„Ich fühle mich pudelwohl“

 Nachholen, was uns früher verwehrt war. (FOTO Klaus-Günter Knabe)Dr. Volkhardt Germer (parteilos) war erster Nachwende-Oberbürgermeister in Weimar, mußte das Amt nach den Kommunalwahlen 1990 abgeben und erstritt es 1994 erneut. Zwölf Jahre später trat er nicht mehr an. Was denkt er über seine Zeit als Erster Weimarer Bürger? Wie geht es ihm heute?

Mit der Kellnerin im „Resi“ ist er per du. Die junge Frau am Nachbartisch wartet geduldig auf ein Gespräch, in dem sie den Rat dieses Mannes suchen wird. Und der Passant auf dem Markplatz – ein Herr B. auf Hopfgarten *) – lobt ungefragt: „Ein guter Mann. Hat viel für diese Stadt getan“ ... Spätestens jetzt teilen wir die Meinung von Dr. Volkhardt Germer, die er kurz zuvor eher beiläufig geäußert hatte: „Die Weimarer hätten mich auch ein drittes Mal gewählt“. Zwölf Jahre, von 1994 bis 2006, war der heute 68jährige Oberbürgermeister der Klassikerstadt – eine Zeitspanne, in der eines der erfolgreichsten Kapitel in die Geschichte Weimars geschrieben wurde.

NTI: Herr Germer, vor sechs Jahren sind Sie aus dem Amt des Weimarer Oberbürgermeisters ausgeschieden. Wie geht es Ihnen? Wie verbringt der OB a. D. seinen Ruhestand?

GERMER: Mir geht es wirklich gut. Ich habe eine intakte Familie, in der jeder jeden trägt, und wohne in einer liebens- und lebenswerten Stadt. Ich arbeite in mehreren Vereinen mit, habe einen großen Freundeskreis und bin im eigenen Wohnwagen viel auf Reisen. Dann holen wir nach, was uns früher verwehrt war. Mit einem Wort: Ich fühle mich pudelwohl.

NTI: Sie seien, erklärten Sie damals in der NTI, aus „persönlichen Gründen“ nicht noch einmal zur Wiederwahl angetreten. Wollen Sie heute die persönlichen Gründe nennen?

GERMER: Sie waren nie ein Geheimnis. Meiner Frau ging es damals gesundheitlich sehr schlecht. Ich wollte ihr nahe sein. Als Oberbürgermeister wäre mir das in vollem Maße nicht möglich gewesen.

NTI: Wie eng sind Sie heute noch der Kommunalpolitik verbunden?

GERMER: Ich bin zwar im Ruhestand, habe aber eine Menge Ehrenämter, die mich auf Trab halten ... NTI: ... zum Beispiel?

GERMER: Zum Beispiel der Förderverein der Gedenkstätte Buchenwald, dessen Vorsitzender ich bin. Diese Arbeit liegt mir besonders am Herzen, weil sie sich nicht nur dem Gedenken an die Opfer widmet – so wichtig und richtig das ist! –, sondern weil sie sich darüber hinaus an die Jugend wendet. Uns geht es darum, daß nazistisches Gedankengut nie wieder zurückkehrt. Arbeit also, die in die Zukunft weist ...

NTI: Oder?

GERMER: Oder der Freundeskreis des Deutschen Nationaltheaters Weimar. Hier bin ich stellvertretender Vorsitzender ...

Germer-Vorgänger Dr. Klaus Büttner (CDU), falsches Spiel. (FOTO Andreas Kühn)NTI: ... waren anfangs aber kein bedingungsloser Gegner einer Theaterfusion zwischen Weimar und Erfurt? Zumindest läßt eine Äußerung, die damals in der NTI zu lesen war, diesen Schluß zu. „Wenn wir keine Abstriche wollen, müssen wir über eine Veränderung der Theaterlandschaft nachdenken“, sagten Sie. Veränderungen sind nicht eingetreten. Die Theaterfusion ist – zumindest derzeit – vom Tisch.

