02-2015

Februar 2015
 

 

27.02.2015: Nicht nur an der Oberfläche kratzen

Neue Tourismus-Struktur für die Destination Rhön: Region läßt nach fundierter strategischer Grundlage für die Zukunft suchen.

Die Rhön ist auf der Suche nach einer neuen Tourismus-Struktur, die in der Lage ist, auf die Herausforderungen der Zukunft und den Wettbewerb der touristischen Regionen untereinander schlagkräftig zu reagieren. Die Regionale Arbeitsgemeinschaft (Arge) Rhön hat die in Berlin ansässige BTE Tourismus- und Regionalberatung mit der Erarbeitung eines entsprechenden Konzeptes beauftragt.

Die Rhön sei keine einfache, homogene Destination, erklärt Dr. Alexander Schuler, Geschäftsführender Gesellschafter von BTE und Leiter des Berliner Büros: „Die Zusammenarbeit funktioniert über drei Bundesländer und fünf Landkreise hinweg. Daneben haben wir mit den Naturparken und dem Biosphärenreservat sowie den verschiedenen Verwaltungsstellen weitere Akteure, die sich im Tourismus engagieren. Verschiedene regionale private Initiativen haben sich zu Vermarktungskooperationen zusammengefunden. Außerdem gibt es die Dachmarke Rhön als länderübergreifende Initiative, die aber keinen Auftrag im Tourismus hat.“

Daher habe man es als notwendig erachtet, mit möglichst vielen Beteiligten intensive Gespräche zu führen, berichtet Schuler, „beispielsweise mit den Tourismusorganisationen der drei Länder, den Landräten als politisch Verantwortliche sowie der Dachmarke Rhön und verschiedenen Leistungsträgern vor Ort. Möglichst schnell wollten wir uns selbst einen Überblick verschaffen und ein Stimmungsbild einholen. Das erklärte Ziel aller Akteure ist es, daß die Struktur verbessert werden muß.“ Die gewonnene Sicht von außen soll mit den Akteuren der Region nun auf einer „Zukunftswerkstatt“ am 10. März 2015 diskutiert werden.

„Die Rhön ist jetzt an einem Punkt, wo sie zwar merkt, daß in der Vergangenheit viel erreicht werden konnte, wo sie aber auch sieht, daß sie mit der derzeitigen Struktur nicht weiter vorankommt“, analysiert Tourismusexperte Dr. Alexander Schuler. In Zukunft werde eine noch stärkere, grenzüberschreitende Zusammenarbeit notwendig sein: „Zentral sind eine klare Aufgabenteilung und Abstimmung. Welche Rechtsform die neue Struktur dabei hat, ist eher sekundär. Eine GmbH ist nicht unbedingt besser oder schlechter als ein Verein. Alles hängt davon ab, wie innovativ die Struktur und Prozeßorganisation ist, wie innovativ die Mitarbeiter sind und wie innovativ ein Geschäftsführer oder eine Geschäftsführerin den Tourismus in der Rhön voranbringt.“

Auftrag des Beratungsunternehmens sei es allerdings nicht, die Struktur mit neuen Köpfen zu besetzen, sondern zunächst die notwendigen Personalprofile zu erarbeiten. „Sicher ist“, so Schuler, „daß es im heutigen Destinationsmanagement stärker als bisher moderierender Fähigkeiten bedarf und sich die Arbeit nicht nur nach außen, sondern auch nach innen richten muß. Ein unverwechselbares Profil für die Rhön nach außen bedarf auch ehrlicher und erlebnisreicher Angebote und Produkte in der Destination, die diesem Profil entsprechen. Öffentliche und private Partner müssen hierfür in Netzwerken intensiv zusammenarbeiten und an einem Strang ziehen.“

Die neue Destinationsmanagement-Organisation müsse diese Netzwerke koordinieren und moderieren: Für diesen Weg werde eine Vision und strategisches Handeln mit einer taktischen Perspektive von mindestens fünf bis zehn Jahren benötigt. Für Schuler steht eines fest: „Der Wettbewerb der Destinationen untereinander ist härter geworden, denn auch andere Destinationen haben sich neu aufgestellt. Will eine Region im Wettbewerb mithalten, darf sie nicht nur an der Oberfläche kratzen, sondern muß sich in der Organisation, im Management und im Marketing kontinuierlich hinterfragen.“

PI-FJBR

 

27.02.2015


26.02.2015: Widerstreitende Interessen

Leitfaden für einen verträglichen Stadtverkehr: Start der ADAC-Expertenreihe „Nachhaltige Mobilität in Städten und Gemeinden“ in Gera.

Mobilität ist Voraussetzung für viele Lebensbereiche wie Arbeit, Ausbildung, Einkauf oder Freizeitgestaltung. Gleichzeitig beeinträchtigen negative Verkehrsauswirkungen wie Stau, Lärm und Abgase die Lebensqualität. Dies spiegelt sich auch im Verhalten der Menschen wider: Als Autofahrer oder Nutzer des öffentlichen Personennahverkehrs legen sie Wert auf schnelle Mobilität, als Anwohner vor allem auf Verkehrsberuhigung und Wohnqualität. Lösungsansätze, wie Städte diese widerstreitenden Interessen miteinander in Einklang bringen können, zeigt der ADAC im Rahmen seiner diesjährigen Expertenreihe „Nachhaltige Mobilität in Städten und Gemeinden“.

Die ADAC Regionalclubs Hessen-Thüringen und Sachsen luden zur Auftaktveranstaltung der Expertenreihe am 26. Februar 2015 nach Gera ein. Experten aus Wissenschaft und Praxis referierten über die verschiedenen Aspekte einer sicheren, umweltfreundlichen, bezahlbaren und bedarfsgerechten Mobilität.

Sinnvolle verkehrspolitische Maßnahmen sollten auf intelligente Weise Verkehrsmittel vernetzen. Verträgliche Mobilität läßt sich jedoch nicht durch einseitige Beschränkungen des motorisierten Verkehrs erreichen, sondern durch attraktive Angebote, bessere Kommunikation und umfassende Informationen über Alternativen.

„Die Mobilität in all ihren Facetten zu erhalten und die Güterversorgung zu sichern, ohne daß der Verkehr langfristig Mensch und Umwelt übermäßig belastet – das sind die Ziele einer nachhaltigen Mobilität“, sagt Siegfried Wetterau, Vorstandsmitglied für Verkehr, Umwelt und Technik des ADAC Hessen-Thüringen e. V.

MANUELA TÜROFF

 

26.02.2015


25.02.2015: Kritischer Journalismus wünschenswert

Kein medienrechtlicher Verstoß in der Sendung „Thüringer Politik TV“ mit der Rubrik „Ramelow & Co.“ vom 17. Januar 2015: Ausschuß für Programm und Jugendschutz der Thüringer Landesmedienanstalt bekräftigt meinungsbildende Rolle des lokalen Fernsehens.

Die Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) hat mit Bescheid vom 25. Februar 2015 das Verfahren gegen die Erfurter Lokalfernsehveranstalterin Salve.TV wegen des Verdachts des Verstoßes gegen journalistische Grundsätze in der Sendung „Thüringer Politik TV“ mit der Rubrik „Ramelow & Co.“ eingestellt.

In dem zirka siebenminütigen Teil der insgesamt viertelstündigen Gesamtsendung wurde der Thüringer Ministerpräsident bei öffentlichen Terminen begleitet. Diese Szenen wurden mit Auszügen aus einem mit dem Regierungschef geführten Interview des Senders unterlegt. Bei dem Interview, das auch Teil der Rubrik war, war kein Redakteur im Bild erkennbar.

Nach eingehender Prüfung der Sach- und Rechtslage sowie der Stellungnahme der Veranstalterin, so TLM-Direktor Jochen Fasco, handelt es sich bei der Sendung „Thüringer Politik TV“ mit der Rubrik „Ramelow & Co.“ nicht um verfassungswidriges Staatsfernsehen oder unzulässige politische Werbung. Es wurde kein Einfluß auf die Veranstalterin ausgeübt. Sie traf als Ausfluß ihrer Programmfreiheit selbst die redaktionellen Entscheidungen über Bild- und Tonauswahl sowie die Zusammenstellung des Materials.

Unabhängig vom konkreten Aufsichtsverfahren befaßte sich auch der TLM-Ausschuß für Programm und Jugendschutz in seiner Sitzung am 24. Februar 2015 mit dem aktuellen Politik-Format im Lokal-TV. Die Mitglieder diskutierten mit den Verantwortlichen der Veranstalterin insbesondere über die Erwartungen, die an die Qualität journalistischer Berichterstattung im lokalen Fernsehen zu stellen sind. Die Vorsitzende des Ausschusses, Dr. Inge Schubert, machte deutlich, daß kritischer Journalismus im lokalen Fernsehen wünschenswert ist, das dies aber nicht bedeuten kann, daß jeder Beitrag diesem Anspruch entsprechen muß. Im Ergebnis machte das Gremium deutlich, daß Lokal-TV durch Informationsvermittlung und Meinungsbildung als wichtige Bereicherung der Rundfunklandschaft eingeschätzt wird.

PI-TLM

 

25.02.2015


25.02.2015: Negativtrend umgekehrt

Thüringer Tourismusbranche im Aufwind.

„Die Thüringer Tourismusbranche ist im Aufwind“, sagte Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) anläßlich der Bilanz für das Jahr 2014, die das Thüringer Landesamt für Statistik am 24. Februar 2015 herausgegeben hat. „Thüringen liegt mit einem Zuwachs von drei Prozent bei den Übernachtungen wieder im Bundestrend.“ Damit habe der Freistaat im vergangenen Jahr den Negativtrend umgekehrt. Im Jahr 2013 hatte Thüringen bei den Übernachtungen noch ein Minus von 1,6 Prozent und lag damit unter dem Bundesschnitt (D: + 1,1 Prozent Übernachtungen in 2013).

Über 9,8 Millionen Übernachtungen konnte Thüringen im vergangenen Jahr verzeichnen. Die Zugpferde für die hohen Zahlen sind die Städte Eisenach, Erfurt, Jena und Weimar mit fast 2,1 Millionen Übernachtungen und einem Plus von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr 2013. Außerdem der Thüringer Wald mit über 4,3 Millionen Übernachtungen und einem Plus von 4,1 Prozent gegenüber 2013. Und auch die Welterberegion Wartburg/Hainich erfreut sich mit einem Plus von 5,1 Prozent wachsender Beliebtheit und zieht immer mehr Besucher an. „Es spricht sich herum, daß Thüringen eine interessante und vielfältige Mischung aus Kultur und Natur zu bieten hat.“

Gleichzeitig warnte der Minister davor, sich auf diesen Zahlen auszuruhen. „Damit wir verlorene Marktanteile zurückgewinnen und das Wachstum dauerhaft ist, braucht die Thüringer Tourismusbranche einen deutlichen Qualitätsschub bei Angebot und Service“, sagte Tiefensee. „Hier muß weiterhin an vielen Stellschrauben gedreht werden.“ Gefragt sei jeder, der direkt oder indirekt in der Tourismuswirtschaft tätig ist.

