Highlights 2010

NTI-Titelbild NTI 1/2010: Kooperation zu allseitigem Vorteil
Die Wirtschaftsräume Coburg und Südthüringen können durch Partnerschaft mehr erreichen als durch Alleingänge. Das unterstrich der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Coburg, Gerold Gebhard, gegenüber der Neuen Thüringer Illustrierten. Gebhard nannte in einem in der NTI 1/ 2010 veröffentlichten Beitrag den Verein „Deutsche Spielzeugstraße“ als ein gelungenes Beispiel für Kooperation zu allseitigem Vorteil. Gebhard bezog sich damit auf die Berichterstattung in der NTI 12/2009, die mit einer umfangreichen Sonderausgabe über die bundesländerübergreifende Deutsche Spielzeugstraße erschienen war.
Die an die Gründung des Vereins „Deutsche Spielzeugstraße“ im Jahre 1996 geknüpften Erwartungen haben sich nach Ansicht der Coburger IHK „im wesentlichen“, wie Gebhard sagte, erfüllt. Die Vereinigung trage aktiv zum Zusammenwachsen von Nordbayern und Südthüringen und insbesondere der Nachbarstädte Sonneberg und Neustadt bei Coburg bei. Der IHK-Hauptgeschäftsführer erinnerte daran, daß sein Haus seinerzeit die Rolle eines Geburtshelfers übernommen hatte und sich nach zwei Jahren des Vorsitzes aus der Arbeit in der ersten Reihe zurückgezogen hatte, wie das von vorneherein geplant war. Eine solche Anschubrolle könnten die Kammern von Coburg und Südthüringen auch in ähnlich angelegten Kooperationsprojekten übernehmen. Ansatzpunkte identifizierte der Hauptgeschäftsführer in den Bereichen Tourismus und den sich abzeichnenden Fachkräftemangel in nahezu allen Branchen.
Der IHK-Hauptgeschäftsführer stellte heraus, daß die Wirtschaftsregion Coburg durch den Wiedervereinigungsprozeß seit 1990 von Südthüringen profitiert habe. Die Überwindung der deutsch-deutschen Teilung habe vielen Coburger Unternehmen traditionelle Geschäftsgebiete zurückgebracht, von denen sie über 40 Jahre lang abgeschnitten gewesen waren.
Unterdessen zeichnet sich nach Gebhards Auffassung eine Aufgabe ab, die beide Regionen gleichermaßen zu bewältigen haben: der drohende Fachkräftemangel. Im Ausbildungsbereich habe der „War for Talents“ – der Krieg um Talente – bereits eingesetzt, bei Fach- und Führungskräften werde er folgen. Aus der drohenden Not könnten Unternehmen eine Tugend machen, indem sie zukunftsweisende Personalprogramme entwickeln, um mit „älter werdenden Belegschaften“ wettbewerbsfähig zu bleiben.
In diesem Feld gebe es eine Menge zu tun, bei dem die Industrie- und Handelskammern als Dienstleister gegenüber ihren Mitgliedern unterstützen können. Dabei müßte nicht in jeder Kammer „das Rad neu erfunden werden“. Gerade solche allgemeinen Aufgaben böten sich für Kooperationsprojekte und Know-how-Transfer geradezu an.

 

NTI-Titelbild NTI 7/2010: Erstmals veröffentlichte Figurengruppe
Mit der jüdischen Vergangenheit der Thüringer Landeshauptstadt Erfurt auf dem Weg zum erhofften Weltkulturerbe beschäftigte sich die Titelgeschichte der Ausgabe 7/2010 der Neuen Thüringer Illustrierten. „Der Reichtum an jüdischen Denkmalen, wie er in Deutschland seinesgleichen sucht, veranlaßte die Stadt nun auch, die Einreihung ins Welterbe der Unesco in Angriff zu nehmen“, berichtete Klaus Ranglack, Autor des NTI-Hauptbeitrages. „Mit der Krämerbrücke und der Altstadt als weit und breit größtes erhaltenes Flächendenkmal wollte man in den 90er Jahren punkten, stellte dann aber fest, daß damit kein Blumentopf zu gewinnen sei.“
Für das Cover des Heftes montierte NTI-Grafiker Bernd Kuhn neu erstellte Fots von der Figurengruppe „Jüdisches Hochzeitspaar“ aus dem Museum der Alten Synagoge in Erfurt mit einem Bild, das den Jüdischen Hochzeitsring aus dem 14. Jahrhundert zeigt. Das „Jüdische Hochzeitspaar“, die Arbeit eines Pariser Ateliers, wurde bisher in keiner anderen Zeitschrift veröffentlicht. Insofern handelte es sich bei der Darstellung auf dem NTI-Titel um eine „Erstveröffentlichung“, für die sich die Redaktion beim Museum der Alten Synagoge hinsichtlich der freundlichen Unterstützung und der Erteilung der Fotoerlaubnis bedankte. Das Foto des Jüdischen Hochzeitsrings wurde vom Papenfuss/ Atelier für Gestaltung angefertigt.

