Highlights 2007

NTI-Titel 5 2007
NTI 5/2007: Herausforderung Schrumpfung
„Es kann nicht sein, was nicht sein darf! Wie lange können wir hierzulande noch die Augen vor der Realität verschließen? Thüringen schrumpft. Und kein Ende ist abzusehen“, stellte die NTI im Heft 5/2007 fest.
Die Entvölkerung schreite dramatisch voran: „Wir werden in Thüringen ‚Wüstungen’ haben, also Gebiete, in denen niemand mehr leben wird, die brachliegen“, hatte Prof. Herfried M. Schneider, wissenschaftlicher Direktor des in Erfurt ansässigen Instituts der Wirtschaft Thüringens, schon im NTI-Interview für Ausgabe 2/2007 erklärt und in diesem Zusammenhang berichtet, wie der anerkannte Jenaer Wirtschaftsgeograph Prof. Dr. Peter Sedlacek, als er derartige Verhältnisse auf einem wirtschaftspolitischen Forum prognostizierte, wie so oft massiv angegriffen wurde.
„Man hat mir jahrelang vorgeworfen, ich würde Horrorszenarien zeichnen. Sie sind später von den amtlichen Verlautbarungen sogar noch übertroffen worden“, hielt Sedlacek jetzt in der Neuen Thüringer Illustrierten seinen Kritikern entgegen und sah sich in seiner „Schwarzmalerei“ bedauerlicherweise bestätigt.
Ohnehin ernüchternde Prognosen, die besagen, daß die Bevölkerungszahl in Thüringen von jetzt 2,3 Millionen Einwohnern bis 2050 auf rund 1,538 Millionen zurückgehen werde, spitzte der vielgescholtene Lehrstuhlinhaber für Wirtschaftsgeographie und Regionalentwicklung am Institut für Geographie der Friedrich-Schiller-Universität Jena im NTI-Interview für Ausgabe 5/2007 noch weiter zu: „Die jüngste koordinierte Bevölkerungsvorausschätzung für Thüringen kommt zu diesem Wert. Sie enthält aber noch immer Annahmen zum Beispiel über Zuwanderungen, die bereits in den vergangenen Jahren nicht zutreffend waren. Insofern gehe ich davon aus, daß Thüringen 2050 noch unter 1,5 Millionen Einwohner haben wird.“
Ein derart enormer Bevölkerungsrückgang kann in der Tat nicht ohne Folgen sein: Vor den ausufernden Kosten einer zunehmenden Zersiedelung hatte kürzlich der Bund das Land Thüringen gewarnt. Gegenwärtig gehe der Trend dahin, daß immer weniger Menschen auf immer geringerer Fläche leben. Dies treibe laut Bundesamt für Raumordnung die Kosten für Wasser- und Stromleitungen, Straßen und Verwaltung in die Höhe.
„Mit der Schrumpfung ganzer Städte mit ihren erheblichen Wirkungen auf Wohnungswirtschaft, Städtebau und alle technischen und sozialen Infrastrukturen zeige sich für die Systeme der technischen Infrastruktur eine völlig neue Problematik auf: Das Erreichen von Funktionsschwellen durch Unterauslastung.“ Das berichtete die NTI in der aktuellen Berichterstattung. Manchmal, so das Resümee von NTI-Autor Gerd Pospischil, klingen die Analysen wie eine Apokalypse in Zahlen, dann wieder wie eine große Chance, nun wirklich rational und völlig neu die Dinge zu organisieren.
Der demographische Wandel, meinte Prof. Sedlacek, läßt sich nur minimal beeinflussen. Aber die Bewältigung der Folgeprobleme des demographischen Wandels ließe sich sehr stark beeinflussen. Notwendig sei ein generelles Umdenken – von Wachstum auf Schrumpfung: „Wir haben immer noch eine Wachstumsphilosophie. Was wir brauchen, sind Entwicklungskonzepte unter Schrumpfungsbedingungen.“
Eine Herausforderung, die die Politik allein unmöglich schultern kann. Fragt sich, wie sich bei der Problembewältigung, bei der Schaffung von zukunftstauglichen Konzepten Vertreter aus allen gesellschaftlichen Bereichen aktiv und kreativ beteiligen lassen.
Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Peter Sedlacek verbreitete, was künftige Bevölkerungsentwicklungen hierzulande betrifft, nicht nur Pessimismus, sondern versprühte durchaus einen Funken Hoffnung für unseren Freistaat: Auf Länderebene und erst recht auf regionaler Ebene könnten sich natürlich Trends wenden. Wenn sich in Thüringen demnächst fünf neue große Automobilwerke ansiedeln würden, könnte die Abwanderung durchaus in Zuwanderung umschlagen. Aber wirklich glauben mochte der Wissenschaftler daran nicht. „Viel wahrscheinlicher ist es“, blieb der Professor gegenüber der Neuen Thüringer Illustrierten ganz Realist, „daß in Thüringen keine fünf neuen Automobilwerke entstehen.“

