Januar 2015

Januar 2015

30.01.2015: Neue Trends umgesetzt

„Opel Corsa“ ist Preisträger bei Wettbewerb „Auto der Vernunft“ von „SuperIllu“ und „Guter Rat/Automobilindustrie“ mit Umsatz von 4,1 Milliarden Euro auf Platz eins innerhalb der Thüringer Industrie.

Am 30. Januar 2015 veranstalteten die Zeitschrift „SuperIllu“ und das Verbrauchermagazin „Guter Rat“ in Berlins Mitte die Preisverleihung „Auto der Vernunft“, in deren Rahmen drei Fahrzeuge ausgezeichnet wurden, die innovativ, sicher, umweltfreundlich und erschwinglich sind. Einer der drei Preisträger ist der „Opel Corsa“, der zu den Bewerbern in der Kategorie „Kompakt“ gehörte. „Dieser Preis zeigt einmal mehr: Opel als Weltmarke steht für die Verbindung von Innovation und Nachhaltigkeit. Mit dem neuen Corsa hat das Unternehmen erneut bewiesen, daß es neue Trends umsetzen kann“, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) der die Laudatio auf den „Opel Corsa“ hielt.

„Opel gehört mit seiner langen Tradition und seinen innovativen Fahrzeugen zu den großen Automobilherstellern in Deutschland und der Welt“, sagte Tiefensee. „Mit dem Eisenacher Werk besitzt die Automobilindustrie in Thüringen ein Schwergewicht.“ Mit seinen rund 1700 Beschäftigten sei das Werk längst ein Magnet für weitere Unternehmen aus der Zulieferindustrie, die sich im Opel-Umfeld niedergelassen haben. Mit Verkaufsschlagern wie dem Adam und dem neuen Corsa habe sich das Werk in den letzten Jahren hervorragend entwickelt. Opel wird Mitte des Jahres wieder eine dritte Schicht einführen und dazu mehr als 400 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen. „Hier werden Maßstäbe in Bezug auf Innovation, Produktivität und Arbeitsplätze gesetzt“, sagte der Minister.

Neben dem „Opel Corsa“ zählen der „VW Passat“ und der „VW Golf Sportsvan“ zu den beiden weiteren Preisträgern in den Kategorien „Limousine“ und „Kombi/Van“. Zudem wurde die Sunfire GmbH aus Dresden mit einem Preis „Innovation der Vernunft“ ausgezeichnet. Gewählt wird das „Auto der Vernunft“ von etwa 4,2 Millionen Leserinnen und Lesern der beiden Zeitschriften. Der Wettbewerb fand bereits zum 15. Mal statt. Die Auswahl der Preisträger treffen die Leser und Internetnutzer der beiden Zeitschriften.

LARISSA SCHULZ-TRIEGLAFF

 

30.01.2015

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27.01.2015: Anti-Langeweile-Garantie

„Nachhaltig denken, erfolgreich lenken“: Deloitte zeichnet die Lindig Fördertechnik GmbH mit dem „Axia-Award“ für herausragende Leistungen aus.

Deloitte ehrte am 26. Januar 2015 im Hilton, Berlin, vier Mittelständler aus der Region Ostdeutschland. Zu den mit dem „Axia-Award 2014 in der Region Ost“ Ausgezeichneten gehört Sven Lindig, Geschäftsführer der Lindig Fördertechnik GmbH. „Der Axia-Award würdigt die Unternehmen, die eine, zwei oder sogar drei der wesentlichen Maßnahmen zur nachhaltigen Unternehmenssicherung – Mitarbeitergewinnung und -bindung, effektive Finanzierung und Markenimagepflege – erfolgreich umsetzen, um für zukünftige Herausforderungen gewappnet zu sein. Dazu gehört, daß die Unternehmen ihre Ressourcen zielgerichtet einsetzen und auf wirtschaftliche Veränderungen wirksam reagieren“, erläutert Prof. Dr. Dodo zu Knyphausen-Aufseß, Technische Universität Berlin.

Lindig überzeugte die Jury durch den stringenten Einsatz der Temp-Methode. Sie ist ein Instrument zur ganzheitlichen Unternehmensführung unter Betrachtung der vier Faktoren Teamchef, Erwartungen des Kunden, Mitarbeiter und Prozesse – ähnlich der Balanced Scorecard-Methode. Außerdem würdigt die Jury das umfassende Engagement in den Bereichen Soziales (zum Beispiel Kinderhospiz Mitteldeutschland) und Sport (zum Beispiel THSV Eisenach, Rot-Weiß Erfurt). Die Auszeichnung ist ein großer Erfolg für Sven Lindig: „Wir sehen sie als eine Bestätigung unserer harten Arbeit. Seit vier Generationen ist Lindig in Thüringen fest verwurzelt. Mein Vater begann nach der Wende, das Unternehmen neu auszurichten und spezialisierte sich auf Gabelstapler. Mit sechs Mitarbeitern fing er an – heute geben wir mehr als 260 Mitarbeitern einen sicheren Arbeitsplatz.“

Mit außergewöhnlichen Methoden schafft es Sven Lindig, Mitarbeiter an sein Unternehmen zu binden. So bietet er zum Beispiel seinen Mitarbeitern im internen Social Network, das Ähnlichkeiten mit Facebook aufweist, eine Anti-Langeweile-Garantie an: Über die Aufgaben-Tauschbörse im Intranet hat jeder Mitarbeiter die Möglichkeit, unliebsame Tätigkeiten zur Disposition zu stellen. Weiterhin werden Werte erlebbar gemacht, in dem Workshops mit Theaterschaffenden stattfinden.

Zur Ermittlung der Preisträger des „Axia-Awards“ hat das Prüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte in einem Beurteilungsverfahren 29 Bewerberunternehmen untersucht, um aus ihnen die besten Mittelständler der Region Ost auszuwählen. Die Geschäftsführer der Unternehmen mußten einen umfangreichen Fragebogen ausfüllen und wurden persönlich zur Entwicklung ihrer Betriebe befragt. Anhand dieser Auswertungen wählte die Jury die Gewinner. Die Jury unter Vorsitz von Sonja Kardorf, Investitionsbank Berlin, setzte sich zusammen aus Matthias Goldschmidt, Bürgschaftsbank Sachsen-Anhalt, Mirko Hackmann, Handelsblatt, Stephan Hoffmann, Investitionsbank Berlin, Andre Koberg, Sächsische Aufbaubank, Bernd-Armin Schmidt, Investitionsbank des Landes Brandenburg, Udo Werner, bm-t Beteiligungsmanagment Thüringen, Prof Dr. Dodo zu Knyphausen-Aufseß, Technische Universität Berlin, sowie Anja Müller, Handelsblatt.

