Adaptionshemmnisse. Elektromobilität trifft Logistik - so der Name des entstandenen Simulators im Forschungsprojekt „Smart City Logistik“ Erfurt -  wird an dieser Stelle Aufklärungsarbeit leisten.

„Der unter Federführung der Friedrich-Schiller Universität Jena entstandene Fahrsimulator zeigt den Besuchern die Besonderheiten eines Elektrofahrzeuges im logistischen Einsatz spielerisch“, sagt Volkmar Schau. Hierzu gab Schau, der am Lehrstuhl für Softwaretechnik der Universität Jena arbeitet, gemeinsam mit einem Forscherteam aus 20 Personen gleich zwei Multicar-Fahrerkabinen ein neues Leben; ihr Motor besteht aus leistungsstärkster Computertechnik.

Elektromobilität sucht Fahrer der Zukunft. Die Aufgabe lautet, eine Eistorte von einem Café am Stadtrand innerhalb von nur vier Minuten ins Zentrum von Erfurt zu befördern. Gewinnen wird jedoch nur derjenige, der die Balance zwischen Geschwindigkeit, Fahrweise und den in Bezug auf Klimaanlage und Heizung stets unzufriedenen Beifahrer halten sowie die verderbliche Ware noch rechtzeitig beim Empfänger abgeben kann.

Beide Exponate werden bis September 2015 auf den Wanderausstellungen „ScienceStation“ und „MS Wissenschaft“ durch Deutschland und Österreich reisen. Dabei werden sie etwa 150.000 Besuchern die Möglichkeit bieten, Elektromobilität live zu erleben.

Am 13. Mai 2015 macht die „ScienceStation“ am Erfurter Hauptbahnhof halt. Interessenten können dann Elektromobilität erleben, ihr Geschick unter Beweis stellen, sich mit den bereits knapp 2000 Spielern messen und sich als „Fahrer der Zukunft“ beweisen.

Das Thüringer Konsortium hatte, nach der erfolgreichen Bewerbung im Technologiewettbewerb „IKT für Elektromobilität II“ des Bundeswirtschaftsministeriums, im Juli 2013 seine Projektarbeit aufgenommen und damit verbunden eine Förderzusage in Höhe von zirka vier Millionen Euro für die kommenden drei Jahre zur Umsetzung der Entwicklungsidee erhalten. Das Gesamtvolumen des Forschungs- und Entwicklungsprojektes umfaßt knapp sieben Millionen Euro.

Im Projektergebnis stehen den Handels- und Logistikunternehmen unter anderem auf elektromobilitäts-spezifische Prozesse angepaßte und auf einer Internet-Plattform vernetzte Dienste, auch als Erweiterung bestehender IT-Logistiksysteme, zum intelligenten Flottenmanagement zur Verfügung.

Es ist eines von 17 Projekten des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Forschungsprogramms „IKT für Elektromobilität II – Smart Car – Smart Grid – Smart Traffic“. Mit diesem Forschungsprogramm werden derzeit bis Ende 2016 neue Konzepte und Technologien für das Zusammenspiel von intelligenter Fahrzeugtechnik im Elektroauto (Smart Car) mit Energieversorgungs- (Smart Grid) und Verkehrssteuerungssystemen (Smart Traffic) auf der Basis von moderner Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) entwickelt.

DANIEL STEGMANN

 

12.05.2015


12.05.2015: „Ohne Rücksicht auf Verluste“

CDA Thüringen diskutierte zum Thema „Thüringer Familienpolitik: Am Scheideweg?“ und wählte Landesvorstand neu.

Die 12. Landestagung der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft CDA-Thüringen am 10. Mai stand ganz im Zeichen der Familienpolitik. Unter dem Motto „Thüringer Familienpolitik: Am Scheideweg?“ diskutierten die Christlich-Sozialen in der CDU gemeinsam mit dem CDU-Landes- und Fraktionsvorsitzenden im Thüringer Landtag, Mike Mohring, MdL, über die Auswirkungen der Politik von Rot-Rot-Grün für die Familien.

Mike Mohring griff in seiner Rede das Motto der Landestagung auf und sagte: „Mit Rot-Rot-Grün steht die Familienpolitik in Thüringen am Scheideweg. Die Linkskoalition nimmt den Eltern ihre Wahlfreiheit, streicht Erziehungsgeld und agiert planlos bei der versprochenen Gebührenfreiheit im Kindergarten.“

Absolutes Unverständnis zeigten die Mitglieder des CDU-Sozialflügels über die geplante Abschaffung des Landeserziehungsgeldes durch Rot-Rot-Grün. „Das Bestreben der neuen Landesregierung, das Landeserziehungsgeld ohne Rücksicht auf Verluste schnellstmöglich abzuschaffen, ist ein fatales Signal an die Familien in Thüringen, die wieder einmal die Leidtragenden sind. Statt gute Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sich wieder mehr Paare für Kinder entscheiden, werden den Familien Steine in den Weg gelegt. Daß Familien, deren Kinder nach dem 1. Juli 2014 geboren wurden, keinen Anspruch mehr auf das in vielen Fällen bereits eingeplante Geld haben sollen, ist ein sozialpolitischer Skandal“, sagte der CDA-Landesvorsitzende Thadäus König. „Wir wollen den Menschen nicht vorschreiben, wie sie zu leben haben, sondern ihnen Entscheidungsfreiheit geben. Deswegen gehören für uns hochwertige Betreuungsangebote und die Anerkennung von Erziehungsleistung zusammen, betonte König weiter.

Im Anschluß rief König dazu auf, die Initiative Thüringer Eltern „Für ein soziales und familienfreundliches Thüringen! Für den Erhalt des Thüringer Erziehungsgeldes!“ zu unterstützen. Bezogen auf die aktuellen Kita-Streiks stellten sich die Mitglieder der CDA-Thüringen mit einer Resolution auf die Seite der Erzieherinnen und Erzieher und forderten eine schnelle Einigung, damit nicht Eltern und Kinder zu Leidtragenden des Arbeitskampfes würden.

Neben der inhaltlichen Diskussion galt es für die CDA-Thüringen, mit der Neuwahl des Landesvorstandes die personellen Weichen für die Zukunft zu stellen. Mit einem Traumergebnis von 100 Prozent schenken die Delegierten erneut dem bisherigen Landesvorsitzenden Thadäus König das Vertrauen. Dem 32jährigen Heiligenstädter stehen mit Stefan Böck (Eichsfeld), Matthias Kaiser (Gotha) und Ullrich Walter (Weimar) drei Stellvertreter zur Seite. Weiterhin als Schatzmeister wird der Erfurter Hans-Arno Simon fungieren. Komplettiert wird der Landesvorstand durch die Beisitzerinnen und Beisitzer Gisela Heym (Erfurt), Silvana Schäffer (Kyffhäuserkreis), Dr. Gunnar Wolf (Jena), Christian Klein (Gera), Martina Reschwamm (Eichsfeld), Katrin Zillmann (Erfurt), Frank Büchner (Unstrut-Hainich-Kreis), Steffen Heinzelmann (Saalfeld-Rudolstadt), Danny Dobmeier (Sonneberg) und Matthias Przykopp (Weimar).

Eine ganz besondere Anerkennung für seine langjährige Arbeit für den CDU-Sozialflügel erhielt CDA-Urgestein Gustav Bergemann, der dem Landesverband mehr als 22 Jahre bis zum Jahr 2013 vorstand und dessen Entwicklung in dieser Zeit entscheidend prägte. Mit einem einstimmigen Votum wählten ihn die anwesenden Mitglieder zum ersten Ehrenvorsitzenden der CDA Thüringen.

PI-EG

 

12.05.2015


11.05.2015: „Wir kommen wieder“

„Erwartungen übertroffen": Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) zieht positive Bilanz der Thüringer Delegationsreise nach Südafrika.

Thüringens Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat ein positives Fazit der ersten Thüringer Delegationsreise nach Südafrika – und auf den afrikanischen Kontinent überhaupt – gezogen. Die rund 50köpfige Delegation aus Vertretern von Unternehmen und Hochschulen hatte sich  - wie nti-online.net bereits mehrfach berichtete - seit dem 4. Mai in Johannesburg, Pretoria und Kapstadt aufgehalten und war am Samstagmorgen wieder in Frankfurt/Main gelandet. „Es hat eine Reihe von sehr konkreten Vereinbarungen und Ergebnissen gegeben“, sagte Tiefensee. „Die Erwartungen, die es an eine solche Markterkundungsreise geben konnte, sind bei uns allen weit übertroffen worden.“

Insgesamt hatte das Programm der Delegation mehr als 40 offizielle Wirtschafts- und Wissenschaftstermine – darunter Kooperationsbörsen, Workshops, Besuche an Universitäten und in Unternehmen –, zehn politische Gesprächstermine – unter anderem mit der südafrikanischen Wissenschaftsministerin Naledi Pandor, dem Wirtschaftsminister der Provinz Gauteng, Lebogang Maile, und der Premierministerin der Provinz Western Cape, Helen Zille – und drei Messebesuche (auf der „Africa Health" in Pretoria, der „Automechanika" und der „Africa Automation Fair" in Johannesburg) beinhaltet. Hinzu kommen viele weitere individuelle Termine und bilaterale Gespräche der einzelnen Delegationsmitglieder. Die südafrikanischen Gesprächspartner seien dabei sehr aufgeschlossen gewesen und hätten ernsthaftes Interesse an einem Ausbau der Beziehungen nach Thüringen bekundet, sagte der Minister. Für ihn stehe deshalb jetzt schon fest: „Die Brücken, die wir jetzt nach Südafrika geschlagen haben, sind erst der Anfang. Wir kommen wieder.“

Zu den Ergebnissen der Reise gehören unter anderem eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit mit der wirtschaftlich bedeutendsten südafrikanischen Provinz Gauteng (34 Prozent des südafrikanischen und neun Prozent des Bruttoinlandsprodukts der Subsahara-Region werden hier erwirtschaftet); die Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zwischen den Universitäten Stellenbosch und Jena; oder die Vereinbarung eines gemeinsamen Projekts zu Fragen der Aufarbeitung mit der renommierten Nelson Mandela Foundation in Johannesburg. Auch mit der Universität Witwatersrand in Johannesburg sind weitere Gespräche über eine Zusammenarbeit vereinbart worden, die sich zum Beispiel auf das Gebiet der Medizin und der Informationstechnologie erstrecken soll. „Jetzt geht es darum, all diese Vereinbarungen und Absprachen durch ganz konkrete Projekte mit Leben zu füllen“, betonte Tiefensee. „Daran arbeiten wir gemeinsam mit unseren südafrikanischen Partnern.“

Zudem konnten auch die Investitionspläne des südafrikanischen Nutzfahrzeugherstellers Bell Equipment für Thüringen bei Gesprächen mit Wirtschaftsminister Tiefensee und LEG-Geschäftsführer Andreas Krey endgültig finalisiert werden. Das Unternehmen wird seinen Standort in Eisenach nun noch einmal deutlich ausbauen und will dabei auch seine dortige Mitarbeiterzahl auf rund 200 verdoppeln. Die mitgereisten Unternehmer hätten zudem eine Vielzahl von Einzelgesprächen mit potentiellen Partnern und Kunden in Südafrika geführt, aus denen ebenfalls konkrete Projekte entstehen könnten.

Der südafrikanische Markt biete große Chancen, aber auch viele Herausforderungen und Probleme, auf die die Unternehmen sich einstellen müßten, sagte Tiefensee. Chancen für eine künftig engere Zusammenarbeit sieht der Minister vor allem in Bereichen wie der Berufs- und akademischen Ausbildung, in der Industrieforschung oder beim Ausbau der Medizin- und Energieinfrastruktur des Landes. Südafrika habe einen riesigen Nachholbedarf bei der Strom- und Wasserversorgung, aber auch beim Breitbandausbau oder der Ausstattung von Krankenhäusern. Voraussichtlich schon ab dem kommenden Jahr sei deshalb eine eigene Thüringer Messepräsenz auf der Medizintechnikmesse „Africa Health" geplant, kündigte Tiefensee an: „Damit wollen wir unseren Medizintechnikherstellern den Weg auf den afrikanischen Markt erleichtern.“ Zudem bestehe eine große Nachfrage nach Solartechnologie. In anderen Bereichen könnten die eher kleinen Thüringer Betriebe aber auch als Zulieferer oder Subunternehmer der großen Konzerne tätig werden.