NTI-Titel 7 2007
NTI 7/2007: Erstaunliche Beharrlichkeit

Ein wenig war die Stimmung bei Landesvater Dieter Althaus (CDU) trotz der Freude über den gelungenen 11.Thüringentag Anfang Juli in der Wartburgstadt Eisenach getrübt. Für die Organisation des Landesfestes, so verkündete Althaus am Ende des Festumzuges, brauche man künftig einen neuen Mann oder eine neue Frau. Denn, wenn das fortan statt jährlich nur noch alle zwei Jahre stattfindende Ereignis 2009 in der Residenzstadt Greiz seinen Lauf nehmen werde, würde der bisherige Regisseur definitiv nicht mehr die Fäden ziehen: Thüringentag-Projektleiter Michael Meinung trete nämlich nach insgesamt elf Landesfesten im Jahr 2008 in den Ruhestand.
Im NTI-Interview für Ausgabe 7/2007 erzählte der bisherige Macher, wie er sich als Thüringentag-Chef auch schon mal über einen Thüringer Ministerpräsidenten hinwegsetzen mußte: „Ich denke da an den Schneesturm beim vierstündigen Umzug in Ilmenau; O-Ton von MP Dr. Vogel: ‚Meinung brechen Sie ab!’ – was natürlich nicht ging.“ Oder, gab Meinung noch eine heikle Episode, über die er mit dem nötigen Abstand herzlich schmunzeln konnte, zum besten: „Schließlich erinnere ich mich an den Festzug von Saalfeld 1999. Bernhard Vogel wollte ihn urplötzlich um 30 Minuten vorverlegen, weil er noch am Nachmittag ins Ausland wollte. Das ging natürlich ebenfalls nicht, brachte das MDR-Fernsehen in große Aufruhr und mich in arge Bedrängnis ...“
Der umstrittenen Zweijahres-Entscheidung der Landesregierung zur künftigen Ausrichtung des Thüringentages, – ein Ereignis, das die Neue Thüringer Illustrierte von Beginn an, also seit 1996 in Altenburg, journalistisch intensiv thematisierte und begleitete – die in Zeiten knapper Kassen gefallen sei, konnte der baldige Ruheständler Meinung auch etwas Positives abgewinnen: „Wenn ich in andere Länder blicke, zum Beispiel nach Sachsen-Anhalt, wo man fast keinen diesjährigen Ausrichter fand und das Fest auch deswegen ersatzlos streichen wollte, da sind wir Thüringer doch besser dran.“
Vor fast zehn Jahren, als Bund, Land und Kommunen die Kassen noch kräftiger klingeln ließen, war Heiligenstadt Gastgeber des 2. Landesfestes. Ein Thüringentag, über den die Neue Thüringer Illustrierte in Ausgabe 9/1997 berichtete, daß er „im Gegensatz zu vielen anderen Segnungen, die dem Land nach der politischen Wende zuteil wurden, von unten gewachsen ist“. Die Eichsfelder nutzten die Gunst der Stunde gleich zu einem regelrechten Festmarathon. Denn schon drei Wochen vor dem Ereignis in der Kreisstadt wurden anläßlich der 1100. Wiederkehr der urkundlichen Ersterwähnung dieses Landstrichs in Dingelstädt die Eichsfeldtage ausgerufen.
„Mittlerweile planen die Eichsfelder, im restlichen Thüringen beinahe unbemerkt, mit erstaunlicher Beharrlichkeit für eine Veranstaltung in einer ganz anderen Dimension, für einen Höhepunkt, der alle bisher dagewesenen Feste im Freistaat in den Schatten stellen könnte“, berichtete die NTI 7/2007. NTI-Autor Gerd Pospischil fiel bei seinen Recherchen für das Titelthema über die katholische Insel, die sich keinesfalls der Moderne verschließt, auf, daß der Eichsfeldkreis-Landrat Dr. Werner Henning (CDU) „unverdrossen auf einen Besuch von Papst Benedikt XVI. im Eichsfeld hinarbeitet“.
„Wenn der liebe Gott dem jetzigen deutschen Papst ein langes Leben schenken sollte“, so die NTI, „könnte die Vision, daß der höchste Repräsentant der katholischen Kirche ‚im Falle eines Staatsbesuches in Deutschland, das Eichsfeld, stellvertretend für die neuen Bundesländer, besucht’, tatsächlich in Erfüllung gehen“. Zumindest seien, so teilte Landrat Henning dem leicht verblüfften NTI-Interviewer allen Ernstes mit, alle diesbezüglichen Signale recht freundlich, wozu auch die Audienz des Ministerpräsidenten und gebürtigen Heiligenstädters Dieter Althaus beim Heiligen Vater in Rom mit beigetragen hätte. Im NTI-Interview zeigte sich der Landrat jedenfalls für einen Besuch des hohen Gastes gewappnet. „Als Veranstaltungsort für eine Papstmesse denken wir an das Gelände der Burg Scharfenstein, wo etwa hunderttausend Menschen Platz finden und wo manche Investitionen schon im Hinblick auf dieses erhoffte Ereignis getätigt werden.“