Das Unternehmen Lindig ist ein 115 Jahre altes Familienunternehmen in vierter Generation. Über 20 Jahre besteht die Vertragshändlerschaft für Gabelstapler und Lagertechnik mit dem europäischen Marktführer Linde Material Handling. Außerdem ist Lindig starker Partner in der deutschlandweiten Arbeitsbühnenvermietung im SystemLift Verbund. An seinen sechs Standorten in Eisenach, Erfurt, Göttingen, Kassel, Suhl und Wernigerode beschäftigt Lindig über 260 Mitarbeiter.

VERONIKA KÖLLNER

27.01.2015

Große Ehre: Sven Lindig, Geschäftsführer der Lindig Fördertechnik GmbH, freut sich über die Auszeichnung mit dem „Axia-Award 2014“.

Foto: LFG-ARCHIV

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27.01.2015:  Rettung aus der Luft

ADAC-Luftrettungsbilanz 2014: „Christoph 70“ in Jena steigt 1327mal in die Luft.

Im Jahr 2014 startete der ADAC-Rettungs- und Intensivtransporthubschrauber „Christoph 70“ aus Jena zu insgesamt 1327 Einsätzen, 1222 Patienten wurden dabei versorgt. Die Zielorte von „Christoph 70“ befanden sich größtenteils (88 Prozent) in Thüringen, darüber hinaus wurde „Christoph 70“ auch nach Sachsen-Anhalt, Sachsen und Bayern gerufen.

Insgesamt starteten die „Gelben Engel der Lüfte“ der ADAC-Luftrettung im vergangenen Jahr zu mehr als 52.000 Einsätzen. Mehr als 47.000 Patienten, durchschnittlich 129 pro Tag, konnte dabei geholfen werden. Gegenüber 2013 bedeutet dies einen Anstieg der Einsätze von drei Prozent, die zum Großteil auf die neue Station in Augsburg zurückzuführen sind. Wie in den vergangenen Jahren waren auch 2014 die häufigste Einsatzursache mit knapp 50 Prozent internistische Notfälle, wie beispielsweise eine akute Herz- und Kreislauferkrankung. Danach folgen mit rund 16 Prozent Unfälle bei der Arbeit, in der Schule, in der Freizeit, beim Sport oder im häuslichen Umfeld. Neurologische Notfälle lagen bei zwölf Prozent, Verkehrsunfälle machen fast zehn Prozent der Einsätze der ADAC-Luftretter aus.

Siegfried Wetterau, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des ADAC Hessen-Thüringen erläutert: „Die ADAC-Luftrettung nimmt immer mehr an Bedeutung zu, auch am Standort Fulda ist die schnelle Versorgung von internistischen Notfällen immer wichtiger geworden.“

MANUELA TÜROFF

27.01.2015

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25.01.2015: Förderung herausragender Vorhaben

20 Millionen Euro für Spitzenforschung in Thüringen: Landesprogramm „ProExzellenz“ geht in neue Runde.

Rückenwind für die Thüringer Spitzenforschung: Das Landesprogramm „ProExzellenz“ geht mit Beginn des Jahres in eine neue Runde. Mit insgesamt 20 Millionen Euro unterstützt das Thüringer Wissenschaftsministerium die Entstehung von sieben neuen Forschungszentren und drei Exzellenzprofessuren an den Universitäten des Landes. Am 1. Januar 2015 startete die Förderung der Projekte, die mindestens bis 2019 laufen.

„Mit ‚ProExzellenz' wollen wir herausragende Forschungsvorhaben fördern, die den Wissenschafts- und Technologiestandort Thüringen stärken und sichtbar machen“, sagte Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Dazu müsse auch die Profilierung der Hochschullandschaft vorangetrieben werden, um in wichtigen Forschungsfeldern Akzente zu setzen. „Unser Ziel heißt internationale Spitzenforschung. Das geht nicht von heute auf morgen. Deshalb haben wir mit ‚ProExzellenz' ein Landesprogramm, das Projekte bewußt über mehrere Jahre begleitet.“

Die Themen der geförderten Projekte reichen von der Medienforschung und Fragen des sozialen und kulturellen Wandels über die Energiespeicherung, Altersforschung, Mikrobiologie und Wirkstofforschung bis zu Photonik und Kommunikationstechnologie. Mit allein sechs Vorhaben entfallen die meisten Projekte auf die Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Die Auswahl der zehn aktuellen Projekte erfolgte 2014 nach Gutachterbewertung durch eine Expertenjury. Insgesamt waren für die zweite Förderphase von ProExzellenz 21 Anträge aus den vier Thüringer Universitäten eingegangen. Die erfolgreiche erste Auflage des Landesprogrammes lief von 2008 bis 2013.

STEPHAN KRAUSS

25.01.2015

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24.01.2015: „Versäumnis der Politik“

Junge Union unterstützt Forderung nach Lehrstuhl zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Die Junge Union Thüringen unterstützt die Forderung der Bundesstiftung Aufarbeitung nach einem Lehrstuhl zur Erforschung der SED-Diktatur an einer Universität. Thüringen könne hier eine Vorreiterrolle einnehmen.

Der JU-Landesvorsitzende und Landtagsabgeordnete, Stefan Gruhner, sagte dazu am 24. Januar 2015 in Erfurt: „Wir unterstützen die Forderung der Bundesstiftung Aufarbeitung nach einem eigenen Lehrstuhl zur Erforschung der SED-Diktatur ausdrücklich. Das ist ein Vorhaben, das die Junge Union Thüringen schon seit Jahren einfordert. Es ist ein Versäumnis der Politik, daß die Aufarbeitung der letzten 25 Jahre nicht auf diese Weise wissenschaftlich gestärkt wurde. Die DDR-Geschichte muß weiter tiefgründig erforscht werden. Thüringen sollte hier eine Vorreiterrolle einnehmen und einen eigenen Lehrstuhl zur Erforschung der SED-Diktatur an einer Thüringer Hochschule einrichten.“

Zur aktuellen Ankündigung der Thüringer Staatskanzlei, eine Arbeitsgruppe zur Untersuchung ungeklärter Todesfälle während der SED-Diktatur einzurichten, erklärte Gruhner: „Es wäre ein wichtiger Beitrag zur Aufarbeitung, wenn die Landesregierung die Aufklärung des Todes von Matthias Domaschk neu aufrollt. Ich fordere darüber hinaus ein, daß die Landesregierung sich künftig finanziell an Projekten zur wissenschaftlichen Erforschung der an der Mauer ums Leben gekommenen Menschen beteiligt.“ Das bislang zuständige SPD-geführte Bildungsministerium hatte laut einer Presseerklärung der Jungen Union Thüringen in der Vergangenheit eine finanzielle Beteiligung an solchen Projekten abgelehnt.