Bei all dem sei aber eine realistische Analyse und sorgfältige Vorbereitung gefragt, sagte Tiefensee. Besondere Herausforderungen für Unternehmen könnten sich aus der teilweise störanfälligen Energieversorgung, dem Fachkräftemangel, aber auch aus sozialen und ethnischen Spannungen ergeben, die in der noch jungen Demokratie Südafrika nach Jahrzehnten der Apartheid - trotz aller Bemühungen - noch nicht vollständig überwunden seien. Man müsse diese Faktoren ernst nehmen und richtig einordnen, sagte Tiefensee. Dennoch: „Südafrika ist ein wirtschaftlich aufstrebendes Land, das erhebliche Anstrengungen unternimmt, um Investoren ins Land zu holen“, so der Wirtschaftsminister. Als Sprungbrett zum afrikanischen Kontinent sei das Land für Unternehmen aus vielen Branchen hoch interessant. 

Die Handelsbeziehungen zwischen Thüringen und Südafrika sind mit einem Exportvolumen von 70 Millionen Euro bereits vergleichsweise intensiv – kein anderes afrikanisches Land erreicht einen vergleichbaren Umfang. Die nächstplazierten Länder sind Algerien (Export: 51 Millionen Euro) und Ägypten (29 Millionen Euro). Derzeit gehen rund ein Viertel der Thüringer Exporte nach Afrika allein in dieses Land, 27 Prozent der afrikanischen Importe Thüringens stammen von dort. Mit einem Exportvolumen von rund 70 Millionen Euro hat das Land schon heute eine ähnliche wirtschaftliche Bedeutung für Thüringen wie etwa Brasilien.

Daß der Außenhandel dennoch ausbaufähig ist, zeigt die weitere Exportstatistik: Mit einem Anteil von gut 0,5 Prozent an den Exporten liegt Südafrika lediglich auf Rang 31 der 188 wichtigsten Abnehmerländer für Erzeugnisse aus dem Freistaat. Zum Vergleich: Die Thüringer Ausfuhren in das wichtigste Exportland Frankreich belaufen sich auf insgesamt 874,8 Millionen Euro, gefolgt von den USA mit 798,7 und Großbritannien mit 746,1 Millionen Euro.

Insgesamt unterhalten 53 Thüringer Unternehmen Exportbeziehungen nach Südafrika. Wichtigste Ausfuhrgüter Thüringens sind Kfz-Teile, Geräte zur Elektrizitätserzeugung und Pharmazie. Umgekehrt führt Thüringen neben Spezialfahrzeugen vor allem Aluminiumteile und elektronische Bauelemente aus Südafrika ein. Einziger südafrikanischer Investor in Thüringen ist der Muldenkipper-Produzent Bell Equipment GmbH. Dem gegenüber haben zwei Thüringer Unternehmen Beteiligungen in Südafrika.

STEPHAN KRAUSS

 

11.05.2015


11.05.2015: Dichtes Gefüge

Weimarer Forschungsinstitut an der Entwicklung einer neuen Bordsteingeneration beteiligt.

Bordsteine sind – speziell im Winter – einer hohen Belastung durch die Witterung und einer daraus resultierenden Einwirkung von Frost und Tausalz ausgesetzt. Durch häufige Frost-Tauwechsel können bei herkömmlich gefertigten Bordsteinen Abplatzungen entstehen, die die Nutzungsfähigkeit stark einschränken und auch optisch nachteilig wirken. Mit „Basadur“ entwickelte die F.C. Nüdling Betonelemente GmbH und Co. KG aus Fulda eine neue, einschichtig hergestellte Bordsteingeneration, die durch äußerste Robustheit und Langlebigkeit überzeugt.

Der Name Basadur leitet sich ab von den Begriffen „Basalt“ sowie dem englischen Terminus „durable“ (langlebig, dauerhaft). Bei der Produktion der einschichtig hergestellten Bordsteine kommen ausschließlich hochwertige Basalt-Edelsplitte, ausgewählte Quarzsande sowie hocheffektive Zemente zum Einsatz.

Das Fertigungsverfahren beinhaltet ein neuartiges Verdichtungssystem, das im Rahmen eines Forschungsprojektes in Zusammenarbeit mit dem Institut für Fertigteiltechnik und Fertigbau Weimar e.V. IFF (jetzt Institut für Angewandte Bauforschung Weimar IAB) entwickelt wurde. Bei dem Verfahren fokussiert sich die Verdichtungsenergie besonders auf den Anlauf sowie den Kopf des Bordsteins. So entsteht ein äußerst dichtes Betonsteingefüge, das gegenüber mechanischen und klimatischen Einwirkungen sowie dem Einsatz von Taumitteln besonders widerstandsfähig ist.

Durch den Einsatz dieser Technik ist man beim Hersteller in der Lage, den Kunden eine besonders hohe Garantie von zehn Jahren auf die Basadur-Bordsteine in Bezug auf die Frost- und Tausalz-Beständigkeit zu gewähren. Damit werden die Anforderungen nach DIN EN 1340 besonders gut erfüllt. Die Masse der Abwitterung liegt nach Angaben des Herstellers zirka bei einem Viertel der zulässigen Maximal-Abwitterung.

DIETER LAST

 

11.05.2015


10.05.2015: „Entscheidung muß auch in Thüringen Konsequenzen haben“

Marion Walsmann: Bürger haben Anspruch auf funktionierende Rechtspflege.

„Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 5. Mai 2015 zur Besoldung von Richtern und Staatsanwälten muß auch in Thüringen Konsequenzen haben“, fordert Marion Walsmann, Vorsitzende des Landesarbeitskreises Christlich Demokratischer Juristen (LACDJ). Der Thüringer Minister für Migration, Justiz und Verbraucherschutz müsse beweisen, daß er seiner Verantwortung auch für die Justiz gerecht werde.

Das Bundesverfassungsgericht hat grundlegende Maßstäbe zur Besoldung der Richter und Staatsanwälte formuliert. Es hat dabei hervorgehoben, daß die Ämter eines Richters oder Staatsanwalts hohe Anforderungen an die Ausbildung und die Qualifikation stellen. Von allen ausgebildeten Juristinnen und Juristen erfüllen regelmäßig nicht mehr als zehn Prozent die Voraussetzungen für die Einstellung in den Justizdienst.

„Für Thüringen muß sichergestellt sein, daß wir für die Thüringer Justiz auch weiterhin auf die besten Juristinnen und Juristen zurückgreifen können“, betont Marion Walsmann. Dazu gehört nicht allein die Frage der Besoldung in Thüringen, die in Karlsruhe nicht im Streit stand; dazu gehörten vor allem ein modernes Dienstrecht, gute Arbeitsbedingungen und eine vorausschauende Personalplanung. „Das Durchschnittsalter der Bediensteten in der Justiz – nicht nur im Bereich der Richterinnen und Richter, der Staatsanwältinnen und Staatsanwälte – ist zu hoch. Es fehlt der Nachwuchs.“ Wenn der Dienst in der Justiz nicht attraktiv sei, drohten ernste Probleme für die Rechtspflege.

„Thüringer Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte haben besondere Herausforderungen immer hervorragend gemeistert. Beispielhaft dafür ist die enorme Klagewelle an den Sozialgerichten, die durch die Hartz-IV-Verfahren ausgelöst wurde“, so Marion Walsmann. An den Verwaltungsgerichten steige die Anzahl der Asylverfahren derzeit deutlich an. Neueinstellungen habe es in dieser Gerichtsbarkeit seit Jahren nicht mehr gegeben: „Der Freistaat kann nicht auf der einen Seite von seinen Richterinnen und Richtern, seinen Staatsanwältinnen und Staatsanwälten stets Höchstleistungen verlangen und auf der anderen Seite deren Arbeitsbedingungen vernachlässigen. Dabei geht es nicht nur um die Besoldung. Es geht auch um die Personalausstattung, den Altersaufbau in der Justiz. Sonst leidet der Rechtsstaat. Das darf im Interesse der Rechtsschutz suchenden Bürgerinnen und Bürger und einer funktionierenden Strafrechtspflege nicht sein!“

Als Abgeordnete werde sie dieses Anliegen im Thüringer Landtag thematisieren und die Landesregierung nicht aus ihrer Verantwortung hierfür entlassen“, betont die Christdemokratin Marion Walsmann.

PM-LACDJ

 

10.05.2015


09.05.2015: Folgen und Chancen des Wandels

In Weimar fand am 5. Mai 2015 das 1. Mitteldeutsche Demographie-Forum statt.

In seiner Eröffnungsansprache wies Jens Wilhelm, Präsident des Mitteldeutschen Demographie-Forum e. V., darauf hin, daß die Gewinnung von Fachkräften nicht nur ein Wettbewerb zwischen den Firmen, sondern heute vor allem ein Wettbewerb der Regionen untereinander sei. Deshalb sei auch die Stärkung und Bündelung der Kräfte des Standortes Mitteldeutschland eine der Hauptaufgaben der Arbeit des Mitteldeutschen Demographie-Forum e. V. Im Jahr 2016 können sich schon die ersten Firmen mit meßbaren Ergebnissen für den Mitteldeutschen Demographie-Preis, der erstmalig im Frühjahr 2017 vergeben wird, bewerben. Hierzu rief Wilhelm alle Unternehmen, Verbände, Vereine, Kommunen und sonstige Institutionen zur Initiative und Kooperation auf.

Die beiden Wissenschaftler, Prof. Dr. Ruß vom Institut für Aktuarwissenschaften und  Prof. Dr. Rudolph vom Leibniz-Institut aus Jena, machten mit ihren lebhaften und praxisnahen Ausführungen und Beispielen auf die gesellschaftlichen Folgen, aber auch die Chancen des demographischen Wandels und des Älterwerdens unserer Gesellschaft aufmerksam und zeigten zugleich Chancen und Risiken auf.

Der ehemalige Thüringer Minister Andreas Trautvetter (CDU) machte an Hand der Zahlen der Bevölkerungsentwicklung des Landkreises Schmalkalden-Meiningen die zu bewältigenden Aufgaben deutlich. Daß dazu eine gezielte Gesundheitsförderung und leistungsfähige Mitarbeiter einen Lösungsbaustein darstellen, demonstrierte der anerkannte Gesundheitsexperte und Sportmediziner Dr. Johannes Weingart in seinem kurzweiligen Vortrag.

Einen der absoluten Höhepunkte des Forums stellten die Ausführungen des aus Funk und Fernsehen bekannten Geschäftsführers und Inhabers der Textilfirma Trigema, Wolfgang Grupp, dar. Er zeigte auf, daß ein gewissenhaftes und von Prinzipien geprägtes, unternehmerisches Handeln eng verbunden mit der kontinuierlichen Fürsorge für seine Mitarbeiter einer der Grundpfeiler des Erfolges seiner Firma ist.

Im Grußwort des Ministerpräsidenten des Freistaates Thüringen, Bodo Ramelow (Die Linke), wurde deutlich, daß die Bewältigung des demographischen Wandels eines der Hauptanliegen seiner Landespolitik darstellt. Er machte mit Nachdruck darauf aufmerksam, daß neben dem Stopp der Abwanderung von Fachkräften die Schaffung einer gelebten Willkommenskultur sowie die Herstellung einer allgemein gesellschaftlichen Akzeptanz derselben eine der Hauptaufgaben ist.

Der Präsident des Bundesverbandes demographischer Wandel Unternehmerverband Deutschland, Bernhard Schindler, ging kurz auf einen 45 Punkte umfassenden Maßnahmenkatalog ein, mit dem in den Bundesländern erfolgreich und praktisch in Unternehmen demographische Problematiken gelöst werden. Dabei sprach er als erste wichtige Maßnahme die Demographie-Analyse für Unternehmer an.

Die charmante und souveräne Moderatorin des Forums, Uta Georgi, diskutierte mit den Teilnehmern der Gesprächsrunde die Frage „Wer schafft den demographischen Wandel?“ Als zusammenfassendes Fazit wurde deutlich, daß dies eine gesamtgesellschaftliche und aus vielen Maßnahmen bestehende Aufgabe ist.

Daß wir neue Denkansätze brauchen, machten der Start up-Unternehmer Alexander Nast mit seiner Super-Job-App und der Experimentalwissenschaftler und Weltensegler Dr. Görlitz, aus der Umgebung von Gotha stammend, durch ihre Fragestellungen deutlich.

Daß auch Themen wie Energiemanagement, Nachhaltigkeit, Nachfolgeplanung und Work-Life-Balance wichtige Bausteine bei der Lösung der demographischen Aufgaben sind, wurde in den Vorträgen von Dr. Franz-Georg Strauß , dem Sohn des ehemaligen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß, und Jens Berger von PwC  sowie dem Kulturmanager und Start up-Förderer Arne Nowak klar.

