„Wir hatten anfangs andere Sorgen“

Am letzten Tag seiner Amtszeit wurde aus der Kreisstadt Gotha eine „Große kreisangehörige Stadt“. Und aus ihrem Bürgermeister Werner Kukulenz ein Oberbürgermeister. Vier Jahre hatte der CDU-Kommunalpolitiker zuvor an der Spitze der Stadtverwaltung gestanden. Dann unterlag er in einer Stichwahl seinem SPD-Konkurrenten Volker Doenitz. Doch im Gegensatz zu vielen anderen Amtsträgern, die nach ihrer Abwahl in der Versenkung verschwinden, blieb der Alt-OB seinem Auftrag treu. Nach wie vor engagiert er sich für seine Wahlheimat: als Abgeordneter im Stadtrat und als Vorsitzender des Kreistages Gotha.

 


 

Ohne jede politischen Ambitionen ist Werner Kukulenz 1980 in die Blockpartei CDU eingetreten, „um den Werbern der SED zu entgehen“, begründet er diesen Schritt. Damals arbeitete er in der Abteilung Forschung und Entwicklung des Bau- und Montagekombinates Erfurt (BMK). SED-Mitgliedschaft war erwünscht. Seine Rechnung ging auf: Fortan hatte der praktizierende Katholik, der in der CDU nicht mehr als ein zahlendes Mitglied blieb, seine Ruhe. Das änderte sich in den Wochen der politischen Wende beinahe schlagartig. Als es um die Erneuerung der CDU in Gotha ging, verweigerte er seine Mitarbeit nicht. Saß zeitweise mit am Runden Tisch. Wurde Spitzenkandidat für die Kommunalwahl. Und am 24. Mai 1990 von der Stadtverordnetenversammlung zum Bürgermeister gewählt.

NTI: Her Kukulenz, erinnern Sie sich noch, wie Sie den Tag des Mauerfalls erlebt haben?

KUKULENZ: Die Mauer fiel zwei Tage vor dem 11.11. Ich war Präsident der Gothaer Karnevalsgesellschaft, und wir steckten mitten in der Generalprobe für die Eröffnung der neuen Saison. Da kam einer in den Saal gerannt und schrie: „Die Grenzen sind auf!“ So recht geglaubt hat das keiner. Und wir haben die Proben tapfer zu Ende geführt. Danach sind einige dann aber stehenden Fußes nach Hause geeilt und viele sogar noch am gleichen Abend in ihrem Trabi an die Grenze gefahren.

NTI: Vom Leiter eines Pflegeheims innerhalb weniger Wochen zum ersten Bürger Gothas. Was gab den Ausschlag?

KUKULENZ: Vor mir waren andere für die Spitzenkandidatur im Gespräch. Die wollten aber allesamt nicht. Daß ich angesprochen wurde, hat mich dann fast erschrocken. Ich hatte mich zwar in die Erneuerung der Gothaer CDU eingebracht, zweifelte nun aber ernsthaft, ob ich das packe. Die Leitung eines Pflegeheims ist doch etwas anderes als Verantwortung für eine ganze Stadt zu tragen. Ich hatte zwei Tage Bedenkzeit. Meine Frau machte mir Mut. Sie war eine der ersten gewesen, die an den Friedensgebeten in der Augustinerkirche teilnahmen. „Wir sind doch nicht umsonst auf die Straße gegangen“, meinte sie. „Wenn du dir das zutraust: Die Familie steht hinter dir.“ Der Rückhalt der Familie gab schließlich den Ausschlag.

NTI: Sie waren zu DDR-Zeiten nach eigenem Bekenntnis zwar kein Widerstandskämpfer, wie es später viele von sich behaupteten, aber doch einer, der auf Distanz zum SED-Regime ging. Was hat Sie dazu bewogen?

