Defizite erkannt

„Vielleicht sind wir noch zu bescheiden, halten uns allzusehr zurück, um unsere eigenen Werte, die Stärken unserer Region selbstbewußt nach außen zu tragen“, sagt Landrat Thomas Müller (CDU) von seinem Verantwortungsgebiet. Der Kreis ist mit seinen 65.000 Einwohnern einer der kleinsten im Freistaat – und damit auch im Visier der Landesregierung ein Kandidat für eine Kreisgebiets„reform“. Doch eben dieser Kandidat kann auch mit einer sehr hohen wirtschaftlichen Stabilität aufwarten – die keineswegs nur eine von Landes Gnaden oder der günstigen geographischen Nähe zu Bayern ist.

Ziemlich genau in der Mitte Deutschlands liegt der Landkreis. In der Nähe der Kreisgrenze am uralten Kammweg Rennsteig markiert der Dreistromstein, daß die Landschaft Einzugsgebiet von Rhein, Weser und Elbe ist. So dynamisch wie Flußwasser entwickelte sich auch die Wirtschaft im Kreis seit 1990, vor allem durch traditionelle Branchen geprägt. Die Metall- und Holzverarbeitung sowie die Glas- und Porzellanherstellung haben im Kreis immer eine bedeutende Rolle gespielt. Seit 1990 ergänzen Kunststoff-, Lebensmittel- und Automobilzulieferindustrie die Mischung.

Ergänzt wurde auch das Straßennetz. Das Kreisgebiet ist äußerst gut erschlossen. Mit den Autobahnen aus Richtung Suhl (A 71/A 73) oder aus Richtung Coburg (A 73) sowie weiteren über 500 Kilometern Bundes-, Landes- und kommunalen Straßen. Stark unterentwickelt – oder besser: zurückgebaut – ist allerdings das Gleisnetz. Von den 145 Kilometern Gleisstrecken im Kreis sind in einem halben Jahrhundert 110 stillgelegt worden, zuletzt die Strecke Suhl – Schleusingen (1997), die Relation Themar – Ilmenau existiert nur noch ohne Personenverkehr. Regelmäßigen Fahrgastverkehr gibt es nur noch auf den 35 Kilometern von Sonneberg über Eisfeld – Hildburghausen – Themar nach Meiningen mit sechs Stationen im Kreis.

Die ländlich geprägte Wirtschaft weist nach Einschätzung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen einen gesunden Branchenmix auf. Ausgehend von der Unternehmenszahl sind die Dienstleistungswirtschaft mit 39 Prozent der Betriebe, der Handel mit 26 Prozent und das Gastgewerbe und die Industrie mit jeweils acht Prozent der Betriebe die größten Branchen. Die drei wichtigsten Industriezweige sind die Metallbranche, die Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln sowie der Maschinenbau. Die meisten Beschäftigten haben der Dienstleistungsbereich mit 35 Prozent der Arbeitsplätze und die Industrie mit 32 Prozent. Die Industrie ist ganz klar die Hauptquelle des Umsatzes (43 Prozent). „Noch ist der Transformationsprozeß der Wirtschaft des Landkreises nicht abgeschlossen“, betont Jan Scheftlein, Abteilungsleiter Standortpolitik, Existenzgründung und Unternehmensförderung der IHK Südthüringen. „Die Arbeitsproduktivität als Bruttowertschöpfung je Erwerbstätigen beträgt momentan lediglich 75 Prozent des Durchschnitts der alten Bundesländer.“ Kennzeichnend für die Unternehmenslandschaft im Kreis ist die Vielfalt aus traditionellen, über 1990 für den freien Markt ertüchtigten, aus neu gegründeten oder aus von Investoren neu ausgerichteten Unternehmen. Die meisten agieren mit großem Erfolg.