Auch die Doppeljuniorenweltmeisterin im Skilanglauf, Victoria Carl, nahm als Ehrengast am Forum teil. Sie stellte drei ihrer Startnummern als Preise für einen guten Zweck zur Verlosung unter allen Teilnehmern zur Verfügung. So kamen insgesamt 1000 Euro zusammen, die je zur Hälfte dem Kinder- und Jugendhospiz in Tambach-Dietharz und dem Projekt „Fremde-werden-Freunde“ zugutekommen.

Das nächste Mitteldeutsche Demographie-Forum wird am 26. November 2015 in Chemnitz (Sachsen) stattfinden.

PI-MDF

 

09.05.2015


08.05.2015: Zwischen Kerzenlicht und LED

Damals und heute: Die Geschichte der Beleuchtung und das Heinrich-Beck-Institut.

Viele Meininger und Besucher der Stadt dürften bereits – zumindest indirekt – in Berührung mit dem Heinrich-Beck-Institut gekommen sein. Das Familienunternehmen, hinter dem heute Dr. Rasmus Beck und Tilmann Beck stehen, stellt unter anderem die Lichttechnik her, die die Bühne des Meininger Theaters ausleuchtet. Bis heute entwickelt das HBI neue und verbesserte Licht- und Lasertechnologien. Die Innovationsfreude hat Tradition: wie schon der Name verrät, geht das Institut auf den Thüringer Erfinder Heinrich Beck zurück, der sich zeit seines Lebens der Elektrotechnik widmete.

Das Institut beteiligt sich an der Vortragsreihe zum Unesco-Jahr des Lichts 2015. Am 9. Mai, 19 Uhr stellen die Becks sich und ihr Institut allen Interessierten vor. Der Abend widmet sich ganz den Entwicklungen und den Sprüngen, die die Lichttechnik in den vergangenen Jahrhunderten gemacht hat. Eine kurze Filmvorstellung führt in die Materie ein: Dr. Sandor Jeszensky demonstriert und erklärt, was sich zwischen Kerzenlicht und LED-Lampe alles getan hat. Danach erzählt Geschäftsführer Tilmann Beck aus dem Leben seines Urgroßvaters und der Geschichte des Instituts. Heinrich Beck war einst einer der führenden Entwickler auf seinem Gebiet und der nach ihm benannte Beck-Scheinwerfer gilt als ein Meisterstück seiner Zeit. Ein genauerer Blick auf diese Persönlichkeit lohnt sich in jedem Fall.

Jeder ist eingeladen, Fragen zu stellen, zu diskutieren – oder sich einen Moment Zeit zu nehmen, um die Villa des Instituts mit ihrem charakteristischen Turm zu bewundern. Das Gebäude in der Nachtigallenstraße 13 ist Ort des Geschehens, kaum zu verfehlen durch den historischen Marinescheinwerfer auf dem Institutsdach, der an diesem Abend in Aktion zu erleben sein wird.

Nach zwei technisch ausgerichteten Vorträgen setzt sich die Reihe zum Unesco-Jahr des Lichts in Meiningen schon am 15. Mai mit einem naturwissenschaftlichen Thema fort. Man darf gespannt sein auf den Biophysiker und Biomathematiker Wilfried Rummel: In der Städtischen Galerie Ada Meiningen referiert er über „Augen, Licht und Biophotonen“.

Höhepunkt des Unesco-Jahres des Lichts 2015 in Meiningen ist ein ganz besonderes Ereignis. Am 30. Oktober feiert die Stadt die Nacht des Lichts, „Meiningen leuchtet“. Dabei kommt auch die Becksche Technik zum Einsatz. Mit ihren leistungsstarken Scheinwerfern lassen die Becks verschiedene Gebäude in der Stadt erstrahlen. Wer die optischen und physikalischen Hintergründe zu den Lichtphänomenen verstehen will, dem sei die Experimente-Ausstellung „Alles Licht?“ in der VHS Meiningen empfohlen. Ästheten erfreuen sich an den Kunstwerken zum Thema Licht in der Städtischen Galerie Ada Meiningen – einige Exponate sind an diesem Abend sogar in der Stadt zu sehen! Oder Sie bummeln beim traditionellen Einkauf bei Kerzenschein durch die in dieser Nacht besonders hell erleuchtete Georgstraße.

PI-SVM

 

08.05.2015

 

 

Hinrich-Beck-Institut in Meiningen: Sprünge der Lichttechnik.

Foto: SVM-ARCHIV


08.05.2015: Verbindende Erfahrung

Thüringisch-südafrikanischer Dialog zur Aufarbeitung vereinbart.

Thüringens Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) vereinbarte am 7. Mai 2015 bei einem Besuch der Nelson Mandela Foundation in Johannesburg ein gemeinsames Projekt zu Fragen von Vergangenheitsbewältigung und gesellschaftlicher Transformation. Träger eines solchen (ost)deutsch-südafrikanischen Dialogs „Gesellschaft im Wandel - Erinnern und Gestalten" sind die Nelson Mandela Foundation und der deutsche Verein „Gegen Vergessen - Für Demokratie", dessen Vorsitzender Tiefensee bis zu seiner Berufung zum Minister in Thüringen gewesen ist. Gemeinsam mit Thüringens Kulturstaatssekretärin Babette Winter (SPD), die innerhalb der Landesregierung für das Thema Aufarbeitung zuständig ist, soll das Projekt noch in diesem Jahr gestartet werden.

„Bei allen Unterschieden verbindet Südafrika und Ostdeutschland die spezielle Erfahrung eines tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandels", sagte Tiefensee bei seinem Treffen mit dem Geschäftsführer der Stiftung, Sello Hatang. „Ich denke, wir können viel voneinander lernen, was die Aufarbeitung der Vergangenheit, aber auch die Bewältigung der sozialen und ökonomischen Folgen dieses Wandels angeht." Auftakt für einen solchen Dialog sollen eine Diskussionsveranstaltung und ein Workshop in diesem Jahr in Thüringen bilden. Der Geschäftsführer der Nelson Mandela Foundation, Sello Hatang, hat seine Teilnahme auf Einladung von Minister Tiefensee bereits zugesagt.“"Südafrika ist eine junge Demokratie, die vor riesigen Herausforderungen steht", sagte Hatang. Mit dem Dialog könne man an bereits bestehende Kontakte nach Deutschland und zum Verein „Gegen Vergessen" anknüpfen.“"Wir sind interessiert an einem weiteren Erfahrungsaustausch gerade auch in und mit Thüringen."

Dabei müssen aus Sicht von Tiefensee drei Phasen der Aufarbeitung thematisiert werden: die eigentliche Vergangenheitsbewältigung, die speziellen Probleme und „Verfahren" der Transformation - in Südafrika institutionalisiert in den sogenannten Wahrheitsfindungskommissionen, in Ostdeutschland in der Stasiunterlagenbehörde - sowie die aktuellen Herausforderungen der Gegenwart - von ökonomischen Problemen bis hin zu Fremdenfeindlichkeit und Xenophobie.

Für Staatssekretärin Babette Winter ist das Projekt mit der Nelson Mandela Foundation ein weiterer Baustein, um den Koalitionsvertrag beim Thema Vergangenheitsbewältigung mit Leben zu erfüllen. In der Präambel habe sich Thüringen das Ziel einer „konsequenten und schonungslosen Aufarbeitung" von Alltagsdiktatur gesetzt. „Ich hatte bereits bestimmte Regionen in den Blick genommen, in denen Menschenrechtsverletzungen gesellschaftlich aufgearbeitet werden. Dazu gehört auch Südafrika. Daher ist diese Kontaktaufnahme und Verabredung von Wolfgang Tiefensee eine tolle Initiative, die ich sehr gern mit ihm umsetze." 

Der Verein „Gegen Vergessen - Für Demokratie" wurden 1993 vor dem Hintergrund rassistischer und fremdenfeindlicher Ausschreitungen gegründet. Entstanden ist eine überparteiliche, bundesweit tätige Vereinigung. Über 2000 Mitglieder setzen sich in 33 Regionalen Arbeitsgruppen und Sektionen dafür ein, die Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen und das Unrecht der SED-Diktatur wach zu halten. Weitere Schwerpunkte der Arbeit sind die Förderung zivilgesellschaftlichen Engagements und politischer Teilhabe sowie die Auseinandersetzung mit politischem Extremismus.

Die Nelson Mandela Foundation wurde 1999 von Nelson Mandela unmittelbar nach dem Ende seiner Amtszeit als Präsident Südafrikas gegründet. Ihr Ziel war und ist die Förderung eines breiten gesellschaftlichen Dialogs zu zentralen politischen Themen wie Menschenrechte, Demokratie und Gerechtigkeit. Seit dem Tod ihres Gründers im Jahr 2013 widmet sich die Stiftung außerdem der Bewahrung und Fortführung seines Lebenswerks.

LARISSA SCHULZ-TRIEGLAFF

 

08.05.2015


07.05.2015:  Besonderer Auftrag

„Wie wollen wir leben?“ Kinder aus Erfurt erforschen die Welt von morgen im Forscherjahr der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“.

Am 23. Juni 2015 feiert die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ den Höhepunkt des Forscherjahres – den „Tag der kleinen Forscher“. In den Wochen davor und danach lädt die Stiftung alle Kitas, Horte und Grundschulen in Deutschland zum gemeinsamen Forschen ein. Das Motto in diesem Jahr: „Wie wollen wir leben – in der Stadt und auf dem Land?“

Die Grundschule am Steigerwald in Erfurt ist eine von insgesamt fünf Einrichtungen in Deutschland, die vom „Haus der kleinen Forscher“ einen besonderen Forscherauftrag bekommen haben: Die Schülerinnen und Schüler der Grundschule am Steigerwald bauen ein Haus, in dem es niemals kalt ist.

Weshalb? Im Herbst und im Winter verbrauchen wir eine Menge Energie zum Heizen von Häusern. Das „Haus der kleinen Forscher“ will von den Mädchen und Jungen wissen: „Wie können wir verhindern, daß die Wärme hinausgeht oder die Kälte hineinkommt? Und wie können wir es drinnen schön warm machen?“

Ihre Ergebnisse präsentieren die kleinen Forscherinnen und Forscher am 8. Juni bei einer Veranstaltung in Erfurt.

Die Grundschule am Steigerwald gehört zum „Haus der kleinen Forscher“-Netzwerk „Land der kleinen Forscher – eine Initiative der Stift und der Stiftung Bildung für Thüringen“, das Fortbildungen in den Bereichen Naturwissenschaften, Mathematik und Technik für alle Kitas und Grundschulen in Thüringen anbietet.

Höhepunkt des Forscherjahres ist der „Tag der kleinen Forscher“ am 23. Juni 2015. An diesem Tag stellen die kleinen Forscherinnen und Forscher der Grundschule am Steigerwald zusammen mit den Kindern der anderen Einrichtungen mit besonderem Forscherauftrag ihre Ergebnisse bei einer großen Veranstaltung in Berlin vor.

Allen, die mitmachen möchten, stellt die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ im Internet Materialien und Forscherideen zur Verfügung. Sie sollen Anregungen geben, gemeinsam mit den Kindern die Umgebung zu erkunden und sich mit naturwissenschaftlichen und technischen Fragen zu beschäftigen.

Aus was sind unsere Häuser gebaut? Wie bewegen wir uns fort? Wie halten wir uns warm?

Passend zum Wissenschaftsjahr 2015 „Zukunftsstadt“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung dreht sich am „Tag der kleinen Forscher“ 2015 alles um unsere Lebensräume in der Stadt und auf dem Land und darum, wie sie sich in Zukunft verändern. Unterstützt wird der bundesweite Mitmach-Tag in diesem Jahr von der Vector-Stiftung.

Schon seit 2009 lädt die Stiftung Kitas, Horte und Grundschulen in ganz Deutschland dazu ein, mit Mädchen und Jungen im Alter von drei bis zehn Jahren ein naturwissenschaftliches oder technisches Thema zu erforschen. 2014 nahmen rund 1,4 Millionen Mädchen und Jungen in knapp 20.000 Bildungseinrichtungen in allen Teilen Deutschlands teil.

Die Mädchen und Jungen der Grundschule am Steigerwald forschen bereits an ihrem Auftrag.