Um die Qualität bei Angebot und Infrastruktur zu steigern, habe das Wirtschaftsministerium im Jahr 2014 insgesamt 44 Maßnahmen im Tourismus unterstützt. Mit einer Förderung in Höhe von über 25 Millionen Euro konnten Investitionen in Höhe von rund 39 Millionen Euro ausgelöst werden. Davon wurden 32 Maßnahmen aus der GRW-Infrastruktur (Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“) gefördert. Mit einem Zuschuß von 22 Millionen Euro wurde eine Investition von 26 Millionen Euro ausgelöst.

Ein erfolgreiches Projekt war auch das ESF-geförderte „Beratungsnetzwerk Thüringen“, das vor einem Jahr von der Thüringer Tourismus GmbH gestartet wurde, und das zur Qualitätssteigerung beigetragen hat. Innerhalb eines Jahres wurden 450 nicht klassifizierte Betriebe beraten und 20 Workshops mit 193 Teilnehmern abgehalten. Das Projekt fand eine deutschlandweite Beachtung und wurde für den Deutschen Tourismuspreis nominiert.

LARISSA SCHULZ-TRIEGLAFF

 

25.02.2015


24.02.2015: „Großer Gewinn“

X-Fab eröffnet neue Mems-Fabrik in Erfurt.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) eröffnete am 24. Februar 2015 gemeinsam mit dem CEO der X-Fab-Gruppe, Rudi De Winter, den Reinraum der neuen Mems-Fabrik. Auf einer Fläche von 1300 Quadratmetern sollen am Standort Erfurt-Südost zukünftig innovative mikroelektromechanische Bauelemente und Sensoren (Mems) gefertigt werden.

Zu den gefertigten Mems-Bauelementen gehören Druck- und Beschleunigungssensoren, Mikrofone und Mikrofluidiksysteme, die zum Beispiel im Automobil, in Smartphones oder in der Medizintechnik zum Einsatz kommen. Insgesamt investiert das Unternehmen rund 40 Millionen Euro in den Ausbau der Mems-Fertigungskapazitäten in der Thüringer Landeshauptstadt. Das Thüringer Wirtschaftsministerium fördert das Projekt mit rund elf Millionen Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW).

Die Ansiedlung dieses hochinnovativen Geschäftsfelds sei ein großer Gewinn für die Thüringer Wirtschaft, sagte Tiefensee: „Mit der neuen Produktionsstätte wird der traditionelle Mikroelektronik-Standort Erfurt nachhaltig gestärkt.“ Thüringen brauche wirtschaftliche Zugpferde wie X-Fab, die vor Ort für Wachstum, Beschäftigung und innovative Impulse sorgen. Das Wirtschaftsministerium werde die Entwicklung des Unternehmens auch weiter nach Kräften unterstützen.

„Mems-Technologien sind weltweit stark gefragt, die Wachstumsaussichten für diesen Bereich sehr positiv. Die neue Fabrik erweitert damit nicht nur unsere technologischen Möglichkeiten und Fertigungskapazitäten, sondern stärkt auch den X-Fab-Standort Erfurt ganz wesentlich“, sagte Rudi De Winter, CEO der Unternehmens-Gruppe. „Mit dem Thüringer Wirtschaftsministerium, der Thüringer Aufbaubank und der LEG Thüringen haben wir starke Partner an unserer Seite, die uns bei der Investition in eine neue Mems-Fabrik hervorragend unterstützt und die Entscheidung für den Standort Erfurt erst möglich gemacht haben.“

Das Unternehmen hatte im September 2012 die Förderzusage erhalten. Im Mai 2014 wurde ein Mietvertrag zwischen X-Fab und der LEG Thüringen über einen Hallenkomplex am Stammsitz des Unternehmens unterzeichnet. Nach erfolgter Baugenehmigung konnte mit dem Reinraumausbau im Sommer 2014 begonnen werden. Mit der Fertigstellung und Inbetriebnahme des Reinraumes erfolgt nun die Installation und Vorbereitung der Fertigungsanlagen für die Produktion. Die Prototypenfertigung ist für die zweite Jahreshälfte vorgesehen, so daß im ersten Quartal nächsten Jahres mit der Volumenproduktion begonnen werden kann.

STEPHAN KRAUSS

 

24.02.2015


23.02.2015: Alte Pracht

Oberkirche Arnstadt öffnet wieder für Besucher.

Am 28. Februar und 1. März 2015 endet die Winterpause für die Oberkirche. Der Verein Oberkirche Arnstadt e. V. öffnet für Besucher wieder zu den üblichen Zeiten samstags und sonntags jeweils von 11 bis 15 Uhr die Oberkirche.

Mittlerweile ist die Taufe wieder in ihrer alten Pracht erblüht, denn nun sind auch die restaurierten Tauffiguren angebracht.

Auch der Adelsstand wurde fast fertig wiederhergestellt. Der Schwerpunkt dabei lag im wesentlichen auf der statischen Sicherung, der Konservierung und Vervollständigung. Auch wenn noch einige der restaurierungsbedürftigen Bilder fehlen, prägt diese zweigeschossige Loge wieder den Raumeindruck wie ehedem. Für die Restaurierung der noch fehlenden Bilder werden noch Spender gesucht.

Auch der große Epitaph für den Schwarzburger Ratsherren Nicolaus Scheller gleich neben dem Adelsstand ist wieder in ehemaliger Pracht zu sehen.

Auch wenn schon viel geschehen ist, bis zum Lutherjahr 2017 bleibt noch allerhand zu tun. In diesem Jahr steht die Ausstattung an der Nordwand mit der Kanzel von Burchard Röhl im Mittelpunkt der baulichen Maßnahmen.

PM-OKA

 

23.02.2015


23.02.2015: Gutachten in Auftrag

Beteiligung der Messe Erfurt GmbH an der Betreibergesellschaft für die Multifunktionsarena.

Der Aufsichtsrat der SWE Stadtwerke Erfurt GmbH hat am 20. Februar einen Beschluß zur Beteiligung der SWE Stadtwerke Erfurt GmbH an der Betreibergesellschaft für die Arena Erfurt gefaßt. Das Aufsichtsgremium sprach die Empfehlung für eine Beteiligung der SWE Stadtwerke Erfurt GmbH an der Betreibergesellschaft aus. Das Modell der Stadt Erfurt zur Betreibung der Arena sieht die Gründung der „Arena Erfurt GmbH“ durch die beiden Gesellschafter Stadtwerke Erfurt GmbH und Messe Erfurt GmbH vor. Die SWE Stadtwerke Erfurt GmbH soll sich als Mehrheitsgesellschafterin zu 51 Prozent beteiligen, die übrigen Gesellschaftsanteile von 49 Prozent wird die Messe GmbH halten.

Bereits am 18. Februar 2015 tagte der Aufsichtsrat der Messe Erfurt GmbH zum einzigen Tagesordnungspunkt Multifunktionsarena. Das Gremium hatte im Sommer 2014 Messegeschäftsführer Wieland Kniffka beauftragt, sich an der Ausschreibung zur Betreibung der künftigen Multifunktionsarena zu beteiligen. Der Aufsichtsrat steht einer Beteiligung der Messe an der Betreibergesellschaft grundsätzlich positiv gegenüber, beauftragte die Messegesellschaft aber, ein zusätzliches Rechtsgutachten erstellen zu lassen mit dem Ziel, jegliche rechtlichen und geschäftlichen Restrisiken in den entsprechenden Verträgen auszuschließen.

„Das ist der richtige Weg“, sagt Kniffka. „Ein Projekt dieser Größenordnung, das von Landesregierung und Stadt mitgetragen wird, muß unter allen Aspekten wasserdicht gemacht werden.“ Das Gutachten soll Mitte März vorliegen, unmittelbar danach wird sich der Aufsichtsrat der Messe Erfurt GmbH zur abschließenden Sitzung erneut treffen.

Am 4. März 2015 wird der Erfurter Stadtrat über die künftige Betreibergesellschaft abstimmen.

ISABELL SCHÖPE

 

23.02.2015


20.02.2015: „Echter Bedarf“

Neue Dienstleistung zum Geschäftsbrief: Im BriefStudio ist der Name Programm.

Wer nicht gern Briefe schreibt, kann jetzt auf professionelle Hilfe bauen: Mit dem BriefStudio hat Sylke Schröder ihre 15 Jahre alte Geschäftsidee umgesetzt. Das Unternehmen will seine Arbeit in den Dienst guter Briefe stellen. Schwerpunkt ist der Geschäftsbrief. Dabei soll sich die Qualität der vom BriefStudio getexteten Briefe am Dreiklang von Struktur, Verständlichkeit und lebendiger Sprache messen lassen.

Nach Meinung der Gründerin sind Geschäftsbriefe oft ebenso vernachlässigte wie unterschätzte Botschafter der Unternehmensmarke: „Jeder Brief, den ich lese, klickt in meinem limbischen System auf Plus oder Minus. Wir können uns dieser Wirkung nicht entziehen, auch im Geschäftsleben nicht, aber uns bewußt werden, daß jeder Brief etwas über den Schreiber und sein Unternehmen aussagt. Entweder empfinden wir, was wir lesen, als angenehm und stimmig, oder es fühlt sich nicht gut an.“ Wer das erkennt, so Sylke Schröder, ist mit seinem Unternehmen schon auf dem Weg zu einer Briefkultur, die die eigene Marke stärkt.

Die Firma will sich auf zwei Geschäftsfelder konzentrieren: Briefdesign und Briefseminare. Beide Angebote richten sich an Unternehmen; letzteres auch an Seminaranbieter. Beim Briefdesign geht es vor allem um die „schweren Brocken“. Das sind Briefe, mit denen sich Büromenschen schwer tun, zum Beispiel die Antwort auf eine Beschwerde, die Ankündigung einer Preiserhöhung oder ein Brief bei einer drohenden Krise. „Meine Erfahrung zeigt, daß ein empfindsamer Brief ähnlich wirkt wie eine Friedenspfeife“, sagt die Gründerin, die ein weiteres Betätigungsfeld im Erstellen und Überarbeiten von Briefvorlagen sieht. Auch Leitartikel für Geschäftsberichte und andere Unternehmenspublikationen gehören zum Angebot. Dabei betont Sylke Schröder, daß ein flotter Schreibstil noch keinen guten Brief ausmacht. Wichtiger sind ihr Struktur und Verständlichkeit: „In meiner beruflichen Praxis habe ich immer wieder beobachtet, daß die Menschen wenig Lust und Zeit haben, ihre Gedanken zu ordnen, ehe sie anfangen, einen Brief zu schreiben.“

Die Liebe zum Geschäftsbrief und jahrelange Erfahrung in der Betriebsorganisation und Unternehmenskommunikation waren die Gründungsimpulse für das neue Unternehmen. „Zudem hat sich im Laufe der Zeit mein Gefühl verstärkt, daß es hierfür einen echten Bedarf zu geben scheint“, verrät Sylke Schröder, die ihren Erstberuf zur „Staatlich geprüften Sekretärin“ mit Auszeichnung absolviert hat. Nach der Wende schulte sie zur Bankerin um und arbeitete 23 Jahre in einer Bank - mit den Schwerpunkten Marketing, Kommunikation und Direktvertrieb. Bis 2014 war Sylke Schröder in einer Thüringer Bank Vorstand für Kommunikation.

