Highlights 2001

NTI-Titel 3 2001
NTI 3/2001: Plötzlich verschenkt
"Verjuxt Weimar sein Tafelsilber?" fragte die Neue Thüringer Illustrierte in ihrer Märzausgabe 2001 und mahnte, gestützt auf Aussagen namhafter Weimarer Forscher, den leichtfertigen Umgang der Stadt mit ihrer Naturwissenschaft an. Nach NTI-Recherchen wurde die außerordentliche völkerkundliche Sammlung, die zum letzten Mal in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts ausgestellt worden war und die man im Zuge allgemeiner Zentralisierung zu DDR-Zeiten dem Leipziger Museum für Völkerkunde, dem Grassimuseum, ausgeliehen hatte, 1990 "plötzlich verschenkt".
Wie die NTI berichtete, wandelte der damalige Leiter des Museums für Urgeschichte, Rudolf Feustel, in letzter Amtshandlung die Dauerleihgabe ohne viel Federlesens in eine Schenkung an das Leipziger Haus um.
"Seltsam ist", so die NTI, "daß er keinerlei Rücksprache mit den Stadtvätern oder anderen Wissenschaftlern hielt; selbst Sigrid Dusek als seine Stellvertreterin - die das Amt dann übernahm - wußte nichts von der Schenkung und ist im nachhinein verblüfft. Mittlerweile sieht sie allerdings wenig Möglichkeit noch Anlaß zu einer Rückübereignung. Feustel selbst erinnert sich nicht mehr genau, wie der Verwaltungsvorgang zuwege kam. Wohl habe es eine Rückfrage aus Leipzig gegeben, was denn nun mit der Sammlung sei? Und da habe man sich auf eine Schenkung geeinigt, ,warum auch nicht?'"
Die Stadt als Eigentümerin indes gab sich nunmehr überrascht von ihrer unverhofft wieder in die Schlagzeilen gekommenen Ausstellungsperle und wollte laut Oberbürgermeister Volkhardt Germer die dubiose Schenkung nun zumindest prüfen.
Die vieldiskutierte Veröffentlichung wurde mit "freundlicher Genehmigung" der Chefredaktion der NTI im stadteigenen "Weimar Kultur Journal", Nummer 6/2001, nachgedruckt.