Die gemeinnützige Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ engagiert sich seit 2006 für eine bessere Bildung von Mädchen und Jungen im Kita- und Grundschulalter in den Bereichen Naturwissenschaften, Mathematik und Technik. Mit einem bundesweiten Fortbildungsprogramm unterstützt das „Haus der kleinen Forscher“ pädagogische Fach- und Lehrkräfte dabei, den Entdeckergeist von Kindern zu fördern und sie qualifiziert beim Forschen zu begleiten. Die Bildungsinitiative leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung von Bildungschancen, zur Nachwuchsförderung im Mint-Bereich und zur Professionalisierung des pädagogischen Personals. Partner der Stiftung sind die Helmholtz-Gemeinschaft, die Siemens-Stiftung, die Dietmar-Hopp-Stiftung, die Deutsche-Telekom-Stiftung und die Autostadt in Wolfsburg. Gefördert wird sie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

ESTHER SPANG

 

07.05.2015


07.05.2015:  Angemessenere Bestrafung

Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) für Verschärfung des Strafrechts zur Bestrafung von Angriffen auf Polizei und Rettungskräfte: Landesregierung sollte Bundesratsinitiative des Landes Hessen hierzu unterstützen und erweitern.

Für viele Beschäftigte des öffentlichen Dienstes hat sich das Arbeitsumfeld in den vergangenen Jahren entscheidend verändert. Kolleginnen und Kollegen des öffentlichen Dienstes bilden mit ihrer Arbeit eine Schnittstelle zwischen Bürgern und den in der Politik getroffenen Entscheidungen. Sie haben diese entsprechend ihrem Arbeitsauftrag gegenüber den Bürgern des Landes umzusetzen.

„Immer wieder werden diese Entscheidungen von den Bürgern nicht akzeptiert, beziehungsweise nicht richtig verstanden. Im Ergebnis baut sich ein Frustpotential auf, welches immer öfter an den Beschäftigten des öffentlichen Dienstes ausgelassen wird. So sind die Kolleginnen und Kollegen in zunehmendem Maße Gewaltattacken verbaler, aber auch physischer Natur ausgesetzt“, teilt die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) Thüringen in einer Presseerklärung mit.

In erster Linie treffe dies die Kollegen, welche im aktiven Polizeidienst unmittelbaren Kontakt mit den Bürgern haben. Dabei seien sie zunehmend Gewaltattacken sowohl verbaler als auch psychischer und physischer Natur ausgesetzt. Aber auch zum Schutz der Kollegen, welche ihrem Dienst in der öffentlichen Verwaltung nachkommen, würden sie immer wieder zum Einsatz gerufen.

Hier hat sich eine Spirale der Gewalt entwickelt, welche durch herkömmliche Maßnahmen nicht mehr zu stoppen scheint. Aus diesem Grund fordert die DPolG Thüringen e.V. die Unterstützung der Bundesratsinitiative des Landes Hessen zur Verschärfung des Strafrechts zur Bestrafung von Angriffen auf Polizei- und Rettungskräfte und darüber hinaus eine Erweiterung der Initiative auf alle im öffentlichen Dienst Beschäftigten.

Hierzu erklärt der Landesvorsitzende der DPolG Thüringen e.V., Jürgen Hoffmann: „Viele Bedienstete des öffentlichen Dienstes sind Gewaltakten ausgesetzt. Polizisten, Rettungssanitäter, Feuerwehrleute, Lehrer, Richter und viele Berufsgruppen dazu, all diese verdienen den Schutz des Staates und bei Angriffen auf ihre Gesundheit und das Leben eine angemessene Bestrafung der Täter. Hier hat Hessen zu kurz gedacht, die Verschärfung sollte alle gefährdeten Bereiche des öffentlichen Dienstes erfassen.“

Die Aussagern von Thüringens Justizminister Dieter Lauinger (Bündnis 90/ Die Grünen) würden laut Jürgen Hoffmann  nicht den Realitäten des Alltages entsprechen. „Es reicht eben nicht, das gegenwärtige Strafrecht auszuschöpfen. Für immer schwerere Delikte muß auch das Strafmaß verschärft werden. Wer Polizisten, Lehrer, Feuerwehrleute, Richter, Staatsanwälte und Rettungskräfte angreift, muß mit angemessener Bestrafung rechnen, sonst macht er es immer wieder.“

Hoffmann fordert den Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Die Linke) und die Landesregierung auf, die Bundesratsinitiative des Landes Hessen zu unterstützen, aber diese weiter zu fassen. „Es müssen alle Betroffenen den gleichen Schutz unterliegen, das ist uns wichtig. Die Auseinandersetzungen in Thüringen zum 1.Mai 2015 geben hierzu einen klaren Anlaß“, so Hoffmann weiter.

ROLAND SPITZER

 

07.05.2015


06.05.2015: „Starker Rückenwind“

Südafrikanische Bell Equipment baut Standort Eisenach weiter aus: Bis 20 Millionen Euro Investition, rund 100 neue Arbeitsplätze.

Die südafrikanische Firma Bell Equipment Ltd. wird ihren Standort Eisenach in den kommenden Jahren deutlich ausbauen. Die Entscheidung gaben Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und Gary Bell, Vorstandsvorsitzender der Bell-Gruppe, am 6. Mai 2015 nach Gesprächen in Pretoria bekannt. Demnach will das Unternehmen in den kommenden Jahren rund 20 Millionen Euro in den Standort investieren und bis zu 100 neue Arbeitsplätze schaffen. Das entspricht einer Verdopplung der Mitarbeiterzahl in Eisenach von derzeit rund 85 Beschäftigten und einer deutlichen Erhöhung der derzeitigen Produktionskapazität von rund 800 Muldenkippern jährlich - großen Baufahrzeugen, die vor allem in Tagebauen und auf Großbaustellen eingesetzt werden.

Mit der Investitionsentscheidung werde Eisenach als europäischer Produktionsstandort von Bell deutlich aufgewertet, sagte Wirtschaftsminister Tiefensee. „Die Botschaft ist: Es lohnt sich, in Thüringen zu investieren." Das neue Vorhaben von Bell - immerhin einer der größten Nutzfahrzeughersteller Südafrikas mit rund 3400 Beschäftigten - belege das eindrucksvoll. „Das ist ein starker Rückenwind für unsere Bemühungen um einen Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen nach Südafrika." Der Freistaat habe erneut seine Standortvorteile wie die zentrale Lage, eine gut ausgebaute Infrastruktur und hohe Versorgungssicherheit einbringen können. Das Land habe außerdem zugesagt, die Investition im Rahmen der beihilferechtlichen Möglichkeiten zu unterstützen.

Firmenchef Gary Bell betonte die Notwendigkeit, am Standort weiter zu wachsen. „Schon heute macht Bell 60 Prozent seines Umsatzes in der nördlichen Hemisphäre, dabei ist Europa ein wichtiger und weiter wachsender Markt", sagte er. Thüringen biete die Nähe zu wichtigen Abnehmern und Märkten ebenso wie zu den deutschen Schlüsselzulieferern wie Daimler, Mannesmann oder ZF. Über solche Standortfaktoren hinaus habe aber auch die Unterstützung durch Wirtschaftsministerium und LEG Thüringen eine große Rolle für die Investitionsentscheidung gespielt.

Mit der Umsetzung des Vorhabens soll im kommenden Jahr begonnen werden. Damit verbunden sei erstmals auch die Ansiedlung von Forschungs- und Entwicklungskapazitäten am Standort.

Die Bell Equipment Ltd. wurde 1958 im südafrikanischen Empangeni als Reparaturwerkstatt für Landmaschinen gegründet. Dies war die Keimzelle des heute weltweit aktiven Familienunternehmens. Seit 1984 baut Bell Muldenkipper (sogenannte „Dumper") – die neue E-Serie ist die fünfte Generation aus eigener Entwicklung. Mit insgesamt sechs Modellen von 24 bis 45 Tonnen Nutzlast bietet Bell Equipment heute das größte Dumper-Programm für Erdbau und Rohstoffgewinnung.

Die Bell Equipment (Deutschland) GmbH wurde im Jahr 2000 als dritte eigene europäische Niederlassung des südafrikanischen Baumaschinenherstellers Bell Equipment gegründet. Mit der Errichtung des internationalen Bell-Logistikzentrums in Alsfeld (2002) und des Eröffnung Eröffnung des Produktionswerks in Eisenach (2003) wurde Bell Deutschland zu einem der Zentren in der europäischen Vertriebs- und Kundendienst-Organisation von Bell Equipment. Hauptabsatzmärkte des Unternehmens liegen in Großbritannien, Europa, Nordamerika und Asien. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 3400 Mitarbeiter.

LARISSA SCHULZ-TRIEGLAFF

 

06.05.2015

 

 

„Die Botschaft ist: Es lohnt sich, in Thüringen zu investieren": Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und Gary Bell, Vorstandsvorsitzender der Bell-Gruppe, gaben in Pretoria bekannt, daß das südafrikanische Unternehmen am Standort Eisenach weiter investieren wird.

Foto: TWM-ARCHIV


06.05.2015: Kreativ wie nie zuvor

Innovationspreis „Zukunft Stadt“ 2015 geht nach Erfurt und Rudolstadt.

Thüringens Wohnungswirtschaft ist kreativ wie nie zuvor. Doch die Rahmenbedingungen dafür werden nachweislich schwieriger. Das sind die beiden Hauptbotschaften anläßlich der „Tage der Thüringer Wohnungswirtschaft“ am 6. und 7. Mai in Suhl. Die vom Verband Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft vtw. organisierte Fachveranstaltung steht unter dem Motto „Nachhaltigkeit. Weil alles Folgen hat.“ Diesem Leitgedanken folgt auch die Verleihung des Innovationspreises „Zukunft Stadt“ 2015 unter der Schirmherrschaft von Birgit Keller (Die Linke), Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, an Preisträger aus Erfurt und Rudolstadt. Gleichzeitig aber stehen die Bauherren mit den innovativsten Ideen künftig vor einer großen Herausforderung: Die zweite Leerstandswelle in Thüringen wird Realität.

Am 6. Mai übergab Ministerin  Birgit Keller mit Constanze Victor, Verbandsdirektorin des vtw., den Innovationspreis „Zukunft Stadt“ 2015. Der Preis wird vom Verband Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V. (vtw.) in Kooperation mit der Architektenkammer Thüringen sowie der Stiftung Baukultur Thüringen seit dem Jahr 2001 im Zweijahresrhythmus ausgelobt. Die drei mit jeweils 2500 Euro ausgezeichneten Gewinner sind:

1 .„Wohnen im Klassenzimmer“. Umbau einer Schule zu einer Wohnanlage, Erfurt (Bauherren: Wohnungsbaugenossenschaft „Gut Heim“ eG und Awo Alten-, Jugend- und Sozialhilfe gGmbH).

Die clevere Idee besteht darin, Klassenzimmer einer ehemals genutzten Schule in altersgerechte Wohnformen umzubauen. Insbesondere die nachhaltige Nutzung des Gebäudebestandes und das Engagement im Bereich sozialer Wohnprojekte stellen eine wesentliche Aufgabe für den künftigen Umgang mit dem Gebäudebestand dar.

2. „Modernes Wohnen am Fuße der Heidecksburg, Rudolstadt (Bauherr: Ruwo Rudolstädter Wohnungsverwaltungs- und Baugesellschaft mbH).

Über 20 Jahre wurde die Fläche unterhalb der Burg als wilder Parkplatz genutzt. Mit der dreigeschossigen Quartiersrandbebauung wurde somit Stadtreparatur betrieben. Das Energiekonzept des Gebäudes basiert auf einer zentralen Pelletheizung sowie Frischwasserstationen in jeder Wohnung.

3. „Umbau und Sanierung des Quartiers „Schremscheweg“, Rudolstadt (Bauherr: Wohnungsgenossenschaft Rudolstadt eG).

Hier kam es zu einem nachhaltigen Umbau eines Plattenbaugebietes auf der Grundlage eines langfristigen Entwicklungskonzeptes. Weitreichende Durchgrünung, Abriß und Sanierung führten zu einem neuen Charakter des Stadtgebietes.

Die vom vtw. organisierten „Tage der Thüringer Wohnungswirtschaft“ in Suhl sind die zentrale Jahresveranstaltung der Branche im Freistaat. Rund 280 Vertreter von Wohnungsunternehmen diskutieren am 6. und 7. Mai aktuelle Themen wie Leerstandsentwicklung, Städtebaupolitik, Mietpreisbremse, Abrißförderung, Fachkräftemangel und den Nachhaltigkeitskodex der Wohnungswirtschaft. Anläßlich des Branchentreffens wurde zum 12. Mal der Innovationspreis „Zukunft Stadt“ unter der diesjährigen Schirmherrschaft von Birgit Keller, Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, verliehen.