PM-BS

 

20.02.2015


19.02.2015: Notwendiger Diskurs

Thüringer Landtagspräsident in der Thüringer Landesmedienanstalt: „Mediale Teilhabe wichtig für politische Bildung“.

Der Präsident des Thüringer Landtags, Christian Carius (CDU), besuchte am 18. Februar die Thüringer Landesmedienanstalt (TLM), um sich vor Ort über Tätigkeitsschwerpunkte, insbesondere die Erfahrungen bei der Vermittlung von Medienkompetenz im Thüringer Medienbildungszentrum der TLM zu informieren.

In einem regen Informations- und Meinungsaustausch mit TLM-Direktor Jochen Fasco ging es um aktuelle medienpolitische Themen, wie die aktive Rolle der TLM bei der Weiterentwicklung des Medienstandorts Thüringen, die veränderten Anforderungen im Jugendmedienschutz bei Fernsehen, Internet und Handy, die rasante Entwicklung der Medientechnik sowie die Perspektiven der Bürgermedien in Thüringen als zugangsoffene und lebendige Orte der Zivilgesellschaft.

Darüber hinaus informierten sich der Präsident des Landesparlaments bei einem Rundgang durch das Thüringer Medienbildungszentrum der TLM (TMBZ) im Gespräch mit Pädagoginnen und Pädagogen über das breite Tätigkeitsspektrum in der praktischen Medienbildungsarbeit, zum Beispiel in Schule, Kindergarten sowie Jugend- und Mehrgenerationen-Einrichtungen.

Landtagspräsident Carius zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt der Aufsichts- und Gestaltungsaufgaben der TLM sowie ihrem besonderen Engagement bei der Vermittlung von Medienkompetenz und der Stärkung des Medienstandortes und betonte die Relevanz von Medienvielfalt für die aktive demokratische Gesellschaft. „Es ist wichtig, daß auch zukünftig kleine, lokale Radio- und Fernsehveranstalter aktiv journalistisch tätig sind. Ihre mediale Teilhabe trägt zur politischen Bildung bei und unterstützt den in der demokratischen Gesellschaft notwendigen Diskurs.

PI-TLM

 

19.02.2015

Reger Informations- und Meinungsaustausch: Jochen Fasco, Direktor der Thüringer Landesmedienanstalt (links), und Thüringens Landtagspräsident Christian Carius (CDU).

Foto: TLM-ARCHIV

 


18.02.2015: „Brückenbauer“

Japanische Universität beruft Erfurter Wissenschaftler: Thomas Ortlepp wird künftig Lehrstuhl für Sensorik an der Yokohama National University leiten.

Der wissenschaftliche Leiter des CiS Forschungsinstituts für Mikrosensorik in Erfurt, Dr. Thomas Ortlepp, ist auf den neu eingerichteten Lehrstuhl für Sensorik und energieeffiziente Mikroelektronik an der Yokohama National University in Japan berufen worden. Das teilten das CiS und das Thüringer Wissenschaftsministerium am 18. Februar 2015 in Erfurt mit. Die Ernennung zum „Distinguished Professor“ (Professor mit Lehrstuhl und Leitungsfunktion) erfolgte am 17. Februar im Rahmen einer feierlichen Zeremonie am Institut für Angewandte Wissenschaften der Yokohama University durch den Präsidenten der Universität, Professor Kunio Suzuki.

„Die Berufung ist ein Beleg für die herausragenden und international beachteten Forschungsleistungen am Wissenschaftsstandort Thüringen“, sagte Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), der Ortlepp zu der Berufung herzlich gratulierte. „Thomas Ortlepp wird damit zu einem Brückenbauer zwischen Thüringen und Japan“, so der Minister. Es sei erfreulich, daß Ortlepp seine Funktion als Leiter für Forschung und Entwicklung am CiS Forschungsinstitut weiter ausüben werde. „Damit besteht für das CiS als wirtschaftsnahe Forschungseinrichtung jetzt der direkte Anschluß an die japanische und internationale Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Sensorik und Mikroelektronik und zugleich die Chance, neueste Erkenntnisse schnell in neue Produkte und Verfahren umzusetzen.“

Die Berufung nach Yokohama basierte nicht auf einer klassischen Ausschreibung, bei der nur unter den eingehenden Bewerbungen ausgewählt werden kann, sondern die Universität beruft einen der weltweit renommiertesten Experten für das jeweilige Fachgebiet. Professor Ortlepp, der bereits seit 2005 intensive Beziehungen zur National University pflegt, wird den Lehrstuhl in Yokohama überwiegend beratend leiten. Die Universität in Yokohama habe bewußt die Kooperation mit dem CiS als wirtschaftsnaher Forschungseinrichtung in Deutschland gesucht, da ein vergleichbares Modell für die angewandte Industrieforschung in Japan nicht existiere, sagte der Erfurter Wissenschaftler.

Sein zentrales Thema werde die Sensorik bleiben, ohne die die vierte industrielle Revolution – die sogenannte „Industrie 4.0“ – nicht denkbar sei. „Die zukünftige Industrieproduktion wird geprägt sein durch eine starke Individualisierung der Produkte unter den Bedingungen einer flexiblen und kostengünstigen Großserienfertigung“, sagte Ortlepp. „Das wird zu einem rasanten Anstieg der Nachfrage nach leistungsfähigen und gleichzeitig energieeffizienten Sensoren führen.“ Das CiS-Institut in Erfurt – das unter anderem auch die Siliziumdetektoren für das Atlas-Experiment am Schweizer Kernforschungszentrum Cern geliefert hatte, bei dem der Nachweis für einen der letzten Bausteine der Theorie der Elementarteilchen (das sogenannte Higgs-Boson) erbracht werden konnte – wolle bei diesem Thema auch künftig eine führende Rolle spielen.

Dr. Thomas Ortlepp, 1972 in Thüringen geboren, hat nach einer Berufsausbildung als Industriemechaniker an der TU Ilmenau Mathematik und Technische Informatik studiert und anschließend im Fach Theoretische Elektrotechnik promoviert. Danach forschte Ortlepp als Postdoktorand an der Universität Twente in Holland auf dem Gebiet der Tieftemperaturphysik, ehe er an die TU Ilmenau zurückkehrte und dort habilitierte. Er hielt Gastvorlesungen an der Universität in Sofia (Bulgarien), Stellenbosch (Südafrika) und Yokohama (Japan). Im Jahr 2010 wechselte Ortlepp an die Universität Berkeley in Kalifornien. Im Rahmen eines Industrieprojektes leitete er ein Projekt zum Design und Systemtest für ein hybrides Hochleistungsspeichersystem für Supercomputer. 2013 kam er schließlich an das CiS Forschungsinstitut für Mikrosensorik in Erfurt und ist dort stellvertretender Institutsleiter und Leiter Forschung, Entwicklung und Technologie.

Die 1993 gegründete CiS Forschungsinstitut für Mikrosensorik GmbH mit Sitz in Erfurt ist eine wirtschaftsnahe Forschungseinrichtung mit ausgewiesenen Kompetenzen in der Mikrosystemtechnik, der Mikrosensorik und der Siliziumverarbeitung. Als einzige deutsche Forschungseinrichtung ist das CiS in der Lage, Siliziumdetektoren in höchster Qualität für hochspezialisierte Anwendungen serienmäßig herzustellen. Derzeit arbeiten am CiS rund 100 Forscher. Für rund sechs Millionen forscht und produziert CiS im direkten Auftrag für die Industrie auf dem Gebiet der Hochtechnologie und ist ein zuverlässiger Partner für viele Klein- und mittelständische Unternehmen. Dazu kommt ein gleich großer Anteil an öffentlichen Forschungsprojekten. Das Thüringer Wirtschaftsministerium hat das CiS seit 1993 mit rund 20 Millionen Euro gefördert.

Die 1876 gegründete Yokohama National University ist eine der führenden japanischen Universitäten auf dem Gebiet der Ingenieurwissenschaften und Naturwissenschaften. Die Universität bildet derzeit fast 10.000 Studenten aus. Der Anteil ausländischer Studenten ist mit neun Prozent für japanische Verhältnisse sehr hoch.

STEPHAN KRAUSS

 

18.02.2015

Prof. Kunio Suzuki, Präsident der Yokohama National University, überreicht die Ernennungsurkunde zum Distinguished Professor an Dr. Thomas Ortlepp

Foto: CISE-ARCHIV)

 

18.02.2015: Erfolgsfaktor Bekanntheit

Bewerbungsendspurt für „IQ-Innovationspreis Mitteldeutschland“: Mehrfache Gewinnchancen haben auch alle Teilnehmer aus Thüringen.

Start frei zum offiziellen Bewerbungsendspurt für den diesjährigen Wettbewerb um den IQ-Innovationspreis Mitteldeutschland. Noch bis zum 11. März 2015 können marktfähige Innovationen aus den mitteldeutschen Clustern Automotive, Life Sciences, Chemie/Kunststoffe, Energie/Umwelt/Solarwirtschaft und Informationstechnologie kostenfrei im Internet eingereicht werden.

„Die Bekanntheit bei der angestrebten Zielgruppe gehört zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren bei der Markteinführung innovativer Produkte, Verfahren und Dienstleistungen. Mit dem IQ-Innovationspreis Mitteldeutschland bieten wir deshalb Unternehmen, Existenzgründern und Wissenschaftlern aus der Region eine einzigartige Plattform, um ihre Innovationen einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen“, erklärte Jörn-Heinrich Tobaben, Geschäftsführer der Metropolregion Mitteldeutschland Management GmbH. Potentielle Interessenten sollten deshalb jetzt die Chance nutzen und sich in den nächsten drei Wochen noch beim diesjährigen IQ-Wettbewerb bewerben, so Jörn-Heinrich Tobaben weiter.

Dazu riefen am 18. Februar bei einem gemeinsamen Pressetermin auch Dr. Bernd Wiegand, Oberbürgermeister der Stadt Halle (Saale), Jörn-Heinrich Tobaben und Prof. Dr. Reinhard Paschke von der BioSolutions Halle GmbH, Vorjahressieger des lokalen IQ-Wettbewerbs der Saalestadt, auf. Der lokale Innovationspreis Halle (Saale) ist ebenso wie die IQ-Wettbewerbe Leipzig und Magdeburg unter der Dachmarke des bundesweit ausgeschriebenen IQ-Innovationspreis Mitteldeutschland eingebunden. Bewerbungen aus diesen drei Städten haben dabei eine dreifache Gewinnchance: auf den lokalen Preis, den jeweiligen Clusterpreis sowie den mitteldeutschen Gesamtpreis. Neben den Preisgeldern in Höhe von rund 70.000 Euro winken allen Clustergewinnern und dem Gesamtsieger eine einjährige Mitgliedschaft in der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland sowie umfangreiche Marketing- und PR-Leistungen.