Abschließend sagte der JU-Landesvorsitzende und Landtagsabgeordnete: „Zu den immer wieder öffentlich vorgetragenen Aufarbeitungsankündigungen von Rot-Rot-Grün paßt leider nicht, daß die Regierungskoalition von der Parlamentsunwürdigkeit ehemaliger Stasispitzel nichts mehr wissen will und das Abgeordnetenüberprüfungsgesetz aufweichen möchte. Die Aufarbeitungspolitik von Rot-Rot-Grün verabschiedet sich damit von der Verantwortung der Täter in der SED-Diktatur. Herr Ramelow und seine Koalition nähren trotz aller Beteuerungen damit alle Zweifel zur Ernsthaftigkeit ihrer Bemühungen. Wenn Rot-Rot-Grün die Abgeordnetenüberprüfung aufweicht, hat Herr Ramelow ein massives Glaubwürdigkeitsproblem.“

PM-JUT

24.01.2015

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23.01.2015: Bleibende Erinnerung

Lampedusa-Flüchtlinge und Flutopfer: Verkaufsausstellung mit Werken des Erfurter Künstlers Erich Enge.

Zwei bewegende Themen finden ihre Umsetzung in den ausgestellten Arbeiten Erich Enges im Museum – Flutkatastrophen und Flüchtlinge weltweit.

Als Ende Mai/Anfang Juni 2013 sintflutartige Regenfälle Thüringer Flüsse über die Ufer treten ließen, Ortschaften evakuiert werden mußten, Menschen vor verwüsteten Häusern standen und selbst Straßen und Eisenbahnlinien überflutet wurden, beschloß der Künstler Erich Enge, dieser Naturgewalt mit seinen Gemälden eine bleibende Erinnerung zu schaffen.

Anlaß für den zweiten Bilderzyklus, der ebenso Teil der Verkaufs-Ausstellung ist, war das tödliche Drama vor Lampedusa, wo am 3. Oktober 2013 mindestens 366 Menschen ihr Leben verloren. Bis heute sterben täglich Menschen bei dem Versuch, aus Not- und Kriegsgebieten über das Mittelmeer nach Europa zu kommen.

Erich Enge nutzt seine Bilder für eine Botschaft: Vor dem Leid dieser Menschen die Augen zu verschließen, ist keine Lösung! Auch Erfurter können helfen – zum Beispiel mit dem Erwerb eines Bildes.

Der Erlös der Kunstverkäufe kommt sowohl der Thüringer Fluthilfe, als auch der Erfurter Kiwanis-Kindersprachwerkstatt zugute. Die Sprachwerkstatt ermöglicht Flüchtlingskindern eine qualifizierte Spachschulung in der Landeshauptstadt.

Die Organisatoren hoffen mit der Erweiterung der Präsentationszeit der Verkaufsausstellung bis zum 1. März 2015 noch vielen Interessenten die Möglichkeit zu geben, finanziell die Hilfsprojekte zu unterstützen und gleichzeitig Kunst zu freundlichen Solidarpreisen zu erhalten.

Der Maler und Grafiker Erich Enge wurde 1932 in Rochlitz (Böhmen) geboren. Seine Ausbildung erhielt der gelernte Maurer an der Hochschule Burg Giebichenstein in Halle bei Willi Sitte und Kurt Bunge. Er beteiligte sich mehrfach an nationalen und internationalen Ausstellungen unter anderem in Moskau, München, Ägypten, Bulgarien, Finnland und Polen.

Seit 1971 ist er in Erfurt ansässig. In den Jahren 1977 bis 1978 schuf er für das Wohngebiet Rieth ein bis heute bekanntes Monumentalbild zum Thema „Die Idee wird zur materiellen Gewalt, wenn sie die Massen ergreift“, das 1992 unter Denkmalschutz gestellt wurde.

Seine Produktivität als Maler dauert bis heute an. Mit gekonntem Pinselstrich widmet er sich vielen anderen aktuellen Themen.

SYBILLE GLAUBRECHT

23.01.2015

Kunst für einen guten Zweck kaufen: Gemälde und Zeichnungen von Erich Enge, die er für Flüchtlingskinder und Flutopfer schuf, gibt es zu Solidaritätspreisen im Stadtmuseum in der Erfurter Johannesstraße.

Foto: SVE-ARCHIV

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23.01.2015: Leitfähige Strukturen als Ziel

PolymerAktiv: Start eines neuen Verbundprojektes.

Mit einem Kickoff-Treffen aller Beteiligten in der Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena startete am 23. Januar 2015 das Verbundprojekt „PolymerAktiv“. Das Forschungs- und Entwicklungsvorhaben mit dem vollen Namen „Ressourceneffizientes Funktionalisieren von dreidimensionalen Kunststofformteilen mit nano- und mikroskaligen Materialien“ ist Förderprojekt des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM).

Beteiligte Partner sind die 3D Schilling Prototypen GmbH, die Jenaer Leiterplatten GmbH, die LCP Laser-Cut-Processing GmbH und die Gera-Ident GmbH, weiterhin die Technische Universität Ilmenau sowie der Fachbereich SciTec der EAH Jena. SciTec-Laserspezialist Prof. Dr. Jens Bliedtner und sein Forschungsteam präsentierten die inhaltlichen Schwerpunkte des neuen Projektes, bevor der umfangreiche Gesamtarbeitsplan besprochen wurde.

Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung eines Verfahrens zur Generierung von laserfunktionalisierten Strukturen auf Polymeroberflächen. In einem additiven Verfahrensschritt sollen durch partielle Laserabscheidung und definierten Laserauftrag metallisierbare Strukturen gezielt auf die später leitfähigen Oberflächenbereiche aufgebracht werden. Im Gegensatz zum LDS-Verfahren ist es nicht erforderlich, die Kunststoffteile aus einer teuren Formmasse mit aktivierbaren Zusatzstoffen herzustellen.

Damit bleiben wichtige Werkstoffparameter des Bauteiles unbeeinflußt, und es läßt sich das Spektrum von Kunststoffen für das Funktionalisieren deutlich erhöhen. Im Ergebnis sollen leitfähige Strukturen auf beliebig geformten Kunststoffoberflächen erzielt werden. Mit elektronischen Bauteilen bestückt, könnten diese 3D-Formkörper direkt als Schaltungsträger genutzt werden. Die neue Verfahrenstechnologie ermöglicht darüber hinaus eine erhebliche Kostenersparnis und eine deutliche Verringerung des Recyclingaufwandes. Neben der ressourceneffizienten Produktgestaltung könnten vollkommen neue Designvorstellungen umgesetzt und Bauteile weiter miniaturisiert werden.

PI-PDJB/ SN

23.01.2015

Start für Verbundprojekt: Erstes Treffen der Partner von PolymerAktiv.

