Weit weg von der Landeshauptstadt

Irgendwie gehören im Norden Thüringens die Städte und Kreise Sondershausen/Kyffhäuserkreis und Nordhausen einfach zusammen. Das betrifft die geographische, wirtschaftliche und Bevölkerungsstruktur. Aber auch „landsmannschaftlich“ paßt es ganz gut. Laut Kreisgebietsreformvorschlag soll nun jeder Kreis mit einem anderen Kreis fusionieren.
Weichen falsch gestellt
Wer auf die Idee gekommen ist, bei einer künftigen Kreisgebietsreform ausgerechnet den Kyffhäuserkreis und den Landkreis Nordhausen nicht zusammenzulegen, sondern jeweils einem anderen Landstrich zuzuordnen, kann nur Schreibtischtäter sein. Wenn es nach dem von der Thüringer Landesregierung in Auftrag gegebenen umstrittenen Gutachten einer Expertenkommission geht, werden demnächst der Landkreis Nordhausen mit dem Eichsfeldkreis sowie der Kyffhäuser mit dem UnstrutHainichKreis zu zwei neuen Großkreisen zwangsfusioniert. Daß aber der Landkreis Nordhausen und der Kyffhäuserkreis schon heute geographisch, wirtschaftlich und von der Bevölkerungsstruktur ganz gut zusammenpassen, scheint den Fachleuten dabei entgangen zu sein.
„Gewaltiger Kraftakt“
Sondershausens Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU) freut sich auf den diesjährigen Thüringentag in seiner Stadt. „Ich bin sicher, daß einige Besucher des Landesfestes wiederkommen und unsere Stadt mit ihren Sehenswürdigkeiten und Attraktionen zu anderer Zeit erneut besuchen“, erhofft er sich im NTI- Interview nachhaltige Effekte von diesem Ereignis.
NTI: Herr Kreyer, Sondershausen ist Gastgeber des Thüringentages 2013. Welche Erwartungen verbinden Sie mit dem Ereignis und glauben Sie, daß dieser Höhepunkt auch nachhaltig wirkt?
KREYER: Am Wochenende, vom 7. bis 9. Juni, sind wir Gastgeber des 14. Thüringentages in Sondershausen. Wir sind stolz, daß dieses große Landesfest in Sondershausen stattfinden wird und an diesem Wochenende werden wir das Schaufenster für Thüringens Gäste sein. Sondershausen und der Kyffhäuserkreis haben ja häufig den Ruf, das Schlußlicht in Thüringen zu sein, beispielsweise bei der Arbeitslosigkeit.
Schnelligkeit macht den Unterschied
Eine erstaunliche Erfolgsgeschichte spielt sich seit elf Jahren in Nordhausen ab. Die Feuer Powertrain GmbH und Co. KG startete 2002 praktisch bei null und hat sich seitdem zu einem Global Player entwickelt, der in der Region fest verankert ist.
Bei Feuer Powertrain stehen die Zeichen auf Wachstum. Das verstand sich vor elf Jahren noch nicht ganz von selbst. Beim Start 2002 war es ein ausgesprochen kühnes Projekt. Es begann mit vier Personen, die die Idee hatten, in Nordhausen ein Kurbelwellenwerk aufzubauen. „Wir waren aber keine Greenhorns, die keine Beziehungen zur Automobilindustrie hatten“, sagt Oliver Wönnmann. Der DiplomKaufmann und Geschäftsführer verweist, wenn er vom Enthusiasmus der Gründung spricht, gern auf den Namensgeber und Hauptgesellschafter Dieter Feuer.