Mehrfache Gewinnchancen haben auch alle IQ-Teilnehmer aus Thüringen. Dank der Kooperation mit der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (Stift) können sie automatisch am XVIII. Innovationspreis Thüringen teilnehmen, der ebenfalls am 18. Februar startete. Der mit insgesamt 100.000 Euro dotierte Wettbewerb wird in den Kategorien „Tradition und Zukunft“, „Industrie und Material“, „Kommunikation und Medien“ sowie „Licht und Leben“ vergeben. Die Bewerbungsfrist für den diesjährigen Innovationspreis Thüringen endet am 31. Mai 2015.

In der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland engagieren sich strukturbestimmende Unternehmen, Städte und Landkreise, Kammern und Verbände sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit dem gemeinsamen Ziel einer nachhaltigen Entwicklung und Vermarktung der traditionsreichen Wirtschafts-, Wissenschafts- und Kulturregion Mitteldeutschland.

HANKA FISCHER

 

18.02.2015


17.02.2015: Distanz verringern

Einzigartiges Batterieforschungszentrum entsteht in Thüringen.

„Thüringen wird mit dem neuen Batterieforschungszentrum zum Vorreiter in der Speichertechnologie“, sagte Thüringens Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am 17. Januar 2015 anläßlich des Richtfests für das neue „Center for Energy and Environmental Chemistry Jena“ (CEEC). „Die Energie- und Umwelttechnologien gehören im 21. Jahrhundert zu den Schlüsseltechnologien.“ Deutschland habe hier in den letzten Jahrzehnten enorm an Boden verloren. Daher gelte es jetzt, wieder zur Weltspitze aufzuschließen. „Aus Thüringen heraus kann es gelingen, die Distanz zu den asiatischen Wettbewerbern zu verringern und die Produktion von zukunftsfähigen Batterien in Deutschland zu etablieren. Wir müssen mit Hochdruck daran arbeiten, verlorenes Terrain zurückzugewinnen.“

Der neue Forschungsbau wird für 14,5 Millionen Euro auf einer Fläche von 1400 Quadratmetern errichtet. Den Großteil der Summe stellt die Ernst-Abbe-Stiftung mit rund zehn Millionen Euro zur Verfügung. Die Carl-Zeiss-Stiftung investiert vier Millionen Euro, das Thüringer Wirtschafts- und Wissenschaftsministerium trägt 500.000 Euro für die Erstausstattung bei. Außerdem hat das Land das Grundstück in das Projekt eingebracht. Der Neubau entsteht in unmittelbarer Nachbarschaft zum Zentrum für Angewandte Forschung am Max-Wien-Platz und soll im Herbst 2015 fertiggestellt werden.

Ziel des CEEC ist die Entwicklung „grüner“ Speichertechnologien auf der Basis von umweltfreundlichen und gut zugänglichen Rohstoffen wie Polymere, Carbon oder Natrium. Sie sollen umweltschädliche und in Deutschland nichtverfügbare Rohstoffe wie Kobalt, Seltene Erden und Vanadium ersetzen. Dabei können die in den letzten Jahren aufgebauten Kenntnisse und Technologien aus der Solarbranche genutzt werden. „Dieses Zentrum soll einen Beitrag dazu leisten, daß die Batterietechnik in Zukunft leistungsfähiger und zugleich umweltfreundlich wird“, sagte Tiefensee. Zudem könne die Wertschöpfung so im Lande gehalten werden.

Bis zu 20 Forscher-Arbeitsgruppen sollen am CEEC mittelfristig ihr Wissen kombinieren. Durch die Zusammenarbeit der FSU Jena mit dem Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme Hermsdorf/Dresden – den „GreenTech-Campus Thüringen“ - wird sichergestellt, daß die Ergebnisse aus der Grundlagenforschung direkt in Prototypen und schließlich mit Partnern aus der Thüringer Industrie in marktfähige Produkte münden. „Grundlagen- und angewandte Forschung sollen hier zusammengeführt werden, um einen international sichtbaren Leuchtturm in der Energie- und Umweltforschung zu schaffen“, so der Minister.

Wirtschaftsminister Tiefensee hatte gemeinsam mit Prof. Dr. Thomas Deufel, Vorstandsvorsitzender der Ernst-Abbe-Stiftung, Albrecht Schröter (SPD), Oberbürgermeister von Jena, Prof. Dr. Walter Rosenthal, Rektor der FSU Jena, und CEEC-Direktor Prof. Dr. Ulrich Schubert an dem Richtfest teilgenommen.

LARISSA SCHULZ-TRIEGLAFF

 

17.02.2015


 

17.02.2015: Auf dem Teller in Szene gesetzt

Rhöner Küchenklassiker mit dem gewissen Etwas: Mit Kreativität können traditionelle Gerichte zum Gaumenschmaus werden.

Die Produkte kennt jeder, denn sie kommen aus der Region: Rhöner Bachforelle, Fleisch vom Rhöner Weideochsen, Schweinelende, gepökelte Schweinebacke, Kartoffeln oder Blutwurst. Doch kann daraus auf dem Teller etwas entstehen, das dem Gast vom ersten Anblick an Lust auf Genuß und damit auf die Region Rhön bereitet?

Genau dieser Frage gingen jetzt 17 Küchenchefs, Köche und Gastronomen aus allen Teilen der Rhön im Hotel Leist-Sonne-Engel im hessischen Hilders nach. „Klassiker in der Küche – pfiffig interpretiert“ lautete das Thema des jüngsten Seminars der RhönSprudel-Genußakademie, einer Gemeinschaftsinitiative des MineralBrunnen RhönSprudel und der Dachmarke Rhön. Ziel der Genußakademie ist es, regionale Produkte in der Restaurantküche zu fördern sowie die Gastronomen der Rhön in allen Bereichen ihres Berufszweiges weiterzubilden, um sie für die Herausforderungen der Zukunft fit zu machen.

Diesmal oblag diese Aufgabe zwei Spitzenköchen aus der Region: Patrick Spies vom Romantikhotel „Zum Stern“ in Bad Hersfeld, dessen Küche im Gourmetrestaurant „L' étable“ mit einem Michelin-Stern und 17 Punkten im Gault Millau ausgezeichnet ist, und Chefkoch Björn Leist vom Hotel Leist-Sonne-Engel in Hilders, das ebenfalls vom Gault Millau und vom „Feinschmecker“ empfohlen wird.

Zu einer anspruchsvollen Küche, die sich regionalen Produkten widmet, gehört mehr als Kochkunst. Es geht weiter mit der richtigen Teller- und Schüsselauswahl, das Anrichten der Speisen muß sitzen, und natürlich braucht ein Gericht das passende Getränk als Begleiter. Viele Handgriffe, Kniffe und Tips – sowohl beim Kochen als auch beim Anrichten – konnten Spies und Leist den Seminarteilnehmern vermitteln. Gekocht wurde übrigens in verschiedenen Gruppen. So entstanden regionale Speisen, die im Gespräch und beim Arbeiten miteinander gemeinsam erarbeitet wurden.

Eine Rhöner Kartoffelsuppe mit Blutwurst und Brot ist ein sehr bodenständiges Gericht, und nicht jeder würde es wohl sofort bestellen. Beim Seminar der RhönSprudel-Genußakademie entstand jedoch ein echter Hingucker, der sofort Lust auf mehr machte. „Es geht darum, die Grundzutaten zu veredeln, Kräuter und Gewürze einzusetzen und natürlich alle Komponenten gekonnt auf dem Teller anzurichten“, erläuterte Björn Leist. Genauso verhielt es sich mit der geräucherten Rhöner Bachforelle und dem Tartar vom Rhöner Weideochsen als Vorspeise und dem „Allerlei vom Rhöner Landschwein“ mit Wurzelgemüse als Hauptgang. Eindrucksvoll bewiesen die Köche, Küchenmeister und Gastronomen aus der Rhön den beiden Spitzenköchen, daß aus Lende, gepökelter Schweinebacke, Lardo-Speck und gekochtem Bauch durchaus Gerichte von höchstem Anspruch und Genuß entstehen können.

„Wir haben bei uns sehr gute Produkte, die es einfach verdienen, auf dem Teller in Szene gesetzt zu werden. Und wir können auf die Qualität unserer Produkte und deren nachvollziehbare Herkunft stolz sein“, meinte Martina Klüber-Wibelitz vom Büro Antsanvia im thüringischen Schleid, die die Seminare im Auftrag der RhönSprudel-Genußakademie organisiert. „Ich will unbedingt Neues bezüglich regionaler Küche dazulernen, denn diese gewinnt bei uns in der Rhön immer mehr an Bedeutung. Ich fand hier die Teamarbeit mit den Kollegen schön - und wann bekommt man schon mal die Möglichkeit, gemeinsam mit einem Sternekoch zu arbeiten“, schätzte Sabine Weider, Köchin und Inhaberin des Lokals „Zum Goldenen Stern“ in Kranlucken (Thüringen), ein. Auch für Manfred Brust, Inhaber und Küchenmeister des Landgasthofs „Zum Stern“ in Obererthal bei Hammelburg (Bayern), hatte sich die weite Anfahrt nach Hilders gelohnt. „Es hat mich gereizt zu erfahren, wie man klassische regionale Küche mit klassischen regionalen Zutaten anders interpretieren kann. Der Austausch mit den Kollegen hat mir neue Impulse gegeben, und die vielen guten Tips der beiden Spitzenköche waren für mich sehr, sehr wertvoll.“ Stefan Diegelmann, Küchenchef im Gasthaus „Zum Weißen Hirsch“ in Fulda-Edelzell (Hessen), wollte unbedingt einmal mit zwei Spitzenköchen in der Küche stehen und Neues ausprobieren. Am Ende des Seminars war er absolut begeistert von dieser Erfahrung. „Von den zahlreichen Tips werden ich und meine Küche in Zukunft profitieren. Ich möchte in unserem Gasthaus auf jeden Fall mehr regionale Küche mit regionalen und saisonalen Produkten anbieten“, sagte er.

CARSTEN KALLENBACH

 

17.02.2015

Klassiker in der Küche: Pfiffig interpretiert:

Foto FJBR-ARCHIV 


16.02.2015: „Das ist überfällig“

Thüringer Unternehmerdelegation erkundet Marktchancen in Südafrika.

Eine Unternehmerdelegation unter Leitung von Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) wird vom 4. bis 8. Mai Marktchancen in Südafrika ausloten. „Südafrika ist die zweitgrößte Volkswirtschaft des afrikanischen Kontinents und einziges afrikanisches Mitglied der G20“, sagte Tiefensee. Die G20 ist die Vereinigung der 20 größten Volkswirtschaften der Welt. Mit einem Handelsvolumen von knapp 70 Millionen Euro habe das Land schon heute eine ähnliche wirtschaftliche Bedeutung für Thüringen wie etwa Brasilien, so der Minister. „Ich bin erstaunt, daß es bisher noch keine Thüringer Unternehmerreise nach Afrika gegeben hat. Das ist überfällig. Für die Thüringer Wirtschaft kann Südafrika ein interessanter Exportmarkt werden. Die Landesregierung wird den Unternehmen dabei als Türöffner und Kontaktanbahner zur Seite stehen.“ An der Delegationsreise interessierte Unternehmen können sich beim Wirtschaftsministerium oder der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG) anmelden.