Foto: SIGRID NEEF

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22.01.2015: Abgebaute Barrieren

Mehr Platz für Kinderwagen und Rollstuhlfahrer in den Geraer Bahnen.

Die Geraer Verkehrsbetrieb GmbH (GVB) baut weiterhin Barrieren ab und verbessert ihr Angebot für Eltern mit Kinderwagen, für Rollstuhlfahrer und Rollator-Nutzer. Denn der Platzbedarf für diese Fahrgäste steigt. Die Werkstattmitarbeiter bauen darum nach und nach an der mittleren Tür der NGT8 – das sind die neueren Bahnen des GVB – eine Sitzgruppe aus, um zusätzliche Aufstellflächen zu schaffen. Fünf Bahnen sind schon umgebaut, sieben weitere werden es bis spätestens Mitte 2016 sein.

Damit wird in den neueren Bahnen eine dritte Aufstellfläche und zusätzlicher Platz für etwa drei Kinderwagen, Rollstuhlfahrer oder auch Rollator-Nutzer gewonnen. Wer einen schwereren Rollstuhl hat und eine Rampe braucht, nimmt am besten die zweite Tür, die mit dem Rollstuhlsymbol gekennzeichnet ist. Alle anderen bittet die GVB, möglichst die Aufstellflächen an der dritten und vierten Tür zu nutzen.

Bei sämtlichen verkehrenden Linienbussen des Unternehmens gibt es mindestens einen nahezu ebenerdigen Einstieg. Auf den Straßenbahnlinien 1 und 2 ist jede Bahn eine Niederflurbahn und auf der Linie 3 ist es mindestens jede zweite. Das ergibt bei der Linie 3 einen Zehn-Minuten-Niederflurtakt. Diesen Takt bietet die Linie 3 seit dem letzten Fahrplanwechsel wieder auf der gesamten Strecke zwischen Lusan/Zeulsdorf und Bieblach-Ost. Am Wochenende und in den Nebenverkehrszeiten fährt auf der Linie 3 immer eine Bahn mit Niederflureinstieg.

SEBASTIAN BRUNNER

22.01.2015

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15.01.2015: „Guter Auftakt“

Firma Born Senf produziert künftig auch am „Erfurter Kreuz“: Millionen-Investition zur Errichtung eines neuen Firmenkomplexes.

Die Thüringer Born Senf- und Feinkost GmbH weitet ihre Produktion aus. Dazu errichtet das Unternehmen ab Mitte 2015 einen neuen Firmenkomplex im Industriegebiet „Erfurter Kreuz“ und investiert mehrere Millionen Euro. Dies gaben Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und Born-Geschäftsführer Hans-Jürgen Dahlmann am 15. Januar 2015 in Erfurt bekannt. Die neuen Gebäude werden neben dem bisherigen Produktionsstandort Bad Langensalza künftig für Produktion, Verwaltung und Qualitätssicherung genutzt. Zudem entstehen ein Waren-, ein Rohstoff- und ein Kommissionierungslager. Ein 5,6 Hektar großes Grundstück hat Born bereits Ende Oktober 2014 von der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbH (LEG) erworben, die Eigentümerin der Flächen am „Erfurter Kreuz“ ist.

„Die Investition von Born Senf ist ein guter wirtschaftlicher Auftakt für das Jahr 2015“, sagte Minister Tiefensee. Mit Born Senf plane ein echtes Thüringer Traditionsunternehmen sein weiteres Wachstum in und von Thüringen aus. „Der Freistaat bietet gute Rahmenbedingungen für Investitionen und Ansiedlungen. Die neue Landesregierung steht dafür, daß diese Bedingungen kontinuierlich weiter verbessert werden.“ Das Wirtschaftsministerium werde das Vorhaben im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten unterstützen.

Born-Geschäftsführer Hans-Jürgen Dahlmann erklärte: „Über Generationen haben insbesondere Thüringer Konsumenten dazu beigetragen, daß Born zu einer bemerkenswerten Traditionsmarke aufgebaut wurde. Trotz vielfältiger Angebote in den Geschäften vertrauen die Menschen der Marke Born. Dieses Vertrauen geben wir mit der zukunftsweisenden Standortentscheidung – Bord for Thüringen – sehr gerne wieder zurück.“

LEG-Geschäftsführer Andreas Krey, dessen Gesellschaft die für die Ansiedlung notwendigen Flächen zur Verfügung stellt, sagte: „Diese Ansiedlung ist ein weiterer Ausweis für die Attraktivität unseres Industriegebietes ‚Erfurter Kreuz‘. Die LEG wird die Erschließung des Areals weiter vorantreiben, um die Bedingungen für Neuansiedlungen und Bestandsunternehmen zu verbessern.“

Durchführen wird das Bauvorhaben die Firma Goldbeck, die in Thüringen schon eine Vielzahl an Ansiedlungsprojekten baulich umgesetzt hat. Das Projekt erfolgt in zwei bis drei Bauabschnitten. Nach Abschluß des Vorhabens sollen am „Erfurter Kreuz“ zunächst 50 bis 70 Beschäftigte einen Arbeitsplatz finden. Die derzeitige Produktionsmenge von über zehntausend Tonnen Senf und Ketchup soll dadurch deutlich ausgebaut werden.

Die Marke Born ist seit fast zwei Jahrhunderten fester Bestandteil der Thüringer Speisekultur. Senf, Tomatenketchup und Grillsaucen werden fast ausschließlich in Thüringen produziert. Auch der Saatanbau der für den Senf wichtigen Gelbsenfsaat erfolgt mit über 250 Hektar auf Thüringer Feldern. Das Industriegebiet „Erfurter Kreuz“ ist eine der erfolgreichsten Gewerbeflächen in Thüringen. Die LEG erschließt die Fläche im Auftrag des Landes seit 2005 in mehreren Bauabschnitten. In den vergangenen zehn Jahren haben sich hier zehn Unternehmen mit rund 3000 Arbeitsplätzen angesiedelt, darunter Firmen wie N3 Engine Overhaul Services, Daimler, IHI Charging Systems International, Gonvauto und Schuite und Schuite.

STEPHAN KRAUSS

15.01.2015

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14.01.2015: Herausfinden, wie die Welt funktioniert

Mit 54 Vorlesungen, Workshops und Exkursionen und insgesamt mehr als 2600 begeisterten jungen Besuchern ging die inzwischen 12. Kinder-Uni Erfurt, ein gemeinsames Projekt von Helios-Klinikum Erfurt, Fachhochschule und Universität Erfurt, zu Ende.