 

NTI 12/2010: Mitteldeutsche Metropol-Vision
Mitteldeutschland hat Zukunft. Das jedenfalls konstatierte der renommierte Hallesche Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Ulrich Blum zwei Jahren zuvor in einem Interview für die Neue Thüringer Illustrierte. Als das Gespräch auf die Entwicklung der hiesigen Wirtschaft kam, geriet der Chef des Instituts für Wirtschaftsforschung geradezu ins Schwärmen: „Unheimlich gut gelungen ist der Aufbau einer modernen, eigenen Technologie. Die modernste Umwelttechnologie kommt aus Mitteldeutschland – ein Alleinstellungsmerkmal, das keiner in Westdeutschland oder in Europa sonst hat: von Biomasse über Biofood bis Solartechnik – das ist eine rein mitteldeutsche Veranstaltung.“ 
Daß an Mitteldeutschland kein Weg vorbeiführt, haben auch die Vorzeigestädte Erfurt, Weimar, Jena am Thüringer Speckgürtel sowie Gera seit langem erkannt und sich im Bemühen um mehr internationale Aufmerksamkeit im „Sachsendreieck“ engagiert. Mittlerweile arbeitet das Netzwerk als Metropolregion Mitteldeutschland und vereint die elf Städte Chemnitz, Dessau-Roßlau, Dresden, Erfurt, Gera, Halle/ Saale, Jena, Leipzig, Magdeburg, Weimar und Zwickau. Damit ist die Metropolregion in der Summe zumindest für ostdeutsche Verhältnisse eine Macht. In den elf Kommunen leben rund 2,4 Millionen Einwohner. Ihr Bruttoinlandsprodukt beträgt 64 Milliarden Euro (Thüringen bringt es als Bundesland auf etwa 50 Milliarden).
„Die Metropolregionen sind generell ein Mittel, um im europäischen Maßstab wahrgenommen zu werden und agieren zu können“, machte der Weimarer Oberbürgermeister Stefan Wolf (SPD) in einem NTI-Interview in Ausgabe 8/2010 das Anliegen des Städteverbundes deutlich. Weimar sei maßgeblich an der Namensänderungen von „Sachsendreieck“ zu „Mitteldeutschland“ beteiligt gewesen. Dies sei für Thüringen von grundsätzlicher Bedeutung, würde aber auch dem Image der gesamten Region gut tun.
„Die Vision von einer funktionierenden Metropolregion Mitteldeutschland wird sich nur erfüllen, wenn sich alle Mitglieder mit ihren unverwechselbaren Stärken einbringen, wenn die Menschen, Betriebe, Einrichtungen und Institutionen sich aktiv beteiligen“, kommentierte NTI-Chefredakteur Jörg Schuster in einem Geleitbeitrag für das Heft 12/2010. „Doch was wissen wir Thüringer eigentlich über das Geschehen in unseren Nachbarstädten in Sachsen und Sachsen-Anhalt? Mit welchen Vorhaben wollen die Netzwerkpartner von dort die Metropolregion voranbringen? Darüber möchte die Neue Thüringer Illustrierte in dieser und weiteren Ausgaben berichten, indem jeweils ein Standort ausführlich vorgestellt wird.“
Die Ausgabe 12/2010 widmete sich, sozusagen als Auftakt zu einer Serie in loser Folge, dem Metropolregion-Standort Zwickau. Im Verbund der elf Kommunen ist Zwickau die einzige nicht kreisfreie Stadt. Sie gilt als eine der Urzellen dieser sächsisch-anhaltinisch-thüringischen Städte-Arbeitsgemeinschaft.
„Sie finden hier eine Kombination von fast großstädtischer Infrastruktur, sehr guten Bildungsangeboten, hervorragenden Freizeitmöglichkeiten in der Stadt und der Umgebung und einer gewissen Kleinstadt-Gemütlichkeit, Überschaubarkeit. Wenn dann der Lebensunterhalt mit einer passenden Arbeit gesichert werden kann, lassen sich viele von der Stadt schnell verführen, hier zu leben“, zeigte sich der Leipziger NTI-Reporter Frank Friedrich in einem Beitrag durchaus beeindruckt. Die Zwickauer Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) meldete im NTI-Interview besonderes Interesse an Thüringen an: „In Sachen Bürgerhaushalt sind wir erst am Anfang. Da erhoffen wir uns über unsere Mitwirkung in der Metropolregion Mitteldeutschland wichtige Erfahrungen, denn die Stadt Jena scheint in Sachen Bürgerhaushalt schon sehr weit vorangekommen zu sein.“

 

Ausgewählt und aufgeschrieben von JÖRG SCHUSTER.

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