Südafrika biete als Tor zum afrikanischen Wirtschaftsraum ein enormes Potential für den Außenhandel, betonte der Wirtschaftsminister. Derzeit gehen rund ein Viertel der Thüringer Exporte nach Afrika allein in dieses Land, 27 Prozent der afrikanischen Importe nach Thüringen stammen von dort. Die geplante Unternehmerreise ist grundsätzlich für alle Branchen offen, richtet sich aber besonders an Unternehmen aus den Branchen Erneuerbare Energien, Biotechnologie, Automobilbau, Maschinenbau, Informations- und Kommunikationstechnologien, an die Kreativ- und Ernährungswirtschaft. Auch Vertreter von Hochschulen und Forschungseinrichtungen sind eingeladen, sich an der Delegation zu beteiligen.

Auf dem Programm der Thüringer Delegationsreise stehen Unternehmensbesuche, Kooperationsbörsen und Gespräche mit Regierungsvertretern sowie Besuche in südafrikanischen Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen in den Regionen Johannesburg/Pretoria und Kapstadt/Westkap. Im Zeitraum der Reise finden zudem drei bedeutende Messen statt, die zu den größten ihrer jeweiligen Branchen in der südlichen Hemisphäre zählen: die „Africa Automation Fair“, „Africa Health“ sowie die „Automechanika Johannesburg“, die mit den Themen Automobilbau, Maschinenbau und Medizintechnik drei Thüringer Branchenschwerpunkte abdecken.

„In Südafrika werden Produkte in Weltmarktqualität hergestellt“, sagte Wirtschaftsminister Tiefensee. Das Land besitze eine ausgezeichnete Verkehrs- und Kommunikationsinfrastruktur. Deutschland ist nach China wichtigster Importpartner für Südafrika. „Auch Thüringen sollte versuchen, von diesen guten Voraussetzungen stärker als bisher zu profitieren“, sagte Tiefensee.

Mit der Organisation der Wirtschaftsreise wurde die LEG Thüringen mit ihrem Bereich „Thüringen International“ beauftragt.

STEPHAN KRAUSS

 

16.02.2015


13.02.2015: Leipzig – Ein Muß

Zahlreiche Thüringer Unternehmen bereits mehrfach auf Leipziger Messe-Doppel Z und Intec vertreten.

Neben Stammausstellern wie der Matthias Wetzel Industriebeschriftungen GmbH, Jena (seit 2005) und der EHP Blechbearbeitungsmaschinen GmbH, Leinatal (seit 2008) nutzen laut einer Information der Messe Leipzig vom 11. Februar 2015 insgesamt 74 Unternehmen aus Thüringen die Plattform des diesjährigen Industriemessedoppels „Z“, Internationale Zuliefermesse für Teile, Komponenten, Module und Technologien, und „Intec“, Internationale Fachmesse für Werkzeugmaschinen, Fertigungs- und Automatisierungstechnik. In Summe werden sich über 1400 Unternehmen aus 32 Ländern den Besuchern des 2015 wichtigsten Branchentreffs der metallbearbeitenden Industrie stellen.

Auch die in den vergangenen elf Jahren zu jeder dieser Leipziger Fachmessen von der Roland Bräuer Außenwirtschaftsberatung und Marketingservice, Erfurt organisierten und betreuten Gemeinschaftsstände belegen den zunehmenden Stellenwert einer Unternehmenspräsentation am traditionsreichen Messeplatz. „2004 mit fünf Firmen gestartet, vereinen wir in diesem Jahr mit unseren beiden Ständen und auf über 500 Quadratmetern 30 Maschinenbauer beziehungsweise spezialisierte Zulieferer und Dienstleister für den Maschinen- und Automobilbau sowie auch für Medizintechnik, Optik und Feinmechanik“, führt Roland Bräuer hierfür ein Indiz an. „14 sind es auf der Intec und 16 auf der Z. Das Gros bilden übrigens Stammaussteller aus den Jahren davor.“

Die ausstellenden Unternehmen bedienen das gesamte Leistungsspektrum von Forschung und Entwicklung, Konstruktion sowie (beinahe ausschließlich) technisch anspruchsvoller und hoch präziser Prototypen-, Sonder-, Klein-, Mittel- bis Großserienfertigung. Ihre Stärken: Sie weisen breite und gleichzeitig besondere Fähigkeiten, große Flexibilität sowie effiziente Bearbeitung auch kleinerer Auftragsmengen auf. Das Angebot der kompetenten Maschinenbauer mit kompletten Systemlösungen sowie Dienstleister rund um eine effiziente und reibungslose Funktion von Sondermaschinen und Fertigungsanlagen beinhaltet sehr spezielles Know-how zur Entwicklung, Herstellung, Anpassung und Montage von Spezialwerkzeugen, -vorrichtungen, -komponenten ebenso wie für Prüf- und Inspektionssysteme sowie beispielsweise für nachrüstbare Sicherungssysteme für den Arbeitsschutz.

KARSTEN SEIFERT

 

13.02.2015

Die erfahrenen Messeaussteller wissen es: Nur mit beeindruckenden Produktmustern und Leistungsbeispielen sowie mit aussagekräftigen Unterlagen prägt sich das Unternehmen beim Fachbesucher ein. Das Bild zeigt die Thüringer Unternehmer Peter Echtermeyer, Markus Echtermeyer, Jens Haase, Matthias Keith, Matthias Wetzel (von links nach rechts)

Foto: KARSTEN SEIFERT


13.02.2015: Kreative Konzepte für die Regionalkultur

IUBH-Studenten entwickeln Ideen für Schloß Wilhelmsthal.

Einer alten Schloßanlage neues Leben einhauchen – mit dieser Aufgabe setzten sich am 11. Februar 2015 die Tourismusstudenten der Hochschule IUBH Duales Studium aus Erfurt auseinander. In Kooperation mit der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, des verantwortlichen Fördervereins, der Eisenach-Wartburgregion Touristik GmbH und der Thüringer Landgesellschaft entwickelten sie im Rahmen einer Ideenwerkstatt neue Konzepte für die Nutzung der Schloßanlage Wilhelmsthal bei Eisenach.

Wie kann ein kulturhistorisch wichtiges, aber sanierungsbedürftiges Kulturobjekt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden? Diese Frage beschäftigt seit langem die Region um Wilhelmsthal, einer Jagd- und Lustschloßanlage aus dem 18. Jahrhundert. Für deren künftige Nutzung hat die Stiftung bereits eine Nutzungsstudie erstellen lassen – nun gilt es, das touristische Potential von Wilhelmsthal zu untersuchen. Dazu kamen am 11. Februar 19 duale Studierende der IUBH im Rathaus Eisenach zusammen, um im Rahmen eines Ideenwettbewerbs kulturtouristische Konzepte für das Schloß zu entwickeln.

Ob „Zeitreise“-Hotel, Mitmach-Museum, Kultur-Café oder „Wohnzimmer“-Konzerte: „Die Ideen der Studierenden sind kreativ, vielseitig – und berücksichtigen den regionalen Bezug der Anlage“, lobte Jurymitglied Heidi Günther, Geschäftsführerin der Eisenach-Wartburgregion Touristik GmbH. Als Siegervorschlag prämierten Stadt, Stiftung und Hochschule gemeinsam mit den Studierenden am Abend die Idee „Musik meets Waldwellness“, die in ihrem Nutzungskonzept nachhaltige Hotellerie, Wellness-Angebote und themenspezifische Kulturveranstaltungen einbezieht.

Wie geht es nun weiter? „Die besten Ideen aus dem Wettbewerb werden sicherlich in unsere weiteren Überlegungen zu Schloß Wilhelmsthal mit einfließen“, so Susanne Rott, Pressereferentin der Stiftung. Außerdem möchte die IUBH das Projekt auch zukünftig begleiten: „Neben unseren dualen Studentinnen, die im Rahmen ihrer Praktika bei Stiftung und Stadt an dem Objekt Wilhelmsthal arbeiten, wollen wir in Bachelorarbeiten einzelne Aspekte des Schlosses kulturtouristisch untersuchen“, so Peter Neumann, designierter Professor für Tourismuswirtschaft.

KATHARINA KUBISCH

 

13.02.2015

Konzente entwickeln: Der MDR filmt während der Ideenwerkstatt im Rathaus Eisenach.

Foto: IUBH-ARCHIV


12.02.2015: Angemessene Beteiligung gefordert

Ministerieller Besuch beim Forschungs- und Technologieverbund Thüringen in Rudolstadt.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat eine angemessene Beteiligung des Bundes an der Finanzierung der Industrieforschung in Ostdeutschland auch in der Zukunft gefordert. „Die überwiegend kleinen Unternehmen im Osten können sich eigene Entwicklungsabteilungen zumeist nicht leisten“, sagte der Minister am 12. Februar 2015 bei einem Besuch des Forschungs- und Industrieverbunds Thüringen e. V. (FTVT) in Rudolstadt. Gerade die Thüringer Wirtschaft sei deshalb auf bezahlbare externe Forschungsleistungen angewiesen. „Insbesondere das Bundesprogramm Inno-Kom muß auch über 2015 hinaus auf hohem Niveau fortgeführt werden, die Forschungseinrichtungen brauchen Planungssicherheit“, forderte Tiefensee.

Nach derzeitigem Stand läuft das Programm in diesem Jahr aus, über eine Fortführung sei noch nicht entschieden worden. In diesem Jahr stehen über Inno-Kom rund 65 Millionen Euro für die Industrieforschung in Ostdeutschland zur Verfügung. „Parallel muß die Überführung und Neuausrichtung dieses Programms über Ostdeutschland hinaus hin zur Förderung strukturschwacher Gebiete vorangetrieben werden. Hier besteht ab 2017/2018 Bedarf an zusätzlichen Fördergeldern in der Größenordnung von mindestens 20 Millionen Euro pro Jahr. Dafür bedarf es einer vorausschauenden und langfristigen Planung“, so Tiefensee weiter.

Der FTVT ist ein Zusammenschluß von acht wirtschaftsnahen Forschungseinrichtungen in Thüringen mit mehr als 800 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von rund 60 Millionen Euro. Ihre Finanzierung wird derzeit zu rund einem Drittel über das Bundesprogramm Inno-Kom abgesichert. Auch das freistaatliche Wirtschaftsministerium beteiligt sich in erheblichem Maße an der Projektfinanzierung der wirtschaftsnahen Forschungsinstitute im Land. So wurden in der letzten Förderperiode 2007 bis 2014 fast 33 Millionen Euro aus Landes- und EU-Mitteln bereitgestellt.