PM-WRM

 

06.05.2015 


06.05.2015: Eindrucksvolle Hinterlassenschaften

Kostbarkeiten aus 800 Jahren Ratsgeschichte: Der Erfurter Rat feiert doppelt Geburtstag.

Mit der Präsentation „Ein guter Rat – Kostbarkeiten aus 800 Jahren Ratsgeschichte“ blickt das Stadtmuseum aus Anlaß des 25jährigen Jubiläums der demokratischen Stadtverwaltung zugleich auf 800 Jahre Ratsgeschichte zurück. Die Eröffnung findet am 7. Mai 2015, 19 Uhr, im Erfurter Stadtmuseum in der Johannesstraße 169 statt.

Seit zirka 800 Jahren bestimmen Räte über die Geschicke der Stadt Erfurt. Eindrucksvolle Hinterlassenschaften dokumentieren schlaglichtartig die Entwicklung von den Anfängen der kommunalen Selbstverwaltung bis zur modernen Demokratie. Die Präsentation, die innerhalb der ständigen Ausstellung im Stadtmuseum gezeigt wird, will nicht nur belehren, sondern auch unterhalten. So werden unter anderem kuriose Ereignisse dokumentiert, wie die Ermahnung des Rates der Stadt im Jahr 1523 an Professor Eobanus Hessus, künftig nüchtern ins Kolleg zu kommen, widrigenfalls sein Gehalt gesperrt würde.

Bis zum 21. Juni 2015 sind neben der Ausstattung des ehemaligen Alten Rathauses, einmalige Schriftquellen ausgestellt – wie das prächtige und sehr selten gezeigte Original der „Willkür“. Es handelt sich dabei um die älteste schriftliche Sammlung des Erfurter Stadtrechts. Der ausgestellte Pergamentkodex ist das offizielle Exemplar des Rates von 1357/60.

Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Stadtarchiv Erfurt und dem Stadtmuseum „Haus zum Stockfisch“. „Wir sind froh und stolz, daß wir mit dieser von Gudrun Noll-Reinhard und Dr. Antje Bauer gemeinsam kuratierten Präsentation einen Bogen von der kommunalen Tradition des Mittelalters hin zur parlamentarischen Repräsentativdemokratie der Jetztzeit schlagen können“, so Dr. Anselm Hartinger, Direktor der Erfurter Geschichtsmuseen, und weiter: „Die Bezüge lebendig zu vermitteln, ist eine zentrale Aufgabe stadtgeschichtlicher Arbeit“.

Die Exposition wird von Dr. Antje Bauer, Leiterin des Stadtarchivs, Dr. Anselm Hartinger, Direktor der Erfurter Geschichtsmuseen und Gudrun Noll-Reinhardt, Kuratorin, mit einer Führung eröffnet.

SYBILLE GLAUBRECHT

 

06.05.2015

 

 

Die „Willkür“ stellt die erste Kodifizierung des Erfurter Stadtrechts dar, niedergeschrieben im Jahre 1306: Der dargestellte Pergamentkodex ist das offizielle Exemplar des Rates und wurde erst im 1357/60 angefertigt.

Foto: DIRK URBAN


05.05.2015: „Riesige Herausforderung“

Thüringen und südafrikanische Provinz Gauteng vereinbaren Zusammenarbeit.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und der Wirtschaftsminister der südafrikanischen Provinz Gauteng, Lebogang Maile, haben bei einem Gespräch am 5. Mai 2015 in Johannesburg eine engere Zusammenarbeit zwischen beiden Regionen vereinbart. Bereits Mitte des Jahres wird Maile auf Einladung Tiefensees zu einem Gegenbesuch in Thüringen erwartet. „Es geht uns darum, konkrete Projekte zu vereinbaren und die Zusammenarbeit damit auf eine handfeste Grundlage zu stellen", sagte Tiefensee. Deshalb solle eine Reihe von Projekten – zum Beispiel im Bereich der Solarstromerzeugung - identifiziert werden, bei denen Thüringen seine Kompetenzen einbringen könne. Gauteng, die Region rund um die südafrikanischen Hauptstädte Johannesburg und Pretoria, ist neben Kapstadt die wirtschaftlich am weitesten entwickelte Region Südafrikas.

Chancen für eine engere Zusammenarbeit sieht Tiefensee vor allem im Bereich der Aus- und Weiterbildung - auch bei der akademischen Ausbildung - sowie beim Ausbau der Energie- sowie der medizinischen Infrastruktur. Südafrika habe einen enormen Nachholbedarf bei der Strom- und Wasserversorgung, beim Breitbandausbau sowie bei der Ausstattung von Krankenhäusern. So bestehe zum Beispiel eine große Nachfrage nach Solartechnologie. In anderen Bereichen wiederum könnten die eher kleinen Thüringer Betriebe auch als Subunternehmer großer Konzerne tätig werden.

Umgekehrt hatte der Minister auch für Thüringen als Investitionsstandort die Werbetrommel gerührt. Insgesamt 25 südafrikanische Unternehmen - vor allem aus den Bereichen Metallverarbeitung, Automobilzulieferung und Dienstleistungen - waren zum von der LEG Thüringen organisierten Investorenseminar gekommen. Die Gespräche seien vielversprechend verlaufen, sagte Tiefensee. Für südafrikanische Unternehmen, die auf den europäischen Markt expandieren wollen, sei Thüringen das ideale Sprungbrett. Diese Botschaft habe man nicht zuletzt dank des positiven Erfahrungsberichts der Firma Bell Equipment GmbH vermitteln können, die bereits in Eisenach produziert. In vielen Fällen seien Unternehmen zu Gegenbesuchen nach Deutschland eingeladen worden.

Die geplanten umfangreichen Investitionen ihres Landes in den Infrastrukturausbau sowie im technologischen Bereich hatte zuvor auch die südafrikanische Ministerin für Forschung und Technologie, Naledi Pandor, bei einem Treffen mit Tiefensee in Pretoria hervorgehoben. Sie betonte den Wunsch nach einer engeren Zusammenarbeit mit Deutschland und Thüringen gerade bei Forschung und Entwicklung, beim Wissenstransfer und bei der akademischen Ausbildung. Die Sicherung des Fachkräftenachwuchses sei eine „riesige Herausforderung" für Südafrika. Sie zeigte sich sehr interessiert daran, auch in dieser Hinsicht von den spezifischen deutschen und Thüringer Erfahrungen einer systematischen Kooperation zwischen Unternehmen und Hochschulen zu lernen. Darüber hinaus gebe es vor allem im Bereich von Energieversorgung, Wasserversorgung, aber auch Raumfahrtforschung und Satellitentechnologie viele Möglichkeiten zur Zusammenarbeit.

LARISSA SCHULZ-TRIEGLAFF

 

05.05.2015


05.05.2015: Großer Fundus

Tragik und Komik, Weisheit und Dummheit: Einhundert chinesische Kurzgeschichten von Ran Zhang und Klaus Lochmann erschienen.

China hat einen großen Fundus an alten Geschichten. Aus diesem Fundus haben Ran Zhang und Klaus Lochmann einhundert kurze Überlieferungen zusammengetragen, teils neu übersetzt und im Wagner-Verlag herausgebracht.

Die Sammlung zeigt, daß Tragik und Komik, Weisheit und Dummheit zeitlos und international sind. Die Autoren wollen nicht nur heutigen China-Reisenden das Land etwas näher bringen, sie möchten allen Lesern auch mitgeben, sich zu fragen, ob Geisteshaltungen wie Gerechtigkeit, Ehrlichkeit oder Klugheit nicht zu „dringend erforderlichen Veränderungen derzeit üblicher destruktiver ‚Zeitgeistauswüchse‘ wie Egoismus, fehlende Würde und Achtung, Geringschätzung allgemeiner Bildung, … geeignet sein könnten.“

Ran Zhang und Herausgeber Klaus Lochmann sind eng mit China verbunden: Dr. Ran Zhang wurde 1980 in Tianjin geboren. Nach dem Abitur studierte er sowohl in Beijing als auch an der Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) in Jena (Thüringen) Maschinenbau. Der junge Ingenieur promovierte dort 2013 als erster ausländischer Absolvent. Heute arbeitet Dr. Ran Zhang an der Technischen Universität Chemnitz.

Prof. Dr. Klaus Lochmann lehrte – nach 30jähriger Führungstätigkeit in der deutschen und europäischen Industrie – bis zu seiner Emeritierung am Fachbereich Maschinenbau der EAH Jena sowie an der Beijing Information Science & Technology University. „Einhundert chinesische Kurzgeschichten“ sind sein dritter Erzählungsband zu China.

SIGRID NEEF

 

05.05.2015


05.05.2015: Lokale Begebenheiten

Sendelizenz in Erfurt übergeben: Erste Bürgerradio-Zulassung in Thüringen für Radio „Frei“.

Der Verein Freies Radio Erfurt e. V. hat die erste Bürgerradio-Zulassung zur Veranstaltung des lokalen nichtkommerziellen Bürgerradios „Radio Frei“ vom Direktor der Thüringer Landesmedienanstalt (TLM), Jochen Fasco erhalten. Die neue bis 2019 gültige Sendelizenz nahm Radio „Frei“-Geschäftsführer Carsten Rose entgegen. Er zeigte sich sichtlich erfreut und verwies auf die vielen ehrenamtlichen Radioleute, ohne die das Projekt Radio „Frei“ so nicht möglich sei.

„Dies ist die erste Lizenz, die die TLM nach dem neuen Bürgermedienmodell in Thüringen vergibt“, betonte TLM-Direktor Jochen Fasco. Die Thüringer Bürgermedienlandschaft wurde mit der Novellierung des Thüringer Landesmediengesetzes an die aktuellen Medienentwicklungen angepaßt. Die neuen Bürgerradios werden sich zukünftig auf drei Aufgaben konzentrieren. Sie werden über lokale Begebenheiten vor Ort berichten, mit Projekten die Medienkompetenz von „jung“ und „alt“ fördern und natürlich offen für jeden interessierten Bürger sein, der sich ins Geschehen der Stadt „einmischen“ will.

Radio „Frei“-Geschäftsführer Carsten Rose hat als nächstes großes Ereignis den 1. Juni 2015 fest im Blick. Ab diesem Tag wird der Sender rund um die Uhr zu hören sein. „Für uns ist es eine Herausforderung, den Erfurtern ein attraktives Programm für den ganzen Tag anzubieten. Eine Herausforderung, an der das ganze Team und viele Ehrenamtliche mit viel Engagement arbeiten.“

Radio „Frei“ veranstaltet bereits seit 1999 auf den bislang zur Verfügung stehenden Sendeplätzen des Offenen Kanals Erfurt/Weimar sein nichtkommerzielles Lokalradio. In der Erfurter Medienlandschaft ist das Programm fest etabliert und erfüllt eine wichtige publizistische Ergänzungsfunktion neben den privaten und öffentlich-rechtlichen Radioprogrammen.

PM-TLM

 

05.05.2015

 

 

Erste Bürgerradio-Zulassung in Thüringen: Lizenzübergabe von TLM-Direktor Jochen Fasco (links) an Radio „Frei“-Geschäftsführer Carsten Rose in den Studioräumlichkeiten von Radio „Frei“.

Foto: TLM-ARCHIV


04.05.2015: Enormes Potential

Erste Thüringer Delegationsreise auf afrikanischen Kontinent:  Marktchancen  erkunden, Wissenschaftskooperationen ausbauen.

Eine rund 50köpfige Wirtschafts- und Wissenschaftsdelegation unter Leitung von Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) startete am 3. Mai 2015 nach Südafrika. Stationen der Reise, die bis zum 8. Mai dauert, sind Johannesburg, Pretoria und Kapstadt. Auf dem Programm stehen Treffen mit hochrangigen politischen Repräsentanten – wie der südafrikanischen Wissenschaftsministerin Naledi Pandor und der Premierministerin der Provinz Western Cape, Helen Zille –, Unternehmens, Hochschul- und Messebesuche sowie Investorengespräche.