KUKULENZ: Im wesentlichen drei Ereignisse. Das erste: Als der Prager Frühling einsetzte, war ich Sanitätssoldat in der NVA und froh, daß ich nicht in die CSSR einmarschieren mußte. Die Reaktion der DDR auf die Ereignisse in unserem Nachbarland haben mich zutiefst irritiert. Das zweite: Als wir in den 70ern Camping-Urlaub an der Ostsee machten, durften unsere Kinder nicht mit ihrem neuen Schlauchboot aufs Wasser. Und beim abendlichen Strandbummel mußten wir jedesmal unsere Personalausweise vorzeigen. Schließlich das brutale Vorgehen der chinesischen Führung auf dem Platz des Himmlischen Friedens, das die DDR-Oberen auch noch guthießen. Danach wollten wir eigentlich in den Westen abhauen. Doch dann verfestigte sich der Entschluß, zu bleiben und nach Kräften zu Veränderungen in diesem Land beizutragen. Das haben wir mit der Wende dann auch in die Tat umgesetzt.

NTI: Seit dem 25. Mai 1990, dann sogar als Bürgermeister. Welche Situation fanden Sie damals in Gotha vor?

KUKULENZ: Auf der einen Seite nahezu grenzenlose Euphorie über die gewonnenen Freiheiten. Andererseits aber traten schnell die Problemen zutage, wie sie auch in anderen DDR-Städten vorherrschten. Wir hatten 3500 Wohnungssuchende, diverse Rückführungsansprüche, eine marode Bausubstanz und Riesenlöcher in der Stadtkasse. Dazu Arbeitslose, deren Zahl von Tag zu Tag stieg. Wir versuchten, zu helfen und waren oftmals dazu doch nicht in der Lage. Das war ungeheuer belastend, zumal sich die Lage anfangs sogar noch verschlimmerte und dann auch nur langsam besserte.

NTI: Können Sie sich noch an Ihre erste Entscheidung als neuer Gothaer Bürgermeister erinnern?

KUKULENZ: Sogar sehr genau. Denn es war am Himmelfahrtstag 1990, der seit langer Zeit wieder arbeitsfrei war. Statt zu feiern, hatte ich die Mitarbeiter der Verwaltung zur Arbeit ins Rathaus gerufen. Das Haus war mir fremd. Ich kannte weder die Fußangeln noch die Fettnäpfchen darin. Mir ging es einzig darum, herauszufinden, wer bereit war, am Aufbau der neuen Verwaltung mitzuwirken. Also: Wer bleibt und wer muß gehen. Dabei spielte für mich die Parteizugehörigkeit eher am Rande eine Rolle – wie auch später immer wieder, wenn es darum ging, die Stadt voranzubringen. Wichtig war damals in erster Linie, loyale Mitarbeiter zu finden, also Leute, die unseren Weg engagiert mitgehen. Das ist an diesem Tag weitgehend gelungen. Die Mehrheit der Mitarbeiter erklärte sich bereit.

NTI: Und welche Beschlüsse wurden in den ersten Wochen Ihrer Amtszeit auf den Weg gebracht?

KUKULENZ: Zu den ersten Maßnahmen zählte die Umwandlung der Arbeiter-Wohnungsbaugenossenschaft in eine städtische Genossenschaft und die Überführung der Kommunalen Wohnungsverwaltung in die Baugesellschaft Gotha. Sie wurde eine hundertprozentige Tochter der Stadt und existiert heute noch. Damit wurde Spekulationen auf dem Wohnungsmarkt vorgebeugt. Beides hat sich für die Mieter ausgezahlt. Eine ganze Reihe konnte ihre Mietwohnung später zu erschwinglichen Preisen kaufen.

NTI: Sie hatten zuvor knapp vier Jahre ein Pflegeheim geleitet. Nun eine Stadt, die damals 58.000 Einwohner zählte. Wie kamen Sie mit der neuen Situation zurecht?

KUKULENZ: Die ersten Wochen bewegten wir uns quasi in einem gesetzlosen Raum, da haben wir uns durchgewurschtelt. Doch sehr schnell wurde uns uneigennützige Hilfe aus unserer Partnerstadt Salzgitter zuteil. Experten kamen zu uns. Unsere Leute fuhren nach drüben und sahen sich an Ort und Stelle um. Learning by doing, sagt man heute wohl dazu. Und das alles kostenlos. Im Gegensatz zu vielen anderen, die in Gotha vorstellig wurden und uns für viel Geld Vorträge und Seminare anboten: Geld, das wir nicht hatten. So drangen wir Schritt für Schritt in die bundesdeutsche Kommunalgesetzlichkeit ein. Salzgitter schenkte uns auch das erste Faxgerät. Und aus Salzgitter rollte ein Einsatzfahrzeug für unsere Feuerwehr an. Die Liste ließe sich fortsetzen.