Mit den meisten Veranstaltungen – insgesamt 25 – war in diesem Jahr die Universität Erfurt dabei. Knapp 700 Kinder lauschten den Dozenten im Hörsaal. Der Workshop „ Forschen, Tüfteln, Entdecken – Wie funktioniert unsere Welt? Experimentieren mit Kindern“  von Anna Lang und ihrem Team kam sogar so gut an, daß er gleich mehrfach angeboten werden mußte: „ Ich finde es wunderbar zu sehen, wie aufgeregt die Kinder sind, wenn sie zu uns ins Labor kommen und wie begeistert sie an unseren Workshops teilnehmen. Wissenschaftler tun eigentlich genau das, was Kinder auch tun: Sie versuchen, herauszufinden, wie die Welt funktioniert. Wie Forscher das genau machen, zeigen wir den Kindern in unseren Workshops. Daß wir das gut machen, merken wir, wenn die Kinder beim Abschied schon fragen, wann sie wiederkommen dürfen. Hinzukommt, daß uns auch viele Studierende dabei helfen, den Kindern das Forschen nahezubringen. Für die meisten ist das eine sehr gute Gelegenheit, erste Erfahrungen im Umgang mit Kindern zu sammeln und sich zu überlegen, ob sie sich das für ihre berufliche Zukunft vorstellen können.“

Den größten Zulauf hatte mit 1619 begeisterten Nachwuchsstudenten in insgesamt 16 Veranstaltungen das Helios-Klinikum Erfurt. Ein Höhepunkt war hier die Vorlesung „ Alle gegen einen – was ihr gegen Mobbing tun könnt“  von Dr. Anne-Bärbel Hintz. Die 6. Klasse der IGS überraschte dabei mit einem eigens dafür einstudierten Theaterstück. „ So konnten wir die anderen Schüler gleich auf das Thema aufmerksam machen. Ich freue mich sehr, daß die Klasse so engagiert ist.“, sagt die Oberärztin.

An der Fachhochschule gab es insgesamt zwölf Veranstaltungen, die von mehr als 310 Kindern besucht wurden. Auch hier wurden Veranstaltungen wie „ Tiergeschichten – Erzähltheater“  mit großer Begeisterung von den „ Mini-Studenten“  verfolgt. „ Für uns war es an der Hochschule eine Premiere und wir waren sehr gespannt, wie engagiert die Kinder mitwirken würden“ , sagt Prof. Dr. Dagmar Dörger, Kinder-Uni-Dozentin an der FH. „ Aber am Ende der Veranstaltung strahlten alle: die Kinder, die Lehrerin und wir. Die Arbeit mit den Kindern hat uns sehr viel Spaß gemacht und war eine willkommene Abwechslung zur Arbeit mit unseren 'großen' Studierenden.“

Den Organisatorinnen, Katrin Apitius (Helios-Klinikum), Luise Puffert (Fachhochschule) und Lisa Wollenschläger (Universität), liegt jetzt nur noch eines am Herzen: ein großes Dankeschön an die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie an deren Helfer an den drei Einrichtungen auszusprechen. Aber schon bald beginnen wieder die Planungen für die 13. Kinder-Uni Erfurt, die Anfang Oktober 2015 starten wird

PM-UE

14.01.2015

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13.01.2015: Nutzung natürlicher Ressourcen

Melexis stellt auf Ökostrom von den Stadtwerken Leipzig um.

Die Melexis GmbH Erfurt, ein internationales Unternehmen der Mikroelektronik-Branche setzt kontinuierlich auf die neuesten Technologien zur Verbesserung der eigenen Energiebilanz und auf eine nachhaltige Energienutzung. Der Produzent von mikroelektronischen Systemen hat daher einen Ökostrom-Liefervertrag mit den Stadtwerken Leipzig geschlossen – vorerst für die kommenden drei Jahre. Seit Beginn des Jahres bezieht das Unternehmen zu günstigen Konditionen grünen Strom, der zu 100 Prozent aus Wasserkraft und damit aus regenerativen Energien erzeugt wird.

„Durch die Nutzung natürlicher Ressourcen und eine saubere Energieerzeugung ohne CO2-Ausstoß tragen wir jetzt und nachhaltig zu einer klimafreundlichen Zukunft bei“, erklärt Thomas Richter, Site Manager Melexis GmbH Erfurt. „In den Stadtwerken Leipzig haben wir einen Partner gefunden, der uns ein attraktives Angebot gemacht hat und uns mit seiner langjährigen Erfahrung zuverlässig zur Seite steht.“ Für Melexis ist dies der Beginn einer langfristigen Zusammenarbeit, bei der in Zukunft weitere energieeffiziente Projekte in Angriff genommen werden sollen. Aktuell denkt das Unternehmen – ebenfalls mit den Stadtwerken Leipzig – über Energielösungen zur Kostenoptimierung der Infrastruktur nach.

Die Stadtwerke Leipzig sind dem Prinzip der Nachhaltigkeit und des umweltschonenden Einsatzes von Ressourcen schon seit langem verbunden. Der Energieversorger bietet seinen Kunden ein rein ökologisches und preislich attraktives Produkt, das zu 100 Prozent aus Wasserkraft und damit ohne Ausstoß schädlicher Klimagase produziert wird. „Die Melexis GmbH Erfurt hat sich gezielt für ein anerkanntes TÜV Süd-zertifiziertes Ökostromprodukt entschieden“, erklärt Matthias Pfeiffer, Leiter Energievertrieb der Stadtwerke Leipzig. „Deshalb freue ich mich sehr, daß wir Melexis als sichtbares Zeichen ihrer umweltbewußten Entscheidung eine Zertifizierungsurkunde überreichen dürfen.“

Die Melexis GmbH Erfurt ist ein internationales Unternehmen der Mikroelektronik-Branche, das integrierte Schaltkreise (ICs) mit einer Spezialisierung auf den Automobilbereich entwickelt und herstellt. Fast jeder namhafte Fahrzeughersteller weltweit hat Modelle, in denen ICs dieses Unternehmens eingebaut sind. Entwicklung und Test dieser High-Tech-Produkte finden unter anderem am Standort Erfurt statt.

HOLGER BEYER

13.01.2015

 

Sichtbares Zeichen für umweltbewußte Entscheidung: Melexis-Manager Thomas Richter (links) erhält vom Leipziger Stadtwerkevertriebschef Matthias Pfeiffer das Ökostromzertifikat.

Foto: PBM-ARCHIV 

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13.01.2015: Freude auf Zusammenarbeit

Verstärkung für die Städtekooperation „Wege zu Cranach“.

Die unter anderem aus den Thüringer Städten Neustadt an der Orla, Gotha, Erfurt, Eisenach und Weimar bestehende städteübergreifende Kooperation „Wege zu Cranach“ hat Verstärkung erhalten. Mit der Unterzeichnung der Beitrittserklärung in Kronach gehört Torgau mit Schloß Hartenfels nun offiziell zum Bund der Cranach-Städte. Ziel der Initiative ist es, das künstlerische Erbe der Malerfamilie Cranach zu bewahren, zu vermitteln und touristisch zu vernetzen.