Bei der Reise handelt es sich – wie nti-online.net  bereits am 16.02.2015 berichtete - um den ersten Besuch einer Thüringer Delegation in Südafrika und überhaupt auf dem afrikanischen Kontinent. „Für die Thüringer Wirtschaft kann Südafrika ein interessanter Exportmarkt werden“, sagte Tiefensee im Vorfeld der Reise. „Als Tor zum afrikanischen Wirtschaftsraum bietet das Land ein enormes Potential für den Außenhandel.“ Derzeit gehen rund ein Viertel der Thüringer Exporte nach Afrika allein in dieses Land, 27 Prozent der afrikanischen Importe Thüringens stammen von dort. Mit einem Exportvolumen von rund 70 Millionen Euro habe das Land schon heute eine ähnliche wirtschaftliche Bedeutung für Thüringen wie etwa Brasilien. Tiefensee: „Es wird für die Thüringer Wirtschaft höchste Zeit, in der aufstrebenden Volkswirtschaft Südafrika stärker als bisher auch direkt Fuß zu fassen.“

Ein erstes wichtiges Ziel sei es deshalb, die Marktchancen für Thüringer Unternehmen auszuloten. Dazu wird es ein Investorenseminar und eine Kontakt- und Kooperationsbörse für die mitreisenden Unternehmen geben. Geplant sind Besuche der Messen „Africa Health“, „Africa Automation Fair“ und „Automechanika“ in Johannesburg, die mit den Themen Automobilbau, Maschinenbau und Medizintechnik drei Thüringer Branchenschwerpunkte abdecken. Die „Automechanika“ wird Tiefensee gemeinsam mit Südafrikas Handels- und Industrieminister Rob Davies eröffnen. Auf dem Programm stehen des weiteren Unternehmensbesuche – unter anderem bei Vodacom, Lancet, Eskom, Aveng, Fresenius oder BMW S.A. –, der Erfahrungsaustausch mit Vertretern bereits ansässiger deutscher Unternehmen und politische Gespräche, um Beispiel mit Lebogang Maile, dem Wirtschaftsminister der Provinz Gauteng (Johannesburg/Pretoria), oder Helen Zille, der Premierministerin der Provinz Western Cape rund um Kapstadt, einem Zentrum der Kreativ- und IT-Wirtschaft.

Darüber hinaus verfüge Südafrika über exzellente Universitäten, sagte der Minister weiter: „Deshalb eröffnen sich für Thüringen hier auch gute Chancen zur Zusammenarbeit in Forschung und Entwicklung.“ Mit der Delegationsreise sollen deshalb neue wissenschaftliche Kontakte geknüpft und bestehende vertieft werden. Gleich zum Auftakt stand deshalb am 4. Mai ein Gespräch mit der südafrikanischen Wissenschaftsministerin Naledi Pandor auf dem Plan. Auf dem Programm stehen weiterhin Treffen und ein Workshop beim Council for Scientific and Industrial Research (CSIR) – der südafrikanischen „Fraunhofer-Gesellschaft“ – sowie Besuche der Universitäten Witwatersrand, Stellenbosch und Kapstadt. Weiterhin wird es Gespräche mit dem Bürgermeister der „Innovationshauptstadt“ Stellenbosch, Conrad Sidego, zu Fragen des Wissenstransfers, und in Kapstadt mit Xanthea Limberg, der kommunalen Beauftragten für Digitale Entwicklung geben. 

„In Südafrika werden Produkte in Weltmarktqualität hergestellt“, sagte Wirtschaftsminister Tiefensee. Südafrika ist die zweitgrößte Volkswirtschaft des afrikanischen Kontinents und einziges afrikanisches Mitglied der G20. Das Land besitzt eine ausgezeichnete Verkehrs- und Kommunikationsinfrastruktur. Deutschland ist nach China wichtigster Importpartner für Südafrika. „Auch Thüringen sollte versuchen, von diesen guten Voraussetzungen stärker als bisher zu profitieren“, so Tiefensee. Anknüpfungspunkte dafür sieht der Minister unter anderem in den Bereichen Biotechnologie, Automobilbau, Maschinenbau, Erneuerbare Energien, Informations- und Kommunikationstechnologien, Kreativwirtschaft und Ernährungswirtschaft.

Mit der Organisation der Delegationsreise war erneut die Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG) mit ihrem Bereich „Thüringen International“ beauftragt. „Die LEG erbringt vielfältige Leistungen im Bereich der Wirtschaftsförderung“, erläutert LEG-Geschäftsführer Andreas Krey. „Indem wir helfen, unseren heimischen Firmen den Zugang zu attraktiven Auslandsmärkten zu eröffnen, leisten wir eine wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung Thüringens.“

Die Handelsbeziehungen zwischen Thüringen und Südafrika sind mit einem Exportvolumen von 70 Millionen Euro bereits vergleichsweise intensiv – kein anderes afrikanisches Land erreicht einen vergleichbaren Umfang. Die nächstplatzierten Länder sind Algerien (Export: 51 Millionen Euro) und Ägypten (29 Millionen Euro). Daß der Außenhandel dennoch ausbaufähig ist, zeigt die weitere Exportstatistik: Mit einem Anteil von gut 0,5 Prozent an den Exporten liegt Südafrika lediglich auf Rang 31 der 188 wichtigsten Abnehmerländer für Erzeugnisse aus dem Freistaat. Zum Vergleich: Die Thüringer Ausfuhren in das wichtigste Exportland Frankreich belaufen sich auf insgesamt 874,8 Millionen Euro, gefolgt von den USA mit 798,7 und Großbritannien mit 746,1 Millionen Euro.

STEPHAN KRAUSS

 

04.05.2015


04.05.2015: Akzente im Kühlregal

Der Thüringer Feinkosthersteller Hopf profitiert vom anhaltenden Megatrend „Regionalität“ und ist mit drei neuen Sorten im Handel vertreten.

Hopf, der Feinkosthersteller aus Thüringen, beweist mit drei neuen Sorten erneut sein Gespür für Trends. Ein Kartoffelsalat mit Sourcream und Pfeffer, ein Käsesalat mit Gouda-Käse und Gemüse sowie ein Brotaufstrich Fleischsalat setzen neue Akzente im Kühlregal. Dabei profitiert der Feinkostspezialist vom anhaltenden Megatrend „Regionalität“, der laut Verbraucherumfragen noch vor Handelsmarken und Bio-Produkten liegt.

Das Traditionsunternehmen ist seit 60 Jahren im Herzen von Thüringen beheimatet und überzeugt durch seine regionale Verbundenheit und Qualität.

Der Kartoffelsalat mit Sourcream und Pfeffer ist die neueste Variante des Kartoffelsalat-Marktführers. Herrlich cremig mit einer harmonisch abgestimmten Pfeffernote soll er laut Hersteller eine schmackhafte Bereicherung für jedes Grill-Buffet darstellen. Eine Chance für den Handel: Hopf ist mit seinen Kartoffelsalaten Thüringens Liebling. Mit einem Umsatzplus von 19 Prozent im letzten Jahr konnte das Unternehmen seine Marktführerschaft im Segment weiter ausbauen.

Mit dem neuen Käsesalat setzt Hopf auf das stark wachsende Segment der Spezialsalate. Die cremige Rezeptur mit mildem Gouda und leckerem Gemüse ist das „richtige für alle, die es deftig mögen“. Der Käsesalat steht auf Platz zwei der beliebtesten Geschmacksrichtungen im Spezialsalate-Segment. Ein Umsatzplus von drei Prozent in dieser Kategorie zeigt die wachsende Bedeutung.

Den beliebten Klassiker gibt es von Hopf jetzt auch zum Streichen mit feinen Fleischbrätstreifen in einer würzigen Mayonnaise-Creme. Das Segment der Brotaufstriche zeigt sich in Thüringen besonders absatzstark. So werden 20 Prozent aller Brotaufstriche im Nielsen-Gebiet 7 verkauft. Und der Trend setzt sich fort: Im Vorjahr konnte ein Wachstum von drei Prozent verzeichnet werden.

Die drei neuen Sorten sind seit April 2015 im Handel erhältlich:

BIANCA MAIERHOFER

 

04.05.2015


04.05.2015: Spannungsreiches Verhältnis

Hebräische Schrift zwischen Juden- und Christentum in Mittelalter und früher Neuzeit: 45. Internationale Konferenz der Hebräischlehrenden in Erfurt.

In Kooperation mit den Unesco-Beauftragten der Stadt organisiert die Universität Erfurt vom 8. bis 10. Mai 2015 die 45. Internationale Ökumenische Konferenz der Hebräischlehrenden (IÖKH).

Im Zentrum stehen die schriftlichen Hinterlassenschaften der mittelalterlichen jüdischen Gemeinde von Erfurt. Dies sind zum einen die mehr als 150 Grabsteine vom mittelalterlichen jüdischen Friedhof der Stadt – eines der bedeutendsten Corpora jüdisch-hebräischer Inschriftenkunde dieser Zeit. Das andere, nicht minder bedeutende Textcorpus umfaßt 16 hebräische Handschriften aus dem Besitz der Erfurter Gemeinde, die sich heute im Besitz der Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz, befinden.

Die von Dr. Maria Stürzebecher, Unesco-Beauftragte der Stadt, unterstützte Erkundung der historischen Orte und Texte wird durch eine Reihe von Vorträgen vorbereitet, für welche renommierte Referenten aus dem In- und Ausland gewonnen werden konnten. Diese Vorträge widmen sich zum einen den beiden genannten jüdischen Textcorpora, ihrer Erforschungsgeschichte und schriftgeschichtlichen Besonderheiten. Zum anderen wird der Gebrauch der hebräischen Schrift durch christliche Gelehrte sowie innerhalb der christlichen Kunst in den Blick genommen – alles vor dem Hintergrund des spannungsreichen Verhältnisses zwischen jüdischer und christlicher Bevölkerung im mittelalterlichen Thüringen.

Zur Eröffnung spricht Dr. Margaretha Boockmann (Andrássy-Universität Budapest) am 8. Mai, im Coelicum des Domes St. Marien zu „Hebräischen Inschriften in der spätgotischen Malerei“.

PI-UE

 

04.05.2015


03.05.2015: Lektüre für Reisende

Die Erfurter Bahn freut sich über Buchspende von Weltbild und seinen Kunden.

Über große Buchpakete von Weltbild und seinen Kunden freuen sich jetzt unter anderem die Reisenden der Erfurter Bahn. Unter dem Motto „Frühjahrsputz im Bücherregal“ sammelte Weltbild in den vergangenen Wochen Bücher ein und gab dafür kleine Gutscheine aus. Mit der aktuellen Tauschaktion tun die Buchspender jedoch nicht nur sich etwas Gutes, sondern zugleich auch örtlichen Vereinen, Verbänden und Organisationen. Wie jetzt der Erfurter Bahn, denn die Weltbild-Filiale in Weimar hat die Bücher für einen guten Zweck gespendet.

Die Freude war groß, denn eine so große Anzahl an Büchern hatten die Vertreter der Erfurter Bahn gar nicht erwartet. Gleich eine richtig große Kiste mit Lesefutter konnten sie bei Weltbild in Weimar abholen. „Wir freuen uns riesig über diese Bücherspende. So haben wir viel Lesestoff für unsere Reisenden.“

Filialleiterin Beate Rittig: „Die Frühjahrsputzaktion hat richtig Spaß gemacht, bei unseren Kunden kam die Aktion super an. Besonders schön ist es jedoch, daß sich jetzt auch noch viele, die mit dem Zug unterwegs sind, freuen und die Bücher so eine sinnvolle Verwendung finden.“

Auf der Suche nach dem richtigen Lesestoff werden Bücherfans jeden Alters bei Weltbild ganz sicher fündig. „Ob Roman oder Krimi, bei uns profitiert der Kunde dauerhaft von niedrigen Preisen“, erklärt das Filialteam. „Unsere exklusiven Weltbild-Ausgaben garantieren stets einen günstigen Einkauf.“ Denn nur bei Weltbild gibt es neben den Neuheiten des Buchmarktes zahlreiche exklusive Bücher sowie Toptitel der Bestsellerlisten als günstige Sonderausgaben – wie aktuell den Bestseller „Die Lebenden und die Toten“ von Nele Neuhaus und „Breaking News“ von Frank Schätzing, bei denen Kunden bares Geld sparen und besten Lesestoff bekommen.

Eine Vielzahl trendiger Geschenkartikel, Schönes für Zuhause, Musik und DVD-Highlights runden das Einkaufserlebnis ab. Kunden können aus der gesamten Vielfalt des Angebotes auswählen. Sollte ein Wunschartikel einmal nicht da sein, wird es sofort bestellt und versandkostenfrei in die Filiale geliefert.

Deutschlands großer Buchhändler Weltbild ist mit 83 Prozent die bekannteste Buchhandelsmarke (BrandIndex 10/2014). Weltbild steht im Internet und seinen familienfreundlichen Filialen für Aktualität und gute Preise. Im Zukunftsmarkt des digitalen Lesens gehört Weltbild als Mitbegründer der Tolino-Allianz zu den führenden Anbietern und hat über eine Million eBooks im Angebot. Den „eReader tolino vision zwei“ zeichnete die Stiftung Warentest soeben mit „Sehr gut“ (Note 1,5 im Bereich adobekompatible eReader) aus (2/2015).