Nicht ganz so rosig sieht es in der Tourismusbranche aus. Da strotzt die Region vor touristischen Perlen – und niemand erfährt von ihnen … – So knallhart könnte man berechtigt formulieren, wie da im Landkreis Hildburghausen Chancen liegengelassen werden. Jedes Städtchen sein – durchaus schönes – Schlößchen, jedem Ort sein nur selten allein lokal interessantes Museum. Dazu wunderschöne Natur-Landschaften – zwischen 300 Höhenmetern im Heldburger Unterland und 860 Metern in Masserberg – mit Wäldern, (Paddel-)Flüssen und (Bade-)Seen, schönen und interessanten Wanderwegen. Der Landkreis vereine wie kein zweiter die Vielfältigkeit der touristischen Angebote des Regionalverbundes Thüringer Wald, meint dessen Präsident Andreas Trautvetter. „Naturtourismus im Biosphärenreservat ist eine der Grundlagen für die touristische Entwicklung im gesamten Thüringer Wald. Im Kur- und Erholungstourismus ist der Kreis eine feste Größe, insbesondere mit den Rehaeinrichtungen in Masserberg, Schleusingen oder der Bäderregion Bad Colberg, Bad Rodach. Und als Drittes sei insbesondere der Kulturtourismus genannt mit dem Naturtheater Steinbach-Langenbach, dem Kloster Veßra, dem Deutschen Burgenmuseum auf der Veste Heldburg, aber auch das traditionelle Kunsthandwerk, wie die Kasperkopfschnitzer aus Crock.“ Eine reichhaltige Kulturlandschaft – von der Architektur über traditionelles Handwerk, Lebensweise bis hin zu Musik und Literatur – ebenso von nicht nur regionaler Güte und Anerkennung. So präsentiert sich der Kreis demjenigen, der sich die Zeit nimmt, zu suchen, zu fragen und paar Tage zu bleiben. Aber wo?

Wenn nicht mal die mit Bussen herangeschafften Touristen mit einem typisch thüringisch-hennebergisch-fränkischen Mahl gespeist werden können, zeugt das nicht von Geschäftstüchtigkeit. Nein, nicht weil die Gastwirte etwa nicht kochen wollen, sondern weil die wenigen, die aushielten und einheimisch kochen können, kaum genügend Gastro-Kapazitäten bieten können.

Während in anderen Thüringer Regionen ziemlich konsequent gleich zu Beginn der 90er die Fremdenverkehrswirtschaft als wichtiger Einkommensbereich erkannt und entwikkelt wurde, blieb der Tourismus hier im Landkreis Hildburghausen eher dem Selbstlauf überlassen. Die Kommunen wurstelten – wenn überhaupt – jede für sich dahin, Anbieter fanden sich nicht zusammen, um über Vereine die Tourismusbranche anzukurbeln. Will man es noch halbwegs positiv formulieren: Jeder wartete auf den anderen, daß der mal anfange.

Heute haben immer mehr Kommunen diese Defizite erkannt. Neben den Investitionen in die Gäste-Magneten wie Schlösser, Natur und Architektur oder kulturelles Erbe überlegt man in den Rathäusern auch intensiver zur Vermarktung. „Literaturfreunde für Otto Ludwig zu interessieren, ist ein Muß für die Stadt Eisfeld“, sieht Bürgermeister Sven Gregor (Freie Wähler Eisfeld) die Pflicht. „Wir bekennen uns zu Schloß und Museum mit der Dichtergedenkstätte für Otto Ludwig und investieren!“ Auch geistig: Die Eisfelder suchen mit Fachleuten nach einem Stadtmotto, das auf jeden Fall im Zusammenhang mit Ludwig stehen wird.“

Auch sein Hildburghäuser Amtsbruder Holger Obst (CDU) hat die Defizite erkannt – nicht erst mit den Touristenbussen während der Dunkelgräfin-Forschungen im vergangenen Jahr. Hildburghausen kann mit Schloßpark, Brunnquellschem Palais, dem „Technikum“, dem Stadtquartier Hugenottenviertel, dem Stadttheater, das 1721 als Ballhaus von Herzog Ernst Friedrich I. errichtet und 1755 unter Herzog Ernst Friedrich III. zum Theater umgebaut wurde, punkten. Hinzu kommen die ideellen Werte über die Dunkelgräfin hinaus: mit Joseph Meyer, dem Gothaer, der 1826 den Verlag Bibliographisches Institut in seiner Vaterstadt gründete und damit zwei Jahre später nach Hildburghausen mit seinem freisinnigen und kultivierten geistigen Klima umzog; mit dem Dichter Friedrich Rückert, der sich in mehreren seiner Gedichte auf die Stadt und Ereignisse in ihr bezieht; mit Franz Anton Weber, der seinen zehnjährigen Stiefsohn Carl Maria vom Hofmusikus Heuschkel im Klavierspiel unterrichten ließ und der in Hildburghausen zur Schule ging – und später unter anderem den „Freischütz“ komponierte.