NTI: Wenn Sie auf Ihre Amtszeit als Gothaer Stadtoberhaupt zurückblicken – was erfüllt Sie mit Genugtuung?

KUKULENZ: Daß es gelang, die Mehrheit der Mitarbeiter in der Verwaltung für den Aufbau der neuen Strukturen zu gewinnen. Nur so war es überhaupt möglich, in den ersten vier Jahren die Fundamente zu legen, auf denen eine erfolgreiche Entwicklung der Stadt möglich wurde. Es ist zwar nicht in jedem Fall gelungen, die örtliche Industrie zu erhalten. Unsere Vorstöße bei der Treuhand fanden leider kaum Beachtung. Dennoch: Gotha präsentiert sich heute als Stadt, in der sich Bewohner und Gäste wohl fühlen.

NTI: Wo Genugtuung herrscht, ist meist auch Enttäuschung. Trauern Sie dem einen oder anderen nach?

KUKULENZ: Traurig stimmt mich vor allem, daß das Gefühl der Geborgenheit, das wir aus DDR-Zeiten kannten, zu einem guten Teil verlorengegangen ist. In der Politik – auch in der Kommunalpolitik – nehmen Lobbyismus und Parteienklüngeleien zu. Viele Leute schauen heute zuerst darauf, ob sie ordentlich entlohnt werden. Das war zur Wende anders. Da war noch viel Idealismus unterwegs.

 

„Da war noch viel Idealismus unterwegs.“

 

NTI: Die Neue Thüringer Illustrierte hat in den ersten Erscheinungsjahren viel über Eisenach, Erfurt, Weimar, Jena, Gera und sogar über Eisenberg berichtet, aber nur selten über Gotha. Noch 2008 beklagte Ihr Nachfolger Knut Kreuch im NTI-Interview, daß Gotha mehr Aufmerksamkeit verdiene, als die Stadt erfährt. Wie ist dieses Aufmerksamkeitsdefizit zu erklären?

KUKULENZ: Gotha liegt zwischen zwei Thüringer Leuchttürmen, Eisenach und Erfurt. Beide standen in den ersten Jahren fast zwangsläufig mehr im Fokus der Öffentlichkeit als unsere Kreisstadt. Aber es trifft wohl auch zu, daß wir damals zu wenig mit unseren Pfunden gewuchert haben: vor allem mit dem herzoglichen Schloß und seinen wertvollen Kunstschätzen. Das hat sich inzwischen jedoch relativiert. Wir hatten anfangs andere Sorgen. Ich war täglich von sieben bis 20, 21 Uhr und beinahe jedes Wochenende in und für die Stadt unterwegs: bei der Treuhand in Berlin zum Beispiel, in Betrieben, auf Versammlungen oder in den zahlreichen Vereinen, in denen die Gothaer zusammenkommen. Das soll keine Entschuldigung sein. Sondern höchstens eine Erklärung.

NTI: Zahlreiche Kommunalpolitiker, wie Sie einer sind, schildern die Zeit nach der Wende in der NTI als eine aufregende Zeit, die so nie wieder zu erleben sein dürfte. Können Sie erklären, warum diese ursprüngliche Kraft ein Stück weit verlorengegangen ist?

KUKULENZ: Weil dann mit aller Macht die Realitäten sicht- und spürbar wurden. Keine Gesellschaftsordnung ist vollkommen. Mit der Freiheit, die wir erkämpften, hielt auch die Verantwortung Einzug, die jeder für sich selbst und sein Leben trägt. Das stellte viele vor Herausforderungen, denen sie sich nicht oder nur schwer gewachsen fühlten. Zumal sie in relativ kurzer Zeit gemeistert werden mußten. Als größtes Problem erwies sich dabei die grassierende Arbeitslosigkeit. Und dann die vielen Vertreter und Verkäufer, die Teppiche oder Versicherungen anboten und das Blaue vom Himmel versprachen …

NTI: Sie sind 1994 zur Wiederwahl angetreten und unterlagen in der Stichwahl dem SPD-Kandidaten. Worauf führen Sie das zurück?