Die Beitrittserklärung wurde am 13. Januar 2015 in der oberfränkischen Kreisstadt Kronach von der Oberbürgermeisterin der Großen Kreisstadt Torgau, Andrea Staude, dem Landrat des Landkreises Nordsachsens, Michael Czupalla, und dem Ersten Bürgermeister der Stadt Kronach, Wolfgang Beiergrößlein, unterzeichnet. Mit dieser Erklärung sind die Stadt Torgau und der Landkreis Nordsachsen – als Eigentümer von Schloß Hartenfels – Teil der städteübergreifenden Kooperation „Wege zu Cranach“.

„Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit“, sagt Oberbürgermeisterin Andrea Staude. „Dies wird uns weitere Möglichkeiten auf touristischer Ebene eröffnen sowie den wissenschaftlichen Austausch und das Aufbereiten aktueller Forschungsergebnisse vorantreiben.“ Anläßlich des 500. Geburtstages von Lucas Cranach dem Jüngeren, im Themenjahr der Lutherdekade „Reformation – Bild und Bibel“, präsentiert sich die Städtekooperation ab 2015 mit einer neuen Broschüre sowie einem Reiseführer, in dem Torgau als Reiseempfehlung eingebunden sein wird. Ebenso ist Torgau als Cranachstätte im Cranachinternetportal vertreten.

„Im Zuge der Städtekooperation werden wir insbesondere Schloß Hartenfels als Wirkungsstätte der Cranach-Werkstatt wieder stärker ins Bewußtsein rücken“, erklärt Landrat Michael Czupalla. „Wir werden gemeinsam mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden die einstige bildkünstlerische Ausstattung dokumentieren und die erhaltenen Spuren für Besucher erlebbar machen.“ Schloß Hartenfels ist ein wesentlicher Bestandteil im Wirken der Cranach-Werkstatt. Mehrere Aufenthalte Cranachs zur Ausgestaltung des Schlosses, insbesondere zur Zeit des groß angelegten Umbaus unter Kurfürst Johann Friedrich dem Großmütigen ab 1533, sind archivalisch belegt. Der hier in der Spiegelstube freigelegte Grotesken-Fries ist das einzig bekannte erhaltene Beispiel einer Wandmalerei, das der Cranach-Werkstatt bisher zweifelsfrei zugeschrieben werden konnte. Der Fries wird derzeit restauriert und ist im Rahmen von Führungen zu besichtigen. Sichtbare Zeugnisse sind außerdem eindrucksvolle Bauplastiken und Medaillons am jüngst restaurierten Großen Wendelstein sowie am Schönen Erker, die auf Vorlagen der Cranach-Werkstatt schließen lassen.

Darüber hinaus verfügt Torgau mit der Tafel der 14 Nothelfer in der Stadtkirche St. Marien über ein bedeutendes Werk von Lucas Cranach dem Älteren. Das Gemälde am Kopf der Grabplatte der Sophie von Mecklenburg, Kurfürstin von Sachsen, ist Teil eines Altars zum Gedenken an die Kurfürstin aus dem Jahr 1507. Daneben ist im Torgauer Stadtmuseum eine Altartafel des Hl. Nikolaus von Lucas Cranach zu sehen, die aus der ehemaligen Torgauer Klosterkirche stammt. Im Jahr 2009 konnte diese mit Hilfe der Ernst-von-Siemens-Stiftung nach Torgau zurückgeholt werden.

Vom 15. Mai bis 31. Oktober 2015 werden im Rahmen der 1. Nationalen Sonderausstellung „Luther und die Fürsten“ berühmte Porträtgemälde von Lucas Cranach dem Älteren und seinem Sohn Lucas Cranach dem Jüngeren im Schloß Hartenfels präsentiert. Sie gaben der Reformation ein Gesicht und leisteten so einen wesentlichen Beitrag zur Verbreitung des neuen Glaubens. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden besitzen mit knapp 50 Gemälden den weltweit größten Bestand an Cranach-Werken. Bedeutende Porträts unter anderem der Kurfürsten August und Moritz, aber auch von Martin Luther und Philipp Melanchthon sowie ausgewählte Cranach-Leihgaben aus deutschen und internationalen Museen werden für die Ausstellung nach Torgau reisen.

Torgau ist in ihrer Geschlossenheit Deutschlands besterhaltene Renaissancestadt. Hier stehen mit Schloß Hartenfels das bedeutendste noch erhaltene deutsche Schloß der Frührenaissance sowie über 500 umfangreich sanierte Einzeldenkmale. Die Stadt ist außerdem die bedeutsamste Reformationsstätte im Freistaat Sachsen.

Mit der Schloßkapelle entstand hier der erste von Martin Luther konzipierte protestantische Kirchenneubau. Er persönlich weihte das Gotteshaus 1544 ein und weilte über 50mal in der Stadt. Martin Luthers Frau, Katharina von Bora, starb in Torgau und liegt in der Marienkirche begraben. In Vorbereitung auf das 500. Reformationsjubiläum im Jahr 2017 beteiligt sich die Stadt mit verschiedenen Veranstaltungen an der Gestaltung der sogenannten Lutherdekade. Höhepunkt wird vom 15. Mai bis 31. Oktober 2015 die nationale Sonderausstellung „Luther und die Fürsten“ sein, die von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in Torgau präsentiert wird.

Die städteübergreifende Kooperation „Wege zu Cranach“ wurde im März 2011 in Kronach, der Geburtsstadt von Lucas Cranach dem Älteren, gegründet. Zum Städtebund gehören insgesamt dreizehn Partnerorte: Kronach, Coburg, Nürnberg, Lutherstadt Wittenberg, Dessau-Roßlau, Neustadt an der Orla, Gotha, Erfurt, Schneeberg, Eisenach, Weimar, Meißen und Torgau.

CORDULA LEHL

13.01.2015


13.01.2015: Kein Randgruppenphänomen

Wissenschaftler der Universität Erfurt veröffentlichen Studie zur Islamwahrnehmung in Deutschland.

Muslime stellen die größte religiöse Minderheit in Deutschland dar, die überwiegende Mehrheit bekennt sich zum demokratischen Rechtsstaat, pflegt Kontakte zu Nicht-Muslimen und vertritt liberale Grundwerte. Dennoch ist die Angst vor dem Islam auf Seiten der nicht-muslimischen Mehrheitsgesellschaft stark verbreitet. 61 Prozent empfinden den Islam als nicht in die westliche Welt passend; 57 Prozent fühlen sich sogar von ihm bedroht. Zu diesem Ergebnis kommt eine jetzt veröffentlichte Studie der Bertelsmann-Stiftung, deren Co-Autoren die Erfurter Kommunikationswissenschaftler Prof. Dr. Kai Hafez und Sabrina Schmidt, M.A., sind.