„Mit drei kleinen Hotels am Ort haben wir einfach nicht genügend Übernachtungskapazitäten, obwohl wir in der Stadt und Region durchaus viele Gründe zum Verweilen für paar Tage aufweisen können.“ Er sieht auch in der Stadt nach der Stadtmauersanierung mit der denkmalgerechten Sanierung und Wiederbelebung des historischen Schloßparks mitten im Zentrum einen zusätzlichen Verweilgrund für Urlauber. „Das Versäumte müssen wir Schritt für Schritt aufholen, eine aggressive Vermarktung der Highlights nützt nichts, die Vermarktung muß mit der Entwicklung der Infrastruktur in Hotellerie und Gastronomie einhergehen.“

„Wünschenswert wäre auch die Reaktivierung der früheren Werratalbahn, indem der Lückenschluß zwischen Eisfeld und Coburg auf der Schiene realisiert würde“, ergänzt Trautvetter. Dies brächte ein wesentlich größeres Gästepotential aus Franken und dem Süden Deutschlands in den Thüringer Wald.

Das ist eine Forderung, die schon weit in die Regionalplanung geht. Gutes Beispiel, wie das über viele Gemeindegrenzen hinweg in einer Region gelingen kann, ist die Initiative Rodachtal e. V. Neben den Bereichen Bauen und Wohnen widmen sich in ihr Gemeinden, Wirtschaft und Politiker vor allem auch der Entwicklung einer touristischen Infrastruktur im ehemals auf bayerischer wie auf der DDR-Seite vernachlässigten Zonenrandgebiet. Ein gerade verabschiedetes Integriertes Entwicklungskonzept sieht die Neuausrichtung der Zusammenarbeit bis 2020 vor. Leitprojekte sind dabei die wichtigsten thematischen Schwerpunkte Back- und Brauhauskultur, Tourismusoffensive Rodachtal und ein multifunktionales (Kern-)Wegenetz.

Die Rathäuser sollten Fremdenverkehrsverbands-Gründungen vielleicht initiieren, aber nur fördernd begleiten. Denn Stadtgrenzen sind in der Tourismusentwicklung hinderlich. Wie andernorts sehen Obst, Gregor oder auch Römhilds Bürgermeister Günther Köhler (Freie Wähler) es als nötig, daß dieser Bereich von Tourismusunternehmern, Fachleuten und engagierten Bürgern in aktiven, regionalen Vereinen am besten gestaltet werden kann.

Wobei aber weder kleine, also örtliche, Vereine noch ein übers ganze Kreisgebiet wirkender den positiven Effekt bringen werden, der nötig ist. Das Kreisgebiet ist gekennzeichnet von drei Landschaftsregionen – dem Heldburger Unterland, dem Grabfeld und der Südseite des Thüringer Waldes -, die ebenso differenzierte Angebote entwickeln müssen wie sie verschiedene Arten potentieller Feriengäste anzusprechen haben. Ein weites Feld …

FRANK FRIEDRICH

Titelbild: FOTOLIA

 

Zur Sache

Der ehemalige Grenzstreifen zwischen DDR und BRD mit seiner Gesamtlänge von 1393 Kilometern stellt das größte Wald- und Offenland-Biotop-Verbundsystem Mitteleuropas dar – eine Perlenkette der Natur, ein Grünes Band.

Mehr als 30 Jahre teilte die Grenze Deutschland von der Ostsee bis ins Vogtland. Im Schatten des Todesstreifens und im grenznahen Raum konnte sich die Natur somit weitgehend unberührt entwickeln. Viele seltene Tier- und Pflanzenarten fanden hier Rückzugsgebiete. Ein wertvolles Biotopverbundsystem ist entstanden. Mit seinen zahlreichen Verbindungsachsen, wie Gewässerläufe und Gehölzstreifen, reicht es weit in die angrenzenden Landschaftsräume hinein.