„Diese Unterstützung werden wir in der neuen Förderperiode auf hohem Niveau fortsetzen“, sicherte Tiefensee zu. „Die wirtschaftsnahen Forschungseinrichtungen sorgen für den notwendigen Technologie- und Wissenstransfer in unsere Wirtschaft.“ Die überwiegend kleinen Betriebe – nur gut 250 der fast 90.000 Thüringer Betriebe haben mehr als 250 Beschäftigte – könnten sich die notwendigen Ausgaben für Forschung und Entwicklung zumeist nicht leisten. „Wir brauchen deshalb auch weiterhin eine leistungsfähige externe Industrieforschung, die trotz der Kleinteiligkeit für eine hohe Innovationsfähigkeit der ostdeutschen Wirtschaft sorgt.“

Als Interessenvertretung haben bundesweit 60 Industrieforschungseinrichtungen Ende Januar in Berlin die Forschungsgemeinschaft „Konrad Zuse“ gegründet. Der Thüringer Wirtschafts- und Forschungsminister begrüßte diesen Schritt und sagte dem Verbund die Unterstützung des Landes zu: „Es war überfällig, daß auch die anwendungsorientierte Forschung in Deutschland endlich mit einer Stimme spricht und ihre Interessen auf Bundesebene deutlich zu Gehör bringt. Thüringen begrüßt und unterstützt diese Initiative.“

STEPHAN KRAUSS

 

12.02.2015

 

11.02.2015: „Honighähnchen zwischen den Jahreszeiten“

Zweites Kochteam des St. Josef-Gymnasiums Dingelstädt überzeugte im Rahmen des Schülerkochpokals  mit einladender Tischdekoration und feiner Würze.

Sorgfältig begann die Schülerin Theresa Wirth den Tisch einzudecken, als am 9. Februar, kurz nach 14.00 Uhr, das Startsignal für 120 Minuten Zubereitungszeit eines Drei-Gänge-Menüs fiel. Ihre Teamkolleginnen Laura Hartung, Annemarie Breitenstein und Lena Görke nahmen währenddessen den Küchenbereich in Beschlag. Während sie gekonnt die Servietten faltete, erzählte Theresa, wie sich die Mädchen ihr Menü „Honighähnchen zwischen den Jahreszeiten“ gemeinsam ausgedacht haben. „Wir kochen alle auch zu Hause sehr gern und viel mit unseren Familien. Wir haben uns einfach zusammengesetzt, viele Kochbücher durchstöbert und überlegt, was aus dem vorgegebenen Warenkorb gut zusammenpaßt.“ Auf die Frage, welche Schwierigkeiten die Schülerinnen dabei meistern mußten, antwortete Theresa lachend: „Genau das war die Schwierigkeit. Ein passendes Menü zusammenzustellen. Das war nicht ganz einfach.“

Diese Aufgabe hat das Team mit Bravour gemeistert. Ruhig und konzentriert kreierten die „Food Ninjas“ (Team 1) ein Menü, das dem ihrer Vorgänger – dem Gemischtquartett „Food Ninjas“ (Team 2) – in nichts nachstand. Im Gegenteil: Das Frauenpower-Kochquartett der „Food Ninjas“ (Team 1) sahnte satte 80 Punkte ab. Erfolgreich überzeugten die Mädchen das Juryteam Mike Oertel, Vorsitzender Bund der Köche Erfurt e. V., und Roy Hildebrandt vom Patenunternehmen Thüringer Energie mit einem kulinarischen Dreiklang aus Feldsalat mit gehackten Walnüssen mit Dressing á la Danny, Hähnchenbrust in Honig – Senf-Soße und Bratapfel mit einer Quark–Mandelfüllung.

„Auf den Hauptgang habe ich mich ganz besonders gefreut. Die Verbindung von Senf und Honig finde ich spannend“, antwortete Roy Hildebrandt, als man ihn vor der Verkostung nach seinem möglichen Favoriten unter den Menübestandteilen fragte. Die Teamarbeit schätzte Roy Hildebrandt wie sein Jurorkollege Mike Oertel als harmonisch und gut untereinander abgestimmt ein. „Jede der Mädels wußte genau, was sie machen soll“, so Hildebrandt. „Sie sind auf einem guten Weg“, ergänzte Mike Oertel. „Beim Schülerkochpokal geht es vor allem auch darum, Basics zu erlernen und unter Beweis zu stellen. Das haben die Mädels wirklich schon richtig gut gemacht. Um ihre Punktzahl noch zu steigern, müssen sie einfach hier und da noch die Optik und den Geschmack ihrer Gerichte etwas verfeinern“, gab Oertel als Tip mit auf den Weg.

So richtig spannend wird es noch einmal am 3. März 2015, wenn beide Teams der „Food Ninjas“ – Team 1 und Team 2 – gemeinsam kochen. „Alles ist offen und möglich. Beide Teams können ihre derzeitige Punktzahl noch steigern und ins Landesfinale kommen“, freut sich Roy Hildebrandt schon jetzt auf das Kochduell. „Es ist immer interessant mitzuerleben, wie die Teams die Tips, die sie beim ersten Kochen bekommen, umsetzen und ihre Gerichte stetig weiterentwickeln. Und genau das ist auch einer der Gründe, warum wir als Unternehmen seit vielen Jahren Projekte wie den Schülerkochpokal unterstützen: Kinder und Jugendliche bekommen neben Wissen vor allem praktische Fertigkeiten vermittelt, die sie nicht nur einmalig abrufen und präsentieren, sondern selbstbestimmt und kreativ ausbauen können“, so Roy Hildebrandt, Projektleiter bei Thüringer Energie.

Insgesamt 16 Schülerkochteams nehmen thüringenweit am 18. Schülerkochpokal teil. Wer von ihnen es letztlich bis ins Landesfinale schafft, entscheidet sich, wenn jedes Team die Vorrunde absolviert und zweimal gekocht hat. Für die Teilnahme am Landesfinale qualifizieren sich die fünf punktbesten Thüringer Teams.

Der Schülerkochpokal, ehemals Erdgaspokal der Schülerköche, ist ein bundesweit einzigartiger Kochwettbewerb für Mädchen und Jungen der Sekundarstufe I. Initiiert und gefördert durch die „Kochen macht Schule gGmbH“ und den Verband der Köche Deutschlands e. V. hat es sich der Schülerkochpokal zur Aufgabe gemacht, Jugendliche für ausgewogene Ernährung und den bewußten Umgang mit Lebensmitteln zu sensibilisieren. Der Schülerkochpokal leistet damit einen wichtigen Beitrag im Sektor Jugendhilfe sowie Volks- und Berufsbildung. Lehrreich und mit viel Spaß werden die Schüler an die Welt des Kochens herangeführt und Fähigkeiten wie Teamgeist, Kreativität und Zeitmanagement geschult. Seit April 2014 ist Thüringens Sterneköchin Maria Groß Schirmherrin der Kochen macht Schule gGmbH.

SUSANNE PETER

 

11.02.2015


11.02.2015: „Verhalten optimistisch“

Verunsicherung für Siemens-Beschäftigte.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat im Gespräch mit dem Siemens-Konzern darauf gedrungen, bei dem geplanten Konzernumbau die Schließung des Standortes Erfurt definitiv auszuschließen und auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. „Die Verunsicherung der Beschäftigten muß schnell beendet werden“, forderte der Minister. „Das Unternehmen Siemens sollte zügig gemeinsam mit den Beschäftigten alle Optionen ausloten, die die Zukunft des Standortes Erfurt langfristig sichern.“

Nach Gesprächen mit Siemens-Vorstand und dem Erfurter Betriebsrat, die eng mit dem Erfurter Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) abgestimmt waren, zeigte sich Tiefensee „verhalten optimistisch“. „Der Standort Erfurt ist nach den Aussagen, die mir gegenüber gemacht wurden, in seiner Existenz nicht gefährdet“, sagte der Wirtschaftsminister. Die Situation werde angesichts des derzeit schwierigen Marktumfelds für Turbinen und Generatoren aber als problematisch eingeschätzt.

Tiefensee verwies auf ein Konzept der Erfurter Belegschaft zur Neupositionierung und Neuaufstellung des Erfurter Siemens-Generatorenwerks. Es schließe ein Ausspielen verschiedener Siemens-Standorte gegeneinander aus. „Das Konzept sollte seitens des Unternehmens ernsthaft geprüft und weiterentwickelt werden. Siemens hat das zugesagt.“

Tiefensee sagte die Unterstützung des Landes für jede tragfähige Lösung im Interesse des Thüringer Standorts und der Beschäftigten zu. „Siemens dringt vor allem auf eine zügige und unkomplizierte Bearbeitung etwaiger Genehmigungen durch die Behörden. Die kann ich zusagen.“ Das Wirtschaftsministerium stehe auch weiter in engem Kontakt mit dem Unternehmen, dem Betriebsrat und der Stadt Erfurt. Die Gespräche sollen in Kürze in Erfurt fortgesetzt werden.

STEPHAN KRAUSS

 

11.02.2015


06.02.2015: Sensationelle Aussicht

Auf dem höchsten Punkt: Neue Thüringer Hütte im Blick der Jahresversammlung der Sektion Apolda des Deutschen Alpenvereins.

Man könnte schlicht „Thüringer Hütte” zu dem Bauwerk sagen, das sich erst hoch droben am Ausgang des Habachtales zeigt. Dieses Fleckchen Erde in den Hohen Tauern ist gleichzeitig der höchste Punkt Thüringens. Die „Neue Thüringer Hütte“ (NTH) steht auf eigenem Grund und Boden und ist Eigentum der fünf Thüringer Alpenvereinssektionen Apolda, Inselberg, Jena, Meiningen und Weimar. 1925 schlossen sich zehn Thüringer Sektionen des DAV zusammen, um im Habachtal bei Bramberg (Pinzgau im Salzburger Land) die alte Thüringer Hütte zu erbauen. Deswegen sollte jeder Thüringer, der einigermaßen gut zu Fuß ist und Interesse am Hochgebirgswandern hat, mindestens einmal im Leben zur Neuen Thüringer Hütte gewandert sein. Anders als zu Fuß ist die in 2240 Meter Höhe gelegene heutige Hütte nicht zu erreichen. Dafür wird man dort in unmittelbarer Nähe zum Gletscher am Talschluß und den Wasserfall, der hier entspringt und den Habach speist, mit einer sensationellen Aussicht zu den umliegenden Dreitausendern belohnt.

Die Hütte ist nur rund drei Monate pro Saison von zirka Mitte Juni bis Mitte September geöffnet und wird in dieser Zeit bewirtschaftet. Sie bietet Schlaflager mit 50 Betten und auch einige Mehrbettzimmer. Was auf der NTH für die Versorgung der hochalpinen Wanderer nötig ist, schwebt im Juni per Hubschrauber im Lastennetz ein und wird von vielen Helfern zügig in die Vorratsräume getragen. Die Hütte eignet sich als Ausgangspunkt für Bergwanderungen, aber auch für Gipfel- und Gletschertouren.