Die „Sonderauswertung Islam 2015“ aus der Reihe des Religionsmonitors der Stiftung macht deutlich: Islamfeindlichkeit in Deutschland ist kein Phänomen politischer oder sozialer Randgruppen, sondern reicht weit in die gesellschaftliche Mitte hinein. So ist beispielsweise das Bedrohungsempfinden selbst unter denjenigen Befragten mehrheitsfähig, die politisch eigentlich moderat-konservativ bis links orientiert sind. Alter, Bildung und Kontakt wirken sich hingegen positiv auf das Islambild aus. Alarmierend sind die Ablehnungswerte gerade dort, wo es relativ wenig alltagsweltliche Begegnungsmöglichkeiten mit Muslime gibt. In Thüringen etwa, wo gerade einmal 7000 der insgesamt zirka vier Millionen Muslime leben, fühlen sich 70 Prozent der Befragten vom Islam bedroht. Das Feindbild Islam speist sich hier also aus Angstprojektionen und pauschalen Negativurteilen über einen „abwesenden Fremden“.

Die Autoren haben die Ergebnisse ihrer Studie in verschiedenen Medien vorgestellt und diskutiert, so etwa auf „Zeit online“.

CARMEN VOIGT

13.01.2015

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13.01.2015: Klare Strategie gefordert

Thüringen braucht Menschen aus anderen Ländern. Das stellt der freistaatliche Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) unmißverständlich klar.

Thüringens Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat eine klare Einwanderungsstrategie für Deutschland gefordert. „Die Debatten müssen geführt werden – auch hier in Thüringen“, sagte der Minister am 13. Januar 2015 in Erfurt. Der Freistaat habe nicht nur eine humanitäre Verantwortung gegenüber Menschen, die aus Kriegs- oder Krisengebieten fliehen müssen, – das Land sei auch auf Zuwanderer angewiesen, um den Fachkräftenachwuchs für die Wirtschaft zu sichern.

„Einwanderer sind für ein Land wie Thüringen, das in den vergangenen 25 Jahren viele Menschen verloren hat, unverzichtbar“, so Tiefensee. Immerhin werden bis zum Jahr 2025 rund 280.000 Fachkräfte benötigt. Die Ausbildung und Qualifizierung des Nachwuchses und der Beschäftigten in Thüringen, die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Überführung von Langzeitarbeitslosen in den ersten Arbeitsmarkt, die Senkung der Schulabbrecherquote und die Beschäftigung von älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern haben Vorrang. Dennoch lasse sich diese Fachkräftelücke so nicht vollständig schließen, sagte der Minister. Ein Teil der Fachleute müsse in Zukunft auch aus dem Ausland gewonnen werden. Thüringen brauche daher eine Einwanderungsstrategie, die den Bedarf, die Vermittlung und Integration von ausländischen Fachkräften definiert.

Vor diesem Hintergrund warnte der Minister davor, daß Initiativen wie die „Pegida“-Bewegung Deutschland und auch Thüringen als Wirtschaftsstandort schadeten. „Feindseligkeiten gegenüber Menschen aus anderen Ländern dürfen bei uns keinen Platz haben“, sagte Tiefensee. „Sie schaden der Offenheit, Kreativität und Internationalität unserer Gesellschaft und unserer Unternehmen.“

Eine Einwanderungsstrategie sei daher das beste Mittel, um den bestehenden Ängsten und Vorbehalten gegen Menschen aus anderen Ländern wirksam den Boden zu entziehen, sagte der Minister weiter. „Eine echte Willkommenskultur braucht Menschlichkeit, Verständnis, aber auch klare Regeln.“

Das Wirtschaftsministerium hatte bereits im vergangenen Jahr Grundlagen für eine „Einwanderungsstrategie für Thüringen“ erarbeiten lassen, die in der Schriftenreihe „Thüringer Memos“ erschienen sind. Das Papier aus der Feder von Dr. Alexander Kubis und Prof. Dr. Lutz Schneider listet eine Reihe von Maßnahmen auf, die zu einer besseren Willkommenskultur im Land beitragen können. Eine zentrale Anlaufstelle für Ausländer, die Vermittlung internationaler Studierender an Unternehmen oder Maßnahmen zur Sensibilisierung kleiner und mittelständischer Unternehmen für ausländische Fachkräfte zählen dazu. „Die größeren Unternehmen in Thüringen sind international bereits gut vernetzt“, so der Minister. „Wir wollen auch die kleineren dabei unterstützen, Fachkräfte aus dem Ausland für sich zu gewinnen.“

Vor diesem Hintergrund begrüßte Tiefensee die Debatte auf Bundesebene, das Zuwanderungsgesetz weiterzuentwickeln, um die Regeln für Einwanderer unkomplizierter und verständlicher zu machen. „Deutschland ist schon lange ein Einwanderungsland“, sagte der Minister. „Um die Akzeptanz und das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft zu fördern, brauchen wir klare und alltagstaugliche Regeln. Deutschland muß eine Einwanderungsgesellschaft werden, hier ist die gesamte Bürgerschaft in der Pflicht.“ Die Weiterentwicklung des Zuwanderungsgesetzes müsse sich an dem Fachkräftebedarf, aber auch an humanitären Gründen orientieren. So sei es sinnvoll, zu überlegen, wie Menschen, die aus Kriegs- und Krisengebieten geflohen sind und in Deutschland Schutz finden, vorübergehend arbeiten oder eine Ausbildung machen können.

LARISSA SCHULZ TRIEGLAFF

13.01.2015

Thüringer Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD): „Eine echte Willkommenskultur braucht Menschlichkeit, Verständnis, aber auch klare Regeln.“

Foto: FFPR-ARCHIV


 

12.01.2015: Internationaler Zuwachs

Rapid.Tech: Technologieführer bekennen sich zum Standort Erfurt.

Ab sofort verstärken die schwedische Arcam AB und Weltmarktführer Concept Laser GmbH (Lichtenfels) den Fachbeirat der Erfurter Kongreßmesse für generative Fertigung Rapid.Tech.

Arcam AB gilt als Vorreiter auf dem Gebiet des Elektronenstahlschmelzens. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt Maschinen und Anlagen für das Additive Manufacturing von Metallen, die mit dem patentierten Electron Beam Melting (EBM)-Verfahren arbeiten. Arcam AB hat sich auf Luft- und Raumfahrt sowie orthopädische Implantate spezialisiert und ist vor allem in den USA, Italien, China und Großbritannien aktiv. Zu den Kunden zählen unter anderem Boeing, Airbus und die Nasa.