GERMER: Wir haben damals gekämpft und wir kämpfen weiter, daß dieses Haus nicht kastriert wird, wie es die ursprüngliche Absicht der Landesregierung war. Wenn das DNT heute ein Staatstheater ist, in dem alle Sparten zu Hause sind, dann hat der Förderverein sein Scherflein dazu beigetragen. Das Haus kann nun bis 2017 einigermaßen in Ruhe arbeiten. Ab 2014 stehen zwei Millionen Euro mehr zur Verfügung. Damit sind die längst fälligen Gehaltsangleichungen möglich. Das schafft Sicherheit und wird der künstlerischen Arbeit die erforderlichen Impulse verleihen. Wie es nach 2017 weitergeht, welche strategischen Vorbereitungen zu treffen sind – darüber wird in nächster Zeit zu reden sein.

NTI: Sie waren gleich zweimal Oberbürgermeister: Einmal während der friedlichen Revolution für wenige Wochen, ab 1994 dann zwölf Jahre hintereinander. Wenn Sie beide Amtsperioden vergleichen: Was macht den Unterschied?

GERMER: Die Monate von Ende Oktober 1989, als mich der Runde Tisch zum OB bestimmte, bis Juni 1990, als ich das Amt abgeben mußte, waren eine ungemein aufregende, aber auch glückliche Zeit: Viele Engpässe und Probleme taten sich auf, die sofort behoben werden mußten, darunter – um nur ein Beispiel zu nennen – acht Bombendrohungen in lebenswichtigen Einrichtungen unserer Stadt. Gleichzeitig waren aber auch Weichen für die zukünftige Entwicklung zu stellen. Die Vorbereitung für die Gründung der Stadtwerke, die dann mit Hilfe unserer Partnerstadt Trier zustande kam, fällt in diese Zeit. Die Stadtwerke sind heute eines der wichtigsten Unternehmen in Weimar.

 Weimar zielstrebig aus dem Finanzsumpf geholt. (FOTO Andreas Kühn)NTI: Vier Jahre später ging es dann wohl nicht mehr so aufregend und glücklich zu?

GERMER: Sagen wir es so:1994 begannen die Mühen der Ebene. Gesetze, Vorschriften und Regularien, die inzwischen bindend waren, machten es schwieriger, Kreativität zu entfalten. Entscheidungen, die 1989/90 von einen Tag auf den anderen zu treffen waren, nahmen nun oft Monate in Anspruch. Wir haben trotzdem Mittel und Wege gefunden – auch, weil wir gute Drähte zur Landesregierung besaßen und uns auf eine gute Zusammenarbeit mit den Landtagsfraktionen stützen konnten. Dabei erwies es sich durchaus als Vorteil, daß Weimars OB parteilos war. So gelangte die Stadt allmählich in ruhiges Fahrwasser ...

NTI: ... trotz eines horrenden Schuldenstandes, der unter Ihrem CDU-Vorgänger Büttner angehäuft wurde? Damals in der NTI nannten Sie eine Summe von umgerechnet 150 Millionen Euro.

GERMER: Ich bin 1994 angetreten mit dem Versprechen, einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen und die Schuldenlast abzubauen. Das ist trotz vieler Probleme, die sich immer wieder auftaten, gelungen. Weimar steht heute – wie unlängst in der Zeitung zu lesen war – „nur“ noch mit 74,4 Millionen Euro in der Kreide. Mein Vorgänger hat der Stadt ein katastrophales Erbe hinterlassen. Im September 1994 waren wir nicht einmal mehr in der Lage, die Gehälter für die Mitarbeiter der Stadtverwaltung zu zahlen. Ich bin nach Erfurt gefahren und mit zehn Millionen D-Mark zurückgekommen. Daß wir diese dramatische Situation schließlich überwunden haben, verdanken wir einem externen Controller.

NTI: Der Kontrolleur hieß Horst Krautter und kam aus Schwaben, wo die Menschen besonders sparsam sind. Konnte unter diesen Umständen überhaupt noch von kommunaler Selbstverwaltung die Rede sein?