EVA GROSSKINSKY

 

03.05.2015

 

 

Bücherspende von Weltbild Weimar und seinen Kunden: Übergabe in der Filiale in Weimar an die Erfurter Bahn.

Foto: WB-ARCHIV


03.05.2015: Zelebrierter Genuß am gemeinsamen Kochen und Essen

Schirmherrin der Kochen macht Schule gGmbH fördert aktiv Ernährungsbewußtsein bei Kindern.

Gut ein Jahr ist es her, seit Thüringens Sterneköchin Maria Groß Anfang April 2015 die Schirmherrschaft für die Kochen macht Schule gGmbH übernommen hat. Seither unterstützt und bereichert die prominente Köchin verschiedenste Projekte der gemeinnützigen Organisation – mit ihren Erfahrungen, ihrem Wissen und ihren Werten. „Ich kopple meine positive Energie gern an etwas, von dem ich überzeugt bin und was ich selbst zu schätzen weiß. Und wenn man Energie weitergeben kann, hat man doch schon einiges erreicht“, erklärt Maria Groß die Motivation ihrer Schirmherrschaft. Es ist genau diese Offenheit und Authentizität, die die „Kochen macht Schule“ an Maria Groß schätzt. „Alles, was Maria macht, macht sie mit Hingabe und Herzblut. Die hohe Intensität, mit der sie sich in Projekte einbringt, und die Nähe, die sie zuläßt, um bestmögliche Einblicke in ihre Arbeit und ihr Denken zu gewähren, hat uns von Anfang an begeistert. Mit ihrer lockeren Art schafft sie es immer wieder, junge Menschen zu erreichen“, schwärmt Lutz Lange, Geschäftsführer der Kochen macht Schule über die Zusammenarbeit mit Thüringens Sterneköchin.

In den vergangenen Wochen beim deutschlandweiten Zeitkochtag (17. April) und Girls' Day (23. April) engagiert, setzt sich Maria Groß auch außerhalb von Aktionstagen vielschichtig für Ernährungsbildung und Nachwuchsförderung ein. Der Austausch mit jungen Menschen ist ihr wichtig. Kindern und Jugendlichen zu vermitteln, wie sie sich mit einfachen Handgriffen und scheinbar simplen Rohstoffen eine gesunde und ausgewogene Mahlzeit zubereiten können, hat sie sich zur Aufgabe gemacht. In Zusammenarbeit mit der Evangelischen Schulstiftung in Mitteldeutschland zelebrierte sie beispielsweise Ende April in zwei halbtägigen Kochkursen mit Schülerinnen und Schülern aller Altersklassen aus Thüringen und Sachsen-Anhalt den Genuß am gemeinsamen Kochen und Essen. Am 20. April zunächst in Gruppenarbeit mit Grundschülern, darunter auch Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf, vermittelte Maria Groß am 27. April 2015 in einem sich anschließenden Kochkurs Schülern und Schülerinnen aus Regelschulen, Gemeinschaftsschulen und Gymnasien, wie sie sich mit geringem Aufwand eine gesunde Pausenverpflegung zubereiten. Im Fokus stand hierbei auch der Aspekt der Nachhaltigkeit. An die Hand gegeben wurden den Schülergruppen kinderleichte Rezeptideen für gesunde Sandwichvariationen und Smoothies, die sie an ihre Mitschüler weitertragen sollen – gemäß dem Motto: Schüler lernen von Schülern.

Als Dankeschön für die durchgeführten Kochkurse übernahm die Evangelische Schulstiftung in Mitteldeutschland einen Teil der Kosten. Damit möchte Maria Groß weiteren Schulen die Teilnahme an den Projekten der Initiative Kochen macht Schule ermöglichen. Lutz Lange freut sich über die Synergien, die sich aus den Projekten entwickeln. „Wir haben alle das gleiche Ziel: Wir wollen Kindern und Jugendlichen Lust aufs Selberkochen machen, ihnen zeigen wie vielfältig Lebensmittel sind. Kochen ist nicht nur ein Geschmackserlebnis, sondern oft auch ein Erfolgserlebnis. Junge Menschen werden beim Kochen selbst aktiv und erleben, daß sie zu tollen Leistungen fähig sind“, so Lutz Lange.

SUSANNE PETER

 

03.05.2015


02.05.2015: „Gemeinsam Widerstand leisten“

Erklärung von Politik und Gewerkschaften zum Neonazi-Überfall in Weimar: „Gewalt und Hetze jeder Art haben in Thüringen keinen Platz.“

Der Ministerpräsident von Thüringen, Bodo Ramelow, die stellvertretende Ministerpräsidentin Heike Taubert, die zweite Stellvertreterin des Ministerpräsidenten Anja Siegesmund, die Vorsitzenden der Landtagsfraktionen von CDU, Die Linke, SPD und Bündnis 90/Die Grünen, Mike Mohring, Susanne Hennig-Wellsow, Matthias Hey und Dirk Adams, sowie der stellvertretende Vorsitzende des DGB-Bezirks Hessen-Thüringen, Sandro Witt, erklärten am 1. Mai gemeinsam zu den Vorfällen am Rand der Weimarer Mai-Kundgebung:

„Der Überfall von Neonazis auf eine Mai-Kundgebung ist ein Vorfall, der uns empört und erschüttert. Wir begrüßen die Festnahme von 29 Verdächtigen und sind zuversichtlich, daß der Vorfall vollständig aufgeklärt wird. Unsere Solidarität gilt den Angegriffenen. Wir wünschen vor allem den Verletzten schnelle Genesung.“

Dieser Überfall sei ein Angriff auf die gewerkschaftliche Tradition, am Tag der Arbeit für die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf die Straße zu gehen, und auf die demokratische Meinungsfreiheit aller friedlichen Bürgerinnen und Bürger. „Wir stellen der Gewalt der rechtsextremen Hetzer die Gemeinsamkeit und Entschlossenheit der Demokratinnen und Demokraten entgegen. Gewalt und Hetze jeder Art haben in Thüringen keinen Platz, nicht am 1. Mai und an keinem anderen Tag. Wir werden auch weiter immer dann gemeinsam Widerstand leisten, wenn die Feinde der Demokratie unsere Freiheit bedrohen.“

PI-TSK

 

02.05.2015


01.05.2015: .„Es gibt Ärger, Frau Lieberknecht randaliert“

Vor fast 25 Jahren trat der erste Thüringer Nachwende-Ministerpräsident Josef Duchac (CDU) von seinem Amt zurück. In einem Interview des heutigen Ruheständlers mit der Neuen Thüringer Illustrierten wird deutlich, daß Duchac vor allem an seiner Inkonsequenz und an fehlendem Mut scheiterte und für ein solches Amt schlicht ungeeignet war.

Seine Regierungszeit war nur von kurzer Dauer: Josef Duchac hatte als Spitzenkandidat der CDU am 14. Oktober 1990 die Landtagswahl klar gewonnen. Drei Wochen später, am 8. November, wählte ihn das Landesparlament zum ersten Ministerpräsidenten Thüringens nach der politischen Wende. Doch schon 15 Monate später reichte er seinen Rücktritt ein. In einem Interview in der Ausgabe 3/2015 der Neuen Thüringer Illustrierten erinnert sich der inzwischen nahezu erblindete und in der Familie seiner Tochter bei Berlin lebende Ruheständler an die spannenden Tage und Wochen vor 25 Jahren zurück.

Begonnen hatte Josef Duchacs rascher Aufstieg zum ersten Bürger im Land allerdings mit einer Niederlage. Denn 1990 wurde er eben nicht wie erhofft zum Landesvorsitzenden der Thüringer CDU gekürt. Gemeinhin gebührt dem Vorsitzenden das erste Zugriffsrecht auf die Spitzenkandidatur. Dem NTI-Redakteur Klaus Ranglack erklärt der Interviewte, wie er als Unterlegener trotzdem noch als Spitzenkandidat für die Landtagswahl nominiert wurde: „Auf dem CDU-Landesparteitag in Erfurt mußte ein neuer Landesvorsitzender gewählt werden. Ich fühlte mich prädestiniert für dieses Amt, bewarb mich vor den Delegierten und war mir sicher, daß sie mich wählen würden. Doch da war ich falsch gewickelt. Willibald Böck hatte seine Kandidatur bestens vorbereitet. Er hinterließ den besseren Eindruck und wurde gewählt. Für mich blieb nur Platz zwei. Und mir war klar, daß der Landesvorsitzende nun auch Spitzenkandidat wird. Allerdings habe ich es versäumt, offiziell von meiner Kandidatur zurückzutreten, und bin enttäuscht nach Hause gefahren. Angeblich hatte ich dann bei der Wahl des Spitzenkandidaten mehr Stimmen gehabt als Böck. Die exakten Zahlen kenne ich allerdings bis heute nicht.“

 

„Das war mein Fehler“

Eben noch ein strahlender Sieger, und dann doch nur die Nummer zwei – das war gerade für einen Machtmenschen wie Willibald („der Hammer“) Böck keine leichte Situation. „Wir saßen hinter verschlossenen Türen lange beieinander und stimmten schließlich darin überein, daß wir es unter den schwierigen Thüringer Verhältnissen mit einer Doppelspitze hinkriegen könnten“, erinnert sich Duchac und stellt fest: „Unser Verhältnis blieb trotzdem getrübt.“ Erfahrene Politiker wie Walther Wallmann in Hessen rieten Duchac, Böck ins Kabinett zu übernehmen. Wenn er sich dort nicht loyal verhalte, könne er ihn immer noch entlassen. „Das eine habe ich getan, das andere traute ich mir nicht“, stellt der Alt-Ministerpräsident selbstkritisch fest.

Dabei sei Duchac mit Böcks Arbeit als Innenminister nicht zufrieden gewesen. Wichtige Aufgaben wie die Polizei- und eine Gebietsreform seien nur schleppend vorangekommen. „Ich hätte ihn auch deshalb gern aus der Schußlinie genommen“, überlegte Duchac, doch zur Entscheidung fehlte ihm der Mut. „Es wäre wohl nicht gut gewesen, den Landesvorsitzenden der CDU zu entlassen. Deshalb habe ich ihm in einem langen Gespräch empfohlen, von sich aus aufzuhören und sich um den Fraktionsvorsitz zu bewerben, wenn dessen Neuwahl ansteht. Das hat er auch zugesagt. Davon ist er dann aber abgewichen, möglicherweise auch deshalb, weil das als Schuldeingeständnis hätte ausgelegt werden können.“

Die Entlassung des Innenministers hätte eine Kabinettsumbildung erforderlich gemacht. Ein Wagnis, das Duchac nicht eingehen wollte: „Darüber habe ich auch nachgedacht. Aber dazu fehlten mir Mut und Erfahrung. Ein Kabinett kann man nicht umbilden, indem man vorher mit anderen darüber redet. Eine Kabinettsumbildung muß man machen. Und damit Schluß. Das war mein Fehler. Und das hat mich viel Vertrauen gekostet: von denen, mit denen ich nicht gesprochen habe, wie von jenen, die um ihren Posten fürchteten.“

 

„Das hat mir sehr geschadet“

Vor allem die Vorwürfe und Gerüchte, daß der frühere Laienschauspieler vor der politischen Wende als Stasi-Clown aufgetreten sei, machten dem Ministerpräsident in seiner kurzen Karriere zunehmend zu schaffen.