Die Concept Laser GmbH versteht sich als Pionier auf dem Gebiet der Laserschmelz-Technologie und ist der weltweit führende Hersteller von Industrielaseranlagen zur Fertigung von Bauteilen aus Metallpulver nach dem Schichtbauverfahren LaserCusing. 2014 präsentierte das Unternehmen aus dem oberfränkischen Lichtenfels die Premiere seiner Multi-Laser-Technologie, bei der die Laserleistung durch den Einsatz mehrerer Laser signifikant schnellere Aufbauraten verspricht. Concept Laser agiert vornehmlich in den Branchen Luft- und Raumfahrt, Automobil, Zahntechnik, Medizin sowie Schmuck und Formenbau.

„Das Engagement der beiden Unternehmen schärft das Profil der Rapid.Tech als internationale Plattform für Marktführer und Innovationen auf dem Feld der Generativen Fertigung. Gleichzeitig verstärken wir damit unsere Kompetenz in den Bereichen Luftfahrt und Medizintechnik“, erklärt Beiratsvorsitzender Michael Eichmann (RTC Rapid Technologies GmbH).

Erfurts Messechef Wieland Kniffka freut sich über das Bekenntnis zum Messestandort Erfurt und sagt: „Mit den Verfahren Elektronenstahlschmelzen und Laserschmelzen komplettieren wir unsere Angebotspalette um zwei weitere innovative Technologien.“

Der Fachbeirat der Rapid.Tech umfaßt damit 17 maßgebliche Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus drei Ländern, die die Themen Generative Fertigung und 3D-Druck umfassend repräsentieren.

Die Fachmesse und Anwendertagung für generative Fertigung Rapid.Tech widmet sich seit elf Jahren der industriellen Nutzung des 3D-Drucks, zum Beispiel in den Branchen Werkzeugmaschinen- und Fahrzeugbau, Luft- und Raumfahrttechnik, Zahnmedizin und Medizintechnik. Die Kongreßmesse ist eine der wichtigsten europäischen Informationsveranstaltungen im Bereich der generativen Technologien. Am 10. und 11. Juni 2015 werden in Erfurt 160 Aussteller und rund 3600 Teilnehmer aus 20 Ländern erwartet. Parallel zur Rapid.Tech findet die dritte FabCon 3.D, Messe für semiprofessionelle Anwender und Prosumer im 3D-Druck, statt.

THOMAS TENZLER

12.01.2015 

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08.01.2015 Freude stiften

Sanitärtechnik Eisenberg GmbH spendet 10.000 Euro an das Kinder- und Jugendhospiz Mitteldeutschland in Tambach-Dietharz.

Über eine Spende in Höhe von 10.000 Euro kann sich das Kinder- und Jugendhospiz Mitteldeutschland in Tambach-Dietharz freuen. Der Geschäftsführer der Sanitärtechnik Eisenberg GmbH, Raimund Au, übergab am 8. Januar 2015 offiziell die Spende an Stephan Masch, Leiter Kommunikation beim Kinder- und Jugendhospiz. „Wir unterstützen das Kinder- und Jugendhospiz Mitteldeutschland in Tambach-Dietharz schon länger. Aus dieser Zusammenarbeit heraus wissen wir um die Nöte und Probleme der wichtigen Einrichtung und deren schwerkranker Gäste. Das Schicksal, welches Familien mit todkranken Kindern erfahren müssen, ist kaum vorstellbar. Da muß man einfach helfen!“, unterstrich Raimund Au das Engagement für das Kinder- und Jugendhospiz. Das Unternehmen aus dem ostthüringischen Eisenberg, welches über die regionalen Grenzen hinaus als Spezialist im Bereich der Sanitärtechnik gilt, unterstützt das Kinder- und Jugendhospiz bereits zum zweiten Mal. In diesem Jahr hat das Unternehmen auf Weihnachtsgeschenke für Lieferanten und Kunden verzichtet. „Jedes Jahr werden an Weihnachten viele Geschenke unter Firmenpartnern, Lieferanten und Kunden verschickt. Meist ist es dabei aber auch die vierte Flasche Wein oder die dritte Krawatte, die letztlich nur im Schrank landet. Da dachten wir uns, daß wir anstatt dieser Geschenke Freude stiften. Anstatt materieller Dinge möchten wir vielmehr etwas Gutes tun. Und so verschenken wir in diesem Jahr an unsere Kunden soziales Engagement für das Kinder- und Jugendhospiz Mitteldeutschland.“, so Raimund Au.

In einem ausgiebigen persönlichen Gespräch mit Stephan Masch machte sich Raimund Au ein aktuelles Bild zur momentanen Situation und zu neuen Projekten. Zum Abschluß versprach Raimund Au, sich auch weiterhin für das Kinder- und Jugendhospiz Mitteldeutschland in Tambach-Dietharz einsetzen zu wollen und einen Besuch vor Ort. Mehr als 40.000 Kinder- und Jugendliche sind in Deutschland von einer lebenslimitierenden Krankheit betroffen. Das stationäre Kinder- und Jugendhospiz Mitteldeutschland in Tambach-Dietharz gibt den betroffenen Familien die Möglichkeit, bis zu 28 Tage im Jahr hier zusammen einzuziehen. Das ganzheitliche Pflege- und Betreuungskonzept bietet nicht nur die liebevolle und optimale Pflege für das schwerkranke Kind, vielmehr ist es eine umfassende Familienhilfe. Die Entlastungsaufenthalte stärken das gesamte Familiensystem, schaffen neue Kraft bei den betroffenen Eltern für die oftmals sehr aufwendige 24-Stunden-Pflege des kranken Kindes und fördern auch die gesunden Geschwisterkinder. 27 festangestellte Mitarbeiter und viele ehrenamtliche Helfer arbeiten aktuell dort. Der gemeinnützige Trägerverein ist dauerhaft zu einem Höchstmaß auf Spenden angewiesen, um sein wichtiges Hilfsangebot aufrechterhalten zu können. Mehr als 800.000 Euro werden an Spenden pro Jahr benötigt, um allein den Betrieb der sozialen Einrichtung sicherzustellen, da die gesetzliche Finanzierung hierzu nicht ausreicht. Knapp 400 betroffene Familien aus dem gesamten Bundesgebiet nutzten seit der Einweihung des Kinder- und Jugendhospizes im November 2011 das stationäre Hilfeangebot des Trägervereins.

PM-KJHM

8.01.2015

 

„Da muß man einfach helfen!“:Geschäftsführer der Sanitärtechnik Eisenberg GmbH, Raimund Au (links) und Stephan Masch, Leiter Kommunikation des Kinderhospizvereins.

Foto: KJHM-ARCHIV

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