Zunächst durchquert man das herrlich-urwüchsige Habachtal im Nationalpark, entweder zu Fuß in zirka zwei Stunden bis zur Enzianhütte oder aber mit dem Nationalpark-Taxi ab Parkplatz eingangs des Tals. Das Fahren mit eigenem Fahrzeug ist verboten. Natur pur gepaart mit Wissenswertem, Geheimnisvollem und Märchenhaftem bietet der neu gestaltete acht Kilometer lange Smaragdweg entlang des tosenden Habach mit Aussichtsplattform, denn das Gebiet wird auch das „Tal der Smagade” genannt.

Die Enzianhütte im typischen Stil bietet komfortable Zimmer sowie Matratzenlager und Ferienwohnungen. Es gilt als eine gute Empfehlung, in der Enzianhütte auf 1313 Meter oder im Gasthof Alpenrose 1440 Meter oder in Brambach am Eingang des Nationalparkes zu übernachten, um dann frühzeitig am Morgen den Aufstieg zur Neuen Thüringer Hütte antreten zu können.

Nach gutem und gesundem Frühstück in den Gasthäusern des Habachtales geht es zunächst noch gemütlich vorbei an der fast 250 Jahre alten originalen Moa-Alm. Danach gibt es zwei Möglichkeiten des Aufstieges – einen über den Noitroi-Steig, wo man je nach Kondition in zweieinhalb Stunden oder mehr mit steilem Aufstieg und Serpentinen die Hütte erreicht. Der Weg erfordert Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Die zweite Möglichkeit bietet der Aufstieg über den Talschluß. Dafür braucht man eine Stunde länger. Auf jeden Fall müssen die zirka 900 Höhenmeter ab Enzianhütte beziehungsweise 1370 Meter ab Parkplatz bewältigt werden.

Zur Ausrüstung gehören neben Wander-Rucksack feste Wanderschuhe und wetterfeste Kleidung. Teleskopwanderstöcke erleichtern den Auf- und Abstieg. Zum Übernachten empfiehlt sich ein dünner Schlafsack. Wolldecken zum Zudecken sind vorhanden. Es gibt Strom sowie warmes Wasser in den Waschräumen.

Selbst nach dem Winter 2014/2015 sind noch einige Monate Zeit, sich auf eine Tour zur NTH vorzubereiten. Gern beraten die Sektionen des DAV in Thüringen und bieten auch gemeinsame Reisen an.

Die 1926 eröffnete Thüringer Hütte erbauten ab 1925 insgesamt zehn Thüringer Alpenvereins-Sektionen als Ziel für Berg- und Wanderfreunde. Im Zweiten Weltkrieg diente unter anderem auch die Thüringer Hütte als Schutzhütte für Gebirgsjäger der Deutschen Wehrmacht, weshalb die deutschen Hütten enteignet wurden und ab 1945/46, nach der Befreiung Österreichs durch die Rote Armee, in Treuhand der Republik Österreich kamen.

Der Deutsche Alpenverein wurde in Deutschland nach der Kapitulation und der Befreiung vom Nationalsozialismus wegen der Nähe zum NS-Regimes von den Alliierten verboten.

Nach Zulassung des DAV erfolgte die Rückgabe der Thüringer Hütte an die DAV-Sektion Jena/Oberkochen. Die Sektion bewirtschaftete die Hütte, die allerdings 1968 von einer Lawine zerstört wurde. Es erfolgte ein aufwendiger Neuaufbau der Hütte in 2240 Meter Höhe - lawinensicher nahe dem alten Standort. 1973 wurde die Hütte wiedereröffnet mit dem Namen „Neue Thüringer Hütte“ (NTH).

Im Osten Deutschlands wurden zur damaligen Zeit keine Sektionen des DAV zugelassen. Bergsteiger und alpine Wanderfreunde waren im DTSB, dem Deutschen Turn- und Sportbund, organisiert. 1990, nach der politischen Wende, kam es zur Neugründung von DAV-Sektionen auch in Thüringen; die Apoldaer Sektion wurde 1997 von Klaus Tränkner und acht Mitgliedern wieder als Verein gegründet.

Die Thüringer Sektionen kamen mit der Sektion Jena/Oberkochen mehrfach zusammen. Dabei wurde auch über den Rückkauf der Neuen Thüringer Hütte verhandelt, der 2002 mit Hilfe der damaligen Thüringer Landesregierung vollzogen werden konnte. Die Thüringer Sektionen nahmen im Rahmen einer feierlichen Zeremonie im Jahre 2002 die NTH wieder in ihren Besitz. Seitdem weht die Flagge Thüringens hoch über dem Habachtal, kündet von langer Geschichte und heißt nicht nur die Thüringer nach langem Aufstieg herzlich willkommen.

HARTWIG MÄHLER

 

06.02.2015

Das Original: Die ursprüngliche Thüringer Hütte wurde 1926 eröffnet:

Fotos (3): HARTWIG MÄHLER

Lawinensicher: Seit 2002 ist die Neue Thüringer Hütte wieder in Thüringer Besitz.

Jubiläum: Seit nunmehr zehn Jahren kümmert sich Hüttenwirtin Traudi um die Betreuung der Gäste.


04.02.2015: „Einsparungen am falschen Ende“

Fehlender Erfurter Haushalt verhindert Barrierefreiheit.

Die Stadt Erfurt hat noch keinen Haushalt für das Jahr 2015 beschlossen – leiden wird darunter nun die Barrierefreiheit der Stadtratssitzungen. Bei den online verfolgbaren Live-Übertragungen der Stadtratssitzungen sollen in Zukunft keine Gebärdensprachdolmetscher mehr eingesetzt werden.

Die Piraten Erfurt sehen hierin einen drastischen Rückschritt in Sachen Inklusion. „Das widerspricht allen Visionen- und Maßnahmenkonferenzen, an denen ich in Erfurt in den letzten Jahren teilgenommen habe. Die Ergebnisse dieser sind dem Erfurter Oberbürgermeister damals feierlich übergeben worden und jetzt scheint es so, als würden sie schrittweise wieder abgebaut werden“, so Markus Walloschek, Beisitzer im Vorstand der Piraten Erfurt und Mitglied im Behindertenbeirat für die Bunte Fraktion. Erfurt war bisher die einzige Stadt Thüringens, die durch den Einsatz von Gebärdensprachdolmetschern ihre Stadtratssitzungen einer breiten Öffentlichkeit, auch Hörgeschädigten, zugänglich machte. „Erfurt ist mit gutem Beispiel vorangegangen, hat an dieser Stelle die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonventionen vorangetrieben. Das Einstellen der Übersetzung ist ein Schritt in die falsche Richtung – und mal wieder ein ausgezeichnetes Beispiel für Einsparungen am falschen Ende.“

Solange die Landeshauptstadt durch den fehlenden Haushalt gezwungen ist, die freiwillige Leistung der Übersetzung zu streichen, gibt es für Betroffene nur wenig Ausweichmöglichkeiten. Zwar können Hörgeschädigte auf der Internetpräsenz der Stadtverwaltung die Niederschriften der öffentlichen Stadtratsitzungen nachlesen oder sie in den Bürgerservicebüros der Stadt einsehen – diese sind jedoch wenig inklusiv oder aktuell.

ANN-NARIE SOMMERFELD

 

04.02.2015


03.02.2015: Lebenstraum endlich verwirklicht

Dirk Rau eröffnet seinen eigenen Fachhandel für Parkett und Bodenbeläge in Weimar.

Holz hat ihn schon immer fasziniert. „Bereits mein Großvater war Parkettverleger hier in Weimar.“ Die Begeisterung für diesen natürlichen Werkstoff und seinen zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten hat Dirk Rau nie losgelassen. Jetzt hat er es geschafft und seinen Lebenstraum verwirklicht: Am 14. Februar wird er in der Buttelstedter Straße sein eigenen Fachhandel für Parkett und Bodenbeläge eröffnen. „Parkettraum – da steh ich drauf!“ – unter diesem Motto will er auf über 300 Quadratmeter Ausstellungsfläche hochwertiges Material von Vollholzböden bis zu Designbelägen zusammen mit einer fachgerechten Beratung anbieten.

Der Weg bis dahin war nicht leicht. Eine Lehre als Parkettleger und zehn Jahre Arbeit in diesem Beruf haben viele Erfahrungen gebracht. Dann folgte Rau dem Ruf des Westens nach Frankfurt a.M. und war weitere zehn Jahre bei einem der größten Holzhändler Deutschlands als Produktmanager für Parkett und Bodenbeläge beschäftigt. So kamen zur Praxis die theoretischen Kenntnisse darüber, „wie Wirtschaft funktioniert“. Das damals aufgebaute weltweite Netzwerk der holzverarbeitenden Industrie nutzt er noch heute für den Einkauf. Ein Abschluß als „Ökonom Marketing und Vertrieb“ nach einem Abendstudium an der Goethe-Universität in Frankfurt war eine weitere Stufe der Vorbereitung zur Unternehmensgründung. „Schließlich wollte ich genau wissen, wie man eine Firma zum Laufen bringt und meine eigenen Zahlen richtig lesen und bewerten können.“ In dieser Zeit hatte Dirk Rau auch seine jetzige Frau in Hessen kennengelernt. Schnell stand fest: Wir gehen zusammen nach Weimar. Ein Objekt für den Verkaufsraum war schnell gefunden: Die ehemalige „Schmiede“ an der Kreuzung zur „Rießner Straße“. Von der Bausubstanz mit viel Fachwerk ist Rau begeistert: „Das Holz paßt genau in unser Konzept.“ Das Gebäude wurde entkernt und wieder in den originalen Zustand aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts gebracht. Lediglich das Dach wurde zu Wärmedämmung von außen mit Dämmelementen neu eingedeckt. Innen richten Handwerker den Ausstellungsraum ein. Neben fast 1000 Musterstücken soll dort eine gemütliche Kaminecke mit Sitzmöbeln der Mittelpunkt sein. Für Kinder gibt es eine eigens eingerichtete Spielecke, freut sich Dirk Rau, welcher vor kurzem selbst Vater geworden ist.

„Parkett muß man sehen, fühlen und anfassen können“, weiß der Fachmann aus eigener Erfahrung. Auch gebe es oft viele Fragen, wenn ein neuer Fußboden geplant wird, nennt er einen weiteren Grund für den mutigen Schritt in die Selbständigkeit. „Wir haben hier Parkett, welches 400 Jahre liegen könnte.“ Kritische Nachfragen entkräftet Rau mit dem Beispiel „Schloß Versailles“, wo das Massivholzparkett schon mehrere Jahrhunderte alt ist. Die Verlegung erfolgt in Kooperation mit einheimischen Handwerkern, deren individuelle Stärken er aus seiner aktiven Zeit genau kennt.

Im Frühjahr geht es weiter. Dann sollen zusätzliche 300 Quadratmeter Fläche für ein Lager fertig sein. Bereits jetzt sucht er noch einen Mitarbeiter für den Verkauf „der Erfahrungen und Interesse für Holz und Fußboden hat“. Ein bißchen „holzverrückt“ eben – wie er selbst, sagt Dirk Raue.

MICHAEL SCHLUTTER

 

03.02.2015

„Holz muß man sehen und anfassen können:“ Dirk Rau wird dafür fast 1000 Musterstücke haben.

