Highlights 1994

NTI-Titel 5 1994
NTI 5/94: Kampfeslustige Präsentation

Vor genau drei Jahren erschien die erste Nummer der Neuen Thüringer Illustrierten. Nach jahrelangem Bemühen der Redaktion war Thüringens Ministerpräsident Dr. Bernhard Vogel (CDU) erstmals gegenüber der NTI zu einem längeren Gespräch bereit. Vogel präsentierte sich im Exklusiv-Interview vor dem bevorstehenden Wahlmarathon "ein bißchen kampfeslustig". Und ganz im Gegensatz zu seinem SPD-Widersacher Gerd Schuchardt, der den Christdemokraten in Thüringen in einem 94er NTI-Interview einen Kurs zu einer "ganz schlimmen Deindustrialisierung" bescheinigt hatte, zeichnete der "Erste Diener des Volkes" (Vogel über Vogel) Visionen: "Thüringen und Sachsen waren die Urprungsländer der Industrie in Deutschland. Und Thüringen und Sachsen werden zentrale Industriestandorte in der Bundesrepublik Deutschland wieder sein." Politprofi Vogel bilanzierte im NTI-Interview für Thüringen den Anschluß an das Niveau der alten Bundesländer und gab die Devise aus, nunmehr zum Überholen anzusetzen. Eine Arbeitslosenrate zwischen drei und fünf Prozent bezeichnete der Landesvater "langfristig in Thüringen für realistisch".
Ostsanierer Lothar Späth prophezeite in einem ebenfalls in Ausgabe 5/94 veröffentlichten NTI-Interview eine "totale Veränderung in den Lebensverhältnissen". Späth: "Es gäbe mehr Arbeitsplätze, wenn wir mehr Flexibilität hätten." Gleichzeitig schränkte der Jenoptik-Chef, ganz Realist, ein, daß man "diese Flexibilität den Leuten nicht abzwingen" könne. "Und wir werden vor allem für das Problem der Langzeitarbeitslosigkeit keine Hilfe finden." Prognosen eines Politikers ade für Thüringen, die in dieser pessimistischen Deutlichkeit zu diesem Zeitpunkt weder NTI-Gesprächspartner aus dem Regierungslager noch aus der Opposition klarzustellen wagten. "Jedenfalls nicht", resümierte die NTI im Geleitwort an die Leser, "solange sich der Wähler noch nicht an der Urne betätigt hat."

NTI-Titel 10 1994
NTI 10/94: Frust und Verärgerung

Für Wirbel in der Saale-Stadt sorgte der plötzliche Vereinswechsel von Jenas Weitsprung-Olympiasiegerin Heike Drechsler nach Chemnitz. "Aus dem Radio", so Rolf Beilschmidt, Leiter des Olympiastützpunktes Thüringen und Vizepräsident des TuS Jena, gegenüber der NTI, "haben wir erfahren müssen, daß Heike uns verläßt. Dies schmerzt besonders". Dabei habe man vereinbart, vor einer etwaigen Vertragsunterzeichnung die Vereinsführung in Jena zu informieren. Als das Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" 1995 über die "Imageprobleme" von Deutschlands erfolgreichster Leichtathletin berichtete, bezog sich dieses auch auf die 94er NTI-Veröffentlichung über die Vorgehensweise des Drechsler-Clans. "‚Frust und Verärgerung', bemerkt die Neue Thüringer Illustrierte, habe ihr Abgang hinterlassen. ‚Wenn ich erst mal Millionär bin', entgegnet Erich Drechsler lapidar, ‚interessiert mich doch mein Nachbar nicht mehr.'"

Ausgewählt und aufgeschrieben von JÖRG SCHUSTER

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