KUKULENZ: Mit der Wahl des SPD-Mannes Volker Doenitz sind wohl die Verhältnisse, wie sie vor dem Weltkrieg bestanden, erneuert worden. Gotha als SPD-Hochburg wurde wieder sozialdemokratisch. Das ist nach meinem Dafürhalten aber weniger darauf zurückzuführen, daß wir unsere Arbeit nicht gut ge- macht hätten – im Gegenteil: wie sich längst gezeigt hat, wurden die Weichen damals richtig gestellt –, sondern war vor allem der aktuellen Situation geschuldet. Unmittelbar nach der Wende herrschte Euphorie. Die Wähler trauten Kanzler Kohl und der CDU am ehesten zu, daß die Landschaften quasi von heute auf morgen blühen würden. Davon profitierte auch die Gothaer CDU. Wie sie umgekehrt dann bestraft wurde, weil sich die Versprechungen so schnell nicht erfüllten.

NTI: Trotzdem haben Sie sich später wieder in verschiedenen Funktionen weiterhin für die Belange Ihrer Stadt eingesetzt. Sie waren unter anderem sechs Jahre Bürgermeister und Baudezernent – Ämter, für die Sie – obwohl Sie Ihnen nach eigenen Angaben „Spaß“ bereiteten – 2012 nicht mehr antraten. Warum?

KUKULENZ: Darüber wurde viel spekuliert. Doch das ist Schnee von gestern. Darüber zu reden, lohnt nicht mehr.

NTI: Die Lokalpresse vermutete damals innerparteiliche Querelen. Sie unterstellte Parteitaktik?

KUKULENZ: Kein Kommentar.

NTI: Dennoch gehören Sie heute wieder dem Stadtrat und zudem dem Kreistag Gotha an. Vor Jahresfrist wählte Sie der Kreistag sogar zu seinem Vorsitzenden. Späte Genugtuung?

KUKULENZ: Nein, ich habe mich einfach nur gefreut. Vor allem über das Wahlergebnis: 43 von 51 Abgeordneten stimmten für mich. Die CDU selbst verfügt im Kreistag aber lediglich über 19 Sitze. Also ein großer Vertrauensbeweis quer durch alle Parteien. Dem will ich gerecht werden. Andere Ambitionen habe ich nicht. Mit dem Ende der laufenden Legislaturperiode ist Schluß. Dann sollen Jüngere das Ruder übernehmen. Keiner soll sagen, der Alte klebt an seinem Posten.

NTI: Warum haben Sie sich mit nunmehr 67 Jahren aber noch einmal in die Pflicht nehmen lassen?

KUKULENZ: Weil ich darin die Chance sehe, Verantwortung zu übernehmen in einer Zeit, in der die Unzufriedenheit der Bürger zunimmt. Gewiß: Ich kann die Welt nicht verändern. Aber dort, wo ich stehe, will ich das Beste geben für Gotha und den Landkreis. Ich bin keiner, der kneift. Wenn ich mir etwas zutraue, dann wird angepackt.

NTI: Mit der neuen Landesregierung ist die Diskussion um eine Gebietsreform neu aufgeflammt. Wo sehen Sie Ihren Landkreis in der Zukunft?

KUKULENZ: Der Landkreis Gotha ist einer der wirtschaftlich stärksten in Thüringen. Wenn er in den Plänen der Landesregierung überhaupt eine Rolle spielt, dann nur dahingehend, daß er an Größe und Umfang gewinnt.

NTI: Ihr unmittelbarer Nachfolger im Amt des Oberbürgermeisters sorgte in der NTI mit der Ankündigung eines Städteverbundes „Gowadruf“, eines Zusammenschlusses von Gotha, Waltershausen und Ohrdruf, kurzzeitig für Aufsehen. Was halten Sie davon? Und: Wohin soll sich die Stadt Gotha orientieren. Mehr nach Westen? Oder nach Osten?

KUKULENZ: Von dem Städteverbund halte ich nicht viel. Und Gotha fährt am besten, wenn es sich als Tor zum Thüringer Wald versteht und auf seine reichen Traditionen als Sitz der Herzöge von Sachsen-Coburg-Gotha setzt: auf Schloß Friedenstein und den unschätzbaren Fundus an Kunstwerken, die im Schloß zu Hause sind. Die derzeit laufende Cranach-Ausstellung, die gemeinsam mit Eisenach und Weimar veranstaltet wird, ist ein Baustein auf diesem Weg. Amtsnachfolger Knut Kreuch verglich die Gothaer Schatzkammer einmal mit dem Louvre in Paris. Wenn da auch eine große Portion Lokalpatriotismus mitschwingt, etwas davon trifft durchaus zu.