Thüringen hat mit 743 Kilometern den längsten Abschnitt an diesem Grünen Band. Allein 120 Kilometer der ehemaligen Grenze verlaufen am Rande des Landkreises Hildburghausen. Diese Strecke ist Todesstreifen und zugleich Lebenslinie. Mit ihr ist menschliches Leid verbunden, Vertreibung, Enteignung, Tod. Gleichzeitig haben sich Tiere und Pflanzen im Schatten der Grenze ein Refugium geschaffen, wie es in dieser Dimension in Deutschland einmalig ist.

Hildburghausen: Altstadt-Flair am historischen Rathaus.

Fotos (4): FRANK FRIEDRICH

Erinnerung: Der „Freischütz“-Komponist Carl-Maria von Weber ging in Hildburghausen zur Schule und bekam Klavierunterricht.

Die „Fränkische Leuchte“: Die Veste Heldburg ist Sitz des Deutschen Burgenmuseums.

Rathaus, Marktbrunnen und Dreifaltigkeitskirche St. Nikolai in Eisfeld: Bedeutende Poeten und Denker hinterließen ihre Spuren in der Stadt.

Schloß Bertholdsburg in Schleusingen: Früher Sitz der Grafen von Henneberg und heute beherbergt es das Naturhistorische Museum.

 

Zeugen bewegter Geschichte

Vor der malerischen Kulisse der Gleichberge liegt inmitten des Grabfeldes unweit der Landesgrenze zwischen Thüringen und Bayern die Stadt Römhild. Seit 1993 gehört der Ort im Zuge der damaligen Kreisreform zum Landkreis Hildburghausen. 2013 wurde die heutige Einheitsgemeinde „Stadt Römhild“ mit 14 Ortsteilen gegründet.

Von Römhilds bewegter Geschichte zeugen heute noch erhaltungswürdige Bauwerke im Altstadtbereich. Genannt sei unter anderem das Schloß „Glücksburg”, zumeist spätgotischer Bau um zwei Höfe gruppiert, der im Laufe der fünf Jahrhunderte verschiedenen Zwecken gedient hat. In unmittelbarer Nähe des Schlosses erhebt sich der gotische Bau der Stiftskirche. Umrundet wird das Ensemble durch die gut erhaltene Stadtmauer.

Die Siedlung (locus) Rotmulte, deren Ersterwähnung in der Schenkungsurkunde der Milzer Äbtissin Emhilt an das Kloster Fulda vom 3. Februar 800 beurkundet ist, lag 1000 Meter nordöstlich des heutigen Stadtkerns. Die Verleihung der Stadtrechte ist urkundlich nicht überliefert. Der erste Nachweis eines (Stadt-) Bürgers (civis) stammt aus dem Jahre 1317. Fast 200 Jahre später, als das Stadtschloß erbaut wurde, hat man die Stadtmauer (bis 1488) errichtet.

Im 500jährigen Schloß, ehemals Residenz Henneberger Grafen der Römhilder Linie und des Herzogs Heinrich von Sachsen-Römhild (1676 – 1710), befindet sich seit 1979 das Museum. Der gestaltete Garten mit seinen Großkeramiken und die Ausstellung „Keramik International“ sind der zeitgenössischen Keramik gewidmet. Der restaurierte Festsaal mit seinen Kerbschnitzereien wird als Galerie für Sonderausstellungen, Konzerte und Lesungen genutzt. Eine Sammlung der griechischen Familie Mavrogordato beinhaltet Stücke der römischen und griechischen Antike sowie beeindruckende Künstler- und Charakterpuppen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert. Die Geschichte des Schlosses und der Stadt gehören ebenso zum Ausstellungsangebot wie eine imposante Spielzeugausstellung aus Urgroßmutters Zeiten. Eindrucksvoll ist auch die „Hönn’sche Sammlung“ als Zeugnis der Arbeits- und Lebensbedingungen. Jeweils am vorletzten Augustwochenende bieten die Schloßhöfe eine beeindruckende Kulisse für den Keramikmarkt in Römhild.

Viele Veränderungen prägten das Stadtbild von Römhild. Handwerk, Gewerbe und Landwirtschaft bestimmten zu allen Zeiten das Wirtschaftsgeschehen der Stadt. Besondere Tradition hat dabei das Töpferhandwerk. In einer Schautöpferei kann der Besucher die Herstellung von Töpferwaren beobachten. Töpferwerkstätten der Region und die seit 2009 wieder stattfindenden Keramiksymposien beleben die Tradition des Töpferhandwerks in Römhild.