Weimarer OB Germer 1995, katastrophales Erbe übernommen. (FOTO Andreas Kühn)GERMER: Amtsvorgänger Büttner hat Herrn Krautter noch nach Weimar geholt, verbot ihm und den Kritikern dann jedoch, die wahre Situation vor der Wahl offenzulegen. Die Liste mit den Vorhaben, die er nach der Wahl umsetzen wollte, hatte er aber schon in der Schublade. Ein falsches Spiel. Herr Krautter war das Beste, was uns in dieser Situation passieren konnte. Er hat uns zielstrebig aus dem Finanzsumpf herausgeholt. Wir mußten ihm jede Ausgabe vorlegen und nur dann zurückziehen, wenn er sein Veto einlegte. Das ist selten passiert. Fast immer haben wir gemeinsam Auswege gefunden. Das gab mir in meiner Tätigkeit alle Sicherheit. Dafür bin ich noch heute dankbar. Leider ist er nach zwei Jahren Arbeit für Weimar verstorben.

NTI: Sie haben vier Jahre verstreichen lassen, ehe Sie sich als OB-Kandidat aufstellen ließen. Warum?

GERMER: Vielleicht hätte ich mich schon 1990 beworben. Doch damals besagte das Wahlrecht, daß die stärkste Partei den Oberbürgermeister stellt. Das war die CDU. Ich gehörte keiner Partei an. Und ich war mir auch nicht sicher, ob ich überhaupt wollte. 1994 trat ein neues Wahlrecht in Kraft, das heute noch gilt. Danach konnte sich jeder als Kandidat bewerben, sofern er 240 Unterstützer-Unterschriften beibrachte. Die habe ich dann mühelos geschafft. Es waren am Ende sogar ein paar tausend. Das hat natürlich Mut gemacht.

NTI: Was unsere Frage aber noch nicht ganz beantwortet.

GERMER: Den Ausschlag gab ein Gespräch mit dem damaligen Amtsinhaber, das mit einem furchtbaren Ergebnis endete. Herr Büttner vertrat die Meinung des damaligen Bundeskanzlers Kohl, der uns im Osten „blühende Landschaften“ versprochen hatte. Weimar würde seinen Schulden in kürzester Zeit begleichen können. Ich war Mitglied des Stadtrates. Und ich wußte, daß es nicht so kommen würde. Herr Büttner zeigte keine Einsicht. Wir gingen im Streit auseinander. Im Januar 1994 habe ich mich dann entschieden, gegen ihn anzutreten.

NTI: Wie erklärt sich, daß man einen, den man vier Jahre zuvor auswechselte, später doch und gleich zweimal hintereinander ins Amt wählte?

GERMER: In der Bevölkerung bilden Parteimitglieder eine verschwindend kleine Zahl. Der Zuspruch, den ich schon im Vorfeld erfahren hatte, setzte sich im Wahlkampf fort. Dazu gehörte auch erhebliche finanzielle Unterstützung aus der Stadt und darüber hinaus. Spenden bis zu 10.000 D-Mark gingen ein, die ich nur angenommen habe, wenn von vornherein klar war, daß damit spätere Gegenleistungen aus dem Amt heraus ausgeschlossen sind ...

Weimars Oberbürgermeister Dr. Volkhardt Germer im Frühjahr 1998 beim Empfang einer japanischen Delegation. (FOTO Andreas Kühn)NTI: ... und von denen sie auf dem Höhepunkt des Wahlkampfes die verbliebenen Mittel für soziale Zwecke zur Verfügung stellten. Warum?

GERMER: Drei Wochen vor dem Wahltag war der Wahlkampf in eine Schlammschlacht ausgeartet, an der ich nicht länger Anteil haben wollte. Ich habe den immer noch erheblichen Rest des Geldes an den Arbeitslosenverband, das Frauenhaus und an Weimarer Organisationen weitergeleitet, die Menschen in Not helfen. Übrigens ohne jeden Hintergedanken, die mir der politische Gegner damals unterstellte. Und ich glaube auch heute noch nicht, daß diese Geste den Ausschlag gegeben hat. Ziemlich sicher bin ich mir dagegen: Die Weimarer hätten mich auch ein drittes Mal gewählt.

NTI: Was ist Ihnen aus dem Kurzeinsatz und was aus den zwölf Jahren als OB vor allem in Erinnerung geblieben?