Foto: MICHAEL SCHLUTTER


03.02.2015: Beschädigtes Sandmännchen

Neues Jahr, altes Leid – KiKa-Figuren in der Landeshauptstadt Erfurt wieder von Vandalismus betroffen.

Nachdem Ende des vergangenen Jahres sowohl das Sandmännchen als auch der Elefant zur Reparatur waren, wurde im Januar insbesondere das Sandmännchen wiederholt beschädigt und beschmiert.

Immer wieder sind die beliebten Figuren und Botschafter der Kindermedienstadt Erfurt von Vandalismus betroffen. Allein im vergangenen Jahr fielen für Reparaturen an den Figuren Ausgaben in Höhe von rund 820 Euro an. Für 2015 rechnet die Kulturdirektion der Landeshauptstadt mit Ausgaben in ähnlicher Höhe. Die notwendigen Reparaturen können jedoch aufgrund der vorläufigen Haushaltsführung wohl erst zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr beauftragt werden.

Die Reinigung und Zustandskontrolle der Figuren übernimmt auf Grundlage eines Kooperationsvertrages seit dem vergangenen Jahr der Verein Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Erfurt. Einmal wöchentlich gehen die Teilnehmer der Tagesförderung auf einen festgelegten Kontrollrundgang und dokumentieren den Zustand der Figuren. Sofern Schäden an den Figuren festgestellt werden, erhält die Kulturdirektion unverzüglich davon Kenntnis. Die Mitarbeiter sind bestrebt, die Beschädigungen umgehend beheben zu lassen.

SYBILLE GLAUBRECHT

 

03.02.2015


03.02.2015: Anerkennung geleisteter Arbeit

530.000 Euro für Ausbau der Forschungsbibliothek: Deutsche Forschungsgemeinschaft verlängert Förderung in Gotha um weitere drei Jahre.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt auch in den kommenden drei Jahren im Rahmen des Ausbaus der Bibliothek zu einer Forschungs- und Studienstätte für die Kulturgeschichte des Protestantismus in der Frühen Neuzeit mit mehr als 530.000 Euro. Damit kann das Projekt, das seit Mitte 2011 unterstützt wird, bis über das Ende der Reformationsdekade 2017 hinaus verlängert werden.

„Die Weiterförderung der Forschungsbibliothek Gotha ist ein großer Erfolg und eine Anerkennung unserer in den Vorjahren geleisteten Arbeit“, sagt Dr. Kathrin Paasch, die Leiterin der Forschungsbibliothek. Das Projekt beinhaltet den Ausbau der digitalen Dienstleistungen der Bibliothek und eine Vielzahl von aufeinander abgestimmten Aktivitäten auf den Feldern der Katalogisierung, Digitalisierung und Restaurierung der herausragenden reformationsgeschichtlichen Quellen der Bibliothek sowie öffentlichkeitswirksame Ausstellungen, Tagungen und Vorträge. In der zweiten Projektphase will die Bibliothek sich noch stärker als bislang international ausrichten, gemeinsam mit Wissenschaftlern Projekte durchführen und den Forschungsstandort Gotha der Uni Erfurt stärken.

CARMEN VOIGT

 

03.02.2015


03.02.2015: Wichtige Anregungen

Hand in Hand: Studierende des Masterstudiengangs „Innovations- und Changemanagement“ an der Hochschule Nordhausen stellten ihr frisch erlerntes Wissen in der Praxis unter Beweis.

Das Modul „Customer Relationship Management“ des Masterstudiengangs „Innovations- und Changemanagement“ nimmt den Kunden der heutigen Zeit ins Visier. Wie treffen Kunden ihre Kaufentscheidungen? Wie gewinne ich das wertvolle Vertrauen meiner Kunden? Wodurch binde ich meine Kunden an das Unternehmen? Das sind zum Beispiel Fragen, die die Dozentin Dr. Kareen Schlangen mit den Studierenden eingehend in der Vorlesung diskutiert.

Damit die Vorlesungsinhalte nicht nur theoretisch erlernt werden, sind Fallstudien ein interessantes Lehrmedium, um das neue Wissen direkt in die Praxis umzusetzen. Besonders wertvoll sind daher Partner aus der regionalen Wirtschaft, die aktuelle Fragestellungen ihres unternehmerischen Alltags zur Verfügung stellen. In diesem Semester stand der Hochschule Nordhausen die Brauer Reisen GmbH aus Nordhausen zur Seite. Die Brauer Reisen GmbH ist ein im Jahr 1990 gegründetes Unternehmen der Omnibustouristik. Mit vier Reisebussen bietet der Betrieb über den eigenen Katalog Busreisen unterschiedlichster Art an.

Zwei Studierendenteams wurden im Oktober 2014 beauftragt, die Fallstudien zu den Themen der Gewinnung neuer Zielgruppen und Bindung bestehender Kunden sowie die Ausweitung der Vertriebs- und Kommunikationskanäle in den neuen Medien zu bearbeiten. Dazu ist es in einem ersten Schritt wichtig, das Unternehmen kennenzulernen. Es folgten eine Betriebsbesichtigung, mehrere Interviews mit der Geschäftsführung und Mitarbeitern des Unternehmens sowie das Erleben der angebotenen Leistungen. So nahmen die Studierenden an einer Fahrt zum Dresdner Weihnachtsmarkt und am jährlichen Stammkundentreffen des Unternehmens auf dem Kyffhäuser teil. Ziel war es, die Mitarbeiter und Kunden zu analysieren, um Ansatzpunkte für eine Optimierung der Dienstleistungsprozesse abzuleiten. „Es ist mir jedesmal eine Freude zu beobachten, mit welchem Engagement und welcher Motivation die Studierenden an eine direkte Fragestellung aus der betrieblichen Praxis herangehen. Sie arbeiten weit über das geforderte Maß hinaus und sind mit viel Herzblut bei der Sache“, schwärmt Dr. Kareen Schlangen, die die Fallstudie als fachlicher Mentor begleitet.

Die Präsentation der Ergebnisse fand Ende Januar vor der Geschäftsführung der Brauer Reisen GmbH statt. Eindrucksvoll zeigten die Studierenden ihre Analysen und abgeleiteten Handlungsempfehlungen. Zum Beispiel bieten sich die Studierenden der Hochschule Nordhausen als ein neues Zielgruppensegment an, um die regionalen Schönheiten ihres Studienortes bequem und gemeinsam in der Gruppe kennenzulernen. Zudem ist das Vertriebssystem der Brauer Reisen GmbH um ein Online-Buchungssystem mit der Zunahme der Onlineaktivitäten der Generation 65+ zu erweitern. Auch ein Investieren in die sozialen Medien erleichtert ein Empfehlungsmarketing um ein Vielfaches. Eine Auflistung innovativer Maßnahmen zur Wertschätzung der treuen Stammkunden und Bindung neuer Kunden rundete die Ergebnisdarstellung ab. „Die Arbeit mit den motivierten Studierenden der Hochschule Nordhausen hat mir viel Freude bereitet. Allein das interessierte und zum Teil kritische Hinterfragen hat unserer Firma wichtige Anregungen für die Zukunft gegeben. So ist seit Jahresbeginn eine Analyse-Software auf unserer Website implementiert. Erste Ergebnisse zeigen unter anderem die Anzahl der täglichen Besucher und die Verweildauer auf den einzelnen Seiten. So läßt sich in Zukunft verfolgen, wie unsere Kundschaft immer mehr diesen Vertriebsweg nutzt“, verkündete Jürgen Brauer, Senior-Chef der Brauer Reisen GmbH. Neben der Bewertung der Leistungen mit einer Abschlußnote erhielten die Studierenden ein Referenzschreiben über das erfolgreich bearbeitete Praxisprojekt.

TINA BERGKNAPP

 

03.02.2015

Studierende des Studiengangs „Innovations- und Changemanagement“ der Hochschule Nordhausen stellen ihre Projektergebnisse vor.

Foto: HSN-ARCHIV


02.02.2015: „Gut gelaufen“

TMP Fenster + Türen GmbH in Bad Langensalza: Jahresabschluß gefeiert.

Das vergangene Jahr sei wieder „gut gelaufen“. Mit 40 Millionen Euro Umsatz habe man einen „ordentlichen“ Umsatz erreicht. Das sagte Bernhard Helbing, geschäftsführender Gesellschafter der TMP Fenster + Türen GmbH am 30. Januar 2015 zur Jahresabschlußfeier. Über 250 Mitarbeiter, ehemalige Kollegen und Vertreter von Partnerfirmen hatten den Weg in das Kultur- und Kongreßzentrum in Bad Langensalza gefunden.

In diesem Jahr stehe das 25jährige Jubiläum von TMP im Mittelpunkt. Vom 15.bis 17. Mai wird es dazu verschiedene Veranstaltungen geben, unter anderem auch wieder die „Kleine TMP-Friedensfahrt“ und am 16. Mai ein Fest auf dem Betriebsgelände unter dem Motto: „25 Jahre TMP – Erleben“.

Helbing informierte die Anwesenden über wichtige Investitionen. Eine moderne Glassortieranlage wird die körperliche Arbeit mit den schweren Glasscheiben erleichtern und die Prozeßorganisation weiter vervollkommnen. Im Bereich Insektenschutz werden ab März CNC–gesteuerte Bearbeitungsmaschinen zum Einsatz kommen. Die weitere Verbesserung der Qualität und die Leistungssteigerung seien dabei die vorrangigen Ziele jeder Investition. „Bei solchen Entscheidungen werden immer die Mitarbeiter, welche diese Maschinen bedienen, mit eingebunden“, betonte Helbing.

Für seine „außergewöhnliche Einsatzbereitschaft und seine langjährige Treue zu TMP“ wurde Reinhard Gräser als „Mitarbeiter des Jahres“ ausgezeichnet. Fertigungsmitarbeiter, Polier im Einbau, ein vom Unternehmen geförderter Abschluß als „Geprüfter Industriemeister Fachrichtung Metall“ und Aufmaßtechniker waren seine Stationen bei TMP. Heute ist er als Objektbetreuer im Bereich Service/Montage tätig.

Auch in diesem Jahr fand ein Spielewettbewerb statt. Fünf Mannschaften aus den verschiedenen Bereichen des Unternehmens konnten ihre Teamfähigkeit in den einzelnen Stationen unter Beweis stellen. Unter anderem war eine Tür mit 25 Schlössern zu „knacken“, Quizfragen mußten beantwortet und verschiedene Geschicklichkeitsspiele absolviert werden. Alle Gästen konnten deutlich sehen, daß es den Mannschaften sichtlich Spaß machte, um Sieg und Geldprämien zu ringen. Gegen 3.00 Uhr am frühen Samstag kehrte dann im Kultur – und Kongreßzentrum langsam wieder Ruhe ein.

MICHAEL SCHLUTTER

 

02.02.2015

Heimspiel in Bad Langensalza: Wie immer hatten alle TMP-Mitarbeiter während der Jahresabschlußfeier viel Spaß.

Foto: MICHAEL SCHLUTTER

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