NTI-Titel 5 2001
NTI 5/2001: Kritisch, aber konstruktiv
Genau zehn Jahre - oder 120 Ausgaben - war es her, seit sich die Neue Thüringer Illustrierte zum ersten Mal zu Wort gemeldet hat. Thüringens Ministerpräsident Dr. Bernhard Vogel (CDU) ließ es sich nicht nehmen, in der Jubiläumsausgabe ein Grußwort an die Mannschaft der NTI zu richten: "Die Finger in die offene Wunde zu legen, das gehört zu den Pflichten jedes Journalisten, der seinen Beruf ernst nimmt. Auch wenn uns Politikern nicht immer die Art und Weise gefällt: Kritik ist in einer freiheitlichen Demokratie nicht nur erlaubt, sondern sogar unabdingbar. Zuspitzungen und polemische Kommentare inklusive. Aber es kennzeichnet einen guten Journalisten, wenn er Distanz wahrt, die Gegenseite zu Wort kommen läßt und den Lösungen von Problemen den gleichen Raum widmet wie den Problemen selbst. Es steht zweifelsfrei fest, daß die Medien Macht besitzen. Diese Macht verantwortungsbewußt auszuüben, erfordert die Fähigkeit zu selbstkritischem Denken und den Mut, Widerspruch gelten zu lassen. Hier gibt es keinen Unterschied zwischen Politiker und Journalisten." Und abschließend meinte der Landesvater: "Für ihr journalistisches Engagement sage ich der Neuen Thüringer Illustrierten meinen herzlichen Dank. Für das nächste Jahrzehnt meine besten Wünsche."
Erfurts Oberbürgermeister Manfred Ruge (CDU) würdigte in einem Grußschreiben vor allem die "konsequente wirtschaftspolitische Ausrichtung" der NTI: "Seit zehn Jahren begleitet sie nun den Aufbau einer neuen Wirtschaftslandschaft in Thüringen. Sie publiziert zugleich auch den damit verbundenen schwierigen aber notwendigen Strukturwandel. Und Wirtschaftspolitik heißt in Thüringen schwerpunktmäßig Mittelstandspolitik. Denn das tragende Gerüst der modernen Wirtschaft Thüringens sind die kleinen und mittleren Unternehmen. Mit ihrer Flexibilität, Innovationskraft und ihrem zunehmenden unternehmerischen Erfolg, sind vor allem sie es, die in hohem Maße auch die neuen Arbeits- und Ausbildungsplätze stellen. Und gerade der Entwicklung und Förderung des Mittelstandes hat sich die NTI publizistisch in besonderer Weise verschrieben und verpflichtet."
Und auf seine eigenen Erfahrungen mit der NTI eingehend, stellte das Oberhaupt der Thüringer Landeshauptstadt fest: "Ich hatte selbst mehrfach Gelegenheit, in eigenen Beiträgen über die wirtschaftliche Entwicklung Erfurts in der NTI zu berichten. Doch nicht nur darüber. Erfurt ist inzwischen nicht nur die Landeshauptstadt Thüringens mit einer prosperierenden Wirtschaft und der dazu erforderlichen Verkehrs-, Informations- und Kommunikationsinfrastruktur. Erfurt ist heute zugleich auch wieder urbane Universitätsstadt mit einer lebendigen Kulturlandschaft. Zehn Jahre Stadtentwicklung, Rekonstruktion, Sanierung und Neubau liegen hinter uns. Auch darüber hatte ich Gelegenheit, in der NTI zu berichten. Jetzt sind wir auf bestem Wege, die Landeshauptstadt Thüringens nun auch zur Einkaufsstadt des Freistaates zu profilieren. Die NTI hat uns publizistisch auf diesem Weg in Erfurt und Thüringen von Anbeginn kritisch aber konstruktiv begleitet."

NTI-Titel 11 2001
NTI 11/2001: Unmißverständliche Ansprüche
Schluß mit der Bescheidenheit: In einer neuen Imageoffensive gibt sich Erfurt unbescheiden als "die Selbstbewußte". Dieses neue Selbstbewußtsein habe, kommentierte die Neue Thüringer Illustrierte in ihrer Novemberausgabe, allen voran der Oberbürgermeister Manfred Ruge (CDU) verinnerlicht: Das Stadtoberhaupt der Thüringer Landeshauptstadt gab sich noch im NTI-Interview in Ausgabe 8/2000 durchaus zurückhaltend und wollte keinesfalls auf einen Sondervertrag zwischen Thüringen und Erfurt zu in anderen Bundesländern eigentlich üblichen besonderen Förderungen für die Landeshauptstadt drängen: "Der Ministerpräsident hat seinerzeit gesagt, daß es genügen müsse, wenn Erfurt hinter seinem Namen den Titel ,Landeshauptstadt des Freistaates Thüringen' führe. Mit diesem Pfand könnten wir wuchern. Das tun wir seitdem auch kräftig."
Dagegen meldete Manfred Ruge im NTI-Interview in Heft 11/2001 diesmal unmißverständlich Ansprüche für seine Stadt an: "Ich glaube, bei den Problemen, die auch eine Landeshauptstadt hat und bei den sich abzeichnenden dünnen Finanzdecken werden wir nicht umhinkommen, einen Hauptstadtvertrag einzufordern, um den Aufgaben, welche eine Landeshauptstadt zwangsläufig zu erfüllen hat, gerecht zu werden."

Ausgewählt und aufgeschrieben von JÖRG SCHUSTER

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