GERMER: Der Kurzeinsatz war geprägt von einer beglückenden Hilfe, die uns vor allem Fulda und Trier gewährten. Sie reichte von Bussen für den städtischen Nahverkehr über Müllfahrzeuge bis hin zu Dachziegeln. Und auch an den ersten Besucher erinnere ich mich noch sehr gut. Es war Hessens Ministerpräsident Wallmann. Zu seiner Begleitung gehörte Christine Lieberknecht, heute Ministerpräsidentin, die Ende der 70er Jahre eine meiner Schülerinnen in Bad Berka war. In der offiziellen Amtszeit bildete dann natürlich das Kulturstadtjahr 1999 den Höhepunkt, mit dem die Weimarer eine neue, intensive Identität zu ihrer Stadt fanden, zu einem neuen Selbstbewußtsein, das bis heute anhält: Weimar – das ist etwas Besonderes.

NTI: Stichwort Kulturstadtjahr. Ihr Vorgänger im Amt, Herr Büttner, hat das Ereignis eingerührt. Sie als Oberbürgermeister waren einer der Nutznießer. Sehen Sie das heute noch genauso?

 Jährlich bis zu sieben Millionen Besucher. (FOTO Andreas Kühn)GERMER: Die Vorgeschichte ist älter und der Werdegang ein anderer. 1990, noch zu DDR-Zeiten, haben wir unter großer Beteiligung den Verein „Kulturstadt Weimar“ gegründet. Ich wurde als Initiator sein Vorsitzender. Im Vorfeld einer Bewerbung um den Titel haben wir die Kulturminister in Europa angeschrieben. Der Rücklauf stimmte optimistisch. Unsere Vorgehensweise war zwar der falsche Weg. Aber so landete der Vorgang auf dem Schreibtisch von Herrn Büttner. Er veranlaßte eine erste Bewerbung, die in jeder Hinsicht katastrophal war, weshalb der Kulturausschuß sie stehenden Fußes zurückzog und durch eine zweite ersetzte, die dann in Brüssel auf breite Akzeptanz stieß und auch im nachhinein als richtungsweisend für die Zukunft gewürdigt wurde.

NTI: Manche befürchteten damals, daß Weimar nach dem Kulturstadtjahr in ein Loch fallen würde. Sie gehörten nicht dazu. Ist es so gekommen, wie Sie es vorausgesehen haben?

GERMER: Es ist so gekommen, wie wir es erhofft hatten – auch dank Bernd Kauffmann, dem Kulturstadtjahr-Beauftragten, der sich gegen viele Widerstände durchsetzte. Jährlich kommen heute sechs bis sieben Millionen Besucher nach Weimar. Das sind inzwischen mehr als 1999, als ein Kulturprogramm mit vielen Höhepunkten Touristen aus nahezu allen Teilen der Welt anlockte. Außerdem: Weimar ist eine der wenigen Thüringer Städte, deren Einwohnerzahl wächst. Die Nachfrage nach Wohnraum steigt stetig. Und Weimar bietet seinen Besuchern einen Kulturkalender, der einer Stadt mit 500.000 Einwohner zur Ehre gereicht ...

NTI: Sechs bis sieben Millionen Weimar-Besucher jährlich. Trotzdem wissen – wie Thüringens SPD-Wirtschaftsminister Matthias Machnig unlängst bedauerte – nur etwa sieben Prozent der Deutschen, daß Weimar in Thüringen liegt. Läuft da nicht etwas schief?

GERMER: Ich vertraue dieser Zahl nicht. Wenn überhaupt, dann trifft sie auf die alten Bundesländer zu. Im Osten weiß bestimmt jeder, daß Weimar zu Thüringen gehört wie Goethe und Schiller zu Weimar.

NTI: Sie hatten, wie Sie in Ihrem ersten Interview für die NTI durchblicken ließen, viele Anfeindungen auszuhalten, ehe sie ins Amt kamen und dann auch in der Anfangszeit als Oberbürgermeister. Gezielten Fragen wichen Sie damals – wohl um des lieben Friedens willen – aus. Finden Sie mit dem Abstand der Jahre deutlichere Worte?