NTI: Ihr Rat an alle, die in der Kommunalpolitik nach Verantwortung streben?

KUKULENZ: Kein Mensch weiß und kann alles. Wenn er keine guten Mitstreiter an seiner Seite weiß, wird er früher oder später scheitern. Ich hatte das Glück, immer mit guten Leuten zusammenzuarbeiten. Dafür bin ich dankbar.

Mit dem ersten Gothaer Bürgermeister nach der politischen Wende, Werner Kukulenz, sprach KLAUS RANGLACK.

 

 

Zur Person

Werner Kukulenz, Jahrgang 1948, wurde im eichsfeldischen Effelder geboren und ist in Gotha aufgewachsen. Nach der Mittleren Reife (1965) erlernte er den Beruf eines Elektromonteurs (Facharbeiterbrief 1968) und arbeitete anschließend zunächst im VEB Waggonbau Gotha und im Anschluß an seinen eineinhalbjährigen Armeedienst im Gummikombinat Waltershausen. 1973 wechselte er in die Abteilung Forschung und Entwicklung des Bau- und Montagekombinates Erfurt, Außenstelle Gotha. 1988 übernahm er die Leitung eines Pflegeheims und begann gleichzeitig in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) ein Fernstudium als Sozialarbeiter.

1980 ohne jede politischen Ambitionen in die Blockpartei CDU eingetreten, folgte er in den Monaten der politischen Wende dem Ruf jener Parteimitglieder, die in Gotha eine Erneuerung der CDU anstrebten. Er vertrat die CDU zeitweise am runden Tisch und wurde nach der Kommunalwahl im Mai 1990 von seiner Partei als Kandidat für das Amt des Bürgermeisters aufgestellt. Am 24. Mai wählte ihn die Gothaer Stadtverordnetenversammlung zum ersten Nach-Wende-Bürgermeister der Kreisstadt.

Bei der Kommunalwahl 1994 scheiterte er in der Stichwahl an dem späteren Amtsinhaber Volker Doenitz (SPD). Werner Kukulenz wechselte daraufhin in das Polizeiverwaltungsamt, wo er zunächst als Sachgebietsleiter und zuletzt als Leiter der Stabsstelle tätig war. 2006 holte ihn Gothas neuer Oberbürgermeister Knut Kreuch (SPD) als Bürgermeister und Baudezernent ins Rathaus zurück. 2012 trat er in den Ruhestand, blieb jedoch Abgeordneter des Stadtrates und des Kreistages Gotha, der ihn ihm Juli vorigen Jahres mit 43 von 51 Stimmen zu seinem Vorsitzenden wählte.

Im März dieses Jahres zeichnete ihn Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) im Auftrag des Bundespräsidenten mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande aus. Werner Kukulenz ist verheiratet, Vater von drei Kindern und hat vier Enkel. Er lebt in Gotha. Seine Freizeit gehört der Familie, dem Garten und historischen Romanen.

Hohe Ehrung: Im März 2015 zeichnete Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) im Auftrag des Bundespräsidenten den kommunalpolitischen Unruheständler Werner Kukulenz (CDU) mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande aus.

Foto: WK-ARCHIV

Damaliger Gothaer Bürgermeister Werner Kukulenz (CDU), links, mit Bundespräsident Richard von Weizsäcker und Ministerpräsident Josef Duchac auf dem Gothaer Schloß: „Ich bin keiner, der kneift.“                Foto: HANS STENGER

Werner Kukulenz mit dem heutigen Gothaer Oberbürgermeister Knut Kreuch (SPD) bei der Übergabe des Förderbescheids zur Sanierung, Modernisierung und Erweiterung des Freibades: „Ich hatte das Glück, immer mit guten Leuten zusammenzuarbeiten.“                                                                         Foto: PRIVAT-ARCHIV

Kukulenz-Nachfolger Volker Doenitz (SPD): „Verhältnisse sind erneu- ert worden.“     Foto: NTI-ARCHIV

 

NTI-Titel zu Gotha, Ausgabe 1/2008: Mehr Aufmerksamkeit verdient.

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