NTI-Titel 8 2007
NTI 8/2007: Regionales Zusammenrücken

Als Bernhard Vogel (CDU) im NTI-Interview für Ausgabe 5/1994 gefragt wurde, wie sich der Wirtschaftsstandort Thüringen in Zukunft präsentieren werde, brachte der damalige Thüringer Ministerpräsident die Rede auch auf unseren Nachbarfreistaat: „Thüringen und Sachsen waren die beiden Ursprungsländer der Industrie in Deutschland. Und Thüringen und Sachsen werden zentrale Industriestandorte der Bundesrepublik Deutschland in Zukunft wieder sein.“ Es bestehe für ihn gar kein Zweifel, daß wir auf dem Weg sind, unter Ausnutzung des besonders günstigen Standortes, dieses Ziel auch zu erreichen, versprühte Vogel Optimismus.
Der „Tag der Sachsen“, der im Jahr 2007 in Reichenbach im Vogtland stattfand, einer Stadt im Vierländereck und damit in unmittelbarer Thüringer Nähe, brachte Verlag und Redaktion der Neuen Thüringer Illustrierten auf die Idee, einmal eine ganze Ausgabe dem Nachbarn zu widmen, sozusagen eine „Sachsen“-NTI zu präsentieren.
„Heute ist Sachsen das stärkste ostdeutsche Bundesland. Bei den ‚Masse-Kennziffern’ gilt im Vergleich zu Thüringen grob das Verhältnis zwei zu eins“, rechnete NTI-Mitarbeiter Gerd Pospischil im Beitrag „Big ist Sächsy“ vor. Der Autor klärte außerdem darüber auf, daß den Sachsen bei ihrem hinlänglich bekannten gesunden Optimismus eine gewisse Selbstironie keineswegs abhanden gekommen sei: So kommentiere der Sachse das Verhältnis der drei Landesmetropolen mit dem Satz: Was in Chemnitz erarbeitet wird, verkauft man in Leipzig, um es in Dresden zu verprassen.
Mit einer intensiveren länderübergreifenden Zusammenarbeit wollte der Reichenbacher Oberbürgermeister Dieter Kießling (CDU) allen Ernstes den Schwergewichten im Freistaat Sachsen etwas entgegensetzen. „Für uns steht die Aufgabe, neben den sogenannten ‚Leuchttürmen’ in Sachsen – Dresden, Leipzig, Chemnitz – einen starken westsächsischen Wirtschaftsraum mit Ausstrahlung nach Thüringen und Franken zu schaffen als Gegengewicht“, gab der Vogtländer im NTI-Interview die Devise aus und forderte, das Kirchturmdenken zu überwinden.
Dafür machte Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) gegenüber der Neuen Thüringer Illustrierten Mut: „Von besonderer Qualität ist auch die Zusammenarbeit von Thüringen und Sachsen, die seit Jahren das Miteinander, das gegenseitige Kennenlernen und die Verständigung unter der Bevölkerung in der Region forciert und für ein gemeinsames Europa in guter Nachbarschaft steht.“
Der Vision einer Mitteldeutschland-Region ging NTI-Mann Pospischil im Beitrag „Mehrwert durch Zusammenarbeit“ nach. Eine solche beispielsweise aus Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt bestehende Region habe nach Einwohnerzahl, Kaufkraft und Ausbildungsstand der Bevölkerung ohne weiteres das Potential, den Rückstand zu den alten Ländern wesentlich schneller aufzuholen, als andere Regionen der ehemaligen DDR.
„Für ein solches regionales Zusammenrücken braucht nun keineswegs gleich ein vieldiskutiertes gemeinsames Bundesland ausgerufen zu werden. Es geht auch anders: Die Städte Jena, Weimar, Erfurt und Gera zum Beispiel liegen in Thüringen, gehören aber seit neuestem zum sogenannten ‚Sachsendreieck’,“ kommentierte die NTI unter der Rubrik „An unsere Leser“ auf Seite 3 der Ausgabe 8/2007.
Daß sich für die Titelbildgestaltung der Sachsen-Nummer, der 200. Ausgabe insgesamt, der Collagist Andreas Prüstel ganz besonders engagierte und mit riesigem Aufwand insgesamt 62 mit dem Freistaat Sachsen in Verbindung stehende Persönlichkeiten zusammenpuzzelte, hatte seinen Grund. Der von einem Nierenstein geplagte Künstler verschob extra einen Krankenhaustermin, um erst die Arbeit am Titelbild zu vollenden. Für den heutigen Berliner war es nämlich eine Frage der Ehre. Prüstel, Jahrgang 1951, ist ein gebürtiger Leipziger und im Herzen Sachse geblieben.

 

NTI-Titel Muntermacher
NTI-Sonderausgabe „Muntermacher aus dem Osten“ 2007: Raum für Phantasie

