„Wir nähern uns westdeutschem Niveau“

Oberbürgermeister Bausewein

 

Seit Juni 2006 ist Andreas Bausewein (SPD) Stadtoberhaupt von Erfurt. Im NTI-Interview spricht er über Höhen und Tiefen seiner bisherigen Amtszeit und bekräftigt seine Absicht, zur Oberbürgermeisterwahl im Frühjahr 2012 ein zweites Mal zu kandidieren. Sein Credo: „Erfurt ist eine wunderschöne Stadt, für die es lohnt, sich voll einzusetzen.“

Lanze für die Basis

Landrat HellerEs ist ja immer so: Die Stars, „die Großen“, bekommen auch immer wieder die Preise. Das ist nicht nur bei Künstlern oder Politikern so – auch in der Wirtschaft. Durchweg werden Unternehmen geehrt, die irgendwie sowieso schon im Licht der Öffentlichkeit stehen. Die Kreisverwaltung des Saale-Holzland-Kreises änderte das vor zwei Jahren: mit dem „Unternehmerpreis im Saale-Holzland-Kreis“.

„In unserem Kreis gibt es etwa 5000 Klein- und mittelständische Unternehmen der unterschiedlichsten Branchen. 80 Prozent von ihnen haben nur bis zu 20 Beschäftigte. Die meisten dieser Unternehmerinnen und Unternehmer beweisen aber durch ihre tägliche Arbeit ein mindestens genauso hohes unternehmerisches Engagement wie die Chefs größerer Firmen und tragen die Verantwortung für sich und ihre Beschäftigten mit vollem Risiko“, bricht Landrat Andreas Heller (CDU) eine Lanze für die Basis der Wirtschaftsstruktur des Kreises rund ums Hermsdorfer Kreuz und um Jena. „Und weil gerade diesen Unternehmen als Rückgrat unserer guten wirtschaftliche Situation im Landkreis eine entsprechende öffentliche Würdigung versagt bleibt, mußten wir eine Möglichkeit finden, auch diese Leistungen zu ehren.“ Der Kommunalpolitiker weiß genau, daß solche kleinen Unternehmen kaum die Möglichkeit und Kraft haben, sich und ihre Leistungen und Produkte in der Öffentlichkeit zu präsentieren oder gar an Wettbewerben teilzunehmen.

Verluste

Erfurt, Jena und Weimar gehört die Zukunft. Nach einer im vorigen Monat veröffentlichten Prognose des Thüringer Landesamts für Statistik können im Freistaat einzig diese drei Vorzeigestädte am sogenannten Speckgürtel bis 2030 einen Bevölkerungszuwachs erzielen.

Für den Rest des Bundeslandes fiel die Vorhersage dagegen düster aus: „Thüringer Dörfer sterben aus“, titelte durchaus treffend die Thüringer Allgemeine. In 20 Jahren wird der Freistaat insgesamt fast ein Fünftel an Einwohnern verlieren. Die südthüringische Stadt Suhl schrumpft voraussichtlich sogar um die Hälfte.

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