Eine weitere erhaltene Tradition ist der „Kalte Markt”. Jeweils am letzten Donnerstag im Januar treffen sich seit über 200 Jahren die Händler und Käufer. Als Kram- und Taubenmarkt ausgewiesen, hat sich gerade dieser, trotz der kalten Jahreszeit, in seiner Tradition bis in unsere Gegenwart erhalten.

Im Sattel der Gleichberge gelegen bietet das Steinsburgmuseum, Spezialmuseum für Ur- und Frühgeschichte Südthüringens, anschauliche Einblicke in das wirtschaftliche und kulturelle Leben von der Mittelsteinzeit um 8000 vor Christi bis zum Hochmittelalter. Museum und nahegelegene Steinsburg, die Burg der Kelten vom 5. bis 1. Jahrhundert vor Christi, bilden ein einmaliges Ensemble. Den vorgeschichtlichen Reichtum der Gleichberglandschaft erschließen der Archäologische Wanderweg und der Kelten-Erlebnisweg.

Die Stadt Römhild ist als Unterzentrum im Regionalen Raumordnungsplan Südthüringen (RROP) eingestuft. Ein Gewerbegebiet steht interessierten Investoren zur Verfügung.

Römhild wurde 1991 in die Städtebauförderung – das Bund-Länder-Programm für städtebauliche Entwicklung (BLSE) – aufgenommen. Öffentliche Gebäude wie zum Beispiel Rathaus, Kindergarten, Teile des Schlosses „Glücksburg“, das ehemalige Volksbad, das Pfarrhaus, das Dach der Stiftskirche und nicht zu vergessen die Friedhofskirche, welche im Jahr 2008 mit dem Thüringer Denkmalschutzpreis ausgezeichnet wurde, konnten mit Zuschüssen aus diesem Förderprogramm grundhaft und nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten aufwendig saniert und damit erhalten werden, wozu auch die Regelschule Römhild zählt. 2010 weihte die Stadt Römhild das neu errichtete Feuerwehrgerätehaus ein.

2014 wurden städtebauliche und Straßenbaumaßnahmen im Altstadtgebiet realisiert. Darüber hinaus wurden und werden Sanierungsarbeiten am Schloß „Glücksburg“ durchgeführt.

Im Jahr 2013 wurde die heutige „Einheitsgemeinde“ Stadt Römhild gegründet, zu der insgesamt 14 Ortsteile gehören.

PI-SR

Römhilder Stadtansicht, Schloß, Steinsburgmuseum und Steinsburg: Eindrucksvolle Zeugnisse.              Fotos (4): SR-ARCHIV

 

Vorteilhafte Lage

Die Stadt Eisfeld liegt eingebettet in eine der schönsten Regionen Thüringens und bietet sowohl wirtschaftlich als auch touristisch jede Menge Möglichkeiten.

Das Obere Werratal ist an landschaftlicher Vielfalt und Schönheit kaum zu überbieten: atemberaubende Landschaften und Natur, der Thüringer Wald, Perlen der deutschen Burgen und Schlösser, historische Fachwerkgebäude, blumige Auen und Kultur. Die erste Stadt am Oberlauf der Werra ist Eisfeld. Der Ort liegt eingebettet in eine der schönsten Regionen Thüringens.

Noch heute künden Burgen und Schlösser von der Macht einstiger Herrscher. Bedeutende Poeten, Maler, Bildhauer und Denker hinterließen ihre Spuren, die bis heute in kulturellen Traditionen fortwirken. Der Werra-Burgensteig, der Lutherweg und das Grüne Band führen durch Eisfeld.