Clown Ferdinand sei eine Figur der Gothaer Karnevalsgemeinschaft gewesen, stellt Duchac klar. „Der hat in den Büttenreden natürlich auch politische Witze gerissen. Und das hat wiederum nichts damit zu tun, daß ich die Auftritte einer Volksmusikgruppe moderierte. Dabei habe ich auch Pointen aus meinen Büttenreden eingestreut, ohne immer gleich zu wissen, vor welchen Leuten wir gerade gastierten, nämlich gelegentlich auch in Stasi-Heimen. Das wurde mir erst klar, als man mir Hausverbot erteilte. Diese Fakten haben jene, die später darüber berichteten, jedoch geflissentlich übergangen. Das hat mir sehr geschadet. Denn wer damals mit der Stasi in Verbindung gebracht wurde, der hatte von vornherein immer schlechte Karten.“

Daß damals sogar ein Foto kursierte, das den Regierungschef im Kostüm des Stasi-Clowns zeigte, bezeichnet Duchac im NTI-Interview als das Unredlichste an der ganzen Sache. „Ich bin nie als Clown Ferdinand in einem Ferienheim aufgetreten, schon gar nicht in einem Stasi-Heim. Und das Foto hat man sich bei meiner Frau unter dem Vorwand erschlichen, man wolle einen schönen Artikel über den Gothaer Karneval schreiben, in dem ich – und das trifft zu – damals sehr aktiv war. Dieser Vorfall hat mein Vertrauen in den freien Journalismus doch einigermaßen erschüttert.“ Doch nicht nur in den. „Sehr enttäuscht war ich aber auch, wie sich meine Fraktion dazu verhalten hat. Die Mitglieder waren sicher alle entsetzt. Aber keiner hat mit mir darüber gesprochen. Und ich war zu stolz, das selber ins Gespräch zu bringen. Das Vertrauensverhältnis war zu diesem Zeitpunkt schon gestört.“

 

„Keine Unterstützung mehr für mich“

Vor allem die Christdemokratin Christine Lieberknecht sorgte dafür, daß sich die Situation weiter zuspitzte und läutete quasi den Rücktritt von Duchac ein: „Die Stimmung in der Regierung hatte sich verschlechtert und schien zu kulminieren, als ich zum Dienstgespräch bei Bundeskanzler Kohl in Bonn war. Dort erreichte mich ein Anruf des Finanzministers, der mich aufforderte, sofort zurückzukommen. Es gebe Ärger, Frau Lieberknecht würde randalieren. Daraufhin hat Helmut Kohl in meinem Beisein Frau Lieberknecht angerufen und ihr gesagt: ,Halten Sie Ruhe bis der Chef zurückkommt‘“.

Doch der reichlich unbedarfte Duchac stattete zunächst der Internationalen Grünen Woche in Berlin einen Besuch ab. „Auf dem Rundgang mit allerlei politischer Prominenz bekam ich den zweiten Anruf aus Erfurt: Drei Minister seien zurückgetreten. Was macht man in so einer Situation? Die Politprofis, mit denen ich den Rundgang unternommen hatte, rieten mir, zurückzukehren, mit den Dreien zu sprechen, sie für den Fall, daß sie auf ihrem Standpunkt beharren, gehen zu lassen, das Kabinett umzubilden und anschließend die Zustimmung der Fraktion einzuholen. Verweigert die Fraktion ihre Zustimmung, dann nimmst du deinen Hut und gehst. Genauso bin ich vorgegangen. Die drei Minister – Frau Lieberknecht, Herr Zeh und Herr Lengemann, seinerzeit Minister für besondere Angelegenheiten – wollten von ihrem Rücktritt nicht zurücktreten. Das Vertrauensverhältnis zu mir sei zerstört. Da war nichts mehr zu machen. Ich habe also den Rücktritt angenommen, mir überlegt, wie ich das Kabinett umbilde und bin in die Fraktion gegangen. Aber da gab es keine Unterstützung mehr für mich, auch von Willibald Böck nicht, der schon mal die Schlagzeilen der Zeitungen des nächsten Tages voraussagte: ,Alt-Blocki entläßt Lieberknecht‘. Das hat unter anderem sicher dazu geführt, daß sich auch jene Abgeordneten reserviert verhielten, die mit der Materie nicht so vertraut waren. Ich habe dann die Vertrauensfrage gestellt und mußte feststellen, daß ich das Vertrauen einer ganzen Reihe Leute nicht mehr besaß. Unter diesen Bedingungen konnte und wollte ich nicht weiterarbeiten und habe meinen Rücktritt erklärt.“

Politprofi Bernhard Vogel, der in dieser für das Land schwierigen Zeit, als CDU-Parteisoldat die Regierungsgeschäfte wenig später übernahm und  alsbald in geordnetere Bahnen lenkte, brachte es wohl auf den Punkt, als er das Scheitern seines Vorgängers damit erklärte, daß dieser „nicht die notwendigen Voraussetzungen“ für dieses Amt mitbrachte.

 

„Ich bin hier und ernte, wo ich nicht gesät habe.“

Von seinem unmittelbaren Nachfolger ist Josef Duchac noch heute angetan: „Ich habe dankbar empfunden, daß er mich nie in die Pfanne gehauen hat. Er hätte als mein Nachfolger notfalls immer sagen können: ;Das war Duchac‘. Doch das hat er nie getan. Eher das Gegenteil war der Fall.“

So zum Beispiel als Vogel zur Einweihung des Logistik-Zentrums des Otto-Versandes im Duchac-Wahlkreis Gotha die Festrede hielt und klarstellte:„Ich bin hier und ernte, wo ich nicht gesät habe. Wer das alles initiiert hat, der sitzt da unten in der ersten Reihe: Guten Tag, Herr Duchac“.

Einer, der den Abgang von Josef Duchac unmittelbar miterlebt hat, ist Frank Michael Pietzsch, der spätere Gesundheitsminister und Landtagspräsident. Pietzsch gehörte von Anfang an zum engeren Führungsgremium der Thüringer CDU und war zum Zeitpunkt der Regierungskrise 1991 und dem Wechsel im Amt des Ministerpräsidenten selbst Vorsitzender des Verfassungsausschusses im Thüringer Landtag. Rückblickend sagt er über Duchac: „Er war eine ehrliche Haut. Er ist über eine Banalität gestolpert, die ins Uferlose hochgeputscht wurde. Mit dem Rücken zur Wand, nur noch auf Abwehr bedacht, vermochte er weder Politik zu machen noch zu regieren. Sein Rücktritt war dann unvermeidlich.“

Und: „Josef Duchac tat und tut mir leid.“

JÖRG SCHUSTER

01.05.2015

 

Thüringens Nachwende-Ministerpräsident Josef Duchac (CDU): „Nicht die notwendigen Voraussetzungen“.

Foto: CLAUS BACH

 

Thüringer Regierungschef Duchac zu Besuch in einer Hundeschule: Fehlende Erfahrung.

Foto: CLAUS BACH

 

Duchac-Widersacher Willibald Böck (CDU): „Unser Verhältnis blieb getrübt.“

Foto: JANE DULFAQAR

 

Duchac-Nachfolger Bernhard Vogel (CDU): „Ich habe dankbar empfunden, daß er mich nie in die Pfanne gehauen hat.“

Foto: DIETER SCHMIDT

 

Thüringer Christdemokratin Christine Lieberknecht: „Halten Sie Ruhe bis der Chef zurückkommt.“

Foto: WST-ARCHIV


01.05.2015: „Raum für Ausgleich“

Thüringer CDA fordert gesellschaftliche Debatte über die Auswirkungen der Digitalisierung.

Aus Anlaß des „Tages der Arbeit“ am 1. Mai fordert die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) Thüringen eine breite gesellschaftliche Debatte über die Auswirkungen der Digitalisierung. „Die Arbeitswelt verändert sich rasant und grundlegend. Moderne Technik und Vernetzung bestimmen den Berufsalltag von immer mehr Menschen. Politik und Tarifpartner müssen alles dafür tun, daß die Würde der Beschäftigten auch in der digitalen Arbeitswelt gewahrt bleibt“, erklärt der Landesvorsitzende der CDA Thüringen Thadäus König.

Der Landesverband Thüringen unterstützt aus diesen Gründen den Mai-Aufruf „Würdige Arbeit – auch in der digitalen Welt“ des CDA-Bundesverbands. Darin heißt es: „Wir wollen die Chancen der Digitalisierung nutzen und die Risiken begrenzen. Wir wollen Flexibilität und Sicherheit miteinander in Balance bringen. Deshalb wollen wir den digitalen Wandel gestalten. Maßstab ist für uns die Würde des arbeitenden Menschen. Arbeit darf nicht wie eine Ware behandelt werden!“

Gerade die immer stärker zunehmende ständige Erreichbarkeit über Smartphone und E-Mails ist für den christlich-sozialen Flügel der Union mit erheblichen Risiken verbunden. Hierzu sagt der CDA-Landesvorsitzende Thadäus König: „Irgendwann muß Feierabend sein, damit der Mensch Ruhe und Erholung findet. Erhält er diese Ruhe nicht, kommt es über kurz oder lang zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Deswegen gilt der Grundsatz: Arbeit und Freizeit müssen klar getrennt bleiben, damit Raum für Ausgleich bleibt!“ 

Außerdem plädiert König für einen umfassenden Arbeitnehmerdatenschutz: „Der gläserne und überwachte Beschäftigte ist eine Horror-Vorstellung. Wir brauchen Regeln, die verläßlich vor Ausspähung schützen.“

Für den 1. Mai ruft die CDA Thüringen alle Beschäftigten auf, sich an Kundgebungen zum „Tag der Arbeit“ zu beteiligen. „Als Christlich-Soziale fordern wir zum 1. Mai: Auch in einer digitalisierten Arbeitswelt muß der Mensch Vorrang vor dem Markt haben“, so König abschließend.

Die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) ist der Sozialflügel der CDU.

EVELIN GROSS

 

01.05.2015


01.05.2015: Gemeinsames Ziel

Europäische Metropolregion Mitteldeutschland besetzt Gremien neu: Jenaer Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter (SPD) zum neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrates bestimmt.

Am 27. April 2015 hat die Mitgliederversammlung des Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland e. V. den Vorstand und Aufsichtsrat neu gewählt. Mit der Wahl wurde der im Frühjahr 2014 gestartete Fusionsprozeß von Unternehmen und Kommunen in dem neuen Netzwerk abgeschlossen. Neuer Vorstandsvorsitzender der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland ist Burkhard Jung, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig.

„Ich freue mich, daß mir das Vertrauen ausgesprochen wurde, die Region weiter voranzubringen. Mein Ziel ist es, die Europäische Metropolregion Mitteldeutschland in ihrer einzigartigen Konstellation bundesweit bekannter zu machen. Gleichzeitig wollen wir auch internationale Akzente setzen. Dafür wird es notwendig sein, Initiativen auf den Weg zu bringen, mit denen wir Menschen und Unternehmen für den Standort begeistern und für die Region sichtbare Mehrwerte schaffen“, so Burkhard Jung. Neben etablierten Projekten wie dem IQ Innovationspreis Mitteldeutschland gehörten dazu auch der einheitliche Auftritt Mitteldeutschlands auf der Gewerbeimmobilienmesse „Expo Real“ sowie das ostdeutsche Wasserstoffprojekt Hypos. Das Vorhaben will wirtschaftliche Lösungen für die Nutzung von Wind- und Solarstrom durch Erzeugung von „Grünem“ Wasserstoff in großtechnischem Maßstab entwickeln.

Zum zweiten Vorsitzenden des achtköpfigen Vorstandes wählte die Mitgliederversammlung Reinhard Kroll, Geschäftsführer der Total Raffinerie Mitteldeutschland GmbH. „Wir brauchen eine starke Stimme für Mitteldeutschland. Mit dem eingeschlagenen Kurs zur Positionierung als Europäische Metropolregion ist die Richtung klar: Wirtschaft, Politik, Kammern, Verbände und Wissenschaft rücken enger zusammen. Wir wollen gemeinsam für unseren Standort werben und für gute Rahmenbedingungen streiten. Denn unsere Tradition im Bereich Innovation und Unternehmertum braucht immer wieder Impulse für die Zukunft. Dafür engagiere ich mich auch gern persönlich“, erklärte Reinhard Kroll.

Neben dem 1. und 2. Vorsitzenden hinaus wurden außerdem Oliver Fern, Vorstand der LBBW Sachsen Bank, Markus Kopp, Vorstand der Mitteldeutschen Airport Holding, und Klaus Papenburg, Geschäftsführer der GP Günter Papenburg AG, sowie Dr. Bernd Wiegand, Oberbürgermeister der Stadt Halle (Saale), Michaele Sojka, Landrätin des Landkreises Altenburger Land, und Frank Bannert, Landrat des Landkreises Saalekreis, in den Vorstand gewählt.

Darüber hinaus stimmte die Mitgliederversammlung auch über die Neubesetzung des 13köpfigen Aufsichtsrates der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland ab. Zu seinem neuen Vorsitzenden wurde Dr. Albrecht Schröter, Oberbürgermeister der Stadt Jena, bestimmt. Zweiter Vorsitzender wurde Reiner Roghmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Dow Olefinverbund GmbH.

In der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland engagieren sich strukturbestimmende Unternehmen, Städte und Landkreise, Kammern und Verbände sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit dem gemeinsamen Ziel einer nachhaltigen Entwicklung und Vermarktung der Wirtschafts-, Wissenschafts- und Kulturregion Mitteldeutschland.

JÖRN-HEINRICH TOBABEN

 

01.05.2015

 

 

Neu gewählt: der achtköpfigen Vorstand der  Europäische Metropolregion Mitteldeutschland.

Foto: EMMD-ARCHIV

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