Frauen-Quartett

Wiedergewählter Erfurter Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) hat keine Berührungsängste. (FOTO NTI-Archiv)

 

CDU trotz Verlusten weiter stärkste kommunale Kraft - Die Linke gewinnt gleich vier Spitzenämter.

Das erste Wochenende im Wonnemonat Mai hatte es in sich: Wahlen über Wahlen. Die Franzosen bestimmten ihren neuen Präsidenten. In Griechenland, Serbien und Armenien fanden Parlamentswahlen statt. Schleswig-Holstein rief zur Landtagswahl. Und in Thüringen stand der zweite Durchgang der Kommunalwahlen an. Klar, daß die Provinz in diesem Wahlmarathon weit hinten einkam. Wenn sie überregional überhaupt zur Kenntnis genommen wurde.

Fettgusche gegen Maultasche

„Bearbeitetes“ Wahlplakat in Gera, formal ein moderner Wahlkampf. (FOTO Gerd Pospischil)Nach sechs Jahren wählten die Geraer Oberbürgermeister Dr. Norbert Vornehm (SPD) ab. Mehr als diese bloße Entscheidung offenbarte jedoch der Wahlkampf, wie schwer sich die Stadt immer noch mit ihrem Bedeutungsverlust tut.

Es war, gelinde gesagt, eine Überraschung, außer vielleicht für jene Gerschen, denen sechs Jahre unter Oberbürgermeister Vornehm offensichtlich reichten. Der hatte sich eigentlich ein breites Wahlbündnis gesichert. SPD, Grüne, vor allem aber die in Gera starke Linke, unterstützten ihn. Vornehm selbst ist Sozialdemokrat, trat aber bewußt nicht für diese Partei an. Trotz des Parteienbündnisses für den alten OB folgten die Stammwähler der einzelnen Parteien der Wahlempfehlung nur eingeschränkt, was für eine sehr starke Wechselstimmung sprach.

Funktionierender Verbund

Saalfeld – die „Steinerne Chronik Thüringens“, das vom Rathaus und von der Johanneskirche geprägte Marktensemble gehört da ebenso dazu wie die vielen alten Gebäude und Höfe. (FOTO Frank Friedrich)

 

 

Seit 15 Jahren arbeiten die Städte Rudolstadt, Saalfeld und Bad Blankenburg zusammen als Städteverbund am Saalebogen. Die Neue Thüringer Illustrierte blickt mit damals und heute Agierenden zurück und voraus.

Pragmatische Problem-Lösung

Die Geburt des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt gehörte zu den schwersten in Thüringen: „Zwei ganze (Saalfeld und Rudolstadt), ein halber (Neuhaus) sowie Brocken zweier weiterer Kreise (Lobenstein und Pößneck) wurden 1994 zum heutigen Landkreis mit 58 Gemeinden zusammengenagelt. Schon allein dieser Umstand hemmt praktische Handlungsfähigkeit, was sich unter anderem darin ausdrückt, daß Kreistagssitzungen selten vor Mitternacht enden.“ Das berichtete die Neue Thüringer Illustrierte in der Ausgabe 8/1997.