Die Stadt Eisfeld mit ihren zirka 6000 Einwohnern liegt im geographischen Zentrum Deutschlands, im südlichen Eingangsbereich zum Thüringer Wald. Sie ist verkehrstechnisch sehr gut angebunden an die Autobahn A73 mit zwei Auf- und Abfahrten. Die Bundesstraßen B4, B89 und B281 kreuzen sich hier und die Werratal-Eisenbahnverbindung macht auch einen Güterumschlag möglich. Für die Ansiedlung neuer Unternehmen stehen im Gewerbegebiet „Eisfeld-Süd“ und in der geplanten Erweiterung „südlicher Gutsweg“ über 40 Hektar zur weiteren Erschließung zur Verfügung. Oberzentren wie Erfurt und Nürnberg sind mit dem Auto innerhalb einer Stunde zu erreichen. Diese zentrale Lage in Deutschland birgt nicht nur logistische Vorteile als kurze Verbindung mit den Regionen Coburg, Nürnberg, Schweinfurt und Würzburg, sondern ermöglicht es, in einer natürlichen abwechslungsreichen Landschaft zu leben.

Die Stadt und ihre Umgebung verfügen zudem über ein hohes Potential an hochqualifizierten Fachkräften der verschiedensten Berufsbranchen, insbesondere in der Metallbe- und -verarbeitung, der Elektro- und Präzisionsmechanik, der Textil-, Polstermöbel- und Möbelherstellung sowie des Werkzeug-, Maschinen- und Gerätebaus. Das neue Ausbildungszentrum für Metallberufe im Gewerbegebiet Eisfeld-Süd bietet den Gewerbetreibenden die Möglichkeit, Lehrlinge vor Ort auszubilden und zu schulen.

Für Erholungs- und Sportmöglichkeiten ist gesorgt. Die verschiedenen Leistungsanbieter im näheren Umkreis haben für jeden Interessenten die passenden Angebote. Egal ob Radfahren, Wandern, Baden, Spiel und Spaß oder im Winter Skifahren, die Region um Eisfeld bietet vielerlei Möglichkeiten. Die Eisfelder Vereine bieten ein breites kulturelles Spektrum. Die Theaterhäuser in Coburg, Hildburghausen und Meiningen sind in kürzester Zeit mit dem Pkw zu erreichen.

Über den Verknüpfungspunkt des öffentlichen Personennahverkehrs „Bahnhof Eisfeld“ sind Coburg, Meiningen, Neuhaus, Sonneberg und Suhl angebunden.

Jährlich findet zu Pfingsten das traditionelle „Eisfelder Kuhschwanzfest“ statt, dessen Wurzeln auf eine Musterung der wehrfähigen Männer der Stadt Eisfeld aus dem Jahre 1608 zurückgehen.

Die Verteidigungseinrichtungen der mittelalterlichen Stadt sahen vor, daß jeder Bürger zwischen dem 18. und 60. Lebensjahr verpflichtet war, zum Schutz des Gemeinwesens beizutragen, an den wöchentlichen Waffenübungen teilzunehmen und für die Ausrüstung der Mannschaften einen Beitrag zu leisten. Als Herzog Johann Casimir von Sachsen-Coburg angesichts der sich angekündigten Kriegsgefahr zu Beginn des 17. Jahrhunderts dazu überging, die Verteidigungseinrichtungen seines kleinen Landes neu zu ordnen, berief er für den 17. Juni 1608, dem dritten Pfingstfeiertag, eine Musterung der sogenannten Ausschüsse nach Eisfeld ein.

Wie die Sonneberger Zeitung 1885 berichtete, war die Bezeichnung „Kuhschwanzfest“ eine boshafte Anspielung der einstigen Residenzstadt Hildburghausen auf das Fest der „Asfaller Hammelsäck“, bei dem die Festwagen von Ochsen und Kühen gezogen wurden. Dies ging zurück auf die bäuerliche Tradition Eisfelds, in der einst Schaf- und Rinderzucht und das lederverarbeitende Handwerk, aber auch Leinenweberei und Tuchmacherei eine große Rolle spielten. Pfingsten in Eisfeld, das bedeutet alle Tage Volksfest, Bierzelt, Live-Musik und am Pfingstdienstag ab 10 Uhr Wachaufzug und historischer Markt, ab 18 Uhr Kommandantenritt und Festumzug.

PI-SE

Eisfelder Impressionen: Spuren, die fortwirken.

Fotos (4): SE-ARCHIV

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Die Ausgabe 2/2017 berichtet über die Herausforderung, wachsende Städte und schrumpfende Regionen im Freistaat gemeinsam zu entwickeln.

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