GERMER: Das ist vorbei, wenn auch nicht vergessen. Heute kann ich sogar darüber lächeln. In Weimar wußte man, daß ich SED-Mitglied war und daß ich damals in der Stadtverwaltung gearbeitet habe. Irgendeiner hat dann herausgefunden, daß ich an der PH in Potsdam gewesen sei – an der Parteihochschule Potsdam, meinte er. Wer in der SED war und an einer Parteihochschule studiert hat, müsse auch Stasi- Spitzel sein. Das zog sich hin bis zu einer Gerichtsverhandlung, die gegen das Land Thüringen angestrengt worden war, weil es einen Stasi-Mann tolerierte. Als sich herausstellte, daß sich hinter den beiden Buchstaben die Pädagogische Hochschule verbarg, wurde das Verfahren schnell abgebrochen. Von da an hatte ich Ruhe.

NTI: Ministerpräsident Bernhard Vogel wollte Sie nicht als OB. „Demokraten wählen nur Demokraten“, forderte er, was sich eindeutig gegen das ehemalige SED-Mitglied Germer richtete. Später mußte er mit Ihnen zusammenarbeiten. Hat sich Ihr Verhältnis verändert?

GERMER: Wir führten nach der Wahl ein dreistündiges Gespräch. Danach hatten wir zueinander gefunden und gaben uns die Hand. Ich hatte während seiner Amtszeit und auch später keinen Grund zur Klage.

NTI: Sie gehörten zu den treibenden Kräften der „Impulsregion“, in der Weimar, Jena, Erfurt und das Weimarer Land zusammenarbeiten. Haben sich Ihre Erwartungen erfüllt?

GERMER: Leider nicht im erhofften Maße. Die Hauptakteure aus der Anfangszeit, die Oberbürgermeister von Erfurt und Jena und die Federführenden der IHK, sind mit Ausnahme von Landrat Münchberg nicht mehr im Amt. Seitdem stagniert die Arbeit. Zum Teil bleibt man sogar hinter dem Erreichten zurück. Ich vermisse die gemeinsame Vermarktung der Region und gemeinsame Strategien.

 

Mit Dr. Volkshardt Germer sprach

KLAUS RANGLACK.

*) Der Name ist der Redaktion bekannt.

 

 

Zur Person

Volkhardt Germer, Jahrgang 1944, ist in Weimar geboren und hat die meiste Zeit seines Lebens in dieser Stadt zugebracht. Nach dem Abitur (1962) erlernte er den Beruf eines Betonfacharbeiters (Abschluß 1963) und studierte anschließend Pädagogik in Zwickau (Diplom 1967). Es folgten Lehrerdienst im Kreis Weimar-Land und ab 1975 drei Jahre als Sonderaspirant an der Pädagogischen Hochschule Potsdam, wo er 1978 die Doktorwürde erlangte (Dissertation A). Seine erste berufliche Anstellung war in der Schulverwaltung Weimar.
1963 trat Dr. Germer der SED bei, wurde 1982 zum Stadtschulrat und 1987 zum stellvertretenden Oberbürgermeister der Bewegung in der Sowjetunion. Während der friedlichen Revolution in der DDR gehörte er dem Runden Tisch an, der ihn im November 1989 beauftragte, das Amt des Weimarer Oberbürgermeisters zu übernehmen. Ende Dezember 1989 verließ er die SED. 1990 zog er als Unabhängiger in die erste freigewählte Stadtverordnetenversammlung ein. Im Juni desselben Jahres mußte er sein Amt als OB abgegeben, war kurzzeitig arbeitslos und gründete mit einem Partner aus Frankfurt am Main die Firma Aluguß GmbH, deren Geschäftsführer er bis 1993 war.
1994 wurde Volkhardt Germer als parteiloser Kandidat zum Oberbürgermeister gewählt. Sechs Jahre später bestätigten ihn die Weimarer im Amt. Zur Oberbürgermeisterwahl 2006 trat er aus persönlichen Gründen nicht mehr an, blieb seiner Vaterstadt aber in zahlreichen Ehrenämtern aufs engste verbunden. Unter anderem ist er Vorsitzender des Fördervereins Buchenwald, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins des Deutschen Nationaltheaters und Mitglied weiterer Vereine.
Dr. Volkhardt Germer ist verheiratet, hat zwei Söhne und fünf Enkel. Was sie und die Ehrenämter ihm an Freizeit lassen, gehört seinen Hobbys. Mit einem Freund baut er Oldtimer neu auf, und wenn keiner zuhört, musiziert und singt er.

 

NTI-Ausgabe 4/2012

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