Highlights 2002

NTI-Titel 6 2002
NTI 6/2002: Schwer zu gewinnen

Sie nennen ihn "Tausendsassa", "Cleverle" und "Macher". Für viele gilt er als "genialer Vordenker", "Ostsanierer" und "Hochgeschwindigkeitsmann". Andere bejubeln ihn gar als "Lichtgestalt" und "Messias": Dr. Lothar Späth, Vorstand des Technologiekonzerns Jenoptik. Der 64jährige Schwabe war der erste, den der Kanzlerkandidat der Union, Edmund Stoiber (CSU), Mitte Mai überraschend in sein "Kompetenzteam" berief, aus dem sich nach dem Wahlsieg am 22. September eine unionsgeführte Bundesregierung rekrutieren sollte.
Späths Berufung schlug in Ostdeutschland ein wie eine Bombe und war der Neuen Thüringer Illustrierten im Juni 2002 den Titel wert. "Die Nominierung von Späth als designierter Superminister ist ein Beleg dafür, daß profilierte Leute in der Politik rar sind. Es gibt viele Leute, die ähnlich erfolgreich sind. Sie arbeiten jedoch weit weg von der Politik und sind nur schwer zu gewinnen. Könnten mehr von ihnen für dieses Geschäft aktiviert werden, würde mit Sicherheit manches in der deutschen Politik anders und besser laufen", schätzte der Politikwissenschaftler Dietmar Herz, Professor für Wissenschaftliche und Vergleichende Regierungslehre an der Erfurter Universität, im NTI-Interview ein. Und warnte gleichzeitig vor voreiliger Siegesfeier: Es gebe Indikatoren, die in ihrer Summe darauf hinweisen, "daß sich die Lage der Bundesregierung ... bis zum Wahltag bessern wird."
Der Politikexperte sollte recht behalten: Rot-grün blieb an der Macht, die Wahl ging für Stoiber, Späth & Co., wenn auch nur ganz ganz knapp, verloren.

Ausgewählt und aufgeschrieben von JÖRG SCHUSTER

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