Der christdemokratische Politiker Kurt Biedenkopf, der seit der politischen Wende in Sachsen arbeitet und lebt, gilt als aktiver und maßgeblicher Mitgestalter und gleichzeitiger Beobachter der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung in Mitteldeutschland. Im NTI-Interview für die Sonderausgabe „Muntermacher aus dem Osten“ 2007 resümierte Professor Biedenkopf, daß der größte Teil der Bevölkerung mit seinen Verhältnissen durchaus zufrieden sei. „Aber viele geben es nicht gerne zu. Sie fordern lieber, ohne sich zu fragen, wer ihre Forderungen erfüllen soll.” Allerdings räumte der frühere Ministerpräsident von Sachsen auch Fehler, die bei der Vereinigung gemacht wurden, ein:  „Ein Fehler war es zweifellos, die gesamte westdeutsche Rechtsordnung einschließlich der Teile, die bereits vor der Teilung in Westdeutschland als reformbedürftig angesehen wurden, eins zu eins auf Ostdeutschland zu übertragen. Ein Beispiel ist die Übertragung der unveränderten westdeutschen Hochschulrahmengesetzgebung – die auch in Westdeutschland stark kritisiert worden war – auf die ostdeutschen Hochschulen. Dies hatte die Folge, daß das Besitzstandsdenken, das westdeutsche Universitäten so unbeweglich gemacht hatte, auch auf Ostdeutschland übertragen wurde. Vieles hätte man in Ostdeutschland im Universitätsbereich anders gestalten können, wenn uns im Osten der für diese Gestaltung notwendige Raum gewährt worden wäre. So ist auch die IG Metall in Sachsen mit dem Versuch gescheitert, die 35-Stunden-Woche mit Hilfe von Arbeitskämpfen durchzusetzen. Die Arbeitnehmer selbst wollten die Verkürzung ihrer Arbeitszeit nicht. Sie wollten arbeiten, um ihr Land aufzubauen. Insgesamt kann man im Rückblick sagen, daß es besser gewesen wäre, beim Wiederaufbau mehr Raum für Phantasie und Neuerungen zu gewähren, also der Innovation eine Chance zu geben. Dies um so mehr, als für derartige Erneuerungen gute Voraussetzungen bestanden. Die Menschen hier hatten eine eindrucksvolle Fähigkeit zur Improvisation mitgebracht. Diese Fähigkeit hätten wir mehr nutzen sollen.“
Das Bildungssystem, so der Interviewte weiter, müsse innovativ weiterentwickelt werden. Wir hätten zahlenmäßig eine kleinere nachwachsende Generation – etwa 30 Prozent kleiner als die Generation ihrer Eltern, der geburtenstarken Jahrgänge. Diese jungen Leute seien schon deshalb kostbarer, weil sie weniger seien. Wir könnten es uns nicht leisten, auch nur einen kleinen Anteil der nachwachsenden Generation durch schlechte Ausbildung zu vergeuden. Wir könnten es uns vor allen Dingen nicht leisten, die jungen Leute zu verlieren: „Auf diese Gefahr muß die Gemeinschaft, müssen wir in Ostdeutschland phantasievoll reagieren. Das könnte bei den Kommunen beginnen und sich bis auf die Landesebene erstrecken. So frage ich Bürgermeister, die sich über den Weggang junger Leute beschweren, immer: ‚Was habt ihr denn dagegen unternommen?’ Ich höre dann, daß man dagegen nichts unternehmen könne. Hier bin ich jedoch anderer Meinung. Was hindert die Gemeinden oder die Städte daran, mit den jungen Leuten, die das Dorf oder die Stadt verlassen, in Verbindung zu bleiben. Man weiß aus den Unterlagen des Einwohnermeldeamtes, wenn jemand die Gemeinde verläßt. Es gibt kaum noch jemanden unter den jungen Leuten, der keine E-Mail-Adresse hätte. Also nutzt man dieses neue Kommunikationsmittel, um mit den jungen Leuten in Verbindung zu bleiben. E-Mail hat den Vorteil, daß man nicht einmal wissen muß, wo sie sich gerade aufhalten. Ich bin sicher: Sie würden sich über eine Botschaft hin und wieder freuen, auch über die Mitteilung, daß man gerne wüßte, was sie tun, was sie lernen, ob sie zufrieden sind und daß man sie eines Tages auch wieder gebrauchen könnte. Vielleicht kommt dann der eine oder andere zurück und hat etwas gelernt, was uns in Ostdeutschland nützt. Wenn nur zehn Prozent der Weggegangenen sich darüber freuen, daß man sich zuhause um sie und ihren weiteren Lebensweg kümmert, dann bleibt jedenfalls dieses Band zu ihnen erhalten. Genau das ist es, was ich unter Phantasie und Improvisation verstehe. Der Gedanke, mit den jungen Leuten in Kontakt zu bleiben, mag als eine kleine Nebensache erscheinen. Tatsächlich kann sie sehr wichtig werden. Denn wir würden sie damit einladen, sich auch weiter als ein Bürger von Chemnitz oder Erfurt zu empfinden oder als Thüringer oder Sachse.“

Ausgewählt und aufgeschrieben von JÖRG SCHUSTER

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Die Ausgabe 2/2017 berichtet über die Herausforderung, wachsende Städte und schrumpfende Regionen im Freistaat gemeinsam zu entwickeln.

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